185. Jahrgang Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Nr.101 Erstez Blatt _____ 185. Jahrgang Donnerstag, Z. Mai 1935 S^mttags' un "Feiertags d -Mf M Annahme oon Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte A jA . L A ,« W V , tüto?ic„?!i.t,TnuT.mcr Gi-V-ner Familienblätter flÜA # A AA MW AlA .Ak Al ▲ AkA b>s8',,UdrdesVorm>ttags tzeimattmBildDieScholle H HOB, B M V®JT «AM QB N wü’ WW IssT Bl ®W «runJpteife für (mmfjöl)e Monats-Bezugspreis: UM IM H ßi^r BMä B IHLJr ßA Ky WM W B Jy fc-'ä für Anzeigen von 22 mm M't 4 Beilagen RM.1.95 MM M ■ tgT H W W JT WWW Pf M M W W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte e 1.80 JJr ™ «§ Wa Rli B0 'KgL- Vola KU KB v^ak 0« 'Wk. gsj anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 W W B W H V IW 60Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen ■ El M wS schwieriger Satz 25°/„ mehr von einzelnen Nummern fVJßf MM infolge höherer (Bemalt r Srmähigte Grundpreise: OZM General-Anzeiger für Oberheffen ZWW: Postscheckkonto: 1 1 H gen, Bäder-, Unterrichts-u. Srantfuti am Main 1'688 vruck uns Verlag: vriihl'sche Universttätsvuch- und Stcinörudcrei «.Lange In Siegen. Schriftleitung und Sefchäftzstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B Oes Führers Witte ist des Volkes Glaube. Deutschlands Gelöbnis am Natronal-Keieriag her deutschen Arbeit. Glaube und Wille. Noch einmal schien der Winter in deutschen Landen einzuziehen. Aber trotz widriger äußerer Umstände ergab sich am Nationalfeiertag ein echtes Bild deutschen Lebenswillens und nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeistes. Die Belegschaften waren nicht weniger vollständig angetreten, als wenn das herrlichste Sommerwetter geherrscht hätte. Es gab kaum ein mürrisches und vergeßliches Gesicht, mit lachendem Munde wurden die Unbilden der Witterung ertragen, die Augen blickten nur um so stolzer und freudiger auf die Fahnen der nationalen Erhebung. Wenn es gilt, dem Rufe Adolf Hitlers zu folgen, wenn es gilt, mit dem Führer zusammen das Fest der deutschen Arbeit zu feiern, wenn es gilt, die Einigkeit und Größe des wiedergeborenen Reichs vor aller Welt zu demonstrieren, dann gibt es keine kleinen persönlichen Bedenken, kein Besinnen und auch keine äußeren Einflüsse, die das deutsche Volk hindern könnten, seine Pflicht zu tun. Das vieltausendstimmige Gelöbnis der Vertrauensmänner, die vor dem Führer und seinem Volk das Versprechen abgeben, sich für die nationale und soziale Ehre bis zum Letzten einzusetzen, ist gleichsam der symbolische Ausdruck für das Bekenntnis zum Führer und zu der von ihm geschaffenen Volksgemeinschaft, das jeder Einzelne zu dieser Stunde in seinem Herzen ablegt. So erwartet die Friedensarmee der deutschen Arbeit den Führer, der dann als der erste Arbeiter der Nation, als der freieste Mann der Erde im freiesten Volk der Erde, seine Worte an die riesige Volksversammlung richtet von dem Glauben, der trotz des Unwetters in der Natur und in der Politik die tätigen Deutschen aller Stände und Schichten zur gemeinsamen Manifestation ihres Freiheitswillens zusammengeführt hat, und von dem Willen der politischen Führung, die ewige Sehnsucht des deutschen Volkes nach Freiheit und Friede zu erfüllen. Wie große auch die Widerstände sein mögen, die eine mißgünstige Welt um uns herum auftürmt. Wenn andere Völker größere materielle Güter ihr eigen nennen können, wenn andere Völker mehr Kapital und mehr Waffen haben, so fehlt ihnen doch der alles überwindende und einigende Glaube an die eigene Kraft, von dem das deutsche Volk heute beseelt ist. Es fehlt ihnen jene überwältigende Liebe, die vom Führer ausströmt über das ganze deutsche Land und die Adolf Hitler spüren ließ, als er davon sprach, daß das H ö ch - st e, was ihm Gott gegeben habe, sein deut- s ch e s V o l k sei und daß diesem Volke sein Glaube und sein ganzes Leben gehöre, als er jenen Satz prägte, daß man ihm Erdteile schenken könne, und er doch lieber der erste Bürger dieses Staates bleiben würde. So fühlt sich das deutsche Volk trotz seiner geringen materiellen Mittel, trotz der gefahrvollen politischen Lage, in die es frühere Regierungen gebracht haben, nun ganz geborgen in dieser Liebe, in diesem Glauben und in diesem Willen, seine Freiheit und Ehre zu verteidigen, seine sozialen Errungenschaften zu befestigen und als gleichberechtigter Partner mitzuarbeiten an der Organisation eines wahren Völkerfriedens. Denn um der Drohung mit dem „Untergang des Abendlandes" zu begegnen, ist es, wie der Führer sagte, zuerst nötig, die Völker dieses Abendlandes wieder auferstehen zu lassen. Deutschland hat diesen Wiederaufbau vollzogen und es ist nicht gewillt, ihn wieder zerstören zu lassen durch jene Mächte, die aus einer brüchigen Weltanschauung heraus einstmals den Untergang unseres Kontinents prophezeien zu müssen glaubten. Unsere Aufgabe, die Adolf Hitler dem deutschen Volke für das nächste Jahr gestellt hat, heißt deshalb Fortsetzung dessen, was wir begonnen haben. Es gilt, die soziale Selbstverwaltung aufzubauen, es gilt, den Rest unserer erwerbslosen Volksgenossen wieder in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern, es gilt, die seelische Erneuerung auf allen Gebieten des nationalen Lebens zu vervollständigen, es gilt, die Kräfte der Nation so zu stärken, daß der Bestand von Reich und Volk durch niemanden mehr gefährdet sein kann. Im Einklang dieses Willens mit dem Glauben an das Gelingen des großen Werkes, in dem Bewußtsein, daß der guten Sache des deutschen Volkes der endgültige Erfolg nicht versagt bleibt, feierten wir in Freude und Frohsinn zum dritten Male das deutsche Nationalfest am 1. Mai. Am Borgen des 1.Bm. Der Marsch der Hunderttarrsende nach dem Tempelhofer Feld Berlin, 1. Mai (DNB.) In festlichem Rahmen beging das deutsche Volk, das seit Errichtung des Dritten Reiches mit unermüdlichem Fleiß und eisernem Willen an dem Wiederaufbau arbeitet und, in sich gefestigt, einen unüberwindlichen Block bildet im Kampf um Freiheit und Ehre, zum dritten Male seinen nationalen Feiertag. Erfüllt von Liebe und größter Verehrung gedenken Arbeiter der Stirn und der Faust und mit ihnen nun auch die befreiten Saarländer des Mannes, der der Schöpfer dieses erstarkten Reiches ist: Adolf Hitler, der in unermüdlicher, rastloser Arbeit die Jahrtausende lang ersehnte Einigkeit des deutschen Volkes verwirklicht hat. Darüber hinaus stattet das deutsche Volk an diesem Tage dem Führer den Dank ab für die Wiederherstellung der nationalen Ehre, für die Proklamation vom 16. März, durch die Deutschland seine Wehrhoheit wiedererlangt hat. /zlieber uns die Fahne und vor uns der Führer." Wie schon immer bei nationalen Kundgebungen, hat die Berliner Bevölkerung heute wieder gewetteifert, um die Straßen in festlichen Sch muck zu kleiden. Unzählige Fahnen flattern wieder im Winde, die Fassaden und Eingänge der Häuser sind mit frischem Grün geschmückt worden. Am frühen Morgen um 5.30 Uhr setzte in der Reichshauptstadt ein Schneetreiben ein, das bis in die achte Stunde anhielt. Ein kalter Wind fegte durch die Straßen Gegen 7 Uhr marschierten bereits die ersten Kolonnen der HI. und des BdM. zur großen Huldigung der Jugend an den Führer im Lustgarten auf. Einen besonderen Anziehungspunkt für Tausende oon Volksgenossen bildete die Wilhelmstraße. Namentlich vor der Reichskanzlei Hattee sich schon in den frühen Morgenstunden eine größere Menge eingefunden, um den Führer bei seiner Abfahrt zur Jugendkundgebung zu sehen. Punkt 9 Uhr verließen der Führer und sein Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, mit ihrer Begleitung die Reichskanzlei, von stürmischen Heilrufen der Menge empfangen. Auf dem Tempelhofer Feld. Gegen 11.30 Uhr schien das gigantische Tempelhofer Feld oon den Massen bereits überfüllt zu sein. Von der Ehrentribüne bot sich ringsum ein überwältigender Ausblick auf dieses wogende Meer oon Menschen: Festliche Stimmung herrschte auf dem unermeßlichen Gelände. In den Massen tauchte plötzlich auch der preußische Ministerpräsident Hermann Göring auf. Er hatte sich, oon der Staatsoper kommend in die Kolonnen begeben und unterhielt sich lebhaft mit den Arbeitern, bis er seinen Platz auf der Tribüne einnehmen mußte. Plötzlich einsetzendes leichtes Schneegestöber konnte der Begeisterung durchaus keinen Abbruch tun. Auf dem gewaltigen Podium vor den großen Fahnenmasten hatten die Fahnenabordnungen Aufstellung genommen. Die Arbeitervertreter sowie die Sieger des Reichsberufswettkampfes und die Vertreter des Diplomatischen Korps hatten besonders bevorzugte Plätze unmittelbar hinter den Reihen der Mitglieder der Reichsregierung, der Reichs- und Gauleiter eingenommen. Vor der Rednerkanzel, auf deren Vorpodium die Männer der Leibstandarte des Führers Wacht halten, sind die 5 0 0 0 Vertrauensleute aufmarschiert. Um 11.45 Uhr verließ d i e Wagenkolonne des Führers die Reichskanzlei. Durch ein enges Spalier der Berliner SA. ging die Fahrt über die Mohren-, Friedrich- und Belle-Alliance-Straße zum Tempelhofer Feld. Hinter dem Spalier stauten sich überall Zehntausende. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsführer der SS. Himmler begleiteten den Führer, der die Front der Ehren- formationen abschreitet, die vom Reichsheer, der SA., der Leibstandarte Adolf Hitler, dem NSKK., dem Arbeitsdienst und dem Reichsluftschutzbund gestellt wird. Ein Schneegestöber hüllt in wenigen Minuten das ganze weite Feld in eine dichte Schneewolke, so daß die Sicht kaum auf 50 Meter freibleibt. Die Verpflichtung der Vertrauensrate. Mitten im Schneegestöber eröffnete der Reichs- organisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley die Kundgebung mit der feierlichen Verpflichtung der Vertrauensräte. Dr. Ley führte aus: Männer und Frauen, die ihr durch die erhebende Wahl vom 12. und 13. April euch das Vertrauen der schaffenden Deutschen errungen habt und die ihr heute auf diesem Felde vor' dem Führer und Reichskanzler und im ganzen Reich, in allen Städten, Orten und Dörfern angetreten seid, sprecht mir nach: „Ich gelobe Adolf Hitler die Treue, ich gelobe, die Gemeinschaft zu üben und zu fördern. Ich gelobe, meinen Arbeitskameraden ein ehrlicher Helfer in allen ihren Sorgen zu fein. Ich gelobe, immer- dar die Interessen der Nation vor ollen anderen zu setzen." — Dr. Ley schloß mit den Worten: Adolf Hitler ist Deutschland und Deutschland ist Adolf Hitler! Es lebe der Führer! Dr. Goebbels übermittelt dem Führer den Dank der Nation. Reichsminister Dr. Goebbels tritt bann an das Mikrophon, um die Führerrede anzukündigen. Er führte aus: Der Führer auf der Rednerestrade des Tempelhofer Feldes. I MM H ■ X s M . l ' "■ l - X - » ♦ fr MmM Ä« XV* 7Vr Führer auf der Fahrt zur Jugendkundgebung im Lustgarten. Der Führer spricht zur deutschen Jugend. Mein Führer! Nicht nur auf dem Tempelhofer Feld, sondern im ganzen Reich steht zu dieser Stunde Ihr Volk vor Ihnen versammelt. Es hat Schnee und Wetter nicht gescheut. Es ist gekommen, um Ihnen am Ende eines an Mühen und Sorgen reichen Arbeitsjahres den Dank der Nation abzustatten. Denn dieses Volk weiß, mein Führer, daß Sie nicht nur der Erste in der Führung, sondern auch der Erste in der Arbeit und der Erste in der Sorge um die Nation sind. Es weiß, daß Sie im vergangenen Jahr manche schweren und verantwortungsvollen Entschlüsse auf Ihre Schultern nehmen mußten. Dieses Volk ist gekommen, mein Führer, u m Ihnen dafür zu danken. Denn wir haben dem deutschen Arbeiter nicht nur Arbeit, sondern wir haben dem deut- scheu Volke auch seine Ehre zurück- gegeben. (Heil-Ruse!) Wir haben dieses Volk befreit aus der Schmach und aus der Demütigung und haben dafür gesorgt, daß das große nationale Aufbauwerk, das wir unter Ihrer Führung schufen, nun nicht mehr der Willkür der Welt preisgegeben ist (Heil-Rufe!), sondern daß dieses nationale Aufbauwerk nun wieder überschattet wird vom Schwert einer neuerstandenen deutschen Armee (Erneuter Beifall!), daß Sie diese Armee nicht aufbauten, um Kriege zu führen, sondern um unsere Arbeit zu Der Mer spricht zum deutschen Volke: Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Der 1. Mai — einst der deutsche Festtag des Frühlings — und wieder ein 1. Mai — Ta^ des Streites und des Haders, Tag der Klassenzerreißung unseres Volkes. Und wieder ein 1. Mai — Tag des Frühlings der Nation! Tag der Solidarität eines Volkes in der Arbeit! Eine große Zeit ist damit wieder für Deutschland angebrochen. Wenn wir dies aussprechen, dann wissen wir, daß die Größe der Zeit in der Größe der Aufgaben liegt, die ihr und damit uns gestellt sind. Große Ausgaben, wie sie geschichtlich nur ganz wenigen Generationen übergeben werden. Gestern noch waren wir ein Volk, ohnmächtig, weil zerrissen, in innerem Hader sich auflösend in Streit, zerfallen in hundert Parteien und Gruppen, in Verbänden und Vereinigungen, in Weltanschauungen und Konfessionen — ein Reich, auf diesem zerfallenen Volk bauend, ebenso schwach und ohnmächtig, ein Spielball fremder Willkür. Kleinstaaten verhöhnen es, Kleinstaaten entrechten und knebeln Menschen dieses Volkes. (Stürmische Entrüstungsrufe.) Die Wirtschaft lag im Sterben. Ueberall Zerfall und Ruin. Alle Prinzipien waren umgestoßen. Was früher gut schien, wurde schlecht; was verächtlich war, plötzlich verehrungswürdig. Was früher dem Leben einen höheren Sinn geben sollte und konnte, wurde nun als Belastung der Menschen ausgegeben und empfunden. Ein Schriftsteller faßte die Eindrücke dieser Zeit zusammen in einem Buch, das er betitelte: „U n - tergang des Abendlande s". Soll also das wirklich das Ende unserer Geschichte und damit unserer Völker fein? Nein! Wir können daran nicht glauben! Nicht Untergang des Abendlandes muh es heißen, sondern Wiederauserstehung der Völker dieses Abendlandes! (Ungeheurer Beifall.) Nur was alt, morsch und schlecht war, stürzt. Und es möge sterben! Aber neues Leben wird entstehen. Der Dille findet den Glauben. Dieser Wille aber liegt in der Führung, und der Glaube liegt im Volke! Eine Erkenntnis allerdings ist dann notwendig für alle. Wer diese große Neugestaltung in Angriff nehmen will, muß im Volke selb st beginnen. Er st ein neues Volk und damit die neue Zeit! Große Aufgaben sind stets nur von starken Führungen geleistet worden, allein die stärkste Führung muß versagen, wenn hinter ihr nicht ein gläubiges, in sich gefestig- tes, wahrhaft starkes Volk steht. Es ist das Unglück der Menschheit, daß ihre Führungen nur zu oft vergessen, daß die letzte Stärke überhaupt nicht in Divisionen und Regimentern, nicht in Kanonen und Tanks begründet ist, sondern daß die größte Stärke für jede Führung im Volke s e l b st liegt, in seiner Einmütigkeit, in seiner inneren Geschlossenheit und in seinem idealistischem Was haben wir? - Mr Volk! Gibt es eine herrlichere Aufgabe auf dieser Welt, als diesem Volke zu dienen? Dvrch alle Meller hindurch suchen wir den Weg für unser Volk. Wie im eigenen Volk wollen wirFrieden mit derWelt,aber einen Frieden in Ehren. So sind wir an diesem Tage jufammengefom- men, um einmal symbolisch zu dokumentieren, daß wir mehr sind als eine Sammlung einzelner auseinanderstrebender Wesen, daß keiner von uns zu stolz, keiner von uns zu hoch, keiner zu reich und keiner zu arm ist, um nicht vor dem Antlitz des Herrn und der Welt zusammenzu- stehen in der unlöslichen, verschworenen Ge- • meinschaft. (Stürmische, sich immer wiederholende Heilrufe) Und diese einige Nation, mir brauchen fie. Denn wann ist jemals einer Führung eine schwerere Aufgabe gestellt worden als unserer deutschen Führung? Bedenken Sie, meine Volksgenossen, was unser Deutschland ist, und vergleichen Sie es mit anderen Ländern. Was haben wir schon? 137 Menschen auf den Quadratkilometer, keine Kolonien, keine Rohstoffe, keine Devisen, kein Kapital, keine Auslandsguthaben mehr, nur schwere Lasten, Opfer, Steuern und kleine Löhne. Was haben wir, gemessen am Reichtum anderer Staaten, am Reichtum anderer Länder, am Reichtum anderer Völker, an ihren Lebensmöglichkeiten? Was haben wir? Nur etwas allein: Unser Volk haben wir. Es ist entweder alles ober es ist nichts. Nur mit ihm allein können wir rechnen. Auf es allein können wir bauen. Alles, was wir bisher geschaffen haben, verdanken wir nur seiner Güte, seinem Leistungsvermögen, seiner Treue, seiner Anständigkeit, seinem Fleiß, seinem Ordnungssinn. Und wenn ich das alles abwäge, dann scheint es mir mehr zu sein als alles, was die übrige Welt uns bieten könnte. Unb das, glaube ich, können wir wohl den anderen Völkern an diesem 1. Wal hier verkünden: Ihr braucht keine Angst zu haben, daß wir von Luch etwas wollen. Dir find stolz genug, ju bekennen, das höchste, was Ihr uns gar beschützen und um ein Garant zu fein eines besseren Friedens als der, den der Versailler Vertrag uns gebracht hat (Heil-Rufe!). In diesem Sinne, mein Führer, grüßt S i e die Nation. Sie weiß, daß, wie zu dieser Stunde, wo Regen, Schnee und Wetter auf uns herniedergehen, auch in den kommenden Wochen und Monaten die Winde uns um die Ohren pfeifen werden. Sie weiß aber auch, daß, wenn Sie an unserer Spitze stehen, die Nation jeden Sturm und jedes Ungewitter überstehen wird. (Erneute Heil-Rufe!) Dieses Volk, mein Führer, wartet nun auf Ihr Wort und weiß, daß Ihr Wort der Nation Vertrauen und Zuversicht geben wird. Der Führer spricht zum deutschen Volke. (Stürmische Heil-Rufe!) Noch während Dr. Goebbels spricht, zerfetzt mit einem Male ein Windstoß die dichten Schneewolken, und in wenigen Minuten sind weite Teile des Himmels blau u nd klar, und in dem Augenblick, als der Führer seine Füße auf die Stufen setzt, die zur Rednertribüne hinaufführen, bricht die Sonne durch. Nicht einer hat während des Schneegestöbers das weite Feld verlassen. Sie harren genau so aus, wie jene 300 000 am 6. Januar auf dem Wackenberg in Saarbrücken, die ebenfalls in dichtestem Schneegestöber ein Bekenntnis ablegten zum einigen deutschen Volk und sich durch Wind und Wetter nicht abhalten ließen, ihren Willen zu Deutschland zu demonstrieren. In atemloser Stille hören die Millionen ihren Führer. Glauben. Das ist die Kraft, die am Ende Berge des Widerstandes versetzen kann! Dazu ist allerdings nötig eine Idee, die ein Volk versteht, eine Idee, die es begreift und die es liebt. Als wir im Jahre 1919 zum er st en Male als Prediger der nationalsozialistischen Idee auszogen, da war es ein ganz kleines Häuflein damals verlachter Idealisten oder, wie man sagte, Phantasten. Die Kritiker sind heute widerlegt. Was seitdem wurde, das mögen manche von ihnen vielleicht auch angestrebt haben, aber sie konnten es nicht durchführen. Geschichtlich ist entscheidend für die Richtigkeit eines Prinzips am Ende doch der sichtbare Erfolg. Und das hier ist ein Dokument dieses Erfolges, das niemand fälschen kann: Ein Volk in einem Reich! (Gewaltige Beifallskundgebungen.) Alles, war wir geschaffen haben, wäre unmöglich gewesen, alles, was wir taten, hätte nie gelingen können, es hätte nie einen 30. Ianuar, nie einen 21., nie einen 16. Wärz gegeben, es wäre nie der äußere Aufstieg erfolgt, wenn nicht das deutsche Volk eine innere Wandlung durchgemacht hätte. Daß es uns gelang, dem deutschen Volke eine neue Idee zu geben und dieses Volk in dieser Idee zu einer neuen Lebensform zu führen, dies ist die größte Tat dieses Jahrhunderts für unser Volk. Die größte Leistung, die alles weit überdauern wird, was an Tagesarbeit dank dieser einzigen Leistung vollbracht werden kann. Und so sehen wir im 1. Mai ein Symbol dieser Leistung. Es ist ein Tag, der nicht umsonst von uns gewählt und in dieser Form organisiert wurde. Es mag manchen geben, der sich, vielleicht auch heute noch seitwärts stehend, die Frage vorlegt: Warum an einem solchen Tage, warum selbst bei einem so schlechten Wetter hinausgehen, Auszüge machen, warum sich zu Millionen hier vereinen? Um einmal symbolisch zum Ausdruck zu bringen, daß wir nicht Stadt und Land sind, nicht Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Bauern, Studenten, Bürger, nicht irgendwelche Anhänger irgendwelcher Weltanschauungen, sondern daß wir Angehörige eines Volkes sind (Stürmische Heilrufe), daß wir vereint das sind, was uns alle einen muß in der gemeinsamen Pflicht, unser Werk zu tun auf dieser Welt mit den Kräften, die uns der allmächtige Gott gegeben hat, jeder an seinem Platze, jeder dort, wo er steht und stehen muß. Und wir wissen dabei: Diele sind unersetzlich, alle aber sind unentbehrlich, ganz gleich, ob sie aus der Fabrik, aus dem Kontor, vom Konstruktionsbüro, vom Geschäft oder vom Acker kommen: Ein Volk in einer einzigen großen Gemeinschaft und in der Erfüllung einer einzigen großen Ausgabe. nicht geben könnt, wir selber haben: Unser Volk. (Brausende Heilrufe.) Ich könnte mir als Führer keine herrlichere und keine stolzere Aufgabe auf dieser Welt denken, als diesem Volke zu dienen. Wan könnte mir Weltteile schenken und ich würde lieber ärmster Bürger in diesem Volke fein. (Die Massen jubeln dem Führer zu.) Und mit diesem Volke muh und wird es uns gelingen, auch die kommenden Aufgaben zu erfüllen. Es ist etwas Großes, was in den drei Jahren geleistet wurde. Bedenken Sie: 6,5 Millionen Erwerbslose — in Wahrheit sind es über 7,5 Millionen gewesen — und heute kaum mehr 2,25. Bedenken Sie die Lage anderer, viel größerer Staaten mit großen Reichtümern, mit gewaltigen Naturschätzen, mit wenigen Menschen auf einen Quadratkilometer. Und es ist ihnen bas nicht gelungen! Nun haben wir uns die Aufgabe wieder zu stellen: Sie heißt Fortsetzung dessen, was wir begonnen haben. In diesem Jahre, meine Volksgenossen, da greifen wir d i e zweite Million Der Erwerbslosen an. (Stürmische Heilrufe.) Nicht mit Redensarten, sondern wir werben sie fassen und wir werden unter diese Million heruntergehen. Ich weiß nicht, was wir erreichen, aber das eine weiß ich: Im nächsten Jahre werden wir den Rest, der noch verblieben ist, wieder angreifen — solange, bis wir endlich das Ziel erreicht haben, jedem Deutschen, der sich ehrlich sein Brot verdienen will, die Möglichkeit dazu zu geben. Denn wir sind überzeugt, daß die Millionen unseres Volkes, die bis jetzt arbeitslos waren, unter nichts mehr gelitten haben, als unter dem Zwang, um Almosen zu bitten, während sie doch nichts anderes wollten, als durch ihre Mitarbeit sich ihr tägliches Brot zu verdienen. So ist der 1. Wai für uns zugleich der Tag des Enlfchluffes: des