185. Jahrgang Gießener Anzeiger Politik und Baukunst kam entstanden. Oer Duce spricht bei der Einweihung der Universitätsstadt 5tom. Englandfeindliche Studentenkundgebungen in Jtotn. schiedenen Bestrebungen eines nicht allzu erfolgreichen Angreifers, sondern auch die berechtigten Forderungen des Opfers und die Erfordernisse der Völkerbundssatzung befriedigen würde. Hier hätten sich die Erörterungen beinahe zwangsläufig wieder den Empfehlungen des Fünfer-Ausschusses zugewandt. Die Sachverständigen seien soweit gegangen, den Austausch von Gebietsteilen zu erwägen. Italien würde danach Teile des abessinischen Grenzgebietes erhalten haben, gegen die Ueberwei- sung eines Seehafens und Korridors allenfalls auf italienischem Boden an Abessinien. Es sei aber keine feste Vereinbarung über irgendeinen derartigen Plan erzielt worden. Im Gegenteil, alle Hoffnung auf seinen Erfolg sei bereits durch die Aufnahme zerstört worden, die diese Vermittlungsbemühungen in Rom gefunden hätten. Times nennt die letzte Rede Mussolinis eine neue Herausforderung des Völkerbundes Der trotzige Ton der Rede scheine die Optimisten, die eine Regelung des Streites zwischen Italien und dem Völkerbund nahe glaubten, überrascht zu haben. Die Pariser Beratungen ergebnislos geblieben. London, 1. Rov. (DRB. Funkspruch.) Der Genfer Berichterstatter der „Times" meldet, es sei unwahrscheinlich, daß heute nach Eintreffen Hoares, Lavals und des Barons Aloisi irgendwelche neue Vorschläge gemacht würden. Der britische Außenminister werde neuerlich betonen, daß die britische Regierung nicht geneigt sei, sich mit irgendwelchen fragwürdigen Vorschlägen zu beschäftigen, die auf eine Vereinbarung außerhalb des Völkerbundes abzielen würden. Es habe sich gezeigt, daß die französisch-britischen Beratungen der letzten Tage keinerlei brauchbares Ergebnis gehabt haben dürften. Don einer französisch-britischen, auf einem Kompromiß beruhenden Vereinbarung sei keine Rede. Die Pariser Beratungen seien anscheinend in zwei Teile zerkallen. Im ersten Abschnitt seien italienische Anregungen erörtert worden, die eine Teilung Abessiniens und eine Kontrolle Italiens über den größten Teil des Landes vorsahen. Die britischen und französischen Vertreter seien sich darüber einig geworden, daß diese italienischen Anregungen mit der Völkerbundssatzung nicht in Einklang gebracht werden könnten und daß die abessinische Regierung sie nicht in Erwägung ziehen werde. Sie könnten somit dem Völkerbund nicht als Grundlage einer Erörterung empfohlen werden. Dies sei das einzige Ergebnis dieser Beratungen gewesen. Im zweiten Abschnitt der Besprechungen hätten sich die Sachverständigen mit dem Plan einer Vereinbarung beschäftigt, die nicht nur die Der» MWm ruft Italien ZUM Widerstand gegen die Völkerbunds-Sanktionen ans. „Giornale d'Jtalia" kann bereits Aufschlüsse geben, wie der Widerstand Italiens gegen die Sanktionen organisiert wird. Für Kohle, Nickel, Zinn und Kupfer besteht ein Staatsmonopol, für Baumwolle ist das staatliche Baum- wollinstitut vorgesehen, das den Einkauf aus dem Auslande regelt. Die Wolleinfuhr wird auf gleiche Weise geregelt. Für die Einfuhr von" Mineralölen wurde eine staatliche Kontrolle geschaffen. Eine Ueberwachungs- stelle für Valuta steht über der gesamten Einfuhr von Rohstoffen, halbfertigen und fertigen Waren. Das Blatt unterstreicht nochmals, daß Italien nichts mehr von den Ländern kaufen werde, die ihm Sanktionsschrauben anlegen. England könne also nicht mehr glauben, seine Kohlen weiter an It^lim n-"•raufen können. Frankreich dürre sich nicht einbilden, daß Italien seine Weine und Lurusartikel aulnimmt,. wenn es nicht italienische Waren kaufe. Die Sanktionen seien also Waffen, die vor allem denjenigen verwunden, der sie gebraucht. A'oisis Aufgabe in Senf. Nom 31 Okt. (DRB.) Das italienische Ratsmit- alied Baron Aloisi hat sich nach Genf begeben, wo er sich zur Verfügung halten wird. Aloisi ist aber nicht der Ueberbrinqer neuer italienischer Vorschläge. Wenn Italien sich wieder in Genf vertreten lasse, so erklärt man in Rom, so geschehe es in der Hoffnung, daß endlich das ganze bisherige Verfahren revidiert werde. Sollten in dieser Richtung keine Absichten bestehen, so wäre der in einem Teil der Auslandpresse zu beobachtende Optimismus unverständlich. Auf keinen Fall gibt man sich in Italien irgendwelchen Illusionen hin weder in Bezug auf die Verhängung der Sanktionen, noch in bezug auf etwaige weitere Besprechungen zur Beilegun g des italienisch-abessinischen Konfliktes. Revisionen nur im Rahmen des Völkerbundes Baldwin über das Grundfähliche des Abessinien-Konflikts. Rom, 31. Okt. (DNB.) Donnerstag abend es in Rom zu englandfeindlichen Kundgebungen. Bei Umzügen studentischer Jugend durch die Straßen wurde nach englischen Erzeugnissen und Inschriften gefahndet. Die Studenten hatten es besonders auf ein in der Hauptstraße Roms gelegenes Kaffeehaus abgesehen, in dem englische Backwaren und Getränke erhältlich sind. Die Studenten rissen Anschläge, auf denen „Ice Drinks“ stand, ab und verlangten stürmisch, daß sämtliche englischen Waren aus den Fen - sterauslagen entfernt würden. Dem Wunsche der Studenten wurde nachgegeben. Die an dem belebten Hauptkorso gelegene „Indische Apotheke" mußte wegen der drohenden Haltung der Demonstranten die Läden schließen. Einige Heißsporne haben von dem Firmenschild die Buchstaben heruntergerissen. Weiterer Schaden ist nicht London, 31. Okt. (DNB.) Premierminister Baldwin hielt auf einer Tagung der Jnternatio- : nalen Friedensgesellschaft in der Guild-Hall eine wichtige außenpolitische Rede. Baldwin führte u. a. aus: Es gibt einige Leute, die es shocking finden, daß der Völkerbund ein Verfahren vorfieht, um gegen jede Macht vorzugehen, welche die Absicht zeigt, ein internationales Uebereinfommcn friedlicher Regelung zu brechen- Diese Leute haben nichts gegen den Völkerbund, solange er sich nur mit dem Opiumhandel beschäftigt, schrecken aber davor zurück, wenn er sich um ernsthafte Angelegenheiten kümmert. Wir erreichen jedoch nichts durch den Völkerbund, wenn wir nicht bereit sind, sein Urteil zu erzwingen. Das Urteil der Welt ist, menn es mutig in offener Versammlung und nach längerer Aussprache festgestellt wird, kein leicht zu nehmendes und oberflächliches Ding. Es wird behauptet, daß der Völkerbund kein Völkerbund sei, weil -einige Großmächte außerhalb des Völkerbundes stehen. Ich wünschte, sie wären im Völkerbund. Ich hoffe, daß es nicht lange dauern wird, bis sie ihm angehören. Wenn der Völkerbund nur existiert, um die Dinge i n ihrem gegenwärtigen Zu st and zu halten, so wird er austrocknen und z u Staub verfallen/ In Wahrheit ist er ein lebendiger Organismus, und wie jeder andere lebendige Organismus muß er sich fähig zeigen, sich zu entwickeln und abzuändern. Aber dieser Wechsel muß von innen herauskommen und muß innerhalb des Rahmens des Völkerbundes geschaffen werden. Sir Samuel Hoare hat auf die Bedeutung hin- gewiesen, die der Zugang zu den Äoh - stossen für die wirtschaftliche Entwicklung und Selbständigkeit aller Länder hat. Diese Worte waren nicht leicht hingesprochen. Wir wissen, was sie für uns bedeuten, und wir schrecken nicht vor ihnen zurück. Aber wir bestehen darauf, daß jede Aenderung innerhalb des Völkerbundes getroffen wird, die Billigung des Völkerbundes erhalt und friedlich unter den Auspizien des Völkerbundes durchgeführt wird. In schwierigen Lagen werden alte Freunde einer Belastungsprobe unterworfen. Ich glaube aber nicht, daß diese alten Beziehungen schwer geschädigt werden können. Es gibt Elemente in Frankreich, die oft sehr laut sind, die mit uns in dieser Frage nicht übereinstimmen, aber zwischen den beiden Regierungen besteht eine Solidarität, die für sie als loyale Mitglieder des Völkerbundes gegeben ist. Und hierauf allein künftiger Operationen. Asknara, 31. Okt. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Am Mittwochabend waren in Asmara wilde Gerüchte über neue militärische Unternehmungen an der Nordfront verbreitet, jedoch stellte sich die Behauptung, daß die Vorhut der Gruppen Santini bereits Orte kurz vor Makalle besetzt habe, als unzutreffend heraus. Richtig ist lediglich, daß die italienische Vorhut am Mittwochabend die Wasser- stellen von Mai Wetsch, 10 Kilometer südlich von Adaga Hamus, besetzt hat. Ferner trifft es zweifellos zu, daß Makalle demnächst der Mittelpunkt der Unternehmungen an der Nordfront zu werden verspricht. In dem Gebiet dis Makalle scheinen sich keine feindlichen Truppen mehr zu befinden. Vielmehr hat Ras Kassa seine Streitkräfte in Stärke von etwa 20 000 Mann südlich von Makalle zusammengezogen. Von Bedeutung ist weiterhin, daß das Korps Santini jetzt auch eine Front gegen das Danakiel-Gediet gebildet hat. Ein italienischer Vorstoß nordwestlich des Mussa Ali im Verfolg der Straße von Ela nach dem Tira- dud-See wurde nach anfänglichen Erfolgen, die unter starker Beteiligung von Kavallerie, Tanks und größeren Infanterieabteilungen erzielt werden konnten, zurückgeschlaqen, wobei die italienischen Truppen nach abessinischen Bericht, bis zum Mussa Ali zurückgeworfen wurden. Anschlag auf den ch nesi'schen Ministerpräsidenten? London, 1. Nov. (DNB. Funkspr.) Nach einer Reutermeldung aus Nanking soll auf den chinesischen Ministerpräsidenten und Außenminister Wangtschingwei am Freitagvormitag ein A n- schlag verübt worden sein. Der Ministerpräsident soll von einem japanischen Journalisten a n - geschossen und schwer verletzt worden sein. Der Anschlag soll begangen worden fein, als sich die Teilnehmer an der Reichstagung der Kuomintang anläßlich der Eröffnungssitzung photographieren ließen. Plötzlich habe e t n Mann einen Revolver gezogen und mehrere Schüsse abgegeben. Die Aerzte glauben, daß die Verletzung des Ministerpräsidenten nicht lebensgefährlich sei. Ein altes Mitglied der Kuomintang, namens Tschangtschi, und der Leiter der politischen Schulung im Hauptquartier Tschiangkeischeks, namens Kanlei Kmm, wurden ebenfalls durch Schüsse verletzt. In M ü n ch e n , in der Hauptstadt der Bewegung, sind Bauten entstanden, die ohne die Bewegung, die ohne den Gestaltungswillen des Führ e r s nicht möglich gewesen wären. Es wiederholt sich immer wieder, daß große Staatsmänner nicht nur politisch schöpferisch find, sondern auch bau- k ü n st l e r i s ch, wobei für die Gegenwart nur an Mussolini erinnert zu werden braucht, der das Stadtbild Roms in einem Jahrzehnt so umgestaltet hat, wie es vordem nur unter den großen Kaisern geschah. Aber wo immer in der Geschichte eine überragende staatsmännische Persönlichkeit hervortritt, gehört es zu ihrem Wesen, gehört es zur Erscheinung, daß der Stcmtswille sich durch den Bauwillen ergänzt. Friedrich der Große war noch nicht durch die Siege bei Roßbach und Leu- then, noch nicht durch die Erneuerung und Besestl- gung Preußens als unsterblich in die Geschichte eingegangen, als er seine Schlösser, die doch nicht nur einer Laune entsprangen, sondern auch als Schaubild des neuen Preußens gelten konnten und mußten, teils schon gebaut, teils schon geplant hatte. Als wenn es ein Gesetz der Ergänzung gäbe, standen nicht nur Friedrich dem Großen, sondern auch anderen großen Staatsschöpfern die Baumeister und Baukünstler zur Verfügung, um der Zeit und ihren Geschehnissen den raumbeherrschenden Ausdruck zu geben. Daß zu dem großen Staatsmann auch der große Daukünstler gehört, aber nicht umgekehrt, das zeigte sich nach den Befreiungskriegen, als Deutschland in Schinkel wohl über einen Bau- künstler vom Jahrhundertrang verfügte, aber nicht über einen großen Staatsmann, der den großen Baukünstler verstand und ihm Raum chaffte. Schinkels große Baupläne für die Reichshauptstadt blieben Plane, so vor allem das große Denkmal für die Befreiungskriege, das, wenn es steinerne Wirklichkeit geworden wäre das Stadtbild nicht weniger stark beeinflußt haben würde wie das gewaltige Forum zwischen dem Alten Schloß und dem Museum. Daß B i s m a r ck sich baukünstlerisch nicht in dem Sinne betätigt hat wie Friedrich der Große oder wie die großen Könige und Staatsmänner Englands und Frankreichs, ist kein Widerspruch zu der Feststellung, daß große Staatsmänner auch große Bauherren sind. Bismarck war Bauschöpfer und Gestalter in einem anderen Sinne, nämlich in dem Sinn, nicht durch einzelne Bauten em Stadtbild zu schaffen, sondern die Stadtplanung selbst entscheidend zu beeinflussen. Es ist sehr wenig bekannt, daß es Bismarck war, auf dessen Anregung die ursprüngliche Anlage des Kurfürstendamms zurückzuführen ist. Bismarck war es auch, der mit allen Kräften, die ihm zur Verfügung standen, die