185. Jahrgang Gietzener Anzeiger Ur. 151 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 2. Juli 1955 Erlchemt tügUch, außer aa Sonntags und Feiertags Jflb Annahme von Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte ▲ ▲ .a a. a _ . _ W ▼ für die Mittagsnummer ffiießener FamilienblStt« ■ <|A 4b «M», Ak Ä AÄ IS W A A A A ▲ A A AA biS8'/,U!)rbe3-Bormittag» s* iniPkPIwt /IntAtn^r Ohne Illustrierte . 1.80 W BIL jllL I llf | W IM I Ul |f I anadU^O^S^te äs-ÄMä »'iivit'V*' iiivvH- von einzelnen Nummern IV M M infolge höherer Gewatt SrmShtgte Grundpreise: ™~ General-Anzeiger für Oberhessen BZW poftschecktonto: VW I * I I gen, Bäder-, Unterrichts-u. Srontturt am Main liess vruck UN- Verlag: vrühl'sche UnioerfilStr-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse^Staffdö Englands Vermittlungsversuch im Abessinienkonsiikt Die Rettung des Völkerbunds, der Zweck des britischen Angebots. — Mussolini lehnt ab. Scharfe Kritck in konservativen Blättern. London, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) In den Morgenblättern wird die Unterhaus-Erklärung Edens über seine Sendung nach Paris und Rom eifrig besprochen. Besondere Beachtung findet die Bestätigung der Nachricht, daß der Dölkerbunds- minister in Rom versuchsweise die Abtretung einesteils von Britisch-Somaliland in Aussicht gestellt hat, um eine friedliche Beilegung des italienisch-abessinischen Streites zu ermöglichen. „Daily Telegraph" (gemäßigt konservativ) führt aus, eine sehr heikle und besorgniserregende internationale Lgge sei entstanden, die der behutsamsten Behandlung bedürfe. Eden scheine ziemlich erfolgreich gewesen zu sein, soweit die Wiederher st ellung der gemeinsamen Front in Frage komme, die durch das englisch-deutsche Abkommen vom 18. Juni erschüttert worden sei. Die Gefahr des Augenblickes sei indessen, daß in der Zeit, da die drei Mächte der gemeinsamen Front die verschiedenen Wege zu einer europäischen Befriedung innerhalb des Rahmens des Völkerbundes erörterten, dieser Rahmen selbst plötzlich zusammenbrechen könnte. Die Zukunft des Völkerbundes fei unmittelbar in den abessinischen Wirrwarr verstrickt. Deshalb habe die britische Regierung den ungewöhnlichen Schritt getan, Eden dazu zu ermächtigen, einen Gebietsstreifen in Vritisch-So- maliland abzutreten, der Abessinien einen Zugang zum Weer geben würde, um eine Regelung mit Italien zu erleichtern. Dieser Vorschlag sei in Frankreich nicht günstig ausgenommen worden, weil eine neue Eisenbahn den in französischem Besitz befindlichen Hafen vonDschibuti beeinträchtigen würde, und der Plan sei bereits belanglos geworden, da Mussolini ihn nicht annehmen wolle. Die britische öffentliche Meinung werde die Mitteilung Edens an Mussolini billigen, da die britische Regierung nicht gleichgültig bleiben könne, gegenüber Ereignissen, die die Zukunft des Völkerbundes tief beeinflussen könnten. Großbritannien habe seine Voraussicht bewiesen, als es s i ch 19 23 der Zulassung Abessiniens in den Völkerbund widersetzt habe, während Frankreich die Aufnahme vorgeschlagen und Italien sie unter« stützt habe. Jetzt erkläre Italien, Abessinien sei nicht genügend zivilisiert, um Völkerbundsmitglied zu sein, und drohe, selbst aus dem Völkerbund auszutreten, wenn die Rechte Abessiniens auf Grund der Völkerbundssatzung streng beobachtet würden. Bei dieser schlimmen Stockung sei es von, großer Wichtigkeit^ den Standpunkt Frankreichs zu kennen. Auch Frankreich habe in letzter Zeit hundertmal erklärt, daß feine Außenpolitik auf dem Völkerbund g e - gründet fei, und daß es außerhalb des Völkerbundes keine Sicherheit gebe. Entschlossene Z u - sammenarbeit zwischen den beiden westlichen Regierungen bilde die einzige Hoffnung auf eine friedliche Lösung. Ein Krieg würde den Völkerbund bis in seine Grundfesten erschüttern und die gemeinsame Front würde über Nacht unwiederher- ftellbar zusammenbrechen. Die „Time s“ bemerkt, Eden habe einem erstaunten und etwas unangenehm berührten Unterhaus mitgeteilt, daß die britische Regierung bereit gewesen sei, Abessinien einen Streifen von Britisch-Somaliland anzubieten. Natürlich würde der Plan, der nur versuchsweise vorgebracht wurde, nicht ohne Zustimmung des Unterhauses ratifiziert worden sein. Der Vorschlag sei kühn, aber die britische Regierung sei berechtigt gewesen, ihn zu machen, um einen Zusammenbruch des Kollektivsystems zu verhindern. Trotz des Mißerfolges müßten die britischen Vorschläge die italienische Regierung überzeugt haben, daß das britische Interesse in der ganzen Sache sich auf die Ermittlung einer vernünftigen Lösung, auf den Schutz des Friedens und die Aufrechterhaltung der Stellung des Völkerbundes beschränke. Unglücklicherweise sei es kaum noch fraglich, daß Mussolini entschlossen sei, die Kontrolle über einen Teil Abessiniens oder ganz Abessinien zu erlangen. Verteidiger Italiens machten darauf aufmerksam, daß Italien erst später in den Wettbewerb um Kolonien eingetreten sei und viel Versäumtes nachholen müsse. Es sei auch richtig, daß die Abessinier schlechte Nachbarn seien, aber diese Ansichten, die zum Teil wohl zuträfen, berechtigten Italien nicht, den Verträgen und sonstigen Vereinbarungen, die es selbst unterzeichnet habe, durchaus zuwiderzuhandeln. „M o r n i n g P o st" (Ultra-Konservativ) weift hin, daß verfassungsmäßig die Abtretung von Gebietsteilen ein Vorrecht des Königs sei, erinnert aber daran, daß die Regierung in früheren Fällen dem . Parlament entsprechende Gesetzesvorlagen unterbreitet habe. — „Daily Mail" (Rolhermere - Konzern, konservativ) sagt, das britische Angebot fei London, 1. Juli. (DNB.) Minister Eden hat im Unterhaus die bereits angekündigte Erklärung über feine diplomatische Reise nach Paris und Rom gegeben. Er führte u. a. aus: Der Zweck meiner Reise nach Paris war doppelter Natur: Die britische Regierung wollte an erster Stelle die früheste Gelegenheit benutzen, um der französischen Regierung eine volle und o f - jene Erklärung über das deutsch-englische Flottenabkommen zu geben, ferner in Rücksprache mit der französischen Regierung die Mittel und Wege zu erwägen, so schnell wie möglich Fortschritte mit den Verhandlungen über alle Punkte des Londoner Protokolls vom 3. Februar zu erzielen. Ich gab dem französischen Ministerpräsidenten einen Bericht über den Inhalt des deutsch-englischen Flottenabkommens und beschrieb ihm die Umstände, unter denen es abgeschlossen wurde, sowie die eines Don Quichote würdig. Es fei ein merkwürdiges Ergebnis der Anbetung des V^lkerbunds-Felifchs durch die englischen Politiker, daß sie einer fremden Wacht, bei der noch Sklaverei herrsche, britisches Gebiet und britische Untertanen als Trinkgeld darböten. — „Daily Expreß" (Beaverbrook - Konzern, für konservative Wellreichspolitik) ruft die britischen Wanner und Frauen zum Erwachen auf angesichts eines abscheulichen Verrats. Das Britische Reich solle versteigert werden, Ausländer würden zu Angeboten aufgefordert. Den Sklaventreibern Abessiniens und den Soldaten Italiens sei ein Streifen britischen Gebiets angeboten worden, damit sie sich bereit erklärten, nicht zu kämpfen und damit das Gesicht des Völkerbundes gewahrt bleibe. Eden habe eingestanden, daß diese schädliche Handlungsweise nicht von britischen Interessen, sondern von Großbritanniens Zugehörigkeit zum Völkerbund veranlaßt worden- sei. Das Arbeiterblatt „Daily h e r a l d" erklärt, wenn der V ö l k er b u n d den Frieden in Afrika nicht schützen könne, dann könne er auch nicht den Frieden in Europa schützen. Wenn die Verpflichtungen der Völkerbundssatzungen nur dann beachtet werden sollten, wenn sie zufällig mit der nationalen Politik oder dem nationalen Ehrgeiz übereinstimmen, dann verlören sie jeden praktischen Wert. — Der liberale „News C h r o n i c l e" hält das außerordentlich weitgehende Angebot der Abtretung eines afrikanischen Gebietsstreifens für einen Beweis, daß die britische Politik in Afrika nicht bloß von selbstsüchtigen Beweggründen beeinflußt werde. Durch die Ablehnung sogar dieses Angebot scheine Mussolini es unzweifelhaft zu machen, daß er Krieg gegen Abessinien führen wolle. Gründe, die die englische Regierung zu einem Abschluß veranlaßten. Laval legte mit gleicher Offenheit die Ansicht der französischen Regierung über die Auswirkung des Abkommens dar. Im Laufe, dieser Besprechung wurde anerkannt, daß für die Regelung des Luftpaktes, des Ostpaktes, des mitteleuropäischen Paktes und der Vereinbarung über Landrüstungen eine enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien notwendig sei. Dies sind Fragen, die nicht allein Frankreich und Großbritannien interessieren. Wir suchen daher gegenwärtig mit der französischen Regierung eine Form der Zusammenarbeit, die am besten geeignet ist, so schnell und vollständig wie möglich die Erfüllung des Programms des Londoner Protokolls vom 3. Februar durch alle Länder zu erzielen. Wir konnten erfreulicherweise eine (Einigung über die Wöglichkeit feststellen, Edens Bericht über seine Informationsreise nach Paris und Rom. Oer englische Vorschlag zur Vermeidung eines Krieges in Ostafrika. Friedensoffensive! Von Or. Hans von Malottki. Verhandlungen Edens in Paris, Rom und wieder in Paris, militärische Besprechungen der französischen und italienischen Generalstabschefs, Antwortnoten Frankreichs und Englands auf die deutschen Bedenken gegen die Auswirkungen des französisch-russischen Bündnispaktes, Reise Titulescus nach Paris und London, Erklärungen Lavals zum deutsch-französischen Verständigungsproblem, — das Bild der zwischenstaatlichen Verhandlungen und diplomatischen Aktivität hat an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig gelassen. Schwieriger zu beantworten ist schon die andere Frage, ob dieser Geschäftigkeit der europäischen Politik auch ein entsprechender Fortschritt in der Klärung der drängenden großen Probleme gefolgt ist. Ist Europa unter Nutzung des Aufwindes des deutsch-englischen Flottenabkommens einen Schritt vorwärts- gefommen, oder hat es in einer neuen Versäumnis günstiger Gelegenheiten nur wieder einmal mehr die Stärke der negativen, jeder schöpferischen Initiative abholden Tendenzen unter Beweis gestellt? Daß die Engländer folgerichtig zur Klärung dieser Frage sich zunächst an die Pariser Adresse wandten, ist dort reichlich ungelegen gekommen. Am Quai d'Orsay hatte man sich in der Abschätzung der englischen Energien, die zum 18. Juni führten, erheblich geirrt. Sogar der offiziöse „Temps" fiel diesem Irrtum zum Opfer, indem er den englischen Besuch als Jnformations- fahrt in dem Sinne deuten wollte, daß das Gewicht der französischen Bedenken gegen die neue englische Politik geradezu zwangsläufig eine Frankreich genehme Korrektur der Haltung Londons zur Folge haben würde. Nach der Rückkehr Edens aus Rom mußte Laval feststellen, daß die erwartete Bestätigung aus London ausgeblieben war. Nicht, daß man in London etwa jedes Sühneopfer, das die Schreckwirkung des Flottenabkommens in Paris abmildern konnte, abgelehnt hätte. Die Versicherungen hinsichtlich der Geltung der Londoner Februar-Abmachungen und der Stresaer Beschlüsse blieben ebenso wenig aus wie die Betonung der englisch-französischen Solidarität. Aber Laval war klug genug, zu wissen, daß an diesem Punkt das Problem erst eigentlich begann, geschweige denn gelöst war! Zur vollen Beruhigung brauchte man am Quai d'Orsay mehr als solche Selbstverständlichkeiten, brauchte man vor allem die englische Versicherung, die Methode nicht mehr anwenden zu wollen, die zum deutsch-englischen Abkommen führte, und darüber hinaus gewissermaßen den Schwur, daß London, von der „Abwegigkeit" dieser Methode auch grundsätzlich überzeugt, sie ausdrücklich als Irrtum verdamme. Weil die Engländer — entgegen den französischen Erwartungen — die Reise Edens weniger als „Entschuldigungsbesuch", sondern vielmehr als Aufklärungsfahrt aufgefaßt wissen wollten, mußten die französischen Hoffnungen in diesem Punkt eine Enttäuschung erfahren: wohl gab man in London zu verstehen, daß das Ziel einer Gesamtregelung im Sinne der Londoner und Stresaer Vereinbarungen auch von England aufgegeben ist, aber, so hieß es in einem beachtenswerten Bericht der „Times", „Eden habe Laval erklärt, die britische Regierung habe vorsätzlich in die Methode der allgemeinen Regelung eine Neuerung eingeführt, die nach ihrer Ansicht vielleicht unschätzbare Vorteile zeitigen werde. Das Hauptziel Edens sei gewesen, die französische und italienische Regierung zu überzeugen, daß durch diese neue elastische Methode e i n Fortschritt ohne wahre Preisgabe wichtiger Zusammenarbeit möglich sei." Das bedeutete nichts anderes, als daß England nicht gewillt ist, sich seiner Handlungsfreiheit in einem Augenblick zu begeben, der auch nach seiner Ansicht die Chance weiterer -Lösungsmöglichkeiten zugunsten weiterer Entspannung in Europa enthält. Die Art nun, wie Frankreich auf diese englische Willensäußerung reagierte, war leider reichlich negativ und schwerlich dazu angetan, der weiteren Entwicklung mit besonderem Optimismus entgegen« zusehen. Die Pariser Mitteilung, der Meinungsaustausch werde auf diplomatischem Wege fortgesetzt, läßt deutlich die Absicht der französischen Regierung erkennen, den Schwung der unbequemen englischen Initiative in einer umständlichen Auseinandersetzung über politische Methoden- und Prozedurfragen zu binden und zunächst unschädlich zu machen. Weiter kommt es Frankreich in diesem Augenblick darauf an, jede weitere Beweismöglichkeit zugunsten der Richtigkeit der von Deutschland und England verfolgten Politik des schrittweisen Vorgehens und der Inangriffnahme begrenzter und übersehbarer Probleme zu verhindern. Indem Frankreich sich weigerte, seine Flotten- sachverständigen nach London zu schicken, will es bewußt die Ausnutzung der deutsch-englischen Flottenverständigung im Sinne einer europäischen Teilregelung der Seerüstungen verhindern. Die Engländer machen jetzt wieder die gleiche Erfahrung, über die sie schon bei den Londoner Flottenoerhandlungen '1930 zu .klagen hatten. Damals war die Weigerung Frankreichs, das Londoner Flottenabkommen zu unterzeichnen, vor allem von der Absicht bestimmt, die Lösung des Seerüstungsproblems zu verhindern, um auf der Abrüstungskonferenz bezüglich der Landrüstungen ein diplomatisches Druckmittel in der Hand zu haben. Geradezu grotesk wirkt die Unterstellung, ein neuer Rüstungswettlauf müsse die Folge des deutsch-englischen Flottenabkommens sein, also eines Abkommens, das nach all den erfolglosen Bemühungen der Genfer Abrüstungskonferenz zum e r ft e n m a l eine Begrenzung der Seerüstungen zweier Mächte oorsieht und damit endlich auch einen sicheren Ausgangspunkt für weitere Abmachungen dieser Art markiert! Was haben die Kritiker gegenüber der neuen Politik positiv vorzubringen, wenn sie schon ihre Augen vor den Tatbeständen verschließen zu müssen glauben, die Ansatzpunkte für eine Politik schöpferischer Lebendigkeit bieten? Kann etwa aus der Zumutung, auch jetzt wieder zu den nachweislich erfolglosen Methoden der Vergangenheit zurückzukehren, wirklich das heil erwachsen? Oder aus dem hartnäckigen Willen, auf sogenannten Gesamt! »s ungen zu beharren? Belehrungen vollends über die Idee und praktische Gestaltung der Kollektivität stehen einer Seite schlecht an, die es selbst in diesem Punkt alles andere als genau nimmt, die sich nicht gescheut hat, Bindungen einzugehen, die wohl zur Durchfech« tung gewisser Sonderinteressen dienen mögen, von der immer im Munde geführten und als notwendig bezeichneten Rücksichtnahme auf die Interessen und Rechte anderer dagegen n u r a l l z u wenig erkennen lassen, ja, einen — gar nicht vorhandenen — Angriffswillen Deutschlands geradezu zum Ausgangspunkt gefährlichster und bedrohlich wirkender Beiftandsverfahren machen. Daß Deutschland diesem Tatbestand, von dem selbst ein durchaus nicht deutschfreundliches Genfer Blatt kürzlich sagen mußte: er erschüttere die Grundlagen des Abendlandes, aus der pflichtgemäßen Sorge um feine Sicherheit mit Mißtrauen begegnen muhte, sollte deshalb dort am allerwenigsten Verwunderung auslösen, wo man alle noch so eindeutigen deutschen Friedensvorschläge stets durch ein in feiner Weise zu rechtfertigendes Mißtrauen illusorisch zu machen beliebt. Wenn schließlich gar der „Temps" d i e deutschen Einwendungen gegen den Russenpakt als juristische Spitzfindigkeiten, nur dazu angetan, Frankreich Schwierigkeiten zu bereiten, oder das Locarnoab- fommen zu unterhöhlen, abtun zu können glaubt, so kann solcher Diskreditierung der deutschen Motive nicht scharf genug widersprochen werden. Eben weil Deutschland unter keinen Umständen eine unverschuldete Bedrohung seiner ungeschützten Grenzen im Westen durch Frankreich, auf dem Umweg über französisch-russische Beistandsverpflichtungen in den Bereich der Möglichkeiten gezogen wissen will, — eben deshalb waren die deutschen Bedenken von dem Gebot der nationalen Selbstbehauptung diktiert und durchaus keine diplomatischen Spitzfindigkeiten. Wenn man um den besonderen Charakter dieser Bündnisrealität weiß, muß man den Versicherungen, daß die Antwortnote Frankreichs „alle Bedenken ausräume" notgedrungen skeptisch gegenüberstehen. Schließlich muß es ja der „bewährten" Jnterpretationskunst des Quai d'Orsay am Ende gelingen, formaljuristisch die Vereinbarkeit dieses Paktes mit dem Locarno-Abkommen nachzuweisen. Es kommt aber nicht darauf an, wie man diesen Pakt jetzt interpretiert oder was man damit meint, sondern was damit gegebenenfalls gemacht werden kann! Wenn man uns jetzt wieder zur Beruhigung den durch Ziffer 2 des Bündnisprotokolls gewährleisteten Vorrang des Locarnomechanismus vor dem Bündnismechanismus entgegenhält, so kann der schließlich doch allein maßgebende Text dieser Ziffer 2 jedenfalls nicht ohne weiteres beruhigend wirken. Denn es ist ein Unterschied, ob das Wirksamwerden des französischen Beistandes von der vorhergehenden Feststellung der Locarnomächte, ob ein nicht provozierter Angriff Deutschlands vorliegt, abhängig gemacht ober nur gefragt wird, ob sich Frankreich gegebenenfalls Sanktionen seitens der Locarnomächte aussetzt. Vorläufig sieht man innerhalb des französischen Staatenblocks nur die Tendenz, den Weg gefährlicher militärischer Sonderabmachungen weiterzugehen. So erlebt die Welt bas groteske Schauspiel birefter französischitalienischer General st absbesprechun- gen zum „Schutz ber langen gemeinsamen Front vom Rhein bis zum Brenner" in einem Augenblick, wo man sich jenseits bes Rheins förmlich überschlägt in bem R u f nach allgemeiner Zusammenarbeit. Daß Laval auch zu seinem Teil von ber Nützlichkeit eines solchen „Friebens gegen Deutschlanbs" überzeugt sein sollte, bas annehmen hieße boch wohl seine staatsmännischen Fähigkeiten geradezu beleidigend gering einschätzen. Eher wird er, der das deutsch-französische Problem eben dahin kennzeichnete, daß „d i e A u s- sprache offen geblieben sei" die Notwen, digkeit einer Lösung mit Deutschland empfinden. Warum dann aber die Verkrampfung in Methoden, die nur auf Furcht vor einem direkten Gespräch schließen lassen? Schließlich sollte auch Laval erkennen, daß Deutschland das Endziel einer allgemeinen Befriedigung und Sicherheit ebenfalls im Auge hat: nur daß die deutsche Methode bes schrittweisen Vorgehens bie Rücksichtnahme auf ben oerschiebenen Reifegrab ber Probleme ermöglicht, anstatt Generallösungen erzwingen zu wollen. Europa tut nicht bie Fesselung seiner Kräfte in einem unprobuktiven Streit um Prozeburfragen not, es braucht bie befreienbe Wirkung einer mutigen, schöpferischen Tat. Sie ftanb am Anfang jedes Fortschritts. Die Friedens- sicherung im Westen durch Locarno war eine solche Tat. Schließlich haben auch Deutschland und Polen einmal den Mut zu einem solchen Anfang aufbringen müssen, wollten sie nicht in einem unproduktiven Kampfverhältnis erstarren. Das sollte wahrlich ein Ansporn sein, zwei Völkern den Frieden zu schenken, die auch nach Lavals Urteil durch keine Gegensätzlichkeit belastet sind, witz sie Versailles zwischen Deutschland und seinem oft» lichen Nachbarn statuierte. S' [en e- en Ver h anblun- Maschinenaewehre, Pistolen, 40 Parab Ait fo! [en »es Dem M -anr Kautag Ztichslekt linonber, lationalfc Jude feinen Sa Kur > Berlin, 2.Juli (DNB.) Auf dem früheren Vorworts-Gelände in der Lindenstraße stieß man bei Umbau- und Ausschachtungsarbeiten auf mehrere Kisten, die mit Waffen und Munition gefüllt waren. Nach und nach förderte man zwei Maschinengewehre, 50 Karabiner, 4 Maschinen- Pistolen, 40 Parabellum-Pistolen, eine Kiste Hand- granaten, eine Kiste Seitengewehre und etwa 10 000 Patronen zutage. Der „Völkische Beobach- ter" schreibt: Diese Funde sind ein neuer Beweis dafür, daß die nationalsozialistische Bewegung noch rechtzeitig an die Macht gekommen ist, um den Bürgerkrieg zu verhindern. Sonst wäre auch dieses Material, wie das in vielen Fallen früher durch die Roten geschehen ist, gegen das Leben deutscher Volksgenossen verwendet worden. Waffenfunde im früheren Vorwärts-Selünde. ilbtnfo se ceguni iiehung e jiößte A Id) von lileg b !-Haftei 1 inchnW ler Ms ton der Der M In fang ibergeftc nüffe er [lor de |im eine lufbringe; enberg i 1 AeM .Mort' ienend« ' Der gr bunb für »einein । e gj n t shri, ® DS1 V tfcher jner Äu h Statt fe' der 3 ©rftaiA pabt To *'i Se e'tt S) Fu6t er ^na i L" <'1 Mar 3l p" ®la Amerikas Rüstungsverstärkung zur Gee Ueberlegene Kampfkraft der neuen amerikanischen Schlachtschiffe. zusammen eine begrenzte Lösung zu suchen. Man müsse nicht rückwärts, sondern vorwärts blicken. „Laßt uns England verstehen." Verenger für direkte Verhandlungen. Deutsche Außenhandelspolitik, Direktor Brinkmann Deutsch-französische Frontkämpfer- besprechunqen. Paris, 1. Juli. (DNB.) In Paris begannen die Besprechungen zwischen deutschen und französischen Kriegsteilnehmern. Die deutschen sind vertreten für den nationalsozialistischen Kriegsopferoerband durch O b e r I i n b o b e r, von Cossa und Dr. Dick, für den Kyffhäuserbund durch von Hornann - Heinhofen und für den national« sozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) durch von Bar y. Der Nationalverband der französischen Kriegsteilnehmer UNC. ist durch Lebecq, den Abgeordneten Jean Goy, durch B o u l a r d und durch T a u l i e r d vertreten. 50 deutsche Kriegsteilnehmer aus Stuttgart, die vom französischen Verband der Lungenverletzten nach Frankreich eingeladen worden sind, wurden auf der Durchreise in Lyon, nachdem sie am Gefallenendenkmal einen Blumenstrauß niedergeleat hatten, im Rathaus von Minister 5) e r r i o t i empfangen, der Bürgermeister von Lyon ist. Anschließend besuchten die deutschen Kriegsteilneh- mer die Gräber ihrer deutschen Kameraden, die wahrend der Gefangenschaft in Lyon und Umgebung gestorben sind. itifojiafif W setzte irbeit hs heute ®4irte i^toner eiif alle Colles u ^ben« luf das 3 tzrichskrie Jleme: Folfsbpni hauptkass refbant". VDA. ne , Sollst Anstagen. Nach ber Erklärung Edens fragte der Oppositionsführer Lansbury, wann die Regierung mit« teilen könne, welche weiteren Schritte sie unternehmen wolle, „um auf die italienische Regierung in ber Angelegenheit bes Streits mit Abessinien einen Druck auszuüben, wie ihn bie öffentliche Meinung Europas ausüben könne. Niemanb im Unterhaus wünsche eine Politik bes Hinauszögerns, wie sie im fernen Osten zu ber teilweisen Eroberung Chinas burch Japan geführt habe." Außenminister Hoare erroiberte, baß er bie außerorbentliche Dringlichkeit biefer Fragen burch- aus einsehe. Er könne jeboch nicht bestimmt sagen, wann bie Regierung bem Unterhaus weitere Einzelheiten mitteilen könne. Sie wolle nämlich nichts tun, was geeignet sei, bie von ihr gewünschte Entwicklung ber Dinge nachteilig zu beeinflussen. Lansbury erroiberte, zwar müsse man ber Regierung alles in weitem Ausmaß überlassen, aber er wünsche zu verhinbern, baß in ber abessinischen Frage roieber einmal ohne vorherige Befragung bes Unterhauses, bes Völkerbunbes ober anberer Leute eine oollenbete Tatsache zustanbekommt. Hoare entgegnete: „Das Unterhaus muß ber Re» gierung in biefer Hinsicht vertrauen. Der britische Vorschlag war ein Versuch, eine Regelung für eine Lage zu finben, bie kritisch ist unb überall f ata - ftropbafe Folgen haben könnte, wenn sie nicht richtig-Oehanbelt wirb. Der provisorische Vorschlag Englands war nicht annehmbar und ich glaube daher, baß er wegfällt." Damit hatte bie Aussprache ihr Enbe erreicht. Das Echo in Paris. Die Meinung in Aom. Warum Italien Edens Vorschlag ablehnte. Rom, 1. Juli. (DNB.) In Rom wurde barauf hingewiesen, baß sich ber italienische Regierungschef gegenüber Eben amtlich ebenso freimütig wie bestimmt gegen einen Zugang Äbessi - mens zum Meer über ben Hafen Zeila in Brtisch-Somalilanb ausgesprochen unb eine Erörterung biefes Vorschlages abgelehnt habe. Eine Annahme bieses englischen Vorschlages würbe nach italienischer Ansicht bebeuten, baß enblich ber jahrzehntelange Wunsch Abessiniens nach einem Zugang zum Meer in Er- ullung ginge, ein Wunsch, ben Italien selbst 'chon wieberholt ab gelehnt hat. Ein Zugang Abessiniens zum Meer wäre nach Ansicht italie- mscher Kreise geeignet, nicht nur Italiens B e - lange unb Wünsche zu ft ö r e n, fonbern mufete auch Frankreich wegen ber Entwertung französischen Hafens Djibuti unb ber Du- butibahn verstimmen. Darüber hinaus glaubt man , berechtigte Zweifel an ber späteren f 1 'n a£! ° n ber DOn Eden erwähnten gebiet- lichen Zugeständnisse durch das Unterhaus haben ^ müssen, da erfahrungsgemäß auch kleinste terri- tonale Zugeständnisse im englischen Parlament immer auf größten Widerstand zu stoßen pflegen. Der für Italien ohnehin u n z u l ä n g - Vo? t .Vorschlag Edens sei daher ungenügend vorbereitet worden. -bifle bevorstehenden großen Sommer- manover des ttallemschen Heeres in Süd- l\L° UÄ XCr m?