') Deutschland tritt ins neueIahr dem Nuntius O r s e n i g o. Ein schönes Sie Aelljahrsempsänge beim Führer kanzler fanden auch in diesem Jahr in der beim vielem ^ayr m oer oeim tei( @eneraI ber Infanterie Göring. Nachdem der 'n Weis?^ statt Di?'Äeie " Aeichswehrminister in kurzer Ansprache dem Führer gan- >m der Ser Empfang der Diplomaten gehren, erhebt sich ohne Zweifel über der Weltfriede mit all seinen gleich darauf der der Artillerie F 1 <1 Formationen von Obersturm- Die Diplomaten ei Portal des Palais, ge am^meiften bei alle anderen i beendet, breiten Doyen, leinen in dem irt von ihrem sich erst, nachdem der Führer Zimmer zurücktritt. Ein paar B b 21L haben sich mit einem veilchenstrautz durch die Wenge wieder in das Mitglieder des großen Alpengewunden und von Blomberg, der Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch und der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder. Außerdem nahm an diesem Empfang ton des rechten palaisfliigels unmittelbar an der Straßenfront. 3n seiner Begleitung befinden sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Lammers und fein persönlicher Adjutant Obergruppenführer Brückner, sowie der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, 2Najor Hohbach. Richt endenwollende Heilrufe schallen dem Führer entgegen. Der Sturm der Begeisterung legte verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschal von Hindenburg üblichen Weise statt. Die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel wurden einaeleitct durch das Beziehen der neuen Wacht- räume des Heeres in der Reichskanz- die Wünsche der Wehrmacht zum Ausdruck gebracht hatte, tauschte der Führer mit jedem der erschiene- DieGlückwimWe derWehrmacht Die Neujahrsempfänge beim Führer und Reichs- ftehen mit dem hochgerecklen Blumenstrauß inmitten des Dammes. Lin Wink des Führers und die beglückten jungen Wädels in der braunen Jacke dürfen ihm persönlich die Blumen überreichen. Auch zwei Steglitzer Jungvolkjungen hatten dem Führer im Namen ihrer Kameradschaft einen riesigen Blumenkorb überreicht. Der Führer dankte den Jungen persönlich für dieses Geschenk. Um 12.45 Uhr waren die offiziellen Empfänge das Brandenburger Tor, au l e i. hierzu marschierte kurz vor 10 Uhr mit klingendem Spiel eine Ehrenkompanie des Wachregiments vor dem Haufe Wilhelm- straße 78 auf. Nachdem der Kommandant der Stadt Berlin, Generalmajor Schaumburg, Meldung erstattet hatte, schritt der Führer die Front der in Paradeaufstellung stehenden Ehrenkompanie ab und nahm ihren Vorbeimarsch ab. hieran schloß sich um 11 Uhr derEmpfangder Vertreter der Wehrmacht im „Hause des Reichspräsidenten" Wilhelmstraße 73. Dort waren erschienen: der Reichswehrminister Generaloberst führer v. Arnim. Um 12.30 Uhr traf Obergruppenführer von I a g o w in Begleitung des Reichssportführers von TschammerundOsten sowie des Gruppenführers U h l a n d und des Inspekteurs beim Chef des Kraftfahrwesens, Oberführer Oppermann ein. Nachdem er die Front der Ehrenbereitschaft des ' r dritten hatte und die Meldung Feldjägerkorps abgesch: der angetretenen Fo bannführer O f e entgegengenommen hatte, führte er u. a. aus: Die SA. hat in diesem Jahr durch Verrat einiger Weniger einen schweren Schlag erlitten. Aber nicht rückwärts, sondern vorwärts schaut der Kämpfer, vorwärts wollen wir unseren Weg gehen, den Weg der Pflichterfüllung, des Gehorsams, des Opfergeistes, der nationalsozialistischen Gesinnung. Wir wollen nichts anderes sein, als treue Gefolgsmänner des Führers. Aus dem Neujahrsbefehl des Stabschefs ersehen wir, daß die SA. wieder zu dem alten Ansehen, das sie in schweren Kampfjahren genossen, gebracht werden wird. Ihr Männer der Ehrenstürme marschiert heute an eurem ober- Bild bietet sich den vielen Zuschauern dar. Der Nuntius in seinem karmoisinsarbenen Umschlag, die anderen Diplomaten, zum größten Teil in goldbestickten Fracks und mit den buntbetreßten Zweispitzen. Ein Wagen nach dem andern rollt hinauf. Immer wieder muß die Wache unter präsentiertem Gewehr stehen und der Tambour die Trommel wirbeln, wenn ein Botschafter das Palais verläßt. Noch eine Ueberraschung bot sich den geduldig Ausharrenden vor dem Palais. Als sämtliche Diplomaten das Palais verlassen hatten, tritt plötzlich die Wache wieder unter Gewehr. Im Portal erscheint der Führer, begleitet von seinem militärischen Adjutanten Major Hohbach. Umbrandet von dem Jubel der harrenden Menge geht der Führer, nach allen Seiten grüßend, zur Wachtruppe, begrüßt den Offizier und schreitet dann die Front ab. Lin kurzes Gespräch mit dem führenden Leutnant hält den Führer noch einige Minuten draußen im Garten zurück. Noch einmal dankt der Führer der Menschenmenge und begibt sich dann wieder in das Palais zurück. Die Wachtruppe tritt ab, der große Neujahrsempfang des diplomatischen Korps, der erste beim Führer Adolf Hitler, ist beendet. Auswirkungen auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Das schmerzliche Erleben jeden Tages zeigt uns, daß ohne den Weltfrieden das Wirtschaftsleben abstirbt, die Arbeit fehlt, und der menschliche Fortschritt zum Stillstand kommt. Euere Exzellenz! Wir verhehlen uns nicht, daß sehr ernste Hindernisse dem Weltfrieden noch im Wege stehen. Aber wir sind überzeugt, daß, so schwer sie auch sein mögen, sie sich nicht als unüberwindlich erweisen werden, dank des Zusammenwirkens aller Menschen, die guten Willens sind, und unter dem Zeichen der Gerechtigkeit und Menschenliebe, dieser Tugenden, die für die Erreichung einer weltweiten Verständigung unerläßlich sind. Mit diesem Wunsche, den sicherlich jedermann teilen wird, geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr uns diese Annäherung der Gei st er bringen möge, die die beste Gewähr für den Frieden ist. In diesem Wunsche, Exzellenz, sind zugleich die besten Wünsche für Ihr Land ausgedrückt; denn gerade durch wohlgefestigte brüderliche Beziehungen zwischen den Völkern wird man diese reiche Blütenzeit wieder herbeiführen können, die einer der Hauptpunkte Ihres machtvollen Programms für den Wiederaufbau Deutschlands ist. Das sind die Wünsche, Exzellenz, wie sie angesichts der schweren Sorgen der gegenwärtigen Stunde aus unseren Herzen überströmen. Möge der Allmächtige dazu seinen Segen geben. Möge der gute und gerechte Wille aller Menschen sie zur Wirklichkeit werden lassen!" Des Führers Antwort. Der Führer und Reichskanzler antwortete hierauf mit folgenden Worten: „Herr Nuntius! Mit aufrichtigem Danke nehme ich die Glückwünsche entgegen, die Eure Exzellenz im Namen des diplomatischen Korps und zugleich im Namen Ihrer Souveräne und Staatsoberhäupter zum Beginn des neuen Jahres dem deutsche Volte und mir dargebracht haben. Sie haben, Herr Nuntius, von dem heißen Wunsche der Menschheit nach Erhaltung des Friedens gesprochen und mit Recht hervorgehoben, daß ohne die Gewißheit des Friedens auf keinem Gebiete menschlicher Tätigkeit ein gedeihlicher Fortschritt zu erhoffen ist. Sie können überzeugt sein, daß diese Worte der Auffassung des ganzen deutschen Volkes entsprechen, kein Land kann das Bedürfnis nach Frieden tiefer empfinden als Deutschland, das nach schweren Jahre voller Not und Leid alle Kräfte für seinen innern Wiederaufbau zusammengefaßt hat, das diesen Wiederaufbau in Ruhe vollziehen will, und das für seine Lebensrechte von den anderen Ländern nur die gleiche Anerkennung und Achtung fordert, die es ihnen selbst entgegenbringt. Wit seiner Politik, die unverrückbar auf diesen Grundsätzen beruht, wird Deutschland stets ein sicherer Garant des Friedens sein. Wenn Sie, Herr Nuntius, auf Schwierigkeiten und Sorgen hingedeutet haben, die sich aus der gegenwärtigen Lage ergäben, fo bin ich mit Ihnen der Ansicht, daß sie sich bei allseitigem guten Willen sehr wohl beseitigen lassen. Ich sehe in den Beziehungen der Volker kein Problem, das nicht bei verständnisvoller Behandlung einer gütlichen Losung zugänglich wäre! Ich vermag auch nicht zu glauben, daß es heute irgendeiner verantwortlichen Stelle des Auslandes an dem guten Willen fehlte. Das deutsche Volk und seine Regierung sind jedenfalls entschlossen, das ihrige zu einer Gestallung der Völkerbezie- hungen beizutragen, die ein ehrliches Zusammenwirken au f der Grundlage der Gleichberechtigung aller sicherstellt und dadurch allein das Wohl und den Fortschritt der Wenschheit gewährleistet. 2Höge das neue Jahr uns diesem erhabenen Ziele näher bringen! In dieser Hoffnung spreche,ich Ihnen, Herr Nuntius, sowie Ihnen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Negierungen und Völker im Namen des deutschen Volkes und in meinem eigenen Namen meine herzlichsten Neujahrs- wünsche aus!" nen Herren Neujahrsglückwünsche aus. Die Ehrenwache im „Hause des Reichspräsidenten" erwies bei der An- und Abfahrt der Vertreter der Wehrmacht die vorgefchriebenen militärischen Ehrenbezeugungen. Um 11.15 Uhr empfing der Führer eine Abordnung der „Salzwirker Brüderschaft im Thale zu hall e", die ihm nach altem Brauch der Halloren Salz, Schlackwurst und ein Glück- wunschgedicht, den sogenannten Neujahrs- carmen, überbrachte. Der Führer dankte mit freundlichen Worten und sprach der Abordnung zugleich für ihre Brüderschaft feine besten Neujahrswünsche aus. zen Wege von einer großen Menschenmenge begleitet. Die Landespolizei nahm ihren Weg die Linden entlang durch Friedrichstraße und Leipziger Straße, marschierte weiter über den Leipziger Platz zum Hause des Mini st erpräsi deuten General Göring, dem die Kapelle ein Ständchen brachte, und kam dann zur Tiergartenwache zurück. Kaum hat die Landespolizei die Linden verlassen, ertönten erneut vom Tiergarten her Marschtritte und Musik. Von einem berittenen Offizier geführt, marschierte um 6.30 Uhr eine Ehrenkompanie des Wachre-giments mit Musikkorps — Spielleuten und Blasmusik — heran, hell klingt der Weckruf „Freut euch des Lebens" unter dem Brandenburger Tor. Geradeaus führt der Weg zum Lustgarten, am Schloß vorbei, durch die Breitestrahe, Gertraudenstraße bis zum Spittelmarkt, wo die Auflösung des Zuges erfolgte. Ohne Spiel ging es dann zurück zur Kaserne in der Rathenower Straße. 3n der Wilhelmstraße. Tausende huldigen dem Führer. Ehrenbezeugungen erwies. Die SA. begrüßt ihren obersten Führer. Neujahrsappell und Vorbeimarsch der Berliner SA. Im Lu st garten fand heute ein großer Neujahrsappell der Ehrenformation der Berlin - Brandenburger SA. statt. Auf dem Platz, auf dem die Berliner SA. schon so oft aufmarfchiert war, waren heute die Ehrenstürme der Berliner und einiger Brandenburger Standarten sowie ein Ehrensiurm der Motor-SA. und eine Ehrenbereitschast des Feldjägerkorps angetreten. Auf dem rechten Flügel standen die Feldzeichen und Blutfahnen der Gruppe Berlin-Brandenburg. Vor der Front standen unter dem Kommando des Oberführers Geyer die höheren SA.-Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg. Unter vielen anderen fah man auch den Führer der Gruppe Pommern, Gruppenführer Friedrich, Gruppenführer Prinz August Wilhelm sowie den Rektor der Technischen Hochschule Ober- . Die Reichshauptstadt stand, wie immer am ersten Tage des neuen Jahres, ganz im Zeichen der großen Empfänge, bei denen die Vertreter der in Berlin akkreditierten Mächte, die Wehrmacht, Partei- unb Regierungsvertreter sich einfanden, um dem ersten Beamten des Reiches, in diesem Jahre zum ersten Male dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, und durch ihn dem deutschen Volke für das neue Jahr die Glückwünsche auszusprechen. Zehntausende Berliner und Volksgenossen aus dem Reich, die in zahlreichen Sonderzügen zum Jahreswechsel in die Reichshauptstadt gekommen waren, füllten die Bürgersteige. In der Wilhelmstraße, besonders aber vor der Reichskanzlei und vor dem bisherigen Haus des Reichspräsidenten stauten sich die Massen, die dem Führer, der sich mehrfach auf dem Balkon zeigte, zujubelten. Festlicher Flaggenschmuck auf allen öffentlichen Gebäuden gaben dem Regierungsviertel die Note eines besonderen Tages. Gegen 10.45 Uhr kommt Bewegung in die wartende Menge. Ein Dienstwagen rollt in den Vorgarten des Reichspräsidentenpalais ein, der erste offizielle Besucher ist eingetroffen. Die Wache, 30 Mann, 6 Unteroffiziere und ein Tambour unter Führung eines Leutnants, präsentiert das Gewehr, wahrend der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. R a e d e r, und gleich darauf der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, sowie der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, der die Front der Ehrenkompanie abschreitet, eintreffen. Stürmisch begrüßt wird auch Reichsluftfahrtminister Göring, der m iNieger- uniform erscheint. Inzwischen war die Abordnung der „Salz Wirker Brüderschaft im Tal zu Halle" w ihren malerischen Trachten elngetrossen. Kaum haben die Vertreter der Wehrmacht das Palais verlassen, da rollt schon ein Wagen nach dem anderen mit den Diplomat en in oen Vorhof ein. Immer wieder muß die Wache das Gewehr präsentieren und bei den Botschaftern ertönt dumpfer Trommelwirbel. Sofort nach dem Empfang des diplomatischen Korps erscheint der Führer auf dem Bal- eigenen Namen hie beften Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für das Gedeihen Ihres Volkes entbieten zu können. Unter den Gütern, die die Menschen heutzutage 3n der Silvesternacht vor der Reichskanzlei. Begeisterte Kundgebung für den Führer. Berlin, 1. Jan. (DNB.) Trotz des strömenden Regens hatten sich in der Silvesternacht Tausende vor d e r R e i ch s ka n zt e i in der Wilhelmstraße eingefunden, um den Beginn -des neuen Jahres im Angesicht ihres Führers zu begehen. Sie fangen das Deutschlandlied und das Horst-Weffel- Lied, riefen immer wieder: „W i r wollen unfern Führer sehe n." In ihre Rufe fchallten um Mitternacht feierliche Glockenklänge der nahen Kirchen. Endlich, um 12.30 Uhr, erhellte sich plötzlich ein Fenster im ersten Stockwerk der Reichskanzlei. Unter brausenden Heilrufen der Menge trat der Führer an das Fenster und begrüßte feine Volksgenossen, die ihm wieder und wieder die Hände entgegenstreckten und ihrer Liebe und Treue in Jubelrufen Ausdruck gaben. Nur langsam lösten sich die Menschenmassen auf, immer noch zurückschauend nach dem Hause des Führers. Das große Wecken am Reujahrsmorgen. Tiefe Dunkelheit lagerte am Neujahrsmorgen über Berlin. Der Regen, der die ganze Nacht hindurch niedergegangen war, wurde allmählich schwächer. In den Straßen sah man die letzten Unentwegten, die die Silvesternacht bis in den Vormittag hinein ausdehnen wollten. Da wurde nach 6 Uhr früh von der Charlottenburger Chaussee her Marschmusik gehört. Das Große Wecken setzte ein, an dem Landespolizei und Reichswehr beteiligt waren. Um 6.15 Uhr marschierte eine Ehrenhundertschaft und ein berittener Zug der Landespolizeigruppe General Göring von -der großen Tieraartenwache kommend unter den Klängen des Preußischen Marsches d u r ch Alsdann folgte der feierliche Neujahrsempfang der Diplomaten durch den deutschen Reichskanzler. Der Führer und Reichskanzler empfing in der traditionellen Weife sämtliche hier beglaubigten fremden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger, um ihre und ihrer Regierungen Glückwünsche zum Jahreswechsel entgegenzunehmen und letztere für die fremden Souveräne, Staatsoberhäupter, Negierungen und Völker im eigenen Namen und im Namen des Deutschen Reiches zu erwidern. Dieser Staatsakt fand im großen Saale des „Hauses des Reichspräsidente n", Wilhelmstraße 73, in der gleichen Weise statt, wie er zur Zeit des verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg alljährlich am Neujahrstag zu geschehen pflegte. Um 11.30 Uhr begann d i e A u f f a h r t der ausländischen Missionschefs, denen im Ehrenhof des Palais die Ehrenwache des Heeres die vorgefchrie- benen militärischen Ehrenbezeugungen durch Präsentieren des Gewehres und beim Nuntius und bei den Botschaftern außerdem durch Trommelwirbel erwies. , . . , Der Führer und Reichskanzler, in dessen Begleitung sich der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, die Staatssekretäre Dr. Meißner, von Bülow und Dr. Lammers, der Chef des Protokolls, G r a f v o n B a f f e w i tz, die Referenten der Präsidialkanzlei, Ministerialdirigent Dr. Doehle und Oberregierungsrat Kiewitz, sowie der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, Major H o ß b a ch, und der persönliche Adjutant Obergruppenführer Bruckner befanden, betrat um 12 Uhr den großen Saal, in dem die Diplomaten bereits Aufstellung genommen hatten. Die Ansprache des Äuntlns. Der Doyen des diplomatischen Korps, der apostolische Nuntius Msgr. Caesare Orsenigo, Erzbischof von Ptolemais, richtete an den Führer eine französische Ansprache, die in Übersetzung wie folgt lautet: „Herr deutscher Reichskanzler! Eine schöne Tradition weiht den heutigen Tag dem Austausch von Glückwünschen zwischen den Völkern. Wir, als Vertreter der Staaten, die mit Deutschland diplomatische Beziehungen unterhalten, sind glücklich, Eurer Exzellenz im Namen unserer Souveräne und Staatsoberhäupter sowie in unserem Nach dem Austausch der Ansprachen begrüßten der Führer und Reichskanzler und nach -hi., d., Reichsminister des Auswärtigen die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger und nahmen deren persönliche Glückwünsche entgegen. Nachdem der Führer sich mit seinem Gefolge verabschiedet hatte, verließen auch die fremden Missionschefs das „Haus des Reichspräsidenten", wobei die Ehrenwache erneut unter Gewehr trat und militärische Hr.l Erster Watt 185. Jahrgang Mittwoch, 2.Zannar 1935 Erscheint täglich, außer JKSSBOP A Ak. ’WflT A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ ▼ für die Miltagsnummer WL'KZWr £ richten: Anzeiger Gießen V I I I I • gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. gronifurt am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und 5teindruckerei R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftzstelle: Schulstrahe 7 MengenabschlüsseStaffel8 t- uuu em maajtigrr massen umsäumten Linden zur Wilhelmstraße. In Fünfzehnerreihen, gut ausgerichtet und im strammen Schritt marschierten dann die Ehrenforma- tionen am Führer vorbei. Eine ungeheure Begeisterung entstand, als die zerfetzten Sturmfahnen, von denen jede auf schwarzem Band den Namen eines Gefallenen trägt, und dann die Standarten mit den sieggewohnten Adlern am Führer vorbeigetragen werden. Der Führer stand in einem Auto; bei ihm Obergruppenführer Brückner, der Chef des Stabes Lutze mit seinem Adjutanten Oberführer Reimann, Reichsminister Dr. Frick und Brigadeführer Fritsch, ferner der Reichssportführer SA.-Gruppenführer von Tschammer und Osten. Als der letzte Marschtritt verhallt, begibt sich der Führer durch das große Tor zurück in die Reichskanzlei. Da reißt die Absperrung, und Jungen und Mädel stürmen auf den Führer zu, um ihm Blumen und Glückwünsche zu bringen und ihm die Hand zu drücken. Noch mehrmals zeigte sich der Führer im ersten Stockwerk der Reichskanzlei am Fenster, da mit den gewohnten Sprechchören die Menschenmenge immer wieder nach ihm verlangte und in immer neuen Versen ihrem Verlangen und ihrer Begeisterung Ausdruck gab. Noch bis in die späten Abendstunden war die Wilhelmstraße von dichten Menschenmengen besetzt, die immer noch daran hofften, den Führer noch einmal sehen zu können. Groß war der Jubel, als der Führer zu einer kurzen Ausfahrt noch einmal die Reichskanzlei verließ. Rückblick und Ausblick. Eine Gilvesteronsprache des Reichspropagandaministers Or. Goebbels. Berlin, 1. Jan. (DNB.) Der Führer hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf an die NSDAP, erlassen: Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen! Ein für Deutschland ereignisreiches Jahr ist zu Ende gegangen. Zum zweitenmal feiern wir i n unserem Staat den 1. Januar. Mit Stolz kann die Bewegung auf ihre Leistungen in den letzten zwölf Monaten zurückblicken, denn die staatliche und moralische Regeneration sowohl wie die wirtschaftliche Wiederaufrichtung unseres Volkes sind ihr Werk. Wohin wäre Deutschland gekommen ohne sie? Die Nachwelt wird dereinst die Größe dieser allgemeinen Umwälzung geschichtlich feststellen, die im zweiten Jahr des nationalsozialistischen Regimes fortgeführt und befestigt wurde. Noch vor zwölf Monaten prophezeiten unsere Gegner für das Jahr 1934 den unausbleiblichen Zusam- bruch des neuen Reiches. Deutschland und das deutsche Volk aber sind auf allen Gebieten Ihrer nationalen Existenz und Selbstbehauptung st ä r - ker geworden. Trotzdem uns in diesem Jahre die Vorsehung in dem Generalfeldmarschall den großherzigen Vermittler genommen hatte, ist die g e i st i g e Ueber- einstimmung zwischen der Idee der nationalsozialistischen Bewegung, ihrem Wollen und dem deutschen Volk eine immer innigere geworden. Nach der im letzten Sommer vorgenommenen Säuberung der Partei von unwürdigen Elementen ist sie heute mehr denn je d e r tatsächliche pol^i tische Willensträger der Nation. Sie ist dies nicht etwa aus unberechtigter und damit überheblicher Anmaßung, sondern zu recht, bestätigt durch die erneut festgestellte Willensmeinung der überwältigenden Mehrheit unseres Volkes. Ich weiß, meine Parteigenossen, daß dies im kommenden Jahr nicht nur so bleibt, sondern s i ch noch verstärkt, denn: die große reformatorische Arbeit an Volk und Reich wird weitergeführt. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und soziale Not wird fortgesetzt. Den Feinden und Phantasten aber, die soeben wieder glauben, durch eine Flut von geschriebenen Lügen und Verdächtigungen das nationalsozialistische deutsche Volk und 1935dasZahrderErtüchtigimg fmdieHitlerjugend Oie NeujahrSbotschast des Reichsjugendführers Baldur von Gchirach. Saarfrage ist durch loyales Entgegenkommen zwischen Berlin und Paris aus der Atmosphäre gefährlicher Ueberhitztheiten herausgenommen und wieder in eine normale und leidenschaftslose Betrachtungsweise zurückversetzt worden. Die deutsche Forderung auf nationale Gleichberechtigung wird mehr und mehr in der Welt begriffen und gebilligt. Dem weisen und behutsamen Vorgehen des Führers in allen kritischen Situationen des vergangenen Jahres ist es zu verdanken, daß dem schwergeprüften europäischen Erdteil der Frieden erhalten blieb und die dunklen Gewitterwolken, die an Konflikten interessierte Elemente über Europa zusammengebraut hatten, sich mehr und mehr verziehen. Welche Ziele hak das deutsche Volk sich nun für das Jahr 1935 zu stellen? Unsere Anstrengungen müssen wirtschaftlich dahin gehen, die Arbeitslosigkeit im konzentrischen Angriff des kommenden Frühjahrs und Sommers aufs neue zu attackieren, um sie wiederum, und diesmal entscheidend, zurückzuwerfen. Es muß uns dabei gelingen, in der Devisen - und Rohstoff-Frage zu greifbaren Ergebnissen und fühlbaren Erleichterungen zu kommen. Hand in Hand damit geht ein zielbewußter und auf weite Sicht eingestellter Kampf um die allmähliche Hebung des Lebensstandards des Gesamtvolkes, verbunden mit der endgültigen Durchsetzung einer gedanklichen und praktischen Solidarität der deutschen Ration, die für alle Zukunft un- zerbrechbar fein muß. Innerpolitifch wollen wir mit Ernst und Sachlichkeit den Versuch machen, den Kirchen st reit zu beendigen und damit auch auf diesem letzten Gebiet innerer Spannungen die noch verbliebenen Reste von Krisenstoffen aus dem Wege -zu räumen. Es wird und muß gelingen, den Frieden des Volkes auch in kirchlicher Beziehung zu sichern und die Summe von Kraft, die bisher noch hier gebunden war, einheitlich und zielbewußt auf große nationalverbindliche Aufgaben zu lenken. Des Führers BoWast an die Partei. sten SA.-Führer, an dem Führer des gesamten deutschen Volkes, vorbei. Dieses Führers wollen wir gedenken. Der Führer Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil!" Dann erklingt das Horst-Wessel-Lied. Inzwischen haben aus der Schloßrampe 23 Hitlerjungen v o n d e r S a a r, die mit ihren Motorrädern nach Berlin gekommen sind, Aufstellung genommen. Der Obergruppenführer begrüßt jeden einzelnen der Jungen durch Handschlag. Dann formieren sich die angetretenen Verbände zur Marschkolonne. Der Obergruppenführer setzt sich an die Spitze, neben ihm Gruppenführer von Tschammer und Osten, dahinter Gruppenführer Uhland und der Staatskommissar der Reichshauptstadt Standartenführer Lippert. Die Kolonnen setzen sich in Bewegung und der Marsch geht durch die von dichten Menschen- Freiburg i. B., 31. Dez. (DNB.) Am Silvesterabend sprach Reichsminister Dr. Goebbels von Freiburg i. B. über alle Sender zum deutschen Volk. Er führte u. a. folgendes aus: Meine deutschen Volkgenossen und Volkgenossinnen! Zum letzten Male im ablaufenden Jahre 1934 habe ich Gelegenheit, zu Euch allen zu sprechen. Ich benutze sie vorerst, um Euch die herzlich- sten Grüße und Glückwünsche des Führers, der Partei und der Regierung zumJahreswechselzu übermitteln. Sie danken Euch durch meinen Mund für das Uebermaß an Vertrauen, das Ihr ihnen im Jahre 1934 in schweren und sorgenvollen zwölf Monaten unbeirrt entgegengebracht, für die Ausdauer und mutige Zähigkeit, mit der Ihr die harten Kämpfe um das Leben und die Zukunft der deutschen Nation bestanden, und für den Opfersinn, den Ihr dabei in den vielen Prüfungen bei der Verwirklichung einer neuen deutschen Volksgemeinschaft immer wieder bewiesen habt. Sie bitten Euch, auch im kommenden Jahr von derselben Festigkeit beseelt zu bleiben und der Welt das edle Beispiel eines einmütigen Volks zu geben, das, wenn auch vom Schicksal nicht verhätschelt, dennoch tapfer seinen Mann steht in der Behauptung seines nationalen Daseins. Die Regierung und die Partei aber versprechen Euch, so wie in den hinter uns liegenden Jahren, auch im kommenden hart zu sein in der Verfechtung unserer unabdingbaren Lebensinteressen und nicht zu ruhen und zu rasten, bis Deutschland sich wieder den Platz unter den anderen Völkern zurückerkämpft hat, der ihm auf Grund seines Charakters, seiner Tüchtigkeit und seiner Leistungen gebührt. Das Jahr, das nunmehr hinter uns liegt, war reich an Kämpfen, und es wurde uns dabei nichts erspart an großen Prüfungen und schweren Belastungen. Es war ein turbulentes Iahr, in dem das Schicksal uns gegenüber nicht kargte mit Erfolgen, aber auch nicht mit Enttäuschungen mannigfacher Art. Jedoch berun- sterbliche Lebenswille unseres Volkes hat alle Widerstände siegreich nieder- dergebrochen und das System des nationalsozialistischen Staates steht heute fester und unerschütterlicher denn je. Wit Stolz und innerer Genugtuung können wir auf die vergangenen zwölf Wonate zurückschauen. Wir sind uns selber treu geblieben und haben uns damit den Segen des Himmels verdient, der uns in so überreichem Wahe bei unserer Arbeit und in unserem Kampfe zuteil wurde. Wirtschaftlich gesehen ist es uns in dieser relativ so kurzen Zeitspanne gelungen, die Arbeitslosigkeit wiederum um bedeutende Millionenziffern zurückzudrängen. 