";X M < M M fM- < greitag, 2. August 1955 Nr.178 Erster Vlatt 185. Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SSS ÄIa^aaaaa*AU4A*AAil Heimat im Bild-Die Scholle ■ HW ■ M W W M ■ H ■ W W MW W W fl V III ■ V H für Anzeigen von 22 mm Monatr-vezugspreir: M W MW |41< W W WZ W / | II WWW W Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 BV l|* W MM W W M W Z JÄ W W MM W M W M . W anzrigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte # V ■ W W W ^L, W M M W 60Rpf.,Platzvorschnst oder Zustellgebühr .. „ M M W W M ^F W M W ▼ ^^M ^F ^F schwieriger Satz 25°/« mehr W4ÄSS: Kr V Ar ».->» «,<.»,» infolge höherer Gewalt — • a •• <■ <• aa Stellen., Kerems», gerne n- General-Anzeiger für Oberhessen tzUZW richten. Anzeiger Eietzen behördliche Anzeigen 6Rpf. graitMurt^Äinliess Druck uttbVerlag: vrühl'sche U«ioerfitStr.vuch- und Steindruckerel H.Lange in Stehen.Schristleitung und SeschSftsftelle: Schulstrahe 7 M-ng°n°b,ch,üsi°s«°ff°iö rde och un- irkt ten, .03A hon . ihlt sich Zn uns lebt Hindenburg und ein eisernes hohen Ausländer beurteilt. Kardinalstaatssekretär Pacelli in Rom äußerte diese Worte, als er mich im September vorigen Jahres im Vatikan zur Privataudienz empfing. Und selbst im rein Militärischen, bei seiner eisernen Pflichtauffassung ist es immer wieder die warme Herzens- güte, das Wohlwollen, der goldene Humor, die ihn auszeichneten zu jeder Zeit seines überreichen Lebens. Aus meinem Schreibtischkasten entnehme ich hier einige Aufzeichnungen seines einstigen Untergebe- ßrinnening an Hindenburg. Von Dieter von der Schulenburg. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Zur ersten Wiederkehr des Todestages unseres Reichspräfidenten von Hindenburg stellt uns der Autor des Werkes: „Welt um Hindenburg, hundert Gespräche mit Berufenen" bisher unveröffentlichtes Material aus seiner Sammlung zur Verfügung. geführt? Wie war es denn?" Ich antwortete mit Anspielung auf die verschiedenen Uniformf eben der beiden Regimenter: „Euer Exzellenz, es konnte einem blau und grün vor Augen werden!" Vielleicht nicht die richtige Antwort einem hohen Dorgeietzten gegenüber, aber Hindenburg verstand und lachte herzlich ... Wenn er gegen Jahresende die Qualifikationsberichte über seine Untergebenen zu schreiben hatte, tat es seinem wohlwollenden Herzen immer weh, pflichtgemäß dem einen oder anderen die Eignung für die nächst höhere Stelle abimmer war. Paul von Beneckendorfs und von Hindenburg war durch und durch Soldat. Seinem Soldatenleben gehörten seine schönsten (Erinnerungen, in ihm wurzelten seine Anschauungen und Gedanken, aus ihm nahm er den Maßstab auch für sein übriges Leben. Soldatische Pflichttreue und V e r antw or tun g s - g e f ü h l führten den jungen Leutnant bei König- grätz zum Sturm auf die gegnerische Batterie, sie erfüllten den Bataillons- und Regimentsadju- tauten bei St. Privat und Sedan. Sie blieben im Frieden die Leitsterne für den General- ftabsoffizier, den Kompaniechef, den Lehrer an der Kriegsakademie und den späteren General. Sie führten im Weltkrieg den Generaloberst und Generalfeldmarschall von Sieg zu Sieg. Sie waren es, die ihn nach dem bitteren Ende des Krieges auf seinem Posten ausharren und das Heer in die Heimat zurückführen ließen, um das Vaterland vor Bürgerkrieg und Bolschewismus zu retten. Am Firmament seines Feldherrnruhms steht an höchster Stelle, an geschichtlicher Bedeutung alles überstrahlend, der Sieg von Tannenberg, die Schlacht, die im Augenblick größter Bedrängnis seine Heimat Ostpreußen vor dem Zugriff und der Verwüstung durch die Russen bewahrte, und auf deren Gefilden der Führer ihn inmitten feiner Kameraden zur letzten Ruhe gebettet hat. Bei Tannenberg bewährte sich zuerst die geheimnisvolle Kraft, die sein Feldherrntum umgab, die den Gegner schreckte und den deutschen Soldaten auch fernerhin, in der Schlacht an den Masurischen Seen, bei dem kühnen Flankenstoß auf Lodz, in den dunklen Eisesnächten der Winterschlacht in Masuren, in der Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnow und in zahllosen anderen Kämpfen zu unerhörten Leistungen befähigte. Diese Kraft ging von seiner großen Persönlichkeit aus. Aus Gedeih und Verderb im Kampf um die Heimat fühlte sich der Frontsoldat mit seinem großen Feld- Herrn verwachsen, tiefstes Vertrauen in seine Führung und in seinen Erfolg beseelte ihn. Don dem starken Herzen des Feldmarschalls ging ein Strom der Zuversicht und des gemeinsamen Gottvertrauens zum Herzen des letzten Musketiers und Kanoniers, und wer einmal das Glück gehabt hatte, ihm in die Augen zu sehen und seinen Blick voll Ernst und voll Güte auf sich ruhen zu fühlen, vergaß biefen Eindruck nie rneyr. Für den alten Frontsoldaten wird Hindenburg stets der große Feldherr des Weltkrieges und der Sieger von Tannenberg bleiben. Als Huttienburg im Mai 1925 die Führung besprechen zu müssen. Er atmete bann immer erleichtert auf, wenn ihm die betroffenen durch vorherigen Abgang sein Amt erleichterten." So heißt es in einem Brief an den damaligen Oberst Hahn vom 13. Oktober 1909, aus Schreiber* hau dauert: „Und bald kommen nun die Qualifikationsberichte, glücklicherweise ohne »u hart sein zu müssen. R. 26 und N. 93 haben mir die Sache durch freiwilligen Abgang erleichtert." In uns lebt Hindenburg! Und noch einen lieben Brief, der zu spät kam, ziehe ich aus meiiem Schubkasten. Er ist vom alten Januschauer, dem ich Ende vorigen Jahres die Fahnenabzüge des ihn betreffenden Abschnittes in meinem 3urf) zusandte. Er meinte in der für ihn so bezeichnenden Weise, an ihnen habe er nichts auszusetzen „außer der Liebenswürdigkeit, mit der Sie mich beurteilen. Der alte Wrangel sagte dem König Friedrich Wilhelm IV., als er aus Constantinopel zurückkam, auf die Frage, ob er auch im Harem gewesen wäre: ,Der Sultan überschätzte mirtt" Dann aber heißt es weiter: „Ich will genau wie mein Nachbar nicht die Auffassung erwecken, die Güte des Feldmarschalls zu persönliKem Ansehen zu verwerten. Interessant dürfte für Sie die mehrfach vom Feldmarschall mir gegebene Antwort auf gemachte Vorschläge sein: »Vergessen Sie nicht, daß ich auf die Verfassung geschworen babe!‘ Wo bist Du, Sonne, geblieben!!" So schließt der alte, nunmehr auch 80jährige Kammerherr von Oldenburg seinen Brief. Er gehört zu meinen schönsten Andenken. Und wenn in diesen Trauertagen die Blicke und Herzen des deutschen Volkes mit unserem kraftvollen Führer und Kanzler an der Spitze, in dessen star- ker Hand das Erbe Hindenburgs ruht, sich im pietät- vollen Andenken nach Tannenberg richten, wenn wir die stille Gruft betreten, die heute mit frischem Grün der Kränze und mit frischen Blüten zu Tausenden geschmückt ist, dann wollen wir am Sarge dieses großen, edlen Sohnes Deutschlands von neuem ehrfürchtig geloben: „In uns lebt Hindern bürg!" Zum ersten Male naht der 2. August, da vor einem Jahr unser Hindenburg von uns ging. Ein Jahr schon, ein schicksalsschweres, ereignisreiches Jahr liegt hinter uns seit jener Morgenstunde, da sich auf dem First des Herrenhauses von Neudeck wie auf dem Dach des Reichspräsidentenpalais' in der Wilhelmftraße d i e Standarte auf h a l b m a ft senkte, da die kurze, inhaltsschwere Nachricht über den Erdball eilte: „Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist heute fr üh 9 Uhr in die Ewigkeit e i n g e g a n g e n." In der Erinnerung durchwandern wir noch einmal die schmerzerfüllten Tage des Abschieds. Wieder sind die Blicke auf Neudeck gerichtet, auf das vornehm- schlichte Haus eines altpreußifchen Edelmannes, spürbar als solches gekennzeichnet, das kein „Schloß" fein will, aber in jedem Winkel, jeder Ecke die Würde und das hohe Ansehen seines einstigen Herrn verrät, dem er selbst den Stempel seines Wesens, Jeines Adels für alle Zeit aufge- drückt hat. Wie lebendig wird die Erinnerung, wenn ich jetzt in Gedanken die wohlbekannten Räume durchstreife: Wieder stehe ich im Arbeitszimmer, an feinem Schreibtisch, den rote Rosen mit einem Eichenbusch schmücken, und trete leise in das Gemach, das gegen Abend zu liegt, mit dem Blick auf die Urgroßmutterlinde, die der Verewigte als Knabe einst noch mitgepflanzt hat. Ihr Rauschen erzählt noch immer von längst verklungener Zeit, erzählt noch immer von den letzten Tagen und Stunden dieses Heldenlebens, das hier nun vor einem Jahr zu Ende ging. Auf dem weißen Linnen der metallenen Bettstelle liegt ebenfalls em großer Eichenbruch, als Gruß der oftpreußifchen Wälder, und in feiner Mitte hält er wieder die frischen Zeichen unwandelbarer Liebe: einen Tuff roter Rosen. Es ist noch alles wie im vorigen Jahr, da ich es mit Ehrfurcht und dankerfülltem Herzen wenige Wochen nach feinem Heimgang sehen durfte in diesem gastlichen Hause. Und während ich dann die stillen, verträumten Parkwege zum Bachlauf hinabwandere, dieselben Pfade, die unser alten Herr gewandert ist, morgens und abends, bis seine Kräfte erlahmten, und auf seinem Lieblingsplätzchen, der weißgestrichenen Bank am Ende des Hochwaldes, mit dem Blick auf das leichtgewellte Wiesengehege verwette, da ziehen noch einmal all die Gespräche vorüber, die ich im vorigen Herbst zu seinem Gedächtnis geführt habe, ihm zu (Efren führen durfte. Gespräche waren es mit den verschiedenartigsten Menschen der verschiedensten Gesellschafts- und Berufs- fchichten, die, besonders während der letzten Jahr- zehnte, vorübergehend oder für längere Zett in den Lebenskreis des Verewigten eingezogen waren: Fürsten und Heerführer, hohe Würdenträger und schlichte Haus- und Gutsangestellte, Freunds und Nachbarn, Geistliche, Aerzte, des Kranken Pfleger der letzten Monate, die Künstler, die ihn gemalt, Militärs und Diplomaten — kurz alle, die mir über persönliche Erlebnisse und Eindrücke berichten konnten und die von sich sagen durften: in uns lebt Hindenburg! „ .. Und wenn ich all diese „Berufenen , die mir damals Rede und Antwort gaben, wieder fragen würde: Gedenkt Ihr noch manchmal in stiller Stunde der Besinnlichkeit des großen alten Man- nes, bin ich überzeugt, daß sie 'alle, wie sie da sind, ausrufen würden: In uns lebt noch immer Hindenburg! Manch einer meiner liebenswürdigen Gewährsleute ist ihm bereits in die Ewigkeit gefolgt, aber manch anderer meiner Leser hat mich in der Zwischenzeit mit spontaner Zustimmung beglückt und zu meinem beabsichtigten Mosaik seines W^ sens, das ich Stein für Stein zufammentrug, noch die eigene Erinnerung, das eigene Erlebnis zu- nen, heutigen Generals der Kavallerie a. D. von Hahn, der jetzt schon betagt im Odenwald lebt, und die mir nach Erscheinen meines Buches „Welt um Hindenburg" zugingen. Sie sprechen für sich und für das Wesen unseres Hindenburg: „Dem im Herbst 1886 in die Kriegsakademie eintretenden Jahrgang hatte der damalige Major von Hindenburg Taktik vorzutraaen. Er war im Hauptamt erster Generalstabsoffizier (la) beim Generalkommando, also in einer der arbeitsreichsten Stellungen des Truppengeneralstabes. Als er zum ersten Male in den Hörsaal kam, trat er, zwischen den Tischen hindurchgehend, an jeden seiner Hörer heran und machte mit jedem persönliche Bekanntschaft, indem er freundliche Worte für den Einzelnen fand. Diese vornehme kameradschaftliche Art gewann ihm sofort die Herzen feiner Schüler, und zwar um so mehr, als alle anderen Lehrer, Offiziere wie Professoren, sich bei ihrem ersten Erscheinen mit einer kurzen Verbeugung gegen die Allgemeinheit begnügt hatten, um bann sofort mit ihrem Vortrag zu beginnen." In diesen Aufzeichnungen heißt es weiter: „Wie herzlich konnte er in feinem tiefen Baß über einen guten Scherz lachen. Diesem Sinn für Humor begegnete ich bei ihm auch viele Jahre später. Als Hindenburg das IV. Armeekorps in Magdeburg übernommen hatte, in dem ich damals als Major beim Stabe des Hufarenregiments Nr. 12 stand, gehörte mein Regiment einer Kavalleriedivision an, die zu Uebungszwecken auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow zufammengezogen war. Eines Tages war der Kommandeur der zehnten Husaren aus irgendeinem Grunde ausgefallen, und ich als ältester Major der Division erhielt den Befehl, die zehnten Husaren bei den Hebungen dieses Tages zu führen. Ich setzte mich also in meiner blau.m Attila an die Spitze des grünen Regiments. Nach Schluß der Uebung begab ich mich ms Kasino, wo Hindenburg, der der Besichtigung eines Truppen- teils seines Armeekorps beigewohnt hatte, behaglich beim Frühstück sah. Er begrüßte mich mit der Frage „Sie haben heute die zehnten Hujaren Hindenburg zuniGedächiniS. Von Dr. jur. Heinrich Doehie, Ministerialdirigent in der Präsidialkanzlei Ein Jahr ist vergangen, da sanken in Deutsch' land die Flaggen auf Halbmast. Das deutsche Volk stand in Ehrfurcht und Trauer an der Bahre des großen Mannes, in dem sich über drei Menschenalter wechselvoller deutscher Geschichte verkörperten und dessen vorbildliche Charaktereigenschaften und Würde ihn schon zu Lebzeiten zum Mythos seiner Natton gemacht hatten. Mit Deutschland trauerte die Welt, in der der „Große alte Mann", wie ihn das Ausland nannte, wohl Gegner, aber nicht einen Feind hatte, und in deren entlegensten Hirtendörfern der Name „Hindenburg" mit Bewunderung und Ehrerbietung genannt wurde. Dunkle Wolken überschatteten in den letzten Juli- und ersten Augusttagen 1934 Europa. Die Abrüstungserörterungen zur offensichtlichen Unfruchtbarkeit verurteilt, Gefahrenherde an mehr als einer Stelle, eine zur Krifenstimmung erhitzte öffentliche Meinung im gesamten Ausland — es war, als ob der Geist des Juli 1914 nach 20 Jahren feine Auferstehung erleben sollte. Da brachte der welt- erschütternde Eindruck von Hindenburgs schwerer Erkrankung und seinem Ableben den Streit des Tages zum Schweigen und ließ die Stimme des Herzens erklingen, nicht nur aus den befreundeten und neutralen Staaten, sondern auch aus den Ländern der früheren Gegner. Das ungeheure Maß an Ansehen und Vertrauen, das diese große lautere Persönlichkeit nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Ratton erworben hatte, kam in der ergreifenden Anteilnahme der gesamten Weltöffentlichkeit zum Ausdruck. Mit schwerer Sorge hatten die Famitte und die nähere Umgebung des Reichspräsidenten den Der- lauf seiner Krankheit verfolgt. Die Ueberfieblung nach seinem Gut Neudeck in Ostpreußen, aus dem der Feldmarschall die Sommermonate zu verbringen pflegte, hatte eine geringe Besserung seines Leidens zur Folge gehabt, so daß er noch in der Lage war, am 5. Juli den japanischen Prinzen Kaya mit seiner Gemahlin und am 7. Juli den König Prajadhipok und die Königin von Siam zu empfangen; auch führte er die Amtsgeschäfte mit gewohnter Regelmäßigkeit weiter. Aber die kräftige Erholung, die in früheren Jahren der ländliche Aufenthalt auf dem alten Familiengut mit sich gebracht hatte, war diesmal ausgeblieben. Trotzdem traf auch die Näherstehenden die plötzliche Wendung zum Ende unerwartet. Nach schnellem Kräfteverfall schloß am Morgen des 2. August der greise Feld- marschall seine Augen für immer, im 87. Jahre seines von Gott überreich gesegneten Lebens. Als er am Tage vor seinem Hinscheiden dem Kanzler, der an das Krankenlager geeilt war, die Hand drückte, wußte dieser, daß es ein Abschied für gefügt. Und es ist immer wieder das Gleiche. Es ist nicht einmal der große Soldat, Heerführer und Staatsmann, dessen ganze Bedeutung und höchste Verdienste um unser Deutschland in schwerster Zeit und nicht zuletzt für die Welt voll zu erfassen und zu würdigen, erst einem späteren Plutarch vorbehalten sein wird. Es ist immer wieder der Mensch Hindenburg, sein Wesen, sein liebenswerter Charakter, bte Macht dieser einzigartigen Persönlichkeit, die nachwirkt über den Tod hinaus, und vor der sich einst die ganze Welt in Ehrfurcht und Verehrung beugte, die unvergessen bleibt für alle Zeit. Wenn auch das Soldatische ihm das beherrschende Gepräge gab — sein Wesen erschöpfte sich nicht darin. Mit dem Geradlinigen und gewollt Einfachen des Soldaten verband sich em edles, wohlwollendes Menschentum und ein eisernes P k l i ch t b e w u ß t s e m, das Wärme, Vertrauen und Zuversicht ausstrahlte und weckte!" ... Wie richtig ist das von einem Ileue Hoffnungen in England biß Pflicht ten Völkerbund sein. Seit des von aö- ben tionale K undgebungen statt. In den 30 Kirchen der Hauptstadt unb ber Umgebung würben täglich Ansprachen gehalten. Bevor bie jungen Leute bes Morgens an ihre Arbeitsplätze gingen, machten sie gemeinsam mit vielen Beamten in ben Straßen von Abbis Abeba Marschübungen. Ein Frauenausschuß habe Sammlungen für bie Verteidigung bes Landes eingerichtet. Es werde sehr viel gespendet, und zahlreich» Frauen opferten ihre Schmucksachen. Die Wirkungen eines Krieges zwischen Italien und Abessinien würden von großem liebel für_ den großem Generationen habe Groß« Hindenburg-Gedächtnisfeiern im Rundfunk. Abessinien-Debatte im britischen Unterhaus. Scharfe Kritik an dem italienischen Verhalten.—Hoare über Englands Vorschläge für den Lustpakt. Berlin, 1. Slug. (DNB.) Das Gedächtnis Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Hindenburg ehrt der Reichssender Berlin am Freitag um 20.15 Uhr in der „Stunde der Nation" durch Beethovens „E r o i c a". In seiner nächtlichen Gedenksendung von 22.20 Uhr bis Mitternacht rüst der Reichssender Berlin das Erlebnis des 2. August 19 3 4 Genf, 1.August (DRV.) Die für heule nach- mittag anberaumte R a l s s l h u n g ist auf morgen verschoben worden. Der Grund für die Verschiebung ist die Weigerung Italiens, dem englisch-französischen Vorschlag dahin zuzustimmen, daß Abessinien zu den Verhandlungen der Dreiermächte über die Gesamtfrage hinzugezogen werden soll. Ferner daß der Rat diese Verhandlungen einberuft, und schließlich, daß für ihre Beendigung und den Wiederzusammentritt des Rates eine Frist — zuletzt war der 4. September vorgeschlagen — festgesetzt wird. Die Vertreter Englands, Frankreichs und Italiens traten am Donnerstag um 19 Uhr zu einer neuen Beratung über den italienisch - abessinischen Streitfall zusammen. Die Besprechung hat zu einer Reufassung der englisch-französischen Formel in einigen Punkten geführt. Außer in der Schledsgerichtsfrage sollen auch hin- ichtlich des Verzichts auf Gewaltanwendung keine Schwierigkeiten mehr bestehen. Dagegen find die Verbindung des Gesamtproblems mit dem Völkerbund und die Befristung der Drei-Wächte-Verhandlungen bis September nach wie vor umstritten. Der Generalsekretär des Völkerbundes gab ein Essen, an dem alle Ratsmitglieder mit Ausnahme der Vertreter der drei Großmächte teilnahmen. Gleichzeitig speisten Laval und Lden zusammen, während Aloisl durch seine fernmündliche Rücksprache mit Rom verhindert war, ihrer Einladung Folge zu leisten. Aloisi hat später seinen Kollegen die Rachricht aus Rom übermittelt, daß eine Stellungnahme feiner Regierung erst am Freitag zu erwarten sei. Es verstärkt sich der Eindruck, daß Italien dem Kompromiß schließlich z u st i m m e n werde. Jedoch haben England und Frankreich zunächst weitere Zugeständnisse gemacht, während Italien nach wie vor dem Völkerbund nicht die Befugnis zugestehen will, sich im September gegebenenfalls mit der Gesamtfrage der italienisch-abessinischen Beziehungen zu beschäftigen. Gegenüber französischen Pressevertretern gab Ministerpräsident Laval am Donnerstagabend folgende Erklärung ab: „Ich glaube einfach, daß wir am Abschluß einer Verhandlung stehen, die tatsächliche Schwierigkeiten umfaßt, Schwierigkeiten, die noch bestehen. Das günstige Ergebnis, das wir für die nächsten Stunden erwarten, wird ohne Ausnahme das Werk aller beteiligten Länder sein. Um unserem Abkommen eine endgültige Form geben zu können, erwarten wir eine Antwort, die unser italienischer Kollege Aloisi von seiner Regierung erbeten hat. Aber wir haben allen Anlaß zu hoffen, daß wir am Freitag unsere Bemühungen zum Abschluß bringen können. Eine dramatische Sitzung. Gemeinsamer Druck auf Italien. örtern. Dieser Aufschub entspricht ber französischen Ansicht, baß ber Monat August eine wertvolle Gelegenheit bieten werbe, Feinbseligkeiten zu oermeiben. „Daily Telegraph" bemerkt, Hoares Erklärungen im Unterhaus über ben italienischabessinischen Streit seien fest, klar unb so beruht- genb gewesen, wie bie Umstänbe es verlangten. Die Mitteilung, baß ber italienischen Regierung niemals eine freie Hanb in Abessinien versprochen worben sei, fei bebeutungs- voll für bie Genfer Verhanblungen unb ermutigend für bie britischen Hoffnungen. — Der liberale „News Chronicle" hegt Zweifel baran, ob bie Einigung in Genf, falls sie überhaupt zustanbe komme, ben Ausbruch eines Krieges in Abessinien nach bem Aufhören ber Regenzeit verhindern werde.— „Times" meinte, es bestehe noch eine Re ch t des Völkerbundes anzuerkennen, sich mit ber allgemeinen Frage ber italienisch-abessinischen Beziehungen zu befassen. Englands Stellungnahme würbe nicht erleichtert, ba der Wortführer Abessiniens, Professor Dr. Jeze, es unterlassen hatte, darauf zu bringen, baß ber Völkerbunbsrat auf einer Erörterung ber italienischen Kriegsvorbereitungen beharre. Unter diesen Umständen war es Englands Aufgabe, sich um ein solches Verfahren zu bemühen. Eden setzte aber seinen Standpunkt durch, als er daraus bestand, daß der Dölkerbundsrat am 4. September das Recht haben würde, alle Sei- der italienisch-abessinischen Beziehungen zu er- Heute wird eine Einigung in Genf erwartet. Eine neue Fassung der Versöhnungsformel. —Italien macht noch Schwierigkeiten Rückfragen in Rom. mutiguna bedeuten, uns anzugreifen. Nur durch eine energische Haltung können wir den Frieden bewahren. Wir sind bereit, Italien anzuhören, wenn es den Frieden will, wir sind bereit zu widerstehen, wenn es den Krieg will. Der Havas-Korrespondent meldet aus Addis Abeba, daß diese Meldung die Ansicht der Mehrheit der abessinischen Bevölkerung wiedergebe. Diese erwarte mit Ruhe die Entscheidung des Völkerbundsrates. Inzwischen fänden jedoch dauernd n a • London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) lieber die Lage in Genf meldet Reuter, Eden habe sich am Donnerstagabend anerkennend über Lavals Verhalten geäußert und von einem völligen Einvernehmen und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem französischen Ministerpräsidenten gesprochen. Der Einspruch Italiens gegen die Teilnahme Abessiniens in den vorgeschlagenen Verhandlungen der drei Signatarmächte des Vertrages 1906 und gegen die Verknüpfung des Völkerbundsrats mit den Verhandlungen fei in der Weise umgangen worden, daß die ganze Klausel aus der Entschließung herausgenommen worden sei. Die drei Mächte, England, Frankreich und Italien, würden eine besondere Erklärung abgeben, in der sie ihre Bereitschaft aussprechen, Verhandlungen mit der „vierten interessierten Macht" zu beginnen. Auf diese Weise sei die namentliche Erwähnung Abessiniens vermieden worden. Die in Aussicht genommene Drei-Mächte-Verhandlungen werden höchstwahrscheinlich nicht auf italienischem Boden, sondern in Paris zwischen Laval, Eden und Baron Aloisi geführt werden. Die mißtrauischen Italiener haben keine besondere Bereitschaft gezeigt, sich mit einer Partei an einen Tisch zu setzen, der sie Dormerfen, sie sei außer Stande, ihre eigenen inneren Angelegenheiten zu ordnen. Eine Annahme der verschiedenen Vorschläge durch Italien würde bedeuten, daß es bereit sei, das Vorschlag, daß ein neues Versprechen abgegeben werden sollte, keine Gewalt anzuwenden, könne keine große Bedeutung zugeschrieben werden, da ein solches Versprechen von Italien bereits in den Verträgen von 1906 und 1928, im Kelloggpakt und in der Dölkerbundssatzung abgegeben worden sei. Der Einwand gegen eine Teilnahme Abessiniens an den vorgeschlagenen Dreimächteerörterungen sei zu- mindestens juristisch gerechtfertigt. Wenn der Vertrag von 1906 die Grundlage der Verhandlungen bilden solle, so betreffe diese nur bie Signatarmächte, zu denen Abessinien nicht gehöre. — Der „Times -Korrespondent in Rom meldet: Es darf mit Sicherheit angenommen werden, daß, welche Formel auch in Genf erreicht werden mag, Italien seine in vollem Gang befindlichen militärischen Vorbereitungen für die Entsendung von Truppen und Kriegsmaterial nach Ostaftika nicht ein stellen wird. London, 1. Aug. (DNB.) Einen Tag vor dem Beginn der Sommerferien fand im Unterhaus eine außenpolitische Aussprache statt. Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition, Lansbury, richtete scharfe Angriffe gegen die englische Außenpolitik und forderte die Regierung zu Mitteilungen über den Stand der Abrüstungskonferenz auf. Der Oppositionsführer verlangte alsdann eine Erklärung über den italienisch - abessinischen Streit. Es sei unverständlich, wie Nationen, die nicht imstande seien, ihre Schulden zu bezahlen, sich Expeditionen der geplanten Art leisten könnten. Sir Herbert Samuel (liberale Opposition) erkundigte sich nach den Verhandlungen über den ßu ft patt der Westeuropamächte. Seit der Rede Hitlers am 21. Mai habe die englische Regierung zwar wiederholt ihr Interesse an dem Abschluß dieses Paktes bekundet, aber bei der letzten Gelegenheit habe Hoare gesagt, daß die Verhandlungen nicht einmal begonnen hätten, obwohl seitdem viele Monate ins Land gegangen seien. Zur abessinischen Frage äußerte der Redner Befürchtungen über die Möglichkeit, daß eine vollendete Tatsache unter Umständen schon zu einer Zeit geschaffen werden könne, in der Genf noch eifrig verhandele. Der konservative Brigadegeneral S p e a r s richtete scharfe Angriffe gegen Italien. Die Empörung über die Einschüchterung der Schwachen durch die Starken nehme immer mehr zu. ,Hst es nicht eine Tatsache", so erklärte Spears, „daß praktisch die gesamte männliche Bevölkerung der unglücklichen österreichischen Provinz, die nach dem Kriege annektiert wurde, mobilisiert worden ist. Diese Bergbewohner sind gute Soldaten, aber sie sind unheilbar deutsch, und es'ist nicht angenehm, daß sie den italienischen Angriff führen sollen." Der konservative Aba. Vivian Adams sagte, daß England vor den schärfsten Maßnahmen, bis zur Sperrung der Kohlenlieferung und der Schließung des Suezkanals, nicht zurückschrecken dürfe, falls Italien auf feiner gegenwärtigen Abessinienpolitik weiter bestehe. Der britische Außenminister Sir Samuel Hoare dankte dann seinen Vorrednern für die „Zurückhaltung und Sorgfalt", mit der sie die italienisch- abessinische Frage behandelt hätten. Eine der Schwierigkeiten, denen die Welt heute gegenüber- steht, ist das Problem der Staaten, die Kolonialreich besitzen und derjenigen Staaten, die keine Kolonialreiche besitzen. Wenn diese Fragen auch noch so schwierig sind, so sollten sie doch nicht durch Gewaltanwendung in irgendeinem Teil der Welt gelöst werden, sondern durch Versöhnung, Regelung und Vereinbarung". Sir Samuel Hoare kam dann auf die Anfragen Lansburys über die Abrüstungsfrage zu sprechen. In der Frage der Abschaffung des Luftkrieges habe die englische Regierung bereits die Initiative ergriffen. Der Vereinbarungsentwurf sei der Abrüstungskonferenz am 16. März 1933 vorgelegt worden. Er Or. Goebbels stiftet eine Führerbüste zum Reichswettkampf ber GA. Berlin, 2. Aug. (DNB.) Wie der „Völkische Beobachter" meldet, überreichte Reichsminister Dr. Goebbels kürzlich dem Chef des Stabes eine von dem Bildhauer Walther Wolff geschaffene Führerbüste als Preis für den Reichswettkampf der SA. Chef des Stabes Lutze dankte Dr. Goebbels in folgendem Schreiben wie folgt: „Für die der SA. zum Reichswettkampf gestiftete Büste des Führers meinen und der SA. Deutschlands herzlichen Dank. Die SA. wird aenau wie im Dienst für Führer und Volk auch im sterblichen Wettkampf ihr Bestes hergeben." Oie Flagge des Reichskriegsministers Berlin, 1. Aug. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung über die Flagge des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht veröffentlicht. Die Flagge ist ein weißes, schwarz - weih - schwarz gerändertes gleichseitiges Rechteck, in dessen Mitte die Reichskriegsflagge, ebenfalls in Form eines gleichseitigen Rechtecks steht. In den vier Ecken befindet sich, mit dem Kopf zur Mitte, je ein schwarzer, rotbewehrter Adler der Wehrmacht. Reiches als erster vom Volke gewählter Reichs- Präsident übernahm, verkannte er nicht einen Augenblick die Schwere der Aufgabe, der er sich aus vaterländischem Pflichtgefühl unterzogen hatte. Ein Zusammenbruch größten Ausmaßes hatte Deutschland nach vierjährigem heldenhaften Ringen gegen die militärische und wirtschaftliche Macht von 27 feindlichen Staaten betroffen. Der Druck des unwürdigen Diktats von Versailles, das dem Besiegten jebe freie Lebensmöglichkeit versagte, lastete auf einem Lande, das durch eine vvlkssremde, nach ausländischem Muster zurecht gemachte Verfassung, an die ihn fein Eid band, gelähmt und durch gewissenlose Kämpfe von Parteien und Interessenten zerrissen und verhetzt war. Was ihn, dessen Leben auf Grobheit und Lauterkeit aufgebaut war, und ber gewohnt war — auf verantwortlichen Posten gestellt — zu befehlen, das Hindurchfinden durch ben kaleidoskopartigen Wechsel parlamentarischer Niederungen gekostet hat, wissen die, die ihm in jenen Jahren näher gestanden haben. Seine einzigartige Persönlichkeit gab ihm die Kraft und die Einsicht, in unbeirrbarer Würde und Ruhe feinen 9Beg du gehen und das höchste Amt des Deutschen Reiches in vollendeter Weise zu repräsentieren. Alle Fehlschläge und Enttäuschungen konnten ihm nicht den unerschütterlichen Glauben an den guten Kern des deutschen Volkes und an die göttliche Gnade rauben, die mehrmals in dunkelster Zeit dem Vaterlande geleuchtet und es aus Not, Schmach und Ohnmacht aufgenchtet hatte. In diesem Glauben hielt er am 18. September 1927 seine Rede anläßlich der Einweihung des Tannenberg-Denkmals, in der er die Lüge von ber deutschen Kriegsschuld zurückwies, die er als Fundament des Diktats von Versailles erkannt hatte. Es ist kein Zufall, baß er bas Schlachtfeld von Tannenberg, auf dem er den Angriff auf bie Heimat zurückgeschlagen hatte, auch zur Abwehr des Angriffs auf die deutsche Ehre wählte. Das lange und wechselreiche fieben Hindenburgs hätte des sinnvollen Abschlusses entbehrt bhne ben „lag von Potsdam, an dem der Bund besiegelt wurde zwischen bester, alter preußisch-deut- scher Tradition unb dem machtvoll ausschießenden jungen und neuen Deutschland Adolf Hitlers. Als die Welle des Nationalsozialismus stark genug geworden war, um das Staatsschiff zu tragen, öffnete der Reichspräsident in staatsmännischer Weisheit, zugleich dem innersten Äuge seines Herzens folgend, die Tore und gab dem Führer des neuen Deutschlands den Weg zur Macht frei, damit er fein gewaltiges Werk vollbringen könne. Die deutsche Sehnsucht von Jahrhunderten, die auch in den immer sich wiederholenden Mahnungen des alten Feldmarschalls zur Einigkeit seinen Ausdruck gefunden hatte, die Schaffung berft arten, einigen deutschen Volksgemeinschaft, aus der allein Deutschlands Zukunft erstehen kann, sollte sich nun erfüllen. Von ben drei Säulen, auf die das Gebäude des Diktats von Versailles sich stützte, hat ber Feld- marschall bas Bersten der zwei ersten erlebt. Das Rheinland wurde frei, bie Repara- tionsfeffeln fielen. Seinem alten Soldatenherzen war es nicht mehr vergönnt, auch an der Freude über die Wiedererstehung der deutschen Wehrhoheit teilzunehmen, aber daß auch dieser letzte Schritt zur Rückgewinnung der deutschen Gleichberechtigung und Souveränität nur eine Frage der Zeit sein konnte, diese lieber« zeugung hatten ihm die kraftvolle und zielbewußte Führung ber Staatsgeschäfte durch Adolf Hitler und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm gegeben. Die Morgenröte der Sonne, die strahlend über Deutschland aufgegangen ist und den deutschen Herzen Wärme und Freude gibt, sie hat er noch erschaut. sein und Baron Aloisi am Fernsprecher nach Rom hängend am Verhandlungstisch gesessen haben. Frau Tabouis glaubt über den Inhalt des Entschließungsentwurfes melden zu können, daß dieser zunächst die Wiederaufnahme des Versöhnungsverfahrens vorsehe. Dazu werde ein ober st er Schiedsrichter ernannt, für den die Abessinier P o l i t i s (Griechenland) und die Italiener den früheren Vorsitzenden des Haager Gerichtshofes, Max Huber, vorschlagen werden. Dieser Schiedsrichter werde aber nur bie Angelegenheit Ualual zu regeln haben, ohne sich weiter mit den Grenzftagen zu befassen. Die am Mittwoch gestellte Forderung, daß die beiden Parteien nicht zu den Waffen greifen sollten, und zwar nicht bis zum 2. September nach dem ftanzösischen Vorschläge und bis „auf weiteres" nicht nach dem britischen Vorschlag — sei von Italien in der Form ohne Fristsetzung angenommen worden, daß nur der Wortlaut des Vertrages von 1928 erwähnt werde, der bestimme, daß Italien und Abessinien keine Maßnahmen ergreifen dürfen, „die geeignet sind, die gegenwärtige Lage zu erschweren". Die heikle Frage einer Verbindung der Dreierverhandlungen mit dem Völkerbundsrat und die Frage der Beteiligung Abessiniens an diesen Verhandlungen würden in einer Svnderentschließung der drei Mächte behandelt werden, in der diese sich verpflichten, „bis zur nächsten Ratssitzung mit der vierten interessierten Macht auf Grund des Dreiervertrages von 1906 zu verhandeln". Das sei allerdings nicht ohne Schwierigkeiten erreicht worden, meldet die Korrespondentin, und England hätte zu wiederholten Malen Italien drohen müssen, andernfalls den Artikel 20 des Völkerbundspaktes anzurufen. Der Hauptgewinn der Ratstagung fei, 3eit gewonnen zu haben. In Völkerbundskreisen sei man aber davon überzeugt, daß die wirtschaftliche und finanzielle Lage Italiens es ihm nicht gestatten würde, die Kosten eines Krieges zu tragen, den es gegen den Willen Frankreichs und Englands führen wolle. Außerdem werde d i e Stimmung von Tag zu Tag für Italien ungünstiger. Auch finde man in Genf nicht einen Italiener, der davon überzeugt sei, daß Mussolini wirklich Krieg führen werde. Die Stimmung in Addis Abeba. Paris, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die „Abes- sinische Stimme", einzige Tageszeitung von Addis Abeba, in der Eingeborenensprache schreibt vom Streitfall mit Italien: Eine unentschlossene Politik Abessiniens könnte für Italien nur eine Er- unb des 2. August 1914 in einer Folge noch nicht gefenbeten Aufnahmen wach. Die Erinnerungen an jenen Tag, da dem deutschen Volk die Waffen in die Hand gezwungen wurden, beschwört die Sendung „O. H. L." Offiziere des Generalstabes folgen aus erlebter Verantwortung noch einmal den Weg der schweren Kämpfe und Entscheidungen vom Kriegsausbruch bis zum bitteren Ende. Mächtig und menschlich zugleich erhebt sich die Erscheinung Hindenburgs. Den Abschluß der Gedenksendung bildet eine nächtliche musikalische Parade. Das Musikkorps der Wachtruppe Berlin spielt die Tauerparade, die Heeresmärsche der Regimenter des Feldmarschalls und den Großen Zapfenstreich. Alle deutschen Sender bringen über den Reichssender Königsberg einen Funkbericht von der Kranzniederlegung am Tannenberg-Denkmal. Ferner würdigen alle deutschen Sender am Freitag, 2. August, in besonderen Sendungen die Person des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. schwache Hoffnung auf eine friedliche Regelung. Die italienische Behauptung, daß der (Streit nur die beiden Parteien angehe, sei unhaltbar. Der Völkerbund habe nicht nur das Recht, sondern auch " ' ' , sich damit zu beschäftigen. Dem i ein neues Versprechen abgegeben britannien an einer weitsichtigen Politik gearbeitet, um die Streitfragen zwischen den weißen' und far- bgen Rassen aus dem Wege zu räumen. England glaube nicht an die Unvermeidlichkeit von Zusammenstößen mit den Farbigen. England stehe dem italienischen Ausdehnungsbedürfnis nicht unsympathisch gegenüber. Wenn die italienische Regierung Beschwerden gegen die abessinische Regierung habe, müsse sie diese auf ordentliche Art und Weise vorbringen. (Lauter Beifall.) Sie werde den Völkerbund bereitfinden, den ihm vorgelegten Fall eingehend und unparteiisch zu prüfen. Das seien Fragen, die ohne Zuflucht zum Kriege geregelt werden könnten. Das Gerücht, wonach die britische und bie französische Regierung sich in Stresa gegenüber Italien verpflichtet haben sollen, der italienischen Regierung in Abessinien freie Hand zu geben, entbehre jeoer Begründung. Zum O st • patt sagte Hoare dann noch u. a., er sehe keinen Grund, warum im gegenwärtigen Augenblick ein Ostpakt nicht abgeschlossen werden solle. Es sei sicher, daß ein solcher Pakt als eine Maßnahme zur Wiederversöhnung in Mittel- und Osteuropa angesehen werden würde. Er würde auch zum Abschluß' des Luftpaktes beitragen, der auch von der deutschen Regierung gewünscht werde. Damit wurde die autzenpolitisch» Aussprache abgeschlossen. sei von der Konferenz als Grundlage für ein zukünftiges Abkommen angenommen worden und behaupte das Feld als die Grundlage, auf der bie Verhanblungen roieber aufgenommen würben, wenn eine Hoffnung auf Verst ä n b i g u n g vorhanden sei. Es erscheine der englischen Regierung unmöglich, irgendeine Vereinbarung über die Abschaffung des Luftkrieges ohne Deutschlands Mitarbeit zu erörtern. Artikel 34 des Entwurfes sehe die Abschaffung des Bombenabwurfes vor, ausgenommen für „Friedenszwecke" in abgelegenen Gebieten. Die englische Regierung habe sich bereit erklärt, diese letztere Bedingung aufzugeben, wenn sie dem Abschluß des Abkommens im Wege stände. Die englische Regierung habe das Genfer Protokoll vom 17.Juni 1935, in dem auf die Benutzung von Giftgasen verzichtet wird, ratifiziert. Die Konventtvn sei in Kraft, aber sie sei von gewissen Staaten, darunter den Vereinigten Staaten, Japan und der Tschechoslowakei noch nicht ratifiziert worden. In der Slbrüftungsfrage könne kein wirkliches Fortschritt erzielt werden, bis der Gegensatz zwischen dem deutschen unb bem ftanzösischen Stanb- punkt überbrückt mürbe. Die englische Regierung werbe alles tun, um biefe Meinungsverschiebenhei- ten auszusöhnen. Der Außenminister wandte sich dann der „schrecklich schwierigen abessinischen Au« gelegenheit" zu, über deren Ernst die Regierung sich voll bewußt sei. Aber gerade ans diesem Grunde hüte sie sich vor übereilten Schritten. Paris, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der gemeine Eindruck in Völkerbundskreisen.nach Donnerstagverhandlungen ist, daß Mussolini trotz seiner flammenden Reden angesichts der entschlossenen Opposition von Paris und London nicht zum Kriege schreiten wird", so berichtet Frau Tabouis aus Genf. Sie bestätigt damit die Meldungen auch anderer Pariser Berichterstatter, daß Lava! und Eden am Donnerstag Rom stark unter Druck gesetzt haben. Nicht weniger als zehnmal soll der Entschließungs- entrourf im Laufe des Tages geändert worden Erfolge nationalsozialistischer Steuerpolitik. Staatssekretär Reinhardt eröffnet die Reichssteuerschule Herrsching. als sie 1933 gewesen sind. Das Mehr an Steueraufkommen ist aber im wesentlichen eine Folge der Maßnahmen der Reichsregierung zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und zur Belebung der Wirtschaft. Alle diese Maßnahmen haben zu einer sehr erheblichen Vorbela- slungderReichshaushaltsjahrebis 1940 geführt. Das Mehr an Steueraufkommen ist auf einige Jahre re st los zur Abdeckung dieser Vorbelastungen erforderlich. Die Haushaltstage des Reiches bedingt, daß trotz der außerordentlich erfreulichen Entwicklung des Steueraufkommens in Zukunft noch viel strenger als bisher eiserne Sparsamkeit in der Gestaltung der Ausgabenwirtschaft geübt wird und daß alle gesetzlichen Schritte angewandt werden, um jeden Volksgenossen zur pünktlichen und restlosen Erfüllung feiner steuerlichen Pflichten anzuhalten. Der Ausbau des Betriebsprüfungsapparates der Reichsfinanzverwaltung ist nicht nur erforderlich vom Standpunkt der steuerlichen Gleichmäßigkeit und der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch zur Sicherung des Eingangs aller Einnahmen, auf die das Reich Anspruck hat und deren es zur Erfüllung seiner großen Aufgabe bedarf. Der Erziehung des Nachwuchses der Reichssteuerverwaltung dient die Eröffnung der Reichssteuerschule in Herrsching. Gleichzeitig wird das Problem der Umschulung von älteren Jahrgängen der Zollverwaltung gelöst werden. Staats- setretär Reinhardt gab Aufschluß über die Dauer der Umschulungslehrgänge und über den weiteren Ausbau der Reichssteuerschule und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das in der Reichssteuerschule ausgebildete Beamtenkorps der Reichsfinanzverwaltung das be st geschulte des nationalsozialistischen Deutschland werden möge. . Verellwilligkeil sieht der Senat die höchste Stufe seines Verständigungswillens gegenüber Polen, den er schon so oft bewiesen hat. Gleichzeitig jedoch hat der Senat zum Ausdruck gebracht, daß durch die Auswirkungen der polnischen Zoll- verordnung ein außerordentlicher Notstand von Staat und Wirtschaft ein- gelreten ist, zu dessen Behebung außerordentliche Entschlüsse und volle Handlungsfreiheit nach jeder Richtung hin Vorbehalten werden müssen. Nach eingehender Erwägung und gründlicher Prüfung der gegenwärtigen Lage ist der Senat zu der Ueberzeugung gelangt, daß sofort Maßnahmen getroffen werden müssen, welche eine weitere Gefährdung der Devisenlage und eine unmittelbare Bedrohung der Lebensgrundlagen verhüten. Es müssen unter allen Umständen Ausgaben vermieden werden, die die Devisenlage wieder verschlechtern könnten. Zu diesem Zweck müssen für die Wirtschaft diejenigen Wege geöffnet werden, welche die Nutzbarmachung ihrer ausländischen Forderungen ermöglicht und die ihr ferner mit Hilfe eines Kompensationsverkehrs den Absatz ihrer Handelswaren und ihrer Jndu- strieerzeugnisse gewährleistet. Außerdem muß der Senat darauf bedacht sein, die Versorgung der gefamten Danziger Bevölkerung mit den lebensnotwendigen Dingen des täglichen Bedarfs sicherzustellen. Um die Quellen einer solchen Wirtschaftsweise zu erschließen, und um die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung durchführen zu können, hat der Senat in vollem Bewußtsein seiner Verantwortung für das Wohl der Danziger Bevölkerung dem Präsidenten des Senats diejenigen Vollmachten erteilt, die er erbeten hat und die zur Erreichung dieses Zieles notwendig sind. Daraufhin ist das Landeszollamt vom Präsidenten des Senats über die Finanz- abteilung angewiesen worden, eine Reihe von Warengattungen, welche für die LrhaltungdesLebensderBevölke- tung notwendig sind und ohne Gefähr- , Notstandsmaßnahme in Danzig. Zollfreie Einfuhr lebenswichtiger Waren für den Eigenbedarf. vorsieht. * Die deutsche Währungspolitik hat sich von der Deflation ebenso ferngehalten wie von allen Abwertungsexperimenten. Deutschland ist vielmehr- den Weg einer aktiven staatlichen Konjunkturpolitik gegangen. Was noch fehlt, um diese oeutsche Politik der inneren Stärkung der Wirtschaft zu vollem Erfolge zu bringen, ist die Erzielung von Ausfuhrüberschüssen. Schon im ersten Halbjahr 1935 ist das deutsche Ausfuhrvolumen gestiegen, wenn auch wertmäßig noch ein Rückgang um 6 v. h. eingetreten ist. Neuerdings aber mehren sich die Nachrichten über einen kräftigen Aufschwung der deutschen Ausfuhr. Sie kommen jetzt sogar aus Industrien, die im Auslandgeschäft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. So berichtet z. B. die große Leipziger Kammgarnspinnerei Stöhrö-Co., daß ihr Auslandabsatz nicht unerheblich gestiegen, und daß durch den Eingang beträchtlicher Auslandbestellungen ein durchschnittlicher Beschäftigungsgrad von wöchentlich 42 Stunden bis gegen Jahresende gesichert sei. Die deutsche Z e m e n t a u s f u h r hat sich seit dem Vorjahr verdoppelt. In einer Reihe anderer wichtiger Industrien, so insbesondere in der Kraftfahrzeug- sowie in der Eisen- und S t a h l i n düst r i e, ferner in der Fabrikation von M u s i k i n - strumenten, Uhren und Kinderspielzeug, ist ebenfalls eine erhebliche Zunahme der Ausfuhrwerte festgestellt worden. Die Steigerung der deutschen Eisenausfuhr ist dabei in geringerem Maße auf bessere Mengenkonjunktur als vielmehr auf die höheren Er- löse dieser Ausfuhr seit der Erneuerung der Internationalen Rohstahl-Exportgemeinschaft zurückzuführen. Daher ist es auch vom deutschen Standpunkt aus außerordentlich bedeutungsvoll, daß England und auch Polen den internationalen Eisenverbänden beigetreten sind. Auf der Brüsseler Tagung der Jreg konnte am 26. Juli eine Einigung in der europäischen Eisenindustrie hergestellt werden. Das neue Abkommen ist auf fünf Jahre abgeschlossen worden. Das internationale Schienenkartell ist ebenfalls um fünf Jahre verlängert worden. Ihm sind Polen, wurden Telegramme gesandt. Versammlungs- und Uniformverbot für den NSDFB. im Landkreis Neuhaldensleben. Magdeburg, 1. Aug. (DNB.) Wie die Staatspolizei st eile für den Regierungsbezirk Magdeburg mitteilt, wurde auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat für den Landkreis Neuhaldensleben mit sofortiger Wirkung das Tragen von Abzeichen oder von einheitlicher Kleidung jeder Art, die die Zugehörigkeit zum NSDFB. (Stahlhelm) kennzeichnen, sowie das öffentliche Zeigen von Fahnen des NSDFB. verboten. Gleichzeitig' wurden alle Versammlungen einschl. Pflichtappelle, sowie alle sonstigen Veranstaltungen (Konzerte usw.) des NSDFB. verboten. Vorgenannte Maßnahme rechtfertigt sich aus einer Reihe von Vorfällen, die durch Angehörige des NSDFB. maßgeblich verschuldet sind und beträchtliche Erregung in der Bevölkerung heroorgerufen haben. Es handelt sich in diesen Fällen um schwere beleidigende Aeußerungen gegen Staat und Partei, insbesondere gegen führende Persönlichkeiten der Bewegung. Die Häufung solcher Vorkommnisse in der letzten Zeit hat im Kreise Neuhaldensleben zu dauernder Beunruhigung Anlaß gegeb^i, so daß zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung durchgreifende Maßnahmen erforderlich waren. Kunst und Wissenschaft. Reichsmlnister Dr. Goebbels besucht die Ausstellung „Berliner Kunst 1935“. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, stattete der unter Leitung des nationalsozialistifchen Malers und Graphikers Hans Schweitzer-Mjölnir veranstalteten Ausstellung „Berliner Kunst 1935" am Königsplatz einen längeren Besuch ab. Der Minister, der dem Ausstellungsleiter Dank und Anerkennung aussprach, veranlaßte nach eingehender Besichtigung den Ankauf mehrerer Bilder. Der Führer an Frobenius. Geheimrat Frobenius hat bei seiner Rückkehr von seiner 12. Forschungsexpedition nachstehendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerichtet: „Die 12. und letzte D.J.A. F. E.,die vor 30 Jahren ihr kultur- kundliches Forschungswerk begann, die im vergangenen Jahre über Balkan und West- asien nach Aegypten einfahrend sowohl Abessinien als auch die nordafrikanischen Wüsten und Nordwestafrika durchquert, zum Schluß durch Spanien und Frankreich kommend heute nach vollendeter Arbeit erfolgreich die deutsche Grenze auf der Rückkehr nach Frankfurt a. M. w i e d e r ü b e r- schritten hat, vergegenwärtigt sich in diesem Augenblick mitdem Ausdruck des Dankes, daß diese Arbeit und damit die Vollendung des 30jährigen Werkes ohne die große Förderung, die ihr erst der Herr Reichspräsident, danach aber der Führer selbst gewährt haben, nicht hätte durchgeführt werden können. Leo Frobenius. Auch im Namen aller seiner Kameraden." Das Telegramm wurde von dem Führer und Reichskanzler in folgender Weise beantwortet: Für das steundliche Begrüßungstelegramm anläß- j'ich Ihrer Rückkehr von Ihrer 12. Forschungsexpedition danke ich Ihnen bestens. Ich wünsche Ihrer Arbeit zur Auswertung der gewonnenen Ergebnisse reichen Erfolg. Adolf Hitler." düng des Devisenbestandes erworben werden können, in bestimmtem Umfange ohne Erhebung des vorgesehenen Zollsatzes abzufertigen. Es handelt sich hierbei zunächst um folgende Waren: 1. Schweine, 2. Roggen, 3. Futtermittel, 4. Butter und Eier, 5. Obst, 6. Arzneien, 7. kohle, koks, Briketts, 8. alle Waren, die durch die Post und Päckchen hereinkommen. Die Zukunft wird erweisen, ob diese Liste der zollfrei einzuführenden Waren der Erweiterung bedarf. Mit der Regelung und Ueberwachung dieser zollfreien Einfuhr hat der Senat die Außenhandelsstelle beauftragt. Reber» dies bleibt selbstverständlich die Verordnung über den Zahlungsverkehr mit dem Auslande vom 17. Juli 1935 aufrechter- halten, wonach im bestimmten Umfange Genehmigungen der dort geschaffenen Ueber- wachungsstelle notwendig sind. Durch diese Anordnung an die'Landeszollverwaltung wird die Grundlage dafür geschaffen, daß die Danziger Bevölkerung sich aus eigenerKraft erhalten kann. Der Senat hofft, daß die hierdurch herbeigeführte Gesundung der Danziger Wirtschaft den Boden dafür bereitet, um zwischen der Freien Stadt Danzig und der Republik Polen Abmachungen treffen zu können, die auf der Basis der gleichen Lebensberechtigung stehen." Reichstagung des RGD.-Gtudentenbundes Hamburg, 1. Aug. (DNB.) Am 31. Juli und 1. August fand in Hamburg die Reichstagung des NSD.