üdnber "Sera" an. Während hnh>n500 °?° ^onn kriegsmäßig ausgerüstete Sol- daten an den militärischen Uebungen in den ver- m terit ten Italiens teilnehmen, würden ?er Truppen nach mn„a Q".-1 r e.n ort gang nehmen, bie man zur ßojung einer nicht mehr erträglichen Lage Versailles ben falschen Frieden schuf, aufrichtig bie Hanb entgegen st reckte. Im Februar 1919 erschien eine Aborbnung bes norbamerifa« Nischen Heeres unter Oberst (Songer — ber später mehrere Jahre in Berlin Militärattache war — unb legte unserem G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l v. H i n b e n b u r g chie Bewunberung und bie Verehrung', bie Freunbschaft von zwei Millionen amerikanischer Solbaten zu Füßen, bie gegt Deutschlanb gestanben unb uns ben Enbsieg öi Weltkrieges aus ben Händen gerungen hatten! Es war ein wundervoller Augenblick, als ber ernste, hochgestraffte, zumeist sehr zurückhaltenbe General- felbmarschall schließlich, als ihm auch eine besondere Einlabung bes amerikanischen Heeres nach Norbamerika übermittelt würbe, um in ihm bort brüben ben siegreichen Führer des sieghaften deutschen -Heeres zu feiern und zu ehren, tiefbewegt in die bargebotene Freunbschafts- hand e i n s ch l u g. Das war aber nur ein Anfang. Das Kriegsministerium in Washington lud bann später Oberst v. Bötticher (jetzt General unb beutscher Militärattache in Washington) zum B e - f u ch bes amerikanischen Heeres ein, unb 1927 sogar ben Chef ber Deutschen Heeresleitung. Ich habe als solcher fast alle Hauptlager unb Garnisonen unseres einstigen Gegners kennengelernt. Ueberaü wurde ber Taten bes beutschen Frontsolbaten wundervoll ehrend in ben Ansprachen unb Unterhaltungen gebacht, unb oft | auch offen bekannt, auf falscher Seite gekämpft zu haben! Tiefbewegt würbe ich burch die Fragen amerikanischer Knirpse: „Do you know Hindenburg? Do you know Richthofen?“ (Kennen Sie Hindenburg und Richthofen?) mit der stürmischen Aufforderung, von diesen Helden zu erzählen. Unb noch großartiger wirkte 1931 auf mich, als ich Panama, bas norbamerikanifche Kanalgebiet, besuchte, unb mein beutsches schönes Schiff ber Hapag von ben Forts bes Panama-Kanals mit einem Salut ber Geschütze begrüßt würbe, ber aus« brücklich ,b e m beutschen Frontsolbaten' galt. Es folgten bann auch Gegenbesuche pon brüben, unb etwas später konnte auch ber jetzige Reichskriegsmini st er, Generaloberst v. Blomberg, burch feinen Besuch brüben bie gegenseitige Freunbschaft stärken. Wir alten Soldaten bes Weltkrieges grüßen heute nun auch aufrichtig und herzlich die tapfere englische Armee zu Wasser, zu Lande und in der Luft! Wir erstreben ihre Freundschaft." Zu den Aussprachen zwischen englischen und deutschen Frontsoldaten liefert der frühere Chef der Heeresleitung, Generaloberst a. D. Heye, in einer Zuschrift an die „Deutsche Allgemeine Zeitung" einen bemerkenswerten Beitrag aus feinen eigenen Erfahrungen. Auch er tritt als Soldat unter Hinweis auf die Worte bes Prinzen von Wales bafür ein, daß ein starker, ganz offener Meinungsaustausch zwischen ben beiben — unb möglichst auch anberen — Nationen unter Ausnutzung ber Frontsolbaten statt« finbet. Aus seiner eiaenen Erinnerung erzählt er bann ein Beispiel bafür, wie freunbschaftlich einst englische unb beutsche Frontsolbaten zum Wohle ber Nationen zueinanber ftanben, unb wie es roieber werben kann: i W 29. Juni. (DNB.) Auf einer Veranstaltung ber Außenhanbelsstelle für Sübwest- Sa9en sprach vor 3000 Führern ber füb- westfalischen Wirtschaft ber Direktor ber Golbbis- kontbank unb Generalreferent im Reichswirt- schaftsministerium, Dr. Brinkmann. Nachbem, so führte ber Vortragenbe aus, ber Einsatz von Mitteln zur Exporthilfe, wie sie burch bie Rückkaufstätigkei 1 von 4u5lanbsfd)ulbtiteln gewonnen würben, geringer geworbener Barbevifeneingänge sucht mehr in ausreichenbem Umfange zu Gebote 65 aus der Hanb, baß bie gewerbliche Wirtschaft, unb zwar Gruppe für Gruppe, aus eigener Kraft Mittel einsetzt, bamit bie zur Ausfuhr gelangenben Güter einen für ben auslän- | Züchen Abnehmer möglichen Preis auch weiterhin erhalten. Wie oft begegnen wir bem Einwanb bes faufbereiten auslänbifchen Abnehmers, er könne emfad) bie beutfche Ware, fo gern er möchte, nicht raufen, weil sie bei weitem zu teuer ist. Wenn mir nun, wie wir es bisher getan haben, von ber uns umgebenben allzu hohen Preismauer wenige steine fortnehmen, um ber beutschen Ware einen gewissen Ausgang in bas Auslanb zu verschaffen, um bamit ben nun einmal für eine Wirtschaft er- forberlichen Rohstoff hereinzuholen, so finb mir bei einem solchen Vorgehen boch wohl weit bavon entfernt, zu bumpen unb — was auch für Die Zukunft gilt — Methoben einer Ausfuhrsteige, rung, wie sie viele Konkurrenzlänber zur Anwen- bung bringen, nachzumachen. Wir können mit ehrlichem Gewißen nur wieberholen, baß es uns völlig fern liegt, bas ohnehin in bebrohlicher Weife zerrüttete internationale Preisniveau zum Schaden aller Völker noch weiter zu zerstören Deutschlanb würbe es nur begrüßen, wenn bie internationalen Waren- unb Kreditmärkte in eine für alle Volker bessere Form allmählich roieber ubergefuhrt mürben. Einem solchen Ziele kommt man aber nicht näher, roenn man fortfährt, burch Ausbau von Clearing-Systemen bie Entthronung bes Gelbes im internationalen Smne zu betreiben; vielmehr muß angestrebt werben Clearingsysteme a bzu bauen unb ba- "ut auch von biefer Seite her ben Hanbel schritt- roeife oon ben ihm auferlegten Fesseln zu befreien unö Dem Gelbe auch roieber feine ihm gebührenbe internationale Geltung unb ftabile Wertmessung zu verschaffen. Man kann es uns aber, fo wie bie Dinge einmal liegen, nicht oerargen, baß wir auch unsererseits biejenige Ak- troität entwickeln, bereu wir zur Behauptung unserer Existenz bebürfen. Wir nehmen wirtschaftlich bas gleiche Recht für uns in Anspruch, wie wir es anberen Nationen ebenfalls zubilligen. für notroenbig halte. Vorschläge, von benen man in ber englischen Presse gesprochen habe, seien weit davon entfernt, eine Lösung ber Schwierigkeiten herbeizuführen. Es gebe nur noch eine r a« bifale ßöfung Der abessinischen Frage, unb ju einer solchen Lösung sei Italien vorbereitet. Die großen militärischen Uebungen zeigten, daß bie Vorbereitungen für Afrika in nichts bie Kräfte bes Mutterlandes geschwächt haben. Alle, । ... .. m . ------ ------ die sich Italien in den Mea stellen oder Uver vlePreisbildung auf dem Weltmarkt, einen Handstreich versuchen sollten in Der Meinung, daß es vollkommen burch die abessinische Angelegen- heit in Anspruch genommen fei, würben Italien nicht unvorbereitet finben. neralftabsbube" am Königsplatz ohne Änmelbung täglich aus unb ein. Wir waren eben Freunbe!" Generaloberst Heye weist bann auf ein a n b e » res Beispiel hin, wobei bie Frontsoldaten beider Nationen die Brücke der Freundschaft zwischen dem deutschen und einem anderen großen Volke, und zwar den ebenfalls stammverwandten angelsächsischen Nordamerikanern geschlagen haben. Er schreibt hierüber: „Das nordamerikanische Heer, ebenfalls uns stammverwandt, war der erste Gegner, der uns Deutschen, bevor noch totono ieutW 5* s Buenos Aires, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die lateinamerikanische Friedenskonferenz wurde im Weißen Saal des Regierungspalastes in Buenos I ^lires durch den argentinischen Präsidenten General I u st o feierlich eröffnet. In einer kurzen Ansprache wünschte General Justo der Konferenz vollen Erfolg bei ihrer Arbeit. An der (Eröffnungsfeier nahmen Die Außenminister von Bolivien, Paraguay, Argen- tinien, Chile, Peru und Uruguay, ferner die Botschafter von Brasilien, Chile, Peru, Uruguay und Den Vereinigten Staaten von Nordamerika sowie ein Vertreter bes Staatsbepartements ber Vereinigten Staaten teil. Die Anwesenheit ber sechs fubamerikanischen Außenminister verleiht ber Kon- »erenz eine über ihren eigentlichen Zweck hinaus- gehenbe Bebeutung. Die Konferenz wirb bestrebt sein, nicht nur ben Chaco-Krieg zu beenben, fonbern aud) neue formen ber Friebenserhal- tung unb internationaler Zusammenarbeit in Sübamerika zu entwickeln. leinet 'm B[ te te,', s ft ? ”««( S- «Ils $ Paris, 1. Juli. (DNB.) „Laßt uns England verstehen", schreibt in ber „Agence Econvmique et Finanoiere" ber Dvrsitzenbe bes Auswärtigen Ausschusses bes Senats Senator Verenger: In Stresa sei man übereingekommen, sich über alle aufgeführten Fragen zu beraten, bevor man hanble. Aber es sei nicht bestimmt worben, baß man nicht hanbeln bürfe. Die Engländer hätten nun einmal in ihrer Art gehandelt. Sie hätten bas beutsche Angebot interessant genug gefunben, Verhandlungen mit Herrn von Ribbentrop aufzunehmen. Am 7. Juni hätten sie Frankreich im einzelnen schriftlich Unterrichtes. Frankreich habe aber er ft am 17. Juni g e - antwortet. Nachbem also bie britische Regierung Frankreich ohne Ergebnis in Kenntnis gesetzt habe, habe sie es als vorteilhaft angesehen, b i e Gelegenheit nicht vorübergehen zu lassen, die deutsche Flotte auf 35 v. H. der britischen beschränkt zu sehen. Das fei alles. Wie könne man darin, fo fragt Verenger, Verrat, Kehrtwendung ober Unkorrektheit erblicken? Frankreich habe ein Maul gezogen. Aber bas fei keine biplomatifche Haltung, unb auf keinen Fall werde bas Englanb ben Franzosen näherbringen. Die französische Regierung habe das sehr wohl begriffen. S)at Frankreich nicht, so fragt Be- renger, bie (Englänber seit einigen Jahren ein wenig geärgert mit feiner ewigen Manier, alle Fragen miteinanber verbinden zu wollen, um keine zu lösen? Diese Vielheitsideologie habe zu nichts geführt. Man müsse daher anerken- nen, daß England wohlberaten gewesen sei, indem es von seinem Recht als Großmacht Gebrauch gemacht habe, im allgemeinen Interesse zu handeln. Frankreich möge versuchen, es England gleichzutun und ohne Vermittlung zu diplomatisch gen überzugehen. London, 2 Juli (DNB. Funk,pruch). „Daily Telegraph meldet, die geplanten neuen Schlacht- idjiffe der Vereinigten Staaten würden a n Kampfkraft allen bisher vorhan- denen Kriegsschiffen überlegen fein unb befonbers bie Schiffe ber Nelsonklasse, also bie ftarfften britischen Schlachtschiffe, ’ m rrb e,,n S,cha11en ft e 11 e n. Währenb bie „Utelfon mit 9 Geschützen zu je 40,6 cm Kaliber bewaffnet fei, mürben bie amerikanischen Schlacht- »ch.ijje 12 Geschütze bes gleichen Kalibers aber von größerer Traaweite haben. Auch würben sie mit einer großen Anzahl kleinerer Geschütze ausgerüstet werben. Währenb bie größten bisher im Dienst befmblichen amerikanischen Schlachtschiffe einen Brennstoffvorrat von 4570 Tonnen auf-1 nehmen konnten, werbe ber neue Typ-Behälter für i ungefähr 7000 Tonnen besitzen, was eine ununterbrochene Reise um bie ganze Erbe ermöglichen würbe. Diese Schlachtschiffe würben bie ersten fein, bie im Falle eines in weiter Entfernung von ber amerikanischen Küste ausgefochtenen Krieges als „schwimmenbe Stutzpunkte" bienen konnten. Die Kosten wür- den auf 12 Millionen Pfunb Sterling je Schiff veranschlagt, gegen 6 412 000 Pfunb Sterling für ein Schiff ber Nelson-Klasse. Großbritannien beabsichtige, ben Bau von Schlachtschiffen sm 2ahre 1937 roieber aufzunehmen. Der Kriegsschiffbau-Feiertag, ber burch ben Was- hmgtoner Vertrag eröffnet worben war, sei aber bereits zu Enbe, benn in Frankreich feien Zwei Schlachtschiffe von je 35000 Tonnen unb zwei von je 26 500 Tonnen im Bau bzw bestellt, unb auch Italien t)abe zwei Schlachtschiffe oon je 35 000 Tonnen auf Stapel gelegt. DieFrage einerZusammenarbeit mitDeutsch- land im Vordergründe des Interesses. , V a-r l s, 2. Juli (DNB. Funkspruch). Die Unter» haus-Erflarungen Ebens werben in Frankreich mit sehr gemischten Gefühlen auf- genommen. Man ist ber Ansicht, sie seien zu zwei- Deutig gehalten unb ließen bie erneute Versicherung oon ber Gültigkeit ber in Lonbon unb Stresa ver- funbeten Formel recht zweifelhaft erscheinen. „Ge- wiß,. chreibt „Petit Journal", wirb die fran- zosisch. englisch - italienische Zusam- men arbeit wieder betont, aber gleich- jethg geht aus den Worten des englischen Ministers hervor, daß England die Front oon Stresa Durch Hereinnahme Deutschlands er- weitern mochte." „Oeuvre" wirft Eben vor, bie hXUL*-fira9e V/ öOtreift zu haben. Eben habe bei feinem Besuch in Paris Laval gebrängt, unmittelbar mit Deutschlanb über ^nh’irr.\Lak Ux-n 9 e? 3U verhanbeln. natürlich habe er bie wahren Grünbe nicht preis- aeben wollen. Sie ließen sich jeboch mit den Wahl- forgen ber englijcfjen Regierung erklären. „L'Orbre" wirst Englanb vor in seine frühere egozentrische Haltung zuruckgefallen zu sein. Man könne sich fragen, ob unter bem Deckmantel zweiseitiger Ab- kommen Europa praktisch nicht balb vor einem E 9 schen Zweier - Abkommen fteben rourbe, bas ben D i e r e r - P a k t, ber übri- l?,ons9e^eiterrt,Jei' entthronen werbe. Der „Ami bu Peuple" meint, baß Englanb Frank- rei^ öteber für ben Vierer-Pakt burch Herein- nähme Deutschlanos gewinnen mochte unb zu die« Zweck eine beutsch-französische An- nah er ung ähnlich ber deutsch-englischen An- Näherung, m bie Wege zu leiten versuche. Die Ge« fahren einer solchen Auffassung brauchten nicht her- ttÄrCn F.“e1rben\?lur die rabikalsozialistische bsqUe 5a? es sur zwecklos, über bas für unb roiber zu streiten unb rät beshalb, mit England „Enbe ber 80er Jahre bes vorigen Jahrhunberts mußte ich als Bataillonsabjutant von Saarbrücken jebes Jahr ben Schülern bes englischen Staffcollege (Kriegsakabemie) in Camberley bei Lonbon auf ben Schlachtfelbern von 1870/71 (Spielern, Forbach, Metz) Vorträge hatten. Naturgemäß entwickelte sich baraus ein reger, freunbschaft- kicher Verkehr ber besten englischen Offiziere (auch aus ben englischen Kolonien) mit ben beutschen Garnisonen, ber zur Folge hatte, baß auch wir beutschen Offiziere Einlabungen nach Englanb er» hielten. Wunbervolle Erinnerungen habe ich an bie herrlichen Wochen in bem Staffcollege in Camberley mit ben alltäglichen Pferbejagben über Hecken unb Gatter, mit ben feffelnben Truppenübungen. auf bem größten englischen Uebungslager A 1 b e r s h o t, mit ben frohen Abenbstunben im Ka° merabenfreife in ben „Messen", mit ben ernsten Gesprächen über bie Zukunft ber ganzen Welt, mit ben sonntäglichen Besuchen auf ben englischen Lanbsitzen unb mit ben vielgestaltigen Vergnügungen in ber stolzen Hauptstabt. Wie fühlten wir uns eines Urstammes, wie verstauben wir uns unb waren ber gegenseitigen Freunbschaft sicher! Damals ginge die englischen Attaches in Berlin in ber „roten G ftirben 1 fische Dld)U ffled)t59rU |eIän* rrhin i des önne nicht Benn i der enige einen iffen, t er- r bei von ) für leige* wen* mit uns licher zum toren - in* eine ieber nrnnt urch die latio* strebt । da* chritt* freien rende 3er* sechs ?on* aus* trebt ibern al* en« einer ^icht 5m* die n3. halb für eich» in wird an» -Sie* Caje Das Fall -sch* Fen Te. chge. Es nmrer jjt, den Jahresbericht erstattet. $r gipfelt in der Verkündung einer Berufs^ Mittenwald feiert in diesen Wochen das 250. Jubiläumsfest des deutschen Geigen- baues. Unser Mitarbeiter besuchte das kleine, weltbekannte Gebirgsdörfchen und hatte Gelegenheit, sich mit den alteingesessenen Mittenwalder Geigenbauern über dieses alte Handwerk zu unterhalten. Mittenwald, Ende Juni 1935. Aus aller Welt. General von Arz f. Am 1. Juli verstarb im Alter von 79 Jahren in Budapest Generalober st a. D. Arz von Straußenberg, einer der bekanntesten Heerführer der verbündeten österreich-ungarischen Ar- mee im Weltkrieg. In den ersten Kriegsjahren war der Verstorbene Kommandant des 6. Ungarischen Armeekorps, an dessen Spitze er im Verbände der von Mackensen geführten 11. Armee an der großen Durchbruchsschlacht von Gorlice teilnahm. Nach dem Rücktritt des Feldmarschalls v. Conrad wurde er Chef des G e n e r a l st a b s der gesamten K. und K. Armee unter Kaiser Karl bis zu deren Zusammenbruch. General o. Arz war seiner Abstammung nach Siebenbürger Sachse, also de^t- schen Blutes. Er gehörte unzweifelhaft zu den tüchtigsten Heerführern Oesterreich-Ungarns, und als solchen lernten wir deutschen Frontsoldaten ihn im Weltkriege, zumal in den Siegestagen in Galizien, kennen und hoch achten, und als solchem erweisen wir auch ihm an seiner Totenbahre unsere Ehrenbezeugung. Schwedischer Kriegsschiff-Besuch im Kieler Hafen. Im Kieler Rathause wurden 25 Offiziere und Mannschaften des im Kieler Hafen eingetroffenen schwedischen Küstenpanzerschiffes „Os- k a r II." empfangen. An dem Empfang nahm auch eine aus 25 Offizieren und Mannschaften bestehende Abordnung des Kreuzers „König s b e r g" teil. Bürgermeicher Menzel hieß die Gäste willkommen und wies auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Schweden und Deutschland hin. Als Vertreter der schwedischen Marine dankte Kapitän zur See von Arbing in deutscher Sprache für den der schwedischen Besatzung zuteil gewordenen liebenswürdigen Empfang. Eine kameradschaftliche Aussprache beschloß die Empfangsfeierlichkeiten. Tags darauf hatten die vier Kutter des Küsten- Panzerschiffes „Oskar II." Gelegenheit, an den auf der Kieler Förde stattfindenden Standortsegelwettfahrten teilzunehmen. Bei der Preisoerteilung gab der Chef der Marinestation der Ostsee Vizeadmiral Albrecht seiner Freude über die Beteiligung der fremden Gäste an der Wettfahrt Ausdruck. Ein vom Kommandanten des schwedischen Kriegsschiffes gestifteter silberner Becher für den besten Kutter fiel an die Mannschaft des Segelfchulschiffes „Gorch Fock". Don den vier schwedischen Kuttern konnte em Boot einen Sieg erringen. Die siegreiche Mann- schäft erhielt einen Preis vom Stationschef. Deukfcher Apothekertag in Breslau. ist ein Stück majestätischer deutscher Land- schäft, dieser Gebirgsflecken Mittenwald, der so verträumt sein Dasein zu den Füßen des Karwendel- Und der Himmel hängt voller Geigen Besuch bei den Geigenbauern in Mittenwald. Die diesjährige Jahres-Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst^findet vom 26. Juli bis 3. August in Frankfurt a. M. statt. Die Gesellschaft fördert in weitestem „Sinne die Gartenkunst und Gartenkultur. Sie erfüllt diese Aufgaben durch Erörterung und Förderung öer au' dem Gebiete der Garten- und Landschaftsgestaltung, eigentliche Form erhalten, die noch heute üblich ist. Aber erst zwei Jahrhunderte später räumte man ihnen den richtigen Platz in der Musik ein. Es war zu der Zeit, da die weltberühmten italienischen Meister wahre Triumphe feierten. Die Namen Stradivari, Amati und G u a r n e r i besaßen Weltruf, ihre Instrumente ließen Völker lachen und weinen, Schmerzen erleiden und Glückseligkeit erleben. Der alte Klotz hatte in Italien gelernt. Als er nach Mittenwald kam, gründete er die Geigenbauerzunft, die bis heute noch besteht. Inzwischen sind viele wahre Meister in Mittenwald in die Geheimnisse des Geigenbaues eingedrungen und vererben die in vielen Jahrzehnten erworbenen Erfahrungen vom Vater auf den Sohn. Wie entsteht eigentlich so ein Meisterstück des deutschen Handwerks? Der alte Wörnle spricht nicht gern darüber, er läßt sich nur schwer bitten, uns etwas über die Entstehungsgeschichte der Geige mitzuteilen. Dann tut er es aber doch, und seine Augen erfüllt der Glanz ewiger Jugend, sein weißes Haar umsäumt sein gutmütiges Handwerkergesicht, in das das Leben tiefe Falten eingegraben hat. Aus Ahorn- und Fichtenstämmen wird die Geige geboren. Fichte für die Geigendecke, Ahorn für den Boden. Dann leimt man um ein Modell die Seiten- ehrengerichtsordnung, bie der Reichs- führer-SS., Diplomlandwirt H. Himmler, als Führer des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte dem RDL. mit nachstehenden Begleitworten gegeben hat: „Der Ehrbegriff des germanischen Bauerntums ist das wertvollste Erbgut wahrer deutscher Menschen. Das Ehrbewußtsein des Einzelnen und die Wertung des Ehrbegriffes bilden den Maßstab für die Wertschätzung jeder Gemeinschaft. Die höchste Gemeinschaft aber ist das Volk, und ihm zu dienen oberste sittliche Verpflichtung. Psticht- erfüllung gegen sein Volk wird damit dum messer der Ehrbarkeit des Einzelnen. Der Reicks- bund Deutscher Diplomlandwirte e. D., als Die Gemeinschaft der im Dienst des Bauerntums arbeitenden deutschen Diplomlandrvirte hat die »ßflidjt, über ernste Berufsauffassung und strenge Wah- runq der Berufsehre zu wachen. Deshalb schreibt seine Satzung vor, daß die Berufsehrengerichtsbar- keit des RDL. durch eine vom Reichsführer RDL. oder dessen Beauftragten zu erlassende Berufs- ehren^erichtsordnung geregelt wird. Auf Grund dieser Bestimmung erlasse ich hiermit die Berufsehrengerichtsordnung des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte." Es folgte dann die Bekanngabe des Abkommens des RDL. mit dem NS.-Lehr er- bund, nach dem die Reichsfachgruppe „Unterricht und Beratung im RDL" zugleich korporativ d,° Fachgruppe „Bäuerliches Schulwesen gruppe 4) der Reichsfachschaft Berufs- und Fachschulen im NSLB. bildet. Pfarrer Fischer freigesprochen. Wien, 1.Juli. (DNB.) Dor dem Linzer Schnellschöffengericht wurde der evangelische Pfarrer der oberösterreichischen Gemeinde Thenmg, Gerhard Fischer, von der gegen ihn erhobenen Anklage wegen Verbreitung beunruhigender Druckschriften freigesprochen. Der Staatsanwalt erklärte zur Begründung der Anklage, daß Pfarrer Fischer vor dem Untersuchungsrichter zugegeben habe, daß er in seiner Kritik übertrieben habe. Der Angelegte erklärte, daß seine Schrift drei Fassungen gehabt hätte, und daß er die letzte Fassung in acht C$em= vlaren hergestellt habe, von denen er sechs an ihm bekannte Personen weitergab. Seines Wissens sei diese Weitergabe mit einer möglichen Ausnahme vor dem 3 Februar 1935 erfolgt, also vor dem Inkrafttreten'des Gesetzes zur Bekämpfung staatsfeindlicher Druckwerke. Auf die Bemerkung des Vorsitzenden, 7s falle ihm auf, daß sich Fischer immer aui ferne deutsche Abstammung berufe und dabei vergesse, daß er öfterreid>ifd)er Staatsbürger fei, erwiderte der Angeklagte, daß er sich leinet be u t f ch e n 21 b_- Das"'Gericht begründete °d?n" Frefsprüch ° mit der Sicher wurde jedoch noch nicht auf freien Fuß ge- M d° u. unter,uchung auch in der Richtung des Hochverrats geführt werden soll, Kleine politische Nachrichten. Die Deutsche Apothekerschaft hielt in Breslau eine Reichstagung ab, zu der 3000 Mitglieder dieses Berufsstandes nach Schlesien ge- kommen sind. Reichsinnenminister Dr. Frick hat der Tagung folgende Begrüßungsworte gewidmet: „Ich begrüße die Deutsche Apothekerschaft anlaß- lich Ihrer zweiten Tagung in Breslau. Tag und Nacht bereit, die Heilkräfte, die uns die Natur in den mannigfachsten Bindungen darbietet, zum Nutzen und in der rechten Form den Kranken zuzuleiten, übt der Apotheker seinen anstrengenden Beruf in dem Bestreben aus, pflichttreu, gewissenhaft und unter Wahrung der wissenschaftlichen Er- kenntnisse den Aerzten als Helfer im Kampfe um die Erhaltung und Förderung der Volksgesundheit zur Seite zu stehen. Dieser Dienst ist mit mancher Entsagung verbunden, stellt aber die Deutsche Apothekerschaft in Reih und Glied mit allen denen, die, unserem großen Führer unwandelbar ergeben, das eine Ziel verfolgen, Deutschlands Krast und Stärke wieder auf die Höhe zu bringen. Möge die Deutsche Apothekerschaft sich ihrer wichtigen Auf- gäbe bewußt bleiben." Der Apothekertag wurde mit geschlossenen Arbeitstagungen eingeleitet, an denen 90 Bezirks- und Unterbezirksführer aus dem ganzen Reich teilnahmen. Diese Tagungen befaßten sich mit wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und organisatorischen Fragen. Reichsapothekenführer Schmierer eröffnete eine Ausstellung, die von der Apothekerschaft und den interessierten Firmen durchgeführt wird. Tagung des Verbandes der Turnerfchaften auf deutschen Hochschulen. - Die Vertreter der Turnerfchaften auf deut- scheu Hochschulen fanden sich in Bad Blankenburg (Thür.) zu ihrer alljährlichen Tagung zusammen. Den Auftakt bildete die Flaggenhissung vor dem Turnerschaftshaus. Als Vertreter der jungen Mannschaften betonte cand.