Nr. 229 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, V Oktober 1935 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3Uf)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg. 25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- il Postscheckkonto- behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche UnwerfitatZ.vuch- und Steindruckerei R. Lange In Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulsttahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen neut, wie sicher sich der staatliche litauische Terrorismus in seinem so oft begründeten Vertrauen auf die Duldung durch die Garantiemächte fühlt. Die merkwürdige „Vertrauensseligkeit" de^ Garantiemächte konnte nicht peinlicher bloßgestellt werden als durch ihr Schreiben an die Reichsregierung und ihr weiteres Schreiben an den Genfer Ratspräsidenten, in dem sie sich selbst bescheinigen, daß die „Aufrichtigkeit" Litauens ihrer Auffassung entspricht! Das von der litauischen Regierung raffiniert ausgeknobelte Wahlsystem galt der Sabotierung der Memelwahlen. Wie schon die letzten Vortage, so hat auch der Wahltag selbst dieses litauische Wahlsystem, das durch das neue Wahlgesetz vom 15. August eigens gegen das Memelland eingeführt war, zu einer öffentlichen Blamage der litauischen Regierung und des litauischen Staates gemacht, wie sie schlimmer nicht sein kann. Nur eine kleine Randglosse dazu: Noch in den späten Vormittagsstunden des Sonntags brüllt der Kownoer Sender es fortgesetzt in französischer Sprache in die Welt hinaus, wie schnell und ordnungsgemäß die Wahlen verliefen und wie gut sich das litauische Wahlsystem bewähre — und schon am Nachmittag muß die litauische Regierung mitten im Wahl- vorgang einen zweiten Wahltag verkünden, weil Zehntausende von Memeldeutschen durch das absichtlich komplizierte Wahloerfahren noch nicht einmal bis in die Wahllokale, geschweige denn bis in die Zellen gelangen konnten! Der zweite Wahltag hat dann die skandalösen Erfahrungen des Sonntag, an dem die Mehrheit der Wahlberechtigten ihr Recht nicht ausüben konnte, I' ■ Oer deutsche Bauer beteiligt sich | am 6. Oktober am Erntedanktag auf dem Bückeberg bei Hameln. Memel, 1.Off. (DNL. Funkspruch). Seit 8 Uhr wurde am IHontag die Wahl im Wemelgebiet fortgesetzt, soweit nicht in ganz kleinen Bezirken bereits die letzten Wähler ihre Stimmen abgegeben hatten. In der Stadt Memel selbst herrschte auch am Montag von Anfang an in den Wahllokalen ein erheblicher Andrang; insbesondere in den Arbeitervierteln war dieser Andrang groß. Bewundernswürdig ist die Ruhe, mit der die Memelländer das langwierige Warten und alle Schikanen auf sich nehmen. Line alte Frau war am Sonntag um 9 Uhr zur Wahlurne gegangen und hatte bis 20 Uhr, also 11 Stunden, vergeblich gewartet; sie wckr aber pünktlich am Montag um 7 Uhr wieder zur Stelle und konnte dann mit Hilfe einer entschlossenen Frau nach etwa zwei Stunden endlich zur Wahl kommen. 3n vielen Fällen sind Frauen ohnmächtig geworden. Das Verhalten der litauischen Stimmbezirksvorsihenden gegenüber den Wählern ließ sehr viel zu wünschen übrig. Obwohl die Wahl pünktlich um 18 Uhr ab- geschlossen werden sollte, standen teilweise noch so zahlreiche Wähler an, daß in den großen Wahlbezirken der Stadl Memel b i s gegen 23 Uhr gewählt werden mußte. Auch das A u s z ä h l e n der abgegebenen Stimmen nahm sehr große Zeit in Anspruch, so daß erst gegen 2 Uhr am Dienstag die Zahl der abgegebenen Stimmen in der Stabt Memel festgestellt werden konnte. Sie liegt bei 22 457. Wenn man die Wahlberechtigtenzahl von 24 273 zugrundelegt, die bisher feststeht, beträgt die Wahlbeteiligung etwa 92 v. h. Aehnlich liegt es im Landkreis M e m e l, wo von 13273 Wahlberechtigten 12160 Stimmen abgegeben mürben, so baß bie Beteiligung 91,7 v. h. beträgt. 3m kreise heibekrug sinb bis auf vier Bezirke aUe Wahlstimmen bereits in Memel eingegangen. Von 14 722 erfaßten Wählern haben 13 578, d.h. fast 93 v. h., ihre Stimme abgegeben. Man kann bamit rechnen, bah bie Gesamtbeteiligung bei 92 bis 93 v. h. liegt, wenngleich ber vierte kreis, Pogegen, noch fast voll- stänbig aussteht. Insgesamt würben bisher bie Wahlberechtigtenzahlen aus 59 von 81 Bezirken (einfdjl. ber Militärbezirke) zusammengezählt. Diese ergeben 57 208 Wahlberechtigte, von benen 52 816, d. h. über 92 v. h. gewählt haben. Wie groß bie Zahl ber Stimmberechtigten insgesamt unb auch bie ber abgegebenen Stimmen ist, wirb sich erst ergeben, wenn sämtliche Wahlbezirke bie abgegebenen Stimmen an bie Wahlkreiskommision gefanbt haben. Die Wahlkreiskommission wirb am verlangte ber litauische Wahlleiter von einer Blinden ein ärztliches Attest über ihre Blindheit — dieser litauische Wahlleiter ist wegen Urkundenfälschung mit Gefängnis vorbestraft und mußte auf Antrag der Memelländer von der Kandidatenliste gestrichen werden. Daß die ungeheuerlichen Vorgänge bei den Memelwahlen unter den Augen von 60 ausländischen Journalisten und drei Vertretern der Signatarmächte erfolgten, beweist nur er- So warteten die Memelländer acht bis zehn Stunden vor den Wahllokalen, ein Pild vom Gedränge vor dem Wahllokal in Pogegen im Memelland. — (Ptesft-Jllustration Hoffmann-M.) Der zweite Wahltag im Memelland. Auch am Montag hielt der Andrang zu den Wahllokalen und der schleppende Fortgang der Wahlhandlung an, sodaß in Memel bis zu spater Nachtstunde hinein gewählt werden mußte. Wahlbeteiligung wird aus 93 Prozent geschätzt Will man die Giimmenzähtung hinauszögern? nur bestätigt. Inzwischen aber — und das