Nr. 52 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 2. Mrz J|955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: VMl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Siehrn. 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Dem formellen Akt der Uebergabe der Regierungsgewalt des Saargebiets durch die Bevollmächtigten des Völkerbundes an den Reichsinnenminister'folgt die feierliche Flaggenhissung und die Amtseinführung des Saarkommissars und dann kennt die überströmende Festesstimmung des Saarvolkes kein Halten mehr. Am Lautsprecher dürfen auch wir im Reich es miterleben, wie jubelnde Menschenmassen die Straßen Saarbrückens durchziehen und dankerfüllten Herzens den Vertretern der Reichsregierung und der Nationalsozialistischen Partei zurufen, die gekommen sind, das Fest der Heimkehr deutscher Volksgenossen ins Vaterhaus mit ihnen zu feiern. Und diese Hochstimmung des Saarvolkes findet ihren schönsten Lohn, als gegen Mittag die überraschende Nachricht eintrifft, daß der Führer und Reichskanzler persönlich in Saarbrücken eingetroffen ist, um dem Saarland selbst seinen und des deutschen Volkes Dank zu sagen für fünfzehn Der Heichsstatthalter in Hessen übernimmt die hessische Regierung. D a r m ff a b f, 1. Htar}. (LPD.) Das Staats- Presseamt teilt mit: Der Reichs st atthal- ter in Hessen übernimmt ab 1. 211 är3 1 935 die Landesregierung. Der Führer und Reichskanzler hat unter dem 28. Februar 1935 an Reichsstatthalter Sprenger verfügt: Auf Grund des § 4 des Reichsstatthalter- gesehes vom 30. Januar 1935 (RGBl. 1. Seite 65) beauftrage i ch Sie. nachdem ich unter dem heutigen Tage den bisherigen Staatsmini st er Jung aus seinem Amte entlassen habe, mit der Führungder Landesregierung in Hessen. Jahre treuen Ausharrens und tapferen Kampfes um Ehre, Freiheit, Vaterland. Und wenn auch inzwischen der Himmel sich mit dunklen Wolken bezogen hat, so vermag auch der strömende Regen die Saarländer in ihrer Begeisterung und Freude nicht zu verdrießen. Eine Welle der Dankbarkeit und des Vertrauens, ein Strom innigen Verbun- denseins umgibt den Führer, als er vor dem Rathaus in Saarbrücken den Vorbeimarsch der endlosen Kolonnen abnimmt und dann wenige Stunden später selbst zum Saarvolk spricht, das Reichsoberhaupt zum erstenmal auf diesem urdeutschen Boden des Saarlandes, ihm die Grüße und Glückwünsche des Reiches zu überbringen zu diesem schönsten Festtag, den saardeutsche Treue sich unbeirrt durch Lockungen und Verleumdungen, ungebeugt durch brutale Gewalt und kleinliche Schikane in zähem, verbissenem Kampf errang. Oft ist in den Reden und Ansprachen dieses Tages der wahrhaft europäischen Bedeutung der Befreiungsstunde des Saarlandes gedacht worden. Baron A l 0 i s i, der Vorsitzende des Dreierausschusses, dessen kluger, von größter Loyalität getragenen Derhandlungsführung es zu einem wesentlichen Teil zu danken ist, daß auf Grund der in Rom getroffenen Abmachungen die Rückgliederung des Saargebiets sich so ohne Schwierigkeiten vollzogen hat, hat bei der Uebergabe des Saarlandes von der guten Vorbedeutung gesprochen, die dieser Tag für die Ruhe und den Frieden Europas haben möge, und der Reichsinnenmmister Dr Frick hat der Ueberzeugung Ausdruck gegeben daß mit der Erledigung der Saarfrage em wichtiger Schritt zur Förderung der friedlichen Zusammen- arbeit der ^Völker getan ift. Deutschland hat durch den Mund des Führers und Reichskanzlers verkündet, daß nun keinerlei terrttoriale Streitfrage mehr einer Verständigung mit dem französischen Nachbarn im Wege stehe. So dürfen wir ehrlich und ohne Hintergedanken den Tag der Defreiung ^er Saar der gerade hineinfällt m die große diplomatische' Friedensaktion Deutschlands, Alands und Frankreichs, als ein günstiges Vorzeichen nehmen für das Gelingen dieser Bemühungen um. eine wahrhafte Befriedung Europas, die das^ Versailler Diktat den ausgebluteten, nach friedlicher Aufbauarbeit sich sehnenden Völkern nicht hatte verschaffen können' Möge die Tatsache daß gerade m diekr Stunde eines der dustersten Kapitel des Dena, Diktats mit der Rückgliederung des Saarlandes aus aelöicht ift den europäischen Staatsmännern eine Warnung sein, daß nur Verträge unter souveränen Völkern bie allen Nationen gleiche Sicherheit und Wahrung ihrer Lebensinteressen geben, dem wirklichen Frieden dienen können. Das europäische Gespräch i-ber einen neuen, Fne- denspakt wird in der kommenden Woche m eine 7,'/Phase eintreten. Das britische Kabinett hat b-. lck.liissen den Staatssekretär des Auswärtigen, 61 r kohn Simon, auf Reisen zu schicken. Fest steht Zunächst Simons Besuch in Berlin, wo mit dem Führer und Reichskanzler Fühlung zu nehmen gedenkt, nachdem Deutschland sich in Ergänzung seiner ersten Stellungnahme 1,™ ^n in London von England und Frankreich skizzierten Anregungen bereiterklart hat, den gesamten, dort umrtssenen Fragenkomplex zu erörtern. Der Führer heißt das Saarland willkommen. Lleberraschende Ankunst in Saarbrücken. — Begeisterte Kundgebungen der Freude und des Dankes. — Erste Rede des Führers zum befreiten Saarvolk. Des Führers Einzug in die befreite Saar. Jubelnder Empfang in Saarbrücken. Saarbrücken, 1. März. (DNB.) Der Führer traf am Freitag um 12.50 Uhr überraschend an der Stadtgrenze von Saarbrücken ein und fuhr dann 25 Minuten lang durch die ganze Stadt, durch ein Spalier von 621.= Männern, hinter denen sich eine riesige Volksmenge drängte, die dem Führer geradezu ü b e r ° chwängliche Huldigungen bereitete. Die Ueberraschung über das Erscheinen des Führers war so groß, da niemand sein Kommen geahnt hatte, daß die Leute vor Jubel hochsprangen und deutlich sichtbar ihre unbeschreibliche Freude zeigten. Der Führer war um 7.45 Uhr morgens mit der D 2600 a u f dem Flughafen Tempelhof g e st a r t e t. Zu gleicher Zeit stieg der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß mit einer Ju 52 auf. Außerdem befanden sich in der Begleitung des Führers u. a. Herr von Papen, Reichsminister Frank, Obergruppenführer Brückner, Staatssekretär Lammers und der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, Major Hoßbach. Der Führer landete um 9.45 Uhr mit seiner Begleitung auf dem Flughafen Mannheim, wo unter der Führung von Brigadeführer Schreck die Wagenkolonne des Führers zur Weiterfahrt ins Saargebiet bereit stand. Als der Führer die Rheinbrücke nach Ludwigshafen passierte, ertönten die Sirenen der Schiffe im Hafen. Unter dem Läuten der Glocken ging die Fahrt durch festlich geschmückte Städte und Dörfer der schönen Pfalz, und überall, wo man den Führer erkannte, jubelnde Begeisterung, insbesondere in Bad Dürkheim und Kaiserslautern. kurz nach 12 Uhr passierte der Führer die nun gefallene Grenze des Saargebiets. „Freie Durchfahrt zur freien Saar“ lautete die Aufschrift des dort errichteten Transparentes. Unter dem Jubel der nach Zehntausenden zählenden Saarländer, die die Straßen säumten, durchfuhr der Führer unter Glockengeläut Homburg. Und nun wiederholten sich die Begeisterungsstürme in jedem Ort und jedem Dorf des befreiten Saargebieles, dos der Führer so überraschend passierte. Tausende von Girlanden und Transparenten über die Straßen gespannt, die Straßen mit Tannenbäumen umsäumt, die Häuser ein Meer von Flaggen. Bon St. Ingbert ab glich die Fahrt des Führers einem Triumphzuge. Bei der Ortschaft Scheid wurde die Wagenkolonne des Führers vorn zweiten Adjutanten des Führers, Hauptmann a. D. Wiedemann, abgeholt und in die Stadt geleitet. Trotz des strömenden Regens wich und wankte die Menge nicht. Sie hatte zwar mit dem Erscheinen des Stellvertreters des Führers gerechnet, als aber der Füh - r e r im Wagen aufstand und durch sehr belebte Straßen stehend fuhr, kannte die Ueberraschung keine Grenzen. Die Häuserfassaden der langen Spalierstraße, die kreuz und guer durch Saarbrücken führt, ertrank fast in dem Mnr von Fahnen, Grün und Fähnchen. Die Fassaden waren kaum noch zu erkennen. Hier und da versuchte die Menge die Sperre zu durchbrechen. Im allgemeinen aber herrschte eine musterhafte Disziplin. Dor der Polizeidirektion, in der bis vor einigen Wochen der Emigrantenkommissar Machts hauste, hatte eine Ehrenbereit- schäft der nun befreiten Saarpolizeibeamten Aufstellung genommen, die aus ihrer deutschen Gesinnung niemals einen kehl gemacht hatten. Dor dem Hotel Exzelsior stand ein Kommando der Leib st a n - darteAdolfhitler. Der Führer wurde in der Tür des Hotels von Reichsminister Dr. Frick und Gauleiter B ü r ck e l empfangen und dann im Beisein anderer Führer der Partei ins Hotel geleitet. Don dem Hotel bis weit zum Bahnhof sammelte sich schnell eine große Menge. Alle Simse und Fenster waren dicht beseht. Jedes Fleckchen mußte herhalten, das vielstimmige Jubelrufen nahm überhaupt kein Ende. Als der Führer sich dann mit den Reichsministern auf dem Balkon zeigte, da machte die Ergriffenheit sich schließlich Luft im Gesang des Deutschlandliedes, des Horst-Wessel-Liedes und des Saarliedes. Das Saawvik huldigt dem Mer. Endloser Vorbeimarsch vor dem Als der Führer gegen 14.30 Uhr das Hotel Excelsior verließ, um sich zum Vorbeimarsch am Rathaus zu begeben, begann es wieder in Strömen zu regnen. Trotzdem nahm der Führer in seinem Wagen stehend den Vorbeimarsch der Verbände ab, um seinen Wagen der Reichskommissar Gauleiter Bürckel, die Führer der Partei, die Reichsstatthalter, "Minister usw. An, der Spitze des Zuges marschierten drei Bereitschaften p r e u ß i - scher Landespolizei, dahinter eine Bereitschaft pfälzischer Landespolizei aus Ludwigshafen. Polizeigeneral D a l u e g e tritt an den Wagen des Führers und meldet. Dann setzt die Musikkapelle ein und der Tritt der Polizeibereitschaften hallt über das Pflaster. An die Spitze schließen sich PO. und Abordnungen der SA.-Gruppe Kurpfalz an. Dann werden die pfälzischen Sturm- fahnen der S A. vorbeigetragen, von denen so manche gekrönt ist von dem Vnntschuh, dem Morgenstern oder einer Lanzenspihe. Die pfälzischen Bauern haben diese alten Traditionszeichen ihres Kampfes an die Spitzen ihrer Fahnenstangen geheftet, als Ausdruck ihres Trohes und ihrer Treue. An die SA. reiht sich das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, das vom Korpsführer Hühnlein dem Führer gemeldet wird. Das NSKK. hat von jeder deutschen Motorbrigade einen Stander nach Saarbrücken beordert, so daß in dem Fahnenwald, der nun vorübergetragen wird, sozusagen die Feldzeichen des ganzen deutschen Motorsports im Saargebiet die Grüße der deutschen Gaue bringen. Dahinter kommt dann unter Führung von Reichsarbeitsführer Hier! der Arbeitsdienst mit geschultertem Spaten, kräftige junge Burschen, die einen ausgezeichneten Eindruck machen, darunter viele Saarländer, die noch vor einigen Wochen zur Abstimmung im Saargebiet weilten und nun wiederum in ihre Arbeitsdienstformationen zurückge- kehrt sind. Der Arbeitsdienst erhält auch vom Publikum einen Sonderapplaus. Nach dem Vorbeimarsch des Arbeitsdienstes meldet der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, Bruno Lör- z e r, die deutschen Flieger. Danach sieht man einen Sturm pfälzischer Marine-SA. und dann im langen Zuge die Männer, die den Kampf an der Saar getragen haben: die Deutsche Front. Dorangetragen werden Führer trotz strömenden Hegens. hier die Fahnen der einstigen saarländischen S2l.-Formationen und der ehemaligen Ortsgruppen der NSDAP., die nun wieder erstehen werden. Zahlreiche alte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung sieht man in diesen Reihen, deren Kennzeichen die schwarze Sturmmühe ist, um derentwillen so mancher in der Zeit des Saarkampfes bittere Not litt. In weißen Hemden dann der Ordnungsdienst der Deutschen Front, eine Elite, die, berühmt durch ihre außerordentliche Disziplin, von dem bisherigen englischen Polizeikommandeur des Saargebietes, henefsy, selbst als Hilfspolizei vorgeschlagen war. Diesem Ordnungsdienst ist es zu danken, wenn in all den Tagen des heftigen Kampfes es im Saargebiet ruhig blieb und alle Provokationen des kleinen Häufleins der Separatisten, das nun in alle Welt zerstoben ist, fruchtlos blieben. Die pfälzische HI. kommt nun und um den Mund des Führers spielt ein Lächeln, als er die Begeisterung der Jungen so vielfältig aus ihren Augen leuchten sieht. Den Jungen macht dieser Vorbeimarsch ganz besonderen Spaß. Sie sind mit einem heiligen Eifer dabei und insbesondere das Jungvolk möchte es ganz so tun wie die Alten. Die pfälzische SS. - Standarte 10 eröffnet den Vorbeimarsch der SS. und dann schließt diese anderthalbstündige Bezeugung deutscher Zusammengehörigkeit, diese sinnfällige Darstellung der Heimkehr der Saar ins Reich die Leibstandarte Adolf Hitler, geführt von SS.-Obergruppenführer Josef Dietrich. Hinter all den Tribünen sind wiederum Fenster und Dächer besetzt, hinter dem Führer staut sich die Menge über dem ganzen Rathausplatz und die Straßen entlang. Sie stehen so eng, daß der Regen sich sofort in Dampf umsetzt und es wie eine Wolke über den Menschen liegt, ein eigenartiges Bild. Selbst die Galerien und Plattformen der Johanniskirche sind belagert und überall sieht man bildhungrige Photographen, denn jeder möchte einmal ein eigenes Bild vom Führer als Andenken haben. Gegen 16 Uhr ist der Vorbeimarsch zu Ende. Der Führer ist völlig durchnäßt, aber fein Gesicht zeigt eine helle Freude über die die ihm bereitet werden und die er doch schon so immer wieder erneuten begeisterten Huldigungen, oft erlebte, hier sind sie sozusagen eine endgültige und ewige Hingabe des Saarvolkes zu jenem Deutschland, das durch den Führer verkörpert wird. Die Reichsregierung hätte es an sich zweckmäßiger I gefunden, die Verhandlungen mit dem in London \ vorgeschlagenen Luftpakt zu beginnen, da er, bei der grundsätzlichen Bereitwilligkeit aller beteiligten Mächte zur Ausdehnung des Locarnoabkommens auf die Luftwaffe gewiß die geringsten Schwierigkeiten geboten hätte. Da der Luftpakt gegenseitige Hilfe im Kriegsfälle fordert, so würde er also auch die militärische Gleichberechtigung Deutschlands voraussetzen, da ja nur dann Deutschland der gewünschte internationale Sicherheitsfaktor sein kann, wenn es praktisch in die Lage versetzt wird, seinen Anteil an der Sicherung des Friedens in Westeuropa zu übernehmen. Deutschland würde den Abschluß des Luftabkommens als Auftakt zu roeitergreifenben Verhandlungen ferner begrüßen, weil ein Luftlocarno nach Erledigung der Saarfrage das seit Jahrhunderten besonders gefährdete deutschfranzösische Grenzgebiet unter stärksten Schutz gegen Friedensbrecher stellen würde und schließlich, weil damit England, das zum ersten Male für feine Inselwelt den Schutz der Kontinentalmächte fordert, eng in ein europäisches Sicherheitssystem einbezogen würde. Das britische Kabinett selbst würde zweifellos damit einverstanden gewesen sein, den Luftpakt als vordringlich zu behandeln. Aber Frankreich mußte, von Moskau an die getroffenen Abmachungen über den Ostpakt erinnert, die Einheit der Londoner Vorschläge Herausstellen und auch die britischen Staatsmänner veranlassen, in Berlin um eine Besprechung der Anregungen als Ganzes nachzusuchen. Neben dem Luftabkommen umfassen diese Anregungen einmal den O st p a k t, noch immer eines der Hauptziele der französischen Politik und die Tür, durch die Moskau sich in die Unterhaltung der europäischen Mächte eindrängen möchte, um Unfrieden zu säen. Dann den Donaupakt, der, von einer Sicherung der Unabhängigkeit Oesterreichs ausgehend, in den französisch-italienischen Abmachungen ausgeweitet wurde zu einem Plan gegenseitiger Gre'nzgarantierung aller im Donaubecken interessierten Staaten, zu denen sich auch Frankreich rechnet und in die man auch den Balkanbund einzubeziehen sucht. Weiterhin die Frage der R ü - stungsbeschränkung, zu der Deutschland unter’ der Voraussetzung völliger wehrpolitischer Gleichberechtigung immer bereit gewesen ist. Schließlich die Rückkehr Deutschlands nach Genf, eine Frage, die erst erneut geprüft werden kann, wenn die Gründe fortgefallen find, die Deutschland seinerzeit zum Austritt aus dem Völkerbund bewogen haben. Der Umkreis der Fragen, die nun in Berlin zur Besprechung kommen werden, ist also sehr weit gezogen und es sei nur an die erneute britisch-französische Fühlungsnahme in Paris erinnert oder an die Quertreibereien Moskaus, um die außerordentlichen Belastungen zu erkennen, die abgesehen von den rein sachlichen Schwierigkeiten, die in der komplizierten Materie stecken, von der politischen Taktik her die Erörterungen erschweren. Aber Sir John Simon und seine Begleiter mögen überzeugt sein, daß sie in Berlin die sachliche Atmosphäre vorsinden werden, die erforderlich ist, um die Gesamtheit der zur Besprechung stehenden Fragen unvoreingenommen und mit dem ehrlichen Willen zur Verständigung zu prüfen. Aber ebenso gewiß wird Deutschland niemals seinen Anspruch auf gleiches Recht und gleiche Sicherheit preisgeben. Am Geburtstage der nationalsozialistischen Bewegung hat der Führer noch einmal Deutschlands Standpunkt eindeutig klargestellt, als er sagte, daß das deutsche Volk einig in dem Bestreben nach Frieden und entschlossen in der Verteidigung der deutschen Freiheit , niemals die Unterschrift setzen werde unter ein | Dokument, das den freiwilligen Verzicht auf die Ehre und Gleichberechtigung Deutschlands bedeutet. Was Deutschland aber einmal unterzeichnet hat, das wird es auch blind und treu erfüllen. So wissen die britischen Staatsmänner, wenn sie Ende der nächsten Woche nach Berlin kommen werden, woran sie sind. Deutschland und England haben einen langen Weg gegenseitiger Mißverständnisse, Enttäuschungen und Schwankungen hinter sich. Nur eine offene Aussprache, wie sie der Führer und Reichskanzler als Grundlinie nationalsozialistischer Außenpolitik von jeher und nach allen Seiten angestrebt hat, wird neue Irr- und Umwege verhindern und stattdessen eine Verständigung oorbereiten, die den wahren Frieden Europas begründen soll. Möge die erhebende Befreiungsstunde, die wir gestern gemeinsam mit dem Saarvolk feiern durften, ein Licht sein auf dem Wege zu einem ehrlichen Ausgleich zwischen den beiden großen Völkern Europas Deutschland und Frankreich, die nach Jahrhunderten der Zwie- tracht ihre Rechnung miteinander abschließen wollen, um eine neue Seite friedlichen Wettbewerbs und kultureller Zusammenarbeit zu beginnen. „Es muß möglich sein, daß zwei große Völker sich die Hand reichen, um in gemeinsamer Arbeit den Nöten zu begegnen, die Europa zu begraben drohen!"^ Oer Führer und Reichskanzler spricht auf -er großen Befreiungskundgebung in Saarbrücken Der Höhepunkt des Soarbefreiungstages war jene große Massenkundgebung, die in dem schönen Rahmen des Rathausvorplatzes im Dämmer des Abends stattfand. Als um 18 Uhr der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß auf den Rathausbalkon heraustrat, um als erster den Saarländern seine Grüße zu bringen, da waren nicht nur der Rathausplatz und seine Umgebung, sondern auch die angrenzenden Straßen weithin so beängstigend gefüllt, daß die Polizei olle Mühe hatte, Luft zu schaffen, um Unfällen vorzubeuaen. Die Begeisterung der Menschen kannte keine Grenzen, und wenn sie auch noch ss dicht gedrängt standen und alle Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen mußten, ihre Augen hingen gebannt am Rathausbalkon, wo sie nun bald den Führer von Angesicht zu Angesicht sehen würden. Auffällig in der Menge, die vielen Berg- und Hüttenarbeiter, kantige Gesichter, wie sie die schwere Erde des Saarlandes hervorbringt. Aber je ärmer, um so treuer. Selbst der strömende Regen konnte dieses Menschenmeer an keiner Stelle auch nur im geringsten lichten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister R u d o l f H e ß führte als erster aus: Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen der Saar! Das deutsche Volk begeht heute einen der schönsten Feiertage seiner Geschichte. In Einmütigkeit feiert ganz Deutschland dankbar und stolz d i e Rückkehr der Saar zum deutschen Mutter lande, die Rückkehr auf Grund des eindrucksvollen Bekenntnisses vom historischen 13. Januar 1935, da vor der Welt für alle Zukunft unumstößlich dokumentiert wurde: D i e S a a r i st deutsch, die Saar bleibt deutsch! (Starker Beifall.) Meine Volksgenossen! Ich bin glücklich, hier im Saarlande den friedlichen deutschen Sieg feiern zu dürfen. Und ich bin stolz darauf, euch Saarländern den Dank Deutschlands erneut sagen zu dürfen für den 15jährigen Kampf um euer Deutschsein, den Dank sagen zu dürfen für die geschichtlich vorbildliche Haltung, in der ihr das Leid der vergangenen anderthalb Jahrzehnte getragen habt, getragen habt für eure engere Heimat und für unser aller Heimat, für Deutschland. Welch eine Wandlung, seit ich dieses Land und diese Stadt zum letzten Male sah! Welch eine verzweifelte Stimmung damals in den er st en Novembertagen 1918, in diesen schwärzesten Tagen deutscher Geschichte! Wenige Stunden bevor der Franzose hier in Saarbrücke einrückte, verließ ich diese Stadt in meinem Jagdeinsitzer von dem Flugplatz hier, St. Arnual, tieftraurigen Herzens und der Verzweiflung nahe, ob des Unglücks und der Schande meines Landes. Ich ahnte nicht, welch unerhörtes Glück in mir fein würde an dem Tage, da ich zum ersten Male dies deutsche Land hier wiedersehe. Heut' ist dieser Tag. Ihr Saarländer wurdet von uns gerissen in Zeiten der tiefsten Schmach Deutschlands. Und ihr kehrt zu uns zurück in einer Zeit, da Deutschland seine Ehre wieder erreicht. Ihr kehrt zurück, da das deutsche Volk wieder zu sich selbst gefunden hat. Ihr kehrt zurück, da Deutschland wieder zu einer Macht aufsteigt und geachtet wird von der übrigen Welt. Die Ehre fand es wieder und die Voraussetzungen für ein neues Aufblühen schuf es sich wieder, weil ein Führer kam, der wahrhaft zu führen verstand. Zu diesem Manne, der heute Deutschland ist, habt ihr euch bekannt, indem ihr eure Stimme unserer großen gemeinsamen Heimat gabt. Deutschlands Sorgenkind wurde Deutschlands Lieblingskind. Wie der Führer so habt auch Ihr für Deutschland gesiegt. Vor kurzem noch hieß es, die Saar wolle zu Deutschland zurück, nicht aber zum Deutschland Adolf Hitlers. Und wir sind daher denen dankbar, die bei der Abstimmung auch die Frage aufgeworfen haben, ob das Saarland einen neuen Entscheid über sein Schicksal zu einem späteren Zeitpunkt treffen wolle. Und wie war das Ergebnis? lieber 90 v. H. haben sich zum Deutschland Adolf Hitlers bekannt! (Lebhafter Beifall!) Die Welt hat die geschichtliche Bedeutung dieser Abstimmung begriffen, die geschichtliche Bedeutung nicht nur für Deutschland, sondern gerade auch für den Nationalsozialismus. So war es gut, daß die Gegenseite das großzügige und hochherzige Angebot des Führers, die selbst- verständllche Rückkehr der Saar zu Deutschland ohne Abstimmung durch einen kurzen Vertragsakt zu vollziehen, nicht annahm. Der Welt wäre andernfalls nicht in so klarer und eindrucksvoller Weise der wirkliche Wille des Saarvolkes und die unbestreitbare Tatsache, daß die Deutschen n a t i o - nalsozialistisch regiert sein wollen, vor Augen geführt worden. Die Saarabstimmung ist von größerer Bedeutung für den Frieden geworden, als es von allen Seiten vorausgesehen werden konnte, weil durch sie die bis dahin immer wieder von außen bestrittene Tatsache der Well vor Augen geführt wurde, daß die Deutschen freiwillig und aus Ueberzeugung TI a - tionalsozialislen sind und das nationalsozialistische Regiment unerschütterlich st e h t, komme was da wolle! (Bravorufe.) Seit der Saarabstimmung bleibt der Welt nichts anderes übrig, als diese Tatsache anzuerkennen, sich mit ihr abzufinden und die praktischen Folgerungen daraus zu ziehen. Die praktischen Folgerungen aber sind: Wege zu finden, um zu diesem großen Volk in Mitteleuropa das Verhältnis vertrauensvoller Zusammenarbeit herzustellen, welches dieses Volk und sein Führer im Interesse des Friedens wünschen. Der Führer hat den anderen großen Rationen Wege zu diesem Ziele gewiesen, und es scheint, als ob seit der Saarabstimmung die Bereitschaft bei ihnen zugenommen hat, solche Wege zu gehen, um in gemeinsamer Anstrengung die Befriedung Europas herbeizuführen. Dieser Beitrag zur allgemeinen Beruhigung, diese Förderung des Willens zur Aussöhnung zwischen den Völkern, das ist das große Geschenk, welches ihr Saarländer durch eure Abstimmung Deutschland und der gequälten Menschheit gebracht habt! Meine Volksgenossen! 15 Jahre lang ist das Saarland Deutschlands Sorgenkind gewesen. Aber es ist in diesen 15 Jahren auch Deutschlands Lieblingskind geworden. Und es ist geschichtlich symbolisch, daß ihr Saarländer die gleichen 15 Jahre für Deutschland gekämpft habt, in denen der Führer um Deutschland kämpfte. Und wie der Führer siegte für Deutschland, so habt ihr für Deutschland gesiegt. (Beifall.) Und wie das deutsche Volk dem Führer dankt, so dankt es euch. Es dankt euch, daß die deutsche Saar wieder fest in Deutschlands Grenzen ruht. Wir grüßen die deutsche Saar! Stimmt mit mir ein: Deutsches Saarland und sein Führer, der Führer Deutschlands, Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil! Hr seid Soldaten des Friedens geworden. Einer stand auf und Ihr habt Euch zu ihm bekannt und damit ein Bekenntnis zum unsterblichen Deutschland abgelegt. Äeichsmimster Dr. Goebbels wurde mit einem besonderen Applaus begrüßt. Er rüttelte die Hunderttausende auf und bereitete den Boden für die Rede des Führers. Er sagte u. a.: Ein großer festlicher Tag versinkt eben im Nebel des Abends, ein festlicher Tag, an dem nicht nur das Saarvolk, an dem die aan^e deutsche Nation innigsten und herzlichsten Anteil genommen hat. Mit verhaltenem Atem haben die 66 Millionen in den Grenzen des Reiches euren Kampf um ein aufrechtes und stolzes Bekenntnis zur deutschen Nation beobachtet und verfolgt, und niemals ging ein hellerer Jubel und eine tiefere Freude durch das ganze deutsche Land als in jener Stunde, da über alle Sender der Nation mitgeteilt wurde, daß das Saarvolk sich geschlossen und einmütig zum Reich und damit zum n a t i o - nalsozialistischen Regime und zu Adolf Hitler bekannt hatte. Dieses Bekenntnis war um so höher zu bewerten, als es in einem Zeitpunkt abgelegt wurde, da die ganze Welt sich Gegen Deutschland und ben Nationalsozialismus verschworen zu haben schien. Diese Provinz war geradezu zu einer Zufluchts- stätte all der Elemente geworden, die durch die nationalsozialistische Machtergreifung aus dem Reiche vertrieben wurden, die bei Nacht und Nebel ihr Vaterland und die von ihnen verführten Klassengenossen im Stiche ließen, um hier auf dem heißen Boden des Saargebietes erneut ihre Sabotagearbeit gegen Deutschland und gegen das deutsche Volk aufzunehmen. Es war vielleicht der entscheidendste Fehler jener Emigrantenelemente, die euch der Heimat abtrünnig machen wollten, daß sie den Kampf auf eine materielle Basis abzusckieben versuchten und daß sie damit dem Appell an das Herz und an das Blut, den der Nationalsozialismus erhob, nicht mehr gewachsen jein konnten. Es war die Absicht jenes Versailler sogenannten Friedensvertrages (Pfuirufe), das Saargebiet als ewigen Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich zu legen. (Erneute Pfuirufe.) Ihr Brüder und Schwestern von der Saar habt durch euer einmütiges Bekenntnis zum Reich diese Absicht zuschanden gemacht. Ihr habt dem Führer die Möglich- keit gegeben, dieses Bekenntnis zur Basis einer neuen europäischen Verstän- d i g u n g und einer besseren Ordnung Europas auszugestalten. (Bravorufe.) Damit seid ihr Soldaten des Friedens geworden. Ihr habt dem Reich und dem ganzen Erdteil einen Dienst getan, und jene vielen Willionen, die in dieser denkwürdigen Stunde mit euch Zehntausenden hier auf dem Marktplatz in Saarbrücken draußen im Reich über die Wellen des Aethers verbunden sind, jene vielen Willionen danken euch dafür, und die ganze Ration breitet weit ihre Arme aus, um euch wieder zum Reich zurückzunehmen. So aber wie wir stolz sind auf euch, so Wänner und Frauen, könnt ihr stolz sein auf das Reich, zu dem ihr zurückkehrt. (Beifall.) Denn es ist nicht mehr jene gebemütigte Gelbrepublik, die aus dem Versailler Vertrag hervorgegangen ist (Beifall), es ist ein Reich b e r Ehre unb b e r Arbeit geworben. Ihr habt es von ben Tribünen dieses Platzes am heutigen Nachmittag gesehen, wie Tausenbe junger deutscher Männer in ber braunen Uniform bes Arbeitsbienstes mit geschultertem Spaten an euren Augen vorbeimarschierten. Es sind biefelben Männer^ bie, wäre Adolf Hitler nicht gekommen, im Reich dem Elenb unb ber Verzweiflung preisgegeben wären. Beim Anblick dieser Männer muß auch euch die Erkenntnis aufgegangea feint Es ist eine neue Zeit angebrochen, und wir werden diese neue Zeit meinem. Einer stand auf und hat die Ration vom Abgrund zurückgerissen, einer stand auf und hat ihr wieder Wachtbewußtsein eingepflanzt. Er gab ihr die Ehre zurück und gab ihr zurück eine neue Wertung der Arbeit. Zu ihm habt ihr euch bekannt, indem ihr ein Vekentnis zum unsterblichen Deutschland ablegtet, und wenn der Führer zu euch kam, so um euch seinen Dank auszusprechen für dieses Bekenntnis. (Beifall.)» Und wenn er euch dankt, dann dankt euch damit die deutsche Ration, denn er tritt nicht vor euch hin als Vertreter eines parlamentarischen Interefsenhaufens oder einer demokratisch-marxistischen Partei. Er steht vor euch als der Repräsentant eines ganzen Volkes. Wenn er euch die Hand entgegenhält, so ist es die Hand der ganzen Ration, und wenn er euch in den Bestand des Reiches zurücknimmt, so drückt damit das ganze deutsche Volk euch an sein Herz. Mit Stolz nimmt es diese Provinz in seinen Bestand zurück. Ihr sollt Brüder werden eines wirklichen Volkes von Brüdern, ihr sollt eingehen in den Bestand einer deutschen Nation, und ihr sollt Teilhaber werden jenes deutschen Wunders, das durch Adolf Hitler Wirklichkeit geworden ist. Volk kehrt nun heim zum Volk, Land wird neu einverleibt im Reiche. Die fremden Fahnen find von den Masten heruntergegangen (lebhafter Beifall) und hochgegangen ist das stolze Banner der deutschen Revolution, das stolze Banner des neuerwachten deutschen Volkes. Dieses Volk ist im Führer zu euch gekommen, dieses Volk vereinigt sich mit euch, so wie ihr euch mit ihm vereinigen wollt. Diesem Volk gilt unser Gruß und gilt unser Bekenntnis, indem wir rufen: Es lebe die Nation! Es lebe das ewige Deutschland! Das Volk und das Reich: Sieg- Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil! Des Saarvolks Mrsch ins nationalsozialUsche Denlschland. Das Saarland soll der Eckpfeiler werden im Westen des Reichs. Reichskommissar Sürckel den das Saarvolk als den Befreier des Saarlandes betrachtet, richtete dann ebenfalls an die Saarländer, die er durch sein Beispiel der Tat zu Nationalsozialisten gsrnacht hatte, Worte des Dankes und eine Mahnung zur Treue. Er führte u. a. aus: Der 13. Januar ist außenpolitisch gesehen e i n völkisches (Stempel, das die Saarländer als Teil des deutschen Volkes der Geschichte und der Welt statuierten. Der Urteilsspruch von Versailles, hinter dem der Gedanke stand, man könnte aus Deutschen Nichtdeutsche machen, wurde eindeutig ad absurdum geführt. Der Friede wird erst dann gesichert sein, wenn von der politischen Welt anerkannt wird, daß die Vergewaltigung natürlicher Gesetze immer ein Verbrechen am Frieden bleibt. Der Nationalsozialismus kam den Gegnern Deutschlands gerade recht, um ihn als stärkstes Propagandamittel für die Loslösung der Saar einzusetzen, aber die Spekulation war falsch. Das gesteigerte Maß von Haß führte zu einer gesteigerten Besinnung auf die Stimme des eigenen Blutes. Gegen die aufgestellte Parole: „Alles für Deutschland, nie zu Hitler" erstand die Gegenparole: „Erst recht für Deutschland, weil es einen Hitler hat". (Bravorufe.) Marxisten, Kommunisten und konfessionell festgelegte Separatisten haben das Verdienst gehabt, die Saarfrage zu einer Angelegenheit des Nationalsozialismus gestempelt zu haben. Unb so, wie unsere Weltanschauung wuchs, wuchs mit ihr ein fester Glaube an Deutschland Um bie Einheit voll burchzusühren, brauche ich Sie, deutsche Männer unb Frauen, als Bundes- genoffen. Sie tun den heutigen Schritt nach Deutschland, indem Sie über den Schutthaufen der Parteien Hinwegmarschieren. Klassendünkel und unerfüllbarer Drang nach Besserstellung, die der Marxismus großzüchtete, haben ihre Rechte im neuen Deutschland verwirkt. Das gilt künftig auch hier an der Saar. Alle könyen somit an der Saar Volksgenossen sein, wenn sie sich frei machen von dem Glauben, daß sie auf Grund von Vermögen und Titel ihren eigenen Weg gehen könnten. Wer sich nicht zu uns bekennen kann, der soll ehrlich sein. Wer uns nicht liebt, soll uns hassen. Das ist das Männliche, weil zwischen Liede und Haß doch nur die politische Lüge liegt. Die Partei an der Saar, die nunmehr gegründet wird, ist nicht anzusehen als die einzige Zusammenfassung derjenigen, die am deutsche- st e n sich verhielten, sondern sie wird in ihrer zunächst beschränkten Zahl eine einzige große Verpflichtung gegenüber all den anderen gleichwertigen Männern an der Saar darstellen. Die Vorbereitung des nationalsozialistische Gedankengutes hier an der Saar werden diese Männer vorwärts zu tragen haben. Helfer zu fein, damit allen geholfen wird, das ist der Sinn der NSDAP, hier an der Saar. Kein ernster Deutscher wird deshalb an der Saar den Gefolgsmannen Adolf Hitlers das Bannertragen streitig machen. Eine letzte Frage, die sich aus den letzten Kampfmonaten ergibt, ist die Religions - bzw. Kirch e n f r a g e. Ich habe die Zuversicht, daß wir hier in diesem Gau es zuwege bringen, daß Kirchs und Bewegung jede an ihrem Platze zum Segen des Volkes ihre Aufgaben erfüllen. Wenn die Kirche für das Vaterland betet, dann wird sich auch das Vaterland in der Kirche wohlfühlen. Das können Protestanten in ihrem Gotteshaus, das können Katholiken in dem ihrigen. Gewiß ist eines, daß dieses Gebet ein - und derselbe Herrgott vernehmen wird, den w i r Deutschen alle gemeinsam haben. (Bravo.) Ich weiß, daß zu dieser Stunde sehr viele mit Schamröte im Gesicht und vorwurfsvoller Bitterkeit unserer Feier zu Haufe beiwohnen. Diese erheben die Frage: Wie steht es nun um uns? Ich will diese Frage beantworten: Wir können euch nicht so behandeln, als ob ihr schon die unsrigen wärt. Aber Rachegefühle kennen wir gegenüber dem Unterlegenen nicht. Als Gegner habt ihr allerdings nicht den Kampf mit fotch ritterlichen Mitteln geführt, als daß wir verpflichtet wären, euch den Degen zu belassen. (Beifall.) Ihr mögt für das erste f e l b st mit euch fertig werden. Eure Auftraggeber haben die 30 Silberlinge eingesteckt und feige das Weite gesucht. Ihr, die ihr hiergeblieben seid, versucht, den Ehrentitel als Volksgenossen in den nächsten Iahren euch wieder zu verdienen. Trotz so mancher Schlagwetter unb Einstürze haben bie Treuesten ber Nation unermüdlich um den einzigen Schatz gerungen, den Deutschland braucht für seine Existenz: Um die Einigkeit. Adolf Hitler ist es gelungen, dieses Geschenk des Himmels nunmehr endgültig aus dem Schacht einer reichen geschichtlichen Vergangenheit zum deutschen Tage zu fördern. Wir haben das Glück, Zeugen und Träger dieses großen Geschehens zu sein. Ihr an der Saar habt dabei das große Verdienst, der Welt am 13. Januar diesen deutschen Willen, dem die deutsche Zukunft gehört, zu proklamieren. Aus eurem unerschütterlichen Bekenntnis heraus soll hier der Eckpfeiler im Westen des Reiches erstehen, auf dem Fundament der Treue, gefestigt im Glauben an die Unvergänglichkeit unseres Volkes. Das zu vollenden sei unser Gelöbnis: Unser ewiges Gebet aber heißt immer und immerfort: Gott er* halte uns den Führer! (Stürmischer Bei" fall.) Der Führer spricht zum Saarvolk. Jetzt kündigte ein Trompetensignal bie Rebe des Führers an. In diesem Augenblick preßten die Massen sich noch einmal fester zusammen. Tau- sende wollten von weitem einige Worte der Führerrede zu hören. An vielen Stellen wurden die Lautsprecher in die Fenster gestellt, damit auch die auf der Straße Harrenden den Führer hören konnten. Es ist dunkel geworben. Die Fronten ber Häuser am Rathausplatze, das Rathaus selbst, und die Johanniskirche erstrahlen im Glanz von Zehntausenden von Glühbirnen. Jeder, der diese Stunde, da ber Führer im nun für alle Zeiten befreiten Saargebiet zum ersten Male zum Volke sprach, mit erleben bürste, wirb sie als einen Gewinn für sein ganzes Leben unb eine seiner schönen Erinnerungen für ewige Zeiten bewahren. Denn er hat wahrhaft einen historischen Moment erlebt. Nun tritt ber Führer hinaus auf ben Balkon. Minutenlang ist bas Volk nicht mehr zu halten. Die Liebe unb Begeisterung wirkt wie eine flammenbe heilige Lohe, bie aus dieser dichten Masse emporschläat. Nun tritt Ruhe ein. , Der Führer beginnt: Deutsche! Volksgenossen und Volksgenossinnen! Vor zwei Jahren, 1933, redete ich zum ersten Male vor vielen zehntausenden Saarländern am Niederwalddenkmal. Damals, noch inmitten des schwersten Kampfes zur Durchsetzung unserer Gedanken und Grundsätze im neuen Deutschland, erfüllt von banger Sorge um die Zukunft des Saarlandes. Ein Jahr später, da traf ich schon Hunderttausende in Koblenz. Wieder bewegte mich __ und wohl Sie alle — tiefe Sorge um die Zukunft dieses dem Reiche entrissenen Gebietes. Damals gaben wir uns gegenseitig zwei Versprechen: Ihr habt mir versprochen, daß, wenn die Stunde kommt, ihr eintreten werdet Wann um Mann und Frau um Frau für Deutschland! (Bravorufe.) Ihr habt euer Gelöbnis gehalten! Ich gab euch das Versprechen, daß Deutschland von euch nicht lassen wird, niemals und nimmer! Und Deutschland hat sein Versprechen desgleichen eingelüst. Und beide Male konnte ich euch aus ganzem herzen versichern, daß ich glücklich sein werde, am ersten Tage, der es mir möglich macht, euren Besuch zu vergelten. (Bravo — sich wiederholende stürmische Heilrufe.) Damals versprach ich euch, in den ersten Stunden eurer Freiheit zu euch zu kommen, und nun bin ich glücklich, mitten unter euch zu sein. (Stürmische Heilrufe.) Ich glaube, wir alle dürfen dem Himmel danken, daß er es ermöglicht hat, daß unsere dritte Begegnung nicht euch als Gäste im Reich sah, sondern daß nun ich als des Reiches Kanzler und euer Führer zu euch in eure Heimat in unser deutsches Saarland kommen konnte. (Lebhafter Beifall.) Es ist der letzte Termin, den internationale Instanzen für eine Kundgebung in diesem Gebiet ansetzen konnten. Und ich glaube, daß sich deshalb auch der Himmel verhängte und es regnen ließ. Wir sind durch diesen Regen nicht gestört worden, denn wenn auch der Himmel weint, heute haben wir die Sonne in unserem eigenen Herz gehabt. Wir alle sind so überglücklich, an diesem Glückstag teilnehmen zu können. In dieser Minute hören ja unzählige Millionen Deutsche im ganzen Reiche mit. E i n Glückstag für dis ganze Nation. Don hier bis Hamburg, von Westdeutschland bis nach Königsberg, überall dis gleiche Empfindung: Endlich, endlich seid ihr wieder bei uns. »deutsche Volk es sich selbst geschaffen hat, wenn R)t I so hineingeht in dieses Reich, dann werdet ihr Vlul ist stärker als papierne Dokumente Hauses. Bankett Mm Herz führte mich zu Luch die den sich Untere Arbeit hat keinen anderen Sinn, als Deutschland wieder frei und glücklich zu machen Ich weiß, nichts Vollendetes schenkt der Himmel den Menschen. Sie müssen sich alles bitter und schwer verdienen. Uns ist klar, daß dieses große Ziel noch lange nicht vollkommen erreicht ist. Aber wir streben nach ihm mit heißem Herzen, und der Himmel und die Vorsehnung haben unser Streben gesegnet. Denn das kann ich wohl sagen: Mögen meine Gegner im Innern und die Gegner des deutschen Volkes überhaupt nur eins berücksichtigen: Vor 15 Jahren begann ich den Kampf um Deutschland mit einer Hand voll Menschen, und es war schwer, aus dieser Handvoll hinauszuwachsen hinein in die Umgebung, hinaus aus einer Stadt, hinein in ein Land, hinaus aus einem Land und hinein in das Deutsche Reich. 15 Jahre Kampf, und wenn ich das Ergebnis am heutigen Tage hier abwäge, dann muß ich dem Himmel danken: Er hat den Kampf gesegnet und immer wieder gesegnet! Er ist nicht umsonst gewesen! 15 Jahre Ringen um ein Volk, 15 Jahre Kampf um ein Reich, und heute kann ich im Namen dieses Reiches euch in der deutschen Heimat begrüßen. Ihr habt durch diese feierliche Abstimmung und dieses Bekenntnis zum Reich aber auch ein weiteres großes historisches Verdienst erworben. In einer schlimmen Periode des Ringens um die Wiederaufrichlung des Deutschen Reiches habt ihr durch dieses Bekenntnis mir meine Arbeit erleichtert! Und Gott kann mein Zeuge sein: Diese Arbeit hat kein anderes Ziel, als Deutschland wieder frei und glücklich z u machen! So habt ihr ein großes Verdienst und damit ein heiliges Recht, heute einen Jubeltag zu feiern. Und ich bin glücklich, ihn in eurer Wille verbringen zu dürfen. Heute mag uns das Glück und die Freude erfassen, morgen wollen wir an die Arbeit gehen, an die große Arbeit für unser neues Deutsches Reich! Denn wir wissen, daß, was auch geschafft wurde, und mag es noch so wundersam sein, es nur ein Beginn ist, ein Anfang dessen, was uns vorschwebt. Ihr kommt nicht in ein fertiges haus, sondern ihr kommt in eine soeben zusammengefügte Gemeinschaft von Wenschen. Ihr sollt mit aufbauen und arbeiten, und ihr sollt darauf stolz sein, ihr sollt euch freuen, daß ihr mitarbeiten könnt und dürft an dem neuen deutschen haus. Und dieser Tag soll zugleich eine Lehre sein, eine Lehre für alle die, die in Unkenntnis einer ewigen geschichtlichen Wahrheit sich einbilden, durch Terror oder Gewalt ein Volk seines innersten Wesens entkleiden zu können, eine Lehre für die, die sich einbilden, aus einer Nation einen Teil herausreißen zu können, um ihm seine Seele zu stehlen. Möchten doch alle Staatsmänner aus diesem Ergebnis das eine ersehen, daß es zwecklos ist, mit solchen Methoden Völker und Staaten zerreißen zu wollen. Am Ende ist das Blut stärker als alle papiernen Dokumente. Was Tinte schrieb, wird eines Tages sonst durch Blut wieder ausgelöscht. Diese tiefste Stimme wird am Ende alles andere hell und klar übertönen. Wehe dem, der aus diesen Tatsachen nichts lernen will. Er wird Not und Sorge über die Menschen bringen, ohne sein Ziel zu erreichen. Er wird vorübergehend Leid und Not über die Völker bringen, am Ende aber schmählich besiegt sein. Schenkt Deutschland EurenGlauben,EureTreue, Euren Willen! möglich sein, daß zwei große Völker sich Hand geben, um in gemeinsamer Arbeit Röten entgegenzutreten, die Europa unter zu begraben drohen. Aber es Ist nicht nur ein Glückstag für Deutsch- ranb, ich glaube, es ist auch ein Glückstag für ganz Europa. Ls war ein segensreicher Entschluß, endlich diesen Tag festzusehen und sein Resultat zu respektieren, dieses Gebiet, das so leicht zu einem ewigen Streitapset hätte werden können, dem Deutschen Reiche wieder zurückzugeben, dem man es wider Recht und Vernunft entrissen hatte. Ein Glückstag für Europa besonders deshalb, weil durch diese Rückkehr des Saargebietes vielleicht gerade die Krise am ehesten behoben werden kann, unter der zwei große Rationen am meisten zu leiden haben. Wir hoffen, daß durch diesen Akt einer ausglelchenden Gerechtigkeit, der Wiedereinsetzung natürlicher Vernunft, wir hoffen, daß durch diesen Akt das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich sich endgültig bessert. So, wie wir den Frieden wollen, müssen wir hoffen, daß auch das große Rachbarvolk gewillt und bereit ist, diesen Frieden mit uns zu suchen. Es muß Und wenn ich heute zu euch kam, dann soll es ja nur die erste Begrüßung sein. Ich werde wiederkommen (brausender Beifall) und werde wieder zu euch sprechen! Rur konnte ich nicht so lange warten. Es wäre mir unmöglich gewesen, am heutigen Tage in Berlin oder anderswo zu sitzen, unmöglich (hier wird der Führer minutenlang von immer neuem Jubel unterbrochen), unmöglich irgendwo diesen Tag in innerer Unruhe und hast zu verbringen! Ich bin gekommen, weil mich mein Herz zu euch hierher geführt hat (wiederum Beifallsstürme, die nicht enden wollen), um euch zu sagen, wie unendlich glücklich das deutsche Volk ist, und wie glücklich ich selbst bin. (Der Jubel schwillt an zum Orkan.) Ich werde wiederkommen und dann — ich hoffe — oft und oft noch zu euch sprechen. auch auf ihren Wunsch mit ihnen zusammen photographieren. In der Unterhaltung drückte er seine Freude darüber aus, daß es ihm vergönnt gewesen sei, diesen Tag zu erleben. Er sei glücklich darüber, nun im freien Saarland weilen zu können und er werde später wiederkommen. Draußen vor dem Rathaus wich.und wankte die Menge auch im strömenden Regen nicht. Immer scholl es zu den Fenstern des Rathauses heraus: „Wir wollen unfern Führer sehen" und der Führer willfahrte dieser Bitte gern und erschien immer wieder mit Rudolf Heß, Dr. Goebbels und Gauleiter Bürckel auf dem Balkon des Rat- arbeitet mit an dem Staat des Friedens, der Ehre nnd der Freiheit! Es ist etwas Herrliches, den Begriff Volksgemeinschaft zu verwirklichen. Was viele Jahrhunderte in der Vergangenheit vergeblich ersehnten, soll uns nunmehr gelingen. Wir mußten erst in Not geraten, um unser Volk reif zu machen für diesen Gedanken. Manchmal erfaßt uns eine Ahnung, daß das ganze Geschehen — — .. notwendiges Schicksal war, um uns dort-1 deutscher Menschen zusammenbindet! Und als Zeuge dieser Gemeinschaft bin ich ja auch | zu ihnen hierhergekommen, als Zeuge und als Kämpfer dieser Gemeinschaft, die heute die Millionen • honHrhor Mpnickien auf-ammenbinbet! hin zu führen, wozu uns glückliche Tage leider nicht bringen konnten. Die Ahnung, daß die Hand des Herrn uns schlagen mußte, um uns reif zu machen für dieses größte innere Glück, das es geben kann, das Glück des gegenseitigen Verstehens in eigenem Volke. Was ist äußerer Ruhm, was sind alle äußeren Vorteile gegenüber diesem größten Gut, das ein Volk erwerben kann? Die Welt zu verstehen, würde uns sonst nicht gelingen, auch die Welt würde uns nicht begreifen — wenn wir nicht zuerst uns selb ft gegenseitig verstehen lernen. fchafk zu gründen. Als Deukschland verfiel ln Klassen und Stände, da wuchs unser Wille, diese zu überwinden und die Ration zur Herrin ihres Lebens zu machen. Und der Wille hat gesiegt. Deutschland ist eins geworden, ein neues Banner Hal sich erhoben, und unter seinem Flattern marschieren die Millionen in gleichem Schritt, marschiert die ganze d e u t s che Ration. Ich bitte euch, übertragt ben Willen ber letzten 15 Jahre, ben Willen, ber euch beseelt hat, nunmehr lebendig unb frisch auf bas neue Reich unb geht mit ihm hinein mit bem Entschluß, bas eigene Ich biefem Reich unterguorbnen unb ihm zur Verfügung zu stellen. Wenn ihr so in unser Reich, bas wir alle uns gemeinsam bauten, bas unser Reich ist, weil es uns von niemanb gegeben wurde, sondern weil das dieser Bewegung, treu dieser deutschen Volksgemeinschaft, seht niemals auf das, was die außer uns Stehenden uns versprechen, vergeßt niemals: Wir waren genau so treu. Als es Deutschland am schlechtesten ging, da Haden wir die Fahne hochgezogen. Als Deutschland am tiefsten gedemu- tigt war, da zogen wir unsere Fahne des Glaubens auf, die Fahne der Verpflichtung für dieses Deutschland. Da sagten wir nicht: Wir schämen uns, Deutsche zu sein, sondern da sagten wir: Wir sind erst recht stolz, Deutsche zu s e i n. (Stürmischer Beifall.) Und mir haben nie gefragt, was man uns denn sonst bieten würde, haben nie abgewogen, was man uns tatsächlich bot, wir glaubten an Deutschland, und wir sind ihm treu geblieben in jeder Stunde, in jeder Not, in jeder Gefahr, in allem Jammer und in allem Elend. Und ich bitte Euch, schenkt diese Treue dem neuen Deutschland, Eurem Deutschland, unserem Deutschland! Unb ich bitte euch, schenkt biefem Deutsch- lanb auch euren Willen. Was ist ber Wensch, ber sich nicht ein Ziel seht, bas er fanatisch unb entschlossen vertritt? Der Wille ist eine unerhörte Kraft, wenn man sich beharrlich seiner bebient unb sich selbst beharrlich seinem Ziele zuwenbel. Euer Wille war, roiebet nach Deutschlanb zu kommen, unb euer Wille Hal gesiegt! Unser Wille war, Deutschlanb roiebet emporzuführen, unb ihr seht es: Unfer Wille hat gesiegt. Als Deutschlanb in bet tiefsten Demütigung versank, da wuchs unser Wille, die deutsche Volksgemein- auch alle glücklich sein! Dann werbet ihr glücklich sein im Bewußtsein, nicht ein Geschenk empfangen, sonbern durch gemeinsame Arbeit etwas Herrliches errungen zu haben. Man kann kein Glück als Geschenk erhalten. Das höchste Glück, das einem geschenkt werden kann, ist die Ueberzeuaung, durch eigene Arbeit etwas geschaffen z u h a b e n. Ihr werdet dieses Glückes dann genau so teilhaftig sein, wie wir alle es schon heute sind: Denn wir sind stolz, zu wissen, daß diese Fahne vor 15 Jahren von uns gestaltet und gehißt wurde, unb durch unsere Arbeit überall dort, wo Deutsche sind, heute als Symbol der Gemeinsamkeit gilt. Wir sind glücklich, im Bewußtsein, daß uns nichts von Fremden geschenkt, sondern in tausend Kämpfen, in unermüdlicher Arbeit, durch unseren Fleiß, unseren Willen, durch unsere Treue, durch unseren Glauben errungen wurde. Wetterbericht des Reichsroetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das nordische Hochdruckgebiet hat sich kräftig weiter verstärkt und nach Süden zu ausgebreitet. Dementsprechend hat sich die über dem Kontinent erstreckende Tiefdruckrinne südwärts verlagert, so daß wir uns an ihrem Nordrand in einer etwas kälteren Nordostströmung befinden. Da die Entwicklung im gleichen Sinne weitergeht, wird der Einfluß der Tiefdruckstörung auf unfer Wetter nachlasfen, der des nördlichen Hochdruckgebietes aber zunehmen. Aussichten für Sonntag: Wolkig bis aufheiternd und im wesentlichen trocken, mit nördlichen und östlichen Winden ziemlich frisch, Nebel, stellenweise leichter Frost. Aussichten für Montag: Vielfach auf« heiternd und Nebel, vielerorts Frost, östliche Winde. Lufttemperaturen am 1. März: mittags 7,2 Grad Celsius, abends 4,5 Grad; am 2. März: morgens 3,2 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum 1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abends 4,3 Grad; am 2. März: morgens 3,6 Grad Celsius« Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, —5 Grad Celsius, 182 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter.- Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langq, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag! Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stemdruckere» R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Und ihr werdet genau so glücklich fein in zwölf und zwanzig Jahren, wenn Deutschland ganz frei sein wird, wenn Deutschland als Staat des Friedens, aber auch der Freiheit und der Ehre wieder seinen Söhnen und seinen Kindern das tägliche Brot bieten wird. Ihr werdet dann glücklich und stolz sein zu wissen, daß auch ihr mitgearbeitet habt, dieses Gut unseres Volkes zu erringen. Denn wenn wir uns in dieser Abendstunde hier versammeln, dann wollen wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern wir wollen auch in die Zukunft blicken, wollen uns nicht nur erfreuen an dem, was uns gelang, sondern wollen festsetzen die neuen Ziele für die Arbeit, die vor vor uns liegen. Wir wollen den Blick dann von der Vergangenheit wenden und in die Zukunft unseres Volkes richten. Wir sehen dann die Aufgaben, die uns gestellt sind, unb wir sinb glücklich barüber, benn wir wollen nicht ein Geschlecht sein, bem man etwas schenkt und dem etwas von selbst in den Schoß fallen soll, sondern wir wollen unsere Tage abschließen mit dem Gefühl: W i r haben unsere Schuldigkeit getan, wir haben unsere Pflicht erfüllt! Darin liegt das größte Glück! Wenn wir heute ben Blick in die Zukunft richten, bann erscheint uns als Ziel dieses neue Reich einer ebleren Volksgemeinschaft, dieses neue Deutschland einer geläuterten Volksgenossenschaft, dann erscheint uns als Ziel dieses Deutschland, das ebenso friedliebend ist, wie es stark fein soll, ehrenhaft unb treu sein muß! Und dieses Deutschland, das wir so in diesem Augenblick vor uns sehen, soll nun unseren Schwur empfangen. Diesem Deutschland wollen wir uns in dieser feierlichen Stunde gemeinsam verschreiben, wollen ihm verfallen sein, solange ein Atem in uns ist. Und wir wollen diesen Schwur nun alle gemeinsam. Wann um Wann, unb Weib um Weib bekräftigen! UnserDeutschland, unserVolk und unser Reich: Sieg-Heil, Sieg- heil, Sieg-Heil! zu Ehren des Dreierausschuffes. Reichsrninister Dr. Frick gab Freitagabend zu Ehren der Mitglieder des Saar-Dreierausfchuffes des Völkerbundes Baron A l o i s i, Botschafter C a n t i l o und Gesandten Lopez Olivan auf Schloß Halberg ein großes Bankett. Der Einladung des Reichsministers waren u. a. gefolgt Reichsarbeitsführer Hier!, Gesandter von P a - p e n , Generaldirektor Dorpmüller, der hessische Minister Jung, die Staatssekretäre Lammers, Grauert und L a n d f r i e d , General Daluege, die Mitglieder der Regierungskommission von Ehrenrooth unb Koßmann, der Präsident des obersten Abstimmungsgerichts- hofes Galli, der norwegische Kreisinspektor der Abstimmungskommission B l e e r, die Mitglieder des Führerrats der Deutschen Front sowie zahlreiche weitere Persönlichkeiten. Während der Tafel spielte eine Musikkapelle des Luftsportverbandes. Nach dem Essen sah man die ausländischen Gäste in längeren angeregten Unterhaltungen mit den Vertretern des Reiches. Besonders die Mitglieder des Dreierausschusses wurden von ihrem Gastgeber Reichsminister Dr. Frick in längere Gespräche gezogen. Auch nachdem Dr. Frick sich verabschieden mußte, um rechtzeitig den Svnderzug zu erreichen, blieben die Gäste noch lange Zeit zusammen. Ausländische und deutsche Herren des politischen Lebens nahmen die zwanglose Gelegenheit wahr, sich über gegenseitige interessierende Fragen zu unterhalten. Heute Rundfahrt des Stellvertreters des Führer durch das Saargebiet. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß unternimmt heute eine Fahrt durch das Saargebiet, die in Saarbrücken beginnt. Nach seiner Rückkehr wird der Stellvertreter des Führers den Vorbeimarsch des von ber Bevölkerung Saarbrückens veranstalteten Fackelzuges abnehmen. Anschlie- ßenb findet dann das große Feuerwerk statt, das wegen des Regens am Freitag abgesagt werden mußte. Kemal Atatürk wiedergewühlt. Ankara, 1. März. (DNB.) Kemal Atatürk (Mustafa Kemel Pascha) wurde erstellt zum Präsidenten der Republik gewählt. Sämtliche 386 Abgeordnete gaben ihre Stimme für Ksmal ab. Nach der Wiederwahl trat bas Gesamtkabinett zurück. Der bisherige Ministerpräsident Ismet Jnönü wurde mit der Neubildung beauftragt und legte dem Präsidenten die neue Mi- nifterlifte vor, die mit Ausnahme des Kriegsministers aus ben alten K a b i n e 11 s m i t g l i e - bem besteht. Stürmischer, nicht enbenroollenber Jubel folgten ber Rebe bes Führers; bas Deutfchlanblieb, das Horst- Wessel-Lied und das Saarlied schließen die große Kundgebung. Nur sehr langsam entwirren sich bie Massen. Den ganzen Abend über herrscht in Saarbrücken und in den anderen Städten des Saargebietes in den Straßen eine dichte Bewegung. Besonders flauen sich die Menschen vor dem Hotel, in dem sie Führer der nationalsozialistischen Bewegung und Führer des Reiches wußten. Der Füh - r e r hatte sich inzwischen mit seiner Begleitung und Reichsminister Dr. Goebbels zum Hauptbahnhof begeben. Auch der Reichsführer SS. Himmler und Reichsminister Darrs gaben ihm das Geleit. Um 9.15 Uhr setzt sich dann d e r Z u g d e s Führers, in dem auch Reichsminister Dr. Goebbels mitfuhr, in Bewegung. Die auf dem Hauptbahnhof versammelten Tausende von Menschen, die durch ein Spalier der Leibstandarte daran gehindert werden mußten, auf die Wagen des Zuges zu klettern, brachten noch einmal Heilrufe auf ben Führer aus. Dann rollte der Zug langsam aus dem Bahnhof. Der Führer hat das Saargebiet verlassen. Die Saarländer haben aber die eine Gewißheit: Daß seinem ersten Besuch ein zweiter folgen wird, und daß der Führer zu schönerer Jahreszeit wieber- kommt. Die saarländischen Mitglieder des Reichstags. Berlin, 1. März (DNB.) Der Führer und Reichskanzler ernannte anläßlich der Feier der Saarheimkehr folgende Vorkämpfer der Deutschen Front im Saarland, die sich im Saarkampf besonders ausgezeichnet haben, zu Mitgliedern des Reichstages: Nietmann, Dürrfeld, Welter, Eichner, Weber, Schubert, Schaub und Kieler. Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion, Reichsminister Dr. Frick, übergab ihnen heute nachmittag die vom Führer unterzeichneten Bestallungsurkunden. Der Führer dankt dem Dreierausschuß. Alte Saarkämpfer beim Führer. Saarbrücken, 1. März. (DNB.) Um 17.30 Uhr empfing ber Führer im Rathaussaal d i e Dreier-Kommission, den Botschafter Baron Aloisi als Vorsitzenden, den argentinischen Botschafter in Rom Cantilo, sowie den spanischen Gesandten Lopez Olivan. In deren Begleitung befanden sich der Gesandte B i a n ch e r i vom italienischen Außenministerium und der argentinische Botschaftsrat in Rom Oneto Astengo. Der Führer sprach der Kommission für die so unparteiisch geleistete Arbeit seinen aufrichtigen Dank und seine Anerkennung im Namen des deutschen Volkes aus. Der Führer trug sich dann in das Goldene Buch der Stadt Saarbrücken ein. Anschließend schrieben ebenfalls ihre Namen in das Buch die anwesenden Reichsmini st er und Reichsleiter der Partei, der Reichsführer der SS. Himmler, der Reichsarbeitsführer Hier!. Dann empfing der Führer eine Abordnung der alten Saarkämpfer und unterhielt sich lange Zeit mit ihnen. Der Führer ließ sich dann Das ist der erste Schritt zu einer besseren Zukunft der Menschheit. Wir haben diesen Weg mit Ernst beschritten, haben uns bemüht, den Hochmut, ben Klassenwahn und Standesdünkel aus unserem Innern herauszureißen. (Stürmischer Beifall.) Wir haben uns bemüht, die Menschen nach ihren inneren Werten zu messen, haben uns bemüht, wegzugehen vom rein Aeußeren, vom Oberflächlichen, haben uns bemüht, Herkunft, Stand, Beruf, Vermögen, Bildung, Sitten, Kapital unb alles bas z u vergessen, was Menschen zu trennen vermag, um durchzustoßen zu dem, was sie zusammenzufassen vermag. Durchzustoßen zum Herzen, zum Charakter, zum Gewissen, zum Anstand und sind dabei glücklich geworden. Wir haben reiche Schätze gefunden. Was wir in Jahrhunderten nicht gesehen haben, das konnten wir entdecken: Den deutschen Volksgenossen in allen Schichten unseres Volkes, in allen Ständen unseres Volkes, in allen Berufen, Menschen höchsten Wertes, anzusprechen mit Recht als „Genossen" eines Volkes. Es ist ein wundersamer Weg, den diese erleben % dies r Arbeit nun seid ihreinge- l ad en Ich bitte euch, bie Tugenden, bie chr 15 S". ÄÄ be'chwöre euch. Sei^ °»b x«.^ uc^.m :Ei:: ®'Ä ihr in diesen 15 Wen nnf)M> e lau. ben als eure Stütze gehabt hattet, euch wohl geblieben? Wenn ihr m wesen io en nicht den Glauben gehabt hattett - was bat c euch wohl geführt? Der Glaube kann Berg Der, fehen ber Glaube kann auch 01 r frei'en (Beifall), ber Glaube kann Nationen staken unb roieber emporführen, unb mögen s $ fit; ?:*. .1 fit. ,P-." Ä mas man Euch bot, wart treu, ganz gleich, was man Euch sonst versprach. Ihr Hadi nicht gemessen die mat-ri-llen Vorteile. Und so b.tte ich Euch: Seid genau so treu in der » r b e i t in die -Mr eingebt, seid treu diesem neuen Reich, selb treu Besuchen Sie das beliebte 1152D ausgeführt von der Gießener Militärkapelle im Cafe Leib Eintritt: Vorverkauf: 50 Pf. Abendkasse: 60 Pf. Vorverkaufsstellen: Zigarrenhaus Moeser, Musikhaus Challier, Neuenweg und Cafe Leib Faschingsdienstag im HOTEL PRINZ CARL die große LririL -€orl - fftedoute in sämtlichen Hotelräumen. Einlaß nur gegen Verzehrkarten zu Mk. 2.-, die im Hotelbüro abgegeben werden. Tischbestellungen rechtzeitig erbeten. Telephon 3844. >862 Marburg! ••• Großer karnevalistischer Umzug Dienstag, 5. März, 15 Uhr Die alten Marburger Originale sind auf erstanden! Prächtige Bilder! — Riesen^Ozean-Dampfer! Marburgs Schutzpatron Ritter Sankt Georg Ganz Marburg steht Kopf! 12180 Abends drunter und drüber in allen Lokalen! Sonntagskarten liegen nach Marburg auf Auskunft: Stadtverkehrsamt Telephon 3201. Cafe Amend Heute Bunter Abend unter Mitwirkung des Herrn H. 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März (935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) ichen! w März mnen elbarer rburgs ch. m. .neuer Melle. Kegel' -s LL' it. eotl- LAN' renov. unt. 5,®.