-Studentenbundes statt. Reichsamtsleiter Pg. Albert Derichsweiler, der selbst durch eine plötzliche Grippeerkrankung am Erscheinen verhindert war, hatte die Beauftragten, die Gaustudentenbundsführer, Gruppenführer und Lagerleiter einberufen. Der Beauftragte des Stellvertreters des Führers für Hochschulfragen, Reichsärzteführer Dr. Wagner, umriß die hochschulpolitische Lage und stellte fest, daß die Erziehung des deutschen Menschen auch an der Hochschule so wie im ganzen Volk nur Sache der Partei sein kann. Dr. Wagner gab dann Einzelheiten über den Aufbau der neuen Gliederung der Hochschullehrer in der Partei, des NS.-Dozentenbundes, bekannt. Im Anschluß daran sprach der Reichsamtsleiter des NS.-Dozentenbundes, Pg. Ministerialdirektor Schulze. Der Leiter der Hauptstelle „Presse und Propaganda", Pg. H i l d e b r a n d t. berichtete über die Zusammenarbeit des Studentenbundes mit der zuständigen Partei- und Reichspressestelle und über den Erfolg des neuen Reichsorgans „Die Bewegung". Pg. Greiner von der Hauptstelle „Presse und Propaganda" sprach über die Gestaltung des Rundfunkprogrammes. Der Leiter der Hauptstelle für politische Schulung, Pg. M a e h n e r, wies auf die Reichsführerlehrgänge hin und die noch in diesen Ferien laufenden ungefähr 60 Gaulager. Zum Schluß sprach Pg. Witt, der Organisationsleiter des Studentenbundes, über den Einsatz des Studentenbundes auf dem Reichsparteitag. — Der zweite Tag war Einzelbesprechungen vorbehalten. Am Nachmittag besuchten die Teilnehmer den Hamburger Hafen. An den Führer, an den Stellvertreter des Führers und an Reichsamtsleiter Derichsweiler, gehen, denn es ist ganz klar, daß Deutschland lediglich solche Waren von Frankreich beziehen wird, die es u n b e d i n g t notwendig hat, d. h., die französischen Waren müssen „den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft entsprechen", und ferner sind der französischen Regierung die Waren mitgetellt worden, für die im Rahmen der 30 v. H. das Deutsche Reich Devisenbescheinigungen gibt. Damit ist eine nicht notwendige Verschlechterung des deutsch-französischen Warenverkehrs eingetreten, denn daß es anders geht, beweist nicht nur das Z a h - lungsabkommen mit England, das reibungslos funktioniert, sondern die deutsch-belgischen Vereinbarungen, die gleichzeitig mit dem französischen Abbruch des Vertragszustandes geschlossen wurden. Der Verteilungsschlüssel für die aus der deutschen Ausfuhr entfallenden Devisen richten sich zudem nicht nach der Handelsstatlstik, sondern nach dem tatsächlichen Devisenaufkommen aus den Exportvaluta-Erklärungen, die deutsch-belgische Vereinbarung verfeinert also noch das Abkommen, das wir mit England trafen: und zwar wird der Erlös der deutschen Ausfuhr bis zu 14 Millionen Mark, also dem Durchschnitt der ersten Monate des Jahres 1935, zu 4 Prozent für die Nebenkosten des Warenverkehrs, zu 75 v. H. für die Abdeckung alter deutscher Warenschulden, zu 5 v.H. für den Zinsen- und Anleihedienst aus den Tributanleihen und zu 10 v.H. für die Reichsbank verteilt. Wenn mehr als 14 Millionen Mark auf die deutsche Ausfuhr entfallen, dann werden die 4 v. H. für Nebenkosten nicht abgezogen, es werden vielmehr 65 v.H. für belgische Waren, 10 o. H. für die Bezahlung alter Warenschulden, 5 v.H. für die Finanzoerpflichtungen und 20 v. H. für die Reichsbank bestimmt. Damit ist ein Versuch gemacht worden, den starren Verrechnungsverkehr aufzuheben und die Basis für einen gesteigerten Warenverkehr zu schassen. Der Einzelhandel steht gegenwärtig im Zeichen der Saisonschlußvorkäufe, die in diesem Jahre erstmalig im Rahmen der endgültigen Neuregelung als wirkliche Räumung reiner Saisonartikel stattfinden, nachdem bisher verschiedentlich vorläufige Maßnahmen auf diesem Gebiet getroffen worden waren. Die stüher vielfach üblichen Ramsch-Gelegenheits- und Schleuderangebote sind jetzt nicht mehr möglich, und die Käufer werden sich daran gewöhnen müssen, daß für die nicht zeitgebundenen Waren keine Sonderpreise gemacht werden. Die deutsche Wirtschaft bereitet sich gegenwärtig auf zwei wichtige Peranstaltungen vor, deren Verlauf als zuverlässiges Barometer für den Grad der bereits erreichten Wirtschaftsbelebung und die voraussichtliche weitere Entwicklung in den kommenden Monaten anzufehen fein wird: Dom 18. bis 21. August findet inKönigsbergdie diesjährige Deutsche Ost messe, vom 25i. bis29 August in Leipzig die Herbstmesse statt. Für beide Veranstaltungen liegen bereits sehr günstige Anmeldungszahlen vor. In Königsberg ist schön jetzt die vorjährige Rekordhohe der Aussteller um 200 überschritten, und die in Leipzig vorliegenden Besucheranmeldungen aus Europa und Uedersee sowie die zahlreichen Erweiterungen der Ausstellungen durch Heranziehung ganz neuer Gruppen lassen erkennen, daß man in den interessierten Kreisen der Herbstmesse eine günstige Prognose stellt. Besondere Bedeutung wird dem zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei geschlossenen Abkommen über die devisentechnische und verrechnungsmäßige Behandlung der in Leipzig getätigten Geschäfte zugemefsen, das besondere Cinfuhrkontingente für die entsprechenden Waren Wie sieht ti in&erÄfrfftW au«?; Wenn wir die Zeit vor drei Jahren mit der . jetzigen vergleichen, dann wird nicht nur auf pou- ] tischem Gebiete die Wiederwehrhaftmachung Deutsch- ( lands hervorsteben, denn diese Wehrhaftmachung ist . nicht denkbar ohne das grofce i r t f tia f t s p r o= , a r a m tn des Nationaliozialismus, das kühn den Stier bei den Hörnern packte und ihn bezwang. Wie Dr Schacht bei der Aufstellung einer Büste des Führers in der Reichsbank hervorhob ist dieses kühne Wirtschaftsprogramm mit einer entsprechen- den Finanzpolitik um so erstaunlicher, als das deutsche Volk .durch die Schrecken der Inflation, durch die Parteienwirtschaft hlndurchgeschntten war einen Krieg verloren hatte und ungeheure Tribute wie sie nie ein Volk entrichtete, an die Gegner'zahlte. Wir dürfen diese Tatsache nicht ver- gessen, damit wir die Schwierigkeiten recht würdigen, die wir zum. Teil überwunden haben, zum anderen aber noch zu überwinden sind. Und nur durch Zusammenraffung aller Kräfte und Abstoßung alles Wirtschaftsschädlichen und Verwirrenden gelingt es uns, das Gemeinwohl des ganzen Volkes zu fördern. Wie sehr wir dazu auf dem besten Wege sind, zeigt der Bericht für das Geschäftsjahr 1934/35, den die Deffa, die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., jetzt veröffentlicht. Zunächst wurde durch diese Gesellschaft die öffentliche Arbeitsbeschaffung finanziert. Aber die Gesellschaft ist darauf eingerichtet, nachdem das Ar- beitsbefchaffungsprogramm abgelaufen ist, wieder mit Krediten aus eigenen Mitteln zu helfen. Nach einiger Zeit werden z. B. die Gemeinden wieder ihre öffentlichen Arbeiten aus den haushaltsmäßigen Mitteln bestreiten können, und nur solche Arbeiten werden finanziert, die die Aufnahme von Anleihemitteln auch rechtfertigen. Vorläufig erstreckt sich jedoch die Haupttätigkeit der Def a auf die Finanzierung der A r b e i t s- be Raffung. Die erteilten Kreditzusagen erreichten am 31. März 1935 1,22 Milliarden Mark und die Auszahlungen stiegen auf rund 1,1 Milliarden, so daß wohl der größte Teil der Kredite endgültig vergeben ist. Dabei ist der Anteil des Reiches gestiegen, der der Straßenbauten zurück- gegangen. Die Verpflichtungen aus der Arbeitsbeschaffung-Finanzierung erhöhten sich vor allem infolge Zunahme der Akzeptverpflichtungen und der langfristigen Verpflichtungen auf 1069,03 Millionen Mark gegen 620,82 Millionen im Jahre vorher. Das Reich hat bis jetzt 146,4 Millionen Mark Akzeptverbindlichkeiten planmäßig eingelöst und für die langfristige Finanzierung bestimmt, außerdem ; sind vom Reiche andere Wechsel in Höhe von rund 62,8 Millionen Mark abgedeckt worden. Abgesehen i von diesen Arbeitsbeschaffungskrediten weist die Bi- ! lanz 239,78 Millionen langfristige Darlehen auf, die das eigentliche Geschäft der Deffa darstellen. Der Reingewinn beträgt 13,12 Millionen Mark. Oesterreich, Ungarn und die Tschechoslowakei neu beigetreten. Eine Verständigung mit den Vereinigten Staaten ist in Vorbereitung. Das Hauptergebnis dieser internationalen Eisenoerständigung wird eine weitere Verminderung de s Preis drucks auf den ausländischen Eisenmärkten sein, die auch der deutschen Exportindustrie sehr zugute kommen wird. * Am 1. August ist ein oertragloser Zu- tand zwischen Deutschland und Frankreich eingetreten, nachdem Frankreich schon wiederholt solche auf die Spitze getriebenen handelspolitischen Kämpfe in der letzten Zeit mit Spanien, Italien und England hatte, was für die Beurteilung der Schuldfrage wichtig ist. Frankreich versucht eben, sich wirtschaftlich neu zu orientiere n und hatte deshalb am 31. Mai die Vereinbarung über den deutsch-französischen Warenverkehr gekündigt. Es wollte seine Konttngentie- rungspolitik nicht mehr gemäß der Einfuhr jedes einzelnen Landes zu einem bestimmten Zeitpunkt gestalten, was man die mathematische Klausel nennt, sondern beliebig unter den Län- dernwählen,die befreundeten bevorzugen und die nicht befreundeten benachteiligen, wozu natürlich auch Deutschland gehört. Diese Uebertragung der politischen Gegensätze auf die Wirtschaft hat Deutschland nicht an- nehmen können. Mit dem 1.August wird der Warenverkehr so gestaltet, daß 15,75 v. H. des Wertes der deutschen Ausfuhr nach Frankreich für die Regelung der Dawes- und Younganleihen vor- roegqenommen werden, 70 v. H. werden zur Abtragung des Clearing-Rückstandes verwendet und der Rest, etwa 25 Millionen Franken monatlich werden für weitere Ausfuhren freibleiben. Damit wird also naturgemäß auch der französische Handel mit Deutschland stark zurück- Herrsching,!. Aug. (DNB.) Die Relchssteuer- schule Herrsching (Oberbayern) wurde am Donnerstag von Staatssekretär Reinhardt in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste feierlich eröffnet. Staatssekretär Reinhardt sprach dabei von dem Umschwung, den der Nationalsozialismus in der Wirtschaftspolitik gebracht hat. Die Gesamtheit der Maßnahmen stellt einen Generalangriff gegen d i e Arbeitslosigkeit und damit gegen die soziale, wirtschaftliche und finanzielle Not dar. In wenigen Jahren wird die Arbeitslosigkeit chließlich ganz beseitigt sein. Durch die Gewährung von Ehestandsdarlehen ist es gelungen, auch die Zahl der Eheschließungen und die der lebendgeborenen Kinder bedeutend zu erhöhen. In zwei Jahren wurden nicht weniger als 450 000 Ehestandsdarlehen mit 240 Millionen Mark gewährt, d. h. 450 000 heiratsfähige Madel haben ihren Arbeitsplatz für einen bisher arbeitslosen Volksgenossen steigemacht. In einer Reihe von Jähren werden wir zu einer Zahl von Eheschließungen kommen, die doppelt so groß ist wie 1932. Allein das Gesetz zur Förderung der Eheschließungen hat bisher zu einer Minderung des Finanzbedarfes der Arbeitslosenhilfe um rund 200 Millionen Mark geführt. Auf der anderen Seite beobachten wir die Erhöhung des Aufkommens an Steuern, Abgaben und sozialen Versicherungsbeiträgen, eine bedeutende Erhöhung der Nachfrage nach Kleinwohnungen und die dadurch bedingte Förderung des Kleinwohnungsbaues. Zwangsläufig ergibt sich daraus wiederum ein fast dauernd erhöhter Bedarf an Einrichtungsgegenständen, Gebäudeinstandsetzungen usw. Lohn^ Einkommen-, Umsatz- und Verbrauchssummen der deutschen Volkswirtschaft sind gestiegen. Die Steuereinnahmen des Reiches im Rechnungsjahr 1935 werden um rund zwei Milliarden Reichsmark größer sein Danzig, 1. August. (DNB.) Die Danziger Regierung hat, um den katastrophalen Auswirkungen der Zollverordnung des polnischen Finanzministers begegnen zu können, auf Grund des offensichtlichen Staatsnotstandes das Landeszollamt angewiesen, eine Reihe lebenswichtiger Waren, insbesondere Lebensrnittel für den Eigenbedarf der Danziger Bevölkerung, zollfrei abzufertigen. Die Pressestelle des Danziger Senats teilt darüber u. a. folgendes mit: „Die Danziger Wirtschaft befindet sich in einer Krise, wie sie sie noch nie erlebt hat. Diese Krise ist durch die Verordnung des polnischen Finanzministeriums v. 18.Juli hervorgerufen, durch die, ohne daß diese Maßnahme vorher auch nur angedeutet worden wäre, die Danziger Zollverwaltung für die Abfertigung von Waren nach Polen l a h m g e l e g t worden ist. Der Heilungsprozeß der Danziger Wirtschaft, welcher durch die Lockerung der Devisenbewirtschaftung am 17. Juli einen neuen Auftrieb bekommen hatte, wurde dadurch radikal unterbrochen. In Auswirkung der polnischen Zollverordnung sind alle Waren, die aus dem Wege nach Danzig waren und sich hier a u f Lager befunden hatten, nack Gdingen umgeleitet worden. Der Haseneinfuhrverkehr ist heute t o t. Die Rückwirkungen auf die gesamte übrige Wirtschaft, insbesondere auch auf die Industrie, sind katastrophal. Auf den unverzüglichen Protest des Senats gegen den Erlaß der polnislben Verordnung hat die polnische Regierung eine Aufhebung ihrer Verordnung ab gelehnt, so daß die Anweisung des Senats an die Danziger Landeszollverwaltung, die polnische Zollverordnung nicht durchzuführen, so gut wie gar keine Auswirkung haben konnte. Trotz dec ablehnenden Haltung in der letzten polnischen Note bezüglich der berechtigten Danziger wünsche und trotz der wirtschaftsstörenden Auswirkungen der polnischen Zollverordnung hak der Präsident des Senats der polnischen Regierung gegenüber seine Bereitwilligkeit betont, den gesamten Fragenkomplex i n d i r e k - terAussprache ohne Inanspruchnahme anderer Jnstanzeu klären zu wollen. In dieser Tausend auslandsdeutscheIungen besuchen die Reichshauptstadt. Aus dem Deutschlandlager Kuhlmühle, in dem auslandsdeutsche Jungen aus allen Teilen der Welt in Zeltgemeinschast gelebt haben, um die neue Form des Gemeinschaftslebens der HI. kennen zu lernen, trafen Donnerstag in 45 Sonderomnibussen 1050 Jungen auf dem Bahnhof Heerstraße in Berlin ein. Die riesige Wagenkolonne bewegte sich zur Masurön- Allee, wo eine Vorbeifahrt an Korpsführer Hühnlein stattfand. Das NSKK. wird auch die 5000 - Kilometer - Deutschlandfahrt durch Zurverfügungstellen von Geleitfahrzeugen unterstützen. Von der Masuren-Allee ging die Fahrt durch das Brandenburger Tor über die Linden zum Ehrenmal. Während Wagen auf Wagen auf dem Platz gegenüber dem Ehrenmal Aufstellung nahm, konnte man die A u f s ch r i f t e n auf den Fahrzeugen verfolgen: Costarica, Paraguay, Puerto- Rico, Argentinien, Finnland, Teneriffa, Persien, Türkei, Panama, Aeaypten, Brasilien, Peru, Gua- temala, Haiti usw. Aus allen Teilen der Welt waren die jungen Gäste eingetroffen. Nach- den um 13 Uhr das Wachtregiment zur Ablösung der Wache aufmarschiert war, folgte die Kranzniederlegung durch die Abordnung des Neutsch- landlaaers. Im Anschluß fuhren die auslandsdeutschen Jungen nach dem Sportpalast, wo sie durch den Hilfszug Bayern verpflegt wurden. Das Zersetzungsprogramm der Moskauer Weltrevolutionäre. Die Jugend im Mittelpunkt der kommunistischen Propaganda. Moskau, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die amtliche Nachrichtenagentur der Sowjetunion verbreitet heute die erste große Entschließung des 7. Weltkongresses der Komintern, die auf Grund des Rechenschaftsberichtes des „deutschen" Kommunisten Pieck über die Tätigkeit des Vollzugsausschusses der kommunistischen Internationale angegangen wurde. In sieben genau formulierten Punkten werden hier krasse Kampfanweisungen des „Generalstabes der Weltrevolutionäre" gegeben. Einleitend billigt der Kongreß die politische Gesamtlinie und die praktische Tätigkeit des Exekutivkomitees der kommunistischen Internationale. In Punkt 2 werden die Anbiederungsversuche der Komintern vom März 1933, Oktober 1934 und April 1935 gegenüber der 2. Internationale zur Bildung einer kommuni st isch-mar- xistischen Einheitsfront geschildert und das Bedauern ausgesprochen, daß sich das Exekutivkomitee der 2. Internationale bisher ablehnend verhalten habe. Angesichts der Tatsache aber, daß zur Zeit in einigen Ländern die Sozialdemokraten Hand in Hand mit den Kommuni st en marschieren, verpflichtet der Kongreß alle kommunistischen Parteien der Welt künftig überall die Bildung der Einheitsfront zu erreichen. Deshalb die bisher oft abstrakten Methoden der kommunistischen Agitation und Propaganda, sie den unmittelbaren Röten der Massen anzupassen. Der Punkt 4 zählt eine große Reihe Mängel in der Kominternarbeit auf, wie das Nichtzustandebrin- gen einer Massenmobilisierung zur Durchsetzung von politischen und wirtschaftlichen Einzelforderungen, das mangelnde Verständnis für die Notwendigkeit der Verteidigung der Ueberreste der bürgerlichen Parteien sowie das mangelnde Verständnis für die Bildung einer antikapitalistischen Front in den Kolonialländern und für die Zersetzungsarbeit in den faschistischen Gewerkschaften und schließlich die Unterschätzung der Agitationsarbeit unter den Frauen, den Bauern und dem Kleinbürgertum. Daher wird angeordnet, die besonderen Bedingungen und Eigenarten des jeweiligen Landes unbedingt zu berücksichtigen und sich einer unmittelbaren Einmischung in die inneren organisatorischen Angelegenheiten der kommunistischen Länderparteien zu enthalten, ferner in den einzelnen Länderparteien zuverlässige Original-bolsche- wistische Funktionäre heranzuziehen, damit die Parteien bei einer plötzlichen Wendung der Lage schnell und selbständig ihre politischen Entschlüsse fassen können. Der Punkt 5 stellt eine neue gefährliche Finte bei der Zersetzung der Iugend dar. Danach sollen nämlich die Mitglieder der kommunistischen Jugendverbände nicht mehr geschlossen auftreten, sondern verpflichtet werden, einzeln den bürgerlich-demokratischen, den faschistischen und den religiösen Iugendver- bänden gewerkschaftlicher, kultureller und sportlicher Art beizutreten, hier sollen sie den Kampf gegen eineMilitarlsierung des Lagerlebems und gegen den Arbeitsdienst der Jugendlichen führen, um eine breite Einheitsfront der nicht- faschistischen Iugend zu organisieren. Nur von der Kraft und dem Einflust der kommunistischen Parteien auf die breiten Massen des Proletariats sowie von der Energie und der Selbstlosigkeit der Kommunisten hänge es ab, die heranreifende Krise in eine „siegreiche proletarische Weltrevolution" zu verwandeln. Aus aller Wett. Der finnländische Flottenbesuch in kiel. Abordnungen der vier finnischen Kriegsschiffe begaben sich zum Marine-Ehren mal nach Laboe, um dort zu Ehren der gefallenen Seehelden des Weltkrieges einen Kranz niederzulegen. An diesem feierlichen Akt nahm auch der Chef der finnischen Küstenflotte und der finnische Militärattache in Berlin teil. Von der deutschen Kriegsmarine bemerkte man den Kommandanten von Kiel, Kapitän zur See Mewes, sowie eine Abordnung der ersten Marineunteroffiziers-Lehrabteilung aus Friedrichs- ort. Nach der Rückkehr aus Laboe fand im Kieler Rathaus ein herzlicher Empfang der finnischen Offiziere und Mannschaften statt. Nach einem Trinkspruch des Oberbürgermeisters auf das Wohl des finnischen Staatspräsidenten, der finnischen Nation und ihrer Kriegsmarine betonte der Chef der finnischen Küstenflotte, Fregattenkapitän Ikonen, besonders, daß Finnland mit der alten Hansestadt Kiel seit Jahrhunderten in Kultur- und Handelsbeziehungen stehe. Konzentrationslager für einen Schädling. Berlin, 1. Aug. (DNB.) Der im April 1933 unter der Nummer 1 577 763 in die NSDAP, eingetretene Wilhelm W a l t k i n g hat sich unter Ausnutzung des von der Bewegung gegen das Judentum geführten Kampfes in erpresserischer Weise an Inhaber jüdischer Firmen herangemacht. Er wurde auf Veranlassung vön Reichsminister Dr. Goebbels verhaftet, um auf mehrere Jahre in ein Konzentrationslager überschwerer Verkehrsunfall in Augshurg. Ein Lastkraftwagen der Hafen-Brauerei fuhr mit leeren Bierfässern und Flaschenstellagen stadteinwärts. Dor einer Kreuzung wollte der Kraftwagenführer eine Radfahrerin überholen, die im gleichen Augenblick, ohne Richtungszeichen zu geben, nach links einbog. Die Frau kam dabei unmittelbar i n die Fahrbahn des Kraftwagens. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte der Kraftwagenführer stark nach links und geriet dabei auf den Gehsteig. Dort knickte der schwere Wagen einen Gaskandelaber ab, überrannte noch einen Gartenzaün mit Betonsockel und blieb schließ, lich in einem Gartengrundstück stehen. Zwei unter der Gaslaterne stehende Frauen, die sich gerade verabschiedeten, wurden von dem Kraftwagen er. faßt und zu Boden geschleudert. Während die 55jährige Ehefrau des Oberbauinspektors Kurz auf der Stelle getötet wurde, erlitt die zweite Frau, eine 49jährige Modistin, schwere Verletzungen. Die Radfahrerin mußte ebenfalls in schwerverletztem Zu st and ins Krankenhaus verbracht werden. Reif in den Hundstagen. Ein empfindlicher Temperatursturz ist im Allgäu in der Nacht zum Donnerstag eingetreten. Abends zeigte das Thermometer noch 18 Grad Wärme. Donnerstag um 5 Uhr wurden nur noch fünf Grad angezeigt. In den Höhenlagen lag Reif. Pennsylvania-Expreß rast in eine Streckenarbeitergruppe. In der Nähe von Wilmington (Delapare) fuhr ein elektrischer Schnellzug der Penn« sylvania-Eisenbahn an einer Kurve in eine Grupps von Streckenarbeitern, die die Warnungssignale überhört hatten. Sechs Arbeiter wurden ge• tötet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Aufheiterungszone hat seit gestern noch an Raum gewonnen. Der sich unter dem starken atlantischen Hochdruckgebiet auf das Festland erstreckende Ausläufer bleibt in der Hauptsache für unser Gebiet bestimmend, wenn auch flache, sich von Frankreich nach Süddeutschland entwickelnde Störungen zeitweilig auch bei uns Bewölkung bringen werden. Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter und im wesentlichen trocken, tagsüber warm, meist nördliche und östliche Winde. Aussichtenfür Sonntag: Meist heiter und trocken, tagsüber warm. Lufttemperaturen am 1. August: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 13,1 Grad: am 2. August: morgens 11,3 Grad. Maximum 20,9 Grad, Minimum 7,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. August: abends 18,7 Grad; am 2. August: morgens 15,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeitist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. WARUM GERADE VOLZ? w e trinkt der Äierkenner gepflegt und tiefgekühlt das gute Wiedereröffnung 4423 D Sugeschr Um geneigten Zuspruch bittet 44210 Kari Wömerfrüher 9 Jahre Inhaber des Cafe Ernst-Ludwig Beschluß K 28/35 verreist 4411 D | Kaufgesuche"] immer SONHENSTR. Volz wie immer Qualitäten bietet, die sich sehen lassen können! Volz seine Preise beispiellos herabgesetzt hat! Volz seine sämtlichen modischen Waren restlos räumt! fofortgef. ««ÖD Karl Feldmann, Nicd.-Gemiinden | Verkäufe j Radio 4-R.-Avv., gebr. rn.Lautspr.abzu- geb. Marktpl.21. mit elektr. Licht, evtl, volle Pens. Pretsangeb.unt. 03224 a. d.Ä.A. heute Freitag, den 2. August, abends 6 Uhr Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgebung mache ich hiermit bekannt, daß ich nach vollständiger Neugestaltung das Universitäts-Cafe und -Restaurant übernommen habe • Durch den Neubau einer Küche bin ich in der Lage, das Geschäft auf Restaurationsbetrieb und Cafe umzustellen. Empfehle erstklassige kalte und warme Speisen, sowie vorzüglichen Mittags tisch zu zeitgemäßen Preisen • Nachmittags Cafebetrieb (Kaffeegedeck), Gebäck aus erster Konditorei • Zum Ausschank gelangen die Biere der Ihring-Melchior-Brauerei, Lich und der Hacker-Brauerei, München Zur Eröffnung: Künstler-Konzert ZwangsversteigerungK 28/35 2lm Mittwoch, dem 7. August 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, die den a) Weißenberg, Emil, b) Weißenberg, Flora, geb. Elsoffer, dessen Ehefrau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemein, schäft (beide z.Z. in Haifa, Palästina wohnhaft) zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 79, 1. Flur I Nr. 562 Hofreite in der Juden- Die am 7. August 1935 stattfindende Versteige- rung der Grundstücke der Emil Weißenberg Eheleute, früher in Gießen, jetzt in Haifa (Palästina), erfolgt auf Antrag des Konkursverwalters über das Vermögen des Emil Weißenberg und außerdem infolge Beitritts der Deutschen Hypothekenbank in Meiningen, Hauptverwaltung Weimar, zum Zwecke der Zwangsvollstreckung. 4175D Für das Amtsgericht Gießem Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Möbl.Zimmer Nähe Bahnhof btUiaa.Derm. 63237 Crednerstr. 