ist für die Bewertung des Wahlausfalls von Bedeutung! — find im Gegensatz zu den bei der Saarabstimmung innegehaltenen korrekten Methoden die Wahlurnen ohne einwandfreie Ueberwa- ch u n g in der Nacht geblieben Es ist selbstverständlich, daß die litauische Polizei nicht nur den Zweck hatte, memelländische Wähler trotz ihrer bewundernswerten Disziplin verprügeln zu lassen; selbstverständlich wird diese litauische Polizei auch in der Nacht von Sonntag zu Montag für weitere „Wahlkorrekturen" eingesetzt worden sein. Wie könnte man es anders erwarten von einem Staat, dessen „Staatsdruckerei" zum Teil völlig falsche und unbrauchbare Stimmblocks liefert, in denen eine ganze Anzahl memelländischer Kandidaten einfach herausgelassen und dafür Landfremde zum Teil doppelt enthalten sind. Von der liederlichen Perforierung der einzelnen Blätter ganz zu schweigen. Vor uns liegen zwei Abbildungen eines solchen Stimmblocks, wie sie die famose litauische „Staatsdruckerei" geliefert hat. Schon diese Abbildungen zeigen, daß die Blocks noch nicht einmal einheitlich hergestellt sind, sie sind teils seitlich, teils oben geheftet und können die Beobachtungen neutraler Augenzeugen nur bestätigen, daß eine ordnungsmäßige Stimmabgabe binnen wenigen Minuten ausgeschlossen war. Selbst der zweifellos bestens vorbereitete Fronvogt des Memellandes, der litauische Gouverneur K u r k a u s k a s , hat für seine Stimmabgabe nicht weniger als zehn Minuten gebraucht! Die Litauer haben infolgedessen in vielen Stimmlokalen memelländlsche Wähler ost schon nach einer Viertelstunde Anwesenheit m ber Wahlzelle einfach aus dem Lokal gewiesen. Außer den zahllosen Zwischenfällen Schikanen und Sabotageakten, die bereits bekannt geworden find, sei nur noch kurz auf folgendes verwiesen: Die memelländischen Wähler haben m ber Mehrheit 10 bis 12 Stunden vergeb ich warten müssen, obwohl sie lange vor 8 Uhr morgens sich bereits in großen Mengen vor den Wahllokalen (nur noch 73 statt 200!) eingefunden hatten. Da es sich bei jenen überwiegend um Bauern handelt, die einen sehr weiten Anmarsch gehabt haben, sahen sich diese Heimattreuen Wähler gezwungen, während der kalten Nacht zum Montag in durstigster Weise auf ihren Wagen zu übernachten, die in den Ortschaften zusammengefahren waren. Wahrend aber die Massen der Memellander vergeblich draußen vor den Wahllokalen standen, wurden gleichzeitig die Litauer, darunter viele Tausende qar nicht berechtigter „Eingebürgerter", d u r ch d c e Hintertüre der Wahllokale eingelassen. Zum Teil wiesen sie als Begründung für ihre bevorzugte Behandlung „Krankheitsatteste" auf — während die litauischen Schergen zu gleicher Zeit kranke Memelländer, die sich zum Wahllokal fahren oder tragen lassen, trotz vollgültiger Berechtigungspapiere zurückwiesen! Das Tollste aber hat sich wohl ein litauischer Polizeikommissar geleistet, der unter den Augen englischer Journalisten in Heydekrug plötzlich auf bie vor einem Wahllokal wartenden Memeldeut- schen mit dem Gummiknüppel losprügeln ließ und dazu erklärte: „Wenn sich die Leute wie Nied benehmen, dann muß man sie auch wie Vieh behandel n!" In der Tat ein wur- biaer Vertreter jenes kulturlosen Zwergstaates, dellen Behörden sich mit dem von ihnen importierten Janhagel auf eine Stufe gespellt haben, Im Kreise Pogegen hat der maßgeblich Litauer eigens für den Wahltag v i e r Verbrecher aus dem Zuchthaus beurlauben lassen mit dem Auf- trnn Schlägereien und sonstige Zwischenfalle zu verursacken^Fürjeden Fall erhielten diese Zucht- bäu“l'r420' Sit aiJUiNt -"'-m Stimmlokal Heils schuld, ist in diesen Tagen oft zu hören. Den- noch ist sie ungenau. Sie übergeht den Anteil der Engländer in diesem Spiel. Mussolini hat denn auch mit dem bitteren Gefühl desjenigen, der sich hintergangen fühlt, den Sonderberichterstatter des „Petit Journal" auf jene englisch-italienischen Geheimabmachungen von 1925 hingewiesen, die Abessinien, nach den Worten des Duce, „praktifch gesehen, zerstückeln". Daß er in diesen Abmachungen einen Rechtstitel erblickt, daß ihm eine militärische Aktion in Abessinien nichts anderes ist als die Einlösung des damals von England ausgestellten Wechsels, — wer kann ihm das verdenken? Zumal doch Herr L a v a 1 noch im Januar — und darin besteht in Wirklichkeit der Inhalt der französisch-italienischen Abrede — seine Zustimmung zu diesem vor zehn Jahren getroffenen Arrangement gegeben hat! Eine Frage ist bis heute ungeklärt: der hartnäckige Widerstand der Engländer gegen bas, was sie bamals selbst ausdrücklich zugesagt hatten. Hat der Duce sich jetzt, im Vollgefühl der Kraftentfaltung der faschistischen Großmachtspolitik, mehr nehmen wollen, als ihm ursprünglich zugestanden worden war? Oder hat, was unwahrscheinlicher ist, die englische Politik sich in der abessinischen Haltung verrechnet, galt ihre Zusage nur im Falle der „friedlichen Durchdringung", nicht aber, wenn kriegerische Konflikte drohten? Diese höchst wichtigen Dinge bleiben noch in Dunkel gehüllt; es bleibt aber auch so der nachhaltige Eindruck, mit welcher Bedenkenlosigkeit hier ein Spiel entfesselt wurde, bei dem jetzt keinem der Beteiligten wohl ist. Daß jedenfalls die englische Politik die Kehrtwendung vollzog und sich auf der Genfer Plattform zum Verfechter der Unabhängigkeit jenes Landes aufwarf, über dessen Aufteilung man sich vor zehn Jahren verständigt hatte, — das warf auch die Berechnungen über den Haufen, die Herr Laval bereits auf dem Gewinnkonto der französischen Vor- machtpolitik mit viel Vergnügen