ä. IMltl fit 1233° . Alätt- ;h Mr MNfM- M »ldene Kild. s°. ;i»fne. O. lNicy- O ch Die Befreiungsfeier im Saarland gestern schon gemeldeten An- Bei und zur Weise auch im Saargebiet durchzuführen sein, den wirtschaftlichen Maßnahmen zur Erhaltung Förderung der saarländischen Industrie und das Wort zu seiner spräche. Beim Kommando feierlich die Fahnen Gewinnung neuer Absatzmöglichkeiten und damit einer Verminderung der Arbeitslosigkeit wird ganz Deutschland freudig helfen. Bei einheitlichem Wollen von Volk und Regierung kann an einer glücklichen Lösung des Problems der völligen Eingliederung nicht gezweifelt werden. Ist doch gerade in Deutschland seit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus dank der engen Verbundenheit von Volk und Führung ein Aufstieg in Saarbrücken ein Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht spaltenlange Berichte über die Feiern im Saargebiet, in denen die unbeschreibliche Begeisterung und Freude der Bevölkerung unterstrichen wird, die ihren Höhepunkt erreicht hätten, als der Führer persönlich in Saarbrücken eintraf und das Wort ergriff. Sämtliche Reden werden in Aus- führungeir wiedergegeben. Besondere Beachtung schenkt man natürlich dem Wunsch des Führers, daß die Rückgliederung des Saargebiets die deutsch- französischen Beziehungen für immer verbessern möge. Diese Sätze werden als Schlagzeile über den Berichten gebracht. Aus den Berichten spricht eine Enttäuschung darüber, daß die 15jährige Fremdherrschaft bei der Bevölkerung des Saargebietes auch nicht den allergering st en Einfluß hinterlassen hat. Der Berichterstatter des „Echo de Paris" schreibt u. a., der Franzose, der am Freitag Zeuge der auf allen Gebieten eingeleitet worden, der ohne diese Willenseinheit nicht denkbar gewesen wäre. Die Bevölkerung an der Saar hat in diesen 15 Jahren ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Sie ist heute von dem Gedanken beseelt, nun auch ganz aufzugehen in dem großen Reich der Deutschen und alles zu vergessen und aus dem Wege zu räumen, was ihr in der Zeit der Abtrennung aufgezwungen worden ist. Nachdem Reichsinnenminister Dr. Frick den Gauleiter Bürckel feierlich in sein Amt eingeführt hatte, wurde das Saarlied gesungen. Der neu eingesetzte Reichskommissar Bürckel antwortete dem Reichsinnenminister mit einer kurzen Ansprache, worauf die Festversammlung das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied sang. Mit einer Ouvertüre von Friedrich dem Großen fand die Feier ihren Abschluß. Dr.Jrick überträgt dem Saarkonnniffar die Regierungsgeschäste. Kundgebungen gewesen sei, könne nur in aller Unparteilichkeit die Begeisterung der Bevölkerung anläßlich der Rückgliederung der Saar an das Dritte Reich feststellen. Der Aufmarsch der nationalsozialistischen Formationen habe einen eindrucksvollen Anblick geboten. Er habe vor dem Kriege vielen großen Truppenparaden der kaiserlichen Armee beigewohnt, aber noch niehabe er solche Begeisterung erlebt, wie am Freitag in Saarbrücken. Man möge es „Massenwahn" oder „Mystik" nennen, man müsse aber dabei gewesen sein, um sich eine Vorstellung machen zu können. Frankreich könne aus dem 1. März verschiedene Lehren ziehen. Von der fünfzehnjährigen Regierungszeit des Völkerbundes fei nichts übriggeblieben. ♦ „Niemals hat man solche Szenen von fieberhafter Begeisterung gesehen, wie sie die unerwartete An» ,H e i ß t F l a g g e !" gehen schließend das Trutzlied der Saar aus schweren Zeiten, „Deutsch ist die Saar", spontan zu singen. Gleich nach der Flaggenhissung auf dem Regierungsgebäude ging kurz nach 10 Uhr auf dem Gebäude der Bergwerksdirektion und auf der gegenüberliegenden Grubenschule die deutsche Flagge hoch. Ein Sturm der Leibstandarte, eine Hundertschaft Landespolizei und 1500 Saarbergleute in ihren Uniformen bildeten vor der Direktion ein Dreieck. Auf den Stufen des Eingangs waren die alten Fahnen der saarländischen Werkinspektionen, die während der Fremdherrschaft nach Bonn gebracht waren, aufgestellt. Als die Feier am Regierung-g^äude vorüber war, nahm der Bergmann Johann Keßler aus Quierschied das Wort. Er führte u. a. aus: Wir find eins mit dem deutschen Vaterlande, von dem uns nichts mehr trennen kann. Die Saargruben, die schon unseren Vorfahren Arbeit und Brot gaben, gehören wieder Deutschland. Wir sind stolz darauf, in vorderster Front für Deutschland gekämpft zu haben. Mögen die seelischen und materiellen Opfer auch groß gewesen sein, so wurden sie doch gern im Dienste unseres Vaterlandes und seinem Führer gebracht. Unserem Daterlande und seinem Führer geloben wir heute unverbrüchliche Treue, die wir beschwören mit unserem alten Gruß: Glück auf! Auf Geheiß Keßlers senkten sich die Fahnen und der Trauerflor, den sie 16 Jahre lang getragen, wurde ersetzt durch einen Hakenkreuzwimpel. Und nun zog der neue Generaldirektor der Saargruben, Bergassessor Dr. W ä ch - t e r das Hakenkreuzbanner an der Stelle hoch, wo seit 16 Jahren Frankreichs Hoheitszeichen geweht. Präsentiermarsch ertönt, nochmals ergreift Reichsminister Dr. Frick das Wort, um ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer auszubringen. Die Menge stimmt begeistert in das Deutschlandlied und Horst- Wessel-Lied ein und läßt es sich nicht nehmen, an- „Deutsch ist die Saar." Vor dem neuen Landgericht, dem Gebäude der ehemaligen R e g i e r u n g s k o m misst o n, strömen gegen 10 Uhr morgens unübersehbare Menschenmassen zusammen, um dem feierlichen Akt der Flaggenhissung beizuwohnen. Tausende drängen sich auf den großen Rasenplätzen an den Ufern der Saar. Alle umliegenden Fenster und Dächer sind dicht besetzt. Kurz nach 10 Uhr treffen die Autokolonnen der Ehrengäste ein, an der Spitze die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels. Die Menge bricht in laute Heilrufe aus. Man sieht Reichsführer SS. Himmler, SA.-Gruppenführer L o y k e n , Reichsarbeitsführer Hierl, fast sämtliche Reichsleiter sowie viele Offiziere der Landespolizei. Die beiden Bischöfe von Trier und Speyer sind ebenfalls anwesend. Um 10.15 Uhr begibt sich Reichsminister Dr. Frick auf den neben dem Regierungsgebäude errichteten riesigen Turm, der das hohe Gebäude fast noch zu überragen scheint. Dr. Frick ergreift sodann des neuen Deutschland hoch. Nichtendenwollender Jubel begleitet diesen Akt. Der Als am 15. Januar 1935 der aufhorchenden Welt das Ergebnis der Abstimmung verkündet worden war, wurde es der ganzen, durch falsche Berichte vielfach irregeführten Welt klar, daß das durch Versailles künstlich geschaffene Saarproblem in Wahrheit nie bestanden hat. Die Lösung der sogenannten Saarfrage durch die Saarbevölkerung selbst hat bewiesen, daß auch im Leben der Völker sich letzten Endes Recht und Wahrheit durchsetzen, und daß dieser Kampf um das Recht nicht mit der Waffe in der Hand erkämpft zu werden braucht. Die Volksabstimung am 13. Januar 1935 war e i n friedlicher Sieg des friedliebenden Deutschlands. Wöge sie der Beginn sein für eine Auseinandersetzung der Völker über noch schwebende Fragen zu einer friedliebenden Verständigung. Die Losung im Saarkampf war: „Zurück zum R e i ch". Das Saarvolk sah all die Jahre hindurch in einem einigen Deutschen Reich die Verkörperung seiner Sehnsucht. Im Reiche Adolf Hitlers hat diese Sehnsucht sichtbare Gestalt angenommen. Und wenn etwas vom Reiche aus zum Sieg an der Saar beigetragen hat, so ist es die Tatsache, daß es seit eintausend Jahren keine Herrschaft in Deutschland gegeben hat, die so vorbehaltlos das deutsche Volkstum zum Angelpunkt seiner gesamten Politik machte, wie die Regierung Adolf Hitlers. Nachdem die historische Aufgabe der Länder erfüllt ist, ist für diese als selbständige territoriale Gebilde kein Raum mehr. Der Deutsche kennt heute keinen preußischen, bayerischen oder sonst partikularistischen Staat mehr, sondern nur noch das einige und einzige Deutsche Reich. Dieser Entwicklung und diesem Fortschreiten der Geschichte wird in absehbarer Zeit durch eine neue Gliederung des Reichsgebietes Rechnung getragen werden. So hat die Reichsregierung bereits jetzt beschlossen, die Verwaltung des Saarlandes bis zur Eingliederung in einen Reichsgau s e l b st zu übernehmen. Die Reichsregierung sieht in der Uebernahme der Verwaltung des Saarlandes, dessen Bevölkerung nicht unter der Losung „Preußen" oder „Bayern", sondern „Deutschland" gekämpft hat, eine ehrenvolle Pflicht. Der Führer und Reichskanzler hak Sie, lieber Parteigenosse Bürckel, dazu ausersehen, die Dienstgeschäfte der Regierung als Reichs- kommiffar für die Rückgliederung des Saarlandes zu leiten. Sie sind als Gauleiter des Gaues Pfalz-Saar der NSDAP, bereits feitlangemaufdasinnigsiemitder Saar verwachsen. Sie haben als Saar- bevollmächtigter des Reichskanzlers ihre ganze Kraft und Person für die Wiedergewinnung der Saar eingesetzt. Sie haben keine Wühe und Arbeit gescheut, wenn es galt, dem durch den Versailler Vertrag geschaffenen, nun nicht mehr bestehenden Saargebiet einen Dienst zu erweisen. Für Jhre hingebungsvolle Arbeit um unsere Saar dankt jhnen ganz Deutschland. Als Reichskommissar für die Rückgliederung übernehmen Sie ein hohes und verantwortungsvolles Amt. Die vordringlichste Aufgabe, die hier der Lösung harrt, ist die Angleichung des im Saarland geltenden Rechts an das Reichsrecht. Nur die dringlichsten und notwendigsten Gesetze sind bereits mit dem heutigen Tage eingeführt worden. Die weitere Angleichung wird schrittweise und unter weitester Berücksichtigung der saarländischen Verhältnisse geschehen. Ein geringer Bruchteil der saarländischen Bevölkerung hat, verhetzt und belogen von ihren sogenannten Führern, die heute jenseits der Grenze weilen, geglaubt, dem Reiche Adolf Hitlers die Stimme versagen zu müssen. Zum großen Teil stehen sie heute bereits in unseren Reihen: aber auch den wenigen, die noch abseits stehen, reichen wir freudig die Bruderhand zur Versöhnung, soweit sie guten Willens sind, als Deutsche an Volk und Reich Aufbauarbeit zu leisten. Auch im Saarland herrscht leider noch eine weit- ; gehende Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsbeschaffung der Reichsregierung wird in großzügigster Um 11.15 Uhr begann im großen Festsaal des Rathauses in Saarbrücken der feierliche Staatsakt der Einsetzung des Saarkommissars Bürckel als Reichskommissar für das Saargebiet. Im festlich geschmückten Saal hatte eine große Anzahl geladener Gäste Platz genommen. In der ersten Reihe bemerkte man u. a. die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels und Darre, Saarkommissar Bürckel, die Reichsleiter Rosenberg und Himmler, die Bischöfe Bornewasser von Trier und S e b a st i a n von Speyer. Auch sämtliche übrigen hohen Ehrengäste aus dem Reich waren anwesend, außerdem die führenden Männer des Saarkampfes und die Spitzen der saarländischen Behörden. Feierljche Stimmung herrschte im Saal, als der Staatsakt mit einem Choraloorspiel von Bach eingeleitet wurde. Hierauf ergriff Aeichsinnenminister Dr. Frick das Wort zu einer längeren Ansprache^ in der er ; u. a. ausführte: Mit dem heutigen Tage ist nach 15jahriger Trennungszeit das Saarland zur Heimat zu- ! rückgekehrt und der Regierungsgewalt der . Reichsregierung, die zu vertreten ich die Ehre habe, , wieder unterstellt. Me i n erster Gruß gilt der fa ar ländischen Bevölkerung. Jhre Haltung war in den schweren Jahren seit 1918 stets a u f - recht,gerade und von vorbildlicher Vaterlandstreue getragen; das ganze deutsche Volk gedenkt in dieser Stunde mit Dankbarkeit und B ewunde- rung der Brüder und Schwestern an der Saar. Jch habe Grund zu der Annahme, daß auch der Führer selb st binnen kürzester Frist noch persönlich Jhnen diesen Dank hier aussprechen wird. Hart war es für euch, Saarländer, als ihr im Jahre 1920 einer Verwaltung unterstellt wurdet, die euch land- und wesensfremd war, die weder die Saarbevölkerung noch das Reich herbeigerufen hatte, und deren Mitglieder zum Teil Angehörige von Staaten waren, denen wir in dem blutigsten Ringen aller Zeiten eben noch als Gegner gegenübergestanden hatten. Unfaßbar war es, daß dieses Gebiet, das feit einem Jahrtausend u n - bestritten znm Deutschen Reich gehörte, nun 15 Jahre lang nicht mehr unter der Verwaltung d e s Reiches stehen sollte. Nutz- und sinnlos erschien damals diese uns auf- gezwungene Loslösung eines der deutschesten Gebiete rrön Volk und Heimat. Je größer die Not im Reich war, umso heller leuchtete Eure Treue, obwohl es nicht an Versuchungen und Lockungen fehlte. Euch stärkte damals das Gefühl, daß wir alle auf Gedeih und Verderb zueinander gehörten und daß die Bande des Blutes, des Volkstums, der gemeinsamen Vergangenheit und der Sprache sich stark genug erweisen würden, um alle künstlich auf- aerichteten Schranken niederzureihen. Dieses Bewußtsein ließ das deutsche Saarvolk vom ersten Augenblick der Abtrennung an zusammenstehen in dem Abwehrkampfe gegen alles Fremde und gegen alle Versuche, die Bande, die es mit dem Wutterlande umschlang, zu zerschneiden. , Schon schien diese charaktervolle Haltung jegliche, gegen die Heimkehr zu Deutschland gerichtete Sonderbestrebung unmöglich zu machen als m den letzten beiden Jahren vor der Abstimmung ein Häuslein landflüchtiger, intera io- naler Marxisten, Kommunisten und S e p ar a t i st e n gegen das von unserem ivuyre uni)PDom Nationalsozialismus geeinte Deutschland auftrat. Jhre Niederlage am 13. Januar 1935 war vollständig, der deutsche Sieg ube - wältiqend. Die Abstimmung ging in mufter- Gültiger Ordnung vor sich; wie zu einem Gottesdienst traten jung und alt an die Wahlurne jeder wußte, daß er sich mit der Abgabe seiner Stimme vor den kommenden Geschlechtern, vor Gott selbst verantwortlich macht. Jeder Saarlander war in den Zeiten der Trennung durchgluht von dem Gedanken, den jene alte Frau, deren Stimme für ungültig erklärt wurde, in die denkwürdigen Worte kleidete: „Ich bin deutsch geboren und will auch deutsch sterben." Unter ungeheurem Jubel des Saarvolks trafen am Vorabend der Rückkehr des Saargebietes die ersten SA.-Formationen in Saarbrücken ein. Man sieht auf unserem Bild die SA.-Männer beim Marsch über den festlich geschmückten Platz vor ber Saarbrücker Hauptbahnhof. Das Bahnhofsgebäude trug schon die Aufschrift „Reichsbahn". Die blauweißschwarze Fahne der Regierungskommission wird gestrichen. Ohne Sang und Klang wurde die blauweißschwarze Flagge der Saar-Regierungskommission auf dem Saarbrücker Regierungsgebäude heruntergeholt. Die Beamten, die mit der Beseitigung der Flagge beauftragt waren, begrüßten diesen anderthalb Jahrzehnte lang herbeigesehnten Augenblick mit dem Hitler-Gruß. Starker Eindruck der Vesreiungsseiern in Paris und London. (unff des Reichskanzlers Hitler in Saarbrücken hervorrief." Mit solchen und ähnlichen Worten leiten die englischen Morgenblätter ihre spaltenlangen Meldungen über die endgültige Rückkehr der Saar zu Deutschland ein. Alle Zeitungen veröffentlichen drahtlos übermittelte Bilder von dem Feiertag des Saargebietes und von dem triumphalen Einzug des Führers. „Daily Telegraph" meldet: „Deutsche!" dieses einzige Wort Hitlers rief einen Sterin der Begeisterung hervor. Frauen weinten vor Freude, kleine Kinder rannten, um ihren Führer zu sehen. Die Hörer am Rundfunk betrachteten die Rede Hitlers als mehr als eine bloße Siegeskundgebung. Sie entdeckten in ihr eine neue Geste der Freundschaft gegenüber Frankreich. Die Erklärung Hitlers, daß sich Deutschland und Frankreich die Hände reichen sollten, um alle Hindernisse, die dem Frieden im Wege stehen, zu beseitigen, wird von der Presse besonders hervorgehoben und in Schlagzeilen mitgeteilt. Auch die Worte Hitlers über die Einheit des Deutschen Reiches und Volkes und seine Worte: „Blut ist stärker als alle papiernen Dokumente" finden große Beachtung. Unter der Überschrift „Hitlers Friedensappell schreibt „Daily Mail" u. a.: „Hitler hat von neuem seine Stellung bekräftigt als unumstrittener Vorkämpfer des deutschen Nationalgeistes, als Verkörperet der Volksseele und als vollkommen beherrschender Einfluß in allen Angelegenheiten, die aus den Herzen des deutschen .Volkes ausgehen." Die Vefreiungsfeier Berlins. Berlin, 1, März. (DNB.) Als auf dem Rathausplatz in Saarbrücken die gewaltige Befreiungsfeier ihren Anfang nahm, hallte die Reichshauptstadt wider von dem Rhythmus endloser Marschkolonnen sämtlicher Parteigliederungen, die unter klingendem Spiel zu der großen Saarkundgebung nach dem Lustgarten marschierten. Gleichzeitig rückte von der Charlottenburger Chaussee eine unübersehbare, feurige Schlange, der Fackelzug an. Voran die Ehrenkompanie der Reichswehr, dann die Formationen der Landes- und der Schutzpolizei, des Feldjägerkorps, die Schwarzen Soldaten Adolf Hitlers, die braunen Bataillone der SA., PO., des NSKK. und NSBO., die Männer des Arbeitsdienstes, gefolgt von der HI., den blaugrauen Fliegern, den feldgrauen des NSDFB. (Stahlhelm) und schließlich den Ehrevabordnungen des Luftschutzes, der Teno, des VDA. und des Kyffhäuser. Ein Bild deutschen Kampf- und Gemeinschaftsgeistes! Von der Schloßfront grüßte weithin sichtbar eine über die ganze Schloßhöhe gespannte und von Scheinwerfern angestrahlte Hakenkreuzfahne, darüber ein leuchtendes, weißes Transparent mit der Inschrift: „Deutsch i st die S a a r". Um 19 Uhr trafen Obergruppenführer v. I a g o w, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitz er und wenige Minuten später Reichswehrminister Generaloberst v o n B l o m b e rg in Begleitung seines Stabes ein. Im gleichen Augenblick traf d i e Spitze des Fackelzuges von den Linden kommend ein. In scharfem Rhythmus h-allte der Parademarsch der Reichswehrehrenkompanie, ein herrliches militärisches Bild im lodernden Fackelschein. Dann tönte laut das Kommando Über den Platz: „Präsentiert das Gewehr!" Und unter den Klängen des Parademarsches marschierten die Fahnen sämtlicher Parteigliederungen auf der Westrampe des Schlosses aus. Während auf der Rampe die Magnefiumfeuer angezündet wurden und .das Schloß in seiner ganzen Front in blendender Helligkeit erstrahlte, lauschten die Hunderttausend den Worten des Führers und stimmten begeistert in die Beifallsstürme ein, die die Aetherwellen herübertrugen vom Grenzland in die Hauptstadt des Reiches. Nach Beendigung der Uebertragung begann die Reichswehrkapelle den GroßenZap- f e n st r e i ch. Unter den Klängen des Hohenfriedberger Marsches marschierten dann die Formationen zum Ehrenmal, wo Reichswehrminister von Blomberg, Obergruppenführer v. I a - g o w und Staatsrat G ö r l i tz e r den Vorbeimarsch abnahmen. M Kreuzer „Emden" um die halbe Well. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) V. • Von East London nach Porto Amelia. Don Korvettenkapitän (3ng) Weber*. An Bord Kreuzer „Emden", im Februar 1935. „An Emden: Abstimmung an der Saar 90,04 Prozent für uns. Heil Hitler! Norddeich." Wie ein Lauffeuer geht die N a ch r i ch t d e r K ü st e n f u n k st e l l e durch alle Decks und Raume; von Mund zu Mund, durch Fernsprecher und Sprachrohre wird sie weitergegeben. Nach „Alle Mann achteraus" weist in einer Ansprache an die Besatzung der Kommandant auf die vorbildliche Haltung unserer Saarländer und auf die noch gar nicht absehbare Bedeutung dieses Erfolges hin. Ein Funkspruch geht an den Führer: „Soldaten des Kreuzers Emden gedenken aus dem Indischen Ozean in Begeisterung, Liebe und Treue des Vaterlandes, der Saar und des Führers." Drei Hurras für die Saar und unsere Heimat klingen über das Meer. „Meldung von Steuerbord-Maschine: Stb.-Ma- schine hat soeben die 5 000 OOOfte Umdrehung gemacht. Stb.-Maschine gratuliert und wünscht weiter gute Fahrt!" Vor mir steht ein Oberheizer als Abgesandter des vorderen Turbinenraumes, in den Armen hält er einen übergroßen Schraubenschlüssel, der an den Enden mit Wischbaumwolle, Schraubenmuttern und Schrauben garniert ist. In der Mitte des Schlüssels steht ein Licht und zu beiden Seiten des Lichtes ist in großen Kreidelettern d i e Zahl 5000000 niedergeschrieben. Das ist ein traditioneller Brauch, und es ist mit der Meldung allein natürlich nicht abgetan. Nach der Abendwache wird die ganze Angelegenheit noch eingehend besprochen, und an Durst fehlt es hier in den Tropen natürlich auch nicht. 3n Porto Amelia. Am 19. Januar 1935 stehen wir morgens vor der Pombabucht, einem sehr guten Hafen im nördlichen Teil von Portugiesisch - Ostafrika (Mozambique), einem Hafen, der mit 13 Kilometer Länge, 8 Kilometer Breite und einer guten Einfahrt als einer der geräumig ft en Naturhäfen der Welt gilt. Zunächst taucht linker Hand ein Negerdorf mit eng aneinander gebauten Hütten auf und nach einer Wendung nach Backbord sieht man Porto Amelia liegen. Es ist nur ein kleines, sehr stilles Städtchen mit 2000 Einwohnern, unter ihnen 70 Weiße. Das Deutschtum ist in diesem Orte und seiner Umgebung nicht stark vertreten, mit Frauen und Kindern sind es etwa 60: Kaufleute, Farmer und Angestellte auf den Pflanzungen. Ein Teil von ihnen sind richtige „Afrikander", sie sind nach dem Kriege aus Deutsch- Oftafrika in diese neue Heimat übergesiedelt; andere sind in der Zeit der vierzehn Jahre nach dem Kriege ausgewandert. Alle fühlen sich wohl hier, sind geachtet und werden von den portugiesischen Behörden unterstützt. Die meisten sind für ein paar Tage zu unserem Einlaufen herbeigekommen, trotzdem mancher von ihnen — der Landmann wird das beurteilen können — von seiner Farm sich nur mit Bedenken loslösen konnte. Es sind Menschen, wie ich sie bereits in meinem Bericht über Angola gekennzeichnet habe: verwachsen mit ihrem Boden, dankbar und hilfsbereit dem Gastgeber- lande gegenüber, aber mit allen Fasern ihres Herzens an der deutschen Heimat hängend. Die Aussichten, die deutsche Auswanderer hier haben, sind dieselben wie in Portugiesisch-Angola: Charakter, landwirtschaftliche Kenntnisse und Geld sind notwendig, letzteres vor allem jetzt, wo die Weltwirtschaftskrise überall tobt. Und noch eins muß man in diesem Zusammenhang sagen: der deutsche Auswanderer soll sich eine deutsche Frau * Vgl. Nr. 40 des Gießener Anz. vom 16. Febr. nehmen, damit er deutsche Kinder kriegt, denn anders ist er nur Kulturdünger. Porto Amelia ist für uns ein 21 u s b 1l du ngs - Hafen, so können die Einladungen der Deutschen auf ihre Farmen nicht alle berücksichtigt werden. Nur einige wenige können von Bord. Mit etwas Bedenken werden diese Ausflüge angetreten, Denn schon längst hätte die Regenzeit einsetzen müssen, und setzt sie ein, dann ist das Fortkommen mit einem Kraftwagen kaum mehr möglich. Schließlich wird aber doch aufgebrochen, gegebenenfalls muß der Weg zurück zu Fuß gemacht werden, Soldaten können ja marschieren. Um es vorweg zu nehmen, alle trafen hier wieder auf normale Weise ein, aber kurz nach der Rückkehr unserer „Buschmänner" setzte der Regen ein und zwar ein echter Tropenregen. Man darf dem seefahrenden Volke natürlich nicht alles glauben, was sie erzählen, aber auch schon 50 v. H. von dem, was sie nach ihrer Rückkehr erzählen, reicht aus, um sich daran begeistern zu können. Ein Teil — ein Offizier, ein Feldwebel, drei Unteroffiziere und fünf Mann, die stärkste „Expedition" — begibt sich nach der Pflanzung N a m a n j e. Zunächst bringt sie unser Verkehrsboot bis zur gegenüberliegenden Seite der Bucht, wo der Zoll sie erwartet. Beanstandungen gibt es nicht, die Waffenscheine — jeder hat selbstverständlich ein Gewehr mit und beabsichtigt einen Löwen zu schießen — sind in Ordnung. Die Fahrt geht weiter mit einem Leichter bis in die See hinaus, durch kleine Inselgruppen hindurch. Ein kleiner Fluß wird angesteuert und die Navigation fangt an wegen der einbrechenden Dunkelheit schwieriger zu werden. Nach weiterer zweistündiger Fahrt gelangt man endlich an d i e Anlegestelle der Pflanzung. Jetzt werden die Expebitwnsmit- glieder aufgeteilt, mit Opelwagen und Eisenbahnloren — letztere werden von Negern geschoben — geht es zu den einzelnen Wohnungen der Deutschen. Die nächsten Tage bringen viel Abwechselung, vor allem ist es öie Jagd, die eine fieberhafte Unruhe in alle hinein gebracht hat, schon allem deshalb, weil zwei Löwen und em Leopard sich auf der Farm herumtreiben sollen. Leider hat niemand die Tiere zu Gesicht bekommen, denn jetzt zu Beginn der Regenzeit steht bas Gras im Busch übermannshoch und bildet den besten Schlupfwinkel für das Wild. Aber Wildschweine und Buschböcke werden geschossen und der Fährte eines Flußpferdes nachgespurt. Mit Eifer find die Neger, die selbst keine Waffen besitzen und kein Wild jagen dürfen, habet, mit Fingerzeigen und Augenzwinkern weisen sie den danna-Deutschen auf das stehende Wild, das ihre buschgewohnten Augen sofort erspähen. „Banna" ist der Ausdruck für „Herr" und, um die einzelnen Weißen zu unterscheiden, setzen sie dahinter einen Begriff, der die hauptsächlichste Tätigkeit bes zu Bezeichnenben ausmacht. So gibt es ben Begriff banna-Geld für ben, ber den Lohn berechnet unb auszahlt, banna-Fabrik für ben Ingenieur, banna» Pflanzung unb schließlich banna=cuba, ber große Herr unb bas ist ber Pflanzungsleiter. Auch banna» Heini gibt es, weil seine Frau ihn mit bem Namen Heini ruft. Fröhlich unb lustig geht es so auf allen Farmen zu, überall herrscht bie Jagb vor unb grausiges Jägerlatein wirb abenbs von ben Pflanzern aU^ber^aud) wir Daheimgebliebenen verleben schöne Tage. Nach bem Dienst führen uns bie beibert in Porto Amelia lebenben Deutschen burch das Negerborf, unb bie Photojäger haben hier genug Gelegenheit, interessante Momente auf ber Flotte festzuhalten. Uebrigens haben wir 298 solcher Jäger an Borb, jeher von ihnen besitzt einen Apparat. Auch burch bie wenigen indischen G e- schäfte schlenbern wir. Man hanbelt hier genau noch so wie vor hunbert unb mehr Jahren, her Neger bringt seine Ware unb erhält aus bem Geschäft irgenb etwas anberes. Meistens nehmen sie als Gegenwert bunte Tüncher für ihre Frauen, unb genau wie bei uns zu Hause müssen bie „Damen" in ber nächsten „Saison" roieba ein neues Tuch haben, denn die Mobe hat gewechselt, man trägt in biesem Jahr anbere Streifen unb anbere Farben. Auch in bie Umgebung bringen uns unsere Freunde. Ohne uns anzumelben, fahren wir auf eine Farm in Marunga, selbstverstänblich stark bewaffnet — an biesem Tage finb insgesamt 58 Gewehre an Lanb —, aber wir haben kein Jagb- glück, nur eine größere Katzenart sehen wir plötz. lich in bem Scheinwerferlicht unseres Wagens. Loben muß man bie außerorbentliche ® a ft • freunbschaft her Farmer. Bei unserer Ankunft auf ber Pflanzung ist niemanb zu Hause, aber ber schwarze Boy holt trotzbem alles herbei, benn er hat Anweisung von seinem banna-cuba, keinen Weißen unbewirtet weiterziehen zu lassen. Als bann später ber Herr unb bie Frau bes Hauses kommen, wirb ein Abenbessen gerabezu schlagartig auf ben Tisch gezaubert. Auch bie Gelegenheit, einer Goma, einem Negertanz beizuwohnen, wirb uns an biesem Abenb noch gegeben unb es ist romantisch, bem Rhythmus ber tanzenben Männer- unb Frauengruppen zuzusehen. Sie tanzen unb essen bis zum frühen Morgen. Aber bald gehen auch bie Tage von Porto Amelia zu Enbe. Wer von uns wäre nicht gerne ein paar Tage wenigstens länger hier geblieben, hier, wo man noch das unberührte Afrika erlebt. Aber wir müssen weiter, am 28. Januar laufen wir mit dem Kurs auf Mombassa aus. 3n Mombassa. Nachbem wir in See in roürbiger Weise bes 3 0. Januar gebucht haben, läuft ber Kreuzer Emben zwei Tage später in Mombassa ein. Die schmale Einfahrt nach Mombassa, bem Haupthafen ber britischen Kenya-Kolonie an ber Ostkuste Afrikas, bietet an beiben Ufern herrliche Silber; Buschwerk, Palrnenwälber unb große Mengen von Affenbrotbäumen ziehen sich hort entlang, unb in ihrem Schatten stehen schöne Villen ber Europäer, Jnber unb Araber. Mombassa hat zwei Häfen, von denen ber eine unmittelbar vor ber Stabt, ber anbere auf ber gegenüberliegenben Seite ber Insel, auf der diese Stadt liegt, angelegt ist. Letzterer — er heißt Kilinbini — ist ber für größere Schiffe bestimmte, er hat moberne Liegeplätze, Lagerschuppen, Kräne usw. Man fühlt sofort, daß man sich hier in einem Handelsmittelpunkte ber afrikanischen Ostküste befinbet, Kaffee, Sisal, Mais unb Häute werben neben manchem anberen Produkt bes Landes verschifft unb ber größte Teil ber xDom Sähen unb burch ben Suezkanal fommenben unb für ben Afrikadienst bestimmten Dampser legen in biesem Hafen an. Wir gehen in Kilinbini an ben Pier, herzlich begrüßt von unseren deutschen ßanbsleuten, benen bie Freude über unser Kommen aus den Augen strahlt. Unter diesen ßanbsleuten finb auch solche, bie weit im Innern von Kenya, in Nairobi usw. wahnen. Sogar Deutsch-Ostafrikaner fehlen nicht. Das Programm, das sie uns unterbreiten, sieht manches Schöne vor und ist lückenlos bis in bie letzten Kleinigkeiten hinein unb bis zur letzten Minute durchdacht. Man muß hier mit sehr viel Liebe zu Werke gegangen sein, als man unseren Eknpfang vorbereitete. Wir gehen an Land, fahren kreuz unb quer burch bie Insel, schlenbern burch bas Europäervier- t e l, burch bie Geschäfte ber Jnber unb burch ben Basar. Man merkt sofort: Die letzte Seefahrt hat uns in bie unmittelbare Nähe bes Orients gebracht. Besonders interessant ist es im Basar, im allen Mombassa. Eng finb bie Straßen, unb zwischen bie Steinhäuser ber Jnber hier unb da eingeftnut liegen bie Lehmhütten ber Schwarzen. Der Weg führt uns vorbei an schön geschnitzten Türen und an einer Moschee. Wenn man auf bas Döller- gemisch sieht, glaubt man an einem Schei.depunct zwischen bem Orient unb Afrika zu sein. Der I n - ber herrscht vor, er betrachtet ja Afrika als sein Amerika in bezug auf bie Auswanderungsmögnch- Eeiten für fein übervölkertes Mutterlanb. Aber auch ber Araber, ber schon vor Jahrhunderten sich hier niedergelassen hat, ist stark vertreten. Im ganzen ist es ein farbenfrohes Bilb, man sieht ben Fez bes Mohammebaners, bie verschiebenartigen Kopf- Der alte Fahrensmann, ber zusah — damals war er ganze achtzehn — hat während her Hosenmahlzeit die unangenehmsten Gefühle in fernen lebendigen Beinen gehabt. Er redete sich ein, es sei ber Ischiasnerv, aber er wußte natürlich ganz genau, was es war. Später ist ihm bie englische Lederhose im Traum erschienen unb hat bie Beine haben wollen, bie zu ihr gehörten. Seme Logis- genos en erzählten ihm am anberen Morgen, er habe im Schlaf tief aufgeseufzt: „Wie gut, baß sie nicht drinsteckten ..." Erfreulicherweise ist ber Genuß bes Umgangs mit Haien auch bem Schwächsten ermöglicht, benn ber Hai ist feige. Als wir auf her Höhe ber Galäpagos- Jnfeln, bie burch ben verstorbenen Herrn Ritter in Deutschland populär geworben finb, ein Boot aus» setzten, um eine Schilbkröte zu fangen, kam ein Hai ganz bicht heran, unb bas ärgerte benn ja ben Steuermann Jessen. Er nahm ben langen