-jur. Erb (Marburg), daß es gelte, stets bereit zu fein, gegen das Gros der politisch Trägen, der ewig Gestrigen und der Gleichgültigen anzurennen und die weltanschauliche Reaktion zu überwinden. Mit einer Kundgebung auf dem Greifenstein, bei der nach der Gefallenenehrung Dr. Otterbeck-Göttingen dem Dank der Turnerfchaften an den Führer für die Wieder- Herstellung der deutschen Wehrhoheit Worte verlieh, und einem unter Beteiligung aller Organisationen der Bewegung durchgeführten Fackelzug zum Marktplatz schloß der erste Tag. Der Führer hatte folgendes Telegramm geschickt: „Dem zu seiner Jahrestagung versammelten Verband der Turnerfchaften auf deutschen Hochschulen spreche ich meinen Dank aus für das Gelöbnis der Gefolgschaft und das Versprechen zur mibe- dingten Weiterarbeit an der körperlichen und charakterlichen Erziehung der akademischen Ju- gend." In einem Telegramm von Staatssekretär Dr. Lammers heißt es: „Für das übermittelte Gelöbnis zur kameradschaftlichen. Mitarbeit bei der Erringung der Ziele der Gemeinschaft studen- tischer Verbände danke ich aufrichtig. Helfen Sie weiterhin mit, insbesondere durch den unbedingten Einsatz Ihres Turnbetriebes." Mit großer Einmütigkeit gelobte die Gefolgschaft dem Verbands- führer Rechtsanwalt Vogelsang (Hannover) treue Mitarbeit. Der Tagung schloß sich em Schulungslager der Turnwarte an. 41. Deutscher philatelistentag in Mainz. In den Tagen vom 16. bis 19. August d. J. findet in Mainz der 41. Deutsche Philatelistentag und 12. Bundestag, verbunden mit einer Briesmarkenausstellung in Wies bad en statt. Am 17. August beginnt vormittags die Handlerborse in der Stadthalle, in der auch am gleichen Tage der Bundestag abgehalten wird. Am 18. August gebirges fristet. Schwer haben es die Männer hier, denen Musik zum Lebensinhalt wurde, deren höchstes Ziel war, den deutschen Geigenbau zu fördern und ihn gegen die Erzeugnisse des Auslandes konkurrenzfähig zu machen. — Strahlender Sonnenschein liegt über den bunten Bauernhäusern mit ihren spitzen Giebeln. Es ist ein herrlicher Sommermorgen mit einem strahlend blauen Himmel, mit einem überschäumenden Erwachen der Landschaft, in deren Hintergrund kraftvoll schneebedeckte Berge in die endlose Weite des vorüberziehenden Wolkenmeeres hineinragen. An Wiesen und Feldern geht der Weg vorbei, der Weg zu all den Häusern und Gärten, in denen in der frischen, gesunden Gebirgsluft die unzähligen Geigen zum Trocknen hängen. ■ Die Zauberer von Mittenwald sind Meister der Töne, deren Hände Holz singend machen können. Manchmal, wenn man abends an Den kleinen Bauernhäusern vorbeispaziert, kann man es hören, wie sie die Geige, „ihre" Geige zur Hand nehmen, sanft mit dem Bogen darüber streichen und wunderbare Melodien erklingen lassen: träumerisch und sehnsuchtsvoll, lachend und leiderfüllt. Die Fremden, die hier in den Ferien ein paar Tage oder Wochen Erholung suchen, bleiben dann gebannt durch so viel eingeborene Musikalität stehen und lauschen den zauberhaften Geigen der Meister von Mittenwald. 1762: Diese Zahl steht an dem Haus des alten Wörnle geschrieben. Dieser Johann Wörnle — 79 Jahre ist er jetzt geworden — ist der älteste Geigenbauer unserer Zeit. Unser Besuch gilt diesem Veteranen des deutschen Geigenbauhandwerks, das seine Jünger so unendlich und wahrhaft lieben, daß sie es nie aufgeben werden. Nie, heute nicht und morgen — mag kommen was will, die Mittenwalder sind nun einmal dazu auserkoren, Geigen zu bauen. Geigen, deren Klang dem der alten berühmten italienischen Instrumente gleichkommt. Und selbst wenn die Maschinenfabrikate noch billiger und serienweiser auf den Markt geschleudert werden — Mittenwald wird fein Hand- werk festhalten, sein Handwerk, das vor nunmehr 250 Jahren seinen Einzug in Deutschland hielt. Matthias Klotz hieß wohl der Mann, der damals nach Mittenwald kam und sein Leben dem Geigenbau widmete. Heute kann man ihn in Denkmalsgestalt auf dem Marktplatz bewundern, den alten Klotz, dessen Urenkel heute noch hier lebt und einst das Erbe seiner Vorfahren angetreten hat... Erst um 1500 herum haben die Geigen ihre Denkmalspflege usw. Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung stehen Landesplanung, Stadtplanung und die damit zusammenhängenden Aufgaben des Grünflächenwesens. Namhafte Städtebauer und Gartengestalter werden in Vorträgen zu den damit zusammenhängenden Fragen Stellung nehmen. Rundfahrten durch öffentliche Grünflächen, Besichtigungen von Gärten und Ausstellungen ergänzen die Vorträge. mung durch den Pressechef der Reichsregierung, Staatssekretär Funk, überbringen lassen. * Das Gesetz über die Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung vom 5. November 1934 laust am 1. Juli 1935 ab. Bis zur Entscheidung über eine Verlängerung des Gesetzes werden die Geschäfte des Reichskommissars durch die hierfür zuständigen Stellen f o r t g e f ü h r t. Die Geschäftsstelle bleibt Berlin W 9, Vohstraße 8. * Einer vor längerer Zeit ergangenen Einladung der deutschen Regierung folgend, trifft der polnische Außenminister Oberst Beck am Mittwoch, dem 3. Juli, zu einem zweitägigen Besuch in Berlin ein. Kunst und Wissenschaft. Lin Heidelberger llniversitätsheim im Odenwald. Mit 'finanzieller Unterstützung privater Freunde hat die Heidelberger Theologische Fakultät in engster Zusammenarbeit von Dozenten und Studenten ein Eigenheim erbaut, dessen Richtfest zu einer Universität und Landvolk wahrhaft verbindenden Feier sich gestaltete. Das Haus steht an einem der schönsten Punkte der Wilhelrns- felder Gegend und bietet eine herrliche Fernsicht von Heiligkreuzsteinach bis weit in die Rheinebene. Im Untergeschoß enthält es einen geräumigen Dor- traqssaal, das Obergeschoß des Fachwerkhauses umfaßt die Schlafkammern mit 48 Betten, Im Dachgeschoß ist ein Massenlager für 40 bis 50 Matratzen vorgesehen. Aktuelle Veleuchtungsfragen. Aus Anlaß der zur Zeit in Berlin tagenden 9. Vollversammlung der Internationalen Beleuchtungskommission veranstaltete die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft tn der Technischen Hochschule eine Fest,itzUM Pros. Dr Weigel begrüßte die ausländischen Gaste aus der Partei. Als erster Redner sprach Professor Dr. 18 Ländern, die Vertreter des Reiches, des Staates, K r o h Über „menschenkundliche Grundlagen der Lichttechnik". Dann gab Prof. Dr. Weigel Untersuchungen des von ihm geleiteten Lichttechmschen Instituts Über die Sehfähigkeit im Natrium- und Quecksilber-Licht bekannt. Dr. W. Arndt sprach über „Die Grenzen der Sichtbarkeit von Lichtern . Dr.-Jng. Adolph sprach über „Die Befriedigung des Lichtbedürfnisses als Wirtschaftsfaktor . Der Vorkämpfer der Lichtwirtschaft, Bruno Seeger erörterte die Bedeutung und Entwicklung des elektrischen Lichtverbrauchs in Europa. DipÜ-Jng. H. Müller hielt einen Vortrag über den JStanD der Straßenbeleuchtung mit Gas und ihren Einfluß auf die Wirtschaftlichkeit der Gaswerke". Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst in Frankfurt a. 211. teile der Geige, die Zargen, und setzt Decke und Boden auf sie. Ist das Instrument so weit fertig, wird es mit einem Geigenhals, der mit einem Griffbrett und Eschenholzwirbeln versehen ist, kombiniert. Dann kommt noch der Saitenhalter, Steg und schließlich im Innern der Geige der Stimmstock. In etwa 120 bis 150 Arbeitsstunden ist die „weiße Geige" fertig, dann muß sie lackiert werden. Dieses Lackieren dient nicht nur der Verschönerung des Geigenäußern, sondern trägt einen großen Teil zur K l a n g s ch ö n h e i t bei. Es gibt Lackmethoden, die viele, viele Monate in Anspruch nehmen. Das Holz, das zur Herstellung der Geigenboden und Decken benutzt wird, muß mindestens 15 bis 20 Jahre alt fein. Instrumente, die aus etwa 50jährigem Holz bestehen, sind Prunkstücke der Geigenwerkstätten. Früher ging das Geschäft ganz gut, meinen die Mittenwalder, da reiften die ©eigen nach England und Amerika, wurden gut bezahlt und ernährten ihren Mann. Dann kamen Krieg und Inflation. Geigen wurden maschinell hergestellt, das alte deutsche Handwerk lag in den letzten Zügen. Heute geht es wieder etwas besser, man hofft auf gesunde Tage, wo die Leute wieder Freud und Lust am Musizieren haben. Die Mittenwalder lassen den Kops nicht hängen, und wenn sie nur ihre Geigen für sich ganz allein bauen würden, wurden sie diesen Beruf doch den schönsten aller Berufe Vielleicht unterhalten sie sich manchmal mit ihren Geigen darüber, manchmal, wenn nachts irgendwo in einem kleinen Bauernhaus eine Geige leise schluchzt und ein verträumtes Schlummerlied zu fingen beginnt ... R- E-p- Deutschland ihre Stimme fein! Was haben 1 | ie getan? Sie sind ihrem deutschen Volks- i um treu geblieben. Deswegen sollen sie nun j terben oder in Zuchthäusern zugrunde gehen? ‘ 'eutsche Männer und Frauen! Im Memelland ist ! uch unser deutsches Herz getroffen. Die 1 iechtsgrundlagen werden erschüttert, um das Deutschtum mit Gewalt aus bem ßanbe zu reißen, las immer deutsch war. In langer Reihe stehen die ' deutschen Männer, die das Blutgericht in Kowno vernichten will; in unendlicher Zahl bleiben hinter ihnen die Frauen und Kinder. Zahllose von denen, die dort von härtesten Urteilen getroffen wurden, sind deutsche Frontsoldaten. Sie haben keinen Frieden seit 1914. Denkt darin, Männer des soldatischen Reiches, baß es um ein ßtück deutschen Volkstums, deutschen Bodens, deutscher Ehre geht! Denk daran, deutsche Jugend, baß man euren Kameraden die deutsche Schule, die deutsche Sprache nehmen will! Der größte deutsche Solbatenbunb und der Volks- tund für das Deutschtum im Ausland rufen hier gemeinsam alle Deutschen zur Spende gegen das Elend unserer Brüder, unserer Schwestern, unserer Kinder im Memellande auf. Hebt Geld, damit wir die Not lindern! Opfert, da- ' mit alle wissen, daß die Blutsgemeinschaft unseres Lölkes über alle Grenzen hinweggeht! Helft! Leden einzeln en geht es an! Einzahlungen ouf bas Postscheckkonto Berlin 40 500 des Deutschen Leichskriegerbundes „Kyffhäuser" (Kyffhäuserbund) ,Memeldank" ober auf bas Postscheckkonto bes Lolksbunbes für bas Deutschtum im Auslanb, ; Dauptfaffe, Berlin 88 467, mit bem Kennwort „Me- melbanf". Auch alle ßanbesDerbanbsbienftftellen bes । LDA. nehmen „Memelbank"-Spenben entgegen. Volksbunb für bas Deutschtum im Auslanb. gez. Dr. Steinacher. Deutscher Reichskriegerbunb „Kyffhäuser" (Kyffhäuserbund) E. V. gez. R e i n h a r b. Eine Rede Rosenbergs. Hannover, 29. Juni. (DNB.) Auf bem ©autag Sübhannover-Braunschweig fetzte sich Leichsleiter Rosenberg mit ben Gruppen aus* tinanber, von benen Minierarbeit gegen bie nationalsozialistische Bewegung ausgehe. Der Führer habe keinen Zweifel baran gelassen, daß ber Nationalsozialismus zwar eine politische, aber ebenso sehr eine weltanschauliche B e - B e g u n g sei unb daß die weltanschauliche Erziehung eines jeden Deutschen die vornehmste und größte Aufgabe der Bewegung fei. Es verstehe sich von selbst, daß es infolgedessen kein Privileg bestimmter Religionsgemeinschaften geben könne. Gegenüber dem Versuch (proiffer schädlicher Gruppen, Andersdenkende als unchristlich ober gar atheistisch hinzustellen, betonte der Rebner ben Grunbsatz bes Nationalsozialismus ' von ber religiösen Gewissensfreiheit. Der Führer habe allen Bekenntnisgruppen von Anfang an mit menschlichem Verstänbnis gegen* übergeftanben. Aus biesem Verstänbnis heraus müsse er aber auch erwarten, daß sie Achtung vor dem Ringen der neuen Gruppen um eine neue seelische unb kirchliche Einstellung aufbringen. Sobann roanbte sich Reichsleiter Romberg dem Kapitel Kultur und Wissen- ch a f t zu und wies darauf hin, daß man auch in diesem Lager Versuche zum Annägen bes nationalsozialistischen Gedankens feststellen könne. Zuletzt fetzte sich Rosenberg noch mit der Minier- arbeit des W e l t j ud e n t u m s auseinander, bas heute zwar etwas von der Oberfläche zurück- gedrängt, aber in allen Staaten nach wie vor tätig fei. Wenn Deutschland in. der Behandlung ber Judenfrage darum laxer würde, würde es keinen Dank sondern nur verstärkten Druck ernten. Kundgebung der Oiplom- landwirte in Goslar. Reichsführer Himmler spricht zu seinen Berufskameraden. 1 Goslar, 30. Juni. (DNB.) Das Reichstreffen ideutfcher Diplomlandwirte fand am Sonntag mit , einer Kundgebung vor der Kaiserpfalz sein Ende. 9m Mittelpunkt der Kundgebung, auf der Vertreter der Ministerien, der Wehrmacht, des Reichsnährstandes unb bes öffentlichen Lebens sowie ber Stabt Goslar teilnahmen, stand eine Ansprache de s Reichsführers-SS. Diplomland- tt irt Himmler. Don ber Menge stürmisch be« , grüßt, erinnerte Himmler an die geschichtliche Bedeutung der Stätte der Kundgebung und ging ba* ! bei aus die Rolle Heinrichs des Löwen ein, der Loslar zum Inbegriff deutscher Art, heiligen deutschen Glaubens und deutscher Sitte gemacht habe. ‘ ? Auf die Bedeutung der R a f f e n f r a g ez eingehend erklärte der Reichsführer-SS., gerade der deutsche Diplomlandwirt 'sei auf Grund feines Herkommens unb seiner Vorbildung dazu berufen, d e n Mythos von Blut und Boden in die breite Masse zu tragen. Mit besonders starker Betonung wandte sich Himmler dann an seine Berufskameraden unb s mahnte sie, sich nicht im Technischen zu erschöpfen, fonbern jeber auf seinem Posten ■ buflir zu kämpfen, daß nicht nur der Bauer, son- ■ o rn auef) ber Städter wieder die notwen- b ge Verbindung mit dem heiligen deutschen Boden finde. ri r Als Vertreter von Reichsminister Rust sprach . i Professor Meyer, der vor allem die Bedeutung der Neuordnung des landwirtschaft- || li chen Studiums für den Stand der Diplomlandwirte unterstrich. Mit einem stürmisch auf genommenen Sieg-Heil auf Volk unb Führer fand iJ das Reichstreffen der deutschen Diplomlandwirte 1935 seinen Abschluß. Dem Reichsbundestag des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte (RDL.) hatte^ Reichsgeschafts* führer Dr. Kraemer i rt, tn hör N Bull rieh Salz Gegen Durst. vormittags beginnt der Deutsche Philatelistentag im Akademiesaal des Kurfürstlichen Schlosses. Am glei- chen Tage wird in Wiesbaden die Briefmarkenaus- steUung eröffnet. Die offiziellen Veranstaltungen werden umrahmt von Besichtigungen, Zusammenkünften, Rheindampferfahrt usw. Line Glanzleistung deutscher Alpinisten. Den beiden deutschen Alpinisten Peters und Mayer ist es gelungen, eine b e rg st e i g e r i sch e Glanzleistung von überragender Bedeutung für die gesamte Hochtouristik zu vollbringen. Sie haben in 17stündiger, schwerster Eis- und Fels- kletterei die 1500 Meter über dem Les Chaux - Gletscher jäh aufragende Nordwand der Grandes Jorasies (Westalpen) bezwungen, die eine absolute Höhe von 4200 Meter hat. Zahlreiche Kletterer aller Nationen hatten sich bisher erfolglos um die Besteigung dieser Wand bemüht. Viele haben ihr kühnes Unternehmen mit dem Leben bezahlen müssen. Mit der Eroberung der Grandes Jorasses- Nordwand ist eines der letzten noch offenen großen Probleme der Westalpen gelöst worden. Zwei Kletterer am Dachstein tödlich abgestürzk. Auf dem Dachstein hat sich ein schweres Berg- Unglück zugetragen. Bei der Durchkletterung der Scheiblingwand stürzten zwei junge österreichische Ketterer 100 Meter tief ab und blieben t o t liegen. Ihre schrecklich verstümmelten Leichen wurden odn einer Bergungskolonne des Deutschen und Oester- reichischen Alpenvereins, die durch Gendarmerie verstärkt war, nach großen Mühen geborgen. (Ein neuer deutscher Segelslugrekord. Dem bekannten Segelflieger Peter Riedel gelang es, einen neuen Rekord im Segelzielflug aufzustellen. Er ließ sich vom Flughafen Tempelhof bei Berlin durch ein Motorflugzeug hochschleppen, klinkte sich nach etwa drei Minuten aus und erreichte nach einer Flugzeit von sechs Stunden und 40 Minuten den Hamburger Flughafen. Die zurückgelegte Strecke beträgt 270 Kilometer, die höchste erreichte Höhe 2000 Meter. Es ist dies der erste Zielflug, auf dem die Strecke von 200 Kilometern überschritten wurde. Beinahe vier Wochen lang in der Luft. In Meridian (Mississippi) sind die amerikanischen Dauerflieger, die Brüder Key, nach einem Dauerflug von 27 Tagen, 5 Stunden und 33 Minuten gelandet. Die Landung erfolgte wegen ungünstiger Wetterberichte. Die Flieger mußten wiederholt gegen Nebel und Gewitter ankämpfen und zeitweise blind fliegen. Raubüberfall auf einen Geldbriefträger in Dresden. In Dresden wurde auf einen Geldbriefträger ein Raubüberfall verübt. Ein zufällig vorübergehender Hilfsaufseher stellte den flüchtenden Täter und brachte ihn trotz heftigen Widerstandes nach dem Tatort zurück. Hier warf sich der Festgenommene plötzlich zu Boden, zog ein offenstehendes Messer aus der Tasche und brachte sich mehrere Schnittwunden an der Kehle bei. In schwerverletztem Zustande wurde er ins Krankenhaus gebracht. Es handelt sich um einen gewissen Albert Perlet aus Dresden. In seinem Besitz wurde ein eiserner Schraubenschlüssel gefunden, mit dem er den Geldbriefträger niedergeschlagen hatte. Der Ueberfallene hat Schlagverletzungen am Hinterkopf erhalten, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. Nach den bisherigen Feststellungen hatte der Täter 24 Mark geraubt. Beim Baden von einem Haifisch verschlungen. Am Strande von Susük bei Fiume an der italienisch-südslawischen Grenze bemerkten die Badenden zu ihrem Entsetzen plötzlich zwei riesige H a i f i sch e. Die Schwimmer versuchten so schnell wie möglich das Ufer zu erreichen um sich in Sicherheit zu bringen. Einem jungen Mädchen, einer tschechoslowakischen Staatsangehörigen, die sich zu weit aus das Meer hinausgewagt hatte, gelang es aber nicht mehr, rechtzeitig an das Ufer zu kommen.. Sie siel einem der beiden Raubfische zum Opfer. Selbstmörderin verursacht schwere Gasexplosion. In einer Wohnung in Berlin-Steglitz ereignete sich eine schwere Gasexplosion. Eine Frau fand dabei den Tod. Zwei andere wurden leicht verletzt. Durch die Explosion entstand in dem Hause großer Sachschaden. Das Unglück ist durch den S e l b st m o r d der 52jährigen Wohnungsinhaberin verursacht worden. Die Frau hatte in selbstmörderischer Absicht den Hahn des Küchengasherdes geöffnet. Die Feuerwehr fand die Wohnungsinhaberin inmitten der Trümmer ihrer Wohnung mit furchtbaren Brandverletzungen tot auf. Die Glucke als Pflegemutter verwaister Feldhühner. Im rheinhessischen Heppenheim tötete ein Landwirt beim Kleemähen unbeabsichtigt ein brütendes Feldhuhn. Die Eier nahm er mit nach Hause und legte sie einer Glucke unter. Nach einigen Tagen schlüpften 10 Feldhühner aus, die nun von der Hühnermutter wie eigene Kinder behütet werden. In Dintesheim ist ein gleicher Vorfall zu verzeichnen. (Ein Kind spielt rnlt Streichhölzern. — Bier Bauernanwesen eingeäschert. Durch ein verheerendes Großfeuer wurden in der Ortschaft Neumünster bei Wörleschwang in Schwaben vier Bauernanwesen in Schutt und Asche gelegt. Das Feuer entstand durch ein vierjähriges Kind, das mit Streichhölzern einen Strohhaufen angesteckt hatte. 20 Personen sind obdachlos. Lin Kulturamt in der Reichsjugendführung. Auf der Arbeitstagung der Führerschaft des Ober-1 gebietes Süd in Stuttgart, zu der auch der Reichs-1 jugendführer Baldur v. S ch t r a ch erschienen war, gab Obergebietsführer Cer ff bekannt, daß au Anregung des Reichsjugendführers nunmehr ein Kulturamt der H I. in der Reichsjugendführung geschaffen worden ist. Zweck dieses Kulturamtes ist es, die schöpferischen Kräfte auf dem Gebiete der Kulturarbeit in der HI. zu aktivieren. Die Schaffung dieses Kulturamtes wurde erst jetzt in Angriff genommen, da die Reichsjugendführung es für notwendig erachtete, zuerst einen Ueberblick über die kulturschöpferischen Kräfte zu haben und dann erst eine Organisation auszubauen. Bis jetzt kann festgestellt werden, daß innerhalb der HI. bereits Wertvolles geleistet worden ist und wirklich gute Schöpfungen den Weg in die Öffentlichkeit ge- macht haben. Word in halle. — Den Schwager hinterrücks erschossen. Der 36jährige Schlosser Albert Ranft in Halle wurde auf dem Heimwege hinterrücks nie- dergeschossen. Er verstarb auf dem Wege zum Krankenhaus. Als mutmaßlicher Täter kommt sein 35jähriger SchwagerD i e 11 r i ch in Frage, der vor einiger Zeit mit den Eheleuten Ranft einen Streit gehabt hat. Oberheffen. Oer Büdinger Zohannismarkt. Büdingen, 30. Juni. (LPD.) Wie feit vielen Jahrhunderten feiert auch in diesem Jahr die Bevölkerung des romantischen alten Landstädtchens Büdingen und seiner näheren und weiteren Umgebung den Johannismarkt getreu den überkommenen Sitten und Bräuchen. Vor nahezu sechs Jahrhunderten wurde Büdingen das Recht verliehen, Märkte und Messen zur Belebung von Handel und Verkehr abzuhalten. Von dieser Zeit ab waren die Märkte Höhepunkte im Leben seiner Bewohner. Der Johannismarkt, der am Sonntag bei herrlichstem Wetter und bisher nie dagewesenem starken Besuch eröffnet wurde, zeigte deutlich, daß er nichts von feiner alten Anziehungskraft verloren hat. Den Auftakt bildete diesmal eine bedeutende sportliche Veranstaltung: ein Fußballspiel zwischen der Spielvereinigung Fürth und der 1. Mannschaft des Büdinger VfR. Auf dem in unmittelbarer Nähe des Neuen Marktplatzes liegenden Spielfeld des VfR. drängten sich die Menschen und verfolgten das interessante Spiel mit Spannung und Ausdauer. Die einheimische Mannschaft hielt den technisch überlegenen Gästen gut stand und brauchte sich der ehrenvollen 3:1-Niederlage nicht zu schämen. Bürgermeister D i e m e r überreichte am Schluß des Spiels den Fürthern im Namen der Stadt ein großes Bild von Büdingen. Nach dem Spiel fluteten die Menschen auf den Marktplatz zurück, um in dem riesigen Festzelt Erfrischung und Freude zu suchen. Während am Montag und Dienstag die Pferde-, Rindvieh- und Schweinemärkte neben dem Krämermarkt ftatf« finden, währt auf dem Festplatz das lustige Treiben drei volle Tage. Landkreis Gießen. — Lumda, 2. Juli. Am Sonntag wurden auch in unserem Dorfe die Kriegsehrentreu z e überreicht. Bürgermeister Eduard Schultheiß sprach einleitend über die große Wandlung, die sich in unserem Vaterland vollzogen hat. Ehre und Freiheit habe der Frührer unserem Volk wiedergegehen. Das schlichte Kreuz . solle ein Erinnerungszeichen sein an die großen Taten unseres Heeres, zugleich aber auch ein Mahnzeichen, den Geist und die Kameradschaft der Frontkämpfer weiter zu pflegen und zu üben im Dienste für Volk und Vaterland. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer schloß der Bürgermeister und überreichte barm die Ehrenkreuze. )( Li ch, 1. Juli. Die zweite Pfarrstelle war feit dem 1. November vorigen Jahres unbesetzt. Mit Wirkung vom 1. Juli d. I. wurde nunmehr Pfarrer Alfred Neumann in Oberseemen zum zweiten Pfarrer von Lich ernannt. Pfarrer Naumann wurde am 16. Februar 1897 als Sohn des Pfarrers Ludwig Naumann in Wahlen (Kreis Alsfeld) geboren. Nach Ablegung der Reifeprüfung nahm er am Weltkrieg teil, studierte dann Theologie, wurde am 8. Juli 1923 in Affolderbach (Odenwald) als Pfarrassistent ordiniert, kam am 9. Mai 1924 als Pfarrverwalter nach Ilbeshausen und am 5. Juli 1924 als solcher nach Stockhausen. Am 9. April 1925 wurde er als Pfarrverwalter nach Oberseemen versetzt und hier am 23. Dezember 1927 definitiv angestellt. Nur ungern sieht feine bisherige Gemeinde den ausgezeichneten Prediger scheiden. Voraussichtlich wird er am 21. Juli hier und in Nieder-Bessingen eingeführt werden. Beide Gemeinden freuen sich, daß die Pfarrstelle nun wieder besetzt ist, nachdem sie seit sechs Jahren bereits zweimal längere Zeit verwaist war. O Eb erstadt, 1. Juli. Am Samstag reiften die hier vier Wochen zu Gast weilenden Ferienkinder aus Bottrop wieder in ihre Heimat. Der Transportführer SA.-Mann E. Laden, der sie auch hierher brachte, holte sie wieder ab. Die Kinder wurden nach Station Garbenteich gebracht. Den Kindern und Pflegeeltern fiel der Abschied sehr schwer. — Der hier neuerbaute Schieß- ft a n b würbe nunmehr feierlich eingeweiht und feiner Bestimmung übergeben. Die Feier eröffnete der Gesangverein durch zwei Lieder. Sodann hielt Pg. Bürgermeister Görlach eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Schießsportes für die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes hervorhob, und den neuen Schießstand am Apfelweingarten seiner Bestimmung übergab. Er endete mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland. Mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Deutschlandlied klang die Veranstaltung aus. Die gesamte Anlage des Schießstandes hatte Kamerad W e h - rum bereitwilligst. übernommen und mustergültig ausgeführt. Anschließend an die Feier fand noch ein Preisschießen statt. Kreis Bübingen. ? Nidda, 1. Juli. Für den Wasserbedarf unserer Gemeinde wurden kurz vor 1900 in der nahen Gemarkung Michelnau Quellen angekauft und damals, sowie später bei Mehrbedarf drei Wasserbehälter in verschiedenen Höhenlagen angelegt, denen im Lause der Zeit noch einige Quelley zugeführt wurden, deren köstliches Naß aber von den verhältnismäßig kleinen Behältern und auch engen Rohren nicht ausgenommen werden kann und daher täglich etwa 40 Kubik- Meter Wasser nutzlos fortlaufen. Deshalb hat man beschlossen, einen ausreichend großen Wasserbehälter auf der Beunde zu errichten, um auf geeignete Weise das heute im Quellgebiet zwecklos ablaufende Wasser hier aufzuspeichern. Zur Förderung auf vorgesehene Höhe, die über dem Bahn- Hofe liegt, findet eine Diesel- oder elektrische Motorpumpe Anwendung. Eine durchgreifende und allseitig zufriedenstellende Versorgung mit Wasser mußte wegen verschiedenen Schwierigkeiten seither immer zurückgestellt werden. 