Stadtverwaltung Berlins und feiner Nachbarorte dahin unterstützte, einen gewaltigen Straßenring, den sog. Feldherrnring anzulegen und durchzusühren. Daß das in den Anfängen stecken- blied, daß dieser Feldherrnring als Hasenheide m Neukölln, das damals Rixdorf hieß, sich totlief, ist nicht Bismarcks Schuld. Aber in der Berliner Stadtverwaltung herrschte damals ein freisinniger Klüngel, der Bismarck haßte und aus diesem Haß heraus auch alle Anregungen Bismarcks über die Ausoestaltung der Reichshauptstadt beiseite schob. Wie würde das Stadtbild der Reichshauptstadt heute aussehen, wenn der Feldherrnring der Tauentzien-, der Kleist- und Bülowstraße um Groß-Berlin her- umgeführt worden wäre! Aber nicht etwa von großen Miethäusern besetzt, sondern von wirklich bau- künstlerisch und bauschöpferisch bestimmten Anlagen. Was hier versäumt wurde, wird sich nie wieder nachholen lassen, so daß es abermals stimmt, daß große Staatsmänner sich als Bauherren nur durchsetzen können, wenn ihnen große Baukünstler zur Seite stehen, wenn auch die Zeitgenossen eine Ahnung haben, um was es sich in dem einen wie dem andern Fall handelt. Die Hauptstadt der Bewegung, München, ist kunstgeschichtlich und in der üblen Nachäfferei häufig Isar-Athen genannt worden. Die Wittelsbacher Ludwig!, und sein Sohn M a x i m i l i a n I!. haben von großen, aber nicht überragend großen Baumeistern, wie es Schinkel war, unterstützt, durch Gestaltung von Bauwerken, durch Anlagen von Straßen und Plätzen, eine Haupt- und Residenzstadt geschaffen, die in ihrer Art in Europa ohnegleichen war und ist. Wäre auf Maximilian II., der allerdings kein großer Staatsmann war, ein großer König oder Staatsmann gefolgt, der unter dem Eindruck der Geschehnisse von 1870/71 auch von starkem Bau- willen beseelt gewesen wäre, so hätte München sicher eine Vollendung erfahren, wie das in den großen Stadt-Staaten der Renaissance der Fall war. So blieb vieles in den Anfängen stecken, so blieb vieles unvollendet, um es der Fügung des Schicksals anheim zu geben, daß ein großer Staatsmann und Bauherr wirklich aus München das macht, was der Schwedenkönig Gustav Adolf von dem mittelalterlichen München auf der oben bayerischen Hochebene sagte: Es sei ein reicher und geschmückter Sattel auf dürrem Pferde. Es ist der Staatsmann und Bauherr A d o l f H i t l e r, der der Hauptstadt München ein neues Gepräge gegeben hat, nicht nur, indem er nach den Plänen des großen Bauschöpfers Professor T r o o st den einziggearteten Königsplatz durch Bauten ganz großen Stils und von erhabenem Empfinden vollenden ließ, sondern auch durch die Errichtung des Hauses der deutschen 1 Kun st. Wir müssen uns an große Vorbilder der ; Baugeschichte halten, an die Gestaltung der Akro- nolis durch Perikles und seine Künstler, an das ‘ Rom der Cäsaren, dessen baukünstlerische Herrlichkeil im Triumphbogen des Trajan gipfelte. Rom, 31. Okt. (DNB.) Unter großer Feierlichkeit wurde die Universitätsstadt Rom ihrer Bestimmung übergeben. Die Anlage, die vor drei Jahren begonnen wurde, umfaßt verschiedene Häuser, die überall mit modernsten Hör- und Versuchssälen ausgestattet sind. In der Aula der Universität hatte sich eine große Zahl von geladenen Gästen versammelt, vor allem Universitätsprofessoren aus allen Teilen des Landes und Abordnungen aus anderen Ländern. Deutschland war ebenfalls durch eine Abordnung, geführt durch Prof. Pie- t r u f f i (Bonn), Prof. Eugen Fischer (Berlin) und die Professoren W i n tz und Rein, vertreten. Mussolini hielt eine Rede, in der er besonders auf die enge Verknüpfung der gegenwärtigen Geburtsstunde der neuen Universität mit dem für Italien geschichtlichen Augenblick hinwies, wo i t a - lienische Soldaten als Festiger der Zivilisation in Ostafrika kämpften. Eindringlich erinnerte Mussolini daran, nicht zu vergessen, daß die Universität von Rom an demselben 31. Oktober eingeweiht werde, an dem in Genf eine „Koalition von Egoisten und Plu- tokraten" vergeblich versuche, den Weg des jungen Italiens zu versperren. Die wirtschaftliche Belagerung, die man Italien androhe, müsse alle zivilisierten Kreise Europas vor Scham erröten lassen. Dem unerhörten Experiment, das man heute gegen Italien ausprobiere, werde ganz Italien seinen unerschütterlichsten Widerstand entgegensetzen, seinen entschlossensten Willen und seine tiefste Verachtung. Mussolini richtete ganz besonders an die geistigen Schichten Italiens die Aufforderung, mit in der Front zu stehen und gemeinsam mit dem militärischen Widerstand ein Bollwerk zu bilden, um dann zusammen den Sieg zu erleben. lieber die Besprechungen des britischen Botschafters in Rom mit Mussolini wird aus London berichtet, daß die Besprechungen der Aufklärung von Mißverständnissen gedient hätten. Die Zurückziehung einer italienischen Division aus Libyen werde in London als befriedigend angesehen. Die Tatsache bleibe jedoch bestehen, daß die britische Handlungsweise noch immer in Italien falsch dargestellt werde und daß in Libyen immer noch ein Ueberschuß italie» nischer Truppen über die normale Stärke hinaus vorhanden sei. Es sei mehrfach darauf hingewiesen worden, daß von einer Entspannung solange nicht die Rede sein könne, als Italien sich Großbritannien und die britischen Interessen gesondert heraussuche; daher könnten auch die Mindestvorsichtsmaßnahmen nicht abgemildert werden, die Großbritannien im Mittelmeer für notwendig halte. Drummond habe darauf hingewiesen, daß die italienischen Streitkräfte in Libyen auch nach der Zurückziehung einer Division in Stärke von 20 000 Mann immer noch vier- b is fünfmal s o stark seien wie die britl- scheu Truppen in Aegypten. Makalle im Mittelpunkt kommt es an. Und es gibt noch einen alten Freund, mit dem mir als Mitglieder des Völkerbundes uns in Streit befinden. Der S t r e i t z w i s ch e n d e m V ö I k e r- bun-d und Italien ist ernsthaft, aber er ist nicht ernsthafter als unsere Freund- j cb a s t. Wir haben üerfucht es klarmstellen, daß mir durch keine, nationale Gegnerschaft gegen Italien geleitet werden. Wir wünschen alte Freundschaften zu erhalten. Ich habe Sie dessen versichert, daß die Regierung die Absicht hat, einen bauernden und allgemeinen Frieden in der Welt herzustellen. Mißverstehen Sie die Regierung nicht, menn sie dazu auffordert, auf dem Gebiete der Verteidigung nach dem Rechten zu sehen. Ich gebe Ihnen mein Wort, daß es kein" großen Rüstungen geben wird. Ich habe klar ge prochen Wir sind verpflichtet, den Frieden herzustellen, und vielleicht ist das keine leichte Aufgabe, aber wir nehmen sie auf uns! Schlechte Aussichten für Gens. Nr. 256 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 1 November 1935 Gießener Familienblätter M AL Bl R Ä BW i&S V Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild Die Scholle R HW R M W II M W MWM W* R V RR R R || B O I für Anzeigen von 22 mm Monatr-Bezugspreis: U W MR R H WZ H X H H H I R i W H Breite 7 Rpf., für Text' Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW M W RT R HH M M M M Z JR M R WK R M R Rk R anzeigen von70 rnrn Breite ää’: 's sss« U V -*r General-Anzeiger für Oberhefsen ßMZ richten: Anzeiger Siehe» V W I • behördliche Anzeigen kiRps. StonUurtÄain 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lauge in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ng°nalff zunächst nur große Opfer verlangt, ohne wirtschaftliche Vorteile in Aussicht zu stellen? Während die Ersparnisse im italienischen Lebensmittelverbrauch zum großen Teil buchstäblich „verpulvert" werden, kommen die Devisen, die Deut|rt)lanb durch Einschränkung feiner landwirtschaftlichen Einfuhr gewinnt, unmittelbar wieder der deutschen Volkswirtschaft und damit dem einzelnen Verbraucher zugute. Ueberdies kann die vorübergehende Verknappung am Fett- und Fleischmarkt, die wir bei uns in Kauf nehmen mußten, hinsichtlich ihres Umfanges gar keinen Vergleich aushalten mit den großen Entbehrungen, die sich das italienische Volk im Laufe des Krieges noch auferlegen muß. Es besteht also für die deutsche Hausfrau gar kein Grund, unruhig zu werden und Angstkäufe vorzunehmen, die ihr mehr schaden als der Gesamtheit der deutschen Wirtschaft. Zwar wird es immer Leute geben, die aus angeborenem Pessimismus eine schlimme Zukunft weissagen, aber ihre Meckerei wird immer ungefährlich bleiben, solange sich die Mehrheit der Verbraucherschaft in ihrer Handlungsweise nicht von irgendwelchen unkontrollierbaren Gerüchten und Gefühlen leiten läßt, sondern von den Tatsachen, durch die unsere sich täglich bessernde wirtschaftliche Lage bestimmt ist. Ein Beispiel mag hier für viele stehen: Soeben gibt das Statistische Reichsamt bekannt, bah der Fleischverbrauch in Deutschland im September dieses Jahres nur um 2 v. H. niedriger war, als im September des vorigen Jahres. Man braucht sich nur diese Zahl vor Augen zu halten, um einzusehen, wie lächerlich und unnütz die Aufregung war, die von manchen politischen Hetzern geflissentlich verbreitet wurde und deren sich unsere Hausfrau nicht immer in genügendem Maße erwehrte. Zwar stammt die angegebene Statistik aus dem September, aber die Zahlen über die Fleischversorgung im Oktober werden sicherlich ein ähnliches Bild ergeben. In diesem Monat ist allerdings das Schweinefleisch in einigen Gegenden Deutschlands noch besonders knapv gewesen, aber kein Volksgenosse braucht deshalb seinen Gesamtoerbrauch an Fleisch zu vermindern, da Konserven und andere Fleischsorten jederzeit in ausreichendem Maße zur Verfügung standen. In welch günstiger Lage sich Deutschland in dieser Hinsicht befindet, das können unsere Hausfrauen auch an einem Vergleich mit anderen Ländern als Italien feststellen. Erst kürzlich meldeten die Zeitungen von der Verteuerung und Verknappung der Butter in England, Holland, Belgien, Estland usw. Bezüglich der Flelschversvrgnng sieht es jenseits unserer Grenzen vielfach nicht besser aus. So ist — um nur ein Beispiel zu nennen — in einem so reichen und mit allen natürlichen Hilfsquellen versehenen Lande wie den Vereinigten Staaten von Amerika der Fleischverbrauch im ersten Halbjahr 1935 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um nicht weniger als 27 v. H. 3 u r ü (f g e g a n g e n. Bei Schweinefleisch lag die Erzeugung sogar um 38 v. H. unter dem Stand des Vorjahres. Die natürliche Folge dieser Verknappung war in Amerika, das ja bekanntlich noch weitgehend nad) überall- ftischen Prinzipien regiert wird, eine erhebliche Steigerung der Preise, so daß vor allem die unbemittelten Volksschichten im größten Maße auß den Genuß von gutem Fleisch verzichten mußten. Die Preise für Fleisch sind in den USA. seit Ende 1934 um 80 bis 160 v. H. gestiegen. Wenn man sich demgegenüber die entsprechenden Verbrauchs- und Preisziffern In Deutschland vor Augen hält, so braucht unseren Hausfrauen um die ausreichende Versorgung ihrer Familie mit den nötigen Lebensrnitteln wahrlich nicht bange zu (ein. Wir sind ständig bemüht, den Wert unserer Zigaretten zu erhöhen. Deshalb liefern wir jetzt ALVA GOLD mit geschlagenem Blattgold, dem verbürgt lippenfesten und broncefarbenfreien Mundstück. Aus aller Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den Gesandten des Königreiches Irak, Seine Königliche Hoheit Emir Zeid-el-Huffein, ferner den nenernannten lettischen Gesandten Herrn G e l m i n s zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Emir Zeid ist der erste Gesandte seines Landes in Deutschland, nachdem der Irak vor einiger Zeit seine staatliche Selbständigkeit erlangt hat. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing am 31. Oktober den neuernannten Präsidenten der Reichsfilmkammer Staatsminister Professor Dr. L e h n i ch zur Meldung. * Der Kreuzer „Emde n" ist am Donnerstagmor- gen in Angra do Heroismo auf den Azoren eingelaufen. ♦ 2n ausländischen Blättern sind Meldungen verbreitet, denen zufolge das Propagandaministerium seine Nachgeordneten Dienststellen angewiesen habe, die Ra ni en im Kriege gefallener Juden von Kriegerdenkmälern und Gedenktafeln zu entfernen. Gegenüber diesen Meldungen wird amtlich festgestellt, daß eine solche Anweisung nicht ergangen ist. ♦ Ministerpräsident Göring und Reichsbankpräsident Dr. Sch a ch t werden am Samstag dem Saargebiet einen Besuch abstatten. Rach einem kurzen Aufenthalt in Saarbrücken fahren die Gäste zur Grube Reden. Für 18 Uhr ist in Saarbrücken eine öffentliche Kundgebung vorgesehen, bei der Ministerpräsident Göring das Wort ergreifen wird. Am Sonntag wird der Ministerpräsident die Weihe der neuen Hermann-Göring-Brücke bei Neuwied vornehmen. Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag beschäftigte sich mit Danziger Verfassungsbestimmungen, die ihm vom Dölkerbundsrat vorgelegt worden waren. Die Freie Stadt Danzig wurde durch Prof. Graf Glei - spach und Rechtsanwalt Prof. Grimm (Essen) vertreten, die beantragten, für diese Angelegenheit einen Danziger Richter zum Ständigen Internationalen Gerichtshof zu ernennen, weil nationale Richter über Fragen, die eine besondere Kenntnis der Landesgesetze oder der nationalen Umstände erfordern, Lesser unterrichtet seien. Der Gerichtshof hat indessen den Antrag abgelehnt. * Durch Akt vom 31. Oktober 1935 hat der Gouverneur des Memelgebietes die erste Sitzung des neuen Memelländischen Landtages für Mittwoch, 6. November, in den Räumen der Memeler Stadtverordnetenversammlung anberaumt. * Der polnische Botschafter überreichte dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels als Ausdruck des Dankes für die Unterstützung der polnischen Ausstellung in Deutschland eine Ehrengabe in Form einer Prachtausgabe über die Werke des polnischen Malers W y s p i a n s k i. Die rhein-mainischen Bäder . in der Kurzeit 1935. LPD. Frankfurt a. M., 31. Okt. Der Landes- oerkehrsverband Rhein-Main legt jetzt den Bericht über den Verlauf der Kur zeit in den Bädern des Bezirks vor. Der Bericht kann erfreulicherweise feststellen, daß in sämtlichen Bädern und Kurorten des Rhein-Maingebiets die Steigerung des Kurbesuchs und des Fremdenverkehrs nicht unwesentliche Fortschritte gemacht hat. Mit Ausnahme Kveier Bäder, die eine Besuchersteigerung von 31 bzw. 50 Prozent für den Jnländer- besuch angeben, lag die allgemeine Steigerung bei etwa 15 tns 20 v. H. im Mittel. Die beiden größten Bäder, Wiesbaden und Nauheim, melden beispielsweise eine 17- bzw. 14proz. Steigerung der Zahl der angekommenen Gäste. Die Aufenthaltsdauer hat sich kaum wesentlich geändert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Kurgäste betrug z. B. bei Wiesbaden 6,7 Tage, bei Homburg 15,2 Lage, bei Soden 18 Tage, bei Ems 22 Tage und bei Nauheim 23 Tage. Mit Ausnahme eines Bades hat sich der Ausländerverkehr allgemein gehoben. Die Gäste kamen vorwiegend aus England, Holland und der Schweiz. Beim Taschendiebstahl feftgenommen LPD. Frankfurt a. M., 31. Okt. In einem hiesigen Kaufhaus wurde durch die Aufmerksamkeit der Verkäuferinnen eine junge Frau aus Offenbach am Main beim Taschendieb stahl auf frischer Tat gefaßt und von einem Kriminalbeamten fest- genommen. Die Diebin ging in den Kaufhäusern an die Verkaufstische, stellte sich dicht hinter das einkaufende Publikum und suchte sich vor allem Frauen als Opfer aus, denen sie die Handtasche öffnete und daraus die Geldbörse stahl. Da die Diebin von auffallend kleiner Statur ist, war es ihr sehr leicht möglich, die Diebstähle im Gedränge auszuführen und unbemerkt zu entkommen. Bei der Vernehmung gab sie nach längerem Leugnen zu, in letzter Zeit in Frankfurter Kaufhäusern mehrere Geldbörsen aus Handtaschen gestohlen zu haben. Rudolf len hompel zu drei Zähren Gefängnis verurteilt. In der Strafsache gegen den ehemaligen Generaldirektor der Wicking-Werke Dr. h. c. Rudolf t e n Hompel hat die Erste Große Strafkammer des Landgerichtes in Münster das Urteil verkündet. Der Angeklagte wurde wegen handelsrechtlicher U n- t r eue, Untreue und Vergehen gegen das Gesetz über die Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Gefängnis und zu einer G e l d st r a f e von 22 000 Mark, ersatzweise zwei Monate Gefängnis, verurteilt. Die erlittene Untersuchungshaft wird in Höhe von sechs Monaten auf die erkannte Strafe angerechnet. Schwere Schießerei zwischen Italienern in Danzig. Dor dem Ufa-Palast in Danzig, in einer der belebtesten Straßen in der Nähe des Bahnhofs, kam es zu einem Streit zwischen fünf Italienern. Plötzlich zog einer der fünf Jta- liener einen Revolver und schoß auf die anderen. tir die das Feuer erwiderten. Bei der Schießerei wurden zwei der Italiener so schwer verletzt, daß sie auf dem Wege ins Krankenhaus sta r b e n. Ein unbeteiligter Passant wurde mit einem Bauchschuß ins Krankenhaus eingeliefert. Die anderen drei Italiener wurden von der Polizei verhaftet. Die Kriminalpolizei hat sofort die nähere Untersuchung eingeleitet. Scheußlicher Kindesmord aufgedeckt. In einer Strohmiete hinter dem Friedhof von Zahna im Kreise Wittenberg wurde die seit etwa fünf Wochen vermißte achtjährige Jngeborg R a - scheya aus Zahna ermordet aufgefunden. Neben der Leiche des Kindes lagen dessen Schuhe. Die Hände waren gefesselt. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß das Kind erdrosselt worden ist. Die Mordkommission aus Halle begab sich sofort an die Mordstelle und nahm die Ermittlungsarbeit auf. Schwere Stürme an der türkischen Küste. Während der letzten Tage hatte die Türkei unter einem unerwarteten Kälteeinbruch mit orkanartigem Sturm zu leiden. Auf dem Marmarameer sanken im Sturm acht große Fischersegelboote und Motorboote. Der Schiffsverkehr zwischen Istanbul und den Prinzeninseln mußte unterbrochen werden. In der Einfahrt zum Bosporus strandete der türkische Dampfer „Gebze" mit 220 Fahrgästen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Dabei entstand unter den Reisenden eine Panik. Da die Lage des Dampfers zwischen den Klippen immer bedrohlicher wurde, wurde durch Raketenschüsse eine Förderkorbverbindung mit der Küste hergestellt. Die 220 Fahrgäste und 25 Mann Besatzung wurden an Land befördert. In Istanbul wurden vielfach die Dächer der Häuser abgedeckt und Telephonleitungen unterbrochen. Raubmörder hingerichlel. In Altona ist der vom Schwurgericht in Altona am 4. Juli 1935 wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilte Günther Bull hin gerichtet worden. Bull hatte in der Nacht zum 12. Juni 1935 den 62jährigen Gastwirt August E ck h o f f in Altona erdrosselt und beraubt. Wetterbericht des Relchswelterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Sofort mit dem Abbau des ungewöhnlich mächtigen Azorenhochs, das durch Warmluftzufuhr einer Energiequelle für die lebhafte Wirbeltätigkeit der letzten Zeit hauptsächlich verantwortlich war, ließ diese zunehmend nach. So liegt auch heute vor Norwegen ein mächtiger Sturmwirbel, der vornehmlich im Nordseegebiet noch verbreiteten Reg'en bringt, doch befindet er sich schon im raschen Auffüllen und bildet anscheinend den Abschluß der Schlechtwetter- Periode. Unsere Witterung wird zur Zeit schon und auch weiterhin durch das über Südosteuropa aufgebaute Hochdruckgebiet bestimmt, so daß bei absteigender Luftbewegung beständigeres Wetter zu erwarten ist. Aussichten für Samstag: Abgesehen von Nebelbildung freundliches und mittags recht mildes Wetter, nachts ziemlich starke Abkühlung, südliche Winde. Aussichten für Sonntag: In den Niede- rungen vielfach Frühnebelbildung, sonst im wesentlichen freundlich und trocken. Lufttemperaturen am 31. Oktober: mittags 12,8 Grad Celsius, abends 9,2 Grad; am 1. November: morgens 5,5 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Oktober: abends 8,4 Grad; an 1. November: morgens 6,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer Vi Stunde. Wieder Einjährig Fre willige im österreichischen Heer. „ Dien, 30. Okt. (DNB.) Der Ministerrat be- schloß, die Voraussetzungen für die Einrichtung der Einjährig-Freiwilligen-Dienstzeit auch im neuen Bundesheer zu schaffen. Die Einjährig-Freiwilligen werden ihre Dienstzeit aber auf eigene Ko st en absolvieren müssen, während es im alten Heer noch Einjahrig-Freiwillige auf Kosten des Staates gab. Büchertisch. Robert P f a f f - G i e s b e r g : Die Skla- verei. Ein wirtschaftliches, soziales und kulturel- les Problem. Kartoniert 1,60 Mark. Verlag Strecker und Schröder, Stuttgart. — (401) — Dieses Büch- lem gibt eine fesselnde Schilderung der sklavischen Abhängigkeit und ihrer an düsteren und erschüttern- den Zügen reichen Geschichte, der in unseren Tagen durch den italienisch-abessinischen Konflikt wieder große Beachtung geschenkt wird. Ueberraschend ist, wie die in erster Linie wirtschaftliche Bedingtheit der Einrichtung dargelegt wird. Man mag erstaunt sein über die günstige Beurteilung, die 'besonders die heute in Afrika und Asien vor allem herrschende patriarchalische Haussklaverei erfährt, die absticht von der Auffassung, daß Sklaverei in jedem Fall etwas Verabscheuungswürdiges sei. Freilich, die hochentwickelte kapitalistische Sklavenwirtschast, wie sie etwa das Altertum zeigt, oder die Negersklaverei in Amerika, erstehen daneben in um so abstoßenderem Licht. — Peter Purzelbaum: Reserve hat Ruh (Kaczmarek VI). Illustriert von O. Garvens. Broschiert 2,50 Mark, Leinen 3,60 Mark. Brunnen- Verlag, Willi Bischoff, Berlin. — (42t) — Peter Purzelbaum ist der Schriftstellername eines alten Majors, der von der alten Armee jugendfrischen Humor gesammelt hat und in erfrischendem und nettem Plauderton zu erzählen versteht. Der Titel seines neuesten Bandes „Reserve hat Ruh" wird bei den alten und auch den jungen Soldaten viele Erinnerungen wecken. Wer die anderen Bände kennt, wird mit Schmunzeln daran denken, was Purzelbaum aus seinen schier unerschöpflichen Quellen drastischen Humors alles heroorzuzaubern weiß. Für jeden alten und jungen Soldaten wird dieser neue Band von Peter Purzelbaum „Reserve hat Ruh" wieder eine erfreuliche Entdeckung sein. Die Geschichten werden — auch oorgelesen in angeregter Gesellschaft — ihre Wirkung nicht verfehlen; da sie zum Teil auf den bekannten „rauhen, aber herzlichen" Ton gestimmt sind, empfiehlt es sich allerdings, sofern weibliche Zuhörerschaft an» wesen- ist, einige Vorsicht walten zu lassen. Welche Bratenfotzc streckt, bindet und bräunt? J. Hirz, Selters weg 22. 6288 D 1 Würfel "KncVt % ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. C61.VI kteuergutsch.Berrechnungsk. 85-39 9,85 9,6 9,75 10,5 29,5 1,4 10 9,75 9,75 10,65 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« turs Schluß!. Abend« börse Echluß« lurs Schlußk. Mittagbörse Schluß« fürs Echlußt. Abend« börse Schluß» turs Schlußk. Mittag» börse Datum 30 10. 31-10. 30-10. 31.10 Datum 30.10. 31.10. 30.10. 31.10. 4% desgl. Serie ll ............ 9 5 _ 9 9 9,7 Manstelder Bergbau......... g 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 5,8 _ 5,9 6 Kokswerke .................5 114^65 114,5 4y,%Rumän.vereinb.Renlev.l913 8,5 8,75 8,7 8,65 Phönir Bergbau............. ö —— — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,8 4,9 4,8 4,9 Rheinische Braunkohlen ..... 12 218 216,5 215,75 216 2y*% Anatolier ............... — 39,5 39,5 39,5 Rheinstahl ...............814 106,25 106,25 106 106,25 Bereinigte Stahlwerke........0 80,75 80,75 80,65 81 Hamburg-Amerika-Paket .....0 16,13 16,13 16,13 16,13 Olavi Minen ........... 0 18,9 18,75 18,75 18,9 28,5 17,13 Kaliwerke 'Aschersleben........ 5 £23 129 129 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18 17,5 17,75 Kaliwerke Westeregeln ........ 5 — 124 124 123,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 78,25 79 78,9 79,13 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y. 180 — — 180 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 110.65 110,75 111,5 111 Conimerz- und Privat-Bank ... 0 85 85,5 85 85,5 I. G. Farben-Industrte....... 7 149,65 149,25 149,5 149,5 Deutsche Bank und Disconto- Scheideanstalt............... 9 213,5 214,75 Gesellschaft................0 84,5 85,25 84,5 85,25 Goldschmidt .............. 0 106 105 106 Dresdner Bank..............0 85 85,25 85 85,25 113 75 113 75 113.9 Reichsbank ................ 12 173 174 173 174,25 Metallgeiellschaft............. 4 104,75 105 104.5 A.E.G......................0 3fi 75 37 36 65 37 Philipp Holzmann........... 0 90,25 90,5 90,75 90,5 Bekula.................... io 141,95 141,75 141,9 142 Zementwerk Heidelberg ...... 6 116,25 117,5 - Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 109,5 109,5 109,13 109,5 Zementwerk Karlstadt......... 4 130 130 - Licht und Kraft .......6y, 130 131 130 131 Felten & Guilleaume......... 0 104 104-5 104 104,4 Schultheis Payenhoser ....... 4 <*> 102,25 103,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 122,5 122,5 122,5 123 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54 54 54,13 54 Rheinische Elektrizität ........ 5 129 129,5 — 131,5 Bemberg...................0 104,5 105,75 104,5 105,75 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 122,25 122,13 121,75 122 Zellstoff Waldhof ............0 110,5 111 111 111,5 Schuckert L Eo............... 4 118 117.75 118 118,5 Zellstoff Aschaffenburg ...... 0 78,5 77,65 78,25 Siemens L Halske........... 7 165 166 5 164,25 165 Dessauer Kas ........ 7 126.5 126,5 LahmeyerLEo.............. 7 133 133 133 133,13 Daimler Motoren ............ 