Eschenriemen, mit bem er bas Boot achtern lenkte, unb stieß ben Hai vor bie Nase. Wenn ber Hai gewollt hätte, würbe er aus bem unliebensroürbigen Steuermann Jessen nebst sämtlichen Bootsinsassen Ragout gemacht haben, denn ber Kerl war gut sechs Meter lang. Aber er wollte nicht, er bachte nur ans Ausreißern Kein Häschen kann geschwinber oerbuften als ein Hai, ber eins auf bie Nase gekriegt hat. Der Kollege bes Herrn Jessen, ber Müller hieß, behauptet zwar, hies sei nicht bie richtige Art, mit Haien umzugehen, unb fast an jebem Sonntagmorgen bemonftrierte er uns bas System, bas er sich zurechtgelegt. Müller, wegen seiner Khakijacke auch „her Gelbe" genannt, lehnte bann an ber Reling bes sicheren Halbbecks unb schoß auf bie amüsierten Haie aus einer Reiterpistole, bie angeblich schon ein Vorfahr, ber Felbkornett Müller, im Dreißigjährigen Kriege ohne bemerkenswerten Erfolg in Tätigkeit gesetzt haben soll. Es war immer ein allerliebster Anblick, wie Herr Müller sich mühte, seine Kanone abzuziehen, unb wie die Haie, bie am Sonntag auch mal Spaß verstehen können, einen lustigen'Ringelreihen um bie aufspritzenben Geschosse tanzten. Wer Humor im Leibe hat, mag sich immerhin auf biese Weise mit ben Haien beschäftigen; er soll sich aber um Gottes willen nicht einbilben, baß der Hai, wenn er ihn einmal erwischt, aus Freundschaft für ben guten Spielonkel auf bie Mahlzeit verzichtet. Haie sinh in biefer Beziehung krasse Materialisten. Die einzigen, bie wirklich mit ben Hai umzugehen wissen, verdanken ihre Beliebtheit ber Anpassung an jenes immer vorhanbene Verlangen bes großen Brubers nach bem vollbesetzten kalten Buffet. Es finb bies hie kleinen schwarz unb blau gestreiften Lotsenfische, bie ben Hai zur Futterkrippe führen. Ihnen tut er nichts, obwohl sie anbauernb um fein Leber denLmgangmilHaifischen. Don Waldemar Keller. Wer sich, zwecks Durchbilbung feiner Gesellschafts- fähigkeit, barüber unterrichten will, wie man mit Haifischen umgeht, wirb Auskunft natürlich nur von einem alten Fahrensmann erlangen können, bas heißt von einem Manne, ber minbeftens sechsmal an Borb eines Winbjammers Kap Horn umsegelt hat. Der Schlag ist heute im Aussterben, unb es wirb daher für ben Wißbegierigen höchste Zeit. Zunächst einmal wirb ihm her alte Fahrensmann sagen, baß man nicht von „Haifischen" spricht. Das ist so eine Wortvemieblichung, bie offenbar von 21quarienfreunben stammt; auf See kennt man nur Haie, runbweg Haie — ber Fisch versteht sich von selber. Wer auf See von „Haifischen" rebet, gibt zu erkennen, baß er über ben Ranb seiner Babe- manne noch nicht ins nasse Element vorgebrungen ist. Der Hai barf als Respektsperson gelten. Der alte Fahrensmann wirb bas erläutern müssen. Als wir, beispielsweise, auf bem Sübseeklipper „Marion Frazer" ein solches Vieh erwischten, schlug es mit bem Schwanz gegen eine Teakholzkante unb schlug glatt ein Stück bavon ab. Teakholz ist so hart wie Eisen; selbst ein kräftiger Arm, ber ein Hanbbeil führt, vermag kaum etwas dagegen auszurichten. Der Schwanz bes Hais aber vermochte es. Kein Wunber, nicht wahr, baß ber Hai als unangenehm wirkenbe Respektsperson gilt. Obwohl er es nicht verdient hat, kommt man ihm hoch am besten mit gesteigerter Achtung entgegen. Niemals näher als höchstens fünf Schritt Herangehen — bas sollte beim Umaang mit gefangenen Haien eherner Grunbsatz sein. Befinbet sich aber ber Hai im Wasser unb berjenige, ber sich mit ihm beschäftigen muß, auch, so ist ber Absianb um ein bebeutenbes zu verlängern. Davon später. lieber bas Gebiß des Hais ist viel berichtet worden; es- stimmt, daß für Zahnärzte hier keine Aussichten bestehen. Peber Eyemose, ber Koch, bem ber Schreiber biefer Zeilen m einem seiner Romane ein ewiges Denkmal gesetzt hat, steckte einmal einem Hai ein zweizölliges Eichenbrett zwischen bie Kiefer, unb obschon biefer Hai nicht mehr ganz war, benn seine Leber zerfloß bereits im Trankesfel, zerknackte er hoch bas Eichenbrett, als fei es Zigarrenkistenholz. Peber Egemose lernte daraus, daß auch ber Umgang mit einem Hai ohne Leber gewisse Gefahren in sich birgt. . Im übrigen ist es selten, baß sich em Schifss- koch zu einer so aktiven Hanblung hinrelßen laßt. Jeder von uns hat schon einmal im Zirkus gesehen, wenn die Stallmeister den Teppich aufrollen, und der August kommt und schreit: Arbeiten, arbeiten! Genau so verhält sich, im allgemeinen, der Koch beim Haifang. Peber Egemose nicht ausgenommen, er hatte nur manchmal heroische Anwanblungen. Jetzt kann man bas ruhig sagen. Peber Egemose ist tot, er kann sich nicht mehr rächen, inbem er Kakerlaken in die Erbsensuppe schmeißt. Peinlich ist es, darüber nachzudenken, was für einen gesunden Maaen so ein Hai hat. Zweifellos gehört die Nachbarschaft von Magenkranken nicht zu ben Annehmlichkeiten. Aber wieviel einfacher wäre ber Umgang mit Haien, wenn sie alle an chronischer Magenübersäuerung litten unb nur von trockenen Semmeln unb Haferschleim leben müßten. Leiber kann bavon keine Rebe sein. Der Marl- spieker, ben wir im Magen eines sehr munteren Hais fanden, zeugt gar zu sehr für bie gute Beschaffenheit ber Derbauungsorgane biefer Sorte von Lebewesen. Ein Marlspieker ift nämlich ein etwa breihig Zentimeter langes, runbliches, spitzzulaufen- bes Stück Stahl, mit hem bie Seeleute früher, als es noch richtige Seeleute gab, Trossen spleißten unb jene geheimnisvollen Knoten machten, bie man „türkischer Bunb" nannte. Trotz bes Marispiekers schien ber Hai nicht im geringsten unter Magendrücken zu leiben, er betunbete sogar lebhafte Neigung, noch mehr zu verschlucken, es tat ihm aber keiner ben Gefallen, unb ba erinnerte sich nun ber alte Fahrensmann an feine speckige englische Leberhose, bie er in der Nähe der Palmerston- Inseln über Bord warf, unb wenn er sich baran erinnert, wirb ihm heute noch schwach. Mit ber Hose kommen wir auf bas Thema „Freier Hai im freien Wasser". Die Geschichte war solgenbermahen: Das Schiff, ein großer Viermaster, lag faul in einer absoluten Winbstille, unb zwei Haie machten sich ben Spaß, runb um ben schau- felnben Stahlleib bes außer Betrieb gesetzten Seglers ein Sechstagerennen zu veranstalten. Sie schwammen ohne Hast, es war ein stetig „neutralisiertes" Rennen, offenbar erwarteten sie, daß gelegentlich ein paar Salzfleischknochen von oben kommen würben. Es kam bann auch was von oben, unb zwar jene mit Del, Mennige unb Kohlenbreck beschmierte englische Leberhose, bie ihr Besitzer los» werben wollte, weil sie ihn mehrfach des Nachts erschreckt hatte; sie blieb nämlich, wenn er sie auszog, wie eine Ritterrüstung vor seiner Koje stehen unb ähnelte bei Monbschein einem Gespenst. Kaum war bie steife Hose aufs Wasser aufgeschlagen, ba packte der Hai, ber links schwamm, bas linke Bein, unb ber Hai, ber rechts schwamm, packte bas rechte, unb wie so die Hosenbeine in den Rachen verschwanden, machte es den Eindruck, als ob die Haie Spaghetti lutschten. Dann gab es einen kleinen Knall, jeder hatte seine Hälfte, das Sechstagerennen i wurde fortgesetzt. Maul herumschwimmen. Zuweilen aber spielen sie ihm einen Streich. Die Möglichkeit gemeiner Racheakte soll man nicht ausschließen, denn wer will behaupten, daß sich der Lotsenfisch nicht ärgert unb bann seinen bösen Instinkten freien Lauf läßt? Vielleicht war es ber Mißgunst eines solchen Piloten zuzuschreiben, baß ber Hai, ben wir in Santa Rosalia an einer unserer Weißfischangeln hängen fanben, einen für Haie überaus beschämenben Tod sterben mußte. Er hatte, aufmerksam gemacht von seinem heimtückischen Wegweiser, bas Stückchen Köberspeck gierig verschlungen; offenbar jeboch bestaub zwischen bem Lotsenfisch unb bem Angelhaken eine geheime Derabrebung, benn ber Angelhaken klemmte sich berart nieberträchtig in den Gaumen des unglücklichen Hais, daß er die Maulsperre bekam und bis oben hin voll Salzwasser lief. Als wir ihn abnahmen, war er wie eine Ratte ersoffen. Der alte Fahrensmann hat diese Geschichte einmal einem Boxer erzählt, und darauf ift es zurückzuführen, daß ihm die unteren Schneidezähne fehlen. Der Boxer war jedoch im Irrtum. Es handelt sich nicht um ein hinterm Ofen gesponnenes Lügengarn, sondern die Sache hat sich tatsächlich so zugetragen. Das Schiff hieß „Lisbeth", ber Kapitän war 54 Jahre alt, unb ber Koch hatte einen grauen Spitzbart. Daraus schon ergibt sich bie Zuverlässigkeit bes Berichterstatters. Man kann sich beim Umgang mit Haien aller möglichen Instrumente bebienen, von ber Reiterpistole bis zum Angelhaken, nur bas Messer soll man schicklicherweise nicht benutzen. Sonst ergeht es einem wie jenem babenben Englänber, ber sich bes Angriffs auf biese primitive Art erwehren wollte, unb bem her Hai vorwurfsvoll zurief: „2lber, Sir, Fisch mit bem Messer!" Seine gute Kinberstube soll man auch im Verkehr mit Haien nie außer acht lassen. Mißlungene Rache. In ßonbon ist kürzlich ein Großkaufmann gestorben, her sein stattliches Vermögen von etwa 200 000 Psunb nicht seiner Frau, fonbern ber Prinzessin Marina, ber jetzigen Herzogin von Kent, vermachte. Das geschah nicht aus Verehrung für bie Prinzessin, fonbern aus Rache an feiner Frau, weil sie ihn nie in Ruhe habe seine Zeitung lesen lassen, es vielmehr gerabezu barauf abgesehen hätte, ihn stets um ben Genuß biefer Lektüre zu bringen. Ganz leer geht bie Witwe allerbings nicht aus: sie erbt einen Schilling. Die Rache kann aber schon als mißlungen bezeichnet werben, ba nach bem englischen Gesetz Mitglieber ber königlichen Familie von Privaten keine Erbschaften antreten dürfen. beheckungen der indischen Sekten, den Turban, mit bunten und geschmackvoll aussehenden Tüchern bekleidete Frauen, die um Handgelenke und Fesseln Silber- und Goldschmuck, mit Edelsteinen besetzt, tragen, es vergeht kein Augenblick, der nicht ein neues Bild bringt. Daneben lebt der Schwarze. Ich sehe einen kleinen Negerjungen, der aus einer Abfallkiste das nach seiner Ansicht noch Brauchbare heraussucht; mein Begleiter sagt mir, daß er es dann später zu verkaufen sucht. Dieser kleine Hinweis möge die Kontraste, die es auch in dieser farbigen Welt gibt, zeigen. Und noch eins stört das Gesamtbild: Man sieht in dieser orientalischen Welt des Basars kaum orientalische Waxen, jedenfalls nicht das, was wir uns darunter vorstellen. Man handelt mit Konserven, europäischem und japanischem Porzellan — letzteres 21 Stücke für 2,50 Mark — mit Eisen- waren usw. Indische Kunstgegenstände oder Eingeborenenarbeiten irgendwelcher Art findet man an dieser Stelle, wo man es am ehesten vermutet, nicht, man kauft sie meist im Europäerviertel. Der Besuch dieser Geschäfte ist immer wieder schön, obwohl bei weitem nicht das geboten wird, was man auf Sansibar oder in Indien sehen kann. Aber auch in diesen Läden gibt es manche hübsche Dinge und wir alle drehen unsere spärlichen Devisen recht oft herum, bis wir uns für einen Kauf entschließen. Ueberall stehen unsere Seeleute und handeln. Brocken englischer Sprache fliegen hin und her und schließlich wird man nach langwierigen Manövern handelseinig, denn man muß sehr aufpassen, daß man nicht von den tüchtigen indischen Kaufleuten übervorteilt wird. Daß sie auf diesem Gebiet sehr viel verstehen, muß schon zugegeben werden; erst eben haben wir es gesehen, als wir im Basar einen ganz kleinen Laden betraten. Nur ein paar Quadratmeter Fläche hat er, aber dennoch vergibt sein Inhaber Aufträge bis zu einer Höhe von etwa 5000 Pfund Sterling des öfteren nach Amerika. Hier muß ich schließen, damit mein Bericht noch rechtzeitig den nächsten Postdampfer nach Deutschland erreicht. Ich hoffe noch dieses und jenes aus Mombassa später erzählen zu können, aber es wird lange dauern, denn bald geht es nach den weit von allem Weltgetriebe gelegenen Seychellen und nach einer einsamen Stätte auf Ceylon, nach Trincomalee. Aus den Beschlüssen des Reichskabinetts ist neben der Derreichlichung des Bergwesens vor allem das Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches hervorzuheben. Jeder Schaffende bekommt damit einen amtlichen Ausweis, der über feine Borbildun-g und seine fachliche Befähigung Auskunft gibt, und damit sehr wesentlich die Berufsgliederung erleichtert. Die überfüllten Berufe werden dadurch entlastet. Wir stehen überhaupt im Zeichen einer strukturellen Verschiebung, die z. B. die Landwirtschaft wieder als erstrebenswert erscheinen läßt, und damit ist auch das Gesetz zur Befriedigung des Bedarfes derLand- wirtschaft an Arbeitskräften verbunden, denn künftighin wird es dadurch möglich, Arbeitskräfte aus überfüllten Berufen der Landwirtschaft zuzuführen. Zur Erleichterung der Wirtschaft dient auch die neue Vergleichsordnung, nach der es keinen Offenbarungseid mehr gibt, aber die Gläubiger einen erhöhten Prozentsatz ihrer Forderungen erhalten müssen. Gegenüber böswilligen Schuldnern sind die Vorschriften verschärft worden. Ferner wurden die Bestimmungen über das Ausver- kaufswesen verbessert. Schließlich sind auch die Gerichtsferien beseitigt worden, die aus einer Zeit stammen, als das wirtschaftliche Leben noch nicht so intensiv war, wie es heute ist. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß auch ohne die Sommerpause bei den Gerichten die Rechtspflege nicht leidet, sondern besser funktioniert als es durch die große Unterbrechung möglich war. Alle diese Gesetze sind ein neuer Beweis dafür, daß ohne große parlamentarische Redereien die Gesetze sich elastisch der Wirtschaft anpassen lassen. Neues aus dem Norden. Von unserem B.-Berichierstaiter Wie sieht es in der, irisch ast aus? Der Sieg der deutschen Arbeit ist in sinnfälliger Form auf der Berliner A u t o Mobilausstellung derart zum Ausdruck gekommen, daß oas Ausland bedingungslos den neuen Geist in der deutschen Wirtschaft anerkannte und Bestellungen auf deutsche Wagen in erhöhtem Ausmaße vornahm. Die Technisierung des Verkehrs erfolgt unter der neuen Staatsführung durchaus nach gemeinnützigen Grundsätzen. Die Zeiten sind vorbei, da der Kraftwagen ein Luxusgegenstand war, und für die breiten deutschen Massen ist es wichtig, zu wissen, daß im Sommer mit der Prüfung des Volkswagens begonnen wird und daß, wenn er auf den Markt gelangt, hier der breiten Masse ein Gebrauchsgegenstand geboten wird, der allen Ansprüchen auf Dauerhaftigkeit usw. genügt und das Gegenteil einer Blechkiste sein wird. Die Automobilausstellung hatte verlängert werden müssen, weil die Besucherzahl viel größer war als in früheren Jahren. Gleichzeitig wurden Steuererleichterungen für Nutzfahrzeuge erlassen. Die Nutzfahrzeuge sind bisher von der Kraftfahrzeugsteuer im Gegensatz zu neuen Personenwagen, nicht befreit gewesen. Zunächst werden alle Nutzfahrzeuge, also auch die Omnibusse usw.,■ aber immer nur neu zugelassene Fahrzeuge, von der Steuer teilweise befreit. Alle Wagen mit über 2,5 Tonnen Gewicht erfahren eine steuerliche Erleichterung um 662/s Prozent. Gleichzeitig ist indirekt eine Förderung einheimischer Treibstoffe dadurch erzielt worden, daß die Steuer halbiert wird, wenn nichtflüssige Treibstoffe benutzt werden, also Holzgas, das durch Generatoren im Fahrzeug selbst erzeugt wird, durch Speichergas, durch Dampf und Elektrizität. Damit wird also der Benutzung der Kraftfahrzeuge ein wesentlicher Auftrieb gegeben. * Nach den bisher vorliegenden Anmeldungen für die Leipziger Frühjahrsmesse wird sie ihre Vorgängerin erheblich übertreffen. Man rechnet mit 8000 Ausstellern (i. V. 7400). 20 000 Ausländer werden erwartet, aus Paris haben sich 2000 Einkäufer angemeldet. Auch als Aussteller wird das Ausland stärker vertreten sein, so sind z. B. aus Japan 180 Aussteller mit 8000 Mustern angekündigt. Diese Messe wird zeigen — sie ist das beste Wirtschaftsbarometer — welchen Aufschwung die deutsche Industrie im letzten Jahr genommen hat, sie wird über die Entwicklung der Weltwirtschaft wertvolle Deutungen zulassen und soll vor allen Dingen der deutschen Ausfuhr neuen Antrieb verschaffen. Die Richtungsänderung in der deutschen Warenanfertigung wird in diesem Jahr schon deutlich wahrzunehmen sein, besonders bei den Werkzeugmaschinen, bei den Antriebsmaschinen (Umstellung auf heimische Treibstoffe), ferner bei Gießereimaschinen, Textilmaschinen usw. Man rechnet mit dem Abschluß vieler A u s t a u sch- g e s ch ä f t e , wofür die Leipziger Messe in der Tat der denkbar beste Platz ist. Man hat dort Ausfuhrberatungsstellen geschaffen, zahlreiche Ausfuhrhäuser der deutschen Häfen haben in Leipzig Büros und Vertreter, somit ist alles aufgeboten, die deutsche Ausfuhr zu steigern. Den ausländischen Einkäufern ist es gestattet, bei Einkäufen auf der Messe eigene Sperrguthaben bis zu 50 v. H. des Rechnungswertes zu verwenden. In 17 Hallen und 31 Meßplätzen wird man sich über den Stand der Wirtschaft von J2 Staaten unterrichten können. Es gilt unbedingt eine „Exportmüdigkeit", wie sie sich hie und da bei uns zeigt, zu überwinden und neue Anstrengungen werden dabei nicht zu vermeiden sein. ♦ Als vor fünf Wochen das Gesetz über die Pfand- briefkonversion veröffentlicht wurde, war es klar, daß die Z i n s k o n v e r s i o n , die sich nur auf Pfandbriefe, Kommunalobligationen und Hypotheken erstreckte, weitergeführt würde. Denn das Ziel war die Politik eines gesunden Zinses, und dieser Zinssatz, 4,5 v. H., entspricht durchaus den Verhältnissen auf dem Kapitalmarkt, da die Zeiten vorbei sind, da Kapitalbesitzer für ihr Geld Zinsen fordern konnten, die unter normalen Verhältnissen gar nicht herauszuwirtschaften waren. Jede Zinsverbilligung entlastet die Wirtschaft in höchstem Maße; wenn sie nach und nach für alle Gebiete des Leihgeldes durchgeführt wird, kommen wir zu einer blühenden Wirtschaft, wobei der Kapitalgeber die Gewähr hat, daß die Zinszahlungen prompt erfolgen. Denn er hat nicht so sehr ein Interesse an einem hohen Zins, in den er eine Risikoprämie einkalkulieren muß, sondern an einem gerechten Zins, der ohne Stockung und ohne Risiko ihm zufließt. Die Pfandbriefkonversion umfaßte etwas über 8 Milliarden Mark und der Erfolg war überraschend gut. Das Gesetz über die Zinsermäßigung bei den öffentlichen Anleihen ist durchweg dem über die Pfandbriefkonversion angepaßt worden. Der deutsche Kapitalist hatte genug Einsicht in die Nützlichkeit der Zinsverbilligung, wie schon die Tatsache zeigte, daß nur 0,23 v. H. der Gläubiger vom Umtauschrecht keinen Gebrauch machten. Das neue Gesetz für die öffentlichen Anleihen wird durch die öffentliche Bekanntgabe dieses Gesetzes für alle Schuldner maßgebend. Bis zum 1. April dieses Jahres werden die Zinsen der Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand von 6 oder mehr Prozent auf 4,5 gesenkt, dabei wird eine Konversionsprämie von 2 v. H. gewährt, die bei den Reichsschuldbuchforderungen am 15. April, bei allen anderen am 30. Juni mit den Zinsscheinen ausbezahlt wird. Es handelt sich im ganzen um einen Betrag von 2 Milliarden Mark, darunter entfallen auf die Reichsschuldbuchforderungen etwa 1 Milliarde, auf die Länder 0,4. auf die Provinzen 0,2 und auf die Städte 0,44 Milliarden Mark. Für die Gesamtheit beträgt die Z i n s e r - sparnis jährlich etwa 30 Millionen Mark, während die zweiprozentige Konversionsprämie nur eine einmalige Aufwendung, und zwar von rund 40 Millionen Mark erfordert. Die dauernde Entlastung ist also sehr erheblich. Unter das Gesetz fallen alle 6prozentigen oder yohec oet zinslichen Anleihen und Schatzanwestungen Der Länder, der Gemeindeverbände, der Gememden und der Zweckverbände. Ausgeschlossen sind Die Auswertungsschuldverschreibungen, die Auslandameihen und die Anleihen, die zu mehr als 50 o. H. im Jahre 1935 und den folgenden Jahren fällig sind. Ebenso fallen die Stücke aus der Gemeindeumschui- dung nicht unter das Gesetz. Von den Reichs- anleihen werden nur die Reichsschuldbuchsorderungen, soweit sie nach dem 31. Dezember 1937 fällig werden, vom Gesetz betroffen. Während die Pfandbriefkonversion die Wirtschaft erleichterte, wird diese Konversion der öffentlichen Anleihen die Finanzkraft des Staates stärken, und damit dürfte auch dieser Konversion ein voller Erfolg beschieden sein. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kopenhagen, Mitte Februar 1935. Nachdem der Prinz von Wales vor einigen Jahren durch sein Beispiel gezeigt hat, daß eine flott durchgeführte Weltreise nicht nur den betreffenden Angehörigen des Königshauses Vergnügen und Abwechslung, sondern auch den handelstreibenden Kreisen der Nation erheblichen wirtschaftlichen Nutzen bringen kann, sind solche Reisen offenbar in Mode gekommen. Jetzt gerade ist das schwedische Kronprinzenpaar von einer halbjährigen Reise durch den Orient zurückgekehrt, und aus der Umgebung der Reisegesellschaft wurde den Journalisten mitgeteilt, daß das Unternehmen einen außergewöhnlich guten Erfolg gehabt habe. Allein in Bagdad seien nach dem Besuch des Königspaares 4 0 0 Autos schwedischen Fabrikats verkauft worden... Die Kopenhagener Zeitungen knüpften an diese Mitteilung sofort einen etwas derben Spaß: sie fordern den sehr populären dänischen Kronprinzen Frederik auf, sich schnell auf die Beine zu machen und die dänische Wirtschaft durch eine kleine Reise um die Welt zu unterstützen. Tatsächlich ist es ja so, daß solche Repräsentanten, die nicht direkt „in Geschäften" erscheinen, gerade auf die Geschäftswelt großen Eindruck machen. Die Weltreise des Prinzen von Wales hatte riesige Aufträge für die englische Wirtschaft zur Folge, — die Orientfahrt des schwediischen Kronprinzenpaares hat zu ähnlichen Resultaten geführt. Wird daraufhin in den europäischen Königshäusern ein allgemeines Kafferpacken einsetzen? — Ueber einem sehr ernsten Problem zerbrechen sich Regierung und Wissenschaft in Schweden die Köpfe: den katastrophalen Rückgang der Geburten. Ein hervorragender Sachverständiger, der verschiedentlich von der Regierung zur Mitarbeit an wirtschaftlichen Projekten herangezogen worden ist, hat jetzt allen Ernstes oorgeschlagen, in einiger Zeit Dänen, Norweger und Schwedisch-Finnen i n Schweden anzusiedeln, um der Bevölkerung neues Blut zuzuführen. Es bestehe nämlich die Gefahr, daß in wenigen Jahren nicht mehr genügend arbeitsfähige junge Männer vorhanden sind, und daß dadurch Schwedens Fabriken und Produktionseinrichtungen bedroht werden. Die Situation ist im Augenblick so, daß nur 70 v. H. der Anzahl Kinder geboren werden, die nötig ist, um die Be- völkerungszahl gleichbleibend zu halten. Am schlimmsten sieht es in Stockholm aus, wo die entsprechende Zahl nur 40 v. H. beträgt. Der schwedische Professor fordert dringend staatliche Maßnahmen, um diesen ständigen Perfall aufzuhalten. Als ein Mittel dazu bezeichnet er weitgehendes Entgegenkommen gegenüber allen Eltern, die durch ihre Kinder so gut wie keine Unkosten haben dürfen. Jedenfalls wird der schwedische Staat in absehbarer Zeit eine großzügige Aktion ins Werk setzen müssen, damit dieser in europäischen Ländern wohl einzigartige Rückgang aufgehalten und die Nachfolge des gesunden und tüchtigen schwedischen Volkes gesichert wird. Dänemark wird zur Zeit von einem heftigen Meinungsstreit bewegt, der einer Frage gilt, die wir in Deutschland seit langem glücklich gelöst haben. Es geht um die gefährliche Konkurrenz, die das private Transportwesen den Staatsbahnen bereitet. Die besserbeweglichen und schneller einsetzbaren La st automobile schnappen der Eisenbahn die besten Aufträge weg, und die Direktion der Staatsbahnen versucht sich zu revanchieren, indem sie den privaten Gesellschaften alle nur möglichen Hindernisse in den Weg legt. Jetzt wird der groteske Plan erwogen, den Lastautomobilen zu verbieten, in die großen Städte einzufahren. Sie sollen vielmehr gezwungen werden, in einem gewissen Abstand vor der Stadtgrenze Halt zu machen und dort ihre Lasten auszuleeren. Diese überspitzten Monopolisierungsversuche haben in der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Man attestiert dem Generaldirektor der Staatsbahnkn, daß er ein tüchtiger Mann sei, ; aber man ersucht ihn gleichzeitig, diese Tüchtigkeit : nicht zu übertreiben. Es wird dabei auf das Beispiel Deutschlands verwiesen, in dem eine >mustergültige Zusammenarbeit zwischen den 1 modernen Verkehrsmitteln, dem Flugzeug, der Eisenbahn und dem Auto erreicht worden sei, und wo eine gesunde Konkurrenz der drei Verkehrsträger die Lei st ungen verbessere. Der allgemeine Zorn gegen die Staatsbahnen hat überdies noch Nahrung gefunden in recht unglücklichen Bemerkungen des Generaldirektors über die Einrichtung innerdänischer Fluglinien. Die Dänen wollen nämlich Kopenhagen und Seeland i mit Nordschleswig durch Flugzeuglinien verbinden ' und außerdem längs der jütländischen Küsten einen ! regelmäßigen Passagieroerkehr einrichten. Hier denkt I man vor allem an einen Anschluß an das «große deutsche Verkehrsnetz nach Süden und an eine Verbindung mit England > und Holland. Diese großzügigen Pläne sind «ebenfalls auf den wütenden Widerstand der Eisenbahn gestoßen, die es nicht gerne sieht, daß man ohne Benutzung ihrer neuen, teuren Brücke über den Kleinen Belt schneller nach Schleswig kommen soll, als mit den Blitzzügen, die über diese Brücke rasen sollen. Der ewige Sprachen st reit in Hel sing - fors hat jetzt eine gefährliche Zuspitzung bekommen. Seit Wochen wird die finnische Hauptstadt von Studentenkundgebungen beunruhigt, zu denen sich jetzt noch gleichgerichtete Demonstrationen der berühmten Lappo-Bewegung gesellen. Tausende von finnischen Studenten haben die Universität Helsing- fors verlassen und sind aufs Land gefahren, wo sie Demonstrationen gegen die Regierung und gegen Schweden veranstalten. Die Vorlesungen wurden in der letzten Zeit mit Gewalt unterbrochen, mehrfach mußte die Polizei einschreiten, um im Bestehen befindliche Unruhen zu unterdrücken. Der aktuelle Anlaß des „ewigen" Streits ist die Protest- a d r e s s e, die vor einigen Monaten eine Reihe schwedischer Wissenschaftler der finnischen Regierung überreicht haben. Darin wurde völlige Gleichberechtigung der schwedischen Sprache als Universitätsfach gefordert und in recht scharfen Worten gegen die Behinderungsversuche von finnischer Seite Stellung genommen. Wenngleich die finnische Regierung hierauf eine Antwort in versöhnlichem und beruhigendem Tone gab, war der schwedische Einspruch das Signal zu stürmischen Protesten von „echt finnischer" Seite. „Echt finnisch" nennen sich die Nationalisten Finnlands, die jetzt ihre Protestaktion gegen Schweden zu einem Sturmlauf gegen Regierung und Parlament erweitert haben. Der finnische Reichstag war vorübergehend völlig hilflos, da die Lappo-Männer ihn durch Dauerreden überwältigten und so eine Behandlung der Sprachfrage verhinderten. Ein Lappo-Abgeordneter hatte allein eine 30stündige Rede in Aussicht gestellt ... Die Auseinandersetzungen haben einen solchen Grad der Schärfe erreicht, daß man sich jetzt kaum iiesA llllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllilllllllllllllll Auto- Generalvertreter: H. WAGENER, GIESSEN, Frankfurter Straße 45. Ruf 4120 7 Kamelhaar-Mantelstoffe Neue moderne Tafte Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Mai in Genua über Spalato, Gravosa (Ragusa), Bucht von Cattaro, Bari, Corfu, Port Said (Cairo, Luxor, Assuan), Haifa (Nazareth, Tiberias, Jerusalem, Bethlehem, Totes Meer), Rhodos, Palermo. Süditalien—Marokko—Südspanien 31. Mai ab Genua — 19. Juni in Hamburg Fahrpreis 1 Q an einschl. voller von RM. I ö 'V • " Verpflegung Kostenlose Auskunft und Drucksachen durch die He es 8 amerikanische Dampf- a m D M ra-Sud Schifffahrts-Gesellschaft MIHMVIWJ W'WW* Hamburg 8 Holzbrücke 8 Vertretung Reisebüro Kreger, Seltersweg b9 vorstellen kann, wie die Gegensätze noch überbrückt werden können. Die jungen nationalistischen Kräfte Finnlands haben sich nunmal eindeutig auf eine Linie mit dem Hauptprogrammpunkt „Kampf allem Schwedischen" festgelegt. Und damit stellen sie sich natürlich in schärfsten Gegensatz zu den skandinavischen Einheitsfrontbestrebungen, deren Verfechter schon beginnen, Finnland als „nichtskandinavisch" zu betrachten. — Ser Bischof von Berlin Or. Ba res f Berlin, 1. März (DNB.) Der Bischof von Berlin, Dr. theol. Nicolaus Bares ist am Freitag um 22.15 Uhr im St. Hedwigs-Krankenhaus verstorben. Bischof Berning von Osnabrück, der sich gegenwärtig in Berlin aufhält, konnte ihm noch die letzte Oelung spenden. Bischof Bares war seit einigen Tagen erkrankt und mußte Freitag infolge einer ernsten Verschlimmerung in das Krankenhaus übergeführt werden. * Dr. Bares wurde 1871 in Idenheim (Bezirk Trier) geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums lag er von 1891 bis 1895 dem philosophisch-theologischen» Studium im Priesterseminar in Trier ob. Er promovierte 1909 zum Dr. theol. an der Universität Breslau. Von 1909 bis 1929 war er Professor der Theologie und Regens am Priesterseminar in Trier. 1929 wurde er Bischof von Hildesheim und 1933 Bischof von Berlin. Immer wieder politische Morde in Gowjetrustland Moskau, 2. März (DNB.-Funkspruch.) Amtlich wird gemeldet, daß in der Nacht vom 28. Febr. zum 1. März in der Nähe von Noworosisk der Kommuni st Truchschumow ermordet wurde. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß Truchschumow von ehemaligen reichen Bauern getötet wurde. Die Beweggründe sollen rein politische sein. Der oberste Staatsanwalt hat telegraphisch angeordnet, daß die Untersuchung gegen die Verhafteten in zehn lagen abgeschlossen werden soll, damit die Aburteilung sofort erfolgen kann. Im Februar 1935 wurden nach den bisherigen Mitteilungen 18 politische Morde festgestellt. Macdonald bittetLloydGeorgeumVor- lage seiner Arbeitsbeschaffungspläne. London, 2. März. (DNB.-Funkspruch.) Das innerpolitische Ereignis des Tages ist die briefliche Einladung des Mi n ft e r p r ä s i.d e n- ten Macdonald an Lloyd George, der englischen Regierung genaue Berechnungen über seine „New-Deal"- Pläne zur Arbeitsbeschaffung und zur Verringerung der Arbeitslosigkeit in England vorzulegen. Macdonald erklärt, daß der Plan Lloyd Georges vom Kabinett einer sofortigen Prüfung unterzogen werden würde. Lloyd George teilte dem Ministerpräsidenten nach Erhalt des Briefes fernmündlich mit, daß er dem Wunsch der Regierung mit Vergnügen nachkommen werde. Er wird wahrscheinlich während des Wochenendes oder zu Beginn der nächsten Woche auf den Wunsch der Regierung ausführlich eingehen. — In politischen Kreisen wird bereits von der Möglichkeit einer baldigen Zusammenkunft zwischen Macdonald und Lloyd George im Zusammenhang mit der Prüfung des „New Deal" gesprochen. Die Vermutungen über eine Zuziehung Lloyd Georges zum englischen Kabinett haben dadurch neue Nahrung erhalten. Kunst und Wissenschaft. Friedrich Velhge Landesleiter der Reichsschrift, tumskammer für Hessen-Rassau. Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich B l u n ck , hat den Gauabteilungsleiter für das gesamte Schrifttum des Gaues Hessen-Nassau, den Dichter und Chefdramaturgen am Frankfurter Schauspielhaus, Friedrich B e t h g e, zum Landesleiter der Reichsschrifttumskammer für Hessen-Nassau ernannt. Aus alter Wett. Oer tlttrakurzwellensender Wihleben. lieber den Ultrakurzwellensender der Reichspost in Berlin-Witzleben und seine Verwendung für den Rundfunk find vielfach irreführende Ansichten verbreitet. Das Anwendungsgebiet der ultrakurzen Wellen (unter 10 Meter Länge) ist nicht so neu, wie es nach verschiedenen Veröffentlichungen den Anschein haben könnte. Praktische Versuche über die Eignung von Ultrakurzwellen für den Sende betrieb sind von der Reichspost schon seit 5 Jahren an verschiedenen Orten (besonders in Großstädten wie Berlin, Chemnitz usw.) mit Erfolg durchgeführt worden. Ihre weitere Ausdehnung in der Öffentlichkeit war aber in der Hauptsache dadurch behindert, daß geeignete Empfänger noch nicht am Markte waren. Das Ergebnis der jahrelangen Versuche führte, vor allem im Hinblick auf die Bedeutung der Ultrakurzwelle für die Fern- se hübertragung zur Inbetriebnahme eines Ultrakurzwellen -Versuchs senders in Witz- leben auf einer Welle von etwa sieben Meter im August 1932. Der Sender diente in der ersten Zeit ausschließlich zu Fernsehversuchen. Im August 1934 wurde ein zweiter Sender am gleichen Ort aufgestellt. Damit war die Möglichkeit zu gleichzeitigen Tonsendungen geschaffen. Im Einvernehmen mit der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft wurde Vorsorge getroffen, daß auch laufende Rundfunkprogramme auf der Ultrakurzwelle verbreitet wurden, um weiteren Kreisen Gelegenheit zur Erprobung von Ultrakurzwellenempfängern zu geben. Das geschieht seit dem 1. Januar d. I. täglich von 16 bis 2 4 Uhr. Es handelt sich also hierbei nicht um einen neu eröffneten Sender, sondern um den schon seit 1932 in Betrieb genommenen Ultrakurzwellensender der Reichspost in Witzleben. Der Sender ist in den früheren Räumen des Berliner Rundfunksenders im Hause der Funkindustrie (Halle IV) auf dem Messegelände untergebracht. Als Stützpunkt für die aus technischen Gründen sehr hochgelegte Dipol-Antenne wird der bekannte große Funkturm benutzt. Seine Aussendungen können in Groß-Berlin und Umgebung auf Entfernungen bis zu 50 Kilometer und mehr fast störungsfrei ausgenommen werden. Die von den Mitgliedern funktechnischer Verbände seit Anfang dieses Jahres ausgeführten Empfangsbeobachtungen bestätigen im wesentlichen die seit 1930 vom Reichspostzentralamt in Verbindung mit dem Physikalischen Institut der Universität Jena (Professor Dr. Es au) erzielten Ausbreitung s- und Störungs-Meßergebnisse. Sie erwähnen allerdings nicht die schon bei den früheren Versuchen der Reichspost beobachtete Erscheinung, daß der Empfang der normalen Rundfunkwellen durch den Ultrakurzwellenbetrieb in der näheren Umgebung des Senders nicht unerheblich gestört wird. Hiergegen müssen noch wirksame Schutzmaßnahmen gefunden uno erprobt werden. Wieder ein Doppelselbstmord aus dem Flugzeug. Freitag abend meldeten sich zwei Passagiere a u f dem Flugplatz Basel zu einem Rundflug über die weitere Umgebung von Basel. Bei dem Rückflug sprangen die beiden Passagiere über dem Ort Lausen aus dem Flugzeug, ohne daß der Pilot sie daran hindern konnte. Die beiden Körper schlugen östlich der Ergolz auf dem Boden auf und wurden schrecklich verstümmelt. Es handelt sich um einen Lehrer und seine Begleiterin. Ueber die Gründe, welche zur Tat veranlaßten, fehlen noch jegliche Anhaltspunkte. Tagung der Ortsbauernführer. D Wetzlar, 1. März. In der „Alten Post" fand gestern eine Schulungstagung der Ortsbauernführer und Ortsbäuerinnen statt. Die Leiterin der Kreisfrauenbauernschaft Frau Wiehler (Wetzlar) leitete die Tagung. Abteilungsleiter Diemas von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau hielt dann ein Referat über die grundlegenden nationalsozialistischen Agrargesetze, das Reichsnährstandsgesetz, Gesetz über die Marktregelung und Festpreise, Gesetz zur Neubildung deutschen Bauerntums und das Reichserbhofgesetz. Im Besonderen verbreitete er sich über die Siedlungsfragen. Nach einer regen Aussprache hielt Stabsleiter Fischer von Der Kreisbauernschaft Wetzlar das zweite Referat. Er sprach über die Marktregelung im nationalsozialistischen Staat. Ueber die Bedeutung des Flachsbaues referierte anschließend Direktor Trautmann von der bäuerlichen Werkschule. Nach einer Mittagspause wurde die Nachmittagstagung mit einem Gedicht einer Jungbäuerin eröffnet. Stabsleiter Fischer zeigte dann im Lichtbild unsere engere Heimat und ihre Trachtengruppen. Fachwerkbauten, ßanb, Leute und Landschaften. Frl. Schreiner von der bäuerlichen Werkschule Wetzlar sprach über die Auf. gaben der Hauswirtschaft im Reichsnährstand, über die Werkausbildung, die bäuerliche Lehrlingsausbildung, die bäuerliche Beratung und über Fragen des weiblichen Arbeitsdienstes. Ferner behandelte sie die Plege des Hausgartens, Gerätekunde, Milchoerwertung und Milchbehandlung, sowie die Geflügelzucht. Frl. Johanna Bopp von der Lan-- desbauernschaft Hessen-Nassau sprach dann über die Arbeit der Frau im Reichsnährstand und Kreisobmann Langsdorf über die Viehverwertung und über den bevorstehenden Kreisbauerntag. Bezirksbauernführer De sch 'behandelte in feinem Schlußwort die in den verschiedenen Referaten auf- geworfenen Fragen und schloß mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer und das Deutsche Reich. ^Lochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Getreidegeschäft nahm auch in der letzten Februarwoche einen sehr stillen Verlauf. Obwohl im nächsten Monat die Festpreise eine Erhöhung um 1,50 Mark pro Tonne erfahren, blieb das An- gebot in Brotfrucht sehr reichlich. Weizen wurde in verschiedenen Qualitäten offeriert, ohne daß die Mühlen sich veranlaßt sahen, etwas stärker zuzu- greifen. Das Roggenangebot trat besonders stark in Erscheinung, da hierfür die Mühlen kaum Interesse bekundeten. Sie begründeten es damit, daß sie noch so große Bestände an Mehl auf Lager hätten, daß sie für die nächsten Wochen kaum Rohmaterial auf« nehmen könnten. Besonders die Großmühlen zeigen sich schlecht aufnahmefähig, während die Landmühlen für den laufenden Bedarf zuweilen etwas kauften. Auch hier blieb die Erhöhung der Vermahlungs- quote von 4 auf 6 v. H. ohne Einfluß. Das Futtergetreidegefchäft hat im wesentlichen keine Veränderung gebracht. Hafer war weiterhin kaum angeboten, auch Futtergerste war nach der am 7. Februar in Kraft getretenen Neuordnung des Gerstenmarktes noch nicht zu haben. Wie man hört, beabsichtigt die Reichsstelle eofinierten Futterweizen und Futterroggen an den Markt zu bringen. Hierdurch würde die Versorgung mit Futtergetreide wesentlich besser werden. Kraftfuttermittel blieben stark gefragt, da aber im hiesigen Bezirk noch keine nennenswerten Freigaben erfolgt sind, blieb das Angebot sehr gering. Treber sind nicht angeboten, auch Zuckerschnitzel waren kaum vorhanden. Desgleichen kamen nur ganz geringe Mengen Kleie an den Markt, die meist nur im Verband mit Mehlbezug abgegeben wurden. Etwas stärkeres Angebot bestand in Melasse-Mischfutter, das auch in Ermangelung anderer Futtermittel gekauft wurde. Für Kartoffelflocken bestand angesichts des hohen Preises kein Interesse. Ra uh futter war ohne Geschäft. 4. 1255 D der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Männer und 0680 Hohen Eigenschaften 0887 Persil billiger! 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Verschlossene Angebote sind unter Beifchluß von Mustern zu a bis d bis spätestens Mittwoch, den 13. März 1935, bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 17, einzureichen. Dort können auch die allgemeinen Lieferungsbedingungen und die Vorschriften über die Form der Einreichung in Empfang genommen werden. 12250 Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß von obigen Lieferungen ausgeschlossen sind: Warenhäuser und Filialgefchäfte, sowie außerhalb von Gießen ansässige Gewerbetreibende. Gemäß Kundgebung des Hessischen Staatsministers im März 1934 sind außerdem Sammelangebote von Innungen usw. vom Zuschlag auszuschtiehen. Gießen, den 28. Februar 1935 . Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). Dr. Ham m. In tiefer Trauer: Heinrich Arnold Familie Friedrich Arnold Familie Karl Arnold Familie Heinrich Fink und Verwandten Rödgen, den 1. März 1935. Die Beerdigung findet am Montag, dem 4. März, nachmittags 2.30 Uhr statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Wehrum, geb. Mootz Ernst Koller und Frau Helene, geb. Mootz Ernst Hosch jr. und Frau Marie, geb. Mootz und Enkelkinder. Gießen (Wetzlarer Weg 80), Wetzlar, den 2. März 1935. Die Beei digung findet am Montag, dem 4. März, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberfläch - liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Kleine Anieigee richten sich an dis Bevölkerung der engeren Heimat! Denim: Kleinanzeigen in dieHei- rnatzeitung, bett WeDeeerAweW Aufschrift „Angebot zu der am ausgeschriebenen Lieferung" bis termin: Lieferungsvergebung. Folgender Bedarf des Wohlfahrtsamts im Rechnungsjahr 1935 (1. April 1935 bis 31. März 1936) für den Kreis der Fürsorgeempfänger soll im Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden: schneidet auch welches Brot wunderschön glatt. Ueberhaupt müßten Sie einmal bei mir die vielen neuzeitlichen Stahlwaren sehen die Ihre Küchenarbeit so sehr erleichtern. A. REINIG Inhaber: W. Georg Stahlwarenspezialgeschäft Ferrspr. 3369 iä5d Seltersweg 30 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Christoph Mootz Oberbahnwärter i. R. nach einem arbeitsreichen Leben, im 75. Lebensjahr, in die Ewigkeit abzurufen. Halbjahr vom 1. April bis 30. September 1935 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A oes Erlasses der Hessischen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten unh Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur vom 4. bis 6. TNärz 1935, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen. 1193D Die Angebotsformulare können gegen Erstattung Marmelade usw.), Verbrauchsgegenständen (Reinigungsmateria, lien, Seifenflocken usw.), Rauchwaren im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Danksagung Für die so zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlichster Teilnahme, die uns bei dem unvergeßlichen Verluste unserer innigstgeliebten Entschlafenen durch Wort, Schrift, Kranzspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht wurden, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Erich Lehmann und Kind Familie Heinrich Schmidt Familie Max Lehmann Gießen, den 1. März 1935 LMes-MM MseMalt Wen Der Bedarf an: 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, 2. Backwaren, 3. Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Ferner werden einige Festmeter Fichtenabschnitte ausgeboten. Händler sind von der Versteigerung ausgeschlossen. Die Zusammenkunft ist am Waldeingang der Kreisstraße Beuern—Allertshausen. Beuern, den 1. März 1935. Hessische Bürgermeisterei Beuern. Fuhr. GiadMvche ° Sonntag, 3. März, abends 8 Uhr: Vortrag v. Pfarrer Becker über die Neicbstagung des Gustav Adolf- Vereins in Königsberg (Christentum u. deutsches Volkstum in der Ostmark) mit Lichtbildern v. einer Fahrt durch Ostpreußen (Ostsee, Masuren, Tannenberg, Marienbg., Danzig ).Musikal.Darbietungenv. Frl.Martha «.Waltraud Schüttler u. Stadtkirchenorganist H. Simon. Cintritt frei. Jedermann herzlich eingeladen! Gesangbuch mitbring. Dienstag, dem 19. TNärz 1935 vormittags 10 Ahr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die B« dingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen aetrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster zum Ausschreiben vom 27. Februar 1935* versehen sein. Gießen, den 27. Februar 1935. Direktion der Landes-heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. Nutzholz-Versteigerung. Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern, Forstort Heegwald und Mark, wird am 4. TNärz 1935, um 10 Uhr vormittag», folgendes Nutzholz versteigert: 1223V Buchenslämme 5. Kl. 18 Stück 23,80 km 6. „ 7. „ 4 „ 1 „ 5,00 2,30 Eichenstämme 1. . 2 „ 0,30 2. ,, 24 „ 10,00 3. „ 20 „ 20,40 4. „ 21 „ 19,10 5. „ 15 „ 21,30 •• 6. „ 6 „ 8,30 Nr. 52 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)5amstag,2.Mrz ty35 Der Saar-Feiertag der deutschen Nation in Gießen. Der Verlauf des gestrigen Freitag, der die endliche Heimkehr der Saar zum deutschen Mutterlands brachte, wird auch in unserer Stadt allen Volksgenossen, die diese Weihestunden der deutschen Nation mit ganzem Herzen miterlebten, für alle Zeiten unvergeßlich in Erinnerung bleiben. Das war ein Erleben inmitten des Alltags mit all seinen Kämpfen und Sorgen, das eine Stätte der Freude und der seelischen Stärkung darstellte, aus der die nationale Kraft und Willensbildung einen neuen starken Auftrieb erfuhr. Bereits am frühen Morgen wurden an vielen Häusern die Hakenkreuzfahnen und die schwarzweißroten Flaggen gehißt, um dadurch äußerlich die freudige Anteilnahme der Volksgenossen an dem großen Festtag der Nation zu bekunden. Als dann gegen 10.15 Uhr von der Saar her über den Rundfunk das Kommando zum Flaggenhissen kam, zeigten im Handumdrehen die Straßen unserer Stadt ein außerordentlich starkes und eindrucksvolles Flaggenmeer. Zur gleichen Zeit erklangen die Glocken der Kirchen im feierlichen Geläute, während grünen Blattwerks eine ausgezeichnete Wirkung erzielte. Ein Porzellanhaus, ebenfalls am Kreuzplatz, stellte schönes Porzellan und keramische Schalen aus Mettlach an der Saar aus. Eine interessante Schau zeigt ferner eine Textilfirma am Kreuzplatz, die einen Bergmann in seiner Tracht, alte Grubenlampen, interessante Bilder, und in charakteristischen Stücken auch das vom Bergmann geförderte Material ausstellte. Ein Textilhaus in der Marktstraße stellt in sinnvoller Symbolik das Hakenkreuz als aufgehende Sonne hinter einer Jndustrie- silhouette dar. Eine sehr geschmackvolle Dekoration sieht man ferner bei einer Firma an der Ecke Oswaldsgarten und Neustadt; in schöner Anordnung werden hier auf Flaggentuch Erzeugnisse der saarländischen Hüttenindustrie ausgebreitet und dabei in feiner Weise auf die Befreiung des Saarlandes hingewiesen Eine Metzgerei am Rathaus ließ in der Dekoration des Schaufensters auch eine glückliche Hand erkennen. Ein Hutgeschäft im Seltersweg umgibt ein Bild mit schönen Blattpflanzen, viele andere Geschäftsleute haben ihre Häuser und Laden- Der Kommandeur verliest den Erlaß des Reichswehrministers. ■ N M . ? ' z. ' S I ' y . ■ in den Betrieben eine Minute feierlichen Schweigens als Gedenken und Treubekenntnis an die Saar eintrat. In dieser Stunde trat unsere Garnison auf dem Hofe der Neuen Kaserne vor ihrem Kommandeur zu einem Appell an, an dem auch die Heeresbeamten, Angestellten und Arbeiter der Garnison teilnahmen. Nachdem der Kommandeur die Front der Truppe abgeschritten hatte, leitete das Musikkorps die Feier mit dem Saarlied ein. Dann verlas der Kommandeur den in unserem gestrigen Blatte bereits berichteten Erlaß des Reichswehrministers an die Wehrmacht. Mit dreimaligen kräftigen Hurra- Rufen und mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied fand die militärische Feier ihren Abschluß. Oie Betriebskameradschaft der Stadt mit Oberbürgermeister Ritter an der Spitze versammelte sich um 10 Uhr im Stadtheater zum Gemeinschaftsempfang der Uebertragung von der Saar. Das Theater war bis in den obersten Rang hinauf dicht besetzt. Am Schlüsse der Uebertragung richtete Oberbürgermeister Ritter einen begeisternden Appell an die Betriebskameradschaft. Wenn wir, so führte er u. a. aus, wieder eine solche Weihestunde der Nation erleben durften, so danken wir es dem Manne, der unser Volk nach Jahren schwersten Kampfes aus seiner Not geführt, es aus seinem Verfall und seiner Zerklüftung geeint hat und dem feine ganze Arbeit und Liebe gilt: unserem Volkskanzler Adolf Hitler! Wenn bei der Abstimmung einige Saardeutsche mit „Nein" abstimmten, so ist das für uns verständlich da sie das geeinte Deutschland nicht kannten und ein Opfer der Verleumdung wurden. Wir aber wollen dankbar und stolz diesen Tag feierm schlicht und würdig, wie es sich für uns geziemt! Wir wollen aber auch dankbar unseres herrlichen Führers gedenken, der uns immer wieder bewiesen hat daß sein Weg der richtige ist, der unser Volk geeint und stark gemacht, ihm wieder Arbeü und Selbstvertrauen gegeben hat, unserem Führer, um den uns die Welt beneidet. Unser geliebtes Deutschland und unser geliebter Führer, die heimge ehrte Saar, Sieg- Heil! Begeistert stimmte die Versammlung in den Ruf ein. Damit war der Festakt beendet. Oie Feiern in den Schulen. Schüler und Lehrkörper fanden sich am gestrigen Vormittag zu Feiern der Schulen em. Die Feiern, die in geschmückten Turnhallen, m den.Aulen usw. abgehalten wurden, nahmen durchweg einen Verlauf. Sprechchöre, gemeinsam gesungene Lieder, Choraldarbietungen einzelner Klassen, Vorträge von Gedichten der Dichter unserer Zeit und der Fre= heitsdichter deutscher Vergangenheit leiteten die Feiern ein. Schulleiter bzw. Herren der Lehrkörper hielten Ansprachen. Dankbar gedachte man immer auch des Führers Adolf H itl", durch deff-n starke Initiative der Sieg des deutschen Blutes getzen fremde Gewalt und Willkür möglich geworden ift In der üblichen Weise wurden die Feiern über die wir im einzelnen aus technischen Gründen nicht ve richten können, beschlossen. SchöneGchaufensterzumTag der Saar Eine Reihe von Gießener Geschäftsleuten gab ihrer herzlichen Sympathie den deutschen Volks- aenassen an der Saar gegenüber dadurch Ausdruck, Aß sie ihre Schaufenster zum Tage der Ruckglie- dcrung der Saar in besonderer und sinniger Welse ^Sehr^geschmackvoll dekorierte eine Photo- und Drogenfirma am Kreuzplatz, indem sie große Reproduktionen der Saarbriefmarke und emes Bildes aus dem Industriegebiet der Saar zum Mittelpunkt der Schaufenster machte und durch eine reiche Fülle eingänge mit Tannengrün und langen Girlanden geschmückt, und in einer Reihe von Schaufenstern sieht man Blumen, Spruchbänder, Bilder usw. im Rahmen der Warenschau. Auch in den Außenbezirken der Stadt ist manches Schaufenster schön geschmückt. Ein sehr sinniges Gedenken der Saar soll hier nicht unerwähnt bleiben: die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hatte an ihrem Depot am Kanzleiberg inmitten eitles grünen Kranzes eine brennende Grubenlaterne von der Saar aufgehängt, die der Kolonne für ihre Arbeit afn Tage der Saarabstimmung im Saargebiet als Geschenk überreicht worden war. Die Kundgebung aus Oswaldsgarten. Nachdem der Tag unsere Volksgenossen in Gießen mit herzlichster Freude über die unvergeßlichen Stunden der Heimkehr der deutschen Saar zum Mutterlande erfüllt hatte, vereinigten sich am Abend etwa 10 000 Menschen auf Oswaldsgarten und den anliegenden Straßen, um hier in gemeinsamer Feierstunde voll Freude und Dankbarkeit der Saar und des Führers und Kanzlers unseres Volkes Pg. Klostermann bei seiner Ansprache. 'M T k.» EM zu gedenken. Von 19 Uhr ab sammelten sich die Formationen an ihren Treffpunkten, von wo aus sie in geschlossenem Zuge zum Oswaldsgarten marschierten. Zur selben Stunde marschierte auch die Abordnung unserer Gießener Garnison von der Kaserne zu dem Platze der Kundgebung. Ferner zogen in geschlossenen Kolonnen viele weitere Teilnehmer heran, so daß etwa von 19.30 Uhr ab von allen Seiten her der Anmarsch im Gange war. Ein sorgfältig durchdachter Aufmarschplan ermöglichte den glatten Aufmarsch der riesigen Menschenmenge, die auf Oswaldsgarten Aufstellung nahm, während gleichzeitig Tausende von Volksgenossen als Zuschauer den weiten Platz umsäumten. An der Stirnseite des Oswaldsgarten vor dem Grundstück der Feuerwache war, wie bei früheren Kundgebungen, der Stand des Redners errichtet, von hier aus grüßten die Freiheitsbanner der nationalsozialistischen Bewegung die gewaltige Menschenmenge. Unmittelbar vor diesem Stand fand Vie Standarte der SA. ihren Platz, rechts und Das Reichsheer eröffnet den Fackelzug. M * i «,J n f j I ü) M tff f w 'L ‘ > \ i -I ipUl V links reihten sich die Fahnen der Formationen an. Davor stand das Musikkorps der Gießener Teile unseres Reichsheeres. In langen Kolonnen über den ganzen Platz hinweg standen die Formationen aufmarschiert, und zwar das Offizierkorps mit der Abordnung des Reichsheeres, die SA. des Standorts Gießen, die PO., der Arbeitsdienst, die HI., BDM., Jungvolk, der NSDFB. (Stahlhelm) und die Arbeitsgemeinschaft der Regimentsvereine. Die SS. versah wiederum, wie immer, in wüster» gültiger Weise den Absperr- und Ordnungsdienst. Punkt 20 Uhr war der Aufmarsch in allen Teilen vollendet. Kreispropagandaleiter Schmelz eröffnete mit einem kurzen Hinweis auf das gewaltige nationale Erleben der Heimkehr der Saar die Kundgebung. Das Musikkorps der Garnison spielte sodann den Badenweiler Marsch. Hierauf sprach. pg. Klofiermann: Deutsche Frauen! Deutsche Männer! Kurz vor der entscheidenden Abstimmung an der Saar sprach der Führer das Wort: „Wir werden am 13. Januar die Tore aufreißen und ihr werdet nach Deutschland zurückkehren." Heute, an diesem denkwürdigen 1. März, ist dieses Dort Tatsache geworden, und umbrandet von dem übel der Zehntausende hat der Führer heute in Saarbrücken seinen Einzug gehalten, übervoll von Dank für die Bevölkerung dieses deutschen Landes, übervoll von der Genugtuung, daß sein löjähriger Kampf um Deutschland heute schon solche Siege in unblutiger Weise erringen konnte. Wir, die wir heute in Gießen zusammengeströmt sind, vereinigen uns mit all den Tausenden, Hunderttausenden, ja Millionen, die überall in Deutschland aus öffentlichen Plätzen der Freude ihres Herzens darüber Ausdruck geben, daß wir heute von uns sagen können: Wir sind wiederum e i n Volk geworden, wir sind wiederum eine Nation! Dieser Kampf ist heute zum Teil nur beendet. Wenn der neue Gauleiter des Saargebietes, Bürckel, aus der Pfalz vor einer Stunde den Saarländern fein Programm verkündete, dann ist dieses Programm genau s o verpflichtend und bindend für uns. Er sagte, daß es uns nun gelungen ist, die liberaliftifchen und marxistischen Schlacken abzustreifen, daß es uns gelungen ist, durchzustoßen z u dem Herzen des deutschen Menschen, daß es uns gelungen ist, in diesen Herzen der deutschen Menschen das zu finden, was wir brauchen für ein einiges Reich: dieses deutsche herz, das in dem andern nur den Genossen des deutschen Volkes sieht.. Wir wissen auch, daß gerade an der Saar das alte Wort wieder wahr wurde, daß des Vaterlandes ärmster Sohn oft sein getreuester ist. Wir empfinden volle Genugtuung darüber, daß wir heute sagen können: Wir haben zu verbuchen das größte und gewaltigste, nämlich, daß wir dem deutschen Arbeiter das deutsche Vaterland zu- rückerobert haben. Der Führer hat noch vor einer halben Stunde gewarnt und seinen Gegnern gesagt: Wir sind bereit, dir die Hand entgegenzustrecken, wir sind aber auch bereit und entschlossen, die Faust, solltest du sie uns zeigen, aufzubrechen. Du wirst, Deutscher, nicht gewertet nach deiner Herkunft, nach deinem Stand, nach deiner Bildung, du wirst gewertet nach deiner inneren Gesinnung, der Gesinnung, die von dir verlangt, daß du bereit bist, alles zu geben, was früher dir einmal hoch und wert erschien, alles zu geben. um diese Volksgemeinschaft in Deutschland aufzubauen und zu erhalten. Du sollst durchdrungen sein von dem Glauben, daß nur dadurch Deutschland für alle Zeiten gerettet werden kann. Die Gesinnung verlangen wir von. dir, daß du in Deutschland den Inhalt dieses irdischen Lebens siehst, wir verlangen von dir, daß du, Volksgenoise, wie andere Millionen, kein anderes Ziel hast, als für Deutschland in dieser Gemein- sck;aft der Volksgenossen zu arbeiten, nicht für dich, sondern für die Gesamtheit des Volkes Der Individualismus muß auch für dich er» kes. Der Individualismus ist begraben, und aufsteigt der Begriff der Ganzheit des deutschen Volkes. Für diese Ganzheit stritten mir, für diese Ganzheit streiten wir heute, und mir sind überglücklich, den gemaltigen Sieg errungen zu haben, daß es uns gelungen ist, durch den Appell an das Herz und den Appell an das Gemüt der Saarländer die Stimme des Blutes dort drüben sprechen zu lassen, die Stimme, die diese deutschen Volksgenossen uns miedergegeben und zu uns zurückge- führt hat, trotz aller schnöden materiellen Versprechungen aller Feinde Deutschlands in der ganzen Welt. Wir sind glücklich, heute sagen zu können: Der Nationalsozialismus in Deutschland marschiert. Wir sind e i n Volk, wir haben unsere Ehre, und wir haben den Willen, sie zu erhalten auf ewige Zelten. Das Programm, das mir vor zmei Jahren begonnen, hat schöne und große Früchte gebracht, und trotzdem missen mir, daß es nur ein kleiner Anfang ist. Um diesen Anfang auszubauen, aus diesem Anfang heraus das neue Deutschland erstehen zu lassen, braucht der Führer alle in Deutschland, die guten Willens sind, die die Gesinnung mitbringen, sich selbst zu opfern für das Leben dieses unsterblichen Volkes. Wir missen genau, daß mir noch viel zu arbeiten und zu schaffen haben, mir missen genau, daß mir noch viele Opfer bringen müssen, mir sind aber trotzdem dem Schicksal dankbar dafür, daß es uns in der heutigen Zeit leben läßt. Wir können als Zeitgenossen Adolf Hitlers Zeuge sein dieses gemaltigen Umbruchs der Seelen und Herzen der deutschen Menschen, mir dürfen Mitarbeiten an den Grundmauern dieses tausendjährigen Reiches. Wir sind Das Musikkorps unserer Garnison spielt den Großen Zapfenstreich. (Sämtliche Aufnahmen von Photo-Pfaffs ' . w ■ < z . i glücklich, heute trotz allem in dieser Zeit leben zu dürfen, weil wir dann von uns sagen können: Das Schicksal hat uns hart geprüft, das Schicksal hat uns oft vor schwere Entscheidungen gestellt, aber wir wollen einmal von uns sagen können: die Aufgaben, die man uns stellte, haben uns nicht kapitulieren lassen, denn wir haben diese Aufgaben mutig angepackt und sind nicht davor zurückgeschreckt, weil wir der Meinung sind, daß durch den Einsatz der ganzen Nation in Deutschland das vollbracht werden kann, was der Führer von uns fordert. So, deutsche Männer und deutsche Frauen, haben wir heute abend an diesem gewaltigen Tage, der in den kommenden Jahrtausenden noch genannt werden wird, dte Verpflichtung, auch in Gießen dem Führer, wie die deutschen Menschen an der Saar, ein erneutes Treugelöbnis abzulegen, ihm in Disziplin zu folgen. Treue und Disziplin müssen die Grundlagen sein für den Aufbau des Dritten Reiches, von dem wir heute schon sagen können, es soll das Reich der deutschen Unsterblichkeit fein! Auf dieses Reich und seinen Führer, deutsche Männer und Frauen, ein dreimaliges Sieg-Heil! Voll Begeisterung stimmte die riesige Menschenmenge in die dreimaligen Rufe der Treue und des Gelöbnisses zu Führer und Vaterland ein. Anschließend spielte das Musikkorps unserer Garnison das Saarlied. Hiermit fand die Kundgebung ihren Abschluß. Sodann formierten sich die Kolonnen zum Faaelzug Der militärische Zapfenstreich eröffnete den imposanten Aufmarsch. An der Spitze die Spielleute, dann das Musikkorps unter Obermusikmeister K r a u ß e mit zwei Schellenbäumen, hierauf folgte die Zapfenstreich-Kompanie mit geschultertem Gewehr unter dem Befehl von Oberleutnant Fett. Anschließend schritt das Offizierkorps mit seinem Kommandeur an der Spitze, hierauf folgten weitere Abordnungen der Garnison. Den Repräsentanten der Wehrmacht folgten die Hoheitsträger der Partei und des Staates unter Führung des Kreisleiters Klostermann, dem sich die PO. mit den Hakenkreuzbannern der Ortsgruppen anschloß. Anschließend sah man eine Abteilung des Arbeitsdienstes, an der Spitze ihre Fahne. Weiter folgten der Spielmannszug und der Musikzug der HI., dann kamen die Formationen, das Jungvolk und der BdM. Die Buben des Jungvolks halten tapfer den Marschschritt ein. Hinter dem Spielmannszug flattern lustig ihre Wimpel, und auch die Landsknechtstrommeln sind dabei. Die Mädels vom BdM. singen frisch in den Abend hinein und ihre Wimpel am steil getragenen Schaft schauen wie Reiterlanzen aus. Der VDA., der nur durch eine Wimpelgruppe vertreten ist, die ein Bub mit einer Hakenkreuzfahne führt, schlägt in Gedanken die Brücke zu den Millionen deutscher Volksgenossen in aller Welt, deren Herzen an diesem Tage höher schlagen werden, wenn über die Wellen des Aethers bis in den fernsten Winkel ihrer Ansiedlungen der Jubel von diesem Weihetage der Nation zu ihnen bringt. Nach einigem Abstand künden Militärmärsche den anrückenden NSDFB. (Stahlhelm) an. Die alten Soldaten führen die Kriegsflagge mit dem Symbol des Dritten Reiches und dem Bundesabzeichen mit. Die alten Fahnen der Militär- und Regimentsvereine der „Hassia"-Kriegerkameradschaft sind weiterhin Zeugen dieses herrlichen Ereignisses. Der endlos lange Aufmarsch ist noch immer nicht beendet. Jetzt ist der Oswaldsgarten einigermaßen übersehbar. Ein letztes Kommando, die Wirbel des Spielmannszuges klingen auf, die SA. des Standortes Gießen hat zum Fackelzug Tritt gefaßt. Der Spielmannszug und der Musikzug unter Leitung von Musikzugführer Hermann wird sichtbar, hell glitzert im Lampenschein der große Schellenbaum. Brigadeführer Schmidt- Bad-Nauheim mit seinem Stab folgt ihnen nach. In einigem Abstand kommt Standartenführer Lutter, dann folgen das Feldzeichen der Standarte, die vielen Sturmfahnen und der Stander der Motor-SA. Strammen Schritts rücken die braunen Kolonnen an. Die beiden Freiwilligen Feuerwehren waren als Begleitmannschaften auf den unendlich langen Zug verteilt, den ein kleiner Trupp der Freiwilligen Feuerwehr beschloß. Kaum hat der letzte Mann den weiten Platz verlassen, da entläßt ein Kommando auch die den Ordnungsdienst versehende SS. Ueberall in den Straßen stehen dicht gedrängt die Menschen; sie recken die Arme zum Gruße der Standarte und der Fahnen, staunen die fast nimmer endenden Kolonnen an, reiten freudig ihren