8 Nidda, 1. Juli. Heute begann hier die für unseren Bezirk für drei Tage vorgesehene Mufte - r u n g der Rekruten. Das gab dem Straßenleben ein besonderes Gepräge. Die jungen Burschen zogen, mit bunten Bändern geziert, durch die Straßen und fangen unermüdlich bekannte Soldatenlieder, die manchen alten Soldaten an längst Der« gangene Zeiten erinnerten. Kreis Schotten. + Laubach, 1. Juli. Im hiesigen Schwimmbad fand gestern nachmittag ein großes Schwimmfest statt, an dem sich die Schüler und Schülerinnen der beiden Schulen und der Turnverein beteiligten. Gegen 15 Uhr marschierte der Zug der Schwimmer mit Musikbegleitung von der Hälle ab dem Schwimmbad zu. Bürgermeister H o g y hielt hier zunächst eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Schwimmens hin- wies, worauf die Vorführungen begannen. In dem sehr reichhaltigen Programm wurden Spring- übungen, Staffettenschwimmen, Figurenschwimmen, Rettungsvorführungen, Tauchübungen u. a. geboten. Die zahlreichen Zuschauer verfolgten mit regstem Interesse die Leistungen der Schwimmer. In der Volksschule beginnen morgen die Heuferien, die bis zum Samstag, den 20. Juli, dauern. Preußen. Ein Toter und ein Schwerverletzter bei einem Motorradunglück. Herborn, 30. Juni. (LPD.) An einer Straßenkreuzung inmitten der Stadt ereignete sich Sonntag nachmittag ein schwerer Verkehrs Unfall. Zwei Motorradfahrer, der 27jährige H e u m a n n und der 23jährige R e ch m a n n , beide aus Bad Soden im Taunus, fuhren einem Personenkraftwagen in die Flanke. Die Motorradfahrer erlitten schwere Schädelverletzungen. Heumann st a r b einige Stunden später im Herborner Krankenhaus. Auch bei Rechmann sind die Verletzungen derart schwer, daß Lebensgefahr besteht. Die Insassen des Personenautos, die von Bad-Nauheim nach Siegburg zurückkehren wollten, kamen mit leichten Schnittverletzüngen davon. Die Schuldfrage ist noch nicht restlos geklärt. Ober-Westerwald. LPD. Westerburg, 1. Juli. In dem Kreisort Kolbingen spielte ein dreijähriger Junge unbeaufsichtigt an einem Brunnenrand. Plötzlich bekam das Kind das Uebergewicht und stürzte in den tiefen Brunnen. Ehe Hilfe gebracht werden konnte, war der Junge bereits ertrunken. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Die starke Erhitzung der letzten Tage, die gestern wieder zu Temperaturen über 30 Grad Celsius führte, hat wiederum einen Einbruch kühlerer Meeresluft ausgelöst. Diese traf am Montagabend unter starken Böen bei uns ein und gab vornehmlich in West- und Süddeutschland Anlaß zu Ge- roittertätigfeit. Im Bereiche dieser Meeresluft bleibt zunächst kühles und unbeständiges Wetter erhalten. Doch kann bei dem kräftigen Luftdruckanstieg über Westeuropa anschließend mit neuer Besserung ge- rechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch wolkig und vereinzelt noch Schauertätigkeit bei westlichen Winden. Mittags Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Später beginnende Besserung. Aussichten für Donnerstag: Wieder vielfach heiter und neue Wärmezunahme, schwül. Lufttemperaturen am 1. Juli» mittags 29,2 Grad Celsius, abends 21,1 Grad: am 2. Juli: morgens 18,9 Grad. Maximum 29,9 Grad, Minimum 17,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Juli: abends 26,8 Grad; am 2. Juli: morgens 22,4 Grad. — Sonnenscheindauer 14,8 Stunden. — Niederschläge 1,3 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, ür Feuilleton: Dr Hans Tbnnoi für Den ühriaen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- and Stemdruckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Hiob 19, 25. Gießen. Alsfeld, den 1. Juli 1935. 02805 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 3. Juli, nachmittags 2l/a Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heute morgen ls/4 Uhr ist mein lieber Mann, unser teurer Vater, Schwiegervater und Großvater Otto König nach schwerer, geduldig ertragener Krankheit im 69 Lebensjahre heimgegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie König, geb. Herd. £) Ihr Kind gedeiht Prächtig wenn Sie ihm mit der Milch den bewährten Dr. Estes Kinder-Grieß geben. Er enthält alle Aufbaustoffe in zuträglichster Dosierung. 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August aus Wiesbaden und übernimmt auf Anordnung des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger die Leitung und Verwaltung des Hessischen Staatsbades Bad-Nauheim. Freiherr von Wechmar nahm als aktiver Offizier am Weltkrieg teil und trat dann zur Reichswehr über. Er nahm dann seinen Abschied und war mehrere Jahre kaufmännisch im In- und Ausland tätig. Seit 1926 war er unter den nicht einfachen Danziger Verhältnissen Kurdirektor in Zop- Blick über den Schauplatz des Staatsaktes aus Anlaß der 100-Jahrfeier des Staatsbades Bad-Nauheim. 'Ausnahmen s3s: Neuner, Gießener Anzeiger.) Posaunenchöre — nahezu 200 waren erschienen — die Herren von der Verbandsleitung, den Vertre- ter - des Landesbruderrates, sowie den Vertreter des Starkenburger Pofaunenchorverbandes. Der Ortspfarrer betonte, daß die Gemeinde Lang-Göns dacht. Bad-Nauheim sei das berühmteste Herzheilbad der Welt geworden. Daß wir auch sonst heute in einem erfreulichen Aufstieg begriffen seien, hätten wir allein unserem Führer Adolf Hitler zu verdanken. Es werde die Aufgabe der Verwaltung des Bades und seine, des Reichsstatthalters Aufgabe als Führer der hessischen Landesregierung sein, in diesem Bad vorzugsweise den Männern, die im Arbeitskampf zu Schaden gekommen seien, die Heilung zu ermöglichen. Hierauf ergriff, von den Anwesenden herzlichst begrüßt, Reichsinnemuinister Dr. Frick das Wort. Er führte aus: Deutsche Volksgenossen, verehrte Gäste! Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt, ihn bei der heutigen Feier zu vertreten und Bad-Nauheim zu seinem 100jährigen Bestehen seine besten Grüße und Glückwünsche zu übermitteln. Indem ich mich dieses Auftrages entledige, schließen sich die Reichsregierung und ich selbst als der für die Gesundheitspflege zuständige Reichsminister mit allen guten Wünschen für Bad-Nauheim von ganzem Herzen an. Die Gesundheit ist eines der höchsten menschlichen Güter und die Voraussetzung für das Gedeihen des ganzen Volkes. Darum hat die nationalsozialistische Regierung wie keine andere zuvor alles daran gesetzt, um die Volksgesundheit zu pflegen, unser Volk rassisch zu erneuern und zu stär- von jeher etwas übrig gehabt habe für die lange der Kirche und daß er sich freue, nun Gäste an diesem schönen Sommertage in Mauern von Lang-Göns begrüßen zu können, schließend teilte er noch die Geschichte von Fremden sich davon überzeugten, daß sie in Deutschland herzlich willkommen seien, daß sie in keiner Weise belästigt und von uns als angenehme Gäste geschätzt würden. Er hoffe, daß der starke Fremdenbesuch in Bad-Nauheim dazu beitragen würde, die Mißverständnisse, die durch Verbreitung von Verleumdungen des neuen Deutschlands entstanden seien, zu beseitigen. Die Entwicklung, die Deutschland in letzten 21/? Jahren genommen habe, sei von keinem von uns für möglich gehalten worden, insbesondere auch die wirtschaftliche Entwicklung. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit habe zu einem vollen Erfolg geführt. Wenn man die Arbeitslosenziffer von über 6 Millionen auf 2 Millionen herabgedrückt habe und wenn man bedenke, welche gigantischen Werke in dieser Zeit entstanden seien, z. B. auch die Reichsautobahnen, so müßte das die Achtung der ganzen Welt Hervorrufen. Wir hätten dies alles einem Manne zu verdanken, der am Steuer dieses Staates stehe und der Deutschland groß, angesehen und stark gemacht habe, Adolf Hitler. Gemeinsam wurden im Anschluß an die Ansprache des Reichsinnenministers das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Oer neue Leiter des hessischen Gtaats- bades Bad-Nauheim. GPA. Frankfurt a. M., 1. Juli. Freiherr von Wechmar, der Generaldirektor der Städt. ZO.Zahressest des Verbandes oberheiffcher Posaunenchöre in Lang-Göns. ten, öie erbge|unoe tmöerreiaje tfumihe zu fordern und erbkranken Nachwuchs zu verhüten. Bad-Nau- Heim hat in den vergangenen hundert Jahren ungezählten Tausenden kranker und leidender Menschen Erholung und Genesung gebracht. Mit seiner herrlichen Natur, den zu Spaziergängen einladenden Wäldern der Umgebung, mit seinen vorbildlichen Kuranlagen, den wunderwirkenden Heilquellen und seinem vorzüglichen Aerztestand ist Bad-Nauheim aus kleinen Anfängen zu einem Weltbad geworden, das überall in der Welt den besten Ruf genießt und Freunde aus aller Herren Länder zur Kur hierher zieht. Die nationalsozialistische Regierung und die nationalsozialistische Bewegung sehen ihren Stolz darin, auch minderbemittelten Volksgenossen in möglichst großer Zahl die Wohltat des Gesundbrunnens Bad-Nauheim zuteil werden zu lassen. So möge Bad-Nauheim seinen Aufstieg in den vergangenen hundert Jahren auch in den nächsten hundert Jahren fortsetzen, zum Wohle der leidenden Menschheit. Wenn Sie dazu helfen, werden Sie ein tüd)- tiges Stück deutscher Aufbauarbeit im Sinne unseres herrlichen Führers Adolf Hitler leisten. Hierauf ergriff profeffor Weber, der Direktor des Balneologischen Reichsinstituts Bad-Nauheim das Wort zur eigentlichen Festrede, in der er die Entwicklung des Bades schilderte. Bad-Nauheim arbeite durch seinen zahlreichen Ausländerbesuch daran mit, besseres Verständnis für unser deutsches Volk in der Welt zu erzielen. Das Telegramm des Führers. Im Anschluß daran mürbe das Glückwunschtelegramm des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler verlesen, das folgenden Wortlaut hatte: „Dem hessischen Staatsbad Nauheim spreche ich zur heutigen Feier . des 100jährigen Bestehens meine herzlichsten Glückwünsche aus. Möge das Bad auch künftig erfolgreich wie bisher seine Aufgabe, der leidenden Menschheit Erholung und Heilung zu bringen, erfüllen. Adolf Hitler." Finanzrat Dr. Diehl brachte ein „Sieg-Heil!" auf den Führer aus, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Mit der ausgezeichneten Wiedergabe des Schlußchores aus der Oper „Die Meisterfinger" von R. Wagner fand der feierliche Staatsakt feinen Abschluß. Dr FncküberdenwertvollenAuslänoer- besuch des Staatsbades Nauheim. Kundgebung derNSOAP. inGrünberg + Grünberg, 1. Juli. Arn Samstagabend fand in der hiesigen Turnhalle eine Kundgebung der NSDAP, statt, die einen sehr guten Besuch auswies und von dem stellvertretenden Kreispropagandaleiter H e ß geleitet wurde. An Stelle des vorgesehenen Redners, Pg. Walther (Dresden), der krankheitshalber verhindert war, sprach Pg. Graf Schwerin (Weimar). In etwa fünfviertelstündigem, stets fesselndem Vorträge führte er ungefähr folgendes aus: Schon der Abschluß des Flottenabkommens mit England zeigt, daß das vom Führer gegebene Versprechen, die nationale Ehre wieder herzustellen, zur Wirklichkeit geworden ist. Wenn durch fremde, orientalische Einflüsse die guten Eigenschaften im nordisch-germanischen Menschen: Treue, Ehre und Pflichtgefühl, überwuchert waren, so soll im neuen Deutschland nach des Führers Willen eine Wiedergeburt derselben als Ziel hingestellt werden. Re- voluttonen, die nur auf öde Gleichmacherei hinauslaufen und ohne höhere Zielsetzung erfolgen, sind zum Untergang verurteilt. Daher mußte auch die deutsche Umwälzung von 1918 bald verschwinden. Daß jedoch als ihr Erbe nicht der marxistische Bolschewismus auftrat, war der durch die natio» nalfozialiftifche Bewegung entfachte Abwehrwillen des nordisch - germanischen Geistes gegen dieses unserm Volke fremde Wesen. Es ist Ausgabe des neuen Reiches, den Willen zum Deutschtum und den deutschen Tugenden mit Bewußtsein zu stärken. Der Redner erntete für seine lehrreichen Ausführungen reichen Beifall. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Reichsinnenminister Dr. Frick während feiner Ansprache im Sprudelhof. Das Weltbad Bad-Nauheim, dessen Tagesablauf im Interesse der Kranken von jener Stille bestimmt ist, die die meisten Badeorte charakterisiert, war gestern überstrahlt von festlichem Glanz und erfüllt von der Betriebsamkeit einer großen Veranstaltung. Die Einwohnerschaft und die Kurgäste, die sich dem Bade meist sehr stark innerlich verbunden fühlen, waren getragen von Festfreudigkeit und der Erwartung eines nicht alltäglichen Ereignisses. Seit Monaten wurde ja auch schon von jenem Tage gesprochen, an dem das Weltbad Nauheim das Jubiläum des hundertjährigen Bestehens als Badeort feiern werde. Eine Reihe der festlichen Veranstaltungen, soweit sie aus Anlaß des Jubiläums im Programm standen, liegt bereits zurück. Der gestrige Montag aber, der 1. Juli 1935, stellte den Höhepunkt des Jubiläums bar. Das Jubiläum der Badestadt war von Seiten der Landes- wie auch der Reichsregierung in seiner Bedeutung voll erkannt worden. So fehlte es denn an der nötigen Förderung nicht. Die Jubiläumsfeier wurde zu einem Staatsakt erhoben. Die Vorbereitungen für diesen Tag waren mit aller Sorgfalt getroffen worden. Der Sprudelhof, der Schauplatz des Staatsaktes, präsentierte sich in festlichstem Gewände. Hinter den Sprudeln ragte eine hohe Flaggenwand auf, die von Hoheitsabzeichen des Dritten Reiches gekrönt war. Die Sprudelbecken waren mit grünen Girlanden umwunden, Hakenkreuz- und schwarzweißrote Fahnen wehten im Winde, an den Längsseiten des Sprudelhofes flatterten von den Masten die Flaggen vieler ausländischer Staaten. An den Hofseiten der Verwaltungsgebäude des Staatsbades waren in schönen Blumengewinden die Jahreszahlen 1835 *— 1935 öargefteUt. Für die Ehrengäste, wie auch für die Kurgäste hatte man zahlreiche Sitzgelegenheit geschaffen, da man mit einer außerordentlichen Besucherzahl rechnen mußte. Bei einem Imbiß, der sich an den Staatsakt im Sprudelhof anschloß, betonte Dr. Frick, welch außerordentliche Bedeutung er dem zahlreichen Ausländerbesuch in Bad-Nauheim beimesse. Er hoffe, daß gegenüber den Verleumdungen, tue in der ausländischen Presse aus durchsichtigen Gründen über Deutschland verbreitet würden und m denen man uns als ein Barbarenvolk hinstelle, die — Lang-Göns, 30. Juni. Bei schönstem Sommerwetter wurde heute in unserem Dorfe das 3 0. Jahresfest des Verbandes oberhessischer Posaunenchöre abgehalten. Dieses' Fest war zugleich für den Lang-Gönser Posaunenchor ein Jubiläum, denn er wurde vor 45 Jahren gegründet. Es war kein Wunder, daß aus diesem Anlaß zahlreiche Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen waren und den Festplatz füllten. Es gibt wohl wenige Gemeinden, die einen so schönen, geräumigen und schattigen, mit Linden und Eichen bepflanzten Kirchplatz haben wie Lang-Göns. Eröffnet wurde der Festtag durch Choralblasen der Posaunenchöre am frühen Morgen auf dem Kirchplatz. Zum Morgengottesdienst, der auch auf dem Kirchplatz stattfand, hatten sich schon zahlreiche Gäste eingefunden. Die Kirche hätte nicht alle Besucher fassen können. Nach einleitendem Vorspiel der vereinigten Posaunenchöre, unter Leitung von Weißbindermeister Karl Boller, Lang-Göns, der zugleich Verbandschormeister ist, begann der Gottesdienst mit gemeinsamem Gesang und Altardienst. Die Festpredigt hielt Pfarrer Weinberger, Darmstadt. Im Anschluß an die Worte Jesaja 62, 6 und 7, „O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Mauern bestellen ..." ermahnte er die Mitglieder der Posaunenchöre, wachsam zu sein und nicht stille zu schweigen, sondern als treue Wächter einzutreten für das wahre Christentum, für Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Mit derselben Aufforderung wandte er sich an alle Besucher des Festes, nicht nachzulassen in dem Bekenntnis zu Jesus Christus und auch im Leben, in der Familie und in der Öffentlichkeit Wächter zu sein für das echte Christentum. Das eigentliche Jahresfeft fand am Nachmittag auf dem Kirchplatz statt. Es waren weit über 2000 Menschen zusammengeströmt. Eingeleitet wurde das Fest durch die Posaunenchore. („Hoch tut euch auf." — Gluck.) Nach gemeinsamem Gesang begrüßte der Ortsgeistliche, Pfarrer Wahl, die zahlreich Erschienenen, vor allem die Mitglieder der Lange vor dem Beginn des Staatsakts waren die Zugänge zum Sprudelhof von Menschen dicht gesäumt. Der Sprudelhof selbst vermochte die vielen Gäste kaum zu fassen. Dem Beschauer bot sich dabei ein einzigartiger Anblick. Klarblauer Himmel wölbte sich über" dem Land, der Glanz der Sonne ließ alle Farben hell leuchten, das Rot der Flaggenwand hob sich klar ab von dem Grün der Baumriesen des Kurparks, die Gäste der Feier, insbesondere die Damen waren in sommerlicher Kleidung erschienen, so daß sich ein überaus buntes Bild ergab, das zum Ausdruck einer allgemeinen Freude wurde. Erhöht wurde die Freude des Tages durch die Zusage, daß der Reichsminister des Innern, Dr. F r i cf, im Auftrag des Führers teilnehmen werde. Gespannt wartete man seiner Ankunft. Herzlich wurde er allenthalben begrüßt, als er sich, begleitet von Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger zum Sprudelhof begab. Als Ehrenformationen waren ein Ehrensturm der SA., des NSKK. und eine Ehrenbereitschaft der Landespolizei angetreten. Zu der Feier erschienen zahlreiche Vertreter der Reichs- und der hessischen Landesregierung, darunter Reichsminister Dr. Frick, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit dem stellvertretenden Gauleiter Regierungsrat Reiner, Ministerialrat G ü 11, der Leiter der Gesundheitsabteilung im Reichsinnenministerium, und Ministerialrat Ringshausen - Darmstadt. Ferner bemerkt man unter den zahlreichen Ehrengästen den Brigadeführer Hildebrand als Vertreter des Reichsführers-SS., SA.-Gruppen- führer B e ck e r l e, Gaubetriebszellenobmann Becker-Frankfurt a. M„ den Präsidenten der Rhein-Mainifchen Wirtschaftskammer und Reichsführer des Handels Professor Dr. ßüer, den Präsidenten der Reichsoersicherungsanftalt für Angestellte Grießmeier (Berlin), sowie zahlreiche Kurdirektoren der benachbarten Badeorte Der eigentliche Staatsakt fand seinen würdigen und feierlichen Beginn mit der feinen Interpretation des Vorspiels zu „Egmont" durch das Kurorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stöver. Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger. Amdtschen Gebetbüchlein mit, die sich hier in unserer Gemeinde während des Dreißigjährigen Krieges zugetragen hat. (Seinerzeit in „Heimat im Bild" erschienen.) Nach dem Vortrag einer Komposition von Joh. Seb. Bach begrüßte sodann der Vertreter des Lan- desbruderrates, Justizrat S ch m i d t k n a tz , Frankfurt a. M., die Posaunenchöre und forderte sie auf, weiter zu wirken und zu blasen, damit alle Lauen aufgeweckt würden, alle Wachen aber gestärkt und gestählt würden im Kampfe für das Christentum. An Stelle des Vertreters des Bezirksbruderrats, der am Erscheinen verhindert war, sprach bann Herr Roeder für den Verband der Posaunenchöre in der Provinz Starkenburg. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß in Oberhessen schon .30 Jahre lang Verbandsfeste gefeiert werden könnten und der Lang-Gönser Posaunenchor schon auf eine 45jährige Wirksamkeit zurückblicken könne. Soweit seien sie in der Provinz Starkenburg noch nicht. Er werde aber weiter dafür arbeiten, daß auch dort die Sache der Posaunenchöre immer mehr wachse und gedeihe. Nach gemeinsamem Gesang unter Begleitung der Posaunencköre sprach sodann der Festredner des Tages, Pfarrer Weinberger, Darmstadt. Er betonte noch einmal die Bedeutung der Posaunenchöre und gab seiner Freude Ausdruck, daß gerade an diesem Feste der Jubilqr des Jahre, Johann Sebastian Bach, so oft ^u Gebär gekommen sei. In seinen Werken zeige sich die christliche Festigkeit und die tiefste religiöse Empfindung. Die Schluß- anspr^ache hielt der Verbandsoorsitzende der ober« Der Gauleiter begrüßte zunächst in herzlichen Worten Reichsminister Dr. Frick als Beauftragten des Führers. Dr. Frick fei uns aus den vergangenen, bewegten Zeiten in allerbester Erinnerung. Er (ei einer der Unfrigen. Die Vorsehung, die "das ganze Rhem-Maingebiet mit Heilquellen, ausstattete habe Bad-Nauheim besonders reich be- man uns als Wirtschaft Oie Lahrestagungen des Deutschen Roten Kreuzes in Heften * Konkurse und Vergleichsverfahren im Juni. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsumtes wurden im Juni durch den RÄ. 219 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 66 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 245 bzw. 92. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz fester. Frankfurt a. M., 1. Juli. Die Börse setzte zum Wochenbeginn in überwiegend festerer Haltung ein, doch erreichte das Geschäft kein besonderes Ausmaß. Vom Publikum lagen weiter kleine Kauforders vor, während die Kulisse nach ihren Vorkäufen am Wochenende sehr zurückhaltend war. Besondere Anregungen lagen nicht vor, starke Beachtung fand die Entschließung der JH^. zur Wäh- runasfrage. Arn Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Befestigungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Einige sog. „schwere Werte" lagen darüber hinaus bis zu 3 v. H. fester. So Scheideanstalt mit 235 (232), Akkumulatoren mit 174,25 (171) und Siemens mit 180 (178). Montanaktien lagen zumeist nur knapp behauptet bei Rückgängen bis zu 0,40 vom Hundert. Etwas höher lagen nur Mannesmann mit plus 1 und Stahlverein nach dem ersten Kurs mit plus 0,25 v. H. Elektrowerte notierten allgemein etwas fester, wobei Bekula 0,65, Felten 0,90, Gesfürel 1, Lahmeyer, RWE. und Schuckert 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Von chemischen Werten lagen IG.-Farben schwankend, 151,90 bis 151,50 bis 151,75 (151), Goldschmidt plus 0,50, Deutsches Erdöl minus 0,40 v. H. Schiffahrts- und Verkehrswerte lagen bis 0,65 v. H. freundlicher. Fest notierten Metallgesellschaft mit plus 1,50 auf 108,50 (107). Etwas schwächer kamen Moenus Maschinen, Westdeutsche Kaufhof, Kunstseide AKU., Aschaffenburger Zellstoff und Reichsbank mit bis minus 0,50 v. H. zur Notiz. Die ab heute auch in Frankfurt zur Notiz kommenden Hoesch-Aktien stellten sich zum ersten Kurs auf 107,65 (Berliner Kurs vom Samstag 108,13). Der Rentenmarkt wurde ziemlich vernachlässigt. In der Altbesitzanleihe lag wieder kleines Angebot vor (—0,25 v. H.), während für Reichs- bahn-VA. zu unv. 123 die seit Tagen zu beobachtende Publikumsnachfrage anhielt. Im übrigen lagen Zinsvergütungsscheine, späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung unverändert. Im Verlaufe blieb das Geschäft recht klein, die Kurse unterlagen einigen Schwankungen, per Saldo ergaben sich meist weitere Besserungen. Reichsbank gingen zunächst noch 0,50 v. H. zurück, zogen aber dann auf 191 nach 189,50 an. Fest lagen ferner Deutscher Eisenhandel mit 98,13 bis 98,50 (97), Holzmann mit 93,50 (91,50), Kali Westeregeln mit 123,75 (121), Rheinische Braunkohlen mit 228,50 (226,50) und Lechwerke Augsburg mit 101,25 (99). JG.-Farben hielten sich bei 151,75. Das variable Rentengeschäft war minimal und die Kurse wiesen gegen den Anfang kaum Veränderungen auf. Von Industrie-Obligationen lagen die diversen Stahlvereins-Serien bis 0,50 v. H. schwächer, nur die 6proz. blieb mit 101,75 unverändert. Hoesch-Obligationen kamen erstmals mit 102,75 (letzter Berliner Kurs 102) zur Notiz. Am Pfandbriefmarkt erhielt sich kleine Kundennachfrage bei meist unveränderten Kursen. Stadtanleihen lagen still, etwas fester Mainzer mit plus 0,65 v. H. auf 91,65. Von Auslandrenten lagen 4proz. Rumänen 0,15 vom Hundert, Ungarn Gold unter Schwankungen 5 Pf. höher, Mexikaner unverändert. Am Markt der unnotierten Werte waren Adlerwerke Kleyer gefragt und auf 100 (98,50) erhöht. hat auch im abgelaufenen Jahr di« ihm zugeteilten Aufgaben erfüllt. Bankdirektor Brink erstattete als Schatzmeister den Rechenschaftsbericht und legte den Voranschlag vor. Ihm wurde Entlastung erteilt. Regierungsrat Reiner dankte allen Mitarbeitern und bat auch um rege Mitarbeit für das neue Geschäftsjahr. Die Tagung wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. Oie Tagung des Landesausschuffes. Auf der am Nachmittaa abgehaltenen Sitzung des Landesausschusses des Landesverbandes, der sich aus den Landesräten der beiden Vereine zusammensetzt, erstattete Oberst a. D. Schröder nach einigen kurzen Eröffnungsworten der Großherzogin Eleonore den Geschäftsbericht. Rechnungsablage erstattete Bankdirektor Brink. Nach Behandlung einiger interner Angelegenheiten schloß Oberst Schröder die Tagungen des Roten Kreuzes. ^unOfunfprogramm. Mittwoch, 3. Juli: 6 Uhr: Choral --- Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 16: Kleines Konzert. 16.30: Geschichte und Landschaft am Wege. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht! 18.45: Saardienst. Wir halten fest zum Betrieb! Gespräch mit einem saarländischen Arbeiter. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20:45: Lachender Funk. 22: Nachrichten; anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24—2: Nordische Musik. aliederung der Freiwilligen Sanitätskolonne. Im ganzen bestehen in Hessen jetzt 51 Sanitätskolonnen und alleinstehende Züge und Halbzüge. Außerdem wurde eine große Anzahl neuer Lerngruppen gebildet. Die Arbeit der Sanitätskolonnen auf dem Gebiete der Leistung der ersten Hilfe und der Krankenbeförderung war sehr umfang- und segensreich. Insgesamt wurden von den hessischen Sanitätsformationen von April 1934 bis April 1935 47 052 Hilfeleistungen ausgeführt, davon 8266 bei größeren Veranstaltungen, Festen oder Aufzügen. Neben der Förderung der theoretischen Ausbildung wurde großer Wert auf die Ausbildung im Luftschutz-Sanitätsdienst gelegt. Der Hessische Landesmännerverein reiche Frauen aus Offenbach xur Erholung untergebracht feien und daß für diese Frauen am heutigen Abend eine kleine Begrüßungsfeier geplant sei. Er lud dazu ein. Mit gemeinsamem Gesang, Gebet und dem Vortrag eines Marsches von Händel wurde das Fest beschlossen. Eine ansehnliche Kollekte im Morgengottesdienst, sowie eine solche beim Feste am Nachmittag, wurden für die äußere Mission bestimmt. Anschließend fand noch eine kurze Feier am Ehrendenkmal der Gefallenen statt, wobei Pfarrer B e r n b e ck mit ergreifenden Worten der gefallenen Mitglieder der Posaunenchöre aedachte. Das Lied vom guten Kameraden folgte. Die Besucher waren nun Gäste bei den Familien unseres Dorfes. Reges Leben herrschte überall, und die Freude über das schöne Fest wird noch lange bei allen Lang-Gönsern und den Besuchern von auswärts anhalten. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 929: Neuausgabe Sommer 1935 des Werbeheftes „Schnellste Beförderung von Frachtgutladungen auf der Deutschen Reichsbahn von Ausland zu Ausland." 9.30: Gebührenermäßigung im Fernsprechverkehr mit Danzig. 931: Vorschriften bei Warenversand in Postpaketen nach Italien. 932: Zahlung von Zinsen auf alte Warenschulden an England. 933: Vorschriften über den Seefrachtenverkehr mit den Niederlanden. 934: Ergänzende Vorschriften über die Verrechnung und Abzweigung von Nebenkosten: 1. Verrechnung von Ausfuhrförderungen mit eigenen Nebenkostenverbindlichkeiten, . 2. Verrechnung von alten Einfuhrverbindlichkeiten mit Nebenkostenforderungen, 3. Abzweigungen von Einfuhroerbindlichkei- ten zugunsten von Inländern. 935: Richtpreisanordnung XXIV für unedle Metalle vom 28. 6. 35. 936: Uebersicht über das ab 1. 7. 1935 in Italien gültige Einfuhrsystem, Wareneinfuhr und Zollbestätigungssystem. hessischen Posaunenchöre, Pfarrer Bernbeck, Alsfeld. Er ging vom Bibelwort im ersten Briefe an die Korinther, Kapitel 15, Vers 58, aus („Darum, meine lieben Brüder, seid fest und beweglich und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn ..."). Er zeigte, wie die Posaunenchöre draußen im Leben werben, die Kranken und Schwachen trösten und so mithelfen, daß christliche Frömmigkeit und christlicher Glaube immer mehr gestärkt werden. Er dankte allen, die dazu beiaetragen hatten, daß das Fest des 30jährigen Bestehens so schön geworden sei. Besonders betonte er die treue und stille Arbeit des Verbandsdirigenten Karl Boller, Lana-Göns, der keine Mühe gescheut hätte, die oberhessischen Posaunenchöre zus chulen und weiter auszubilden. Auf solche Leute, die nicht zu den Geistlichen zählten, sollte die Kirche, besonders aber die Heimataemeinde, besonders stolz sein. Der Ortsgeistliche gab noch bekannt, daß bei Mitgliedern der Evangelischen Frauenhilfe elf tinder- LPD. D a r m st a d t, 30. Juni. Am Samstag trat das Deutsche Rote Kreuz in Hessen zu den ersten Jahrestaaungen seit seiner Umorganisation zusammen. Am Vormittag tagten in zwei Sitzungen der Landesrat des Hessischen Alice - Frauenvereins unter dem Vorsitz der ehemaligen Großherzogin Eleonore und der V e r - waltungsrat und Landesrat des Hes- sischenLandesmännervereins unter dem Vorsitz des stellvertretenden Gauleiters Regierungsrat Reiner. Der Landesausschuß des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Hessen, wie die Arbeitsgemeinschaft der beiden Organisationen seit der Umgestaltung heißt, trat am Nachmittag zusammen. Nachdem Großherzogin Eleonore die Tagung eröffnet hatte, fand gemeinsam für den Landesverband ein Vortrag des Obermedizinalrats Dr. Schmitt über das „Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens und die Aufgaben der staatlichen Gesundheitsämter" statt. Der Vortragende erläuterte insbesondere die Aufgaben auf dem Gebiete der praktischen Erb- und Rassenpflege. Großherzogin Eleonore sprach Dr. Schmitt den Dank der Versammlung aus, dann trennten sich die Teilnehmer zu ihren einzelnen Sitzungen. Oie Tagung des Hessischen Alice-Frauenvereins. Die Anwesenden gedachten zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder, denen die Vorsitzende einen warmen Nachruf widmete. Dann erstattete in längeren Ausführungen Ministerialrat Dr. Kratz den Bericht. Die neue Satzung des Vereins trat am 6. September 1934 in Kraft. Vorsitzende wurde die bisherige Präsidentin Großher- zogin Eleonore. Den Ehrenvorsitz übernahm der bisherige Schutzherr Großherzog Ernst Ludwig. Wie bei allen Frauenoereinen des Deutschen Roten Kreuzes ifr *ber Bereitschaftsdienst, d. h. die Mitwirkung im amtlichen Sanitätsdienst des Heeres im Derteidigungsfall und bei öffentlichen Notständen wieder an die erste Stelle a e» rückt. Zu den satzungsgemäßen Aufgaben gehört nach wie vor auch der Dienst an der Wohlfahrt und Gesundheit des Volkes. Dr. Kratz legte eindringlich auch die Notwendigkeit der Werbung für das Deutsche Rote Kreuz dar, denn es braucht Menschen und Mittel, um seine große und wichtige Aufgabe erfüllen zu können. Schatzmeister Bankdirektor Brink legte die Rechnungsabschlüsse und Voranschläge vor. Die Versammlung erteilte ihm Entlastung. Nachdem die Vorsitzende mitgeteilt hatte, daß voraussichtlich im September gemeinsam mit der NS.-Frauen- schast eine große Kundgebung in Darrn- stadt stattfinden werde, für die auch Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink erwartet wird, schloß sie mit dem Dank für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit und einem dreifachen Sieg- Heil aus den Führer. Oie Tagung des Landes-Männervereins. Der stellvertretende Gauleiter Regierungsrat Rei- n e r betonte, daß er das Amt des Präsidenten gern übernommen habe und es mit dem nötigen Nachdruck führen werde, um das Rote Kreuz zu einem brauchbaren Werkzeug in der Hand des Führers zu machen. Sodann erstattete der stellvertretende Präsident Polizeioberst a. D. Schröder den Geschäftsbericht. Die Ausbildung und Ausrüstung der Sanitätskolonnen für den Bereitschaf t s d i e n st ist jetzt die Hauptaufgabe des Landesmännervereins. Eine der wichtigsten Folgen der Neuorganisation war die vollkommen« N e u - Sfbenbbore gut behauptet. Frankfurt a. M., 1. Juli. Angesichts der nur kleinen Publikumsaufträge verhielt sich die Kulisse auch an der Abendbörse sehr abwartend und da auch neue Limite nicht vorlagen, nahm das Geschäft einen sehr ruhigen Verlauf. Die feste Grundtendenz konnte sich erhalten und die Kurse lagen im Vergleich mit dem Berliner Schluß samt und sonders gut behauptet. Von Bankaktien notierten Commerzbank mit 92 nach 91,75. Am Anleihemarkt herrschte starke Geschäftsstille, etwas Nachfrage zeigte sich nach Reichsaltbesitz zu 113,25 bis 113,18 (113,40). Ausländische Renten lagen ruhig und unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113,25 bis 113,40, JG.-Farben-Bonds 126,40, Reichsbahn-VA. 123, 4proz. Oefterr. Goldrente 34,65, 4proz. Ungar. Goldrente 11,80, 4proz. Rumänen 6,20, innere Mexikaner 6,20, Adca 83, Commerzbank 92, DD-Bank 93,50, Reichsbank 190,75, Harpener 112,50, Kali Aschersleben 127, Mannesmann 88,90, Rheinische Braunkohlen 230, Rheinstahl 115,25, Stahlverein 84, Aku 62,75, AEG. 48, Bekula 141, Conti Gummi 160, Deutscher Eisenhandel 98,50, Deutsche Erdöl 111, Scheideanstalt 235, Deutsche Linoleum 169, Licht & Kraft 133,75, Eßlingen Maschinen 82,25, JG.-Farben 151,75, Gesfürel 129, Junghans 90, Metall- gefellschaft 109, RWE. 130,75, Schuckert 122, Siemens 180, Schöfferhof 175, Hapag 35, Nordd. Lloyd 38,25, Anatolier I und II 38,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Juli. Das Angebot in Brotgetreide hat sich weiter verringert, und die Mühlen bekunden gute Aufnahme, insbesondere "für Weizen. Der Futtergetreidemarkt lag in Erwartung des Beginns des Schnitts für neue Wintergerste abwartend. Hafer blieb stark gesucht, war aber nicht angeboten. Der Futtermittelmarkt lag still, olhaltiae Futtermittel sowie Kleie blieben gefragt. Das Mehlgefchäft lag sehr still. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 210, W13 214, W16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178 (Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets). Futter- gerfte G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H14 172 (Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen RM. 3,00 mehr). Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,70 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44 (Mühlen- feftpreife ab Mühlenstation). Soyafchrot m. M. 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 (Fabrikpreise ab süddeutscher Fabrik- ftatfon). Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu —, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,20 bis 5,30, gebündelt 5,10. Kartoffeln: Erstlinge 8,10 RM. pur 50 kg. Tendenz: starke Nachfrage. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Juli. Auftrieb: Rinder 565 (gegen 725 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 32 Ochsen, 50 Bullen 311 Kühe und 172 Färsen, ferner wurden 2 Kühe zum Schlachthof direkt zugeführt. Kälber 576 (607), Schafe 37 (25), Schweine 3487 (3475). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 24. 6. 42), b) 42 (42), c) 41 (41), d) 36 bis 39 (—). Bullen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41), c) 39 bis 40 (40 bis 41), d) 37 bis 38 (36 bis 38). Kühe a) 41 bis 42 (41 bis 42), b) 37 bis 41 (35 bis 41), c) 30 bis 36 (28 bis 34), d) 22 bis 29 (20 bis 27). Färsen a) 42 (42), b) 41 (41 bis 42), c) 40 bis 41 (39 bis 41), d) 33 bis 39 (34 bis 38). Kälber a) 57 bis 60 (58 bis 60), b) 51 bis 56 (50 bis 57), c) 41 bis 50 (41 bis 49), d) 28 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 36 bis 37 (39 bis 40). Schafe nicht notiert Schweine al) 46 bis 50 (47 bis 51), a2) 46 bis 50 (47 bis 51), b) 46 bis 51 (47 bis 51), c) 45 bis 51 (47 bis 51), d) 42 bis 50 (44 bis 50), e) 42 bis 45 (37 bis 46), Sauen gl) 44 bis 46 (43 bis 46), g2) 40 bis 43 (38 bis 42). Markoerlauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, Ueberstand (91 Stück). Rindvieh- und Schweinemarkt in Herborn. * Herborn, 1. Juli. Auf dem heute hier abgehaltenen Markt waren aufgetrieben: 65 Stück Rindvieh und 240 Stück Schweine. Es wurden bezahlt: für junge trächtige Rinder 280—340 Mark, für trächtige junge Kühe 300—350 Mark, für ältere Kühe 240—280 Mark, für Rinder 90—120 Mark pro Stück. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen 18—20 Mark, von 6—8 Wochen 20—27 Mark, von 8—12 Wochen 27—36 Mark, pro Stück. Läufer 36—60 Mark pro Stück. Der nächste Markt findet am Donnerstag, 25. Juli, d. I. statt. Spremnnnven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samskagnach- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt dejch lossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfuß 5 v. H Frankfurt 0.2JL Berlin Gchluß- furd Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Oatum 29-6 17 29.6 1.7. 6% Deutsche Reichsauleihe v. 1927 100 100,65 100,25 100,25 *% Deutsche Reichsanl. von 1984 — 97 97,75 97,25 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,75 194 114 Deutsche Anl.-Ablüi.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 113 113,4 113 113,4 ix!»% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ebem.8% Hess. Vollsstaat 1929 100,25 100,15 100 100 (rütfgafjlb. 102%) ............ 97,25 97,75 97,25 97,5 <%% ehem. Hessische LandeSbant Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 96,25 96,25 5%% ehem. Hess. LandeSHypo- thekenbant Darmstadt Lioüi ... 100,5 100,5 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverickr. R.6 92,25 92,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. 127 127 — - Deutsche Komm. Eammelabl. Am leihe Serie 1 mst Auslos.-Rechten 116,13 115,9 116,25 116,13 4 V»% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbm: bis 1935 96,25 96,25 6Vi% ehem. *yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Dfandbriefe....... 101,25 100,9 _ 5%% ehem. Xyt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe..... 101,25 101,4 101 101,5 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 <54% ehcm. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. Cbl.VI — 96,75 96,75 96,75 Steuerautsch.Verrechnungsk. 35-39 107 107 107 107 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 34 34,65 34 34,5 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente.....7. 1,65 1,75 1,65 1,8 11,75 11,6 11,7 11,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 1*25 11,25 11,6 454% deSgl. von 1913 ......... 11,5 11,5 11,6 11,4 6% abgest. Goldmexikaner von 9S 13 13 12,8 12,8 4e^^xH(cfte Bagdadbahn-Anlethe 11,75 Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börse Oatum 29 6 1.7 29-6. 1-7 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4s4°/s>Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y4% Anatolier ............... Hamdurg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Att. .. 0 Berliner Hondelsgesellschast ... 5 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................12 a.6.®......................o Bekula.................... io Elektr. Lieferungsgeiellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... o Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schurkerl L Co...... 4 Siemens S HalSke....... 7 Lahmeuer S Co...... 7 7,9 5,95 38,95 34,5 38 90 116,75 90,75 92 92 190,5 48,25 140,5 116 133,25 103,13 128 129,75 121,75 178 131,5 106 111 8,1 9,75 6,2 38,75 35 38,25 90 116,75 92 93,5 93,5 190,75 48 141 116,75 133,75 104 129 130,75 122 180 132 105,75 111 11,8 8,2 10,2 6,1 38,6 34,65 28 38 90 25 117 91 92 • 92 191 48,13 140,13 117 133,5 103,9 128,5 129,75 129,75 121,9 178,5 131 106 110,75 8,2 10,2 6,25 35 28,75 38,25 89,5 116,25 91,75 93,5 93,5 190,75 47,9 140,75 117 134,65 104,13 128,9 130,75 122 180,25 132,5 105,5 110,75 Buderus ....... . ....... 0 Deutsche Erdül .............. 4 Gelsenkirchener........ 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neueften .. 0 Ilse Bergbau ............... - Ilse Bergbau Genüsse........ 8 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhre» ........ 0 112,5 158 129,5 102 88 112,5 158 129,5 102,4 88,9 112,4 108,13 129,75 101,9 88,25 112,5 107,5 131,25 101,75 89,13 Frankfurt a. M. Berlin • Schluß- turs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Oatum 29.6 17 29 6 1.7- ManSfelder Bergbau......... 8 Kokswerke ............ 5 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl ............ 3'/, Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben...... b Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jndustrte ....... 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ........ 0 Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschaft........... 4 Philipp Hols mann......... 0 Zementwerk Heidelberg ......5 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas .............. 7 Daimler Motoren ............0 Deutsche Linoleum ........... 6 Lrenstein L Koppel ....... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade................... 0 Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummt...............8 Gritzner....................0 Mainlraftwerke Höchst a.SL... 4 Süddeutscher Zucker .... ... I 117,4 226,5 115,5 84,5 17,25 121 179 151 232 104,5 120,75 107 91,5 118 135,25 63 119 119,5 87 94,13 169,5 36,5 293,75 171 158,5 39,9 89,5 189,5 117 230 115,25 84 17,9 127 123,75 184 151,75 235 105,75 120,5 109 93,5 va 62,75 119,5 119,75 87 94,25 169 35,9 295 174,25 160 A 189,6 117 121,75 226 114,75 84,13 17,25 124,9 122,75 180 150,75 105,5 120,5 107,5 112,9 62,5 119 119,5 86,65 139,9 93,9 169,5 89 36,13 293,5 173 159,75 40 189,5 117 123 229,75 115,25 84 17,9 127,25 124,25 184 151,75 105,75 121 109 93,9 113 62,75 119 120 88 141 93,65 169 90,13 35,9 295,25 174,25 160 40,4 189,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 29. Juni L3uli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries Geld I Brief Buenos Aire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,54 54,64 54,55 54,65 Danzig .... 46,87 46,97 46,87 46,97 London.... 12,215 12,245 12,215 12,245 HelsingforS. 5,385 5,395 5,385 5,395 Paris ..... 16,39 16,43 16,39 16,43 Holland ... 168,71 169,05 168,80 169,14 Italien.... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ..... 0,718 0,720 0,718 0,720 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 61,39 61,51 61,40 61,52 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm.. 62,99 63,11 63,00 63,12 Schweiz ... 81.08 81,24 81,10 81,26 Spanien... 33,96 34,02 33,97 34,03 Prag...... Budapest .. 10,345 10,365 10,345 10,365 Neuyork ... 2,470 2,474 2,471 2,475 Berlin, 1. Full Geld Bries ' ' Amerikanische 3toten...... 2,423 2,443 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ................. 54,34 54,56 Englische Noten ................. 12,18 12,22 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,38 169,06 Italienische Oloten.. 19,86 19,94 Norwegische Noten .......... 61,19 61,43 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — Rumänische Noten ......... . ... Schwedische Noten............... 62,78 63,04 Schweizer Noten................. Spanische Noten.............. ... 80,87 33,50 81,19 33,64 Ungarische Rote« Dienstag, 2. Zull 1955 Nr. >5« Drittes Blatt Siebener Anzeiger tSeneral-Anzetgn für öberljeflen) r 3 )> it )b L. nacth des des )e n iti öl ht r- tt. int. ab« 5tü(t i bestärk, für -120 koste« von )djen Warf iers« in >ie re Er« er» ar a9 je» en stadt als gemeinschaftliches Beschwerdegericht bestimmt, dem die Entscheidung über Beschwerden gegen Beschlüsse der Entschuldungsämter übertragen werden soll. Im Schuldenregelungsgesetz und in den dazu erlassenen Durchführüngs- und Ergänzungsvorschriften tritt also jetzt an die Stelle des Entschuldungsgerichts ab 1. Juli 1935 das zuständige Entschuldungsamt. ßen zwei fallen. Er bat um weitere Hilfe. In weiteren Bildern aus dem Anstaltsleben, in Volkstänzen und Volksliedern zeigten die Kleinen die Vielseitigkeit der Erziehung und Arbeit, die ihnen zuteil wird, aber auch die starke Beanspruchung, die ihnen das Schicksal schon allein durch die Notwendigkeit der Vielsprachigkeit auferlegt. Mit einer Schilderung der schönen galizischen Heimat und dem Lied von dem Kameraden im Osten beendeten die Kleinen ihre Darbietungen, die reichen Beifall fanden. Pfarrer Becker sprach eindringlich und mahnend ein beherzigenswertes Schlußwort über den Glauben und das Vertrauen, die aus allen Darbietungen dieses Abends entgegenleuchteten. Mit einem gemeinsamen Lied wurde die von dem Schättler-Trio mit Musik umrahmte Veranstaltung geschlossen. 443 ,88 1,56 •'S 1.0 Der Reichsminister der Justiz hat in einer Verordnung über Entschuldungsämter und gemeinschaftliche Beschwerdegerichte im Entschuldungs- Verfahren vom 25. Juni 1935 gleichzeitig ein Verzeichnis der Entschuldungsämter veröffentlicht. Hiernach gibt es im ganzen Reichsgebiet 345 Entschuldungsämter. Die bereits mit dem 1. Juli 1935 ihre Arbeit aufnehmenden Entschuldungsämter sind entstanden aus den bisherigen Entschuldungsgerichten. Die Reuregelung der landwirtschafttichen und sonstigen Schuldenregelung steht nunmehr die Zusammenfassung mehrerer Amtsgerichtsbezirke bei einem Entschuldungsamt vor. Die Aufgaben des Entschuldungsamtes erfahren durch diese Neuregelung eine erhebliche Verbesserung, da sich die Entschuldungsämter nunmehr ausschließlich mit der Durchführung der Schuldenregelung befassen. Durch die zentrale Zusammenfassung mehrerer Amtsaerichts-Bezirke wird vor allen Dingen eine beschleunigte Erledigung von E n ts ch u ld u n a s v e r- fahren erreicht. Das Entschuldungsamt selber ist dem am gleichen Ort befindlichen Amtsgericht angegliedert. Hinsichtlich der Verwaltung und der Dienstaufsicht gilt das Entschuldungsamt als Teil des Amtsgerichts. Der Leiter des Entschuldungsamts ist ein planmäßig angestellter Richter, dem zum Richteramte befähigte Beamte beigeordnet werden können. Die Zusiändigkeil des Entschuldungsamles Gießen erstreckt sich auf die Amtsgerichts- Zeitschriften — In einer Betrachtung von D. Friedrich Langenfaß im Juniheft der „Z e i t w e n d e" (Wichern- Verlag, Berlin-Spandau) heißt es u. a.: „Der Kampf innerhalb der Kirche und der Kampf, den sie nach außen führt, gehen um nichts anderes als um die Herrschaft Jesu Christi. Um wirkliche Herr- schäft; nicht um das Wort Herrschaft, dem menschliche Dialekte auch einen anderen Sinn unterlegen kann... Wenn Pastoren sich streiten, so kann das sehr belanglos sein; und wenn Dogmen formuliert werden, so kann das sehr wenig Teilnahme erwecken. Aber wenn ein einziger Mensch da ist in der Gemeinde, der wirklich für die Herrschaft Jesu Christi eintritt, dann ist das die Angelegenheit des ganzen Volkes, ja, der ganzen Welt." Wie eine lebendige Illustration zu diesen Ausführungen wirkt das Lebensbild, das Missionsdirektor D. Bau- dert im gleichen Heft von einem unerschrockenen Kämpfer für die Herrschaft Christi zeichnet, dem Herrnhuter Jndianermissionar Theophilus Salomo Schumann; oder die markanten, ganz auf das Glaubenszentrum ausgerichteten Ausführungen, die Michael Schneider zum Bachjahr über die gottgebundene Musik des „fünften Evangelisten" macht. Geheimrat Prof. Dr. Karl Hampe wirft die Frage nach einer Revision des deutschen Geschichtsbildes auf. Anschaulich erläutert er sie an der Wertung Heinrichs des Löwen und Friedrich Barbarossas. Der vorzügliche Kenner der mittelalterlichen Geschichte versucht, beiden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und wendet sich mit Nachdruck gegen eine Geschichtsdeutung, die den Staufer zugunsten seines Gegners herabsetzt und mißachtet. — Kriegskunst in Wort und Bild (Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht). Jahresbezugs- preis 4,60 Mark. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35, Bendlerstraße 8. — Der Wert der Zeit- fchrift liegt einmal darin, daß sie die ruhmreiche Vergangenheit unserer Wehrmacht der heutigen Jugend in anschaulicher und leicht verständlicher Form nahe bringt. Fest auf dem Boden des natio- nalsozialistischen Gedankenguts ruhend, stellt die „Kriegskunst" dabei den deutschen Gedanken, dis Gewinnung unserer nationalen Einigung an die Spitze ihres kriegsgeschichtlichen Teils. Durch Schilderung von Heldentaten aus der Geschichte unterstützt sie ferner die Pflege aller edlen soldatischen Tugenden. Die „Kriegskunst" will ferner unserer Jugend einen Begriff vom Wesen des neuzeitlichen Krieges geben. Man erfährt auch das Wissenswerte über fremde Heerwesen und die Fortschritte, die im Auslande auf dem Gebiete der militärischen Ju> gendausbildung gemacht werden. Hilfe aller. An jeden Volksgenossen wurde dieser Tage in irgendeiner Form die Aufforderung gerichtet, sich einzureihen in die Tatgemeinschaft des praktischen Sozialismus und Mitglied der NSV. zu werden. Bist du dieser Aufforderung bereits nachgekommen? Oder kannst du es noch verantworten von dir und deinem Volk, abseits zu stehen? Werde Mitglied der NSV., dann erfüllst du deine soziale Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft. Auf dich kommt es an! NSOAv. — Amt für Dolkswohlfabrt. In der Ortsgruppe Gießen-Mitte werden am Donnerstag, dem 4. Juli, die Spenden im Lebensmittelopferring durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Spenden ab 9 Uhr bereit zu halten und den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen, sowie der Sammlerin die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung vorzulegen. Wie bereits bekannt, werden die Spenden im Lebensmittelopferring vom allgemeinen Sammelverbot nicht berührt. Vrovinzialsus Am Freitag, 5. Juli 1935, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Peter Ebender in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 5. Februar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheines für das Kalenderjahr 1935: 2. Klage des Nikolaus Ries in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamtes Gießen vom 30. Januar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheines für das Kalenderjahr 1935; 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Kreis- gemeindeverband Holzminden gegen den Bezirks- fürforgeverband Kreis Alsfeld wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Schünemann aus Kirchbrak. Deutsche evangelische Kinder aus Stanislau in Gießen zu Besuch. Ein Heimatabend. Was Pfarrer Becker am Heimatabend der zwanzig deutschen evangelischen Kinder aus den Zöcklerschen Anstalten in Stanislau in polnisch Galizien, die hier als Gäste des Gustao-Adolf-Pereins weilen, als Beherzigung dieser Veranstaltung her- ausstellte, war eine stete und eindringliche Mahnung: wachsam und bereit zu fein! Nachdem schon der Jugendgottesdienst am Sonntag in der Stadtkirche einen Einblick in diese Pflegestätte reiner deutscher Sprache und unerschütterlichen Glaubens bot, wurde auch der Heimatabend zum Ausdruck der segensreichen Schöpferkräfte aus dem deutschen Volkstum. Der Vorsitzende des Gustav-Adolf-Vereins, Pfarrer Trapp, gab in feinen Begrüßungsworten an die zahlreichen Besucher die Verbundenheit der Hessen mit den Zöcklerschen Anstalten zum Ausdruck. Kriegsstürme und wirtschaftliche und völkische Not haben die seit mehr als 40 Jahren dort bestehenden Anstalten des oberhessischen Pfarrers Zöckler nicht vernichten können. Jetzt wollen, so führte er u. a. aus, die Kinder Zeugnis ablegen von jenen Kräften aus dem Glauben, durch die diese Deutschen trotz aller Anstürme sich die Reinheit des Evange- liums und die Verbundenheit mit dem deutschen Volkstum bewahrt haben. Fräulein Zöckler dankte den Gießenern für die überaus freundliche Aufnahme der Kinder. Aus Lied und Gedicht sprachen bann die feste Zuversicht, das völlige Vertrauen auf Gottes Hilfe. Wenn auch im Klang der Sprache und im Rhythmus des Gesanges die Eigenart der östlichen Landschaft und Natur leicht mitschwang, so klang stets eindringlich und mahnend für den Zuhörer die Einmütigkeit zwischen Glauben und Volkstum heraus. In längeren Ausführungen sprach dann Vikar Zöckler von der Fahrt seiner Spielschar durch das schöne Vaterland, besonders aber durch Oberhessen, als dem Land seiner Väter, die aus Grünberg und Laubach stammen und von Gießen, an das sein Vater die ersten Kindheitserinnerungen habe. Er schilderte die schwere Aufgabe der Anstalten, die neben der Fürsorge für die Kinder, auch eine Säuglingsstation und ein Heim für Schwache und Kranke aufweise. Der wichtigste Bestandteil sind die fieben« klassige Privatschule und das Gymnasium, auf denen die Schüler neben der deutschen Muttersprache, auch polnisch, ukrainisch und russisch lernen müssen und sich die Grundlage erwerben für ihr Fortkommen im Beruf. In einer Ausbesserungsanstalt für landwirtschaftliche Maschinen erhalten die Jungen die praktische Ausbildung. Die Sorge um die mehr als 500 Menschen umfassende Anstalt, in der etwa 400 Kinder aufgezogen werden, sei sehr groß. Der Vikar dankte zum Schluß für die große Hilfsbereitschaft der Hessen, die allein 17, d. h. die größte Zahl der Patenschaften unterhalten, von denen auf Gie- W life er» 13 Bei r). efjf ipe M. en» 18 en« M. i)en rif» bis ityt lge. bezirke: Butzbach, Gießen, Grünberg und Homberg. Die bei den bisherigen Entschuldungsgerichten noch anhängigen und nicht voll erledigten Entschuldungssachen gehen in der Lage, in der sie sich befinden, auf das neue Entschuldungsamt über. Alle weiteren Anträge werden automatisch an das neue Entschuldungsamt weitergeleitet. Die Wahl der Entschuldungsämter ist so getroffen, daß sie in verkehrstechnischer Hinsicht möglichst von allen Seiten des zuständigen Gebiets gut zu erreichen sind. Gemeinschaftliches Befchwerdegericht beim Landgericht Darmstadt. 