0 94 25 94 94,25 93,25 Deutsche Linoleum ........... 6 142 142 142,5 141,5 «uderui ........... .... 0 Deutsche Erdöl ............ 4 — 101,75 101,9 102,25 Lrenstein L Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 24,5 25,25 79,5 24,5 80,4 25,25 Cdade......................0 292 292,5 293 292,5 Accum ulatoren-Fabrik....... 12 169 169,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuesse» .. 0 *9M 109,94 93/75 93^65 Lonti-Gumml .............. 8 156,5 158 156,5 158 9>le Bergbau .............. g 158 159 157,5 Ilse Bergbau Genüsse........ z 125,75 126,75 126,25 126,5 Grtyner.................... 0 28.25 29 29,4 Klöcknerwerke .............|ü Mannesmann-Röhre» ........ 5 83 83#25 91'm 9834 Süddeutscher findet t 1 *210 82l'0 210,25 210,25» Frankfurt S.M. Berlin Schluß» kurs Schlußl. Abendbörse Schluß« fürs Schlußk. Mittag- börse 30 10. 31.10 30.10. 31-10. 100,4 100,4 100,4 100,5 97,9 97,75 97,9 97,75 102 102 — — 113,4 113,4 113,4 113,13 100,2 100,1 100,2 100,13 96,5 96,5 96,4 96,65 96 96 — — 100,5 100,5 — — 91,25 91,5 — — — — — — 113,3 113,25 113,3 113,4 96,25 96,25 — — 100,75 100,9 - — 100,9 100,9 100,75 100,75 97 97 97 97 97 97 97 97 107,5 107,5 107,5 107,5 zg. Oktober 31 -Oktober Amtliche Dotierung Amtliche Geld Dotierung 1 Bries Geld Bries Buenos Aire-. 0,675 0,679 0,675 0,679 Brüssel..... 41,84 41,92 41,84 41,92 Rio de Jan. 0,140 0.142 0,140 0,142 Sofia..... 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,60 54,70 54,57 54,67 Danzig..... 46,33 46,93 46,82 46,92 London ..... 12,225 12,255 12,22 12,25 Helstngfor».. 5,395 5,405 5,39 5,40 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 168,68 169,02 168,71 169,05 Italien..... 20,20 20,24 20,20 20,24 Japan ...... 0,715 0,717 0,714 0,716 Jugoslawien. 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,39 61,51 61,36 61,48 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm... 63,04 63,16 63,01 63,13 Schweiz .... 80,80 80,96 80,76 80,92 Spanien.... 33,96 34,02 33,95 34,01 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... -- Reuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin,31 .Oktober Geld Briet Amerikanische Note»...... ....... 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ............... 54,36 54,58 Englische Noten ................. 12,185 12,225 Französische Note» ............... 16,325 16,385 Holländische Noten ............... 168,29 168,97 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,20 61,44 Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling — — Rumänische Noten............... —— — Schwedische Noten ............... 62,84 63,10 80,58 80,90 Spanische 9?nt«n_____T.T. 33,59 33*73 Ungarische Noam . . . Zreitag, L November 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger siir Dberhessen) Kt. 256 Drittes Blatt SA und GS. im Dienste des WHW 22 in Brief. S°nd-rb°r°r 3*!*«*g^ Hamburg, und unter d// M'llwn M°n,ch-n öu er 8 o rcbeft bu eigenttid)?" Stadt läuft .hm ausgerechnet L.ena Uder °-nDZ-g. Richtig" $a(i(iu5, er faßte sich nor die L-na, & Stirn'^. Das akrgaß ich. Du kennst ja meine erste Meer,° nicht ÄV nur scheinbar. Frau gar nicht mehr." Die öcutfdic Rrbcitdfront 7;^ n.9.=Öemcinfchaft „Kraft durch frcüöc". auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Kreisversammiunq des NSLB. Der NSLB. des Kreises Gießen hält — wie aus einer parteiamtlichen Bekanntmachung hervorgeht — am Mittwoch, 6. November, 15.30 Uhr, in der Neuen Pestalozzifchule ihre Kreisversammlung ab. Der Gauobmann Ministerialrat Ringshausen wird sprechen. Uhr. Mnterhiifswerk 1935/36 Ortsgruppe Greßen-Güd. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Samstag, 2. November, von 16 bis 18 Uhr, Die politischen Soldaten des Führers in der Gießener SA. und SS. werden ihren Dienst für Führer und Volk am kommenden Sonntaa dem Winterhilfswerk widmen. In kameradschaftlicher Verbundenheit mit den Volksgenossen werden sie sich bemühen, die angesetzte Geldsamm- lung für das WHW. zu einem vollen Erfolg zu gestalten. Unter den Sammelnden der SA. und der SS. werden sich viele Kameraden befinden, die durch ihr Alltagswerk vom Morgen bis zum Abend stark in Anspruch genommen sind, die sich aber dennoch opferfreudig auch während des Sonntags in den Dienst der Aufgabe stellen, aus der den hilfsbedürftigen Familien Erleichterung und Linderung ihrer Not bereitet werden soll. Wie der S2L- oder der SS.-ffiann stets selbstlos feine freiwillig übernommene Pflicht im Dienste der Volksgemeinschaft erfüllt, so wird er auch bei dieser Gelegenheit seinen einzigen und schönsten Lohn darin erblicken, wenn er nach dem Abschluß der Sammlung eine vollgefüllte Sammelbüchse abliefern kann. Zur Erreichung dieses Zieles werden die SA.- und SS.-Kameraden alle ihre Kräfte anspannen. Wie Das erste WHW -Ab eichen 1935/36 kommt am Sonntag zum Verkauf. Die politischen Soldaten des Führers, feine SA. und feine SS. stellen sich in den Dienst der guten Sache. Zeder Volksgenosse helfe mit die Not lindern! Erste große Tournee der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Am 4. November im Cafe Leib unter dem Kennwort: „Lache mit uns". U. a. wirken mit: Grepp und Georgeth. Diese Nummer ist nur Und als Jolly den Kopf schüttelte: „Das kann nur von Vorteil sein. — Kurz und gut: ich war früher schon einmal verheiratet, vor der Filimon. Diese erste Frau ist dem Jabusch in Hamburg über den Weg gelaufen. Er hat sie erkannt, nicht sie ihn. Das ist wichtig. Das Moment der Ueberraschung kann entscheiden." „Was beabsichtigst du?" fragte Jolly. „Liebst du sie etwa noch? Sollen wir deshalb hinfahren?" Basilius' Gesicht verzog sich. „Mach keine schlechten Witze? Jabusch schreibt mir, was er über die Frau in Erfahrung gebracht hat. Sie ist mit einem Konsul verheiratet. Bassenberg heißt er. Konsul ist ein meist unbezahlter Titel, aber es erhalten ibn auch nur Lrnte, die auf Bezahlung keinen Wert zu leaen brauchen. Das schreibt auch Jabusch, Haus an der Alster. Schiffsreeder, Großkaufmann." Er beugte sich vor, sein Mund zog sich einwärts zu einem häßlichen Lachen. „Der Herr Konsul Bassenberg wird auch mit uns ein Geschäft machen, Der andere Mann legte den Kopf schief. „Diese Leute in Amt und Würden sitzen meist sehr fest im Sattel, Basil. Es wird schwer sein, da etwas zu erfahret, was sie zum Absteigen veranlassen könnte. Oder schreibt Jabusch auch darüber schon Ermunterndes? Weiß er etwas." „Jabusch, nein. Aber' er nimmt als selbstverständlich an, daß wir kommen werden. Es genügt ja, daß er mir den Namen Lena nannte." Jolly sah den Sprecher begriffsstutzig an. „Entschuldige, wieso kann das genügen? Diese Lena war einmal deine Frau. Das mag dem Konsul nicht angenehm sein, aber schließlich wird es ihn kaum zu mehr als einem kleinen Schweigegeld veranlassen. Vielleicht, wenn er es schon von der Frau erfahren hat, und das ist anzunehmen, es steht ja in ihren Papieren, ist es ihm ganz gleichgültig, wenn du heute auftauchst." „Nein." Basilius lächelte hinterhältig, dreses Katze- und Maus-Spiel machte ihm Spaß. „Wieso, nein? Du hoffst doch nicht auf em größeres Geschäft?" . , „Doch! Auf ein ganz großes! Wenn der Konsul wirklich sehr reich ist, werden wir es auch werben. Denn er wird ein Schweigegeld zahlen müssen, i dessen Höhe ich bestimme." i „Und warum wird er zahlen muffen? , „Vielleicht zahlt fiel Ich werde zuerst Lena auseifrig sie auch bei solchen Gelegenheiten bei der Sache sind, haben wir noch in Erinnerung von der vorjährigen Geldsammlung der Gießener SA., bei der ebenfalls für ein edles Werk im Dienste der Nächstenliebe eine ansehnliche Geldsumme zusammengebracht wurde. Diese opferfreudige Tatbereitschaft der Gießener SA. und SS. mögen sich alle Volksgenossen zum Beispiel nehmen. Sie mögen ihren Willen z u m Helfen und ihre enge Verbundenheit mit dem Werk des Führers dadurch bekunden, daß sie den Männern in der braunen oder der schwarzen Uniform freudig und opferbereit eine angemessene Geldspende in die Sammelbüchse geben. Dabei denke jeder daran, daß es nicht damit getan ist, wenn er nur nach seinen Verhältnissen gibt, sondern daß der rechte Gemeinschaftsgeist seinen schönsten Ausdruck erst findet, wenn der Spender sich selbst ein Opfer auferlegt. In diesem Sinne, deutsche Volksgenossen: Auf zum Opfer bei der Geldsammlung der SA. und SS. für das Winterhilfswerk! m6o°bequemte Jolly sich denn zu der Frage: „Die den. Gesindewechsel, Zinstag und allerletzter — Kohl, Obst, Wein — Ernteabschluß gaben chm sein Gepräge. Auch diese wirtschaftlichen Fristen smd nicht primärer Natur, vielmehr gehen sie auf alte < vorchristliche Kultgebräuche zuruck oder doch mit c ihnen Hand in Hand. , 1 Angelsächsisch heißt der November der „blot- i monath". Man schlachtete dann, auch im Zusam- , meckhang mit dem Ernteschluß, den Göttern die : Haupttieropfer des Jahres, woran noch die „Mar- tinsgans" erinnert. Im Schwedischen hat sich ebenfalls der Name „Blutmonat" erhalten. Es ist gewiß nicht zu phantastisch, wenn man einen ganz natürlichen Zusammenhang mit der Tatsache sucht, daß in dieser kühleren und auch für den Bauern stilleren Zeit die Hausschlachtungen begannen und heute noch beginnen. „ „Martin kommt auf'm Schimmel geritten , d.h. er bringt Schnee mit. Und dann heißt s noch: „St. Martin macht Feuer im Kamin". Die Mar- tinsfeuer und Martinslieder haben sich zumal in Westdeutschland erhalten. Besonders die Kinder feiern ihren lieben „Zint Mäten" heute noch wie ehedem. Die Andreasnacht vom 29./30. November zeigt den jungen Mädchen im Traume den — mit Recht oder Unrecht — so beliebten „Zukünftigen , denn St. Andreas gilt seit Urvätertagen als Ehestifter. Auch spendet er den Kindersegen. Aber — selbstverständlich — hübsch eins nach dem andern! Vorrwt?zen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 21 bis 22 Uhr Ski- Trockenkursus, Reitschule Schömbs; 20.30 bis 21.30 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr erstes Symphonie-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Winternachtstraum . Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22 Uhr 1. Symphoniekonzert des Gießener Konzert-Vereins und 5. Freitag-Abon- n"m"nt. Leitung: Prof. Stefan Temesvary. Solistin: Maria Neuß, Berlin (Violine). Das verstärkte^ städtische Orchester. Programm: Gerster, Brahms, Beethoven. ütitv neuer Roman. Der Roman „Zwei Rheinlandmädel" von Anny von Panhuys wird in der morgen erscheinenden Ausgabe des „Gießener Anzeigers" zum Abschluß gebracht werden. Schon in der vorliegenden Nummer beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen außergewöhnlichen Erfolg versprechen dürfen. Es handelt sich diesmal um einen Kriminalroman von ganz besonderer Klasse, um eine Geschichte von unheimlicher Eindringlichkeit und einer Spannung, die wohl kaum Überboten werden kann. „Schatten der Vergangenheit" von Frank $. Braun findet etwas. „Was Hot er gefunden? „Einen Menschen. Du errätst es nicht. Meine Frau lebt in Hamburg!" Jolly kniff ein Auge zu Er schnuff-tte die Luft auf. Aber Basilius roch wirklich nicht nach — so heißt unser heute beginnender neuer Roman, der von Fortsetzung zu Fortsetzung — davon sind wir überzeugt — förmlich verschlungen werden wird. Viele unserer Leser werden sich gewiß noch des im vorigen Jahre erschienenen Romans „Das Halsband" von Frank F. Braun erinnern; wir haben uns bei der in Form einer Preisfrage seiner- zeit veranstalteten allgemeinen Jagd nach dem Täter überzeugen können, mit welcher ungewöhnlichen Anteilnahme in allen unseren Leserkreisen dieser Roman verfolgt wurde. Der neue Roman, mit dem wir heute beginnen, ist im Aufbau ganz anders angelegt, behandelt auch ein anderes Thema, ist aber genau so packend, scharfsinnig und aufregend geschrieben wie jener andere. Vom Inhalt sei nichts verraten; jeder wird sehr bald gewahr werden, worum es sich handelt. Wer diesen Roman nicht liest, hat es sich selber zuzuschreiben. Wer ihn lieft, wird ihn mit Genuß lesen und nicht eher aufhören, bis er — mit hörbarem Aufatmen und tiefer Befriedigung — die letzte Fortsetzung aus der Hand legen kann. Dieser Roman von Frank F. Braun wird ohne Zweifel ein Haupttreffer werden und allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine von Tag zu Tag erwartungsvoll begrüßte Lektüre sein. ' HZ.