angestellt hatte. An diesem Punkt nun beginnt der zweite Teil des Spieles. Dieses Spiel allerdings geht nicht mehr auf Kosten Abessiniens; es geht aber uns an! An seinem Beginn steht die Renaissance von Genf, die Auferstehung des Völkerbundes. Alle Loblieder der englischen Presse auf die wieder- gewonnene moralische und materielle Macht des Genfer Bundes, alle Begeisterung der französischen Presse über den nun klar erwiesenen Nutzen und Wert bet kollektiven Sicherheit können nicht darüber hinwegtäuschen, daß diese Aufwertung der Genfer Aktien ein zufälliges Produkt ist, geboren aus der selbstverschuldeten ^Verlegenheit der englischen und der französischen Politik. (Weshalb es allerdings nicht weniger real ist.) Es ist aber auch ein höchst gefährliches Produkt! Gefährlich, weil beide, England und Frankreich dasselbe sagen, Verschiedenes meinen, und jeder von beiden glaubt, sich gegenüber dem anderen durchsetzen zu können. Auf Kosten Europas. Äon Or. Hans von Malottki. Tage höchster Spannung, da das europäische Schicksal ungewiß zwischen Frieden und Krieg pendelt! Es ist nicht allein die abessinische Frage, die die Welt in immer größere Unruhe und Sorge stürzt; es stehen noch andere, größere Dinge auf dem Spiel, und so wenig Deutschland an der Entfesselung dieser anderen Dinge teil hat, so sehr muß es, ohne Illusionen, ihren Auswirkungen Rechnung tragen. Genf ist nach Wochen diplomatischen Ringens und nach dem ergebnislosen Ausgang aller freund- chaftlichen Schlichtungsversuche zum Handeln ibergegangen. Der Artikel 15 der Satzung pricht eine deutliche Sprache. „Kann eine Streitrage nicht geschlichtet werden, so erstattet der Rat einen Bericht, der die Einzelheiten der Streitfrage und die Vorschläge widergibt, die er als die zur Lösung der Frage gerechtesten und geeignetsten empfiehlt." Diese Empfehlungen auszuarbeiten, ist die Aufgabe des in der vorigen Woche gebildeten Dreizehnerausschusses. Zwischen der italienischen These und der von England durchgesetzten, von Frankreich schließlich unterstützten These des Völkerbundes ist, bei der Verhärtung der Standpunkte, ein Ausgleich in letzter Stunde höchst unwahrscheinlich; er setzt ein Maß von Nachgiebigkeit voraus, für das bisher weder auf der einen noch auf ber anberen Selte Anzeichen zu erblicken sind. Nimmt aber das Genfer Verfahren seinen Lauf, können Komplikationen kaum ausbleiben. Denn wenn der Rat die Empfehlungen des Dreizehner- ausschusses — unter Ausschluß der streitenden Parteien — einstimmig annimmt, haben sie d e n b i n» denben Charakter eines autoritativen Urteilsspruchs unb die Macht, die entgegen diesem Spruch zum Kriege schreitet, „wird ohne weiteres so angesehen, als hätte sie eine Kriegshandlung gegen alle anderen Ratsmitglieder begangen". Wird und kann Italien sich noch dem Genfer Spruch fügen und damit der Sanktionsgefahr entgehen? Oder wird die Einstimmigkeit im Rat durchbrochen, gewinnen die Mächte freie Hand, und wird bie Perspektive auf den „legalen", den „erlaubten" Krieg frei? Heute scheint weder das eine noch das andere im Bereich der Wahrscheinlichkeit zu liegen, scheint es mit der diplomatischen Niederlage Italiens nicht mehr sein Bewenden haben zu wollen. Welch ein Wandel! Wie ist er zu erklären? Die Lesart, ber französische Ministerpräsident Laval habe bei seinem Januarbesuck in Rom Mussolini jene berühmte „freie Hand" in Abessinien gewährt, die als (Entgelt für das Einschwenken Italiens in bie französische Frontstellung gedacht war, und er fei also an der Entfesselung des ganzen Un- Dlendfagvormiffag darüber beschließen, wann die Zählung einfehl. Es verlautet, daß man unter Umständen damit zu rechnen hat, daß die Zählung erst, dann beginnt, wenn die Nachwahl in dem Bezirk Wiehen-Iugnaten, die am 6. Oktober ftattfinbet, beendet ist. Ein Zufall, wenn das Wahlergebnis unverfälscht ist. Das Urteil des Sonderkorrespondenten der „Times". L o n b o n, 1. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter der „Times" in Memel sendet seinem Blatt einen Bericht, der Beachtung verdient, weil seinem Urheber keineswegs Mangel an Wohlwollen für die litauische Sache zugeschrieben werden kann. Der Bericht besagt u. a.: Die Erklärung der litauischen Regierung über eine künftig^ Aenderung des Wahlgesetzes wird die Entrüstung der Memeldeutschen schwer besänftigen. Die Deut- scheu glauben, daß es ein Zufall fein werde, wenn das Wahlergebnis die Wünsche ber Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Wie das Ergebnis auch aussehen mag, Beobachter des Wahlgeschäfts konnten nicht umhin, das Ueberge- wicht des deutschen Elements und die Stärke feines Anhanges wahrzunehmen. Die Mehrzahl der Besucher wundert sich, daß es nicht in den meisten Wahllokalen des Memellandes zu ähnUchsn Zwischenfällen wie in Jugnaten kam. liebevoll mußten die Leute stundenlang, in einigen Fällen zehn Stunden lang warten. In manchen Fällen ging die Wahl ruhig und ordentlich vonstatten, in anderen scheint völlige Verwirrung geherrscht zu haben. Leute, die es fertig brachten, für die 29 Kandidaten zu stimmen, für die sie stimmen wollten, waren nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Da ber Vorsitzende überall ein Litauer war, war der Verdacht unvermeidlich, daß die Verwirrung den litaui- schen Kandidaten zugute kam. Vertrauens- würdige Beobachter erklären, daß sie sahen, wie litauische Wähler durch Hintertüren eingelassen wurden, während die Deut* schenvorderverschlossenenVordertür Schlange standen. Auf jeden Fall würde es jetzt unmöglich