Nr. 78 Erster Matt 185. Jahrgang Dienstag, 2. April 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimattm Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerirsprechanschlüffe Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vmck und Verlag: vrühl'sche llniverfitäts-vuch- und Steindruckerei v. Lange in Stehen. 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Entkleidet man die Berichte, die über die Unterredungen des englischen Lordsiegelbewahrers Eden mit den sowjetrussischen Staatsmännern nach Mittel- und Westeuropa gelangt sind, alles Rankenwerks, das die Sprache der Diplomatie, die internationale Höflichkeit und eine geschäftige Rüstungspresse um die Verhandlungen gesponnen haben, und untersucht man das für uns allein stichhalttge Material, das von der fowjetrusfischen Telegraphen - Agentur ausgegebene K o m m u n i» q u e, auf seinen eigentlichen und für Deutschland maßgebenden Inhalt, so ergibt sich zunächst die Feststellung, daß auch nach Ansicht Moskaus die Berliner Besprechungen mit Sir John Simon und Mr. Eden vollkommen ihren Zweck erfüllt haben. Denn es heißt in der amtlichen russischen Verlautbarung ausdrücklich, daß die in der Reichshauptstadt geführten Unterredungen „3 u r Klärung der europäischen Lage beitrugen". Diese Klärung und Infor- mation über die gegenseitigen Ansichten ist schon vorher als das wichtigste Ziel der englischen Ministerreise nach Deutschland ausgemacht worden. Es ist durch die offenen und rückhaltlosen Gespräche in der Wilhelmstraße erreicht worden, daß die ver- antworllichen britischen Politiker und nun auch die Sowjetrussen in völliger Klarheit darüber unterrichtet sind, was Deutschland will. Zu den deutschen Absichten gehört aber — und das dürfte dem englischen Besuch auch mit besonderer Deutlichkeit klargemacht worden sein, wie das Berliner Kommunique beweist — in erster Linie die Schaffung eines wahren Friedens- zustandes in Europa. Daß dies in Moskau klargeftellt worden ist, kann von unserer Seite nur begrüßt werden. Ob es dort auch richtig verstanden worden ist, kann nur die Zukunft lehren. England hat auch seine eigenen Ideen über die zukünftige Gestaltung der internationalen Poli- tik in Moskau vorgebracht, es hat sich für das System der kollektiven Sicherheit wiederum ausgesprochen und damit sicherlich bei den Räte- Russen großen Anklang gefunden. Wenigstens wird dies in dem Communiquö ausdrücklich hervorge- hoben. Wieweit es jedoch Stalin gelungen ist, die Engländer für den in der amtlichen Mitteilung namentlich erwähnten O st p a k t zu erwärmen, bleibt noch abzuwarten. Es ist nicht bekannt gewor- den, ob Großbritannien nur einen Ostpakt unter Einschluß Deutschlands und Polens gelten lassen will, ob es auch einem Pakt zwischen Frankreich, Rußland und der (viel- leicht um die Kleine Entente erweiterten) T s ch e - choslowakei seine Zustimmung geben oder sich vielleicht gar selbst an irgendeinem östlichen Regio- nalpakt beteiligen würde. Es ist anzunehmen, daß die englischen Vertreter sich aus nationalem Interesse ihre endgültige Stellungnahme zu diesem schwierigen Problem vorbehaltest haben, genau so wie Deutschland eine gesunde Scheu davor be- fitzt, das etwas waghalsig konstruierte Paktgebäude zu betreten. Die soviel erörterten und vor allem von französisch-russischer Seite gepriesenen Garantien, die die verschiedenen Paktpläne dem allgemeinen Friedens- gedanken bieten sollen, haben sich in der bisherigen Praxis der internationalen Nachkriegspolitik als absolut unzuverlässig, ja als höchst gefährlich für die Aufrechterhaltung des Friedens im Osten erwiesen. Es sei nur an die Kownoer Blut- urteile erinnert, die das völkische und das Völkerrecht mit Füßen getreten haben. Die jahrelang geübte schamlose Verletzung des Memelstatuts durch die litauischen Behörden hat uns Deutschen gezeigt, welch geringen Wert internationale Garan- tien, die im Namen des Völkerbundes und seiner Ideale gegeben wurden, bisher gehabt haben. Bevor wir uns an ähnlichen und sehr viel weiterreichenden Garantiepakten beteiligen, müssen wir erst in der Praxis erfahren, daß die Unterschrift von vier Großmächten, die unter dem Memelstatut steht, auch eine tatsächliche völkerrechtliche Verpflichtung bedeutet, der man sich nicht einfach wie eines unbequem gewordenen Anzugs entledigen kann. In einem kollektiven Sicherheitssystem, wie es der geplante Ostpakt ist, darf es außerdem für alle daran tei Habenden Staaten nur das gleiche Maß der Wir ku n g s rn ög 1 r ch k er t geben. Es dürfen sich in dem durch ihn erfaßten Kreis der Nattonen keine Cliquen bitten, es dürfen innerhalb dieses Systems keine Sonderabmachungen getroffen oder übernommen werden. Alles dies wären Verschwörungen, die die Gleichberechtigung unter den $attparinern vm vornherein illusorisch machen würden. Aber es dar auch keine Freundschafts- und Militär b ü n d n i s is e einzelner Paktteilnehmer m 11 außenstehenden Staaten geben, menn Das gange System überhaupt einen Sinn erhalten soll. Durch die Außerachtlassung dieses Punktes ist beispielsweise der Völkerbund völlig entwertet worden! Die gleiche Gefahr aber bestelst für die in Aussicht genommenen Regional- patte. Es steht zwar in dem Moskauer Commu- niqu6 ter Satz, daß ter vorgesehene Pakt zur gegenseitigen Unterstützung „nicht bie Isolierung oder Einkreisung irgendeines Staates bezwecke, sondern die Schaffung ter Garantie gleicher Sicherheit für alle Paktteilnehmer" — eine Auslassung, die wir von deutscher Seite mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen —, aber diese Versicherung des guten Willens kann nach dem Dorgefallenen für uns einstweilen nur theoretischen Wert haben. Erst wenn diese Hoffnungen sich nicht, wie so oft, als bittere Enttäuschungen herausgestellt haben, werden wir auch an den praktischen Wert solcher Beteuerungen glauben können. Edens Fühlungnahme in Warschau. Heute beginnen die Besprechungen mit Oberst Beck. Warschau, 2. April (DNB. Funkspruch). Lord- iegelbewahrer Eden ist am Montagabend mit dem Moskauer Schnellzug hier eingetroffen. Zum Empfang auf dem Warschauer Ostbahnhof war Außenminister Oberst Beck erschienen, ferner der englische Geschäftsträger A v e l i n g. In den heutigen Vormittagsstunden wird Eden dem Ministerpräsidenten Oberst S l a w e k und dem Außenminister Oberst Beck Besuche abstatten. Sodann intet d i e erste Konferenz statt. Es folgt sine Audienz beim Staatspräsidenten, dem ich ein Frühstück anschließt. Der Nachmittag ist weiteren Konferenzen sowie einem Empfang beim Marschall Pilsudski vorbehalten. Abends gibt Außenminister Beck ein Essen. Mittwochvormittag werden die Konferenzen fortgesetzt. Es folgt dann ein Frühstück in der englischen Bot- chaft. Um 17 Uhr reist Eden nach Prag weiter. * Die offiziöse „G azeta P o ls ka" schreibt: Minister Eden wird von der öffentlichen Meinung Polens mit lebhafter Sympathie begrüßt werden. Dieser erste offizielle Besuch eines englischen Ministers in Polen erfolgt gerade in dem Augenblick, wo das nach dem Kriege geschaffene Verfahren der Regelung politischer Fragen durch die Zusammenarbeit zwischen den Völkern — ein System, das man abgekürzt das Dölkerbundssystem nennen könnte — seine Feuerprobe abzulegen hat. Um bas Problem zu lösen, können zwei Dege eingeschlagen werben: Entweder müßte man bas augenblickliche System verbessern, indem man Korrekturen anbringt, die der Wirklichkeit Rechnung fragen, oder man muß ein ganz anderes System neu schaffen. Das zweite Verfahren ist wesentlich schwieriger, denn um das Hauptziel, nämlich die Garantierung des Friedens zu erreichen, muß dieses System sowohl hinreichend uu¥z% ehem. Hess. Lgndes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioüt ... 99,9 100 _ _ 4¥z% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 94 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Samnxelabl. An- — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,5 114,75 115,13 115,13 4Vz% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97,25 95,5 95,95 Wo ehem. 4&% Franks. Hyp.. Äank-Liqu.-Pfandbriese....... 99,9 100 5yt% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 100,13 100,4 100,4 110,5 iVi% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 96 97,5 96 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.V! 97,5 96 97,5 96 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 24,5 25,5 1 1,13 25 4% Ungarische Goldrente....... 7,1 7,2 7,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 7 */i% desgl. von 1913.......... 6,75 6,75 6.8 — 5% abgest. Goldmexikaner von 9l 10,25 10,25 10,3 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... •— 8,5 ** Frankfurt a. M »erlitt Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- lurs Gchlußk. Mitlagbörse Datum 30 3 1 4 30 3 1.4 4% desgl. Serie 11 ............. 8,6 8,5 8,7 _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,4 4,4 4,3 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,8 6,75 6,6 6,65 4% Rumänische vereinh. Rente 4,2 4,1 4,13 4,15 2%% Anatolier ............. 39,75 33,4 33 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 34,4 34,65 34,65 34,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 28,5 28,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 35,65 35,75 35,5 35,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 81,5 82,5 81,65 82,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 107,75 109,25 108,5 109,5 Commerz- und Privat-Vank ... 0 87,75 88 88 88 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 0 88,75 90 88,75 90 Dresdner Bank.............. 0 88,75 90 88,75 90 Retchsbank ................ 12 161 161,5 160 160,75 A.E.G...................... 0 38 38,25 37,9 38,25 Bekula.................... 10 139,75 137,75 139,65 138,9 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 107 109,5 107,25 110,5 Licht und Kraft ........... 6V. 122,75 125 123,5 125 Felten & Guilleaume......... 0 88,25 —— 89 90 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 5 119 122,25 120 121,9 Rheinische Elektrizität ........ 5 —— 119,75 115 119 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 — — — Schuckert L Co............... 4 104,5 — 104,75 106,5 Siemens L Halske............ 7 149 156 150,4 155,5 Lahmeyer & So.............. 7 122,75 124,25 122’,9 123?25 Buderus ................... 0 95,65 97 95,9 97,25 Deutsche Erdöl.............. 4 104,25 107,25 104,4 107,13 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener................... 0 105,75 107 105,25 107 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 94,4 96,5 Ilse Bergbau ............... 6 — —- Ilse Bergbau Genüsse...... 6 124 125,75 124 127 Kioanerwerke .............gyt Mannesmann-WHu« <] 91 82 94,25 84 91,4 82 94.5 83 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Echluß- kurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 30.3 1.4 30 3 14 Mansfelder Bergbau....... .. 8 97 101,5 97 101,75 Kokswerke................ .. 5 — — 106 109 Phönix Bergbau........... .. 0 — — — — Rheinische Braunkohlen .... . 12 208,65 211,5 208,25 211,75 Rheinstahl................ sy2 106,75 106,75 106,25 107,13 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 82 82,75 82 82,65 Otavi Minen ............. .. 0 13 14,5 13,5 14,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 107,4 112 109,75 112 Kaliwerke Westeregeln ...... .. 5 — 113 112 114 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7Vs 150 — 151 156 9- G. Farben-Jndusirie..... .. 7 145,25 147,75 145 148 Scheideanstalt............. .. 9 210 213,5 — Goldschmidt .............. .. 0 102 103 102,4 103,25 Rütgerswerke ............. .. 4 107,5 110,5 108 111,25 Metallgesellschast........... .. 4 94,5 97 94 97 Philipp Holzmann ......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 .. 6 89 118,75 89 119,25 88,75 90,13 Cementwerk Karlstadt....... .. 4 - 119 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ — 103,75 106,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,25 52,75 52,5 52,65 Bemberg................. .. 0 117,13 117,65 117 116,5 Zellstoff Waldhof.......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 116 117,5 116,5 117,5 .. 0 81,9 84 81,9 83,75 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —— 124,9 126,13 Daimler Motoren.......... .. 0 94 94,5 93,5 94,75 Deutsche Linoleum......... .. 6 150,5 151 149 151,25 Orenstetn L Koppel........ .. 0 — 89,25 90,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 36,5 36,25 36,75 35,75 Chade .................... .. 0 — 227 226 227 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 158 157,75 160 Contt'Gumnn.............. .. 8 155 150 155 150 Gritzner.................. .. 0 37,25 37,5 37,65 38 Moinkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 94,25 94 Süddeutscher Zucker....... .. 