mitmarschierenden Freunden und Bekannten zu und sind ergriffen von einer stillen, begeisterten Festesfreude, die an diesem Tage das ganze deutsche Volk beherrscht, das mitgerissen ist von dem Pulsschlag stolzen, starken Lebensdranges, der ihm den Weg zur Einigkeit und Freiheit weist. Im Seltersweg ist ein Schieben und Drängen der Volksgenossen. Der außerordentlich zahlreiche Flaggenschmuck, die hell erleuchteten Geschäfte fügen sich zu einem eindrucksvollen Bild. Ununterbrochen ziehen die Marschkolonnen hindurch. Die Weisen der Musik, der frische Gesang der Jugend beflügeln den Lauf der Gedanken, erhöhen den Pulsschlag ter Freude; denn ein solcher, anhaltender Rhythmus nationaler Feierstimmung in Gießens Mauern schwingt, kräftiger und lebensfroher als in mancher Großstadt erkennbar, mit in der Dankes- und Jubelstimmung, die das ganze Volk feinem Führer entgegenbringt. Der Abschluß der Feier. Großer Zapfenstreich und Feuerwerk. Im Anschluß an den Fackelzug marschierten die Formationen erneut auf Oswaldsgarten auf, um hier als prächtigen Abschluß des unvergeßlichen Erlebnisses den vom Musikkorps unserer Garnison unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e gespielten Großen Zapfenstreich zu hören. Diese musikalische Darbietung fesselte die Aufmerksamkeit der dankbaren Hörer in höchstem Maße und verdient die vollste Anerkennung. Nach dem Zapfenstreich bereitete ein von dem Pyrotechniker Bourgeois hergestelltes und abgebranntes prächtiges Feuerwerk der Menschenmenge eine dankbar empfundene Freude. Oer Abmarsch der Kolonnen. Nach dem Zapfenstreich rückte die Abordnung der Garnison ab. Anschließend erfolgte der Abmarsch der SA., die zum Landgraf-Philipp-Platz marschierte, wo vor Brigadeführer Schmidt am Kriegerdenkmal ein zackiger Vorbeimarsch erfolgte. Hierauf marschierten die Stürme zu ihren Sturmlokalen. Oie Feiern in der Provinz. Die Landbevölkerung in Oberhessen feierte, wie aus vielen uns heute früh vorliegenden Berichten hervorgeht, die Rückkehr der Saar in das Reich nicht weniger herzlich und freudig, als die Stadtbevölkerung. Ueberall prangten die Häuser im Schmuck der Flaggen und frischen Grüns, überall läuteten zur festgesetzten Stunde die Glocken. Kaum ein Volksgenosse, der an dem großen Ereignis nicht inneren und äußeren Anteil genommen hätte! Gemeinsam gesungene vaterländische Lieder, Ge° dichtoorträge, gesangliche Darbietungen verschönten die Kundgebungen. An den Fackelzügen beteiligten sich die Gliederungen der Partei, die verschiedenen Vereine, während die übrigen Volksgenossen den Aufmärschen mit allem Interesse folgten. Die Feiern in ihrer Gesamtheit nahmen überall einen wür- Oiemann puk. Von Hans Friedrich Blunck. Wie Olemann Puk oben aus dem Uhlenloch im Doktorhaus zu einer Frau gekommen ist, das hat sich folgendermaßen begeben: Drüben im Knick, gerade gegenüber dem Doktorhaus, wohnte ein kleines unterirdisches Fräulein, dem Olemann Puk gewogen war. Eines Tages aber hat ein Unhold sich das Mädchen zum Dienst einfangen wollen. Er warf seinen schwarzen Schattenmantel gerade mit Sonnenuntergang über das arme Ding, da hatte er es verzaubert, es mußte ein Jahr lang als Frosch, als Schlange, aber immer in Tieren weiterleben. Ehe der Riese seine Beute aber ausgehoben und gesichert hatte, ist Olemann Puk, der alles gesehen hatte, hinzugefahren und hat mit einem riesigen Messer ten Unhold in die Ferse gestochen. Der hat gemeint, er habe in Wespen getreten, hat nach hinten geteilt und Olemanns Knie getroffen; währenddes ist seine Beute aber in Gestalt einer kleinen Ringelnatter davongeschlüpft, und der Unhold hat von seinem Zauber keinen Lohn gehabt. Nun, der Puck bat ein lahmes Bein behalten, er hatte dafür aber die Freundschaft des armen verzauberten Mädchens gewonnen. Jeden bellen Tag sind die beiden umeinander gewesen; über Nacht aber ist Olemann wie zuvor im Doktorhaus auf Wache gegangen, und das Mädchen hat sich, in einen Wasserfrosch verwandelt, unten in der Au in einem alten Kochtopf schlafen gelegt. Nun ist die Kleine ja ein Schelm gewesen, und weil sie m ihrer Verzauberung zu den Ihren nicht heimkehren konnte, hat sie rund um ihren Kochtopf viel Schabernack getrieben. Wenn die Wagen die dunkle Heerstraße zum Maanhagen fuhren, hat sie sich von den Bäumen als Schlange niedergelassen und Leute und Pferde erschreckt. Oder sie hat sich wie ein schönes Antlitz einem schlafenden Hagemann genähert. Wenn der schon die Lippen spitzte, ist sie ihm dann als stachliger Igel übers Gesicht gerollt, so daß der Unhold alle Winde vollschrie. Oft auch ist sie als piepende Maus oben im Doktorhaus durch alle Kammern geschlichen, so daß die arme Hausstau schier verzweifelte, hat sich auf einmal zur Schlange gewandelt und hat unterm Herd gesessen und die Leute freundlich angezüngelt. Immer aber ist sie zur Nacht wieder in ihr Froschkleid geschlüpft und hat getreu geschlafen, solange ihr Vertrauter auf Wache ging. Schließlich hat aber der Doktor, um dessen Haus der Spuk geschah — Fietebum hieß er —, die Geschichte herausgekriegt. Und er hat mit seiner Frau besprochen, daß man den beiden, dem Fräulein und Olemann Puk, ein geordnetes Hauswesen verschaffen müsse, da sei der Unfug vorbei. Er ist also eines Tages um die Dämmerung mit seiner Frau in guter Absicht zur Au gegangen, die beiden haben zwei Haselhaken geschnitten und vorsichtig die Henkel des alten Kochtopfs gefaßt; dann haben sie eins, zwei, drei gezählt und ihn flink hoch- gehoben. Aber unten im Topf ist ein Loch gewesen; das Froschfräulein, das sich im grünen Rock gerade zum Schlafen gelegt hatte, ist mit erschrockenem Lachen hindurchgeschlüpft und auf den Grund gegangen. Der Doktor Fietebum hat sich den Topf besehen, hat das Loch gefunden und heimlich ein Stück Blech hineingeklemmt. Dann hat er ihn stillschweigend wieder ins Wasser versenkt. Natürlich hat das Fräulein am nächsten Tag die ganze Geschichte Olemann Puk wiedererzählt, und der ist sehr böse gewesen. Dann hat er das Froschfräulein getröstet und gesagt, zweimal mache sein Herr solche Dummheit nicht. Weil die Jungfer aber zum Schabernack den hellen Tag über alles in Keller und Küche durcheinanderwarf und hier als kleine Ratte, da als Marder pfiff, dann wieder als riesige Fliege um den Schreibtisch des Hausherrn schwirrte, hat der an das Stück Blech im Kochtopf denken müssen. Und er ist am Abend, so eine Stunde vor Mitternacht, ganz allein zur Au hinuntergegangen, um nocy einmal den Kochtopf aufzuheben. Aber sei es nun, daß der gelehrte Herr abergläubisch war, oder daß Olemann auf der Lauer lag: als der Doktor den Kochtopf beinahe aus dem Wasser gehoben hatte, hat er sich über irgend etwas baß erschrocken, hat das Uebergewicht bekommen und ist mit den Armen zuerst in die Au gefallen. Dabei sckülpte der Topf über und das Froschfräulein, das schon vergeblich nach dem Loch am Boden suchte, ist lachend über den Rand gehüpft. Und es hat den beiden Menschen oben im Hügelhaus weiterhin wenig Ruhe gelassen, hat vielmehr andern tags vom Boden bis zum Stall hin und her seinen Spuk getrieben. Solch ein Aufruhr ist gewesen: als der Mann den Puk gerufen und ihn gebeten hat, seine Braut zur Ruhe zu bewegen, hat der Lümmel nur gegrinst und gefragt, wer denn ten Streit angefangen hätte. In allen Ecken hat es dazu gelacht, und als die Hausfrau zur Versöhnung eine Schale Milch für das kleine Fräulein hinstellte, damit es sich als ordentliche Magd bequeme, hat jemand ihr ten dicken Butterlöffel in die Suppe digen Verlauf und hinterließen wohl bei allen Teilnehmern den tiefen Eindruck, den das geschichtliche und völkisch so hochbedeutsame Ereignis der Rückgliederung der Saar für jedermann mit sich brachte. (Auf den Abdruck von Einzelberichten können wir nach dieser zusammenfassenden Feststellung verzichten.) Morgen Saar-Gottesdienst. Aus Anlaß der Rückgliederung des Saargebietes und entsprechend einer Anordnung des Landesbischofs der evangelischen Kirche Nassau-Hessen fin* bet morgen, Sonntag, 18 Uhr, in der Johanne s- k i r ch e ein liturgischer Gottesdienst statt. Organist N e b e l i n g wird Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Johann Georg Walther zu Gehör bringen, Musiklehrer Rein wird eine Violinsonate von Händel spielen. Außerdem wirkt ein Schülerchor mit. Gemeindegesang, Gebet und Ansprache werden zu dieser Feier hinzutreten. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie erste Frühlingsstimme. Wer einen ©arten beim Hause hat, der wird auch im Winter oft nach ihm schauen, denn ein ©arten erfreut uns nicht nur im Sommer, sondern zu jeder Jahreszeit. Arbeit gibt es im ©arten immer. Jetzt erst recht. Wenn auch der Wind jetzt bläst und Regen in der Luft liegt, wir greifen zur Schere, zur Baumbürste und wirken, so oft wir Zeit haben. So war es auch heute. Ich hatte schon einige Zeit Bäume ausgelichtet und wollte, da mir die Luft doch noch zu rauh war, in das warme Zimmer flüchten, da erklang plötzlich vom nahen hohen Birnbaum der Frühlingsruf einer Amsel. Nicht einmal, sondern ununterbrochen. Es war kein leises, zages Versuchssingen. Nein! Es war die volle schöne Frühlingsstimme des schwarzen Sängers. Da war alles ringsum vergessen, der warme Ofen und der kalte Wind. Ich ging vorsichtig näher und betrachtete den ersten lebenden Boten des Frühlings. Er saß auf der höchsten Spitze und lockte und lockte. Der gelbe Schnabel, die gelben Beine leuchteten hell. Unermüdlich fang der Vogel sein schönes volles Lied. Er schien überhaupt nicht zu ermüden. Die Sonne kam noch einmal über einige Augenblicke hinter den grauen Wolken hervor. Da schwieg er und plusterte sich auf. Ganz leise ging sein Flöten. Dann aber begann er wieder mit lauter, voll tönender Stärke. Das war die erste Vogelstimme, die überzeugend verkündete, daß es nun wirklich Frühling werden will. Wie oft hatten die kleinen Meisen an unserm Fenster gezirpt, zum Dank für das gestreute Futter, wie oft hatten wir das Lärmen und Schwatzen der Stare vernommen. Aber es war nie ein Lied, es waren kleine, liebe (Erinnerungstöne an vergangene Zeiten. Jetzt aber erklang voll und jchmel- zend die Stimme der Amsel durch die Luft. Wie eigentümlich wird es uns Menschen bei solchem frohen Frühlingsboten ums Herz! Wir wissen ja, welch seltsames Ding das menschliche Herz ist. Hier merken wir es wieder. Wir vergessen alles und können uns stundenlang an dem Gesang des lieben Vogels erfreuen. Gehts unferm Nachbar nicht auch fo? Er hat das Fenster weit geöffnet und schaut blinzelnd nach dem schwarzen Sänger. Auch er hat etwas in feinem Zimmer gehört und will nun teilhaben an dem Frühlingsgesang. Wie oft haben wir im vorigen Sommer vielleicht geschimpft, wenn die Amseln — sie kamen immer mit ihrer gesamten Familie! — unsere Erdbeeren ober auch die Kirschen stahlen. Das frohe Frühlingslied entschädigt uns nun für alles. Oder ist es der Dank für die faulen Aepfel, die wir den schwarzen Gesellen während des Winters in ten Vorgarten legten und die sie mit Genuß verzehrten? Oder sollte es gar so fein, daß die Amsel schon mit Vergnügen nach den dicken Knospen unseres Kirschbaumes schaut und an die kommende Ernte denkt? Das wollen wir nicht annehmen. Was dem Bogel das schöne Lied aus dem innersten Herzen erklingen läßt, das ist die reinste tiefste Freude am kommenden Frühling. Es ist ein Weckruf für uns Menschen: Vergeßt den Winter, denkt nicht mehr an die Tage, an Denen es nicht Winter und nicht Sommer war, an denen wir durch Schnee und Wasser waten mußten und das ungesunde Wetter verwünschten! Der Blick soll nicht an der Vergangenheit und nicht an der Gegenwart haften, er soll weit hinaus in die Zukunft gelenkt werden. Wir grüßen den Frühling! H. W. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Sud. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Dienstag, 5. März, zwischen 15 bis 18 Uhr, auf unserem Geschäftszimmer, Credner- straße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Die Pfundsammlung in der Ortsgruppe Gießen-Süd wird am Montag, 4., und Dienstag, 5. März, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pakete bereitzustellen und auf den Umhüllungen Gewicht und Inhalt zu verzeichnen, da für jede Spende eine Quittung erteilt wird. Erstmalige Gehilfen-prüsung der Rechtsanwalts- und Tlotariatslehrlings Wie wir von zuständiger Seite erfahren, ist eins Vereinbarung zustandegekornrnen zwischen dem Be- rufsgruppenamt der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsrechtsanwaltkammer, wonach im Monat April 1935 erstmalig die Gehilfenprüfung durchgeführt wird. Währeno im übrigen Reich die Vorarbeiters noch nicht überall zum Abschluß gekommen sind, wird im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet die Prüfung abgehalten, zu der jeder Lehrling bei einem Rechtsanwalt oder Notar verpflichtet ist. Zweck der Prüfung ist die Feststellung der in ter Lehre erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerichteten Allgemeinbildung, die den Lehrling befähigen, als Gehilfe eines Rechtsanwalts oder Notars tätig zu fein. Es ist jedoch nicht der Sinn dieser Prüfung, etwa eine Auslese der Besten und Begabtesten vorzunehmen, sie soll vielmehr lediglich den Beruf vor völlig ungeeignetem Nachwuchs bewahren. Die Lehrlinge, die die Prüfung bestehen, erhalten einen Gehilfenbrief für Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfen. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung des Berufsgruppenamtes, ©au Hessen-Nassau mit dem Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, wird für diese Gehilfenprüjung einen ständigen Ausschuß einsetzen, der sich aus je einem Vertreter der Rechtsanwälte und Notare, der Anwaltsgehilfen und einen Diplomhandelslehrer der Fachschule zusammensetzt. Oertliche Prüfungsausschüsse werden gebildet in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Worms, Gießen, Limburg und Hanau. Die Mitglieder dieser einzelnen örtlichen Ausschüsse werden im Einvernehmen mit den Anwaltskammern berufen und setzen sich in ähnlicher Weife wie der ständige Ausschuß zusammen. Gleichzeitig wird mit der Einführung der Gehilfenprüfung die gesamte Lehrlingsausbildung durch einen einheitlichen Lehrvertrag auf eine neue Grundlage gestellt. Die Lehrherren sind verpflichtet, den örtlichen Prüfungsausschüssen die Lehrlinge, die jetzt auslernen, anzumelden. Der Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, im Cafö Ebel Kameradschaftsabend. (PO., Amtswalter der NSV. und der DAF.) — Stadttheater, 20 bis 23 Uhr: „Der goldene Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prinzessin Turandot". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der blaue Diamant". — VHC., 20.30 und die Erbsen in das Mehlfaß geworfen. Aber die Milch ist unangerührt geblieben. Da haben der Doktor Fietebum und feine Frau sich nach dem Abendessen wieder zusammengesetzt, die Stirn krausgezogen und nachgedacht, was nun zu tun fei. Und der Mann hat nach feinem Hut gewiesen und ein Zeichen des Ueberftülpens gemacht. Die Frau aber hat stillschweigend einen Kochtopfdeckel aus der Küche geholt und unter der Schürze versteckt. Dann find sie um Mitternacht zum dritten- mal zur Au hinuntergegangen. Olemann hat in jener Nacht nicht rund um das Haus gewacht, wie es feine Pflicht gewesen wäre, sondern hat bei seiner Liebsten im Tovf gesessen und große Reden über Recht und Gerechtigkeit gehalten. Er glaubte ja nicht, daß Menschen dreimal nacheinander sich um einen Kochtopf kümmern mürten. Aber auf einmal hat das Wasser sonderbar gegluckt, dann ist alles pechdüster geworden. Und als die beiden nach draußen wollten, hat der Topf einen Deckel gehabt, und auch das Stück Blech hat immer noch im Loch gesteckt. Da sind die Gefangenen wie Quappen an Der Wand entlanggefahren, haben keinen Ausweg entdecken können und haben sich endlich mit einem kläglichen Gewissen auf dem Stück Blech nietergesetzt. Der Topf aber hat geschwankt und geschwippt und einen langen Weg bis oben zum Haus gemacht. Da ist er schließlich mit einem hörbaren Schurren auf den Herd gerückt worden. Ihr könnt euch denken, in welche Angst die beiten geraten sind, als sie das Schurren horten. „Hilfe, Hilfe! Hier sind Leute im Pott!" hat der Puk geschrien und laut an den Deckel geklopft. „Ja, zwei Leute im Pott!" hat eine feine Stimme hinterher gerufen. „Ist das nicht unser kleiner Olemann", hat der Doktor gefragt. „Frau, da kommt Besuch, hast du den Kaffee auf dem Herd?" „Und das kleine Fräulein von drüben ist wohl auch dabei", hat Die Hausfrau gesagt, „dann will ich nur gleich den Pastor holen!^ Als sie vom Pastor horten, haben Olemann und das arme Mädchen aber so kläglich Durch den Koch- topf hindurch zu bitten und sich zu entschuldigen begonnen, den beiden Menschen draußen hat sich das Herz gerührt. Sie haben den Deckel ein klein wenig angehoben, da hat es unterm Topfrand heraus geschrien und geschworen, vier kleine Hände und Pfoten haben sich nach draußen gehoben und alle besten Dienste statt Unfug angeboten. Die beiden Großen sind ja Schelme gewesen, sie haben immer noch getan, als wüßten sie nicht, was sie anfangen sollten und ob sie nicht doch zum Pastor müßten. Da hat Olemann in feiner Angst das heile Bein zwischen Topf und Deckel hinausgeschoben, hat dem Hausherrn gewinkt und um Himmelswillen getan, als hätte er das Fräulein nur um seiner Herrschaft willen ins Haus gelockt. Und als die Hausfrau mit etwas Ziegenmilch näher gekommen — ihr wißt, damit geben sich die kleinen Wesen in unfern Dienst —, haben das Fräulein und er gleich davon genippt und zu allem jaja gesagt, solche Furcht haben sie gehabt. Ich glaube auch nicht, daß die beiden einen schlechten Tausch gemacht haben; ich glaube sogar, daß dem kleinen Olemann im ©runde feines Herzens die Unruhe im Bach längst zuwider gewesen war und dah ihm das Leben heut besser gefällt Er hat feine alte Kammer oben im Stall wie vordem, und wir wissen alle, wie sehr er seine Gemächlichkeit liebt. Die neue Jungfer wird ihm die Stube kehren, zumeist aber hilft sie der Hausfrau, der sie alles blitzblank putzt und alles Geschirr besorgt und alle Möbel stäubt und über Nacht die Wäsche wäscht — oh, es lohnt sich wohl, solchen Hausgeist zu fangen. Oer Einbrecher in der Ritterrüstung. Wie eine Szene aus einem Film mutet der Einbruch an, ter dieser Tage von einem Dieb in einer Villa in St. Cloud bei Paris versucht wurde. Der Einbrecher hatte sich nachts ins Haus geschlichen und horte den Besitzer der Villa zurückkommen. Da er keinen anderen Ausweg wußte, schlüpfte er in eine eiserne Ritterrüstung, die in einer Halle stand und verhielt sich ruhig. Durch eine ungeschickte Bewegung stürzte er aber dennoch mit ter Rüstung um, und zwar gerate in dem Augenblick, als der Hausherr mit zwei Begleitern an ihm vorüberging. Der Dieb wurde in der Ritterrüstung gefesselt und ter telefonisch herbeigerufenen Polizei übergeben. Sochschulnachrichten. Professor Dr. Walter Bogt, Ordinarius für Anatomie an ter Universität Zürich, ist zum ordentlichen Professor für Anatomie an der Universität München ernannt worden. 1928 wurde ihm auf der Tagung der deutschen Anatomischen Gesellschaft und ter Gesellschaft für Anthropologie in Frankfurt a. M. der Dr. E. v. Meyer-Preis verliehen. Dem nichtbeamteten ao. Prof. Dr. Arthur Kron seid in der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin ist auf Grund von § 18 der Reichs-Habilitations-Ordnung die Lehrbefug« nis entzogen worden. Uhr, im Hotel Hindenburg: Bunter Abend. — Ar- s tillerie-Verein, 20.30 Uhr, im „Hess. Hof": Monatsversammlung. — Bauerscher Gesangverein E. 23., im Klub, Sonnenstraße: Maskenball. — Sängervereinigung Liederkranz - Heiterkeit, Liebigshöhe: Maskenball. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 19 bis 22 Uhr: „Der goldene Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prinzessin Turan- dot". — Astoria-Lichtspiele, Selterswea: „Der blaue Diamant". — Oberhessischer Kunstverem, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr 3. Jahresausstellung. — 20 Uhr: Vortrag von Pfarrer Becker in der Stadtkirche. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Samstag, 2. März, von 20 bis 23 Uhr, außer Abonnement, die Karnevals-Operette: „Der goldene Pierrot", acht lustige Bilder aus dem Kölner Fasching: Musik von Walter W. Goetze; Leitung: Wrede-Cuje-Ra benau-Plank. — Sonntag, 3. März, von 19 bis 22 Uhr, außer Abonnement, vorletzte Aufführung „Der goldene Pierrot". — Dienstag, 5. März, von 20 bis 23 Uhr, außer Abonnement, die letzte Aufführung der Karnevals-Operette: „Der goldene Pierrot". — Mittwoch, 6. März, zum letzten Mal die Lanner-Operette: „Alt-Wien"; Leitung: Wrede-Cuj6- B ä u l k e. — Freitag, 8. März, die heitere Begebenheit in vier Tagen: „Frischer Wind aus Kanada", von Hans Müller-Nürnberg. Leitung: Intendant Hanns König und Albert Krämer; Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Sonntag, 10. März: „Frischer Wind aus Kanada": außer Abonnement: Spieldauer von 19 bis 21.30 Uhr. — Vortrag in der Stadtkirche. In unserem heutigen Anzeigenteil wird zu einem Vortrag in der Stadtkirche am moraigen Sonntagabend eingeladen. Näheres in der Anzeige. — Der Oberhessische Kun st verein veranstaltet in der Zeit vom 3. bis 24. März seine dritte Jahresausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Man beachte die heutige Anzeige. Daten für den 2. März. 1481: der Ritter Franz v. Sickingen auf der Ebernburq bei Kreuznach geboren, (1523 gestorben); — 1824: her Komponist Friedrich Smetana inLeito- mischl geboren (1884 gestorben). Daten für den 3. März. 1861: Alexander II. von Rußland hebt die Leibeigenschaft auf: — 1918: Unterzeichnung des Friedens von Brest-Litowsk; — 1932: der Pianist und Komponist Eugen d'Albert in Riga gestorben (1864 geboren). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pst, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing, das Pfund 18 bis 22, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. * **Jn den Ruhestand. Mit dem gestrigen Tage ist der Reichsbank-Obersekretär Wilhelm Maisch in Gießen, Bückingstraße 3, nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Herr Maisch, der als pflichttreuer und tüchtiger Beamter die volle Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter genoß, trat 1904 in den Kassendienst der Reichsbank ein und arbeitete sich durch seine ausgezeichnete Diensttätigkeit zum Reichsbank-Obersekretär herauf. Dem Beamten wurde bei seinem Uebertritt in den Ruhestand wohlverdiente Anerkennung zuteil. **D i e Museen im Alten und im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Lieferungsvergebung für das Wohlfahrtsamt. Im heutigen Anzeigenteil befindet sich eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei (Wohlfahrtsamt) über die öffentliche Verge- f Einspaltige j werden zum ermäßigten . . . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzelle veröffentlicht! Gewinnauszug 5. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr _____________Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 19. Ziehungstag l- März 1935 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 ®. 10 Gewinne zu 6000 M. 332933 386886 10 Gewinne zu 3000 JJi. 342226 363909 14 Gewinne zu 2000 oK- 236500 262754 282229 32 Gewinne zu 1000 3K. 166686 169501 188240 262407 287387 333728 162635 45140 166328 54734 362772 86476 222487 358584 88303 190098 91194 131471 241948 360097 278890 228063 120898 136287 248474 389755 16992 26080 61741 62379 298005 57883 135448 134486 134304 152658 203753 250571 37098 48942 147964 167284 183742 200306 203504 217380 228689 238744 251434 261461 274743 298426 313422 325822 334559 358471 369701 374773 383062 388074 146240 164877 183156 193211 203463 215675 225997 236774 248129 261098 271149 290573 313390 322056 333857 347147 364465 372941 382197 387871 143216 163106 182239 190814 203130 215420 223742 234978 246757 257840 267335 283682 311798 317987 331587 346946 364310 371471 378806 386930 387990 154748 176944 184036 201560 205099 219596 231703 240766 252904 263840 276925 306601 314414 330190 337710 361624 370326 377983 383997 394439 111900 133318 141031 161113 178843 187977 201676 212626 222844 234650 245763 257177 264243 280804 308656 315982 330937 338261 364281 370717 378669 385781 396204 279814 298005 299159 31o 'o 352437 368544 393609 399161 4655 6303 374 Gewinne zu 300 M. 1743 2992 2 29938 152699 169732 183786 201289 204307 217743 231086 240561 251924 262262 275604 299290 314227 329826 337090 361615 369991 374852 383186 389114 393946 15992 25080 51741 62379 78 Gewinne zu 500 M l 599^ 140857 152341 99198 109189 116048 126661II40 / / o 87647 ------ 160849 163478 167689 " 242566 210839 222712 226514 267780 261.795 262636 265237 26^ 349029 374 Gewinne ju 300 3K. 22620 24868 28938 8353 9236 21949 22076 22357 22b2u g5767 31809 33962 34086 34418 3482/ 47002 ----- 37838 38805 38875 40290 56812 ______ 52473 53615 53762 541133 65dg/i ?B0g5 57883 57945 60613 64702 65575 101415 W 3S3 135448 Ä 140382 Das Edelweiß aus dem Odenwald! Vertretung Grafenhausen sind zu einem erfolgreichen Ende gebracht worden. Bereites Opfer — freudiger Verzicht! Macht deines Bruders Not dir stets zur Pflicht! Harte Wintermonate liegen hinter uns. In allen deutschen Landen wurde mit vereinten Kräften hartnäckig und verbissen gegen die Widerwärtigkeiten der kalten Jahreszeit angekämpft, die für die vielen Volksgenossen ohne Arbeitsstätte zu einer schier unerträglichen Qual werden mußte, wenn nicht aus dem Wort vom völkischen Zusammengehörigkeitsgefühl und vom Gemeinschaftsgedanken die Tat wurde. Die bitterste Not konnte gestillt und das Härteste und Schwerste konnte abgewendet werden. Vor allem waren es gerade die monatlichen Plakettensammlungen des ganzen Volkes, die für den deutschen Heimarbeiter, der durch die nicht voraus- znsehende, geradezu vernichtende Wirtschaftsentwicklung unverschuldet plötzlich vor dem Nichts stand, eine Hilfe und Hoffnung für kommende Tage wurden In diesem Bewußtsein trug die ganze Nation mit freudiger Selbstverständlichkeit und mit dem Wissen von einer eisernen Notwendigkeit an den Sammeltagen dieses Winters. Die Bernsteinnadel von der Ostsee, die kunstseidene Aster aus Sebnitz in Sachsen, die Plauener Spitzenrosette und die Galalithnadel aus Schmölln in Thüringen. So half das ganze Volk den besonders durch die Ungunst der Wirtschaftslage bedrängten Gebieten in den weiten Grenzen des Reiches. Doch noch ist der Winterdienst der 7t$B. nicht beendet, sondern gerade unser Gau ist an dem Endkampf und dem endgültigen Sieg Über den sich bereits geschlagen gebenden Winter doppelt beteiligt. Diesmal gilt es, die um ihre stark gefährdeten Arbeitsplätze kämpfenden Heimarbeiter im Gau Hessen-Nassau in ihrem Existenzringen zu unterstützen. Mit verzehnfachtem Eifer muß es sich daher an den beiden Märztagen jeder Volksgenosse aus dem Gau angelegen sein lassen, mit allen seinen Kräften mitzuhelfen, damit die Plakettensammlung gerade in diesem Monat zu einem Erfolg ohnegleichen wird. Seit fünf Wonalen sind die Betriebe und die Arbeiter in Lrbach im Odenwald damit beschäftigt, 12 Millionen Edelweißnadeln aus Kunstelfenbein herzustellen. 1 440 000 Arbeitsstunden sind nötig, um den großen Auftrag des WHW. zu erledigen, da das Abzeichen nur in elf rein handwerklichen Arbeitsgängen an» gefertigt werden kann. Es wird ganz aus deutschen Produkten herge- stellt. Neben 1500 Arbeitern aus unserer engeren Heimat finden die Arbeiter von fünf großen chemischen Fabriken, die allein etwa 15 000 Kilogramm hochwertiges Kunstelfenbein herstellen, Arbeit und Brot. Außerdem wird die Nadel-Industrie im Notstandsgebiet Iserlohn beschäftigt. So wird das handgeschnitzte Edelweiß zum Glücksbringer vieler schwer kämpfender Volksgenossen. Darum versäume auch du nicht, am 2. und 3. März das schöne, durch deutscher Hände Kunstfertigkeit und Fleiß entstandene Dinter- hilfsabzeichen aus dem Gau zu erwerben. Nicht Wohltat darf es sein, Noch Spende, was du gibst? Ein Opfer muß es sein, wert dem, das jener bringt, Denn schuldlos ist die Arbeitskraft gelähmt! Opfer ist Gotteshilfe! — Almosen leicht beschämt! bung der Jahreslieferungen an Schuhen, Anfertigung von Schuhen, Schuh-Instandsetzungen, Arbeitsanzügen, Wolldecken, Strohsäcken und Särgen. Angebote werden bis 13. März erwartet. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am Dienstag, 5. März; der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 20. März, statt. Auf die heutige Bekanntmachung sei aufmerksam gemacht. ** Gründung einer Damen - Altersvereinigung 18 8 5 — 19 3 5. Verschiedene Damen des Jahrganges 1885 hatten für den Donnerstagabend zu einer Versammlung in das Caf6 Paul, Bahnhofstraße, zum Zwecke der Gründung einer Damen-Altersvereinigung 1885—1935 ein geladen. Eine größere Anzahl Damen waren dem Rufe gefolgt. Nach einer kurzen Aussprache wurde die Bereinigung gegründet und als Vereinsführsrin einstimmig Frau Elisabeth Becker, Bergstraße 20, gewählt. Die Vereinsführerin bestimmte zur Mitarbeit im Vorstand Frau Johanna Paul, Bahnhofstraße 68, als Rechnerin, Frau M. Schmoll, In Löbershof, als Schriftführerin, Frau Dina Simon, Crednerftraße 19, und Frau Elisabeth Rühl, Grabenstraße 11, als Beisitzerinnen. Nachdem noch verschiedene Formalitäten erledigt waren, fand die Versammlung mit freundschaftlicher Unterhaltung ihr Ende. ** Eigenartiger Unfall. Bei Ausschachtungsarbeiten am Klingelbach ereignete sich ein seltener Unfall. Ein Pferd sank dort in das weiche Erdreich ein. Je mehr es sich aus der mißlichen Lage befreien wollte, desto tiefer geriet es in den Schlamm hinein. Schließlich stak das Tier bis an den Leib in der Erde, so daß der Hilfswagen der Feuerwehr gerufen werden mußte. Die Feuerwehr befreite mit dem Hebegerät das Tier aus seiner unangenehmen Lage Rundfunkprogramm Sonntag, 3. März. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. „Kraft aus der Stille , Adalbert Stifter in seinen Briefen. 10.15: Chor- gesang. 11: Bekenntnisse zur Zeit! „Das Theater als Spiegel der Volkswerte", von Hanns Gobfch. 11.15: Jugend packt an! Eine Feierstunde mit dem Arbeiterdichter Heinr. Lersch. 12: Mittagskonzert I. 13: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.15: Mittagskonzert II. Schall und Platt machen Offerte. 14: Kinderfunk. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 17: Fremdensitzung des Mainzer Carneval-Vereins. 18.40: Der Bajazzo, Oper von R. Leoncavallo. 20: Sportbericht. 