Entschlusses, durch alle Sorgen, durch alle Schwierigkeiten, durch alle Unwetter hindurch den Weg für unser Volk zu suchen (große Begeisterung), des Entschlusses der Führung — immer mit dem Blick auf dieses Volk — ihre pflicht und Schuldigkeit zu tun, und der Entschluß des Volkes — mit dem Blick auf die Führung — ihr z u folgen, hinter sie zu treten und mit ihr den Kampf gemeinsam aufzunehmen. Was wir wollen, liegt klar vor uns: Nicht Krieg und nicht Unfrieden. So wie wir den Frieden im eigenen Volke hergestellt haben, wollen wir nichts anderes als' den Frieden mit der Welt. Denn wir alle wissen, daß die große Arbeit uns nur gelingen kann in einer Zeit des Friedens. Allein fo wie die Führung der Nation im Inneren niemals Verzicht geleistet hat auf ihre Ehre dem Volke gegenüber, fo kann sie auch nie Verzicht leisten auf die Ehre des deutschen Volkes gegenüber der Welt. (Stürmische Zustimmung der Massen.) Wir wissen, was wir der übrigen Welt schuldig sind. Mag sie begreifen, was sie einem stolzen Volke niemals verweigern kann, und mag sie dabei vor allem eines verstehen: Das Deutschland von heute ist nicht das Deutschland von gestern; so wenig als das Deutschland von gestern das Deutschland von heute war. Das deutsche Volk von jetzt ist nicht das deutsche Volk von vorgestern, sondern das deutsche Volk der hinter uns liegenden 2000 Jahre deutscher Geschichte. So bitte ich Euch, an diesem Tag, meine Volksgenossen: hier und über das ganze Deutsche Reich hinweg das Band der Gemeinschaft enger z u binden. So wie Sie hier versammelt sind vor mir, mögen Sie alle vergessen, was das Leben im einzelnen aus Ihnen gemacht hat. Mögen Sie sich erinnern, daß Sie. über alle diese Trennungen hinweg Angehörige eines Vol- k e s sind, nicht nach menschlichem, sondern nach Gottes Willen. Er ließ uns diesem Volke zugehören. Er gab uns unsere Sprache. Er senkte in uns Berlin, 1. Mai. (DNB.) Am nationalen Feiertag des deutschen Volkes empfing der Führer um 17 Uhr im Hause des Reichspräsidenten, wie in jedem Jahre, hundert Vertreter der deutschen Arbeiterschaft aus allen Gauen Deutschlands und die 38 Sieger und Siegerinnen im Reichsberufswettkampf. Der Führer begrüßte jeden Arbeitervertreter mit Handschlag und verweilte oft im längeren Gespräch mit den einzelnen, erkundigte sich nach ihren und ihrer Berufskameraden Sorgen und fragte nach ihren Familien. All die hundert Arbeiter gaben dem Führer frank und frei Antwort und sprachen ungeniert von all dem, was fie berührt, oder etwa bedrückt. In den vielfältigen Uniformen der nationalsozialistischen Gliederungen und im blauen Anzug der Arbeitsfront, oft geschmückt mit dem goldenen Parteiabzeichen, mit dem Abzeichen der Arbeitsopfer ober der Kriegsbeschädigten, waren sie erschienen: Landarbeiter aus Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg, Bergleute aus allen deutschen Kohlenrevieren, Bauarbeiter von Talsperren, Metalldreher aus großen deutschen Werken, Schlosser vom Leunawerk, Arbeiter von den Reichsautobahnen, Bäcker, Maurer, Stanzer, Schmelzer, Steinarbeiter, Transportarbeiter, Hamburger Hafenarbeiter, Seeleute, Fensterputzer, Schiffsbauer, Färber, Spinner, Schreiner, Textilarbeiter, kurz fast alle wichtigsten Berufsgruppen waren auf diesem Empfang vertreten. Mit Freude, höchstem Interesse und mit gläubigen Gesichtern lauschten die Arbeiter den Worten des Führers. Hier gratuliert der Führer einem Bergarbeiter vom Niederrhein zu seinem 25jährigen Berufsjubiläum, das er gerade am 1. Mai feiern konnte. Auf die Frage an einen Maurer aus Wuppertal, wieviel Kinder er habe, gibt dieser zur Antwort, daß die Geburt des siebenten Kindes demnächst zu erwarten sei, und sofort übernimmt der Führer die Patenschaft. Lange und ausführlich pricht der Führer auch mit den Hafen- und Transportarbeitern. Es aibt nette Episoden, wenn der Führer in seiner herzlichen Güte und dem ihm eigenen Humor auf persönliche Aeußerungen einzelner eingeht. Reichsminister Kerrl und Reichs- orgamsatlonsleiter Dr. Ley notieren auf Anordnung des Führers alle von den Arbeiteroertretern Strahlende Sonne brach durch die Schneewolken, als um Uhr Fanfarensignale die traditionelle Kundgebung der deutschen Jugend im Lustgarten einleiteten. In fast unübersehbaren Gliedern drängte sich Kopf an Kopf die Jugend der Relchshauptstadt. Auf der Hauptterrasse vor dem Schloß sieht man die Arbeiterabordnungen aus dem Reiche und die Reichsberusswettkampssieger, das Diplomatische Korps unter Führung des Nuntius Orfemao, ferner u. a. den Stellvertreter des Füh- rers die meisten Reichsminister und zahlreiche Reichsleiter. Nach einem Fanfarensignal trat Der Reichsjugendsijhrer an die Schloßrampe, um die Kundgebung zu eröffnen- Er führte u. a. aus: Jugend Adolf Hitlers! Ich begrüße die Jugend am Tage der Arbeit 1935. Ich begrüße weiter die Sieger unseres Reichsberufswettkampfes. D'e er Reichsberufswettkampf war die große sozia- listi che Demonstration des jungen Deutschland für hinein das Wesen, das uns erfüllt, dem wir gehorchen müssen, wenn wir mehr sein wollen auf der Welt als wertlose Spreu. $o bitte ich Euch denn: Erneuert an diesem Tage dieser größten und stolzesten Demonstration der Wett Euer Bekenntnis zu Eurem Volk, zu unserer Gemeinschaft und zu unserem nationalsozialistischen Staat! Wein Wille — das muß unser aller Bekenntnis sein — ist Euer Glaube! Wein Glaube ist mir — genau wie Euch — alles auf dieser Welt! Das Höchste aber, was mir Gott auf dieser Wett gegeben hat, ist mein Volk! In ihm ruht mein Glaube. Ihm diene ich mit meinem Dillen und ihm gebe ich mein Leben! Das sei unser gemeinsames heiliges Bekenntnis am Tage der deutschen Arbeit, der so recht ist der Tag der deutschen Nation. Unser deutsches Volk der Arbeit, Sieg-Heil! Sieg-heil! Sieg-Heil! (Die letzten Worte des Führers gingen unter in ungeheuren, sich immer wiederholenden Beifallsstürmen.) Immer und immer wieder werden feine Worte von jubelnden Heilrufen, die sich wellenartig über das gewaltige Feld fortpflanzen, unterbrochen. Als er bekennt: „Das Höchste aber, was mir Gott auf dieser Welt gegeben hat, i st mein V o l k", da setzt ein Jubelsturm von wahrhaft ungeheueren Ausmaßen ein, der sich am Schluß der Rede wiederholt, bis die Musik das Horst-Wes- s e l - L i e d anstimmt, das von den Millionen als Gelöbnis unwandelbarer Treue mitgesungen wird. Der Führer begibt sich dann mit seiner Begleitung und Reichsminister Dr. Goebbels zum Wagen und fährt unter dem Jubel der Massen durch das dichte Spalier auf dem gleichen Wege in die Reichskanzlei zurück. In der gleichen. mustergültigen Disziplin, in der sich der Aufmarsch der 1,7 Millionen vollzogen hatte, ging auch der Abmarsch vor sich. Knapp eine halbe Stunde nach Schluß der gewaltigen Kundgebung war das riesige Aufmarschgelände, das noch soeben der Schauplatz eines großen unvergeßlichen Erlebnisses gewesen war, fast vollständig geleert. vorgebrachten Wünsche, und die drei Erwerbslosen unter den Arbeiteroertretern können beglückt die Aussicht auf das nahe Ende ihrer Not mit nach Hause nehmen. Der Führer wandte sich dann an die 38 Berufswettkampfsieger. Er ließ sich von den einzelnen ihre Aufgaben erzählen, unterhielt sich mit ihnen über ihre Berufsaussichten und sprach ihnen seine Anerkennung für ihre Leistungen aus. Man sah den frischen Jungen unter den Wettkampfsiegern die ungeheure Freude an, die sie beseelte, weil sie diese Stunde erleben durften, und die Mädel hatten vor Freude und Erregung hochrote Gesichter. Aus einem kleinen Tischchen waren Gaben aufgebaut, die die Arbeiterabordnungen dem Führer mitgebracht hatten, kleine Kostbarkeiten, aber dafür mit um so größerer Liebe gegeben: Gr- Zeugnisse iyrer eigenen Handfertig- k e i t. Da sah man zwei Tischläufer mit dem Dan- Ziger Wappen, geschmackvolle Metallarbeiten, Frankfurter Würstchen, Bilder, Bleistifte, Kerzen, einen Nürnberger Lebkuchen, Stoffe, Steinarbeiten und Holzschnitzereien. Der Reichsjugendführer überreichte dem Führer eine in Wildleder gebundene Mappe mit der Aufschrift „Olympiade der A r b e i t", die Photographien und Bilder vom Reichsberufswettkampf enthielt. Der Führer dankte den Arbeiterabordnunaen und den Berufswettkampfsiegern als den Vertretern der Jungarbeiterschaft dafür, daß sie nach Berlin gekommen seien und ihm die Grüße der deutschen Arbeiter überbracht hätten. In feinen zu Herzen gehenden Worten zeigte er ihnen das deutsche Schicksal auf und gab seiner tiefen inneren Verbundenheit mit der deutschen Arbeiterschaft Ausdruck, aus der er selbst hervorgegcmgen sei. In seinen weiteren packenden Ausführungen gab der Führer Antwort auf so manche Frage, die die Arbeiter bewegt hatte, gab ihnen einen Ueberblick über das, was bisher geleistet und einen Ausblick auf all die großen Aufgaben, die das deutsche Volk und insbesondere auch die deutsche Arbeiterschaft zu losen haben. Der Führer wünschte den Arbeitern noch einen recht frohen Tag in Berlin und bat sie bann, noch einige Zeit seine Gäste im Hause des Reichspräsidenten zu sein. die Ehre der Arbeit und für die deutsche Arbeiterschaft. Möge dieser friedliche Wettkampf der deutschen Jugend immer ein Symbol bleiben dafür, was durch Kameradschaft, durch Einigkeit und Entschlossenheit erreicht werden kann. So wollen wir diese Aktion der Jugend sehen in einer Zeit, da auch unsere Einigkeit angegriffen wird von Menschen und Einrichtungen, die sich absondern wollen von dem großen gemeinsamen Werk der Nation. (Stürmischer Beifall.) Wir wollen auch an diesem 1. Mai unserem Führer als Gelöbnis geben, unseren Kampf um die Einigung fortzusetzen und vor nichts, aber auch gar nichts, haltzumachen, was sich unseren Plänen entgegenstellt. Sie sagen, sie hätten größere Güter zu predigen. Es gibt kein größeres Gut als unser ewiges deutsches Vaterland. Sie sprechen von der Notwendigkeit ihres Sonderbundes und ihrer Sonderinteressen. Wir sind die Jugend Adolf Hitlers, die keinen anderen Bund kennt als den Bund der HI. Wenn Ihr der deutschen Einigkeit dient, so wie Ihr es tut, dient Ihr zugleich Eurem allmäch- Der Glich des Arbeiters. Hundert Vertreter der deutschen Arbeiterschaft und die Sieger im Reichsberufs- wettkampf werden vom Führer empfangen. Die deutsche lugend der Garant für eine deutsche Zukunst. Oer Führer auf der Kundgebung der HZ. im Berliner Lustgarten. wurde Eberhard Wolfganq Moeller für eine beiden Gedichtsbände „Berufung der un iiüti Q » U" . en ,, 7 t t O Die Wehrmacht schützt die deussche Arbeit General Göring spricht auf der Schlußkundgebung im Lustgarten. ben ßen mit Mit dem Finale aus der 4. (L-Moll-) Symphonie oon Johannes Brahms, gespielt von der Staats- kapelle unter Leitung von Staatskapellmeister Prof. Heger fand die weihevolle Festsitzung der Reichs- kulturkammer einen würdigen Abschluß Auch auf dem Gebiete der Buchproduktton konnten wir manche große Leistung mit Freuden registrieren. Auch hier standen in erster Reihe junge namenlose Menschen, die schöpferisch vorwärts drangen. Ueberragend in dieser Gesamtproduktion ist ein Name: Der nationale Buchpreis 1934/35 Wieberaufrichtung unseres Volkes, das ist und muß. meine deutsche Jugend, dein größtes Erlebnis sein! Generationen ist keine ähnlich große Aufgabe gestellt gewesen, und Generationen konnten keine gleiche Aufgabe erfüllen. Dem heutigen deutschen Volk wurde es gegeben, eine Arbeit wohl für viele Jahrhunderte zufammengeballt in wenigen Jahren zu leisten. Ihr. meine deutsche Jugend. Ihr erlebt diese Arbeit an Euch und unserem Volke Und diese Arbeit der deutschen Volkswerbung lst zugleich Eure Aufgabe für die deutsche Zukunft. Sie ist Eure Pflicht! Als der große Kampf um das neue Deutschland begann, da habe ich mich bemüht, die deutsche Jugend den Parteien wegzunehmen und sie Deutsch- and zu neben. Heute sollt Ihr Deutsch- VQ nJLa Ve Chören! So wie Ihr aber Deutschland gehört, muß Deutschland auch stolz sein können auf Euch, und zwar nicht nur auf Euch als Gesamtheit, sondern auf Euch als einzelne. Deshalb habt Ihr die Aufgabe, nicht nur Euch als Gesamtheit zu gestalten, sondern Euch auch als einzelne in lene Form §u bringen, die Deutschland mit Stolz auf jeden einzelnen von Euch sehen und schauen laßt. Jeder deutsche Junge, jedes deutsche Mädchen sie müssen durchdrungen sein von dem heiligen Pflichtbewußtsein, Repräsentanten unseres Volkes zu werden! Sie müssen durchdrungen sein von der Empfindung daß sie alles das in sich zu verkörpern haben, was Deutschland mit Recht auf fein Volk stolz sein lassen kann. Das ist die Erwartung, die die deutsche Gegenwart an Euch als die Träger der deutschen Zukunft richtet. Und dies ist auch d i e g r o ß e Hoffnung, die ich heute vor Euch ausfpreche. Groß ist das Geschehen der Gegenwart. Ls würde aber vergeblich fein, wenn Ihr nicht eine dauerhafte deutsche Zukunft garantiert. Ihr seid ein Glied in der deutschen Schicksalskette. Sorgt dafür, daß es stark wird, auf daß nicht an Luch diese kette reiht und damit das Leben unseres Volkes endet. benöäthecn pfej^ Der Festakt her Reichskulstirkammer in her Staatsoper. fern’ Biefenstahl erhält den nationalen Mmpreis, Wolfgang Eberhard Möller den nationalen Buchpreis für 1934/35. Hgen Sott (Stürmischer Beifall.) Es ist nicht wahr, daß diese Jugend ohne Ehrfurcht sei. Schaut auf den ^K^erusswettkampf und erkennt in ihm die ehrfurchtsvolle Verneigung der ganzen jungen Genera- Deutschlands kst" bie rugl°"ch die Idee o2Qlber Rede des Reichsjugendführers fang der 3000 nÄann ftarfe Chor der HI., des DJ. und des n r 2Xn B^leb DOn dem Arbeiterdichter Heinrich & r komponiert von Fritz S o t k e, „Tritt heran, Arbeitsmann", das ein eindrucksvolles Be- Sanntrat^ bcut^cn ^ugenb 3ur Arbeit darstellt. Reichsmimster Dr. Goebbels an die Rampe und sührte u. a. folgendes aus: Deutsch- Jungen und Mädels! heute am frühen Morgen hatte es den Anschein, als sollte unter I.-Mai-Tag em Winterfest werden. Nun aber ist ib/e ,$SoI.ten. gegangen und Hit. ler..Wetter liegt wieder über Berlin kein Uall, daß wir dieses große National- fts des deutschen Volkes im neuen Staate gerade mit derIu gen d beginnen. Denn der Staat, den wir errichteten, wurde für bie Iuaend Die Jugend ist die Avantgarde un> serer kämpfenden Formationen gewesen und sie hat em Anrecht darauf erworben, daß dieser ?t°°t l” be£ ein StaatderJuaendist und bleibt^ em Staat mit jungen Ideen und h?e?f*maSnern geführt. In diesem Staat, meine deutschen Jungen und Mädels, müßt ihr hineinwachsen. Ihr müßt diesem Staat die Tugenden der Zusammengehörigkeit, der Kameradschaft, des Mutes und der Treue pflegen Dann trat ,ro tztuiunu o e r ungen Zeit" und „Die Briefe der Ge- allenen" zuerkannt. Es bereitet mir eine beendete Freude, damit einen Dichter aus der jungen Generation mit dem höchsten staat- lichen Literaturpreis auszeichnen zu können. Eine ,unge Begabung, die zu besonderen Hoffnungen berechtigt und der den diesjährigen Nationalpreis anzuvertrauen mir eine Ehrenpflicht der kämpfenden Bewegung gegenüber ist. Das ganze Volk spricht den beiden Preisträgern seine herzlichsten Glück- wünsche aus. An der Spitze des Reiches steht wie- der e i n künstlerischer Staatsmann. Wir empfinden das alle mit tiefer innerer Beglückung Darum vor allem ist das geistige Deutsch- land bei ihm, und in Treue und Verehrung zollt es ihm an diesem festlichen Tage den Tribut semer Dankbarkeit. Faust und Stirne stehen vereint m edlem Streben, in Gehorsam seinen Aufgaben zu dienen. Möge aus dem Segen feines Werkes die Kraft entspringen, die unser ganzes Volk de- scelen muß im Verfechten der großen Ideale des Friedens, der Ehre, der sozialen Wohlfahrt und der ^lute Dt?n und Wissen, die uns mit allen wahrhaft edlen Menschen dieser Erde auf das Tiefste verbinden." Die Sicherheit unseres Volkes wollen wir nicht mehr in feigen Kompromissen in Genf aus» und verhandeln lassen. Deutschland war müde geworden, Amboß zu sein, auf den die Hämmer der anderen niedersausten; da griff mit nerviger Faust Adolf Hitler an den Hammer. Deutschland schmiedet nun sein Schickfa l selbst, auf eigene Straft bauend. Wir wollen die anderen Staaten nicht antasten, sie mögen selbst ihr Schicksal gestalten, wie wir es auch für Deutschland wollen. Wahnwitz aber ift es, zu glauben, Europa könnte leben, wenn das Herz Europas, Deutschland, vernichtet wird. Wir wollen die anderen in Frieden lassen, wir wollen aber auchseldstinFriedengelassenwer- den. Der Deutsche hat jetzt seine Sicherheit, er kann wieder ruhig schlafen, weil nicht mehr Feiglinge, sondern Männer über Deutschland wachen. Jetzt ist der deutsche Arbeiter wieder in seiner deutschen Hei- mat zu Hause. Der Ministerpräsident schloß seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Ansprache mit dem Dank an Gott, der Deutschland in schwerer Zeit den Mann schenkte, dem es zuzuschreiben ist, daß die tausendjährige Geschichte des Deutschen Reiches nicht in Schande endete. Begeistert stimmten die Massen ein in das dreifache Sieg-Heil auf Adolf Hitler, unseres Deutschen Reiches Führer und Kanzler. Wir gehen einer harten Zeit entgegen. So wie der Wind heute um uns die Fahnen flattern läßt, fo wird er vielleicht die nächsten Jahre um Deutschland manche Wolken und Gewitter aufziehen lassen Es soll uns nichts furchtsam machen können auf dieser Welt! Ihr, meine deutsche Jugend, sollt em Garant sein für die Sicherheit der Existenz und damit der Zukunft unseres deutschen Volkes. (Unbeschreiblicher Jubel.) WennichEuchgrüße so grüße ich damit Deutschland! Das Deutschland der Ehre und des Fleißes, der Arbeit und der Treue, das Deutschland des Friedens, aber auch der Tapferkeit. Deutschland Sieg Heil! Nach der Rede des Führers brandeten die Heilrufe minutenlang immer wieder zur Schloßrampe empor. Das Lied der Hitlerjugend „Vorwärts, Vorwärts!" und ein Heil auf den Führer, das Baldur von Schirach ausbrachte, beendeten die Jugendkundgebung. feststellen, das mit echter Gesinnung und gro- künstlerischen Mitteln zu Werke ging, und da- sichtbar über die Gesamtproduktion des Jahres hmausragte. Ich nenne dabei nur die beiden Filme „Der alte und der junge König" und be- sonders „Das Mädchen Johann a". Es mußte daher schwer fallen, den Träger des Film- Preises zu ermitteln bis die überragende Leistung des nationalsozialistischen Parteitag- f 11 m s „Triumph des Willens" dem Kopfzerbrechen ein Ende machte. Der nationale Film- Preis 1934/35 wurde Leni Riefenstahl für Den Film vom Reichsparteitag zuerkannt. Dieser Film ist zeitnahe, weil er die Zeit darstellt. Er bringt in monumentalen, niegesehenen Bildern das hinreißende Geschehen unseres politischen Lebens. klingt das eherne Lied des nationalsozialistischen Aufbruchs wider. Der Held dieses Filmes ist unser deutsches Volk, verkörpert durch die einzigartige Erscheinung des Führers. und handfestes Theakermlk einem anständigen, künstlerischen Spiel- plan. Dir warten auf die monumentalen Filme, die zum Teil schon fertig, zum Teil in Arbeit, zum Teil noch im Projekt find. Wir arbeiten an einem zeit- und wirklichkeitsnahen Funk, der das ganze deutsche Volk erfassen soll. Wir hoffen auf eine charaktervolle, plastische und malerische Kunst, die sich auf die Kräfte der Zeit besinnt und ihnen lebendigen Ausdruck verleiht. Wir sehen im Geiste schon Riesenbauten erstehen, die den großen schöpfe- rischen Geist unserer Epoche in unvergänglichem Stein verewigen. Wir wissen, daß eine edle Dichtung als große Zeitge- sialtung im Anbruch ist, und sehen heute schon diesen ganzen geistigen Reubauprozeh begleitet von einer deutschen Presse, die in Wahrheit und Wirklichkeit Sprachrohr der Ration und des Volkes ist. Er kann nur von neuen Menschen mit neuen $öe al en praktisch durchgeführt werden. Er ist die große Aufgabe der Jungen, die hinter uns stehen und eines Tages mutig zu einer eine« nen Gestaltung vorstoßen werden. Die Wortführer des Liberalismus können nie» m als bie Wortführer des neuen Reiches fein. Wo wir sie gewahren ließen, da haben sie u n f e r e © r o z u g i g f e i t vielfach mißverstanden, unö roeil sie sie als Schwäche auslegten, wagen sie sich heute wieder hier und da nach vorne, um ihr ©lurf aufs neue zu versuchen. Die ganz Klugen unter ihnen haben unsere eigene Flagge aufgezogen, UM unter ihrem Schutz die Konterbande ihrer überlebten Ideale über die Zollgrenzen unserer Wirksamkeit, einzuschmuggeln. Sie tarnen sich als Moderne weil sie auch uns von der Anast des Sp eßers erfüllt glauben, als unzeitgemäß verhöhnt zu werden. Die Modernen lagern zu dieser Stunde in den Fähnlein der Hitlerjugend oder in den Aufmarschzügen des schas- enden Volkes irgendwo auf den Maifeldern un- erer großen Demonstrationen, und ihr heißes Herz schlagt stürmisch im Rhythmus der Massen mit. Ihre seelische Kraft ist so stark, daß sie den Hyper- mobermsmus ebenso spielenb leicht überwinden wird, wie die muffige Reaktion, die sich ungerufen unö nur lästig fallend an unsere Rockschöße zu hängen versucht. Damit komme ist zur Verkündung der beiden Nationalpreise für Film und Buch, die für bas Jahr 1934/35 von der Reichsregierung ausgeteilt werben. Wir konnten auf bem Gebiete bes Films auch in biefetn Jahre manches eble Bestre- Berlin 1. Mai. (DNB.) Den Abschluß ber offiziellen Veranstaltungen zum Nationalen Feiertag bes deutschen Volkes bildete in der Reichshauptstadt am späten Abend ein von Angehörigen Der Wehrmacht und Mitgliedern der verschiedensten Verbände, insgesamt 10 000 Mann, gebildeter u ,o ck? lzUg, der sich vom Westen her gleich einem mächtigen Feuerstrom durch das nächtliche Berlin, die Innenstadt und die Linden bewegte, um bann mi Lustgarten den eindrucksvollen Rahmen für die Schlußkundgebung abzugeben. Die Abordnung der Wehrmacht, an der Spitze des Zuges, fetzte sich aus 600 Mann zusammen, , Infanterie, Marine und Fliegern. Voran marschierten die vereinigten Musikkorps des Wachregiments Berlin, des Infanterie-Bataillons Doberrtz und der Nachrichtenabteilung Potsdam. Die Marineabordnung bestand aus 100 Mann der ersten Marine-Unteroffizier-Lehrfchule Kiel-Fried- richsort, während die ebenso starke Abordnung der Flieger von der Flakabteilung Döberitz gebildet wurde. Die stärksten Verbände stellten die SA der Arbeitsdienst, die SS. und das NSKK. Kleinere Abordnungen entsandten die Landespolizei, die Schutzpolizei, das Feldjägerkorps, die politische Organisation, Bahnschutz, Technische Nothilfe der NSDFB. (Stahlhelm), der Deutsche Luftsportver^ band, die Feuerwehr und das Rote Kreuz. Trotz des frostkalten Abends hatte sich rings um wese traditionelle Stätte der politischen Massenversammlungen Berlins eine ungezählte Menschenmenge m Erwartung des Fackelzuges eingefunden, die den riesigen Platz ebenso wie die Straße Unter den Linden dicht umsäumte. Der Lustgarten bot ein phantastisches Bild. Schon von weitem hoben sich die festlich illuminierten Kuppeln von Dom und Schloß mit dem dunklen Grün ihrer Patina leuchtend gegen den nachtschwarzen Himmel ab. Inmitten bes Platzes leuchtete ber von mehreren Scheinwerfern angestrahlte riesige Maibaum mit seinem Kranz von Hakenkreuzfahnen unb seinem buntem fümmernben Festschmuck. Von ber Schloßfront grüßte weithin sichtbar eine über bie ganze Schloßhohe gespannte und zwei ebensolchen Hakenkreuzfahnen flankierte schwarzweißrote Fahne mit dem gewaltigen Eisernen Kreuz in der Mitte, bas Symbol ber wiebererst a n b e n e n Wehrmacht. Kurz nach 22 Uhr fünbigten Marschmusik unb Heilrufe von ben Linden her bas Herannahen bes Fackelzu - ges an. Inzwischen hatten sich auf bes Schloßrampe bie vielen Ehrengäste eingefunben, unter ihnen ber Bunbesführer der NSDFB. (Stahlhelm) Reichsminister S e l b t e, Reichsminister Kerrl' Generalleutnant D a l u e g e, Polizeipräsibent von Levetzow, Obergruppenführer von Jagow, General ber Lanbespolizei Wecke. her Führer an bie Rampe, stürmisch umjubelt von ber Jugenb, b GinJ1 'u ?u x2öorte kommen ließ, ihr e5,j° ^aQte ber Führer, bie iht erlebt. Was Generationen oft nicht beschie- mlWk*“$ Das Reich, bas ihr nicht uns in feiner Größe aber unver- gleichlick ist, liegt weit hinter uns. Die Zeit trau» riger Zerrissenheit aber, bie es ablöste, ist zum größten Teil bei euch noch in junger unb frischer ^en\rF°6en Reiche folgte bie trau- ngfte Epoche Deutscher Geschichte. Der beutsche Storch ^,n,Oncn ^"schen auf bas Tiefste er- Auttert hatte, gab uns allen ben Befehl zum Mampf f ü r e i n neues junges Deutsch- ÄaiJPf begann im Inneren unseres Sü!