9 164,5 164 163,5 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a.2H. 30. März 1 .April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Aries Geld Brief Buenos Aire^ 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... — — — Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,42 53,52 53,25 53,35 Danzig..... 81,25 81,41 81,28 81,44 London ..... 11,965 11,995 11,925 11,955 Helstngfors.. 5,285 5,295 5,265 5,275 Paris ...... 16,41 16,45 16,415 16,455 Holland .... 168,08 168,42 168,10 168,44 Italien..... 20,58 20,62 20,58 20,62 Japan ...... 0,700 0,702 0,698 0,700 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,13 60,25 59., 94 60,06 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,86 10,88 10,82 10,84 Stockholm... 61,69 61,81 61,50 61,62 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,97 34,03 3?, 97 34,03 Prag....... 10,395 10,415 10,40 10,42 Budapest ... — — Neuyork... 2,491 2,495 2,491 2,495 Banknoten. Berlin,,.April Geld Bries Amerikanische Noten...... 2,443 2,463 Belgische Noten.......... 41,92 42,08 Dänische Noten ......... 53,04 53,26 Englische Noten ......... kA* ... 11,89 11,93 Französische Noten....... 16,35 16,41 Holländische Noten....... > * A . . . . . 167,68 168,36 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 20,36 59,73 20,44 59,97 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... — Schwedischs Noten....... 61,29 61,53 Schweizer Noten......... 80,34 80,66 Spanische Noten......... Ungarische Noten........ ........ 33,50 33J54 Nr. 78 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Dienstag, 2. April 1935 Aus her Provinzialhauptstadt. Waldbrandgefahr. Wer erinnert sich nicht an den riesigen Wald- branb, der im vergangenen heißen Sommer in Mecklenburg wütete. Rund 10 000 Hektar schönsten Waldbestandes wurden ein Raub der Flammen, ehe es dem Einsatz aller verfügbaren Kräfte gelang, des Feuers Herr zu werden. Und die Ursache? Ein Schäfer hatte vvr dem Heimtreiben der Herde leichtfertig im Walde feine Pfeife ausgeklopft. Die glim- 'tnenden Tabakreste fetzten die ausgetrocknete Wald- bodeudecke in Braud, das Feuer breitete sich aus, erfaßte die nächste Schonung, sprang schließlich in die Wipfel und wurde zur Katastrophe. So entstehen die meisten der alljährlich immer noch zahlreichen Waldbrände. Leichtfertigkeit, Un- achtfamkeit und Gedankenlosigkeit kosten dem deutschen Volke jahrein-jahraus ein großes Vermögen. Sn dem schweren wirtschaftlichen Kampfe, in dem wir uns befinden, ist die Vergeudung deutschen Volksvermögens aber eine Unmöglichkeit. Die Verluste sind um so schwerwiegender, da wir den besonders wichtigen Rohstoff Holz noch nicht in ausreichender Menge für unsere Wirtschaft erzeugen, und daher mit allen Mitteln eine Steigerung des jährlichen Anfalles anstreben müssen. Für dieses Ziel hat bei der deutschen Forstwirtschaft auf der ganzen Linie der Kampf eingesetzt, der sich nicht nur mit besserer Bewirtschaftung, der Einführung ertragreicherer Wirtschaftsformen usw. befaßt, sondern vor allem auch mit den negativ wirkenden Kräften aufräumen muß. Dazu gehören vielerlei Schädlinge, nicht nur die zahlreichen Arten der Käfer und Schmetterlinge, sondern zuweilen auch der Mensch selbst. Auch der Mansch als Schädling steht in der Erzeugungsschlacht auf der anderen Seite. Richt nur der Hochsommer mit seinen heißen Sonnentagen bringt dem Walde Gefahr, noch gefährlicher sind die beiden ersten Frühlingsmonate. Die Frühjahrsstürme haben auch das letzte trockene Blatt von den Bäumen geweht. Der Winter ist endgültig abgezogen. Die steigende Sonne beginnt den Boden zu erwärmen mit allem, was sich darauf angesammelt hat. Diese Ansammlung von lleberreften abgestorbener Pflanzenteile, Radeln und Blätter, Zweige und Aeste, Gras und Rinde, birgt aber die große Gefahr für den Wald. Ein achtlos weggeworfenes, schwelendes Streichholz, ein glimmender Zigarren- oder Zigarettenstummel genügen, um diese feuergefährliche Mischung in Brand zu setzen. In jedem Frühjahr häufen sich solche Brandstiftungen, und zwar besonders in der Nähe der Städte. Im Feld- und Forftpokizeigesetz steht zwar nicht nur, daß das Azünden von Feuern im Walde, oder in dessen gefährlicher Nähe ohne besondere Erlaubnis des Grundeigentümers oder seines Stellvertreters mit Strafe bedroht ist, sondern auch ausdrücklich, daß vom l.März ab bis Ende Oktober das Rauchen im Walde vollständig verboten ist. Es stehen auch genügend Tafeln in der Natur hsrum, die den Unwissenden mitteiien sollen, was ihm untersagt ist. Wenn jeder die für den Aufenthalt im Walde erlassenen Vorschriften beherzigen würde, könnten die Waldbrände mit einem Schlage auf ein geringes Maß gemindert werden. An den Bränden, die dann noch entstehen, z. B. durch Funkenflug der Lokvmvtiven, hat der Mensch nur noch indirekten Anteil. Die Möglichkeit der Entstehung von Waldbränden mit ihren wirtschaftlichen Verlusten bleibt svmit immer bestehen. Es kommt also darauf an, die Verluste auf ein Mindestmaß zu beschränken. Das heißt, die Bekämpfung jedes Brandes muß so schnell als möglich erfolgen. Wer einen Brandherd entdeckt hat, den er mit Aussicht auf Erfolg nicht allein bekämpfen kann, hat auf dem schnellsten Wege der nächsten Försterei oder Gemeinde Meldung zu erstatten. In der Nähe befindliche Menschen, Waldarbeiter, aber auch Spaziergänger werden herangeholt. Jeder ist verpflichtet zu helfen. Wer der Aufforderung, beim Löschen Hilfe zu leisten, böswillig nicht nachkommt, macht sich strafbar. Es gibt allerlei, was man tun, aber auch lassen Rotkehlchen und Singdrossel. Von Hans Brandenburg. Sie kommen beide bis in die Stadt und ihre Gärten, und sie singen beide gleichzeitig, aber getrennte Frühlingslandschaften steigen vor uns auf, wenn wir einsamer Stunden draußen gedenken, wo die eine oder die andere Stimme vorherrschte. Die Jsarauen sind nicht weit und doch weltferne Wildnis und Dschungel. Diele Stimmen weckt der Frühling in ihnen: überall des Laubvogels eintöniges Zilpzalp, Gesang von Meisen und Finken, Drosseln und Amseln, die kleine Strophe der Goldammer, in den Waldstücken Taubengurren, im Schilf am grün hintreibenden Bach Entengeschnatter, in den Gründen den rührenden Doppelhuster der Fasane, dem der Balzschlag der Flügel folgt, von hoch das Lachen des Hähers und noch höher aus den Lüften vom Fluß her, den oben Chor der Möwenschreie. Die noch kahlen Bäume und Sträucher und die noch fahlen Halme des Schilfes und der Gräser krausen ein Gegitter, das auch die Schatten der nackten Stämme mitspinnen. Im hohen Teppich der Erlenjugend, die sich im welken Geschlinge von wildem Hopfen und Waldrebe verstricken, dämmern, schutzfarbig angeglichen, die Gestalten der Rehe, und nur die violetten Blütenstände des Seidelbastes heben sich heraus. Auf den Jägerkanzeln hat man das rötlich-braune Rutenmeer der Büsche unter sich, überragt von den gewaltigen Riesen der Eschen und Pappeln. Aus den Dickichten der Dörner aber, die über den Wildwechseln ihre Bollwerke flechten, wirft immer und immer wieder das Rotkehlchen das klirrende silberne Gesplitter und knirschende Glas seiner Lockung. Das ist die hörbare Seele dieser Auenlandschaft, auch als zarter Gesang ein helles und scharfes Gespinst, das hier im an» geästen Unterholz des bunt gemischten Hochwaldes hängt, die blühende Dornröschenstimme all des knospigen Gehecks. Wie anders dagegen die Stimme der Singdrossel: kein Filigran im Diskant, sondern hallender Grund- und Orgelton von Wald und Weite. Wir wandern von Starnberg durch die Maisinger Schlucht. Während sich unten der Boden mit Anemonen und Leberblümchen weiß und blau bestirnt, leben die Wipfel droben früher als vom ausschlagenden Laub vom Drosselschlag. Das ist bald lauter Ruf, bald bange Frage, bald jubelnde Klage, bald zweifelndes Gespött, bald seliges Geschwätz. Immer wie- der neu und anders ansetzend, stammelt die Drossel auf ihrer großen, ahnungsvollen Flöte, Vogel DieIagd Der 1. April 1935 ist ein Markstein in der Geschichte der deutschen Jagd, denn an diesen? Tage gilt zum ersten Male einheitlich in ganz Deutschland e i n Jagdrecht, dessen gesetzliche Grundlage das Reichsjagdgesetz bildet. Damit ist ein Ziel erreicht, dem die Besten unter den deutschen Jägern schon immer nachstrebten und das auch in den letzten Jahren noch so weit entfernt schien. Und nun ist es doch erreicht! Daß sich die Umstellung von 20 bis jetzt gültigen Länderjagdrechten auf ein neues, in feiner Art ganz anders geartetes und außerordentlich verantwortungsvolles Jagdrecht des Reiches nicht überall gleich gut und rasch vollziehen wird, ist klar. Jeder Jäger, der es ehrlich meint mit der deutschen Jagd, muß die Arbeit der Iagd- behörden in jeder Weise unterstützen und dadurch mithelfen, über die Mängel jeder Uebergangszeit rasch hinauszukommen. Um so eher wird er selbst die Früchte des Gesetzes ernten können. Wer allerdings nur auf feinen eigenen Vorteil bedacht ist und alles nur durch die Brille des Eigennutzes sieht, der wird wenig Freude daran erleben. lieber die Auswirkungen des Gesetzes kann im einzelnen an dieser Stelle jetzt um so weniger gesprochen werden, als im Augenblick der Niederschrift dieser Zeilen wenigstens die Durchführungsbestimmungen zum Reichsjagdgesetz noch nicht veröffentlicht sind. Sobald dies geschehen ist, werden die Leser in geeigneter Weise rasch über das Vordringlichste unterrichtet werden. Darüber hinaus kann dem Jäger nicht dringend genug empfohlen werden, sich mit dem Inhalt des Gesetzes vertraut zu machen. Verstöße dagegen weiden in unangehm- fter Weife geahndet, und die Grundgedanken sind ganz anderer Art als in den seitherigen Jagdgesetzen. Der Jagdmon-at April ist bei uns ein ausgesprochener Hegemonat. Denn die Jagd -auf den großen Hahn", den Auerhahn, kommt für die Reviere unserer vberhessischen Heimat ,so gut wie nicht in Frage, und der „kleine Hahn", der Birkhahn, fehlt ganz. Beide Hähne stehen jetzt in der Balz. Von Nutzwild ist es allein der „Vogel mit dem langen Gesicht", die Waldschnepfe, der noch in der ersten Monatshälfte gejagt werden darf. Denn wenn auch der F a s a n e n h a h n in Hessen noch Schußzeit hat (falls die Durchführungsbestimmungen ihr nicht in den nächsten Tagen ein Ende setzen), so sollten wir bei uns lieber an eine Hebung des Bestandes, als an einen Abschuß denken. Im Rotwildrevier, wo der Hirsch mit dem Schieben des neuen Geweihes beginnt, dürfen ausreichende Salzlecken jetzt nicht fehlen. Das Schwarzwild frischt. Der Abschuß führender Bachen ist gesetzlich verboten. Das Rehwild steht gern in lichten, sonnigen Beständen in der Nähe -der Feldäsung, wo gerade in diesem Jahre sein Tisch reich gedeckt ist. Die mit soll, um Anteil zu haben an dem Erfolg der Erzeugungsschlacht. Dazu gehört der Schutz des Waldes und die Unterlassung aller Handlungen, die ihm Schaden bringen können. Deutsche Arbeitsfront. firtisroalfung Gießen. Im Anschluß an den heutigen Gemeinschaftsempfang aus dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk München, bei dem der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Pg. Rudolf Heß sprach, weisen mir heute schon darauf hin, daß am 5. April, mittags 12 Uhr, aus den Krupp-Werken in Essen der Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. L e y über alle deutschen Sender sprechen wird. NGL8., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung", Bezirk Gießen. Der Turngang, der für Mittwoch vorgesehen war, muß infolge der Kreiskonferenz ausfallen. Er findet nach den Osterferien statt. als Prophet. Wir kommen an den Maisinger See, der kein See mehr ist, sterbender See, schon gestorbener: tiefe neue Entwässerungsfurchen graben ihm das letzte Lebensblut ab. Noch schirmen mächtige Bäume einen hohen Uferdamm, aber Brandung schlägt nicht mehr gegen ihn, sondern letzte Flut versumpft zum Tümpel eines Bläßhuhnvolkes und zwischen vier Meter hohen Schilfspeeren morscht der Steg zum Schirm für die Entenjagd, der über Schlick und Morast verfällt. Durch Wald geht es zu den Höhen von Pöcking hinauf und weiter nach Feldafing. Drunten lebt noch der große See, verschleiert und mit den weißen Traumburgen der Berge dahinter. Und den ganzen stundenweiten Gang säumt die Begleitung des Singdrossel-Liedes. Es schmückt den Waldrand, wo es mit den gelben Kätzchen niedertropft und als Gold erster Himmels- schlüffel liegen bleibt, es durchträumt den Parkhang des Seeufers und beim Schloß Possenhofen über der stummen Dampferlände schluchzt es mit dem Glucksen der samtblau geblähten Wasser in die Abenddämmerung. Abenteuerliches Amsterdam. Don Wilmoni Haacke. Amsterdam tut auf dem Bahnhof so, als sei es eine Stadt, die nur zum Weiterreisen da ist. Man kommt an und steht einem Zug gegenüber, dessen Türen von