sein, falls die Wahl gegen die Ein- heitsliste ausfällt, die Memelländer davon zu überzeugen, daß das Ergebnis die Wünsche ber Bevölkerung zum Ausdruck bringt. IfWg Das Programm für den Erntedanktag 1935 Ab 8.I spannen auszuräumen, aber wenn irgenb möglich, ordnuna den Verbraucherpreis fe st zuhalten. der and« und ausdauernde Krieger, die Strapazen er- zähe den letzten beiden Jahren ständig gestiegene Kaufkraft der Landwirtschaft. Die er- Eine britische Anfrage in Paris. England wünscht Zusammenarbeit mit Frankreich im Mittelmeer. aufgebaut, zwar zugunsten des Bauern alle spekulativen und überhöhten Handels- und Verteilungs- Daß die Maßnahmen der nationalsozialistiscken Agrarpolitik zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe richtig waren, beweist die in berg, Ohrdruf, 3 Aufklärungsslaffeln, 1 Staffel des Vefehlskampfgeschwaders, 3 Staffeln der Luflwaffenreferve, 1 Flugzeug G 38 der Deutschen Lufthansa, Flak.-Abt. IBolfenbütteL Schluß- Zeichen für die Gefechtsübung: eine Knallbombe. Gegen 13.00 Uhr: Der Führer begibt sich zur unteren Tribüne. Rede des Reichsbauern- führers Darrs. 3tc6e de« Führer«. Rationalhymne. Abschuß von 300 Fall- schirmbomben. Danach Beginn des Abmarsches der Teilnehmer zu den Bahnhöfen. Ab 19.00 Uhr: Abfahrt der Sonber- Züge. sches von den Quartieren und den Bahnhöfen. .00 Uhr: Auf dem Bückeberg Darbietungen durch Volkstanzgruppen, Sing- und Spielgruppen, Blaffen- chöre und Musik. 3 0 0 0 bäuerliche Trachtenträger bilden Spalier längs des Führerweges. Die Feldzeichen und Fahnen nehmen auf der Rednertribüne, Ehrenabteilungen der politischen Leiter, der SA. und SS. vor der oberen Tribüne Aufstellung. Eintreffen de« Führer« Empfang der Bauernabordnungen in Go«lar. 20.00 Uhr: Eintreffen des Führers in Goslar. Rach Abfchreiten einer Ehrenkompagnie des 3. Jäger - 32L (Böttingen begibt sich der Führer in die Kaiserpfalz. Überreichung der Ehrenbürger - Urkunde der Stadt Goslar durch den Oberbürgermeister der Stadt an den Führer. Empfang der B a u- ernaborbnungen burch ben Führer. 21.00 Uhr: Der Führer nimmt auf bem Balkon bet Kaiserpfalz ben großen Zapfe n st r e i ch, ausgeführt burch 3. 3ä- ger-3R. (Böttingen, ab. Großes Feuerwerk. Zielsetzung und Erfolg nationalsozialistischer Agrarpolitik Von Dr. Hermann heischte, Siabsamtsführer des Reichsnährstandes. England führt inIndien Krieg. London, 30. Sept. (DNB) Bei der seit etwa 14 Tagen andauernden britischen S t r a f e x p e - dition gegen aufständische Stämme an der Nordwestgrenze Indiens haben die britischen Truppen am Montagmorgen eine e r n st e Schlappe davongetragen. Eine englische Abteilung geriet m der Nähe des Nahakki-Passes im Mohmand-Gebiet in einen Hinterhalt. Sie hatte dabei an Toten und Verwundeten 13 0 Ausfälle. U. a. wurden zwei britische Offiziere getötet und zwei weitere verwundet. Insgesamt sind 15 000 englische Soldaten an den Operationen beteiligt, die mit Flugzeugen, Kavallerie, Tanks, Infanterie und Artillerie durchgeführt werden. ♦ Während die Augen aller auf das italienische Vorhaben in Abessinien gerichtet sind und die internationale Presse kaum noch für andere Ereignisse Aufmerksamkeit zu erzielen vermag, spielt sich in der Nordwestecke Indiens ein regelrechter Krieg zwischen britischen Truppen und Eingeborenen st ämmen ab. Nur hin und wieder ist über diesen Waffengang, der schon seit mehreren Wochen im Gange ist, etwas in die breitere Oeffent- lichkeit gedrungen. Zwar hat die britische Presse von Zeit zu Zeit Kriegsberichte veröffentlicht, aber doch mit merklicher Zurückhaltung. Man wollte eben nicht unnötig den Eingeborenen-Auf- stand und die von den Engländern eingesetzten Machtmittel zum Gegenstand internationaler Betrachtungen machen. Italien hat zwar versucht, die Aufmerksamkeit der Völker auf die britische Expedition zu lenken, um sich selbst zu entlasten, aber Glück hat es mit diesem Beginnen nicht gehabt. Dennoch verdient dieser indische Feldzug Beachtung, weil sich die Engländer genötigt gesehen haben, eine recht stattliche Streitmacht, ausgerüstet mit den modernsten Waffen, auf die Beine zu bringen. Sie sind der Eingeborenen, im Wesentlichen der Mohmands, bis heute nicht Herr geworden, obwohl man auf der gegnerischen Seite kaum moderne Waffen in genügender Zahl haben dürfte. Aber die nordwestindischen Stämme haben von jeher bewiesen, daß sie ihren Mann stehen. Sie haben den Engländern in der Bergangenheit sehr viel zu Berlin, 30. Sept. (ORB.) Für ben (Srntebanf- tag Ist folgenbes Programm vorgesehen: Samstag, ben 5. Oktober. 16.00 Uhr: Begrüßung ber Delegierten bes Reichsnährstands burch Reichsminister Dr. Goebbels im „(Beorgen- (Barten“ in Hannover in Anwesenheit bes Reichsbauernführers und Reichsministers Darre. 20.00 Uhr: Die Delegierten bes Reichsnähr- ftanbes besuchen bie Vorstellung bes Schauspiels „(Erbe“ von Rubolf Ahlers im Schauspielhaus zu Hannover. Ab 22.00 Uhr: (Eintreffen ber Son« berzüge auf ben Bahnhöfen Hameln, Afferbe, Tünbern, Grohnde, Emmerthal, Groß- unb klein - Berkel. Die Sonberzugteilnehmer werben, soweit sie bis Samstag früh vor 6 Uhr eintref- fenn, in Privat- unb Blaffenquartieren untergebracht, bie sich unmittelbar bei ben Zielbahnhöfen befinden. Sonntag, ben 6. Oktober. 