3 in- ar« ühe ,um 07), iert )|en 36 41), 38). bis bis bis der 57), 40). ridjt s2) 51), 50), (43 auf: mel end, daran erinnern: Denkt an eure Haustiere und schafft ihnen Erleichterungen an den heißen Tagen! Entschuldigt euch nicht damit, daß ihr selber mit euch zu tun habt! Wer feine Tiere nicht richtig pflegen kann, der ist nicht wert, daß er sie besitzt. L*. Errichtung eines Entschuldungsamtes in Gießen Zuständig für Gießen und drei weitere Amtsgerichtsbezirke. Verbesserungen im Entschuldungsverfahren. bezug auf sie eine besondere Stellung einnehmen. Ein Teil der Beben hat seinen Sitz in der Rauhe n A l b, in der nach verschiedener Annahme auch der Ausgangspunkt für das jüngste Beben liegen soll. Ob das wirklich der Fall ist, oder ob andere Teile Süddeutschlands für diesen Ausgangspunkt in Betracht kommen, muß erst die weitere Untersuchung lehren. Die Rauhe Alb, ein Teil des Schwäbischen Jura, enthält Landschaften, in denen vor Urzeiten eine vulkanische Tätigkeit statt hatte. Diese alten Vulkane haben aber nichts mehr mit den Beben unserer Tage zu tun. Bei diesen handelt es sich vielmehr um sogenannte „Di s lokal i o n s b e b e n", das heißt um Beben, die durch Verschiebungen und Verrutschungen der Gesteine entstehen, aus denen sich die Erdrinde zusammensetzt. Weitere Erdbebenherde wurden in Deutschland in einem Landstrich festgestellt, der sich südlich von Aachen und Düren erstreckt, sowie an einzelnen Stellen, die dem Rhein mehr oder minder benachbart sind, darunter im Schwarzwald. Ferner ermittelte man Herde von Erdbeben in Bayern, am Nordrand der Alpen und im östlichen Teil der sich anschließenden Hochebene. Auch an einzelnen Punkten Mitteldeutschlands sind solche Herde beobachtet worden. In den übrigen Teilen Deutschlands finden sich keine. Mit Erdbeb en warten ist Deutschland reichlich ausgestattet. Ihre Zahl dürfte sich jetzt auf nahezu zwei' Dutzend belaufen. Sie sind ziemlich gleichmäßig über das ganze Land verteilt, wobei freilich die Herdgebiete eine gewisse Bevorzugung aufroei» Jen Wir' finden deshalb solche Warten in Aachen, auf dem Königsstuhl bei Heidelberg, in Durlach, in fSof in Plauen usw. Die Hauptwarte für Deutschland die Reichsanstalt für Erdbebenforschung, wo die Sammlung und weitere Bearbeitung aller Beobachtungen erfolgt, hat ihren Sitz in Jena. Das wichtigste Instrument, mit dem diese Erdbebenwarten arbeiten, ist der Seismograph, der bereits im Jahr 1703 gebraucht und dann in allmählicher Entwicklung zu immer höherer Vollkommenheit gebracht wurde. Erst schrieb er nur die Erschütterungen selbst auf, jetzt arbeitet er so genau, daß sich aus seinen Aufzeichnungen ihre Große, ihre Entfernung und weitere Einzelheiten des E^beben- verlaufs erkennen und berechnen lassen. Es .gibt eine ganze Anzahl von Ausführungsarten dieses Instrumentes. Im allgemeinen bestehen die Seismographen in der Hauptsache aus einem Pendel, das äußerst leicht beweglich in einem Lager besonderer Art hängt. Die Beweglichkeit ist eine derartig große, daß schon die allerleiseste Erschütterung, jng n'ef__ 6gT 965 141 053 v65 Ä I ,14 ,46 720 661 ,52 3,05 1,1 3,12 1,26 4,03 ,365 ,475 Aus der Provinzialhauptstadt, tfnfere Haustiere in der sommerlichen Hitze. Gar zu leicht werden sie vergessen, die treuesten Helfer des Menschen. Gerade bei großer Hitze leiden die Haustiere oft mehr als bei der Kälte, wenn sie im geschützten Stalle stehen können. Wir wollen hier gar nicht davon reden, daß Pferde und Kühe regelmäßig kühles Wasser zum Saufen bekommen. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Denken wir aber auch an die Hühner, die im Hof im Schatten stehen und den Schnabel aufsperren? Erinnern wir uns an den Hund, der mit offenem Maule und hängender Zunge an feiner Kette reißt? Wenn du Kaninchenzüchter bist und deine Kästen gar an einem sonnigen Platze stehen, hast du dann schon einmal darüber nachgedacht, daß auch diese Tiere Durst haben? Und es ist doch keine große Mühe, den Tieren frisches Wasser zu reichen. Im Grunde genommen sind es nur Kleinigkeiten, die aber unfern Haustieren an heißen Tagen das Leben erleichtern. Warum muß der Hund immer an einer kurzen Kette feftgebunben fein? Kann man nicht eine Eisenstange beschaffen, daß sich das Tier wenigstens einige Meter weit bewegen kann? Wenn man an einem heißen Sommertag in die Nähe einer Hundehütte kommt, dann strömt uns ein fürchterlicher Geruch entgegen. Wie muß dieser Gestank erst auf die feine Nase des Hundes wirken! Er hat ja gar keinen Platz, um seine Notdurft zu verrichten. Schon aus diesem Grunde sollte man dem Tiere am Tage einige Stunden Freiheit geben oder doch für eine längere Eisenstange sorgen. Der Dewegungskreis des Tieres wird dadurch viel größer. Vielleicht lassen dann auch die bösen Buben das ewige Reizen der Hunde. Wenn die Kette nur kurz ist, dann getrauen sich die Schlingel schon dicht heran und kitzeln die armen Tiere mit einem Stock an der Nase oder schlagen sie gar. Wird aber der Auslauf durch eine Eisenstange vergrößert, dann werden sich die Lausbuben hüten, in die Nähe zu kommen. Wenn der Fuhrmann an heißen Tagen das Wirtszimmer aufsucht und sich einen kühlen Schoppen genehmigt, denkt er dann auch immer an seine Pferde? Stehen sie im Schatten? Haben sie Trinkwasser? Werden sie von Fliegen und Mücken belästigt? Schnitt ihnen der Besitzer auch den langen Scheif ab, damit sie „schnittiger" aus- fehen? Daß das eine große Tierquälerei ist, wurde schon hundertmal erwähnt. Gegen Fliegen und Mücken hilft aber auch eine einfache Fliegendecke. Dieses engmaschige Netz bedeckt den ganzen Pferdekörper, und die Plagegeister haben viel weniger Gelegenheit, sich dort niederzulassen. Wenn die Haustiere sprechen könnten, dann würden uns gar manche Klagen zu Ohren kommen. Wir haben die Tiere nötig, sie helfen und nützen uns Menschen. Sie geben uns fast alles, was wir für das Leben brauchen: Nahrung und Kleidung. Darum dürfen wir sie auch an den heißen Tagen nicht vergessen. In den meisten Fällen ist es ja nur Gedankenlosigkeit, die die Besitzer ihre Tiere vergesfen läßt. Deshalb müssen wir immer wieder von neuem Werde Mitglied der 7lSD! Deutscher Volksgenosse! Die Gauamtsleitung Hessen-Nassau des Amtes für Volks Wohlfahrt führt zur Zeit eine große Mitgliederwerbung durch. Wichtige, für die Volksgemeinschaft lebensnotwendige Aufgaben sind von unserem Führer Adolf Hitler der NSV. übertragen worden. Sie müssen und werden auch weiterhin restlos erfüllt. Möglich ist dies aber nur durch die Mit- Langjährige treue Pflichterfüllung. Am vergangenen Samstag war Betriebsführung und Gefolgschaft des Hauses Hirsch-Apotheke Gießen zu einer schönen Betriebsfeier zusammengetreten, zu der auch der berufene Vertreter der Deutschen Arbeitsfront erschienen war. Anlaß bildete das Ausscheiden des Berufskameraden Konrad Wenzel, der, im Jahre 1860 geboren, feit Oktober 1877 ununterbrochen in den Diensten der Hirsch-Apotheke stand, um nun nach 58jähriger Tätigkeit in den Ruhestand zu treten. In langen Jahren hat Arbeitskamerad Wenzel an den Geschicken des Hauses Hirsch-Apotheke teilgenommen; im Jahre 1904 machte er den Umzug der Firma aus den seinerzeitigen Räumen im Fachwerkbau Marktplatz 11 nach dem heutigen Hause, Frankfurter Straße 4, mit. Im Jahre 1927 waren Arbeitskamerad Wenzel aus Anlaß seines 50. Dienstjubiläums zahlreiche Ehrungen erwiesen worden. Neben der ihm durch seinen Arbeitgeber zuteil gewordenen Anerkennung und neben einer Würdigung durch den damaligen Deutschen Apotheker- Aerein war ihm seinerzeit ein persönliches Schreiben des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg zugegangen. Zu seinem jetzigen Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis wurde Arbeitskamerad Wenzel sowohl von der Betriebsführung seines Hauses, als auch von dem Vertreter der Deutschen Arbeitsfront herzliche Anerkennung für feine langjährige treue und vorbildliche Diensterfüllung zuteil. Die Betriebs- Erdbeben in Deutschland. Don Dr. Richard Keller. " Das jüngste Erdbeben vom 27. Juni abends das ziemlich ausgedehnte Teile Süddeutschlands in seinen Bereich zog, mag manchem die Frage nahegelegt haben, ob denn auch Deutschland zu den Teilen der Erde gehört, die man als „Erdbeben gebiete" bezeichnen kann. Unter einem „@rooeben= gebiet" versteht man im allgemeinen einen Teil der Erde, in dem die Beben zu den häufigen, vielfach und zeitweise sogar fast zu den täglichen Erscheinungen gehören. In Deutschland hingegen stellen sie geradezu eine Seltenheit dar. In manchen seiner Gegenden kennt man sie entweder überhaupt nicht oder so gut wie gar nicht. Seit vielen Jahren werden alle Beben, die auf der Erde Vorkommen aufs Sorgfältigste ausgezeichnet. Selbst die, deren Herd sich an ganz entlegenen Orten befindet. Zahlreiche Erdbebenwarten sorgen in allen Erdteilen dafür, daß auch nicht die geringste Erschütterung der Erdrinde wissenschaftlicher Beobachtungen entgehen kann. Aus weiten Gntfer= nunqen wird festgestellt, wo das Beben stattfand, wie' lange es dauerte, welche Stärke es hatte, wie es sich verbreitete. Wenn wir nun auf Grund dieser genauen Ermittelungey hören, daß in Deutschland Fm Jahre durchschnittlich zwanzig Erd - beben stattfinden, so mag das im ersten Augenblick vielleicht als etwas viel erscheinen. In Wirklichkeit ist es ganz unbedeutend, im Vergleich zu anderen Gebieten fast gar nichts. Von diesen zwanzig Beben kommt uns meist kein einziges überhaupt zum Bewußtsein. Es sind so geringe und unmerf« liehe Erschütterungen, daß sie nur mit den allerbesten und feinsten Instrumenten wahrgenommen werden können. Wenn es nicht gelungen wäre, diese Instrumente bis zu einer geradezu unwahrscheinlich anmutenden Empfindlichkeit durchzubilden hatten wir vom Vorhandensein fast aller dieser Beben gar k e i n e A h n u n g. Die Statistik muß aber, so schwach sie auch sind, von ihnen Kenntnis nehmen. Manche der früheren Beben waren starker spürbar. Vor allem das am 16. November 1911, das besonders nach der Richtung von Konstanz ausstrahlte^ Ein weiteres Beben vom 8. Februar 1933 um 8 Uhr 10 Minuten vormittags dauerte 120 Sekunden also zwei Minuten. Es erstreckte sich über Teile Badens war besonders auch in Karlsruhe deutlich Mbar und richtete in Rastatt allerlei Verwustun- ^Be^'der Betrachtung wie die beugen Beben verteilt sind, ergibt sich, daß manche Gegenden m „Der Kampf mit dem Drachen/' Es- fängt so an, daß man glaubt, man sei aus Versehen in einen Kulturfilm mit Brauerei-Reklame geraten — an sich nicht unaktuell bei dieser Temperatur —, aber dann stellt sich heraus, daß die Brauerei in diesem Film tatsächlich eine Rolle spielt; vielmehr: es sind sogar zwei Brauereien, Sonnenbräu und Drachenbräu, daher der Name, und die Sonne will dem Drachen seinen hervorragenden Braumeister abspenstig machen, was nach vielen Listen, Mißverständnissen und Verwirrungen mit Hilfe zweier Verlobungen und einer Fusion auch gelingt, obwohl der Drache persönlich, Adele Sandrock heißt er, mit grollender Würde erklärt, die Sonne sei überhaupt keine Konkurrenz, sondern eine Dünnbier-Tankstelle. „Der Kampf mit dem Drachen" ist überdies der Titel eines schaurigen Ritterschauspiels, womit das 300jährige Bestehen von Adeles Ausschank festlich begangen wird. Diese feuchtfröhliche Begebenheit (Bavaria- Film) ereignet sich unter der Regie von Franz Seitz zum Gaudium des sanft erhitzten Publikums; die Hauptrollen spielen Adele Sand rock, die mit patriarchalischer Selbstherrlichkeit und Strenge über dem Drachenbräu wacht, Joe Stöckel als bayerisch-gemütvoller und behäbiger Braumeister und die jugendliche Komikerin Lucie Englisch, die den Konkurrenzkampf mit weiblicher List und Tücke zum Siege führt. Von den übrigen: Hans Schlenck, Fritz Ode mar und Gretl Theimer. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus die Wochenschau, Bilder aus der Fränkischen Schweiz und einen Vorspann zum „Großreinemachen" mit Anny Ondra. Heber die Beschwerde gegen einen Beschluß Entschuldungsamts entscheidet die Zivilkammer Landgerichts in der Besetzung von drei richterlichen Mitgliedern einschließlich des Vorsitzenden und je einem von der amtlichen Berufsvertretuna des Handels, Handwerks oder der Landwirtschaft benannten Mitglied. Der Reichsminister der Justiz hat für unser Gebiet das Landgericht Darmführung der Hirsch-Apotheke hatte Arbeitskameraden Wenzel ferner mit besonderer Ehrung und mit einem Geschenk ausgezeichnet; desgleichen wurde er auch vom Gau Hessen der Deutschen Apothekerschaft mit einem Schreiben und einem Geldgeschenk bedacht. Begleitet von den besten Wünschen für fein ferneres Wohlergehen tritt der Fünfundsiebzia- jährige nunmehr in den wohlverdienten Ruhestand, um gleichzeitig einer jungen Arbeitskraft Platz zu machen. daß das geringste Erzittern im Boden genügt, um es in Bewegung zu fetzen. Der Verlauf feiner Schwingungen wird selbsttätig aufgeschrieben. Diese Ausschreibung bildet die Grundlage für die Untersuchung über die Erdbeben. Eines hat uns die langjährige Beobachtung durch Seismographen gelehrt, daß nämlich auf der Erde f a ft ft än big irgendetwas bebt, daß große und weite Gebiete überhaupt nie oder fast nie zur Ruhe kommen. Man spricht von „Erdbebenschwär- m e n", wenn da und dort tausende von Beben hintereinander erfolgen. Gegenüber diesen Tatsachen kann Deutschland mit seinen durchschnittlich zwanzig meist kaum bemerkbaren Beben im Jahr als eine in bezug auf diese Naturerscheinung äußerst st i l l e Gegend unserer Erde bezeichnet werden. I | RASIERCREME I (Hma I a macht das Rasieren zum Genuß. I l/rUUE Große, langreichendeTubeSO Pf. Die Vogelscheuchen. Von K.H. Waggerl. Habt ihr schon einmal eines von diesen sonderbaren Geschöpfen irgendwo angetroffen? Ich meine nicht die zahmen Vogelscheuchen an den Gartenzäunen, nein, andere, die Jahr und Tag auf den Feldern stehen und allmählich lebendige Wesen werden, Charakter und Haltung bekommen? Oh, die führen ein abenteuerliches Leben auf ihre Art, denkt nicht, sie wären aus Zaunholz und alten Lumpen gemacht, so sind sie nur anfangs, in den ersten Wochen. Manche sind einbeinig geboren und schrecklich verwahrlost, geradezu aussätzig und schon gar nicht mehr menschenähnlich. Andere wieder legen Wert auf gute Kleidung, besonders in flotten Hüten können sie sich nicht genug tun. Ja, sie tragen Hüte in allen Formen und Farben, sie haben sie finster und verwegen ins Gesicht gedrückt, aber es ist nicht ganz ernst gemeint mit ihrer Näu- bermäßigkeit. Ach nein, ich habe einmal eine Vogelscheuche gekannt, die lachte sich nachts krumm, als eine fremde Magd vorüberging und ihr einen guten Abend bot in ihrer Herzensangst. Dann gibt* es wieder andere, die haben es weit gebracht in allerlei seltsamen Künsten, sie verstehen laut zu schnarren und hohl ans ihrer leeren Brust zu pfeifen, und das tun sie natürlich nicht aus Pflichtgefühl, um die Krähen abzuschrecken. Die Feldscheuchen sind herzlich befreundet mit Krähen und Hasen. Sie tun es aus reiner Freude an der Kunst, weil es wunderbar klingt in den Mondnächten, wenn das Gras rauscht, wenn der Wind unterwegs ist und in Feldern und Büschen alles Schlafende weckt. Denn der Wind ist die Seele für viele Dinge, man mutz das nur richtig verstehen. Es ist so, daß die Dinge ihre Seele nicht zeitlebens gefangen halten, sie haben eine freiere, leichtere Seele als wir. Gewöhnlich sind sie ja ganz still und tot, wir lassen uns täuschen, eine Feldscheuche, sagen wir, ein hohler Pfahl an der Straße! Aber bisweilen kehrt die Seele der Dinge zurück, sie war die ganze Zeit unterwegs gewesen zwischen Himmel und Erde, und nun ist sie zurückgekommen, und es ist gar nicht zu sagen, wie munter und gesprächig bann manche Dinge sein können, in Mondnächten, wenn der Wind geht und das Gras rauscht. Was aber die Vogelscheuchen betrifft, die sind in feder Hinsicht sonderbare Wesen, geradezu hoch- mutig mitunter, ehrgeizig. Man kann allerlei Schlimmes erleben, wenn man sich zu sehr mit ihnen einläßt. Es gibt beispielsweise Landstreicher, Goriderzüge tu den Funkiagungen nach Berlin. Zu den Rundfunktagungen anläßlich der Funk- Ausstellung 1935 in Berlin werden auch in diesem Jahre wieder einige Sonderzüge nach Berlin ge- fuhren. Es sind zwei Arten von Sonderzügen vorgesehen, und zwar eine mit dreitägigem Aufenthalt und eine andere mit siebentägigem Aufenthalt in Berlin. Die Beteiligung steht jedem deutschen Volksgenossen offen. Der Fahrvreis für Hin -und Rückfahrt beträgt etwa 11 Mark. Der Sonderzug I (dreitägiger Aufenthalt) fährt am Samstag, 17. August, hier ab und kehrt in der Nacht zum 21. August wieder zurück. Der Sonderzug II (siebentägiger Aufenthalt) fährt Sonntag, 18. August, hier ab und trifft am Sonntag, 25. August, wieder hier ein. Es steht zu erwarten, daß von den Sonderzügen reger Gebrauch gemacht wird. Nichtarier sind von der Fahrt ausgeschlossen. Mitglieder des RDR. erhalten außerdem noch weitgehende Vergünstigungen. Meldungen sind bis zum 15. Juli erbeten. Meldungen und nähere Auskunft in der Geschäftsstelle des Reichsoerbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Gießen, in Gießen. Achtet aut die Heu-Lelbstentzündung! In jedem Jahre werden häufig große Schaden- feuer durch Selbstentzündung von eingelagertem Heu und Klee in landwirtschaftlichen betrieben verursacht und damit wertvolle Wirtschaftsgüter vernichtet. Bei eingelagertem Wiesen- und Kleeheu entsteht bisweilen Jnnenwärme, die sich bis zur Selbstentzündungstemperatur steigern kann. Diese tritt erfahrungsgemäß dann ein, wenn das Heu nicht gut durchgetrocknet und dazu bei der Aufstapelung fest eingestampft wird. Durch besondere Anzeichen, wie ungleiches Einsinken des Heuftapers, starke Feuchtigkeit der oberen Schichten und mar- tanten Geruch, ähnlich dem gedörrten Obstes, frisch- gebackenen Brotes und gebrannten Kaffees, läßt sich die Gefahr der Selbstentzündung rechtzeitig erten- nen. Der Geruch wirkt anfänglich angenehm, wird aber schließlich brandig und brenzlich. Eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme ist die st ä n d i g e U e b erwach u n g der Wärmeentwicklung. Zur Prüfung der Temperatur in den Heustapeln und zur genauen Feststellung des Umfanges eines Selbstentzündungsherdes stellt die Feuersozietät jedem Bauern und Landwirt Heusonden zur Verfügung, die bei den Kommissaren der Feuersozietät hinterlegt sind und von diesen angefordert werden können. Liegt die ermittelte Temperatur im Innern des Heustapels zwi- schen 55 und 65 Grad Celsius, so sind durch Auflockerung und Durchlüftung Brandschutzmaßnahmen einzuleiten. Uebersteigt die Wärme jedoch eine Temperatur von 70 Grad Celsius, so besteht bereits höchste Brandgefahr. Nun ist jede Durchlüftung nach Möglichkeit zu verhindern und die Feuerwehr zu alarmieren. Unter deren Löschbereitschaft muß der Heustapel sofort auseinandergeworfen und abgelöscht werden. Die Kosten für die Tätigkeit der Feuerwehr, das Abräumen sowie für die Zurverfügungstellung der Sonden übernimmt die Feuersozietät bei ihren Versicherungsnehmern. Nichtmitgliedern der Feuersozietät werden die Sonden gegen Erstattung der Unkosten ebenfalls zur Verfügung gestellt. Brände durch Selbstentzündung lassen sich durch Wachsamkeit und rechtzeitig eingeleitete Maßnahmen sicher vermeiden. Schützt wertvolles Volksoermögen, dessen Erhaltung bei der zu leistenden Aufbauarbeit unseres Volkes besonders notwendig ist, durch rechtzeitige Erkennung und schnelle Bekämpfung des heimtückischen Brandstifters der Heu-Selbstentzündung. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis £5 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9 bis 10, Wirsing, das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben, das Bündel 10, drei Bündel 25, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 30 bis 35, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln, das Bündel 10 bis 12, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln 4% Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 18 bis 22, Pfirsiche 55, Himbeeren 50, Aprikosen 50, Kirschen 35 bis 40, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 40 bis 50, Johannisbeeren 35, Nüsse 50, Tauben, bas Stück 45 bis 55, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender fti r Dienstag: NSG. „Kraft durch Freude": 19 bis 21 Uhr, Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb auf dem Univerfi- tätsfportplatz am Kugelberg. 21 bis 22 Uhr, Reiten, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Kampf mit dem Drachen". * * * Freie Lehrer stelle. An der Volksschule zu Eschenrod, Kreis Schotten, ist eine Stelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden. Mit der Stelle ist die Versetzung des Organistendienstes verbunden. Eine Dienstwohnung ist vorhanden und frei. * * 107 Kinder aus dem Kreise Groß- Gerau kehren zurück. Am gestrigen Montag- vormittag traten 107 Kinder aus Dem Kreise Groß- Gerau, nach einem vierwöchigen Aufenthalt in Oberhessen die Rückreise an. Besonders guten Eindruck hinterließen die Kinder, die im Provinzialkinderheim untergebracht waren, indem sie singend zur Bahn zogen. Allerdings fiel auch ihnen der Abschied schwer. Das herzliche Verhältnis, das sich zwischen den Pflegeeltern und den Kindern entwickelt hatte, kam auch diesmal wieder stark zum Ausdruck. ** SAL. Sturm 11/116 feierte Sonnenwende. Der Sturm 11/116 der SA.-Landwehr beging am vergangenen Samstag an den neuen Schießständen an der „Unteren Hardt" eine Son- nenroenbfeier in der Form eines Kameradschaftsabends. Mitternachtsfeuer und Haldenbeleuchtung gaben der Veranstaltung eine feierliche Stimmung. Kamerad Richter brachte, begeistert ausgenommen, einen Feuer- und Kampfruf zum Vortrag. Musik der Sturmbannkapelle Lollar trug zur Unterhaltung bei. Manches Kampflied wurde gemeinsam gesungen. An dem Kameradschaftsabend nahmen der Oberbürgermeister Ritter und Obersturmbannführer M ü n k e r teil. * Außerkurssetzung von Postwertzeichen. Die am 5. November 1934 ausgegebenen Wohlfahrtsmarken zu 3, 4, 5, 6, 8, 12, 20, 25 und 40 Rpf. mit Bildern von Männern der schaffenden Stände und die Wohlfahrtspostkarte mit dem Brustbild eines SA.-Mannes im Wertstempel haben — entsprechend der Bekanntgabe bei ihrer Herausgabe — mit Ablauf des Monats Juni 1935 ihre Gültigkeit verloren. Nicht verbrauchte Wertzeichen werden weder umgetaufcht noch zurückgenommen. ** Der Blitzschlag in der Wilhelm- straße, über den wir am Samstag berichteten, traf, wie wir nachträglich von einem Hausbewohner erfahren, nicht eine Antenne am Haufe, sondern unmittelbar das Dach. Die Meldung fei dahingehend richtiggestellt. Die Deutsche Arbeitsfront. AG-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Reichswehrkonzect bel Vanninger. Am kommenden Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, findet im Hof der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H. ein Konzert unserer Wehrmacht statt. Es wird allen Betriebsangehörigen eine Freude sein, nach des Tages Last und Mühe eine Stunde den Klängen unserer Wehrmachtkapelle zuzuhören. Der Betrieb nimmt geschlossen an dieser Veranstaltung teil. Das Schumann-Theater wieder in Gießen. Am Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Varietsprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challier, Schokoladenhaus H u n t e m a n n , auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortsmart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Betriebswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Rheinfahrt am 14. Juli. Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden. Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21. Juli. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu Dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark. Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Teilnehmerzahl zu- fammenfommt. Sonderzug an den Mrburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblick bekommen. Sportkurse des Eportamts Gießen „Kraft durch Freude". Mit dem 1. Juli setzt das neue Vierteljahres- Programm des Sportamts „Kraft durch Freude" ein. Kurse aller Art geben allen Volksgenossen die Möglichkeit, billig und bequem unter Anleitung von geprüften Lehrkräften Leibesübung zu treiben. Niemand ist zu alt oder zu ungelenk zu den KdF.-Sportkursen! Die Gebühren für die Kurse sind so niedrig gehalten, daß ein Jeder daran teilnehmen kann. Auskunft aller Art erteilt das Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18, Tel. 2919. Sprechstunden täglich von 8—13 Uhr. Bisher hat das Sportamt Gießen folgende Kurse aufgestellt: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 2. 7. Dienstags von 19—21 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg); ab 4. 7. Donnerstags von 16—18 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg); ab 5. 7. Freitags, von 20—21,15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Eintritt jederzeit möglich. Ab 4. 7. Donnerstags, von 20—21 Uhr, für Jüngere, Lyzeum, Dammstraße; ab 4. 7. Donnerstags, von 21—22 Uhr, für Aeltere, Lyzeum, Dammstrahe; ab 5. 7. Freitags, von 20,30—21,30 Uhr, Lollar, Gasthaus zur Linde. Relchssporlabzelchen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 4. 7. Donnerstags, von 18.30—20.30 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg). Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 8. 7. Montags, von 21—22 Uhr jeweils Reitschule Schömbs, Brandplatz; ab 2. 7. Dienstags, von 21—22 Uhr; ab 10. 7. Mittwochs, von 20—21 Uhr; ab 5. 7. Freitags, von 20—21 Uhr. Zu diesen Kursen werden noch Anmeldungen, schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten, entgegengenommen. Weitere Kurse für Reiten können nach Bedarf als Frühkurfe von 6.30 bis 7.30 Uhr und als Abendkurse von 21—22 Uhr Leute mit schlechten Gewohnheiten, die machen sich kein Gewissen daraus, so eine Feldscheuche anzufallen und auszurauben. Wirklich, da steht eine, die trägt einen kleidsamen Rock seit etlichen Tagen, fragt nicht, woher. Er ist ein bißchen fleckig an den Aermeln, aber sonst noch sehr gut und stattlich mit seinen Hellen Hornknöpfen. Die Scheuche fühlte sich wohl darin, sie wollte ihn schonen und lange tragen. Aber nein, dieser Räuber zerrt ihr den Rock ohne Umstände vom Leibe, er nimmt sich nicht einmal die Mühe, ihr seine eigenen alten Fetzen anständig umzuhängen, halbnackt läßt er sie zurück in ihrer schamoollen Blöße. Und darum wirft die Scheuche einen tödlichen Haß auf den Mann, sie schwört hinter ihm mit ausgestrecktem Arm und steht wie ein Galgen gegen den Himmel. Und es trifft sich, daß Die Polizei an diesem Tage einen Mörder jagt. .Was ist das für ein Rock?* fragt man den Landstreicher, ,wir suchen so einen Rock mit hellen Knöpfen. Und was sind das für Flecken auf deinem Aermel, ist es nicht Blut?* Da hilft es nicht, wenn der Landstreicher beteuert, er habe niemand umgebracht und ausgeraubt, nur eine Feldscheuche, überzeugt euch selbst! Die Vogelscheuche leugnet alles, ach was, sie sieht wirklich nicht aus, als ob sie gewöhnlich Röcke mit Hornknöpfen trüge. Es ist gelogen und der Mann muß hängen. Ja, unbarmherzig. Wir wissen nur wenig von der Rachsucht der Dinge. Wir nehmen das nicht ernst und mißhandeln sie, aber die Gelegenheit kommt, und dann rächen sie sich auf eine teuflische Art. Der Sandmann. Geheimnisse des Schlafes. Von Or H. Schütte. Die hübsche Fabel vom Sandmann, der abends herumgeht und den Kindern Sand in die Augen streut, damit sie müde werden und schlafen gehen, hat durch die moderne Forschung eine überraschende Beleuchtung erfahren. Wenn man müde wird, so stellen verschiedene Körperorgane, u. a. auch die Trä- nendrüsen ihre Tätigkeit allmählich ein. Die Augen- rander werden dadurch trocken und man hat das Bedürfnis, das ermüdende Auge wieder aufzufrischen, »den Sand" wegzureiben. Daß das Auge diejenige Stelle des Organismus ist, an der das Schlafbedürfnis sich zuerst zeigt, weih jeder, der abends spät zu lesen pflegt. Die Augenlider werden plötzlich schwer, die Buchstaben erscheinen doppelt, weil die Muskeln, die die gleichmähigen Bewegungen beider Augen Hervorrufen, nicht mehr im selben Takt arbeiten und auch die richtige Einstellung der Linse auf das Nah- sehen läßt nach. Ist es erst einmal so weit, dann kommt der Schlaf meist rasch. ♦ Es kann natürlich auch anders kommen. Wenn man zum Beispiel den ganzen Tag in schöner, ruhiger Landschaft gewandert ist und am Abend sozusagen jeden Muskel einzeln spürt, so hat man deshalb nicht unbedingt das Anrecht auf tiefen Schlaf erworben. Es stellt sich manchmal, besonders bei Menschen, die ständig geistig zu arbeiten gewohnt sind, der sonderbare Zustand ein, daß man todmüde ist und doch nicht schlafen kann. Es sind eben nur die durchgearbeiteten Muskeln, die angestrengt wurden, das Gehirn aber konnte den ganzen Tag ausruhen und hat nun noch gar nicht das nötige Schlafbedürfnis. Lbrigens schläft das Gehirn niemals ganz; einzelne seiner Teile wachen auch im Schlaf. Selbst die Hirnrinde ruht lediglich im sogenannten Tiefschlaf ganz, der aber nur 7, - 1 Stunde dauert. * Es gibt Menschen, bei denen das Gehirn überhaupt nicht schläft und selbst während des Schlafes seiner gewohnten Tätigkeit nachgeht. Es wird, während der übrige Körper untätig ist, vom „Hnterbe- wuhtsein" beschäftigt. Ein berühmter Mathematiker behauptete sogar die Lösung eines schwierigen Problems sozusagen im Schlaf gefunden zu haben. Nachdem er bis zum Einschlafen ununter, brochen an die Aufgabe gedacht hatte, wußte er am andern Morgen plötzlich das Ergebnis. Ganz Ähnliches geschieht ja auch bei den söge- nannten Nachtwandlern. Hier handelt es sich um triebhafte Wünsche, die das vom Bewußtsein nicht mehr kontrollierte Gehirn Überfällen und sich dienst, bar machen. Die Neigung zum Schlafwandel ist übrigens erblich wie u. a. der Fall eines Philo- sophieprofeflors beweist, den vor einigen Jahren der bekannte Berliner Psychiater Prof. Schultze wiffen- schaftlich untersuchte. Die ganze Familie des betreffenden Gelehrten litt an Schlafwandel. Keiner wußte es aber vom andern. Eines Nachts warf die eine Tochter im somnambulen Zustand einen Stuhl gegen einen Spiegel. Durch den Lärm erwachte die ganze Familie und fand sich am Kaffeetisch Vormacht? um 3 Ahr! Nun erkannten alle ihren Zustand und begaben sich in ärztliche Behandlung. ♦ Während natürlich solche Zustände einer ständigen ArbettSbereitschast unseres DenkorganS nur als eingerichtet werden. Auch hierzu ist baldige schriftliche Anmeldung an das Sportamt erforderlich. Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 6. 7. Samstags, von 17—19 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg). Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Ab 3. Juli Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr, im Volksbad; ab 3. Juli Mittwochs, von 21 bis 22 Uhr, im Dolksbad; ab 1. Juli Montags, von 18 bis 19.30 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins; ab 6. Juli Samstags, von 16 bis 17.30 Uhr, Lollar, Lahnbadeanstalt. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Für Anfänger, Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 1. Juli Montags, von 18 bis 19 Uhr; ab 1. Juli Montags, von 19 bis 20 Uhr; ab 2. Juli Dienstags, von 6.30 bis 7.30 Uhr (Tennisplätze am Schützen- Haus). Für Fortgeschrittene (Uebungsstunde ohne Lehrer) Eintritt jederzeit möglich. Nach Vereinbarung. Städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Zu den Tenniskursen ist ebenfalls baldige schriftliche Anmeldung mit Angabe der gewünschten Uebungs- zetten an das Sportamt erforderlich. Für die Anfängerkurse werden Schläger und Bälle vom Sportamt gestellt, für Fortgeschrittene werden Bälle gestellt. Sporlkurse in Lollar. Wie schon oben angegeben, laufen in Lollar vorerst folgende Kurse: Ab 5. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele, Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Gasthaus zur Linde. Ab 6. Juli Schwimmen, von 16 bis 17.30 Uhr, im Lahnbad. Boxen. Für einen Boxkursus liegen schon Anmeldungen vor, so daß in der nächsten Woche begonnen werden kann. Wer noch teilnehmen will, melde sich baldigst beim Sportamt! Kurse in Grohen-Buseck, Dieseck, Heuchelheim und Großen-Linden. In den vorgenannten Orten werden in nächster Zeit KdF.-Sportkurse verschiedener Art eingerichtet. Interessenten erhalten Auskunft bei den zuständigen Orts« oder Betriebswarten „Kraft durch Freude" oder beim Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18. pächierschutz verlängert. Im Reichsgesetzblatt erscheint soeben ein „Viertes Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über Pächterschutz", nach dem der Pächterschutz bis zum 3 0. September 1936 verlängert wird. Auf Pachtgrundstücke, die zur Neubildung deutschen Bauerntums bereitgestellt sind oder mehr als 125 Hektar groß sind, sowie auf Pachtgrundstücke, die nach einer von einer obersten Reichsbehörde bzw. der von ihr bestimmten Stelle ausgestellten Beschei- nigung für sonstige öffentliche Zwecke gebraucht werden, finden die Vorschriften des Gesetzes keine Anwendung. Diese Verlängerung des Pächterschutzaesetzes war notwendig, weil ohne sie die große Masse der mittleren Pachtbetriebe schutzlos geworden wäre. Zur Zeit ist dieser Schutz besonders erforderlich, weil das Angebot von kleinen und mittleren Pachtgrundstücken gering ist. Ein Fortfall des Pächterschutzes könnte und würde wahrscheinlich auch zu zahlreichen Kündigungen nur zwecks Erreichung höherer Pachtpreise führen. Im Interesse der Er- zeügungsschlacht und auch der Arbeitserhaltung ist aber der mit diesen Kündigungen und Neuverpachtungen verbundene Wechsel in der Bewirtschaftung durchaus unerwünscht. Einmal wird vorübergehend jeder Wechsel zur Minderung der Erträge führen und zum anderen die Gefahr bestehen, daß der weichende Pächter keine neue Pachtung findet und damit arbeitslos wird. Bei größeren Pachtbetrieben (über 125 Hektar) ist diese Gefahr kaum oder überhaupt nicht vorhanden, so daß für diese Pacht- arundstücke eine gewisse Lockerung des Pächterschutzes eintreten konnte. krankhaft angesehen werden können, ist das Ohr von einer natürlichen Empfindlichkeit. Es ist dasjenige Organ, das zuletzt einschläft und das auch zuerst wieder bereit ist zu erwachen. Es gibt natürlich auch hierbei ganz verschiedene Veranlagungen. Menschen mit.leisem" Schlaf werden schon durch daS kleinste Geräusch gestört, andere wieder schlafen so „fest", daß man neben, ihrem Kopf die bekannte Kanone abschieben könnte. Es ist das eine Frage der Empfindlichkeit des Nervensystems. Die besondere Einstellung des Ohres auf die Außenwelt ist ein Überbleibsel aus jenen Tagen der Menschheit, wo der Lebenskampf den Einzelnen zwang, auch im Schlaf auf verdächtige Geräusche zu achten. ♦ Sin Organ schläft überhaupt nicht: das Herz. SS beginnt seine Tätigkeit schon vor der Geburt und übt sein verantwortungsvolles Amt ohne Pause, ohne je Urlaub zu beanspruchen bis zum letzten Atemzuge aus. Allzuviel hängt von seinem Funktionieren ab, vor allem die Ernährung aller übrigen Organe.. Während des Schlafes wird nun zwar der Blutdruck in den Arterien um etwa ein Fünftel herabgesetzt. das hat aber seine Ursache darin, daß die Gefäße des Gehirns zur gleichen Zeit stark erweitert sind. Da außerdem der Schlafende mehr Sauerstoff einatmet als der Wachende, wird dieser mit dem vermehrten Blutstrom offenbar dem Gehirn zu- geführt. Die ermüdeten Gehirnzellen werden während des Schlafes also wieder mit Sauerstoff auf- geladen. Sie saugen sich wie ein Akkumulator nachts mit Energie voll für die tägliche Arbeit. Versuche mit Menschen, deren Schädelkapsel verletzt wurde, haben übrigens einwandfrei ergeben, daß mindestens das Einschlafen mit einer Vermehrung der Blutmenge im Gehirn zusammenhängt, ebenso konnte eine Abnahme des Blutdrucks im Gehirn beim Erwachen beobachtet werden. Was ist also der Schlaf? — Jedenfalls kein Zustand absoluter Ruhe, eigentlich ist er sogar nichts andres als eine starke Abnahme des Wachseins. Sein natürlicher Zweck ist jedenfalls nur eine Erneuerung der Energien des Körpers. Wenn er diesen Zweck besonders gut erfüllte, dann war es ein gesunder Schlaf. — Das ist das ganze Geheimnis. Hochschulnachnchten. Profeffor Dr. Josef H ä m e l, Extraordinarius für Haut« und Geschlechtskrankheiten an der Universität Würzburg, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Greifswald ernannt worden. t I n ). > it e r :• r I L r c- ift g i> n r d i» :r it* r« )N ge u» it* m. ai so a- er re im Dt> im ibt je ifl« 3b, ne. ul* ab» die lert er» mH ff ab* uf* >l- et» en, iet* ;en* a di i-ls !Ns- Sr* tien fl«* i. rhif lini' Bro* aflni S.4.Jporl Wimbledon: Gottfried von Gramm in der Vorschlußrunde. Gottfried von Gramm spielte sich in Wimbledon durch einen 6:4, 6:2, 4:6, 6:1-Sieg in die Vorschlußrunde, in der er nun auf den Amerikaner Budae, der Austin überraschend 3:6, 10:8, 6:4, 7:5 abgefertigt hatte, trifft. Perry schlug Menzel 9:7, 6:1, 6:1 und Crawford blieb über den Amerikaner Wood 6:4, 3:6, 6:8, 5:7, 6:1 erfolgreich. Bei den Frauen wurden die „Letzten Acht" ermittelt. Es £nd dies: Stammers, Sperling, Jacobs, Round, rathieu, Jedrzejowska, Hartigan und Moody. Im Gemischten Doppel verloren Lucas-Lund gegen Jacobs»Allison 1:6, 5:7. Deutsche Wagen siegen auch in Barcelona. Fagloli gewinnt von Caracciola (bei Mercedes-Benz) den Großen Preis von Barcelona. Auf der 3,79 Kilometer langen Strecke im Mont- fuich-Park in Barcelona, die 70 mal zu runden war, wurde am Sonntag im Beisein von 60 000 auch in 2:27,40 mit einem Stundendurchschnitt von 107,234 Kilometer vor Caracciola gewann. Deutschlands zwölfter Handballsieg. Dänemark im Länderkampf 11:2 (8:2) geschlagen. In Kiel sand am Sonntag vor 4000 Zuschauern der zweite Handball-Länderkampf zwischen Deutschland und Dänemark statt. Die nur aus norddeutschen Spielern bestehende deutsche Nationalelf stand vor keiner schweren Aufgabe und siegte sicher. Es stand bereits 5:0, als die Dänen ihren ersten Gegentreffer erzielten. Nach zwei weiteren deutschen Toren waren die Dänen nochmals erfolgreich, und mit einem achten Tore der Deutschen ging es in die Pause. Bei diesem Ergebnis ließ es die deutsche Mannschaft genug sein, außerdem wurde die dänische Aowehr und Deckung nach der Pause weitaus besser und aufmerksamer. So kam es, daß die deutsche Mannschaft nur noch drei Tore erzielte. Mit diesem Treffen hat der deutsche Handballsport die internationale Spielzeit beendet. Es wurden bisher insgesamt 14 Länderspiele ausgetragen und von diesen zwölf gewonnen. Zwei Spiele wurden gegen Oesterreich verloren. Außer Oesterreich war bisher Ungarn, Schweden, Dänemark, Holland und die Schweiz Gegner unserer Ländermannschaften. Handball-Gauspiel Nordhessen—Niedersachsen 10:14. Krüger (1900) bester nordhessischer Stürmer. Das Spiel der Gaue Nordhessen und Niedersach. sen am Sonntag in Kassel endete mit einem 10:14- Sieg der Gastmannschaft, die sich in der Hauptsache aus^Spielern der Spitzenvereine Hannovers zusammensetzte. Das Spiel ging in erster Linie dadurch verloren, daß die nordhessische Deckung in der zweiten Halbzeit — die Seiten waren mit 7:7 gewechselt worden — reichlich zerfahren spielte. Im Sturm der Nordhessen machte Krüger (Gießen 1900) die beste Figur. Er erzielte vier Tore, war aber auch im Feldspiel ausgezeichnet. Handball der Sp.-Vg. 1900. 13:l-Sleg der Jugend in Staufenberg. Auch 1900s neugegründete Jugendhandballmann- schäft kam Zum Saisonschluß noch einmal zu einem schönen Erfolg. Sie weilte zum Rückspiel in Staufenberg und schlug die Zugendelf des dortigen Turnvereins überraschend hoch mit 13:1 Toren. Die Gießener hatten das Spiel jederzeit in der Hand und führten bei Halbzeit schon 7:0. Hans Stuck beim Kesselbergrennen. X .r " *A>Z‘ „ -■ s Zuschauern der Große Preis von Barcelona für Automobile entschieden, der wieder zu einem großen Erfolg für die deutsche Autoindustrie wurde. Elf Fahrer hatten sich am Start der 245,3 Kilometer eingefunden, von denen jedoch nur sieben das Rennen beendeten. Die beiden Mercedes-Rennwagen mit Caracciola und F a g i o l i am Steuer lagen während des ganzen Rennens in Front, nur zu Beginn konnte der italienische Meisterfahrer N u o o l a r i mit seinem Alfa Romeo das Tempo der deutschen Wagen mithalten, doch dann fiel auch er zurück. Die ersten Runden führte Caracciola, er wurde aber später von Fagioli abgelöst, der das Rennen Reichsbahn-Turner und -Sportler im Wettkampf. Bei äußerst günstigem Wetter beaann man am Sonntagvormittag 9 Uhr mit den Vorkämpfen in der Leichtathletik. Das Meldeergebnis war sehr gut ausgefallen und gab es fast in jeder Konkurrenz mehrere Vorläufe oder Vorkämpfe, um die letzten vier für die Entscheidungen festzustellen. Das Fest war in jeder Beziehung vom VfB.-Reichsbahn glänzend vorbereitet. Besonderes Lob gebührt dem Kampfgericht, das mit Verständnis und zähem Eifer arbeitete, wodurch es nur möglich war, die ausgeschriebenen 49 Konkurrenzen an einem Tage, trotz Fußball- und Handballspiel restlos abzuwickeln. Schlag auf Schlag fielen die Entscheidungen. Zu Beginn der Nachmittagskämpfe begrüßte der Vereinsführer des VfB.-Reichsbahn, Baurat Nieder- straifer, die Teilnehmer und Gäste und wies besonders auf die Bedeutung der Reichsbahn-Turn- und Sportbewegung hin. Kreisführer Henkel, Gießen, begrüßte besonders die Fußballgäste aus Hersfeld. Es gab manchen schönen Kampf. Bald stellte sich eine merkliche Ueberlegenheit der Leichtathleten des hiesigen VfB.-Reichsbahn heraus. Nur Frankfurt und Betzdorf wurden den VfB.ern manchmal gefährlich und nahmen ihnen verschiedene Konkurrenzen ab. Die Frauen und Jugendlichen warteten -mit hervorragenden Leistungen auf. Von den neun ausgetragenen Staffeln gewann der VfB.-Reichsbahn allein sechs. Außerdem stellte er in 30 Konkurrenzen den Sieger. Damit war es klar, daß er den Ehrenpreis des RBD.-Präsidenten für die beste Gesamtleistung gewonnen hatte. Am Schluß der Kämpfe hielt der Sportdezernent Dr. B l ü h e r eine kernige Ansprache und schritt dann zur Giegerverkündigung undpreisverteilunq. Die ausgesetzten Ehrenpreise erhielten: Den Ehrenpreis des RBD.-Präsidenten für die beste Vereinsgesamtleistung errang der VfBR. Gießen. Den Ehrenpreis der RBD. Frankfurt für den besten Einzelkämpfer erhielt Stock- schläger, Betzdorf, dessen 200-Meter-Sieg in 23.3 Sek. ihm 797 Punkte einbrachten. Den Ehrenpreis des Sportdezernenten für den besten Jugendlichen der Klasse A errang Helmut Möll, VfBR. Gießen. Sein Sieg im 100-Meter-Laufen in 11.7 Sek. brachten ihm 930 Punkte ein. Den Ehrenpreis für die beste Dameneinzellei st ung bekam Fräulein Friedel F i • scher, VfBR. Gießen. Ihr Siea im Hochsprung mit 1,26 Meter ergab 41 Punkte. (Frauenwertung.) Frauenklasse. 10 0 Meter: 1. Gusti Heberling, VfB.-Reichsbahn, 14,5; 2. Gustel Luh, VfB.-Reichsbahn, 14,8; 3. Friedel Fischer, VfB.-Reichsbahn, 14,8 Sekunden. Hochsprung: 1. Friedel Fischer, VfBR., 1,26; 2 Gustel Luh, VfBR., 1,26; 3. Dinges, Limburg, 1,24 Meter. Diskuswerfen: 1. Gustel Luh, VfBR., 24,16; 2. Anni Sieck, VfBR., 22,39; 3. Friedel Fischer, VfBR., 20,82 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. VfBR. Gie- ßen, 59,2; 2. Limburg 62; 3. Bad Homburg 64 Sek. INädchenklafse. 5 0 M e t e r: 1. Strieder, Limburg, 7,5; 2. Friedel Schmidt, VfBR., 7,7; 3. Semmler, VfBR., 8 Sek. 100 Meter: 1. Friedel Schmidt, VfBR., 13,9; 2. Gertrud Scholl, VfBR. Gießen, 15 Sekunden. 4X100-Meter-Staffel: 1. Limburg 60,4; 2. VfBR. 62,6 Sekunden. Kugelstoßen: 1. Maul, Bad Homburg, 8,35; 2. Friedel Schmidt, VfBR., 7,50; 3. Winter, Limburg, 6,85 Meter. Aktive klaffe I. 100 Meter: 1. Koch, Frankfurt, 11,8; 2. Forst, Siegburg, 11,8 (Handbreite); 3. Bechtold, Limburg, 12,1 Sekunden. 2 0 0 Meter: 1. Stockschläger, Betzdorf, 23,3, 2. Koch, Frankfurt, 23,7 Sekunden; 3. Traudt, Frankfurt; 4 00 Meter: 1. Koch, Frankfurt, 54 Sekunden. 8 0 0 Meter: 1. Wöll, Frankfurt, 2:07,3; 2. Pfaff, VfBR. Gießen, 2,10; 3. Schön, VfBR., 2,11 Minuten. 5000 Meter: 1. Wöll, Frankfurt, 16,52; 2. Fix, Frankfurt, 17,15; 3. Sobe- zak, VfBR., 17,52 Minuten. 4X100-Meter-Staffel: 1. Betzdorf 47,1; 2. VfBR. 47,6 Sekunden. 4X400-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 3:57,5 Minuten. Dreikampf: 1. Stockschläger, Betzdorf, 1905,3; 2. Teupe, VfBR. Gießen, 1796,7; 3. Langenohl (Utffz.), VfBR., 1763,4 Punkte. Kugelstoßen: 1. Mohl (Feldwebel), VfBR., 12,60; 2. Stockschläger, Betzdorf, 12,07; 3. Langenohl (Utffa.), VfBR., 11,76 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob, VfBR., 48,60; 2. Pieh, VfBR., 44; 3. Siegmund, VfBR., 39,90 Meter. Diskuswerfen: 1. Teupe, VfBR., 33,70; 2. Mohl, VfBR., 33,15; 3. Jakob, VfBR., 31,70 Meter. Hammer- werfen: 1. Mohl, VfBR., 34; 2. Müller, Frank- furt, 26,62; 3. Pieh, VfBR., 21,44 Meter. Hochsprung: 1. Langenohl, VfBR., 1,72; 2. Pieh, VfBR., 1,62; 3. Mohr, Frankfurt, 1,56 Meter. Weitsprung: 1. Feller, Frankfurt, 5,88; 2. Stockschläger, Betzdorf, 5,73; 3. Schön, VfBR. Gießen 5,50 Meter. Dreisprung: 1. Fischer, Betzdorf, 11,80; 2. Langenohl, VfBR., 11,77; 3. Helm, Betzdorf, 11,76 Meter. Aktive Klasse II. 100 Meter: 1. Schweitzer, Betzdorf, 11,7; 2. Siegmund, VfBR. Gießen, 11,7 (Handbreite); 3. Traudt, Frankfurt, 11,9 Sek. 4 0 0 Meter: 1. Fischer, VfBR. Gießen, 54,1; 2. Traudt, Frankfurt, 54,1 (Handbreite); 3. K. Simon, VfBR. 1 5 0 0 Meter: 1. Theo Weber, VfBR. Gießen, 4:28,8; 2. Sobezak, VfBR., 4:30,8; 3. Bastian, Limburg, 4:32,4 Minuten. 4X100-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 47,1; 2. Limburg 47,6 Sekunden; 3. Dillenburg. Olympische Staffel: 1. Frankfurt a. M. Weitsprung: 1. Langenohl (Unteroffizier) VfBR., 5,76; 2. Hofmann, Limburg, 5,64; 3. Teupe, VfBR., 5,61 Meter. K u g e l st o ß e n : 1. Mohl (Feldwebel), VfBR., 12,03; 2. Langenohl, VfBR., 11,44; 3. Pieh, VfBR., 10,76 Meter Diskus- werfen: 1. Mohl, VfBR., 31,93; 2. Pieh, VfBR., 30,72; 3. Bechtold, Limburg, 27,69 Meter. Speerwerfen : 1. Jakob, VfBR., 44,60; 2. Pieh, VfBR., 42,15; 3. Euteneuer, Betzdorf, 39,20 Meter. Jugendklasse A. 100 Meter: 1. Helmut Möll, VfBR., 11,7; 2. Heinz Huppert, VfBR., 11,8; 3. Maxeiner, Limburg, 12,2 Sekunden. Unstreitig das schönste Rennen des Tages. Wie die beiden Jugendlichen des VfBR. über die Strecke fegten und dem Feld daoonliefen, war begeisternd. Diesmal vollbrachten also zwei Jugendliche die Bestleistung des Tages. 4X100-Meter-Staffel: 1. VfBR. 48,3; 2. Betzdorf 51,00; 3. Altenkirchen 52,1 Sekunden. 800 Meter: 1. Graben, Betzdorf, 2:12,2; 2. Klappert, Betzdorf, 2:12,4; 3. Schultis, Frankfurt, 2:13,00 Minuten. Ebenfalls feine Leistungen für Jugendliche. K u g e l st o ß e n : 1. Kley VfBR., 12,63; 2. Nau- roth, Altenkirchen, 12,58; 3. Euteneuer, Betzdorf, 11,61 Meter. Weitsprung: 1. Helmut Möll, VfBR. Gießen, 5,58; 2. Rehn, Frankfurt, 5,51; 3. Klappert, Betzdorf 5,41 Meter. Jugendklasse B. 100 Meter: 1. Egon Kley, VfBR. Gießen, 12,1; 2. Schwabe, Frankfurt, 12,4; 3. Bingel, Frankfurt, 13,1 Sekunden. 4X100-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 53,4; 2. Postsport, verein Gießen 58,4; 3. VfBR. 2. Mannschaft 64,6 Sekunden. Kugelstoßen: 1. Egon Kley, VfBR., 12,51; 2. Schwabe, Frankfurt, 11,21; 3. Hüsch, Betzdorf, 10,44 Meter. Auch Kley vollbrachte erstaunliche Leistungen. Der Nachwuchs ist also in bester Verfassung. Oie Gieaerliste: Jugend Klasse C. 50 Meter: 1. H. Mootz, VfBR., 7,1 Sek.; 2. Oswald, VfBR., 7,2 Sek.; 3. Boll II., VfBR., 7,5 Sek.; 4. Weger, Betzdorf. 4 mal 100-Meter-Staffel: 1. VfBR. Gießen 56,2 Sek.; 2. Post Gießen 61,6 Sek.; 3. VfBR. II. Mannschaft 66 Sek. Weitsprung: 1. H. Mootz, VfBR., 4,72 Meter; 2. Oswald, VfBR., 4,66 Meter. 3. Philipp Boll, VfBR., 4,57 Meter. Männer von 32 bis 36 Jahre. 50 Meter: 1. Fischer, VfBR., 6,1 Sek.; 2. Müller, Frankfurt, 6,3 Sek.; 3. A. Mülln, Postsport- oerein Gießen, 7,1 Sek. 100 Meter: 1. R. Fischer, VfBR., 12,1 Sek.; 2. Mülln, Post Gießen, 13,5 Sek. Kugel st oßen: 1. Müller, Frankfurt, 10,74 Nachdruck verboten! 24 Fortsetzung. jemand Barbara gegen von Mackenroth?" ,Jch jabe das feste Empfinden, daß irgend Sie eingenommen hat, Herr Varbara? 