Schaffnern mit einladendem Lächeln auf- gehalten werden: nach Paris! Auf dem gleichen Bahnsteig lockt ein anderer Zug nach London über Hoek van Holland. Rotterdam und Antwerpen bitten um einen kurzen Besuch. Da die Fahrkarte aus dem Berliner Reisebüro nur bis hierher geht, wird man besser erst einmal aussteigen — und dann weitersehen. Die Ueberraschungen beginnen sofort. Man erfährt, daß die Taxen mit Einheitspreisen fahren. Ein kleiner Mann mit großem Gepäck kann für vierzig Cents, das find etwa 75 Pfennige, durch die ganze Stadt fahren bis zu feiner Pension draußen in „Zuid-West", die mit Futter und Stallung billiger kommt als eines der großen Hotels an der „Station", wie sich der Bahnhof titulieren läßt. Man hält die Holländer aus irgendeinem überkommenen Grunde für langsame, verschlafene und allzu bedächtige Burschen, das mag für die Majorität der „Eingeborenen" der Niederlande ja auch stimmen. Aber vor den Taxichoffören Amsterdams muß man entschieden den Hut ziehen, sollte man dazu überhaupt noch Zeit haben. Junge, Junge, im April. der Grünäsung verbundene Gefahr wird durch Salzgaben, sowie Schütten von Eicheln gemildert. Die Böcke haben zu Monatsbeginn z. T. schon gefegt. Die Feldhühner sind gepaart und schreiten zur Brut, sobald die Felder genügend Deckung bieten. Die Märzente hat bereits mit dem Gelege begonnen. Allerlei nordische Entenarten kommen auf dem Rückzug in die Heimat bei uns zur Beobachtung. Junghasen werden schon oft festgestellt. Weiterer günstiger Frühjahrsverlauf kann der Hasenjagd des Spätjahres nur günstig sein. Im Fuchsbau sind Junge. Es kommt die Zeit, wo der Fuchs jagdlich am schädlichsten ist. Der Abschuß führender, säugender Fähen ist mit Recht gesetzlich verboten, denn er würde die Jungen dem Hungertode ausliefern. Der Weidmann treibt vor allem Jagdschutz, indem er Wiesel, Krähen, Katzen und Hunde kurz hält. Am 1. April sind auch in Hessen die Bestimmungen über den Abschuß jagender Hunde in Kraft getreten und endlich ein Zustand geschaffen, der dem Jäger eine wirksame Hilfeleistung für fein Wild gestattet. Jeder Hund, der sich außerhalb der Einwirkungsmöglichkeit seines Herrn draußen herumtreibt, darf durch den Jagdausübungsberechtigten abgeschossen werden. Damit ist die Möglichkeit der Bekämpfung des Hauptfeindes unserer Rehstände aeaeben. Wiesel gehen in geeignete Fallen (Kastensallen, Rattenschlagfallen), die Krähe wird vor allem am Nest gejagt. Am besten wirkt allerdings das Giftei, das auch im Reichsjagdgesetz vorgesehen ist. Allerdings soll nicht mehr der einzelne Jager damit arbeiten, sondern seine Anwendung Pflicht für alle Reviere sein und durch den Kreisjägermeister organisiert werden. Einzelne Reviere in unserer engeren Heimat arbeiten seit Jahren regelmäßig damit und haben bei ihren Hasen- und Hühnerstrecken den Erfolg für sich. Wenn die Hebung der Wildstände ein Teil der Erzeugungsschlacht sein soll, dann muß gegen die Krähen und Elstern als Feinde aller Gelege und des Jungwildes etwas geschehen! Die Nester und Jungtiere sind deswegen so gefährdet, weil es an der nötigen Deckung fehlt. Wo noch eine Hecke steht, verschwindet sie bestimmt in aller Kürze. Alle Vorstellungen, alle Hinweise auf den Wert des Vogelschutzes scheinen taube Ohren zu finden. Darunter leidet in stärkster Weise auch die Niederjagd. Deswegen sollte der Weidman, jede Möglichkeit ausnutzen, um Deckung zu schaffen. Ginster, Sachalinknöterich, Brombeere gedeihen fast an jeder Stelle, die sonst öd liegt. Je mehr kleine Deckungen vorhanden sind, um so besser. Die Unkosten sind nicht hoch. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Erfolg lohnt alle Mühe reich. Hubertus. Kundgebung des TlSLA. Kreis Gießen. Am morgigen Mittwoch, 3. April, 15 Uhr, findet im Caf6 Leib zu Gießen eine Kundgebung des NSLB., Kreis Gießen, statt, zu der alle Gliederungen der Partei, die Vertreter der Behörden und die Mitglieder der Schulvorstände eingeladen sind. Das Erscheinen der Mitglieder des NSLB. gilt als selbstverständliche Pflicht. Kreisschulrat N e b e Ii n g spricht über das Thema: „Die Wesensgestalt der neuen deutschen Schule als Aufgabe der deutschen Erzieher". Geschichtliche Fachschaft. Dienstag, den 2. April, 17% Uhr, Oberrealschule: „Das Geschichtsbild des Nationalsozialismus". * Der Bezirk L i ch des NSLB. versammelt sich am Mittwoch um 14 Uhr in der Turnhalle in der Gemeinschaft „Körperliche Erziehung", in der Ar- wie die Kerls um die Ecken brausen! Das geht immer haarscharf an kleinen Kindern, taumeligen Straßenbahnen und selten einmal an dem mit dem klingen Finger winkenden Schutzmann vorbei. Halt' dich fest, stemm die Beine gegen den Vordersitz, sonst landest du beim nächsten Notar, um über den Inhalt des Koffers ein Testament zu machen, in dem du hoffentlich aus Fairneß deinem Führer für feinen Sportgeist dankst! Die Lichtreklamen sind sämtlich mit ein bißchen gutem Willen und etwas Kombinationsgeist zu entziffern. Mystisch ist die Reklame fremder Länder eigentlich nie. Es sind überall die gleichen Dinge, die ihre stumme und bunte Sprache reden. Das Carlton-Hotel, auf das man sehr stolz ist, weil es ebenso groß wie neu ist, sieht innen nicht anders aus, als jedes Hotel. Aber es hat eine prächtige Fassade. Es wächst leicht und ein wenig unruhig aus einem modernen Säulengang neben der Hauptstraße über die faul dahinfließenden Grachten. Kinos, Hotels, Läden, Straßenbahnen — alles wie überall. Nur andere Aufschriften, die nur selten rätselhaft bleiben. Wie in London am Leicester Square stehen die Leute schon am Nachmittag Schlange nach den Eintrittskarten für die Kinos. Eskortiert von Schutzleuten und prächtigen, dickbäuchigen und rotbäckigen Portiers, die den unseren bis auf die Bartspitze ähneln, wartet man geduldig. Langeweile dürfte in diesem Lande niemals der Grund zu Selbstmord sein! Dor den Theatern bilden sich übrigens keine Schlangen. Die Schauspielerei in ihnen ist zu schlecht. Der Holländer fährt lieber des öfteren nach Köln ober Düsseldorf. Wo ist Amsterdam? Es liegt zunächst einmal in der Luft. Schnüffele ein wenia in die Seitenstraßen, fall' in eine dunkle Gasse, stolpere über eine hoch- gebogene Brücke und starre in das schwarze, teerschillernde Wasser. Venedig an der Nordsee! Da spürt man Amsterdam, das eine Amsterdam: alt, müde, satt und träge. Weite Bäuche haben die Schiffe, die hier an den Straßen liegen wie anderswo Hunde vor der Tür. Vielerlei 'Gerüche bedrücken die Nase, Feuchtigkeit bringt in bie Lunge. Der Morgen zeigt eine anbere Stabt, bunt, bewegt, schillernd unb laut vor Handel unb vielfachem Reichtum. Viel Lärm um viel Geschäft! Auf ben Märkten werben Berge von frischem Obst angeboten, Tulpen wuchern über bie Zeltplanen, Fleisch häuft sich auf ben Tischen, bie Kähne liegen tief von schweren Frachten neben den Ständen im fauligen Wasser. Die Dampfer husten mit mächtigen Organen unb stoßen schwere Wolken aus fetter Kohle in die Luft. Man treibt Handel, klug und befon» beitsgemeinschaft „Volksschule" um 15 Uhr bei Glöckner mit Vortrag von Rektor Erb über Flurnamen. Die Besucher sollen bas Mitbringen der Sippschaftsbogen nicht vergessen. Im Bezirk Nidda versammelt sich die Fach« schäft „Volksschule" am Mittwoch 15 Uhr in der „Treppe". Reichsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Heute um 21 Uhr Einführung in die Sternenwelt durch Herrn Professor Dr. Henneberg. Treffpunkt auf dem Bahnhofsplatz vor dem Caf6 Schwarz. Falls der Himmel wieder bedeckt ist, findet bie Zusammenkunft am Donnerstagabend statt. Gäste willkommen! Mittwoch, 3. April, 20% Uhr, Heimatabend zusammen mit dem „S ä n g e r k r a n z" im Stu- dentenhsim. Stadtbaurat Gravert spricht über „Alte unb neue Straßen um Gießen" (mit Lichtbildern). Eintritt für Mitglieder 15 Pf., für Nichtmitglieder 30 Pf. Ehrung von Pros Dr.philalethesKuhn durch die Universität Gieren. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Arn 1. Mai 1935 scheidet der verdienstvolle Vorkämpfer des Nationalsozialismus an der Universität Gießen, Professor Dr. PH. Kuhn, aus seinem Amt als Direktor des Hygienischen Instituts qus. In Anerkennung feiner Verdienste um Hochschule, Volk und Vaterland wurde ihm durch ben Rektor unb ben Dekan ber Juristischen Fakultät bas Diplom bes Ehrenboktors ber juristischen F a - k u (t ä t überreicht. Kuhn würbe am 13. Oktober 1870 in Berlin geboren unb genoß seine mebizinische Ausbilbung auf ber Kaiser-Wilhelm-Akademie. Als Militärarzt im Kolonialbienst bei ber Schutztruppe in Sübwest- Afrika machte er 1897/98 ben Felbzug gegen bie Hottentotten mit unb mürbe Distriktchef von Groot- fontein. Nach bem Herero-Felbzug 1904, in bem er Omaruru verteibigte, erhielt er Kommanbos im Reichskolonialamt unb im Reichsgefunbheitsamt. Nach weiterer Tätigkeit in ben Kolonien als Medi- zinalreferent bem Gouvernement Kamerun würbe er 1914 an ber Universität Straßburg a. o. Professor für Hygiene unb Leiter ber bakteriologischen Anstalt für bas Elsaß. Nach kurzer Tätigkeit am Hygienischen Institut ber Universität Tübingen erhielt er 1920 bie o. Professur für Hygiene an ber Technischen Hochschule Dresben unb würbe zum Kurator bes Hygiene-Museums unb zum Direktor ber Lanbesstelle für öffentliche Gesunbheitspflege bort- felbft ernannt. Seit 1926 ist Kuhn Inhaber bes Lehrstuhls für Hygiene an ber Universität Gießen. Kuhn ist einer ber wenigen Hochschullehrer, bie schon seit vielen Jahren zu ben Anhängern unseres Führers gehören. Mit unermüblicher Tatkraft unb zähem Willen hat er sich stets für bie geistige Erneuerung von Volk unb Hochschule eingesetzt, bem Dienst für bie Allgemeinheit hat er seine Gesunb- heit geopfert. Seiner jugenbfrischen Kampfnatur fällt es auch jetzt noch schwer, sich ber wohlverbien- ten Ruhe hinzugeben, aber er kann stolz fein auf bas, was er geleistet hat, Kameraben und Freunde werden ihm auch weiterhin dankbare Treue halten. Handarbeitsaussteilung in der Gvetheschule. Die Goetheschule veranstaltete nach mehrjähriger Pause am Samstag und Sonntag in einem ihrer Schulsäle eine Handarbeitsausstellung, in der eine große Fülle der im vergangenen Schuljahr her- gestellten Handarbeiten der Schülerinnen gezeigt wurde. Die Ausstellung bewies, daß unter der Leitung der in der Schule tätigen beiden Handarbeitslehrerinnen eine überaus sorgfältige und gründliche Arbeit geleistet wurde. In sinnvoller Weise, angemessen dem technischen und dem geistigen Vermögen der Schülerinnen der verschiedenen Altersstufen, wurden die Arbeiten entwickelt. Mit kleinen reizvollen Bastelarbeiten wurde begonnen, sehr einfache nen und berechnend, wie Ingenieure Maschinen an« treiben, wie Rennfahrer ben Motor anziehen lassen: immer vorwärts, immer weiter, immer höher unb mehr — aber stets mit bem Blick auf bie Kon- trollnabel. Das spielt sich ab zwischen einer Fülle von Ibyl- len, bie alle aufgebaut zu sein scheinen für entzückte Maleraugen, für leicabewaffnete Bilbreporter. Bunte, alte unb hochgieblige Häuser wachsen schief aus bem Pflaster, das holperig neben ben einge- bämmten Wassern glauben machen möchte, hier sei bie Zeit vorübergegangen, ohne ben Großstabtver- kehr burch bie Gassen zu jagen Geflickte Wäsche aller Farben hängt wie in ben steilen Gassen oberitalienischer Stäbte von Haus zu Haus, bie unter bem Himmel näherrücken, so baß bie Sonne nur in schmalen, roinbigen Streifen über bas fahle Rot ber zerbrockelnben Steine roanbern kann. Unb ben Durchblick burch ein altes Tor mit Laternen, beren Zier schon lange verrostet ist, füllt plötzlich ber bauschige Sack eines rostroten Segels, bas einen bunteigrünen Kahn langsam zur nächsten Brücke treibt. Männer stehen barauf mit braunen, bärtigen Gesichtern, wie genommen aus einem Bil- berbuch ber Hansezeit. Ein vierbeiniger Bahnwärter. Wer mit ber Eisenbahn von Lübeck nach Bad Kleinen bzw. Rostock fährt, wirb kurz vor bem Bahnhof Grevesmühlen unter ben Stammgästen im Zuge eine gewisse Unruhe bemerken? Sie brängen sich ans Fenster, um an ber Wärterbude vor dem Bahnhof einen guten Bekannten zu begrüßen. Es ist ein kleiner Foxterrier, der feinen Herrn, den Bahnwärter, bei der Arbeit getreulich unterstützt. Kommt ein Personenzug ober Schnellzug vorbei, sitzt ber kleine. Hunb, männchenmachenb, kerzengerabe unb mit ernsthaftem Gesicht neben seinem Herrn unb läßt bie Züge an sich vorüberfahren. Die V-Züge liebt er befonbers, weil ihm oft aus bem Speisewagen Zucker zugeworfen wirb. Da er aber weiß, baß er sich bei einer „Amtshanblung" nicht ablenken lassen barf, wartet er, bis ber Zug erst ganz vorübergefahren ist, bevor er sich biefe kleinen Belohnungen holt: zu Weihnachten soll es sogar schon einmal ein kleines Wurstpaket gegeben haben. Mit feinem Instinkt für bas, was sich gehört, macht er fein Männchen