181. Samtig, 3. August 20.30 Uhr «»d Kameradidialts- Abend Hessischer Hol. gaffe (Marktstraße 27) 241 qm 2. Flur I Nr. 562 ®/io, Straße daselbst 6 qm Schätzungsbetrag zusammen = 47 050,— RM. (Steuereinheitswert [1.1.1931] - 63 600,— RM.) Gießen, den 27. Juli 1935. 4174D Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Dr. med. Wilhelm Traulmann Reg.-Medizinalrat Monats-Versammlung v. 2. Aug. verlegt auf 9. Aug., 20V, Uhr. -Gaufest: Beteiligung in Wsnderkleldnng erforderlich.Freitag, 2. Ang. Antr. 18.15 Uhr Os- waldsgarten zum Abholen d. Gaubanners? Sonntag, 4. August Antreten 12.30 Uhr Oswaldsgarten z-Aestzug. 4414D Wanderung HJlug.s.Anshang ( Einspaltige ] werden zum ermäßigten klomanvninnn Grundpreis von 5 Pf. für die mClnänZülycil Mlllimeterzelle veröffentlicht I Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen VermShlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 [Vermietungen | Eine 3-Zimm.-tfohng. fort m vergeben. Nur Mitglieder wollen sich schriftlich bewerben. Bougenofienfdmft 1894 e.©.m. 0.6. Glebei. .„„p Lager-Renale zu kaufen gesucht. Näheres 4486d Reinig Seltersweg 30. Regal2^0x3,60 Der.-Glaskasten, Leitern, Schreibkasse, Glasvasen u.Platten abzug. Marktpi. 2 I. 03242 [Verschiedenes Mainzer Aktien-Bier Münchener Löwenbräu Hellquell Dortmunder Union und Erstes KulmbacherAktien, dunkel Am Sonntag, 4.Hua., ab 11 UQt HIHtaystifiti Gesucht werden Männer und Frauen in Stadt u. Land Wohn, gl.,-.Verkauf v. 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Sie brauchen sich nur einmal Ihre Negative richtig anzusehen — was ist da neben dem Hauptmotiv nicht noch alles vorhanden I Jedes dieser manchmal winzig kleinen Einzelmotive läßt sich zu einem wirkungsvollen großen und selbständigen Bild vergrößern, wenn — und darauf kommt es anl — der Film solche starken Vergrößerungen aushält. Denn dabei zeigt sich's erst, daß manche Filme viel zu grobkörnig sind und deshalb nur zerrissene und pockennarbige Vergrößerungen liefern können. Nun, beim „S.-G."-Film dürfen Sie sicher sein, daß auch der kleinste Teilausschnitt Ihnen ein Bild von wundervoll geschlossener Oberfläche liefert, weil „S.-G."- Film eine Schicht von bisher unübertroffener Kornfeinheit, bester Orthochromasie, großem Belichtungsspielraum und völliger Lichthoffreiheit besitzt. Dabei kostet die 6x9-Spule auch nur eine Mark. Wer auch abends und nachts knipsen will, nimmt den für Kunstlicht besonders empfindlichen panchromatischen „Panatomic" • Film. Der ist genau so feinkörnig wie der „S.-G.", ergibt also ebenso schöne Vergrößerungen. Die 6x9-Spule kostet RM 1,20. ßreitag, 2. August 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesten) UrJ78 Zweites Blatt Eine Tannenberg-Ausstellung im Zeughaus Er sah nur unverwandt nieder auf die beiden Bücher, das durch ein Wunder rein erhaltene und das von seinem eigenen Schuß zerfetzte; er sprach willenlos Stellen des großen Werkes vor sich hin und wußte nicht, ob es seine eigene Stimme war oder die unendlich ferne und doch so schmerzhaft brüderlich nahe des Toten. der Lage gewesen, die heute fällige Rate des rumänischen Auslandsschuldendienstes nach Paris zu überweisen, obwohl die Summe bereits in rumänischer Währung bei der Nationalbank hinterlegt worden ist. Finanzminister Antonescu erklärte, die für den Transfer notwendigen Devisenbestände könnten nur durch eine Förderung der rumänischen Warenausfuhr nach den Gläubigerstaaten beschafft werden. Unterstaatssekretär Victor P a t u l e s c u führt Verhandlungen mit den Vertretern der Gläubiger des rumänischen Staates, um eine Neuregelung der heute fälligen Zahlungen zu erzielen. Die aus Paris eingetroffenen Berichte Patulescus zeigen, daß die Verhandlungen sich sehr schwierig gestalten. OauerndeZinssenkung für den landwirtschastlichen Nealkredit sen die Büsten der Generale Otto von Below, Krahmer, von Scholtz, von Schmettau, Brelthaupt, Fritz von Unger. In der gleichen Weise werden später die Büsten im Feldherrnturm des Tannen- bergdenkmals Aufstellung finden. Am heutigen Todestag Hindenburgs werden von der Generalverwaltung der Museen und der Verwaltung des Zeughauses sowie vom Nationalverband deutscher Offiziere Kränze an den Ehrungsstätten für Hindenburg im Zeughaus niedergelegt. — Unser Bild zeigt einen Blick in die Ruhmeshalle mit der Totenmaske des Feldherrn im Mittelpunkt und den im Kreise aufgestellten Bronzebüsten. — (Deutsche Presse- Photo-Zentrale-M.) französischen Zeitungen abgedruckt worden ist, zeigt, wohin sich ein Teil der ausländischen Presse in ihrem Deutschenhaß treiben läßt, wobei es bemerkenswert ist, daß selbst ein Büro wie Havas sich nicht schämt, e i n so kindisches und albernes Zeug zu verbreiten. Der Leiter der Festspiele teilt dazu mit: „Es ist u n w a h r , daß die Oberammergauer Festspiele nicht mehr stattfinden. Wahr ist, daß, wie bisher stets, nach den 1934 durchgeführten Festspielen eine zehnjährige Pause eintritt, während der Proben- und Lehrstücke aufgeführt wurden. Ein solches Stück ist auch das zur Zeit angesetzte Schau- spiel „Die Ernte", das schon vorher vom Münchener Residenttheater gegeben wurde. Die Verführung eines deutschen Mädchens durch einen Juden, die nach der Lügenmeldung Thema des Stückes sein sollte, ist überhaupt nicht G e g e n st a n d des S p i e l e s. Die Oberammergauer Festspiele werden selbstverständlich pro- grammäßig stattfinden. Wirtschaftliche Schwierigkeiten in Rumänien. Rücktritt des Handelsministers. Bukarest, 1. Aug. (DNB.) Der König hat den Rücktritt des Handelsministers Manolescu- S t r u n g a angenommen und den Gesundheitsminister Dr. Eosti ne scu mit der vorläufigen Leitung des Handels- und Jnduftrieminifteriums betraut. Don einer Umbildung des Kabinetts wurde einstweilen Abstand genommen. Jon Manolescu-Strunga war zurückgetreten, weil er das auf einer 44prozentigen Exportprämie aufgebaute rumänische Außenhandelsregime nicht für zweckmäßig hielt. Rumänien ist infolge des ständigen Absinkens der Devisenbestände nicht in trotzdem abgeschlossen werden könne. Es sei jedoch offensichtlich, daß s e i n e Bedeutung dann ganz anders wäre. Oie englische presse schweigt. Schwere katholikenfeindliche Ausschreitungen in Schottland. London, 1. August (DNB.) In Cowgate bei Edinburgh kam es am Mittwochabend zu wüsten katholikenfeindlichen Auftritten. Als der katholische Geistliche Collins sich in seine Garage begeben wollte, wurde er von einer erregten Menschenmenge angegriffen. Kurz daraus trafen die Teilnehmer einer in der Nähe stattfindenden Versammlung ein, mit deren Hilfe der Priester flüchten konnte. Einer feiner Verteidiger, der Präsident eines katholischen Verbandes, Jack Higgins, wurde von der Menge so schwer mißhandelt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden muhte. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß von der gesamten Londoner Presse nur ein.einziges Blatt nur ein paar Zeilen über diese neuesten religiösen Ausschreitungen in Schottland enthält, aber auch diese Zei- hing hat den Bericht nur in einem Teil ihrer Ausgabe. Ausländische Lügenmeldung über die Oberammergauer Vaisionsspiele. Berlin, 1. August (DNB.) Die Agence Havas gibt eine aus Wien stammende Meldung wieder, wonach die Passionsspiele in Oberammergau nicht mehr in der bisherigen Form durchgeführt, sondern durch ein antisemitisches Stück ersetzt werden sollen, das die Verführung eines deutschen Mädchens durch einen Juden zum Inhalt hat. Die unsinnige Meld u n g, die in den meisten Das Geheimnis der germanischen Ielsbilder von Aohuslän. Die außerordentlich reizvolle Küstenlandschaft Bohusläns, der westschwedischen Meeresprooinz, ist für die Kenntnis der germanischen Vorgeschichte von großer Bedeutung. Jeder Fjord setzt sich dort in einem langgezogenen Tale fort. Die ganze Landschaft, von der das Wasser in langen zurückliegenden Zeiten abgesunken ist, besitzt -eine Fülle von ver- schiedenartigsten Denkmälern über eine Seefahrtskultur der ältesten Vergangenheit. Unter ihnen nehmen die Felsritzungen einen hervorragenden Platz ein; sie sind noch ziemlich unbekannt, denn die Fundorte liegen sehr versteckt. Man muh sich schon viel Mühe machen, ehe man allmählich die einzelnen Linien der Spuren erkennen kann, die dort eingeritzt sind. Demjenigen, der seine Forschungsarbeit mit vieler Geduld und Sorgfalt betreibt, bietet sich das Bild eines zunächst verwirrenden Durcheinanders von menschlichen und tierischen Gestalten, Schiffen, Wagen und vielen unerklärlichen Zeichen. Am besten sind noch die Felsbilder in der Gegend von Tanum erhalten. Die anderen kann man eigentlich nur ahnen. Man muh seinen Tastsinn zu Hilfe nehmen und die schwach hervor- tretenden Linien mit Kreide nachzeichnen, um einen Gesamteindruck zu erhalten. Es kann vermutet werden, daß mindestens die Hälfte aller vorhan- denen Einritzungen noch unter Moos oder Erde verborgen liegen. So berichtet A. Glucksen in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau", daß es ihm ohne viel Erfahrung während eines viertägigen Aufenthaltes an einem Orte gelungen sei, zwei neue Felsritzungen zu entdecken. In Bohuslän gibt es also reichhaltigstes noch unerforschtes Material, das über die altgermanische Kultur wertvolle Aufschlüsse in Aussicht stellt, lieber die Deutung des bisher bekannten haben sich schon die widersprechendsten Berlin, 1. Aug. (DNB.) Die Reichsregierung hat soeben ein Gesetz über die Zinsen für den landwirtschaftlichen Realkredit beschlossen, das im Reichsgesetzblatt vom 1. August verkündet worden ist.. Die seit der Notverordnung vom 27. Dezember 1932 geltende Herabsetzung der Zinsen für den landwirtschaftlichen Realkredit wird über den 30. September hinaus ohne zeitliche Begrenzung verlängert. Bauern und Landwirte haben daher nach der neuen Regelung nur den in d e n letzten drei Jahren entrichteten ermäßigten Zinssatz weiter zu zahlen. Die zunächst zeitlich begrenzte Zinssenkung ist damit eine dauernde geworden. Eine Aen- derung gegenüber dem bisherigen Rechtszustand tritt jedoch insofern ein, als den Pfandbrief- an st alten in Zukunft allgemein ein Zins- fatz von 4,5 v. H. (ausschließlich Berwaltungs- kosten) zu zahlen ist. Die gesetzliche Stundung der zinsge- senktenForderungen wird bis zum 1. April 1940 verlängert; das Amtsgericht kann jedoch dem Gläubiger unter bestimmten Voraussetzungen gestatten, das Kapital schon früher zurückzuver- langen. Die entstehenden Kost e n der Zinsermäßigung einschließlich der dem Gläubiger zu zahlenden Entschädigung (Bonus) werden bet land- wirtschaftlichen Hypotheken- und Grundschulden, die der Zinsherabsetzung nach der Notverordnung vom 27. September 1932 unterliegen, d e n Grund- kreditan st alten vom Reich erstattet. Der Zinssatz der Hypotheken- und Grundschulden, deren Schuldner sich im Entschuldungsverfahren befinden, bleibt unberührt. Den Grundkreditanstalten wird vom Reich der Unterschied zwischen dem Zinssatz ihrer Schuldverschrei- bungen und dem Zinssatz der Deckungswerte zur Verfügung gestellt werden. Paragraph 3 des Gesetzes vom 28. September 1934, der für die Schuldner die Möglichkeit vorsah, die Eröffnung des Entschuldungsverfahrens zu beantragen, um sich die Vor- teile der Zinssenkung zu erhalten, ist a u s gehoben worden. Das neue Gesetz trifft eine Regelung, die dem Bauern und Landwirt die Vorteile der Zinsherabsetzung für den landwirtschaftlichen Realkredit auch ohne Entschuldungsantrag er- hält. Neue Entschuldungsanträge sind demnach un- ; zulässig. Kunft und MMenschaft. Zwanzigjähriges Bestehen der Delikriegsbücherel. Die Weltkriegsbücherei auf Schloß Rosen- st ein zu Stuttgart, eine Gründung des schwäbischen Fabrikanten Dr. h. c. Richard Franck blickt in den ersten Augusttagen auf ein 20jähriges Be- stehen zurück. Als historisch-politische Speztalbiblto- thek, wissenschaftliches Forschungsinstitut, Kriegs- archio und Kriegsmuseum bearbeitet diese einzige 1 deutsche Weltkriegsbücherei alle Fragen der Ge- ' schichte und Vorgeschichte des Weltkrieges mit feinen ‘ Folgen und gibt in den „Neuerwerbungen" und den 1 „Bibliographischen Dierteljahrshesten" den einzigen ' laufenden Katalog der Weltkrieg slite- ' ratur und nach und nach eine Weltkriegsbibliographie heraus. Ihre reichen Schätze, die das gesamte , in- und ausländische Schrifttum der politischen Ge» * schichte von der Reichsgründung bis zur Gegenwart t umfassen, stehen nicht nur der gelehrten Welt, son- ; dem auch allen historisch und politisch interessierten i Volksgenossen zur Verfügung.___________ Heute wird im Zeughaus Unter den Linden in Berlin in der großen Ruhmeshalle eine Ausstel- lung eröffnet, die dem Andenken an die Schlacht von Tannenberg gewidmet ist. Um die Totenmaske des verewigten Generalfeldmarschalls, die den Kuppelraum beherrscht, gruppieren sich in einem fast geschlossenen Kreise die Bronzebüsten der sieg- reichen Generale, die zu Beginn des Weltkrieges als die treuen Helfer Hindenburgs ihre Truppen in die gewaltige Schlacht führten. Links von Hindenburg befindet sich der markante Kopf Mackensens und rechts die Büste Ludendorffs. Nach rechts schließen sich die Generale von Franxois, von Mülmann, Brecht, von Pappritz, von Morgen, von der Goltz. Nach links sieht man neben Macken- Bestreben, zu finden, forschte der Leutnant von Scharizer in jedem Gesicht mit einer seltsamen Beharrlichkeit. Einmal stieg das Bild des getöteten Feindes vor ihm auf, und bann wieder das Buch, im steten Wechsel kreisten die beiden Gegenstände seines Suchens, verschwammen ineinander, daß er sie kaum mehr zu unterscheiden wußte, im verworrenen Gefühl, daß sie irgendwo miteinander verbunden seien. Hastiger stieg er den Berg hinauf, kein Mitgefühl mit den Gefallenen, die da, Oesterreicher und Preußen, wahllos vermengt, den Boden deckten, nichts war in ihm als die Besessenheit, zu finden, Buch oder Mensch, das wurde ihm nicht klar. Bis es endlich vor ihm lag, sein geliebtes Buch. Er wollte es ausheben, da erst bemerkte er, daß eine Hand es hielt, eine Totenhand. Und dann blickte er in das Gesicht, das ihn in schmerzender Ueberschärfe begleitet hatte, den Abend und die Nacht lang und sah das Blut, das den blauen Waffenrock besudelte. Er kniete nieder, wollte das Buch den starren Fingern entwinden, sie hielten es fest. So hob er behutsam Buch und Arm hoch. Auch der kleine Band war voll Blut und von einem Schuß zerfetzt. Der Tote hatte es wohl in der Brusttasche getragen und im letzten Krampf hervorgerissen. Jäh ergriff den Leutnant ein Grauen, er trat zurück, wollte den Ort verlassen, wieder zwang ihn eine stumme Gewalt, heranzutreten, er bohrte den Blick in den Boden, um das Bild nicht zu sehen, da glänzte es auf von der Erde, wenige Schritte weit von dem Toten; es war fein eigenes Buch. Wie durch ein seltsames Wunder war es unversehrt, von keinem Fuß beschädigt. Er hob es auf, öffnete es, beugte sich nieder zu dem zerschossenen Buch des Toten; es war dieselbe Ausgabe. In derselben Minute vielleicht hatten der andere und er dieselben Worte gelesen, mit der gleichen Inbrunst und Freude am Zauber des Werkes. Der Leutnant von Scharizer hatte sich über diesen Krieg feine großen Gedanken gemacht. Als Soldat an Gehorchen gewohnt, war er marschiert, hatte gestürmt und getötet, als Glied einer großen, von einem übermächtigen Willen bewegten Ma- schine Auch jetzt wußte er die Tragik des Ge- chehens, in das er gestellt war, nicht mit einem erlöenden Wort und Begriff zu bannen. Meinungen gebildet. Das gleiche gilt für die Schätzung des Alters, das von zweitausend bis zwanzigtausend Jahren angenommen wird. Wenn man die allmähliche und stetige Wasserspiegelsenkung des Kattegatt berücksichtigt, konnte man die meisten Felsbilder für rund fünftausend Jahre alt halten, denn vorher muß der Fundort noch unter Wasser gelegen haben. Die ganze Art der Herstellung läßt darauf schließen, daß man Eindrücke festhalten wollte, die große Zeitspannen überdauern sollten. Es handelt sich nicht um gelegentliche und zufällige Darstellungen. Unter den Ritzungen fallen immer wieder die Zeichnungen eines Bootstyps auf, den man für ein Auslegerboot ansehen konnte. Die Menschen darauf sind nur mit Strichen angedeutet. Unter ihnen ist der Führer des Bootes hervorge- hoben. Besonderes Interesse verdienen die Bug- und Heckverzierungen. Um die Schiffe herum befinden sich die seltsamsten Bilder von riesenhaften Menschen, Reitern, schwer verständliche Tierfiguren, Vögeln, Schlangen und Sonnenrändern. Nur selten erscheint in diesen Zeichnungen auch einmal ein Baum. Aufsehenerregend ist die Tatsache, daß auf einer Platte fremdländische Tiere dargesteltt sind, deren Heimat in der Krim liegt. „So rückt die Möglichkeit näher, daß hier Fahrtberichte von Wikinger- zügen vorliegen aus einer Zeit, in der wir diese Fahrten bisher noch nicht nachgewiesen haben. Sollte ein großer Teil der Bilder also überliefern, was man auf großen Fahrten gesehen und erlebt hatte? Diese Deutung der Felsbilder scheint eigent- lich am meisten für sich zu haben. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer. Die einen wollen das ganze für Bterndarstellungen, die anderen für rett- qiöfe Darstellungen halten. Aber war nicht vielleicht die ganze religiöse Welt dieser nordischen Vol- ker aufs engste mit ihren Reifen verbunden? Wieder andere meinen, es feien mit den Feksbildem Kartenzeichnungen gemeint, und auch diese Meinung hat viel für sich, wenn man die dargestellten Land- chasten nachweisen kann. Hierbei sollen die Schiffe jedesmal Wasser und die Menschen und Tiere Land darstellen. Doch auch in dieser Deutung geht die ganze Darstellung noch nicht lückenlos auf. So ist heute diese Frage noch nicht entschieden, doch wird die natürlichste Auffassung der Zeichen sicher der Wahrheit am nächsten kommen." Das Buch. Don JRo&crf Hohlbaum. Der k. und k. Leutnant Ferdinand von Scharizer vom 15. Infanterie-Regiment hatte von jeher unter feinen Kameraden für verrückt gegolten. In der lombardischen Garnison hatte er die Museen und Gedenkstätten besser studiert als die Trattorien und Tavernen, und Bücher waren ihm von jeher lieber gewesen als Weiber. Selbst in den Feldzug hatte er einen grünen Band mitgenommen, der feine Liebesgeschichten enthielt, sondern den Faust von Goethe. Deshalb fiel es auch niemandem besonders auf, daß er am Abend der Schlacht von Irautenau, dem einzigen Sieg, den Oesterreich im deutschen Bruder- kämpfe 1866 zu verzeichnen hatte, sich gar bald aus dem kleinen Wirtshaus, in dem es überlaut wurde, fortstahl. Er irrte zunächst ein roenia in den Gassen umher, ehe er fein Quartier fand, Licht schlug und nach der Brusttasche griff, wo der kleine, grüne zer- lefene Band stak und sich nach dem schweren Tage im Geiste zu entschädigen suchte. Aber die Tasche war leer. Da ergriff ihn, der am Tage des Gefechts feine Nerven wunderbar gebändigt hatte, ein jäher Schreck von solcher Gewalt, als hinge an dem Besitze des kleinen Buches das Heil feines künftigen Lebens. Er zergrübelte das arme überreizte Hirn, wo er den Schatz verloren haben mochte, bis ihm mit einemmal aus dem verworrenen Geschehen des aufgeregten Tages ein Bild sich überscharf darbot: der preußische Gardeleutnant, den er mit einem Pistolenschuß niedergestreckt hatte. Warum eben dieses Bild ihn nicht verlassen wollte, wurde ihm nicht klar. Aber es bot sich ihm immer deutlicher im quälenden Ueberlicht, jeder Zug in dem jungen Gesichte, jede Geste bohrte sich in fern Auge, und das Verlangen, dies alles noch einmal in Wahrheit zu sehen, um fid) von dem schmerzenden Phan- tasiegebilde zu befreien, wurde so stark, daß er in nachtwandlerischem Zwange sein Haus verlieh und den Kapellenberg aufstieg, wo das heftigste Gefecht getobt hatte. Man hatte die Verwundeten schon nach den Ho- fpitälern gebracht, aber die Toten lagen noch im Lichte der helle« Juninacht. Ohne Grauen, nur tm Nationalfeiertag der Schweiz Dem, 1. Aug. (DNB.) Der 1. August steht in der Schweiz im Zeichen der Bundesfeiern zur Erinnerung an das historische Ereignis auf dem Rütli, wo im Jahre 1307 auf dem Schwur von Männern der drei Urfantone die Freie Eidgenoffenschaft begründet wurde. Eine große Menschenmenge ver- sammelte sich mit den Mitgliedern der Bundes- und Kantonalregierung in Bern am Donnerstagnachmittag auf dem Münsterplatz, um nach Musikvor- trägen und dem Absingen vaterländischer Lieder die große Rede von Bundespräsident Minger anzu- hören. Bundespräsident Minger verglich, häufig von ftarfem Beifall unterbrochen, die schweren Kämpfe vor 600 Jahren mit dem heutigen, nicht minder schweren Ringen. Dem Ausland erscheine das einträchtige Zusammenleben von vier Nationen innerhalb der Eidgenossenschaft wie ein Wunder. Dem Lande selbst sei dies aber nur natürlich. An dieser Zusammengehörigfeit gebe es nichts zu rütteln. Er sprach dann von den Verpflichtungen, welche die Neutralität dem Lande auferlegt, das zur Wahrung feiner Grenzen aus eigener Kraft einer starken Armee bedürfe. Europa müsse sicher sein, daß die Schweiz den Willen und die Kraft habe, die ihr auferlegten Aufgaben zu erfüllen. Neuwahlen für den Nationalrat würden unter einem anderen Zeichen vor sich gehen als demjenigen der Zentralrevision der Bundesverfassung. Diese werde kommen, habe aber als Voraussetzung die politische Sammlung des Schweizer Volkes und des einzelnen Staatsbürgers. Bundesrat M o 11 a, der Vorsteher des Eidgenössischen Politischen Departements, betonte den Willen der Schweiz, ihre Eigenart zu bewahren. Die Tessiner verurteilten jeden Versuch, zwischen sie und die übrigen Schweizer Kantone Keime des Mißtrauens und des Argwohns zu säen. Eine kleine Gruppe unternehme versteckte Versuche, bei italienischen Behörden einen verderblichen Einfluß auszuüben. Mit dem Trsiben dieser Gruppe müsse Schluß gemacht werden. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien müßten vor den Umtrieben von Verantwortungslosen und Schlechtgesinnten bewahrt werden. Es liege dies auch im eigensten Interesse Italiens, wenn das Gerede um den schweizerischen Tessin ein für allemal ein Ende nehme. Oer Oonaupaki. Eine italienische Stimme über den Stand der Verhandlungen. Rom, 2. Aug. (DNB.) Zur Wiederaufnahme der Donaupaktoerhandlungen bringt die dem italienischen Außenminister nahestehende Zeitschrift „A f f a r i E st e r i" einen ausführlichen Aufsatz ihres Herausgebers E n g e l y. In dem Aufsatz wird besonders auf die Meinungsverschiedenheiten zwischen Ungarn und der Kleinen Entente hingewiesen, die sich besonders aus den Minderheiten- und Reoi- sionsfragen ergeben. Nach der Ansicht Enge- lys werde sich der kommende Donaupakt auf Nichteinmischung, Nichtunterstützung des Angreifers und auf Konfiskation beziehen. Hierüber herrsche im großen und ganzen bereits Einigkeit zwischen Oesterreich, Ungarn und der Kleinen Entente. Der Abschluß gegenseitiger Beistandspakte müßte hingegen den einzelnen vertragsschließenden Parteien f r e i - stehen. Italien und Frankreich hätten ein mühsames und geduldiges Werk begonnen, die sich schroff gegenüberstehenden Ansichten O e ft e r - reichs und Ungarns einerseits und der K l e i- nen Entente andererseits einander näherzubringen. Diese Bemühungen seien offensichtlich von Erfolg gefrönt. Es wäre jedoch unangebrach- ter Optimismus, wollte man glauben, daß nunmehr die Donaukonferenz von einem Tage zum anderen zusammentreten würde. Nunmehr müsse die Hauptfrage, nämlich die Teilnahme Deutschlands, ins Auae gefaßt werden. Don Deutschland hänge zum größten Teil die zukünftige politische Orientierung des Donauraumes ab. Hiermit solle allerdings nicht gesagt werden, daß im Falle einer Weigerung Deutschlands, an dem Donaupakt teilzunehmen, der Pakt nicht Sfe'v . ■ '/// / <: Wirtschaft. NeichSmarkbeträge aus Sperr- und Sonderkonten. Fwd. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat, um einer mißbräuchlichen Verwendung von Reichsmarkbeträgen aus Sperr- und Sonderkonten, sowie Registerguthaben aus Anlaß eines inländischen Re'iseaufenthaltes eines Devisenausländers oorzubeugen, im Einvernehmen mit dem Reichsbank-Direktorium einen Runderlaß über die Freigabe von Sperr-Guthaben und Sonderkonten für inländischen, nicht geschäftlichen Reise-, Kur-, Erho° lungs- oder Studienaufenthalt herausgegeben. Durch diesen werden die Devisenstellen und die Devisenbanken angewiesen, durch geeignete Schutzmaßnahmen die ordnungsgemäße Auszahlung und Verwendung der im innerdeutschen Reiseverkehr von Sperr- und Sonderkonten abgehobenen Beträge sicherzustellen. Die wichtigste Neuerung besteht in der Einführung der Paßeintragungspflicht. Allgemein geltende Richtlinien für die Beträge, die aus einem Sperrguthaben oder Sonderkonto für den Reiseverkehr ausgezahlt werden können, find nicht festgelegt, um diese den Lebensoerhältnisfen und dem Reiseaufwande des ausländischen Reisenden anpassen zu können. Doch gilt als Höchstgrenze für bie_ Abhebung von Sperr-- oder Sonderkonten und für die Auszahlung von Register- bzw. Reichsmarktreuhandguthaben, falls diese daneben in Anspruch genommen werden, ein Betrag von 500 Mark je Person und Woche bzw. von 2000 Mark je Person und Monat. Für die Abhebung von Register- und Reichsmarktreuhandguthaben gelten im übrigen die von der Reichsbank jeweils bekanntgegebenen Bestimmungen. Die Verwendungsmöglichkeit der vom Sperr- ober Sonderkonto abgehobenen Beträge ergibt sich aus einem Merkblatt, das dem Reisenden von der auszahlenden Stelle ausgehändigt wird. Die Devisenstellen, wie die Reichsbank werden gegen jeden Mißbrauch gegebenenfalls durch Sperrung der Auszahlung und Einleitung eines Strafverfahrens vorgehen. Plombenzwang für Mühlenerzeugnisse Fwd. Die Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft gibt soeben den Wortlaut der Anordnung betreffend den Plombenzwang für Mühlenerzeugnisse (Anordnung Nr. 11, verkündet im RNVbl. Nr. 59 vom 31. Juli 1935) bekannt. Danach müssen alle nach dem 30. August hergestellten Mühlenerzeugnisse (auch Kleie und sonstige Nachprodukte), bevor sie die Mühle verlassen, mit der vorgeschriebenen Spezialplombe versehen werden. Jedes Jn-den-Verkehrbringen, ferner auch das Erwerben und Beleihen von Mühlenerzeugnissen, die nicht ordnungsmäßig plombiert sind, ist strafbar. Ausgenommen von dem Plombierungszwang sind lediglich die Mühlenerzeugnisse, die in der Lohnoder Umtauschmüllerei für Erzeuger, Deputanten oder Empfänger eines Leibgedinges hergestellt werden, sowie solche Mühlenerzeugnisse, die die Mühlen außerhalb ihres Kontingentes Herstellen und Herstellen dürfen, d. h. die bei der Verarbeitung von Roggen und Weizen zu Futter- ober technischen Zwecken anfallenden Erzeugnisse (also hauptsächlich Futterschrot), sowie die zur Ausfuhr gelangenden Mahlerzeugnisse. Ueber die Einzelheiten der neuen Anordnung sowie über Sinn und Zweck der Maßnahme ist schon berichtet. Es sei noch darauf hingewiesen, daß im übrigen die bisherigen Vorschriften über Herstellung und Kennzeichnung, der Mühlenerzeugnisse, wie sie in Anordnung Nr. 23 der WD. der Roggen- und Weizenmühlen niedergelegt sind, unverändert bestehen bleiben, abgesehen von der dort vorgesehenen allgemeinen Plombierungsvorschrift (Abschn. I, B, Ziffer 2), die durch die jetzigen eingehenden Bestimmungen ersetzt ist. Die Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1010: Bestandsmeldung für Natron-Zellstoff und Natronpapierabfälle; Genehmigungspflicht für die Verarbeitung. 1011: Deutsch-französische Uebergangslösung. Bis zum 1. Dezember d. I. gilt der französische Minimaltarif für die Einfuhr deutscher Waren weiter. 1012: Wortlaut des Abkommens über den Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion. 1013: Warenausfuhr in Päckchen und Wertbriefen nur gegen Exportvalutaerklärung. 1014: Erhebung der italienischen Lizenzgebühr auf alle Waren. 1015: Die Neuregelung des Zahlungsverkehrs mit Belgien-Luxemburg. RE. Nr. 152/35 D. St. der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung. 1016: Keine Aenderung der Formalitäten im Zah° lungsverkehr mit Frankreich. 1017: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Papier (Neue Fassung vom 30. Juli 1935). 1018: Neue Umrechnungskurse in den Güter- und Tieroerkehren mit dem Auslände. 1019: Einreichung von Einfuhrbewilligungsantragen für Tonwaren bei französischen Stellen. » ♦ Ein Auslandauftrag der Philipp Holzmann AG., Frankfurt a. M. Im Zuge der durch die starke internationale, größtenteils währungsbegünstigten Konkurrenz sehr erschwerten Bemühungen um Auslandgeschäfte, hat eine deutsche Baufirma einen recht erfreulichen Erfolg zu verzeichnen. Die schweizerische Tochtergesellschaft der Philipp Holzmann AG., Frankfurt a. M., bie Sofitec, SoctetS Financidre et Technique, hat nach Informationen des FWD. soeben den Auftrag zum Bau des Bahnhofs in Teheran, ein Werk, das in modernster Ausführung vorgesehen ist, erhalten. Das Objekt beläuft sich auf rund 36 Millionen Rial, ober einem Bettage zwischen 6 unb 7 Millionen Mark. An Bauzeit finb nicht ganz zwei Jahre vorgesehen. *GrünbungberHybrierwerkeSchol- ven AG., Gelsenkirchen-Buer. Wie vor einiger Zeit gemelbet, hat bie dem preußischen Staat gehörende Bergwerksgesellschaft Hibernia AG. mit ber Einrichtung einer nach bem JG.-Verfahren arbeitenben Steinkohlenhybrieranlage begonnen. Zum Bettieb biefer Anlagen ist jetzt eine befonbere Gesellschaft gegrünbet worben, bie ben Firmennamen „Hybrierwerke Scholven AG., Gelsenkirchen- Buer" trägt. Von bem AK. von 10 Millionen Mark übernimmt bie Bergwerksgesellschaft Hibernia 8,28 Millionen Mark gegen Einbringung von nicht für die Stickstofferzeugung benötigten Anlagen in Wanne-Eickel. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse luftlos. Frankfurt a. M., 1. Aua. Zum Monatsbeginn lagen Aufträge und ßimiterneuerungen kaum vor. Das Geschäft war infolgedessen auf ein Minimum beschränkt. Trotz ber starken Geschäftsstille blieb bie Grundstimmung aber freundlich und die Kurse wiesen nur gerinafte Abweichungen auf. Am Aktienmarkt eröffneten IG. Farben mit 158 unverändert, ließen aber später auf 157,50 nach. Von Elektropapieren setzten AEG. 0,25 v. H., Gesfürel 0,25 v. H. niedriger, Schuckert 0,50 v. H. unb Siemens 0,65 v. H. freundlicher ein. Don Montanpapieren kamen zunächst Mannesmann mit plus 0,50 v. H., Stahlverein und Hoesch Eisen mit unverändert 87,75 bzw. 104 zur Notiz. Schifffahrtsaktien lagen uneinheitlich. Norddeutscher Lloyd gaben 0,40 o. H. nach, Hapag blieben behauptet. Etwas fester notierten AG. für Verkehrswesen mit 86,75 (85,50). Ferner eröffneten Deutsche Erdöl 1 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H^ Conti Gummi 0,50 v. H., Moenus Maschinen 0,25 v. H. und Kunstseide AKU. 0,13 v. H. hoher. Reichsbank gaben auf 188 (188,75) nach, auch Zellstoff Aschaffenburg lagen mit 90,90 (91) knavp gehalten. Metallgesellschaft mtt 115 und Deutscher Eisenhandel mit 103,50 setzten unverändert ein. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls geringfügig bei wenig veränderten Kursen. Altbesitzanleihe erhöhten sich auf 111,90 (111,75). Sonst nannte man späte Reichsschulbbuchsorberun- gen mit etwa 97 (97,13), Zinsvergütungsscheine mit 90,45 (90,50). Kommunal-Umschuldung wurden zum gestrigen Kurs in kleinen Beträgen umgesetzt. Zer- tifizierte Gulden-Obligattonen waren noch etwas hoher gefragt, von Dollar-Bonds gingen 6 v. H. Preußen mit unverändert 63,25 um. Im Verlaufe herrschte vollkommene Geschüfts- sttlle, die Kurse veränderten sich kaum. Leicht nachgebend waren AEG., Rheinstahl und Mannesmann. Die später notierten Werte zogen zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. an. Darüber hinaus gewannen Mansfelder 1,25 v. H., Accumulatoren n. P. 2,25 v. H. auf 185,25 und Bank für Brauindustrie 0,75 v. H. Auch am Rentenmarkt ergaben sich keine Abweichungen. Der Pfandbriefmarkt lag still unb unverändert. Stadtanleihen tendierten etwas uneinheitlich. Fremde Werte lagen geschästslos. — Tagesgeld wurde auf 3 v. H. (3,50 o. H.) ermäßigt. Abenbbörfe: still. Die Abenbbörfe nahm auf allen Marktgebieten einen fehr stillen und kursmäßig wenig veränderten Verlauf. Indes lagen die meist etwas befestigten Mittagsschlußkurse nicht ganz behauptet. So brök- ketten Montan- und Elektropapiere etwa 0,25 v. H. ab, die Notierungen waren jedoch meist nominell. Kunstseide AKU. waren mäßig gefragt unb zogen auf 62,90 (62,50) an. Am Einheitsmarkt blieben Chem. Albert stark gesucht, Taxe 116 (letzter Kurs 111). Am Rentemnarkt kamen Altbesitzanleihe mit unverändert 111,90 v. H. zur Notiz, auch spate Reichsschulbbuchsorberungen würben zu unveränbert 97,13 in kleinen Beträgen umgesetzt. Reichsbahn- VA. bröckelten auf 123,50 (123,65) ab. Von Industrie-Anleihen blieben IG. Farben-Bonds auf der um 1,50 v. H. ermäßigten Mittagsnotieruna von 128,50 behauptet, Hartmann & Braun Obl. erhöhten sich auf 99,25 (98,50). Don Stabtanleihen ginnen Mainz von 1928 auf 92 (92,50) zurück. Rheinische Hyp.-Liquib. notierten mit 102 um 0,13 v. H. fester, Anteilscheine ber Frankfurter Hypotheken - Bank - Liguidationspsanbbriefe lagen mit 6,975 unveränbert. Auslanbsrenten waren ohne Geschäft. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, 4,5 v. H. Stabt Mainz von 1928 92, 4,5 v. H. Frankfurter Hypotheken-Bank Gold R 13/15 96,50, Anteilscheine ber Frankfurter Hypotheken - Bank - Liquib. 6,975, 5,5 v. H. Rheinische Hypotheken-Bank-Liquid. 102, 6 v. H. Hartmann & Braun 99,25, IG. Farben- Bonbs 128,50, Commerzbank 90,50, Ov-Bank 91, Dresbner Bank 91, Harpener 115,75, Ilse Genuß 132,50, Kali Aschersleben 133,25, Mannesmann 92,25, Stahlverein 88, AKU. 62,90, Betula 139,75, Chabe A—C 289, Conti-Gummi 156, Scheibeanstalt 237, IG. Farben 157,75, Gesfürel 128, Holzmann 93,25, Mainkraft 98, Rhein. Elektro 139,13, RWE. 134,50, Rütgerswerke 121, Schuckert 129, AG. für Verkehr 87, Norbbeutscher Lloyb 19,13, Reichsbahn- VA. 123,50. Frankfurter Schlachkvlehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Aug. Auftrieb: Rinder 112 (gegen 110 am letzten Donnerstagsmarkt), dar* unter 21 Ochsen, 12 Bullen 13 Kühe 66 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Ochsen, 14 Bullen, 10 Kühe, 12 Färsen. Kälber 924 (654), Schafe 74 (59), Schweine 503 (470). Notiert wurden pro ein Rentner Lebendgewicht in Mark: Kalber ^) 63 bw 6^ (am 25. Juli 61 bis 63), b) 55 bis 62 (55 bis 60), c) 48 bis 54 (47 bis 54), d) 37 bis 47 (35 bis 46). Lämmer unb Hammel b2) ^Beibemafthämmel 39 dis 40 (37 bis 38), c) mittlere 37 bis 38 (35 bis 36); Schafe e) beste 37 bis 38 (34 bis 35), f) mittlere 32 bis 36 (-), g) geringe 28 bis 30 (-). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (53 bis 54), d) 54 (50 bis 54), e) 52 bis 54 (47 bis 50), Sauen gl) 54 (-), g2) 48 bis 53 (—)- Großhanbelspreife für Fl ei schund für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 888 Viertel Rindfleisch, 146 ganze Kälber, 14 ganze Hümmel, 1227 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 70 bis 78; Kuhfleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 75 bis 80. (am 29. Juli 72 bis 77). Fettwaren: Speck aus hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm, 73 bis 77 (63 bis 68), Flomen 80 bis 83 (75 bis 80). Marktverlauf: lebhaft. Wirtschaftlicher Landesverrat. Zinsscheinschiebungen aus 22 Millionen Emigrantenkapital. Frankfurt a. M., 1. Aug. (LPD.) Dor der Großen Strafkammer in Frankfurt a. M. wurde erstmalig ein Prozeß gegen Zinsscheinschieber verhandelt, ber sich gegen insgesamt achtAnge k l a g te, darunter drei Frauen, richtete. Der Schieberbande wurden für Zinsfcheine und Gewlnnanteilfcheine aus im Auslande befindlichen deutschen Wertpapieren rund 70 000 Mark ausbezahlt, die nach dem Saargebiet bzw. ins Ausland verschoben worden sind. Diese Transaktionen beruhten auf der Verbindung eines früher in Karlsruhe anfäffigen, bann aber aus politischen Gründen flüchtig gegangenen Karl Ditter mit einer in Frankreich ansässigen Emigrantengruppe, die nach dem Umfang des im Umlauf befindlichen Materials an Scheinen im Besitze deutscher Wertpapiere in Höhe von 20 bis 22 Millionen Mark war. Die Zinsscheine unb Gewinnanteile solcher Wertpapiere werben an ber sogenannten „Schwarzen Börse" in Paris gehanbelt unb finb bort billig zu haben, benn ber im Auslände Weilende erhält, wenn er bie Papiere in Deutschlanb einreicht, kein 93ar» gelb, fonbern eine Forberung an bie Konversions- kasse für beutsche Auslanbschulben qutgeschrieben. Daß aber auch noch ein anberer Weg beschritten werben kann, zeigte bie jetzt geführte Derhanblung. Die Zinsfcheine würben burch Mittelspersonen nach Deutschlanb gebracht unb hier von Personen, bie sich als Inländer ausgaben, bei Banken eingelöst. Hierdurch wurden für den Emigranten bzw. seine Helfershelfer ein Gewinn bis zu 60 v. H. erzielt. Natürlich sind diese Geschäfte verboten. Jener Ditter verstand es aber, eine Reihe von Personen für diese Geschäfte zu untereffieren, und so waren seit Oktober des vergangenen Jahres zwei Kolonnen in Deutschland tätig, die sich mit dem Absatz der Zinsscheine befaßten. Die eine Gruppe suchte Bankinstitute in Mannheim, Darmstadt, Mainz und Frankfurt a. M. auf, die andere war in Köln und Düsseldorf tätig. Ein gewisser Willi Kotz nahm die Einlösungen zugunsten seines Bruders Kurt und des Angeklagten unternahmen die Einlösungen zugunsten Ditter vor. Die beiden letzteren sind entkommen. Die des Willi Kötz. Die Beschuldigten kannten die Emigranten, die die Wertpapiere besaßen, nicht, sie waren vorwiegend rm Saargebiet ansässig und gingen von dort aus auf „Tour". Da sie im Inland nicht als Ausländer austreten konnten, bedienten sie sich falscher ober gefälschter Ausweise unb Pässe. Die gefährliche Tätigkeit der Leute führte auch zu mancherlei Erlebnissen. Als man einen ber Beteiligten erwischte, hatte dieser in einem Fahrradrahmen 5000 Mark verborgen. Ein anderer wollte kein Geld im Besitze haben und präsentierte sein Portemonnaie, das teer war, er hatte aber die Brieftasche mit Geldscheinen vollgepfropft. Die Banken lösten bie vorgewiesenen Scheine unbedenklich ein, da sie nach den vorgezeigten Ausweisen annehmen mußten, daß sie es mit Jnlän« bem zu tun hatten. Im Kölner Bezirk würbe von ber Schieberbande jedoch ein kleiner Schönheitsfehler begangen. Man löste zunächst in einer Bank- zentrale Zinsscheine ein, erschien bann aber auch in einer Filiale der gleichen Bank, um Zinsscheine zu Gelb zu machen. Zufälligerweise hielt die Filiale jedoch Nachftage bei der Zenttale, unb dort fiel es sogleich auf, baß hie Leute in der Zenttale nicht bas ganze Material an Zinsscheinen hingegeben hatten. Die Schieber witterten Gefahr unb ließen Auszahlungen in Höhe von 750 Mark im Sttch. Das Gericht nahm an, baß sich bie Angeklagten alle barüber im klaren waren, um was es sich bei ihren „Geschäften" hanbelte. Wenn sie auch ihre Drahtzieher nicht kannten, so waren sie sich bewußt, baß sie den Staat in ganz erheblichem Umfange schädigten und, wie es in der Urteilsbegründung weiter heißt, sozusagen wirtschaftlichen Landesverrat trieben. Der 1907 in Saarbrücken geborene Willi Kötz erhielt drei Jahre Zuchthaus und 30000 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere 100 Tage Zuchthaus, der 1906 in Neunkirchen geborene Hermann Tretter zwei Jahre Zuchthaus und 20 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise 75 Tage Zuchthaus, der 1910 in Wolfstein in der Pfalz ge- borene Willi Fetter oll unb der 1899 in Kreuz- nach geborene Friebrich Engelsmann je ein Jahr Gefängnis und 10000 Mark Geldstrafe. Ein weiterer Angeklagter, der aus wirtschaftlicher Not gehandelt hatte, wurde zu fünf Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe verur- teilt. Don den Frauen erhielt eine 600 Mark Geldstrafe, die anderen wurden zu Gefängnisstrafen bis vier Monate unb Geldstrafen bis zu 1000 Mark verurteilt. Kotz unb Tretter würben die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Außerdem zog das Gericht eine Reihe von beschlagnahmten Werten ein. Nundfunkprogramm. Samstag, 3. August. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: „Entwurzelt", eine Dorfgeschichte von Otto Weddigen. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendegebiet). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.30: Musikalische Unterhaltung. Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Jugendfunk: Wir an der Grenze! 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Am Rande des Bienwalds, Funkspiel aus der Pfalz. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schatten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saardienst. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: Das Spitzentuch der Königin. Komische Operette in 3 Akten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.30: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 vH.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.2)1. | Berlin Frankfurt e. 1R Serlfn Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlugt. Mittagbörse Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß-! lurs | Schlußk. Mittag, börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse 31.3uli 1.August Amtliche Notierung Geld | »ries Amtliche Notierung Geld | Brief Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6*/2% Boung-Anleihe von 1930 Deutsche Ani.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechlen ............. 4*/»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ........... 4V*% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ V/i% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt ßiaui ... *%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vz% ehem.8% Franks. Hnp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ty.% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandoriese....... 5V2% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4Yi% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesansi., Gold Komm. Lbl.VI Steuergutich.Verrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 4'/r% desgl. von 1913 ...... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4°€erielW Bagdadbahn-Anleihe 31 7 | 100,5 97,75 103 111,75 100,35 97,75 96,5 101 93 115,75 96,5 101,25 101,75 97 97 107,3 29,5 1,55 9,9 9,65 9,5 12 1.8. 101 97,75 103 111,9 100,4 97.75 96,5 101 93 115,5 96,5 101,13 102 97 97 107,3 29,75 9,75 9,4 9,5 11,75 31 7 100,75 98,1 103,13 111,9 100,4 97,65 96,4 115,5 101,65 97 97 107,3 29,5 1,5 10,13 9,55 9,75 11,7 1.8. 100,75 98 103,13 111,9 100,4 97,65 115,65 101,65 97 97 107,3 29,13 1,45 9,95 9,4 9,75 11,9 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4HA>Numän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. ay4% Anatolier ............... Hamburg-Amersta-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Boni......... 0 Reichsbanl ................12 AEG....;.................0 Bekula.................... io Elektr. LieferungSgesellschaft... 5 Licht und Kraft ..........6H Festen S Guilleaume......... O Gesellsch.f.Eiektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert 8 Co............... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeoer LCo........... 7 Buderus ...... 0 Deutsche Erdöl ............... Gelsenkirchener.............. 0 Harvener .................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. fl Ilse Bergbau .............4 Ilse Bergbau Genüsse ........< Klöcknerwerke ........ tV Mannesmann-Röhre« ........ C 31-7. 6,5 8,5 5,2 39,65 174 19,5 85,5 117 90,25 91,13 91,13 188,75 40,75 139,5 117,25 134,75 108,75 128,25 138,5 134,75 128,5 183,5 133 106 112,25 — 115 104 — 132 101,5 82 18. 12 6,4 8,25 5,13 39,65 17,4 19,13 87 117 90,5 91 91 40,4 139,75 117,13 134,75 109,5 128 139,75 134,5 129 184,13 133,25 106,75 113,4 115,75 104,4 169 132,5 102 82,25 31-7 12 6,5 8,3 5,13 39,65 17,25 28 19 86,25 117,65 90,25 81,13 91,13 168,5 40,5 139,5 117 135 109 128,5 140 134,75 128,75 184 106,5 112,4 115,25 103,65 170 132 102,5 92.13 1.8. 12 6,25 8,4 5,1 39,65 17,65 28 19,13 87,25 116,5 90,5 91 91 188 40 139,5 116,65 135,25 109,5 128,25 139 134,5 129 183,5 133,5 107,25 113,5 116 104,25 170 132,5 102,5 92,4 ■Datum Mansfelder Bergbau .........8 Kokswerke .............. 6 Phönix Bergbau....... O Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl................8% Bereinigte Stahlwerke........O Olavi Minen ........... O Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln ........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 3. ®. Farben-Jndustri« ....... 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ............ O Rütgerswerke .............4 Metallgesellschaft............. 4 Philipp Holzmann . ..........1 Zementwerk Heidelberg ......| Cementwerk Karlstadt....... 4 Schultbeiö Patzenhofer ....... 4 Aku sAllgemeüte Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas .......... ' Daimler Motoren ............ C Deutsche Linoleum........... f Orenstein L Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........O Cbade.............. 0 Accumul atoren-Fabrik....... 12 Conri-Gumm> ..............8 Grttzner....................0 Mainkrastwerke Höchst a.0U.. < 31.7 110 221,25 115,25 87,75 18 •133 130,5 198 158 237 109 , 120,9 115 92,5 121,75 135 62,4 117,25 120 91 94,5 ' 157,5 32,13 i 289 1 - 1 34 98 H 195,25 1.8. 111 222,75 115 88 17,9 133,25 131 200 157,75 237 108,75 121 115 93,25 121,75 135 62,9 119,75 90,9 95 157,5 32,4 289 185,25 156 N,5 98 195,5 31 7 111 121,75 221,5 115,5 87,65 18 133 130,5 199 157,75 109 120,4 114,75 93 112,25 62,65 118 120,13 91,4 134,75 94,65 157 88,25 32,13 289 185 156 1 34 65 196 1-8. 111 121,9 222,5 115,25 88,25 18 133,5 131 199,5 157,75 109 121,4 114,75 93^5 112 62,75 120 91 135,25 95 156,5 88,5 32,4 289 185 155,75 35,25 1 195,75 Buenos Aire- Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingsorS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Favan...... Jugoslawien C3io.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuqork... 0,663 42,01 0,139 3,047 54,83 46,91 12,28 5,415 16,405 168,63 20,41 0,724 5,684 61,72 48,95 11,135 63,31 81,12 33,92 10,29 2,478 0,667 42,09 0,141 3,053 54,93 47,01 12,31 5,425 16,445 168,97 20,45 0,726 5,696 61,84 49.05 11,155 63,43 81,28 33,98 10,31 2,482 Sanfnolen 0,663 41,91 0,139 3,047 54,81 46,91 12,275 5,415 16,405 168,38 20,41 0,723 5,684 61,69 48,95 11,13 63,29 81,07 34,02 10,285 2,478 0,667 41,99 0,141 3,053 54,91 47,01 12,305 5,425 16,445 168,72 20,45 0,725 5,696 61,81 49,05 11,15 63,41 81,23 34,08 10,305 2,482 Serlin,f.Auguft Geld Äries Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten .............. Holländische Noten .............. Italienische Noten............... Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................... Ungarische Rot« ................ 