4,5 Millionen Menschen, die yeute wieder an den Maschinen stehen oder in den Kontorstuben sitzen, sind lebendige Zeugen des organischen und auf weite Sicht eingeleiteten Wiederaufbauprozesses unserer nationalen Produktion. Gewiß wird niemand die großen Schwierigkeiten verkennen, denen wir bei der Ankurbelung unseres Wirtschaftsprozesses begegnen mußten. Der Mangel an Devisen und Rohstoffen macht sich vielfach unangenehm bemerkbar. Aber auch hier wird es deutscher Tüchtigkeit und deutschem Erfindergeist ohne Zweifel gelingen, in absehbarer Zeit Mittel und Wege zu finden, um uns entweder den Zugang zu ausländischen Märkten wieder zu eröffnen, oder aber im Inland durch eigene Produktion unsere Wirtschaftsbasis auf das für unser Volk notwendige Maß zu erweitern. Auch das s o z i a l e L e b e n bat im abgelaufenen Jahre durch gesetzgeberische Maßnahmen sowohl wie auch bei der Befestigung des Volksgemeinschaftsgedankens mannigfache Befruchtungen erfahren. Die Idee der Kameradschaft eines ganzen Volkes »beginnt sich zusehends zu verwirklichen, die Arbeit als Begriff ist von einem neuen Ethos erfüllt. Das Winterhilfswerk hat auch in diesem Jahre weit über alle Erwartungen hinweg seine soziale Mission an den Aermsten unseres Volkes erfüllt. Niemand weiß besser als wir, daß noch in weiten Kreisen der deutschen Arbeiterschaft die L o h n- und Gehaltsfrage sehr im Argen liegt. Es wird Aufgabe kommender Anstrengungen sein, den Lebensstandard des ganzen Volkes auf eine Höhe zu heben, die als menfchen- und kulturwürdig in jedem Sinne angesprochen werden kann. Aber gerade der Arbeiter wird am ehesten Verständnis dafür aufbringen, daß es zuerst notwendig ist, jeden wieder zu Beschäftigung und Brot zu bringen, ehe daran gedacht werden kann, das Lebensniveau des Volkes 'im Ganzen zu heben. Leider haben die inneren Spannungen auf dem Gebiet der kirchlichen Auseinandersetzung mancherorts unerfreuliche Formen angenommen. Dar muß um so bedauerlicher erscheinen, als sich hier und dort bereits die Nörgelsucht und boshafte Rechthaberei einer kleinen Schicht von ewigen Kritikastern ihrer bemächtigt hat, um im Schütze des sogenannten Kirchenkonflikts Sabotagearbeit am Staate selbst zu betreiben. Es bedarf keiner Betonung, daß Partei und Regierung mit wachsamen Augen diese Entwicklung beobachten, ohne einen Zweifel darüber zu lassen, daß sie keineswegs gewillt sind, dem Staate oder dem Volke Schaden antun zu lassen. Die Stabilität unserer innerpolitischen Verhältnisse gab dem Führer und seiner Regierung die Möglichkeit, die deutsche Außenpolitik wieder in einem Maße zu aktivieren, das uns für die nächste Zeit reiche Hoffnungen verspricht. Die DNB. Berlin, 1. Jan. Die Hitlerjugend leitete das neue Jahr mit einer ernsten Gedenkfeier für die Toten des Weltkrieges und für ihre gefallenen Kameraden ein. Die Veranstaltung gab dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach Gelegenheit, eine Neu- j a h r s b o t f ch a f t an die deutsche Jugend zu richten, die über die Sender auch zu den im Reich zu Gedenkstunden versammelten Formationen der HI. übertragen wurde. Am Ehrenmal der Toten des Weltkrieges Unter den Linden legte Baldur von Schirach einen Lorbeerkranz nieder, dessen rot- weiß-rote Schleife die Aufschrift trug: „Ihr lebt!" Außenpolitisch ist die ganze Nation von dem sehnlichsten Wunsch erfüllt, am 13. Januar das deutsche Saaroolk geschlossen wieder zurück zum Reich zu holen und es gibt kein Gefühl, das uns stärker und zwingender bewegte, als das der Liebe und der brüderlichen Verbundenheit, mit der wir unsere uns bisher entrissenen deutschen Brüder und Schwestern an der Saar wieder in unsere Arme schließen wollen. Wir können und werden dabei die Hoffnung nicht aufgeben, daß es uns, wenn am 13. Januar d i e letzte territoriale Frage, die uns von Frankreich scheidet, gelöst ist, dann auch gelingen wird, mit dem großen französischen Volk zu einem wirklichen und dauerhaften Frieden zu kommen, bei dem beide Partner als gleichberechtigte Nachbarnationen erkennen werden und müssen, daß in ihrem friedlichen Ausgleich der Keim der wirtschaftlichen Gesundung und einer neuen politischen Ordnung für ganz Europa liegt. Im festen Blick auf die Aufgaben, die das neue Jahr uns stellt, erfüllen sich unsere Herzen m i t tiefer Dankbarkeit und verehrungsvoller Liebe für den Führer, der der deutschen Nation den Weg aus Wirrnis, inner- politischer Zerrissenheit und außenpolitischer Ohnmacht gewiesen hat. Die ganze Nation vereinigt sich in heißem und inbrünstigem Gebet zum allmächtigen Lenker aller Menschen- und Völkerschicksale, dem Führer Gesundheit, Kraft undeine gesegneteHandbeiall feinen Tun und Lassen zu verleihen. Er selbst aber hat an das deutsche Volk, dem er mit Leib und Seele verschworen und mit ganzem Herzen verbunden ist, nur die eine Bitte, i h m weiter sein Vertrauen, seine Liebe und seine tätige Hilfe zur Verfügung zu stellen. Wo in allen Erdteilen und auf allen Weltmeeren die deutsche Zunge klingt, da steigt um die Stunde der Jahreswende sein Name aus Millionen und Millionen dankerfüllten Herzen leuchtend empor und Mil- lionen und Millionen Lippen sprechen ihn in zitterndem Erbeben aus. Er ist das Schicksal, nach dessen Gesetz wir angetreten sind, die Hoffnung, aus die wir bauen, der Glaube, mit dem wir uns fest und vertrauensvoll dem harten Leben stellen. Gott segne den Führer und sein Werk! Deutsche Reich zu entzweien, und das ihnen verhaßte Regiment stürzen zu können, wird die harte Wirklichkeit nach zwölf Monaten die gleiche Widerlegung zuteil werden lassen wie in dem Jahre, das hinter uns ließt. An der D i s z i p l i n u n d T r e u e der nationalsozialistischen Partei und ihrer Anhänger sowie am unerschütterlichen Glauben sowie der B e h a r r l i ch k e i t d e r F ü h r u n g wird jeder Versuch, Deutschland zu schädigen, am Ende ergebnislos jein. Nach dem Abschluß dieses Jahres danke ich all meinen Mitarbeitern und Führern der politischen Organisation der nationalsozialistischen Partei, den Führern der SA., SS., des Arbeitsdienstes, der Hitlerjugend und des NSKK., den Führern unserer Bauern- und Arbeiterorganisationen sowie den Führerinnen der Frauenschasten und des BDM. für die unentwegte Treue und den b linden Gehorsam, die sie mir entgegenbrachten und in denen sie mir folgten. Ich danke damit aber auch den Millionen der Parteigenossen und Anhänger, den zahllosen braven SA.- und SS.-Männern für die treue Anhänglichkeit an meine Person als ihren Führer, für die Hingabe an die Bewegung, für ihre Opfer und für ihre Arbeit im Dienste unseres Volkes und damit für ihren Glauben an Deutschland. Ich danke auch den Millionen Unbekannter und Namenloser, die die Erfüllung unseres Wollens durch ihre fleißige, sachliche Mitarbeit ermöglichen halfen. Das Jahr 1935 soll uns alle erfüllt sehen von einem verstärkten Eifer des Kampfes und der Arbeit für unser Volk. Diesem aber wollen wir nichts besseres wünschen als ein Leben in Ehre und Frieden. Denn dann wird es unserer Arbeit mit Gottes Hilfe gelingen, der Nation auch das tägliche Brot zu sichern. Am heißesten aber wünschen wir für das Jahr 1935 die Rückkehr jenes deutschen Gebietes, das durch seine Stimme des Blutes am 13. Januar die u n - lösbare Gemeinschaft mit dem Deutschen Reiche vor aller Welt bekunden wird. Es lebe die nationalsozialistische Bewegung! Es lebe unser einiges deutsches Volk und Deutsches Reich! München, den 1. Januar 1935. Gez. Adolf Hitler. Auf dem I o h a n n e s f r i e d h o f in Plötzen- f e e am Grabe des Hitlerjungen Herbert N o r k u s, der am 24. Januar 1932 fein Leben hingeben mußte, hatten Formationen der HI., der Marinejugend, des BdM. und des Jungvolks Aufstellung genommen. Kränze und Blumensträuße schmückten das Grab. Schwarze Rauchwolken fliegen aus Opfer- schalen beiderseits des Hügels hoch. Baldur von Schirach begrüßte die Eltern und Verwandten des Hitlerjungen und verkündete bann, nachdem er einen Kranz niedergelegt hatte, die N e u j a h r s b o t s ch a f t. In ihr heißt es u. a.: Das Jahr 1934 wurde zum Jahr der Schulung erklärt, das Ziel dieser Parole war die Ein» führung aller neugewonnenen Jugend in Geist und Gesetz der nationalsozialistischen Bewegung. Rückblickend kann ich heute, am Morgen des 1. Januar 1935, mit Stolz feststellen, daß die Hitlerjugend in ihrer Gesamtheit die Aufgabe des vergangenen Iah- res in vorbildlicher Weife bewältigt hat. Im Laufe des vergangenen Jahres verfügte ich eine totale Mitgliedersperre, um eine Ueberlaftung der HJ.-Führer zu verhindern, die durch den ständigen Zustrom zu unseren Jugendorganisationen hätte entstehen können. Diese Mitgliedersperre wird hiermit mit sofortiger Wirkung für beschränkte Zeit aufgehoben. Allerdings wird das Verbot der Doppelmitgliedschaft in vollem Umfang aufrechterhalten. Als Neujahrsgeschenk für die Hitlerjugend an die gesamte deutsche Jugend hat sich die Reichsjugendführung entschlossen, eine gewisse Milderung des Verbotes der Doppelmitg^edschaft insofern eintreten zu lassen, als sie jeder Einheit der nationalsozialistischen Jugendoerbände, also jeder Einheit des Jungvolks, des BdM. und der HI. gestattet, Gäste aufzu- nehmen, und zwar auch solche Gäste, die anderen Jugendverbänden, auch katholischen, angehören. Die Arbeit der Hitler-Jugend im neuen Jahr beginnt mit den Führertagungen aller Gebiete. Das ganze 1935 wird zum Jahr der Ertüchtigung erklärt. Es gilt den Gesundheitszustand der gesamten deutschen Jugend zu heben und die Fehler und Nachlässigkeiten der vergangenen Erziehungsepoche zu überwinden. Mit meiner Forderung nach körperlicher und beruflicher Höchstleistung muß ich als Führer der mir anoertrauten Jugend ganz besonders harte Best immungen gegen solche Unterführer und Unterführerinnen erlassen, die es zu einer Ueberanftrengung der von ihnen geführten Jugendlichen kommen lassen. Solche Jugendführer und Jugendführerinnen, dis entgegen den ihnen erteilten Weisungen, die ihnen folgende Jugend in ihrem Gesundheitszustand gefährden, werden mit Wirkung vom 1. Januar 1935 mit Ausschluß aus der Hitler-Jugend b e ft r a f t. Unser besonderer Gruß gilt heute d e r deutschen Elternschaft. So wie unsere stolze Jugendbewegung nie ohne die verständnisvolle Hilfe der deutschen Eltern in der Vergangenheit hätte bestehen können, so bauen wir auch in unserer zukünftigen Arbeit auf dem Vertrauen der Mütter und Väter unserer Jugend auf. Dankerfüllt muß sich am 1. Januar 1935 jeder Junge und jedes Mädel dessen erinnern, daß die schönste und kostbarste Errungenschaft der Hitler- Jugend das Vertrauen der deutschen Eltern ist. Dieses Vertrauen zu bewahren und zu stärken ist die vornehm st e Pflicht jedes Führers und jeder Führerin im neuen Jahr. Nur bann wird die Arbeit der Jugend von Bestand fein können, wenn der Segen des Elternhau- e s auf ihr ruht. Mit stolzer Ehrfurcht im Herzen ;ehen wir ans große Werk. Ueber uns die Fahne Adolf Hitlers, die Fahne des Friedens und der Ehre. Ein Aeujahrsausrus des VDA. Der Volksbund für das Deutschtum im Auslande veröffentlicht folgenden Neujahrsaufruf: Das vergangene Jahr hat im Reiche das Be- wußtsein der Verbundenheit mit den Volksgenossen draußen gestärkt und vertieft. Der Volks turns- a e d a n k e wird als Verantwortungsge- ühl gegenüber den Werten des Blutes, der Gemeinschaft und der Opfer- pflicht auch dem Außenvolkstum gegenüber sich im Reiche steigend durchsetzen. Das gilt besonders ür die junge, im neuen Geist aufwachsende Generation. Dank daher allen jungen und altbewährten Mitarbeitern im VDA. für die bewiesene Einsatz- treue. Wir wissen: Jede volksdeutsche Gruppe steht in Verantwortung an ihrem Platze in schwerem Kampf um ihre Erhaltung. Nur jene Einmütigkeit, die uns in ihrem Schlußkampf die Deutsche Front zeigt, jene allen deutschen Volksgruppen bitter notwendige letzte Geschlossenheit aller Deutschen in den Grundfragen des Daseins läßt uns vor dem Schicksal bestehen. Euer Schicksal, ihr Volksgenossen draußen, ist aller Deutschen Schicksal. Kampf ruft aber auch die tiefsten Kräfte wach. Formen und Institutionen mögen da und dort sinken, deutscher G e i st aber wird den Kampf bestehen. Wir im Reiche werden unentwegte und selbstlose Treuhänder sein ür euren Glauben an das deutsche Volk im Reiche und für die wachsende Gemeinschaft aller Deutschen. Ihr werdet eure 21 r t und Würde wahren, wie wir auch anderes Volkstum achten und anerkennen. Im Zeichen des siegreichen Schlußkampfes an der Saar, der auch ein volksdeutscher Sieg sein wird, grüßen wir euch mit: „Volkheil!" Dr. Hans Steinacher, Leiter des VDA. Oer Lustschutz ttn Vormarsch. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme, nimmt in einem zum Jahreswechsel veröffentlichten Rückblick auf das Jahr 1934 Gelegenheit, die Leistungen und Erfolge im Aufbau des zivilen Luftschutzes aufzuzeigen. Danach umfaßt der Reichsluftschutzbund fast 5 Millionen Mitglieder, die in 18 000 Untergliederungen zusammengefaßt sind. In 2100 Luftschutz- schulen unterweisen 9000 Luftschutzlehrer die Bevölkerung und die Amtsträger des RLB. in den Maßnahmen des Selbstschutzes. Unter 1,5 Millionen im Luftschutz ausgebildeten Volksgenossen befinden sich 280000 Amtsträger und 800000 Luftschutzhauswarte. Die wichtigste Selbstschutzmaßnahme, die Entrümpelung der Hausböden, ist im Reichsdurchschnitt zu über 50 v. H. durchgeführt. 7000 Schutzräume wurden nach den vorgeschriebenen Richtlinien errichtet und ausgestattet. An die Technische Nothilfe. Der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.- Gruppenführer W e i n r i ch, veröffentlicht folgenden Neujahrsbefehl: „Die Technische Nothilfe hat mit Ablauf des Jahres 1934 eine schicksalsreiche Zeit seit ihrer Entstehung hinter sich. Im Jahre 1919, als die Zersetzung der deutschen Lebenskräfte sich vollzogen hatte, wurde zur tatkräftigen Bekämpfung der deutschen Not die Technische Nothilfe gegründet. Seit dieser Zeit stand die Technische Nothilfe im härtesten Kampf gegen einen immer fortschreitenden Terror, der den Lebenswillen des deutschen Volkes zu zerstören suchtch. Unzählige Fälle des blutigsten Terrors zeugen dafür, mit welchem Haß man den Nothelfer bekämpfte. Ich weiß, wie schwer gerade die treuesten Anhänger unter der Not der Zeit und den wirtschaftlichen Sorgen zu leiden hatten. Dennoch hieltet Ihr trotz schwerer Opfer fest zusammen, wenn Ihr angegriffen und geschmäht wurdet wegen Eurer selbstlosen Liebe zu Volk und Vaterland. Der Füh- SeverinA über seine Haltung d ungeteilt zu erhalten fassung durch den Nein. Ich wü Leben gewidmet raren. Severing kam Frieden Eur st ä n d i g e n k t e r s eines diesen Namen verdiene, und der Andensaa ländischenArbeiter! und der Gesa oben zum Jahreswechsel einen s u. a. heißt: Menschen. Eentscheidung für den und Herabsinken Arbeiter in den erband deutscher Arbeit- und im G e s a m Gewerkschaften, Dich von einer mit uns heim. leiben. den. Verbannuncher Sinowlew-Gruppe. Moskau, 1. t wurden, wird sich Voraussicht- die Abberufung mit den Gerüchi ur t e i l u n g d glied des Für oder gegen Deutschland Severing wünscht eine imposante Mehrheit für die Rückgliederung der Saar. gen verbannt, 1 Posten abber führenden Leute d Boguslawfki, sind kutien verba aufgetaucht wäre Urteilsbegründun rungen weder reale Grund • ine Illusion. Sie hat trotz ;efallener unverbindlicher Aeuße- ine rechtliche, noch eine a g e. Jetzt wird die Entschei- gegen Deutschland getros- s ch e dringend, daß sie für m Interesse des Landes, dem die leiner Betätigung im öffentlichen :eien Gewerkschaften, bekenne elen zehntausender auf- ........ , die zu sprechen und gerade heute im land und Fran f e n worden sind. Die anderen Opposition, wie Sykzow, Rutin- on vor einiger Zeit nach I a - l t worden. P a r i s, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Am heutigen Mittwoch tritt unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Lebrun im Elysee ein M i n i st e r - r a t zusammen, in dem die Entscheidung über Lavals Romreise fallen wird. Man behauptet, Präsident Lebrun sei sehr für die Durchführung der Reise, aber in der Presse findet man keine Anhaltspunkte dafür, daß die Schwierigkeiten behoben worden sind. Nach dem „Oeuvre" sollen der österreichische Gesandte E g g e r - M ö l l - w a l d und der österreichische Völkerbundsvertreter P s l ü g e l dem französischen Außenminister zugestanden haben, daß sich Oesterreich mit der Teilnahme der Nachfolge st aaten an dem Garantiepakt ab finde. Sie sollen jedoch ihre Opposition gegen die Beteiligung von Staaten aufrecht erhalten haben, die weder Großmächte noch geographische Nachbarn Oesterreichs sind. Französischerseits wolle man allerdings diesen Einwand nicht gelten lassen. Das „Echo de Paris" berichtet, Mussolini habe dem französischen Botschafter in Rom, C h a m- brun, noch immer nicht den Empfang bewilligt, um den dieser im Auftrage seiner Regierung bereits am Samstag nachgekommen sei. Italien soll jetzt sogar vorschlagen, daß außer Rumänien noch ein anderer Staat, der nicht geographischer Nachbar Oesterreichs ist, nämlich Polen, an dem Garantiepakt beteiligt werde. Das Blatt meint, die polnische Teilnahme wäre nicht nachteilig, aber es sei schwer zu begreifen, wie Polen diese neuen Verpflichtungen mit denjenigen in Einklang bringen könnte, die es mit Deutschland verbänden. „Journal" lehnt die Vermittlung Englands zwischen Frankreich und Italien als unzweckmäßig ab. Im ganzen gesehen ist der Eindruck, den gut unterrichtete französische Kreise gewonnen haben, ausgesprochen pessimistisch. Man verhehlt kaum noch, daß die französisch-italienischen Verhandlungen sich totgelaufen hätten, obwohl man den Ausdruck „scheitern" möglichst vermeidet und sich auf die Bemerkung beschränkt, daß die Reise Lavals nach Rom verschoben sei und die Besprechungen von Kanzlei zu Kanzlei fortgeführt würden. Die französische Diplomatie hat sich anscheinend davon überzeugen müssen, daß die italienische Orientierung mit der bisher betriebenen rer des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, beendete im Jahre 1933 die deutsche Not und schuf ein einiges Deutsches Reich. Mit Stolz blicken auch wir auf das Jahr des Sieges. Die Parole für das kommende Jahr heißt: A u f- bau und Festigungbes Erreichten! Die Nothelferschaft wird weiterhin in Treue zum Führer stehen und im Glauben an Deutschland zu jedem Opfer bereit sein." Aus aller Welk. Raubmord in Wiesbaden. Im Schloßpark zu Wiesbaden-Biebrich wurde am Silvesternachmittag eine Frau mit schweren Der- letzungen aufgefunden, die alsbald nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus st a r b. Die Erschlagene wurde als die 38jährige Elisabeth P e i ch e l aus Traunstein, die in Biebrich zu Besuch weilte, erkannt. Die Polizei konnte den Mörder schon am Silvesterabend in einem Tanzlokal ermitteln und estnehmen. Nach einem eingehenden Verhör legte der Verhaftete am Neujahrsmorgen ein Geständnis ab. Er hat die Peichel mit einem harten Gegenstand von hinten niedergeschlagen und ihr die Börse abgenommen, die zwei einzelne Markstücke enthielt. Bei dem Mörder handelt es sich um den 28jährigen Peter R o st, der verheiratet und Vater von zwei Kindern ist. verhängnisvolle Gasexplosion. — Ein Sind gelötet, vier Sinder schwer verletzt. In Berlin spielten am Neujahrstage Kinder mit bengalischen Streichhölzern. Ein brennendes Streichholz fiel in einen Schacht, in dem Rohre der Gaswerke liegen. Hier hatte sich infolge eines undichten Ventils Gas angesammelt. Durch das brennende Streichholz explodierte das Gas. Zwei Kinder fielen in den Schacht, während die anderen auf die Straße geschleudert wurden. Fußgänger, die den Vorfall beobachtet hatten, holten die in den Schacht gefallenen Kinder heraus und benachrichtigten die Feuerwehr, der es gelang, nach ungefähr 20 Minuten den Schaden zu beheben. Von den Kindern wurde ein 14jähriges Mädchen so schwer verletzt, daß es bereits seinen Verletzungen e r l e g en ist. Vier weitere Kinder wurden schwer verletzt. Ammoniakexplosion in einer Londoner Fabrik. In einer chemischen Fabrik im südöstlichen Teile der Londoner City erfolgte eine Ammoniak- explosion, da ein Haupthahn der Ammoniakanlage nicht abgedreht worden war. In kurzer Zeit hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die von Polizeibeamten zurückgedrängt werden mußte, um vor den giftigen Dämpfen geschützt zu werden. Nach einstündigem Suchen gelang es den mit Gasmasken versehenen Feuerwehrleuten, den Haupthahn der Ammoniakanlage zu finden und abzudrehen. Der Nachtwächter der Fabrik war durch die Explosion weit fortgeschleudert worden und durch die Ammoniakdämpfe so schwer vergiftet, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Drei Feuerwehrleute waren trotz angelegter Gasmasken ohnmächtig geworden. Schweres Autounglück bei Chemnitz. — Zwei Todesopfer. Auf der Chemnitztal-Straße verunglückte am Silvestertag ein mit vier jungen Leuten aus Auerswalde kommender Kraftwagen. Zwei Insassen des Wagens wurden getötet. Der Wagen, der nach den Feststellungen der Polizei auf der falschen Seite fuhr, schleuderte beim Ausweichen vor einem entgegenkommenden Radfahrer gegen die Chausseesteine und stürzte eine über acht Meter hohe Böschung hinunter. Einer der Insassen starb kurz darauf, der Führer erlag in der Nacht im Krankenhause seinen Verletzungen. Die beiden anderen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Zwei schwere Verkehrsunfälle in Frankreich fordern fünf Todesopfer. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich am Neu- - jahrstag bei Tours. Ein mit drei Personen, darunter einem blinden Gesangslehrer, besetzter Krast- i magert stürzte gegen Abend bei Montlouis in ' die Loire. Der Unfall wurde erst eine Stunde : später von Vorübergehenden bemerkt, die festge- 1 stellt hatten, daß die Schweinwerfer des in den ; Fluß gestürzten Wagens unter Wasser noch leuch- : teten. Die drei Insassen konnten nur noch als ’ Leichen geborgen werden. In der Silvesternacht 1 ist ein Pferdegespann bei Lorient an einer Brücke : in den Oust-Fluß gestürzt. Die beiden Insassen des : Wagens ertranken: ihre Leichen wurden von der Strömung weggespült und konnten noch nicht 1 geborgen werden. Chefpilot Teigler tödlich verunglückt. [ Der bekannte Flieger Chefpilot Teigler, der [ zuletzt bei der Fliegerlandesgruppe in Dortmund • war, ist auf einer Autotour in Holland tödlich i verunglückt. Teigler fuhr mit seinem Wagen : auf einen auf der Landstraße fahrenden unbeleuch- , teten Lastzug auf. Teigler wurde auf der Stelle , getötet, während sein Begleiter schwer verletzt wurde. Zwei Knaben durch Crdmossen verschüttet und erstickt. - Ein folgenschweres Unglück trug sich auf einem Bauplatz der Karlsruher Albsiedlung zu. Dort gruben zwei Knaben im Alter von 14 und 9 Jahren nach römischen Scherben. Die ausgehobenen Erdmassen gaben plötzlich nach. Die beiden Knaben : wurden verschüttet und e r st i ck t e n. originelle Art und Weise versucht wivd, den österreichischen Aufbau zu stören. * lieber die Größe und das Ausmaß des inner- politischen Kampfes in Oesterreich gibt ein Aufsatz, den der Polizeipräsident von Wien, Dr. Skubl, unter dem Titel „D a s schwerste Jahr der Polizei" in der christlich-sozialen Reichspost veröffentlicht, beredten Aufschluß. Dr. Skubl gibt bekannt, daß in dem Zeitraum vom 31. März bis 31. Juli 1934 in Wien mehr als 30000Personen durch Kriminalbeamte verhaftet wurden. Dabei seien Personen, die bei Kundgebungen, durch Wachbeamte oder durch andere Abteilungen der Exekutive festgenommen wurden, nicht m i t g e re ch n e t. In Wien wurden in dem gleichen Zeitraum 90 000 Haussuchungen vorgenommen, wovon 25 000 Fälle ein positives Ergebnis gehabt hätten. in. (DNB.) Das Schicksal Si- enews und ihrer drei- Ein Elefant zu Silvester im Münchener Zoo geboren. Der Zoologische Garten München-Hellabrunn wurde am letzten Tag des alten Jahres noch von einem freudigen Ereignis beglückt. Am Montagfrüh wurde dort nämlich ein Elefant geboren. Es ist dies der zweite in Bayern geborene Elefant. Hakenkreuz auf einem englischen Rathaus. Zu ihrem großen Erstaunen bemerkten die Bewohner der ostenglischen Küstenstadt Cromer am Morgen des Neujahrstages, daß auf einem Flaggenmast des Rathauses einegroßeHakenkreuz- sahne in Silber und Schwarz wehte. Da die unbekannten Täter die Flaggenleine abgeschnitten hatten, mußte man den Mast umlegen, um die Fahne zu entfernen. Das Präsidentenauto ohne Trittbrett. Am Neujahrstag benutzte der Präsident der französischen Republik, Lebrun, zum ersten Male seinen neuen Dienstkraftwagen, der kein Trittbrett aufweise. Bekanntlich hat das Attentat in Marseille bewiesen, daß das Trittbrett des Kraftwagens bei einem Anschlag dem Täter die Ausführung seines Vorhabens erleichtern kann. Der lllann, der nie eine Schule besuchte. — E. h. hillman in London gestorben. Auf der Hohe einer glänzenden Laufbahn ist der Begründer und Präsident des größten privaten Lujtfahrtunternehmens von England, Edward Henry Hillman, im Alter von 45 Jahren in London g e st o r b e n. Hillman, der sich rühmte, nie in seinem Leben eine Schule besucht zu haben, war vor dem Kriege einfacher Brauereigehilfe, wurde dann Trommler in einem englischen Regiment und machte den Weltkrieg als Kavallerist an der fran- bisherigen Generalkonsul in r Birsniek, abberufen. In entkleide. Die Welt wolle Titir noch geringe Aussichten für Lavals Komreise. Heute Ministerrat in Paris. - Das österreichische Problem. — Vor einer Neuorientierung der französischen Außenpolitik? St ö t n , 31. Dez, (DNB.) Die ..Kölnische Zeitung" veröffentlicht eine Unterredung ihres Berliner Mitarbeiters mit dein früheren preußischen Minister des Innern Karl Severine über seine Haltuna zehn Buchstaben. Dies trifft auf die russische Schreibweise des Namens des lettischen Generalkonsuls zu. Birsniek gehörte auch 1905 zu den Teilnehmern an der Revolu-tion. Aus dieser Zeit besaß er zahlreiche Verbindungen z u russischen revolutionären Kreisen. Man hält es daher nicht für ausgeschlossen, daß er auch Beziehungen zu den mit Sinowjew und Trotzki sympathisierenden Gruppen unterhalten habe. Eine Reujahrsbotschast des österreichischen Bundeskanzlers. Wien, 1. Jan. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg richtete durch den Rundfunk eine N e u j a h r s b o t s ch a f t an ine Bevölkerung. Er erklärte, daß die Regierung auch im kommenden Jahr für Arbeitsbeschaffung sorgen wolle und ein umfangreiches Programm von Hoch-, Straßen- und Brückenbauten entworfen habe. Auch der Ausbau bei der Poft und bei den Bundesbahnen werden fortgesetzt. Ebenso solle der W e r b u n g für den Fremdenverkehr ein besonderes Augenmerk zugewendet werden. Der Bundeskanzler sagte dann: Und ein weiteres ist es, was wir uns vom Jahre 1935 wünschen müssen, den sozialen und den politischen Frieden. In Oesterreich ist man jederzeit bereit, zuzuhören und zu reden mit jedermann, dem es wirklich darum zu tun ist, eine sachliche Debatte zu führen. Wir sind aber nicht bereit und werden uns niemals dazu bereit finden, auch nur einen Zoll breit abzuweichen von der eindeutigen und klaren österreichischen Linie. Wir werden allerdings nicht verhindern können, daß immer wieder davon gesprochen wird, daß Oesterreich und seine Führung ihre Aufgaben darin erblicken, sich fremd nationalen Einflüssen auszulie- fern ober gar zu verkaufen. Wir werden diesen Blödsinn nicht verhindern können und werden es gewiß auch nicht unterbinden können, daß da und dort immer wieder auf diese gewiß nicht mehr in der Saarfrage Severing verwes zunächst auf seine Bemühungen, die Saar bem deutschen Mutterland uneingeschränkt ur b ungeteilt zu erhalten und antwortete duf die Frage, ob sich seine Aus- Zankapfels । einen Frieden, dc - ----- nicht durch eine Oelle ständiger Beunruhigung beeinträchtigt roerbi dürfe. Neujchrsempfang der Diplomaten in Paris Der Kardinalerzbischof von Westminster gestorben. Kardinal-Erzbischof von Westminster, Kardinal B o u r n e, ist kurz nach Beginn des neuen Jahres geworben. Kardinal Bourne hat ein Alter von 73 Jahren erreicht. 1884 erhielt er die Priesterweihe, 1895 wurde er zum Hauptprälaten des Papstes Leo XIII. ernannt, 1903 wurde er Erzbischof und acht Jahre später Kardinal. Der attkaiholische Bischof Dr. Rloog f. Der Bischof der Altkatholischen Kirche Deutschlands Dr. theol. Georg Moog ist im Alter von 71 Jahren in Bonn g e ft o r b e n. Der Verstorbene, der am 27. März 1934 noch sein goldenes Pnester- jubiläum feiern konnte, stand der Altkatholischen Kirche mehr als zwei Jahrzehnte als Bischof vor. Deutschlands älteste Zeitung stellt ihr Erscheinen ein. Mit dem 31. Dezember 1934 hat die „M ü n - —Augsburger Abendzeitung", die im Jahre 1609 gegründete älteste Zeitung Deutschlands, ihr Erscheinen eingestellt. Am 13. Januar 1934 hatte sie das Jubiläum ihres 325- jährigen Bestehens feiern können. ten standen, die stoßen, weil ihre»-.,.- . Status quo entsö den haben. Darum saardeutscher D i ch zu d e n e u rechter deuther Arbeitsbruder, in der Deuthen Gewerkschaftsfront o ' " i Regimewechsel in Deutschland geändert" habe, mit t einem entschiedenen s ch e auf dringend st e, erklärte Severing qeiter, nach wie vor, daß der Tag ine imposante Mehrheit mung ist — dcian habe ich keinen Zweifel nichts als qi einiger in Genf ist deutsch und Deutschland-------- MachtS nid) mehr Leiter der polizei- exekuöe Saarbrückens. Saarbrück,, 2. Jan. (DNB.) Der Emigrantenkommissar M h t s ist mit dem gestrigen Tage aus dem äußereiPolizeibienst als Leiter der Poli- zeiexekutive Saapückens zurückgezogen wor- Präsident Lebrun empfing bereits am 29. Dezember das Diplomatische Korps zur traditionellen Neujahrsgratulation. Die Aufnahme zeigt die Diplomaten vor dem Palais Elys6e, dem Sitz des Präsidenten, in ihrer Mitte den deutschen Militärattache General Kühlenthal. Saarbrücker, 2. Jan. (DNB.) Die Deut- sche Gewerks;aftsfront des Saargebretes ~ ' r toerbanb deutscher Ar- _________ _____ hließlich auf das Verhältnis zwischen Derischland und Frankreich *■ ab seiner Ansicht Ausdruck, daß ; ifammenrnirfen zwischen Deutscheich der Schlüssel zum v a s liege. Wer aber diese Zu- sche, der müsse auch wünschen, fammenarbeit ro ... .. .. daß die Saarfr;e die Lösung erfahre, die sie ihres Gfjai 41--- '1 den von un ... ----- - . ten geraden eutschen Weg. Wrr strecken Dir die Bruders rd entgegen. Schlage ein, befreie Kleinen-Entente-Politik nur schwer durchführbar ist. Daß Frankreich sich wieder mehr nach England und über England vielleicht nach Deutschland hin orientieren könnte, ist eine in gewissen politischen Kreisen angebeutete Möglichkeit, die, obwohl jede positive Unterlage hierfür fehlt, wiedergegeben zu werden verdient. Die Reise nach London. London, 2. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die jähe Wendung, die zum Jahresende in den französischitalienischen Verhandlungen eingetreten ist, wird auch heute in der Londoner Presse eifrig erörtert. In der Presse wird es jetzt als möglich bezeichnet, daß Flandin und Laval noch vor der Saarabstkmmung nach London kom- m e n werden. Angesichts der Stockung der französisch-italienischen Verhandlungen verengere s i ch natürlich der Bereich der zur Erörterung gelangenden Frage. Die Aufnahme von Abrü - stungserörterungen werde selbstredend wertlos sein, solange das Problem der Sicherheit ungeregelt bleibe und Mitteleuropa in seiner jetzigen unruhigen Verfassung beharre. „Daily Herald" führt aus, wenn in Paris angebeutet werbe, baß Flanbin unb Laval auch bei Nicht- zustanbekommen bes Rombesuches nächste Woche nach London kommen werden, so seien die Beweggründe offenbar doppelter Art: 1. würde ein Besuch in London dazu dienen, den Fehlschlag der Verhandlungen mit Italien zu verhü 11 sn unb einiges von bem verlorenen Ansehen roieber her- zustellen. 