nur bei Perfonenzügen: rollt ein Güterzug vorüber, begnügt er sich mit gewöhnlichem Stillstehen — auf vier Beinen. Auch bei den Dienstgängen am Schinenstrang begleitet der kleine Terrier feinen Herrn. Oie Pachologen-Tagung in Gießen. Heber die wissenschaftlichen Vorträge auf der Tagung der Deutschen Pathologischen Gesellschaft in Gießen vom Donnerstag haben wir bereits berichtet. Am Donnerstagabend fand im Studentenheim ein U n t e r Haltungsabend statt, an dem sich sämtliche Teilnehmer mit ihren Angehörigen beteiligten. Prof. Gg. Herzog (Gießen) eröffnete den Abend mit einem Vorspruch, dem sich die Begrüßung der Gäste durch Bürgermeister Dr. Hamm anschloß. Im Vordergrund der Darbietungen stand das hessische Volksleben in Ausschnitten aus einem Heimatspiel von Georg Heß (Leihgestern), das von jungen Mädchen aus den Dörfern der Umgebung Gießens in Lied und Tanz veranschaulicht wurde. So gewannen die Teilnehmer des Kongresses auch einen Einblick in altes Brauchtum, das sich gerade in unserem Hessenlande durch Jahrhunderte hindurch erhalten hat. Neben diesen mit außerordentlich großem Beifall aufgenommenen Vorführungen wurde der Abend durch das hervorragende pianistische Können des Herrn Kuhlmann aus Frankfurt a. M. verschönert, der eine Chopin-Ballade und mit Frl. Renate Herzog einen Walzer von Brahms zum Vortrag brachte sowie zum Abschluß des Abends die Gäste mit einer Parodie im Stile verschiedener Komponisten erheiterte. In der wissenschaftlichen Sitzung am Freitagvormittag fand eine sehr angeregte Aussprache über die Hauptreferate und Vorträge vom Donnerstaa statt, in Seren Mittelpunkt bie Erörterung des Krebsproblems stand. Anschließend sprach Dr. Behrens (Gießen) über eigene Versuche, auf mechanischem Wege einzelne Zellen und Gewebsbestandteile zu trennen. Prof. F e u l g e n berichtete über den chemischen Nachweis verschiedener Zellbestandteile. Dann folgten Prof. Huebschmann (Düsseldorf), Prof. Krauspe (Königsberg) und Dr. P u t s ch a r (Göttingen) mit Demonstrationen seltener Krankheitsfälle. Frau Prof. Schmidt- m a n n (Stuttgart-Canstatt) gab eine kurze Darstellung von ihren Untersuchungen über das Kropfproblem. Heber experimentelle Erzeugung akuter Nierenentzündung referierten Prof. Fahr (Hamburg) und Prof. Klinge (Münster). Prof. Büchner (Berlin) behandelte die Frage der Einwirkung verschiedener therapeutischer Mittel auf die kranke Herzmuskulatur. Daraufhin erstattete Prof. B ü r« k e r (Gießen) Bericht über seine Versuche über Förderung und Hemmung der Blutgerinnung durch Hormongaben. Prof. Zwick (Gießen) sprach über eine bisher in Deutschland noch wenig bekannte Erkrankung, die Tularaemie, die insbesondere bei Nagetieren beobachtet wird und deren Hebertragung auf Menschen bereits festgestellt worden ist. Anschließend sprach Dr. Roth mann (Gießen) über einen seltenen tödlich verlaufenen Fall von Bang- scher Erkrankung. Am Freitagnachmittag fand zunächst eine- G e - schäftssitzung statt, in der als neuer Vorstand Professor Fischer-Wasels gewählt wurde: als Tagungsort für den nächstjährigen Kongreß wurde Dresden oder Breslau in Aussicht genommen. Nach Erledigung des Kassenberichtes und einiger anderer geschäftlicher Angelegenheiten et= griff Pros. Rößle (Berlin) das Wort: „Heber die Ausbildung des Pathologen" und führte etwa folgendes aus: Wie man von Aerzten, die sich einer Spezialausbildung in den klinischen Fächern unterzögen, eine mindestens einjährige theoretische Vorbildung verlange, so müsse man auch von dem werdenden Pathologen fordern, daß er sich zum besseren Verständnis seines Faches auch eine entsprechende Zeit praktisch in einer der großen Kliniken betätige. Nach einer vierjährigen Ausbildung als Pathologe, sowie nach kürzerer bakteriologischer Betätigung könne man die Fachausbildung als ab- gsschlossen betrachten. An der anschließenden regen Aussprache über diese Fragen beteiligte sich vor allem auch der stellvertretende Reichsärzteführer Prof. Wirz, der bie Reformbestrebungen begrüßte und ihnen seine Unterstützung im Rahmen der von der Regierung vorgesehenen allgemeinen Hochschulreform zusagte. Der spätere Nachmittag galt einem Besuch von Bad-Nauheim. Dort wurden das Dalneolo- gische Institut der Hniversität Gießen unter Führung von Prof. W eb er und das Karkhoff-Jnstitut unter Führung von Prof. Koch gemeinsam besichtigt. Außerdem sand eine gemeinsame Demonstration von Prof. Weber (Bad-Nauheim) und Prof. Büchner (Berlin) über Fälle von Herzerkrankungen statt. Während dieser Vorträge waren die Frauen Gäste der Kurverwaltung auf bem Johannisberg. Der Abend vereinte alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abendessen in den Räumen des Kurhauses. Der Direktor der Kurverwaltung begrüßte die Kongreßteilnehmer im Namen des Bades, auf dessen lOOjähriges Bestehen in diesem Sommer er hinwies. Den Dank der ausländischen Besucher brachte Prof. Orsos aus Debreczin zum Ausdruck, eine außerordentlich humorvolle Damenrede hielt Prof. Gruber (Göttingen). Ferner sprachen der Rektor der Hniversität in Gießen und der stellvertretende Reichsärztesührer. Am Samstagmorgen sand die Schlußsitzung statt. Prof. v. Balogh (Budapest) sprach über durch Nierenschädigungen hervorgerufenen Zwergwuchs. Zu verschiedenen Problemen von Lungenerkrankungen sprachen Dr. Hörner (München), Dr. Wurm (Heidelberg), Pros. Westenhöser (Berlin) und Dr. Koppenhöf er (Stuttgart). Leuchtgasschädigungen des Herzens behandelte Dr. Jeckeln (Halle); einen Fall von hochgradiger Gicht durch chronische Bleivergiftung demonstrierte Dr. F r o b o e s e (Berlin-Spandau). Heber experimentelle Untersuchungen der Milz berichteten Dr. G u i l l e r y (Köln) und Dr. Giese (Freiburg). Zum Abschluß der Tagung sprach Prof. Di et- r i ch als Vorsitzender der Deutschen Pathologischen Gesellschaft der Stadt Gießen für die gastfreundliche Aufnahme, Herrn Prof. Herzog für die umfassenden Vorbereitungen und die vorzügliche Organisation des Kongresses und Herrn Prof. B ü r k e r (Gießen) als den Direktor bes Physiologischen Institutes, in dem die Tagung stattfand, nochmals seinen Dank aus. Stickerei- und dann Häkelarbeiten bildeten die erste Einführung in die eigentliche weibliche Handarbeit, dann wurde weiter aufgebaut in verständnisvoller Steigerung der Aufgaben. So entstanden unter immer geschickter werdenden Händen auf der Grundlage einer beherrschten Technik eine Fülle von vraktischen und sehr netten Dingen des täglichen Gebrauches. Den Kindern dürfte dabei zweifellos auch die Bedeutung der Handarbeit bewußt geworden fein. Es wurden kleine Täschchen, Mappen, Einkaufstaschen, Topflappen, dann Decken, Strümpfe, Mützen, Taschentuchbehälter, ja, schließlich Pullover, Kleider, Wäsche usw. in sehr sauberer Handarbeit gefertigt. Die schön aufgebaute Ausstellung gibt in ihrer Gesamtheit einen Heberblick über wertvolle Arbeit, die dem späteren Beruf der Mädchen als Hausfrau wertvoll dienen wird. Die Ausstellung und das war in ihr gezeigt wird, muß die Elternschaft und alle anderen Besucher mit Freude erfüllen. Die Schau fand denn auch ein starkes Interesse und war gut besucht. Aus diesem Grunde entschloß sich die Leitung der Schule auch, die Ausstellung noch bis zum Mittwoch, und zwar an den Nachmittagen, offen zu halten. Lustpost im Sommer -1935. Der am 1. April in Kraft getretene Flug plan des Sommerverkehrs umfaßt Verbindungen nach fast allen europäischen Ländern. Die Verbindungen werden mit wenigen Ausnahmen zur Postbeförderung benutzt. Am wichtigsten für den Postverkehr sind die nachts verkehrenden R e i ch s p o st f l ü g e. Solche Flüge werden am 1. April im Anschluß an die ständigen Reichspostflüge Berlin—Hannover—Köln —London auf folgenden Linien wieder ausgenommen: Berlin—Halle—Leipzig, Hannover—Frankfurt (Main)—Stuttgart, Köln—Brüssel—Paris, Köln— Frankfurt (Main)—München und München—Nürnberg. Luftpostsendungen, die in den an das Nacht- flugnetz angeschlossenen Orten abends eingeliefert werden, erreichen die Empfänger in den andern Orten des Netzes in der Regel bei der ersten, spätestens aber bei der zweiten Zustellung des nächsten Tages. Entsprechenden Vorteil haben die Postversender in den nicht an das Netz angaschlossenen Orten, die mit den Lustpostorten durch günstige Verkehrsgelegenheiten anderer Art verbunden fino. Nähere Auskunft bei den Postanstalten. Oie evangelische Kirche in Oesterreich. Der hiesige Gustav-Adolf-Verein veranstaltete am Sonntagabend wieder einen Vortragsabend, der im Johannessaal stattfand und sehr stark besucht war. Nach dem Liede „Nun lobt mein Seel' den Herre", und nach kurzer herzlicher Begrüßung durch Pfarrer Becker sprach Pfarrer K r ö ck e r aus Burkersdorf bei Wien über den österreichischen Menschen und die evangelische Kirche in Oesterreich. Der Redner, der bereits am Vormittag in der Stadtkirche predigte und auch im Gottesdienst der Kinder sprach, schilderte aus eigener praktischer Erfahrung und aus seiner Kenntnis des österreichischen Menschen — erworben in einer zwölfjährigen Seelsorgertätigkeit im Dienste der österreichischen evangelischen Kirche — die Mentalität des Oesterreichers, wie auch das Verhältnis des Reichsdeutschen zum Deutschen in Oesterreich, und betonte dabei, daß gegenseitige Achtung die Voraussetzung für ein engeres Verhältnis sein müsse. Oesterreich sei, insbesondere auch während des Weltkrieges häufig verkannt worden. Jedem Teilnehmer des Weltkrieges fei es bekannt, daß der Deutsch-Oester- reicher an der Front seine Pflicht bis zum Aeußer- ften getan habe. Die Ursachen einer zeitweiligen Entfremdung seien auch nicht bei den Deutschen in Oesterreich zu suchen, sondern bei anderen Kräften. In kurzer Heberschau sprach er dann davon, wie der Oesterreicher schon durch Jahrhunderte für das deutsche Volk insgesamt seine Haut mit zu Markte getragen habe: in den Hunnenkriegen, als Wall gegen die türkische Invasion, in der Gegenreformation usw. Interessant sei es in diesem Zusammenhang, daß Grillparzer einmal sagte: „Gebt dem Oesterreicher drei Generationen lang Protestantismus und er ist der wertvollste deutsche Mensch". Der Oesterreicher habe sich noch immer für eine große Sache begeistert und ihr immer gerne gedient. So auch der evangelischen Sache. Geschichtliche Einzelheiten, die Pfarrer Kröckel eindrucksvoll herausstellte, ließen erkennen, wie sehr die evangelischen Oesterreicher für ihren Glauben einzustehen jederzeit bereit waren. Die österreichische Seele sei, so betonte er u. a. von Natur aus evangelisch. Mit Hinweisen auf die entscheidende Bedeutung des Kampfes um die Erhaltung des evangelischen Glaubens und mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der festen Haltung im evangelischen Hinterland, schloß der Vortragende seinen Vortrag. Pfarrer Becker dankte dem Redner und forderte die Zuhörer auf, dazu beizutragen, daß der Gustav- Adolf-Verein auch für die Zukunft in den Stand gesetzt werde, der evangelischen Diaspora helfen zu können. Mit einem gemeinsam gesungenen geistlichen Liede wurde der Abend geschlossen. Vornotlzen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der alte und der junge König". — Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 16 bis 17 Hhr. — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Hhr, die hübsche Meisteroperette Künnekes: „Der Vetter OieZfflandstöchter und ihre Freier. Vornan von J. Schneider-Foerfil Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 20 Fortsetzung Nachdruck oerboten! Beim Frühstück sah man sich - wieder. Bob war schon anwesend, als Luzie eintrat. Der Hund saß hinter ihm und lugte nach seiner Namenskollegin aus. Trotz der vorgerückten Stunde war es noch ganz dämmrig in dem großen Eßzimmer, denn draußen schneite es in dicken, schweren Flocken. Man sagte stch „Guten Morgen", reichte sich die Hand und ließ sich dann am Tisch nieder. Luzie goß dem Stiefbruder Kaffee ein, strich ihm das Brot, schälte ein Ei für ihn und gab eine Prise Salz darüber. „Du hast schon Post bekommen?" fragte sie ungläubig, als sie den ausgeschnittenen Brief neben seinem Teller liegen sah. „Von Niels?" „Ja. Ich habe ihm mitgeteilt, daß ich ab 16. Dezember hier bin." „Was schreibt er denn?" Bob bemerkte ihre Neugier, lächelte nachsichtig und reichte ihr den Bries hinüber. Sie griff hastig danach und las. „Mein Bob! Dein alter Niels ist seit zwei Tagen wieder auf den Beinen. Du darfst nur nicht fragen, was das für Beine find. Jämmerlich. Dann weißt Du alles. Ich habe Dir zum Christkind eine kleine Heben rafchung zugedacht, die Du von Berlin aus zu- geschickt bekommen wirst. Vielleicht macht sie Dir Spaß. Desgleichen liegt eine kleine Aufmerksamkeit für Henriette bei. Meinerseits habe ich nun eine große Bitte an Dich. Ich habe Dir von der jungen