20.11: „Wir können es auch!" Kölner Karneval in Frankfurt am Main. In der Pause: 22: Nachrichten. 22.10: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntags. Ausschnitte aus dem 17-Kilometer-Lauf und dem Holmenkollen-Spezial-Sprunglauf vom internationalen Skirennen in Holmenkollen bei Oslo. 24 bis 2: Lumpe-Ball bei Schall und Platt! Wontag, 4. Wärz. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch. Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Bei den Fledermäusen im Winterquartier. Funkbericht aus einem 300 Jahre alten Bergwerk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Hörberichte vom Rosenmontagszug in Mainz. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Neue deutsche Dichtung. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.15: Der nordische Mensch: Weltbild und Lebensraum (III). 18.35: Katechismus für Sprachsünder. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Rosenmontagsball im Frankfurter Sendehaus. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Rosenmontagsball im Frankfurter Sendehaus. 1 bis 2: Film-Ball bei Schall und Platt. Das Ohly-Schlößchen wird HZ.-Heim. D a r m st a d t, 1. März. (LPD.) Den Bemühun- aen der Hitlerjugend ist es gelungen, daß das sog. Schlößchen des Schulgebäudes im Ohly- Stift bei Gräfen hausen, der HI. als Heim überlassen wird. Die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung Darmstadt und mit der Gemeinde- Oberhessen. Oie Beisetzung von Bürgermeister peter-Lauierbach. & Lauterbach, 1. März. Am gestrigen Donnerstag wurde unter großer Anteilnahme aller Bevölkerungskreise Bürgermeister Peter vom Rathaus aus bei der Kriegergedächtnisstätte beigesetzt. Am Abend zuvor wurde die sterbliche Hülle von Kameraden des Sturmes R 3/116 nach dem Rathaus überführt und im Saale feierlich aufgebahrt. Kameraden des Sturmes des Verstorbenen hielten die Ehrenwache. Die Häuser der Stadt hatten zum Tage der Beerdigung Halbmast geflaggt. Unter dem Trauerwirbel des Spielmanns- zuges trugen die Kameraden den mit der Hakenkreuzfahne bedeckten Sarg heraus auf den Marktplatz, auf dem eine stattliche Trauergemeinde wartete. Schier unendlich war das Trauergefolge, das den toten Bürgermeister zum Friedhof geleitete. Stadtpfarrer Dotzert legte feiner Predigt das Bibelwort zugrunde: „Es ist der Herr, der tue was ihm wohlgefällt!" Er schilderte den Verstorbenen als einen guten Christen und als den Bürgermeister der Stadt, der alle guten und gemeinnützigen Werke fördern half. Zahlreiche ehrende Nachrufe und Kranzniederlegungen ließen nochmals ein Bild des Lebens des Dahingeschiedenen erstehen. Die hessische Staatsregierung ließ durch den Staatspressechef Dr. Mahr einen Kranz niederlegen. Mit dem Horst-Wessel-Lied fand die Trauerfeier ihren Abschluß. Landkreis Gießen. = Wieseck, 1. März. Der Obst- und Gar- tenb auoerein hielt gestern abend im Saal von Dorfeld seinen dritten Schulungsabend ab, zu dem sich eine stattliche Zahl Mitglieder und Freude des Obstbaues eingefunden hatten. Nach der Begrüßung ergriff der Leiter der Hauptstelle für Pflanzenschutz, Dr. Tempel (Gießen) -das Wort zu seinem Vortrage „Die Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gartenbau im Rahmen der Erzeugungsschlacht". Leider ist es noch so, führte der Redner aus, daß wir das ernten, was uns das Heer der Schädlinge übrig läßt. Alljährlich werden nach sorgfältigen Schätzungen etwa 20 v. H. des Ernteertrages in Feld- und Gartenbau minderwertig gemacht oder völlig vernichtet, wodurch ein volkswirtschaftlicher Verlust von zwei Milliarden Mark entsteht. Bei Brotgetreide könnten 4000 Güterwagen mehr geerntet werden und im Kartoftelbau mehren sich die Krebsherde in den letzten Jahren bedenklich. Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen werden dann leichter gegen tierische und pilzliche Feinde anfällig, wenn sie schlecht gepflegt und ungenügend ernährt werden. Kränkelnde Bäume werden vom Borken- und Splintkäfer befallen. Um den Krebs des Kernobstes vorbeugend zu bekämpfen, ist gute Wundpflege vonnöten, damit keine Eingangspforten für diesen Pilzfeind entstehen. Anders ist es mit dem Gummifluß des Steinobstes, der auf Störungen in der Ernährung zurückzuführen ist. Gegen die saugenden Vaumschädiger ist die Winterspritzung mit gutem Obstbaumkarbolineum am besten wirksam. Der Kampf gegen die beiden Hauptobstverderber, den Schorf und die Obstmade, ist möglichst in einem Spritzgange mit Arsen und Kupferkalk durchzuführen. Diese Sommerspritzungen sollten, um einwandfreies Obst auf den Markt zu bringen, mehrmals vorgenommen werden. Gegen die sich stark vermehrende Wühlmaus soll mit Fallen und Ködergiften vorgegangen werden. Ungemein wichtig ist der Schutz der nützlichen Vögel, sowohl der Höhlen- als auch der Heckenbrüter. Da das biologische Gleichgewicht der Natur durch Massenanbau einzelner Kulturpflanzen gestört sei, müsse für Nistgelegenheiten gesorgt werden. Eine rege Aussprache schloß sich an. Der Vorsiitzende gab noch bekannt, daß die auf Grund der Polizeiverord- nung betr. Schädlingsbekämpfung im Obstbau gebildete Obstbaukommission ihre Besichtigungen durchgeführt hätte. Falls die Säumigen bis zum festgesetzten Termin die Pflegearbeiten nicht selbst ausführen, werden sie durch die Baumwarte auf Kosten der Baumbesitzer getätigt. Am 10. d. M. soll die planmäßige Vorfrühjahrsspritzung mit Mo- Während der Reise Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen schuppen und Kopfjucken. Fl. Mk.4.10. Prospekt kostenlos. Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien u. Parfümerien. 192605 263017 *300589 6 Gewinne zu 5000 M. verstärkte Qualität, empfiehlt 300 Gewinne zu 300 M. 9083 Bei größerem Bedarf Vorzugspreise tBele Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 IiionijMor das beliebte Starkbier für Saschins im Faß, Syphons und Flaschen Zu beziehen durch: 1260d Emil Schmal! Biergroßhandlung und Eisfabrik Gießen,Fernsprecher Tlr.3883 Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen / Herborn Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima-Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. 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Denen, die das heutige Soldatenleben noch nicht oder wenig kennen, soll durch die Schilderung eines Tageslaufs unserer Feldgrauen gezeigt werden, wie wir in unserer Wehrmacht eine vorbildliche Schule haben, in der der junge Mensch zur Disziplin, Pünktlichkeit, Ordnung und Reinlichkeit erzogen wird, in der alle Standesgegensätze fallen, in der die Begriffe Kameradschaft und Volksgemeinschaft oberste Grundsätze sind, in der also das Ideal des nationalsozialistischen Staates schon immer eine Pflegestätte gefunden hat. Doch nun hinein in die Kaserne. Es ist 6 Uhr morgens. Nach erfolgtem Wecken durch den Unteroffizier vom Dienst und Waschen im Waschraum, werden die Betten gebaut, die Stube in Ordnung gebracht und der Kaffee empfangen. Für manchen unordentlichen Muttersohn mag das eine gute Lehre fein. Die erste für den Soldaten besonders angenehme Unterbrechung des Dienstes ist der Morgenkaffee (Frühstück), der von allen gemeinsam am der Stube eingenommen wird. Dann beginnt der eigentliche Dienst. Zuerst eine Stunde Unterricht, um die noch müden Geister aufzurütteln. Gar mannigfaltig sind die Unterrichtsthemen und die Stofi- ge'biete, die durch Offiziere und Unteroffiziere dem wackeren Grenadier übermittelt werden. Daran schließt sich der praktische Dienst im Gelände und auf dem Kasernenhof an. Wenn auf dem „Trieb" auch mancher Schweißtropfen gelassen wurde und der Dienst wieder einmal „stramm" war, so ist dve alles vergessen, wenn sich die Kompanie in Richtung Kaserne sammelt und den Heimmarsch an tritt. Das Kommando „Rührt Euch" wird prompt mit einem srisch, fröhlichen Soldatenlied beantwortet. MU frohem Mut gehts nun zur schönsten Beschäftigung des Tages, zum Essenempfang. Besonderes Lob erntet der Koch (Küchenbulle) für die kräftige tmb schmackhafte Mittagskost. Nach kurzer Mittagsruhe folgt der Nachmittagsdienst, bestehend aus Leibesübungen, Schießausbildung, Unterricht, Waffenreinigen usw. An den Dienst schließt sich Empfang der Abendportionen, die gemeinsam auf den Stuben verzehrt werden, an. lieber die nun folgenden Stunden kann jeder frei verfügen. Jetzt trennen sich die Gemüter. Hier sieht man welche auf der Stube oder im Lesezimmer über eine Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Buch gebeugt, dort wird ein Skat gedroschen, dort Schach, Halma oder ein anderes Ssiiel gespielt, andere suchen die Kantine auf, wieder andere gehen „ins Städtchen", eingedenk der Worte „Schön ist das Soldatenleben". Der Zapfenstreich (21 Uhr) vereinigt alle wieder auf der Stube. Der Zapfenstreich wird durch einen Spielmann der Kasernenwache geblasen oder geschlagen, nachdem eine Viertelstunde vorher das „Locken" oorausgegangen ist. Wie aus dem mittleren Bild oben bervorgeht, ift der Wacke ein Sviel- samkeit das Leben vieler Kameraden abhängt. Die Wachen, die in obenstehenden Bildern dargestellt sind, sind Kasernenwachen. Bevor die Wache aufzieht (12 Uhr) werden Anzug und Ausrüstung durch den Offizier vom Ortsdienst genau nachprüft, erst dann findet die „Vergatterung" statt: es ist die Ankündigung, daß die Wache nunmehr unter den Befehl der Wachvorgesetzten tritt. Der Wachhabende übernimmt darauf von seinem Vorgänger die Wache und läßt die Poften der alten Wache ablöfen Für Unterricht am Sandkasten. WM - >- »HM i VW; mann zugeteilt. Es seien im folgenden noch einige Worte über den Wachdienst gesagt. Nach beendeter Rekrutenausbildung wird der junge Soldat in den Wachdienst eingeführt, der besonders an Pflichttreue, Disziplin und selbständiges Handeln erhöhte Anforderungen stellt, der also einen fertigen Soldaten zur Voraussetzung hat. Die Wache, insbesondere der Posten, ist Repräsentant der Truppe der Öffentlichkeit gegenüber; die größte Verantwortung ruht auf ihren Schultern; das zeigt sich am deutlichsten im Kriege, wo von ihrer Wachjeden einfachen Posten sind drei Mann bestimmt, die sich mit zweistündigem Wechsel ablösen. Nur Personen mit Ausweis können gegen Vorzeigen desselben den Posten ungehindert passieren, alle anderen müssen sich beim Betreten und Verlassen der Kaserne auf der Wachstube melden und werden hier in ein Kontrollbuch eingetragen. Noch etwas über Ehrenbezeugungen der Wache und Posten. Der Posten präsentiert vor dem Führer und Reichskanzler, dem Reichswehrminister, sämtlichen Offizieren, den Militärbeamten und den Rittern oder Inhabern der höchsten Kriegsarden; er erweist Ehrenbezeugungen durch Stillstehen mit Gewehr über den vorher genannten Kreis hinaus bei geladenem Gewehr den Wehrmachtsbeamten im Offiziersrang, den Wachvorgesetzten im Range eines Portepeeunteroffiziers, den Polizei- und Gendarmerieoffizieren, den Führern der SA. und SS. vom Standartenführer an aufwärts. Die geschloffene Wache erweist Ehrenbezeugung mit präsentiertem Gewehr den im Dienstanzug befindlichen Vorgesetzten der Wache, soweit sie im Offiziersrang stehen, den unmittelbaren Vorgesetzten des wachhabenden Truppenteils vom Bataillonskommandeur aufwärts, den militärischen Trauerparaden, Fahnen und Standarten des früheren Heeres. Der Posten vor Gewehr ruft die Wache „Heraus", sobald sich ein solcher Vorgesetzter der Wache nähert. Vom Einbruch der Dunkelheit an bis 6 Uhr treten Wachen nur auf besonderen Befehl zur Ausführung der Ehrenbezeugung heraus. Während der Nachtzeit teilt der Wachhabende feine Leute so ein, daß jeder eine bestimmte Zeit ruhen kann. Für die Nachtruhe sind besondere Holzpritschen aufgestellt. * Ein Besuch bei den Soldaten unserer Garnison lenkt nicht nur den Blick auf das Wirken der Feldgrauen im Dienste des Vaterlandes und der deutschen Nation, sondern er läßt auch erneut das Bewußtsein der innigen Verbundenheit zwischen unserem Reichsheer und der Gießener Bevölkerung lebendig werden. Schon vor dem großen Kriege fühlten sich die Gießener mit ihren 116ern als eine einzige große Familie. Das gleiche Gefühl der Zusammengehörigkeit besteht erfreulicherweise auch schon seit dem Zeitpunkt, an dem unsere 15er Gießener Garnison wurden, zwischen der Bevölkerung und den Gießener Soldaten. Je länger je mehr ist daraus ein starkes Fundament für die Volksverbundenheit unserer Wehrmacht mit allen Schichten und Altersklassen der Bevölkerung unserer Stadt und der Provinz Oberhessen geworden. Eindrucksvolle Zeugen dafür sind die herzlichen Bekundungen der Sympathie und der Wertschätzung, die unseren Soldaten von der Bevölkerung in vielfältiger Weise entgegengebracht werden, nicht minder aber auch die dankenswerte Bereitwilligkeit unserer Garnison, im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Bevölkerung stets zu zeigen, welche starken Wurzeln der Gemeinschaftsgedanke gegenüber der Zivilbevölkerung bei unseren Soldaten geschlagen hat. Es ist daher nicht zuviel gesagt, wenn wir bei dieser Gelegenheit betonen, daß die Gießener Bevölkerung und ihre 15er ebenfalls eine vorbildliche Familiengemeinschaft bilden. ■ '.M • ?V"" -A4 § ww M < WS Z - - z " ... Oben Mitte: Unterricht am Gewehr 98. Links oben: Der schönste Dienst des Tages. Rechts oben: Der Eßnapf wird gereinigt. Links unten: Beim Bettenbauen. Rechts unten: Korporalschaft zum Dienst angetreten. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff.) MW 1 Geschichten aus aller Welt Am OJlXfpOTt Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Lollar I und II — Wieseck I und II. morgigen Sonntag wird die Fußballabtei- an Hand dieses Ergebnisses eine Voraussage für den morgigen Kampf zu treffen. Die Eschweger Mannschaft, die sich durchweg aus jungen Spielern zu- sammensetzt, hat nämlich in den letzten Spielen bewiesen, daß sie kein „Punktelieferant" ist, sondern es recht gut versteht, selbst Punkte zu erringen. Am deutlichsten mußte das die als spielstark bekannte Mannschaft des To. 47 Wetzlar (vorjähriger Gau- Platz zurück, wo sie noch einige hüpfende Bewegungen oollführte. So schnell er konnte, lenkte der Fahrer den Wagen heimwärts ins Magazin, wo alsbald das ganze Personal der Firma zusammenlief. Mit großer Vorsicht und nicht ohne Spannung wurde die Kiste geöffnet. Das darin enthaltene Stroh bewegte sich und es erschien ein menschlicher Kopf mit verwählten Haaren und schreckensbleichen Zügen, verzweifelt nach Luft schnappend. Bei diesem Anblick brachen die Umstehenden in schallendes Gelächter aus und riefen im Chor: „Es ist Angelo!" Er war tatsächlich Angelo, ein Fuhrknecht, der sich in der Mittagspause nichtsahnend in der halb mit Stroh gefüllten Kiste niedergelassen hatte, um sein Mittagsschläfchen zu halten. Zwei Kameraden, die ihm einen harmlosen Streich spielen wollten, hatten den Schlafenden mit Stroh bedeckt, und so war es gekommen, daß die anscheinend mit zerbrechlicher Ware gefüllte Kiste ordnungsgemäß vernagelt und verladen worden war. Erst als sie sich bereits unterwegs befand, erwachte Angelo zum Bewußtsein seiner wenig beneidenswerten Lage Der Strohstaub belegte ihm die Stimme, die kaum imstande war, aus dem Innern der festen Kiste heroorzudringen. Glücklicherweise gelang es dem Mann, sich auf andere Weise bemerkbar zu machen, sonst hätte er ein elendes Ende nehmen können. Dramatische Heimkehr. (d) Turin. Carlo Sovatti aus Turin war vor vielen, vielen Jahren nach Argentinien ausgewandert, da die Heimat ihm keinen Broterwerb mehr sicherte, hatte dort fleißig gearbeitet, bescheiden gelebt und sorgsam ein kleines Vermögen erspart und beschloß nun wie alle Italiener, von der Sehnsucht nach der Heimat getrieben, zurückzuckehren und im Dater- lande einen geruhigen und friedlichen Lebensabend zu genießen. Gleichzeitig erinnerte er sich des Vorhandenseins von Verwandten, der beiden Töchter seiner verstorbenen Schwester, bestimmte für sie als echter „Onkel aus Amerika" einen ansehnlichen Anteil seines ersparten Geldes und beschloß, seine Nichten unerwartet zu überraschen. Er schiffte sich ein, kam glücklich im Baterlande an, sah sich aber in seiner Heimatstadt Turin insofern Schwierigkeiten gegenüber, als seine Nichten inzwischen geheiratet hatten und er erst ihre Wohnung ausfindig machen mußte. Nach längeren Nachforschungen gelang ihm dies auch, und als er die jüngste von ihnen kürzlich aufsuchte und glückschwere Kämpfe geliefert hat. Die Frohnhäuser sind eine typische Kampfmannschaft, deren ganze Spielweise auf Erfolg eingestellt ist. Daneben verfügen die Frohnhäuser über genügend Technik, um sich auch mit Erfolg gegenüber einer Mannschaft mit besserer Spielkultur durchsetzen zu können. Ob es den Grünweißen gelingt, die auf dem Frohnhäuser Platz erlittene Niederlage wettzumachen, ist fraglich. Der Ausgang des Spieles muß als offen bezeichnet werden. — Die zweite Mannschaft muß zu ihrem letzten Verbandsspiel nach Krofdorf und hat die Scharte der Vorspielniederlage auszuwetzen. — Die dritte Mannschaft fährt nach Lang-Göns. — Die AH.-Mannschaft spielt gegen die gleiche von Frohnhausen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Auf dem hiesigen Sportplatz treffen sich am morgigen Sonntag die erste Mannschaft des Sportvereins 1920 und die erste Elf der Spielvereingung Leihgestern zum Verbandsspiel. Die Gäste sind bekanntlich zur Zeit als spielstark anzusprechen und werden in Heuchelheim keine schlechte Partie liefern. Für die Einheimischen steht sehr viel auf dem Spiel, denn ein Punktverlust kann die Meisterschaft ernstlich gefährden. Trotzdem die Elf bei den letzten Meisterschaftsspielen sehr gut abgeschnitten hat, darf der Gegner keinesfalls unterschätzt werden. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusehen. Vorher treffen sich die 1. Jugend-Elf vom Platzverein und die gleiche vom Tv. Allendorf. Bei diesem Spiel sollten die Einheimischen sicherer Sieger bleiben. In diesem Spiel treffen die Hiesigen auf einen yjtanniqjaji oes xd. »v i&segiar (voriayriger Gau- Gegner, der ihnen während der Verbandsspielserie I meister) erfahren, die erst kürzlich glatt in Esch- lung des Turnvereins Wieseck mit ihren beiden Mannschaften zum Freundschaftsspiele in Lollar zu Gaste sein. Im Spiel der zweiten Mannschaften beider Vereine, das am frühen Nachmittag beginnt, stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die sich ein gleichwertiges Spiel liefern werden. Im Spiel der ersten Mannschaften werden sich zwei Gegner treffen, die sich schon öfters schöne Spiele geliefert haben. Im bevorstehenden Spiel werden die Platzbesitzer wohl ein Plus für sich in Anspruch nehmen können, da die Gäste mit Ersatz antreten und sich mächtig anstrengen müssen, wenn eine Niederlage verhindert werden soll. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Watzenborn-Steinberg II. Die 1. Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich wird am morgigen Sonntag das letzte Verbandsspiel der Rückrunde gegen die zweite Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg bestreiten. Die Leute von Garbenteich, die in den letzten Svielen bewiesen, daß sie ein ernst zu nehmender Gegner sind, werden alles daran setzen, in diesem letzten Punktekampf ehrenvoll zu bestehen. Das Spiel, das von Schiedsrichter Keller (Naunheim) geleitet wird, werden beide Mannschaften in stärkster Aufstellung bestreiten. Handball der Gauliaa. Turnv. 61 Lschwege zum Gauliga - Verbandsspiel in Gießen. Morgen empfangen 1900s Handballer den Turnverein 1861 Eschwege zum fälligen Rückspiel der Verbandsrunde. Das Vorspiel sah die Gießener mit 7:3 Toren in Front. Es wäre jedoch verfehlt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wo das Alphabet nur 12 Buchstaben hat. (ur) Honolulu. Unsere Abcschüler wären gewiß begeistert vom Hawaischen. Denn es hat nur 12 Buchstaben. Wie bei uns gibt es a, e, i, o, u, aber die Konsonanten beschränken sich auf h, k, l, m, n, p, w. Damit baut man nun die trotzdem recht klangvolle Sprache zusammen, die allerdings eine starke Neigung zeigt, zu erliegen. Wenn früher die Nationalversammlung aus Hawai zusammentrat, dann hatten die Dolmetscher viel zu tun, denn sie mußten die hawaischen Reden ins Englische übertragen. Heute sprechen die Redner alle gleich englisch. Ein wenig hart und grob, aber immerhin englisch. Wer über 30 ist, der unterhält sich zuhause noch auf Hawaisch, aber die jungen Leute kennen fast nur noch die englische Sprache. Erst in den letzten Tagen haben sich die Studenten wieder besonnen und nun ihr Interesse für ihre Muttersprache sogar dadurch bekundet, daß selbst eine Zeitung in hawaischer Sprache herausgegeben wird. Man hatte schon früher hawaische Zeitungen, aber sie hatten nie ein langes Leben. Teils weil die Leute damals nicht lesen konnten, teils weil die Blätter zu teuer kamen. Jetzt hat man das Blatt sehr pompös „Ke Halakai o Hawaii" genannt. Das bedeutet „Leuchte von Hawai". Die Leuchte ist vier Seiten stark und wird auf einer richtigen Setzmaschine gesetzt. Aber nur jede Woche einmal erscheint das Blättchen, das den Grundstock zu einer Erhaltung der hawaischen Sprache bilden soll. Mit 12 Buchstaben — immerhin eine Leistung in unserer vielsprachigen Zeit. Der gute Rat des lieben Vetters. (ie) Somno. Beihilfe zur Fahnenflucht ist gewiß ein schweres Verbrechen, und auch Herr Barauskas aus der litauischen Stadt Schaulen hat die ihm zudiktierten zwei Jahre Zuchthaus schon verdient. Doch die Art der Hilfe, die er seinem Vetter Gaputis, der dem freiwilligen Militärdienst entflohen war und bei ihm Rat suchte, angedeihen ließ, war etwas merkwürdig. Nicht mehr und nicht weniger riet er dem Verzagten, als seine Flucht aus der Kaserne gleich bis ins Jenseits fortzusetzen, wo kein Uniformzwang besteht. An einem frischgeschaufelten Grabe auf dem Schaulener Friedyof nahmen die Vettern gerührten Abschied; mit der von Barauskas liebevoll zur Verfügung gestellten Flasche Seifensteinlösung begann der Todeskandidat seine letzten Gedanken zu denken. Erst wurde ihm unheimlich, dann sprang ihm ein Knopf, und er bekam es wieder mit der Lebenslust und eilte zu seinem Vetter, um diesem seine ernstlichen Gegengründe vorzustellen. Da kam er aber schön an; Barauskas war sehr ärgerlich, seinen guten Rat verachtet zu sehen, und die verwandtschaftliche Auseinandersetzung nahm Formen an, die erst die Nachbarschaft und dann die Polizei in Bewegung setzte. Man setzte die Streitenden in getrennte Zellen, und von da an haben sich die Gerichte der Sache angenommen. Die zappelnde Kiste. ch. Mailand. Eines Nachmittags bewegt« sich durch die Straßen Mailands ein schweres Lastauto, beladen mit drei riesigen Kisten, die nach Casablanca expediert werden sollten. Sie enthielten elektrische Beleuchtungskörper und Apparate und waren alle drei aufs sorgfältigste vernagelt und versandtbereit. Unterwegs bemerkte der Fahrer, daß die eine der Kisten sich von ihrem Platz verschoben hatte und nahe daran war, vom Wagen zu stüzen. Er hielt an und wollte die Kiste zurechtrücken, als diese mit einer unerwarteten Bewegung selbsttätig zurückschnellte. Zugleich drangen aus ihrem Innern unartikulierte Klagelaute und Seufzer. Der erschrockene Fahrer rief einige Fußgänger um Hilfe, und mit zitternder Hand rückten sie die gespenstische Kiste an ihren licherweise auch antraf, überwältigte ihn die Freude des Wiedersehens derart, daß er die erschrockene junge Frau an sich riß und mit glühenden Onkelküssen überschüttete. Diese jedoch, die ihn nicht kannte, rief gellend um Hilfe, ihr Mann eiste herbei und — verprügette den armen Onkel derart, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Als er wieder zum Bewußtsein erwachte und an seinem Schmerzenslager von der Polizei vernommen wurde, klärte sich der Sachverhalt auf. Und es ist ein Beweis für das gute Herz Carlo Sorattts, daß er feiner über diese Entwicklung untröstlichen Nichte verzieh und ihr trotz des stürmischen Empfangs die ihr von vornherein zugedachte Summe schenkte. Die Pille. Dr. D. Budape st. Einer Witwe in dem ungarischen Dörfchen Fel- sötarkany waren 50 Pengö abhanden gekomen. Aus ihrem Versteck unter dem Kopfkissen. Es war wirklich sehr ärgerlich. Der Dieb konnte nur unter den Dorfbewohnern stecken. Die Witwe riet auf diesen und jenen, aber die Nachforschungen führten zu nichts. Außerdem hetzte sie die Leute gegen sich auf. Sie versuchte es mit allerlei kleinen Listen und abergläubigen Mittelchen, um den Schleier zu lüften. Sie befragte die Karten und ließ sich etwas von ihrem Huhn vorgackern; sie deutete ihre Träume und verbrannte ein paar Strohalme von ihrem Dach, um aus der Richtung des Rauches ihre Schlüsse zu ziehen. Die Witwe wurde aber nicht klüger. Da entsann sie sich, daß ihre Großmutter einmal von einer geheimnisvollen Pille gesprochen habe, die verbrannt werden mußte und dadurch bewirkte, daß der Dieb blind wurde. Kurz entschlossen machte sich die bestohlene Witwe auf den Weg in die nächste Stadt. Der Apotheker, bei dem sie ihr Anliegen vorbrachte, schüttelte baß erstaunt den Kopf. Aber um die merkwürdige Kundin los zu werden, holte er eine harmlose Tablette vor. die allerdings die Eigenschaft hatte, mit großer Rauchentwicklung zu verbrennen. Triumphierend machte die heimgekehrte Frau ihr Vorhaben im ganzen Dorf bekannt. Gerade, als sie ein tüchtiges Feuer im Herd angemacht hatte und die Pille, die zauberkräftige, 'hineinwerfen wollte, stürzte die Nachbarin ins Haus, warf die 50 Pengö hin und bat mit flehender Stimme, die Witwe solle sie nur nicht blind werden lassen. Das war ja nun nicht mehr nötig, aber die Pille hatte sich doch wieder einmal bewährt. Gepriesen sei die Großmutter! fairneß sollte dabei oberster Grundsatz sein. Den pielleiter (voraussichtlich Schiri W i n g e n f e l d, Fulda), erwartet eine schwere, jedoch auch dankbare Aufgabe. 1900 entsendet folgende Vertretung: Schmidt; Zeiler, Lippert; Mank, Jäger, Heinbach; Wilhelmi, Hammer, Schmelz, Heilmann, Dörr. Lollar I — 1900 II. Zu einem noch ausstehenden Meisterschaftsrückspiel fährt 1900s Reserve nach Lollar. Dort an Erfolge der Gießener zu glauben, ist gar nicht mehr möglich, nachdem diese Elf am letzten Sonntag so stark enttäuscht hat. Die Gießener Mannschaft wird auf einigen Posten anders besetzt sein, ohne jedoch dem spieltüchtigen Gegner den Endsieg streitig machen zu können. Der eigene Platz wird ausschlaggebend sein. VfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn Liga — „Oranien“ Frohnhausen Spielvereinigung 1900 Gießen. Dillenburg I — 19001. Die Blauweißen absolvieren am morgigen Sonntag das letzte Meisterschafts-Fußballspiel der Saison 1934/35. Der Weg führt die Gießener zum Tabellenletzten. Es wird viele geben, die glauben, die Spiel- vereinigungsleute kämen dort zu einem leichten Sieg. Diese Kalkulatton dürfte von Grund auf falsch sein. 1900s Vertretung muß ganz andere Anstrengungen machen, wenn nicht auch aus dieser Begegnung, wie am vergangenen Sonntag, eine Niederlage herauskommen soll. Diese zahlreichen Anhänger wurden schon insofern enttäuscht, als durch einige zu Beginn der Saison leichtsinnig verbummelte Punkte, das so nahe scheinende Ziel, die Erringung der Gruppenmeisterschaft, nicht mehr erreicht wurde und man wieder, wie leider schon so oft, mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen mußte. Man hofft aber, daß sich die Gießener im Dillenburger Treffen ganz besonders einsetzen und damit die Serie zu einem guten Abschluß bringen. Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). 