7.00 Uhr: Beginn bes Aufmar- (Begen 12.00 Uhr: Auf bem Äunbgebungsgelänbe. (Eine Batterie feuert beim (Eintreffen bes Führers Salut Rach Abschreiten ber Ehrenkompanie bes A./3R. Braunschweig unb ber Ehrenabteilung bes Arbeitsblenstes vom Baukommando Bückeberg begibt sich ber Führer zur oberen Tribüne. Drei Knallbomben geben bas Zeichen zur (Eröffnung ber Kunbgebung. Während ber Sängerkreis Hameln ben Ehor „Segnung“ singt: Überreichung einer Erntekrone an ben Führer unb eines Erntekranzes an ben Reichsbauernführer. (Eröffnung^ - Ansprache bes Reichsministers Dr. Goeb - bels. Begrüßungsflug von sieben Staffeln ber Luftwaffe. Wäh- renb bes Vorbeiflugs spielen bie Blusik- torps ben Fliegermarsch bis eine Knallbombe ben Beginn der großen Gefechtsübung der Wehrmacht oerfünbet. Teilnehmenbe Truppen: A./3R. Braunschweig, A./3R. (Böttingen, 13./3R. Braunschweig, 14./3R. Braunschweig, III./AR. Hannover, 1. Batterie 3./AR. Hannover, 1 Rebelzug ber Arll.-Abl. Königsbrück, 1./2. RR. Paberborn, Pi.-Batt. 2Hlnben (zum Bau von Brücken über bie Weser), Pi.- Batt. Holzminden (zur Herrichtung des Gefechtsfeldes), 1 Krad. Schütz, ftp./ ftf. Abt. Münster, Panzer-Abt. Rürn- tragen können. Sie trieben zu Beginn ihres Aufstandes die Engländer soweit zurück, daß dies« schleunigst rund 15000 Mann aufbieten mußten, die aber noch nicht ausreichten, um den Aufstand resllos niederschlagen zu können. Wenn diese gewiegten britischen Kolonialkämpfer mit den nordwestindischen Stämmen nicht so rasch fertig werden, dann kann man sich ungefähr einen Begriff von dem machen, was den 250 000 Italienern, die ein 12-Millionen-Volk gegen sich haben, das dazu noch über Nachschubmöglichkeiten für Kriegsmaterial verfügt, bevorsteht. sehen möchte. Vielmehr ist anMtreben, daß die deutsche Ernährungswirtschaft auf allen Erzeugungsgebieten zu einem gewissen, aber in kritischen Zeitläufen nicht lebensgefährlich hohen Bedarf an Erzeugnissen fremder Landwirtschaf- t e n kommt. Die sinnvolle Zuteilung des Bedarfs art die Bauernstaaten um Deutschland, insbesondere des europäischen Ostens und Südostens, wird Deutschland politische Freundschaften gewinnen und der deutschen Industrie Ausfuhr- wege öffnen, wie das tatsächlich in den vorwiegend auf die Initiative des Reichsnährstandes hin abgeschlossenen Handelsverträgen und handelspolitischen Abmachungen der vergangenen Zeit bereits praktisch als möglich erwiesen ist. Die Markt- des Reichsnährstandes gewährleistet auf >eren Seite, daß diese Zufuhren so geregelt aufden inländischenMarkt kommen, daß eine Gefährdung der ordnungsmäßigen Zuteilung und des Preises für die deutschen Erzeugnisse niemals eintreten kann. schaffen gemacht und sind eigentlich niemals für längere Zeit ruhig geblieben. In diesem 'Augenblick eines in greifbare Nähe gerückten italienisch-abessinischen Waffenganges drängen sich gewisse Vergleiche auf. Auch die Engländer hatten offenbar angenommen, daß sie mit Tanks und vor allem mit Bombenflugzeugen sehr rasch die gewünschte Ordnung würden wieder Herstellen können. Sie hatten sich jedoch getäuscht. Denn in dem gebirgigen Gelände wußten die Aufständischen sehr gut in Deckung zu gehen, so daß die Bomben erfolglos explodierten. Außerdem sind die Mohmands Das gleichlautende Bekenntnis der Völkerbunds- treue enthalt ja in beiden Fällen durchaus verschiedenen Inhalt. Ist für Frankreich der Genfer Bund nur ein Mittel mehr zur Erhaltung des status quo, so gilt in britischen Augen, wie dieser Tage noch die „Times" auseinanderfetzte, der Völkerbund „stets als ein Werkzeug friedlicher Berichtigung von Ungleich, h e i t und nicht für die starre Verewigung des augenblicklichen Standes der Dinge". Kein Zweifel, daß die englische Politik in der Praxis mehr als einmal gegen diese Auffassung verstieß, und die Statuierung eines so offenkundigen Unrechtes durch Genf, wie es die „Verurteilung" Deutschlands im Frühjahr darstellte, ließ deutlich erkennen, bis zu welchem Grade sich England der französischen Döl- kerbundspolitik anschließen kann. Dennoch — der Wunsch Englands, von dem Genfer Bund nicht nur negativen Gebrauch zu machen, ist ein Faktum, das in der Einsicht von der Unvollkommenheit und Ungerechtigkeit der durch die Friedensdiktate geschaffenen „Ordnung und Sicherheit" Europas wurzelt. Aber gerade dieses Faktum versucht Herr L a - Dal jetzt zu Fall zu bringen. Keine Frage, daß er geschickt operiert hat. In dem Augenblick, in dem der erhoffte Gewinn aus der neuen französischitalienischen Bindung sich verflüchtigte und Englands Interesse an dem Funktionieren des Genfer Apparates wuchs, erkannte auch Laval seine neue — unverhoffte — Chance. Vielleicht konnte er, dem das Mißlingen des römischen Schachzuges schon innerpolitisch gefährlich zu werden drohte, mit einem größeren Erfolg, der festen Bindung Englands, nach Hause zu kommen und so das erreichen, worum sich seit 1919 seine Vorgänger ohne Erfolg gemüht hatten. Aus dieser Situation entsprang das französisch - englische Frage - und Antwortspiel um die Zukunft Europas, und damit wurde ein Thema berührt, das durch die ganze europäische Nachkriegspolitik, von den Entwürfen französisch-englischer Garantiever- träge der Jahre 1919 und 1922 über das Genfer Protokoll und die Generalakte bis zu den Paktkombinationen Barthous das Herzstück der französischen Politik gebildet hat: Frankreichs Sicherheit. Die Skrupellosigkeit und Unmoral, für eine sonst als selbstverständlich und geradezu heilig erhärte Sache, die Dölkerbundstreue Frankreichs, von England noch einen Preis zu verlangen, bedarf keines Kommentars. Jedenfalls hat England, um Frankreich in der abessinischen Frage bei der Stange zu halten, sich auf die Diskussion seiner Kontinentalpolitik eingelassen und Frankreich Rede und Antwort über sein Verhalten „im Falle einer Angriffshandlung