Dame, die mich so treulich pflegt, geschrieben. Hier auf der Karrer-Hütte gibt es nun nichts, was man einem Mädchen als Gabe unter den Christbaum legen könnte. Fahre also nach München, das heißt — unterbreite mein Ersuchen Mama Henriette — sie soll für mich wählen. Es ist, glaube ich, das erstemal, daß ich mit einem Anliegen zu ihr komme. Vielleicht erfüllt sie es. Eine Frau weiß jedenfalls am besten, was einer anderen Frau wertvoll erscheint. Es ist zwar sehr unbescheiden, aber ich muß um sofortige Erledigung bitten, da es sonst bis zum vierundzwanzigsten Dezember zu spät wird. Empfiehl mich Mama und den Deinen. Dein Niels." „Blödsinnig, was?" sagte Luzie und rührte mechanisch in ihrer Tasse. In Bobs abweisendes Gesicht sehend, lachte sie auf. „Daß Henriette nicht zu Hause ist, meine ich natürlich." „Ach so." Der Ausdruck seiner Augen erinnerte sie jetzt ganz wieder an den Bob von früher. „Könntest du das nicht auch besorgen, Luzie?" fragte er bittend, „Schon." „Aber du willst nicht?" bedauerte er. „Doch! Ich weiß bloß nicht, was ich für die Klau- bine aussuchen soll." „Irgend etwas Schönes", bat er. „Seide zum Beispiel." „Das ist nichts. — Da würde Niels enttäuscht sein, weil sie das doch nicht von ihm annehmen würde." „Du bist doch ihre Schwester", drängte Bob, „du weißt doch sicher, was ihr Freude macht." Luzies Löffel schlug plötzlich in die Kaffeetasse, daß es rundherum auf dem weißen Damast lauter braune Tupfen gab. „Ich hab's, Bob! Ich hab's! Das war schon immer Klaudines Wunsch. Aber Vater war es zu teuer: Ein Grammophon mit schönen Platten! — Niels hat aber nicht geschrieben, was es kosten darf", meinte sie kleinlaut. „Ein gutes Grammophon ist nämlich teuer." Bob schien das nicht weiter zu berühren. Er sagte nachdenklich. „Also ein Grammophon. — Unb was sonst noch?" „Mein Gott! Niels kann ihr doch nicht ein ganzes Haus schenken!" rief Luzie entrüstet. „Ein Grammophon! Das genügt boch! Du wirst schon sehen, was bas kostet!" Sie bemerkte in ihrer Aufregung gar nicht, bas Bob lachte. * Schon am Nachmittag fuhren sie los. Mit bem Schlitten zur Bahn, mit ber Bahn nach ber Stabt. Es war einfach fabelhaft, wie sich bie Schaufenster herausgeputzt hatten. Unb erst innen, bie Lüben! Einmal kniff Luzie Bob in ben Arm. „Ich muß mir Luft machen!" raunte sie. „Ich platze sonst!" Bob hatte seinen Arm burch ben ihren geschoben unb trug einen seligen Ausbruck im Gesicht. Wie zwei Liebesleute traten sie in ein Spezialgeschäft für Musikinstrumente. Bob war jetzt ganz ber Situation gewachsen. Luzie würbe in einen tiefen Leberstuhl gesetzt unb bekam eine Auswahl verschiebenster Grammophone auf ben runben Tisch vor sich hingestellt. Bald schmetterten abwechselnb Märsche, Potpourris, Lieber, Schlager unb Arien burch ben Raum. Man einigte sich auf ein Koffergrammophon in bunteigrünem Leber unb auf Platten von Caruso, Strauß unb berühmten Lieberkomponisten. Zum Schluß Nahm Bob noch eine Platte, bie „Stille Nacht, heilige Nacht" roiebergab. Der Verkäufer machte es zwar ganz unauffällig, als er Bob ben Preis nannte, aber Luzie spitzte bie Ohren: Zweihundertdreiundneunzig Mark! Beinahe wäre bie jüngste Jfsland vom Stuhl gefallen. --Da hatte er's letzt! Sie hatte ja schon im vorhinein gewußt, was bas Zeug kostete. ♦ Um neun Hhr vormittags war Klaubine auf ben Schneeschuhen nach Bruck hinuntergefahren. — Jetzt war es vier Hhr nachmittags. Sie mußte also balb zurückkommen. Barthelmes kochte einen Kaffee, ber sich sehen lassen konnte, unb Pöttmes ftanb am Fenster, um ben Augenblick nicht zu versäumen, wenn Klaubine unten auf ber Lichtung auftauchte. Niels hatte ihr eingeschärft, für ben Heimweg, wenigstens bis zu ben ersten Almhütten, einen Schlitten zu mieten. Jeber Pferbebesitzer in Bruck war froh, wenn er um biefe stille Zeit etwas zu oerbienen bekam. Klaubine hatte versprochen, es zu tun, weil sie sonst in ber Stabt hätte übernachten müssen. Unb bas wäre ihr nicht sympathisch gewesen. „Sie kann ja no gar net ba sein", meinte Barthelmes, brei geblümte Tassen auf bie buntgewürfelte Tischbecke stellenb. „Etwan hat's a a bißl einkehrt, in an Kaffeehaus ober in aner Weinstuab'n. Muaß a fei. Wann ma fcho amol brunt is, muaß ma all's nütz'n." Pöttmes sah bas ohne weiteres ein, holte sich ben Hauskalenber, ben er schon brei dutzenbmal von hinten nach vorn burchgelesen hatte, unb ftubierte bie Namenstage. Als er mieber nach ber Hhr sah, was es halb fünf. Draußen war es bereits stockbunkel. An bas Fenster tretenb, horchte Niels gespannt. Man konnte, wenn ber Winb günstig war, bas Gebell ber Hunbe hören, wenn ein Frember am letzten Almhof vorüberging. Aber noch hatten bie Hunbe nicht gebellt. Demnach war Klaubine noch nicht einmal bei ben Almhöfen ... Barthelmes bemerkte bie Unruhe, bie Pöttmes in sich trug, unb suchte ihn zu zerstreuen. „Jetzt trink'n wir zwa unfern Kaffee, unb baweil wirb's scho kimm'n. Ganz g'wiß kimmt's! I hab' ihr brauß'n, wia sie sich b' Brettl'n ang'schnallt hat, no g'sagt: „Tuan's Eahna fei net versäum'n, Fräul'n Klau- binia. I bang mi fünft--Koa Wörtl hab' i g'sagt, baß Eahna a bang’n tät’n. I hab' mir’s g'merkt von bamals.." — Pöttmes war glücklich für eine Viertelstunbe abgelenkt unb blätterte, währenb er seinen Kaffee trank, mieber im Kalenber, sah zwischenhinein nach ber Uhr unb begann Figuren auf bie leeren Ka- lenberfeiten zu zeichnen: Lauter gleiche Rechtecke mit spitzen Dächern barüber unb einer Fahne barauf. Als es halb sechs war, rollte er ben Kalenber zusammen unb schleuberte ihn hinter sich auf bas Fensterbrett. „Nun wirb es aber Zeit! Glauben Sie, baß ihr etwas passiert ist?" „A wo!" verneinte Barthelmes, ber bie Tassen abräumte. „Wird sich halt vawettt hab'n, brimfn T^hcVi Suppen - gute Suppen! ** Die Dienftftunben des Kreisamrs Gießen finb mit Wirkung vorn 1. April ab auf bie Zeit von 7 bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr festgelegt worben. Amtstage finb wie bisher Dienstag unb Freitag vormittag. ** Die Dienftftunben bei ben hiesigen Justizbehörben (Lcmbgericht, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht) würben vom 1. April l. I. ab festgesetzt: Montags bis Freitags von 7 bis 12.30 Uhr unb von 13.30 bis 16.30 Uhr; Samstags von 7 bis 12.30 Uhr. ** Stäbtischer Betriebsappell. Am fommenben Donnerstag, 4. April, findet ein Betriebsappell sämtlicher stäbtischer Betriebe unb Verwaltungen im Garten bes Stabthauses, Bergstraße, statt. Der Appell beginnt um 7.45 Uhr unb enbet um 8.15 Uhr. Es spricht ber Kreiswalter ber Deutschen Arbeitsfront, Hermann Wagner. ** Geschäfts - Jubiläum. Am gestrigen 1. April konnte die Kunsthandlung von I. Hirz, Seltersweg 22, auf ihr 60jähriges Bestehen zu- rückblicken. Das Geschäft wurde im Jahre 1875 in kleinem Rahmen im Hause Seltersweg 15 gegründet. Später wurde dieses Haus verkauft und dafür das Grundstück Seltersweg 22 erworben. Im Jahre 1899 wurde dieses Haus abgebrochen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet, in dem auch die Ge- schäftsräume ein entsprechendes Unterkommen fanden. Durch die stete Beobachtung guter kaufmännischer Grundsätze war es den Geschäftsinhabern im Verlaufe der sechs Jahrzehnte möglich,' ihr Heule, 20 Uhr, im Lase Leib Spcrrl-Werbeabend des Bb2H. und der Zungmädel. Körperschule, Laufschule, Bodenturnen usw. Die Vorführungen werden von Liedern und Sprechchören umrahml. Kommt alle! Am Eingang wird ein Unkostenbellrag von 20 Pf. erhoben. Grünkern, die deutsche Suppensrucht mit dem unvergleichlichen Aroma, ist in Form der kochfertigen £norc Grünkern-Suppe eine immer willkommene Abwechslung auf dem Mittagstisch und eine angenehme Überraschung für alle, die diese ebenso eigenartige wie ansprechende Geschmacksrichtung zum.erstenmal kennen lernen! Mit einigen Mark- klöszchen angerichtet: ein Hochgenuß! IWürf el-2 reichliche Teller-l OMg. Schon feit 50 fahren: Dorftag I Die Sortrai \ Mimischer V , wieder zu ein ! in die Neue Bergingenic wissenschaftlich Grönlandexpei men hatte, ft die Arbeit di Eindrücken, 1 -Reise verbu zunächst in j ■ wiMf/aftliify WatfjtDtii ber. 1 K'onlikienteoersü sich eine ftontv riesigen Eislast gedrückt hat. 1 weiterer wisset schung der Ei der Echolotunc wurde, in der Eises, usw. (5 Versuchen für . lich nach mit ' hältnisse über Der Redne der Erforsch hm, indem er päische Wette Verhältnissen Grönland a | über bem Atl tzier über (Br ^edürfe. der Redner d< Nordamerika Voraussetzung rungsverhältni , Schließlich n Anhänge i nM>n und be ft", bie die ?'tzch°st un in Bruck. Arn End' hat's a koan Schlitt'n auf- trieb’n. Is all's rnögli. Möchten's zum Nachtmahl a Muserl, Herr?" „Muserl?" fragte Niels. „Ist bas ein Kinder- brei?" „Ja, ja, o so was is scho!" „Danke. Ich mag überhaupt nichts. Für mich brauchen Sie gar nichts herzurichten." Mir roern's ja fegm, dachte Barthelmes, girfj nach bem Herb, plätscherte mit bem Spülwasser unb warf ab unb zu einen Blick nach Pöttmes hinüber. Der saß jetzt in ber Ecke, bas Gesicht bem Fenster zugekehrt unb böfte vor sich hin. Hinter ihm rückten bie Zeiger ber Schwarzwälberuhr hastig vorwärts: Sechs Uhr. Kein Wort fiel mehr zwischen ben beiben Männern, bis es halb acht Uhr war. Da ftanb Pöttmes mit einem Ruck auf, streckte bie Knie vorsichtig unb hinkte zur Tür. Barthelmes eilte ihm nach. „Dös wär' bös Wahre, jo! Wia weit tät’ns benn kommen, liagtst schon bo! Nachher hob ma bie Bescherung roieber. Tuan's Eahna ums Feuer kümmern, daß's net ausgeht. Unb schütt'ns biamal a bißl Wasser im Kessin nach, sunst z'reißts'n. I geh jetzt nachschau'n. Unb wann's no net auf b' Almhöf is, nachher muaß a Knecht einfpann'n unb ihr a Stück! entgegenfahr'n." Pöttmes dünkte es schrecklich langsam, bis ber Alte in bie Schuhe schlüpfte, seine Weste überzog, bie pelzgefütterte Mütze auf ben Kopf stülpte unb bem Walbl pfiff. Lauter Obliegenheiten, bie er zehnmal schneller gemacht haben würbe, unb bie boch ebensogut unterblieben wären, benn in bem Augenblick, als Barthelmes bie Tür öffnen wollte, klopfte braufeen jemanb ben Schnee von ben Schuhen. Gleich barauf ftanb Klaubine im Türrahmen unb blinzelte vergnügt in bie Helle. Pöttmes lehnte am Tisch. Die geballte Hanb gegen bie kantige Ecke gestützt, starrte er nach ihr hinüber. „Das war rücksichtslos!" Für einen Augenblick glaubte sie, unter ben Sprühregen eines eiskalten Bergwassers geraten zu sein, bann hatte sie sich gefaßt. Der einzige rasche Blick, mit bem sie Niels gestreift hatte, war iyr Beweis genug, wie es in ihm aussah. „Es tut mir selbst sehr leib", sagte sie entschulbigenb, bie halberstarrten Hände aufeinanderschlagend. „Aber ich konnte nicht früher kommen." „Eine Ausrebe, bie allen Frauen geläufig ist!" „Es ist keine Ausrebe, Herr Pöttmes!" Barthelmes, ber einen Streit befürchtete, warf sich ins Mittel. „Jetzt hat a schier weiße Hoar' kriagt, ber Herr Pöttmes, weil 's ganz so lang ausblieb’n san. — Unb jetzt schimpft er halt." — Der Alte merkte, baß er roieber einmal etwas gesagt hatte, was er besser für sich behalten hätte, unb machte sich am Herb zu schaffen. (Fortsetzung folgt!) Ortsgruppe, meinsamdast.' tragen bas 8" leiters, ben $rei* M-nd«rS- ®itgüeberaber führte bann V bie TV der bereiWU“ deutscher Ar Kaiser seinem feien, ich Jahren der zustandegebm Zeit ließ den Menschen be; Todes, aus tu land ungeheu und Rang tr Menschenwuri unb es wurd Stimme des 3 der Völker sch >* *8 sfes finix täte ♦♦ nlte Otto S c nerungl^ aus Dingsda", in dieser Spielzeit zum erstenmal. Leitung haben Hub, Cujö, von Rabenau. — Gesellschaft Liebigmuseum. Am Montag, 15. April, findet im Horsaal des Liebig- museums bie Mitgliederversammlung statt. Näheres in ber Einladung im gestrigen Anzeigenteil. CT äi m bit, Jtbe ° öWfibes 3 e,ner Ntbe’nk l Weber' fiener K unten wer in S .