3Roman von Liane Sanden. llrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) befriedigtes Lächeln aing über sein Gesicht. Alles klappte weit besser, als er erwartet hatte. Noch ein Weilchen Geduld, und er brachte die Ernte heim. Der Professor aus Praa war wiederum mit dem Flugzeug nach Schloß Schedlowitz gekommen. Sor- oenvoll wartete Magdalena, während der berühmte Arzt mit dem Dorfarzt zusammen die Kranke untersuchte. Ihr Herz klopfte in harten Stößen. Die Minuten schienen sich zu Stunden zu dehnen. Bei jedem Geräusch drinnen im Krankenzimmer glaubte sie, nun müßten die Aerzte kommen. Nun müßte sie wissen, wie es um Barbara stände. Aber immer noch blieb die Tür verschlossen. Endlich, nach einer marternden Stunde erschienen die Aerzte. Angstvoll sah ihnen Magdalena entgegen. Da lächelte der Professor: „Nur Mut, mein gnädiges Fräulein! Ich bin außerordentlich zufrieden. Das Fieber ist nicht wiedergekehrt, wir haben also eine Blutvergiftung durch Verunreinigung der Kopfwunde nicht mehr zu befürchten. Innere Verletzungen schwerer Art sind nicht vorhanden. Ich habe die Patientin genau untersuchen können. Darauf hatte ich heute früh nicht zu hoffen gewagt. Zwei Rippen sind gebrochen, aber", fuhr er beschwichtigend fort, „das heilt bei der gesunden Natur und der Jugend Frau von Stechows sehr schnell. Vierzehn Tage Bettruhe, gute Pflege, an der Sie es mit Schwester Mechthildis ja nicht fehlen lassen werden, dann ist Frau von Stechow wieder die alte." Magdalena war überglücklich. Schüchtern forderte sie den Professor auf, den Abendimbiß bei ihr einzunehmen, da sie doch jetzt eine Art Vertretung der Hausfrau wäre. Aber der Professor lehnte freundlich ab. Er hatte in Prag sehr dringende Fälle, die er nicht unbeaufsichtigt beiseite lassen konnte. Der Dorfarzt hatte alle Anweisungen, um die Behandlung fortzusetzen. Außerdem erbat sich der Professor täglich telephonische Berichte über das Fortschreiten von Barabaras Genesung. Gerade als Eckehard mit seinen Leuten beim Klang der Feierabendglocken vom Felde heimkehrte, sah er den Professor davonfahren. Wie gern hätte er gefragt! Sein Herz war ja so in Unruhe. Aber wie hätte das ausgesehen, wenn er als kleiner Inspektor den Professor direkt um Auskunft gebeten hätte? • Nein, er mußte sich schon bezwingen, bis er sich umgekleidet hatte und drüben im Schloß bei Mag- dalena Auskunft einholen konnte. Aber das ging nicht so schnell, wie er es sich dachte. Denn kaum hatte er die Stufen zum Jnspektorhaus betreten, als ihm von oben her Rockefch entgegenkam. Es gelang Eckehard nicht mehr, sein Zimmer zu erreichen. Wohl oder übel mußte er stehen bleiben und dem Vorgesetzten Auskunft über den Verlauf des heutigen Arbeitstages geben. (Fortjetzung folgt!) „Die Herren schon da?" fragte er. „Jawohl, hinten in dem kleinen Zimmer." Rockesch ging durch den Schankraum, öffnete die Tür des kleinen Zimmers. Dort saßen drei Männer in eifrigem Gespräch, das bei seinem Eintritt verstummte. „Guten Tag", sagte Rockesch. „Alles geht ordentlich." Er schloß die Tür zum Schankztmmer und drehte zur Vorsicht den Schlüssel herum. Der Wirt der Weinstube schlich leise heran und horchte an der verschlossenen Tür. Aber er hörte drinnen nichts als ein gedämpftes Sprechen, dessen Inhalt er nicht erkennen konnte. Nach etwa einer Stunde kam Rockesch wieder aus dem kleinen Zimmer der Weinstube heraus: „Wieviel habe ich zu zahlen?" Der Kellner rechnete zusammen und machte eine tiefe Verbeugung, als Rockesch ihm zwei Kronen über den geforderten Betrag gab. „Mein Wagen schon da?" „Jawohl, Herr Oberinspektor, er wartet bereits seit einer halben Stunde." . Der Chauffeur war auf seinem Platz leicht ein- geschlafen. „Heda — los, nach Hause!" befahl Rockesch. Der Chauffeur fuhr auf, salutierte: „Zu Befehl, Herr Oberinspektor." Behaglich ließ sich Rockesch in dem weichgepolsterten Wagen nieder. Er war mit dem Ergebnis des heutigen Tages mehr als zufrieden. Das Auto näherte sich in rascher Fahrt der Grenze von Gut Schedlowitz. „Fahren Sie über die Gemarkung drei!" befahl Rockesch dem Chauffeur. Es war zwar ein kleiner Umweg, aber er wollte Mackenroth jetzt nicht begegnen. Er hatte seine Gründe dafür. Es war gerade kurz vor Arbeitsschluß, als Rockesch auf dem Gute anlangte. Er war kaum in seiner Wohnung, als etwas an der Wand unter seinem Fenster leise klopfte. Er sah hinunter. Ein Bursche schien damit beschäftigt, die Weinranken an der rückwärtigen Hausseite aufzubinden. Rockesch lehnte sich weit hinaus. „Na, Janek, auch ordentlich gegen Meltau gespritzt?" „Habe ich, Herr Oberinspektor." Janek kletterte ein paar Sprossen der Leiter höher, so daß er gerade in Rockeschs Fenster hineinreichen konnte. Der nahm hastig aus der Hand des jungen Gärtners ein Papier und barg es in seiner Rocktasche. „Hier, ein paar Zigaretten." Er reichte dem Jungen ein Geldstück hinunter. Der dankte und arbeitete weiter, als wäre nichts geschehen. Rockesch schloß sorgfältig das Fenster und zog auch die weißen Vorhänge vor. Nun konnte niemand sehen, wie er das Stück Papier aufmerksam las. Ein Magdalena dachte nach. Da war es wieder, das Problem, um das sie selbst rang. Mackenroths Frage war nicht so einfach zu beantworten. Und doch mußte sie irgendwie beantwortet werden, sollte dieses Dunkel zwischen ihm und Barbara für immer gelichtet werden. „Herr von Mackenroth, ich habe immer das Empfinden, als ob zwischen Ihnen und meiner Freundin irgendein Mißverständnis besteht. Sie war doch früher anders zu Ihnen. Ich weiß ganz genau, daß sie in ihren Briefen im Anfang ihrer Ehe von Ihnen schrieb." ,Ha, früher." Versonnen sah Eckehard vor sich hin. Barbaras Bild stand vor seinem Geiste, wie er es früher gesehen: strahlend, liebenswürdig, vertrauend wie ein Kind! Laut setzte er seine Gedanken fort: „Ja, früher war sie ganz anders. Aber früher war ich ihr ja auch gesellschaftlich ebenbürtig. Was bin ich jetzt?" Schmerz und unendliche Bitterkeit klang durch seine Worte. Magdalena schüttelte heftig den JRetn, nein, Herr von Mackenroth, das ist keine Erklärung. Ich weiß genau, wie Barbara früher immer die Menschen verachtet hat, die einen anderen nur nach Geld ober Rang beurteilen. Immer wieder sagte sie: ,Der Mensch bleibt sich überall gleich. Seelischer Reichtum ist mehr wert als Geld, Herzensadel mehr als Geburtsadel. So war sie auch in der Pension. Sie hat sich stets auf die Seite derer gestellt, die nach Rang oder Stellung geringer waren als die anderen und darunter zu leiden hatten." „Was kann sie da so verändert haben? „Ich glaube, eine Ehe, wie Barbara sie gehabt hat, kann eine Frau furchtbar verändern. Bedenken Sie doch, aus der höchsten Liebe in die tiefste Verachtung gestürzt, der reinste Glaube betrogen, das Zutrauen vernichtet, die eigenen Gefühle wie erniedrigt — das muß in Barbara eine furchtbare Umwälzung gegeben haben. Eckehard dachte nach. Was Magdalena da jagte, hatte vieles für sich. Aber dennoch: Barbara war ja zu anderen Menschen anders als zu ihm. Sie war sogar zu diesem Schwerenöter und Frauen- jäger Josef Bannosch freundlicher als zu ihm. Sehr nachdenklich fuhr Magdalena fort: „Wer sollte das sein?" „Das weiß ich nicht. Aber wenn ich Ihnen raten darf, dann sprechen Sie einmal nach Barbaras Genesung ganz offen mit ihr. Wenn Sie den Grund ihres Verhaltens wissen, dann wird es besser sein, als wenn Sie immer so im Dunkeln herumtappen. Denn diese Unklarheit macht Ihnen doch sehr viel Kummer." „Ja, das macht sie, Fräulein Magdalena. Und ich bin Ihnen so dankbar, daß Sie so offen mit mir sprechen." „Aber ich bin doch Barbaras Freundin und weiß, wie gut auch Sie es mit ihr meinen. Wir haben uns doch Freundschaft gelobt." Wieder nahm er fest ihre Hände: „Ja, Freundschaft für immer, Fräulein Magda- lena." Drüben von der Wiese kam einer der Aufseher mit langen Schritten herüber. Eckehard sah auf feine Uhr: „Nun muß ich wieder an die Arbeit, Fräulein Magdalena." „Und ich muß ins Schloß. Es könnte doch mög- lich fein, daß Barbara mich braucht." Eckehard bedeutete dem Aufseher, noch einen Augenblick zu warten. Dann brachte er Magdalena zum Wagen, half ihr sorglich hinein und gab ihr die Zügel in die Hand: „Gute Heimfahrt, Fräulein Magdalena, und wenn Sie Frau von Stechow meine allergehorsam- sten Wünsche ausrichten wollen." Lange sah er dem Wagen nach, bis der im Sonnenglast und in einer Staubwolke verschwunden war. Ach, sein Herz ging ja jetzt mit nach Schloß Schedlowitz. Die Aussprache mit Magdalena hatte ihm eine so wunderbare Ruhe gegeben. Vielleicht würde es zwischen ihm und Barbara doch wenigstens noch einmal zu der klaren Vertrautheit der früheren Zeit kommen. Seine Liebe wollte er tief in sich versenken. Nur uhi ihre Achtung wollte er werben. * Oberinspektor Rockesch hatte inzwischen sein Ge-. svräch mit dem Polizeikommissar in der Kreisstadt beendet. Der schlug fein Aktenstück zu und sagte: „Also gut, lieber Rockesch, wir werden die Sache weiterverfolgen." Aber ohne Aufsehen, Herr Kommissar. Selbstverständlich, wir behandeln die Sache ganz vorsichtig. Wir wollen den Tater nicht vor der Zeit scheu machen. 28. Kapitel. Rockesch war sehr befriedigt, als er das Polizeikommissariat verließ. Er begab sich m eine Weinstube wo er beim Heremkommen mit vertraulicher Ergebenheit begrüßt wurde. Meter: 2. R. Fischer, DfBR.. 9,07 Meter: 8. Mlllln, Post Gießen, 8,58 Meter. Männer über 36 Jahre. 50 Meter: 1. Setterie Frankfurt, 6,5 Sek.-, 2. Schmidt, Limburg, 7,6 Sek. Weitsprung: 1. Setterie, Frankfurt, 4,47 Meter; 2. Schmidt, Limburg, 3,60 Meter. Kugelstoßen: 1. Setterie, Frankfurt, 9,29 Meter: 2. Schmidt, Limburg, 8,31 Meter. Die Gesamtleistung der Vereine setzt sich wie folgt zusammen. (Es sind nur die drei besten Vereine angegeben.) 1. VfB.-Reichsbahn, Gießen, 154 Punkte (30 I., 23 II. und 18 III.) 2. Reichsbahn, Frankfurt, 51 Punkte (10 I., 8 II. und 15 III.) Z. Reichsbahn, Betzdorf, 31 Punkte (6 I., 4 II. und 5 III.) Rotweiß Frankfurt — VfBR. I 7:6 (3:2). Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Das Spiel begann mit beiderseitigen schnellen Angriffen. Obwohl Langenohl für Gießen den ersten Erfolg buchen konnte, sah man manche ungenaue Abgaben und Deckungsfehlcr. Durch diese konnte Rotweiß nicht nur ausgleichen, sondern den hervorragenden Gießener Tormann bis zur Halbzeit (3:2) noch zweimal schlagen. In btt zweiten Halbzeit zeigten die Stürmerreihen manche schöne Leistung. Nachdem Frankfurt auf 4:2 erhöht hatte, gingen die DfBRer zum Angriff über. Zeiler, Klaß und Petri waren es, die ihre Mannschaft in Führung brachten. Acht Minuten vor Schluß führte VfBR. 6:4. Trotzdem konnten die Gäste, durch große Deckungsfehler der Platzbesiher, in kurzen Abständen den Sieg für Reichsbahn Rotweiß sichern. Für ein Freundschaftsspiel war die Spielweise beider Mannschaften etwas hart. Limburger Regatta. Gießener Rudergefellschaft 1877 gewinnt überlegen den Großen Einer und nach hartem Borb-an-Borö- kampf den Großen Vierer. Am 29. Juni startete Friedel I ö d t von der GRG. 1877 im Großen Einer gegen drei Mitbewerber. Da nur drei Boote gleichzeitig starten können, waren Vorläufe nötig. Es gelang Jödt, seinen zweimaligen Bezwinger Rolf Schneider vom Kölner Klub für Wassersport zu schlagen und im Entscheidungsrennen gegen Happ (Bayer Leverkusen) mit mehreren Längen zu siegen. Am 30. Juni starteten die Dierermannschaften gegen den vorzüglichen Vierer des Limburger Ruderklub 07. Im ersten Rennen (Preis der Stadt Limburg) war die Meister-Mannschaft, auf dem Außenbogen liegend, stark benachteiligt und unterlag mit IV2 Längen. Im zweiten Rennen (Adolf-Hitler-Dierer) startete die Mannschaft: 1. Friedel Iödt, 2. Georg Herbann, 3. Eugen Euteneuer, 4. Karl Timge (3.Komp.RI. 15); Steuer: Heinz Loh. Am Start übernahm Limburg sofort die Führung, doch zog Gießen bei 300 Meter gleich und lag bei 600 Meter leicht in Führung; an der sogen. Im- big (1000 Meter) versuchte Limburg mit erhöhter Schlagzahl die Führung zu übernehmen, doch konnte Gießen mit langen, wuchtigen Schlägen seinen Vorsprung behaupten. Auf den letzten 1000 Meter entspann sich ein mörderischer Bord-an- Bord-Kampf, den die Gießener Mannschaft mit Luftkastenlänge für sich entscheiden konnte. Eine Iugendmannschaft des Ruderklub „Hassia" sich'erte sich in einem flott gefahrenen Rennen einen guten zweiten Platz. Br. Spielvereinigung 1900 (Sielen. 1900 (Liga) — 1. FL. Frankfurt-Rödelheim (Liga) 1:1 (0:0). Der Saisonbeschluß war auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe im Fußball — im Gegensatz zum Handball — ein recht magerer. Es wurde am Samstagabend vor nur wenigen Zuschauern reiner Sommerfußball geboten. Die Kampfkraft der Gäste und deren Können war auch nicht dazu angetan, dem Spiel einen besonderen Reitz zu geben. Bei den Blauweißen spielte man so sorgenlos sein Pensum herunter, so daß der Gesamteindruck kein erfreulicher war. 1900 hatte wieder eifimal nur eine Behelfsmannschaft zur Stelle. Besonders schwach war das Spiel der Läuferreihe. Der Angriff spielte zunächst ganz gut zusammen, brachte aber, trotz ständiger Offensiven, kein Tor zu wege, obwohl sich fortgesetzt günstige Situationen dazu darboten. Nach der Pause wechselte das Bild. Die Gäste hatten sich etwas mehr gefunden und ritten einige schöne Attaken gegen das Tor 1900s. Die Gießener Schluhleute ließen sich aber nur einmal bei einem schnellen Durchlauf des Mittelstürmers bluffen. Gegen den scharfen Flachschuß war der Gießener Ersatztorhüter machtlos. Nachdem Schmelz einen Foulelfmeter (Heilmann war In aussichtsreicher Stellung zu Fall gebracht worden) auf den Mann geschossen hatte, war man sich im Lager der Blau- weißen darüber klar, daß auch dieses Treffen wie- der mit einer unverdienten knappen Niederlage enden würde, da sich, wie immer in den letzten Spielen, die Stürmer vor dem gegnerigen Tor an Hilflosigkeit direkt Überboten. Durch die Gießener Reihen wehte erst wieder ein frischer Zug, als auch noch Lippert mit nach vorne ging. Diesem Spieler blieb es denn auch vorbehalten, noch gerade vor Torschluß durch eine fabelhafte Leistung, die ganzen Einsatz erforderte, den lange erwarteten und dem Spielverlauf nach auch nicht mehr als verdienten Ausgleich zu erzielen. Hoch wandert der Ball von Links über Heilmann und Koch zur Mitte. Wie der Blitz war Lippert mit einem mächtigen Satz hochspringend am Ball. Mit der Brust nahm er ihn dem gleichzeitig eingreifenden Frankfurter Verteidiger weg und lenkte ihn dann geschickt, über den herausstürzenden Torhüter, zum Remis ins Netz. Bis zum Abpfiff ereignete sich dann nichts mehr, obwohl die blauweiße Angriffsreihe jetzt lebendiger war. Der vorzüglich amtierende Schiedsrichter Post (Wieseck) pfiff versehentlich das Spiel eine Viertelstunde zu früh ab. Rüdbingshaufen I. — 1900 1. Jgb. 1:3. Am Sonntag bestritt dann die Jugend chr letztes Spiel. Mit einer wirklich guten Leistung blieben selbst Rüddingshausens Senioren geschlagen. 1900s erste Jugendelf rückt nunmehr aber auch fast geschlossen zur Seniorenklasse auf. Zungführer-Appell im DFB. Der Bundes-Jugendsportlehrer G a b r'i e l aus Berlin hatte sich für kommenden Donnerstag an« gesagt, um hier in Gießen Appell mit sämtlichen Oberjungführern und Jungführern abzuhalten. Dieser Appell ist jedoch auf höhere Anordnung auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden. Handball im Gan XII (Lahn-Dillkreis). Gew. also Tv. Garbenheim In die 1. Kreisklasse steigen Tore 53:39 57:39 42:35 22:38 22:41 Pkte. 17:3 14:6 14:6 8:12 7:13 0:20 8 7 7 4 3 0 Verl. 1 3 3 6 6 10 Tv. Garbenheim Tv. Dorlar Tv. Burggemünden Tv. Katzenfurt Tv. Herborn Mtv. Gießen II Unentsch. 1 0 0 0 1 0 und Tv. Dorlar auf. Die 2. Mannschaft des Mtv. Gießen, die bis auf eins, alle Spiele zum Teil recht hoch gewonnen hatte, steht am Schluß, weil alle Spiele für verloren gerechnet werden mußten. Eine derartige Maßnahme war notwendig, da in allen Fällen nicht spielberechtigte Spieler mitgewirkt hatten. An den zweiten Platz rückte Tv. Dorlar, weil er das bessere Torverhältnis bei der gleichen Punktezahl gegenüber der sympathischen Mannschaft von Burg-Gemünden hat. Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar 6:8 (4:3): Obwohl die Gäste mit Ersatz antraten und auch Münchholzhausen nicht komplett zur Stelle war, entwickelte sich ein technisch feines Spiel, in dem die Platzbesitzer wider Erwarten stets leicht überlegen waren. Erst im Endspurt konnten die Wetzlarer nicht nur den Rückstand aufholen, sondern noch einen knappen Sieg erringen, der allerdings nicht ganz dem Spielverlauf entspricht. Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar Jgd. 17:5: Es gibt zur Zeit keine Jugendmannschaft, die im Kreis VIII an das Können der Jungens aus Münchholzhausen heranreicht. Es ist eine Freude, ein Spiel dieser Jugendlichen zu beobachten, die nicht nur technisch hervorragend, sondern Aufsttegspiele. Nachdem inzwischen alle Spiele beendet sind, geben wir nachstehend die Schlußtabelle bekannt: vor allem auch in der Schnelligkeit kaum zu überbieten sind. Unter diesen Umständen ist die hohe Niederlage der Gäste, die sich tapfer wehrten, zu verstehen. Tv. Grüningen — Tv. Dornholzhau- fen 8:13 (4:6): Beide Mannschaften zeigten gutes Stürmerspiel, während die Hintermannschaften etwas versagten. Obwohl die Hitze den Spielern sehr zusetzte, war ein sehr schönes, teilweise etwas hartes Spiel zustande gekommen, das die Gäste verdient gewannen. To. Grüningen Jgd. — Tv. Dornholzhausen Jgd. 7:13 (1:4): Auch der Sieg der Jugendmannschaft der Gäste ist verdient. To. Großen-Buseck — Tv. Heuchelheim 3:5: Das Ergebnis ist recht schmeichelhaft für die Einheimischen und zeigt deutlich, daß sie wieder im Kommen sind. Kleinere Umstellungen in der Mannschaft und etwas mehr Durchschlagskraft des Sturmes sollten ihr Teil dazu beitragen, daß Großen-Buseck bald wieder der Gegner von vor Jahren wird. Tv. Staufenberg — Tv. Wißmar 4:16 (3:6): Das Ergebnis kommt überraschend. Wer an ein offenes Spiel geglaubt hatte, sah sich schwer ge« täuscht. Bis zur Pause konnten die Einheimischen noch etwas Stand halten, um dann aber vollständig auseinanderzufallen. Ganz anders die Gäste. Sie spielten wie aus einem Guß und hatten keinen schwachen Punkt in der Mannschaft. Tv. A l l e n d o r f (Lahn) — Tv. Dutenhofen Jgd. 2:16: Für die Allendörser wird es Zeit, daß sie etwas ruhen. Sie haben von ihrer vor einigen Wochen noch gezeigten Spielstärke nichts übrig behalten. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe vollkommen verdient. Oberheffen. Fahnenweihe der Ortsgruppe Lich der NSDAP. = ß i cf), 1. Juli. In der festlich geschmückten Turnballe wurde am vergangenen Samstagabend die feierliche Weihe der Fahne der hiesigen Orts- iiruppe der NSDAP, durch Kreisleiter Pg. K lote r m a n n vorgenommen. Nach dem Einmarsch ier Fahnenabordnungen und Gliederungen der Partei, der SA., SAR., Motorsturm, HI., BdM. und JV. ertönten mit Begeisterung vorgetragene Lieder und Sprechchöre des Jungvolks, denen sich die Eröffnung der Kundgebung durch den Ortsgruppenleiter Pg. Kuhn anfchloß. Das gemeinsam gesungene Kampflied „Volk ans Gewehr" leitete über zur Weiherede des Kreisleiters Pg. Kloster- m a n n. Nach einem allgemeinen Rückblick über die Parteipolitik und einer Gegenüberstellung von gestern und heute, bei der der Redner das bisher von der Regierung Adolf Hitlers in den zwei Jahren ihres Wirkens Geleistete und Errungene ins rechte Licht zu fetzen wußte, nach der allen Zuhörern leicht faßlichen Erklärung des Wesens der nationalsozialistischen Weltanschauung, des Leistungs- und Führerprinzips und anderer Hauptziele der Bewegung, ging Pg. Klostermann über zu einer Betrachtung über die Fahne. Er erklärte u. a., daß jede große Bewegung in der jahrtausendealten Geschichte der Welt ihre besonderen Symbole hatten. Unser Führer hat uns in seinem jahrelangen Kampf ein neues Symbol geschaffen: die Hakenkreuzfahne. Das Hakenkreuz, das Symbol des ewig Unvergänglichen, ist das Zeichen der nationalsozialistischen Bewegung und ist heute das Symbol für unser ganzes Vaterland. Weil dieses Zeichen so leicht verständlich ist, deshalb muß jeder zu uns kommen, der deutsch ist und deutsch geboren wurde. Wenn wir unter diesem Zeichen einig sind und Zusammenhalten, wird niemand in der Welt uns etwas anhaben können. Wir müssen unter diesem Zeichen Disziplin halten, treu fein und in unbedingtem Gehorsam dem Führer folgen. Dem Führer gegenüber müssen wir nur eins haben: Vertrauen. Fanatisch mssen wir an seine Mission glauben, und die Ehre solle uns hierbei Richtschnur sein. Unter dem Zeichen des Hakenkreuzes kämpfen wir um unser geliebtes Deutschland, für unser ganzes Volk. So solle diese Fahne geweiht werden, im Gedenken daran, daß es dies Zeichen war, das Deutschland gerettet (jat, daß die besten Deutschen für sie ihr Leben gaben. Die Fahne soll das Heiligtum der Ortsgruppe und damit der Gemeinde sein, sie soll uns verpflichten, zu arbeiten und nicht müde zu werden im Kampf um Deutschland. Sie ist die Fahne des Sieges, des Kampfes und wird es bleiben auch für kommende Geschlechter. Unter diesem Banner verschreiben wir uns ganz dem Führer, für dieses Banner leben wir und, wenn es fein muß, wollen wir auch unser Leben lassen. Unser Führer hat unter diesem Banner Deutschland gerettet und wird Deutschland in alle Zukunft führen. Dem Führer rufen wir inbrünstig und aufrichtig zu: Sieg-Heil! Lebhafter Beifall wurde dem Redner zuteil. Ortsgruppenleiter Kuhn nahm die Fahne in den Schutz der Gemeinde und sprach das Schlußwort. Nach dem Gesang der nationalen Hymnen fand der offizielle Teil seinen Abschluß. Im Anschluß verbrachten die Teilnehmer bei Konzert der Feuerwehrkapelle noch einige Stunden fröhlichen kameradschaftlichen Beisammenseins. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Juli. Am Sonntagnachmittag feierte die Christliche Gemeinschaft unter den Linden des Hofes der Kleinkinderschule ihr I a h r e s f e st, das auch aus den Nachbarorten Großen - Linden, Leihgestern und Allendorf (Lahn) rege besucht war. Der Posaunenchor von Allendorf (Lahn) leitete mit schönen Vorträgen die Feier ein. Prediger Ebner (Gießen) behandelte ein Wort aus dem 1. Korinther und Prediger E i n h ä u s e r (Gießen) sprach auf Grund des Evangeliums Johannes 15 über Christus als den Weinstock. Prediger Meng (Gießen) legte seiner Besprechung den Psalm 33 zugrunde. Zwischen den einzelnen Ansprachen erfreuten der Gemischte Chor von Gießen und der Mädchen- und Frauenchor unserer evangelischen Kirchengemeinde die Zu- Hörer mit dem Vortrag geistlicher Lieder. Zum Schluß dankte Prediger Meng allen Mitwirken- den und der gastfreien Gemeinde, die die auswärtigen Festteilnehmer zum Kaffee einladen hatten. Der Allendorfer Posaunenchor ließ die Feierstunde mit Chorvorträgen ausklingen. £ Wieseck, 2. Juli. Gestern Abend fand bei Gastwirt Ludwig Reuter die Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse e. G. m. b. H. Wieseck statt. Geschäftsführer Karl Werner erstattete den Geschäftsbericht. Erfreulicherweise konnte er von einer Aufwärtsentwicklung berichten. Der Gesamtumsatz betrug im Berichtsjahr 2 000 000 Mark. Der Kassenumsatz 1934 528 420 Mark, das bedeutet einen Mehrumsatz von 240 000 Mark gegenüber 1933. Die Spareinlagen betragen 217 000 Mark. Eine gute Entwicklung hat die Schulsparkasse genommen. Insgesamt wurden 1934 87 neue Sparbücher ausgestellt. Die Bilanz weist in Aktiva 453 579,18 Mark und in Passiva 453 267,08 Mark auf. Der Reingewinn kommt dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugute. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. In der allgemeinen Aussprache konnten noch einige Aufklärungen gegeben werden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates schloß die Generalversammlung in der üblichen Weise. cf Allendorf a. d. Lda., 30. Juni. Der hiesige Turnverein 19 07, der seit geraumer Zeit das Turnen nicht mehr gepflegt hatte — es war seither nur noch eine Hand- und Fußballmannschaft tätig — hat nunmehr feit April d. I. die Turntätigkeit, besonders mit der Schuljugend wieder ausgenommen. Heute fand nun das Anturnen statt. Es nahmen hieran 35 Knaben im Alter von 8 bis 14 Jahren teil. Trotz der verhältnismäßig kurzen Uebungszeit waren die Ergebnisse überraschend gut, so daß jeder Teilnehmer mit einem Diplom bedacht werden konnte. Das volkstümliche Turnen fand auf dem Sportplatz statt, während das Ge- räteturnen im Turnsaal abgehalten wurde. Vor der Verteilung der Diplome fand ein Fußballspiel der hiesigen Turnjugend mit der Jugendmannschaft Londorf statt, das mit 2:0 Toren für Allendorf endete und anschließend ein Handballspiel der hiesigen ersten Turnermannschaft mit der ersten Mann- fchaft des Turvereins Treis, dessen Ergebnis 9:3 Tore zugunsten Allendorfs ausfiel. Nach Beendigung dieser Spiele fand die Verteilung der Diplome durch den Vereinsführer, Lehrer Heil, statt. In einer Ansprache wies der Vereinsführer auf die Wichtigkeit und Nützlichkeit des Turnens, das zur Ertüchtigung unserer Jugend unbedingt notwendig sei, hin und forderte zur treuen und gewissenhaften Mitarbeit auf. Bemerkt fei noch, daß feit kurzem der Turnunterricht auch mit der Heranwachsenden Jugend wieder aufgenommen worden ist und daß die regelmäßigen wöchentlichen Turnstunden von einer größeren Anzahl junger Leute pünktlich besucht werden. 1 Aus dem südlichen Kreise Gießen, l.Juli. Die Heuernte ist — begünstigt durch das heiße Wetter — in der Hauptsache beendet. Nach Menge und Qualität kann man von einer guten Mittelernte sprechen. Die letzten Regen, kurz vor dem Schnitt, hatten doch noch für genügend Untergras gesorgt. Der Stand der Winter- und S o m m e r f r u ch t ist ein ausgezeichneter. Die letz- ten schweren Gewitter haben ja stellenweise das Getreide etwas niedergelegt, doch ist das nicht von Bedeutung. Wenn kein böses Wetter oder kein Hagelschlag mehr kommen, können unsere Bauern auf eine sehr gute Getreideernte rechnen. Das wird auch von allen Seiten betont. Leider hat aber das Unkraut auf manchen Kartoffeläckern fo überhand genommen, daß man kaum die Kartoffelsträucher erkennen konnte. Das waren in der Hauptsache solche Aecker, die nicht gleich nach dem Legen der Kartoffeln vorschriftsmäßig geeggt und bearbeitet wurden, und da nun die Heuernte alle Hilfskräfte in Anspruch nahm, konnte sich das Unkraut so stark ausbreiten. Leichte W ® Sommerwäsche Damen-Hemdhosen Krepp, alle Größen.....1.95 Damen-Hemdchen Seidenkrepp oder Trikot, besonders billig.... 1.00, 0.80 Dazu die passend. 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