-Morgenfeier. Am Sonntag, 3.November, veranstaltet die Hitler - Jugend um 10.30 Uhr in der Aula der Universität eine Morgenfeier. Der schwäbische Dichter Karl Götz wird von seinem Leben und Schaffen erzählen und aus seinen Werken vorlesen. Alle Volksgenossen sind zu dieser Feierstunde herzlich eingeladen. Der Leiter der Stelle für weltanschauliche Schulung des Bannes 116: Emst Jost, Kameradschaftsführer. Bund deutscher Mädel llntergau 116 Gießen. Dienstbefeht. Alle Jungmädelführerinnen des Standorts Gießen 1 treten am Sonntag, 3. November, um 10 Uhr vor dem Finanzamt zu der Feier in der Aula an. Ruth Fabian, Jungmädeluntergauführerin, m. d. F. b. Basilius strich das Blatt auf dem Tisch glatt. Er nahm das Kuvert nach einmal aut, Poststempel fiamburg. Der Bries hatte zwei Tage bis nach Wien gebraucht. Aber zu spat kannte er nie kam- wußte Jabusch, drum schickte er kein Telegramm, sondern schrieb gleich aussiihrlich diesen Wie lange ist das her? Zehn, zwölf Jahre. Daß Jabusch sie noch wiedererkannte, bleibt bemerkens- । wert. Es soll ihm nicht vergessen werden. Basilius erhob sich. Er faltete den Brief sorg- । faltig und steckte ihn ein. Unten auf der Straße begann gerade ein neuer Tumult, aber das lenkte : ihn jetzt nicht noch einmal ab. Sein Entschluß war gefaßt, obgleich er noch keinen rechten Plan hatte. Jabusch sollte seinen Brief nicht vergebens geschrieben haben. , Auf dem Schreibtisch stand das Telephon. Er nahm den Hörer ab und lieh sich verbinden. Jean Jolly meldete sich sofort. „Hallo", sagte Basilius, „du erkennst zweifelsohne an der Stimme, wer hier spricht." Er hatte stets eine sonderbare Scheu, seinen Namen zu nennen. Jean Jolly enthob ihn der Peinlichkeit. „Rede, Basil, was gibt es?" „Es gibt tatsächlich etwas. Nur kann ich es dir nicht am Tekephon klarmachen. Könntest du sofort zu mir kommen? Es eilt mir. Mir werden unter Umständen noch heute nacht reisen müssen." Jolly hüstelte. Dann stießt er heraus: „Fliehen?" „Unsinn!" das kam barsch, aber beruhigend sicher. „Also dann, wohin, bitte, werden wir reisen?" „Ins Reich", sagte Basilius kurz, „also ich erwarte dich, nicht wahr?" „Gewiß", sagte Jolly, „in 10 Minuten bin ich bei dir." Jean Jolly war Schauspieler; das ist ein Beruf, den man behalten kann, auch wenn man seit Jahren auf keiner Bübne mehr gestanden hat. Sein Gesicht m-ir alt und zerknittert. Da er fein Haar färbte, glänzte es tiefschwarz. Je nachdem, ob er eine Hornbrille oder die Gläser ungefaßt oder überhaupt keine Brille trug, sah er sehr verschieden aus. Wovon er lebte, wußte niemand — außer Basilius; und der schwieg. Jolly benötigte 15 Minuten bis in den Norden nach Floridsdorf. Basilius empfing ihn ohne Vorwurf. Sie gaben sich die Hand. Jolly legte die ■ Andeutung einer Verbeugung in feinen Gruß, die Basilius übersah. „Setze dich Alwin Jabusch hat mir einen Brief geschrieben. Er ist in Hamburg. i ’ Hattest du ihn nicht nach Berlin geschickt? - Ja" Basilius m^e eine Handb^weaunq, die i deiUnwurf abtat. „Nun, er hat recht gehabt nach • Hamburg zu fahren. Ich wußte daß wir Jabusch . schicken mußten. Der Mann hat immer Gluck und 1. Symphonie-Konzert im Gießener Stadttheater am 1. November. Aus dem Stadttheaterbüro wird und geschrieben: Das am heutigen 1. November stattfindende erste Symphonie-Konzert, das der Konzertverein gemeinsam mit dem Stadttheater veranstaltet, ist schon seiner Vortragsfolge nach geeignet, das regste Interesse der musikliebenden Bevölkerung zu wecken. Das verstärkte Städtische O r ch e st e r wird unter der Leitung otm Prof. Temesvary eine Festliche Suite im alten Stil von Ottmar Gerster vortragen und den Abend mit Beethovens Siebenter Symphonie beschließen. Dazwischen spielt Maria Neuß das Violinkonzert von Brahms. Die junge Künstlerin hat erst kürzlich in mehreren Städten' des Reiches ihren bisherigen Erfolgen neue hinzugefügt und damit bewiesen, daß sie in rastlosem Aufstieg begriffen ist. Zudem ist sie von ihrem Konzert im vorigen Winter her den Gießenern noch in bester Erinnerung, und so wird man auf ihr Auftreten mit Orchester mit Recht gespannt fein. Das Symphoniekonzert ist das erste Abonnementskonzert des Konzertvereins Gießen und zugleich die 5. Veranstaltung im Freitag-Abonnement des Stadttheaters. Anfang 20 Uhr; Ende Er stieß die Hand vor, rüttelte Jolly an der Schulter. „Begreifst du nun, daß sie bezahlen muffen?" „Ja", räumte Jolly sofort ein, „jetzt verstehe ich freilich alles. Wann fahren wir?" Er schüttelte seine Nachdenklichkeit ab. „Noch heute. Mit dem Nachtzug/ Sie standen jetzt beide. Basilius' Entschlossenheit übertrug sich auf Jolly. „Ich will mich fertig machen", sagte er und ging zur Tür. „Wir treffen uns am Bahnhof." . Aber da fiel ihm etwas ein. „Fahren wir über München? Sott Robert Nydegger mit von der Partie fein?" Er hielt die Tür schon in der Hand. Basilius sah ihn mit leichter Verwunderung an. „Nydegger...", machte er fragend vor sich selbst; aber bann schüttelte er rasch den Kopf. „Laß den Jungen aus dem Spiel", meinte er. „Nützen kann er uns gar nichts. Höchstens verliert er die Ner- oen, wenn es ernst wird und hart auf bart geht." „Du rechnest damit, daß wir auf Widerstand stoßen?" Basilius Blick' verlor sich ins Leere. „Lena war eine sanfte Natur", meinte er, „aber wenn man ihr die Kehle zudrückt, wird sie sich natürlich wehren. Was bleibt ihr sonst übrig!" „Du hast schon einen bestimmten Plan, wie wir vorgehen werden?" „Geb", sagte Basilius, „davon später. Im Zug wird Gelegenheit sein, alles zu besprechen." Gehorsam zog Jolly die Tür hinter sich zu. Er lief hinunter und über die Straße, als sei er der verfolgte Greisler, hinter dem eine gereizte Menge her war. Er hatte es eilig, er mußte pünktlich sein. Basilius' letzte Aufforderung zu gehen hatte recht ungeduldig geklungen." . ‘ Basilius stand am Fenster und sah feinem Besucher nach. Seine kalten grauen Augen registrierten die Hast dieses Jolly. Er dachte: ich habe ihm vielleicht doch zuviel gesagt? War es ungeschickt, ihm die Wahrheit über Lena zu gestehen? Aber Jabusch in Hamburg hatte ihn sowieso eingeweiht. , , _ Um seinen Mund bildete sich eine harte Falte. So stand er lange und sah hinaus. In die Straße war eine Nadfahrerpatrourlle der Polizei eingebogen und schuf Ruhe. Das bemerkte Basilius kaum. Seme Blicke ginnen über die niedrigeren Häuser der anderen Straßenseite hinweg. Jenseits der Donau lag das steinerne Meer der Stadt. Er fand die Kuppel des Bahnhofsgebäudes. Dort erst fetzten feine Gedanken ein. Sie waren kalt und klar. Sie rechneten mit Menschen wie mit Zahlen. Es würde sich zeigen, ob solche Rech- nung am Ende wirklich aufging. i Als eine Uhr schlug, schrak er zusammen. Wie- i viel Zeit blieb ihm? Eine Stunde? Reichlich genug. । Er begann eine hastige Tätigkeit. Zweifelsohne t würde er fertig werden. Es hatte in feinem Leben i oft genug Zeiten gegeben, da der Bruchteil einer - Viertelstunde hatte genügen m'"'fsen. sich für eine I Reise vorzubereiten. (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt. November - Nebelmonat. So unsicher die Ankunft der milden Tage im Frühjahr ist, so sicher ist die Unaufschiebbarkeit des Spätherbstes, der im November, im „Nebelmonat oder „Windmonat", wie Kaiser Karl ihn bei Jemen Bemühungen um die deutsche Sprache und Volkskunde nannte, mit aller Rauheit anrückt. Daß man diese Zeit, die mit dem Hubertustag auch den Anfang der Reitjagden bringt, im Tegernseer Kalender etwas groo mit „Kotmonat bezeichnet, ist „betont bajuwarisch"; aber es hat dach seine Richtigkeit damit; denn ein rechter Frostmonat ist der November noch nicht. Wohl aber sucht der Landmann mit verständlicher Anteilnahme den fUd(But, gut. Aber weshalb wird von einem der beiden überhaupt gezahlt werden? Weil Lena deine Frau war, nur deshalb? Basilius beugte sich ganz dicht vor des Freundes Gesicht. Seine Augen leuchteten letzt wirklich ge- sährlich. „Sie werden zahlen", sagte er. „Denn Lena war nicht nur meine Frau, sondern sie ist es noch! Sie lief mir vor zehn Jahren davon Ich suchte sie nicht, so fand ich sie nicht. Jetzt schreibt mir Jabusch, er hat sie zufällig entdeckt. Frau Konsul Lena Bassenberg. Sie hat zwei Kinder * in der Ehe mit dem Konsul. Charakter des beginnenden Winters aus den Novembervorzeichen abzulesen. Der alte Folklorist — denn die Volkskunde ist nicht erst von heute und gestern — berichtet: „Die Bauern haben wegen Beschaffenheit des bevorstehenden Winters zweyerley Anmerckungen gemacht. Sie gehen 1) nehmlich zu Anfang dieses Monats in das Holtz, und hauen von einer Buche oder Tanne einen ziemlichen Spahn; ist solcher bis auf den Kern trocken, so ver-- muthen sie einen gelinden Winter; ist aber das Holtz fafftig und feucht, so besorgen sie einen harten und kalten Winter. 2) Betrachten sie, wenn die Martinsgans gegessen wird, an dem Brust-Knochen sowohl das obere als untere Theil und dessen Farben; die braune Farbe soll große Kälte, hingegen die weiße Farbe Schnee und Regen, auch das obere Theil die Zeit vor Weyhnachten, das untere aber die Zeit nach Weyhnachten andeuten." Im Verlaufe dieses Monats sind einige Tage besonders bemerkenswert im volkstümlichen Brauche und Ansehen. Im Jahre 835 — also vor 1100 Jahren — wurde der 1. November von Ludwig dem Frommen als Gedenktag für alle Märtyrer kirchlich eingeführt, deshalb ist der „Allerheiligentag" in katholischen Gegenden ein ernster Feiertag. Man schmückt auch an dem Abend von Allerheiligen bereits die Gräber für den Folgetag, für „Allerseelen". Der Bauer setzt ihnen mancherorts hallte noch einen Teller mit Speise und eine Tasse mit Milch an den früher innegehabten Platz am Abendtisch. Auch ist die Nacht zwischen beiden Tagen des Novemberbeginns geisterbewegt. Wer am Allerheiligentage geboren ist, kann hellsehen; und wer die dazu geschaffenen Orte aufsucht, kann in den Stunden vor dem 2. Novembermorgen die Glocken versunkener Städte aus der Tiefe erschallen hören, auch die Schätze jener verdammten Orte erblicken. Bedeutend wichtiger für die Volkskunde, weil zeitlich viel weiter in der Vergangenheit rückverwurzelt, ist der 11. November, der „Martinstag . Martinus war der erste Heilige, den man in der kirchlichen Öffentlichkeit feierte. Deshalb hat er auch einen Platz an einem vielgeehrten germanischen Terminstage erhalten. Mit dem Abschluß des ersten Drittels im „naubaimbain", wie der November gotisch heißt, war ein allgemeiner Beginn des neuen, des winterlichen Wirtschaftsjahres verbun- 5WW0IIW Vornan von Frank F. Braun. (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Im 21. Bezirk hatte es wieder einmal Krach gegeben. Der Greisler Pichlhuber war endlich erwischt worden, wie er das Pfund Reis mit 450 Gramm ausgewogen hatte. Seit je waren die Floridsdorfer temperamentvoll. Es gab zwei em- geschlagene Scheiben und noch wildere Drohungen. Nur sehr langsam beruhigte sich die Menschenmenge auf der Straße. Der unglückliche Greisler verteilte an die Kinder der Gereizten seinen gesamten Rosinenvorrat. Von Verdienst konnte keine Rede mehr fein. Basilius trat vom Fenster zurück. Er wohnte im ersten Stock des Hauses, das dem Laden des Herrn Pichlhuber gegenüberlag. Der Lärm auf der Straße hatte ihn angelockt. Nun würde ja wohl Ruhe werden. r . Er nahm den Brief wieder auf, vor dem er schon geraume Zeit gesessen hatte. Sem Gesicht, eben noch entspannt und erheitert von den SSorgom gen da unten, die ihn nichts angingen, verzog stcy sofort wieder in Falten des Nachdenkens. Er war glattrasiert. Sein Haar schimmerte hell; wenn sich wirklich schon graue Fäden einmengten, sah man sie nicht. Sein Gesicht war in gewisser Weise zeitlos. Wenn Basilius lächelte, gab ihm niemand viel mehr als dreißig Jahre; war er dagegen ernst, nachdenklich oder zornig erregt, schätzte ihn jeder in die Nähe der Fünfzig. Wie alt er wirklich war, verriet er nicht. Was wußten sie überhaupt von ihm? Man kann nicht mit Menschen arbeiten, denen man zu sehr vertraut ist Will man Führer sein, muß man den Abstand wahren. Nicht aus Stolz. Basilius war nicht stolz. Aus Klugheit. Klug war er wohl, das verrieten feine kühlen grauen Augen. War es nicht Alwin Jabusch gewesen, der von Basilius' Blick als von dem eines Basilisken gesprochen hatte? Aber Jabusch war eigentlich kein Großer Menschenkenner; vermutlich hatte ihm mehr an dem Wortspiel, als an der Feststellung gelegen. Arbeiter -er Stirn vereinigt euch im Reichsberufswellkampf mit den Skbeilern der Faust. Hitler-Jugend, Mr« beitsfront und Fachschulfchafl gingen voran; ihnen folgt jetzt die Studentenschaft mit dem HeichSleistungskampf der deutschen Studenten. Student! Beweise durch wortlose £ e i ff u n g deine Verechkigung in der Volksgemeinschaft. Das ist Sozialismus der Tat! Auf zum Kampf gegen dich selbst. An die Arbeit. Rlelde dich sofort bei der Studentenschaftsleitung (Studentenhaus). Für den Durchführungs- und Wetlkampfausfchuß: Der Leiter des Reichsleistungskampfes: gez. Kissel. Der komm. Studentenschaftsleiter und Hochschulgruppenführer des RSDStB.: gez. Friedrich. Der Rektor der Landesuniversität: gez. Pfähler. Der Führer des Bannes 116 der Hitler-Jugend: gez. Schreiber. Der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront: gez. Wagner. Zu den Jungjuristen im ,Schulungslager des über gen, mit dem scheidenden Dekan einige Stunden noch Völker Grund Gauinspekteur und Adjutant des Gauleiters pg. Heyse Es gelte heute in erster Linie für die Bewegung, sich umzustellen auf die neuen Kampsmethoden getarnter politischer Gegnerschaft. Jeder Parteigenosse müsse ein Propagandist der Bewegung werden, der aus eigener innerster Ueberzeugung aus seine Umwelt im nationalsozialistischen Sinne wirke. Letzten in der Geschichte entschieden haben. Der für diese Entwicklung, die uns durch das Unfall. Mit Verdacht auf Schädelbruch mußte er durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden. Endes werde die Erhaltung der Dynamik der Bewegung den Erfolg garantieren. Einsatzbereitschaft und Einfachheit, wie sie der Führer pflege, müßten die hervorstechendsten Eigenschaften jedes Parteigenossen werden. Die alte Garde der Bewegung habe in diesem Geiste die Bewegung groß gemacht, und sie allein sei deshalb berufen, aber auch verpflichtet, in diesem Geiste die deutsche Jugend für die Zukunft ouszurichten. Wenn heute noch kleinliche Menschen die Größe unserer Zeit noch nicht erkannt hätten, dann sei es die Aufgabe der Bewegung, auch den letzten Volksgenossen von der nationalsozialistischen Idee zu überzeugen, die letzten Reste liberalistischer Weltanschauung zu erkennen und zu überwinden. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete Pg. h e y s e an die Lagergenossen den Appell, durch Beispiel, Charakter und innere Ueberzeugungskraft draußen im Leben im nationalsozialistischen Sinne zu wirken. Schicksal der alten Kulturvölker veranschaulicht werde, seien drei Erscheinungen: 1. der Rückgang der Beoölkerungszahl-, 2. das Ueberhandnehmen erblich untauglicher Elemente und 3. die Rassenmischung. Damit sei auch der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik der Weg vorgeschrieben: nämlich diese drei Erscheinungen aufzuhalten. Dr. Finger erläuterte dann im einzelnen die wichtigsten, bisher auf bevölkerungspolitischem Gebiet erlassenen Gesetze und belegte insbesondere durch eingehende und erschütternde Zahlen die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit, noch in letzter Stunde der drohenden Gefahr entgegenzutreten und durch eine wesentliche Erhöhung der Kinderzahl (innerhalb des erbgesunden Nachwuchses) den Bestand des deutschen Volkes zu erhalten und zu vermehren. Maßnahmen seien nicht nur in quantitativer, sondern auch gleichzeitig in qualitativer Hinsicht zu treffen: beiden Anforderungen entspreche die bisherige nationalsozialistische Gesetzgebung. Besonderen Beifall ernteten die Ausführungen des Redners zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Aufgabe jedes einzelnen sei es, gegen die weitverbreitete irrige Meinung Stellung zu nehmen, als ob die „Sterilisation" eines Erbkranken — die nichts zu tun hat mit der ins strafrechtliche Gebiet gehörenden „Entmannung" — für den betroffenen Volksgenossen auch nur irgendwie eine Strafe fei; dieser bringe im Gegenteil als Einzelner ein Opfer für die Gesamtheit, für das deutsche Volk der Zukunft. nicht sang- und klanglos vorübergehen zu lassen. Der Jubilar nahm im Ehrensessel am Kopf der fesllich geschmückten Tafel Platz. Nach kurzen, warmen Worten des Dankes und Scheidens wurde ihm im Namen der 14 landeskirchlichen Pfarrer seines Dekanats, sowie der befreundeten Amtsbrüder des Dekanats Friedberg ein kleines Erinnerungsgeschenk überreicht, was ihn sichtlich rührte und freute. Zu schnell verliefen die letzten Stunden mit ihm, und es wurde manchem schwer, von diesem aufrechten Manne, der nicht nur ein verständnisvoller Vorgesetzter, sondern vielmehr ein gütiger Amtsbruder allen war, zu scheiden. Mögen ihm noch recht viele Jahre vollverdienter Ruhe im Kreise der Seinen gegönnt sein. Zeichen dieser Art können im Monat Januar 1936 bei den Pollanstalten gegen andere Postwertzeichen gebührenfrei umgetauscht werden. D l e Prüfung für Gesanglehrer an höheren Schulen findet nach einer Bekanntmachung der Landesregierung — Abteilung II — im Januar 1936 statt. Der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Die bisher eingegangenen Meldungen behalten ihre Gültigkeit. A u f g e h o b e n e Straßensperre. Die Der am 3. November fein Scherflein für das DHW. beisteuerk, hilft armen und bedürftigen Volksgenossen! Die Opferbereitschaft entscheidet! kein Deutscher darf dies am 3. November vergeffen! Kleine Sirallammer Gießen. Der Jude Vogel Wertheim, wohnhaft in Lauterbach, hat am 25. Juli drei zum Transport aufgeladene Kälber auf einem zu kleinen und un- vorschriftsmäßigen Wagen eingepfercht, so daß beim x $lc w e h r u o n Bitlingcn sei ebenfalls rasch erschienen, sie habe aber nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchen. Diese Angabe des Berimts ist unZutreffend. Richtig ist vielmehr, daß die Feui rwebr lon Villingen zwar zulegt auf dem Lranbplotz eintraf, ihren außerordentlich flinken Wehrmännern es aber gelang, noch vor der Laubacher Motorspritze Wasser zu geben und dann etwa 2 Stunden lang das angrenzende Gebäude unter Wasser zu halten, um weitere Brandschäden zu verhüten. Für den vortrefflichen Geist der Vil- linger Feuerwehr spricht auch die Tatsache, daß die Villingcr Feuerwehrmänner auf die Meldung von dem Brand hin einem in Villingen gerade daherkommenden Fuhrwerk kurzerhand die Pferde aus- spannten, sie vor der Spritze einschirrten und nun in größter Eile nach der Brandstelle fuhren, wo sie, wie gesagt, ihre Aufgabe in bester Weise erfüllte. Landkreis Gießen Heuchelheim, 31. Okt. Der I a h r g a n g 1884/85 feierte am 27. Oktober seinen 5 0. G e - b u r t 5 t a g. Die Teilnahme, auch von außerhalb wohnenden Klassenkameraden, war fast vollständig. Die Feier hatte am Vormittag einen ernsten Charakter. Die 50er beteiligten' sich am Gottesdienst und dem heiligen Abendmahl. Die eine Seite des Kirchenschiffes war ihnen völlig reserviert. Der Kirchenchor verschönerte den Gottesdienst durch zwei Lieder. Wort und Lied waren einheitlich gestimmt auf die Feier des Tages. Pfarrer Weisel legte feiner Predigt Psalm 115, Vers 14, zugrunde: „Der Herr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!" Weißt du's noch? Wie ein roter Faden zog diese Frage immer wieder durch den ersten Teil der Predigt, um im zweiten Teil aus- zukühren, daß es der Herr ist, der die Iubilare gesegnet hat, gesegnet auch in Schmerz und Leid, und um in einem dritten Teil von Gottes Segen an den Kindern zu reden. Die Teilnahme der Kirchgänger am heiligen Abendmahl war eine vollständige. Im Anschluß an den Kirchgang fand auf dem Friedhof eine kurze Andacht für die toten Schulkameraden statt, lieber ihr stand das Psalmwort 95 Vers 4: „In seiner Hand ist, was unten in der Erde ist." Der Nachmittag und Abend trugen frohen Charakter. Mit den Ehegatten versammelten sich 54 Personen in der Gastwirtschaft von V o l k m a n n. Der Saal war von dem Gärtner schön hergerichtet, lieber dem Podium an der Wand leuchtete die Zahl 50 mit der Jahreszahl 84/85. An hufeisenförmig gestellten Tischen nahmen die Iubilare mit ihren Ehegatten Platz. Gemeinsamer Kaffee mit Kuchen machte den Auftakt. Schulkamerad Landwirt Ludwig Schmidt begrüßte die Anwesenden herzlich. Zu Ehren der toten Schulkameraden verharrten die Kameraden eine Minute in Schweigen, während das Orchester das Lied vom guten Kameraden spielte. Ein Sieg- Heil auf den Führer und unser Volk und der Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Lie- AUNWU Vornan von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 33 Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl 32. Kapitel. Glücklich weberBruber noch Schwester Auch im Hause des Goldschmiedemeisters Hochwald ging man nach der Heimkehr nicht gleich schlafen wie es wohl eigentlich die Zeit erfordert hätte. Ohne unterwegs mehr als das Notwendigste miteinander zu sprechen, hatte man den kurzen Weg quer über den Ritterplatz gemacht. In der Wohnung angekommen, sagte Johannes Hochwald, die Tochter ins Wohnzimmer führend: „Ich glaube, Bettina, wir müssen uns noch auseinandersetzen über das Befremdende deiner Verlobung mit Graf Syden." Frau Hochwald, die den beiden ins Wohnzimmer gefolgt war, gähnte verstohlen und meinte lächelnd: „Aber Hannes, darüber kannst du doch mit Bettina reden, nachdem wir ausgeschlafen haben und es Tag geworden ist. Der Graf wird ja wahrscheinlich gegen Mittag selbst antreten, um sich unsere Erlaubnis und unseren Segen zu der etwas plötzlichen Verlobung zu holen, die übrigens vollkommen begreiflich ist. Er hat sich eben über das Betragen des Barons Hammerschmied geärgert und ihm eins ausgewischt. Natürlich liebt er Bettina und ist sicher, daß Bettina ihn wiederliebt, sonst hätte er nicht riskiert, die Geschichte mit der Verlobung vom Zaun zu brechen. Der Baron hat eins darauf gekriegt, und unsere Bettina ist Braut, das zu wissen, genügt mir vorläufig nicht nur, es macht mich auch sehr glücklich." Johannes Hochwald hatte eine Menge Fragen für Bettina bereit gehalten, aber ein trauriger Blick von ihr schien zu bitten: Frage mich nicht zuviel, Vater! Da stellte er nur die eine Frage, die ihm die wichtigste schien: „Hast du Hans Syden lieb, Bettina?" „Ja, Vater," erwiderte sie laut und klar, „ich habe Hans Syden sehr lieb." Der grauhaarige Mann atmete tief auf und dachte, schließlich kam es doch nur auf d i e Frage an, die Bettina eben beantwortet. Zu seiner Zufriedenheit beantwortet. Frau Hochwald lachte: „Der Himmel mag wissen, wie lange die beiden sich schon liebhaben! Ich muß allerdings bekennen, der Gedanke, Graf Hans könnte einmal mein Schwiegersohn werden, ist mir bisher noch niemals gekommen, um so rascher habe ich mich daran gewöhnt." Bettina konnte nur mit Mühe ihre Tränen zu- rückhalten, doch quälte sie ein Lächeln um ihren Mund, als sie sagte: „Ich bin schrecklich müde und möchte gern schlafen gehen." Ihre Mutter nickte. „Natürlich, geh du nur schlafen, Mädelchen, sonst siehst du schlecht aus, wenn morgen der Herzallerliebste kommt." Bettina reichte den Eltern die Hand und stieg die Treppe hinauf, war froh, als sie sich in den vier Wänden ihres Stübchens befand und ihren Zügen keine Gewalt mehr anzutun brauchte. Wie woyl das tat, sich so geben zu dürfen, wie ihr zumute war. Sie brach in die Knie und heiße Tränen überströmten ihr Gesicht, Tränen, die aus schmerzlich klopfendem Herzen kamen. Oh, der unselige Abdnd. Wozu die Komödie der Verlobung, die ja doch nur ein | die von der NS.-Frauenschaft und dem BDM. durchgeführt wurde, hatte ein schönes Ergebnis. ' Voller Freude und mit Stolz zogen die helfenden ; Glieder des Jungvolks ihre hochbeladenen Wägelchen zur Sammelstelle des Winterhilfswerks. * Bettenhausen, 31. Okt. Der hiesige öljährige Landwirt Heinrich Dietz erlitt einen schweren Unfall. Ein schwerer Gegenstand fiel ihm auf den rechten Fuß, so daß er schwere Verletzungen erlitt, die feine Ueberführung in die Klinik nach Gießen notwendig machten. ch Hungen, 31. Okt. Dieser Tage fand durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier- Gießen eine Besichtigung der hiesigen Freiw. und der Kommunalpolitische ]) *211 s f e l b , 29. Okt. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Völsiyg tagte im „Deutschen Haus" dahier die Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages, zu der fast alle Bürgermeister des Kreises erschienen waren. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Kreisobmannes Dr. V öl sing sprach Geschäftsführer Dr. G ö b vom Deutschen Gemeindetag, Landesdienststelle Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. über die Deutsche Gemeindeordnung. Er gab zunächst einen Ueberblitf über die Entwicklung des Selbstoerantwortungsrechtes der Gemeinden seit dem Freiherrn vom Stein, ausgehend von dessen großem Reformwerk, das den Grundstein zur Selbstverwaltung legte. Bis zum 30. Januar 1935, dem Tage der Verkündung der Deutschen Gemeindeordnung, habe es in Deutschland 30 verschiedene Gemeindeordnungen gegeben. Die neue Reichsgewalt habe durch ihr Eingreifen eine große geschichtliche Tat vollbracht und eine völlige Vereinfachung der Gemeindeverfassungen geschaffen. Die deutsche Gemeindeordnung sei ein Rahmengesetz, das nur die großen Richtlinien gebe. Dr. Göb behandelte bann bie wichtigsten (Brunbgebanfen bes G e- setzes. Hierzu gehöre in erster Linie bie Zusammenarbeit zwischen Partei, Staat unb Gemeinde. Der Einfluß ber Partei sei gewahrt burch die Einführung des Beauftragten ber NSDAP, in ber Deutschen Oemeinbeorbnung. Seine Mitwirkung biene ber Sicherung des Einklanges ber Gemeindeverwaltung mit ber Partei. Der Redner erläuterte sodann die Befugnisse unb Ausgaben bes Beauftragten ber NSDAP, im Rahmen ber DGO. Als weiteren Grunbgebanken ber DGO. behanbelte der Referent die Wiederherstellung der Selbstverwaltung im Geiste des Freiherrn vom Stein, ausgehend von dem grundlegenden Paragraph 1 der DGO.: „Die Gemeinden verwalten sich selbst unter eigener Verantwortung". Ein weiterer Grundgedanke der DGO. sei die Stellung der Gemeinschaft vor das Einzelfchicksal. Die Gemeinden feien bas Funbament bes Staates, bewußt habe ber Führer das große Reformwerk unten bei den Gemeinden angefangen. Er habe die Gemeinden von dem drohenden Abgrund zurückgeriffen. Sein Ziel fei, die Gemeinden wieder gesund zu machen. Gewaltiges fei auf diesem Wege bereits geleistet worden, insbesondere auf dem Gebiete der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Pflichtfeuerwehr statt. Die Besichtigung begann mit Geräteexerzieren, .an das sich ein Brandangriff schloß. Als Brandobjekt waren die Land- Wirtschaftsgebäude von zwei aneinander grenzenden Hofraiten in ber Altstabt angenommen worben. Bereits 3 Minuten nach bem Alarm waren bie beiden Spritzen zum Wassergeben fertig, während die Motorspritze, die das Wasser aus einem Privatbrunnen zu saugen hatte, schon nach 4 Minuten zum Spritzen bereit war. Diese Schlagfertigkeit ber Wehren würbe bei ber Kritik als hervorragenb bezeichnet. Die seit ber letzten Besichtigung im Jahre 1933 erzielten Fortschritte ber Wehren unb bie Disziplin ber Mannschaften würben anerkannt. In Tagung in Alsfeld. Der Redner ging dann über zur Behandlung einer Reihe von Einzelfragen aus ber beutfdjen Gemeindeorbnung. Er erörterte insbesondere ben Begriff bes Staatsbürgers, ber Selbstverwaltung unb ber Auftragsangelegenheiten. Auf bem Gebiet ber Selbstverwaltung sei ein wichtiges Recht ber Gemeinben bas „Satzungsrecht". Heber die Neugliederung ber Gemeinben machte ber Rebner bemerkenswerte Ausführungen. Danach ist eine Zusammenlegung von Gemeinben in größerem Stile nach bem Muster der Verwaltungsreform in Oldenburg bis auf weiteres zurückgestellt worden. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen über ben Begriff unb bie Stellung bes Bürgermeisters. Nicht der Titel sei ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit. Das Führerprinzip in ' der Gemeindeverwaltung dürfe nicht zur Diktatur werden. Deshalb bringe die DGO. eine Verbindung bes Führerprinzips mit dem Beratungsprinzip. lieber die Staatsaufsicht bemerkte der Redner, daß diese die Gemeinde und den Steuerzahler schützen solle, jedoch sei eine kleinliche Bevormundung ausgeschlossen. Der tiefgründige Vortrag fand starken Beifall. Als nächster Vortragender sprach Abteilungsleiter Keller vom Arbeitsamt Gießen über die Förderung von Hotstandsarbellen, wobei er einen Bericht gab über die seither von den Gemeinden des Kreises Alsfeld ausgeführten Notstandsarbeiten unb ihnen für biefe Arbeitsbeschaffung im Auftrag des Arbeitsamtes Gießen bankte. Der Referent bat um weitere Förderung der Not- ftanbsarbeiten durch die Gemeinden. Regierungsrat Selz er Dom Arbeitsamt Gießen behandelte dann das Thema die Hilfsbebiirfligkeilspriifung bei der Arbetts- lofenunterstühung. Er erläuterte in ausführlicher Weife an Hand eines vorgelegten Musters durch praktische Beispiele das Verfahren unb bie Grundsätze für bie Berechnung ber Einkommensverhältnisse. Am Schlüsse ber bis in den Nachmittag andauern- ben Arbeitstagung bankte Bürgermeister Dr. D ö l - sing ber Versammlung für ihre rege Anteilnahme und schloß bie sehr lehrreiche Tagung in der üblichen Weise. Sorgen um Herz und Nerven? .. auf Kaffee Hag umstellen 1 bes beendigten biejen Teil. Bei Patenwein, der eine feuchtfröhliche Stimmung in echter Kameradschaft schaffte, ließ Pfarrer Weisel, dessen Frau auch unter ben Jubilaren war, bie Zelle ber Volksgemeinschaft, bie wir bie Schullamerabschaft nennen, hochleben. Die Feier erfuhr keine Unterbrechung. Das Abenbessen würbe gemeinsam eingenommen. Die Töchter ber Iubilare waren bas Bedienungspersonal. Die Musik unter Leitung von Jubilar Pusch war unermüdlich tätig. Stunde um Stunde rückte voran. An ausführenden Amateurkünstlern aus bem Kreise ber 50er fehlte es nicht. Dabei kam auch bas Volkslied, daran wir ja so unendlich reich sind, zu seinem Recht. Es war schon lange nach Mitternacht, — wär's Sommer gewesen, hätte es fast schon getagt — als bie Ju- bilare burch bie regenscywere Nacht ihre Schritte heimwärts lenkten. Einmütig war das Urteil über bie Feier: sie war schön gewesen. Die 50- Jahrseier in Heuchelheim ist alt. Sie würbe schon begangen vor bem Krieg, war währenb bes Krieges eingestellt, um nach bem Kriege roieber aufzuleben. Vor 6 Jahren, unter bem Mangel an Teilnehmern, würbe sie abermals eingestellt. Pfarrer Weisel hat sie neu belebt, unb ber Erfolg hat bewiesen, baß bie Heuchelheimer nach wie vor dazu zu haben sind. Vivant sequentes! § Heuchelheim, 31. Oktober. Auf dem sog. Kreuz, in der Mitte unseres Dorfes, ist man gegenwärtig mit dem Abbruch ber alten Stall- gebäube bes früheren Fafelstalles beschäftigt. Die seit einigen Jahren schwebende Faselstallfrage hat vor einiger Zeit eine gute Lösung dadurch erfahren, daß die Gemeinde das Anwesen des Ludwig Rinn erworben hat unb es zum G e - meinbefafelftall umbauen ließ. Nachbem vor einigen Wochen bie Tiere in ihre neue Unterkunft übergefiebelt finb, kommen jetzt bie alten Ge- bäube zum Abbruch. Es wirb baburch mitten im Dors ein schöner, freier Platz geschaffen, ber zu einem Dorfanger angelegt werben soll. — Das Rathaus ist jetzt neu hergerichtet worben. Vor einigen Jahren würbe in bem Rathaus bie Bürgermeisterei eingerichtet, nachdem diese Räume vorher einem Schulsaal Platz gegeben hatten. Nur das Glockentürmchen des Rathauses sieht etwas leer aus, weil bie kleine Glocke, bie barin hing, fehlt; sie ist im Kriege eingeschmolzen worben. T Großen-Linben, 31. Okt. Die Gewerkschaft Gießener Braun st einbergwerke hat guten Absatz. Die Belegschaft konnte weiter erhöht werben. Zur Zeit werben in bem angrenzenden Wiesengelände Bohrungen vorgenommen, wobei bas Erz stellenweise sehr hoch liegt. — Die Dickwurzernte ist beenbet und ist als gut zu bezeichnen. Der Landwirt L. Keßler erntete Dickwurz im Gewicht von 24 bis 26 unb 31 Pfunb, eine große Seltenheit. — Emer befonberen Gesunb- heit erfreut sich ber im 82. Lebensjahr stehenbe Weißbinber Hch. Degen. Er arbeitet noch täglich in seinem Beruf, im Geschäft seines Sohnes unb besteigt noch alle Gerüste. D L i ch , 31. Okt. Der Sammlung von Kinderwäsche unb Kinberkleibchen, bie von den JungnHdels ber hiesigen Jungmäbelschar für bas Winterhilfswerk vorgenommen würbe, war ein schöner Erfolg beschieben. Auch bie in biefer Woche durchgeführte Sammlung von Kleidern unb Wäsche für ältere Kinber unb Erwachsene, Weilchen aufrechterhalten werden konnte, weil zwischen Hans Syden unb ihr eine Tote ftanb. Eine Tote, bie über bas Grab hinaus ben Mann feft- hielt, ber sie einem anberen weggenommen unb sich schulbig fühlte an ihrem Tobe. Bettina weinte lange — ihr Kopf begann zu schmerzen unb bie Augen brannten, als sie sich enb- lich zur Ruhe nieberlegte. Doch fanb sie keinen Schlaf, ihre Gebauten waren bei Hans Syben unb sie grübelte, wie hätte ihr Leben so wunderschön werden können, wenn der Schatten jener Toten nicht gewesen wäre. Endlich, es war schon ganz hell draußen, schlief sie endlich ein und erwachte erst, als es an ihre Tür klopfte. Die Mutter stand draußen. Ihre Stimme klang freudig bewegt: „Steh auf, Bettina, Graf Syden war schon hier, er hat einen Strauß gebracht und beim Vater eure Ringe bestellt. Er wird in einer halben Stunde wiederkommen." Aber sie öffnete die Tür nicht, weil sie fürchtete, die Mutter müsse ihr noch ansehen, wieviel sie geweint hatte. Sie trat jetzt vor den Schrankspiegel und sann, es war doch seltsam, man sah ihr nichts, gar nichts von alledem an, was sie quälte und ihr wehe tat. Wenn man so jung war wie sie, genügte wohl schon ein kurzer Schlaf, um auch die stärksten Tränenspuren zu verwischen. Sie wusch sich und das kühle Wasser erquickte sie. Dann zog sie ein einfaches schwarzes Kleid an und ging hinunter, fand bie Eltern am Frühstückstisch, im Zimmer hinter bem Laben. Ein Strauß köstlicher Rosen ftanb auf einem Seitentischchen unb ihr Vater zeigte darauf hin: „Wo er die nur aufgetrieben haben mag? Heute am Sonntag!" Er drückte zärtlich Bettinas Hand. „Also wir, Mutter unb ich, finb mit ihm einig, Kinb, nun trinke ein Täßchen Kaffee, ber wirb btt gut tun." Kaum hatte Bettina ihren Kaffee getrunken, kam Hans Syben schon. Er küßte Bettinas Rechte, fragte leise: „Hast du gut geschlafen?" Sie nickte unb log: „Ausgezeichnet!" Der Eltern wegen sagte sie bie Unwahrheit. Aber bann verließen bie Eltern bas Zimmer unb beibe brauchten sich nicht mehr zu verstellen. Bettina fragte leise, aber sehr erregt: „Warum haben Sie bas aeftern getan?" Er gab zurück: „Weil bie Unverschämtheit Baron Hammerschcküebs bich unb deine Eltern beleidigen mußte. Dazu bist du mir zu schade. Ich habe dich doch lieb, sehr lieb sogar." Er streckte ihr die Arme entgegen. „Wally Walb hat mich durch ihre Schönheit verhext unb ich begreife mich längst nicht mehr. Dich aber habe ich wohl schon je unb je geliebt. Vielleicht schon damals, als du noch ein ganz winziges Menschenkind gewesen. Ich bitte dich, Bettina, wir wollen fest Zusammenhalten in unserer Liebe und den Kampf gegen einen Schatten aufnehmen." In ihren Augen leuchtete es auf und ihr blasses Gesicht färbte sich rosig. Sie tat einen Schritt auf ihn zu unb seine Arme umschlossen sie. Aber mit Befremben beobachtete sie, wie es plötzlich um seine Lippen zuckte unb er zusammenschauerte. „Was ist dir?" wollte sie fragen, doch mit einem Male begriff sie unb nun gab er sie auch schon frei, stöhnte auf: „Dich hab' ich im Arm gehalten unb boch drängte sich vor dein Gesicht das andere — ich konnte dich nicht küssen, ihre Lippen verdrängten die deinen." Bettina überlief es eisig. Sie sagte erzwungen ruhig: „Unb glaubst bu, daß der Schatten zwischen uns beiden einmal weichen roirb?/Z Er zuckte bie Achseln. „Ich fürchte, es kann lange bauern, bis es geschieht, ober es geschieht nie. Vielleicht gewöhne ich mich allmählich sogar so baran, baß mich der Schatten nicht mehr stört. Schließlich stumpft ja Gewohnheit ab." Sie zitterte, er sah es deutlich, als sie. erwiderte: „Nein, Hans, daraufhin dürfen wir es nicht miteinander wagen." Sie blickte ihn ernst an. „Sie haben das von gestern sofort in Ordnung gebracht, haben die abscheulichen Worte des Barons zunichte gemacht unb bamit ist ber Zweck erfüllt. Ich glaube übrigens, niemanb hat in bem Lärm der Musik und des Tages das geringste davon gehört, was Baron Hammerschmied gesagt. Gehen Sie jetzt wieder nach Hause, Hans, unb reisen Sie ab, überlassen Sie es mir, meinen Eltern bas Geschehene zu erklären. Ich werbe bestimmt mit ihnen einig werben, denn sie haben ja nie daran gedacht, es könnte einmal aus uns beiden ein Paar werden." Er unterbrach sie: „Warum nennst du mich andauernd ,Sie'? Das solltest du nicht tun und die Verlobung bleibt bestehen, muß bestehen bleiben." Sein scharfgeschnittenes bräunliches Gesicht färbte sich dunkler. „Davon gehe ich nicht ab, Bettina, und bas mußt du mir glauben, ich fjabe dich unendlich lieb. Ich bin mir auch dessen voll unb ganz bewußt, es gäbe für mich kein größeres Glück auf Erben, als wenn bu meine Frau würbest. Ich begreife ja selbst nicht, daß ich nicht längst gewußt, wie lieb ich dich fjabe. Nein, Bettina, ich lasse dich nicht!" Er zog sie wieder an sich und sie hatte keine Kraft mehr zu kämpfen gegen ihre Liebe. Sie blickte mit zärtlichem Lächeln zu ihm auf und er fühlte, das Herz Bettinas gehörte ihm für« immer. Er sah das mattschimmernde Haar dich vor sich unb so nahe waren ihm bie schöngeschwungenen Lippen. Er zwang sich mit aller Gewalt Bettina zu küssen, aber er fühlte selbst, sein Kuß war kalt, bas Grauen machte ihn kalt. Bettina aber spürte ganz beutlich, der geliebte Mann sah wieder den Schatten der anderen. Es klopfte. Johannes Hochwald trat ein. „Jetzt wollen wir die Ringe aussuchen, die besten, die ich habe, sind gerade gut genug für mein Mädel und ihren Liebsten." Er strahlte — er hatte sich schnell an ben Gedanken gewöhnt, daß ihm die Tochter keinen Schwiegersohn ins Haus brachte, ber bie alte Geschäftsfirma nach ihm weitführen konnte. „Die Ringe schenke ich euch, Kinber", lächelte er glücklich, ünb ein paar Augenblicke später glänzte am Golbfinger ber Linken von Hans Syben unb Bettina ein schmaler