‘‘U S!b'n tt. fon 7 r ■1 nb *,• b,s ° ®" bis. Sri 7 * a« ms'»8s JJ j/': äm lef em ^e, lUnJ Der. Bergstraße, Unternehmen aus kleinen ^Anfängen zu seiner heutigen weithin beachteten Stellung zu führen. ** Lebensmittelopferring der NSV. In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st werden am heutigen Dienstag und am morgigen Mittwoch die Mitgliedskarten zugestellt und gleichzeitig die Pfundpäckchen gesammelt. In der Ortsgruppe Gießen- Mitte findet diese Sammlung mit gleichzeitiger Ausgabe der Mitgliedskarten am Donnerstag statt. Es wird gebeten, die Spenden mit Inhaltsangabe bereitzuhalten. ** Sturz von der Treppe. Der 39 Jahre alte Otto Schaffner, Weidengasse 7 wohnhaft, verunglückte durch einen Sturz von der Treppe so schwer, daß er mit erheblichen Kopfverletzungen und einer Gehirnerschütterung der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Ortsgruppe Gießen Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 70 bis 80, Ton Uen 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 35 Pf., Honig 40, junge Hähne 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. Süd her NSDAP. >rn. frag von ), Gefolgschaft Adolf Hitlers treten : geben hinter dem Führer stehen ’ Glauben, daß Deutschland leben m >en muß, und wenn wir Mit egener im Grönlanheis Grönland anderseits. Die Witterungsverhältnisse Mr mich ' über dem Atlantik seien bekannt, während das Wet- $5; ö 1 ter über Grönland noch eingehender Erforschung bedürfe. In einem praktischen Beispiel erinnerte -nütmniler 5er Redner daran, daß ein Zeppelinluftverkehr nach „v/L J;n, Nordamerika über Grönland führen müsse. Die be’u 'fee war neoen oporr eine oejnmm , r ®elB(0 lang festgesetzt, wo die Lagerteilneh - flon\olt* rungen der Wege und Straßen 0t .Xnv» SnnfPanotinftpn hip ihtiPti Menschen begreiflich werden, der angesichts des Todes, aus tiefer, starker Liebe zu Volk und Vaterland ungeheure Leistungen vollbrachte. Herkommen und Rang waren zurückgetreten vor der eigenen Menschenwürde, vor der Schöpferkraft des einzelnen, und es wurde laut die Stimme des Herzens, die Stimme des Blutes. Dann kam, beschlossen im Rate der Völker schon vor dem Kriege, der Zusammen- und treu und er= in dem einzigen >en vfw. trntmb cht en Aroma, igen Änorr immer will« ig aus dem angenehme ?e, die diese ifprecf) enbe i erstenmal igexx^art« tzochgenutz! iller-lOPsg. Zähren: denn m “L Leben innerhalb dieser Kameras,cyasien oi yuc u > ’ offnen ' Grundstock zu einem festen Gemeinschaftsgefühl. > 1 pQn o» • •• <• « rx . r • v - _ ’llor-e Vordergrund stand, so war auch oft genug am Tage Gelegenheit, körperliche Tüchtigkeit und Geschicklichkeit zu beweisen. Wie schon kurz erwähnt, war neben Sport eine bestimmte Zeit Arbeitsdienst festgesetzt, wo die Lagerteilnehmer durch Verbesse- , v 2 i in der Lage waren, den Volksgenossen, die ihnen die Burg zur Verfügung gestellt hatten, durch der Hände Arbeit ihre Dankbarkeit zu zeigen. Hieraus, dann aber auch sterben müssen! Ortsgruppenleiter Pg. Schwarz brachte den starken Beifall dem Pg. Ott in Worten zum Ausdruck. Nach einem Vorspruch und einem Lied der HI. verpflichtete Pg. -Schwarz einige neue Parteigenossen, denen das Mitgliedsbuch ausgehändigt wurde. In üblicher Weise und mit dem Ausmarsch der Fahne schloß die Versammlung. durch Ausmärsche in die Dörfer, durch den geselligen Verkehr mit der Bevölkerung, muß es dieser klar geworden sein, daß der Student von heute, jedenfalls der, der die Idee des Führers vertritt, ein ganz andrer geworden ist als früher. Auch hier konnte dazu beigetragen werden, die Volksgemeinschaft zu verwirklichen. Die Hauptaufgabe des Lagers war aber neben der Stärkung des Gemeinschaftsgedankens und des Hineinfindens in eine Gemeinschaft die politische Schulung. Sie, die in die Hochschulen zurückkehren, sollen dort mit aufrichtigem Ernst und Streben darangehen, Kameraden, die vielleicht äußerlich zur Bewegung gehören, weil sie mehr oder weniger glauben, dazu gehören zu müssen, um ihre Fortbildung nicht gehindert zu sehen, rein weltanschaulich von der Wichtigkeit und Richtigkeit der völkischen Erziehung, der nationalsozialistischen Lehre überhaupt zu überzeugen. Die hierzu nötigen Kenntnisse und Aufklärungen haben sie in diesem Lager bekommen. Die Lagerleitung entließ sie mit der bestimmten Erwartung, daß sie diese ihre Aufgabe in den nächsten Semestern, soweit es in ihrer Macht steht, erfüllen. Das Schulungslager stand unter dem Motto ,Volk und Staat". Sowohl die Bedeutung von Volk und Staat, als auch die Stellung des einzelnen innerhalb dieser Gemeinschaftsformen muß voll anerkannt werden; das ist von größter Wichtigkeit. Es wurde begonnen mit den volk- und staatlichen Bindungen unserer ältesten Vorfahren. Aus den Vorträgen der Lagerleitung, sowie aus den Schlitt'n auf- jum Nachtmahl 15 ein Kinder» teien, ich kenne nur Deutsche!", das habe erst nach. Jahren der Erschütterung und Not der Führer zustandegebracht. Die Erinnerung an jene große Zeit ließ den Zuhörer die tiefe Erschütterung des suppen! .sicht dem Fen» in. hinter ihm ilderuhr hastig en. arthelmes. girfj wieder beginnt. Wenn auch die geistige Arbeit, die Schulung, im OasGauschulungslager des NEOEtB auf dem Gleiberg. hr und endet ier der Deut» ■r. gestrigen n A. Hirz, bestehen zu- chre 1815 in !9 15 gegtün-- ajt und dafür en. 3m Jahre und an sesner auch die Gekommen fan« ter taufmän« tMsmhahern möglich/ihr in freundlicher Weise seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte. Hier wurden die Lagerteilney- mer in zwei Kameradschaften eingeteilt. Gerade das Leben innerhalb dieser Kameradschaften bildete den em - /. ch Pöttmes hm» Voraussetzung dafür sei die Erforschung der Witterungsverhältnisse. Schließlich wies der Redner auf die großen Zusammenhänge der Arbeit van Wissenschaft und Technik hin und begründete damit eine Reihe von Aufgaben, die die Expedition zu lösen hatte. Deutsche Wissenschaft und Technik marschieren an der Spitze der Welt. Deutschland sei das Ursprungsland immer neuer Erkenntnisse. Es solle dieses geistige Ursprungs- Im großen Saale des Studentenheimes fand gestern abend eine öffentliche Versammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, statt. Nach dem Einbringen der Ortsgruppenfahne wurde gemeinsam das Lied „Volk ans Gewehr!" gesungen. Das von Hitlerjungen zum Vortrag gebrachte Lied „Wir tragen das Banner der Freiheit" bildete die Ueber- leitung zu den Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters, Pg. Schwarz, und zu dem Vortrag „Von den Freiwilligen des großen Krieges zu den Freiwilligen der großen Revolution!", den Sturmhaupt- sührer Pg. 011 hielt. Der Redner betonte zunächst den hohen Wert der Mitgliederabende als Gemeinschaftserleben und führte dann seine Zuhörer im Gedanken zurück in die Tage der Begeisterung und freudigen Opferbereitschaft zu Beginn des Krieges, die auch er als deutscher Arbeiter miterlebte. Was damals der Kaiser seinem Volke zurief, „Ich kenne keine Par- aii“-rupr -A 'S, ", bruch, von volksfremden Menschen vorbereitet und von betörten Deutschen ausgeführt. Dann kam einer, der mit dabei gewesen war im großen Krieg, der den Rhythmus der Herzen und des Blutes unseres Volkes erlauscht hatte. Aber es mußte erst noch größere Not über unser Volk hereinbrechen. Mit dem einen unbekannten Manne marschierten erst wenige, dann Hunderte, Tausende, Millionen Deutsche. Erst in tiefster Not gab der Generalfeldmarschall dem Führer das Steuer des Staates in die Hand. Und dieser riß es im letzten Augenblick herum. Der Führer zerschlug die Parteien und machte den Ausspruch des Kaisers wahr: „Es gibt nur noch Deutsche, nur noch eine deutsche Volksgemeinschaft!" Wer überlegt, daß — wenn der Führer nicht gekommen wäre — heute unsere Kirchen zu Ställen herabgewürdigt, Not und Elend nicht auszudenken wären, der kann nur aus Dankbarkeit an das Schicksal fest und entschlossen zur hältnisse über Grönland. Der Redner wies besonders auf die Bedeutung der Erforschung dieser metereologischen Verhältnisse hin, indem er daran erinnerte, daß das mitteleuropäische Wetter abhängig sei von den Witterungsverhältnissen über dem Atlantik einerseits und über |W A.1 kenn in V land auch immer bleiben. So habe die Forscher auch nicht Abenteuerlust hinausgetrieben, sondern der Wille zu bedeutsamer ernster Arbeit. Abenteuer seien in der endlosen Eiswüste auch gar nicht zu erleben. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner zunächst der Geschichte der Grönlandexpeditionen zu und sprach dann über die letzte Expedition, die Professor Wegener mit seinen Mitarbeitern unternommen hatte. Er schilderte die Planmäßigkeit dieser Expedition und gab einen vollendeten lieber« blick über den Charakter dieses Landes, das auf die Wissenschaftler schon lange eine starke Anziehungskraft ausübt. Im Geiste erlebte man die Vorbereitungen der Reise, das Vordringen in einen der Fjorde, den Anmarsch über die Gletscher und Felsen der hochaufragenden Grönlandküste, erlebte auch die ungeheuren Strapazen mit, die für die Expedition durch den Transport von 120 000 Kilogramm Gepäck über das 1600 Meter hohe Randgebirge hinweg zu überwinden waren. In interessanter Schilderung ließ der Vortragende die Menschen des Landes, die Tierwelt, die Pflanzenwelt Grönlands kennenlernen, und stellte feinen Zuhörern in vielen herrlichen Lichtbildern auch die großartige Landschaft vor Augen. Man hörte von der Mitternachtssonne, von der langen Nacht des nordischen Winters, von den Gletschern und riesigen Moränen und schließlich von den Vorstößen der Expedition bis Eismitte, die mit schier unendlichen Schwierigkeiten und ständigen Gefahren für Leib und Leben aller Expeditionsteilnehmer verbunden waren. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte man die Schilderung der tragischen letzten Reise des Forschers Professor Wegener, mit der er der Station Eismitte die Arbeit über einen größeren Zeitraum sichern wollte. In überaus eindrucksvollen Darstellungen hörte man von der Fortsetzung der Arbeit unter den schwierigsten Umständen, bei 64 Grad Kälte, im Schneesturm, in der Station unter Schnee und Eis, im windumtosten Zelt. In den letzten Bildern sah man Professor Wegeners Grab und eine letzte Aufnahme zu seinen Lebzeiten. Der Vortragende fand für seine ausgezeichneten Ausführungen eine andächtige Zuhörerschaft, die zum Schluß mit herzlichem Beifall dankte. Vorkrag des Bergingenieurs Herdemerken. Die Dortragsvereinigung (Goethebund und Kaufmännischer Verein) hatte für den gestrigen Abend wieder zu einem außerordentlich fesselnden Vortrag in die Neue Aula eingeladen. Bergingenieur Kurt H e r b e m e r t e n, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der letzten großen Grönlandexpedition Prof. Wegeners teilgenommen hatte, sprach in hochinteressanter Weise über die Arbeit dieser Expedition und von den starken Eindrücken, die mit dieser Forschungsarbeit und -Reise verbunden waren. Der Redner erläuterte zunächst in zusammengesaßter Form die Art der wissenschaftlichen Arbeit, die in erster Linie dem Nachweis der Theorie von Prof. Wegener über die Kvntinenteverschiebungen dienen sollte, ferner, ob sich eine Konlinentenscholle unter dem Druck einer riesigen Eislast in den Sima-Mantel der Erde eingedrückt hat. Die Expedition hatte noch eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Aufgaben in der Erforschung der Eisdicke auf Grönland, die mit Hilfe der Echolotung (Echo der Erschütterung) festgestellt wurde, in der Erforschung der Polarisierung des Eises, usw. Gleichzeitig beschäftigte man sich mit Versuchen für neue Mutungsmethoden und schließlich noch mit der Erforschung metereologischer Ver- Das tägliche Zusammensein, das gemeinsame Verleben der Arbeits- und Freizeitstunden, brachte sie in die richtige Verbindung. Wenn morgens alle gemeinsam entsetzt waren, daß es schon 6.30 Uhr, also Zeit zum Aufstehen war, wenn in der Arbeitsgemeinschaft über geschichtliche ober völkische Fragen Auseinandersetzungen stattfanden, wenn beim Ar- unter De" beitsbienft mit Spaten und Schaufel Straßen flang= J1; geraten A bar gemacht oder wenn lange nach Zapfenstreich ittiW ’M Debatten des Tages zu Ende gefochten wurden, so verband sie das alles zu einer großen Familie, zu einer Einheit, die nur schweren Herzens aufgegeben wurde, aufgegeben werden mußte, da das Semester n beii>« Da stand V te Snie , eilte ihm M oeit tStn- dU 'r°nn hJ 32 Studenten kamen am 31. März auf dem Gie- masaM, I ßener Bahnhof an und marschierten geschlossen zum $?te u?erLh Schulungsort, dem Gleiberg, wo der Glelbergverem hnee - 'S*.!» L. vorbereitenden bzw. nachfolgenden Diskussionen über dieses Thema konnte man den Zusammenhang der damaligen Volks- und Staatsauffassungen mit denen des heutigen Dritten Reiches sehen. Es wurde Gelegenheit gegeben, den Niedergang des Germanentums durch den Einbruch einer orientalischen Weltauffassung zu erkennen. Man sah das Immer wiederkehrende Hervorbrechen germanischen Denkens und Fühlens bis zur Jetztzeit. Diese Bestrebungen deutlich hervorzuheben und ihre große Widerstandsfähigkeit zu zeigen, das war die letzte Aufgabe. Neben dieser Arbeitsgemeinschaft kamen der Reichsleiter des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Parteigenosse Derichsweiler, der Gauschulungsleiter Pg. Ruder, sowie noch einige Kameraden ins Lager und unterrichteten die Teilnehmer über hochschulpolitische Fragen. Aber auch parteipolitisch-wirtschaftliche und gesellschaftliche Dinge wurden erörtert, und sie waren häufig eine wertvolle Ergänzung zum Thema „Volk und Staat". Wenn die Kameraden jetzt das Lager verlassen haben, dann wird es nicht einen geben, der nicht noch gern dageblieben wäre. Obgleich die Zeit kurz war und das sie umschließende Band der Gemeinschaft