2. wünsche bie französische Regierung, nachdem es ihr nicht gelungen sei, mit Italien in der österreichischen Frage eine Einheitsfront herzustellen, jetzt dringend eine Einheitsfront mit Großbritannien in der Rüstungs- frage. Der leitende Gedanke sei, eine Gruppe von Staaten zum Zusammengehen mit Frankreich zu veranlassen unb Deutschlanb gegenüber z u treten. In ben Verhanblungen mit Rom sei ein Schnitzer nach bem anberen begangen worben. Die letzte komische Note werbe burch einen energischen Protest der österreichi- schen Regierung gegen den Plan geliefert, der den Schutz ihrer eigenen Sicherheit bezweckte. , r 5 n i e t 5 in Zusammenhang itebie im Anschluß an bie V e r - M ö r b e r s von ft.i r o ro Wie erinnerlich, war in der avon die Rede, baß ein Mit- nehmer vereirt finb. Arbeitskamerab ber freien ..... rche Dich frei, gehe mit uns rer Trabition bestimm- düng für obere fen, unb i ch w üh , , . , „ , . „ , Deutschlanb lauten möge. Das sage ich niemandem zu Liebesund niemandem zu Leibe, sondern einzig unb allein vier Jahrzehnte b e i t n e h m e r c----- Ausruf an bie A eitnehmerschast bes Saargebietes gerichtet, in bem s u. a. heißt: Entscheibung fr Deutschlanb bebeutet Heim- kehr ins eigcie Vaterlanb unb eigene — 1 ' ’ 1 dessen Ausbau. Entscheider Abstimmung , , für bie Rückfl lieberung bes Saargebt e t s an Deutschlanb ergeben möge. Die Hoffnung auf eire Wieberholung ber Abstim- Dich von einer ührung, bie keine beutsche Ehre unb Pflicht mehrmnt. Dein eigenes Volk ruft nach Dir, zu ihm mu Du zurückkehren. Kehre vereint :mpfe mit uns bafür: Die Saar miß ewig ungeteilt bei Mitarbeit a bessen Ausbau. Entscheidung für Deu hlanb bebeutet austilgen ber Schmach, die mi ben deutschen Menschen bes Saargebietes zus^te. Entscheibung für ben Sta= tus quo bebeutet Bereinigung ber uns zugefügten Schmach unb berFrembherrschaft über urbeutsches Gebiet unb beutscsMenschen. Eentscheibung für ben Status quo bebest Verrat am eigenen Volkstum unb Herabsinken uf bie Stufe eines geknechteten Kolonialvolkes. Äarlänbischer Arbeiter, Du bist doch deutsch: roeijDu deutsch bist, haben tausende Deiner KamerabL die in ben freien Geroerkschaf- verlassen unb finb zu uns ge- jührer sich für ben unnatürlichen jlleb bes Jt t uta rtorp Oaä foflfnannk Leningraber Z mm" mit G e ( b m 111 e . n unter ft üfct ha und ber Sorojetfunf behauptete, Name unb Darne bes betreffenben hatten sech- Der letche Generalkonsul in £et groi> abberufen. norojems, ftc eneros unb ihrer dreizehn Anhäncr, bie mit ihnen zusammen in Moskau verhaft würben, wirb sich voraussichtlich erst in ber nSften Vollversammlung bes Zentralkomitees ber artet entscheiben. Es verlautet, daß Sinowjew nbTjumenimUralgebiet verbannt wir wohin früher einmal ber ehemalige sowjetrushe Botschafter in Frankreich, Rakowski, füttine oppositionelle Tätigkeit ge= schickt worben waä amenero wirb voraussichtlich nach Minussisk verbannt werben. Zusammen mit ihnen tr)en auch ihre An gehöri- bereits von allen ihren R-val, l.Iurbe, wie dis Umsatzzahlen des Einzelhndels zeigen, erwartungsgemäß erreicht. Hunderttausende deutsche Arbeiter erhilten durch die Gewährung der Ehestandsd riehen wieder Beschäftigung. Frankfurter Schlachtiehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Jan (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlag, Vorauftrieb: 889 Rinder (326 Ochsen, 58 Bullen, 49 Kühe, 256 Für- sen), 623 Kälber, 70 Schafe, 578 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bi? 40 Mark, Bullen 25 bis 36, Kühe 10 bis 34, Färse 22 bis 39, Kälber 20 bis 52, Hämmel 33 bis 37, rchweine 40 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Rinder nd Schweine langsam, Kälber, Hämmel und Schaf mittelmäßig. Weitervorausfge. Die Umgestaltung der Wetterige hat sich weiter fortgesetzt, lieber das Baltikun wandert zur Zeit ein Tiefdruckgebiet südwestwärt dem von Norden ein Vorstoß kalter Luft folgt. Lir verbleiben zunächst noch in einem Zustrom panischer Luft, die aber mit der Weiterentwicklungaes südwesteuropäischen Hochdruckgebietes nach torden mehr und mehr aus kälteren Gebieten ammen und demgemäß im Gebirge auch Anlz zu Schneefällen geben wird. Im Hochschwarzrrld sind Neuschneemöglichkeiten aufgekommen uni in den Hochalpen haben sich die dort schon vorhndenen Sportmöglichkeiten weiter verbessert. Aussichten für Donnrstag: Vielfach nebelig, sonst meist wolkig und orübergehend neue Niederschläge, im Gebirge teileife schon Schnee, bei nordwestlichen Winden eins kälter. Aussichten für Freitg: Voraussichtlich weitere Abkühlung mit einzeen Niederschlägen (im Gebirge meist Schnee). Lufttemperaturen am 1. Janua mittags 7,9 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am Januar: morgens 3,1 Grad. Maximum 8 Grad, Mimum 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tfe am 1. Januar: abends 5,5 Grad; am 2. Januarmorgens 5,1 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. FriedriöWilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. kiedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrr, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigileiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt deAnzeigen: Theodor Kümmel. DA. XI. 34: 11 500. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- ad Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämtlidin Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 aschkießlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllustriten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. uniSamstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5ßf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 von2. Juli 1934 gültig. Vermietungen Zu vermieten 1gutmöbl.,ruh., warmes, Helles WohD.-u.lSchiafz. inkl. Licht, Heizg. und Bedienung an ruhige Dame für 50 Mk. monatlich. Schriftl. Angeboteunt.06 an d. Gieß. Anz. Mietgesuche Neuzeitliche M-M. für 1. April 1935 von Arzt nur als Privatwohnung zu miet, gesucht. Schr.Angeb.unt. 04a.d.Gieß.Anz. 5-6 evtl, auch 8-9-Zim.-Wohn(j. zum 1. 4. 35 in gut.Lage gesucht. Schr.Zlngeb unt. 7va.d.Gieß.Anz. 3-5-Zim-lg. möglichst m. 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Haushalt, Gartenbücher, solche über Stallbauten, Fütterung der verschiedensten Haustiere, über Hühnerzucht, Käserei, Handarbeiten, Flickereien und vieles andere mehr. In allen steht unendlich Vieles drin, was man in den verschiedensten Arbeitsschwierigkeiten als helfenden Ratgeber gebrauchen kann, man hat auch wohl schon alles einmal gelesen, aber man kann es natürlich nicht in allen Einzelheiten so genau und sicher auswendig behalten, daß man im Bedarfsfälle unfehlbar Bescheid weiß. Ebenso weiß man im notwendigsten Augenblicke auch nicht, in welchem Buche nun grade das zu finden ist, was für den vorliegenden Fall maßgeblich wäre. Das werden schon viele Hausfrauen gelegentlich einmal zum eigenen Aer- ger und Schaden empfunden haben, denn im Besitze solcher nützlicher Büchlein sind viele von uns. Und kann man dann nach hastigem Suchen — denn Zeit hat man in einem solchen Falle bekanntlich nie übrig — nicht schnell finden, was man gebrauchen möchte, so wirtschafttet man doch so drauf los, wie man aus der Erinnerung denkt, daß es richtig ist. Manchmal tippte man gut, aber das eine Mal, als uns die Erinnerung falsch führte, haben wir immerhin so viel Nackenschläge dadurch erlitten, daß wir darauf sinnen, diesen nicht not- diese Abhandlung in zwei oder drei der vorhandenen Bücher vermuten könnte. Die Kartei steht immer, durch einen passenden Deckel vor Staub geschützt, neben unser» Büchern und dem Archiv, und so sind wir dann immer in der Lage, aus Büchern und Mappen den größtmöglichsten Nutzen zu ziehen. Denn Heraussuchen und Nachlesen gehen nun immer schnell und sicher vonstatten. Eine ähnliche Kartei können wir uns für die Weltrang! Daß die kurze Hosenform nur von sehr gutgewachsenen und schlanken Gestalten getragen werden kann versteht sich wohl von selbst. Die schräget na e s ch n i t t e n e n T a s ch e n zeigen einen verdeckt eingearbeiteten Reißverschluß, eben Löschpapier gelegt und mit einem weißen Eisen geplättet. Bei diesem Vorgang ist der Stoff immer wieder zwischen eine frische Stelle des Löschpapiers zu legen. Falls Ränder zurückblechen, entfernt man sie mit Benzin oder Alkohol. Rotweinflecke werden sofort mit kaltem Wasser ausgewaschen, dann mit heißem Essig oder Zitronensaft beträufelt, der einige Stunden emzie- hen muß. Aeltere Flecke werden mit Wasserstoff- Superoxyd und etwas Salmiak betupft und sofort mit reichlich Wasser nachgespült. Vorsichtig bei bunten Stoffen, damit die Farbe nicht auslauft! Brandflecke werden mit kaltem Wasser, dem man etwas Borax zusetzt, ausgerieben und sogleich trocken geplättet. Stärkere Flecke müssen nachgewaschen werden. Bei gestärkten Stoffen muß die Stärke vor der Chlor-Behandlung ausgewaschen werden. Seidene Stoffe werden mit einer Mischung aus Wasser und doppeltkohlensaurem Natron bedeckt, die solange darauf liegen bleibt, bis der Brei trocken ist. Dann wird er abgeschüttelt. wendigen Uebelstand zu beseitigen.. Ich'kam schließlich zu dem Ausweg, mir eine Kartei anzulegen, und ich bin mit dem Erfolge so zufrieden, daß ich jeder Hausfrau empfehlen möchte, es auch so ober ähnlich zu machen. In langen Jahren hatte ich mir aus Zeitungen und Zeitschriften, die mir gelegentlich ins Haus flogen, eine ansehnliche Sammlung von Kochrezepten, Arbeitsanleitungen, Futterrezepten usw. ausgeschnitten und aufgehoben, ebenso ganze Artikel, deren Inhalt für mich irgendeine Bedeutung hatten. In Kästchen lagen sie alle, zwar schon nach Gebietsgruppen geordnet, aber im Augenblick war ein bestimmter Zettel doch nie zu finden. Das mußte anders werden, wenn meine Sammlung einen wirklichen Wert bekommen sollte. Nach reiflichem Ueberlegen macht ich mich daran, olles fein säuberlich auf Blätter von sogenanntem Saugpost-Papier zu kleben. Dieses Papier ist fester als billiges Durchschlagpapier und dabei viel preiswerter als selbst das billigste andere Papier. Es braucht zwar etwa mehr Klebstoff, weil es diesen z. T. aufsaugt, aber da kann man sich mit einem leicht anzurührenden Pulver für Tapetenkleister helfen. Die fertig geklebten Blätter werden so geordnet, daß alle Gartenartikel zusammenkommen, ebenso alle Kochanweisungen usw. und jede Gruppe für sich wird in einen „Ordner" eingehängt, d. h. Mappen, wie sie die Männer in ihren Büroschränken haben. Innerhalb der Mappen wiederum ordnen wir die Blätter nach dem Alphabet und können nun ganz leicht jedes gesuchte Blatt schnellstens finden,' denn auf dem Rücken jeder Mappe steht die Gruppe verzeichnet, die ihr Inhalt be- Küche Herrichten, jedoch enthält diese nur Anweisungen für die Küchenarbeiten und Kochrezepte im Original, nicht nur Hinweise, wo sie zu finden sind. Andernfalls ist hierbei noch eine Gruppe: Fleckenentfernung angebracht. Auch sie wird uns viel Zeit und Mühe sparen, sobald sie in Ordnung ist und gehalten wird. Kleine Mißgeschicke und ihre Behandlung. L i ch t f l e ck e werden zunächst mit dem vorsichtig abgenommen, der Stoff wird zwischen einqelctmtuen Taschen sind vorteilhafter als die breiternben Taschen mit Klappen unb Knopfverschluß. Die Hosenbeine schließen unten mit einem Strickrand, ebenso ist ein Strickranb in bie Iackenärrnel als Winbschutz eingearbeitet Die Jacke in Westenform ist offen unb hochgeschlossen zu tragen unb kann auf ben Achseln farblich genau passenbe Leberauflagen zum Schutz gegen bie gewachsten ober geölten Bretter haben. Für sonnige Tage, den Uebungshang ober bie Hütte ist em hanbgestrickter Pullove r mit kurzen Aermeln sehr brauchbar. Diesen kraftig- farbigen Pullover kann ein zweiter, ärmelloser unö tiefausgeschnittener ergänzen, der dann aber am besten die Farbe des Anzuges wiederholt. So steht etwa zu einem dunkelblauen Anzug ein geranienroter oder hellblauer Pullover mit einem dunkelblauen Westchen sehr gut aus, und ist die Trägerin brünett, zu einem braunen Anzug ein eidotter- farbener Pullover mit moosgrünem Westchen. Die Farbe des Pullovers kann sich in Stulphand - y . < v 1t ... t J. ( . A I n J « THinhorhnlon -- Lampe für sich haben. Ihr Schein glüht für uns allein. Ist ein Ofen vorhanden, es kann auch em Kamin sein, so wird er in die Ecke mit embezogen werden, da es kaum etwas Behaglicheres gibt. Im Ofenrohr liegen einige Bratäpfel, die itjren ange= nehmen Duft verbreiten. Aber natürlich ist die gemütliche Ecke nicht an Ofen und Kamin, vielmehr an die Stimmung und Behaglichkeit gebunden Sie hat so viel für sich, daß selbst ausgehluftige Ehemänner ihren berühmten Bierabend absagen können, einfach, weil die Ecke sie nicht loslaßt. Cm englischer Schriftsteller sagte in einem ganz neuen Büch: „Deutsche Frauen verstehen es, nut ihrer Sanftmut, ihrem Sinn für das Häusliche, ihrem Gefühl für Behagen den Mann ganz unmerklich an sich zu fesseln. Ohne Willen und Zutun vollzieht sich die Wandlung, die aus einem unruhvollen Gesellen einen häuslichen Ehemann nmcht. Plötzlich kann er es nicht mehr verstehen, daß er Ausgehen unb Herumschweifen ber gemütlichen Ecke seines Heims vorgezogen hat." bchU- Warum blüht die Zimmerlinde nicht? Von Gertrud ZReinfd). Eine ber verbreitetsten Zimmerpflanzen ist wohl die Zimmerlinde, neben den Geranien und Kakteen. Sehr häustg blüht sie aber nicht, und tatsächlich wissen manche Hausfrauen auch nicht, daß Zimmer- linden blühen, wenn — sie richtig gepstegt werden! Zunächst sei beachtet, daß Zimmerlinden unten am Stamm leicht die Blätter abwerfen, wenn sie nicht genügend Nahrung haben. Deshalb muß m erster Linie darauf geachtet werden, daß durch Wasser und ausreichende Düngung (Hornspane) gesorgt wird. Außerdem ist der Rück schnitt zu beachten. Die Zimmerlinde muß in jedem Jahr stark zuruck- qeschnitten werden, wenn sie blühen soll. Dtejen Rückschnitt nimmt man zweckmäßig schon im Marz vor, damit bis zum Winter die jungen Triebe wie- der entwickelt sind. Gleichzeitig kräftigt sich dadurch der Stamm und wird fähiger, spater eine große Krone besser zu tragen. Eine vier- bis fünfjährige Zimmerlinde kann drei bis zehn Blütendolden ha- ben. Ein um das andere Jahr sollte man die Zim- merlinde auch in einen größeren, aber nicht z u gro- ßen Topf umtopfen. Ist der Topf wieder zu groß, geht sie mehr in der Erde in die Weite und ver- wendet alle Kraft für die Wurzelbildung. Das ist auch nicht gut. Eine vier- bis fünfjährige Pflanze wird bei guter Pflege etwa 150 bis 190 Zentimeter hoch, mit einer Krone bis zu l,aO Meter Durchmesser. r e , Zimmerlinden können auch a b g e \ e n f e r t werben. Ieber Ableger gebeiht, wenn er in einen tlcmen Topf gepflanzt unb zunächst mit einem Wasserglas zugebeckt wirb, sofort weiter. Zimmerlmben soll- ten an Hellen Fensterplätzen stehen, da sie Licht brauchen. Aber Sonne ist bis auf Morgensonne zu meiden. Im November kommen dann die ersten Knospen und Dolden, oft bis zu 40 unb 60 Bluten an einer Dolbe. Voraussetzung ist aber, baß sie Den Sommer über richtig gepflegt wirb, sonst bereitet sie uns zur Weihnachtszeit diese Freude nicht. Unser heutiger Vorschlag ist em praktischer Schianzug, dessen Hose sowohl als lange Ueber- sallhose als auch als Pumphose getragen werden kann. Bei der Anfertigung (oder auch beim Ein- auf) ist darauf zu achten, daß das Beinkleid weit genug geschnitten ist, da sonst sein Fall niemals gut sein kann, zumal ja zweckent prechend nur Fe ft er nicht zu dünner Stoff verarbeitet werden'muß. Am besten wohl der bewährte Schitrikot, den es jetzt auch neben dunkelblau und braun auch in helleren Tönungen gibt, zum Beispiel in schiefergrau. Ebenso dankbar ist aber auch reinwollener, nicht zu sehr g er au h t er Che v tot Das neue, weiße Hirtenloden überlas en wir am besten den Promenaden der internationalen Wintersportplätze oder aber — den Läufern von essen ein. Die beliebteste Arbeit bei uns mar der Außendienst. Es war erstaunlich, wie sehr sich alle Madel bemühten, ihren Schutzbefohlenen alles so gut und schön wie möglich zu machen. Der Nachmittag dient ber Schulung unb Freizeitgestaltung. Da bekommen bie Mäbel theoretischen unb praktischen Unterricht. Zweimal wöchentlich halten zwei Mabel Zeitungs- referate über alle politischen unb sonstigen Ereignisse bes öffentlichen Lebens. An ben anberen Tagen sind die Schulungsstunden mit Kochlehre, Ernährungslehre, Säuglingspflege, Unterricht tn Kleider- und Wäschebehandlung, Unterweisung für die Lei- ftung erster Hilfe, dann auch Siedlungskunde, Geschichte und Heimatkunde ausgefüllt. Ost wird auch Sport getrieben, geschwommen, ober es werben kleine Besichtigungsausflüge gemacht. Um 19 Uhr qibt es Abenbbrot unb bann versammeln sich alle im Tagesraum, um noch zwei Stunben mit Basteln, Hanbarbeiten, Vorlesen, Sprechchören Singen und Laienspielen zu verbringen Um 21 Uhr heißt es schlafengehen, unb um 21.30 Uhr muß alles Licht gelöscht sein. Die Mäbel in meinem Lager haben fast alle 15 bis 20 Pfunb zugenommen Ich kann bir nur sagen, Arbeitsbienst ist eine ber besten Einrichtungen, bie ber Nationalsozialismus geschaffen hat, weil man lernt, baß jebe Arbeit ehrenvoll ist unb baß ieber schaffenbe Mensch dem anbern gleichwertig ist, mag er Kopf- ober Hanbarbeiter sein. Einen gibt es nicht ohne ben anberen unb basi ge- rabe ist es, wozu ber Arbeitsbienst erzieht. Achtung ber Arbeit unb Hintenansetzung bes eigenen zum Wohle ber Gemeinschaft." hanbelt. v , .. Wenn wir alle paar Wochen ober Monate bie inzwischen roieber gesammelten Ausschnitte auf bie beschriebene Art zurechtmachen unb in unsere Mappen einorbnen, so bauert es gar nicht allzu lange, bis wir uns auf fo einfache unb billige Weife em wertvolles Nachfchlage-Archiv schaffen, dessen Nutzungswert wir leicht erproben können. Zusammen mit den anfangs erwähnten Buchern und Heften und den gebundenen Jahrgängen unserer Fachblätter macht diese Bücherei uns fähig, auch unvorhergesehener, plötzlich auftretender Schwierigkeiten auf einem oder dem andern unserer Arbeitsgebiete Herr zu werden. . , . . . Um ganz sicher zu gehen, daß wir bei ledern Suchen umgehend das Nichtige finden, benötigen wir noch eine kleine I n h a lt s k a rt e i. Daz brauchen wir einen schmalen, länglichen Kasten und Kartenblätter, die grabe dahinein passen. Diese Blätter können wir uns aus dünnem Kartonpapier vom Buchbinder im Dorf ober m ber nächsten ( Stadt schneiden lassen. Außerdem werden söge- , nannte Leitkarten gebraucht, die aus etwas feste- ; rem Karton und von anderer Farbe fern sollten. Sie müssen auch 1 bis 2 Zentimeter hoher fein, als die gewöhnlichen Karten, um über diese hm- auszuragen. Ihre Oberkante wird in 4 bis 6 gleich- lange Abschnitte eingeteilt, von denen versetzt je einer stehen bleibt. Während die anderen abgeschnitten werden. Zum Schluß stehen diese über- raqenhen Abschnitt- treppenartifl hinteremander über die Kartei hinaus, und da auf ledern 21b- fdmitt ein Arbeitsgebiet verzeichnet ist, finden wir unter ben unmittelbar dahinter einfleorbneten Karton dann bas, was wir aus ber betreffenben (Brunne aerabe suchen. Sa haben mir etwa alle Reiniaunqsmittel, alle Süd)enflerate ober Maickwerfahren, alles was ben Gartenbau, die Uhner/uchi, Sie Krankenpflege aber andere? anaebt beilammen. Denn non ledern Blatt peres ange; , . Karteikarte an l\UnXhTPn k mit ^appennummer oder -titel und ordnen sie, mit .ff aber nid)t etwa rr %n'fnnasmort einer Artikel-Ueberschrist, son- das ^an£?.nrt" bas möglichst genau wieder- karte Gartenbau em. ®w W« fommen, soweit sie men dazukommenden ^art r betreffen, in ebenfalls etwas aus dem Garteno 1 alphabethischer Reihenfolge dazwisch Archivs, verfahren wir mit allen BW eingefügt Wer Sinn für Gemütlichkeit hat, liebt das warme Plätzchen in der Zimmerecke. Meist ist es der Zufluchtsort für Ermüdete und Abgespannte Mitten im Zimmer kann man sich nicht erholen. Da muß man schon eine Ecke haben die uns emhultt Kluge Hausfrauen wissen das und legen großen Wert auf die gemütliche Ecke. Hier befinbet sich die Leselampe mit ihr-m milden Schein. unweit non der anpeneh- Vom deutschen Frauenarbeitsdienst. Von G. Glebsattel. Mit gemischten Gefühlen mache ich mich auf den Weg zum Arbeitsamt, die gelben Bogen mit der inhaltsschweren Überschrift „Antrag auf Zulassung zum deutschen Frauenarbeitsdienst" unter den Arm geklemmt. Da redet mich unvermutet eine Bekannte an. Ich erzähle, was ich vorhabe; sie ist hell begeistert. „Das ist ja wunderbar. Ich war doch auch da, sogar ein ganzes Jahr. Du, ich kann dir sagen, es war die schönste Zeit meines Lebens. Ich hatte es fabelhaft getroffen. Zuerst war ich in Görlitz in Schlesien, also in einem Stadtlager. Es gibt auch noch Forst- und Siedlungslager. Wir 20 Mädel aus allen Berufsschichten wurden von der Führerin und ihrer Unterführerin geleitet. Die Führerin macht alles mit, Arbeit, Sport und Spiel, und sie ist für jede da, die sie braucht. Sie hat ja weitaus am meisten Arbeit, weil sie sich um jede Kleinigkeit kümmern muß. Wir waren in drei Gruppen von Mädeln eingeteilt. Eine hatte Haus- und Küchendienst, die andere machte die Gartenarbeit. Zu unserem Lager gehörte nämlich ein 8400 Quadratmeter großer ©arten, der mehrere Jahre brach gelegen hatte, und den wir nun unter Anleitung eines Gärtners wieder in Ordnung bringen mußten. Es kostete viel Schweiß, aber schließlich waren wir doch soweit, daß wir unseren. Bedarf an Gemüse und Obst aus dem Garten nehmen konnten. Und nicht nur bas; wir konnten auch ben armen Familien, bie wir zu betreuen hatten, manches Mittagessen unb manchen Teller Obst geben. Diese Betreuung armer unb gebrechlicher alter Menschen oblag ber brüten Gruppe. Wir kamen natürlich alle ber Reihe nach in bie einzelnen Gruppen 14 Tage lang. Die Mäbel ber brüten Gruppe hatten also ,Außenbienstt, wie wir es nannten, b. t). sie mußten bie Familien versorgen, bie wir immer vom Wohlfahrtsamt zugewiesen bekamen. Die Tageseinteilung ist in allen Lagern bis gleiche. Um 6 Uhr früh ist Wecken. Man steht auf, macht feinen Strohsack zurecht, legt bie zwei Decken zusammen, wäscht sich unb macht gemeinsam Gym- nastik. Dann folgt bie Flaggenparabe. Die Flagge wirb aufgezogen unb man singt em Lieb ober eine spricht einen Kernspruch für ben Tag. Dann wird echs Stunben gearbeitet. Um 13.30 Uhr fmben sich alle roieber im Lager zum gemeinsamen Mittag- roerben. Das einzige toa)roierigt m für jebe unb Festlegen Karte. Nach kurzer Uebung tf Artikel zwei geworben. Sinb einmal m teqt man wichtige Themen ausgiebig besprochen ' eben zwei Karteikarkn an, . Ordnet werben. Frage kommenben Gruppen eingeordne Qug Nun haben mir nach Emzelabtei ung ' e- lMl-rn Büchern und tz-'t-n m » man tragen. Doch ist das nur dann notig, Meine Haushali-Kartei. Von Gariota Groos Im Laufe der Jahre haben sich in meinem Bücherschränke allerlei nützliche Bücher und Hefte angesammelt, die über so ziemlich alles Auskunft geben, was eine Landfrau auf ihren verschiedenen Arbeitsgebieten braucht. Da sind Kochbücher und praktische Winke für allerlei Vorkommnisse im verkamen rou um - Archiv eingefügt men Sitz- oder Liegegelegenheit.- Em g^nesEtwas möglichst sofort, ehe sie tn ?a5 Uebertegen steht auf einem verhältnismäßig kleinen Tisch,, der werden Das einzige Schwierige ist das U 9 I genug bietet, um Rauchbares und einige ----- Ähmmorts I Gläser aufzunehmen Hauptsache, daß es m der Ecke nicht zieht. Wenn die Fenster undicht sind und dauernd ein kalter Luftzug einstromt, ist die netteste Ecke ungemütlich. Vorhänge bieten guten Schutz, ober man ilemmt einen Gummistreifen etn und Irhliehf auf die Weise jeden Zug aus. Man sollte in der warmen Ecke das Licht nie von ber allgemeinen Lichtquelle beziehen, sondern eine vtiyvm wcyutj^iugie UUH ein NiacytlgN' Oie falsche Verteilung des Goldes. Eine der großen Fragen, die mit der Weltwirtschaftskrise aufs engste Zusammenhängen, ist die Verteilung des Goldes unter den Kulturvölkern. Das Gold ist nämlich auf der Erde keineswegs knapper geworden. Die Golderzeugung hat vielmehr stärker zugenommen als noch vor einem Jahrzehnt erhofft werden konnte. Südafrika und neuerdings vor allem Sowjetrußland fördern alljährlich steigende Goldmengen zutage. Wenn trotz dieser Zunahme der Goldvorräte das Gold seine Funktion als internationales Ta u sch mittel nicht mehr auszuüben vermag, so liegt das ausschließlich an seiner falschen Verteilung. Bei einigen wenigen Notenbanken, insbesondere in den Vereinigten Staaten und in Frankreich, liegen ungeheure Goldmengen nutzlos aufgespeichert. Sie siind im Grunde genommen dem internationalen Handelsverkehr, also ihrem eigentlichen Daseinszweck, entzogen. Der bekannte deutsche Währungspolitiker und Leiter des Instituts für Konjunkturforschung, Professor W a g e m a n n , hat in diesen Tagen in einem vor der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland gehaltenen Vortrage das harte Wort gesprochen, daß sich mit dem bei den internationalen Zentralbanken angehäuften Golde heute höchstens die Tresorbeamten dieser Banken vergnügen. Im übrigen aber ist es völlig nutzlos, weil es keine Kaufkraft mehr zu schaffen vermag. Professor Wagemann vergleicht diesen Zustand sehr treffend mit dem, den die Spanier bei der Entdeckung der Goldreichtümer Mexikos und Perus vorfanden. Dort lagen ungeheure Mengen von Gold ungenützt in den Schatzkammern der Tempel- und Königspaläste. Heute ruhen sie ebenso zwecklos in den Kellern der Zentralbanken einiger Länder, die es verstanden haben, das meiste Gold an sich zu ziehen, dieses Gold ab^r nicht seinem eigentlichen Zwecke, nämlich dem zwischenstaatlichen Warenaustausch zuzuführen vermögen. Das Gold aber, das nicht dem Handel dient, ist so gut als ob es überhaupt nicht vorhanden wäre. Das Gold, das nicht genutzt wird, liefert nur den Beweis, daß es nicht gebraucht wird, daß es also im wahrsten Sinne des Wortes für die wirtschaftende Menschheit nur eine Chimäre ist. Daß der Notenumlauf eines Landes einer Golddeckung, die in den Tresors der Notenbank liegt, nicht bedarf, hat die Stabilität der deutschen Währung in den letzten Jahren aufs deutlichste bewiesen. Auch andere Länder haben gezeigt, daß sie ihren Papiergeldumlauf ohne entsprechende monetäre Gsldvorräte vollwertig zu erhalten vermögen, wenn sie nur eine richtige Geld- und Handelspolitik treiben. Ein Land wie die Vereinigten Staaten dagegen, die bekanntlich über die größten Goldreserven der Welt verfügen, hat trotzdem eine abgewertete Währung? Nicht die Golddeckung, sondern das Verhältnis des Zahlungsmittelumlaufs zu dem Bedarf der Wirtschaft bestimmt den Kurs der Zahlungsmittel eines Landes im inneren wie im zwischenstaatlichen Verkehr. Der Welthandel aber hat gelernt, wohl oder übel auch ohne G o l d auszukommen. Seine Nöte und feine Schwächen sind ganz gewiß nicht auf die Knappheit des Goldes zu- rückzuführen. Weder die Vereinigten Staaten noch Frankreich sind durch ihre angehäuften Goldreserven glücklicher oder wohlhabender geworden. Sie leiden unter den Handelshemmungen und unter der Arbeitslosigkeit nicht weniger als die Länder, die über kein Gold mehr verfügen. Professor Wagemann hat in seinem Vortrage darauf aufmerksam gemacht, daß heute zwei Drittel alles in der Welt vorhandenen Goldes in Ländern aufgespeichert sind, auf die zusammen nur ein Vier- t e I des Welthandels entfällt. Drei Viertel des Welthandels werden also von Ländern betrieben, die über keine ober nur über sehr geringe oder ganz unzureichende Goldmengen verfügen. Wenn also früher eine Beziehung zwischen dem Goldreichtum eines Landes uni) seinem Anteil am Welthandel bestanden haben sollte, so ist sie heute sicher nicht mehr vorhanden. Das Gold ist entthront, es hat seine Herrscherstellung im Reiche des Welthandels endgültig verloren. Ganz gewiß leidet der Welthandel schwer darunter, daß d i e K a u f k r a f t, die früher durch das im freien Verkehr befindliche Gold beschafft wurde, infolge der Einkapselung des Goldes in den Tresors der Zentralbanken zerstört ist. Aber welche Möglichkeiten gibt es, das Gold wieder dem Handelsaustausch dienstbar zu machen? Zweifellos sind auch große Goldmengen von Privatleuten gehortet und dem Verkehr entzogen worden. Vielleicht gäbe es Möglichkeiten, dieses von Privaten gehortete Gold wieder in Kaufkraft zurückzuverwandeln. Aber man schätzt den Wert dieses Goldes auf insgesamt höchstens 8 Milliarden Mark. Das ist ein Betrag, der für den zwischenstaatlichen Warenaustausch kaum ausschlaggebend ins Gewicht fällt. Welches Mittel aber gäbe es, um b i e Notenbanken zu veranlassen, ihre nutzlosen Goldreserven, die ihnen nur eine vermeintliche, trügerische Sicherheit verschaffen, wieder in den Verkehr zu bringen? Professor Wagemann weist mit Recht darauf hin, daß gerade diejenigen Länder, die