in Europa" gestanden. Man muß hier zwischen der formalen, mehr juristischen, Problemstellung und iyren politischen Hintergründen unterscheiden, um die Tragweite der französischen Aktion zu erkennen. So oft Frankreich von Sicherheit und Frieden spricht, meint es ben Status quo, die durch die Friedensdiktate geschaffene ungerechte Macht- und Besitzlage in Europa, meint es die Stabilisierung und Sicherung dieser Welt von 1919 durch neue völkerrechtliche Garantien. So wurde die Sicherheit Frankreichs identisch mit der Sicherheit Europas. Diese völkerrechtlichen Siche- rungen und Garantien von England zu erhalten, hat sich Paris ebenso oft wie erfolglos bemüht. antworten. Keine andere Antwort würde England befriedigen, wenn es aufgefordert werden würde, als eine Hauptseemacht die Rolle des ersten P o l i z i st e n in dem drohenden italienisch-abessinischen Streit zu spielen. Hoffentlich werde wirtschaftlicher Druck gegenüber Italien ausreichen, doch sei dies nicht sicher. Auch sei nicht bekannt, welchen Schritt der Duce aus Verzweiflung tun würde, wenn der wirtschaftliche Druck seine Angriffspläne zu gefährden beginne. „Daily Telegraph" berichtet, in amtlichen französischen Kreisen sei zwar die Anfrage streng geheim gehalten worden, von zuverlässiger Seite verlaute aber, daß sie eine günjtige Antwort der französischen Regierung erhalten werde. Allerdings werde Paris wahrscheinlich versuchen, festzustellen, ob das Dorkriegssystem englisch-französischer Zusammenarbeit innerhalb des Rahmens des Völkerbundes wieder hergestellt werden könne. — „Morning Post^ schreibt, das Gesuch um Unterstützung der britisches Mittelmeerflotte durch französische Seestreitkrästs beziehe sich auf den Fall, baß ein Versuch, wirt* schastliche Sühnemaßnahmen gegen Jta* lien anzuwenden, zu Feindseligkeiten führen würde, daß z. B. ein italienisches Kriegsschiff nach Auferlegung wirtschaftlicher Sühnemaßnahmen durch den Völkerbund einetf Ihre« Amte« enthoben. Berlin, 30. Sept. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat heute die beiden Direktoren Holzmann und Has selb ach der Reichs- stelle für Tiere und tierische Erzeugnisse (Fleischversorgung) mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter enthoben. heblichen Aufträge, die die Landwirtschaft an Handwerk, Gewerbe und Industrie gegeben hat und bie sich aus einer vielfach sehr erheblichen Absatzsteigerung der einschlägigen Betriebe ergibt, beweisen, daß die Landwirtschaft in wirtschaftlicher Hinsicht endlich wieder festen Boden unter den Füßen hat. Auch der starke und immer noch nicht befriedigte Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften spiegelt diese Besserung der Kaufkraft deutlich wieder. Man muß bedenken, daß dieser Bedarf an Arbeitskräften beinahe völlig zusätzlicher Natur ist. Infolge dieses stark erhöhten Bedarfs an Arbeitskräften konnte die Landwirtschaft im vergangenen Jahr rund 200 000 bisher arbeitslose Volksgenossen aus der Stadt aufnehmen. Wie entscheidend wichtig aber gerade die Maßnahmen der nationalsozialistischen Agrarpolitik für die Daseinsbedingungen der Volksgenossen aller Schichten, Stände und Berufe ist, das beweist uns schlagend die Entwicklung der letzten Monate. Im Interesse der sicheren Durchführung der Arbeitsschlacht war es notwendig, eine möglichst große Menge Devisen einzig und allein zur Beschaffung industrieller Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Infolge der Maßnahmen der Erzeugungsschlacht war die deutsche Landwirtschaft in der Lage, die Lebensmitteleinfuhr aus dem Ausland bis auf ein verhältnismäßig geringes Maß zurückzufchrauben und dadurch die noch vorhandenen Devisenbestände für den Ankauf solcher Rohstoffe bereitzustellen, die zur Weiterführung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und zur Sicherung der wehrhoheitlichen Aufgaben unumgänglich notwendig waren. Es soll aber ausdrücklich betont werden, daß die deutsche Landwirtschaft diese Entwicklung niemals bis zu einer „Autark! e" geführt Wenn man jetzt wieder nach der Haltung Englands im Falle einer Angriffshandlung in Europa fragte, so steckt dahinter nicht eine besondere Friedensliebe, sondern ein neuer Versuch, England auf die französische Sicherheitspolitik festzulegen. Da Frankreich mit dem Status quo den „Frieden" identifiziert, also in diesem Sinne nie der Angreifer sein wird, hat es entscheidendes Interesse, gegen jeden Angriff auf die „europäische Ordnung" im Voraus einen möglichst automatisch funktionierenden Sanktionsapparat zustandezubringen. Deshalb die Zuspitzung der Frage auf die Angriffshandlung. Jede Gefährlichkeit, aber auch ihre absolute Negativität wird klar, wenn man andererseits berücksichtigt, daß Frankreich im Völkerbund eine Handhabe sieht, um jeden politischen Jnteressenkonflikt auf der Grundlage des Völkerrechts, d. h. also auf Grund der bestehenden Friedensdiktate zu entscheiden, die Genfer Satzung also indirekt zu einer Garantie des Status quo zu machen. Diese Problemstellung ist denkbar geschickt. Jeder Staat, der sich im Falle eines Jnteressenkonfliktes der „friedlichen Schlichtung", also der Anerkennung des Status quo nicht fügt, er mag in einem höheren Sinne noch so sehr im Recht fern, ist — der Angreifer, und der Sanktionsapparat gegen den „Störenfried" beginnt zu spielen. Daß die englische Politik sich ohne weiteres und in vollem Umfange vor den französischen Karren spannen lassen würde, war nicht zu erwarten. Es bedeutet eine sehr vorsichtige Einschränkung, wenn die „Times" meint, die