noch nicht zu fest, werden vielleicht doch über dieses Lager hinaus kameradschaftliche Beziehungen bestehen bleiben. Aber wie dem auch sei, jeder von ihnen nimmt neben seinen wissenschaftlichen Kenntnissen ein Gefühl der Befriedigung mit, daß er einmal mit gleichgesinnten Kameraden eine Gemeinschaft bilden durfte, wo der Glaube und das Erleben der nationalsozialistischen völkischen Idee für neuen Kampf gefestigt würden. Dem Lagerführer, der es vortrefflich verstanden hat, sie in jeder Hinsicht zu führen, aber auch zu helfen, gilt ihr besonderer Dank. Dank aber auch der Führung des Studentenbundes, die überhaupt erst die Möglichkeit gab, ein solches Lager zu er- 1 richten. J. Sch. SJL-tfport Gühheutschland-Sühfrankreich 1:3. Lippert 1900 erneut bewährt. Zu diesem Kampf traten folgende Mannschaften an: Süddeutschland: Müller; Conrad, Tiefel; Heermann, Kiefer, Lippert; Hessenauer, Wenzelburger, Damminger, Tröger, Fath. Südo st frankreich: Llense; Franques, Char- dar; Gabrillaraues, Kaucsar, Masset; Rodriguez, Beck, Rolhion, Alcazar, Belko. Der Anfang des Spieles gestaltete sich für Süddeutschland recht vielversprechend. Fath konnte schon in der zweiten Minute unhaltbar zum Führungstreffer einschießen. Schon drei Minuten später konnte der französische Mittelstürmer Rolhion auf einen schweren Fehler des Torhüters Müller hin ausgleichen. Noch vor der Pause, in der 35. Minute, fiel durch den Halbrechten Beck der zweite Treffer der Franzosen. Nach dem Wechsel war der Kampf gleichverteilt. Erst fünf Minuten vor Schluß konnte Belko ein Mißverständnis zwischen Tiefel und Kiefer zum 3:1 verwerten. Der Schiedsrichter Jones, ein in Marseille ansässiger Engländer, leitete gut. In der süddeutschen Mannschaft gefielen besonders Tiefel, Heermann und Fath. Müller, Conrad, Kiefer und Lippert genügten mit ihren Leistungen. Dagegen versagten die beiden Innenstürmer Tröger und Wenzelburger. Fußball-Gaukampf Norhhesseu—Mittelrhein 0:1. In Kassel kam, wir berichteten bereits darüber, am Samstag vor 2500 Zuschauern auf dem Kurhessen-Platze ein Fußball-Auswahlspiel zwischen den Gaumannschaften von Nordhessen und Mittelrhein zum Austrag. Beide Mannschaften hatten in letzter Stunde noch einige Umbesetzungen vornehmen müssen. Das von Tröbitz (Göttingen) gut geleitete Spiel hielt nicht ganz das, was man sich davon versprochen hatte. Bei Nordhessen machte sich die Umstellung der Mannschaft besonders bemerkbar. Der Gau Mittelrhein zeigte doch noch die geschlossenere Leistung und sein knapper Sieg ist aus diesem Grunde auch als verdient anzusprechen. In der ersten Halbzeit spielten die Gäste vom Rhein mit dem Wind im Rücken, sie verstanden es aber nicht, Deckung und Abwehr der Gastgeber zu überwinden. Nach der Pause kamen die Nordhessen stark auf, die Schußunsicherheit des Jnnensturms und die verstärkte Abwehr des Gegners ließen aber auch sie nicht zu Erfolgen kommen. Dagegen fiel in dieser Zeit der Siegestreffer der Rheinländer. In der 22. Minute erzielten die Gäste einen Eckball und durch Becker landete der Ball aus dichtem Gedränge unhaltbar im Netz. Epielvereinigung 1900 Gießen. Eine Niederlage der Fußballelf in Büdingen. Die 1. Fußballmannschaft, die in der Aufstellung: Schmidt; Zeiler, Schmelz; Mank, Langsdorf, Hein- bach; Hammer, Horz, Birkenbiel, Koch, Dörr nach Büdingen gefahren war, lieferte ein schwaches Spiel. Nicht zu entschuldigen war die lasche Spiel- weise. Es fehlte vor allem an Harmonie, und zwar schon in der Läuferreihe, die sonst der beste Mannschaftsteil ist. Mank kam nie richtig ins Spiel und darunter litten auch seine Nebenleute. Die Stürmerleistung der Gießener war kläglich. Sie ist schon daran zu ermessen, daß in den 2X45 Minuten fast kaum ein Schutz auf das Büdinger Tor ging. Dazu kam noch, daß man auch hinten Schnitzer machte. Die Büdinger Mannschaft spielte ein schönes Paßspiel. Der glatte Rasenboden war ihr besonders gelegen. Für die - Gäste war die Sache nicht so angenehm, denn sie sind harten Boden gewöhnt. Das Treffen nahm einen fairen Verlauf. Es hatte in Schiedsrichter Ketterer (Hanau) einen vorzüglichen Leiter. Dem Spielverlauf ist zu entnehmen, daß die Gießener schon mit dem Anstoß eine große Chance hatten, Dörr trat aber frei vor dem Tor über den Ball. Auch weiterhin hatte 1900 Vorteile und brachte nacheinander sechs Eckbälle auf ihr Konto, verwandelt wurde aber keiner. Ueberraschend fiel Mitte der ersten Spielhälfte der erste Treffer für Büdingen. Aus verteiltem Feldspiel setzte Bätz (Büdingen) einer weiten Vorlage nach. Schmidt (1900) zögerte einen Moment (im Vertrauen auf Zeiler), ehe er entgegenstartete. Er kam den Bruchteil einer Sekunde zu spät, und an ihm vorbei trudelte der Ball ins verlassene Gießener Tor. Kurz vor dem Seitenwechsel ging derselbe Büdinger Stürmer an der aufgerückten Gießener Hintermannschaft vorbei, und ehe er erreicht wurde, hatte er zum 2:0 eingeschossen. Die Blauweißen gingen leer aus. Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel denselben Fortgang. Man trieb wiederholt Kombination im Büdinger Torraum, statt den Ball entschlossen einzulenken. Koch überbot sich hierbei geradezu, und es war gefrevelt, Birkenbiels Schuß, der von der Latte abprallte, im Nachschuß aus drei Meter Entfernung noch daneben zu schießen. Ein Deckungsfehler ließ dann den Büdinger Halblinken wieder frei durchkommen. Schmidt sprang noch entschlossen dagegen, konnte aber auch diesen Treffer nicht mehr verhindern. Mit dem vierten Tor ließ er sich aber überraschen. Bätz schoß nach einer Wendung von Strafraumhöhe schnell mitten ins Gießener Tor. Damit stand das Spiel 4:0 für den Gastgeber. Daran änderte sich auch nichts mehr, denn Horz, Birkenbiel und Mank ließen auch weiterhin alle sich bietenden Situationen unausgenützt. Iugendspiele. Butzbach l.Jgd. — 1900 Gießen 1. 3gb. 1:3 (1:1). Die Gießener besiegten den Jugendmeister der benachbarten Friedberger Gruppe auf eigenem Platze, und zwar auch verdient auf Grund besserer Leistungen. Butzbach Schüler — 1900 Gießen Schüler 0:1 (0:1). Auch 1900s Schüler ließen sich in Butzbach nicht unterfriegem sondern siegten ebenfalls. Mit 1:0 ist das Ergebnis allerdings sehr knapp ausgefallen. 1900 Gießen 2. 3gb. — Conborf 1. 3gb. 6:1 (3:0). Die 2. Jugend der Blauweißen läßt in letzter Zeit aufhorchen durch einige überragende Resultate, obwohl die Elf noch niemals komplett angetreten ist. Auch diesesmal hatte der Gegner wenig Zu bestellen und konnte nur auf Deckung spielen. Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis). Kasseler Turngemeinbe Hanbballmeisler. Mit dem Sieg über Tv. Wetzlar 10:9 (5:5) ist CT. Kassel Meister geworden und hat nun den Gau 12 bei den Spielen um die deutsche Meisterschaft zu vertreten. Das Spiel in Wetzlar war, wie schon das Ergebnis besagt, ausgeglichen und sah die Kasselaner als glückliche Sieger. Tuspo 86/09 brachte es fertig, sich auf eiaenem Platze von dem Tv. Kirchbauna mit 10:9 (4:5) schlagen zu lassen. Diese Niederlage kam CT. sehr zustatten, denn dadurch war ein Entscheidungsspiel überflüssig geworden. 1900 Gießen trat zu dem Spiel gegen tura erst an, nachdem der Schiedsrichter das Spiel bereits an und wieder abgepfiffen hatte. Tura kam deshalb kampflos in den Besitz der beiden Punkte. Vezirksklasie. Mit ihrer neuerlichen Niederlage gegen Kurheffen Marburg 5:7 (4:4) ist Pohl-Göns aus dem Wettbewerb um die Meisterschaft der Bezirksklasse aus- geschieden. Die Entscheidung wird das Spiel Kesselstadt — Kurhessen Marburg am kommenden Sonntag bringen. Kreisklasse II. (AufsliegspÄte.) Tv. Dorlar — Mtv. Gießen II 7:1 (3:1). Der erwartete Kamps kam zustande. Wie so viele andere Mannschaften mußten jetzt auch die Gießener die Ueberlegenheit der Einheimischen erfahren. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Tv. K a tz e n s u r t — Tv. G a r b e n h e i m 6:7 (2:3). Garbenheim kam zu einem glücklichen Sieg. Das Spiel war jederzeit ausgeglichen. Tv. Burgaemünden — Tv. Herborn. Herborn trat nicht an. Die Platzmannschaft kam zu zwei billigen Punkten. Gesellschaftsspiele. Tv. Hochelheim II — Tv. Lang-Göns I 5:5 (4:3). Die Hochelheimer Reserven haben gezeigt, daß sie von ihrer Spielstärke nichts eingebüßt haben. Obwohl die Gäste seit langer Zeit zum erstenmal wieder antraten, gaben sie einen Gegner ab, der nicht nur ein gutes Spiel zeigte, sondern auch außerordentlich eifrig war. Tv. Hochelheim Schüler — Tv. Lang- Göns Jugend 4:14 (3:6). Durch ein Mißverständnis war diese Kombination zusammengekommen. Trotz dem Alters- und Kräfteunterschied hielten sich die Einheimischen recht wacker. Tv. Wetzlar II — Tv. Hörnsheim I 8:9 (5:3). Nach der ersten Hälfte zu urteilen, hätten die Platzbesitzer gewinnen müssen. Denn sie lagen bereits mit zwei Toren in Führung. Nach der Pause holten die Gäste mächtig auf und kurz vor Schluß konnten sie das Siegestor anbringen. Tv. Holzheim — Tv. Dornholzhausen 6:3 (3:1). Holzheim konnte sich für die im Vorspiel erlittene Niederlage revanchieren. Seine Mannschaft zeigte sich dem Gegner sowohl technisch als auch an Schnelligkeit während des ganzen Spiels überlegen und gewann deshalb verdient. Tv. Holzheim Jugend — Tv. Dornholzhausen Jugend 1:3. Auch in diesem Spiel bewiesen die Gäste wieder ihre derzeitige Form. Tv. A l l e n d o r f (Lahn) komb. — Tv. Groß« Rechtenbach II 7:5 (4:3). Allendorf trat verstärkt an und konnte so in einem spannenden, aber harten Spiel einen jederzeit verdienten Sieg feiern. Tv. Ruttershausen — Tv. Staufenberg abgebrochen. Mit den Vorgängen bei diesem Spiel werden sich die zuständigen Instanzen noch zu befassen haben. Tv. Münchholzhausen — Tv. Lützellinden 5:3 (2:1). Die Gäste traten mit Ersatz an und mußten so eine verdiente Niederlage hinnehmen. Beide Mannschaften kamen durch den schlechten Boden nie richtig ins Spiel und reichten bei weitem nicht an ihre sonstige Form. Tv. Münchholzhausen II — Tv. Hörnsheim II 13:3 (5:2). Die Gäste, die auch körperlich ihren Gegnern unterlegen waren, mußten eine verdiente Niederlage hinnehmen. Kurze Eportnotizen. Max S ch m e I i n g hat einen Kampf mit dem Spanier Paolino abgeschlossen, der am 30. Juni in Berlin stattfinden soll. * Der Frauen-Hockey-Länderkampf zwischen Deutschland und Holland in Amsterdam endete mit einem 5:3-Sieg der Deutschen. Im Fußball-Gaukampf gegen Sachsen siegte der Gau Mittelrhein am Sonntag in Dresden mit 4:2. Overyeffen ■ijl Suli rhütet SEBALDS HAARTINKTUR sie sorgt für Statt Karten Gott dem Herrn hat es gefallen, meinen lieben Mann Pfarrer i. R, Heinrich Wagner | Empfehlungen | nach schwerer Krankheit zu sich abzurufen. )flaumen 1918 D Butzbach, den 1. April 1935. Das neue 01428 01416 Haarausfall Schuppen R E P A R A T U R W E R K S T A Links oben: Die Klasse der Jungmannen und der Mittelstreckler der Klasse B in Erwartung des Startschusses. Rechts unten: Die Spitzengruppe der Klasse A im Ziel. Faulseit (1900) erringt den Sieg. Links unten: Läufer unterwegs. Kurz vor dem Ziel. Mus^ckra. Or. Fest« Dotiner* Ml in politis Aoebbk inchk in kuadg' hick et a Ls sn gebung ' Jranffut Steige Karten ZV 3 W Groß-Zrc des Opei bis 13 gemeinde Da bi geheue übrige im Gau vmgehe Gauichahr Pflaumen u. Zucker 10-Pfund-Eimer 2.85 25-Pfund-Eimer 6.80 Emaille-Eimer: 10 Pfund M. 2.90 29 Pfund M. 7.90 ab hier seit29Jahren ERICH HENKELMANN Magdeburg 113. meine Spezialität ■■i Mittwoch mb besonders billig F ischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 1909a Tel. 2417 Stta Anzeigen-AMengesellfchaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Gießen / Schulstraße 1 erscheint Sonnto- geilagkl Gieyene Heimat' mono M 4J Ohne^ ZustellS' Sach ? von etn infolge lM' - poH Las pc Gegensatz von P o! Druck de gesetzt zu satz Hera oerfan rufen. > — mir fei der di'e he lichen Ein den Lchut Mufenhos Das wl nur als i vermochte! gleichem verständig Goethe funden. > Gegensatz konnten löslich um die Goethe i von Pot blute ge mar sein l'che PH Namen i dadurch, sondern 1 Herr die zehnfache »Geist ooi dir berar. Langte K stock und F'chte, sie ÖQm, her «nsta Unb be W in P v°s man Dein dn seiner jefet burd "»•u N tat' fN von "chen Ent MberhZ b>e heftigem ter SM Jin Bretter Sperrholz Latten <.?sd Dachpappe Carbolineum Happel&Co. Mühlstr.18,Ruf3925 »*■ 3-h e Del ZK && o(Sy«6i Z°j°> nur fo J recht D,eI » s! Der Fuchs im Hühnerstall. * Linden st ruth, 2. April. In der Nacht zum Montag drang in dem Grundstück des Landwirts Ludwig Deines ein Fuchs in den Hühner- st a l l ein, wo er unter dem Hühnerbestand ein furchtbares Blutbad anrichtete. Durch den Lärm in dem Hühnerstall geweckt, eilten die Bewohner herbei und fanden beim Oeffnen des Stalles bereits 12 Hühner getötet vor, die dem Fuchse zum Opfer gefallen waren. Es gelang den Hausbewohnern, den roten Räuber in