20. Fortsetzung Nachdruck verboten! Das Beste wird sein", fügte er hinzu, „wir bringen Fräulein von Bodenberg in ein abgelegenes Zimmer, damit sie beim Erwachen nichts sieht und nichts hört von allem, was hier vielleicht noch vor sich geht." Sanft schob er seine Arme unter die schlafende Gestalt Helmas und trug sie, als wäre sie eine Feder, auf den Armen dem entfernten Fremdenzimmer zu, das Fanny, voranschreitend, ihm zeigte. Dort legte er Helma sanft auf das Ruhebett, befahl der zitternden Fanny noch einmal ganz eindringlich, seine Weisungen genau zu befolgen. Dann verließ er sie. Er war überzeugt, daß Fanny ihm in allem getreulich gehorchen würde. Als er unten in die Halle kam, fand er seine Beamten vor. In einem Stuhl saß gefesselt ein Mann. Es war Charles. Mit wütendem, verzerrtem Gesicht schaute er den Detektiv an. „Na, habt ihr den Vogel gefangen?" fragte Hop- man seine Leute. Wachtmeister Schönberger lachte: „Der flog uns ja geradezu in die Arme, Herr Kommissar — aus dem Fenster heraus, hast du nicht gesehen, und gerade an unser Herz. Beinah wäre er noch dem Brettschneider auf den Kopf gesprungen." „Na, Brettschneider, dann hätten Sie mal wirklich einen offenen Kopf gehabt!" sagte Hopman lachend. Aber nun fix, Leute, alles fort hier! Motorräder habt ihr doch gut versteckt?" „Da könnte der Teufel kommen, Herr Kommis-i sar, der würde sie auch nicht finden." Hopmans Lachen verschwand. „Berufen Sie es nicht, Schönberger! Es könnte schon fein, daß der Teufel wirklich kommt." „Na, na, Herr Kommissar! Bangemachen gilt nicht!" lachte Schönberger. Der Gefangene auf dem Stuhl bewegte plötzlich die Lippen. „Was wollen Sie?" fragte Hopman. „Kommt er her?" fragte der Mann mit angstverzerrtem Gesicht. „Wer — er?" fragte hopman wieder, indes die Beamten den Gefangenen neugierig anstarrten. „Er!" sagte der Gefangene wieder flüsternd. „Sie wissen doch. Dann machen Sie mich lieber tot. Wenn ich dem in die Hände falle, und ich habe die Sache nicht richtig gefingert, bin ich ein toter Mann." „Na", sagte Hopman mit grimmigem Humor, „da scheint ja die Polizei einmal der Schutzengel zu sein. Solange Sie in den Händen von Brett» schneider und Schönberger sind, so lange passiert Ihnen nichts. Und nun los", wandte er sich an die Kommissare. „Fort mit dem Gefangenen! Hinunter in den Keller! Wir müssen ihm sogar einen Knebel in den Mund stecken. Kein Mensch darf wissen, was hier vorgegangen ist, wenn uns der wirkliche Verbrecher ins Garn gehen soll." Während die Polizeibeamten mit Charles die Treppe hinuntergingen, von dem angstvoll das Licht haltenden Hausmeister geleitet, stand Hopman aufmerksam am Fenster des Gartensaales. Als er nach einer Weile am Horizont ein grünes Licht einmal und noch einmal aufblitzen sah, nickte er zufrieden. Martins war auf feinem Posten. Alles im Haufe war vollkommen still. Es war, als läge das Schloß in tiefstem Schlaf. Die Dienerschaft des Hauses, die von den Schüssen und dem Lärm erschreckt zusammengelaufen war, hatte sich auf Hopmans energische Weisung in ihre Zimmer zurückgezogen. Nirgends brannte Licht. Hopman hatte zur Sicherheit den Hauptschalter, der den Dienerschaftstrakt des Schlosses beleuchtete, abgestellt. Mochten die Leute heute nur ruhig im Finstern sitzen, alles besser, als wenn durch irgendeinen Lichtschein vor der Zeit etwas verraten wurde. Eine halbe Stunde nachdem der grüne Lichtschein am Horizont erschienen war, schlich vorsichtig eine Gestalt mit leisen Schritten jenseits des Parks entlang. Wachtmeister Schönberger, der im Dickicht der alten Bäume verborgen lag, sah, wie ein Schatten über die Mauer kletterte und ein zweiter Schatten, halb gezogen, dem ersten folgte. Dann schlichen zwei Gestalten, geduckt, an der schützenden Mauer entlang dem Schloß zu. Beide Eindringlinge schienen keine Schuhe anzuhaben oder doch Schuhe mit Gummisohlen, denn ihr Tritt war lautlos. Ab und zu zerriß das dichte Gewölk, das am Himmel dahintrieb. Dann war es dem Wachtmeister Schönberger, dessen Augen sich vollkommen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, als wäre die eine der Gestalten schmaler und kleiner als die andere. Aber alles verschwamm sofort wieder in Finsternis. In dem Schlafzimmer Helmas war gleichfalls alles dunkel. Der schöne Raum lag vollkommen ruhig und leer da. Jetzt öffnete sich leise die Schlafzimmertür. Zwei Gestalten huschten herein. „Komm!" ertönte fast unhörbar eine Männerstimme. Man sah, wie eine schmale Gestalt, die draußen gewartet hatte, zögernd hereinkam. Die Person, die gesprochen hatte, ein Mann, schlich zum Fenster, schloß es leise und behutsam. Nun wurden die Vorhänge zugezogen. Dann ging dieser Mann mit schleichenden Schritten zur Tür, schloß den Riegel von innen. Nun blitzte eine Blendlaterne auf. Ihr Strahl beleuchtete ein süßes, bleiches Mädchengesicht. Der Mann machte sich an einem Wäscheschrank zu schasse». „So!" sagte er dann befriedigt. „Nun, hier ist alles, was wir brauchen. Ich halte solange Wache! Zieh du dich aus. Du legst dich ins Bett, Helma, und schläfst fest bis morgen früh — verstanden? Morgen früh wachst du auf, als wäre nichts geschehen." Das blasse Mädchen nickte mit einem eigentümlichen Gesichtsausdruck. Die Bewegungen, mit denen sie ihren dunklen Mantel abstreifte, nun das Kleid, bann die Schuhe mit den Gummisohlen — diese Bewegungen hatten etwas seltsam Leblos-Automatisches. Der Mann stand am Fenster, horchte hinaus. Nein, überall im Schloß und ringsum war tiefe, nächtliche Stille. Dann wandte er sich um. Das Mädchen lag lang ausgestreckt im Bett. Sie hatte die Bettdecke bis an das Kinn gezogen. Jetzt trat der Mann an ihr Bett, setzte sich auf den Bettrand. Dem Mädchen starr in die Augen sehend, strich er mit einer harten Hand über Stirn und Lider. Schon schlossen sich die Augen. „Schläfst du, Helma?" fragte der Mann. Sie antwortete nicht. „Du weißt alles, was du zu tun hast", sagte der Mann mit leiser, befehlender Stimme, indem er unablässig über die Stirn der Schlafenden strich. „Du kennst den Plan. Ich habe ihn dir oft genug eingehämmert. Du tust ganz, was ich dir befehle. Horst von Gernsheim darf niemals der Erbe dieses Hauses werden. Du wirst reich und glücklich sein, Helma, und der Schatz unter dem Gewächshaus wird uns gehören. Ich werde jetzt eine Weile von dir gehen, Helma. Aber du trägst meine Befehle in dir, auch wenn du mich für eine Zeit nicht wiedersiehst." Das letzte Wort war noch nicht von feinen Lippen verklungen, da flog mit einem Stoß die Tür eines eingebauten Schrankes auf. Der Mann wandte sich fluchend um. Er sah den Lauf eines Revolvers auf sich gerichtet. „Hände hoch, Bastieni!" rief Hopman und fetzte sogleich eine Signalpfeife an seine Lippen. Bastieni sah wild um sich. Seine Hand fuhr in die Tasche. Aber ehe er noch den Revolver herausreißen konnte, hatte Hopman geschossen. Bastieni stürzte rücklings tot nieder. Hopman beugte sich zu der leblosen Gestalt. Er sah, hier war nichts mehr zu tun. Ein Schuldiger hatte seine gerechte Strafe empfangen. Schon polterten von unten die schweren Schritte der Beamten die Treppe herauf. Hopman ging zur Tür schob den Riegel fort. Schon standen die Wachtmeister Brettschneider und Schönberger im Zimmer. „S)ab ich es nicht gesagt, daß der Teufel leibhaftig kommen würde?" fragte Hopman. „Wißt ihr, wer das ist? Das ist Bastieni." „Bastieni!" sagte Schönberger. „Donnerkiel, da haben wir aber einen Fang gemacht. Da sind wir ja berühmte Leute geworden, Herr Hopman! Das werden uns die Kollegen aus Neuyork verdammt Übelnehmen. Und was soll nun geschehen? Herrje!" unterbrach er sich plötzlich. „Da liegt ja eine Dame!" Er sah etwas geniert nach dem Bett hinüber, wo im tiefsten Schlaf das junge Mädchen lag. „Verduften sollt ihr!" sagte Hopman energisch. „Hier den Toten mitnehmen, ehe die junge Dame aufwacht. Kein Anblick für zarte Frauenaugen!" „Det will ick meenen!" bestätigte Brettschneider. „Also los, Schönberger! Hopp!" Sie faßten den Erschossenen an und trugen ihn hinaus, nicht ohne daß Schönberger noch einen wohlgefälligen Blick zu der schönen Schläferin hin» übermarf. Hopman beugte sich über das schlafende Mädchen. Sein Gesicht zeigte immer größeres Erstaunen. „Meisterhaft!" sagte er zu sich selber. „Meisterhaft hat dieser Bastieni das angefangen. Wenn ich nicht selbst genau wüßte, daß Helma drüben in dem Fremdenzimmer liegt, würde ich glauben, sie ist es." Etwas ratlos sah er die Schläferin an. Der Hypnoseschlaf, in den Bastieni sein Werkzeug versenkt hatte, war offenbar ungeheuer tief. Am besten war es wohl, man ließ dies junge Mädchen schlafen, bis der Arzt gekommen war zur Untersuchung. Gerade, als Hopman sich leise hinausbegeben wollte, um an den Kreisarzt zu telephonieren, hörte er ein Geräusch vom Bett her. Er wandte sich um. Das Mädchen war erwacht. Ein Paar geweitete Augen starrten auf Hopman. Plötzlich richtete sie sich auf. Ein erschütternder Schrei brach aus ihrem Munde. Sofort war Hopman bei ihr. „Ich bitte", sagte er, „seien Sie ruhig. Es geschieht Ihnen nichts." > „Was ist mit mir?" flüsterte das Mädchen jetzt mit einer erstorbenen Stimme. „Was ist mit mir? Wer bin ich? Ich bin doch nicht Helma von Boden- berg? Um Gottes willen, helfen Sie mir! Ich glaube, ich verliere den Verstand." Hopman setzte sich neben das vollkommen verstörte Mädchen, das am ganzen Körper zitterte. „Nein, nein!" sagte er. „Sie verlieren nicht den Verstand, mein armes Kind. Sie fangen an, ihn wiederzugewinnen. Soll ich Ihnen helfen?" Die schreckensbangen Augen, die Hopman so rührend an Helma von Bodenberg erinnerten, hefteten sich auf sein Gesicht: fragend, forschend, zweifelnd. „Ja! Helfen Sie mir, bitte!" sagte die Unbekannte. In ihrer Stimme war ein Ton rührenden Vertrauens. Lange, beinah bis zum Morgengrauen, saß Hop- man neben der Unbekannten und hörte die Erzählungen ihres Lebens, ihres Unglücks. Immer wieder mußte er ermuntern, tröffen. Immer wieder wußte er der Verängstigten versichern, daß mit dem Tode Bastienis auch der unheilvolle Bann von ihr genommen wäre. Als sie endlich ihr Geständnis beendet hatte, bettete er sie sanft in die Kissen. (Fortsetzung folgt 1) wege 7:4 unterlag. Die 1900er müssen sich daher schon in guter Form präsentieren, vor allem mit mehr Elan und System als im letzten Treffen spielen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Es wird auch viel davon abhängen, wie sich die Ersatzleute, die einzustellen man gezwungen ist, bewähren. Fechter-O!ympia-Kurs in Frankfurt. Die dreißig besten deutschen Fechter und Fechterinnen sind zur Zeit in Frankfurt a. M. zu einem Olympia- und Sichtungs-Kursus versammelt, der unter der Leitung des Führers der deutschen Fechter, C a s m i r (Frankfurt) steht. Die Versammelten unterziehen sich hier neben einer allgemeinen Körperschule einer umfassenden Spezialausbildung. Abschließend finden Ausscheidungskämpfe in den einzelnen Waffen statt, deren Ergebnisse zusammen mit den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt den Ausschlag für die Zusammenstellung der Deutschen Olympia-Mannschaft für Berlin 1936 und die Europameisterschaften in Lausanne 1935 geben werden. Im Herren-Florett war Heim (Offenbach) der Beste, der im Stichkampf Nosenbauer (Frankfurt) auf den zweiten Platz verwies. Dritter wurde der Frankfurter Eisenecker vor dem Wetzlarer Serben. Auch im Damen-Florett schnitten die Offenbacher Fechterinnen ganz hervorragend ab. Frl. Haß (Offenbach) kam vor Frau Deiters (Offenbach) auf den ersten Platz. Dritte wurde die Leipzigerin Frl. Oslob, während mit Frl. Jacob, eine Offenbacherin, auch noch den vierten Platz belegte. Durch seinen Sieg im Säbel kam der Offenbacher Heim zu einem schönen Doppelerfolg, und er ist wohl auch unstreitig der Beste im ganzen Reich. Die nächsten drei Plätze besetzten mit Wahl, Eisenecker und Rosenbauer drei Frankfurter. Starkes Interesse für das Olympische Fußbatt-Turnier. Es sind erst Tage her, seit das Internationale Olympische Komitee die Durchführung eines Fußballturniers für die Olympischen Spiele 1936 beschloß, da regt sich schon in zahlreichen europäischen Ländern das Interesse. Der Präsident des Französischen Fußball-Verbandes, Jules R i m e t, erklärte, daß an einer Teilnahme Frankreichs nicht zu zweifeln sei. In der englischen Oeffentlichkeit werden Stimmen laut, die für die Teilnahme Englands sprechen. „Evening Standard" spricht davon, daß für England fein Hinderungsgrund mehr vorhanden sei. Der Italienische Fußball-Verband hat bereits offiziell erklärt, daß Italien mit einer Amateurmannschaft vertreten sein wird. Finnland und Dänemark nahmen bei der Behandlung der Frage eine derart freundliche Stellung ein, daß auch rniL ihrem Kommen zu rechnen ist. Handball im Gau XII (Lahn-Oillkreis). Gauklasse. Tuspo. Bettenhausen — Tv. Wetzlar: Es ist ein harter Kampf zu erwarten, bei dem beide Mannschaften Chancen haben. Eine Voraussage ist sehr schwer zu treffen. Kurhessen Kassel — Tura Kassel: Auch dieses Treffen ist nach den in der letzten Zeit von Tura gezeigten Leistungen offen. CT. K a sse l — Tuspo. 99/09 Kassel: In dem Gewinner dieses Kampfes wird wohl der diesjährige Meister des Gaues Nordhessen feststehen. Beide Mannschaften, die z. Z. in ausgezeichneter Form spielen, haben Aussichten. Dem Papier nach sollte die CT. gewinnen. Bezirksklasse: Kurhessen Marburg — To. Goßfelden: Das letzte Spiel in der uns interessierenden Staffel der Bezirksklasse steigt in Marburg. Die Soldaten werden das Treffen mit vielfachem Ersatz bestreiten, eine Vorhersage ist deshalb nicht möglich. Freundschaftsspiele. Tv. Lützellinden I — Tv. Hochelheim!: Die Gäste werden in diesem Spiel ihren schönen Sieg vom vergangenen Sonntag kaum wiederholen können. Einmal hat Lützellinden in den letzten Spielen viel gelernt und zum anderen ist es eine Mannschaft, die auf eigenem Platz sehr schwer zu schlagen ist. Trotzdem möchten wir annehmen, daß Hochelheim seinen Mann stellt und die heimische Elf zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingt. An dem Ausgang wird man sehen, ob und wie Hochelheim die schweren Spiele in der Bezirksklasse im nächsten Jahre durchstehen wird. Tv. Lützellinden II—Tv. Ho ch e l h e i m II: Vor diesem Spiel treffen die beiderseitigen Reservemannschaften aufeinander. Hier kann Hochelheim als sicherer Sieger angesprochen werden. To. Hörnsheim — Tv. Dutenhofen: Die Gäste sind in letzter Zeit sehr aktiv gewesen und haben dadurch innerhalb kurzer Zeit schon viel gelernt. Die zum großen Teil aus jungen Spielern zusammengestellte Elf wird sich so leicht nicht schlagen lassen. Man möchte aber annehmen, daß die Gastgeber durch den Vorteil des eigenen Platzes zu einem knappen Sieg kommen werden. Tv. Garbenheim — Tv. Groß-Rechten- b ad). Die Garbenheimer sind auf eigenem Platze schon immer gefährlich gewesen, und wenn Groß- Rechtenbach nicht auf der Hut ist, wird schließlich eine Ueberraschung Zustandekommen. Der Spielerfahrung nach sollten die Gäste einen knappen Erfolg erringen. Tv. Dorlar — Tv. Münchholzhausen (kombiniert). Es ist schade, daß Münchholzhausen nicht seine etatsmäßige Elf zur Stelle hat. Auf diese Weise wäre es möglich gewesen, einmal die Stärke der Gastgeber, die ja in der abgeschlossenen Runde allen teilnehmenden Mannschaften weit überlegen waren, festzustellen. So dürfte Dorlar ein kleines Plus haben. Tv. Dornholzhausen — Tv. Holzheim. In diesem Spiel treffen zwei Mannschaften aufeinander, die zwar beide 1. Kreisklasse spielten, die aber in zwei verschiedene Staffeln eingeteilt waren. Es ist deshalb schwer, hier eine Voraussage zu treffen. Die Gastgeber spielten in der Runde sehr wechselvoll, Holzheim dagegen beständig und zuletzt sogar in ausgezeichneter Form. Tv. A tz b a ch — Tv. Wetzlar II. Die Wetzlarer Turner haben am vergangenen Sonntag gezeigt, daß sie zu kämpfen verstehen. Die Mannschaft, die in der Runde Pech hatte, ist neuerdings sehr verstärkt worden, so daß sie einen achtbaren Gegner abgibt. Den Atzbachern sollte es aber trotzdem zu einem knappen Sieg reichen. Tv. Hausen — VsB.-Reichsbahn Gießen. Trotz des Eifers und trotz des Vorteils des eigenen Platzes wird die sympathische Mannschaft des Gastgebers um eine Niederlage nicht herumkommen. Die Gießener sind doch zu stark, als daß man Hausen eine Chance geben könnte. Man erwartet ein schnelles und vor allem schönes Spiel. Der DT.-Altmeister, Turn- und Sportverein Herrnsheim bei Worms, in unserem kreis! An Ostern gastiert der DT.-Altmeister Herrnsheim in unserem Kreis, und zwar am 1. Feiertag bei dem VfB.-Reichsbahn Gießen und am 2. Feiertag bei dem To. Münchholzhausen. Wenn auch die Spielstärke der Hermsheimer etwas zurückgegangen ist, so bürgt trotzdem ihr Antreten für einen sportlichen Genuß. Kurze Gportnotizen. Ehrl-München und Schäfer-Schifferstadt stehen bereits als deutsche Teilnehmer an den Ringer-Europameisterschaften im April in Kopenhagen fest. Die deutschen Eissegel-Mei st erschaf- t e n auf dem Schwenzaitsee bei Angerburg konnten mit eintägiger Verspätung am Donnerstag in Angriff genommen werden. Trotz nicht gerade idealer Vorbedingungen wurden in den Klassen 20 qm, 15 qm und Eintyp-Klasse je zwei Fahrten abgewickelt. * Das IOC. hat in seiner Tagung am Donnerstag beschlossen, Griechenland für 1935 für seine Verdienste um die Olympischen Spiele den Olympischen Pokal zuzuerkennen. Inoffiziell verlautet, daß Italien zugunsten von Japan auf die Durchführung der 12. Olympiade 1940 in Rom verzichtet habe. * I n Zukunft werden vom Deutschen Schwimm- verband auch die Höchstleistungen der Staffeln als offizielle deutsche Rekorde bestätigt und geführt. * 25 bis 30 deutsche Leichtahletinnen hat der Finnische Leichtathletik-Verband für den 10. bis 25. Juli eingeladen. Sie sollen durch verschiedene Starts für den leichtathletischen Frauensport werben. ♦ D i e Saarländer beschlossen ihre Sportreise nach Danzig mit einem Mannschaftsboxen vor 2500 Zuschauern. Die Danziger waren in fast allen Gewichtsklassen überlegen und siegten verdient mit 11:5 Punkten. * Das Fußball-Länderspiel gegen Finnland, das am 18. August in Deutschland zum Austrag kommt, wurde vom DFB. noch nicht vergeben. Neuerdings bewirbt sich die Stadt München darum. * Eine neue Tennis Hoffnung ist in Frankreich aufgetaucht, PÄizza. Beim Juniorenturnier in Paris gewann Pelizza alle drei von ihm bestrittenen Wettbewerbe. U: irifchast. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Nach dem ruhigen Geschäft der Vorwoche ließ sich der Absatz in der verflossenen Woche etwas besser an. Zwar war der Geschäftsgang nicht besonders lebhaft, immerhin konnten die aufgetriebenen Mengen meist ausverkauft werden, wobei sich verschiedentlich leichte Preiserhöhungen ergaben. Für das relativ lebhafte Geschäft am Großviehmarkt war von Bedeutung, daß die Dualitäten eine wesentliche Besserung gegenüber den letzten Märkten aufwiesen. Auch die etwas geringere Beschickung (1128 gegen 1159) blieb auf den Absatz nicht ohne Einfluß. Im Durchschnitt ergaben sich Preisbesserungen um 1 Mark. Kühe und Färsen konnten sich darüber hinaus bis zu 2 Mark erhöhen. Der Markt wurde geräumt. Der Kälber auftrieb von 1436 (1637) entsprach der Nachfrage, so daß nach mittlerem Geschäft und bei um 1 bis 2 Mark gebesserten Preisen, insbesondere für mittlere und geringe Tiere, der Markt ausverkauft werden konnte. Tiere der Klasse a), beste Mast- und Saugkälber, sind nach wie vor nur ungenügend am Markt. Das Geschäft in 5) ä m m e l n und Schafen war in dieser Woche unbedeutend, die Nachfrage war gering, so daß der weiter verminderte Zutrieb von 167 (261) nur schleppenden Absatz fand; die Preise blieben unverändert. Am Schweinemarkt konnten trotz der geringeren Beschickung (4058 gegen 4165) die letzten Preise bei schleppendem Geschäft nur mit Mühe gehalten werden, da einmal die Dualitäten sehr zu wünschen übrig ließen, zum andern sich die Beschickung noch als zu stark erwies, was allerdings auf die geringere Kaufkraft gegen das Monatsende zurückgeführt werden muß. * * Die Hauptversammlungen der S i e- mens-Gesellschaften. In den gestern von der Siemens & Halske AG. und der Siemens« Schuckert-Werke AG. abgehaltenen Hauptversammlungen wurden die Abschlüsse für 1933/34 genehmigt. Die Siemens & Halske AG. verteilt unv. 7 v. H. Dividende. Der Reingewinn der Siemens» Schuckert-Werke AG. wird vorgetragen. Die Hauptversammlung der Siemens & Halske AG. beschloß, die am 31. März 1935 ablaufende Frist zur Erhöhung des AK. um restlich 4,41 Mill. Mark, um die das AK. auf Grund der im Jahre 1929 dem AR. erteilten Ermächtigung noch erhöht werden kann, bis zum 31. März 1936 zu verlängern. Den Ausführungen des Dr. C. F. von Siemens, die dieser in der Hauptversammlung der Siemens & Halske AG. machte, ist zu entnehmen, daß der Durchschnitt der im Geschäftsjahr 1933/34 in Deutschland bei den Siemensbetrieben beschäftigten Personen gegenüber dem Geschäftsjahr 1932/33 um 33 Prozent, die geleisteten Arbeitsstunden im gleichen Zeitraum um 53 o. H. gestiegen sind. * A u s g eg Li ch e n e r Abschluß der A EG. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin, wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 1933 bis 30. September 1934 vorgelegt. Die Gewinn- und Verluftrechnung gleicht sich in sich aus. Der Verlust- vortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 57,18 Mill. Mark soll weiter auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Hauptversammlung wird auf den 29. März 1935 einberufen. Rhein-Maimsche Miitagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 1. März. Die Börse eröffnete in freundlicher Haltung, hatte aber zunächst infolge der nur kleinen Kundenaufträge wenig Geschäft. Nach den ersten Kursen wurde die Umsatztätigkeit, von einigen Spezialwerten ausgehend, etwas lebhafter. Die Ermäßigung der Bankzinsen hinterließ einen guten Eindruck, ohne indes auf die Geschäftstätigkeit zunächst einen Einfluß zu nehmen. Zu der freundlichen Haltung haben auch einige vorteilhafte Wirtschaftsmeldungen beigetragen, vor allem die verschiedenen Dividendenvorschläge in der Industrie. An den Aktienmärkten ergaben sich bei allerdings noch etwas uneinheitlicher Kursbildung überwiegend Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. Interesse zeigte sich hauptsächlich für dioidenden- tragenbe mittlere Papiere, während die Großwerte des Aktienmarktes vernachlässigt wurden. Nach der gestrigen Erhöhung fanden auch heute Autowerte wieder erhöhte Nachfrage. So zogen Daimler Motoren auf 50 bis 51,25 (50,25) an, auch Adlerwerke Kleyer wurden im Freiverkehr mit 87,25 bis 88 (87) lebhaft umgesetzt. Bei letzteren soll heute ein in letzter Zeit auf den Markt drückendes größeres Aktienpaket placiert worden fein. Montanwerte lagen zunächst meist noch etwas niedriger. im Verlaufe ergaben sich aber allgemein leichte Erhöhungen. Don Elektroaktien fetzten Geffürel und Lahmeyer je 0,50 o. H. und Schuckert 0,90 v. H. fester ein, Siemens blieben von den Ausführungen in der GV. weiter unberührt und lagen mit 146 unverändert. Von Zellstoffwerten setzten Waldhof ihre Befestigung auf 105,25 bis 105,65 (105,25) fort. Fest lagen Hanfwerke Füssen mit 74 (72). Daneben gewannen Metallgesellschaft 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 v. H., Rütgerswerke 0,90 v. H. und Kunstseide AKU. unter dem Eindruck der aünftigen Berichte aus der Kunstseiden-Jndustrie 0,25 v. H. IG. Farben lagen still und mit 141,13 (141) nur mäßig höher. Reichsbank eröffneten mit 166 (167), zogen aber später auf 166,50 an. Schifffahrtswerte und Moenus Maschinen lagen gut behauptet. Der Rentenmarkt lag anfangs sehr still. Das Interesse richtete sich hauptsächlich auf die Wiederaufnahme der Kursnotiz für die konvertierten Werte. Stadt- und Länderanleihen nannte man bisher gegen die letzten Kurse nur wenig verändert. Späte Neichsschuldbuchforderungen eröffneten mit 97,25 bis 97,50 (am 26. Febr. 97,75). Etwas fester Opfere für das Winterhilfswerk! Auch du kannst deine Pflicht erfüllen durch Verwendung der Wohlfahrtsbriefmarken! lagen Zinsvergütungsscheine mit 90,50 (90,40), Kornrnunal-Urnschuldung waren nach leichterem Beginn wieder erholt, Altbesitz gewannen 0,13 v. H., während Stahlverein-Bonds 0,25 v. H. nachgaben. Bei gut behaupteten, zum Teil aber auch noch etwas festeren Kursen war die Umsatztätigkeit in der zweiten Börsenstunde etwas kleiner, lediglich für Spezialwerte erhielt sich etwas mehr Interesse. Daimler bis 51,50 (konvertierte Stücke wurden mit 85,75 bis 86 gehandelt), Gesfürel bis 115,50, IG. Farben bis 141,50 und Hanfwerke Füssen bis 74,50 lagen noch fester, ferner kamen Braubank 1,40 v. H., Conti Linoleum Zürich 1,50 v. H., Klöckner, Rhein. Braunkohlen und Licht & Kraft je 0,50 v. H. hoher zur Notiz. Am Rentenmarkt zeigten die variablen Kurse bei sehr ruhigem Geschäft gegen den Anfang keine Veränderung. Stadtanleihen waren gesucht und kamen einschließlich Bonus gegen die letzte Notiz am 26. Februar durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H. hoher zum Kurs. Staatsanleihen lagen dagegen sehr still. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse zumeist unverändert, einzelne Liquidationspfandbriefe zogen etwas an. Auslandsrenten waren kaum verändert. Tagesgeld zeigte mit 4 v. H. noch keine Erleichterung. * Die heutige Abendbörse blieb geschlossen. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 1. März. Die Konsumnachfrage blieb in der Woche vor dem Monatswechsel klein. Der Kleinhandel versuchte vielfach seine Ware unter den Höchstpreisen zu verkaufen, trotzdem konnte sich das Geschäft nicht beleben. Mit Beginn des neuen Monats rechnet man mit einer Zunahme des Verbrauchs. Die Zufuhren blieben ausreichend, die Preise lagen weiter unverändert. Es notierten in Mark pro 50 Kilo frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkerei- butter 142 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 120. Holländische Markenbutter 146 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 1. März Nachdem vor etwa 10 Tagen die Preise eine Ermäßigung erfahren haben, ist nunmehr mit Wirkung vom 28. Februar eine weitere Senkung um bis zu IV2 Pf. für deutsche und um 1 Pf. für ausländische Eier eingetreten. Im Großhandel rechnet man in Kürze mit einer weiteren Herabsetzung. Infolgedessen herrschte im Einkauf ziemliche Zurückhaltung, zumal sowohl der Groß- als auch der Einzelhandel noch erhebliche Mengen zu alten Preisen auf Lager haben. Im Absatz an den Konsum hat sich bis jetzt noch keine stärkere Belebung gezeigt. Die Zufuhren in deutschen Eiern haben sich stark vermehrt, für ausländische Eier waren die Anlieferungen etwas geringer. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Handelsklasseneier S IOV2, A 9’/2 bis 93/4, B 9 bis 9’A, C 8V2 bis 9, D 8 bis 8Vd. Holländer, Dänen und Flandern Kl. S IOV2, Kl. A 9V2 bis 10, Kl. B 9 bis 9V2. Bulgaren (Originalware) 8V2 bis 9. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß». Abend- börke Schlußkurs ecbluBi. 2Jlutag< börie Datum 28.2. 1.3. 28.2. | 1 3. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99,4 99,4 99,6 99,7 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 5’/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 101,3 101,65 101,75 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ..... 112,65 112,65 — 112,4 41'1% Deutsche Reichspostschatzaw Weisungen von 1934, I. — — —• —— 6% efjem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (ruckzahlb. 102%)....... _ 97 —— 97 4’Ä% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold N. 12 .. 96 96 —— — 5/z% ehem. Hess. Landcs-Hypo- tbekenbank Darmstaot Lioui 99,25 99,4 — — 4l/2% ehem. 8% Darmsl. Komm. Landesb.Goldschuldverscbr. R 6 __ _ — — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auc-los.-Rechten ............. — Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,5 113,5 114 — 4/2% ehem.8% Franks.Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 95,75 95 75 95,75 96 &y2% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... 5%% ehem. 4>/2% Rheinische 99,475 95,75 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 99,5 99,5 _ 4/2% ehem. 8% Pr. Landeöpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 4/2% ebem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 105^8 105^9 105?8 105,9 4% Oesterretchische Goldrente.... 26,75 27 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,2 1,2 1,2 1,2 4% Ungarische Goldrente....... 8^25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,5 7,75 7,6 7,75 41 o% öe-jql. von 1913.......... 7 fi5 5% abgest. Goldmexitaner von 99 11 11 10.9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 8.5 8,5 — Franlfurl a. M Berlin Frankfurt a. M. Berkin SbeaT börV Schluß- lurs Sattußk. Miitag- börse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse 'Dalum 28.2. 1 3. 28.2 1.3. Datum 28.2. 1.3 28 2. 13. 4% desgl. Serie 11 .......... 8.5 8,5 4,3 4,4 8,7 Mansselder Bergbau....... Kokswerke ................ . 3 92 9' 91 93,25 105,13 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — . 5 104,4 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 — —— — 7,15 Phönix Bergbau........... . O 55,65 56 55,25 — 4% Rumänische vereinh. Rente 2%% Anatolier ............ 4,05 4,05 4,1 4,1 Rheinische Braunkohlen .... 12 207,5 208 — 208,5 34,75 35 34.25 35,2 Rheinstahl ................ 314 95 95 95,25 94,4 Vereinigte Stahlwerke...... . O 46,75 46,75 46 70,4 Hamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ......... O 0 0 30,25 30,4 33,75 33,9 30,25 26,9 33,5 30,5 27,75 33,65 Olavi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... . 0 . 5 . 5 7% 12,4 110 109,5 12,65 110,13 109,25 12,13 104,75 106.5 12,5 109,9 109 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 87 87,5 85,5 87 Kaliwerke Salzdetfurth..... 147 149 146 148,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 114,5 115,5 115 116 Commerz- und Privat-Bank ... 0 84,5 84,75 84,25 84,75 I. G. Farben-Industrie..... . 7 141 141,13 140,9 141 Deutsche Bank und Disconto- Scheideanstalt............. . 9 206 207 Gesellschaft................ 0 84,5 84,75 84,25 84,75 Goldschmidt .............. . 0 90,5 90,75 90.25 89,13 Dresdner Bank.............. 0 84,5 84,75 84,25 84,75 Rütgerswerke ............. . 4 104,65 105,5 103.25 105,4 Reichsbank ................ 12 167 166,65 169,4 167,5 Metallgesellschaft........... . 4 90,75 91,25 89,5 91,9 A.E.G...................... 29,5 1 29,75 140.75 141 106,9 106,75 29,25 30,13 141 106,65 Philipp Holzmann......... . O 87,25 88,5 87 88,75 Bekula.................... 139,65 104,5 Zementwerk Heidelberg .... . 5 119,25 119,25 — Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Cementwerk Karlstadt....... . 4 127 127 — Licht und Kraft ........... 6 V. 117 117,5 116,5 117,5 Felten & Guilleaume......... 0 87,25 87 85,65 87,25 Schultheis Patzenhofer ..... . 4 — — 102,25 101,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 5 114,75 115,75 113,4 115,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) . 0 54,75 55 54,4 55 Rheinische Elektrizität ........ 5 111,5 112 110,5 111,75 Bemberg................. . 0 — 117,65 117,25 117,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 — — Zellstoff Waldhof .......... . 0 105,25 106,9 101,25 106,5 Schuckert LCo............... 4 98,75 99,65 98.4 99,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 79,75 79,5 76.5 79,65 Siemens & Halske............ 7 146 146 147,75 145,75 Dessauer Gas ............. • 7 - — 125,25 128 Lahmeyer LCo.............. 7 123 123,5 120 123,5 Daimler Motoren.......... . 0 50,25 51,5 80.9 85,65 Deutsche Linoleum......... . 6 144,75 146 144 146 Buderus ................... 0 90,75 91,25 99 99,5 70 70,25 99,25 99,25 88,25 91,25 Lrenstein L Koppel ........ . 0 — — 84,5 85,75 Deutsche Erdöl.............. Gelsenkirchener.............. Harpener................... 4 98,75 69 98,25 99,9 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 . 0 39,4 197 159 39,25 196 39 194.5 39,25 197 159,75 0 O 98,75 Äccumulatoren-Fabrik...... 12 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. O — — 87 86,75 Conti-Gummi ............. — — — —— Llse Bergbau ............... 6 — — — 146 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 122 1 122,75 121 124 Gritzner................... . 0 35 34,75 35 34,5 Klöcknerwerke .............2Vt 85,5 । 86 84,75 86,25 Mainkraftwerke Höchst a.M... . 4 90 90 - — Mannesmann-Röhren........ O| 77 1 77,13 75,9 76,9 Süddeutscher Zucker ........ . 91 162 162,5 164 — Lombardzinsfuß 5 0. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 28. Februar l.MLrz Amtliche Notierung Geld I Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Air?. 0,636 0,640 0,633 0,637 Brüssel .... 58,21 58.33 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,194 0,196 0,194 0-196 Sofia ...... 3,047 3,053 3.047 3,053 Kopenhagen. 53,73 53,83 53,35 53,45 Danzig..... 81,315 81,475 81,315 81,475 London ..... 12,03 12,06 11,945 11,975 Helsingfors.. 5,315 5,325 5,275 5,285 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,29 168,63 168,40 168,74 Italien..... 21,14 21,18 21,14 21,18 Javan ...... 0.702 0,704 0,699 0.701 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,47 60,59 60,04 60,16 Wien....... 48.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,92 10,94 10,84 10,86 Stockholm... 62,04 62,16 61,60 61,72 Schweiz ... 80,72 80,88 80,72 80.88 Spanien.... 34,06 34,12 33,99 34,05 Prag....... 10,39 10,41 10,38 10,40 Budapest ... Neuyork... 2,476 2,480 Sanknotea. 2,469 2,473 Äerlin,1.M