überreichliche Goldreserven angehäuft haben, eine aktive Handelsbilanz haben. Bei ihnen sammelt sich also immer mehr Gold an. Dagegen ist die Handelsbilanz der goldarmen Länder in der Regel passiv. Es gibt also keine Möglichkeit, das Gold wieder richtig, d.h. so zu verteilen, daß diejenigen, die kaufen müssen und wollen, über genügend Gold verfügen, um wieder eine ihren Bedürfnissen entsprechende Kaufkraft zu erlangen. Wagemann warf deshalb die Frage auf, ob nicht ein'anberes internationales Zahlungsmittel geschaffen werden könne, das den zwischenstaatlichen Warenaustausch zu beleben imstande wäre. Er denkt dabei in erster Linie an eine internationale Banknote. Eine internationale Geldreform ist schon häufig gefordert worden, und es scheint, daß sie heute eine unumgängliche Voraussetzung für die Wiederbelebung des gelähmten Welthandels ist. Viele Währungspolitiker sind der Ansicht, daß das Gold trotz seiner zunehmenden Erzeugung auch bei richtiger Verteilung nicht mehr ausreichen würde, um die moderne Weltwirtschaft mit Zahlungsmitteln von internationaler Geltung zu versorgen. Die Frage ist nur, wer die internationale Banknote ober den internationalen Scheck schaffen soll, ber überall zu vollem Werte gegen Waren aus- getauscht werden würde. Diese Frage ist gewiß nicht leicht zu lösen, und sie hat wohl auch, solange die Nationen noch mit anderen Lebensfragen überreichlich beschäftigt sind, nur theoretische Bedeutung. Die Eröffnung der Winterhilfs-Siraßenlotierie. In Berlin vor dem Schloß waren 400 Verkäufer in ihren bekannten grauen Gummiumhängen erschienen, um Loskasten und Lose entgegenzunehmen. «M Auch ein Schwadronsangehöriger. Von Obergefreiter Scheffer, 3. Esl. 16. Aus den unter dem Titel „Waffenträger der Nation" in Buchform zusammengefaßten preisgekrönten Arbeiten des vom Reichswehrminister veranstalteten Preisausschreibens bringen wir im Folgenden eine weitere Arbeit: Hier soll von einem Schwadronsangehörigen besonderer Art die Rede sein, von einem, der unaufgefordert und ohne jede Verpflichtung nunmehr ein Jahrzehnt in unseren Reihen lebt. Es ist dies ein Beweis dafür, daß es sich im Heere gut leben läßt, sofern man bereit ist, seine Pflicht und Schuldigkeit zu tun und treu zur Fahne zu stehen. Pflichterfüllung erfordert Achtung, und Treue wird mit Treue vergolten. Im Frühjahr 1924 stellte er sich der Kasernenwache vor, machte weder einen gepflegten Eindruck, noch konnte man ihm besondere Schönheiten zusprechen. Er zeichnete sich vor allem durch Unverfrorenheit aus, denn als man ihn fortschicken wollte, ließ er durckblicken, daß man in diefer Beziehung von ihm auf keinerlei Entgegenkommen zu hoffen brauche. So blieb er und verstand es, sich durch Fleiß und gründliche Arbeit Achtung zu verschaffen. Das kam so: Wir litten damals unter einer großen Rattenplage. Besonders die Stallwache konnte ein Lied davon fingen, wie sehr diese Plagegeister uns zusetzten. Hatte man als Posten seine zwei Stunden gestanden und wollte nach der Ablösung die verdiente Ruhe genießen, so wurde sie uns dadurch verleidet, daß die pfundschweren Ratten unbekümmert über uns hinwegmarschierten. Wurde dann plötzlich Licht gemacht und die Flucht in die Schlupfwinkel setzte ein, dann überliefen den Ruhenden ganze Scharen. Die restlose Vernichtung dieser Ratten machte sich der Neue zur ersten Aufgabe. Was wir mit Fallen, Gabeln, Schaufeln und Besen nicht vermocht hatten, das gelang ihm in ganz kurzer Zeit. Am ersten Tage brachte er gleich 22 Stück zur Strecke, dann ließen die Erfolge allerdings von Tag zu Tag nach. Das lag aber nicht an mangelndem Fleiß, sondern daran, daß die Ratten entweder alle weggefangen waren, oder aber, daß sie sich in sichere Gegenden verzogen hatten. Tatsache ist, daß keine Ratte mehr zu sehen war. Dadurch wurde der Fremde aller Freund. Ein Ausruhen, auf den Lorbeeren des Rattenkrieges entsprach nicht seinem Wesen. Er wandte sich nun dem Schwadronsdienst zu, rückte mit uns aus, durchschwamm mit uns die Fulda, wenn es zum Exerzieren ging, und beteiligte sich an allen Hebungen. Nach dem Einrücken zog er auf Kasernenwache. Einmal hatte ihn der Regimentskommandeur bemerkt und verboten, daß unser Freund mit beim Exerzieren sei. Infolgedessen rückten wir am Tage der Besichtigung ohne ihn aus. Er war dem Koch unterstellt worden. Der hatte ihn, weil er seine Vorliebe für Hebungen und feine Verbundenheit mit der Schwadron kannte, eingeschlossen. Das gab unserem Freunde Anlaß, den Weg durchs Fenster zu nehmen. Die Besichtigung hatte kaum begonnen, da kam er angehetzt, und wir freuten uns über sein Erscheinen so, daß alles tadellos klappte und ein Lob für die Schwadron nicht ausblieb. Deshalb wurde ein Bierabend angesetzt; auch da fehlte er nicht. Seine besondere Vorliebe galt den warmen Würsten. Doch obwohl er dem Bier gegenüber strengste Abstinenz bewahrte, fand man auch ihn am Schluß dieses gemütlichen Abends auf dem „Leichenwagen". Bei einem Turnier wurde eine Schaunummer aufgeführt, und als sich die Schwadron schon zur Parade aufgestellt hatte, erschien er plötzlich neben dem rechten Flügel und — kratzte sich hinter dem Ohr. Das half; denn die Richtung stimmte dann haargenau. Bei all seiner emsigen Tätigkeit fand er aber doch noch Zeit, seine bevölkerungspolitische Mission zu erfüllen. Zu abendlicher Stunde verließ er auf. Schleichwegen die Kaserne zum Stelldichein. Böse Zungen behaupteten damals, daß er mehrfacher Vater sei. Wenn dem so war, dann erklärt sich auch seine Freude über den Standortwechsel von Kassel nach Erfurt. Auch hier hat er noch manches geleistet, aber so nach und nach fühlte er sich doch als „alter Knochen". Auf Wache zieht er schon feit Jahren nicht mehr. Sein zeitweiliges Erscheinen dort mutet fast so an, als wolle er prüfen, ob noch alles in Ordnung sei. Vorm Ausrücken drückt er sich auch oft. Trotzdem haben wir ihn alle gern, und jeder steckt ihm etwas zu, und, sofern es nahrhaft ist, zeigt er feine alte Anhänglichkeit. Wir wollen hoffen, daß ihn fein Gesundheitszustand nicht an der Vollendung seiner zwölf Dienstjahre hindert. Es würde uns allen leid tun, wenn wir ihn verlieren sollten, unseren „Prinz" — den Schwadronshund! Italiens Brücke nach Asien. Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, im Dezember. Selbst geographiekundige Leute kommen in Verlegenheit, wenn man sie fragt, welche von den unzähligen Inseln des Mittelmeeres in italienischem Besitz sind. Zu einem neckischen Gesellschaftsspiel aber wird die Frage: Wem gehört der Dodekanes? Die meisten werden auf Griechenland oder die Türkei raten, wenn sie nicht eine gerechte Verteilung vornehmen, bei der auch England und Italien auf ihre Rechnung kommen. Selbst in Italien weiß es nicht einer von Tausend, wo er die „zwölf Inseln" hintun soll. Römer, deren täglicher Umgang die Außenpolitik ist, kratzten sich auf meine Frage grübelnd hinter den Ohren, und als schließlich ein berühmtes deutsches Nachkriegslexikon aufgeschlagen wurde, war dort zu lesen: „...zu den Sporaden gehörige Gruppe von 12 Inseln, mit vorwiegend griechischer Bevölkerung, bis 1912 türkisch, 1912 bis 1918 von Italien besetzt, seit 1919 bis auf das bei Italien verbliebene Rhodos g r i e ch i sch." Punktum. Aber die bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit der Landkarten hat auch nach dem Kriege nicht nachgelassen, Italien zeigte sich geneigt, gegen Einflußzonen in Anatolien auf die Inselkette zu verzichten, es kam zum griechisch-türkischen Krieg, zum zweiten Vertrag von Lausanne (1923) und schließlich blieb Italien, was die allerneuesten Lexika bestätigen werden, in unbestrittenem Besitz sämtlicher Inseln, einschließlich Rhodos. Ein Zukunftsgeschenk von nicht absehbarer Bedeutung, denn die Inseln liegen in langer Kette von Kreta bis Samos dicht vor der Küste Kleinasiens: eine Sperrfortkette ersten Ranges, ein Gürtel von Stützpunkten für Flotte und Flugzeuge — die Brücke nach Asien! Heute ragen diese Felsen und Klippen noch wie die Fialen und Pfeilerkronen eines überschwemmten gotischen Domes aus dem Wasser, sie ragen aus der homerischen Antike noch romantisch in unsere kriegerische Zeit und scheinen nur für Robinsone, für Dichter und Schwärmer geschaffen, morgen aber wird man anders von ihnen sprechen. Denn still und zäh ist Italien ans Werk gegangen, die Brücke strategisch zu unterbauen und kulturell zu verschönern; es bahnt sich hier etwas an wie in der früher so geschmähten tripolitanischen „Sandkiste", von der nun ein so entschiedener Zug ins Weite, nach dem Tschadsee und dem Indischen Ozean ausgeht ... Der Wert der Kolonien und Besitzungen (possedimenti e colonie) ist gar nicht zu überschätzen. Nur wer ihn auf Grund der Handelsbilanzziffern am grünen Tisch ausrechnet, kann zu der Meinung kommen, daß sich Kolonien nicht rentieren, sondern bloß Geld verschlingen. Wenn England jemals so kalkuliert hätte, um dann auf so kahle Felsen wie Gibraltar und Malta zu verzichten, wäre es heute nicht Herr der Welt. Das Italien Mussolinis ist gewillt, von dem größeren Schrittmacher zu lernen. Die 12 Inseln hießen bisher Patmos, Seros, Ka- lymnos, Stampalia, Nisyros, Tilos, Symi, Charki, Karpathos. Kasos, Kos und Rhodos. Heute lautet die amtliche Bezeichnung für die sporadischen Inseln „ä g e i s ch e Inseln" und wenn man sie mit den italienischen Namen aufzählt, von Nordosten nach Südosten: Patmo, Lisso, Lero, Calino, Coo, Nisiro, Piscopi, Simi, Ealchi, Stampalia, Scarpanto, Caso, Castelrosso und Rodi, so merkt der nachzählende Leser, daß es — 14 sind. In Wirklichkeit sind es noch viel mehr, a n d i e vierzig, ungerechnet die kleinen unfruchtbaren Eilande und Klippen. Ein Jnselgewimmel, ein Archipel. Groß und bedeutungsvoll darunter Rhodos, nur 20 Kilometer vom asiatischen Festland entfernt, die Hochburg der Johanniter, einst eine Seemacht, während des Tripolis- krieges von den Italienern besetzt, die es, wie jenes Nachschlagewerk nicht ohne Humor behauptet, „angeblich später an Griechenland ausliefern wollen". Nun, das wird wohl am Sankt Nimmerleinstag fein. Rhodos allein ist so groß wie ein Fürstentum, 1460 Quadratkilometer, während die gesamte Inselgruppe knapp den doppelten Flächeninhalt aufweist. Wer Näheres über diese Inselwelt wissen will. Pfarrer a. D. D. Dr. Theodor Hoppe, der jahrzehntelang an der Spitze des Diakonissen-Mut- terhaufes „Oberlinhaus" in Berlin-Nowawes gestanden hat, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Als Vorsitzender des Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissen- Mutterhäuser und der Kaiserswerther Generalkonferenz hat Pfarrer Hoppe eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet. fei auf das Reisehandbuch des italienischen Touringklub hingewiesen, ein wirklich hervorragendes, aufschlußreiches und ebenso gut geschriebenes wie gedrucktes Handbuch, das bis in unsere Jahre nachgetragen ist. Vulkanischer Natur, liegen die Inseln nicht flach und behäbig auf dem Wasser, sondern fallen felsensteil ab und sind oft unter Wasser miteinander verbunden, ja, sie erscheinen nur als Ausläufer der anatvlischen Küste und gehören geographisch zum asiatischen Festland. Nur Rhodos und Coo verfügen über nennenswerte Ebenen. Die Bevölkerung ist daher nicht dicht, man rechnet mit 38 Einwohnern auf’ den Quadratkilometer und zählt insgesamt etwas über 100 000, wovon die Hälfte auf Rhodos entfällt. Die meisten sind Griechen, auf Rhodos und Coo gibt es viele Muselmanen, Minderheiten bilden Juden, Albanesen, Araber und Armenier. Die Herren des Landes, die Italiener, zögern noch zu kommen, so daß die Carabinieri vielfach gleichzeitig das Amt der Lehrer, Richter, Poft- und Steuerbeamten versehen müssen. Vom Militärdienst hat man die Hreinwohner befreit und manche Gemeinden sind so unaussprechlich arm, daß sie seit altersher auch der Steuerpflicht nicht unterworfen wurden. Antiker Aberglaube beherrscht alles Volks- und Brauchtum, weit größere Macht als der unumschränkt regierende Familienvater hat der Zauber, der böse Blick, es wimmelt noch von Faunen und Nymphen wie in den schönsten Götterzeiten, niemals würde eine werdende Mutter sich fremden Blicken zeigen oder während der Schwangerschaft irgend etwas berühren, was dunkel oder häßlich ist, denn das gäbe entsprechende Flecken bei dem Kinde. In dieses Neuland stößt nun d i e italienische Kultur vor, die moderne Industrie verdrängt die altertümlichen Schwammfischer, Flugzeuge landen auf Rhodos und bringen Gäste aus der großen Welt. Nicht mit Hnrecht verspricht man sich dort ein neues Reisegebiet, schon sind Hotels ersten Ranges am Strand hochgeschossen, die Rosenstadt hat ihre Saison. Die Straßen werden ausgebaut und geteert, auf einem Netz von 300 Kilometer kann' man bequem im Auto fahren, die Krankenhäuser kommen nicht mehr „wenn Allah will", sondern über Nacht, weil es Mussolini will. Ein wundersames Klima lockt, unter 10 Grad sinkt das Quecksilber nicht im Winter, warum soll man nicht ein neues Capri entdecken? Rhodos hat schon viele Namen gehabt, fast alle aber preisen feine Schönheit: nicht nur die Roseninsel heißt sie, sondern auch Eliusa oder Asteria, Sonne und Gestirn, Glück und Fee ist sie ihren Bewohnern. Schon tausend Jahre vor Christus von den Doriern besetzt, hat sie noch einen Sesam für die Archäologen. Uralte Mauern und schneeige Moscheen, Palmen und Drangen, echte Teppiche in den Basaren — wer möchte nicht einmal ins unverfälschte Hellas, in den Orient, wo er noch Orient sein darf, obwohl der Muezzin zum Lande Kemal Paschas hinüberschauen kann? Seit die Ordensritter im Jahre 1522 die Insel verlassen mußten, blieb sie, was sie war, vier Jahrhunderte lang. Nun ist der Dornröschenschlaf zu Ende. Rom hat seine Brücke nach Asien geschlagen. Schwere Bluttat in Neu-Lsenburg. Ein junger Mann im Streit durch Nevolverschüsse getötet. LPD. Frankfurt a. M., 1. Jan. Im benachbarten Neu-Isenburg kam es nach Handgreif, lichen Auseinandersetzungen in einem Kaffeelokal in der fünften Morgenstunde des Neujahrstages vor dem Waldschwimmbad zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen jungen Leuten, in deren Verlauf der Hermann Schreiber aus Buchschlag den Revolver zog und den 22jährigen Alfred Rind aus Neu-Isenburg mit drei Schüssen niederschoß. Rind ist den schweren Verletzungen alsbald erlegen. Wie wir dazu erfahren, war Schreiber im Verlaufe der Silvesternacht zusammen mit seinem Freund Meier aus Buchschlag in mehrere Schlägereien verwickelt, wobei Meier leichte Kopfverletzungen davontrug. Schreiber begab sich daraufhin in das Schwimmbad, wo ihm jedoch das Lokal verboten wurde. In der Tür gerieten Schreiber und Meier in einen Wortwechsel mit einigen jungen Leuten. Im Verlaufe des kurzen Streits zog Schreiber eine Pistole, die Meier gehörte, und streckte den jungen Rind mit drei Schüßen, von denen der eine in die Lunge, der andere in das Becken und der dritte in das rechte Bein eindrang, nieder. Rind brach zusammen und starb, ehe ihm ärztliche Hilfe gebracht werden konnte. Der Täter und fein Komplize flüchteten; sie stellten sich aber später der Polizei und wurden in Haft genommen. Wie verlautet, hat Schreiber bereits ein Geständnis abgelegt und zugegeben, daß er die Schüsse auf Rind abgefeuert hat. Die Motive für die Tat sind noch nicht hinreichend geklärt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Nr.1 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen) Mittwoch, 2. Zanuarf« Forschungsbilanz des Lahres 1934. Oie wichtigsten Entdeckungen des vergangenen Lahres. Von Or. W. Hansen. Zieht man den Schlußstrich unter die wissenschaftliche Ausbeute des Jahres 1934, so darf man das Ergebnis als durchaus erfreulich bezeichnen. Besonders die deutsche Wissenschaft hat im letzten Jahre eine Reihe wichtiger und für die ganze Welt bedeutender Erfolge erzielen können und durch zahlreiche Entdeckungen bewiesen, daß sie nach wie vor in vorderster Reihe steht. Oie neuesten Ergebniffe der Hormon- und Vitaminforschung. Die moderne Lehre von den „Reguliersubstanzen" des Menschenkörpers, den Vitaminen und Hormonen, die schon seit mehr als zehn Jahren den Schrittmacher und Vorposten der gesamten medizinischen Forschung darstellt, hat in diesem Jahre wieder zu sehr bemerkenswerten Ergebnissen geführt. So gelang es in den vergangenen Monaten, die männlichen und weiblichen Hormone genau zu analysieren und künstlich darzustellen. Man ist also jetzt nicht mehr auf irgendwelche Organ- oder Drüsenextrakte angewiesen, sondern kann diese wichtigen Sustanzen in chemich reiner Form gewinnen. Zwei deutschen Gelehrten, Dr. D i r s ch e l und Dr. Voß, gelang es auch, die lange Zeit rätselhaft gebliebenen Beziehungen zwischen männlichem und weiblichem Hormon aufzuklären. Die beiden Forscher untersuchten das isolierte weibliche Hormon, sie unterwarfen diese Substanz gewissen chemischen Prozessen und veränderten dadurch seine Struktur ganz geringfügig. Mit diesem veränderten weiblichen Stoff konnten sie nun bei allen möglichen Tieren „vermännlichende" Effekte erzielen; diese Ergebnisse beweisen erstmalig die engen chemischen Zusammenhänge des männlichen und weiblichen Hormons. Im übrigen steht zur Zeit die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) im Zentrum der gesamten Hormonforschung. Seit kurzem zeigt sich immer deutlicher, daß dieses winzige Organ sozusagen die Hauptstation und das „Laboratorium" der menschlichen Hormone ist. Allein im Jahre 1934 hat man schon wieder fünf neue Hormone in der Hypophyse gefunden, so daß die Gesamtzahl der von ihr erzeugten Hormonsubstanzen inzwischen auf 15 angewachjen ist! In merkwürdigem Gegensatz dazu steht eine andere Entdeckung deutscher Wissenschaftler. Man braucht, um die menschlichen und tierisch Wachstumshormone zu gewinnen, keine Organextrakte mehr herzustellen — diese Substanzen wurden nämlich in beträchtlicher Menge in altem Schlamm und Moor nachgewiesen! Tierische Hormone und alte pflanzliche Ueberreste müssen also irgendwie miteinander verwandt sein. Das neueste Vitamin Die Vitaminforschung erzielte ebenfalls recht erfreuliche Erfolge. Der bekannte deutsch-schwedische Forscher und Nobelpreisträger Prof. Hans von Euler entdeckte das Vitamin J (die Buchstaben A bis G sind durch die Entdeckung der vorhergehenden Jahre schon besetzt), einen Stoff, der meist gemeinsam mit dem antiskorbutischen Vitamin C in dunklen Johannisbeeren und Zitronen oorkommt. Das neu entdeckte Vitamin J hat die überaus wichtige Eigenschaft, Bakterien, besonders die Erreger der Lungenentzündung, zu töten und die Widerstandskraft des Menschen gegen Infektionskrankheiten zu steigern. Die uralte Volksmeinung, die den heißen Zitronensaft schon von jeher als gutes Mittel bei Lungenentzündung betrachtete, hat also wieder einmal recht gehabt. Wo steht die Krebsforschung? Zweimal wurde die Öffentlichkeit in diesem Jahre durch sensationelle Meldungen überrascht, die groß- artige Siege auf dem Gebiete der Krebsbekämpfung verkünden sollten; in beiden Fällen ist es aber jetzt schon wieder still und ruhig gewordey. Die Entdeckungen Prof. F i ch e r a s, der Extrakte aus Milz und Knochenmark als krebsfeindliche Heilmittel verwenden wollte, haben trotz größter Bemühungen noch keine Bestätigung finden und auch keine überzeugenden Erfolge bringen können. Auch die Beobachtungen Dr. W. von Brehmers werden von berufenen Fachleuten weiterhin gründlich untersucht und ernsthaft nachgeprüft, obwohl hier die größte Skepsis am Platze ist. Brehmer wollte in Gestalt eines röhrenförmigen Blutparasiten den „Krebserreger" — den es höchstwahrscheinlich gar nicht gibt — entdeHt haben. Abgesehen von diesen beiden Fällen, die leider viel Beunruhigung und falsche Hoffnungen erzeugt hatten, machte die Forschung im unermüdlichen Kampfe gegen den Krebs stille, aber stetige Fortschritte. Professor Kl e i n - Ludwigshafen stellte bei feinen Untersuchungen fest, daß die Bildung von krebsartig entarteten Zellen durch ein bestimmtes unsichtbares Agens, ein spezifisches „Krebsgift" hervorgerufen werden kann. Er konnte dieses Gift aus den Krebsgeschwülsten künstlich isolieren und mit ihm bei anderen Tieren ein Geschwulst erzeugen. Es gelang ihm nicht bei jedem Tier, sondern nur bei solchen, deren Organismus durch lang dauernde äußere Reize geschwächt und weniger widerstandsfähig geworden war. Prof. Klein konnte ferner ein Mittel ausfindig machen, mit dessen Hilfe es in Zukunft gelingen soll, die Krebskrankheit frühzeitig in einem heilbaren Stadium zu erkennen. Der gesunde Körper enthält bestimmte krebsfeindliche Substanzen, die im Experiment die Krebszellen auflösen; dem kranken Organismus fehlen diefe Abwehrstoffe. Prof. Klein hat dies nun in zahlreichen Fällen nachgeprüft und tatsächlich bei 90 bis 95 v. H. die richtige Diagnose gestellt. Expeditionen und Ausgrabungen. Im Jahre 1934 begann der amerikanische Admiral Byrd wieder eine großzügige Forschungsexpedition nach dem Südpolargebiet. Mit 40 Personen, 150 Polarhunden und einem Flugzeug zog er aus, und von wenigen Wochen lasen wir, daß er in der Antarktis einen ungeheuren vereisten Landkomplex entdeckt und für sein Vaterland in Beschlag genommen habe Die Expedition wird zwei Jahre dauern und wahrscheinlich alle bisherigen Südpolarforschungen in den Schatten stellen. — In Südamerika t)at man bei der alten Stadt Cuzko sehr wichtige Funde aus der Jnkazeit und einer noch älteren Kulturepoche machen können. Bei der Zitadelle von Saxa Huaman wurden ganze Wasserleitungen aus jener uralten Periode der Menschheitsgeschichte ausgegraben. Es fanden sich zahlreiche Schriftzeichen, die aus der „Vorinkazeit" stammen und auf eine noch unbekannte Geschichts- Periode hindeuten. Auch in unserer engeren Heimat sind die Ausgrabungsarbeiten eifrig im Gange: der deutsche Forscher Professor W e i g e l t - Halle erstattete soeben seinen Jahresbericht über die bekannten Wirbeltier- ausgrabungen im Geisetal. Das vorläufige Ergebnis, das er mitteilte, ist überraschend- es gelang, aus einer etwa 30 Millionen Jahre zurückliegenden Zeit 5000 Reste von Knochenfischen, Fröschen und Fledermäusen, von Halbaffen, Krokodilen, Riesenschlangen und Urpferden zu finden. „Schweres WaffeS und Element 91. Auch die Physiker hatten im Jahre 1934 gute Erfolge zu verzeichnen. Das schon früher entdeckte „schwere Wasser" nimmt weiterhin das größte Interesse der Fachwelt in Anspruch. Immer wieder wurden neue Eigenschaften dieser seltenen und kostbaren Flüssigkeit entdeckt. Bekanntlich wirkt es zum Unterschied vom gewöhnlichen Wasser auf lebenden Organismus schädlich, u. U. sogar tödlich ein. Der Engländer M. Dole kam nun auf den Gedanken, daß vielleicht der tierische Organismus nur das „leichte" Wasser im Körper behält, das schädliche schwere Wasser aber mit seinen Hautdrüjen aus- scheidet. Er untersuchte gewisse Abscheidungen der Tiere auf ihren Gehalt an schwerem Wasser und and diesen Stoff hier tatsächlich in überraschend hoher Konzentration. Auf diese Weise scheint sich also der Organismus von dem gefährlichen „schweren Wasser" zu befreien. Die technische Gewinnung dieses seltsamen Stoffes wurde im Jahre 1934 erheblich verstärkt; der größte englische Chemietrust hat bereits eine Spezialfabrik zur Erzeugung des schweren Wassers eröffnet. Mit Hilfe eines von dem deutschen Professor Hertz- Charlottenburg angegebenen Verfahrens gelingt es, den „schweren Wasserstoff" in völliger Reinheit herzustellen, indem man gewöhnlichen Wasserstoff durch Tonröhren passieren läßt. Die Entdeckung der letzten noch unbekannten ch e - mischen Elemente geht ihrem Abschluß entgegen. Wenn sich auch die sensationellen Mitteilungen über das angeblich entdeckte Element Nr. 93 als Irrtum herausgestellt haben, so gelang es dafür zwei deutschen Forschern, Dr. G. Graue und Dr. H. Käding in Berlin-Dahlem, erstmalig, eine größere Menge des Elements Nr. 91, des sogenannten Protaktiniums, in reiner Form zu gewinnen. Das Protaktinium ist ein Stoff, der große Aehnlichkeit mit dem wertvollen Radium aufweist. Aus der proviuzialhauptfiadt. Bor dem Marsch ins neue Jahr. Die Festtage sind verklungen. Wir stehen wieder mit beiden Füßen im Alltag. Wir sahen das Jahr 1934 noch einmal im Geiste vorüberziehen, einzelne Tage traten besonders scharf heraus, wieder andere verschwanden im Nebel. Wenden wir uns von dem großen Bilde des Weltgeschehens einmal hin zu unseren eigenen Angelegenheiten? Wohl die meisten Menschen haben in den letzten Tagen zurückgeschaut auf das vergangene Jahr, haben darüber nachgedacht, was ihnen diese Zeit gebracht oder genommen hat. Gewiß standen wir mitten im deutschen Volk, haben mitgekämpft und mitgeopfert, daß es wieder zu Ehren kommt. Daneben aber erlebten wir unser eigenes Schicksal, und da ist der Beginn eines neuen Jahres wohl der rechte Augenblick, sich Rechenschaft zu geben über sein Tun und Handeln. Wir haben manches Schöne erlebt im letzten heißen Sommer. Wir konnten wandern und Rast halten an schönen Plätzen in unserm Vaterlande. Wir sahen das Meer oder die Berge und kehrten neu gekräftigt zur Arbeit zurück. Unsere Kinder wuchsen heran und brachten uns Freude, wir kamen mit Nachbarn und Freunden zusammen, feierten Fest. So steht das abgelaufene Jahr noch vor uns. Wäre es da nicht selbstverständlich, daß wir zur Feder greifen und uns in einigen Sätzen das vergangene Jahr, soweit es uns und unsere Freunde betrifft, festhalten? Das große Weltgeschehen, das Emporwachsen des deutschen Volkes, all das wird schon in Büchern vermerkt werden, aber das Einzelschicksal des deutschen Menschen verrauscht und verweht. Und sind wir es nicht auch unfern Nachfahren schuldig, daß wir einiges aus unserm Leben aufzeichnen? Unsere Kinder und Kindeskinder werden es sicher mit Freuden begrüßen, wenn sie dereinst lesen, wie wir die Jahre verbracht haben. Es soll damit nicht gesagt werden, daß nun jeder ein Tagebuch anlegen muß. Nur einmal im Jahr, am Ende ober am Anfang, dürfte es sich lohnen, einen Rückblick aufzuschreiben. Auch allen jungen Familienvätern, die kleine Kinder haben, fei empfohlen, mindestens einmal im Jahre in ein kleines Heftchen zu schreiben, welche Fortschritte die Kleinen gemacht haben. Einige Bilder werden beigelegt, vielleicht die erste Handschrift, einige Locken ober sonstige Anbeuten. Wir sollen Familienkunde unb -geschichte treiben. Fangen wir bei ber kleinsten Zelle, bei uns selber, an. Ganz unscheinbare Bemerkungen, Kleinigkeiten können für unsere Nachfahren von Wichtigkeit fein. Deshalb sollte ber Rückblick über bas vergangene Jahr nicht nur so ein bißchen „Träumerei" sein, sonbern etwas Wirklichkeit muß schon barin enthalten sein. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen! Unser Ge- bächtnis kann unmöglich alles festhalten. Aber auch Leib brachte bas vergangene Jahr. Wir haben liebe Freunbe unb Familienangehörige burch ben Tob verloren. Auch ihnen roibmen wir in unfern Aufzeichnungen einige Zeilen. Dann aber richten wir unfern Blick vorwärts. Wir haben manches erreicht, wir wollen noch mehr erreichen. Wir haben ein Ziel. Unb bas ist die Hauptsache. Den Blick auf dieses Ziel gerichtet und sich eingereiht in die große Schar aller derer, denen ihr Vaterland und das Wohlergehen aller Volksgenossen das Höchste bedeutet, so wollen wir das Jahr 1935 beginnen. W. Zum Jahreswechsel. Von Georg Heß, Leihgestern. Allen Menschen, die mich kennen und sich Freunde zu mir nennen, bringe ich zum „neuen Jahr" meine besten Wünsche dar. Denen, die mich schier beneiden, ruf ich zu: „Laßt euer Streiten, denn ihr ändert doch kein Lot, der, der Neider hat, hat Brot. Laßt den Hader und den Neid, sie passen nicht in unsre Zeit, Iaht das Nörgeln, — nicht so hetzen, Tat beweisen! — Wen'ger schwätzen!" Das alte Jahr ist nun verflossen, „Deutsche Brüder" — Volksgenossen", oft haben „Worte" dieser Pracht uns allen in das Herz gelacht. In die Tat sie umzusetzen, kann man nicht mit ero’gem Hetzen, nein — des Führers Werk gedeiht, wenn krönt sein Volk die „Einigkeit". Ob arm, ob reich, ob Stadt, ob Land, reicht euch die deutsche Bruderhand. Erweist euch -Liebe unb Vertrauen, bann helft ihr mit am Werke bauen. „Volksgemeinschaft" — „Fried' auf Erden", Führerswille! — So soll's werden. Wollte Gott, es mürbe wahr, zu Deutschlands Heil, im neuen Jahr! Oer Jahreswechsel. Wie ber bisherige Verlauf des Winters und Weihnachten, so bereitete auch der Uebergang vom alten zum neuen Jabre hinsichtlich des Wetters eine Enttäuschung: anstatt mit Schnee und Kälte, wie es sich um diese Jahreszeit gehört, schied das alte Jahr bei außerordentlich gelinder Temperatur und mit Regenfällen von uns, vollzog sich also der Jahreswechsel in einer Flut von Nässe und Schmutz. Trotzdem ließ die frohgemute Stimmung nichts zu wünschen übrig. Nachdem am Silvesterabend in den vollbesetzten Kirchen die üblichen Jahresschlußgottesdienste stattgefunden hatten, setzte auf den Straßen und in den Gaststätten immer mehr das bekannte Silvestertreiben ein. Den vereinzelten Böllerschüssen und Kanonenschlägen im Laufe des späten Nachmittags und des frühen Abends folgten immer mehr dieser Krachmacher, und als um die Mitternachtsstunde das feierliche Geläute der Glocken über die Stadt hin ertönte, war gleich- Gießener Giadttheaier. Decker, Bars und Goetze: „Die vier Schlaumeier". Der letzte Abend des alten Jahres brachte dem Stadttheater nach einmal ein volles Haus in angeregter Silvesterstimmung. Als heiter-harmlosen Abschluß der Spielzeit 1934 hatte man ein Stück gewählt, das sehr geeignet war, diesen letzten Stunden ben rechten Ton zu geben, die Biedermeier-Posse „Die vier Schlaumeier" mit Gesang und Tanz in drei Akten von Bruno Decker und Richard Bars, Musik von Walter W. G o e tz e. * Dieses Stück spielt „bei uns dehaam", wie könnte es anders sein, in jener Zeit vor etwa hundert Jahren, die man als die gute alte zu bezeichnen pflegt, weit ab vom brausenden Rhythmus der Gegenwart. Die Hauptperson ist der Konditormeister Christian August Lindemann; in dessen Lokal begibt sich an einem Japuarnachmittag der erste Akt unter der Überschrift „Die süße Konditormamsell". Der zweite Akt, „Die vier Schlaumeier", ereignet sich an einem Maimorgen im Park der Donna Maria di Ricambiara aus Mexiko, einer wildexotischen Dame, wie sie nur in Operetten oder in Biedermeierpossen mit Gesang aufzutreten pflegt. Im dritten Akt endlich kommt alles zum Klappen. * Was da zum Klappen kommt, ist nicht ohne Umstände zu erzählen, denn die Phantasie der von der Muse schallend geküßten Textdichter wandelt bei aller Beschaulichkeit auf verblüffend verschnörkelten Pfaden, was aber natürlich der Silvesterstimmung keinen Abbruch tat; im Gegenteil. So viel steht jedenfalls fest, daß der Konditor bereits im ersten Akt hoffnungslos pleite ist, weil er den Ehrgeiz hatte, seinen sehr geliebten jüngeren Stiefbruder Franz in Bonn zum Doktor promovieren zu lassen. * bewahren. Die Pleite wird durch einen jener märchenhaften Glücksfälle behoben, wie sie sich ebenfalls nur aus dem Theater (allerdings nicht bloß zu Sllve er^ einzustellen pflegen: im vorlwgenden Fall durch die Ankunft einer überaus reichen und verrückten Exotin, die es sich tn den Kopf gesetzt hat die kleine Konditorei in Bausch und Bogen käuflich zu erwerben und dadurch, ahne viel gu fragen, Die Hauptbeteiligten vor dem finanziellen Rum zu c. So kommt es, daß die vier Schlaumeier, der Konditormeister, die süße Mamsell Ursel, der Droschkenkutscher Sponholtz und der Sekretär Wurm (der mit den Schillerschen natürlich nichts als den Namen gemein hat) sich im Hofstaat der exzentrischen Mexikanerin wiederfinden. Schon hier kündigen sich nicht allein deren wahrhaft romantische Vorgeschichte, sondern auch eine finstere Kriminalaffäre drohend an, die sowohl untereinander als auch mit der Konditorpleite auf eine erstaunliche Weise verknüpft sind, und die im letzten Akt nach den bewährtesten Theaterpraktiken ins Reine gebracht werden Dies ist die Fabel im Rohbau und in den Grundzügen, und es wäre aus mehr als einem Grunde verfehlt, des näheren auf diesen biedermeierlichen Sturm im Wasserglase einzugehen. Viel wichtiger als die Sache selbst war ja, besonders an einem Tage wie diesem, das Wie der Darbietung und Aufmachung. Die Aufführung wurde vom Spielleiter Hub inszeniert, der in jeglicher Hinsicht die Hauptperson des bewegten Abends war, der die Leute von Anfang an in die richtige Stimmung zu versetzen wußte, mit dem vollbesetzten Hause sofort den nötigen Kontakt herstellte und die idyllische Begebenheit, zumal im letzten Auszug, durch eine Fülle zeitgemäßer Einlagen und Silvesterüberraschungen zu verzieren und zu würzen verstand Mit das Hübscheste an der ganzen Aufführung waren mal wieder die stilgerechten und wirklich appetitlichen Dekorationen des Bühnenmalers Lökf - l e r. Kapellmeister Fritz Cuje verwaltete mit sicherer und leichter Hand die Musik von Walter W. G o e tz e, die uns stellenweise ganz erstaunlich bekannt vorkam, womit nichts gegen die Partitur an sich gesagt fein soll. Herr Bäulke hatte die choreographische Leitung des Abends und verschiedene, außerordentlich amerikanische Tanz-Intermezzi beigesteuert. Zwei improvisatorische Einlagen des Tanzpaares Belloff-Haase fanden ebenfalls lebhaften Anklang, und ein besonderes Wort der Anerkennung verdient endlich auch die geschmackvolle und farbenfrohe Kostümausstattung des Obergewandmeisters Curt Huber Herr Hub hatte auch darstellerisch den Löwenanteil am Erfolg des Abends: feinen Konditor Lindemann spielte" er aus dem Vollen, mit ganzem Einsatz der bewährten mundartlichen Pointen „bei uns dehaam"; einigermaßen unvermittelt, aber von bezwingender Komik war die berühmte frankfurter rische Geschichte von ben dreißig Gulden (Stoltze) und ein Triumph und Höhepunkt des Abends das Siloestercouplet des letzten Aktes, „ganz einfach und bescheiden", aber mit endlosen Fortsetzungen. * Eine besonders gelungene Nummer war ferner das Schlaumeier-Quartett, das von Hub, Leni Gehrig a. G. (Ursel), Karl-Ludwig Lindt (Wurm) und 23 o l cf (Sponholtz) in ausgelassener Laune zum Besten gegeben wurde. Luise Decker radebrechte anmutig und mit geziemenden Temperamentsausbrüchen die mexikanische Donna Maria; von den übrigen feien Mizzi Rauschenberg a. G., Wolfgang Kühne und Wilhelm Sieten erwähnt. Es gab stürmischen Beifall und zahlreiche Wieder- holungen; schon im ersten Akt regnete es Veilchensträußchen und Bilderchen ins Publikum. Es würde übrigens von vielen Besuchern dankbar begrüßt worden sein, wenn gerade die Silvestervorstellung eine Stunde früher angefangen und entsprechend zeitiger geendet hätte. hth. „Grüß mir die Lore noch einmal/' „In einem grünen Walde, da, steht ein Forster- Haus" — das Lied von der Lore ist eines der volkstümlichsten in unserer Zeit, von Unzähligen gesungen, gespielt und getanzt; es wäre merkwürdig gewesen, wenn sich der Film diese Popularität hätte entgehen lassen, und so hat die Terra eine Art Volksstück daraus gemacht, zu dem Peter F r a n ck e und H. I. Kölln er das Drehbuch schrieben. Das Beste daran sind neben der originellen und zündenden Melodie des Leitmotives die schönen und malerischen Landschaftsbilder, auch einige wirkungsvoll angebrachte neue Melodien von Fritz Wenneis. Die Handlung ist fu, wie sie eben zu» werden pflegt wenn man aus einem einfachen Lied einen ganzen Roman macht, der abwechselnd in dem schon bekannten grünen Walde, im Försterhaus und auf einem großen Herrenhof spielt. Jedenfalls gelangen für unser Gefühl die harmlos heiteren, volksstückmäßigen Episoden besser als der etwas konstruierte Konflikt, der sich natürlich zuguterletzt in lustspiel- haftes Wohlgefallen auflöst. Die in einem recht lebhaften Besuch zum Ausdruck kommende Anziehungskraft des Films dürfte, abgesehen vom Titel, hier bei uns in der Tatsache begründet sein, daß Maria Beling die Lore spielt, und obwohl sie diesmal gar nichts zu fingen hat, macht sie das so hübsch, mit Talent und Humor, daß auch der Verfasser und der Komponist des Liedes mit dieser Verkörperung ihrer Phantasie zufrieden gewesen sein werden. Im zahlreichen Ensemble zeichnen sich neben ihr in größeren Rollen Schröder-Schrom, Leonie Duval, Vivigenz Eickstedt, Paul Beckers, Friedrich Ettel und der bekannte Komiker Rudolf Platte aus. — Im reichhaltigen Beiprogramm hort man die Berliner Tanzkapelle Ette, sieht man die neue Wochenschau, einen Anreißer zu den „Beiden Seehunden" (mit Weiß Ferdi in einer Doppelrolle) und unter dem Titel „Wie es damals war" eine Serie sehr amüsanter und lehrreicher Ausschnitte aus stummen Filmen von 1925 bis 1927. Pimpfe können alles. Also, es war beschlossene Sache. Wir machten ein Winterlager im Schwarzwald. Natürlich liefen alle Ski; rodeln kam gar nicht in Frage. Schüchterne Anfrage des Jungzugführers: „Jungen, ich habe aber feine (Stier ...!?" Dreißig Stimmen antworten gleichzeitig: „Wir auch nicht!" Was anfangen, denn daß wir brettelten, war schon beschlossen, und die Bretteln mußten beschafft werden. Aber wie? In den nächsten Tagen war bei sämtlichen Buchhandlungen der Stadt Nachfrage für die Broschüre: „Wie baue ich selbst Skier?" Ächt Tage lang horten sämtliche Schreiner und Holzhändler immer wieder die Frage: „Haben Sie 10 bis 15 Jahre gelagertes Eschenhölz?" Nach acht Tagen waren viele Gartenzäune in der Stadt verbogen. Nach drei Wochen war wieder Heimabend; die vorhergehenden zwei waren ausgefallen. 29 Pimpfe und ein Jungzugführer saßen niedergeschlagen im Heim. Die Anwohner der Nachbarschaft brauchten einmal nicht über das laute Treiben der Pimpfe zu klagen. Aber dann hatte Stups, der bis jetzt gefehlt hatte, das Heim betreten. Unter dem Arm einen in Papier gewickelten langen Gegenstand, der nach Sichtbarwerden eine entfernte Aehnlichkeit mit zwei Skiern hatte. Und dann blieben die Passanten auf der Straße stehen, denn so ein brüllendes Lachen hatten sie lange nicht gehört: Stups hatte ausgepackt. Zwei schmale Bretter, auf die zwei alte Schuhsohlen genagelt waren und die vorne zwei kühn geschlungene Spitzen aus Eisenblech trugen, waren zum Vorschein gekommen. 30 Pimpfe und ein Jungzugführer waren auf 14 Tage im Winterlager und lernten bretteln auf Holzern mit Spitzen aus Eisenblech, lernten fahren wie die roten Teufel von Innsbruck, wie Guzzi Lantschner und Luis Trenor — wenigstens beinahe so. Pimpfe können eben alles. Tip» Die Lag- im Januar. Eine Rückschau.—Vorwärts auf neuen Wegen. zeitig ein Schießerei-„Konzert" im Gange, das nicht von schlechten Eltern war. Mit allen möglichen Feuerwerkskörpern wurde da in unermüdlicher Weise „gearbeitet"; vom stärksten Kaliber der Kanonenschläge bis zum bengalischen Zündholz war alles recht, wenn es nur irgendwie knallte, zischte, fauchte oder wenigstens ein ungewohntes Licht gab. Dazu kamen die zum Teil recht stimmgewaltigen Prosit-Neujahr-Rufe, auf den Straßen wurde mehr laut, als schön gesungen, kurzum es herrschte richtiggehender Trubel, der nach unseren Eindrücken erheblich stärker war, als im Vorjahre. Erfreulicherweise ging es bei all diesem Treiben ohne Schäden und ohne Störung der öffentlichen Ordnung ab, denn weder die Polizei, noch die Sanitätswache oder die Feuerwehr bekamen in der Silvesternacht und auch am gestrigen Neujahrstage irgendwelche Arbeit. Der Neujahrsmorgen brachte erstmalig ein großes militärisches Wecken unserer Garnison, bei dem die Spielleute und das Musikkorps, sowie ein Zug der Truppe durch zahlreiche Straßen marschierten und dabei die gebührende dankbare Aufmerksamkeit der Bevölkerung fanden. Weiterhin erfreute das Musikkorps unserer Garnison von 11 bis 12 Uhr mit einem Platzkonzert auf dem Landgraf-Philipp-Platz, das einer außerordentlich starken Zuhörerschaft viel Freude bereitete. Die Neujahrsgottesdienste fanden gleichfalls bei vollbesetzten Kirchen statt. Alles in allem ist zu sagen: abgesehen von der programmwidrigen Witterung hatten wir einen Jahreswechsel zu verzeichnen, mit dem wir durchaus zufrieden sein können. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35. Kreisführung Gießen. Vetr.: Kohlen- und Vriketlgulscheine. An sämtliche Kohlenhändler der Stadt und des Kreises Gießen. Sämtliche Kohlen- und Brikettgutscheine müssen jeden Monat spätestens am 5. bei der zuständigen Ortsgruppenführung des Winterhilfwerkes eingereicht werden. Daselbst erhalten Sie auch die Wertquittungen. Es ist besonders'darauf zu achten, daß jeder Kohlen- bzw. Brikettgutschein von dem Kohlenhändler auf der Rückseite abgestempelt ist. Scheine, die nicht den Vermerk tragen, werden ohne weiteres zurück- gegeben. Gleichzeitig ist darauf zu achten, daß nur Kohlen- und Brikettgutscheine von der abzurechnenden Serie eingesandt werden. Heil Hitler! Gez.: K l ö ß, Kroisbeauftragter. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe . Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Freitag, 4. Januar, zwischen 15 und 18 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Deutsche Arbeitsfront. RS.Gemeinfchafl „Kraft durch Freude". NS. - Kulturgemeinde. Nachdem der Saarkalender in einer Auflage von 0,75 Millionen innerhalb kurzer Zeit vergriffen war, ist nunmehr das Saar-Jahrbuch 1935 zum Preise von 1 Mark erschienen. Das Saar-Jahrbuch enthält neben einem ausführlichen Kalendarium Kartenskizzen, Aufsätze und Bilder aus dem Kampf um unser Saarland. Das Saarbuch, das in allen Buchhandlungen zu haben ist, verdient weiteste Verbreitung innerhalb der NS.-Kulturgemeinde. Skilehraang im Schwarzwald, Kniebis (etwa 10 0 0 Meter Höhe) vom 6. Januar 1935 bis 13. Januar 1935. Abfahrt ab Frankfurt am 6. Januar 1935 um 6.05 Uhr mit O-Zug nach Karlsruhe, dort umsteigen nach Freudenstadt, Weiterfahrt mit Omnibus zum Kniebis im württembergischen Schwarzwald. Die Kosten für Wie der Junge und das Mädel, denen das Christ- kind eine Ski-Ausrüstung brachte, bis jetzt immer wieder durch Thermometer, Barometer und Wetterbericht aufs neue enttäuscht wurden, so geht es dem Weidmann auch. Aus die Schönheit der wirklichen Winterjagd hat er bis jetzt vollkommen verzichten müssen. Und doch gibt es kaum ein schöneres Weidwerk als Treibjagd und Drückjagd im winterlich verschneiten Wald. Noch schöner ist aber der Pirschgang nach einer Neuen für den, der im Buche der Natur zu lesen vermag, das dann weit aufgeschlagen vor ihm liegt. Doch nicht nur deswegen ist das Fehlen von Frost und Schnee vom jagdlichen Standpunkt aus bedauerlich, weil dem Jäger etwas fehlt, worauf der zünftige Waldjäger zum wenigsten sich schon das ganze Jahr freute, sondern auch die Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Wildes läßt den Winter schmerzlich vermissen. Der Winter merzt aus, was nicht vollkräftig ist und zur Entartung des Bestandes beiträgt, wenn es zur Fortpflanzung kommt, Frost und Schneedecke verhindern die Aufnahme gewisser Krankheitserreger mit der Aesung auf den Feldern und lassen immer die Wildkrankheiten zurückgehen. Leider werden jetzt schon Fälle bekannt, wo Rehwild an typischen Erscheinungen der Frühjahrserkrankungen (Erkrankungen des Magens und Darmes) gefallen ist, und auch von vereinzelten Hasenfunden wird berichtet. Das wundert den erfahrenen Weidmann angesichts des dauernden nassen und weichen Wetters nicht. Wenn bald der Winter seinen Einzug hielte, würden diese Erscheinungen wieder verschwinden. Darum wünscht sich der Weidmann im Hartung Eis und Schnee. Derartige Beobachtungen im Revier regen natürlich die Frage an, ob Abwehrmaßnahmen durch den Menschen möglich sind. Dazu gehört vor allem das umgehende und reichliche Auslegen von Lecksalz in Feldnähe, die Erneuerung oder Neuanlage von Salzlecken. Wir wiesen im Dezember schon darauf hin, daß das Salz meist seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann, wenn es erst im März und April ins Revier kommt. Ueberall dort, wo das Wild sich jetzt zu stärkeren Wintersprüngen zusammentut und seinen gewohnten Einstand hat, biete man sofort reichlich Kochsalz. Daß auch sonst die Wild- pslege im Januar eine besondere Rolle spielen muß, ist klar. Dabei sei vor allem an die Fütterung des Fasans erinnert, die bei jedem Wetter zu erfolgen hat, wenn der bunte Vogel reviertreu bleiben soll. Daß bei Schneefall den Feldhühnern zu schütten ist, versteht sich im gepfegten Revier von selbst. Wir wiesen vor einigen Tagen an anderer Stelle schon darauf hin, daß Wildhege heute nicht mehr in das Belieben des einzelnen gestellt ist, sondern daß er gesetzlich zur Winterfütterung verpflichtet ist und sich nicht mehr um die damit verbundenen Unkosten herumdrücken kann. Der Jäger pachtet nicht mehr das Jagdausübungsrecht wie eine Ware, die er gut oder schlecht behandeln kann und aus der er in seine eigene Tasche ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit möglichst viel herausholen kann. In seinem Neujahrsaufruf weist der Reichsbauernführer Walther Darrs darauf hin, daß die Voraussetzung für die wirtschaftliche Behauptung des deutschen Volkes die Steigerung der diesen Skilehrgang einschließlich Fahrt, Derpfle- gungskosten, Skigebühr betragen für Mitglieder der DAF. 39,60 Mark, für alle anderen Teilnehmer 43,10 Mark. Anmeldungen für diese Wintersportfahrt nach dem Schwarzwald haben sofort bei dem Sportamt Frankfurt a. M. der NSG. „Kraft durch Freude" bzw. bei den Sportämtern Kassel oder Mainz unter Einzahlung des ausmachenden Betrags zu erfolgen. Die Anmeldung ist verbindlich. Rücktritt kann nur bei nachweisbar triftigen Gründen geschehen. Die Rückfahrt erfolgt am 13. Januar 1935 nach Einnahme des Mittagessens vom Kniebis aus. Ausgangsort: Frankfurt a. M. Die Teilnehmer an der Fahrt aus anderen Städten und Orten zahlen bis Frankfurt ermäßigte Zufahrtkosten. Lebensmittelerzeugung ist. Auch der deutschen Jägerschaft erwachsen in diesem Erzeugerkampfe Aufgaben. Noch genügten in den letzten Jahren die in Deutschland anfallenden Mengen an Hasen und Federwild nicht, so daß aus Böhmen und Ungarn eingeführt wurde. Der Zwang zu hegerischer Jagdausübung ist daher auch volkswirtschaftlich und nicht nur ethisch begründet. Die Schußzeit für verschiedene Wildarten ist bereits zu Ende. Der Rot- und der Damhirsch haben wieder Schonzeit, dagegen darf Kahlwild noch während des ganzen Monats abgefchoffen werden. Der Abschuß von Sauen litt seither unter dem Schneemangel. Für das Rehwild hat am 1. Januar die Schonzeit begonnen. Da das Wild in den nächsten Wochen in stärkeren Sprüngen zusammenzustehen pflegt, ist jetzt die beste Zeit für eine Bestandsaufnahme, die als Grundlage für die Abschußfestsetzung notwendig ist. Es wäre am besten, wenn derartige „Zählungen" für besÜmmte Stichtage allgemein angeordnet würden. So sieht es z. B. auch das Gesetz in Preußen vor. Der Hase hat noch bis zum 15. Januar Schußzeit. Daher wird der Januar die letzten Feldtreibjagden bringen. Fasanen dürfen in Preußen noch bis zum 15. Januar geschossen werden, in Hessen dageaen sind die Hennen bereits geschützt, während Hähne während des ganzen Monats Schußzeit haben. Die Jagd auf Wildenten ist in Hessen noch offen, in Preußen ist sie an sich zu, jedoch haben angesichts des milden Winteroerlaufs einzelne Provinzjägermeister den Abschuß von Erpeln gestattet. In welchen Provinzen dies zutrifft, ist aus den Jagdzeitungen zu ersehen. Die Rollzeit des Fuchses beginnt im Januar. Da der rote Freibeuter dann zu allen Tageszeiten auf den Läufen zu fein pflegt, verspricht jetzt seine Jagd guten Erfolg. Auch das Sprengen aus dem Bau mit scharfen Erdhunden kann in dieser Zeit gerade zu den allerbesten Erfolgen führen. Sonst müssen Hasequäke, Mausepfeifchen oder Treiber den Schelm vors Rohr bringen. Mit dem Ende des Monats endigt das Jagdjahr. Das neue Jagdjahr wird auch in Hessen unter die Herrschaft des neuen Reichsjaqdgesetzes fallen. Es ist für den Jäger, vor allem für den, der vor einer Pachtung steht, sehr unangenehm, daß er noch völlig im unklaren darüber ist, welche Auswirkungen das Gesetz in Hessen haben wird. Es sind eine ganze Anzahl von Fragen, die vorher geklärt werden müssen, wenn nicht jemand pachten soll, ohne zu wissen, welche Verpflichtungen ihm das Gesetz auferlegt. Da aber heute schon alle Jagden unserer Gegend wesentlich überteuert find, kann niemand ohne weiteres noch neue finanzielle Verpflichtungen übernehmen, wenn er deren Höhe vorher nicht abzusehen vermag. Es ist daher der dringende Wunsch der hessischen Jägerschaft, daß die Ausführungsbestimmungen zum Reichsjagdgesetz und die hessischen Verordnungen dazu baldigst bekannt werden. Hubertus. Meldepflicht der Handelsvertreter und Handelsmakler. Auf Grund von Ziffer 3 der Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 29. November 1934 ist die Fachgruppe „Handelsvertreter und Handelsmakler" mit der Durchführung des Meldeverfahrens für die Fachgruppe durch den Leiter der Wirtschaftsgruppe beauftragt worden. Meldepflichtig bei der Fachgruppe „Handelsvertreter und Handelsmakler" in der Wirtschaftsgruppe „Vermittlergewerbe" find alle Unternehmer und Unternehmungen, die eine Tätigkeit gemäß Paragraphen 84 und 93 HGB. ausüben. Ausgenommen hiervon find Handelsvertreter und Handelsmakler, die gemäß der dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 16. Februar 1934 und auf Grund ergänzender Anordnungen ausschließlich zum Reichsnährstand gehören. Anmeldepflichtig sind auch solche Unternehmer und Unternehmungen, die eine Tätigkeit als Handelsvertreter und Handelsmakler neben einem anderen Gewerbe ausüben. Bestehen Zweifel über die Meldepflicht eines Unternehmers oder einer Unternehmung, so wird vorsorgliche Anmeldung empfohlen. Daraus entstehen keinerlei Verpflichtungen, ein etwa gezahlter Beitrag wird zu- rückvergütet. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1935 zu erfolgen, und zwar ausschließlich bei den in allen Bezirken eingerichteten Meldestellen. Die Hauptmeldestelle befindet sich in Berlin SW 68, Ritterstraße 48. Die Meldung gilt nur dann als ordnungsgemäß vollzogen, wenn sie Ortsgruppe Gießen -es Bun-es -er Saarvereine. Leiter: Polizeihauptwachtmeister Thum, Neuen Väue 4, II. Sämtliche Anfragen von Abstimmungsberechtigten sind an die Saarobleute zu richten, die zu jeder Auskunft und Unterstützung gerne bereitstehen. Saarobleute sind: 1. Oberarzt Dr. Rau h, Gießen, Universitäts- Augenklinik, 2. Verwaltungs-Oberinspektor Hentschel, Gießen, Welckerstraße 12, 3. Gerichtsreferendar koch, Gießen, hitlerwall 51. Anfragen wegen des Transportes zur Abstimmung sind an den Transportleiter Thum oder den stellvertretenden Transportleiter k o ch zu richten (Anschriften siehe oben). Abfahrt und Rückkunft des Sonderzuges Nr. 15, der von Gießen aus fährt, wird jedem rechtzeitig bekanntgegeben werden. auf dem dazu bestimmten Meldevordruck, der in den Meldestellen vorrätig ist, bei gleichzeitiger Zahlung des Beitrages für Dezember 1934 erfolgt. Der Meldevordruck wird auf Anforderung gegen Einsendung des Rückportos zugesandt. Die Beitragspflicht zur Fachgruppe bzw. zur Wirtschaftsgruppe beginnt mit dem 1. Dezember 1934. Der Beitrag für Dezember von 1,50 RM. ist grundsätzlich gleichzeitig mit der Abgabe des Metdevordruckes an die Meldestelle zu entrichten. Soweit die Beitragsquittung für Dezember eines der bisherigen Verbände bei der Anmeldung vorgelegt wird, entfällt die Verpflichtung zur Zahlung des Beitrages an die Meldestelle. Daten für Mittwoch, 2. Januar. 1777: Der Bildhauer Christian Rauch in Arolsen geboren (gestorben 1857); — 1921: ider Maler Franz von Defregger in München gestorben (geboren 1835). Daten für Donnerstag, 3. Januar. 1829: der Philologe Konrad Duden auf Gut Bos- sigt bei Wesel geboren (gestorben 1911); — 1912: der Historiker und Dichter Felix Dahn in Breslau gestorben (geboren 1834). Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr: Parole Heiraten! — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Grüß.mir die Lore noch einmal". — Aftoria-Lichtspiele: „Im Geheimdienst". — Stadttheater Gießen. Heute Abend der Schwank „Parole: Heiraten!" von Karl Ludwig Lindt, mit dem Autor als Spielleiter und Schauspieler. * ** Leistungsfähige Stenographen und Mafchinenschreiber gesucht. Man schreibt uns: Immer kehren die Klagen wieder, daß leistungsfähige Stenographen gebraucht werden, daß sie aber nicht aufzutreiben sind. Aus allen Berichten der Arbeitsämter tönt das gleiche Lied. Die kaufmännischen Stellenvermittlungen führen in ihren Listen einen verhältnismäßig großen Teil Oer Lausbub. Anekdoten um Ludwig Thoma. Erzählt von Korsiz Holm. Das Mütterliche, das in jedem Weibe steckt, macht viele Frauen schon in den Backfischjahren erwachsener, als unser angeblich stärkeres Geschlecht gemeinhin selbst im Greisenalter wird. Wir Männer bleiben meistens ewig Kinder; und mehr noch als auf andere trifft das auf die Dichter zu. Zu äußern aber pflegt sich das darin, daß man als reifer Mensch entweder noch zu derben Jungenstreichen neigt, oder noch wie ein Jüngling schwärmt, oder — mit beidem abwechselt. Und das war Ludwig Thomas Fall. Wie sich dieser große Bayerndichter in seinem meistgekauften Buch als „Laubub" geschildert hat, blieb er nachher als Mann: rücksichtslos angriffslustig nur gegen Leute, die es auch verdienten, sonst durch und durch ein guter Kerl, warmherzig, feinfühlig und von leicht verletzlichem Gemüt. Neben der Freude an der urwüchsigen Ausdrucksweise seiner lieben Bauern und der ihm stammesmäßig eingeborenen Lust an Witz und Prozzelei ist es vor allem wohl die Angst gewesen, er könnte gar zu weich und, um ein Wort von ihm zu brauchen, zu sehr als „süßer Schokoladhund" wirken, was ihn oft einen etwas rauhen Ton anschlagen ließ. Auch war er schüchtern und bescheiden von Natur und half sich dadurch drüber weg, daß er recht keck und unbefangen tat. Ein Beispiel dafür weiß ich aus der Zeit seines ersten Besuches in der Reichshauptstadt. Sein Name war seit kurzem erst bekannt geworden, und Berliner Freunde von ihm meinten ihn dadurch zu ehren, daß sie ihn zusammen mit Hermann Sudermann einluden. Aus dessen Büchern und Theaterstücken machte sich Thoma nicht sehr viel, bedrucklich war ihm die Begegnung mit dem berühmten und entsprechend selbstgefälligen Manne aber doch. Er trank sich Mut mit ein paar Gläsern von dem alten Portwein, der in jenem Hause zur Förderung der Stimmung schon vor Tisch herumgeboten wurde, setzte sich dann, leicht angeheitert, zum Essen neben den Olympier von Berlin W und sagte mit immerhin ein wenig schuldbewußter Unschuldsmiene: „Wissen S' was, Herr Sudermann, vor allem töt’ ich mir erst einmal den Vollbart wegmachen." Dies Wort schlug ein wie eine Bombe, alles saß starr. Sudermann aber nahm, was sehr für seine Klugheit spricht, die Sache von der heiteren Seite, und Thoma, der zuerst über sich selbst erschrocken war, grinste verstohlen auf dem Stockzahn, wie ein echter Lausbub lacht. Ein bißchen mehr verübelt hat ihm mancher seiner juristischen Berufsgenoffen ein ähnlich dreistes Wort, das er schon früher, als noch ganz junger Rechtsanwalt, im Anwaltszimmer des Münchener Justizpalastes äußerte. Die Herren, die dort warten mußten, verstrichen sich die Langeweile zweckmäßig damit, zu ergründen, wer der dickste und wer der dünnste unter den Münchener Anwälten fei. Ueber den Dicksten herrschte sehr bald Einigkeit, wegen des Dünnsten teilten sich die Meinungen. Da sagte Thoma sachlich und wie obenhin: „Natürlich doch der Soundso." Er nannte einen wegen seiner Wirkung auf Geschworene damals viel angestaunten Strafverteidiger. Seine Behauptung weckte Widerspruch; man fand nicht, daß Kollega Soundso auffallend mager sei. „Ach so, den Dünnsten haben Sie gemeint?" gab Thoma mit vollendeter Harmlosigkeit zurück. „Ich hab' mir denkt, daß Sie den Dümmsten wissen wollten." Erheiternd als Beleg für Thomas saftige Ausdrucksweise ist auch die Antwort, die er mir gab, als ich ihm einmal davon sprach, daß irgend eine große, angesehene Firma mit prunkvollem Geschäftsgebäude in der Münchener Altstadt in Konkurs geraten sei. Er kleidete seine Teilnahme in den Satz: „Na, weil's nur wieder so ein vierstöckiges Rindvieh zerrissen hat!" Aber nicht nur durch Worte, sondern auch durch die Tat, durch richtige Jungenstreiche, bewies der würdige Herr Doktor, wie kindlich sein Gemüt geblieben war. Ich weiß es noch, wie ich einmal mit ihm in der Trambahn fuhr und dort ein Kontrolleur erschien, der die Fahrkarten sehen wollte. Thoma griff in die Manteltasche und überreichte dem Gestrengen solch ein Stück Papier. Der aber schien diesen verstohlen grinsenden Herrn mit den vielen Schmissen schon zu kennen und von seiner Seite ähnliches des öfteren erlebt zu haben — er sah den Zettel flüchtig an, zerriß ihn, ohne eine Miene zu verziehen, ließ ihn lässig zu Boden flattern und hielt die Hand von neuem heischend hin. Bereitwillig griff Thoma wieder in, die Manteltasche, und das Gleiche wiederholte sich zehnmal zum mindesten; mit immer strahlenderem Ausdruck spitzte sich Thoma daraus, daß der Beamte doch noch wütend würde. Da dies nicht zu erreichen war. holte er endlich aus der Westentasche den Zahlungsausweis für die heutige Fahrt. Dabei muß man bedenken, daß es ein gut Vierzigjähriger war, der um solch eines harmlosen Vergnügens willen die alten Trambahnkarten gleich zu Dutzenden in feinen Taschen speicherte. In Thomas „Lausbubengeschichten" spielen bekanntlich pulvergeladene Feuerfrösche eine wichtige Nolle. Und in seinem späteren Leben taten sie das auch. Man konnte nächtlicherweile kaum mit ihm auf der Straße gehen, ohne daß er an feiner ständig brennenden Zigarre ein paarmal solch ein Ding entzündet und irgendwohin geworfen hätte, wo sein Krachen ängstliche Seelen unbedingt erschrecken mußte. Gefaßt worden ist er dabei nie; denn er verstand es, nach solch einem groben Unfug dermaßen unbeteiligt auszusehen, daß kein Schutzmann ihn verdächtigen, konnte. Nicht jedem glückt das so. Einmal in Tübingen war Hermann Hesse Zeuge dessen, wie Thoma binnen einer halben Stunde ungestraft in diesem nicht sehr weiträumigen Ort drei oder vier solche Feuerwerkkörper knattern ließ. Begeistert von der Kühnheit dieses Unterfangens, wollte nun auch der Dichter des „Siddartha" sich im gleichen Sport betätigen, wurde aber schon bei seinem ersten zaghaften Versuch geschnappt und auf die Wache abgeführt. Und Thoma sagte mitleidig kopfschüttelnd: „O mei, das kennt man gleich, wenn's einer bloß als