englische Antwort müsse „jeden vernünftigen Franzosen" befriedigen, und Kritik könne nur aus den Reihen derer kommen, die immer noch unbeweglich unter dem Banner mit der sterilen Aufschrift „Status quo in Ewigkeit" stehen. Ganz offensichtlich glaubt also London, trotz der beruhigenden Zusage an die Pariser Adresse, freie Hand für das behalten zu haben, was Chamberlain kürzlich als die „Mission des gerechten Friedensmachers" für England in Anspruch nahm; in der Erkenntnis, daß der Frieden noch nicht vorhanden, vielmehr kommende Aufgabe — nicht zuletzt der englischen Politik — ist. In Paris indessen, und darin liegt die Gefahr, wird man die englische Antwort in einem anderen, negativen, Sinn deuten, womit man am Kern des Problems steht: England glaubt die Hände frei zu halten für die Zukunft, Frankreich glaubt es, in feinem Sinne, ebenfalls; — das ist die Konsequenz aus einem Geschäft, das um der abessinischen Frage willen aus Kosten Europas abgeschlo- sen wird. Nicht die Texte der Noten, die man schließlich ja auch „interpretieren" kann, sind es, die zuletzt über die neue französisch-englische Bindung entscheiden werden. Entscheidend ist, daß England sich auf eine Bahn begeben hat, die gefährlicher ist, als man sich in London unter dem Eindruck eines Augenblicksgewinnes vielleicht eingestehen mag. Erst später wird sich Herausstellen, mit welcher Hypothek man die europäische Zukunft belastet hat. D. A. Um die vom Führer gestellten ernährungspolitischen Aufgaben zu lösen, war es zunächst notwendig, das Bauerntum, die Ernährungswirtschaft aus der spekulativen und kapitalisti- schen Marktwirtschaft auszugliedern. Heute kann man feststellen, daß diese Ausgliederung in einem jo revolutionären Tempo und in einer solchen Vollständigkeit gelungen ist, daß die Wirtschaftsgeschichte diese Entwicklung wahrscheinlich einmal als kaum faßbar hinstellen wird. Erst nach dieser Ausgliederung konnte mit der Neuordnung des landwirtschaftlichen Marktes begonnen und dadurch die wirtschaftliche Rettung des Bauerntums sichergestellt werden. Damit aber war wiederum erst die Grundlage für die Lösung ber weiteren Aufgabe aeschaffen, nunmehr bie Erzeugung ber deutschen Landwirtschaft in ben einzelnen Zweigen n a ch b e m B e b a r f bes beutschen Volkes auszurichten. In ben Zeiten bes früheren Konjunkturwahnsinns unb des eigennützigen Profitwillens war die deutsche Agrarerzeugung völlig verzerrt worden und als Folge davon eine weitgehende Abhängigkeit vom Ausland in ernährungspolitischer Hinsicht eingetreten. Die Nahrungsfreibeit Deutschlands zu erringen, war darum eine ber entscheidendsten Aufgaben der Ernährungswirtschast, durch die erst die vollkommene politische und wirtschaftliche Handlungsfreiheit ber nationalsozialistischen Staatsführung gewährleistet wurde. Die vollkommen ausreichende Brotgetreideerzeugung, die restlose Befriedigung des Kartoffelbedarfes, das Steigen der Eigenerzeugung bei Butter unb ber Anbau- Kiffern für heimische Oelsaaten, ber Rückgang in ber Verwendung von Futtermitteln ausländischer Rohstoffgrundlage, bei gleichzeitiger Steigerung der Vieh-, Milch-, Fleisch-, Eier- und Fetterzeugung, auch bie Wiederbelebung der Schafzucht unb schließlich bie Überraschen!) hohe Steigerung des Anbaues von Gespinstpflanzen beweisen, daß die Landwirtschaft ihre Erzeugungspolitik den wirtschaftlichen Bedürfnissen des ganzen Volkes a n p a ß t. Allerdings würde die Landwirtschaft niemals zu einer solchen Aktion fähig gewesen sein, wenn nicht durch die Marktordnung und durch die F e ft - Preisgesetze eine gesunde Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe gewährleistet worden wäre. Doch wurden all diese Maßnahmen von dem sozialistischen Grundsatz des Gemeinnutzes beherrscht und die Marktordnung nach den Richtlinien London, l.Okt. (DNB. Funkspr.). Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet, daß die britische Regierung die Anfrage an die franzö- ische Regierung gestellt hat, ob sie auf ranzösische Unter st Ützung rechnen kann ür ben Fall, baß eine Spannung im Mittelmeer zu einem Angriff auf bie britische Flotte führen würde, b. h. ob bie französische Regierung bereit ist, § 3 bes Artikels 16 ber Völker- bundssatzung sofort wirksam zu machen. (§ 3 bezieht sich auf gegenseitige Unterstützung ber Völkerbundsmitglieder bei Maßnahmen gegen einen Staat, ber bie Völkerbundssatzung verletzt hat.) Der „Times"-Kvrrespondent fährt fort: Es ist wichtig, sich barüber klar zu fein, baß biefe Frage keineswegs ein inbivibuelles britisches Vorgehen im Mittelmeer ober sonst wo annimmt. Sir Samuel Hoare hat es schon reichlich klar gemacht, baß Großbritannien künftig nicht mehr und nicht weniger tun wird, als ihm als treues Mitglied des Völkerbundes obliegt. Der einzige Zweck ber Anfrage ist eine Zusicherung, baß ein plötzlicher unb nicht herausgeforderter A n - griff Großbritannien n i cht in einem isolierten Zustanb treffen mürbe. „News Chronicle" schreibt, es handele sich um eine faire Anfrage unb es sei erfreulich, baß die französische Regierung bereit sei, sie mit Ja zu be- Name Wohnort Straße >genau Senden Sie mir kostenlos und portofrei ein Exemplar der ausführlichen Darstellung des Fermentationsprozesses. die Firme H.F.