2,43 41,76 54,75 12,24 16,355 167,96 19,46 61^48 63,07 80,84 33,66 2,45 41,92 54,97 12,28 16,415 168,64 19,54 61,72 63,33 81,16 33,80 Aus der Provinzialhauptstadt die mar- Mehrkampf für Herren 200 m Herren-Brustschwimmen 100 m Herren-Rückenschwimmen 200 m Damen-Brustschwimmen 100 m Herren-Kraulschwimmen stellen. Auffallend stark ist der Meldungseingang der Deutschen Turnerschaft, allerdings nur in den unteren Klassen. Immerhin ein erfreuliches Zeichen. Die Schwimmwettkämpfe werden wie folgt ihren Verlauf nehmen: Vormittags 8 Uhr: Mehrkämpfe und Springen. Nachmittags 15 Uhr: alle übrigen Schwimmwettkämpfe. Alles in allem ein Meldergebnis, das in jeder Hinsicht zufriedenstellend ist. Wenn auch die Haupt- Bäuerliche Wetterregeln für August und September. Keine Frage wird wohl mehr erörtert, als Vach dem Wetter: „Wie wird's wohl Morgen sein? Gibt's Regen, gibt's Sonnenschein?" Der Städter befragt die amtliche Wettervorhersage, der Bauer traut mehr den von den Vätern überkommenen, auf Beobachtung und Erfahrung gegründeten Wetterregeln; die „langfristige Wettervorhersage" ist ihm nichts Neues, er kennt sie schon lange. Da heißt's beispielsweise: „Wie im August das^ Wetter fällt, so ist's das ganze Jahr bestellt", oder „Wie der August Heuer war, wird sein der nächste Februar" und „August und Februar gleichen sich wie Juni und Dezember". Ebenfalls vom August wird gesagt: „Ist's in den ersten Wochen heiß, bleibt der Winter lange weiß, oder „Fängt der August mit Donnern an, er's bis zum End nicht lassen kann" und „Wenn im August der Nordwind weht, das Wetter lange schön besteht". Ferner heißt's: „Gott bewahre uns vor Augustkot und Maienstaub!" Wichtig für das Wetter der nachfolgenden Zeit find dem Bauern auch bestimmte „Lostage". So heißt es z. B. von Petri Kettenfeier — 1. August — „Regent det up Petri Kett, denn regnet de ganze Arn (Ernte) in Dreck"! Für den 4. August merke dir: „Je ärger der heilge Dominikus schürt, desto ärger man im Winter friert." Besondere Bedeutung wird den Tagen des heiligen Lorenz (10. August) und des heiligen Bartholomäus (24. August) beigemessen, z. B.: „Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut"; oder „Wie Lorenz und Sankt Barthel sind, wird der Herbst, sei's rauh, sei's lind". „Gewitter um Bartholomä bringen Hagel viel und Schnee". Vom Aegidiustag (1. September) sagt man: „Wie das Wetter an Aegidius, so es vier Wochen bleiben muß", dasselbe glaubt man vom Tag von Mariä Geburt, dem 8. September. Bedenklich sind die Tage des heiligen Kleophas und des heiligen Michael (25. und 29. September), denn „Regnet' oder nebelt's an Kleophas, so wird der ganze Winter naß" und „Auf nassen Michaelstag, nasser Herbst folgen mag"; anderseits wird aber auch behauptet „Regen auf Sankt Michels Tag, gelinden Winter §eben mag"; aber: „Trockner Michael, trocknes ftühjahr". „Stehn zu Michaelis die Fische hoch, kommt viel schönes Wetter noch", oder: „Friert der Wein zu Sankt Michai, so wird er auch frieren im nächsten Mai"; gibt es aber „Diel Eicheln um Michael — viel Schnee um Weihnacht". Auch der 14. September will beachtet sein, denn: „Ist's hell am Kreuzerhöhungstag, so folgt ein strenger Winter nach." rennen wieder nur von den drei leistungsstärksten Vereinen: Kurhessen Kassel, Gießener Schwimmverein und Kasseler Schwimmverein Kassel am stärksten besetzt sind, so zeigt das sehr deutlich, daß die anderen Vereine in ihren Leistungen dieser leider nur sehr kleinen Spitzengruppe noch nicht gewachsen sind. Um so erfreulicher ist es aber, daß sie trotzdem dabei sind und ihren Mann in den unteren Klassen stellen. Schießen beim Saufest. Besonders freudig begrüßt auch der Schießsport das mit den anderen Sportarten gemeinsame Gaufest des RfL. in Gießen, führt er doch, sonst — gebunden an seine Schießstände — naturgemäß ein abgeschlossenes Dasein. Für das reichhaltige Programm der Gießener Festtage, das außer verschiedenen Kleinkaliber- Wettkämpfen auch Wehrmanns-, Scheibenbüchsen- und Pistolenschießen vorsieht, sind etwa 150 Meldungen eingegangen. Darunter befindet sich auch die Gaumeisterschaft 1934 des Kleinkaliberverbandes vom Verein Altenhaßlau bei Gelnhausen. Außerdem wird bei dem Kleinkaliber-Wehrsportschießen mit reger Beteiligung der Gießener Wehrsportverbände gerechnet, die hierzu zugelassen sind. Beim Festzug am Sonntag werden auch die altehrwürdigen Fahnen einiger alten Schützengilden vertreten sein. Leider hält die zur Zeit auf dem Höhepunkt befindliche Ernte einen Teil der ganz überwiegend ländlichen Vereine, die sonst ebenfalls gern gekommen wären, von der Teilnahme zurück. Oie Fußballmannschaft des Kreises Friedberg. worden. _ , r Die meisten Gaufeste hat der Reichssportfuhrer vonTschammerundOsten selbst besucht, und überall wurde er mit Heller Begeisterung empfangen. Nun folgen nur noch Gießen und Saarbrücken in diesem Jahre, und wenn auch dort der Jubel verklungen ist, dann darf nachgeprüft werden, wieweit schon die Einheit im Reichsbund für Leibesübungen besteht und die Turner und Sportler in einem Takt links — rechts! links — rechts! Schulter an Schulter gemeinsam für Deutschland Kl. 2:10 Nennungen „ 2: 7 „ 2: 7 „ „ 2: 7 „ 2:15 Oie großen Tage der Leibesübungen in Gießen Zum 1. Gaufest des RfL. im Gau XII (Hessen). Die Auswahlmannschaft des Kreises Friedberg für das Fußballspiel Kreis Gießen — Kreis Fried- berg beim Gaufest verzeichnet folgende Namen: Wittmann (VfB. Friedberg); Schwarz (SV. Bad- Nauheim), Steiß (Friedberg); Seckinger (Friedberg), Gutmann (Friedberg), Lanz (Großkarben); Weißenberger (Friedberg), Sautier (Friedberg), Mühlhäuser (Bad-Nauheim), Weller (Friedberg), Baumann (Friedberg). Ersatz: Rabenau (Friedberg), Nietsch (Bad- Nauheim). Kleidung: weiß, schwarz, rot. Das Spiel beginnt um 15.40 (3.40) Uhr. Faustballwerbespiel beim Gaufest. Im Rahmen des Gemeinschaftstages wird am Sonntagnachmittag ein Werbespiel zwischen der 1. Mannschaft des Turnvereins Philippstein und dem derzeitigen Gaumeister, 1. Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen, zum Austrag kommen. Wollte man die Wettervorhersagen aller dieser Lostage buchen, man fände kein Ende! Aber nicht nur für's Wetter der Folgezeit sind die Lostage ausschlaggebend, die Witterung an grade diesen lagen ist bestimmend für den Gedeih oder Verderb bestimmter Pflanzen und Früchte, manche Tage sind besonders günstig zum Einbringen der Frucht oder zu ihrer Saat. So schwört der Mecklenburger dar- auf, man solle am Bartholomäustag Wintergerste säen, zu Kreuzerhöhung Roggen und Lein, der Hafer aber soll am Barthelstag gemäht sein, sonst knickt der Heilige den Hafer ein. Anderwärts heißt es: „Der Barthelmann, hängt dem Hckpfen die Dolden an". „Lorenz -tmb Barthel Sonnenschein, bringt meistens viel und guten Wein", dasselbe heißt es vom Aegidiustag, und „Hat unsere Frau gut Wett ter, wenn sie zum Himmel fährt, gewiß sie guten Wein bescheert". Aber „Regen an Bartholomä, tut den Trauben weh"; ein kleiner Trost ist dann: „Regnet's an Bartholomä auf den Hut, wird der Herbst trocken und die Kartoffeln geraten gut". Regen an Johannis Enthauptung (29. August) verdirbt alle Nüsse"; Mattheiwetter hell und klar, bringe guten Wein im andern Jahr", dagegen „Wenn Matthäus weint statt lacht, aus dem Wein er Essig macht". Natürlich sind es nicht nur die Lostage, die aus- schlagqebend für die Ernte sind. Grade im August und auch noch im September spielt das Wetter des ganzen Mvnats eine große Rolle für die Ernte: „Ist im August die Straße voll Kot, deutet das auf teures Brot". (Aber: „Ist der September hell und klar, hoffen wir ein fruchtbar Jahr.) Oder: „Was der August nicht kocht, wird der Herbst nicht braten". Eine Regel behauptet: „Im August viel Regen ist dem Wein kein Segen", wohingegen eine andere jagt: „Stellt im August sich Regen em, so regnet es Honig und guten Wein". Man sieht, auch hier sind sich die Gelehrten nicht einig und am wenigsten fehl wird der gehen, der sich tröstet mit den Worten Wilhelm Buschs: „Aber hier, wie überhaupt, Kommt es anders, afe man glaubt." E. B. Gesamtmeldungen: 92 Einzelkämpfer — 12 Mannschaften. Die interessantesten Begegnungen wird es Zweifellos im Herren-Kraulschwimmen über 100 Meter geben. Hier wird man wieder das bekannte Feld Aichinger-Kasiel, Klernke-Kassel, Zimmer und Herbert (beide Gießener Schwimmverein) zu sehen bekommen. Leider hat ja die Fulda in Kassel zu kaltes Wasser. Die Kasseler Schwimmer sind z.Zt. außer Training. Es ist bedauerlich, daß die Fulda im Hochsommer Temperaturen von 14 und weniger Grad mißt. Das nächste spannende Rennen gibt das Duell dem Kasseler Minkel (CSD. 98) und seinem Bezwinger in der Gaumeisterschaft über 200 Meter Brustschwimmen. Der Gießener Mewes wird auch in diesem Rennen alles daransetzen, seine augenblickliche gute Form unter Beweis zu Umfangreiche Vorarbeiten sind für die Durchführung des Gaufestes notwendig. Die Leitung der Vorarbeiten liegt in Händen des Gauoberturn- wartes Rudolf Paul, Gießen (im Bilde rechts), der der technische Leiter des Gaufestes ist, ferner in Händen des Führers der Gießener Turnerschaft Andreas Reining (links), der als Leiter des örtlichen Festausschusses wirkt. Im Geschäftszimmer der Gießener Turnerschaft in der Steinstraße herrschte in den letzten Tagen reges Leben. Es galt, die ungeheure Fülle von Keichsstatthatter Gauleiter Sprenger am Sonntag in Gießen. Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger wird zum Hauptfesttage, Sonntag mittag, in Gießen weilen. Die vom Reichsslatthalter und Gauleiter Sprenger gestifteten Ehrenpreise sind bei der Festleitung eingetroffen. Es sind zwei sehr wertvolle Festgaben. OaS Gaufest kann beginnen. In Gießen steht alles bereit, die Turner und Sportler und die hoffentlich auch in recht großer Zahl erscheinenden Festbesucher zu empfangen. Die Stadt strahlt irn Sonnenschein, der Festplatz auf dem Trieb mit feinen aut angelegten Wettkampfbahnen ist hergerichtet. Am Freitag hebt nun das 1. GaUfest des RfL. im Hessengau an. Die Tennis- spieler werden als erste auf dem Plan fein und schon vor der eigentlichen Festeröffnung am Freitagabend mit ihren Wettspielen beginnen. Alles ist trefflich bereitet, das Fest kann beginnen! Wer sich noch nicht zur Fahrt nach der festlichen Stadt an der Lahn entschlossen Hai, der entscheide sich wenigstens zum Festbesuch am Sonntag. Für 60 Pfennig (einschließlich Sportgroschen) Eintritt kann er nach dem Festzuae auf dem schönen Festplatze den Höhepunkt und festlichen Ausklang des Festes erleben. Turner und Sportler marschieren. Der Marschttitt langer Kolonnen dröhnt durch die Straßen, die Städte-Turner und -Sportler marschieren. Sie marschierten Schulter an Schulter durch Schweidnitz, Dessau, Lübeck, Bremen, Leipzig, Schwenningen, Karlsruhe, und sie werden am Sonntag durch die H e s s e n st a d t Gießen marschieren und vom 18. bis 25. August beim Fest des Gaues Südwest in Saarbrücken. Ihre Zahl mag für die neun Gaufeste des RfL. in diesem Jahre im ganzen gerechnet 250 000 betragen, ihre Stoßkraft ist viel größer. Diese Tausende von Männern und Frauen, die schon dem Rus zur Einigkeit gefolgt sind, haben den andern, die zu Hause blieben, ein leuchtendes Beispiel gegeben. Sie haben den Willen zur Einheit mit der Tat bewiesen, und sie gehen nun in das Land hinaus und werden Botschafter für diese Em- schriftlichen Arbeiten zu erledigen, Listen auszustellen und auszufüllen, viele Briefe zu schreiben und alle notwendigen Abmachungen mit den am Fest beteiligten Kräften zu treffen. Zu gleicher Zett fanden sich auf dem Trieb bewährte Kräfte aus dem Kreise der Gießener Turnerschaft ein, die sich mit dem Aufbau der Geräte beschäftigten und Dabei alle Hände voll zu tun hatten. Der Festplatz selbst bietet sich bereits nahezu fertig Dar, unD Der Beschauer gewinnt Den EinDruck, daß ganze Arbeit geleistet wird. heit sein. Die Teilnahme der Sportvereine ist noch nicht überragend. Sie betrug bei den bisher durchgeführten Gaufesten in obengenannten Städten im allgemeinen 5 oder 10 vom Hundert. Vielleicht ist diese Zahl genug für den Anfang, Denn auch die Turnvereine jtrömten nicht gleich zu Hunderttaufenden zu ihren Turnfesten. Alles ist langsam gewachsen und durch unermüdliche Arbeit Der Tumersuhrer und all ihrer vielen taufend Turnwarte groß ge° Ludwigsstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Festplatz. Die Teilnehmer an diesem Festzug marschieren nach Turnkreisen geordnet. Am Festzug wird sich auch der neugegründete Militärsportverein „Feldmarschall von Hindenburg" mit zahlreichen Mitgliedern beteiligen. Ferner wird der Landschaftsbund Volkstum und Heimat mit Trachtengruppen am Festzuge teilnehmen. Oie Schwimmwettkämpfe. Das Gaufachamt Schwimmen teilt mit: Die Schwimmer haben sich bei der Durchführung des Gaufestes recht viel vorgenommen; sie werden alles daransetzen, um auch die Schwimmwettkämpfe zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Besonders erfreulich ist, daß der Reichsstatthalter von Hessen, Gauleiter Sprenger- Frankfurt a. M., einen wertvollen Wanderpreis für die Schwimmwettkämpfe gestiftet hat, der in einer großen Gesamtwertung erstmalig zum Austrag kommt: schieren. Die Marschstraßen am heutigen Freitagabend. Am heutigen Freitagabend werden die Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen von Oswalds- garten aus zur Abholung des Gaubanners der DT. über Neustadt und Bahnhofstraße zum Bahnhof marschieren. Dom Bahnhof aus führt der Weg durch die Bahnhofstraße über den Horst- Wessel-Wall zurück zum Oswaldsgarten. Nach der Bannerübergabe und der Bannerweihe auf Oswaldsgarten bewegt sich der Zug durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgafse, Kreuzplatz, Sonnenftraße und Brandplatz zum Landgraf- Philipp-Platz. Dort erfolgt die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Der Weg führt dann weiter über den Brandplatz, Neuen Bäue, Garten- strahe, Ludwigsstraße, Bismarckstraße, Stephanstraße zum Jahn-Gedenkstein. Durch die Gartenstraße, über Ludwigsplatz und Kaiserallee wird dann zur Volkshalle marschiert, in der der Begrüßungs- und Kameradschaftsabend stattfinden wird. Oer Wea des Festzuges am Sonntag. Der Festzug, der am Sonntagmittag den großen Gemeinschaftstag des Reichsbundes für Leibesübungen einleiten wird, wird feinen Weg durch folgende Straßen nehmen: Steinftraße, (Aufstellung), Wernerwall, Neustadt, Bahnhoffttaße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Neuenweg, Gartenftraße, Hindenburgwall, Goethefttaße, Schillerschule, Schillerstraße, für Aelt.ere; Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr: Lollar „Zur Linde". Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz: Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Rett- schule Schömbs, Brandplatz. Für den Mittwochkursus find noch sechs Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzen- straße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr ober Telephon 2919, wenden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 8 Sportmarken je 1 Mk. - 8 Mk., bzw. für Nichtmitglieder 8 Sportmarken je 1,50 Mk. -- 12 Mk. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr: Städtische Plätze am Schützen- Haus. Achtung! Reue Tennisftundeu. Ab Sonntag, den 11. August, ist für Anfänger und Fortgeschrittene von 8 bis 10 Uhr Uebungs- rnöglichkeit gegeben. Anmeldungen vormittags auf geben. Dieses Streichkonzert bei Fackelschein in der ehrwürdigen Kirchenruine hat im Vorjahr so starken Beifall gefunden, daß wir auch diesmal auf das Konzert großen Wert legen. Im übrigen werden alle Besucher bei Dolksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen (und hoffentlich gutem Wetter) einen wirklich schönen Abend verleben. Der Eintrittspreis zu dem Sommerfest beträgt, wie im Vorjahr, 30 Pf., das Tanzbändchen 50 Pf., das Preisschießen drei Schuß 10 Pf. Die Preise für die Speisen und Getränke sind sehr niedrig gehalten. Es wird deshalb jedem Volksgenossen möglich sein, das Sommerfest in Arnsburg zu besuchen. Sonderzug nach Heidelberg am 25. August. Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, veranstaltet am Sonntag, 25. August, die tßfate Heidelbergfahrt des Jahres 1935. Der Preis beträgt einschließlich Mittagessen 5 RM. Alle KdF.» Warte haben sofort Aushang auf allen roten KdF.- Anschlagtafeln in den Ortsgruppen und den betrieben zu machen. Die Anmeldungen werden bei den KdF -Warten abgegeben. Meldungen aus den Betrieben müssen nachweisen, in welchem Bahnort die Teilnehmer einsteigen, damit wir rechtzeitig für rich- tige Anschlüsse sorgen können. Gesamtteilnehmerzahl 800 Personen — also möglichst umgehend anmefben. Mit der Anmeldung ist sofort der Betrag einzuzahlen; andere Anmeldungen sind ungültig. Lin großer Abend In der Volkshalle mit Willi Reichert. Die Preise sind: 40, 60, 80 Pf. und 1,— Mk. Man wird für dieses Geld einen Abend erleben, der hinter den beiden Abenden des Schumann- Theaters und des Kabaretts der Komiker bestimmt nicht Zurückbleiben wird. Ein Abend des gemein» jchaftlichen Besuches für ganze Betriebe. Eine gute Lautsprecheranlage und Helle Bühnenbeleuchtung werden dafür sorgen, daß man auch am letzten Platz für das wenige Geld einen wirklich fröhlichen Abend verleben kann. Willi Reichert, der vorn Rundfunk her bekannte große Humorist aus Stuttgart, der Mann, dessen unbeschreibliches Lachen alles mit~ in Bann zieht und alle zu befreiendem Lachen erlöst — diesen Mann müssen Sie gesehen haben. Großes Sommerfest am Sonntag, 11. August, in Kloster Arnsburg. Wie im Vorjahre, so veranstaltet die RS.-Ge- meinfckaft „Kraft durch Freude" auch in diesem Sommer ein großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Dabei wird das Gießener Stadttheater uns mit einem fröhlichen Freilustspiel erfreuen („WÄd- frieden" von Ludwig Thoma). Der Musikzug der Standarte llfr (35 Mann) wirkt mit und w.rd uns abends in der Ruine em kleines Strerchkonzert Sporikurse des Sporiarrits (ließen Achtung! Verlegung von Sportkursen. Während der Schulferien werden folgende Kurse in die Turnhalle der S ch i 11 e r s ch u! e, Schiller- jtraße, verlegt. , Donnerstags von 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen. Donnerstags: von 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen. Freitags von 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer. Samstags von 17 bis 19 Uhr: Leichtathle- t i k. Der Kursus muß wegen des Gaufestes am Samstag, dem 3. August, ausfallen. Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr: Universi- tätssportplatz Am Kugelberg. Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Dienstags von 19 bis 21 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schitterstr. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Donnerstags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillersttaße, für Jüngere; von 21 bis 22 Uhr: gj&k Vie öcutfthe Rrbeitdfront n.3.=6emeinfdiaft „Kraft Durch freuöc" Ritter, Oberbürgermeister. den neuen Kurdirektor persönlich in sein Amt ein- dem Fliegende Feuerwehrgegen Maldbränd« bereinigten Staaten schon seit in einer Ge- man als Gie- Heute, Freitag-^. Gaufesttag Der Auftakt der Veranstaltungen. 18.15 Uhr: Antreten aller Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen der Ortsgruppe Gießen an der Turnhalle, Steinstraße 1. 19.30 Uhr: Festeröffnung, Vannerwelhe und Van- nerübergabe auf Oswaldsgarten. Sodann ge- meinschaftticher Marsch zur volkshalle. Unterwegs Kranzniederlegung am Gefallenen^ Ehrenmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah, ferner Jahn-Gedenken am Zahnstein, Bergstraße. 20.45 Uhr: Begrüßung-- und Sameradschafirabenb in der Volkshalle. . LPD. Bad-Nauheim, 1. Aug. Am Mittwoch übernahm Freiherr von Wechmar die Leitung des Staatsbades Nauheim. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger war aus diesem Anlaß nach Bad-Nauheim gekommen, um Der Gemeindediener lächelte schlau: „Nichts ist mit ihnen! Alle 132 Stück hab' ich ausbewahrt, die liegen unversehrt im Spritzenhaus!" So war die Arbeit des ersten Tages nutzlos vertan, und die Vermessungsleute begännen ihr mühsames Werk von neuem, begleitet von dem schadenfrohen Hohngelächter des Dorfes. Und am zweiten Tag erlebte der Geometer ein neues Abenteuer. Er betrat die Wiese des Bauern Jochen Knuschke, um den künftigen Bahndamm zu vermessen. Als- bald fuhr Jochen zornvoll aus seinem Hause: „Wat will he in min Wies?" Herr Mielmann zog seinen von der Regierung ausgestellten Ausweis aus der Tasche und hielt ihn dem Bauern unter die Nase. Der blickte kurz hinein, murmelte einen gesalzenen Fluch und ging wortlos wieder ins Haus. Der Geometer setzte seine Vermessungen fort. Plötzlich riß ihn ein gewaltiges Brüllen aus der Arbeit. Sich umwendend, erblickte er einen riesigen Bullen, der sich von der entfernt weidenden Kuhherde losgelöst hatte und in rasender Wut auf den Geometer zustürmte. Eilens sprang Herr Mielmann auf und eilte dem Hause zu, dicht hinter ihm der Bulle. Der Geometer schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Da öffnete sich die Haustur, Jochen Knuschke steckte den Kopf her- aus und rief vergnügt: „Wis' ihm doch den Schin! ®15. wm doch bin Schin!" (Zeig ihm doch deinen Schem). Als der Geometer seine Arbeiten in diesem Dorf beendet hatte, beantragte er einen Erholungsurlaub ... Das paHierte, wie gesagt, In den fünfziger Jahren! 10 “ in den Bahngraben gestürzt war, mit Schrecken davon. Staatsbad Nauheim unter der neuen Leitung. Einführung Freiherrn von Wechmars durch den Gauleiter. An dieBevölkerung derStadtGießen Ich rufe die Bevölkerung der Skadk Gießen aus, aus Anlaß des 1. Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen, Gau 12 Hessen, vom 2. bis 4. August dieHäuser zu beflaggen. In Anbetracht der aus Anlaß des Todestages des Reichspräfl- denteu Generalfeldmarschall von Hindenburg am 2. August für die Behörden an- geordnete Beflaggung auf Halbmast ersuche ich, die Beflaggung der Gebäude an diesem Tage nachmittags 18 Uhr vorzunehmen. Gießen, den 1. August 1935. Kleine Anzeigen vor hundert Jahren. Während der politische Teil der Zeitung für die Nachwelt eine wertvolle Chronik der Weltereignisse lst, sind die kleinen Anzeigen ein lebendiges Kulturdokument über den Alltag; denn auch in die allerkleinste Notiz, sei es eine Verkaufsanzeige, eine Familiennachricht oder ein Heiratsgesuch, fällt etroas von dem Geist jener Epoche, und wer es ver- steht richtig darin zu lesen, dem bietet sich ein an- hpauudjes Bild der kleinen Freuden und Leiden der Vorfahren. In England waren die kleinen Anzeigen schon vor mehr als hundert Jahren als eine Fundgrube des Witzes und der Einfalt bekannt, und neben jenen Lesern, die sich den Inhalt der An- ZElgen allen Ernstes zunutzen machen wollten, gab es Witzbolde die daraus ihre Scherzworte schöpften. Eme der ersten Anzeigen im London Chronicle vom Jahre 1610 lautete: „Der junge Mann, der am 3. dieses Monats von einer jungen Dame — es oo Lan sdorf, 1. Aug. Der Ackersmann WilhelmRothI. und seine Ehefrau Christin- Justine geb. K r a u s ch, begingen dieser Tage ihr goldenes Ehejubiläum. Beide Ehegatten erfreuen sich noch großer geistiger und körperlicher Frische, obwohl der Mann im 80., die Frau im Die ersten gelieferten Hennen legen bereits feit drei Wochen und sind zur Zufriedenheit ausgefallen. Der Verein hatte in rassezüchterischer Hinsicht gut- Erfolge aufzuweisen; so wurden in diesem Jahr- viele Zuchttiere und Bruteier nach allen Gauen Deutschlands gefanbt. Der Verein hat eine Jugendgruppe gegründet, der 12 Mitglieder beitraten. Nachdem der Zuchttverbewart Zweck und Ziele der Jugendgruppe dargelegt hatte, forderte er auf, den jungen Züchtern mit Rat und Tat beizustehen. Ferner wurde beschlossen, einen Ausflug nach dem Tierzuchtinstitut in Gießen zu unternehmen. Mit „-Sieg-Heil!", auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. 