Dilettant betreibt!" Er selbst trieb es als abgefeimter Fachmann weiter, bis der große Krieg kam und die Donnerstimme ernster gemeinter Explosionen der Lust an harmlosem Geknalle Einhalt tat. Und dann nach dem Zusammenbruch war Thoma, den das Unglück seines Volkes schwer bedrückte, die Laune an dergleichen Spielereien endgültig vergällt. Als er gestorben war, fand man in seinem Schreibtisch eine Schublade gestrichen voll von Feuerfröschen, die ihrem Zwecke zuzuführen ihm die Not der Zeit verboten hatte. Doch nicht nur in solchem Uebermut bekundete sich seine ewige Jungenhaftigkeit, sondern vielleicht noch stärker darin, daß er Gefühle, die ihn richtig packten, nie nach den geltenden Gesetzen über das, was guter Ton ist, zu verbergen fähig war. Ich habe ihn zweimal, und beide Male schon in reiferen Jahren, stürmisch verliebt gesehen. Und war er das, so konnte man es in der lat von weitem merken: er schmachtete das Wesen, das sein Herz entzündet hatte, immerzu so selbst- und weltvergessen selig an wie ein von einem blonden Backfisch um den Verstand gebrachter Lateinschüler. In dem zeitlich früheren dieser Fälle ging er einmal mit dem Gegenstände feiner Schwärmerei und ein paar Freunden irgendwo am Tegernsee spazieren. Seine so hübsche wie kokette Flamme nun hatte am Wegrand ein Vergißmeinnicht gefunden und ihm in das Knopfloch seines Rockaufschlags gesteckt. Nach einer Weile sah sie ihn prüfend an und schmollte: „Oh, Doktor, was ist das! Wo haben Sie denn mein Vergißmeinnicht? Na, Ihnen pflück' ich aber nie mehr eins!" Und Thoma wurde blaß vor Schreck. „So etwas Dummes!" rief er reuig und verkündete dann mit eiserner Entschlossenheit: „Aber ich geh zurück, und passen S' auf, ob ich's Ihnen net wiederbring!" Man kann sich vorstellen, wie seine Freunde, rauhe Naturen, gleich ihm selber in normalen Zeiten, sich über feine Wallfahrt nach her blauen Blume belustigten, und daß sie ihm das keineswegs verhehlten. Da drehte er sich errötend um und rief: „Was ihr alleweil habts! Mich tät's bloß intereffier’n, zu wissen, ob mein Jageraug' noch scharf genug ist, daß ich dös Bleamevl find'." Mag man auch mit den spottlustigen Burschen lochen, die damals diese Worte hörten — es mischt sich auch etwas wie Rührung in die Heiterkeit, und man gewinnt den Menschen lieb, der auf der Höhe seines Ruhmes noch die Bescheidenheit besaß, von der diese kindliche Ausrede Zeugnis ablegt. Doch darf man nicht vergessen, daß dies nur eine Seite von ihm war, und daß zugleich ein seiner selbst sehr sicherer ganzer Mann in Ludwig Thoma steckte, der wußte, was er wollte, und sich und seinem Werk, der Heimat und dem deutschen Wessen, wie er es sah und mir es heute sehen, unwandelbar die Treue hielt. Oer Elefant als Maschinenstürmer. In Siam hat sich kürzlich ein schweres Eisenbahn- Unglück ereignet, das eine höchst ungewöhnliche Ursache hatte. Der Lokomotivführer einer rangierenden Maschine sah plötzlich einen Elefanten auf den Geleisen geradezu der Lokomotive entgegenlaufen. Er löste sofort die Signalpfeife aus, aber ihr schriller Ton schreckte das Tier nicht ab, sondern reizte es nur noch mehr, so daß es nicht sein Heil in der Flucht suchte, sondern die Lokomotive angriff und sie aus den Schienen warf. Auch der Tender wurde von dem rasenden Koloß umgestoßen, und nur durch rechtzeitiges Abspringen konnten sich die Beamten retten. Inzwischen war der Elefantentreiber heran- gekommen, dem'das Tier entlaufen war, aber auch ihm gelang es nicht, den wilden Dickhäuter zu beruhigen. Er griff auch ihn an und trampelte ihn zu Tode, um dann in den Dschungel zu fliehen, in dem er noch nicht aufgefunden werden konnte. Im allgemeinen sind die Elefanten ruhige und verlässige Tiere, die dem Menschen bei den verschiedensten Schwerarbeiten als Helfer dienen, und die ungewöhnliche Wildheit, die plötzlich in dem maschinenstürmenden Elefanten aufgeflackert ist, hat großes Aufsehen erregt Oberheffen Gemeinderat in Nidda. Don Siedlung und Wohnungsbau in Hessen verhältnismäßig gering sein kann. meinschaften" und führte aus, daß Gemeinschaft die Aufgabe habe, untereinander charakterlich zu stärken und zu fördern und dem Nächsten sich verantwortlich zu wissen. Dekan B e r n b e ck hielt ferner einen Vortrag über „Die Bedeutung des alten Testaments". An diesen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache über die Bedeutung der Bibel für das persönliche Leben an. Das Thema „Christentum und völkische Religion" wurde von Pfarrer Bremmer behandelt. Pfarrer Otto Lenz (Darmstadt), der frühere langjährige Vorsitzende des Vebandes, sprach über das Thema „Der Kirchenkampf im Lichte der Bibel". Am Sonntagnachmittag beteiligten sich die Freizeitteilnehmer am Gottesdienst der Gemeinde, spielten schöne Weisen und begleiteten den Gemeindegesang. Pfarrer Otto Lenz predigte. i Den Ausklang der Freizeit bildete ein Gemeindeabend in der Kirche unter Mitwirkung des Kirchenchors und der Bläser. Der Ortsgeistliche erläuterte den Sinn und die Bedeutung einer Posaunenchorfreizeit. Pfarrer Paul Lenz (Wohnbach), der Schriftführer des Verbandes, dankte der Gemeinde und ihren Gliedern für die Gastfreundschaft und sprach über das Spiel der Posauenchöre zum Lob und Preis Gottes. Anschließend versammelten sich ! noch einmal alle Posaunenbläser im Uebungslokal, der Kinderschule, zu einer gemütlichen Feier, bei ■ der Pfarrer Otto Lenz vom Ernst und Scherz im ' Dienst der Posaunenchöre erzählte. Erfreulicherweise hat dieser Plan bei der Industrie Anklang gefunden und es ist weitestgehende Unterstützung zugesagt worden. Am Silvestertag verließen die Bläser, manche unter Begleitung ihrer Gastgeber, dankerfüllt von den vielen Eindrücken der Freizeit, unsere Gemeinde. beoölkerungs- und wirtschaftspolitische Aufgaben. Die nationalsozialistische Staatsführung hat hier eine völlig neue Politik eingeleitet. Freizeit des Verbandes der oberhessischen Posaunenchore. Zwischen Weihnachten und Neujahr fand in i Klein-Linden eine Freizeit des Verbandes der ober- i hessischen Posaunenchöre statt. Etwa 60 Mitglieder aus den Chören von Bad-Nauheim, Steinbach im Taunus, Langenbergheim, Wallernhausen, Babenhausen II, Einartshausen, Unter-Seibertenrod^Rup- pertsburg, Rixfeld-Schadges, Wallenrod, Maar, Altenburg bei Alsfeld, Nieder-Ofleiden, Lang-Gons, Lick und Klein-Linden nahmen daran teil. Sämtliche Teilnehmer waren bei den Gemeindegliedern von Klein-Linden einquartiert. Die Eröffnung fand am Donnerstag, 27. Dezember, mit einem Gottesdienst statt. Dekan B e r n - deck (Alsfeld), der Vorsitzende des Verbandes, hielt die Predigt. Posauenchorvorträge der Teilnehmer umrahmten die Eröffnungsfeier. Die Tagesarbeit wurde jeden Morgen mit gemeinsamer Andacht und Sammlung um ein Losungswort aus der Heiligen Schrift begonnen. Unter Leitung des Verbandsdirigenten Boller fanden dann die Uebungsstunden statt, die der gründlichen Durcharbeitung von Chören aller Art und dem Zusammenspiel gewidmet waren. Während der Freizeit wurde den Teilnehmern auch geistige Nahrung gereicht in Gestalt von Bibelbesprechungen unter dem Gesamtthema „Chris^ liche Gemeinschaft und ihre Verpflichtung' nach 1. Johannes, Kapitel 1 und 2. Dekan B e r n b e ck behandelte die Unterthemen „Unsere Gemeinschaft mit Gott in Christus" und „Unsere Gemeinschaft untereinander" und zeigte, daß eine rechte Gen^in- fchaft nur besteben könne, wenn sie einen rechten gemeinsamen Mittelpunkt habe. Pfarrer Bremmer, der Ortsgeistliche, sprach über das Unkr« thema: „Die Verpflichtung solcher doppelten Geben Sängertag. Landkreis Gießen. Nidda, 31. Dez. Der Sängertag des Sänge rkreises „Niddatal" wurde hier m der „Treppe" abgehalten. Erschienen waren die Vereinswalter und die Chorleiter der angeschlossenen Vereine, von denen zwei nicht ver- Kreiswalter G. D i e h l (Ober-Schmitten) leitete die Tagung mit einem Rückblick auf das am 31. Dezember ablaufende Sängerjahr ein. Er unterstrich die Schwierigkeiten und Widerstände, die die Sanger- bewegunq beengten, und wies auf die bedeutsame Verfügung des Stellvertreters des Führers hm, die einen hoffnungsfrohen Ausblick auf das neue Sängerjahr zulasse. Die gesanglichen und völkischen Aufgaben der Gesangvereine wurden klar Umrissen und der Appell an die Versammelten gerichtet, Kämper für unsere hohe.Kulturaufgabe zu fein, ehrte das Andenken an die im Kampfe für Deutschland gefallenen Sängerkameraden, gedachte unserer deutschen Brüder jenseits der Grenzen, besonders derer an der Saar und gab der Hoffnung Ausdruck, -inzuw-if-n ist dabei insbesondere auf die bekann- ten Bestrebungen des Gauleiters und Reichsftatt- “ser5 tg der und deren Angehörige zu einer W e ihna ch t s° feier der Schüler und Schülerinnen eingeloden. Der große Saal der Turnhalle war bis auf ben letzten Platz besetzt. Zu Beginn ber JBeranftaltung marschierten bie annähernb ^ Schuler unb Schülerinnen auf der geräumigen Buhne auf und gaben durch einzel vorgebrachten Vorspruch und gemeinsam gesungene Lieder der Feier einen würdigen Auftakt. In Verhinderung des Verelnsfuhrers begrüßte dann der stellvertretend^ Veremssuhrer und Dietwart Albert Rinn die Besucher. Er betonte besonders den Wert der turnerischen Ausbildung und ermahnte die Schüler, die während ihrer Schu- lerjahre im Turnverein erhaltene turnerische Ausbildung auch nach der Schulentlassung fortzusetzen und dem Turnverein treu zu bleiben. Die folgenden turnerischen Aufführungen der Spuler und Schülerinnen zeugten von der regen Tätigkeit ber beiben Schülerturnwarte unb ihrer Helfer unb Helferinnen. Sämtliche Darbietungen wurden von pro Monat. mit den Arbeiten begonnen werden kann. Um die Siedlung auf weitere Kreise ausdchnen zu können, hat auf Veranlassung Handels- Ä? im B-Nchm°" mit "em 4wn Staat-Mini. burtstag. _ y Watzenborn - Steinberg, 31. Dez. Der Geflügelzuchtverein Watzenborn- Steinberg hielt am Samstagabend bei Balthasar Sommer seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Karl Philipp IV. erstattete zunächst in kurzen Zügen den Geschäftsbericht. U. a. teilte er mit, daß bei der diesjährigen Kreis-Geflügel-Ausstellung in Lang-Göns der Verein sich mit 86 Nummern an der Ausstellung beteiligte und damit an erster Stelle der Beschickung vor' allen anderen Kreisvereinen außer Lang- Göns, ber die Ausstellung arrangierte, stand. Dies sei ein Zeichen züchterischen Eifers der 80 Mitglieder des Vereins. Von den 86 ausgestellten Tieren konnten 51 Tiere mit der Note „Sehr gut" bedacht werden, außerdem kamen an den Verein 8 Ehrenpreise und 4 Zusatzpreise. Bei der Deutschen Jung- geflügelschau vom 19. bis 21. Oktober in Hannover konnte Heinrich Ruhl auf Neuengl. Zwergkampfer, rotscheckig zweimal „Sehr gut 1" und Karl Philipp IV. auf Neuengl. Zwergkampfer, birkenfarbig, zweimal „Sehr gut 1 und viemal „Gut erringen. Auf der Süddeutschen Junggeflugelschau in Würzburg im November erhielt Heinrich Ruhl auf Neuengl. Zwergkämpfer, rotfcheckig dreimal Sehr gut" und außerdem 1 Ehrenpreis. In Frankfurt a. M. auf der Reichskleintierfchau vom 30. November bis 3. Dezember 1934 bekam Ludwig Heß auf gestreifte Italiener zweimal „Gut"; Karl Phil'ipp IV. auf Neuengl. Zwergkämpfer, blr- fenfarbig, zweimal „Sehr gut 1" und viermal „Gut 1 Ehrenpreis und zwei Zufatzpreife; Otto W e r ß auf gelbe Italiener einmal „Sehr gut" und einmal , Gut". Rechner Heinrich Pfeiffer erstattete dann Bericht über die Kassengeschäfte er konnte der Versammlung einen Gesamtkassenbestanb von 425,32 Mark unterbreiten. Die von zwei Rechnungsprüfern vorgenommene Revision enbete mit Dank an ben Rechner für feine tabellose Buchführung. Auf Grunb bes guten Kassenstanbes würbe einstimmig beschlossen, für zirka 400 Mark Aus- ftellfäfige anzuschaffen. Am 26. unb 27. Januar 1935 findet eine Lokalausstellung des Vereins bet Ludwig Schmandt, Wirtschaft „Zum grünen Baum", statt. Karl Häuser, Wilk). Schwind t und Karl Weiß wurden mit der Ausstellungsleitung betraut. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichskanzler und Führer Adolf Hitler schloß her Vorsitzende die Versammlung. cxd G b e r ft a b t, 31. Dez. Im Gasthaus „Zum Abler" fanb eine Versammlung der M i ich a b | a tz- genossenschaft statt. Der Vorsitzende Heinrich G ö r l a ch , gab zunächst bie neuesten Verfügungen, insbefonbere bie Neuregelung bes Butterverkaiifs, bekannt. Hierauf sprach Ortsbauernfuhrer Gor lach stellungsloser Gehilfen, die über gänzlich unzureichende Ausbildung in den grundlegenden Fertigkeiten ihres Berufes verfügen, denen also schwerlich eine Stellung verschafft werden kann. Bei dem gewaltigen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist es unbedingt notwendig, daß jeder sich die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten aneign^t, die er für seinen Beruf braucht. Darum ergeht insbesondere an die Kaufmannsgehilfen von neuem der Ruf: Lernt Kurzschrift und Maschinenschreiben und bringt es darin zu einer praktisch verwertbaren Fertigkeit. Man beachte bie heutigen Anzeigen. ** Aus ber Straßenbahn gestürzt. Am Sonntagabenb fiel Frau Elise Keiner, Ebelftraße 39 wohnhaft, aus einem Wagen der Straßenbahn so unglücklich heraus, daß sie eine schwere Armverletzung erlitt und in ärztliche Behandlung gebracht werden mußte. ** Zusammen st oß. Am Silvesterabend ereignete sich an der Ecke Seltersweg und Kaplansgasse ein Zusammenstoß zwischen einem Kraftwagen und der Straßenbahn. Glücklicherweise wurden Personen nicht verletzt. Es entstand lediglich einiger Materialschaden. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 3. Januar. Qlir Fortführung der Siedlungsaktion hat das Land Hessen durch Aufbringung van Mitte n der heffifchen Sparkassen, der Hessischen fianbesbanf mSA »“Sä «ä°6 ßWMZUMs gart: Gymnastik. 9.15: Don Trier: 9.15: Neue Volkslieder von Margot Alice Schmibt. 9.30: Selten gehörte Klaviermusik. 9.45: Alte Meister bes Viola- Spieles. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Von Breslau: Mittagskonzert der Waldenburger Bergkapelle (Grenzland-Orchester). 13.15: lieber« tragung nach Stuttgart: Wunschkonzert. Schall und Platt unter Geschäftsaufsicht! 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nur Frankfurt: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Von Kassel: Kinderstunde. Wir gedenken der Brüder Grimm. 16: Uebertragung nach Berlin unb Hamburg, bis 17,30, nach Leipzig, bis 17: Nachmittagskonzert. 18: Bücherfunk: „Volkslied, Tracht und Raffe". 18.20: Der Begründer der deutschen Sprachforschung: Jakob Grimm. Ein Gespräch zu seinem 150. Geburtstag (4. Januar). Von Renö Wirtz. 18.35: Katechismus für Sprachsünder. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20: Reichssendung, Nachrichten, Zeitangabe. 20.10: Reichssendung: Saarland. 20.45: Volksmusik: Volkslieder zur Gitarre. 21 bis 22: Ein großer Musiker und Patriot. Hörbilder aus dem Leben Friedr. Chopins. Von Anton Betzner. 22.30: Uebertragung nach Stuttgart: Klaviermusik von Friedrich Chopin. 23: Uebertragung nach Stuttgart und auf den Deutschlandsender: Nachtkonzert. Unterhaltendes von C. M. Ziehrer. 24 bis 2: Von Stuttgart: Nachtmusik. derer an ber Saar uno gav oer J)unnuim u^uu, daß nach ber Rückgliederung des Saargebietes bie Verständigung zweier Völker möglich werbe, bie iicy auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges achten ge- tz. Nidda, I.Jan. In einer letzten Zusammen- । fünft des hiesigen ©emeinöerats im alten , Jahre warf Beigeordneter Lupp einen kurzen j Rückblick auf das verflossene Jahr unb gab besonders seiner Freude über die Ernennung des neuen ; Bürgermeisters, des Ortsgruppenleiters Philippi Ausdruck. Als Sohn unserer Stadt sei er mit ben örtlichen Verhältnissen gründlich vertraut, woraus man im Hinblick auf seine reiche Lebenserfahrung, Tatkraft und Umsicht die Hoffnung aus eine günstige Weiterentwicklung von Nidda hegen könne Wenn auch größte Sparsamkeit geübt werden müsse,' so sollten doch der für 1935 vorgesehene Ausbau der Beundestraße, die Erweiterung des Friedhofes und die Verbesserung der Trinkwasserverhältnisse ausgeführt werden. Aus der reichyalti- gen Tagesordnung feien erwähnt: Beitritt der Gemeinde zum Volksbund Deutsche Kriegsgraberfur- forge, Herstellung einer Berieselungsanlage m dem Gerätehaus der Feuerwehr zwecks Reinigung . ber Schläuche, Beschaffung von 100 Zentner Thomasmehl und 200 Zentner Kainit zur gründlichen Düngung der städtischen Wiesen, die infolge des diesjährigen Grasverkaufs zu Heu eine erhebliche Einnahme brachten. Das Verfahren zur Baulandumie- gung an der Beundestraße ist inzwischen zum Abschluß gekommen, die Ueberweisung der Grundstücke erfolgt in Kürze. Wegen der Regelung der Kostenfrage wird der Vorschlag gemacht: Bei Ueberimhme der Kosten durch die Stadt erhebt sie Anspruch auf die Massegrundstücke, im anderen Falle übernehmen die Anlieger beides. Infolge einer Anregung des Landesplanungsverbandes des Rhein—Main - Gebietes will die Gemeinde an der verlängerten Jo- hanniterstraße Gelände zur Erbauung von Hausern im Betrage bis 5000 Mark und an der Beunde- straße solches zum Bau von Einfamilienhäusern im Preise von 8000 bis 15 000 Mark zur Verfügung oswfr Ni«! -Ina Blöcker Referent für Woh-1 sterium, dem Landesplanungsoerband und dem xjnsa. ,Ä«^***W den Kleinen mit Eifer und Sorgfalt oorgeführt unb fanden regen Beifall. Den Höhepunkt der Feier bildete ein von Schülern und Schülerinnen schön gespieltes Märchenspiel: „Des Kindes Märchentraum". Das Spiel war in dankenswerter Weise mit viel Mühe und Arbeit von dem Werbewart des Vereins, Dr. Reidt, eingeübt worden. Nachdem der Weihnachtsbaum angezündet worden war, herrschte bei dem Gesang von Weihnachtsliedern noch rechte Weihnachtsstimmung. Die Begeisterung der Kleinen stieg aufs Höchste, als der Weihnachts- niann erschien und seine Gaben austeilte. Alle anwesenden Kinder der Mitglieder, sowie alle Schüler und Schülerinnen des Vereins wurden mit Brezeln bedacht, während die älteren Schüler und Schülerinnen außerdem noch hübsche, kleine Bücher erhielten. Die Feier fand mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler ihr Ende. Hochbeglückt gingen bann bie annähernb 400 Kinder von der Weihnachtsfeier des Turnvereins nach Haufe. O Rödgen, 31. Dez. Der hiesige Männer- gefangverein veranstaltete am Samstagabend in Balsers Saalbau einen Unterhaltungsabend für feine Mitglieder, der sehr gut besucht war. Er bot einige sehr schöne Chöre, darunter „Innsbruck ich muß dich lassen", und ließ von seiner Jugend zwei Theaterstücke spielen. Die jungen Spieler waren mit allem Eifer bei ihrer Sache unb haben gut gespielt. Anschließend wurde getanzt. — Zu wohlgelungenen Weihnachtsfeiern hatten eingeladen: die : Kleinkinderschule, die Sonntagsschule und die NSV. wg. G r o ß e n - B u s e ck , -31. Dez. Die hiesige Hitlerjugend veranstaltete im festlich ge- ' schmückten Saale von Wilhelm Wagner einen : wohlgelungenen Werbeabend. Nachdem die : HI. unter den Klängen des Spielmannszuges in 1 den Saal einmarschiert war, sprach im Anschluß an einen Lied- und Gedichtvortrag und einen mit großem Beifall aufgenommenen Sprech-Chor der Unterbannführer Wilhelm Schneider unter dem Motto „Hitlerjugend und Frontsoldaten". Er legte dabei den Zweck der Veranstaltung dar und betonte, die HI. werde alle Kräfte daranfetzen, um den Willen des Führers in die Tat umzusetzen und in seinem Geiste ein neues und festes Deutschland zu gestalten. Voll Vertrauen, Mut und Opfer- Willigkeit stehe die Hitlerjugend allezeit in treuer Gefolgschaft hinter dem Führer. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden ein Theaterstück aufgeführt und Lieder und Sprech-Chöre geboten. Alle Darbietungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Mit einem kurzen Schlußwort, dem Liede der HI. und einer Huldigung für den Führer fand der Abend seinen Abschluß. — Infolge der ungewöhnlich milden Witterung weisen die Felder allenthalben einen guten Stand ber Saaten auf. Das milde Wetter wurde auch von ben Schafhaltern dazu benutzt, die S ch a f e b i s u b e r Weihnachten auf der Weide zu lassen, wodurch die knappen Futtervorräte weitgehend geschont werden konnten. — Der Landwirt und Wagnermeister Balthasar Wagner feierte in bester Frische feinen 81. Geburtstag, ber Lanbwirt Hof in gleicher Frische feinen 80. Geburtstag. + Treis a. b. ßumba, 31. Dez. Gestern konnte ein hiesiger Einwohner, ber Lanbwirt Johann Kon- rab Op'p er, in voller körperlicher unb geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der Jubilar hilft noch im lanbwirtschaftlichen Betrieb des Enkels mit und ist fast täglich auf dem Felde zu sehen, wo er, ohne daß er es nötig hätte, nach dem Rechten sieht. „ * Großen-Linden, 31. Dez. Im Saalbau Faber beging die Burschenschaft Aleman- n i a ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Der sehr geräumige Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. In feierlicher Stimmung wurde der Abend eröffnet. Anschließend wurden drei Theaterstücke aufgeführt, die bei den Besuchern starken Beifall sanden. Von dem Abend wurden 50 Mark für die Winterhilfe abgeliefert. -o= Watzenborn - Steinberg, 2. Jan. Unsere Mitbürgerin Elisabethe Häuser, geborene Mack, Bahnhofstraße 26, begeht heute bei verhältnismäßiger körperlicher Rüstigkeit ihren 8 0. Ge- zu Buntes Allerlei = Deckenbach, 31. Dez. In der hiesigen Wirtschaft Müller vereinigten sich der Förster und die Holzhauer der For st wartet Gontershausen zu einem Kameradschaftsabend, der in bester Stimmung und vorbildlicher Verbundenheit durch die gemeinsame Arbeit einen würdigen Verlauf nahm. 88. G r e b e n a u, 31. Dez. Unsere Schule veranstaltete in der geräumigen Turnhalle einen in allen Teilen sorgfältig vorbereiteten Theaterabend, der außerordentlich stark besucht war. Nachdem eine Schülerin ein Gedicht aufgesagt und Lehrer Schön über den Sinn und Zweck der Veranstaltung gesprochen hatte, wurde das Märchen „Schneewittchen" aufgeführt, dem als zweites Stück eine Aufführung „Die Arbeit" folgte. Beide Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Unterklasse zeigte dann einige pantomimische Bilder, die Oberklasse erfreute durch den Vortrag von mehrstimmigen Chören. Um die in allen Teilen wohlqelungene Veranstaltung haben sich die Lehrer Schön, Grein und Roth, Frau Schön und die Kapelle Stein, die durch schöne Musikstücke erfreute, in hohem Maße verdient gemacht. Die Aufführung soll in 14 Tagen noch einmal zum Besten des Winterhilfswerks wiederholt werden. Eine besondere Personenbeförderung mit dazu eingerichteten Fahrzeugen aber gab es während des 16. Jahrhunderts im östlichen Mittelmeer; es bestand nämlich für Pilger ein durch eine kleine Zahl von Galeeren vermittelter Verkehr zwischen Venedig und Palästina. Die Einrichtung erinnert einigermaßen an die heutigen regelmäßigen Touri- stensahrten, die unsere großen Dampfergesellschaften dort veranstalten, nur das damals von Vergnügen, guter Verpflegung und Bequemlichkeit keine Rede war, im Gegenteil. Die Pilger schifften sich z. Z. in Venedig ein auf Grund eines Vertrages mit dem Kapitän, wonach dieser sich verpflichtete, sie nach Jaffa, dem Hafen für Jerusalem, zu bringen, dort auf ihre Rückkehr von den heiligen Stätten zu warten und sie wieder nach Venedig zu befördern. Der Kapitän hatte ferner für täglich zwei warme Mahlzeiten und guten Wein zu sorgen und einen Arzt und einen Wundarzt zu halten. Die Häfen, die unterwegs zur Ergänzung der Eßvorräte und des Trinkwassers aufgesucht werden sollten, waren in dem Vertrage genau angegeben; Häfen, die für ungesund galten, z. B. das berüchtigte Famagusta auf Cypern, durften nicht angelaufen werden. Jeder Pilger hatte eine Matratze, zwei Kopfkissen, eine Decke und zwei Bettücher mitzubringen; diese Dinge konnten in Venedig auf dem Markusplatz für drei Dukaten gekauft und nach der Heimkehr für den halben Betrag wieder veräußert werden. Für sehr reiche Leute gab es ein paar Kabinen auf der Galeere; für die übrigen aber bedeutete die Ueberfahrt eine ununterbrochene Kette von Quälereien. Nachts erstickten die Fahrgäste nahezu vor Hitze in ihren Lagerstätten, die in einem viel zu engen Raume übereinander angebracht waren, und Hochstapler in Neuyork und Amsterdam. In einem der erstklassigen Neuyorker Hotels stieg vor einigen Monaten ein eleganter Herr mit vielen Koffern ab und mietete eine prächtige Flucht von Zimmern. Durch gute Trinkgelder und nicht zum wenigsten durch die großen Summen, die er in der Bar ausgab, hatte das Hotel vom Direktor bis zum Liftboy nach kurzer Zeit die feste Ueberzeugung gewonnen, einen Gast zu haben, wie er nicht alle Tage zu finden ist. Dieser Herr erschien nun einige Wochen später bei einem Juwelier, wählte einen kostbaren Ring aus und erklärte dann, nur mit einem Scheck zahlen zu können. Der Juwelier zögerte ein wenig und bat um eine Referenz, bei der er sich über den ihm unbekannten Käufer erkundigen könnte. Ihm wurde dann das angesehene Hotel genannt. Die sofort telephonisch eingeholte Auskunft ließ es als sicher erscheinen, daß der Scheck über den hohen Betrag gedeckt sei. Mit vielen Komplimenten geleitete der Juwelier den über das Thema „Die deutsche Erzeugungsschlacht", wobei er in überzeugenden Ausführungen den Sinn und Zweck dieser großen Aktion darlegte. Die Versammlung wurde sodann mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschlossen. cxd (£ b e r ft a b t, 2. Jan. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige Turnverein im Saale des Gasthauses „Zur Post" sein Wintervergnügen ab, das sehr gut besucht war. Nach einem Eröffnungsmarsch hielt der Dietwart des Vereins, Heinrich Reitschmidt, eine kurze Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Turnens für den Wiederaufbau unseres Volkes und Vaterlandes hinwies. Der Jugend empfahl er, sich freudig in den Dienst der deutschen Turnsache zu stellen. Insbesondere gedachte der Redner der deutschen Brüder von der Saar, die nun bald mit uns vereinigt sein würden. Nach einem Vorspruch, unter dem lichterglänzenden Weihnachtsbaum vorgetragen, führten die Schüler ein humorvolles Stück auf, dem ein ernstes Theaterstück folgte, in dem die Verbundenheit der Ausländsdeutschen mit dem Mutterlands starken Ausdruck fand. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines ebenfalls ernsten Stückes, das von Turnern und jungen Mädchen wiedergegeben wurde. Am Schlüsse sprach Pfarrer K ö d d i n g im Namen der Zuschauer herzlichen Dank allen denen aus, die sich um die Ausgestaltung des Abends verdient gemacht hatten. Eine Verlosung und ein unterhaltsames Beisammensein beschlossen den anregenden Abend. — Am letzten Tage des Jahres 1934 beging der älteste Einwohner unseres Ortes, Maurermeister Ph. G ö r l a ch, im Kreise seiner Angehörigen seinen 8 6. Geburtstag. Der hochbetagte Mann ist der letzte Vertreter von 1870/71 in unserem Dorfe. * Ettingshausen, 2. Jan. Die Holz- Ha u e r e i im hiesigen Gemeindewald wurde dieser Tage beendet. 40 bis 45 Erwerbslose konnten für einige Wochen Beschäftigung finden. Das geschlagene Holz wurde im Submissionsweg verkauft, zum größten Teil an eine Firma im Westerwald. Es ist vorgesehen, im Februar neun Morgen Waldgelände roden zu lassen, fernen sollen Straßenbauten als Notstandsarbeit in Angriff genommen werden. Kreis Alsfeld. Kreis Wetzlar. M Odenhausen, 31. Dez. Aus unserm Kirchspiel Odenhausen-Salzböden ist vom vergangenen Jahr das folgende zu berichten: In O d e n h a u f e n : die heilige Taufe empfingen 16 Kinder, konfirmiert wurden 13 Kinder, getraut 12 Paare, es verstauben 2 Perfo/len, am heiligen Abendmahl nahmen 518 Personen teil; in Salzböden: getauft 4 Kinder, konfirmiert 5 Kinder, getraut 2 Paare, es verstarb en 6 Personen, am heiligen Abendmahl nahmen 520 Personen teil. — Die Einwohnerzahl betrug am 10. Oktober 1934 in Odenhausen 537, Salzböden 497 Personen. <£ Niederkleen, 31. Dez. Im Rathaussaale fand eine öffentliche Gerne in deverfarnm- l u n g statt, in der u. a. beschlossen wurde, zur Fertigstellung des vor zwei Jah^n in Angriff genommenen Baues der Turnhalle die noch ausstehenden gezeichneten Beträge zu kassieren und damit die restlichen Schulden zu decken. Nach Erfüllung dieser Aufgabe soll von der Zivilgemeinde die Fertigstellung der Turnhalle durchgeführt werden/ dazu will man im Gemeindewald Wellenholz hauen und den Erlös aus dem Verkauf für die Fertigstellung der Turnhalle bereitstellen. Diese Regelung wird von der Gemeinde allgemein begrüßt. Die vom Staate genehmigten Notstandsarbeiten beim Ausbau des Lang-Gönser Weges und des Müllerweges wurden an den hiesigen Unternehmer Otto Rüspe l e r vergeben. Hierdurch wird für hiesige Arbeitslose wiederum Arbeit für einige Wochen geschaffen. Weiter wurde bekanntgegeben, daß vom 1. Januar ab für die Landwirte Zuschüsse zu Rodungsarbeiten und zum Einebnen von Wiesen und Aeckern auf dem Wege der Notstandsarbeiten gewährt werden. Beisetzung von Ministerialrat Or. Echrod. LPD. D a r m st a d t, 1. Jan. Am Silvesternachmittag wurde Ministerialrat Dr. Franz S ch r o d auf dem Waldfriedhof zu Darmstadt zur letzten Ruhe geleitet. Nach der kirchlichen Einsegnung und dem Gebet des Geistlichen legte Staatsminister Jung mit einem ehrenden Nachruf für den Toten einen Kranz nieder. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten von Direktor F a u l st i ch für die Hessische Landesbank, von dem stellvertretenden Vorstandsmitglied der Landeshypothekenbank, Dr. Bausch, von Direktor Ley, von einem Vertreter der Nassauischen Lebensversicherungsanstalt und von Vertretern der Activitas und der Alten Herren der Chattia in Gießen, die mit Fahne und in Wichs eine Ehrenwache am Grabe stellte. Preußen. Großer Diebstahl in einem Antiquitätengeschäst. LPD. Frankfurt a. M., 31. Dez. In der Nacht zum 31. Dezember wurde ein schwerer Diebstahl in einem Antiquitätengeschäft in der Bethmannstraße ausgesührt. Dem oder den Tätern fielen folgende Sachen in die Hände: eine kleine Apostelfigur in Silber aus dem 17. Jahrhundert; eine goldene Halskette, Filigran, mit sechs dün- nen Ketten; ein grünes Eidechs-Blldchen, in Gold die Ratten liefen über sie hin. So war denn an Schlaf während der Nacht kaum zu denken, und bei Tage ebenso wenig; denn die Passagiere wurden durch Kommandos bald auf die eine oder die andere Seite des Schiffes getrieben. Auch die Güte der vereinbarten Verpflegung ließ sehr zu wünschen übrig. Das der Sonne ausgesetzte Fleisch begann zu verderben, das Brot wurde hart wie Stein und bekam Würmer, der Wein wurde heiß. So war es denn erklärlich, daß die Passagiere allmählich ausblieben und die Fahrten mit dem Ende des 16. Jahrhunderts aufhörten. Eine vierhnndertZahre alteGchildkröte Es ist bekannt, daß Schildkröten ein ungewöhnlich hohes Alter erreichen, aber zuverlässige Mitteilungen darüber sind äußerst selten. Nun ist in Woosung, das am Hafeneingang von Schanghai liegt, eine Schild- ttöte durch das Kielwasser eines ausfahrenden Dampfers ans Ufer geworfen worden, die ihren Taufschein auf dem Rücken trägt. Ein Fischer, der das ungewöhnlich große Tier fing, entdeckte nämlich auf der Rückenschale der Schildkröte eine Inschrift, die er sogleich von Schriftkundigen entziffern ließ. Sie besagt, daß ein chinesischer Buddhist namens Tako die Schildkröte vor mehr als vierhundert Jahren fing, ihr feinen Namen sowie das Datum und den Namen der Dynastie einritzte, um sie bann nach altem Brauch wieder unversehrt dem Meere zurückzugeben. Während die Gelehrten über das hohe Alter der Schildkröte den Kopf schütteln und emsig nach anderen Mitteilungen über ein so hohes Alter der geheiligten Tiere suchen, hat der Fischer die einträgliche Seite seines seltenen Fanges erkannt und ausgenützt. Er zieht mit der uralten Schildkröte von Dorf zu Dorf und läßt sie gegen ein angemessenes Eintrittsgeld vor den von weither herbei- ftrömenöen Neugierigen sehen. Die Schildkröte erfreut sich bester Gesundheit, gemächlich trabt sie in ihrem Behälter herum und beäugt gelassen und ein wenig mißbilligend die zudringlichen Gaffer. Sie scheint noch lange nicht des Lebens müde zu fein, und man erinnert sich an König Theobalds Riesenschildkröte, der Morgenstern ein so würdevolles Lied gewidmet hat: „Ich bin schon tausend Jahre alt und werde täglich älter". Seereisen in alter Zeit. Schiffe, die ausschließlich oder vorwiegend der Personenbeförderung dienen, find im allgemeinen eine Erfindung der Neuzeit. In früheren Jahrhunderten waren sie fast unbekannt, obwohl nicht nur auf einzelnen Flüssen, sondern auch in der Ostsee und auf dem Mittelmeer, ein recht lebhafter Schiffsverkehr stattfand. Wer den Landweg nicht wählen konnte oder wollte, dem blieb in der Regel nur übrig, eine „Gelegenheit" mit einem Handelsund Güterfahrzeug abzuwarten, und die bot sich manchmal gerade dann am seltensten, wenn man fie brauchte. Ausnahmen gab es allerdings. So fehlte es z. B. niemals an großen und kleinen Schiffen zur Fahrt über den Aermelkanal. Im übrigen aber bot im 16. Jahrhundert sogar London, zu jener Zeit doch schon ein ansehnlicher Hafenort, dessen Verkehr indessen vorzugsweise aus den nordischen Ländern bestritten wurde, nicht immer gerade die gesuchte Schiffsgelegenheit. Da wollte von dort ein englischer Kaufmann nach Neapel fahren, aber er fand einen ganzen Monat über kein Schiff nach einem italienischen Hafen. Vergebens suchte er auch zwei Wochen lang in Dünkirchen, Calais und Gravelingen. Natürlich waren die Schiffe auch keineswegs zur Mitnahme von Passagieren eingerichtet, und diese mußten während der Reise zusehen, wo sie an Bord zwischen den umherliegenden Gütern einen Unterschlupf fanden. An Schlafen in einem richtigen Bett oder an Kleiderwechsel war Zumeist nicht zu denken. Käufer hinaus. Einige Stunden später erschien nun derselbe Herr bei einem anderen Juwelier und bot den eben erst erworbenen Ring zum Verkauf an. Als Wert gab er selbst den Kaufpreis an und bekannte auch ganz offen, daß er den Ring soeben erst in dem anderen Geschäft gekauft habe. Inzwischen aber, sagte er, habe sich in seinen Verhältnissen «vieles geändert, so daß er gezwungen sei, das Wertstück gleich wieder zu veräußern. Der Juwelier, der dem Kunden nicht recht traute, telephonierte vom Nebenzimmer aus mit der anderen Firma und erfuhr, daß die Angaben den Tatsachen entsprachen. Natürlich wurde nun der erste Juwelier von den schlimmsten Ahnungen befallen. Er teilte der anfragenden Firma mit, daß der Ring mit einem Scheck bezahlt worden sei und veranlaßte ihn, sofort die Polizei zu benachrichtigen. Der Verdacht, daß der Käufer mit dem Geld für den unbezahlten Ring verschwinden wollte, lag auf der Hand und so zögerte die Polizei nicht lange mit der Verhaftung. Bald aber stellte es sich schon heraus, daß der Scheck reichlich gedeckt war. Man mußte den Mann aus der Haft entlassen, der natürlich alles, was sich bis jetzt ereignet hatte, sorgfältig ausgeklügelt hatte und jetzt mit der Ausführung feines eigentlichen Planes begann. Er verklagte nämlich die beiden Juweliere wegen Schädigung feines Ansehens und seines Kredites, und das Gericht mußte ihm einen Schadenersatz von vielen tausend Dollar zusprechen. Die andere Gaunergeschichte ereignete sich in Amsterdam, wo eines Tages ein Herr einem Juwelier den Auftrag gab, für ihn eine Perle von ganz großer Seltenheit und Kostbarkeit zu kaufen, deren Größe und Farbe er genauestens beschrieb. Es war für den Händler nicht leicht, den Auftrag auszuführen, und er brauchte einige Wochen, bis ihm der Ankauf einer Perle gelang, die das gewünschte Aussehen hatte. Erfreut brachte er sie dem Kunden, der ohne Zögern den Preis von zehntausend englischen Pfund auf den Tisch legte. Ein'Jahr darauf erschien der Kunde wieder bei dem Händler und erklärte, er habe sich inzwischen entschlossen, seiner Frau ein Paar Ohrringe arbeiten zu lassen und brauche darum noch eine ebensolche Perle. Der Juwelier erklärte es als außerordentlich schwierig, ein auch nur annähernd ähnliches Stück aufzutreiben. — Monate vergingen. Der Kunde fragte hin und wieder vor und bekam nur zu hören, daß der Ankauf noch nicht gelungen fei. Dann aber eines Tages wurde ihm doch die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß eine Perle aufgetrieben worden fei, die wirklich „fast" das Aussehen der ersten hätte, aber den dreifachen Preis koste. Auf die Anrage des Juweliers, ob er die Perle für den Kunden kaufen solle, gab dieser ihm ben Auftrag, das Wertstück für den Preis von 30 000 Pfund für ihn ZU erwerben. Der Kunde hat die Perle niemals abgeholt, der von ihm gedungene Mittelsmann aber hatte für die erste Perle, denn um diese handelte es sich, eine stattliche Summe erzielen können. Der „Kunde" und der Verkäufer der „zweiten" Perle aber suchten mit ihrer gemeinsamen Beute das Weite, während der betrogene Juwelenhändler mit der viel zu teuer gekauften Perle das Nachsehen hatte. Tanz um den Totenschädel. 3n diesen Tagen ist in einem Prozeß gegen fünf Eingeborene in Britisch - Ostafrika das Geheimnis um den Tod eines englischen Farmers gelöst worden, der im Herbst 1931 von Eingeborenen ermordet worden war. Fünf Krieger des Samburu-Stammes hatten sich unter dem Verdacht, die Mörder des Theodore Cowper Powy zu fein, vor dem Gericht in Rumuruti im Kenia-Gebiet von Britifch-Ostafrika zu rechtfertigen. Vor drei Jahren fand man den furchtbar zugerichteten Leichnam, dem der Kopf fehlte, in der Nähe der Farmen, die der Engländer Powy zu verwalten hatte. Die Vermutung lag nahe, daß er von einem Löwen, die dort keineswegs selten sind, überfallen worden war, bis nach Monaten ein Schwarzer eines den Samburu nicht günstig gesonnenen Stammes einem Engländer mitteilte, er habe den Schädel des Powy in der Hütte eines Kriegers der Samburu gesehen. Diese Aussage, der man zunächst wenig Glauben schenkte, wurde von anderen Eingeborenen bald bestätigt, die bemerkt hatten, wie fünf Krieger mit blutigen Speeren um den Kopf eines Weißen einen Tanz aufführten. Die englische Polizei verhaftete die verdächtigen Neger, von denen zwei sich offen mit ihrer Heldentat brüsteten, einen Weißen ermordet zu haben. Es wurde ferner bei dem Verhör der fünf Angeklagten fest gestellt, daß in der Nacht nach dem Morde sich die fünf Mörder in der Hütte eines Medizinmannes versammelt hatten, den sie gebeten hatten, sie durch seinen Zauber vor Verfolgungen der Engländer zu schützen. In der Beschwörung der Geister durch den Zauberer spielte der Schädel des Ermordeten, der sich in der Mitte unter den Schwarzen befand, eine große Rolle. Vor und nach der Zeremonie wurde getanzt und gesungen, woran die Weiber der Sam- buru-Krieger sich leidenschaftlich beteiligten. Die Mörder nahmen das über sie ausgesprochene Todesurteil mit demselben Gleichmut auf wie ihre Angehörigen. Ein SOOO-Mark-Gewinner der sich nicht meldete. LPD. Marburg, 1.Jan. Wie erst jetzt bekannt wird, entfiel bei der Prämienziehung zur vorjährigen Winterhilfslotterie ein 5000-Mark- Gewinn auf die in Marburg verkauften Lose. Da niemand diesen Gewinn abholte, kam er der Winterhilfe zugute. Jedenfalls hat der betreffende Käufer des Winterhilfsloses, als er vielleicht eine Niete zog, der anhängenden Prämien- n ummer auch keine Beachtung geschenkt und diese samt der Niete fortgeworfen. montiert und mit goldener Verzierung auf der oberen Seite; eine silberne Zigarettendose; eine goldene Filigran-Brasche mit drei kleinen Goldtropfen, ein Paar goldene Ohrringe mit Perlen und Korallen (Biedermeiers; ein Paar goldene Ohrringe mit starken blauen Steinen; ein Paar Ohrringe, Silber, vergoldet, mit geschliffenen Gläsern, 18. Jahrhundert; ein Paar goldene Ohrringe mit Korallen in Traubenform; ein goldener Ring mit roten Steinen, in denen die Buchstaben H. K. eingeschnitten sind, ein Eisenring mit Goldplatte; auf der die Königin Luise im Profil dargestellt ist; eine silberne Zigarettendose in Filigran, ein kleines silbernes Kreuz; eine goldene Herrenkette; eine kleine Brosche in Silber mit Emaille und Filigran; ein silberner Anhänger, Heilige Familie, 15. Jahrhundert, ein kleiner silberner Anhänger, Je-susknabe, 16. Jahrhundert; eine kleine silberne Laterne, Filigran. Für die Wiederherbeischaffung der gestohlenen Sachen bzw. die Ermittlung der Täter ist mit der Aussetzung einer dem Wert der Sachen entsprechenden Belohnung rechnen. Ps heißt fchön fein. Zu dick ift ungefund. Erfolgr. Wirkung immer (1) • • "die einzig- durch^JlßlflUl artigen Entfettungstabletten. Garantiert unschädlich. RM 1.75, Kurpackung RM 4.50. In allen Apotheken erhältlich. Verlangen Sie nur^SLeinin. Deutsche Slenoßraienschail viOrtsgruppe Gießen. vuTindTv Wir eröffnen am \\lfl 111/ Montag. 7. Januar, *%7 in der „Pestalozzi- U schule , Werner- wall 18, einen Anfänger-LehrM in deutscher Kurzschrift. Unterrichtsgeld: RM. 8.—, Erwerbslose RM. 4.—. 3d Fortbildungs - Kurse beginnen am gleichen Abend. Anmeldung und Auskunft zu Beginn des Unterrichts oder bei Leder-Haas, Seltersweg 3. Ab 20 Großwäscherei „Edelweiß I ii tagratachail Laser Pimpf bekam heute ein gesundes, kräftiges Schwesterchen Friedel-Maria K. O. Kapsitz, Fabrikbesitzer, und Frau Äeril, geb.Köhne Wiesbaden, 28. Dezember 1934 lerai Maschiaenschrelheo Stundenplan für die am 8. Januar beginnenden Maschinenschreibkurse Dauer: 8. Januar bis Anf. April Gebühr: Nichtmitglieder 6 RM. Mitglieder 5 RM. Lokal: Ö.H.L. Öffentl. Handelslehranstalt Liebigstraße 16 (Alte Klinik) Auskunft u. Anmeldung: Zu Beginn des Unterrichts od. bei Leder-Haas, Seltersweg 3. 4d wenn die Wäscheberge sich türmen, wenn Sie vor Arbeit nicht wissen wohin, dann 7235 a rufen Sie unter Nr. 3487 Dienstag und Freitag Erlernung der 10-Finger-Blind- fchreibmethode Fortb. (Ziel: Sicherheit und Geschwindigkeit) Zeit 19-207; Bekanntmachung betreffend den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Schüler. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen, einerlei ob sie aus benachbarten hessischen oder preußischen Orten kommen, die Berufsschule zu Gießen zu besuchen haben. (Arf. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes). Die Arbeitgeber werden gemäß Artikel 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler(innen) zum Besuche der Fortbildungsschule Gießen abzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, unterliegen der Bestrafung gemäß Artikel 25 Abs. III des Volksschulgesetzes. 7576D Gießen, den 20. Dezember 1934. Stadtschulamt. I. V.: N e b e li n g. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Heuchelheim für das Rechnungsjahr 1935 liegt vorn Donnerstag, dem 3. Januar 1935, ab eine Woche auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können daselbst während dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. IO Heuchelheim, den 29. Dezember 1934. Hessische Bürgermeisterei: Rinn. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 52SSL-. helft Mauen Eure (chÖnste HANDARBEIT ousdenPlouener SPITZEN STERNEN des k WHW £ .... und zum Bauen übermann. Nr.l Biettes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 2.)anuar (935 DerReichssportführer zum neuen Jahr „An der Schwelle zum neuen Jahre gelten unsere ersten Gedanken dem deutschen Vaterlande, seinem Volke und seinem Führer. Dann wünschen wir, daß der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen auf den Wegen, auf denen er im vergangenen Jahre in Marsch gesetzt wurde, weiter wirken möge als ein wesentlicher Teil der deutschen Volkserziehung. Wir danken allen, die als Führex oder in der Gefolgschaft ihr Bestes zur Erreichung dieses Zieles gaben. Wir wünschen endlich, daß die tätige Hilfe non Bewegung und Staat an unserer Arbeit uns auch im neuen Jahre erhalten bleibe, und wir versprechen, daß unsere Arbeit weiterhin dem Neubau eines Deutschen Reiches der Ehre, Größe und Freiheit gelten soll." Reichsbund für Leibesübungen. Gez.: von Tschammer und Osten. Gaumannschasten zum OZD -Hokattampf. Rordhessens Elf gegen Berlin. Der Gau Nordhessen hat für den am Sonntag in Fulda stattfindenden Pokalkampf gegen Brandenburg folgende Mannschaft aufgestellt: Sonnrein (Hanau 93); Euchinger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900); Strasser, Maintz (beide Borussia Fulda), Engelhardt (Kassel 03); Markert (Kassel 03), Kammer! (Borussia Fulda), Wohlgemuth (FV. Wetzlar), Leugers (Borussia Fulda), Kleim (Kassel 03). Ersatzleute sind: Wagener (Tura Kassel) und Röll (Borussia Fulda). Reue Fußballtermine in Rordhessen. Mit Rücksicht auf den am 6. Januar in Fulda stattfindenden Pokalkampf mußten die Pflichtspiele der an der Aufstellung der Gaumannschaft beteiligten Vereine abgesetzt werden. Die Spiele: Spielv. Kassel — Hanau 93 und Borussia Fulda — Kurhessen Kassel wurden abgesetzt, die beiden übrigen Treffen blieben bestehen. Es spielen also am 6. Jan. in Nordhessen: Sport Kassel — Germania Fulda und VfB. Friedberg — Spvg. Langenselbold. Eine Besprechung der Vereinsführer der Vereine des Deutschen Fußballbundes im Kreise Gießen findet am kommenden Sonntag im Cafe Ebel zu Gießen statt. Die Vereinsjugendführer sollen an der Versammlung ebenfalls teilnehmen. Stuttgarter Kickers Letzter im Fuhbattturnier zu Rom. Das am Sonntag begonnene internationale Neujahrsfußballturnier in Rom, an dem deutscherseits die Stuttgarter Kickers teilnahmen, wurde am Neujahrstag beendet. Im Endspiel um den ersten und zweiten Platz standen sich AS. Roma und Genua 93 gegenüber. Genua hatte im zweiten Vorspiel am Silvestertag den FC. Bern 3:2 geschlagen. AS. Roma gewann ten entscheidenden Kampf knapp mit 2:1. Im Endspiel um den dritten und vierten Platz wurden die Schwaben von dem FC. Bern mit 5:1 besiegt, so daß sie sich mit dem letzten Platze begnügen müssen. Zachamt für Handball/ Kreis VIII. Sturm. Der Spielverlauf war stets wechselvoll und ließ auf beiden Seiten schon vor dem Wechsel 13 Tore zustande kommen, bei denen dann die Gäste mit einem Tor die Führung inne hatten. Nach der Pause zeigt sich das gleiche Bild. Die Gäste waren stets etwas schneller am Ball und konnten schließlich auch mit dem knappen Resultat von 13:11 die beiden Punkte entführen. An der Schwelle des alten Jahres wünsche ich allen hessischen Turnern und Sportlern ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr. Das Jahr 1934 stand unter dem Zeichen einer einigenden Turn- und Sportbewegung. Am 30. Januar, dem Tage der nationalsozialistischen Machtergreifung, verkündete der Reichssportführer den neuen Reichsbund für Leibesübungen, der alle Turner und Sportler unter sich vereinigte und damit dem bisherigen Streit zwischen diesen beiden Richtungen ein Ende bereitete. In Darmstadt wurde die Einigung dadurch in die Tat umgesetzt, daß sich der größte Darmstädter Turnverein mit dem größten Darmstädter Sportverein zu einer Darmstädter Turn- und Sportgemeinde vereinigte. Diese Vereinigung gab der alsdann beginnenden Zusammenarbeit aller Turn- und Sportvereine unter dem neuzeitlichen Begriff „Deutsche Leibesübungen" die Grundlage für die weitere Arbeit. Die Leibesübung hat im Jahre 1934 ganz besonders in Darmstadt einen ungeahnten Aufschwung genommen. Weit über Hessen hinaus ist diese einigende Tätigkeit anerkannt worden, und auch im Jahre 1935 werden wir in gleichem Sinne schaffen und wirken. AllcrwLfs stellt man fest, daß ein gesunder Wille zum Zusammenschluß zwischen Turnern und Sportlern — und dies ganz besonders auf dem flachen Lande — vorhanden ist. Weist fehlt es nur an einer örtlich führenden Persönlichkeit zu solchen Bewegungen. Wir werden alles daran sehen, um diese gesunde Entwicklungslinie nicht verflachen zu lassen und überall da, wo derartige volksverbindliche Regungen unter den Turnern und Sportlern sich zeigen, dieselben praktisch werden zu lassen. Ich möchte das alte Jahr nicht scheiden lassen, ohne all denjenigen zu danken, die sich in den letzten zwölf Monaten uneigennützig in den Dienst der Sache stellten. Ich erwarte, daß auch in Zukunft sämtliche hessischen Turner und Sportler dem Rufe des Reichssportsührers Folge leisten und tatkräftig Mitarbeiten. Unser Ziel steht f e st. Das kommende Jahr muß uns in Erreichung desselben einen gewaltigen Schritt vorwärts bringen. Turner und Sportler wollen beide dasselbe, sie wollen ihrem Volk und ihrem Vaterland dienen und gehören da- Tv. Lollar — logg. Ruttershausen 10:1 (4:1). Eine Ueberraschung brachte dieses Spiel in Lollar. Die Gäste leisteten sich den Scherz, mit nur zehn Spielern anzutreten und verloren kurz nach der Pause einen weiteren durch Platzverweis, so daß die Mannschaft nur noch neun Mann im Feld hatte. Lollar vollbrachte wieder eine sehr gute Leistung und hatte bereits bis zur Pause eine klare Führung herausgeholt. Die Elf diktierte auch in der zweiten Hälfte überlegen die Geschehnisse auf dem Spielfeld und holte einen zweistelligen Siea heraus. Die Gäste zeigten bei weitem nicht die Leistungen der letzten Spiele und spielten lustlos. her zusammen. Wo wie hier gleichgerichtete Arten bestehen, wäre es eine dem natürlichen Empfinden und dem ungeschriebenen Gesetz der Moral widersprechende Handlung, wollte man einen Trennungsstrich zwischen den Turn- und Sportverbänden noch länger aufrechterhalten. Wenn das gesamte deutsche Volk sich einig fühlt unter seinem Führer, so muß diese Begebenheit für die Turn- und Sportbewegung ganz besonders maßgebend bleiben. Bei dem Uebertritt in das neue Jahr werden daher all diejenigen, die noch immer glauben, bei ihren alten Begriffen und Einstellungen verharren zu müssen, noch einmal ermahnt, sich entweder von der Notwendigkeit der hier einzuschlagenden Richtung im Interesse des Volkes und des Vaterlandes zu überzeugen, oder wenn dies durch innerliche Hemmungen oder Bindungen nicht möglich ist, sich der neuen Richtung nicht mehr länger kritisierend in den Weg stellen zu wollen, was alsdann allein nur noch als echte Turner- und Sportlerdisziplin gewertet werden kann. Wenn die deutsche Turn- und Sportbewegung in ihren Reihen derartig geläutert und innerlich überzeugt in das Jahr 1935 hinüberwechselt, dann wird der Weg zur Erreichung der vorgenannten Ziele noch freier und leichter sein. Erst dann wird sich der Boden zu einer gemeinschaftlichen echten deutschen Kameradschaft entwickeln können, und damit wird die deutsche Leibesübung zu einem wichtigen Faktor für die Gesunderhaltung von Volk und Familie und für den Reuaufbau der deutschen Ration und unseres Vaterlandes. In diesen unseren Einigungsbestrebungen arbeiten die hessischen Turner und Sportler im Sinne des Reichssportführers und erfüllen damit den Willen unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Mit scheidendem, aber auch dankbarem Blick auf das Jahr 1934 grüßen die hessischen Turner und Sportler in einiger Kameradschaft hoffnungsfreudig das Jahr 1935. Darmstadt, den 31. Dezember 1934. Löwer, Leiter des staatlichen Turn- und Sportamts. An die Turner und Sportler des Landesgebiets Hessen. Neujahrskundgebung des Leiters des staatlichen Turn- und Sportamtes. Nachdruck oerboten! 28 Fonletzung. artiges in meinem Sanatorium zugetragen hat." Inspektor Bruce legte die Hand auf den Arm des verzweifelten Professors. „Es wird nichts in die Öffentlichkeit kommen, das verspreche ich Ihnen. Wir haben ja noch an den Ruf anderer Menschen zu denken, nämlich an den Professor Borglohs und dieser unglückseligen Eva van Koster. Es ist am besten, wenn über diese ganze Geschichte Gras wächst." Professor Gershwin atmete erlöst auf. „Ich danke Ihnen, Inspektor Bruce! Sie nehmen mir eine Last von der Seele. Und nun, meine Herren, wünschen Sie, daß ich Mistreß van Koster auf Ihren Besuch vorbereite? Wir müssen behutsam sein. Das junge Mädchen ist in der Tat durch alle die furchtbaren Erlebnisse seelisch so empfindlich geworden, daß ich bei einer so plötzlichen Freude für sie fürchte." „Nun", meinte Mac Lean, „so plötzlich wird die Freude nicht sein. Sie wartet nämlich schon seit einigen Tagen darauf, daß ich sie hole." Professor Gershwin sah ihn verständnislos an. „Sie wartet darauf? Ja, haben Sie denn mit ihr gesprochen?" . v „Das habe ich, Professor. Und nun wird Ihnen auch klar sein, warum ich die Rolle eines Verrückten in Ihrem Arbeitszimmer spielte. Ich sah nämlich die Krankengeschichte auf Ihrem Schreibtisch und wollte Namen und Zimmer Eva van Kosters ermitteln." „Aber dazu hätten Sie doch einen einfacheren Weg wählen können. Sie hätten doch einfach als Mister Mac Lean sich bei mir melden und mir den Fall so vortragen können, wie Sie ihn jetzt erklärt haben. Wozu diese Umwege, Mister Mac Lean?" „Weil ich allen Grund hatte anzunehmen, daß man meinen Befreiungsversuchen auf der Spur mar. Bald nachdem Mister Borgloh mich in die Sache eingeweiht hatte, hat man einen Mordanschlag auf mich gemacht, dem ich aber glücklich entging. Durch Zufall erfuhr ich dann, daß Eva van Koster irgendwo in der Umgebung von Lo- minghton stecken müßte. Als ich sie endlich in -olacf Castle zu finden hoffte, war sie bereits von dort fortgebracht, offenbar zu Ihnen, Herr Professor. Die Verbrecher, die ja Eva van Koster in Händen hatten, verfügten offenbar über einen sehr „gut organisierten Nachrichtendienst. Ich mußte befurchten, daß man mir auch hier bei Ihnen zuvorkommen würde. Wenn die Leute, die Eva van Koster hierhergebracht hatten, zum Beispiel bei Ihnen erschienen wären und erklärt hätten, daß sie die Kranke mit sich nehmen wollten — was hätten Sie dann getan, Herr Professor?" Professor Gershwin zuckte die Achseln. „Dann hätte ich allerdings diesem Verlangen stattgeben müssen, Mister Mac Lean. Ich habe nicht das Recht, ungefährliche Kranke gegen den Willen ihrer Angehörigen in der Anstalt festzuhalten." „Und weil ich das genau gewußt, habe ich diesen etwas grotesken Weg gewählt, um zunächst einmal mit Eva van Koster in Verbindung zu kommen. Und nun, Herr Professor, wenn Sie erlauben, möchte ich mit Miß Eva sprechen." Der Professor erhob sich. „Wenn Sie hier warten wollen, Herr Inspektor Bruce, dann bringe ich Mister Mac Lean selber herüber." Mac Lean lachte. „Dafür wäre ich Ihnen auch sehr dankbar, Herr Professor. Man kann nicht wissen, ob nicht irgendeine der Nachtwachen mich als Baronet of Chami- nabe erkennen und mich einsperren würde. Und wenn ich meinem Freund, dem Wärter, begegnen würde — nur, auf eine Tracht Prügel könnte ich mich vermutlich gefaßt machen." Das Zimmer Eva van Kosters war ein behaglicher Raum, der in seiner Einrichtung mehr einem eleganten Hotelzimmer ähnelte als der Zelle einer Irrenanstalt. Weiße, eingebaute Schränke waren an den Wänden. Ein paar Möbelstücke von schönen Formen zierten das Zimmer. Nur wer mit den Gepflogenheiten einer Irrenanstalt vertraut war, erkannte, daß alle diese Möbel und Geräte etwas Besonderes hatten. Die Möbel selbst waren fest in den Fußboden eingeschraubt. Die Schränke zeigten keine Klinken, sondern hatten grifflose Schiebetüren. Auch waren alle Möbel abgerundet, so daß nirgends eine Ecke oder Kante war, an der sich jemand verletzen konnte. Der Hahn der Waschtoilette war ein runder Knopf, dicht an der Wand angeschlossen; der Spiegel darüber durch Draht vergittert. Die Lampe befand sich hoch an der Decke, jedem Zugriff unerreichbar. Die Fenster waren vergittert. Schiedsrichteransehungen für den 6. Januar 1935. Lollar — Lauusbach (Seyb, Gießen); Erda — Dutenhofen (Weller, Atzbach); Holzheim I — Heuchelheim! (Ploch,. Gießen); Holzheim II — Heuchelheim II (Ploch, Gießen) Alb ach — Lang - Göns (Kraufch, Gießen), Münchholzhausen II — Lützellinden li (Bender, Bergwerk); Krofdorf — Atzbach (Becker, Gießen); Dornholzhausen — Hochelheim (Zörb, Großen-Linden); Spv. 05 Wetzlar — Hörnsheim (Jakobi, Dornholzhausen). Handball im Lahn-Dillkreis (Gau XII) Kreisklasse I: Tv. Krofdorf — Tv. Hörnsheim 11:13 (6:7). Ein recht torreiches Treffen! Die Gegner wiesen schwache Abwehren auf und einen schußkräftigen Im Jahre 1935 wird Gießen im Mittelpunkt des turnsportlichen Geschehens im neuen Turngau Nord- Hessen stehen. Mit Hochdruck werden schon in Kürze die Arbeiten für das große Gaufest ausgenommen werden, das bekanntlich vom 2. bis 4. August in unserer Stadt zur Durchführung kommt. Die Turnerschaft ist der Träger des großen Festes. Heute geben wir eine Rückschau auf die turnerische Arbeit des Gaues im abgelaufenen Jahr. Bei der Neueinteilung von Turnen und Sport entstand im Herbst 1933 als einer der 16 deutschen Turn- und Sportgaue der Gau XII Nordhessen. Er umfaßt in feinem Nordbezirk (Kassel) hauptsächlich „Aber selbstverständlich. Die Patientin wurde mir vor einiger Zeit als geisteskrank eingeliefert. Als sie ankam, mußte ich diese Diagnose nur bestätigen. Sie tobte, schrie, behauptete, gefangen gehalten worden zu fein. Sie beteuerte, sie wäre nicht Lolotte Dawis. Dabei waren sämtliche Papiere in Ordnung. Die Kranke war offensichtlich geistesgestört. Ich nahm sie in meine Anstalt und kann schon über einen sehr schönen Erfolg berichten. Die Tobsuchtsanfälle haben sich vollkommen gelegt. Sie ist anft und ruhig. Die Aufgeregtheit hat einer stummen Melancholie Platz gemacht, die aber meiner festen Überzeugung nach schon eine Etappe zur Gesundung darstellt." Und was würden Sie sagen, Herr Professor, wenn ich Ihnen erzähle, daß diese Lolotte Dawis nicht geistesgestört ist? Daß st- tm Gegenteil vollkommen klar ist und recht hat m,t ihrer Behaup- tung, nicht Colotte Dawis zu fein’. Der Professor wurde bleich. „Aber wer ist sie denn dann? „Sie ist Eva van Koster." „Eva van Koster, die Tochter des berühmten Gelehrten, der vor ein paar Jahren gestorben ist. Um Gottes willen! Wer hatte em Interesse daran, sie hier bei mir einzuliefern? _ . « „Eine Verbrecherbande, die statt der richtigen Eva van Koster eine falsche Eva lN den Vordergrund schob und sie mit Professor Borgloh dem langjährigen Assistenten Professor van Kosters, verheiratete." In kurzen Worten schilderte Mac Lean die Dinge, die sich nach dem Tode van Kosters zugetragen, wie er sie von Friedrich Borgloh gehört. Professor Gershwin war vollständig fassungslos Entsetzlich! Entsetzlich!" sagte er em über das andere Mal. „Und ich, der ich in gutem Glauben gehandelt habe? Ich bin ruiniert, wenn die Sache herauskommt! Wenn bekannt wird, daß sich Der- 7 ’ Jahre 1934. Gebiete des ehemaligen Oberweser-Kreises der DT., während der Südbezirk (Gießen) vorher ein Glied des Mittelrheinkreises der DT. war. In der neuen turnerischen Einheit sind schöne Erfolge nicht ausgeblieben. Der Gau XII hat feinen Kern in den alten chat- tischen (hessischen) Stammlanden, in denen in Sitte, Brauch und Tracht urwüchsisches germanisches Volkstum noch unverfälscht erhalten geblieben ist. Es ist daher begreiflich, daß gerade hier im Heffen- lanbc die Gedanken Jahnfchen Turnertums Wurzel gefaßt hatten. Auf dem „Trieb" in Gießen entstand 1818 der erste größere Turnplatz in Hessen M MW im 6oo. Vornan von ORamer Zewen Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Auf dem weißen Bett lag ein junges Mädchen. Sie lag ganz still — aber sie schlief nicht. Die großen Augen in dem abgemagerten Gesichtchen hatten einen Ausdruck von rührender Trauer und Ergebung. Die schmalen weißen Hände waren hilflos und zart wie Kinderhände. Sie lagen gefaltet auf der weißen Decke. Jetzt plötzlich richtete sich die junge Mädchengeftalt auf. Das Mondlicht fiel durchs. Fenster auf ihr Gesicht. Ein Lauschen kam in die abgehärmten Züge. Wirklich, da draußen vernahm sie Schritte, hielten vor ihrer Tür. Es klopfte. „Herein!" rief sie mit versagender Stimme. Angst lähmte den 'Ton in der Kehle. Wer würde kommen? Würde es der Unbekannte fein? Würde es der Mann sein, der vor ein paar Tagen plötzlich zu ihr gekommen, der ihr einen ersten Schein von Hoffnung gebracht? Oder würden es vielleicht ihre Quälgeister fein, die sie fortgeschleppt? Erst in dieses einsame Turmgebäude, dessen Namen sie nicht kannte — dann hierher. Tränen standen in ihren Augen. Aber nun? Ein Lächeln öffnete ihren Mund — in der Tür stand der gütige Mann von neulich mit den ernsten, grauen Augen. „Miß Eva!" sagte Mac Lean leise. „Schlafen Sie?" Das Mädchen schüttelte heftig den Kopf. Aber sie konnte nicht sprechen — sie bebte vor Erregung. Nun kam Mac Lean herein, zog sich einen Stuhl heran, setzte sich ans Bett. Er nahm die angstvoll zitternden Hände in die seinen: „Miß Eva", sagte er leise und zart, „Sie müssen nun ganz ruhig sein. Hören Sie — es ist alles gut." „Darf ich hier fort? Wird man mir glauben, daß ich nicht Lolotte Dawis bin, sondern Eva van Koster?" „Alles wird man Ihnen glauben, Miß Eva. Und Sie dürfen jeden Augenblick fort, sowie Sie sich kräftig genug dazu fühlen." „Ich bin kräftig", sagte Eva. Aber ihr schneeweißes Gesicht sprach etwas anderes. Da drückte Mac Lean das zitternde junge Menschenkind behutsam in die Kissen zurück. „Miß Eva, haben Sie Vertrauen zu mir? „Sie nickte nur. Ihre Augen strahlten auf. (Fortsetzung folgt!) und im gleichen Jahre sah die alte Turnerstadt auch ihr erstes Turnfest. Von Gießen und vielen anderen Turnerstädten aus eroberte das Turnwesen das flache Land. Wenn der neue Gau Rordheffen mit feinen dünnbevölkerten Gebirgslandschaften (Taunus, Westerwald, Vogelsberg, knüll, Rhön, Waldeck) bei feiner ersten Bestandserhebung in 12 Xurnfreifen und 827 Vereinsorten insgesamt 861 Turnvereine mit 71 245 Mitgliedern aufweisen konnte, so sind das für einen rein ländlichen Gau Zahlen, die über dem Durchschnitt liegen. Wenn in der Spitze der Gauführung auch ein Wechsel eingetreten ist, so stand das gleiche Ziel doch immer klar vor Augen: den Leibesübungen in Deutschland den politischen Sinn zu geben und alle Turner nationalsozialistisch auszurichten. Mit dem Gaubeauftragten des Reichssportführers und den Bezirks- und Kreisbeauftragten, wie auch mit den Parteidienftftellen arbeitete die turnerische Führung in bestem Einvernehmen. Gauoberturnwart Rudolf Paul (Gießen) brachte aus seiner langjährigen Amtszeit im ehemaligen Gau Hessen die nötige Erfahrung und Sachkenntnis mit und paarte sie mit Schaffensfreude und Tat- „ willen. Damit waren die Voraussetzungen gegeben für einen erfolgreichen Aufbau und Ausbau der neuen turnerischen Einheit. Das turnerische Leben wurde auf eine gesunde Grundlage gestellt und das fand am .25. Nebelmond 1934 beim zweiten Gauturntage in Fulda auch die besondere Anerkennung des Gaubeauftragten. Leider trat in der Führung des Gaues und der Kreise manche Veränderung ein. a Dem Aufbau und Ausbau galt eine umfassende Lehrgangsarbeit. 