«5' mußten bie Voraussetzungen ge- ^affen merben für ben Wieberaufstieg ber beüt» fäen Nation. Erst mußte im Innern bas So f selbst für eine neue Staats- unb V fuhrung gestaltet werben, bann erst, nach dieser großen Arbeit ber Regeneration im 9"nJ r," * kann bie Wieberaufrichtung bes Ansehens bes Reiches nach außen erfolgen. Dies alles, was wir heule erleben, ist kein Zufall, ist nicht ein Geschenk bes Himmels, sondern das Ergebnis unermeßlicher Anstrengungen, dauernder Arbeit, größter Opfer. And diese orbnungen ibealer Art, bie wir auf bem Gebiete Der ftuHur burchgeführt haben. Das Reichs- kn/ t uj kämme rge fetz gab bie Grunblage für «Hefe ftanbifrfje Glieberung aller geistig fchaffenben Menschen. Der P r e f f e b e r u f ist als Stanb öffentlicher Wirksamkeit geehrt unb geabelt worden. Die Förberung bes Opern- unb The- ateHebens führte zu Neuinszenierungen, bie als musterhaft unb unerreicht von ber internationalen Kunstkritik anerkannt würben. Durch bie Millionenauflage eines neuen billigen Volksempfänger s haben wir bie Basis bes Runbfunks ms Ungeahnte ausgeweitet unb bamit ben Anfang 3U einem Volksfunk im besten Sinne bes Wortes gemacht. Die große ibeelle unb materielle Forderung, bie wir ber revolutionierenben techni- \ä)en Neuerung bes Fernsehens angebeihen lassen, wirb in kurzer Zeit auch hier zu heute noch gar nicht übersehbaren Resultaten führen. Durch bie von uns geschaffenen „Theater bes Solle s" haben wir ungezählte Millionen arbeitender Menschen hinburchgeschleust unb ihnen bie Möglichkeit gegeben, große beutsche Kunst aus erfter unb bester Hanb zu empfangen. In einigen Spitzenfilmen haben wir ben Versuch gemacht, bem filmischen Schaffen von obenher neue Initiative zu geben unb ihm hohe künstlerische Ziele zu stecken. Richt in laufen Programmen, aber in Harker, mühevoller und opferreicher Arbeit haben wirdiekunstdemvolke gegeben und erleben dabei das beglückende Wunder, daß, wie das Volk zur Kunst, so auch die Kunst zum Volke zurückfindet. Wir verschließen unsere Augen nicht vor Gefahren unb Mängeln. Wo Organisation zum Zwang zu werben brvhte, ber bie künstlerische Entwicklungsfähigkeit einengte, haben wir sofort und radikal eingegriffen. Was in ber Gesetzgebung richtig gemeint war, würbe, je tiefer man nach unten ging, vielfach kurzsichtig unb engherzig ausgelegt unb burchgeführt. Die Generalreinigung bes Personenkreises wirb bann enbgültig burchgeführt werben können, wenn aus ber Sugenb neue Kräfte nachwachsen. lieber allebem aber, was heute noch unvollkommen bleibt, steht bie Klarheit ber Zielsetzung unb bie unerbittliche Zähigkeit in ber Verfechtung nationalsozialistischer Prinzipien. Dies sind nun die großen berechtigten Hoffnungen, die wir für das kommende Jahr geistiger Arbeit in Deutschland hegen: Wir wünschen und erstreben, nicht nur in Berlin, sondern in allen großen und mittleren Städten des Reiches ein gutes, brauchbares General Göring erschien in Begleitung bes Kornrnanbeurs ber Berliner Wachtruppe Generalmajor Schaumburg. Nachdem er bie Front abgeschritten hatte, eröffnete er, begrüßt von ben Heilrufen ber Tribünenbesucher, die Kundgebung. Zum brüten Male, so führte er u. a. aus, stehen wir auf bem alten ruhmreichen preußischen Forum angetreten, um ben Ehrentag der beutschen Arbeit festlich zu begehen. Solba- ten, Arbeiter un b Bauern finb bas Die Erneuerung bes beutschen Kunst- unb Kulturlebens gehört zu ben bebeutungsooüften Erscheinungen bes nationalsozialistischen Umbruchs. Als sichtbares Zeichen biefer beutschen Kulturerneuerung hat Reichsminister Dr. Goebbels ben 1. Mai für' eine Festsitzung ber R e i ch s k u 11 u r k a m m e r bestimmt, in ber bie Verteilung bes nationalen Buch- unb Filmpreises vorgenommen wirb. In ber Staatsoper Unter ben Linben sah man bekannte Vertreter von Kunst, Literatur, Presse, Runbfunk, Musik unb Film. Besonbers bemerkt würben zahlreiche auslänbische Teilnehmer bes Internationalen Filmkongresses. Der Führer unb Reichskanzler, von ber Versammlung stehend empfangen, nahm, umgeben von sämtlichen Reichsministern, ben Reichsleitern unb Staatssekretären in ber ersten Reihe bes Parketts Platz. Mit bem festlichen Prälubium für großes Orchester von Ri- charb Strauß eröffnete bie Staatskapelle unter Leitung von Clamens Krauß bie Festsitzung, bereu Höhepunkt bie Ansprache bes Präsibenten ber Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, bildete. Dr. Goebbels führte u. a. aus: „Man lese heute wieder deutsche Zeitungen, besuche deutsche Theater unb Konzertsäle, betrachte beutsche Filme unb wirb es nicht überheblich finben, wenn wir behaupten, baß nirgendwo in der Welt fleißiger gearbeitet, ehrlicher gerungen unb künstlerischer geftaltet wirb, als unter ber Aegibe bes Nationalsozialismus, von bem feine Gegner behaupteten, er fei der Anbruch des ©elftes» Verfalls unb ber Barbarei. Wir haben ben organischen Umbau bes beutschen Kulturgebäubes burchgeführt, ohne alles zu begraben. Nun beginnt tnieber neues Wachstum im Rahmen ber gezogenen Grenzen blühenb sich zu entfalten. Die bange Wartezeit scheint ihrem Enbe zuzugehen. Die er st en Knospen aus ber Saat, bie wir legten, fangen an zu sprießen. Wir haben für Zwecke bes , Neubaues bes beutschen Theaters im Etatsjahr 1934/35 8,5, im Etatsjahr 1935/36 12 ; Millionen RM. aus Reichsmitteln zur Verfügung : gestellt. Wir haben im Etatjahr 1935/36 für bie , Zwecke ber Förberungbes Films unb ber i bilbenben Künste 3,6 bzw. 1 Million RM. ; bereitgestellt. Wir haben zur Förberung bes Bühnen- < unb Filmschaffens zwei große bramatur- gische Büros eingerichtet, bie bas gute Neue förbern unb ihm hilfreich ben Weg in die Oeffent- lichkeit bahnen sollen. Wir haben ben bilbenben Künstler in ben Arbeitsprozeß ber umfangreichen vom Reich geplanten Neubauten mit ein» bezogen. Daneben gehen bie funbamentalen Neu- ■ Fundament unseres Reiches, und das Begluckenbe ist, baß ber ©olbat heute fester Denn je im Volke wurzelt, mit bem Volke selbst oerbunben, b e s o l f e s eigenes Fleisch un?-? ? t1?’ Beglückt sind wir darüber unb stolz Sugleid), daß heute bes beutschen, bes germanischen Mannes edelstes Recht, Waffen zu tragen, zum Schutze ber Heimat, wieber ein Ehrenrecht unb eine Ehrenpflicht eines jeden d e utfchen Mannes geworden ist. Die Jahre der Schmach unb Schanbe finb getilgt unb aUsqe- lofdjt, da auch die deutsche Wehrmacht dem Volk entfremdet werden sollte. Mit Stolz, Freude unb unerhörter Dankbarkeit gebenfen mir jenes Tages da auch äußerlich bie Schanbe von Versailles ge- loscht würbe in der klaren, eindeutigen unb stolzen Erklärung bes Führers, baß wieber bie allge- Wehrpflicht in Deutschlanb herrschen saute. In ben verflossenen anberthald Jahrzehnten konnten wir erkennen, was es heißt, wehrlos zu sein. Wir würben wehrlos gemacht unb bie Folge davon war, baß wir ehrlos würben. Das Volk wurde friedlos und der Nation wurde der Friede gestohlen. Da erschien inmitten der Nacht ber Skla- oerei wie eine Fackel ein namenloser beutscher Mann unb Solbat, ber gigantisch unb gottbegnadet m die Sterne griff unb bem beutschen Volk ein neues Ibeal unb bamit bie Fackel eines ^^^-GlaubensanbieZukunft schenkte. 2lbolf Hitler zeigte uns, baß nur bie Arbeit ge- deihlich ist, bie geschützt werben kann. Wenn Die anderen heute sich über Deutschlands Aufrüstung entrüsten, dann haben sie jahrzehntelang geschlafen. Deutschland hat nicht in diesen Jahren aufgerüstet, in denen die Waffen hergestellt wurden, sondern m den Jahren, als durch Adolf Hitler die Her- den wieber fest würben, als bas beutsche Fühlen unb Denken wieber grablintg würbe. Sicherheit heißt für uns Friede. Der 1. Mi bei -en Deutschen im Auslande. Berlin, 2. Mai. (DNB. Funkspruch.) Als Zeichen seiner friedlichen Gesinnung und seines alühenden Bekenntnisses zur Ehre der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters haben alle An- aehörigen des deutschen Volkes auch außerhalb der Reichsgren^en durch gewaltige Kundgebungen zum 1. Mai ihre Zusammengehörigkeit mit der Heimat und ihre unwandelbare Treue zum Führer bekundet. An sämtlichen Orten der Welt, wo Deutsche leben, und aus allen deutschen Schiffen in fremden Gewässern und Häfen fanden Kundgebungen statt, die ein weithin sichtbares Zeichen der Einigkeit des deutschen Volkes in seinem Willen zur friedlichen Arbeit abgeben. Im Einvernehmen mit den amtlichen Reichsvertretungen als Trägern der Veranstaltungen im Auslande hatte die Auslands-Organisation der NSDAP, allein im eurpäischen Aus- land rund 150 Veranstaltungen mit Rednern aus der Heimat beschickt. Diese Versammlungen hatten einen Rekordbesuch aufzuweisen, da auch der letzte Deutsche im Ausland vielfach unter größten Opfern an Zeit und Geld es für selbstverständlich hielt, sich an diesen Feiern zu be- telligen. So fanden alle Redner dankbare Hörer und immer fanden ehrende Ausführungen um so freudigere Zustimmung, als aus ihnen das lebendige Bild der Heimat in ihrer ganzen herrlichen neuen Lebensfreude, Schaffenslust und Leistungsfähigkeit erstand. In der Betreuung durch die Auslands-Organisation der NSDAP, haben die Auslandsdeut- schen die Gewißheit, daß ihre Arbeit als kulturelle und wirtschaftliche Pioniere Deutschlands d i e volle Anerkennung der Heimat findet. Der Ehrentag der deutschen Arbeit ist somit auch der Ehrentag der sich zu Führer und Volk bekennenden werktätigen deutschen Volksgenossen im Ausland. Es sprachen im einzelnen u. a.: Staatssekretär Reinhard in London, Gauleiter Oberpräsident Wagner (Breslau) in Paris, Gauleiter Florian (Düsseldorf) in Brüssel, Staatsrat Gauleiter Jordan (Halle) in A m ft e r d a m, der Leiter des Presseamtes der Auslandvraanisation, Pg. Z e - b e r e r in Wien und P r e ß b u r g, der Leiter des Hauptamtes für Beamte, Pg. Neef in Riga und Lib au, Oberarbeitsführer Müller-Brandenburg in Warschau und Lodz, Leiter des rassenpolitischen Amtes, Pg. Dr. Groß (Berlin) in Istanbul und Ankarra, Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrand (Schwerin) in Athen und Saloniki und eine Reiye weiterer Redner aus allen Gliederungen des heutigen Deutschlands. Reichsminister Dr. Goebbels über die Grundlagen des Films. Der Ausklang des Internationalen Filmkongreffes Berlin 1935. Der Internationale Filmkongreß Berlin 1935 ist abgeschlossen worden. Er hat die Grundlage geschaffen für eine weitere ersprießliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Films, der allgemein als ein Mittel zur Dölkerver- bindung und Völkerverständigung angesehen wurde. Zu der Schlußsitzung in der Krolloper war Reichsminister Or. Goebbels erschienen. Er überbrachte den Gruß des Führers und der Reichsregierung und entwickelte in längerer Ansprache folgende Grundlagen des Films in feiner nationalen wie internationalen Bedeutung: Der Film hat wie jede andere Kunst seine eigenen Gesetze. Diese Gesetze stammen nicht von der Bühne. Der Primat der Bühne über den Film muß gebrochen werden. Die Bühne spricht ihre Sprache, und der Film spricht seine Sprache. Der Film muß sich freimachen von der vulgären Plattheit des Massenamüsements, darf dabei aber nicht die starke innere Beziehung zum Volke verlieren. Der Film darf nicht vor der Härte des Tages entweichen und sich in einem Traumland verlieren. Es gibt keine Kunst, die sich selbst ernährte; materielle Opfer, die der Kunst dargebracht werden, seicht sie ideell wieder aus. Es muß für jede Regierung felbstverständlich werden, dem Film durch materielle Opfer feine künstlerische Existenz zu sichern. Der Film muß wie jede andere Kunst zeitnahe bleiben, um zeitnahe zu wirken. Der Film ist Kulturbrücke zwischen den Nationen; er fördert das Verständnis unter ihnen, weil er mithilft, sie aus sich heraus verstehen zu lernen. Der ehrliche und natürliche Film, der unserer Zeit lebendigen und plastischen Ausdruck gibt, kann eines der wertvollsten Mittel zum Aufbau einer besseren Welt künstlerischer Möglichkeiten werden. Besinnt sich der Film auf diese Grundsätzlichkeiten, so wird er als neue künstlerische Manifestation die Welt erobern. Zu Beginn der Schlußsitzung spielte das Philharmonische Orchester unter Leitung von Professor H e g e r das Vorspiel zur Oper „Die Meistersinger". Dann gab Präsident Scheuermann einen kurzen Rückblick auf den Kongreß. Seine Erfolge seien: ein neuer aus 25 Ländern bestehender internationaler Filmtheater - Besitzerverband, erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiete des internationalen Urheberrechtes, Zusammenschluß und Ausbreitung auf dem Gebiet des Kulturfilms, Schaffung eines starken internationalen F i l m - preffeverbandes, Zustimmungen zu den Ergebnissen der Sckmalfilmkonferenzen von Rom, Baden-Baoen und Stresa und endlich als Krone des Ganzen die Gründung der Internationalen Filmkammer, der alle Länder angehören, in denen alle Sparten der Filmproduktion vertreten sind. Die Entschließungen. In der Schlußsitzung wurde das Ergebnis der Arbeit in den Kommissionen in einer Anzahl von Entschließungen der Vollversammlung des Kongresses unterbreitet und von den Beteiligten unter lebhafter Zustimmung angenommen. Besondere Be- deutung kommt dem Vorschlag der Kommission für Musiktantiemen und Filmrechtsreform zu, die eine Anzahl von Empfehlungen für eine Revision der sog. Berner Üebereinkunft macht. Durch die Verwirklichung dieser Vorschläge könnte den in der ganzen Welt wahrgenommenen Mißbräuchen auf dem Gebiete der MustNanttemen und der Autorenrechte gesteuert werden. In einer weiteren Entschließung stellen die Filmtheaterbesitzer der Welt fest, daß sie in stärkster Form an der Hebung des Films als Kulturgut mitwirken wollen. Zur Erreichung dieses Zieles fordern sie, daß die Filmtheater weder kulturell noch wirtschaftlich schlechter behandelt werden als die Sprechbühnen. Die Aufführung von Kulturfilmen in allen Ländern soll st e u e r f r e i sein. Die Kulturfilmkommission verlangt gesetzliche Anordnungen zur Vorführung von Kulturfilmen in jedem Filmprogramm. Zum Schluß schlägt der Kongreß in der Entschließung vor, Kongresse nach Art des Berliner Kongresses in den verschiedensten Hauptstädten alle Zwei Jahre zusammentreten zu lassen. Litauische Schliche in Memel. Ein Täuschungsmanöver? Memel, 2. Mai. (DNB.) Der Präsident des Direktoriums, Bruwelaitts, hat den Alterspräsidenten des memelländischen Landtages schriftlich aufgefordert, mit den Mebrheitsparteien Fühlung zu nehmen und die Vorschläge für eine Erweiterung bzw. Umbildung des Direktoriums in der Weise zu unterbreiten, daß die Mehrheitsparteien im Direktorium Bruwelaitts drei von fünf Sitzen erhalten. Bruwelaitis will damit die Signatarmächte darüber Hinwegtäuschen, daß in einem Direktorium nach dem Willen der Mehrheitsparteien in erster Linie der Präsident als der maßgebende Mann aus einer dieser beiden Parteien kommen muß und daß nicht Bruwelaitis als Führer der litauischen Schützen für diesen Posten in Frage kommen kann. Es ist eine unerhörte Zumutung, von den Abgeordneten des Landtages zu verlangen, daß sie dem Mann das Vertrauen aussprechen sollen, der mit seinen Parteigängern in so gröblicher Weise die Arbeiten des Landtages sabotiert hat. Das Schreiben Bruwelaitis' enthält weiter offensichtliche Unwahrheiten über die Vorgeschichte der Direktoriumsbildung. Das durchsichtige Manöver des Herrn Bruwelaitis wird den Signatarmächten nicht verborgen bleiben. Sie werden bei Prüfung der Verhältnisse feststellen können, daß ein solcher Ausweg, wie ihn Bruwelaitis versucht, durchaus nicht dem Willen der m e m e l l ä n d i f ch e n Bevölkerung und dem Memelstatut entspricht. Roch keine Klarheit zwischen Paris und Moskau? Die Paraphierung des Beistandspakts erneut auf unbestimmte Zeit verschoben. Paris, 2. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Paraphierung des französisch-sowjetrussischen Beistands- Paktes ist wieder einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der sowjetrussische Botschafter hatte zwar mit Außenminister Laval Mittwoch spät abends eine längere Unterredung und man glaubte, daß die Paraphierung anschließend erfolgen würde, aber es scheint, als ob Potem- kin noch keine Vollmachten von seiner Regierung erhalten hat. Der Sowjetbotschafter erklärte nach dem Verlassen des Quai d'Orsay, daß die Feier des 1. Mai seine R e - gierung daran gehindert habe, ihm noch im Laufe Des Mittwoch die notwendigen Anweisungen zugehen zu lassen, Daß er aber mit Bestimmtheit annehme, -im Laufe des heutigen Donnerstag in ihren Besitz zu gelangen. Man erklärt in gut unterrichteten Kreisen, daß die Paraphierung und sogar die Unterzeichnung des Abkommens noch heute am Qua d'Orsay erfolgen werde. Der russische Botschafter soll Vollmachten erhalten, den Pakt zu unterzeichnen, so daß die Reise Lavals nach Moskau nur noch einen Höflichkeitsakt darstellen würde. „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß der Satz: „Im Falle eines flagranten Angriffes warten die beiden unterzeichneten Mächte auf die Beschlüsse des Völkerbundes" endgültig gestrichen worden sei, um den Wünschen der Sowjetregierung entgegenzukommen. Es sei aber nicht desto weniger festgelegt, daß der Wortlaut des Abkommens jedem der Unterzeichner das Recht gebe, diese Beschlüsse abzuwarten, wenn er das für angebracht hält. Dagegen sei es ihnen auch nicht untersagt, unabhängig vom Völkerbund einzugreifen. Aus aller Wett. Schwerer Sandsturm in USA. fordert drei Todesopfer. Ein schwerer Sandsturm suchte in den letzten Tagen den Staat Colorado heim. Der Himmel war stellenweise von den aufgewirbelten ungeheuren Sandmassen fast völlig verfinstert. In der Gegend um Springfield forderte er eine große Anzahl von Opfern. Bis jetzt wurden etwa 55 Personen in das Hospital Springfield eingeliefert, und zwar infolge ernstlicher Erkrankungen Der Luftwege. Drei von den Erkrankten sind bereits g e st o r b e n. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Am Mittwoch kam ein heftiger Einbruch frischer Polarlust bei uns zur Auswirkung, der nicht nur bis in die Niederungen herunter Anlaß zu Schnee- schauern gab, sondern auch die Temperaturen weit unter den jahreszeitlichen Durchschnitt brachte. Dabei erreichte die Tagestemperatur trotz starker Sonneneinstrahlung nur etwa 12 Grad Celsius, während nachts ein Tiefwert teilweise bis zu minus 6 Grad Celsius eintrat. In Nord- und Ostdeutschland fällt auch heute noch vielerorts Schnee. Dis eindringende Kallluft hat den Aufbau eines zentralen Hochdruckgebietes veranlaßt, das vorerst für unsere Witterung ausschlaggebend sein wird. Aussichten für Freitag: Nach faltet Nacht überwiegend freundliches, heiteres Wetter und weiteres Ansteigen der Temperaturen, meist östliche und südliche Winde. Aussichten für Samstag: Weitere Wärmezunahme, im ganzen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 1 Grad; am 2. Mai: morgens 0,2 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum 4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 9,9 Grad; am 2. Mai: morgens 4,8 Grad. — Sonnenscheindauer 10 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. fiangt, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Mv' 88 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht 2608 0 Gießen (Bleichstraße 28), Darmstadt den 29. April 1935. Die Beerdigung fand in der Stille statt. 2599 D Frau Karoline Neuhaus, geb.Reeh Statt Karten. im Alter von 55 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen r Wilhelm Neuhaus. Krofdorf, den 2. Mai 1935. nähen Sie Die Beerdigung findet Freitag. 3. Mai, nachmittags 4 Uhr statt 2607 D 91868 Sprechstunde jetzt 9*11 2601 D Am 30. April entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Marie Fourier und Kinder. Gießen, den 29. April 1935. schöne, geschmackvolle Oberhemden 2596 * (lllllllllllllllllllllllllllll War® a.läit.Vaare, Leberfleck., Muttermal Narben, Pickel, Sommer- vroli. ufro. enti. u. Gar. f. immer Frau B. Gulden Svrechst.^reitag fließen, Binden- bnrgwall 15, 9—7 Uhr durchgehend. Illlllllllllllllllllllllllllll Dr.Erwin Schliephake zurück 6usRohr’s farbigen und weißen Wäschestoffen Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Dr. Richard Rein hochwertige naturwissen- In 8ge£Sit g Anspruchsvolle, die beiTiervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und WorAron Preis, vierteljährlich nur RM. 2.50. — Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde ______________________________2613 D Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Für die lieben Beweise der Teilnahme danken wir von ganzem Herzen. In tiefem Schmerz namens aller Angehörigen; Margarete Zörb Wwe., geb. Wolf Hugo Wolf. Gießen, Friedberg (Hessen), Reinheim (Hessen), den 29. April 1935. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag, 18 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Im Namen der Hinterbliebenen: Erna Wodaege. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Rinn, geb. Renner. Heuchelheim, den 2. Mai 1935. Am Dienstagabend gegen 23 Uhr verschied nach längerem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Jakob Rinn XXII. im fast vollendeten 75. Lebensjahre, Statt besonderer Anzeige. Unser lieber, guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater und Onkel Herr Jeremias Wolf Oberbahnassistent i. R. Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71 — Ritter mehrerer Orden ist im 89. Lebensjahre in die ewige Heimat eingegangen. M.W Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 2. Mai 1935 Der Danziger Gulden auf neuer Grundlage. Danzig, 2. Mai. (DNB.) Der Senat her Freien Stadt Danzia erklärt in einem Aufruf an die Danziger Bevölkerung u. a.: „Seit Wochen und Monaten haben bestimmte Elemente Gerüchte verbreitet, der Danziger Gulden sei in Gefahr. Tatsächlich haben teils vielleicht ver- ängstigte, in weitaus überwiegenden Fällen aber gewissenlose Elemente versucht, in den letzten Tagen steigend Guthaben bei den Banken und Spar- kassen abzuheben, um sie in Zloty und andere Währungen umzutauschen und somit spekulativ zu verwerten. Durch dieses landesverräterische Treiben schien der Danziger Gulden tatsächlich in Gefahr zu kommen, zumal ein Schutz durch die Einführung einer staatlichen Devisenzwanbsvorschrift infolae der geltenden Verträge nicht möglich war. Um Diese Entwicklung zu entbinden, Hot die Danziger Regierung dem Beispiel Englands, Skandinaviens, Amerikas, Belgiens und Polens folgend, eine Neubewertung des Guldens auf fester Goldbasis öorgenommen. Mit dieser Maßnahme wird sie verhindern, daß fernerhin zu Lasten der anständigen schaffenden Bevölkerung mit dem Danziger Gulden noch weitere Spekulationen gemacht werden. Der Wert des Danziger Gulden ist mit sofortiger Wirkung um 42,37 v. S). herabgesetzt worden. Demnach sind 100 Gulden der bisherigen Währung gleich 170 des neuen Danziger Gulden; 100 RM. sind nunmehr gleich 212 Danziger Gulden. Der Gulden steht damit noch etwas über dem Wert des polnischen Zlotys, der bekanntlich bereits zweimal abgewertet worden ist. Die Golddeckung des Danziger Gulden ist durch den Beschluß der Danziger Regierung e r - heblich erhöht worden. Eine Schließung der Sparkassen und Banken ist nicht beabsichtigt, da nach der Stabilisierung des Danziger Gulden auf einen festen Kurs kein Anlaß zu einem Sturm auf die Schalter besteht. Die Bank von Danzig hat mit Wirkung vom 2. Mai 1935 ihren Diskontsatz von 4 a u f 6 v. H. und ihren Lombardsatz von 5 auf 7 v. S). erhöht. Die Neubewertung des Gulden macht bis auf weiteres eine scharfe Kreditrestriktion für Geldkredite notwendig, zumal in den letzten Wochen eine gesteigerte Kredit-Inanspruchnahme bei der Bank von Danzig zu verzeichnen ist. Unhaltbare Vertrage stören den Frieden! Eine interessante Debatte im britischen Oberhaus. London, 2. Mai (DNB. Funkspruch.) 2m Oberhaus fand eine außenpolitische Aussprache statt, in der die Frage der Vertragsrevision behandelt wurde. Der Liberale Lord Davies beantragte, den Artikel 19 der Völkerbundssatzung durch ein Verfahren zur Revision von Verträgen zu ergänzen. Lord Davies erklärte u. a., daß Frankreich, England und Italien die deutsche Regierung zwar zur Beteiligung a n einem Luftpakt eingeladen hätten, daß sie in Wirklichkeit versuchten, Deutschland zur Unterzeichnung des Status quo zu be- wegen. Niemand könne, sich einbilden, daß durch die Einkreisung Deutschland durch einen Ring bewaffneter Nationen ein ständiger F r i e d en herbeigeführt werden könne. Der liberale Abgeordnete Lord Esher erklärte, daß es unfair sei, Deutschland des alleinigen und einseitigen Vertragsbruches zu bezichtigen. Lord L o t h i a n erklärte: Wenn es Frieden geben soll, dann muß Deutschland einen Platz in der Welt erhalten, der ihm zu- ko m m t. Es ist eine Täuschung, wenn man glaubt, daß der Friede Europas auf irgendeine andere Grundlage gestellt werden kann. Zur Frage der entmilitarisierten Zone sagte Lord Lothian, es sei zwecklos, zu glauben, daß sich eine große Nation auf lange Zeit hinaus darein fügt, bafo eines ihrer arößten Gebiete d e m Einmarsch benachbarter Staaten offen st e h t, ohne das Recht der Selb st- Verteidigung zu haben. Es ist daher die Pflicht der Staatsmänner, diese Dinge rechtzeitig zu verhandeln und eine Vereinbarung herzustellen. Die deutschen Kolonialwünsche müßten mehr als eine Frage der nationalen Ehre, denn als wirtschaftliches Problem betrachtet werden. Lord Allen of Hurtwood sagte u. a., ich habe die Dinge in Deutschland mit eigenen Augen gesehen. Meiner Ansicht nach ist es unbedingt erforderlich, Schritte für die Revision der Rüstungsklausel des Versailler Vertrages zu unternehmen. Im Namen der Regierung beendete Unterstaatssekretär Lord Stanhope die Aussprache. Er sagte u. a., er könne nicht glauben, daß die von Eitler vorgeschlagene Zahl von 36 Infanterie-Divisionen für die anderen europäischen Mächte auch Reibungen führen, die größer sind, als wenn die Dinge beim alten belassen werden." Hit- ler habe es klar gesagt, daß er nach Regelung der Saarfrage keine territorialen Wünsche im Hinblick auf Frankreich oder auf eine andere we st europäische Nation habe. Das Rheinland falle unter den Locarno- Vertrag. Dieser gehöre zu den Verträgen, die Deutschland freiwillig unterzeichnet habe und die somit einer ganz anderen Kategorie angehörten, als die aufgezwungenen Friedensverträge. Selbstverständlich würde eine äußerst ernste Lage entstehen, wenn in England ober anberswo angeregt würbe, nicht nur ben auferlegten Vertrag von Versailles, sonbern auch Verträge wie ben von Locarno für ungültig zu erklären. Kabinettswechsel m England Paris, 2. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Das „Oeuvre" will erfahren haben, baß bie britische Regierung beschlossen habe, bem König in ben er« LxZe-vLO Eiseulohv dev Sluiov unseres neuen Romans 5 W • ■>> «V 'M M ''jÄ Das nebenstehende Bild zeigt den Dichter Friedrich Eisenlohr. Er schrieb unseren neuen Vornan „Gut, daß Du da bist eine überaus fesselnde und bewegte Erzäh. lung aus der Welt des deutschen Theaters und des Films, die Geschichte von Ruhm und D'ebe, von Glück und Untergang eines großen Schauspielers in dieser Zeit. — Eisenlohr ist 1889 in Freiburg in Baden geboren, studierte Philosophie, Geschichte und Sprachen, lebte bis 1914 als Journalist in Paris, war dann als Offizier an der Front und lernte nach dem Kriege als Autor und Dramaturg die Welt des Theaters von Grund auf kennen und lieben: aus dieser jahrelangen, lebendigen Berührung entstand unser neuer Römern; er erscheint LNovgen in den Gießener LanrMenblättevn nur annähernb annehmbar sei, hoch müsse man noch ein lvenig aüf bie Entwicklung Mr Läge warten, benn seiner Ansicht nach werbe eine äbwarte n b e Haltung im Hinblick auf bie zu er= roartenbe Rebe Des Führers gerechtfertigt sein. Dann ging Lorb Stanhope plötzlich zu einem Angriff auf Lloyb George über, inbem er bemerkte: Wer auch immer ben Krieg gewonnen habe, Lloyb George fei ber Mann, her ben 5 rieben verlor. Der Grunb bafür, baß A r - titel 19 noch niemals zur Anwenbung gebracht worben fei, liege barin, bah es stets einige Nationen gegeben habe, bie sich seiner praktischen Anwenbung wibersetzten. Lorb Stanhope erklärte: „Bevor ein großes Gefühl ber Freunb- schaft unb Des Vertrauens zwischen ben Nationen hergestellt werben kann, wirb jebes etwaige Verfahren für bie Aenberung von Grenzen öffenbar nur zu Mißoerstänbnissen, Schwierigkeiten unb ft en Tagen hes Juni ihren Gesamt- rucktritt zu erklären. Dieser Umftanb sei umso bemerkenswerter als weber ber bisherige Außenminister S i r John Simon noch b er gegenwärtige Luftfahrtminister Lorb Lonbonberry bem neuen Kabinett angehören würben. Man werfe befonbers bem Luftfahrtmnüster vor, ber Aufrüstung Deutschlanbs nicht zur gegebenen Zeit genügenb Rechnung getragen zu haben. Deutsch-englische Flottenverhand- kungen bis Bitte Ms vertagt. London, 30. April. (DRV.) 3n London wurde am Dienstag mitgeteilt, daß die deulscheug- lischen Flottenbesprechungen vorläufig bis nach der erwarteten außenpolitischen Erklärung des Führers aufgeschoben worden sind. Die Erklärung Hitlers wird etwa Mitte Mai erfolgen. Wahrscheinlich würben die Flottenbesprechungen nunmehr etwa in der dritten Maiwoche stattfinden, anstatt, wie ursprünglich vorgesehen, in der ersten Woche dieses Monats. 3m Unterhaus antwortete Macdonald auf die Frage, ob fein vor etwa einer Woche in der Zeitschrift „31 e w s Letter" veröffentlichter Artikel, der die Verantwortlichkeit für den Fehlschlag der Friedensverhandlungen der deutschen Regierung zuschiebt, die Politik der britischen Regierung darstelle: ..Die Ansichten der Regierung über die Wirkung der kürzlichen Aktion Deutschlands in der Frage der Militärflugzeuge — unö zwar sowohl hinsichtlich der Methode als auch des Umfanges — sind in Sfrefa und Genf zum Ausdruck gebracht und in Reden im Unterhaus durch den Außenminister und durch mich selbst nn- gedeutet worden. Der fragliche Artikel hält sich im wesentlichen im Rahmen dieser Erklärungen und stellt die Ansicht der britischen Regierung dar." Eindrucksvolle Fernsehübertragung. Vor Vertretern ber Presse unb zahlreicher Fach, leute spielte sich in Tempelhof ein für bie weitere Entwicklung ber F e r n s e h t e ch n i k bebeutungs- volles Ereignis ab. Knapp sechs Wochen nach Er- Öffnung bes ersten Fernsehprogramms ber Welt durch bie Reichsrunbfunkgesellschaft erfolgte als großzügiger Programmversuch bie e r ft e Fern- sehübertragung eines aktuellen Ge» s ch e h e n s. Es hanbelte sich hierbei um eine nichtöffentliche Propaganbaübertragung ber Reichsrunb- funkgesellschaft mit ber Firma Telefunken unb ber Fernseh AG. unter Ausschluß bes Fernsehfenbers Witzleben. Auf bem Tempelhofer Felb würben burch ben Fernsehwagen unmittelbar ausgenommen unb weitergesenbet bie Ansprache bes Stellvertreters bes Reichssenbeleiters Böse, eine Rebe bes Lan- bespropaganbaleiters Schulze-Wechfungen unb von Walter Schulze von ber Reichspropa- ganbaleitung München. Die Sprecher befanben sich auf bem Platz, von bem aus ber Führer während des Staatsaktes am 1. Mai feine große Rebe hielt. Ton unb Bilb waren gleicherweise vorzüglich. Dis brei Rebner, bie auf bie historische Bebeutung bie» fer Übertragung hinwiesen, waren nicht nur beut« lich zu verstehen, sonbern in bem verbunkelten Emp- fangsraum auf ber etwa 500 Ouabratzentimeter großen Bilbfläche bes Fernsehempfängers in jeher ihrer Mienen unb Gesten beutlich zu ernennen; eine in Anbetracht ber schlechten Witterungs- Verhältnisse ungemein überzeugenbe Leistung, bis einen Markstein auf bem Wege ber Entwicklung ber Fernfehtechnik bebeutet. Reichssendeleiter Habamowsky, Chefingenieur Dr. Hupmann unb anbere Fachmänner erläuterten bie Technik biefer Uebertragung. Es hanbelt sich um ein sogenanntes Zwischenfilmverfahren. Don einer normalen Tonfilmkamera kann jeher gewünschte Bilbausschnitt herangeholt werben. Anschließenb wirb ber Filmstreifen entwickelt unb fixiert. Die Zerlegung bes Bilbes in Bilb- punkte erfolgt burch eine Lochscheibe. Dann werben bie Lichtschwankungen in Stromimpulse umgewandelt, worauf bie Uebertragung burch einen Relais- fenber vor sich geht. Der ganze Vorgang nimmt knapp 70 Sekunben in Anspruch, so baß ber Fernsehempfänger bas Bilb etwa eine Minute nach erfolgter Aufnahme empfängt. 9 1 _RM 100 ÖL: SS PI —\-20 M Beethovens Neunte. Die Aufführung der »Kraft durch Freude" in der Bolkshalle. Der Vorabenb bes Nationalfeiertages mürbe zum erhebenben Ausbruck bes Sich-Finbens in innerer Derbunbenheit zum gemeinsamen Wirken in her Kunst burch eine glanzvolle Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie, in her wohl fast alle fanges- unb mufifbefüffenen Kräfte Gießens sich für bas hohe Ziel einsetzten. Diesem vereinten Wollen würbe ein restloser Erfolg. Angesichts ber geistigen Tiefe bes Inhalts ber Neunten liegt her Entscheid für bas Gelingen in her Persönlichkeit bes Dirigenten. Was uns Professor Dr. Stefan Temesvary im Verlauf feiner Gießener Tätigkeit gegeben hat, ist anerkennungsvoll in aller Erinnerung lebenbig. Was er aber biesmal mit ber Neunten erreichte, übertrifft bei weitem alle bie Höhepunkte feines hiesigen Wirkens. So vollenbet, burchbrungen in reifster Gestaltung, hat man von ihm hier hoch noch kein Werk gehört. Dor solch einer Aufführung muß jebe Kritik verstummen; ba nimmt man teil am Erleben unb ist banEbar bafür. Professor Temesvarys Ausbeutung ber Neunten löste alle bie problematischen Schwierigkeiten auf; in her Erfassung bes Ganzen burchbrang leudjtenbe Klarheit das Werk bis in bie fernsten, oft weniger beachteten Teile hinein. Da erschien bisse inhaltsschwerste Symphonie Beethovens so verstänblich unb unmittelbar, als könnte es gar nicht anders fein. Diese tiefe Durchgeistigung hielt sich frei von allem hemmenden Derstanbesmäßigen; ein fast von fanatischer Liebe zum Werk getragener musikalischer Impuls burchglühte bas Ganze, beherrscht unb verantwortungsbewußt, unb in um- faffenbem Durchleben würbe ber Untergrunb wach, der einst bas Werk aufkeimen unb erstehen lieh. Unter feiner Führung formte sich ber verschiedentlich zusammengesetzte Orchesterkörper — es wirkten mit bas Stabttheater-Orchester, bie Wehrmacht- Kapelle, verstärkt burch Mitglieber bes Orchstter- vereins, unb bie SA.-Kapelle — zu organischer Einheit, bemüht, bas Letzte unb Höchste herzugeben. Eine solche Differenzierung ber dynamischen Abstufungen, wie sie biesmal über höchstes Erwarten hinaus vollenbete Tatsache würbe , nötigt schlechthin Bewunherung ab. Einem so schwanden Pianissimo wirb man nicht immer begegnen; ebenso w.e einem solchen abgewogenen Ausgleich! in ber Mischung ber Bläser unb Streicher in Klangfarbe unb bebeutungsvollem Anteil am führenhen Gebauten bes Werkes. Da konnten sich bie klanglichen Kontraste in unmittelbarer Größe unb über- roältigenber Wucht auswirken; ba wuchsen bie gewaltigen Steigerungen zu gigantischer Höhe heraus. Die Feinheit her musikalischen Durchglieberung (rote etwa im Scherzo) wirb jehern unvergeßlich bleiben, wie auch bie getragene, inbrünstige Weihe bes Abagio ober bas aus geheimnisvollem Raunen ber Bässe allmählich aufblühenbe instrumentale Freu- benthema im Finale. Wie ba jeher an seinem Pult mitschuf, oerbient höchstes Lob: Streicher, Holzbläser, Schlagzeug, Blcchqruppe unb bie Horner mit ihrer Weichheit bes Tones. Was bas Orchester in ben ersten brei Sätzen so verheißungsvoll begonnen hatte, bas erfüllte ber Chor (sämtliche Gießener Gesangvereine unb anbere Gemeinschaften) im Finale burch Schönheit, Ausgeglichenheit ber Tongabe in allen Stimmgruppen, burch ein bem Wollen bes Dirigenten jeberzeit gefügigen Nachaeben unb Folgen, durch ein Bereitsein zum letzten Einsatz aller Kräfte zur Meisterung ber großen Anforberungen. vom tiefsten Erschauern bis zum Hingerissensein höchsten Jubels. Dazu trat ein Soloquartett (Ria Ginster, Frankfurt a. M. {Sopran], Henni Schmitt, Frankfurt a.M. sAlt], Willi Lorscheiber, Frankfurt a. M. sTenor], Wilhelm Strienz, Berlin sBaß]), ganz erfüllt von seiner bebeutungsvollen musikalischen Aufgabe. Wilhelm S t r i e n z gestaltete bie Rezitative mit befonberer Ausbruckskrast, gestützt auf fein umfangreiches, mehr baritonal gefärbtes Organ, bas ihm selbst bie höchsten Grenz- töne in Strahlkraft ermöglicht (ohne bie sonst immer quqlenb empfunbene Abdunkelung). In Frische erklang Willi Lorscheibers Tenor im heldischen Siegeshymnus. Unb über allem Ria Ginsters glanzvoll aufleuchtenber Sopran; bie große Quar- tett-Solostelle („Wo bein sanfter Flügel weilt") zeigte jede her Stimmen mit ausgeprägtester Plastik ihres so schwierigen thematischen Anteils, habet in geschlossener Einheit ben musikalischen Gesamtklang zum letzten Ausbruck erhebenb. Die zahlreichen Besucher ber voll besetzten Festhalle waren in Begeisterung entflammt, unaufhörlich bankte jubelnber Beifall allen Helfern am Werke. Unb gerabe auch bei benen, bie nicht zu ftänbigen Konzertbesuchern zählen, Fünbeten strahlende Gesichter unb leuchtenbe Augen von innerer Ergriffenheit. ...... ..... Dr. H.. „Zigeunerbaron/' Auch ber „Zigeunerbaron" ist ben Weg aller Operetten gegangen unb von ber Ufa — in großem Stil unb mit bebeutenben Mitteln — verfilmt worben. Das Drehbuch würbe nach ber berühmten: Operette von Johann Strauß, bie wir vor nicht langer Zeit auch hier im Theater sahen, unb nach einer Novelle von Maurus I o k a i von Dineta Klinger, Walter Supper unb Tibor j) o st geschrieben. Die Bearbeiter waren klug genug, bie Glanzstücke ber Straußschen Partitur, von benen von jeher ber eigentliche Erfolg unb bie zünbenbe Publikumswirkung ber Operette ausgeht, unver- änbert in ben Film zu übernehmen. Dabei blieb ber Phantasie bes Spielleiters Karl Hartl noch immer reichlich Spielraum für eigene Einfälle unb bie film- gerechte Ausgestaltung ber Vorlage. So würbe zum Beispiel bas stets beliebte Lieb bes Zsupan („Mein ibealer Lebenszweck ist Borstenvieh unb Schweinespeck") in parobistischer Form auf ben Barinkay übertragen. Ein filmisch überaus bankbares Motiv, bas rhythmisch, musikalisch, in Bewegung unb Masse breit ausgeschöpft würbe, ist ber große Csarbas zu ben Klängen ber Zigeunerkapelle. Das Schatzgräber- Motiv würbe zu einer volkstümlich-komischen Epi- sobe umgewanbelt, unb bas berühmte Dompfaffenlieb erhielt statt staubiger Kulisse eine malerische Naturszenerie unb läßt bas Ganze — abweichenb von ber Dperettenfaffung — ausklingen. Ueberhaupt hat her Film in manchen Teilen bas Libretto auf feine eigene Weife behanbelt, unb ber Charakter bes Spieles hat sich vor ber Kamera im Gstamt- einbrurf von ber Operette zum Dolksstück hin ge- roanbelt, wobei insbefonhere bie unbegrenzten räumlichen Möglichkeiten ber Freilichtaufnahme unb eines natürlich-romantischen Schauplatzes grünblich ausgenutzt würben. Immer ist ja ber Film an sinnfälliger Wirkung bem Theater überlegen, wenn er die an ben starren Bühnenraum gebunbene Hanb- lung ins fVreie unb Weite verlegen unb beliebig große Menschenmassen in eine malerische Bewegung versetzen unb auflösen kann. In ber Titelrolle sieht man Abolf Wohlbrück, ber mit „Maskerade" unb „Regine" bie größten Erfolge seines Lebens errang. Er spielt ben Barinkay nicht nur mit einem überrafdjenben musikalischen unb tänzerischen Elan, sonbern auch mit ber Mischung von Kavalier unb Zigeuner, welche bie Rolle charakteristisch, kömöbian- tisch anstehend und dankbar macht. Hansi K n o t e ck. im „Schloß Hubertus" ein wenig furblcs und .oentioncü, entwickelt als Saffi ein erfreulich an^ t gemessenes Temperament, während Gina Falcken- b e r g ber minber ergiebigen Partie ber Arsena immerhin aparte Episoben abzugewinnen weiß. Kämpers gibt ben Zsupan herb-komisch unb ziemlich geräuschvoll; Rubolf Platte macht aus bem Ernö eine mit vielen witzigen Nuancen ausgestattete, volksstückmäßige Charge. — Der Film lief gestern bei recht gutem Besuch zum erstenmal im Lichtspielhaus. Im Beiprogramm: bie Wochenschau unb eine Reise burch ben Harz. —r— Unbekannte Helden. Wer bichtet bas Helbenlieb ber namenlosen Funker, bie auf finfenben Schiffen ihren SOS - Ruf erschallen ließen, bis ber Tob sie packte? Gleich ben Kapitänen halten bie Funker nach einem ungeschriebenen Ehrencobex bis zum letzten aus, erst bann denken sie an bie eigene Rettung — wenn es nicht schon zu spät ist. Zum ersten Male war es ein großer englischer Passagierbampfer mit 761 Menschen an Borb, ber finfenb burch bie Tätigkeit bes Funkers gerettet würbe. Schiffe aus ber Nähe würben herbeigerufen, unb alle Passagiere konnten 'n Sicherheit gebracht werben. 1909 sank ber Dampfer „Ohio" an ber Küste von Alaska. Der Funker telegraphierte: „Die Passagiere haben alle bas Schiff verlassen". Nach einer längeren Pause kamen noch bie Worte: „Ich bin", bann blieb es still. Später fanb man die Leiche des Funkers, er war noch ins Wasser gesprungen unb hatte eine klaffende Wunds an der Stirn. Bei dem Untergang der „Titanic" mit 1513 Menschen waren die beiden Funker hie letzten, hie bas Schiff verließen. Man fanb sie am nächsten Tage in einem Rettungsboot, her eine mar völlig erschöpft, ber anbere war tot. Ein halbes Jahr später geriet ber Dampfer „Dolturno" mit 654 Menschen im Atlantischen Ozean in Vranb. Mannschaften unb Passagiere waren von einer Panik ergriffen, nur her Funker tat seine Pflicht, bis Hi sie herbeieilte unb bie Menschen rettete, nur ber Funker verbrannte mit bem Dampfer. 