golbener Reif. Ungefähr zu berfelben Stunbe hielt Rudolf Hammerschmied, der die Nacht im „Hotel zur Krone" verbracht, bei ben beiben Großchens um Gretels Hanb an. Gräfin Jutta bachte an feinen Onkel, ben man im weiten Umkreis ben „roilben Reiter" nannte. Der wünschte, baß aus den beiden ein Paar würde und hier im Waldschlößchen hätte man auch nichts dagegen gehabt. Gretel war sich nicht klar über ihre Liebe zu Dr. Diendorf unb würbe wahrscheinlich bie Werbung Rubolf Hammerschmiebs annehmen. Und bas wäre gut, bumm aber war es, daß der Baron gestern nacht bie Bemerkung zu Bettina gemacht. Bettina unb ihre Eltern gehörten jetzt zu ben Sybens. Großmutter Leonore war noch betäubt von der Neuigkeit der Verlobung bes Enkels mit Bettina. Sie hatte Bettina sehr gern, aber sie mußte ein bißchen schlucken, um bie Neuigkeit herunterzubekommen. Nun sollte sich auch Gretel verloben. — Die Verlobung war ihr sofort recht, weil man seit langer Zeit daraus vorbereitet war. Gretel wurde gerufen. Sie war mit Tyras im Park gewesen, unb beibe waren durch die Schneewege gelaufen, man sah es ihnen an. „Komm, Leonore", bat Gräfin Jutta, „wir wollen die jungen Leute allein lassen, sie sollen allein miteinander ausmachen, ob sie sich heiraten wollen." Gretel hatte Rudolf Hammerschmied die Hand gegeben unb lächelte ihn freundlich an, als er sich danach von Tyras die Pfote geben ließ. Die beiden alten Damen hatten sich entfernt und der Baron steuerte gleich auf sein Ziel los. „Gretel, ich sagte dir schon gestern beim Tanz, ich würde heute kommen, um dich etwas Wichtiges zu fragen. Machen wir es kurz: Ich habe dich lieb unb du hast mich auch lieb, also werbe, bitte, recht halb meine Frau." Sein frisches Gesicht sah dabei jungenhaft vergnügt aus, es schien ihm völlig sicher, daß er ein frohes Ja als Antwort erhalten würde. Und beinahe wäre cs auch geschehen, doch da zwang plötzlich eine fremde unb starke unsichtbare Macht bie zierliche Gretel Syben zu schweigen unb auf eine seltsame innere Stimme zu lauschen. Unb bie Stimme sagte äu ihr: Rubolf Hammerschmieb ist ein guter Freunb von dir, weil er der Freund von Hans ist, und weil du ihn schon lange kennst unb er immer nett zu bir gewesen ist, aber bu liebst ihn nicht. Liebe ist bas, was bu für Gerharb Dienborf fühlst. Ganz blaß unb benommen von ber jähen Erkenntnis, daß sie Gerhard Diendorf liebte, ftanb Komtesse Gretel da unb blickte ins Leere, schien völlig vergessen zu haben, baß Rubolf Hammerschmieb auf eine Antwort won ihr wartete. Er verstaub sie nicht. Gretel sah ja aus, als ob sie mit ihren Gedanken meilenweit von ihm entfernt war. Hatte sie feine Frage so durcheinandergebracht, trotzdem sie doch darauf vorbereitet gewesen sein mußte? Gretel hatte einen fremden Zug im Gesicht, den er nicht an ihr kannte, sie schien älter als vorhin. Er hüstelte, fragte besorgt: „Was ist dir nur, Gretel? Hat dich meine Frage so erschreckt?" Sie blickte ihn groß an, unb es kam ihr erst jetzt roieber zum Bewußtsein, weshalb Rubolf Hammerschmieb gekommen war. In ihr reizenbes Gesicht schoß helle Röte. „Verzeih, baß ich dich warten ließ, aber —" Sie stockte. Sie war sich jetzt darüber klar, sie durfte nicht Rudolfs Frau werden, weil sie ihn nicht so liebte, wie man den Mann lieben muß, mit bem man ein ganzes Leben zusammenbleiben will. Aber es würbe ihr schwer, ihm bas zu sagen. Er brängte, noch immer seiner Sache völlig sicher: „Kleine Gretel, meine Frage ist ja nur eine Formsache, sage ja unb alles ist in schönster Orb- nung.' Er hätte sie an sich reißen, den reinen Jung- mädchenmund küssen mögen unb wagte es doch nicht. Es war jetzt da ein Etwas um die kleine Gretel herum, was ihm den Mut dazu nahm. Sie schüttelte langsam den Kops. „Nein, Rudolf, es ist nicht alles in schönster Ordnung." Sie versuchte zu scherzen. „Eher ist alles in schönster Unordnung! Alles! Denn bei deiner Frage, ob ich deine Frau werden will, ist mir ganz urplötzlich klar geworden, ich kann nicht deine Frau werden, weil ich einen anderen lieb habe." So, jetzt war es heraus, nun wußte er, was sie auch erst feit ein paar Minuten wußte. Er wollte lachen, denn es konnte sich ja nur um einen kindlichen Scherz Gretels handeln, aber ihr Gesicht war sehr ernst unb ihre Augen schimmerten feucht. (Schluß folgt) auf dem Kafernenhof. Di- Bevölkerung b-grllht-1 Di-Bergungde- Verunglückten durch> di- Frei- •. r____v:___an.ir. sPoPrnton imh 1 milliae Somtatskolonne vom IKoten Kreuz zu iDie= in freudiger Weise die einziehenden Rekruten und er- s e n Meine große Spezial-Abteilung in Her 6275 A richten Ä"“llolrBl zur iDmiuog iiir die Keislerprüiung 1936. Bevölkerung der billig 6181 d rascht sein werden. 6295A 19.- Mk. 5.60 Größe 60 Mk. 10.00 Größe 60 K Mk. 14.50 Größe 60 K K Mk. 13.20 Größe 60 K Beachten Sie unser Schaufenster I Gebr Imheuser AM MARKT am Markt. 6300 A 6249 A Oberhessens größte AuswahlI Vereine | Vertrieb u. Spezial- Ausschank des bei. Schützer Auerhahn- Bieres, 12 Ltr. 35 hell,dunkel od.Malz M. Ulebier Asterweg 16. engeren Heimat! 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Rach dem Ergebnis der Besich- tigung soll ein neuer Meliorationsentwurf unter Beschränkung auf die dringendsten dränierungsbe- dürftigen Grundstücke aufgestellt werden, lieber die Bildung einer Wassergenossenschaft will man dann zu späterer Zeit noch einmal sprechen. Jwed^aefämprunfloet Schwarzarbeit können Arbeite-Ange bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desG'werbenochwci cs au genommen werden Verlag ^««SiebenerAazetger S a d e 1, »ei vi» „uuu.v-«-......, -- läuterte den vorliegenden Meliorationsentwurf. In der Aussprache ergab sich keine Mehrheit für eine Bildung der Wassergenossenschaft. Anschließend fand eine nochmalige Besichtigung der zu entwässernden Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. x Samstag, den 2. November: Allerseelen. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 6, 6.30, 7, 7.30: Messe; 8: Seelenamt für die Verstorbenen der Pfarrei; 9.30: Seelenamt für die Gefallenen des Weltkriegs; 16.30: Beichte; 18: Rofenkranzandacht; 19: Beichte. Erstes Kulmbacher Cafe Ebel Samstag und Sonntag: Wildbret gleicher Weise fand die Ausrüstung der Wehren und die Anzahl, sowie die Beschaffenheit der Geräte lobende Erwähnung. Unter Hinweis auf die Fürsorge des Führers und Reichskanzlers für das Feuerwehrwesen empfahl der Kreisfeuerwehrinspektor besonders den jüngeren Mitgliedern der Pfticht- feuerwehr eindringlich den Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr, sowe den Besuch der Feuerwehrfachschule in Mainz. Anschließend an die sehr ehrenvolle Kritik wurde dem zweiten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, Walter Seibert, das Ehrenzeichen für 15jährige Mitgliedschaft verliehen. Kreis Friedberg. Wie wird das Wetter? DassagtIhnen zuverlässig das Barometervon Optiker Mngnuh. Seltersweg 33 Kreis IBetUat. * Bieber, 30. Okt. Der hiesige 30jährige Wagner Ernst Haus erlitt bei seiner Arbeit an der Kreissäge eine schwere Handverletzung und mußte m die Klinik nach Gießen gebracht werden. < Lützellinden, 29. Okt. Bei einer im „Oberwald" abgehaltenen Treibjagd wurden 19 Hasen und 6 Füchse erlegt. <> Hörnsheim, 29. Okt. In unserer Gemarkung ist zur Zeit eine Bodenschätzungskommission tätig, um die Bonitierung unserer Gemarkung zum Zwecke der neuen S t e u er - bewertung vorzunehmen. In der Kommission wirkt als Sachverständiger auch der hiesige Landwirt Wilhelm G l a u m mit. /X H ö r n s h e i m, 31. Okt. Rach der diesjährigen Personenstandsaufnahme hat unsere Gemeinde 6 83 Einwohner. Bei der Volkszählung im Jahre 1933 wurden 688 Einwohner gezählt. D Dornholzhausen, 29. Okt. Nach dem Ergebnis der diesjährigen Personen st ands- aufnahme zählt unser Ort 505 Einwohner. Bei der letzten Volkszählung betrug die Einwohnerzahl Sämtliche Vereinszimmer für 20, 50 und 120 Personen sind ebenfalls mit Zentralheizung ausgestattet und gleichzeitig renoviert worden, so daß Sie hier angenehm über- Stammln blieben 6I80D Samst.,2.Nov., 20 bis geg. 23 Uhr GeschlosseneVor- stellung der NS.- Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne Der Prinz von Homburg Schauspiel von Heinr. v. Kleist. Morgen Samstag, den 2., und Sonntag, den 3. Nov. Stimmungskonzert Bis 4 Uhr nachts geöffnet I S292D BruftCanrnuUen mit 6cn 5 Tannen Zu bab/n m Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 5970A Kinder-Mantel blau-weiß gemustert Mäntel von Köhler sind Selbstempfehler! Mit gut. Besätzen: Lamm, Lincoln, Seal 26.- 32.- 35.- 39.- Nundfunkprogramm. Samstag. 2. Tlovember: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenkonzert. „Fröhlich klingts zur Morgenstunde". In der Pause, 7: Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. „Das junge Deutschland". Das Kulturamt der RIF. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Musikfest der Hitler-Jugend. Gemeinfchaftsmustk und ge- meinsames Lisdsingen. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: „Süddeutsche Tänze". Em buntes Potpourri. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: HI.-Funk. 16: „Fröhliche Spende zum Wochenende." 18: „Der goldene Marti". Sage und Erzählung um Schwarzwälder Erz. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Nordische Musik. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Der Wanderer. Kantate Werk 59, aus Worten von Carl Hauptmann. 22: Nachrichten. 22,15: Nachrichten aus dem Sendebezirt. 22.30 Unterhaltungskonzert. Und morgen ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. Des einzigartige Hausmittel gegen Kopfschmerzen,Migräne | Nervenschmerzen, Unbehagen und SchmerzzustÄnde. 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Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Musikvorträge. — Hier trafen etwa 2 0 0 Rekruten für unser Bataillon ein, die am Bahnhof durch die Bataillonskapelle abgeholt und mit Musik durch die Stadt zur Kaserne gebracht wurden. Die Kasernentore waren zur Begrüßung festlich geschmückt, die Kapelle spielte am Nachmittag pb. Butzbach, 31. Oft Anläßlich der „Woche des deutschen Buches" fand in der Aula der Stadtschule ein Werbeabend statt, zu dem der Obmann des hiesigen Buchhandels, Rud. Matthäus, eingeladen hatte. Der Abend wurde Strickwollen und Handarbeitsgarnen ist in Qualitäten und Farben erstklassig ausgestattet und bietet Ihnen zu äußersten Preisen große Vorteile! ThüvtngeirSok Hammstraße 7 Am Samstag, dem 2. November: Nunter Abend Der Nest des Patenweins kommt zum Ausschank. «291 u „Mm gerade ein SaneeötonöOetO?“ werden Sie tragen. „Meine Kohlenrechnung ist schon ohnedies groß genug." Weit gefehlt! 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Wolfram betonte nach kurzen Begrüßungsworten, daß der Luftschutzgedanke nicht nur Sache des deutschen Mannes, sondern auch der Hausfrau sei und aus diesem Grunde im Laufe der nächsten Zeit eine entsprechende Schulung auf dem Gebiete des Luftschutzes erhalten müsse.'Anschließend sprach Rektor Dern von hier über den ,Luftschutz" und forderte die Frauen auf, restlos in den Luftschutzbund emzu- ireten. Frl. Wolfram dankte dem Vortragenden für seine lehrreichen Ausführungen und schloß den Abend in herkömmlicher Weise. Kreis Büdingen. -j- Nidda, 28. Okt. In hiesigem Zweigverein des Volksbundes für das Deutschtum im A u s l a n d e (VDA.) schilderte gestern Abend im Parteihaus Fräulein Hessenauer vor einer großen Zuhörerschaft die ungezählten Gewaltmaßnahmen zur Unterdrückung des Deutschtums im Auslande. An vielen drastischen Beispielen der Behandlung deutscher Volksgenossen im Ausland, verstand sie es meisterhaft, die Teilnehmer des Abends für die Bestrebungen des Volksbundes zu gewinnen. Reicher Beifall wurde der Rednerin für die vortrefflichen Ausführungen gezollt. Preußen. Unfall im Steinbruch. Schwierige Bergung des Verunglückten. * Dutenhofen, 31. Okt. Gestern verunglückte hier im Steinbruch der 21jährige Arbeiter Hch. Hahn von hier. Er erlitt einen Unterfchen- k e l b r u ch und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Wir sorgen für Muttis Liebling Wir zeigen entzückende Kinder-Mäntel aus warmen, molligen Stoffen, ganz reizend aufgemacht. Prüfen Sie unser Angebot Der Anmeldetermin für die Meisterprüfung 1936 ist auf die Zett vom 15. Okt. bis 15. Nov. 1935 fest- gelegt. Wer die Meisterprüfung in 1936 ablegen will, muß feine Anmeldung bis spätestens 15. Rov. 1935 abgegeben haben. Mit der Abgabe der Anmeldung zur Meisterprüfung ist die Prüfungsgebühr von RM. 25.- einzuzahlen, oder auf das Postscheckkonto in Arcknkfurt am Main Nr. 15106 der Heff. Handwerkskammer Darmstadt zu überweisen. 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