89 Gauangehörige erhielten in 14tägigen Lehrgängen an der Deutschen Turnschule in Berlin eine gründliche Schulung. Im Gau und in den Kreisen führten der Gauoberturnwart und seine rührigen Mitarbeiter für alle Fachgebiete Wochenendlehrgänge durch. Bewußt wurde bei der Lehrarbeit zunächst das Frauenturnen in den Vordergrund gestellt. Die Schulunasarbeit im Gau und in den Kreisen trug ihre ersten Früchte, als die Turnkreise oder Unterkreise im Mittsommer ihre ersten Kreisturnfeste durchführten. Die großen Kreistreffen, durchweg von ausgezeichneter Witterung begünstigt, waren Volksfeste im besten Sinne des Wortes. Zu großen turnerischen Heerschauen wurden die beiden Bezirksturnfeste des Bezirks 1 (Kassel) in Bebra und des Bezirks 2 (Gießen) in der alten Turnerstadt Friedberg. Bei jedem der Feste waren über 1000 Turner und Turnerinnen zu den Wettkämpfen angetreten. An größeren Gauveranftaltungen sind zu erwähnen: die Sommerspielmeisterschaften in Kassel, bei denen T v. 18 4 6 Gießen, M t v. Gießen und Tv. Bad Wildungen die Gaumeister stellten; das Gauschwimmfest in Nidda, die Gau- fechtmeisterschaften in Kassel und das 27. Rhänturn- feft auf der Wasserkuppe, der höchsten Erhebung Nordhessens. Die Gebiete des Gaues, die früher zum Mittelrheinkreis gehörten, haben selbstverständlich auch dem Feldberg die Treue gehalten. Nord- hessische Turner und Turnerinnen waren an der volkstümlichen Gestaltung des 81. Feldbergfestes wesentlich beteiligt. Die deutschen kampfspiele in Nürnberg gaben den Turnern des neuen Gaues erstmals Gelegenheit, bei einer Großveranstaltung des neuen Reichsbundes für Leibesübungen in der gemeinsamen Front aller Sportler die Kräfte zu messen. Rordhessen als vorwiegend ländlicher Gau war verhältnismäßig gut vertreten, und auch die Erfolge blieben nicht aus. Die nordhessischen Turner und Turnerinnen holten sich in Rürn- berg insgesamt 24 Siege. Bemerkenswert ist, daß auch die DT. eine ihrer größten Veranstaltungen im Gau Nordhessen durchführte. Das DT.-Tennisturnier nahm in der Welt- babeftabt Bab-Nauheim einen glänzenben Verlauf. Der Gau ist stolz barauf, baß ihm im Gesamtverlauf ber Saar-Treueftaffel ein ganz wesentliches Stück ber großen Wegstrecken übertragen war, und baß er bie ihm gestellte Aufgabe auf bie Minute pünktlich losen konnte. Die Hauptläufe 1, 2, 3 unb 10 gingen burch Norbhesfen. vnyni, vveyu^ ragre vvkk cm macytigN' Don der sahrzchntelangen ZuIsammennrKM hn ehemaligen Mittelrheinkreis her gehen vom Süd- bezirk des Gaues Nordhessen aus noch enge Freund- schaftsbande hinüber zu den Durnbrüdern und Turnschwestern an der Saar. Da nimmt es nicht wunder, wenn im abgelaufenen Jahr verschiedene nordheMche Vereine Saarbesu'ch empfangen halben. Die Rückschau auf das erste Jahr turnerischer Arbeit zeigt, daß der neue Gau Novdhesfen lebens- und arbeitsfähig ist. Der Blick ins neue Jahr weift vorwärts zu neuen Aufgaben, an die jeder gern und opferfreudig Herangehen wird. Ball ins Netz. Mit 3:1 ging es kn die Halbzeit. In der zweiten Halbzeit war Lollar so überlegen, daß Heuchelheim nichts mehr zu bestellen hatte. Lollar schoß in regelmäßigen Abständen noch fünf weitere Tore. Wenn Lollar so weiter spielt, wird es nicht mehr viel Spiele verlieren. Der Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Heimischer Fußball zur Jahreswende. Bezirksklaffe Gruppe Gießen-Oill. Tabellenfkand nach dem 30. Dezember 1934. Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl . Pkte. SV. 05 Wetzlar 12 11 0 1 22:2 1900 Gießen 11 7 1 3 15:7 TuSpo. Naunheim 12 7 1 4 15:9 TuSpv. 20 Bissenberg 11 6 0 5 12:10 Dranien 1914 Frohnhausen 12 6 0 6 12:12 VfB.-Reichsbahn Gießen 12 4 2 6 10:14 BC. Sinn 13 4 1 8 9:17 FC. Teutonia Watzenb.-Steinb. 11 2 2 7 6:16 Reichsb.-TuSpv. 1911 Dillenburg 10 1 1 8 3:17 Der SV. 05 Wetzlar führt mit 7 Punkten Vorsprung, er hat allerdings noch drei beachtenswerte Spiele, wie gegen 1900 Gießen, Bissenberg und Naunheim, die alle auf des Gegners Platz stattfinden, vor sich. Der Tabellenzweite, 19 0 0 Gießen hat auch noch drei Spiele auswärts zu bestreiten und wird wohl 05 Wetzlar nicht mehr einholen, der zweite Platz wird dem Verein aber sicher sein. T u S p v. N a u n h e i m hat sich bis jetzt gut durchgekämpft und wird den dritten Platz behalten. Auch der T u S M v. B i s s e n b e r g hat sich einen guten Platz erobert und wird sich diesen Platz nicht so leicht streitig machen lassen.— Die sympathische Mannschaft von Oranten 14 Frohnhausen hat sich bis jetzt tapfer und fair geschlagen. VfB.-Reichsbahn Gießen zeigt gegenüber der vorjährigen Serie einen Rückgang und wird kaum einen besseren Platz erringen können, da noch drei schwere Spiele, wie gegen Bissenberg, Dillenburg und Frohnhausen auswärts zu bestreiten sind. B C. Sinn hat 13 Spiele und muß sich gut behaupten, um den 7. Platz nicht zu verlieren. Die beiden Vereine Watzenborn-Steinberg und Reichsbahn Dillenburg weisen die letzten Plätze auf. Der FC. Steinberg hat unter einem unglücklichen Stern gekämpft und wird alles daransetzen müssen, einen Vorsprung zu bekommen. Der Reichsbahn- TuSpv. Dillenburg hat eine unbeständige Mannschaft und wird nicht mehr in der Bezirksklasse zu halten sein. Tuhbollergebnisse der Kreisklasse Sonntag, 30. Dezember 1934: Stockhaufen — Bisse nb er g II 3:4; Grünberg II — VfB. III 1:5; Großen- Buseck — Wiefeck 3:3; Rodheim — Kinzenbach 2:2; Nauborn — Büblingshausen 4:0 (abgebrochen); Burgsolms II — Hermannstein^2:4; Leihgestern — 1900 II 3:0: Wißmar — Alten-Buseck 2:4; Berghausen — Oberndorf 4:4; Sportfr. Wetzlar — Wetz- lar II 1:2; Lollar — Heuchelheim 8:1; Bechlingen — Oberbiel 2:7; Sportfr. Wetzlar II — Ehringshausen 1:8; Werdorf — Aßlar 1:4; Erda — Heuchelheim II 0:3: Tgde. Wetzlar — Burgsolms 10:2; Launsbach — Hohensolms 2:4; Frankenbach — Fellingshausen 1:3; Mendorf — Lollar II 2:2; VfB. II — Krofdorf 1:2; Londorf — 1900 III 4:1; Leihgestern II — Wie- seck II 1:1. Sporte. Grünberg II — VfB.-Reichsbahn III 1:5. Die Gießener feierten in Grünberg einen neuen Sieg, der auch in dieser Höhe durch den Spielverlauf gerechtfertigt ist. Gegen die Geschlossenheit der Gäste hatten die Gastgeber keine Chance. Sportverein 4920 Lollar. Sportverein 1920 Lollar — Heuchelheim 8:1 (3:1). Heuchelheim stellte sich in Lollar zum fälligen Verbandsspiel. Lollar brachte es fertig, dem Tabellenführer eine eindeutige Niederlage beizubringen. Das Spiel hatte kaum begonnen, als der Rechtsaußen der Gäste, auf eine Vorlage, das erste Tor schoß. Nun wurden auch die Lollarer Spieler eifriger, und ihr noch junger Mittelläufer erzwang den Ausgleich. Kurze Zeit darauf fiel das zweite Tor. Lollar drängte weiter und bei einem schön getretenen Eckball lenkte Gabriel mit dem Kopfe den Um die Führung der Gruppe Biebertal standen sich beide Mannschaften am vergangenen Sonntag in Rodheim gegenüber. In der ersten Hälfte hatte die Platzmannschaft etwas mehr vom Spiel, während die Gäste die ganze Zeit über nur zehn Spieler im Feld hatten. Trotz leicht überlegenem Spiel der Platzmannschaft lagen die Torchancen auf feiten der Kinzcnbächer. Rodheim konnte aus einer bereits abgewehrten Ecke durch Schrägschuß die Führung übernehmen. Bald darauf war Halbzeit. Die zweite Hälfte unterschied sich von der ersten durch größere Schnelligkeit und weit besseres Spiel der Gäste. Es dauerte aber geraume Zeit, bis der Ausgleich aus einem Eckball zustande kam. Rodheim holte durch Nachschuß eines bereits abgewehrten Balles wieder die Führung. Man wähnte schon die Partie für entschieden, als es dem Rechtsaußen der Gäste gelang, mit dem schönsten Tor des Spieles das verdiente Unentschieden herzustellen. Die Jugendarbeit im Kreis Gießen des DAV. Der Jugend, der eingentlich das besondere Interesse Zugewendet werden müßte und die den Fortbestand der Fußballbewegung garantieren soll, schenkt man immer noch nicht die Beachtung, die ihr zusteht. In erster Linie kommen Liga- und erste Mannschaften. An die Jugend denkt man zuletzt. Es ist klar, daß, wenn ein Verein über keine jüngeren Reserven verfügt, er eines Tages vor die Tatsache gestellt wird, ob er weiter bestehen kann und was es mit der Fortführung eines erkämpften Gutes auf sich hat. Im vergangenen und auch in diesem Spieljahr wurde der Jugendspielbetrieb, dank der intensiven Arbeit der Jugendführung, ziemlich gehoben. Von sechs bestehenden Jugendmannschaften wurde die Zahl auf 19 erhöht. Ebensoviele Schülermannschaften stehen zur Verfügung. Die beste Jugendarbeit die geleistet wurde, kann die Spielvereinigung 1900 Gießen für sich in Anspruch nehmen. Ein Zeichen dafür, daß gearbeitet wurde, ergibt die Leistung der ersten Jugendmannschaft, die sich im vorigen Jahre und auch in diesem Jahre ungeschlagen behauptete und voraussichtlicher Meister der Gruppe Gießen wird. Auf dem Lande wurde vielfach gesündigt. Erst sorgte man dafür, daß Jugendmannschaften auf die Beine kamen und dann ließ man den Spielbetrieb einfach fallen. Wenn man sich aber einer Jugendbewegung widmet und mit der Jugend lebt, so wird die schönste Freude nicht ausbleiben. Es ist eine dankbare Aufgabe, eine Jugendabteilung zu führen und bei strenger Zucht den Erfolg zu sehen. Mit Ausnahme eines Vereins stellen sämtliche Vereine der Abteilung I des Kreises Gießen Jugendmannschaften. Diese Mannschaften wurden nach geographischen Gesichtspunkten und den Stärkeverhältnissen entsprechend gegliedert. Sv spielt die Gruppe A mit folgenden Mannschaften: 1900 Gießen erste Jugend, VfB. Gießen erste Jugend, Watzenborn-Steinberg, Wieseck und Lich. Gruppe B: Saubringen, Großen-Buseck, Leihgestern, 1900 Gießen zweite Jugend, Norder-Ohmen, Steinbach und Treis a. d. Lumda. Die Gruppe C besteht aus folgenden Vereinen: Heuchelheim, Lollar, Krofdorf-Gleiberg, Wißmar, Kinzenbach und Alten- Buseck. Die einzelnen Gruppensieger spielen untereinander um Den Gruppenmeister der Gruppe Gießen. Dieser tritt gegen den Sieger der Gruppe Wetzlar an, die zusammen um die Kreisjugendmeisterschaft kämpfen werden. Der alsdann ermittelte Kreisjugendmeister spielt in den einzelnen Bezirken um die Bezirksmeisterschaft, und wenn es einer der siegenden Kreismannschaften gelingen sollte, Bezirksmeister zu werden, so steht der Weg offen um die Ehren einer Gaumeisterschaft. Hierzu werden die Aussichten wenig günstig stehen; denn wir haben immerhin im Gaugebiet Jugendabteilungen, die mancher Klassenmannschaft nichts nachgeben. (Diese Schilderung soll dazu dienen, um den Aufbau kennenzulernen.) Eine besondere Maßnahme des Gaujugendführers richter als sogenannte Jungschiedsrichter herangebildet werden sollen, die diejenigen Schiedsrichter ablösen sollen, die seither ehrenamtlich und jahrelang als Pfeifenmänner ihre Pflicht getan haben. Friedberg gewinnt 4 von 5 Frankreichspielen. DfB. Friedberg — AS. Brest 1:0 (1:0). Mit einem hervorragenden Ergebnis kann der VfB. Friedberg feine Rückreise aus Frankreich antreten: vier von fünf Spielen wurden gewonnen und das, obwohl es mit nur einer Äusnahme immer gegen Mannschaften der ersten französischen Amateurklasse ging. Am Neujahrstag fand der letzte Kampf statt. Die AS. Brest war der Gegner. Die Brester erwiesen sich als verblüffend starker Gegner. Nicht viel hätte gefehlt und es hätte für die Deutschen nur ein Unentschieden gegeben. Ihr Tormann Wittmann war der gute Stern, der dieses Unentschieden verhütete. Kurz vor Schluß hielt er einen Elfmeter mit einer großartigen Parade, durch die das 1:0 gehalten werden konnte. Die Friedberger warteten mit Prachtleistungen auf. Ein Meisterstück I war ihr Tor, das Produkt einer feinen Kombina- I tionsarbeit, die Eisenreich erfolgreich abschloß. Wirtschaft. VfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn II — Sportverein Krofdorf I 1:2 (0:0). Eine beschämende Niederlage erlitt die Gießener Mannschaft auf eigenem Gelände. Die Gießener mußten, da die sonst mitwirkenden Soldaten beurlaubt waren, Ersatz aus einer höheren Mannschaft verwenden. Die Hiesigen konnten sich nie zu einer einheitlichen Leistung aufraffen. Trotzdem hatten sie öfter Torgelegenheiten, die aber der zu unentschlossen spielende Sturm nicht verwerten konnte. Gleich zu Beginn verwirkten die Gäste einen Elfmeter, aber Schmidt schießt auf den Mann. Beide Mannschaften sind sich bis zur Halbzeit gleichwertig. Nach Wiederbeginn drängen die Gäste. Bei einem Angriff macht der Gießener Verteidiger unnötigerweise Hand im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelt Bromm, der beste Mann der Gäste, unhaltbar. Das zweite Tor kommt auf das Konto von Leutheuser, der beim Umspielen eines Gegners den Ball verlor, und damit die Gelegenheit zum zweiten Erfolg schuf. Der Endspurt der Hiesigen kommt zu spät. Nur ein von Heß verwandelter Elfmeter ist die Ausbeute ihres Drängens. Zementpreissenkung ab 2. Januar. Am 28. Dezember fanden in Berlin die Verhandlungen über die in Aussicht genommene Preisermäßigung für Portland-Zement statt. Nach Informationen des Fwd. werden mit Wirkung vom 2. Januar 1935 die Franko-Stationspreise für Port- land-Zement in gestaffelter Form ermäßigt, sie betragen im Duchschnitt im Bereiche des Westverbandes etwa 10 RM., im Bereiche der norddeutschen Verbandes im Durchschnitt 22 RM., im Bereiche des süddeutschen Verbandes im Durchschnitt 33 RM. Für Süddeutschland werden z. B. in Frankfurt a. M. die Preise von 419 auf 386, in Stuttgart von 420 auf 387, für Mannheim um etwa 33 RM., für Nürnberg um etwa 33 RM. und für München um 24 RM. herabgesetzt. Mit der allgemeinen Preissenkung vermindern sich naturgemäß die Spannen von Portland-Zement zu Hüttenzement. In Süddeutschland wird die Spanne von Portland-Zement zum Eisen-Portland auf 10 RM., die von Portland- Zement gegen Hochofen-Zement auf 20 RM. ermäßigt. Die Außenseiter bleiben in der Preisbildung zunächst frei. Im Laufe des Januar werden erneute Verhandlungen über organisatorische Fragen der Zementindustrie und hierbei auch über Außenseiter gepflogen werden. Wie der Fwo. noch erfährt, ist das Neubauverbot nach der Preisermäßigung zunächst um weitere zwei Monate verlängert worden. Deutsche Bergin AG. für Holz-Hydrolyse, Heidelberg. Die GV. der Gesellschaft genehmigte den Abschluß für 1933. Die Bilanz weist einen Anlagezugang von RM. 164 099 05 auf. Der Verlust von RM. 255 312 75 wurde gemeinsam mit dem Verlustvortrag aus 1932 von RM. 66 825 23 mit zusammen RM. 322 137 98 auf neue Rechnung vorgetragen. Um die Produktion in einem Umfange durchzuführen, der die Selbstkosten reichlich deckt, wurde beschlossen, mit Wirkung vom 30. Juni 1934 das AK. im Verhältnis 5:1 auf RM. 300 000 i. e. F. zusammenzulegen, und danach um bis zu 1 200 000 RM. zu erhöhen. Der durch die Kapitalherabsetzung und den gleichzeitigen Verzicht einzelner Gläubiger auf ihre Forderungen entstehende Gewinn Betrügt 1 301 763,18 RM. Zur Tilgung des insgesamt ausgelaufenen Verlustes werden RM. 555 238,18 Der- wendet. Der Gesellschaft steht für eine längere Reihe von Jahren ein bedeutender Bankkredit zur Verfügung, für den die Reichsregierung die Bürgschaft übernommen hat. Nach dem Ausbau der Anlage wird die Gesellschaft neben anderen wertvollen Produkten Spiritus Herstellen. Mit der Reichsmono- polverwaltung für Branntwein wurde ein Lieferungsvertrag abgeschlossen, der der Gesellschaft langfristige Abnahme des erzeugten Spiritus sichert, während der Monopolverwaltung ein für sie sehr günstiger Preis eingeräumt wurde. * * Schöfferhof-Binding-Bürgerbrau AG., Frankfurt a. M. Die GV. genehmigte den Abschluß 1933/34 mit wieder 12 v. H. Dividende, wovon 8 v. H. ab 2. Januar zahlbar sind und 4 v. H. der Deutschen Golddiskontbank überwiesen werden. Die Verwaltung hofft auch für 1934/35 wieder ein günstiges Ergebnis vorlegen zu können. * Deutsche Gold- und S i l b e r s ch e i d e« an st alt norm. R o e ß l e r, Frankfurt a. M. Die GV. genehmigte den Abschluß 1933/34 mit unv. 9 v. H. Dividende, wovon 8 v. H. in bar sofort auszahlbar sind und 1 v. H. der Deutschen Golddiskontbank überwiesen werden. Außerhalb der GV. hört der Fwd noch, daß entsprechend den Angaben im Geschäftsbericht die Aussichten für einzelne Sparten sich etwas ungünstiger darstellen, was aber keine schlechte Entwicklung für das Gesamtergebnis bedeute. Frankfurter Börse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 31. Dez. Die letzte Börse im Jahre 1934 verkehrte in fester Haltung. Die Stimmung war im Hinblick auf das kommende Jahr zuversichtlich. Infolgedessen entwickelte sich innerhalb der Kulisse etwas lebhafteres Geschäft, die Vorkäufe in Erwartung des Kupontermins tätigte. Dagegen blieb das Interesse der Kundschaft ziemlich klein, es beschränkte sich in der Hauptsache auf mittlere und kleine Werte. Von Großwerten des Aktienmarktes waren allerdings Farbenindustrie und Reichsbankanteile stärker beachtet und je 1,50 v.H. fester. Am Montanmarkt gewannen Gelsenkirchen 1,25, Rheinstahl 1,50, Klöckner 0,75, Mannesmann und Mansfelder je 0,25 v. H., nur Harpener gaben 0,25 v. H. nach. Von Elektrowerten traten Lechwerke mit plus 1,75 und Gesfürel mit plus 1,25 v. H. mehr hervor, AEG., Bekula und Schuckert zogen bis 0,50 v. H. an. Siemens blieben mit 136 unverändert. Schifft fahrtsaktien gewannen bis 0,50, Zellstoff Waldhof 0,65, Hanfwerke Füssen 0,75 v. H. Schwach lagen erneut Südd. Zucker mit 159 (162,50). Auf den übrigen Marktgebieten waren die Kurse wohl ebenfalls meist höher, das Geschäft aber gleich Null. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, daß Geschäft wurde jedoch etwas ruhiger, Farbenindustrie stiegen bis auf 136, bröckelten aber auf 135,75 ab. Sehr fest waren Hanfwerke Füssen, die bis auf 59 (nach 56) anzogen, auch sonst erhielt sich für mittlere Werte mehr Interesse. So gewannen u. a. Aschaffenburger Zellstoff 2, Lahmeyer 1,50, Mainkraft 1, AG. für Verkehr 1,25, Buderus und Phönix je 0,90 v. H. usw. Größeres Publikumsinteresse zeigte sich am Kassamarkt, an dem eine große Anzahl von Papieren mit „Plus-Plus-Zeichen" erschienen. Am Rentenmarkt waren Altbesitz und späte Schuldbücher noch je 0,13 v. H. fester, im übrigen blieben die Kurse unverändert. Pfandbriefe und Stadtanleihen waren weiter gesucht und von 0,25 bis 0,75 v. H. höher. Staatsanleihen lagen still, ebenso fremde Werte. — Tagesgeld 4 v.H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Dez. Das Geschäft am letzten Getreidegroßmarkt im Jahre 1934 blieb ohne Bedeutung. In Brotgetreide war das Angebot etwas geringer, anderseits bestand keine Nachfrage. Dagegen blieben Hafer und Futtergerste sowie ölhaltige Futtermittel und Mühlenabfälle bei unzureichendem Angebot stark gesucht. Weizen- und Roggenmehle waren stark angeboten, fanden aber keine Käufer. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen WIX 203,50, W XIII 207,50, W XVI 211,50; Roggen RIX 163,50, R XIII 167,50, R XV 171,50; Futtergerste G IX 165,50, G XI 168,50, GXII 170,50; Hafer H XIII 163,50, H XIV 165,50; Sommergerste für Brauzwecke 200; Weizenmehl W XIII und WXVI je 27,15; Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24; Weizennachmehl 16,50; Weizenfuttermehl 12,75; Weizenkleie W XIII 10,58, W XVI 10,79; Roggenkleie R XIII 9,81, R XV 10,05; Sojaschrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 13; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen m. M. 14,50; Trockenschnitzel 9,30 bis 9,70; Heu 11; Weizen- und Roggenstroh (braijtjjc» preßt oder gebündelt) 4,70 bis 5. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papteren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frormun a. JJi. Benm Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 29-12. 31-12. 29.12. 31-12. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 96,9 96,9 97,25 97,25 6% eljem.7% Dt. Reichsanl.v. 1929 — 6Vi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 99 99 — — Auslos.-Rechten ............. 103,5 104,25 103,65 104,4 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,65 98 97,65 98 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................ 94,75 95 95 6Vi%. Hess- Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui......... 94,25 94,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 106,5 Deutsche Komm. Eammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 103 103,5 102,75 103,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 95 95 — 95 95 95,25 95 95,75 — 95 6Ki% ehem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6y2% ehem. 4»/2% Rheinische — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 96 95,75 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96 96,25 96 8% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs 96 104,3 96,5 104,3 96,25 104,3 96 104,3 4% Oesterretchische Goldrente.... 23,25 23,25 23,5 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente...... 1,05 6,13 6 1,13 6,4 6,25 1,1 6,3 5,95 L13 6,45 *% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/2% desgl. von 1913.......... 5,9 5,95 10,65 5,9 10,4 6,13 11 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe — Serie I.................... 7,9 i,75 - 7,6 .yranriun u. JJI. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 29-12» 31-12- 29-12- 31-12- 4% Desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. veretnh. Rente ü. 1903 4',4%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische veroinh. Rente .. 2ZL% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkebrstvesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Sis conto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................12 A.E.G....................... Bekula...................... Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g Felten L Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert L Co...............5 Siemens L Halske............. Lahmeyer L Co.............10 Buderus ........... 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...............g Ilse Bergbau Genüsse......... Klöcknerwerke...............0 Mannesmann-Röhre«........ 0 7,9 4 3,55 29,75 23,5 29 78 93,5 71 72,5 74,5 145,5 27 131,13 99,75 111,25 79 107 100 94 136 110 85 99 60,5 99 149,5 116 76 75 7,75 4 6,1 3,5 30 23,9 29,5 • 79,25 94 72 74 75,5 147 27,25 131,25 100,25 111,75 79,75 108,75 100 94,5 136 111,25 85,75 100 61,25 98,75 151,5 117 76,75 75,65 5,9 3,45 30 23,75 22,75 28,65 79 94 71 72,5 74,5 145,25 27 131,65 100,75 111 79,5 107,9 100 94,5 135,25 110 85,4 99 59,75 98,25 79,65 151,5 116 76,4 74,9 7,6 3,95 6,05 3,9 30 23,75 22 28,75 79,5 94,5 72 74 75,5 147 27,65 132,5 101 110,75 79,75 108,75 100 94,75 134,5 111 85,5 99,75 60,5 99 80,13 151,5 118 77,4 75,65 Frankfurt a. M. Berkin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schlußkurs (schlußk. Mittag« ' börke 29-Dezember 31 .Dezember Amtliche Notierung Geld | Brief 2 Hofiprnnn Datum 29.12- 31-12- 29-12. 1 31-12. Geld Brief Mansfetoer Bergbau.........O Kolswerke..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl..................0 Bereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2 I. G. Farben-Jnduslrie.......7 Scheideanstalt............... 9 80,75 47,4 214 85,75 39,5 12,5 105 143 133,75 200,5 89,5 98 81,5 77,5 106,5 130 47 48 65 47,75 64,65 32 183 148 139 26,25 81 48,25 213 87,75 40,5 12,5 105,5 106,5 147 135,75 202 89,5 97,4 82 106™ 130 46,5 113 49,5 67 48,25 64,65 32 181 147,5 138,4 26,51 84 81,45 95,4 47,4 213 86,5 39,9 12,75 105 107,13 146 133,75 82 96 48,25 21'4,75 87,13 40,4 12 107 107,5 146,5 135,65 oueiwa eine Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... Helsingfors. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan..... Jugoslawien Oslo..... 58,29 0,204 3,047 54,72 81,25 12,255 5,41 16,405 168,16 21,30 0,713 5,649 61,59 48,95 11,12 63,21 80,72 34,02 10,39 2,486 u,bdZ 58,41 0,206 3,053 54,82 81,41 12,285 5,42 16,445 168,50 21,34 0,715 5,661 61,71 49,05 11,14 63,33 • 80,88 34,08 10,41 2,490 Sanknoten. U.bZö 58,25 0,204 3,047 54,67 81,25 12,245 5,405 16,405 168,07 21,30 0,713 5,649 61,54 48,95 11,11 63,14 80,72 34,02 10,39 2,483 0,632 58,37 0,206 3,053 54,77 81,41 12,275 5,415 16,445 168,41 21,34 0,715 5,661 61,66 49,05 11,13 63,26 80,88 34,08 10,41 2,487 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschaft.............O Pbtiipp Holzmann...........v Zementwerk Heidelberg ......O Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhoser .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas............... 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum........... 0 Orenstein & Koppel.......... O Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 A«umukatoren-Fabrü........O Conti-Gumml...............O Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4\ Süddeutscher Zucker......... 8 89,75 97 81 101,75 46,4 114 48,9 66 119,25 47,4 65 87,25 32 185 147,5 139 26 90 97,9 81,65 78,75 102,75 45,75 116 49,75 67 119,25 48,9 64,5 88,25 32 180,5 145,5 139 26,5 Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork... Berlin,ZI.Dezember Geld Briet Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 2,435 58,04 54,46 12,21 16,365 167,65 21,11 61,38 62.92 80,44 2,455 58,28 54,68 12,25 16,425 168,33 21,19 61,62 63,18 80,76 33,92 -a 162,5 I 1591 161 1 160 Ungarische Note»................ 33/78