1927 ging bas italienische Schiff „Mafakba" an ber Küste von Brasilien unter. Der Funker schloß sich, als er erfuhr, daß bas Schiff finke, in feine Kabine ein, um bei feiner Arbeit nicht burch bie erregten Passagiere gestört zu werben. Diele sprangen ins Wasser unb ertranken, aber viele konnten noch burch anbere Schiffe gerettet werben. Mit hem Schiff gin- auch d"r Funker unter. Sein letzter Ruf war: „Meine Apparate haben dis-zuletzt gut gearbeitet". Das Drama von Gorlice. Zur Erinnerung an die Durchbruchsschlacht im Osten vom 1. bis 3 Mai 1913. Die gigantische Durchbruchsschlacht von Gorlice-Harnow, die mit einer katastrophalen Niederlage der zäh und verbissen kämpfenden russischen Truppen endete, gehört zu den eindrucksvollsten und dramatischsten Geschehnissen des Weltkrieges. Wir wissen aus zahlreichen Dokumenten, aus Feldpostbriefen und spannenden Schilderungen von Augenzeugen und Mitkämpfern, aber auch aus militärischen und kriegswissenschaftlichen Darstellungen, mit welcher Erbitterung damals um jede einzelne Stellung, um jeden Hügel und jede Bergkuppe gekämpft wurde, um die stark verschanzten russischen Truppen aus ihren Positionen und Schützengräben hinauszudrängen und einen Bewegungskrieg zu erzwingen. Es würde zu weit führen, die strategische Bedeutung jener denkwürdigen Durchbruchsschlacht, die mit dem Namen Mackensens für immer verknüpft bleiben wird, in allen Einzelheiten zu analysieren. Die amtlichen Meldungen, die damals vom deutschen Großen Hauptquartier ausgegeben wurden, lassen die Größe und den Umfang des furchtbaren Dramas von Gorlice nur dunkel ahnen. Schlag auf Schlag kamen die offiziellen Berichte über das gewaltige Ringen. Großes Hauptquartier, 3. Mai. Südöstlicher Kriegsschauplatz. „Im Beisein des Oberbefehlshabers Feldmarschalls Erzherzog Friedrich und unter der Führung des Generalobersten v. Mackensen haben die verbündeten Truppen gestern nach erbitterten Kämpfen die ganze russische Front in Westgalizien von nahe der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dunajec in die Weichsel an zahlreichen Stellen durchstoßen und überall eingedrückt. Diejenigen Teile des Feindes, die entkommen konnten, sind im schleunigsten Rückzug nach Osten, scharf verfolgt von den verbündeten Truppen. Die Trophäen des Sieges lassen sich noch nicht annähernd übersehen." Großes Hauptquartier, 4. Mai. Südöstlicher Kriegsschauplatz. „Die Offensive zwischen Waldkarpathen und oberer Weichsel nahm guten Fortgang. Die Beute des ersten Tages beläuft sich auf 21 500 Gefangene, 16 Geschütze, 47 Maschinengewehre und zur Zeit noch unübersehbares Kriegsgerät aller Art." Großes Hauptquartier, 5. Mai. „Der Angriff der verbündeten Truppen nördlich der Waldkarpathen durchbrach gestern bereits die dritte befestigte Linie der Russen, die dort auf der ganzen Front geworfen, auf die Wisloka zurückweichen. Die Größe des Sieges kann man daraus ersehen, daß infolge des Durchbruchs der Verbündeten die Russen ihre in der nördlichen Flanke bedrohten Stellungen in den Waldkarpathen südwestlich von Dukla zu raumen beginnen. Nach den vorläufigen Meldungen scheint die Zahl der Gefangenen bisher über 30 000 zu betragen. Einmal schon, zu Anfang des Jahres 1915, war der Versuch unternommen worden, die russische Dampfwalze, die sich in den Kämmen und Hängen des wilden und zerklüfteten Karpathengebirges fest- geklemmt hatte und die ungarische Tiefebene bedrohte, aufzuhalten. Der deutsche General L i n s i n ° gen bildete damals die Südarmee. Im Schnee und Eis, bei furchtbarer Kälte versuchten die Deutschen vergeblich, eine klare Entscheidung herbeizuführen. Ihre wütenden Angriffe zerschellten immer wieder an einem mörderischen Klima. Die Natur bot unüberwindliche Hindernisse, und wenn auch hier und dort Teilerfolae erzielt wurden, so versandete dennoch die Offensive in einem zähen und langwierigen Stellungskrieg. Als Mackensen eingriff, waren die österrei-, chisch-ungarischen Truppen durch die grauenvollen Strapazen außerordentlich geschwächt. Der Russe lag immer noch drohend in den Karpathen — überall machten sich die Folgen des Winterfeldzuges bemerkbar. Die Kämpfe waren ins Stocken geraten, der zermürbende Stellungskrieg hatte eingesetzt, mit letzter verlöschender Kraft wurde in einem schroffen, unwegsamen Gelände um jeden Fußbreit Boden gekämpft. Da begann Zug um Zug aus Deutschland nach dem Osten zu rollen. Gewaltige Vorbereitungen wurden getroffen, um eine entscheidende Durchbruchsoffensive zu erzwingen. Niemand von den Soldaten, die nach längerer Ruhepause sorgfältig für den neuen Angriff geschult und ausgebildet wurden, wußte, wohin es ging. Deutsche Kerntruppen wurden auswaggoniert, die im Bewegungskrieg schon Hervorragendes geleistet hatten und in Sturmangriffen erprobt waren. Truppen aus allen Gauen Deutschlands wurden unter der Führung Mackensens eingesetzt und von der Westfront weggenommen, um Schulter an Schulter mit den österreich-ungarischen Truppen die russische „Dampfwalze" zurückzuwerfen. Die russische Front in Westgalizien mußte um jeden Preis durchbrochen werden. Die deutschen Truppen, die dazu auserkoren waren, die Russen mit Kolben und Bajonett aus ihren Stellungen zu verdrängen, waren vor ihrer Abbeförderung wochenlang auf Uebungsplätzen für die besonderen Erfordernisse der Durchbruchsschlacht, des Angriffes gegen eine stark verschanzte und befestigte Feldstellung und des Bewegungskrieges vorgebildet worden. Uebungsmärsche brachten die Truppen in eine glänzende Form, Bewaffnung, Ausrüstung und Bekleidung wurden ergänzt, die Gefechtseinheiten waren neu zusammengeschweist. Die Russen wurden durch Ablenkungsmanöver irregeführt und durch die plötzlich einsetzende Offensive, die durch ein ungeheuer intensives und umfassendes Artilleriefeuer eingeleitet wurde, völlig überrumpelt. Die Uhr zeigte Punkt sechs Uhr, so schildert ein Augenzeuge die Kämpfe am 2. Mai, und gleichzeitig fuhren die Geschosse aus den Batterien. Tausende und Abertausende von Geschossen aller Kaliber jagten hinüber zum Feinde. Dumpf hallten die Gebirgstäler wider. Wie ein furchtbares Gewittergrol- len zitterte es durch die Luft. Drüben sah man hohe Staubwolken aufwirbeln. Meterhoch spritzte der gelbbraune Boden in die Luft. Grauschwarzer Qualm hüllte bald die feindlichen Linien ein. Weit hinter den russischen Stellungen sah man an den großen Straßenzügen dicke Chausseebäume wie Streichhölzer umknicken. Um 8.30 Uhr vormittags brach ein Höllenlärm los. Scharfes, durchdringendes Krachen fuhr durch die Luft, riesige braune Erdmassen und schwarze Rauchwände stiegen wie Springbrunnen in die Höhe. Steinerne Häuser stürzten wie Kartenhäuser zusammen, feindliche Schanzen wurden zertrümmert und auseinandergerissen. Man hatte den Eindruck: dort kann nichts mehr leben. Auf das Wirkunasschießen der Artillerie folgte am 2. Mai der Jnfanterieangriff. Pionier- Sturmtrupps bahnten den Stürmenden mit Drahtscheren und Handgranaten den Weg. Am Abend dieses Tages war nach mörderischen Nahkämpfen die ganze russische Stellung im Abschnitt der 11. Armee in der Hand der Verbündeten. Am 3. Mai wurde der weichende Feind bis gegen Mittag verfolgt, wobei es erneut zu einem erbitterten Ringen kam. Wieder wurde der Russe von der 11. Armee a u f der ganzen Linie geworfen. Der große befreiende Durchbruch war geglückt, die russische Front war aus dem Stellungskrieg herausgezwungen und zusammengebrochen. In einem Zeitraum von drei Tagen war die starke russische Armee des Fürsten RadkoDimitrjewaus drei Stellungssystemen geworfen und völlig geschlagen worden. „Mit dem Bataillonskommandeur an der Spitze", so schildert ein Mitkämpfer das Vorgehen der 271er, „stürmte die tapfere Schar den Berg hinauf, überschüttet von geradezu wahnsinnigem Feuer des Gegners. Aber weder das Feuer, noch die Gräben, Schluchten, Sümpfe und Drahtverhaue konnten den Sturmlauf aufhalten. Zwar wurden die Reihen immer lichter, aber nach 35 Minuten war trotz Im Eidechsenland. Von Friedrich Schnack. Auf die weite Steppe war ein Wolkenbruch niedergegangen. Noch im peitschenden Regen eilte ich zum Fluß Sakatovo, um sein blitzschnelles Anschwellen zu beobachten. Aber ich kam zu spät, das Hochwasser raste bereits in dem felseingesägten Flußbett mit urweltlicher Wucht. Die trübe, weißkochende Flut, noch immer steigend, führte entwurzelte Bäume, Sträucher, Trümmer von Eingeborenenhütten, Blätter, Zweige und Blumen weither. Sie krachte, toste und grollte: ich schrie und brüllte in das Orgelbrausen — der Lärm übertäubte meine lächerliche Stimme. Als der Regen aufhörte, arbeitete ich mich durch klatschnasses Gras und Büsche, vollgesogen wie Schwämme, auf eine hochliegende Gneisbarr hinauf und sah von oben in das wilde, drachengleiche Strombild. Noch ein kurzer Regenschauer stob heran, ein paar Blitze schlugen blendend in der Nähe ein — so rasch wie das Unwetter gekommen war, verschwand es nun wieder. Aber es war nun auch Zeit für mich, heimzugehen, ehe die Nacht hereinbrach. Wie seltsam sah der Himmel aus. Im Westen nahe am Horizont leuchtete er schwefelgelb, als hätte die Erde eine fieberische Ausstrahlung angenommen, vor einer durchsichtig gläsernen Membrane. Ueber dem gelben Vulkanlicht lagerten, schnurgerade abgeschnitten, langhingedehnte, schwarze Wolkenbänke. Diese Tintenwolken schienen einer schwarzen Landschaft zu entstammen, einer unterirdischen Steppe. Der Weg leitete mich geradeaus nach Osten, hohen, schönen Wolfsmilchbäumen entgegen. Während ich heimschlenderte, rutschte die Sonne hinter den dunkeln Wolkenriffen herunter und goß weit- um in die Landschaft ein durchdringendes Schwefellicht, elektrisch hell, fast unheimlich. Gleich ungeheuren Schwefelbrocken schimmerten die mächtigen, sonst weißen Quarzitfelsen, auf denen ich entlangturnte. Und leuchtend gelb, wie aus Schwesel- quadern herausgehauen, standen die schönen Wolfs- milchbäume, nun ganz weltunwirklich vor dem ultramarinblauen Reaenhimmel. Und darin wölbte sich ein flammender Doppelregenbogen. Völlig ausgebildet schwang er sich über Die abendliche Urlandschaft, ein siebenfarbiges Tor, in das ich hineinschritt. Dann und wann fegte noch ein Blitz durch den Raum. Das ferne Donnerrollen und das leise, beständige Klatschgeräusch der von den Zweigen niederfallenden Tropfen klangen wie eine sonderbare Musik, deren Rhythmus erregend und besänftigend zugleich wirkte. Klangtropfen über Bässen. Ich hockte mich auf einen der Schwefelfelsen und schaute über das Land« Der fiLwdartlg-ungeheure Eindruck war überwältigend schön. Die Erde hat noch ihre Wunder. Das Fabelgesicht der Dämmerung strahlte mich Einsamen an, gleich wie das Spiegelbild einer menschenlosen Sternenlandschaft. Die Sonne sank, der Regenbogen stieg empor, und wie er sich langsam hob, verlor er an Leuchtkraft und verging. Der Abendwind begann zu wehen, leises, schlangenhaftes Zischeln und zitterndes Flüstern durchstrich das hohe Buschgras, geheime Stimmen durchirrten die Wildnis, als raunten die Seelen der Tropenpflanzen. Schlüpften kleine Tiere durch die Dickichte? Leben regte sich, wie von schweifenden Buschgeistern. Plötzlich spürte ich an meinem Fuß eine leise Berührung. Es war jemand da, in Eidechsengestalt. Eine große Eidechse hatte sich herangewunden und zu mir gesetzt. Ihr schlanker, braungrüner Drachenleib lag auf dem Schwefelstein, und ihr spitzer Kopf auf meinem Schuh. Sie hatte noch nie einen Lederschuh gesehen, und es mochte ihr auch gleichgültig sein — mein Schuh war für sie ein Stück Holz oder Stein, Totes im Eidechsenland. Ahnungslos waren ihre blinkenden Perlaugen auf mich gerichtet, kleine Glasknöpfe voll bläulich-grauem, gelb- durchblinktem Schimmer. Ich rührte mich nicht und wagte kaum zu atmen. Die Eidechse blickte mich an und ich die Eidechse. Dann, ehe ich noch die unschuldsvolle Eintracht zwischen mir und dem stummen Wesen recht begriff, war sie auch schon zerstört. Die Eidechse mußte ein verdächtiges Geräusch gehört haben, sie hob den Kopf und war verschwunden. Im gleichen Augenblick ging die Sonne unter, die Farben erblindeten, und die Steppe lag als flaches, stumpfes Dunkelgrün vor mir, das sich rasch mit Finsternis sättigte. - Berufserzieher in die Gchulbeiraie! Von Otto (Sfonqe, Serlw. Vor kurzer Zeit brachte „Der Gemeindetag", die Zeitschrift für deutsche Kommunalpolitik, einen beachtenswerten Hinweis auf die gemeindliche Schulverwaltung unter der Ueberschrift: Um die Berufs- schule.. Es wurde gefordert, daß die praktische Durchführung der mit der Berufsschule zusammenhängenden Aufgaben gemeinschaftlich von den gemeindlichen Schulträgern, der Deutschen Arbeitsfront, der Wirtschaft und der Lehrerschaft erstrebt werden müsse. Auch sei die fachliche Durchgliederung der kleineren Berufsschule erforderlich. Dieser Ruf kommt aus der Reihe der Schulträger selbst. Er sucht den Standort, an dem die von ihm unterhaltene Ausbildungsstätte ihre Aufgabe erfüllen kann. Der Schulträger wendet sich an dis Lehrerschaft, an die Deutsche Arbeitsfront und an die Wirtschaft. Er will die Verantwortlichkeit ansprechen, die er bei den Genannten erwartet. Der Schulträger hat mit seiner Stimme das Stichwort für eine Überprüfung der noch geltenden Anschauungen über die Berufsschule gegeben. Diese Stimme sollte darum von allen Berufserziehern in der Lehrerschaft und im Arbeitsleben gehört werden. Der Aufsatz verrät die Gefahr, in der die Berufsschule stehen würde, wenn sie ohne Mitwirkung der Erziehungsberechtigten im Arbeits- und Wirtschaftsleben in ihrer oft schon isolierten Stellung verbleibt. Die Verantwortlichen werden daran erinnert, nicht wieder den liberalistischen Fehler zu wiederholen, eine eigene Berufsschulpolitik zu treiben. Die Berufsschule muß heute ihre bisher oft fehlgeleitete Entwicklung in den Gesamtrahmen der deutschen Berufserziehung lenken. Sie. muß sich als dienendes Glied in der ihr ursprünglichen Aufgabe der Berufserziehung bekennen. Dieses Bekenntnis wird die Voraussetzung dafür sein, an der Neugestaltung der deutschen Berufserziehung ebenso verantwortlich teilzunehmen, wie das von der Lehrerschaft und von den im Arbeitsleben stehenden Berufserziehern gefordert werden muß. Die Neugestaltung wird sich aber nur dann vollziehen, wenn in nationalsozialistischer Disziplin alle an der Berufserziehung beteiligten Personen und Körperschaften in ihrem Willen und Handeln übereinstimmen, wenn die Richtlinien für die neue Berufserziehung aus dem Arbeitsleben entstehen und wenn sie ihre Verwirklichung unter das Gesetz der Leistungsgemeinschaft unseres Volkes stellen. Als Berufserzieher sind die Persönlichkeiten gemeint, die mitten im Arbeitsleben stehen, die als Meister in ihrem Berufe oder am Arbeitsplatz gelten und die fähig sind, die Anforderungen an die Berufsausbildung und -erziehung des arbeitenden Menschen zu überblicken. Der „Vertreter" einer bestimmten Berufs- ober Wirtschaftsgruppe wird heute nicht gebraucht, sondern der Berufserzieher, der als beruflich tätiger Lehrer oder als Betriebsführer, als Hanowerksmeister, als Werkmeister oder Vorarbeiter überall im Arbeitsleben anzutreffen ist. Von diesen Persönlichkeiten wird ein großes Maß persönlicher Verantwortung, charakterlicher Werte, die nationalsozialistische Zuverlässigkeit und die Sachkunde der beruflichen Erziehung gefordert. Aus diesem Kreise der Berufserzieher werden die Schulträger in Preußen die Mitglieder der Schul- beiräte zu berufen haben. Erst am 1. April d. I. sind die neuen Bestimmungen für Preußen in Kraft getreten. Bisher haben sogenannte Schulvorstände oder Schulausschüsse bestanden, in ihrer bisherigen Zusammensetzung blieben sie erfolglos. Nunmehr werden fach- und sachkundige Personen in die Schuldeiräte der Berufsschulen gelangen. Wen» alle tropischer Sonnenglut der Gegner erreicht, und der Nahkampf begann. Furchtbar wüteten Bajonett und Kolben, und Entsetzen packte die Russen in ihren Gräben." In der Schilderung eines Kompanieführers des bayrischen Infanterie-Regiments Nr. 22 heißt es: „Von rechts über die Mulde und oben von dem »Iägerhäusll bekamen wir ein übles Flankenfeuer. Immer mehr schoben wir uns kriechend und eingrabenb vorwärts. Am stärksten war das Feuer von rechts seitwärts. Aber auch vorn schossen sie noch, also waren noch immer Leute im Graben. Mit Schutzschildern versehen, kletterten unsere Leute bis zum Drahthindernis vor. Bis dahin hatte unsere Artillerie, mit einem Feuerschutz dicht vor uns her. noch das Vorgehen begleitet. Am Drahthindernis stockte das Vorgehen. Da gab es plötzlich links einen Ruck. Die Russen schienen zurückzugehen. Unsere Leute sprangen sofort auf, ich hinüber über das Drahthindernis. Die Leute mir nach! Der eine stolperte, der andere blieb hängen, aber bald waren wir fast alle im Graben. Schon streckten die Russen die Hänge hoch und winselten. Hier im Graben sah es schrecklich aus. Tote und scheußlich verstümmelte Russen lagen darin und dahinter. Verwundete, Gewehre, Tausende von Patronen, Kochgeschirre und allerlei Materialien lagen auf dem Boden herum. Die Artillerie und die Minenwerfer hatten schreckliche Arbeit geleistet." Dr. W. H. Aus aller Meli. Furchtbare Explosion in Nlukden. — Bisher 64 Todesopfer. Im Arsenal in Mukden in der Mandschurei ist vor einigen Tagen ein Großfeuer ausgebrochen, das bis jetzt 64 Todesopfer gefordert und außerordentlich großen Sachschaden angerichtet hat. Das Feuer wird auf eine Kesfelexplosion zurückge- führt, die, wie vermutet wird, durch Sabotage herbeigeführt wurde. Das Standrecht ist sofort verhängt, der Vizedirektor des Arsenals und mehrere Arbeiter seien bereits verhaftet worden. Die Explosion war so stark, daß mehrere Tote angeblich zwei Meilen vom Arsenal entfernt gefunden wurden. Die japanische Polizei hat 13 Verhaftungen vorgenommen. Furchtbare Granalexplosion in Bourges. — Bier französische Arbeiter getötet. Bei der Anfertigung einer Granate großen Kalibers wurden vier Arbeiter der Hauptschule für Feuerwerker in Bourges durch eine Explosion getötet. Zwei von ihnen wurden zerfetzt. Die Explosion war so stark, daß der Eifenbeton- unterftanb, in dem die Arbeiten ausgeführt wurden, völlig zertrümmert wurde. Lastkraftwagen vom Zug überrannt. — Zwei Insassen getötet. Ein Personenkraftwagen durchfuhr die geschlossene Schranke der Weidkampstraße bei Essen-Berge- Borbeck. Der Wagen wurde im gleichen Augenblick von der Lokomotive eines durchfahrenden Eilgüterzuges erfaßt, mitgeschleift und zertrümmert. Die beiden Insassen des Wagens, deren Personalien noch nicht festgestellt werden konnten, wurden auf der Stelle getötet. Der „CEinbredjerfönig“ von Kärnten zum Tode verurteilt. Ein berüchtigter Verbrecher namens Isidor Stürze!, der von der Bevölkerung der „Einbrecherkönig von Kärnten" genannt wird, stand vor dem Klagenfurter Geschworenengericht. Er ist angeklagt, 13 Einbrüche begangen, einen Wachbeamten niedergeschossen und viele Personen mit dem Tode bedroht zu haben. Der Verbrecher wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Wirbelsturm über Bordeaux. 'In der Gegend von Bordeaux hat ein Wirbelsturm großen Schaden angerichtet. Viele Schornsteine wurden umgerissen. Durch zahlreiche Trümmer und riesige Staubwolken ist der Kraftwagen- verkehr stark behindert. Auch die Flußschiffahrt hat unter dem Unwetter zu leiden. Verluste an Menschenleben werden bisher nicht gemeldet. Der Bergrutsch am Tatzelwurm. — keine weitere Gefahr. Die im Gebiet des Tatzelwurms abgerutschten Bergmassen sind nunmehr durch das Aufhören der Niederschläge nahezu zum Stillstand gekommen. Die Hauptmure hatte sich bis Donnerstag- früh noch ganz langsam fortbewegt. Durch die Beendigung der Schneefchmelze hat sich die Wasserbildung vermindert und übt nicht mehr den Druck wie bei Beginn des Erdrutsches aus. Die Kommission der Sektion für Wildbachverbauung in Rosenheim, die dieser Tage an Ort und Stelle weilte, ist der Ansicht, daß wohl noch weitere Erdmassen beim Eintreten einer Schlechtwetterperiode abrutschen werden. Eine Gefahr für den großen Tatzelwurm- Wasserfall, der etwa 20 Minuten von dem Berg- rutschgebiet entfernt liegt, besteht vorerst nicht. Voolsunglück auf der Unterweser. — Drei Personen ertrunken. Der 60jährige Bauer Campen, der 50jährige Bauer Kuhlmann und dessen 25 Jahre alter Sohn hatten mit einem Kahn den Ort Werder an der Unterweser verlassen, um von einer gegenüberliegenden Ortschaft Sand zu holen. Auf der Rückfahrt nach Werder geriet der vollbeladene Kahn in der Mitte des Stromes in den Sog eines vorbeifahrenden großen Frachtdampfers der „Neptun"- Linie, wodurch das schwerbeladene Boot mit dem tieferen Teil absackte und bald völlig in den Fluten verschwand. Die Insassen versuchten sich in bas Beiboot zu retten, bevor sie jedoch die Leine kappen konnten, wurde auch dieses unter Wasser gezogen. Alle drei Insassen ertranken. Französisches Militärflugzeug brennend abgestürzt.