dem Stalle zu stellen und ihn als Strafe für seine Missetat totzuschlagen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. April. Der Männergesangverein „21 r t o n" und der Tur n- verein Klein-Linden 1889 stellten sich am Sonntagabend in den Dienst des Winterhilfswerks. Biele Volksgenossen hatten sich im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zu der Veranstaltung eingefunden, um ihre Verbundenheit mit dem Winterhilfswerk kundzutun. Pg. Heinrich Bechtold, der mit der Leitung der NSV. für unsere Gemeinde beauftragt ist, sprach die einleitenden Worte und dankte den beiden Vereinen für ihre Bereitwilligkeit, den Abend auszugestalten. Die Turnerinnen, geführt von Frauenturnwart Karl Klinke!, erfreuten die Besucher mit rhythmischen Keulenübungen, Turner und Turnerinnen unter Leitung des Oberturnwarts Ernst Pfaff bzw. Karl K l i n k e l, zeigten ferner deutsches Geräteturnen an Pferd und Barren und ernteten damit starken Beifall. Die von dem Gesangverein „Arion" unter der Stabführug von Ehrenchormeister Konrad N i c o l a y (Großen-Buseck) dargebotenen Chorlieder fanden dankbare Aufnahme; besonders die beiden Chöre „Grenadiere" und „Radetzkymarsch", beide mit Orchester vorgetraaen, gefielen allgemein, so daß der letzte Chor wiederholt werden mußte. Die Musikkapelle Schleuse gab ihr Bestes und erwarb sich namentlich mit dem Vortrag der alten Soldaten- und Volkslieder die Gunst der Besucher. Ein heiterer Dreiakter wurde von Mitgliedern des „Arion" vortrefflich gespielt. Der Erlös des Abends kommt nach Abzug der Unkosten dem Winterhilfswerk zugute. > Dau bringen, 31. März. Heute feierte Frau Marg. Hämmerle Witwe, geb. Braun, im Kreise ihrer Kinder und Enkel bei großer körperlicher und geistiger Frische ihren 7 0. Geburts- t a g. Die hiesige Evang. Frauenhilfe hatte es sich nicht nehmen lassen, die Jubilarin, die dem Vorstande von Anfang angehört, mit einem passenden, ernsten Liede am frühen Morgen zu erfreuen. § Mainzlar, 1. April. Die hiesige Viehkasse hielt am Samstagabend bei Gastwirt Heinrich Vogel ihre Jahresschlußversammlung ab. Der seitherige Vorstand bleibt auch für das Jahr 1935 in seinem Amt. — Wegen Walzarbeiten ist die Zufahrtstraße nach dem hiesigen Werk zur Zeit für den Fuhrverkehr gesperrt. T Treis a. d. Lda., 1. April. Der Turnv er- e i n „Gut Heil" hielt gestern abend bei Gastwirt Will einen Werbeabend ab, dessen Ertrag dem Winterhilfswerk zugute kam. Nach den Begrüßunas- worten des Vereinsführers Heyen brachten die einzelnen Riegen der Turner und Turnerinnen, sowie der Zöglinge an. Reck und Barren, in Freiübung, Keulenschwingen und Reigen sehr schöne Leistungen, die allgemeinen Beifall fanden. Lehrer Schädel ermahnte in einer Ansprache unter Hinweis auf den Turnvater Jahn, treu an den Bestrebungen der Turnvereine festzuhalten. Mit dem Schlußwort des Vorsitzenden fand der schön verlaufene Abend sein Ende. Als Reinertrag konnte der Winterhilfe 40 Mark zugewiesen werden. * Burkhardsfelden, 1.April. Der Ortseinwohner Bernhard Schepp von hier stürzte bei einem epileptischen Anfall auf der Straße so unglücklich zu Boden, daß er eine schwere Gehirnerschütterung davontrug und von der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der Klinik gebracht werden mußte. □ Harbach, 31. März. Gestern abend fand im Vereinslokal Keil der diesjährige Jahresabschluß des Gesangvereins „Germania" statt. Infolge zahlreicher Todesfälle in der Gemeinde und in der näheren Umgebung, von denen ein beträchtlicher Teil der Sänger betroffen wurde, war eine einmalige Pausierung von einigen Wochen in den Monaten Februar und März nötig geworden. Mitte März nahm der Verein unter seinem Dirigenten, Lehrer S ö h n g e n, wieder eifrig die Arbeit auf. Vereinswalter Otte Münch eröffnete die Versammlung und leitete bh geschäftlichen Regelungen. Dem Vereinsrechner Jakob konnte für seine gewissenhafte Kassenführung Entlastung erteilt werden. Nach Abwicklung der geschäftlichen Dinge fand ein gemütliches Beisammensein statt. Es wurde mit dem Sängerspruch „Einig im Lied" und dem Chor „Maienschein" eingeleitet. Dann hielt Lehrer S ö h n g e n eine Ansprache über Vereinsleben, Vereinsdisziplin und über die völkischen Aufgaben und Ziele der Gesangvereine im Rahmen des Deutschen Sängerbundes. Im Hinblick auf das neue Reichsgesetz, das uns endlich die allgemeine Wehrpflicht brachte, forderte er die Sängerschar auf, sich jederzeit mit Gut und Blut für Volk und Paterland einzufetzen. Zur Bekrästi- FAHRRÄDER kauft ieisD JEDERMANN preiswert u. gut bei BORNEMANN Soanenstraße 5 Tisch-Termis der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — TTE. Blau-Rot Marburg 15:0. Die 1900er weilten am Sonntag in Marburg und konnten einen haushohen Sieg landen, der in dieser Höhe etwas unerwartet kommt. Marburg stellte eine sehr sympathische Mannschaft, die aber in Anbetracht der Tatsache, daß ein großer Teil der Spieler noch nicht sehr lange spielt, keine Chance hatte, gegen die routinierten Gießener zu gewinnen. Die Marburger, die eine ganze Anzahl sehr talentierter Leute in ihren Reihen haben, werden aber in Kürze einen beachtlichen Gegner abgeben. Das Spiel, das im Hotel Ortenberg stattfand, war von einer stattlichen Zuschauermenge besucht, die die Kämpfe mit großem Interesse verfolgte. Die Ergebnisse: (Marburg zuerst genannt.) Einzel: Köhler — Beil 17:21, 16:21, 6:21; Zimmer — Reichel 8:21, 13:21, 8:21; Kirschbaum — Gros 21:18, 9:21, 10:21, 11:21; Lowka, B. — Jung 20:22, 16:21, 22:24; Lowka, B. — Oelemann 16:21, 8:21, 11:21; Böckhoff — Arzbächer 7:21, 6:21, 10:21; Gold — Fr. Hauser 12:21, 9:21, 8:21; Peschke — Zimmer 15:21, 11:21, 8:21; Lowka, W. — Dietrich 16:21, 11:21, 8:21; Peters — Täubert 18:21, 21:13, 21:23, 16:21. Doppel: Köhler - Zimmer — Beil - Reichel 19:21, 10:21, 14:21; Lowka-Peschke — Fr. Hauser- Arzbächer 13:21, 15:21, 8:21; Gold-Böckhoff — Gros-Oelemann 12:21, 13:21, 8:21; Kirschbaum- Lowka, W. — Jung-Zimmer 16:21, 12:21, 10:21; Peters-Böckhosf — Täubert-Dietrich 15:21, 13:21, 19:21. Saalmeisterschasten der Radfahrer des Bezirks Gießen. Am vergangenen' Sonntag wurden die Saal- meisterschaften der Radfahrer des Bezirks Gießen in Wctzlar-Niedergirmes ausgetragen. Die Ergebnisse: 2er-Radball, Klasse A und Meister: Bezirksmeister 1935: W. Von-Eiff-Baum (1885 Gießen); 2. Burk - Bender (Krofdorf); 3. Göbel-Nolte (Niedergirmes); 4. Deibel - Wißner (1885 Gießen). Klaffe B: 1.0. Von-Eiff-Haas (1885 Gießen); 2. Herchenhahn - Schneider (Limburg); 3. Becker - Valentin (1885 Gießen). Jugendklasse: 1. Lotz-Freitag (Niedergirmes); 2. Grau-Berghäuser (Niedergirmes); 3. 1885 Gießen, Krofdorf und Aßlar (Punktgleich). Bezirksmeister 1 935 im 6 er - Kunst- re i g e n : RV. d. 1885 Gießen. Bezirksmeister 1935 im 8 er - Kunst - r ei gen: RV. Anspach/Ts. 237,9 Punkte. Bezirksmeister 1 935 im ler-Kunst- fahren: Walter Göbel, Niedergirmes, mit 212,9 Punkten; 2. Sieger Ernst Haas, 1885 Gießen, mit 202 Punkten. Mainzer Gesangbuch kommt vom 12. Avril ab bei mir zur Ausgabe. — Bestellungen werden jetzt schon angenommen. — Ferner empfehle: Rosenkränze, Werbkessel, KDvf- kranze.Steh- und Hängekreuze in großer Auswahl. Kommunion-Andenken. Emilie Gregr^i, Kath.Buchhandlung, Kreuzplatz 141 Eingang von Rittergasse aus, amSvorthausSchwan Alanhläoco von3 bis 20 V. H. erhalten Sie bei wieder- IldLIIIdouv holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Oer Frühjahrsgelanoelauf im Kreise Gießen in Bildern Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Else Wagner, geb. Patz. Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen. Ts ach kurzem Krankenlager verschied am 31. März mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Gerhard Geißler TU im Alter von 63 Jahren. Lina Geißler, geb. Kreiling Walter Zipp und Frau Leni, geb. Geißler Fritz Geißler und Angehörige. Lollar, den 2. April 1935. Beerdigung am Mittwochnachmittag 4 Uhr. guna sang man begeistert den Chor „Deutschland! Heitger Name" von Waldemar von Baußnern. Zu Ehren des scheidenden Sangesbruders Otto Buch ner wurde der Chor „Abschied am Tore" — Hans Lang gesungen. Dann folgten Duette, hurno ristische Darbietungen, Volks- und Soldatenlieder und lustige Erzählungen aus dem Leben einzelner Sangesbrüder. Dereinsrechner Jakob trug durch sein schönes Bandoniumspiel wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Mit dem Soldatenlied „Kapitän und Leutenant" von Hans Heinrichs endete der offizielle Teil. cxd Queckborn, 1. April. In der Gastwirtschaft von Sames fand am Samstagabend die Generalversammlung der Spar - und Darlehns- k a s s e statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wilhelm S ch o m p e r t, gedachte zunächst des verstorbenen Kreisbauernführers D ö r r f ch u ck. Die von Genossenschaftsrechner Heßler vorgetragene Jahresrechnung wurde einstimmig gutgeheißen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Uebernahme des Einheitsstatuts wurde beschlossen. Das satzungsgemäß ausscheidende Vorstandsmitglied Ludwig Herzberger IX., sowie das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Ludwig G ö r n e r t XV., wurden einstimmig wiedergewählt. Die Genossenschaft zählt zur Zeit 98 Mitglieder. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. =/= Lich, 1. April. Der Turnverein Lich 18 6 0 hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft Heinrich Schmidt X. seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer Karl Volz gedachte zunächst der Toten des Jahres, denen die übliche Ehrenbezeugung erwiesen wurde, und gab dann den Bericht über das verflossene Dereinsjahr. Aus dem Bericht ging hervor, daß die Zahl der Mitglieder nunmehr über 200 beträgt und somit der Verein der an Mitgliedern stärkste unserer Stadt ist, daß ferner der Verein sich recht erfolgreich an den im vergangenen Jahre stattgefundenen Gau- bzw. Kreisturnfesten .beteiligte. Im Anschluß an den Jahresbericht über» 'reichte der Gauschwimmwart Sauer (Gießen) einem Mitglied des Vereins, der zwölfjährigen Eva-Marie Weis (Lich), die am 29. Juli vorigen Jahres einen gleichaltrigen Schüler im Albacher Teich vom Tode des Ertrinkens gerettet hatte, ein Belobigungsschreiben der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft mit dem Bilde „Gerettet" von Brütt und sprach der Retterin seine Anerkennung für die mutige Tat aus. Er gab ferner Auskunft über Zweck und Ziele der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft und forderte zu deren reger Unterstützung auf. Hiernach wurden die Berichte der Fachwarte gegeben, die durchweg von reger Teilnahme der Mitglieder in den verschiedenen Uebungs- fächern zeugten. Oberturnwart Heinrich Volz forderte auf, weiterhin recht zahlreich die Uebungs- ftunben zu besuchen, um hier die Kraft für den Alltag zu sammeln, den Körper zu stählen für den Dienst an Volk und Vaterland. Dem Rechner Christian Volz wurde nach Prüfung der Rechnung, die einen günstigen Stand aufwies, Entlastung erteilt und Dank für feine unermüdliche Arbeit ausgesprochen. Der seitherige 1. Vereinsführer, Karl Volz, wurde bei der Wahl des Dereinsführers durch Zuruf wiedergewählt. Nach Erledigung einiger weiterer geschäftlicher Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Anschließend verbrachten die Mitglieder noch einige Stunden in frohem Beisammensein. M u s ch e n h e i m, 1. April. Unser Turnverein veranstaltete heute abend einen Werbe- und Theaterabend zugunsten des Winterhilfswerkes. Zur । Aufführung kamen zwei Volksstücke. Der Reinertrag von 24 RM. konnte an das Winterhilfswerk abgeführt werden. Kreis Alsfeld. £ Groß-Felda, 1. April. Am Freitag fand hier durch Regierungsassessor Seibert die A m t s> einweisung des bestätigten Bürgermeisters und des Beigeordneten in feierlicher Form statt. Sie wurden auf weitere sechs Jahre in ihr Amt eingewiesen. Die Herren vom Kreisamt hatten zuvor in Windhausen und Kest - rich ebenso Bürgermeister und Beigeordnete in ihr Amt eingewiesen und auf die neue Gemeindeordnung verpflichtet. Oie Beisetzung des Bischofs Or. Hugo. LPD. Mainz, 1. April. Am Mittwoch, 3. April, W kurz vor 9 Uhr vormittags, werden die sterblichen f Ueberrefte von Bischof D r. Ludwig Maria Hugo vom Bischöflichen Palais über den Leichhiv' nach dem Dom übergeführt. Nach dem Pontifikal- requiem wird die Beisetzung in der Krypta des Domes erfolgen. Am Tage der Beisetzung werden eine Reihe von deutschen Bischöfen in Mainz zugegen fein, so die Bischöfe von Speyer, Rottenburg, Würzburg, Trier. Das Pontifikalrequiem wird Erz- bischof Dr. Conrad Gröber von Freiburg zelebrieren. Wer die Trauerrede hält, ist noch nicht bestimmt. Nach ihrer Ueberführung von Ludwigshafen wurde die mit den bischöflichen Insignien geschmückte Leiche Dr. Hugos im Bischöflichen Palais aufgebahrt. von W 1