0 Ober-Hörgern, 1. Aug. Als Nachfolger ür unseren pensionierten Lehrer Ratz wurde Schul« lerwalter Andrees aus Kaichen, seither in (Sie- jen tätig, bestimmt. ** Aus fallende poliklinische Sprechstunden. Die Direktton der Medizinischen Universitäts-Poliklinik (Prof. Dr. H a a s) gibt bekannt, daß die poliklinischen Sprechstunden und die Privatsprechstunden wegen Umzugs in die neue Poliklinik am heutigen Freitag und morgigen Samstag ausfallen. Auf die gestrige Anzeige sei besonders hingewiesen. ** D i e Glyzine blüht. Jedem Blumenfreund wird es auffallen, daß gegenwärtig in verschiedenen Teilen der Stadt an Häusern und Veranden die Glyzine ihre herrlichen lichtblauen Blütentrauben entfaltet, während sie doch normalerweise als Frühlingsblüher anzusprechen ist. Die starken Frühjahrsfröste in der Nacht zum 2. Mai hatten die zarte Blütenanlage in den Knospen vernichtet und auch dem in Entwicklung begriffenen Laubwerk derart stark zugesetzt, daß mancher Naturfreund mit dem Eingehen des an sich winterharten Schlinggewächses rechnete. So ist denn doch noch, wenn auch um mehrere Monate verspätet, der Blütentrieb zum Durchbruch gelangt. Oberhessen. Schweres Verkehrsunglück bei Laubach < Laubach, 2. August. Der mit Klee be- ladene Wagen des hiesigen 51 Jahre allen Landwirts Georg Christian Jäger wurde gestern abend gegen 9.30 Uhr an dem Bahnübergang am Rothenberg von dem aus Richtung Mücke kommenden Personenzug erfaßt und überfahren. Jäger erlitt dabei schwere innere Verletzungen und Kopfverletzungen. Der bedauernswerte Wann verstarb bald nach seiner Einlieferung ins Laubacher Krankenhaus. Die Ehefrau Jäger wurde von der Lokomotive noch etwa 30 Meter weit milgeschleift, blieb aber zum Glück wie durch ein Wunder unverletzt. Ebenso kam bas vier Jahre alle Kind, das Die Bolschewiken legen in ihrer Presse Wert darauf, die Welt wissen zu lassen, zu welchen technischen Spitzenleistungen die Sowjetunion es gebracht habe. Dazu gehört u. a. die Bekämpfung von Bränden. Rußland ist von jeher wohl das Land der Brände gewesen, denn die Städte und Dckrfer bestehen zum größten Teil aus Holzhäusern, dazu kommen die riesigen Waldungen, die häufig von Bränden heimgesucht werden. An Löschen ist in den meisten Fällen nicht zu denken. Welche Wert- jährlich an Waldbränden verloren gehen, mag man daraus ersehen, daß die Bolschewiken selbst den Schaden auf 600 000 bis 800 000 Hektar Waldver- lüft schätzen. In der Zeit von vier Jahren wurden 140000 Waldbrände gemeldet. Man schätzt etwa 3 Prozent Brandstiftungen, ebensoviel auf Funken- flug von Lokomotiven und etwa 1 Prozent wird auf Blitzschläge zurückgeführt. Die Bolschewiken haben nun großzügige Versuche mit Lösch- bomben angestellt, die von Flugzeugen aus auf Oie brennenden Stellen geworfen werden. Angeb- lich sind die Ergebnisse zuftiedenstellend und man i/eht die einzig wirksame Bekämpfung von Wald- branden in der Bildung einer fliegenden Feuerwehr, die nicht nur von oben mit Bomben arbeitet, sondern auch mit Fallschirmen abspringt, um schnell £um Brandherd zu gelangen, ehe er zu große Ausdehnung erfahren hat. Die Ueberwachung der Waldungen soll ebenfalls durch Flugzeuge erfolgen, da man von einer Höhe von mehreren tausend Meten» em weites Gebiet überblicken und durch Rundfunk die Luftfeuerwehr sofort verständigen kann. Damit befolgt man allerdings nicht einen ganz neuen Weg, denn, was die Bolschewiken als ihre Idee aus« posaunen, ist in den Vereinigten Staaten schon seit Jahr und Tag bewährte Tatsache. Williams hätte sich die Ankündigung, die er geftent hier drucken ließ, ersparen können. Er braucht nicht zu befürchten, daß man mir im Hinblick auf seins Person Kredit einräumt. Da er seine eigenen Schulden nicht bezahlt, wird niemand damit rechnen, daß er für die meinen aufkommt." Am merk« würdigsten aber ist doch wohl die Anzeige eines Irländers, der im Jahre 1800 sein Geld damit verdiente, daß er auf offenem Markt einen lebendigen Hund verzehrte. Er ließ nämlich im folgenden Jahre die Anzeige in die Zeitungen rücken: „Der Irländer, der voriges Jahr unter größtem Beifall des Publikums einen lebendigen Hund verzehrt hat, wird am 15. April am selben Ort eine junge einjährige Katze verspeisen, beginnend mit dem Kopfe." folgt eine genaue Beschreibung ihrer Kleidung — bemerkt wurde, ist keineswegs verheiratet, und seine Wünsche wären erfüllt, wenn die liebenswürdige Person sich herabließe, ihn durch ein Wort an die Adresse ... wissen zu lassen, an welchem Ort und wann er die Ehre haben kann, ihr seine Huldigung darzubringen." Im selben Jahr ließ ein alter Offizier das erste Heiratsangebot veröffentlichen: „Ein Militär, der bereits ein gewisses Alter erreicht hat, aber einen hohen Rang in der Armee einnimmt und ein ziemliches Vermögen besitzt, hat sich entschlossen, eine Frau zu nehmen, die ihn von allen häuslichen Sorgen befreit und ihm hilft, den Rest seiner Tage angenehm zu verbringen. Da er hauptsächlich aus diesem Grunde heiraten will und kein Mißtrauen liebt, macht er die jungen Damen, die nach der Ehre streben, seine Witwe zu werden, darauf aufmerksam, daß sie sich jede Mühe sparen können. Er zieht eine Frau im reifen Alter vor, die besonders durch ihr Benehmen gefällt und sanften Charakter besitzt." Im Jahre 1800 tauchte in den Londoner Zeitungen mehrmals eine Anzeige auf, in der ein Engländer sich erbot, Leuten beiderlei Geschlechts Unterricht in der Kunst des Lachens zu geben. Er versicherte selbst über ein melodisches Lachen zu verfügen, dessen Wohlklang er gegen entsprechende Vergütung jedermann gern Mitteilen wolle. Ob er damit großen Erfolg hatte, ist allerdings nicht mehr festzustellen. Zeitweise waren die Londoner so fromm, daß sie auch bei der Auswahl ihrer Dienstboten religiöse Bedingungen geltend machten, die recht ungewöhnlich waren. So heißt es in einer Anzeige der „Eoening Post" von 1803: „Man sucht einen Koch, eine Wirtschafterin und ein Stubenmädchen, sie werden aber nur angenommen, wenn sie schwören können, daß sie an Gott glauben." Eine recht merkwürdige Anzeige gab ein Herr Wilson aus Glasgow auf, der eine besondere Vorliebe für das Studium des Sternenhimmels hatte. Er bat nämlich durch die Vermittlung der Zeitung feine Mitbürger, die Feuer in ihren Kaminen zu löschen, damit er nicht durch den Rauch in feinen Beobachtungen gestört würde. Tatsächlich sollen die Bürger seinen astronomischen Forschungen soviel Hochachtung gezollt haben, daß sie zur besttmmten Stunde diesem Wunsch Rechnung trugen. Eine Anzeige, die besonders durch die darauf folgende Antwort belustigend wirkte, gab im ^hre 1811 ein unzufriedener englischer Ehemann auf: „Ich wünsche, daß niemand Mary Williams, meiner Frau, Kredit einräume, weil ich ihre Schul- den nicht bezahlen werde. Thomas Williams". Am nächsten Tage fand man In demselben Blatt eine A^eige, auf die der Ehemann wohl kaum gefaßt gewesen sein mochte. Sie lautete nämlich: Thomas Aus der Frühzett der Eisenbahn. Von Oskar (9. Koerster. Das war so in den fünfziger Jahren, als vor dem Gafchaus eines kleinen pommerschen Dorfes zwei Wagen hielten. Der Wirt trat vor die Tür und begrüßte die Reisenden. Ein stattlicher Herr sprang aus dem ersten Wagen, gefolgt von zwei Männern in blauen Arbeitsblusen. „Ich möchte bei Ihnen ausspannen," sagte der Fremde, ,chabe hier zu tun. Ich bin der Geometer Mielmann und muß im Gelände dieses Dorfes die geplante Eisenbahnstrecke abstecken." Dem Wirt verging alle Lust zur Antwort. So wurde es nun also Wirklichkeit, was man feit Iah- ren erregt im Dorf diskutiert hatte: die Eisenbahn wird gebaut! Das ganze Dorf war sich einig in der Ablehnung dieses Projektes, der Gemeinderat hatte mehrmals geharnischte Proteste versandt, in denen nachdrücklich und ausführlich erklärt wurde: Wir brauchen keine Eisenbahn, und wir wollen auch keine. Der Geometer aber kümmerte sich nicht weiter um den wortkargen Wirt und ging mit seinen Leuten daran, den zweiten Wagen auszuladen. Eine Menge weißgestrichener Orientterungspfühle und allerlei merkwürdige Apparate und Schnüre kamen zum Vorschein. Eine halbe Stunde später erschien der Gemeindevorsteher. Der Geometer wies ihm die Verfügung der Regierung vor. Da war nichts zu machen. Das Schicksal nahm seinen Lauf. Und die Vermessungs- leute gingen an ihre Arbeit. Bauern und Kinder sahen ihnen zu und würzten ihnen ihr Werk mit spöttischen Bemerkungen und boshaften Scherzworten. Am Abend standen über hundert weiße Pfähle, schön ausgerichtet wie eine Kompanie Soldaten, auf den Wiesen und bezeichneten den Verlauf der Eisenbahnstrecke. Der Geometer und seine Helfer begaben sich ins Wirtshaus; am anderen Tag sollte die Arbeit fortgesetzt werden. Doch ehe die Dunkelheit her- niedersank, ließ der Geometer den Gemeindeschulzen holen. „Ich mache Sie dafür verantwortlich," sprach der Geometer, ,^)aß die aufgestellten Orientierungspfähle weder beschädigt noch versetzt werden." Der Schulze holte den Gemeindediener. „Kri- schan!" befahl er streng, „wenn den weißen Stangen da draußen was passiert, mußt du brummen!" Am nächsten Morgen ging der Geometer wieder an_ sein Werk. Doch als er nach feinen weißen Pfählen Ausschau hielt, erblickte er auch nicht einen einzigen mehr. Wütend schickte er nach dem Schulzen. Der rief den Gemeindediener. „Krischan, was ist mit den Pfählen?" zuführen und somit gleichzeitig die Bedeutung des Staatsbades hervorzuheben. In seiner Ansprache wies Gauleiter Sprenger darauf hin, daß es die höchste Aufgabe fei, die Schätze der Natur, die uns in Form von beoeuten- den Heilquellen gegeben worden feien, der leidenden Menschheit zugänglich zu machen, besonders aber den werktätigen deutschen Volksgenossen. Freiherr von Wechmar dankte dem Gauleiter für das ihm durch die Berufung bewiesene Vertrauen und gab die Versicherung ab, daß er alles tun werde, um das Staatsbad in jeder Beziehung zu fördern. Landkreis Gießen. § Mainzlar, 1. August. Heute nachmittag fand im Wohlfahrtsgebäude der hiesigen Didierwerke ein Betriebsappell statt. Mit dem Einmarsch der Bannerabordnung unter der Leitung des Betriebsgemeinschastswalters O. Mer- k e l fand der Appell seinen Auftakt. Der stellvertretende Betriebssichrer Kamerad Töppler hieß alle Teilnehmer willkommen. Der deutsch-öster- reichische Kamerad W e i n r i ch sprach sodann in fesselnder Weise über den Kampf des Auslandsdeutschtums um seine Existenz. Er wies besonders die verhältnismäßig schmale Drücke bei dem stets zunehmenden Autoverkehr immer mit Gefahren ver» knüpft war. Die zweite Stelle mit Kleinvflaster, die Gießener Straße vorn Denkmalsplatz bis zur Göbelnröder Straße, ist seit einigen Tagen auch in Angriff genommen worden. Hier wird inner« t)alb der Stadt auch erhöhter Fußsteig angelegt, es ist nur noch nicht entschieden, in welcher Form dies geschehen soll. Die dritte Stelle mit Kleinvflaster, der Anstieg zum Gießener Wald, ist soweit fertiggestellt. (D Grüningen, 1. Aug. Seit der vor einigen Jahren erfolgten Versetzung des Pfarrers Weber ist unsere Pfarrstelle verwaist. Sie wurde seit« her durch die Pfarreien der Gemeinden Eberstadt, Watzenborn - Steinberg und Leihgestern vertreten. Nunmehr wurde Pfarrverwalter Launhard (Holzheim) beauftragt, die verwaiste Pfarrstelle mitzuversehen. > Holzheim, 1. Aug. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein Holzbeim hatte zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen. Der Vereinsfuhrer Heinrich Alles teilte mit, daß nach einer Anordnung des Reichsfachgruppenleiters des Reichsverbandes Deutscher Kleintterzüchter eine Vorstandsneuwahl stattzuftn« den habe. Der seitherige Vereinsführer Heinrich Alles wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Dieser ernannte zu feinem Stellvertreter den Untererheber Theodor Sander. Ferner wurden ernannt: Heinrich Jung I. zum Schriftwart, Karl Reitz zum Kassenwart, Zucht- werbewart Wilhelm Jung IX., Tätowiermeister Heinrich Muller II. Die diesjährige Lokalschau findet am 29. Dezember statt. Der Schriftwart und Ortsberater für bäuerliche Leistungszucht gab sodann bekannt, daß in zwei Abteilungen größere Mengeir Junghennen vom Tierzuchttnstitut in Gießen an die Landwirte geliefert worden sind. bei den „steifen" Norddeutschen, ober bei den lebendigen Schwaden, die Bevölkerung fchlossenheit teilgenommen hat, daß (jener nur den Wunsch haben kann, es möge hier genau so werden. dem Sportamk, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, Telephon 2919. Für Anfängerkurse werden Bälle und Schläger vom Sportamt gestellt. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19.15 Uhr: Badeanstalt des Männerbadevereins. Mittwochs von 20 bis 21 Uhr: Lolksbad. Mittwochs von 21 bis 22 Uhr: Volksbad. Ab Dienstag, den 6. August, von 19.30 bis 20.45 Uhr: Hallenbad Wetzlar; von 20.45 bis 22 Uhr: Hallenbad Wetzlar. Samstags von 16 bis 17.30 Uhr: Lahnbad Lollar. NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. Lebensmittelopferring. Am Dienstag, 6., und Mittwoch, 7. August, findet die Einziehung des Lebensmittelopferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereitzuhalten und den Inhalt auf den Umhüllungen angugebcn. Landschastsbund Volkstum und Heimat. Orlsring Gießen. Wir bitten alle unsere Mitglieder in Stadt und Land um regen Besuch des Gaufestes des RfL., besonders aber des Festspiels unseres Kreisringführers Georg Heß, das am Samstag um 20.30 Uhr in der Volkshalle veranstaltet wird. Zehn Trachtengruppen unseres Landschaftsbundes wirken u. a. dabei mit. Eintritt 50 Pf., für Jugendliche 30 Pf., zuzüglich des Sportgroschens. Gießener Mitbürger nehmt am Gaufest herzlichen Anteil! Aus dem Kreise der Gießener Turnerschast wird uns geschrieben: Große Veranstaltungen, ganz gleich von welcher Vereinigung deutscher Menschen sie getragen werden, sind immer zugleich ein Aushängeschild für eine Stadt und ihre Einwohner. All die vielen Gäste, die aus dem weiten Umkreis in die Feststadt zusammenströmen, werden auf Jahre hinaus ihre Einstellung für die betreffende Stadt ganz danach treffen, wie sie gelegentlich des Festes ausgenommen wurden. Es darf daher auf keinen Fall nur der Menschenkreis, der zu den eigentlichen Veranstaltern gehört, und allenfalls noch die, die einen direkten oder indirekten Nutzen daraus ziehen, den Gästen die Einwohnerschaft der Feststadt darstellen, nein, auch alle die anderen sollten die Festtage dazu benutzen, ihre Volksverbundenheit in jeder Form kundzugeben. Wenn man die Berichte der bisher stattgefunde- nen Gaufeste liest, kann man mit Bewunderung feststellen, daß überall, ob in Nord oder Süd, ob Darum liebe Mitbürger, die ihr vielleicht heute noch abseits steht, tragt dazu bei, daß der gute Ruf Gießens gewahrt bleibt. Es gibt genug Möglichkeiten, eure Verbundenheit zum Aus- druck zu bringen. Wer keine Lust hat, sich die Wettkämpfe auf dem Trieb anzusehen, kann zum mindesten dazu beitragen, daß der Festzug und überhaupt all die vielen Fremden, die an den Festtagen durch die Straßen unserer Stadt ziehen, durch den Schmuck der Häuser in ihrer Festfreude auch durch diese Aeußerlichkeit noch gehoben werden. Werft dem Festzug Blumen zu, und vielleicht rafft ihr euch doch auf, dem Zug zu folgen und euch die Kämpfe anzusehen. Ihr spürt dann vielleicht auch einen Teil der Stimmung und der Freude, die die Turner und Sportler immer wieder zu ihren Festen ziehen läßt! Erstes Schulungslager -es Hessischen Sängerbundes. LPD. Gauführer Ministerialrat Ringshausen hat für das Gebiet des Gaues 12 des Deutschen Sängerbundes ein Schulungslager nach dem Muster des DSV. angeordnet. Das Lager wird am Samstag, 21. September, unter Leitung des DSB.-Schu- lungsleiters R o s e n t h a l - H e i n z e l im Jugendheim der NSDAP. Brandau eröffnet und dauert bis einschließlich 28. September. Die Lagermannschaft nimmt anschließend geschlossen an dem Gausängertag des Gaues in Darmstadt teil. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer für dich". — Gaufest: 18.15 Uhr Antreten der Vereine auf Oswaldsgarten zum Abholen des Gaudanners; 19 Uhr Abholen des Gaubanners, Festeröffnung auf Oswaldsgarten, Gefallenenehrung und Jahngedenken. Marsch nach der Volkshalle. • auch auf den Kampf im Memelland hin und betonte, wie wichtig es fei, daß sich das ganze Mutterland für die Ausländsdeutschen einsetze. Der stellvertretende Führer des Betriebes dankte dem Redner für feine aufschlußreichen Worte. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen Horst- Wessel-Lied klang der Appell aus. wg. Großen-Buseck, 1. August. Die Ar- beit auf den Getreidefeldern geht ihrem Ende entgegen. Roggen und Gerste sind bereits eingefahren. Weizen und Hafer werden jetzt geschnitten. Der Körnerertrag ist mittelmäßig. Zum Teil wird bereits im Freien gedroschen. + Grünberg, 1, August. Die Instand» setzungsarbeiten an der Reichs st raße Gießen — Alsfeld sind jetzt hier in vollem Gange. So ist seit einigen Tagen eine zweite Anlage für die Herstellung des Asphaltbelages am Bahnhof Mücke in Tätigkeit, die den Belag für die Teilstrecke Grünberg—Mücke liefert, während die Anlage am hiesigen Bahnhof, die schon drei Wochen arbeitet, den Belag für den Straßenteil Grünberg—Lindenstruth bis zur Abzweigung nach Queckborn herstellt. An drei verschiedenen Stellen wird gleichzeitig an der Herstellung des Kleinpflasters gearbeitet. Am Dftausgang der Stadt ist die Strecke vom Eingang zum Schwimmbad bis an die Alsfelder Brücke fertig. Die Pflasterung über die Brücke soll Anfang nächster Woche möglichst rasch durchgeführt werden, um das Einbringen der Ernte nicht zu lange aufzuhalten. Da das Kleinpflaster hier die ganze Breite der Brücke erfaßt, ist eine Verbreiterung derselben vorgesehen, um dadurch einen Weg für die Fußgänger zu schaffen. Dieser erhöhte Fußsteig, der in einer Breite von 1,50 Meter vorgesehen ist, bedingt die Entfernung der einen Einfassungsmauer und eine Ausfüllung des Dammes. Es ist geplant, den Fußsteig auf die Seite nach dem Brunnental zu legen. Die Anlage dieses Fußsteiges bedeutet die Erfüllung eines schon jahrelang geäußerten Wun- ____v. .... uv„ v.c u „„ sches der Fußgänger, da für diese der Gang über 83. Lebensjahr steht. Allerdings entstammen beids Hin-enburg-Gedenkappell der Wehrmacht in Gießen. alten Bauerngeschlechtern, die von zäher Lebenskraft sind. Der Stamm Roth ist in unserer Gegend seit tanger als 500 Jahren nachweisbar, die Sippe K r a u s ch siedelt in Birklar auch seit Jahrhunderten. - Unsere O r t s d u r ch s a h r t ist nun dem Verkehr wieder f r e i g e g e b e n. Die Obergasse hat durch die Modernisierung ihrer Fahrbahn wesentlich an Schönheit und Bequemlichkeit gewonnen. — Der Getreideschnitt nähert sich seinem Ende. Die Landwirte rechnen mit einer guten Mittelernte im Körnerertrag. Der Behang der Obstbaume ist in unserer Gemarkung leider nur gering. Kreis Stiebberg. LPD. Bad-Nauheim, 1. August. In der Scheune des Bauern Eisner in Rödgen entstand gegen 22 Uhr ein Brand, dem die Scheune, die Stallungen und Nebengebäude zum Opfer fielen. Das Feuer, das zuerst von einem Dienstmädchen bemerkt worden war, breitete sich so schnell aus, daß sich die Feuerwehren darauf beschränken mutzten, das Wohnhaus vor dem Uebergreifen der Flammen zu bewahren. ftrti* Bübingen. )—( Ober-Widdersheim, 1. Aug. Begünstigt durch die Witterung hatte der Bauersmann in diesem Jahre in Getreide und Hackfrucht viel mit dem U n k r a u t zu kämpfen. Erstmalig wurde dabei auch das Vorkommen des Knopfkrautes vermerkt, das durch französische Kriegsgefangene in die Gegend von Gießen gebracht wurde und darum dort als Franzosenkraut oder Gießer Unkraut begegnet wird. Jedenfalls hat der Wind die feinen Samen in das neue Verbreitungsgebiet gebracht. Jeder Feld- oder Gartenbesitzer sollte es beim Auftreten sofort vernichten. Dieses überaus lästige Unk-aut hat nämlich die Eigenart, daß der noch unreife Samen schon vermehrungsfähig ist. Kreis Schotten. * W etter f eId, 1. Aug. Der seit über 30 Jahren an der Spitze unseres Dorfes stehende Bürgermeister Krauß wurde wiederum auf sechs Jahre zum ehrenamtlichen Bürgermei- st e r ernannt und vom Kreisamt für sein Amt verpflichtet. # Rainrod, 1.August. Dieser Tage feierte der Bahnhofsvorsteher i. R. Johannes Ulrich in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. Zu seiner großen Freude wurde chm durch Ober-Inspektor Bohr von Nidda im Auftrag der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ein schönes Glückwunschschreiben unter Beifügung eines ansehnlichen Geldgeschenkes überreicht. Zahlreiche Gratulanten fanden sich in seinem Hause ein, um dem alten Herrn die besten Glückwünsche darzubringen. Der Jubilar hat die hiesige Bahnstation von der Eröffnung der Strecke Nidda—Schotten an bis zu seiner Pensionierung tm Jahre 1917 treu und gewissenhaft verwaltet und ist jetzt der älteste Einwohner unseres Dorfes. Kreis Alsfeld. £ Groß.Felda, 1. Aug. Unsere Kirche wird zur Zeit im Innern erneuert. Die Arbeiten konnten in Angriff genommen werden, da die Gemeindeglieder die erforderlichen Mittel gespendet hatten. In wenigen Wochen wird sich die Kirche in einem neuen Kleid zeigen, das sich vom alten wesentlich unterscheidet. In ihren ältesten Tellen stammt die Kirche noch aus katholischer Zeit und war im gotischen Stil gehalten, wie sich aus Tabernakel, Kanzel und Taufstein feststellen läßt, die aus dem 15. Jahrhundert stammen. Unter dem Verputz sind Wandmalereien festzustellen, die wahrscheinlich aus derselben Zeit stammen. Leider sind sie so zerstört, daß sie sich nicht w i e d e r h e r st e l l e n lassen. Wie aus dem Verputz an der Nordselle sich feststellen läßt, haben im Jahre 1678 wesentliche Umbauten, insbesondere Emporen, die Kirche verändert. Ein' Teil der Kirchenbänke, deren Backen reich verziert sind, stammt aus dem Jahre 1795. Ein häßlicher brauner Anstrich hatte der Kirche ihren ganzen Reiz genommen. Aus Anlaß des Todestages des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg wehen heute von allen öffentlichen Gebäuden und den Kasernen die Flaggen des Reiches bzw. der Wehrmacht auf Halbmast. In der Neuen Kaserne fand am heutigen Vormittag ein Standort- appell der Wehrmacht für den großen Heerführer des Weltkrieges, den getreuen Ekkehard des deutschen Volkes statt. Im offenen Viereck waren die Mannschaften unseres Regimentes angetreten. Pünktlich um 10 Uhr begann die kurze Gedenkfeier. Oberstleutnant von Wachter meldete dem Standortältesten, Oberst Vierow, die Truppen, der die Soldaten mit einem kräftigen „Heil Grenadiere!" begrüßte. Wie ein Rus klang das „Heil!" der Mannschaften über den weiten Platz. Sodann hielt der Regimentskommandeur Oberst Vierow folgende Ansprache an das Regiment: Grenadiere! Heute vor einem Jahre schloß der Reichspräsident und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg für immer die Augen. Wir gedenken seiner als des großen Feldherrn des Weltkrieges und treuen Ekkehard des deutschen Volkes in tiefer und aufrichtiger Verehrung. Als am 22. August 1914 der nach einem arbeitsreichen Leben im Ruhestand in Hannover wohnende ehemalige Kommandierende General des IV. Armeekorps an die Spitze der 8. Armee in Ostpreußen berufen wurde, kannten nur wenige seinen Namen. Acht Tage später, nach der siegreichen Schlacht bei Tannenberg, der größten Vernichtungsschlacht des Weltkrieges, nannte den Namen Hindenburg die ganze Welt. Seit jenem unerhörten Siege sahen wir alle in ihm den großen Feldherrn, der dem deutschen Volke in schwerster Not vom Hinnnel gesandt war, dazu berufen, es gegen eine Welt von Feinden zu beschützen. Wir erblicken in ihm den großen Soldaten, der in vorbildlicher Pflichttreue und harter selbstloser Arbeit seine Pflicht tat. wir sahen in ihm den väterlichen Vorgesetzten, der in Güte und selbstloser Hingabe ein warmes Herz für seine Untergebenen zeigte. Dieses Vertrauen, das Millionen Deutscher zu die- fern großen schlichten Manne hatten, wurde nicht enttäuscht. Im Osten folgte auf Tannenberg Sieg auf Sieg, er wurde der Befreier Ostpreußens von der russischen Dampfwalze, er wurde der Besieger Rußlands. Im Jahre 1916 wurde Hindenburg zusammen mit seinem genialen Gehilfen, dem General L u - Kreis Lauterbach. £ Lauterbach, 1. August. In der heutigen Stadtratssitzung wurde zunächst die Hauptsatzung der Stadt Lauterbach dahingehend geändert, daß für die Folge für die Stadt nur noch 10 Gemeinderäte vorzusehen sind und dem hauptamtlich anzustellenden Bürgermeister zwei ehrenamtliche Beigeordnete zur Seite stehen. Beigeordneter Gürtler teilte, entgegen verschiedenen Gerüchten, mit, daß unmittelbar mit der Auflassung des Geländes mit dem Bau des neuen P o st- gebäudes begonnen werde. Die Arbeiten sollen nur an Lauterbacher Handwerker vergeben werden. Sodann wurde beschlossen, zur Adolf-Hitler- Spende der deutschen Wirtschaft den Betrag von 82 Mark zu stiften. Die G e m e i n d e g e w e r b e- {teuer soll unter bestimmten Voraussetzungen aus Billigkeitsgründen nachgelassen werden. Beigeord- dendorff, durch das Vertrauen seines Obersten Kriegsherrn an die Spitze der Obersten Heeresleitung berufen. Es ging wie ein Aufatmen durch die im Stellungskriege erstarrten Fronten, als diese beiden Männer an die Spitze des deutschen Heeres traten. In einem bisher unerhörten Ausmaße wurden alle Kräfte des deutschen Volkes für die große Entscheidung eingespannt. Als im Anfang des Jahres 1918 alle Vorbereitungen getroffen waren, begann im März die gewaltige Schlacht in Frankreich. In wuchtigen Schlägen sollte die feindliche Front im Westen durchbrochen werden. Daß der deutschen Armee letzten Endes der Erfolg versagte, ist nicht Schuld des Feldherrn und seiner unvergleichlichen Armee. Das war Schicksal. Als Ende 1918 das Chaos hereinbrach, blieb er an der Spitze der Armee und führte sie geschlossen in die Heimat zurück. An seinem stillen Heldentum richteten sich alle diejenigen auf, die noch an Deutschland glaubten. Er war es, der schließlich das Schlimmste, das Absinken in den Bolschewismus, verhinderte. 