— Ein Toter, ein Schwerverletzter. Ein französisches Militärflugzeug, das zu einem Probeflug geftärtet war, ist bei Saint Aubin südlich von Paris aus 200 Meter Höhe brennend abge stürzt. An Bord befanden sich zwei Leutnants. Es scheint, daß der Flugzeugführer infolge Fehlzündung des Motors notlanDen wollte, aber die Gewalt über den Apparat verlor. Der Beobachter erkannte die Gefahr und sprang mit dem Fallschirm ab. Der Schirm öffnete sich jedoch nicht, und der Leutnant erlitt beim Aufprall so schwere Verletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der Flugzeugführer ist mit dem Flugzeug verbrannt. Haupttagung der Deutschen Röntgen-Gesellschaft. Am Sonntag, 28. April, beginnt in Berlin die diesjährige wissenschaftliche Haupttagung der Deutschen Röntgen-Gesellschaft. Sie steht unter dem Vorsitz von Professor B a e n s ch (Leipzig). Zur Losung der der Röntgen-Gesellschaft gestellten Aufgaben, nämlich der Förderung der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Röntgenkunde und Strahlenforfchung, vereinigt die Gesellschaft in ihren 1200 Mitgliedern eine Arbeitsgemeinschaft von drei Berufsgruppen, Aerzte, Physiker und Ingenieure. Entsprechend dieser Zusammen- setzung werden auf den jährlich stattfindenden Haupttagungen der Gesellschaft drei Hauptthemen behandelt, Diagnostik, Therapie, Physik und Technik. Die diesjährigen Referate und Vorträge zum Thema Diagnostik stehen im Bemühen um die Erkennung von Geschwülsten des Schädelinnern. Sie haben das Ziel, die Verfeinerung der Diagnose zu fördern. Die Vorträge über Strahlentherapie erhellen neuere Methoden Der Röntgenbestrahluna bösartiger Geschwülste und die Dosismessung bei der Radiumbehandlung. Auf dem Gebiet der Physik und Technik wird über neuere Ergebnisse in der Atom- forschung und über Elektrodenstrahlen und deren Bedeutung für die Strahlentherapie berichtet werden. Außer den deutschen Fachleuten sprechen auch vier ausländische Geleyrte. Schulträger den Sinn des preußischen Gesetzes recht verstehen, Dann müssen sie die neu zu berufen- Den Schulbeiräte verpflichten, an Der Gesamt- gestaltung Der Berufserziehung und an Der Neu- orDnung Der Berufsschule verantwortlich mitzu- wirken. Sie werDen sich mit Den Fragen Der Berufsberatung, Berufswahl unD -Vorbereitung, Der Berufsausbildung in Der Lehre und in Der Schule sowie mit Den Anforderungen an die Berufsleistung Des Erwachsenen beschäftigen müssen. Die Auswahl Der Erzieher in Betrieb und Schule, Die Lehrmittel und -methoDen sowie Das Prüfungswesen begutachten. Sie können der Mittler sein zwischen Den Bedürfnissen Des wirklichen Arbeitslebens unD Den berufserzieherischen Einrichtungen. Auf diesem Wege kann auch die noch bestehende Entfremdung Der Wirtschaft von der Berufsschule vermindert, wenn nicht gar beseitigt werden. Es muß auch wieder jene ErziehungÄbereitschaft Der „Meister" im Berufe geweckt werDen, Die einmal zu Den ersten Pflichten im HanDel unD Handwerk gehörte — dann aber später von den rechnerischen und verstandesmäßigen Ueberlegungen des persönlichen Vorteils überwuchert wurde. Wenn es den in der Berufserziehung tätigen Lehrern und Arbeitsmännern gelingt. Die noch fehlende Einheit der Berufserziehung durch die praktische Gemeinschaftsarbeit zu begründen, wird unser Berufsschulwesen allen berechtigten Ansprüchen genügen können. Dann kann jenes Wort, das wir oft über dem Eingang unserer Schulen in lateinischer Sprache gelesen haben, wieder seinen Sinn bekommen: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir". Die beiden Dumas hatten Appetit. Der ältere Dumas war nicht nur wegen seiner Dichtkunst, sondern auch wegen seines außergewöhnlich gesunden Appetits weithin bekannt. Seinem Magen mutete er alles zu, ohne daß feine Gesundheit Schaden darunter litt. Während in Paris gerade eine Choleraevidemie wütete, und sich jeder besonders vor dem Genuß von rohen Früchten hütete, fand der junge Dumas seinen Vater in feiner Wohnung, wie er gerade behaglich mehrere Melonen verspeiste. Der Sohn schrie entsetzt auf und machte dem Vater heftige Vorwürfe. „Laß doch", sagte dieser, „jetzt ist gerade die rechte Zeit, Me- tonen zu essen, sie kosten nichts." — Der junge Dumas war übrigens ein ebenso starker Esser und schien den bewunderungswürdigen Magen des Vaters geerbt zu haben. Als jemand darüber staunte, wie er einen Teller mit Radieschen ober Krabben füllte, die er beide leidenschaftlich gern aß, bemerkte er nur: „Beruhigen Sie sich, das bekommt mir nur schlecht, wen» ich wenig davon _____ Der nationale Feiertag in Gießen L- Der Massenaufmarsch auf Oswaldsgarten. Landesobmann der DAF. (ganz links) auf der Tribüne. ■ ■ I-b-i ufen- [amt« Neu« iihu* Ajtnrs, von oben nach unten: Der Arbeitsdienst marschiert. — Die Korporationsfahnen der Studentenschaft. — Vorbeimarsch der Ehrenkompanie vor dem Standortältesten. — Forstmänner und Waldarbeiterinnen. hing, der Be- Wn, hule, mgs- sein >eits« «gen. ,ende schule . Es i der jnmal -werk ischen »rfön* 5 den i Ar- heit rak- cjrün- w jenes lserer wie' chule, m en las pen len Mitte: Oben: Rektor und Kanzler der Universität (in der ersten Reihe in der Mitte) im Festzug. Unten: Die Ehrenkompanie des Reichsheeres auf dem Marsch. Rechts, von oben nach unten: Ehrenformation der DAF. mit Fahnen. — Das Jungvolk auf dem Marsch. — Die SA. an der Spitze des Festzuges. - Eine interessante Gruppe der Metzger. (Aufnahmen: Photo-Pfaff) ft . die )er Sie sch hast der ;en» sell- ein- iker nen« upt- han- Sie ma ng IQ5 rn. ere Ze- im» ech- onv nen WN' auch der im en n< üd« nd 'Ul: ilge der ich- all: mb re ge. >em seiner w: fanni- seine Ö E er in sM Sach' Oe« junge r urw IlIflÄ ibben ierftt nur lter an ■er« ick. in ei® di en e H )(. n Ul °h lte le. nb m. ck. % .... i WM •v Ä M 6 M z - Der gestrige nationale Feiertag des deutschen Volkes stand auch in unserer Stadt im Zeichen einer wunderbaren Geschlossenheit aller deutschen Volksgenossen. Wohin man schauen und hören konnte, überall merkte man eine Geisteshaltung und eine Willensrichtung, die sich der Größe unserer Zeit und der Schwere ihrer vielfältigen Aufgaben, aber auch der großen Bedeutung des gewaltigen Aufbauwerkes der nationalsozialistischen Regierung und des Erfordernisses der vollen Bereitschaft zum Einsatz aller Kräfte für das Gelingen dieses Werkes bewußt ist. Die ausgezeichnete Stimmung der deutschen Volksgenossen und ihre volle Bereitschaft zu treuer Gefolgschaft hinter unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler brachte auch gestern wieder riesige Menschenmassen auf die Beine, die sowohl in ihrer Zahl, wie auch durch ihre innere Beschwingtheit bekundeten, daß sie eine feste Grundlage sein wollen, auf die der Führer bei seinem Aufbauwerk sich vertrauensvoll stützen kann. Die freudige Stimmung des gestrigen Tages konnte auch dadurch nicht im mindesten beeinträchtigt werden, daß in den Vormittagsstunden zur Zeit des Aufmarsches vorübergehend das schlechte Aprilwetter sich noch einmal in Erinnerung brachte, im Gegenteil, die Witterung war sowohl zum Maschieren, als auch während der Aufstellung bei der großen Kundgeoung auf Oswaldsgarten entschieden angenehmer als im Vorjahre, wo die Zugteilnehmer unter der damaligen starken Hitze allerlei zu erdulden hatten. So hat dieser nationale Feiertag des deutschen Volkes nach jeder Richtung hin den bei seiner Vorbereitung gehegten Erwartungen entsprochen und ist ein bedeutsamer Meilenstein auf dem Marsche in das neue Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers geworden. Das festliche Bild der Gtadt. In allen Teilen der Stadt sah man würdigen Festschmuck. Die Banner des Dritten Reichs grüßten in überaus reicher Zahl von den Häusern, dazu kam der reiche Schmuck mit dem frischen Grün des Waldes in Gestalt von Girlanden, Bäumen, Kränzen usw. Vielfach sah man in Schaufenstern außerdem Schmuckherrichtungen, bei denen die Symbole des neuen Deutschland den Kernpunkt bildeten. Wenn auch der anhaltende Regen am Dienstagnachmittag und -abend den Schmuck der Häuser etwas verzögerte, so wurde dafür am gestrigen Feiertag in der Frühe noch um so eifriger an der Ausschmückung gearbeitet. Als dann die riesigen Menschenmengen durch die Straßen fluteten, konnte man überall im Sonnenschein des ersten Maitages ein außerordentlich farbenprächtiges Bild der Stadt in sich aufnehmen. Oer Auftakt: Oie IX. Symphonie. Der große nationale Feiertag fand am Dienstagabend einen Auftakt, wie er würdiger nicht gedacht werden konnte. In der Volkshalle wurde die Neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt. Es ist ein außerordentliches dankbar anzuerkennendes Verdienst der NS.-Gemeinfchast .Kraft durch Freude" im Kreise Gießen, daß sie den schaffenden Volksgenossen die Gelegenheit bot, dieses einzigartige Werk zu hören. Erfreulich ist besonders, daß der Eintrittspreis so gehalten wurde, daß jeder, auch der weniger bemittelte Volksgenosse, daran teilnehmen konnte. Sehr verdienstvoll ist es außerdem, daß verschiedene hiesige Betriebe durch Spenden von Freikarten ihrer Belegschaft den Besuch der Auführung erleichterten. Die große musikalische Veranstaltung war gut besucht. Etwa 3500 Zuhörer hatten sich eingefunden, die mit größter Aufmerksamkeit dem Werke folgten. Um die Au führung haben sich die verschieck schiedensten Organ! ationen unserer Stadt, soweit sie Musik und Gesang pflegen, verdient gemacht. Die Zuhörer dankten für den erhebenden Abend mit anhaltendem herzlichen Beifall, der in gleichem Maße dem Dirigenten, Untversitätsmusik- direktor Professor Dr. Temesvary, den Solisten des Abends, den Musikern, wie auch den Sängerinnen und Sängern der Vereine unserer Stadt galt. Sehr angeregt und dankbar für den außerordentlich künstlerischen Genuß, den der Abend brachte, verließ man die Volkshalle. Eine Würdigung der Aufführung bringen wir im Feuilleton unseres heutigen Blattes. OieIugendkundgebung am Vormittag. Am gestrigen Tage waren gegen 8 Uhr die Formationen von Hitler-Jugend, Jungvolk, BDM. und Jungmädelschast angetreten, um auf Oswaldsgarten die Uebertragung der Reden aus Berlin anzuhören. Eine Reihe von Klassen der verschiedenen Schulen bot auf dem Platz in ihrem bunten Durcheinander mit dem Braun und Schwarz der HI. ein farbenfreudiges Bild. Die Iugendkundgebung, in deren Mittelpunkt die von Berlin übertragenen Reden standen, wurde mit einigen kurzen Begrüßungsworten durch Jungbannführer 116 Siguro T a e s l e r eröffnet. Nach einem „Vorspruch" folgte ein von einer Schar vorgetragener Sprechchor: „Wir Arbeiterjungen" (von Ludwig Hebold). Sodann ergriff der Führer des Bannes 116 6er HZ., Geff. Erich Schreiber, das Wort ^u folgender Ansprache: Kameraden, Kameradinnen! Am heutigen Tage bekennt sich das gesamte deutsche Volk in allen seinen Schichten und Ständen zur Arbeit und ihrem Segen. Wo sonst Gewehre knatterten und die Haßgesänge des Klassenkampfes ertönten, marschiert heute eine zu Stolz, Aufrichtigkeit, Manneszucht und Disziplin erzogene Jugend, und diese Jugend fühlt in sich die heilige Verpflichtung und Verantwortung, die das Sterben jener Jugend ihr auferlegte, die vor Langemarck oder bei Ppern mit dem Deutschlandlied auf den Lippen stürmte und starb — und im Sterben noch siegte. Kameraden, die Schranken der Stände, Berufe oder Konfessionen, die lange Zeit die deutsche Jugend zerrissen haben, sind gebrochen. Geläutert durch die Entsagungen und den ungeheuren Kampf des Krieges und der Nachkriegsjahre wissen wir heute, daß nur der ein Recht zu fordern hat, der auch die Pflicht zur Leistung auf sich nimmt. Deshalb wollen wir uns in dieser feierlichen Stunde vereinigen in dem Gelöbnis, gemeinsam zu arbeiten, niemals zu verzweifeln und die ganze gläubige Hingabe unserer Herzen auf den Opferstein des Vaterlandes niederzulegen, um uns mit ganzer Kraft und Seele zu Deutschland und feinem gewaltigen geschichtlichen Schicksal zu bekennen. Dieser heutige Tag, Kameraden, soll weiter dafür Zeugnis ablegen, daß die deutsche Jugend in einer Stärke und Einheitlichkeit wie nie zuvor in der deutschen Geschichte ein Gelöbnis ablegt zum neuen Deutschland und seinem Führer Adolf Hitler, daß sie gelobt, treu zu sein, um tapfer das heilige Erbe zu wahren und rein zu halten, das dereinst in ihre Hände gelegt werden wird. Kameraden, wir müssen einen Kampf weiter kämpfen, denn immer neu muß die Freiheit und das Leben errungen werden und nie darf das Volk müde werden oder träge, und immer müssen seine Besten zum letzten und höchsten Einsatz bereit sein, immer muß es in Deutschland die ewigen Freiwilligen der Nation geben, die die Fackel der Freiheit hoch emporschwingen. Ihr alle, die ihr Hitlers Jugend seid, Jugend aus seinem Geiste, ihr alle sollt Freiwillige sein, den Kampf zur Größe des Reiches weiter und zum Siege zu führen, und dann kann Deutschland nie und nimmer vergehen. Leben, als Freier und Stolzer leben, heißt kämpfen. Und ihr alle sollt Kämpfer sein, euer Leben lang, denn auf unsere Schultern wird das Schicksal der Nation gelegt werden. In uns, Kameraden, Arbeiter der Faust und der Stirne, lebt die Volksgemeinschaft, diese Volksgemeinschaft, wie sie nur unter denen ist, die einen Ballast bürgerlicher Bindungen hinter sich geworfen haben und nur eins kennen: d i e Kameradschaft. Uns ist es als erste Jugend gelungen, eine Kluft, die zwischen dem Jungarbeiter, Schüler oder Land- jungen lag, nicht nur zu überbrücken, sondern durch Opfer, die gebracht wurden, symbolisch auszufüllen. Hitlerjugend, der Garant für die weitere Reinheit des Kampfes, dessen Ziel der Staat der nationalen Ehre und sozialen Gerechtigkeit ist, was wir tun, tun wir nicht für den einzelnen, sondern für die gesamte Nation. Unser Ziel sei Deutschland, nichts als Deutschland! Hierauf begann gegen 8.30 Uhr die Uebertragung der Reden aus Berlin, die gegen 9.30 Uhr mit dem Lied der Jugend, das von allen Anwesenden mitgesungen wurde, ihren Abschluß fanden. Die einzelnen Formationen marschierten dann geschlossen ab. Der Festzug. Im Anschluß an die feierliche Verpflichtung der Vertrauensmänner in allen Betrieben vor den versammelten Gefolgschaften erfolgte der Aufmarsch der Kolonnen des schaffenden deutschen Volkes zu dem großen Festzug. Von allen Seiten her rückten die Gefolgschaftsgruppen der Arbeiter der Stirn und der Faust in geschlossener Gemeinschaft nach den bestimmten Sammelpätzen. Das war, etwa von 10 Uhr ab, in allen Straßen ein überaus starkes Leben und Treiben der zum Teil mit frohem Marschgesang oder mit heitern Scherzworten heranrückenden Kolonnen! Die Spitze des Festzugs, gebildet von der PO., stand im Hindenburgwall in der Nähe des Stadttheaters, daran schloß sich die erste große Marschgruppe durch die Gartenstraße hindurch bis zum Ludwigsplatz, während die übrigen Marschgruppen in gleichfalls sehr großer Stärke in allen Seitenstraßen Aufstellung genommen hatten. Den Aufmarsch zum Festzug leitete der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfenmüller mit Unterstützung der Amtswalter der Ortsgruppen Gießen-Ost, unter deren umsichtigem Wirken die Aufstellung und Ordnung des Festzuges glatt und reibungslos vor sich ging. Mit klingendem Spiel marschierte gegen 11 Uhr eine Ehrenkompanie der Gießener Garnison des Reichsheeres heran, überall von den aufgestellten Zugteilnehmern mit herzlicher Sympathie begrüßt. Unter schneidiger Marschmusik der Militärkapelle, des Musikzugs der SA.-Standarte 116, des Musik- zugs der HI. und der Stahlhelmkapelle ging es dann vom Hindenburgwall aus in dem großen Festzug, in dem viele Tausende von Volksgenossen und Volksgenossinnen aller Berufe marschierten, zum Oswaldsgarten. Die Fahnen der PO., der SA. und des Arbeitsdienstes wurden an der Spitze des Zuges getragen, begleitet von den Mitgliedern der PO., einem Ehrensturm der SA., der SS., sowie des Arbeitsdienstes, letzterer mit geschultertem Spaten. Anschließend folgte eine Ehrenformation her Deutschen Arbeitsfront und ihren Fahnen, sodann in vielfältiger Gruppierung die große Masse der Betriebsgemeinschaften, des Handwerks, Gewerbes usw. Ihnen schloß sich das junge Deutschland, vertreten durch die HI., mit ihren Fahnen, den BdM. und das Jungvolk mit Wimpeln. Hierauf folgten die Polizei mit ihrer Fahne, die Universität mit den Korporationsfahnen der Studenten und viele, viele weitere Gruppen von schaffenden deutschen Menschen, zusammengeschlossen nach ihrer Betriebszugehörigkeit. Dann folgte die Gruppe der verschiedenen Vereine mit dem NSDFB. (Stahlhelm) an der Spitze und mit den Fahnen der Militär- und Regimentsvereine. In dem Festzug sah man mancherlei schöne Bilder aus der Arbeit der einzelnen Marschgruppen. Besonders hervorzuheben als Originalität ist dabei die Mitführung eines großen Schlachtochsens, den die Metzgerinnung als eindrucksvolles Zeichen ihres nahrhaften Handwerks vorführte. Ferner seien die Maikrän^e der Schreinerinnung, die mit Blumen reich geschmückte Jnnungslade der Schuhmacher, mit frischem Grün geschmückte Wagen verschiedener anderer Gruppen und die in Schneeweiß leuchtende Berufskleidung anmarschierenden Gruppen der Bäcker, Weißbinder und Barbiere, außerdem noch die in ihrer blauen Arbeitstracht einherschreitende Gruppe der Autoschlosser erwähnt. Vielfach marschierten die Gruppen zu frohen Marschgesängen, überall aber mit freudig leuchtenden Gesichtern, die der Ausdruck der inneren Freude an dem denkwürdigen Vorgang waren. Große Menschenmassen, in der Hauptsache natürlich Frauen, Mädchen und Kinder, säumten die Marschstraßen vom Ludwigs- Platz aus durch die Gartenstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neustadt bis zum Oswaldsgarten zu beiden Seiten und bekundeten den marschierenden Kolonnen ihre herzliche Sympathie. Unter den Zuschauern sah man in Der Neustadt auch den Landesobmann der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker (Frankfurt a. M.) mit mehreren Begleitern, der den Marsch feiner Kameraden aus der DAF. mit regstem Interesse beobachtete. Oie Kundgebung auf Oswaldsgarten. Der Aufmarsch der riesigen Menschenmenge auf Oswaldsgarten zu der großen Kundgebung wurde von dem Ortsgruppenleiter Gießen-Mitte, Pg. Horst, mit Unterstützung feiner Amtswalter und von Helfern aus der SA. in glatter Weife geregelt. Vor dem mächtigen Aufbau des Hoheitszeichens und der Banner der Partei an der Seite vor der Feuerwache war die Tribüne für die Aufstellung der Fahnen aufgebaut, die in überaus reicher Weife mit Fahnengruppen besetzt war. Die Spitzen der Partei hatten hier gleichfalls Aufstellung genommen. Vor der Tribüne standen die Ehrenkompanie der Garnison mit dem Standort- ältesten und dem Offizierkorps an der Spitze, in der Mitte waren die gewählten Vertrauensmänner zur Verpflichtung auf den Führer aufmarschiert, daneben standen die SA. und SS. mit den Standartenführern Lutter und I a f o b e r an der Spitze. Hinter dieser Front der Kundgebungsgemeinschaft standen HI., BdM., Jungvolk und bann die große Menge der Volksgenossen und Volksgenossinnen aus den Betrieben, aber auch die übrigen Teile der Gießener Garnison, um gemeinsam die Rundfunkübertragung von der großen Feier auf dem Tempelhofer Feld anzuhören. Unter dem Schein der Maisonne bot sich hier ein überaus eindrucksvolles Bild. Die auf dem Platze aufmarschiex- ten großen Kolonnen waren von einer gewaltigen Menschenmenge rundum umgrenzt, die alle miteinander voll Spannung der Uebertragung zuhörten und an deren Schluß freudigen Herzens dem Füh- rer und Reichskanzler Adolf Hitler und damit Deutschland ihr Gelöbnis zu weiterer treuer Gefolgschaftmitarbeit darbrachten. Nach dem Abschluß der Kundgebung rückten die Gruppen nach allen Gegenden der Stadt ab. Die Ehrenkompanie des Reichsheeres und die übrigen Kompanien machten dabei vor dem in der Kirchstraße an der Feuerwache stehenden Standortältesten einen außerordentlich schneidigen Vorbeimarsch, bem eine große Menschenmenge mit starkem Interesse als Zuschauer beiwohnte. Der Rest des Tages und der Abend waren überall in der Stadt den Feiern der Betriebsgemeinschaften gewidmet. Gemeinschastsabend der Universität. Sämtliche Angehörige der Universität, Dozenten, Studenten, Beamte und Angestellte, hatten sich mit ihren Angehörigen am Abend des 1. Mai im Gießener Studenthaus in sehr großer Zahl aufammen» gefunden, um in echt nationalsozialistischer Volksverbundenheit den Tag der nationalen Arbeit zu beschließen. Sämtliche Räume des „Hindenburg- hauies der Gießener Studentenschaft" waren festlich geschmückt und für die Maifeier wohl vorbereitet. Ein Bierzelt, Apfelweinbuden, eine Schießbude, ein „Haut ihn den Lukas" und andere gemütliche Ecken sorgten für abwechslungsreiche, frohe Stunden. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 eröffnete mit flotten Märschen den Feierabend. Nach einem Sprechchor hielt der Rektor der Landesuniversität, Prof. Or. pfahler, eine Ansprache an die Versammelten: „Das gemeinsame Band der Arbeit halte uns zusammen, und wir sollten dafür sorgen, daß uns diese Volksverbundenheit nie mehr genommen würde. Der Mensch brauche einen langen Weg, bis er wisse, was eigentlich Arbeit heiße, und bis er dahinter gekommen sei, was es bedeute. Wenn wir heute in Der Deutschen Arbeitsfront ständen, sei es nun der Arbeiter der Faust oder der Stirn, so müßten wir in dem Bewußtsein an unsere Arbeit gehen, daß wir sie für unser Volk tun. Wir würden so wenig von der Arbeit, die der andere tue, wissen und was es heiße. Tag für Tag harte Arbeit zu verrichten. Der Krieg, der. einerseits immer eine Zeit der Tränen für die Mütter und Bräute fei, sei für die Männer ein Lehrmeister gewesen. Wenn man zusammen im Stollen oder im Quartier gelegen hätte. da habe man von der Not und der Arbeit seines Volksgenossen manches erfahren. Wenn wir dies Erlebnis des Krieges nicht gehabt hätten, wo könnten wir heute abend nicht so zusammen sein. Dis heutige Jugend lerne dieses Erlebnis im Arbeitsdienst. Wir hätten heute den Stolz, ein geeintes Volk zu sein, und wir wollten dies behalten bis in die ferne Zeit der Geschichte. Wenn heute die ganze Welt aufheulte, wenn wir einige U-Boote wieder bauen würden, dann sollten sie das eine wissen, daß das geeinte Volk hinter seinem Führer stehe. Es sei eine schwere Aufgabe, ein solch geeintes Volk zu werden. In unseren Reihen wollten wir dafür sorgen, daß Klassenhaß und.Standesdünkel Begriffe einer vergangenen Zeit seien. Wenn wir so zusammenstehen und zusammen feiern, dann sorgten wir für die, die nach uns kämen. Auch an dem heutigen Abend sei unseres Führers gedacht, auf dem die ganze Last und Sorge des Volkes ruhe, und der uns diese Feier gab. Ihm gelte unser Gruß: „Sieg-Heil!" Nach dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessellied brachte der Klinikchor unter der Leitung von Herrn Schmitz zwei Lieder von Silcher: „Es zogen drei Burschen" und „Nun leb' wohl du kleine Gasse" zu Gehör. Ein Student trug hierauf „Das Lied der Arbeit" von Broger vor. Mit dem gemeinsamen Lied „Es pfeift von allen Dächern" war das eigentliche Festprogramm beendet. In den verschiedenen Räumen spielte nun dis Musik zum Tanze auf, und allerlei nette lieber« raschungen wurden von den Studenten geboten. Nur allzu rasch vergingen die Stunden kameradschaftlichen Zusammenseins. Aus der provlnzialhauvtstadi. Deutsche Arbeitsfront. RS.-Gemelnfchafl „Kraft durch Freude". „W iffenschaft im Dienst des Volkes." Der dritte Vorttag in der Universität findet am heutigen Donnerstag, 2. Mai, statt. Pg. Professor Hummel hält einen Vortrag, der für weiteste Kreise und besonders für viele Kameraden aus den Betrieben von Interesse sein wird, über „Die Geologie auf der Suche nach Erdöl". Erdöl ist ein wichtiger Rohstoff für den Betrieb unserer Kraftfahrzeuge. Der deutsche Boden liefert bisher nur ungenügende Erdölmengen. Die Wissenschaft muß daher danach streben, weitere Oelquellen auf deutschem Boden zu erschließen. Der Vortrag soll zeigen, in welcher Weise die Geologie an dieser Ausgabe mitarbeitet und wie sie überhaupt die wissenschaftlichen Grundlagen für die Erschließung neuer Bodenschätze barbieten kann. .Der Eintritt ist wiederum, wie zu allen Vorträgen in dieser Reihe, frei! Heidelbergs ahrt am 5. Mai. Die Karten für die Heidelbergfahrt können ab 2. Mai hier abgeholt werden. Einige Plätze sind frei geworden und werden noch ausgegeben. Genaue Abfahrt und Ankunftzeiten werden in der Freitag- und Samstagnummer der Zeitungen bekanntgegeben. Fahrt nach Köln zum Fußball- Länderspiel Deutschland — Spanien am 1 2. Mai. Die Fahrt findet nunmehr bestimmt statt. Der Fahrpreis beträgt 6,70 Mark einschließlich Mittagessen, Fahrt zum Stadion und Eintrittspreis. Gesamtteilnehmerzahl 600. Abfahrt und Ankunftzeiten werden noch bekanntgegeben. Der Fahrpreis ist bis spätestens Mittwoch, 8. Mai, auf unser Konto bei der Bezirkssparkasse oder auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, einzuzahlen. Die Karten sind ab kommenden Samstag bei uns abzuholen. Karten, die bis zum 8. Mai nicht abgeholt sind, werden frei verkauft. In drei Tagen 50 Ferienfahrer „Kraft durch Freude" in Gießen. Ein Beweis dafür, daß die Ferienfahrten „Kraft durch Freude" sich größter Beliebtheit erfreuen, ist die Tatsache, daß in den letzten drei Tagen 50 Volksgenossen aus dem Kreis Gießen sich zur Teilnahme an einer achttägigen Ferienfahrt gemeldet haben. Eine ganze Reihe von Ferienzügen ist schon ausverkauft. Es ist deshalb ratsam, schon jetzt sich die Ferienzeit zu bestimmen und eine Fahrt aus dem Iahresprogramm auszusuchen. Lust- und Seepostbeförderung nach und von Amerika Vom 4. Mai an werden zur Beschleunigung des Verkehrs mit Amerika wieder Reichspostflüge (Nachbringeflüge) von Köln nach Cherbourg, die den Dampfern „Bremen" und „Europa" Spätlingspost nachbringen, und Dorausflüge (Schleuderflüge) von den beiden Dampfern nach Neuyork und nach Southampton eingerichtet. Befördert werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen und Pakete beschränkten Ausmaßes. Erste Nachbringeflüge ab Köln 10 Uhr, an Cherbourg 14.30 Uhr, am 4., 11., 22. Mai und 1. Juni, Schleuderflüge nach Neuyork am 8./9., 15./16., 26./27. Mai und 5./6. Juni, nach Southampton am 15., 22. Mai, 2. und 13. Juni. Zeitgewinnung durch Benutzung der Nachbringeflüge bis zu drei Tagen (durch Erreichung eines früheren Dampfers), der Schleuderflüge nach Neuyork ein Tag, beider Flüge zusammen bis zu vier Tagen. Im Vorjahr haben alle Flüge planmäßig stattgefunden. Die neben den gewöhnliche Auslandgebühren zu entrichtenden Luftpostzuschläge sind um die Hälfte ermäßigt worden und betragen, je nachdem die Beförderung auf einem Nachbringeflug, einem Vorausflug oder auf beiden Flügen gewünscht wird, nur noch 15, 25 und 40 Pf. für ie 20 Gramm. Auch die Zuschläge für Pakete sind stark herabgesetzt worden. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. 3«m Oberführer der SA. ernann . Der Führer der SA-Brigade 147, Oberhessen, Gustav Schmidt in Bad-Nauheim, ist mit Wirkung vom 20. April durch den Obersten SA.« Führer Adolf Hitler zum Oberführer ernannt worden. Handwerksmeister und Geselle. Am gestrigen nationalen Feiertag vollzog sich in dem Hause des Bäckermeisters Wilhelm Loeb er, Walltorstraße, die feierliche Ehrung eines langjährigen Mitarbeiters, bei der das innige Ver- trauensverhältnis zwischen Handwerksmeister und Gesellen in schönster Weise zum Ausdruck kam. Bäckermeister ßoeber ehrte den in 20jähriger Mitarbeiterschaft in seinem Bäckereibetrieb verdienten Bäckergesellen Wilhelm Schreiner, gebürtig aus Alten-Bufeck, mit herzlichen Worten her Anerkennung und des Dankes für die langjährige treue Gefolgschaft und vorbildliche Pflichterfüllung und überreichte ihm als äußeres Zeichen dieser dankbaren Anerkennung ein Ehrengeschenk. Gleichzeitig wurde die am gleichen Tage 10 Jahre lang in dem Hause ßoeber als Hausgehilfin tätige Elisabeth Oest, gebürtig aus Treis a. b. ßha., ebenfalls mit herzlichen Worten her Ehrung und her engen Verbundenheit ausgezeichnet. Den übrigen Mitarbeitern des am gestrigen Tage übrigens seit 190 Jahren im Besitz der Familie ßoeber stehenden Bäckereibetriebs wurden diese Jubilare der Arbeit als nachahmenswerte Vorbilder bezeichnet und ihnen gleichzeitig das enge Vertrauensverhältnis zwischen Meister und Gesellen als Richtschnur für rechtes handwerkliches ßeben und Wirken vor Augen gestellt. Gießener wochenmarkipreife. * Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8V2 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, (grün) 30 bis 35, Weißkraut 12 bis 15, Rotraut 28 bis 30, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Spargel 90 Pf. bis 1,10 Mark, Unterkohlrabi 8 bis 10 Pf., Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50 Pf., Zwiebeln (neue Ernte) 25, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4 Pf., her Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60 Pf., Salat 25 bis 30, Salatgurken 50 bis 70, ßauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 15 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf. vornottzen. — Tageskalender für Donner stag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": Vortrag „Die Geologie auf der Suche nach Erhol". — ßicht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Der Zigeunerbaron". — Astoria-ßichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz". — Die Heimatvereinigung „Schiffenberg" hält am nächsten Sonntagnachmittag auf hem Schiffenberg ihre Jahresversammlung ab. An- Ländermannschaft in Oberheffen am bekämpfun der Elf Sportverein 4928 Garbenteich. Wißmar I — Garbenkeich I 2:4 (1:3). Der Sportverein 1928 Garbenteich weilte erzielten zwei Tore. Zur zweiten Halbzeit traten die Steinbacher in Umstellung an und erzielten rasch den Ausgleich. Die Gastgeber mußten in der Folge stark verteidigen um das Unentschieden zu halten. Steinbach belagerte das Fellingshäuser Tor, ohne jedoch zu weiteren Erfolgen kommen zu können. Schiedsrichter Schnabel- Wieseck leitete gut. Die Jugend von Steinbach weilte in Lich und' brachte einen schönen 6:0-Sieg nach Hause. Am kommenden Sonntag tritt die erste Elf Steinbacher auf eigenem Platz gegen die erste von Rodheim an. Handball-pokalrunde um den Wanderpreis des Kachamtes. Der Gau Nordhessen hat eine neue Einrichtung geschaffen, und zwar eine Hallballpokal- Runde um den Wanderpreis des Fachamtes, in dem um einen wertvollen Preis, der das Symbol unseres hessischen Handballsportes werden soll, gespielt wird. Der Sieger der Pokalrunde, an der alle ersten Mannschaften teilnehmen können — für die Mannschaften der Gau- und Bezirksklasse ist es Pflicht — übernimmt den Wanderpreis, der in jedem Jahr neu ausgefpielt wird, für ein Jahr. Sein Name wird in den Sockel eingraviert. Einzelheiten darüber sind den Vereinen durch Rundschreiben bekanntgemacht worden. Es ist zu hoffen, daß diese Veranstaltung einen neuen Auftrieb für das schöne Handballspiel geben wird und daß sie dazu beiträgt, immer weitere Kreise dafür zu interessieren. ,KC.Teutonia"Wahenbom-Steinberg FL. Teutonia Watzenborn-Steinberg I gegen Ober-Widdersheim I 4:1 (0:0). Das Spiel des vergangenen Sonntags war für die Sportanhänger eine große Enttäuschung. Die Gaste haben einzelne gute Kräfte in der Elf — im übrigen dürften ihre Erfolge der letzten Zeit aber doch nur dem körperlichen Einsatz und der Schnelligkeit jedes einzelnen zuzuschreiben sein. Die Teutonenelf, stark verjüngt ohne Lang, Buß und Schäfer konnte sich dem hohen Spiel der Gegner gegenüber nicht durchsetzen, erfreulich aber war es, daß sich die junge Mannschaft nicht verwirren ließ. Erst in der zweiten Spielhälfte kamen sie durch überlegenes Spiel richitg in Zug und drückten diese Ueberlegenheit durch vier Treffer aus. Die Gäste erzielten das Tor im Anschluß an einen Eckball. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Fellingshausen I — Steinbach I 2:2. Zum Rückspiel weilte Steinbach in Fellingshausen. Steinbach spielte mit drei Mann Ersatz. Außerdem fehlte der etatmäßige Tormann. In der ersten Halbzeit gestaltete sich das Spiel ziemlich ausgeglichen, die Gastgeber waren aber glücklicher und * Burg-Gemünden, 2. Mai. Der 63jährigs Steinbrucharbeiter Wilhelm Stein von hier, der sich mit dem Fahrrrad auf der Heimfahrt von Homberg nach Burg-Gemünden befand, kam an einer abschüssigen Stelle der Straße ins Rutschen und verlor die Herrschaft über das Rad. Beim S t u r z erlitt der bedauernswerte Mann einen Schädelbruch. Außerdem ist zu vermuten, daß er sich innere Verletzungen zuzog. Der Verunglückte wurde zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 29. April. Der Männer« gesangverein „Liederkranz 190 0" hielt im Saalbau „Zum Johannisberg" bei gutem Besuch seine Hauptversammlung ab, die mit dem Deutsches Sängergruß und zwei Volkschören eingeleitet wurde. Vereinswalter Krömmelbein gedachte sodann der verstorbenen Mitglieder Kaspar Kurz, Wilhelm Vollmüller und Hermann Keutzeü, Kunstlum-Ländettampf Deuschland-Agarn Kampf und Sieg der deutschen Mannschaft. Der Unterschied zwischen dem Können der beiden Nationalmannschaften war hier so groß, daß eine Gefährdung des deutschen Sieges nicht mehr in Frage kommen konnte. Weltmeister Pelle brachte es als bester Ungar auf 9,9 Punkte, wurde aber von Winter mit 10 und Sandrock mit 9,95 Punkten noch überboten. Damit hatte Deutschland den Kunstturn - Länderkampf gegen Ungarn mit 343,85 :333,10 Punkten für sich entschieden. * Nach Schluß des offiziellen Wettkampfes lud die Stadt Breslau durch ihren Oberbürgermeister Dr. F r i d r i ch die beiden Nationalmannschaften mit ihrer Begleitung und die Vertreter der Wehrmacht zu einem Empfangsabend ein, zu dem auch Reichssportführer von Tschammer und Osten erschien. Der ungarische Generalkonsul verlas ein Telegramm des Führers und Reichskanzlers mit folgendem Wortlaut: „Der Nationalmannschaft des ungarischen Turnverbandes danke ich für ihre freundschaftlichen Grüße, die ich herzlich erwidere. Ich verbinde damit meine besten Wünsche für einen guten Verlauf des freundschaftlichen Wettkampfes mit der Deutschen Turnerschaft in Breslau, gez. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Die Ungarn hatten beim Grenzübertritt folgendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler abgesandt: „An den Reichskanzler des deutschen Volkes. Beim Grenzübertritt nach Breslau ein kräftiges „Heil" dem Führer des deutschen Volkes. Die ungarische Nationalmannschaft des Ungarischen Turnverbandes." Nach Dankesworten des Vizepräsidenten des Ungarischen Turnverbandes hielt Reichssportführer von Tschammer und Osten in kameradschaftlichstem Geiste eine Ansprache. Nach einem „Sieg- Heil!" auf den Führer und den ungarischen Reichsverweser H o r t h y , in das die Anwesenden begeistert einstimmten, wurde der Festabend abgeschlossen. Plätze wird das Berliner Poststadion stadlon beim Schmeling — Poalino - Kampf am 7. Juli aufweisen, davon sind etwa 22 000 Sitzplätze. Einen neuen Weltrekord im Stab- hochfvrung mit einer Höhe von 4,40 Meter stellte der Amerikaner Bill Garber bei einem Sportfest in Santa Barba (Kalifornien) auf. Deutscher Gepäckmarschmei'ster wurde wieder der Titelverteidiger Schulze (Hannover). .Eine Niederlage erlitt Deutschlands bockenden — Alten-Buseck 3:4; 1900 II — To. 1846 Gießen 2:0; VfB. Ilb — Wevdorf komb. 2:2; VfB. Jugend — Werdorf Jugend 1:4; Krofdorf — Spfr. Wetzlar 2:3; Fellingshausen — Steinbach 2:2; Kinzenbach — Allendorf 4:5; Wißmar — Garbenteich 2:4; Vetzberg — Altenvers 4:5; Frankenbach — Erda 0:3. HandballimKreisLahn-Dill(SauXH) TV. H a u s e n — TV. A tz b a ch 3:12 (3:8). Man bekam ein flottes Spiel zu sehen, in dem die Gäste sich bald als die besseren erwiesen. Ihre anfänglich leichte Ueberlegenheit wurde zusehends stärker, so daß sie bereits in der Halbzeit klar führen konnten. Bei Hausen vermißte man das sonst gewohnte genaue Zuspiel und die sichere Ballbehandlung. Der Sieg Atzbachs ist auch in dieser Höhe verdient. Tv. Holzheim — Tv. G a m b a ch 9:8 (5:3). In diesem Spiel trafen aroei gleichwertige Mannschaften aufeinander, die hart um den Sieg kämpften. Es gab ein spannendes Treffen, das die Einheimischen mit viel Glück für sich entscheiden konnten. Ein Unentschieden wäre der gerechte Ausgang gewesen. TV. Holzheim II — TV. Gambach II 1:3. Hier erwiesen sich die Gäste als die Besseren und gewannen ihren Kampf auch in dieser Höhe verdient. Wettkampf der Kleinkaliberschützen von Krofdorf,Bieber,Wilsbach,Launsbach. Am vergangenen Sonntag fand in Launsbach der erste Wettkampf der Kleinkaliberschühenvereine von Krofdorf, Bieber, Wilsbach und Launsbach statt. Dem Kreisschießleiter Christ-Bieber stellten sich 11 Mannschaften zu je 4 Mann. Geschossen wurden je 3 Schuß liegend, knieend und stehend freihändig ohne angezeigt. Die beste Mannschaft mit 322 Ringen wurde die 1. Mannschaft des Schützenvereins Launsbach, dann folgte Krofdorf, mit 314, Bieber mit 276 und Wilsbach mit 229 Ringen. Bester Einzelschütze war Melching (Bieber) mit 91 Ringen. Einen von einem Mitglied des Schützenvereins Launsbach gestifteten Blumenkorb als Ehrenpreis errang mit 35 Ringen Kreisfchiehleiter Christ- Bieber. Kurze Sportnotizen. Beim erften polnischen Leichtathletikfest dieser Saison stellte der Warschauer Lokajiski mit 65,73 Meter einen neuen Landesrekord im Speerwerfen auf. Die Strecke für das olympische Straßen- Radrennen wurde jetzt festgelegt. Sie ist 100 Kilo- meter lang und führt von der Avus, deren Nordschleife Start und Ziel ist, über den Kilometerberg, Staaken, Döberitz, Olympisches Dorf, Krampnitz, Karolinenhöhe, Heerstraße, Reichssportfeld, Kilometerberg und Avus-Südschleife. B ei den Brasilianischen Ruder« Meisterschaften in Rio de Janeiro errangen deutsche Ruderer im Zweier „mit" und im Achter die Titel. g e erlitt Deutschlands Hockey- . , , Amsterdam. Sie wurde von Holland im Beisein von 5000 Zuschauern knapp mit 1:2 geschlagen, nachdem sie bei der Pause noch mit 1:0 in Führung gelegen hatte. Elizaoeth Ryan, die bekannte kalifornische Tennisspielerin, die in den letzten zwanzig Jahren neben zahlreichen anderen Erfolgen allein in Wimbledon 19 Meistertitel im Doppelspiel erringen konnte, will sich vom aktiven Sport zurückziehen. vergangenen Sonntag mit seiner ersten und seiner Jugendmannschaft in Wißmar. Die Mannschaften brachten Siege nach Hause. Die erste Elf zeigte wie- derum ausgezeichneten Fußball. Der Ball wanderte flach von Mann zu Mann, so daß der Gastgeber mit seinem hohen Spiel nur selten aufkommen konnte. Lediglich durch ihre geschickte Verteidigung konnten die Wißmarer eine höhere Niederlage verhindern. Die beiden Jugendmannschaften spielten vorher. Auch hier siegte Garbenteich verdient mit 2:1 Toren. Die neuaufgestellte erste Schülermannschaft mußte im Kampf gegen die Schüler des VfB.-R. Gießen eine 6:0-Niederlage hinnehmen. Fußball in Ruppertsburg. Ruppertsburg — Ockstadt 2:4. Am vergangenen Sonntag weilten die Ock- städter Germanen in Ruppertsburg zum ersten Aufstiegsspiel. Nach schönen Leistungen gingen die Gäste mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber gingen nun sehr aus sich heraus, erzielten aber vorerst keine Erfolge. Die Ockstädter erhöhten vielmehr auf 2:0. Jedoch erzielten die Gastgeber bis zur Halbzeit den Gleichstand. Nach der Pause kam es zu einem harten körperlichen Kampf, den die Gäste mit zwei weiteren Toren gewinnen konnten. Fußballergebniffe der Kreisklaffen. Heuchelheim — Albshausen 1:4; Tgde. Wetzlar — Langenaubach 1:0; Steinberg — Ober-Widdersheim 4:1; Nidda — Leihgestern 4:1; Großen-Lin- ll. Merlau, 29. April. Der hiesige Obstbau, verein hielt dieser Tage eine Versammlung ab. Der Verein, der jetzt 72 Mitglieder zählt, steht hinsichtlich der Mitgliederzahl an erster Stelle im Kreise Alsfeld. Im Verlauf der Versammlung beschäftigte man sich eingehend mit Fragen der S ch ä d l i n g s- bekämpfung. Für die Anschaffung einer Obstbaumspritze wurde von jedem Mitglied eine Mark als Eintrittsgeld erhoben. Der Rest der Unkosten soll aus Beitragsgeldern und einem Reichszuschuß bestritten werden. Die Schädlingsbekämpfung war systematisch durchgeführt worden. Die Obstbaum- anlagen im Gebiet des Vereins machen einen ausgezeichneten Eindruck. — Im Gottesdienst wurden der Gemeinde elf Schulneulinge und zwölf Konfirmanden vorgestellt. <£ Nieder-Ohme n, 30. April. Am 1. Mai tritt unser Kreisstraßenwart Ludwig Reichel wegen Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten R u h e st a n d. Herr Reichel war in unserer Gemeinde 36 Jahre als Straßenwart tätig und hat sich während dieser Zeit durch einen großen Diensteifer die Beliebtheit der Bevölkerung sowie die Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde erworben. Ein Nachfolger ist bis jetzt noch nicht ernannt. schließend findet eine Familienzusammenkunft statt. (Siehe Anzeige.) * ** Durch Verleihung des Schlageter- fchildes ausgezeichnet. Dem Justizanwärter Otto Ellrich beim Amtsgericht Gießen wurde für leine Teilnahme an der Niederwerfung der Spar- iakusaufstände in Thüringen und im Vogtland in den Jahren 1920/23 das Schlagerschild verliehen. ** Eine empfindliche Kälte brachte uns, als Auftakt vom Mai, die letzte Nacht. Es wurden bis zu 2,5 Grad Kälte gemessen, unter deren Auswirkung die Baumblüte stellenweise Schaden gelitten hat; insbesondere sind davon die Kirschen und Zwet- schen, teilweise auch die Pfirsiche betroffen. ** Steuerfreiheit für Sonderzahlungen zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes. Es gibt Betriebsführer, die ihren Gefolgschaftsmitgliedern zum nationalen Feiertao des deutschen Volkes im allgemeinen als Zehrgelder gedachte Sonderzuwendungen machen. Der Reichsfinanzminister hat entschieden, daß solche Sonderzuwendungen als übliche Gelegenheitsgeschenke lohnsteuerfrei bleiben dürfen, wenn sie zwei Mark nicht übersteigen. Ueberschreiten sie diesen Betrag, so sind sie in voller Höhe einkommen- und lohnsteuerpflichtig. ** Sitzung des Provinzialausschusses. Am Freitag, 3. Mai, 8,30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landaraf- Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Jakob Stampfl in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamtes Gießen vom 29. Jan. 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheinös für das Kj. 1935; 2. Beschwerde des Max R u h - land in Bad-Nauheim gegen die Entscheidung der Bürgermeisterei Bad-Nauheim vom 7. März 1935 wegen Zurücknahme der Milchhandelserlaubnis; 3. Dienststrafverfahren gegen den städtischen Gelderheber Hugo Klinkerfuß zu Bad-Nauheim. im Fenster- und Balkonschmuck, sowie großer Blumenausstellung in der Turnhalle, dürfte erreicht Kreis Friedberg. + Butzbach, 29. April. Nach vorausgegange- nem Gottesdienst für Schulanfänger, bei dem eine zahlreiche Gemeinde anwesend war, fand heute die Aufnahme der schulpflichtigen Kinder statt. Insgesamt konnten 72 Kinder ausgenommen werden (33 Knaben und 39 Mädchen); außerdem dürfen 6 Jungen und 9 Mädchen auf Probe den Unterricht besuchen. An Pfingsten wird aber der endgültige Schulbesuch der letzteren entschieden werden. Kreis Büdingen. * Nidda, 1. Mai. In Echzell stürzte die Witwe Scheuermann in ihrer Scheune so unglücklich von einer Leiter ab, daß noch einigen Tagen der Tod infolge schwerer innerer Verletzungen eintrat. Kreis Schotten. d) Laubach, 30. April. Am Sonntag fand hier in unserer Kirche ein Gottesdienst zu Beginn des neuen Schuljahres für die Abc- Scbützen statt. Die Kirche war von Eltern und anderen Gemeindegliedern sehr gut besucht. Unter Vorantritt des Ortsgeistlichen und des Lehrerkollegiums zogen die Kindtzr in die Kirche ein. In Lied, Gebet und Wort wurde auf den Sinn dieser Stunde hingewiesen und sie eindrücklich gemacht. Am Montag fand dann die feierliche Schulaufnahme statt. Rektor Döll widmete den Müttern, die ihre Kinder gebracht hatten, herzliche Worte, worin er vor allem gegenseitiges Vertrauen erbat. Es sind ungefähr 30 Kinder, die in die Schule gekommen find, daunter auffallend mehr Mädchen als Knaben. )—( Ruppertsburg, 29. April. Gestern fand hier die Konfirmation durch Pfarrer Scriba, Wetterfeld, statt. Der Gottesdienst war sehr stark besucht. Eingesegnet wurden 8 Knaben und 9 Mädchen. Nachmittags brachten die Eltern ihre 13 Kleinen, die heute in die Schule ausgenommen werden sollten, zum Schulanfänger-Gottesdienst. Kreis Alsfeld. Dr. Edmund Neuendorff, der frühere Führer der Deutschen Turnerschaft, ist einem Autounfall zum Opfer gefallen. Während der Bruder Dr. Neuendorffs, der Frankfurter Universitätspro- fessor Dr. Richard Neuendorff, ums Leben kam, wurde der frühere DT.-Führer mit lebensgefähr- lichen Verletzungen ins Krankenhaus überführt. Ein 97jShriger. £ Lauterbach,!. Mai. Der älteste Mit- büraer unserer Stadt, Karl Heinrich Vollmöller I., kann am 3. Mai seinen 9 7. Geburtstag begehen. Der Jubilar erfreut sich körperlicher und geistiger Frische und betätigt sich noch im Betriebe seines Sohnes, ferner vertreibt er sich die Zeit mit fleißigem Holzhacken und mit der Freude an seinem Pfeifchen. Die öffentlichen Vorgänge unserer Zeit verfolgt er mit größtem Jn- teresfe. Landkreis Gießen. = Steinbach, 2. Mai. Ein bedauerlicher U n - fall traf Frau Susanne R e u s ch l i n g am vergangenen Samstag. Frau R., die im 68. Lebensjahr steht und noch die häuslichen und landwirtschaftlichen Arbeiten mitbesorgen konnte, siel bei ihrer Arbeit rücklings die Treppe herunter. Dabei zog sie sich schwere Prellungen und Zerrungen im Oberschenkel und der Hüftengegend zu. Da Frau R. schon fast zwei Jahre durch die Krankheit ihres Gatten, des Kirchenvorstehers Jakob R., dessen Pf'ege sie stark in Anspruch nahm, belastet ist, traf sie und ihre ganze Familie der Unfall doppelt schwer. Sie gehört auch, ebenso wie die kürzlich verunglückte Witwe Gerhard, zu den Müttern, die im Weltkrieg den Sohn haben opfern müssen. s. Lang-Göns, 29. April. In der festlich geschmückten Kirche wurden gestern die Konfirmanden, 8 Knaben und 19 Mädchen, eingesegnet. Im vorigen Jahre waren es 23 Knaben und 21 Mädchen. — Am heutigen Montag fand ein G o 11 e s d i e n st für die Sechsjährigen, die zur Schule kommen, und ihre Angehörigen statt. Anschließend war die S ch u l a u f n a h m e. Im ganzen wurden in diesem Jahre 29 Kinder von Lehrer Konrad in die vierte Klasse ausgenommen. ch D o r f - G i l l, 30. April. Am Sonntagnachmittag fand hier die feierliche Überweisung des Jungvolks in die Hitlerjugend und der Jungmädel in den B d M. statt. Es waren die Einheiten der Standorte Dorf-Gill, Muschenheim, Birklar und Bettenhausen angetreten. Gemeinsam gesungene Lieder, Gedichte von Baldur v. S ch i r a ch und Sprechchöre brachten das Wollen der Hitlerjugend zum Ausdruck. Nachdem die Namen der 21 für die Bewegung gefallenen Hitlerjungen verlesen waren und in Lied und Gedicht der Toten vom 9. November gedacht worden war, richtete Gefolgschaftsführer Witzel (Inheiden) in einer eindrucksvollen Ansprache ernste und mahnende Worte an die zu überführenden Jungen und Mädel. Darauf wurde die feierliche Verpflichtung vorgenommen. Das Lied der Hitlerjugend beschloß die Feierstunde. * Staufenberg, 30. April. In den Waldungen von Staufenberg, in denen nach dem Windfall im Februar zahlreiche Bäume aufgearbeitet werden mußten, fand nunmehr eine weitere Holzversteigerung statt. Gegenüber den beiden vorhergegangenen Versteigerungen wurden verhältnismäßig niedrige Preise erzielt. Je 2 Raummeter Buchenscheiter kosteten 16 Mark, Kiefernrundscheiter 8 bis 10 Mark, Fichtenrund- cheite 1. Klasse 5 bis 5,50 Mark, 2. Klasse 4 bis 4,50 Mark. Das Nutzholz wurde zu. den üblichen Preisen verwertet. Etwa 2500 Meter Fichten- und Kiefernstämme wurden von der Firma Nuhn (Lollar) übernommen. Die ortsansässigen Handwerker deckten ebenfalls ihren Bedarf. 