1925, mit 78 Jahren, übernahm Hindenburg das Amt des Reichspräsidenten. Durch feine staatsmännische Weisheit, seine schlichte, große Persönlichkeit wuchs das Vertrauen zu ihm von Jahr au Jahr, er wurde im Herzen aller wahrhaft Deutschen der treue Ekkehard, der Mahner zu Einigkeit und Treue. Die Erfüllung seines Traumes, die Erneuerung des deutschen Volkes, durste er noch erleben. In Adolf Hitler fand er den Mann, der diese Ausgabe meisterte. Wir Soldaten aber werden nie vergessen, was dieser große alte Wann uns gewesen ist, der siegreiche Feldherr, der vorbildliche Soldat, der Wahner zur Einigkeit und Wehrhaftigkeit. Ihm nachzueifern, wollen wir mit heißem herzen bemüht sein. 3n ihm und dem Vollstrecker seines Willens, Adolf Hitler, sehen wir die großen soldatischen Persönlichkeiten, die ein gütiges Schicksal Deutschland in letzter Stunde bescherte. Und so wollen wir in dieser Stunde der Erinnerung an den großen Feldmarschall des Mannes gedenken, der den Wunsch des Siegers von Tannenberg erfüllte, indem er dem deutschen Volke die Ehre und Wehrsteiheit Wiedergabe Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unser geliebter Führer und Reichskanzler Hurra! Das Musikkorps spielte sodann unter Begleitung des Spielmannszuges die Melodien des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Hierauf rückten die Kompanien ein. neter Gürtler gab bekannt, daß die Erweiterung des Friedhofes unbedingt notwendig sei. Die Erweiterung solle noch im Laufe dieses Jahres begonnen und im nächsten Frühjahr fortgesetzt werden. Die Schaffung von Wegen, wie die Erweiterung überhaupt, erfordere einen Aufwand von 7000 bis 8000 Mark. Das notwendige Gelände soll, soweit es nicht schon stadteigen ist, im Feldbereinigungsverfahren zugeteilt werden. Die gärtnerischen Arbeiten sollen von Lauterbacher Gärtnern ausgeführt werden. Sodann wurde über den Stand der Wasserleitungsarbei- t e n Bericht erstattet. Der erste Bauabschnitt ist fertig, der zweite Abschnitt, vom Hochbehälter zur bereits gefaßten Quelle in der Gemarkung Allmenrod, soll sofort in Angriff genommen werden. Einen Anschluß will man für das Arbeitsdienstlager Sickendorf schaffen. Ein Teilnehmer an der Versailler Kmserproklamaüon gestorben. LPD. Marburg, 1. Aug. Im hohen Aller von 90 Jahren verstarb hier der frühere Gendarm und spätere langjährige Wirt der Marburger Herberge „Zur Heimat", Rentner Andreas Weber. Mit dem Verblichenen ist einer der letzten Teilnehmer an der Versailler Kaiserproklamation zur großen Armee abberu- fen worden. Weber, der aus Thüringen stammt, gehörte vom Jahre 1866 ab dem früheren Marburger Jägerbataillon Nr. 11 an und machte im Musikkorps dieses Bataillons den Feldzug 1870/71 mit, in dessen Verband er auch die Ehre hatte, an der feierlichen Kaiserkrönung im Versailler Spiegelsaal teilnehmen zu dürfen. Vorbildliche Tierschuharbeit. Der unter Leitung von Ministerialrat Rings- hausen stehende Tierschutzverein für Darmstadt und Umgebung hat zur Unterbringung herrenloser Kleintiere ein Tierheim errichtet und am 1. Juli in Betrieb genommen. Die jahrzehntelangen Bemühungen der Darmstädter Tiersteunde um die Schaffung einer einwandfreien Unterbringung der aufgegriffenen, herrenlosen Tiere ist nun gelöst. Neben herrenlosen Hunden, Katzen und sonstigen Kleintieren können auch Tiere aufge- genommen werden, die in Anwendung der Paragraphen 10 und 11 des Reichstierschutzgesetzes ihrem Besitzer fortgenommen werden, weil er sie fortgesetzt roh mißhandelte, oder in der Haltung und Pflege so vernachlässigte, daß sie erhebliche körperliche Schädigungen davontrugen. Auch Tiere, deren Besitzer auf Reisen oder vorübergehend abwesend sind, finden Aufnahme. Unter der sachkundigen Beratung von Oberveterinärrat Dr. Küthe und Oberrechnungsrat N. Kratz wurde bei sorgfältigstem Haushalten mit den zur Verfügung stehenden Geldmitteln eine mustergültige Einrichtung zur wirksamen Ausübung des Tierschutzes geschaffen. An eine freundliche Wohnung für den Tierpfleger schließt sich ein fester Winterbau an, der zur Unterbringung der Tiere in der kalten Jahreszeit dient. Sonst tummeln sich die Pfleglinge im Freien in geräumigen Zwingern. Wenn der äußere Aufbau des Tierheimes vollständig fertiggestellt ist, werden die Zwinger mit dichten Hecken und dichtem Buschwerk umgeben sein, das die Tiere vor den sengenden Sonnenstrahlen- schützen wird. Oeutschlandfahrt auf gestohlenen Fahrrädern. LPD. Frankfurt a. M., 1. August. In Barcelona stand die Wiege des 46jährigen Alfred Grützner, der, obwohl er das Licht der Welt im Lande der Stierkämpfe erblickte, deutscher Staatsangehöriger sein will. Als er dem Schöffengericht wegen einer Serie von Fahrrad- dies stählen vorgeführt wurde, erzählte er, daß er einer „kleinen Sache" wegen Spaniens Fluren habe verlassen müssen, und daß er sich im Vertrauen auf seine Sprachkenntnisse — er spricht sieben Sprachen — nach Deutschland begeben habe, wo er Arbeit zu finden hoffte. Aber das Glück war ihm nicht hold, und so fristete er sein Leben als Uhr- reparateur, in der Hauptsache aber durch Fahrraddiebstähle. Seit 1933 ist er in Altona, Chemnitz und Plauen wegen Diebstahls bestraft worden und begann, als er im August des vergangenen Jahres aus der Haft kam, eine D e u t s ch l a n d f a h r i auf gestohlenen Fahrrädern. In den einzelnen Städten stahl er jeweils ein bis zwei Räder, die er unterwegs verkaufte. In Frankfurt wurde er schließlich gefaßt und legte dabei ein umfangreiches Geständnis ab. „Ich habe nicht aus Wollust gestohlen und bin auch kein Berufsverbrecher", meinte der Angeklagte mit dem Hinzufügen, daß er sich nie die Räder armer Leute, sondern meist von Beamten genommen habe. Der Fahrradmarder wurde zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt. )ir sanden zueinander * Nachdruck verboten! 17. Fortsetzung. Roman von Klothilde v. Stegmann, vrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) und nach Fassung rang. Dietrich schien es nicht zu sehen. . r „Darf ich dich bitten, Marlen", sagte er, „dieses als Brautgeschenk von mir anzunehmen?" Er holte , ein Kästchen aus seiner Tasche und öffnete es. Auf blausamtenem Grunde lag ein wunderschön gefaßter Ring mit zwei großen, grauen Perlen. Er war ein Wunder an Schönheit. Aber wieder mußte Marlen denken: Perlen? Perlen bedeuten Tränen! Eiskalt war ihre Hand, als Dietrich ihr den Ring an den Finger steckte. Kaum vermochte sie ein mühsames „Danke — wie schön!" herauszu- stammeln. „Und nun können wir wohl das Notwendigste besprechen", fuhr Dietrich fort. „Wenn ihr gestattet!" Er setzte sich, nachdem die beiden jungen Mädchen Platz genommen hatten. Karla betrachtete.stumm und angstvoll die beiden Menschen. Wie bleich sie aussahen, wie ihre Augen einander mieden! Ach, wie ganz anders hatte sie sich die Verbindung von Marlen und Dietrich gedacht! Mußte sie weiter schweigen? Sollte sie nicht die Hände dieser beiden Menschen nehmen und sagen: Besinnt euch doch! Was steht zwischen euch? Wollt ihr wirklich so den Lebensbund miteinander schließen? Irgendein Mißverständnis muß zwischen euch fein. Wenn das geklärt ist, werdet ihr den Weg zueinander finden. Aber sie war ja durch ihr Versprechen Marlen gegenüber gebunden. Mit sehenden Augen mußte sie zuschauen, wie die beiden teuersten Menschen aus dem tiefsten Glück das größte Unglück machten. Dann entwickelte Dietrich feine Pläne für die nächste Zukunft. Die Verlobungsanzeigen waren schon bestellt. Sie würden morgen, Freitag, herausgehen können — am Sonntag würde man den großen Empfang abhalten können. „Ich möchte den Verlobungsempfang auf Schloß Veltheim veranstalten. Darf ich dich, Karla, und deinen Vater bitten, mich dabei zu unterstützen?" Karla nickte mit feuchten Augen. Dietrich fuhr fort: „Und dich, Marlen, bitte ich, mir deine Papiere auszuhändigen — ich möchte das Aufgebot bestellen. Wenn es dir recht ist, heiraten wir vier Wochen nach dem Aufgebot." Marlen zuckte zusammen. So bald schon!, dachte sie gehetzt. Aber als Dietrich nun zum ersten Male seinen kühlen Blick auf sie richtete, sagte sie, anscheinend gleichmütig: „Mir ist alles recht, wie Sie — wie du es bestimmst." - Es war das erste Mal, daß sie ihn mit dem ver- i trauten „Du" anredete. Schwer kam es ihr über - die Lippen. Jetzt erst ermaß sie ganz, wie fern t sie beide sich standen. Dietrich erhob sich. - „Dann will ich wieder zuruckfahren. Es ist für . die Verlobungsfeier noch Verschiedenes zu richten. In seiner etwas lärmenden Art streckte er ihr beide Hände entgegen: „Was höre ich, kleine Marlen? Sie sind Braut? Die Karla hat's mir eben erzählt. Braut von un- ferm lieben Dietrich? Na, da sind zwei prächtige Menschenkinder zusammengekommenl Kommen Sie her, Kindchen, von einem alten Krauter wie mir können Sie schon einen Glückwunsch annehmen." Damit hatte er sie in die Arme genommen und schallend auf beide Wangen geküßt. Dann schob er Marlen von sich, sah sie prüfend „Bißchen blaß sehen Sie aus, Kindchen! Und die Aeuglein sind gar nicht so frisch wie fünft Na ja, die Aufregung — das bräutliche Glück! Werden sich schon gewöhnen, Kindchen. Na, und wann kommt er denn nun, der. Heißgeliebte? Rosen sind ja ganz schon, aber ein richtiger Kuß ist doch noch schöner — nicht wahr?" Karla, die jetzt hereingekommen war, machte ein gequältes Gesicht. Am liebsten hätte sie den Vater gebeten, er möge schweigen. Wie mußte Marlen unter all dem leiden? Aber Marlen nickte Karla unmerklich zu, als wollte sie sagen: Laß nur! So ist es am besten. So bekomme ich mich am ersten dazu, mich nicht gehen zu lassen. Karla bewunderte Marlen im geheimen. Wie konnte sich die Freundin beherrschen! Ja, sie vermochte sogar auf die Scherze Weckenroths einzugehen und heiter und gleichmütig zu antworten. Dann kamen die Hausangestellten; sie alle hatten schon von der freudigen Nachricht gehört. Sie gratulierten so herzlich, daß man fühlte, sie alle hatten Marlen von Herzen gern. Kaum war man mit dem Frühstück fertig, da rief auch Dietrich an und meldete sein Kommen für den Vormittag. Da wurde Marlen aber doch blaß: „Laß mich nicht allein, Karla!" bat sie leise, nachdem Hauptmann Weckenroth in seinem Zimmer verschwunden war. „Laß mich um Gottes willen mit Dietrich Veltheim nicht allein!" Angstvoll umkrampfte sie die Hand der Freundin. Ihre sonst so klaren, grauen Augen hatten einen gehetzten Ausdruck. „Beruhige dich nur, Liebes, ich bleibe ja bei dir!" versprach Karla. Sie wich nicht von Marlens Seite, als Diettich bann kam. Und er schien es auch nicht anders erwartet zu haben. Er begrüßte Marlen mit einem vollendet höflichen Handkuß, bann Karla. Karla sah, wie Marlen zitterte was ich mit meiner Haushälterin zu besprechen habe. Noch eins, Marlen: -Ich wünsche, baß du an deinem Verlobungstag so auftrittft, wie es der zukünftigen Herrin auf Schloß Veltheim zukommt. Darf ich dir dies überreichen?" Er zog einen Briefumschlag aus der Tasche. „Hier ist ein Ausweis auf meine Bank. Bitte, verfüge ganz nach deinem Belieben und in der Höye, die du für notwendig findest." Marlen wurde glühend rot. Ihre Hand zuckte zurück. Es war chr, als hätte sie einen Schlag erhalten. „Ich — ich glaube, ich werde das nicht brauchen", tammelte sie. Mit kalter Verwunderung sah Dietrich Veltheim sie an. „Ich glaube, darüber täuschst du dich, Marlen. Ich habe ja eben gesagt: Meine Braut und zukünftige Frau muß standesgemäß auftreten. Aus eigenen Mitteln wirst du dir das wohl nicht gestatten können. Ich begreife nicht, warum du dich weigerst — du hast doch selbst gesagt, warum du auf diese Heirat eingehst. Jetzt also kommst du aus der Armut heraus, wie du es gewünscht hast." Marlen wurde kreideweiß. Sie sprach kein Wort mehr. Sie nahm den Briefumschlag, den Dietrich ihr noch hinhielt. Dann neigte sie stolz den Kopf und ging mit festen Schritten hinaus. Karla fühlte, wie die Tränen kamen. „Aber Dietrich, wie kannst du so hart und schonungslos sprechen! Es hat ja gerade den Anschein, als "wolltest du Marlen tödlich treffen." „Und wenn ich es wollte!?" fragte Diettich Veltheim wild zurück. Dann schwieg er. Er konnte Karla nicht sagen, was er jetzt gedacht. Daß ja auch Marlen ihn tödlich getroffen, daß man diesen Schmerz nur betäubte, wenn man selbst hart war, hart und rücksichtslos. 14. Kapitel. Mit dem Vollmond war das Wetter umgeschlagen. Alles Land ertrank in grauen Regenfluten. Ein häßlicher Wind jagte über die Felder. Es war, als wäre der Herbst statt des Frühlings wieder eingekehrt. Auf Schloß Veltheim aber spürte man nichts von dieser Veränderung. In allen Gesellschaftsräumen brannten die elektrischen Kronen, eine wohlige Wärme verbreitete sich, lag in allen Räumen. Aus Anordnung des Arztes war die Heizung in diesen kalten Tagen wieder in Gang gesetzt worden. Die angegriffene Gesundheit des Schlohherrn erforderte noch allergrößte Schonung. Blumen dufteten aus allen Schalen und Vasen. In den Ecken der saalartigen Räume standen große Kübel mit blühenden Pflanzen: Hortensien, Kamelien, Azalien. In dem mittleren Empfangsraum, der ganz in Weiß und Gold gehalten war, stand , Marlen neben Diettich, neben ihm Hauptmann Weckenroth und Karla. Unaufhörlich fuhren neue Autos und Wagen vor dem Portal von Schloß Veltheim vor. Unaufhörlich kamen neue Gratulanten, von dem Kammerdiener geleitet, um dem jungen Brautpaar ihre Glückwünsche zu übermitteln. Diettich Veltheim war im ganzen Kreise sehr beliebt. Alle Gutsbesitzer und hervorragenden Persönlichkeiten der Umgebung freuten sich, den Schloßherrn von Veltheim nun auch offiziell begrüßen zu dürfen. Die Testamentsklausel Frau Albertas war dem weiteren Kreise natürlich nicht bekannt. So glaubte jeder, daß Diettich Veltheim und Marlen Korda aus wirklicher Liebe zusammen- gefommen wären. Diese Verlobung war der Gesprächsstoff der ganzen Gesellschaft. Man hatte Marlen hin und wieder bei Hauptmann Weckenroth gesehen. Alle hatten das schöne, feine Mädchen gern und freuten sich ihres Glücks. Und wirklich, diese beiden Menschen schienen glücklich zu sein. Wie sie da nebeneinander standen, waren sie nach dem Urteil aller ein wunderschönes Paar. Dietrichs schlanke Figur wurde durch den tadellos gearbeiteten Frack noch mehr hervorgehoben. Sein Gesicht war zwar noch hager, sah aber jetzt in der warmen Beleuchtung hier nicht mehr so elend aus. Die vornehme Herbheit feiner Züge wurde durch die Magerkeit eher noch betont Neben ihm Marlen, wie ein lichter Traum in dem hellen Leuchten ihrer goldblonden Flechten, dem warmen Grau ihrer großen Augen unter den schwarzen Wimpern. Marlen trug ein Kleid aus kostbaren weißen irischen Spitzen, in die Kanten von handgestickten Rosen hineingearbeitet waren. Das schöne Muster der Spitzen hob sich wirkungsvoll ab von dem rosenfarbenen seidenen Unterkleid. Das Kleid war in der Taille eng zusammengenommen und hatte einen breiten Gürtel aus weichem rosenfarbenen Samt, der hinten in einer breiten Flügelschleife gebunden war. Marlens schlanke, zarte Figur wurde durch dieses Kleid noch größer und schlanker. Um Marlens schmalen Hals lag ein altertümlicher Brillantschmuck, der Schmuck des Hauses Veltheim. Im Gürtel befestigt hatte sie einen großen Strauß Maiglöckchen, die einen süßen Duft aus» strömten. Weiße Seidenschuhe und zartrosa Strümpfe vervollständigen den kostbaren und dabei doch vornehmen Anzug. Karla sah in ihrem mattgelben Crepe-de-Chine- Kleid neben der schön gewachsenen Freundin ziemlich unscheinbar aus. Aber ihre warmen, dunklen Augen gaben dem ganzen feinen Gesicht den Ausdruck einer solch strahlenden Güte, daß sie davon unendlich verschönt wurde. Besorgt sah sie immer wieder auf Marlen. Nur sie allein wußte ja, was die Freundin litt. Würde sie diese Haltung der Selbstbeherrschung und des scheinbaren Glücks bewahren können? (Fortsetzung folgt!), Der Soldat als Tamer and Sportler. -! o .-.. In klarer Erkenntnis der Bedeutung der Leibes- Übung für die Kräftigung des Körpers hat die Wehrmacht schon stets den Soldaten eine intensive turnerische und sportliche Ausbildung angedeihen lassen. Sport wird heute mehr denn je in der Wehrmacht gepflegt. Der Soldat erfährt hierbei sogar eine ziemlich universelle Ausbildung. Lauf und Wurf, Stoß und Sprung, Boxen und Ringen, in neuester Zeit auch Jiu-Jitsu werden als Leibes- vbung an den jungen deutschen Menschen herangebracht. Bodengymnastik, wie sie das Bild oben erkennen läßt, als eine besonders lebendige Uebung wird sehr viel und gern betrieben. Auch im Geräteturnen sollen die Soldaten einiges Können aufzu- weisen haben. Die Uebung am Pferd, die im Bild unten gezeigt wird, läßt erkennen, daß auch hier Vorbildliches geleistet wird. Turnen und Sport erfahren gerade in der Webr- macht ihre höchste und letzte Sinngebung für die Nation. ...... Oer Militärsportverein »Feldmarschall von Hindenburgs Gießen gegründet. Dieser Tage wurde in unserer Garnison der Mlli- lärsportverein „Feldmarschall von Hindenburg" gegründet. 350 Mitglieder traten dem Verein sofort bei. Die neugegründete Organisation ist dem Reichsbund für Leibesübungen angegliedert. Segelflieger Oeltzschner tödlich abgestürzt. Im Verlaufe des diesjährigen Rhönwettbewerbes lst es bedauerlicherweise zu einem tödlichen Unfall gekommen, dem ersten, den der deutsche Segelflug seit längerer Zeit erlitten hat. Der Segelflieger Oeltzschner ist, als er von seinem Langstreckenflug von Brünn zurückkehrte, über Selb abgestürzt. Heber die Ursache des Absturzes ist noch nichts bekannt geworden. Halbmast für Oeltzschner. Seit dem späten Nachmittag wehen die Flaggen vor dem Ursinus-Hause auf halbmast. Tiefe Trauer herrscht über den jähen Fliegertod Oeltzschners, der sich im Kreise seiner Kameraden stets großer Beliebtheit erfreut hatte. Der 36jährige Merseburger Pilot war nicht nur ein sympathischer Seaelslieger, sondern auch einer der hervorragendsten Vertreter der deutschen Seaelsliegerei, der in der Wertungsgruppe der Fernflüge mit an der Spitze stayd. Bei einem Ehrenappell gedachte Fliegerkapitän Roehre, der Wettbewerbsleiter der „16. Rhön", des viel zu früh Heimgegangenen. Ihr Beileid drückten u. a. aus der Reichsluftsportführer Oberst L o e r z e r und die auf der Wafferkuppe anwesenden Vertreter der italienischen und französischen Luftfahrt. Staatssekretär Milch. Udek und Christiansen aus der Wasserkuppe. Fliegerlager Wafferkuppe, 1. August. Am Don- nerstagmorgen traf der Staatssekretär im Lust- fahrtmmisterium, Generalleutnant Milch, in Begleitung des Obersten Übet und C H r ist ian - sen an Bord einer dreimotorigen Junkers „Ju 52" auf der Wafferkuppe ein. Generalleutnant Milch überbrachte den Fliegern die Grüße des Führers und betonte, daß Adolf Hitler täglich mit lebhaftem Interesse die Vorgänge aus der Wasserkuppe verfolge. Das schon allein sei der beste Lohn für die Leistungen der Segelflieger. Rur wenige Starks am Donnerstag. Die Sonneneinstrahlung zerriß erst gegen Mittag die geschlossene Wolkendecke und ließ dann bei schwachen östlichen Winden einige Wettbewerbsflüge vom Osthang aus zu. Unter den 14 Fliegern, die starteten, befanden sich Peter Riedel und der Berliner Bergens, die in Richtung Fulda auf Strecke gingen. Kurze Sportnotizen. Nordhesfenund Bayern tragen den schon seit längerer Zeit fälligen Fußball-Rückkampf nunmehr am 25. August im Rahmen eines Kreisfestes des Kreises Fulda in der Bischofsstadt aus. Die alte Garde der Hitler-Jugend! An dem Kampf um die Erringung der Macht durch den Nationalsozialismus war zum großen Teil auch eine fanatische Jugend beteiligt, die in der HI. zusammengeschlossen war. Damals war es nur ein kleines Häuflein von Jugendlichen, die, alle Gefahren mißachtend, sich zu einer Idee bekannten, die von der großen Masse des Volkes abgelehnt oder verachtet wurde. Heule ist die Hitler-Jugend die einzige vom Staate anerkannte Jugendbewegung geworden. Millionen marschieren in ihren Reihen und erhalten hier die erste Ausrichtung ihrer Weltanschauung im nationalsozialistischen Geiste. Ls ist heute eine Selbstverständlichkeit, daß alle Jugendliche durch ihre Reihen gehen und somit schon ihr Teil an der Verwirklichung der Volksgemeinschaft im Sinne unseres Führers beitragen. Aber der Hitler-Junge aus den Jahren des Kampfes war ein anderer Jungentyp. Er war der jüngste Soldat Adolf Hitlers und feine Haltung zeigte schon alle die Merkmale einer Soldatennatur. In seine frühe Jugend war schon jene Erkenntnis gebrochen, die ihm Die Verpflichtung auferlegte, für ein hohes Ziel zu kämpfen. Während viele andere ein faules und träges Leben satter, bürgerlicher Behaglichkeit lebten, kannte er keine Ruhe und Schonung. Ihn trieb ein inneres Feuer vorwärts und riß ihn hinein in den Kampf gegen Reaktion, gegen Kommunismus und bürgerlichen Liberalismus. Er war der unermüdliche Fackelträger einer Idee, die ihn voll und ganz beherrschte. Bei Tag und Nächt war er bereit, in unermüdlicher Kleinarbeit, in entbehrungsvoller Aufopferung der Idee zum Siege zu verhelfen. Da gab es kein langes Fragen, kein großes verstandesmäßiges Ueberlegen, da gab es nur ein tatkräftiges Hanseln. Und das ist es gewesen, was jene junge Schar von den vielen anderen grundsätzlich unterschied, nämlich: ihre stete Einsatzbereitschaft. Wohl war der Kampf oft rauh und hart und manche Derbheit mußte mit in Kauf genommen werden, aber der blanke Schild der Ehre wurde hochgehalten. Stuf und Ehre waren die kiese Symbolik dieses Kampfes! Ein freies Deutschland aber die att- umfassende Sinngebung. Gerade weil es eine noch so junge Schar war, die die neuen Gedanken einer Weltanschauung vertrat, mußte der Widerstand besonders groß sein. Und zwar schon aus dem einen Grunde, weil man ihr heiliges Streben und Wollen nicht ernst nahm. Junge Fanatiker, Besessene, das waren die Bezeichn nungen für eine junge Kämpfergarde, die nicht von ihrem Glauben lassen konnte. Am Anfang verlacht und verspottet, dann gehaßt und schließlich bekämpft und verfolgt, ist der Weg immer gleich und kompromißlos geblieben. Aus den Schulen geworfen, aus Fabriken und Kontoren vertrieben und verjagt, arbeitslos in finsteren Größstadtstraßen hungernd, so hat die alte Garde der HI. ihren Kampf geführt, um Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus zum Siege zu verhelfen und ein Deutschland der Ehre und Freiheit zu schaffen. So ist die alte Garde der HI. auch heule noch dieselbe geblieben, junge, geistige Revolutionäre, Kämpfer und Führer zugleich, Wegweiser für alle diejenigen, die später kamen, und die heute ihr nacheifernd am Aufbau des Vaterlandes helfen. Wir wollen immer daran denken, daß viele junge Kameraden ihr blühendes Leben Hingaben und somit alles opferten, damit die anderen in einem freien Deutschland leben konnten. Das ist eine heilige, mahnende Verpflichtung für alle, die heute noch das Glück haben, für eine große Sache kämpfen zu dürfen. Deshalb muß nach wie vor die Parole lauten: Weg mit aller Geisteslauheit! Weg mit aller Schwere und Trägheit! Wir wollen wach fein und weiter vorwärts schreiten, wollen verhindern, daß unsaubere Elemente, die heute wieder frecher als je ihr Haupt erheben, unser Werk stören und unsere Arbeit sabotieren. Die Jugend marschiert im Geiste ihrer gefallenen Kameraden ... * Wie bereits kurz bericht, findet am Mittwoch, 7. August, in Gießen für den Bann 116 der Hitler-Jugend, wie überall im Reich, die feierliche Verleihung der HJ.-Ehrenzeichen für die alte Garde der Hitler-Jugend, statt. Hitler-Jugend, Bann 116. --------- 1 Schwerer Verlust des Berliner Zoo. Der Riesengorilla G o b b y aus dem Berliner Zock ist Donnerstag abend nach einer schon einige Stunden vorher eingetretenen Agonie einer heimtückischen Krankheit erlegen. Die Art der Krankheit und die genaue Ursache seines Todes kann erst die Oeffnung ergeben, die in einem Berliner Krankenhaus stattfindet. Eine genaue Feststellung der Krankheit scheiterte trotz Hinzuziehung erster Spezialisten an der Gereiztheit des Tieres, die eine Untersuchung unmöglich machte. Gobby verweigerte seit einigen Tagen jegliche Nahrung und die Einnahme von Medizin. Der Tod des etwa elfjährigen Tieres, das 252^ Kilo wiegt, ist ein schwerer Verlust, da noch niemals ein Gorilla von dieser Größe in Gefangenschaft gehalten werden konnte. <<>/'■ c Ä- • «Goldene Medaille der Beweis, daauch Ihre Statt Karten geben ihre Vermählung bekannt Untermaßfeld bei Meiningen, am 2. August 1935 | sportliche Darbietungen. 44?4D 4420 A KOHLER Gießen Notwendige Aenderungen werden sofort und gewissenhaft in eigner Schneiderei vorgenommen Seltersweg L\\ömmerxproiien Gerichtsassessor Or. Fritz Heyner und Frau Frmgard, geb. Zeidler So sorgt man für den Winter indem man jetzt einkocht Wenn Sie sprung- und verschlußsichere Einkochgläser nehmen, kann nichts schlecht werden. Solche Gläser bekommen Sie bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten <04i a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 t Freitag. 2. Ang.: 19 Uhr: Abholen = des DT.- Gaubanners (Bahnhof), An- | treten aller Vereine des R.f.L. Qrts- | frruppe Gießen, 18.15 Uhr Turnhalle | Steinstr. 1. 19.30 Uhr: Fester Öffnung, c Bannerweihe und Bannerübergabe 2 (Oswaldsgart.). Gemeinschaftl.Marsch : nach der Volkshalle. Kranzniederleg. z am Gefallenendenkmal (Landgraf- : Phil.-Pl.), Jahngedenken (Jahnstein j Bergstr.) 20.45 Uhr: Begrttßunus- und 5 Kameradschaftsabend in der Volkshalle. : Ansprachen, gesangl., turnerische u. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei . Samstag. 3. August: Tag der .......* WettkÄmpfe. Wettkämpfe d. Fach- Der Saison -Schluß-Verkauf geht weiter! aufninff.n na„HSli bk6reltS vor0ehabt zu mlr zu kommen und es bis heute aufgehoben. Aber jetzt mahnen Sie diese Zeilen, sich endlich , .. .... , „ . abei zu 8ein an der Räumung der viel zu großen Bestände In meiner bekannt guten Herren- und Knaben-Kleidung. 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