4- Grünberg, 30. April. Im hiesigen Ob stund Gartenbauverein sprach Obst- und Gartenbauinspektor R e n t s ch (Friedberg) über „Fenster- und Balkonschmuck". In eingehender Weise behandelte er die wichtigsten Sorten, die als Schmuck an Fenster und Balkon verwandt werden: Geranien, Petunien, Fuchsien, Begonien, Lobelien, Balsaminen, Nelken u. a., ebenso auch die zur Bekleidung der Wände und Balkone dienenden Schlingpflanzen: Efeu, wilder Wein, Rankrosen, Pfeifen- trauch, Geisblatt u. a. Der Redner empfahl das Pflanzen in Kästen, die Töpfen vorzuziehen find, weiterhin wies er darauf hin, daß man Blumen mit Farben wählen soll, die zur Erzielung einer größeren Wirkung von der Hauswand als Hintergrund abstechen sollen. Ebenso sprach er noch über die Zusammensetzung der zu benutzenden Erde,, sowie in welcher Weise das Düngen und das Begießen zu erfolgen hat. Dem Redner wurde für feine lehr- reichen Ausführungen reicher Beifall gespendet. Der Zweck des Vortrages, Anregung und Winke für die vom Obst- und Gartenbauverein in diesem Jahre geplanten Veranstaltungen zu geben: Wettbewerb Kunstturn-Länderkampf Deutschland — Ungarn. Am vorgestrigen Sonntag wurde vor 9000 Zuschauern in der Breslauer Festhalle der mit Spannung erwartete Kunstturn - Wettkampf zwischen Deutschland und Ungarn ausgetragen. Der Kampf endete — wir berichteten gestern bereits kurz darüber — mit einem deutschen Sieg. Nach dem Einmarsch der Fahnen und dem Absingen der Nationalhymnen fand eine herzliche Begrüßung der beiden Mannschaften durch Reichssportführer von Tschammer und Osten statt. Dann begann sofort der Wettkampf mit der ersten Uebung am Barren. Gleich an diesem Gerät sicherten sich die Deutschen einen knappen Vorsprung, der vor allem auf das flüssigere und technisch reinere Turnen der deutschen Nationalriege zuruckzuführen ist. Der Frankfurter Winter erreichte von der Höchstpunktzahl 10 9,7 Punkte und war damit der beste Mann an diesem Gerät vor dem Ungarn Pelle, der es auf 9,5 Punkte brachte. Mit 56,8 :54,15 Punkten lag Deutschland nach der ersten Prüfung bereits knapp in Front. Am Sprungpferd erhielt als einziger Schwarzmann die Höchstpunktzahl 10, doch zeigten die Ungarn hier schon wesentlich besseres Können als am Barren, aber trotz alledem konnte Deutschland nach der zweiten Uebung seinen Vorsprung auf 114,20 :111,55 Punkte ausdehnen. Auch am nächsten Gerät, dem Querpferd konnten die Deutschen ihre Ueberlegenheit klar zu Tage treten lassen. Nach einer kurzen Pause wurde an den Ringen geturnt. Hier machte sich eine ziemlich klare Ueberlegenheit der Ungarn bemerkbar, die gerade beim Ringturnen sehr erfolgreich waren. In den Freiübungen dominierten die Deutschen wieder, die vor allem durch die Ausführung ihrer Uebungen großen Beifall fanden. Mit einem Gesamtergebnis von 284,75 :279,20 Punkten wurde in die letzte Kürübung am R e ck eingetreten. Und gerade am Reck konnten die Deutschen ihre Ueberlegenheit wieder erkennen lasten. Waffenring der Flugabwehr. Die Bezirksfuhrung des Waffenrings der Flugabwehr m dem die Kameraden der ehemaligen Flugabwehr-' und Scheinwerfer-Truppen zusammengefaßt sind, lädt alle Kameraden in Gießen und der Nachbarschaft ein zu einer Besprechung am Freitag, 3. Mai 20.30 Uhr, im „Augustiner". (Siehe Anzeige am Dienstag.) ** Die Sommerkurzeit in Bad-Nau- heim ist nunmehr eröffnet worden. In unserem heutigen Anzeigenteil werden die verschiedenen Veranstaltungen der nächsten Zeit bekanntgegeben. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. Große Strafkammer Gießen. Wegen Blutschande an seiner minderjährigen Tochter wurde der 1879 in Rödgen geborene, zuletzt in Bad-Nauheim wohnhafte Georg Becker zu 2 Jahren Zuchthaus und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Der Angeklagte ist schon mehrfach wegen politischer Vergehen vorbestraft und befindet sich zur Zeit in Strafhaft in der Zellenstrafanstalt Butzbach. Der Wilhelm T r ä n t e r aus Gießen wurde wegen Verächtlichung des Dritten Reiches an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche zu 70 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte war seiner Zeit vom yiesigen Schöffengericht sreigesprochen worden. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Pfandbruchs wurde eine Familie aus Zahmen vom Amtsgericht Herbstein, und zwar der G. F. zu 4 Wochen, der W. E. zu 3 Wochen und die K. E. zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Den Angeklagten wurde auf Grund eines Schuldtitels ein Acker mit Kartoffeln gepfändet/Trotzdem machten sie die Kartoffeln aus. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein, die jedoch verworfen wurde. W ■i Kreuzplatz 9 begri ten. H Halter rat 2 der N hau! Pharr am 6 Weiter war tauf ttho! Hol- des1 muri seine mut ein unn ein der für i mit Prof baua: fuhrt Sii Dien neug inmi gern« Gast kolo; Urhebe 11 ftor Liane werden bietet es "Aber nch moh. braucht »Er o „Wie? "Nein, D«e Tc Mamtne, *ßenn er Ju entsch .^brauch li)r beib M uni ™9 we "Dann i "Nein - . --U| ?» nichi^i B-UZ-"! "b «r>L Preußen Fest der Diamantenen Hoch - Gleichzeitig kann die Gattin ihren begehen. Der Jubilar steht im am 2. Mai das zeit begehen. 77. Geburtstag 89. Lebensjahr. KrSmmelbeln wurde einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Zu seinem Stellvertreter bestimmte er Fritz Wächter. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab der Dereinsführer bekannt, daß der Verein am 19. Mai am Wertungssingen des Gaues Vogelsberg-Nord in Schlitz teilnimmt. Mit dem Gedenken an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Die Forderung der HI.: Erholung für den schaffenden deutschen Jungen! Der weg: Die Zeltlager der Hitlerjugend! menden Elternschaft doppelt und groß, und manchem, der noch nicht den Weg in das Jungvolk finden konnte, ist in dieser Abendstunde ein Licht aufgegangen. Recht überzeugend wirkten auch die klaren und begeisterten Worte des Jungbannführers Schlegel, sowie das Schlußwort des Fähnleinführers Medenbach, dessen Mahnruf „Hinein .in das JV." bei 5 Buben erfolgreich war. Hof- Protokoll und Jahresbericht wurden gukgeheißen. Der Verein zählt 177 Mitglieder. Die Rechnung wies in Einnahmen 1187,59 Mark, in Ausgaben 1023,32 Mark und einen Kassenbestand von 164,27 Mark aus. Die Rechnung wurde in Ordnung befunden. Sangesbruder Han i t sch sprach dem Gesamtvorstand Dank, Anerkennung und Entlastung im Namen der Versammlung aus. Dereinswalter fentlich findet seine Frage „Wo sind nun die letzten Elf?" recht bald die befriedigende Antwort? „Auch im Jungvolk!" cnd Rodheim a. d. Bieber, 28. April. Im letzten Winter veranstaltete die Deutsche Arbeitsfront in der hiesigen Schule für die Jungmädchen einen F o r t b i l d u n g s l e h r- gang in allen hauswirtschaftlichen Arbeiten, insbesondere im Kochen und Nähen. In Frl. Marie Börding und Frl. Maria Hellwig (Gießen) hatte man zwei Lehrende gefunden, die ihrer Aufgabe in jeder Weise gewachsen sind. Das zeigte die gestrige Schluß aus st ellung im Schlierbach- schen Saale. Mit viel Geschmack waren hier die Unterrichtsergebnisse der Winterarbeit aufgebaut und dem Publikum vorgeführt, das mit großem Interesse, insbesondere die ausgestellten Handarbeiten und die Ergebnisse des Kochunterrichts bewunderte. Wohl bet allen Besuchern der reichhaltigen Schau wird die Erkenntnis des Wertes der Ein- Oer Führer als Ehrenpate. LPD. Dillenburg, 1. Mai. Beim 1 2. l e - benden Kinde, einem Mädchen, der Eheleute Gustav Heinrich R e e h im benachbarten Nanzenbach hat der Führer und Reichskanzler die .Ehrenpatenschaft übernommen. Diamantene Hochzeit. LPD. Herborn, 1. Mai. Die Eheleute Berg- invalide Wilhelm Friedrich Schäfer und Frau Elisabeth, geb. Pfeiffer, in Uebernthal können Kunst und Wissenschaft. Eine umfassende Tizian-Ausstellung in Venedig. Eine Gesamtschaü der Werke Tizians wurde in Venedig unter großen Feierlichkeiten im Palazzo Pesaro eröffnet. Die Stadt stand völlig im Zeichen dieses Ereignisses, das durch die Anwesenheit des Königs von Italien eine besondere Bedeutung erhielt. Die einzigartige Schau zeigt 100 Gemälde des großen italienischen Malers, die aus aller Herren Ländern zusammengetragen wor- den sind. Sie gibt in einer nicht zu übertre-ffenden Geschlossenheit ein Bild des gesamten Schaffens Tizians. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. Bieber, 29. April. Am Samstagabend veranstaltete das hiesige Fähnlein „R i ch t h o f e n" des DJ. i n d e r HI. im Ben- derschen Saale, der zu diesem Zwecke festlich geschmückt war, einen Elternabend, der zugleich als Werbeabend für die noch außerhalb stehenden Rodheimer Buben dienen sollte. Die Veranstaltung erfreute sich eines verhältnismäßig sehr guten Besuches. Das reichhaltige Programm gliederte sich in drei Unterabteilungen: 1. „Wir vergessen Euch nicht", 2. „Und Ihr habt doch gesiegt" und 3. „Blut und Ehre". Alle Darbietungen gelangen vortrefflich und bewiesen, daß unsere Buben in der straffen Zucht ihres jetzigen Fähnleinführers M e- d e n b a ch in guten Händen sind und recht Ersprießliches in ihren Heimabenden und Dienststunden lernen. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die Eltern, die nunmehr mit mehr Beruhigung und Vertrauen ihre Buben aus ihren Händen geben werden. So war die Freude sowohl auf Seiten der gebenden Jugend, als auch der diesmal neh- richtung dieser Abendkurse der Deutschen Arbeitsfront gefestigt worden sein und zugleich der Wunsch, auf diesem Wege weiterzuschreiten, evtl, die Kurse noch weiter auszubauen. Besondere Anerkennung gebührt den beiden Lehrerinnen, die wertvolle Erziehungsarbeit geleistet haben an den jungen Mädchen, die ihrerseits ihrer Dankbarkeit und Anhänglichkeit in der Ueberreichung von Blumenarrangements Ausdruck gaben. Der Besuch der Ausstellung entsprach zwar nicht deren Werte, doch dürften diejenigen, die eine Sonntagsnachmittagsstunde dieser Sache opferten, vollkommen auf ihre Kosten gc> kommen sein. + Kinzenbach, 30. April. Die K r e i s f i l m- stelle der NSDAP, zeigte dieser Tage im Saalbau P e u s ch den Film „W i l h e l m Teil". Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Der Film, der den Freiheitskompf des Schweizer Volkes eindrucksvoll vor Augen führte, hinterließ einen starken Eindruck. Der Filmabend wurde vom Stützpunktleiter in der üblichen Weise geschlossen. (XD Niederkleen, 29. April. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1935 schließt im ordentlichen Plan in Einnahme und Ausgabe mit 46 279 Mark, im außerordentlichen Plan in Einnahme und Ausgabe mit 6300 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögensteuer I = 165 d. H., Grundoermögensteuer II = 165 v. H., Gewerbeertragsteuer = 165 v. H., Gewerbekapitalsteuer = 165 v. H., Bürgersteuer = 100 vom Hundert. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 29. April. Der Haushaltsplan der Stadt Gladenbach schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 113 808,50 Ptark ab. Der außerordentliche Haushalt wurde in Einnahme und Ausgabe auf 34 500 Mark festgesetzt. Der vorgesehene Darlehensbetrag von 27 500 Mark wurde von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Ferner wurden die für das Rechnungsjahr 1935 vorgesehenen Steuersätze gutgeheißen. Das Darlehen soll für die Kanalisierung der Gießener Straße, für den Ausbau der Adolf-Theiß- Straße, für die Erweiterung der Wasserleitung und für den Umbau des Spritzenhauses Verwendung finden. Oie Beschäftigung der Industrie im März. Im März ist nach der Jndustrieberichterstattung des Statistischen Reichsamtes die Zahl der beschäftigten Arbeiter in der Industrie von 59,3 v. H. tn| Februar auf 61,3 v. H. der Arbeiterplatzkapazität gestiegen. Etwas stärker hat die Zahl der geleisteten Stunden zugenommen, nämlich von 53,4 v. H. auf 55,6 v. H. der Arbeitsstundenkapazität. Auch dis durchschnittliche tägliche Arbeitszeit hat sich wieder leicht erhöht. Sie beträgt im März 7,34 Stunden. Am stärksten war der Auftrieb der Wirtschaftstätig' feit in den Produktionsgüterindustrien. Hier haben sich die Industriezweige besonders stark belebt, bei denen die Beschäftigung im Frühjahr immer steigt Schwächer hat sich die Beschäftigung in den Produk- tionsgüterindustrien erhöht, die von Saisoneinflüssen so gut wie unabhängig sind. Dies gilt von einzelnen Jnvestitionsgüterindustrien wie z. B. von der Eisen» und Metallgewinnung. Demgegenüber ist die Beschäftigung im Kohlenbergbau, in Teilen der Elektroindustrie, im Dampfkesselbau und in der Herstellung von Tapeten zurückgegangen. Im ganzen hat das Arbeitsoolumen in der Gruppe der Produktionsgüterindustrien ohne ausgeprägte Saisonbewegung etwas stärker als im Vormonat zugenommen. Bel den Verbrauchsgüterindustrien war die Bewegung den unterschiedlichen Saisoneinflüssen gemäß wenig einheitlich. Zunächst ist die Beschäftigung in einer Reihe von Industriezweigen saisonmäßig zurückgegangen, so u. a. in der Seiden- und Wollindustrie, der Möbelindustrie und in der Herstellung von Holzwaren. Demgegenüber ist die Beschäftigung in einer Reihe von Verbrauchsgüterindustrien gestiegen, so u. a. in der Textilindustrie, Hausratindustrie, Bekleidungsindustrie. Stärker als im Durchschnitt der gesamten Industrie zugenommen haben u. a. die Hutindustrie, photochemische Erzeugnisse, Lederwaren ünd die Porzellanindustrie. Kreuzplatz 10 Drogerie -.521 A gehen, ist mein Betrieb 280-0 heute ab 19 Uhr gefchloiien Der Betriebsführer: August Schwarz Cafe Schwarz Um der Betriebsgemeinschaft Gelegenheit zu gebenden Tag der nationalen Arbeit dem Gaststättengewerbe entsprechend heute nachträglich zu be- Eine Assistentin vom ELISE BOCK Salon • Berlin London • Wien • Prag gibt bei mir kostenlose Behandlungslektionen am 3. und 4. Mai (Voranmeldung erbeten) Achtung! Gastwirte! Aufbau! Bayerische Großbrauerei wünscht sich in Gießen u. Umgebung sichtbar niederzulassen durch Errichtung eines 26o6V Spezial-Ausschankes womit selbst in den kleinsten Ortschaften beachtenswerte Erfolge erzielt werden. 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Q1876 Preis einschließlich Frühstück bis Mk. 60.-. 01876 Cberft Brenken, Moltkestraße 8. Heilere Wochen tmfer Sonne tnul Palmen bieten sich den Teilnehmern an der Fahrt durchs westliche Mittelmeer vom 14. Mal bis 2. Juni 1935 Der Reiseweg führt von Genua über Barcelona» Pahna de Mallorca, Algier, Malaga (Granada), Ceuta (Tetuan), Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife (Orotavatal, Puerto de la Cruz), Madeira (Sao Vicente), Vigo (Santiago de Compostela) nach Hamburg Itli»s in etwa zehnmonatiger Vauarbeit ein neue-' Heim für das Pharmakologische In- st < t u t der Universität Gießen geschaffen worden. Der Staat hatte dort durch Grundstücks- tausch nut der Stadt die frühere sog. städtische, Cholerabaracke erworben, während das zugehörige Hos. und Gartengelände dem Staat auf dem Wege oes Erbbaurechtes von der Stadt Gießen überlassen wurde. Das einstöckige Haus wurde ttn Innern für jctnen neuen Zweck gründlich umgebaut, außerdem wurde em Stockwerk aufgesetzt und es noch durch em Dachgeschoß erhöht. Als Neubau entstand m unmittelbarem Anschluß an das Haus der Hörsaal ein ansehnlicher Rundbau mit kuppelförmiger Decke, der für rund hundert Hörer Raum bietet. Die Pläne für den Um- und Neubau wurden im Einvernehmen mit dem Direktor des Pharmakologischen Instituts, Prof. Dr Hildebrandt, vom Hessischen Hoch- oauamt in Gießen ausgearbeitet, das auch die Durchführung des Um- und Erweiterungsbaues leitete Die neuen Räume des Instituts wurden am Dienstagnachmittag mit einer schlichten Feier im neugeschaffenen Hörsoal, den eine Büste des Führers inmitten von Blumen und Blattpflanzen zierte, ein- > geweiht. Zu dieser Feierstunde hatten sich zahlreiche Instituts so zu gestalten, daß es allen Anforderungen neuzeitlicher Forschung gerecht werden kann. In diesem Zusammenhang begrüßte er von dem Vor» stand der Chemischen Fabriken Knoll AG. in Ludwigshafen Direktor Daege und Professor Dr. Schmidt, von dem Vorstand der Chemischen Fabriken E. Merck in Darmstadt Dr. Karl Merck und Direktor Löw, zugleich dankte er diesen Fir- men für die großzügige Stiftung bedeutender Summen für die Inneneinrichtung des Instituts. Da die staatlichen Mittel zur Inneneinrichtung nicht entfernt ausgereicht hätten, seien die großzügigen und bereitwilligen Stiftungen auch im Sinne unseres Führers gewesen, denn durch diese Stiftungen konnte eine Reihe von Arbeitern während der wintermonate in Arbeit und Brot gebracht werden. Der Redner begrüßte weiter als Vertreter von Dr. L e i tz, Optische Werke in Wetzlar, Herrn Dumu r. Dr. Leitz, an der Landesuniversität schon seit vielen Jahren als großzügiger Förderer der Wissenschaft bekannt, hat einen Projektionsapparat modernster Prägung mit Spezialvorrichtung dem Institut geschenkt; für dieses Geschenk stattete der Redner ebenfalls öffentlich herzlichen Dank ab. Hierauf sagte er u. o. weiter: „Es dürfte den meisten der Anwesenden unbekannt sein, daß der erste Begründer der modern-n experimentellen Pharmakologie, Rudolf B u ch - heim, hier in Gießen gewirkt hat, und zwar vom Jayre 1867 bis zu seinem Tode im Jahre 1879. <2chon eine Reihe von Jahren vor Buchheim gab es ein eigenes Pharmakologisches Institut, das von Phoebus von 1844 bis 1867 geleitet wurde. Es war damals in vier Zimmern des Kollegienhaufes untergebracht, war aber wegen der beim pharmakologischen und chemischen Arbeiten auftretenden unvermeidlichen Beleidigung der Geruchsorgane dort nicht sehr beliebt und wurde 1899 in das söge- nannte Schwesternhaus in der Lonystraße verlegt. kologischen Instituts, Prof. Dr. Hildebrandt, begrüßte die Festversammlung mit herzlichen Wor- ten. Besonderen Gruß entbot er dem Kreisleiter Pg. K l o st e r m a n n, der zugleich den Reichsstott- itcSchuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche Reichspostschahan- Weisungen von 1934, I....... 6% el)cm.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4yt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6*/i% ehem. Hess. Landes.Hypo. lhekenbank Darmstadt Lloui ... 4V.% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverickr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar biS 1935 6/2% ehem. 4/2% Franks. Hhp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6/2% ehem. 4/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... **/*% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Psandbriefe R. 19 4/*% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.verrechnungSk. 35-39 4% Oesterrelchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/2% desgl. von 1913.......... 6% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 29 4- 100,13 97,4 102,5 113,4 100,4 98 96,25 100,5 92 115,5 96 100,8 100,75 96,5 96,25 105.9 26,75 1,15 7,6 7 l ,25 13,65 8.5 30-4 100,25 97 102 113,3 98 96,25 100,4 92 116 96 100,75 100,75 96,5 105,9 26,75 1,15 7,7 7,15 7 13,9 8,5 29 4 100,25 97,13 102 113,3 100,5 98,25 115,75 101 96,25 96,25 105.9 27 1,2 7,6 7 7,3 13,8 30 4 100,25 97,13 102 113,3 100,4 98 116,4 100,75 96,25 105,9 26,25 1,2 7,65 7,4 7,55 13,8 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Rumän.vereinh.Rentev.lgl3 4% Rumänische vercinh. Rente .. 214% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank........ 0 Reichsbank ................ 1-2 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Straft ........... 6/, Felten & Guilieaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer « Co.............. 7 Buderus ....... 0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener...................0 Ewesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau ............... - Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhrea........ 0 29 4 8,5 4,4 6,25 4,13 32,25 34 84 109,5 92,25 94,25 94,25 158,5 37,5 136 104,25 121 89,5 121,5 103 149 121 25 96 105,25 103 119 88 77 30-4 8,5 4,05 34,55 32 34,25 84,13 109,5 92,25 94 94 158 37,5 135,25 104,5 120,75 89 121,5 122,75 149 121,25 95,75 105 102,75 118,65 88,25 76,5 29 4 4,55 6,35 4,13 34,13 32,25 27 33,75 84,25 110,25 92,25 94,25 94,25 158,5 37,65 136,25 104,5 121 89,25 121,9 122,75 103,5 149,9 121,5 95,75 105,65 103,4 91,25 148,5 118,65 88,5 76,9 30.4- 4,5 6,5 4,05 34,4 32,13 34,13 83,75 109,25 92,4 94 94 158,5 37,25 135,4 105,25 120,5 89 122 103,75 149 121 95,65 105 103,25 91,13 147,75 118,65 88,5 76,25 Datum Mansselder Bergbau......... g Kokewerke .................. 5 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................ ßi/2 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ......... 0 Rütgerswerke ......... 4 Melallgeiellschaft.............. Philipp Hott mann...........0 Zementwerk Heidelberg ...... 6 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Payenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren....... 0 Deutsche Linoleum........... ß Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................0 Accumulatoren-Fabrik.......12 Contt-Gummi ............. 8 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M..„ 4 Süddeutscher Zucker...... 9 29 4 104,25 211 104,25 77,75 17 113,13 112,75 160 144,9 212,25 99,65 97 89,5 120,75 52,9 112,25 80,5 91,25 152,5 34,75 147,25 36,25 167 30 4 104,5 210 102,75 77,5 17 112,75 112,75 160 137,75 213 97 110 97 88,5 ]21 52,75 112 112,5 80,25 91,75 152 34,5 159 147,25 36,5 92,5 166,25 29 4 104,75 111,13 210,75 104,13 77,65 17.13 113,25 112,5 160 144,4 99,9 110.75 97 89,5 106 53,13 114 112,5 80,5 123,65 91,65 152,25 86,5 112,5 147,25 I 36,65 1 167 30.4 104,75 111.4 208,5 102,5 77,25 17,13 113 112,75 160 138 98,65 109 97 89 105,75 52,75 112 112,25 80,13 123 91,25 152,75 85,5 34,13 247,5 159,75 147 167 Geld 0,658 41,98 0,201 3,047 53,47 81,10 11,975 5,285 16,38 167,68 20,68 0,704 5,649 60,19 48,95 10,87 61,75 80,72 33,92 10,35 2,478 Brief 0,662 42,06 0,203 3,053 53,57 81,26 12,005 5,295 16,42 168,02 20,72 0,706 5,661 60,31 49,05 10,89 61,87 80,88 33,98 10,37 2,482 Banknoten Geld 0,658 41,98 0,201 3,047 53,42 81,10 11,965 5,285 16,38 167,83 20,68 0,703 5.649 60,12 48,95 10,86 61,69 80,72 33,95 10,35 2,476 lorierunq Aries 0,662 42,06 0,203 3,053 53,52 81,26 11,995 5,295 16,42 168,17 20,72 0,705 1,661 60,24 49,05 10,88 61,81 80.83 34,01 10,37 2,480 ____________Lerlin,30. April__________ Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten ................. Englische Roten ................. Französische Roten............... Holländische Roten............... Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch L esterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten ............... Geld 2,428 41,82 53,21 11,93 16,32 167,41 20,66 59,91 61,48 80,24 ' 33,48 Lries 2,448 41,98 53,43 11,97 16,38 168,09 20,74 60,15 61,72 80,56 33,62