&Ph.F. Reemtsma, Altona-Bahrenfeld Postfach 21 II III IV V VI bunte Kuh", „Aus der Jugendzeit" (zu (einem bU. Geburtstag), „Die Witwe von Ephesus(1929) und „Frühling in Nervi (1930). Lustkreis Luftkreis Luftkreis Lustkreis Luftkrei» Luftkreis In dem" kürzlich erschienenen Uebersichtsartikel über d i e B e f eh l s g e w alt in der Wehrmacht find in der Aufstellung über die Befehls- gewalt in den Luftkreisen zwei Fehler zu berichtigen: Befehlshaber im Lustkreis III ist der General der Flieger Wachenfeld. Generalleut, nant Zander Befehlshaber im Lustkreis VI. Die einzelnen Luftkreise lauten also: - — • I = Königsberg i. Pr, Generalmajor Schweickhardt; Berlin Generalleutnant Kaupisch; = Dresden General der Flieger Wachenfeld; — Münster Generalleutnant Halm; = München i. B. Oberst Felmy; — Kiel Generalleutnant Zander. Da- hessische HaushattSgeseh für das Rechnungsjahr 1935. LPD. Darmstadt, 30. Sept. Im Hessischen Regierungsblatt Nr. 15 wird das Haushalts« aefetz für das Rechnungsjahr 1935 vom 25. August verkündet. Der diesem Gesetz als Anlage bcigesügte Staatshaushaltsplan sür das Rechnungsjahr 1935 wird tm ordentlichen Haushalt irt Einnahme und Ausgabe auf 94 372187 Mark, im außerordentlichen Haushalt tn Einnahme und Ausgabe auf 7 159 364 Mark festgestellt. Für die Stellenpläne und die sonstigen An- sähe gelten die aus der Anlage zum Staatshaushaltsplan ersichtlichen Einschränkungen und Änderungen. Die Steuern und sonstigen Abgaben werden ebenso wie die übrigen »m Staats- Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1935 aufge- führten Staatseinnahmen nach den bestehenden oder ergebenden gesetzlichen oder verordnungsmaßigen Bel immunsen erhoben. Zur Deckung der tm außer- mdentticken Haushalt vorgesehenen Vermöge ns- n u « o a b e n — soweit ste aus den tn diesem Teil ^in Abänderung des Artikels 5 III des Ge- fttzes über das Straßenwesen in Hessen vom Die Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte. Auf der zweiten Tagung des Reichs bundes für deutsche Vorgeschichte in Bremen fanden eine Reihe von bedeutsamen Veranstaltungen statt in deren Mittelpunkt der Vortrag des Bun- dessührers Professor Dr. Reinerth über „Vol- kische Vorgeschichtsforschung — eine Antwort an ihre Gegner" stand. Professor Reinerth eröffnete seine Ausführungen mit einem Gedenken an Gustaf Kosfinna, den verstorbenen Altmeister der deutschen Vorgeschichte, der sein Lebenswerk der Erforschung der Kultur unserer Vorfahren gewidmet hat. Dann ergriff Professor Reinerth das Wort zu einer grundsätzlichen Abrechnung mit den Gegnern der völkischen Vorgeschichte An chließend i'nrach Prof Dr. Voigtlaenoer (Berlin) über Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht". Er gab richtungweisende Gedankengänge über die neue fiorm der Geschichtsbetrachtung, wie sie der nationalsozialistischen Weltanschauung entspreche. Pro- fessor Reinerth gab bekannt, daß ein Kosin n a - P r e i s von 1000 Mark für die beste Leistung auf vorgeschichtlichem Gebiet alljährlich verliehen werden solle. Außerdem verkündete der Bundesführer ein Preisausschreiben für das Jahr 1936 von 4000 Mark für die beste volks- tümlicke Erzählung aus dem Leben unserer Boraten und von weiteren 4000 Mark für die beste bildmäßige Darstellung über das gleiche Thema. Ferner wurde zum ersten Male der Ehrenring des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte an fünf ältesten Mitkämpfer des verstorbenen Altmei- sters, Gustaf Stoff Inna, verstehen: und zwar an Robert Beltz, an Alfred Göetze, an M. M. Lienau, Conrad Paape, Georg Wilcke. Gaupressechef pg. Woweries nach Berlin berufen. Frankfurt a. M., 30. Sept. (LPD.) Im Rahmen der gestern in Frankfurt a. M abgehaltenen I Führertagung aller Gliederungen und For- mationen des Gaues gab Gaupresseamtsleiter Hauptschristleiter Pg. Woweries nach der Er- stattung eines abschließenden pressepolitischen Lageberichtes seine durch den Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Pg. Dr. Ley erfolgte Berufung in die Reichsleitung der Partei bekannt. Gauleiter und Reichsftattyalter Pg. Sprenger ging bei dieser Gelegenheit in anerkennenden Wor- ten auf die bisherige Arbeit des Gaupressechefs ein und stellte fest, daß sich aus dem Auftrage, den er dem Pg. Woweries bei der Gründung des Gau- Presseamtes gegeben habe, eine Arbeit herausgebil-1 det hat, die schließlich eine geradezu körperliche Robustheit zur Erfüllung der zahlreichen Aufgaben erforderlich gemacht habe. Der Gauleiter verband im Namen des ganzen Gaues mit dem Dank für I die nach feiner Feststellung „lOOprozentigen Erfüllung feiner seitherigen Aufgaben' den Wunsch: daß Pg. Woweries auch im Rahmen der Reichsparteileitung ebenso erfolgreich arbeiten möge, wie ihm das im Gau Hessen-Nassau gelungen sei... Kunst und Wissenschaft. Rudolf presber gestorben. Rudolf Presber ist in der letzten Nacht um 24 Uhr im Alter von 68 Jahren im St.-Josefs- Krankenhaus in Potsdam plötzlich geftorben. Er hatte sich einer Bruchoperation unterziehen müssen, die auch gut verlaufen war. Presber befand sich nach der Operation in bester Stimmung, bis gestern Herzschwäche eintrat, die zum Tode führte. London, 30. Sept. „Evening Standard" meldet daß italienische Truppen 3 2 Kilometer über feie provosorische abessinische Grenze in der Nähe von Französisch-Somaliland vorge - rückt seien. Die italienischen Truppen hätten das Dreieck zwischen dem Gebirge und Französisch-Somaliland besetzt. Auf Grund der Berichte über den italienischen Vormarsch habe der Befehls- Haber der französischen Truppen in Dschibuti sofort Sachverständige ausgesandt, um die Grenze auf einer Strecke von 40 Kilometer m i t Pfählen z u markieren. Diese Sachverständigen seien von einer Abteilung Senegaltruppen begleitet gewesen. Als weitere Vorsichtsmaßnahmen seien 50 französische Flugzeuge zu einem 24stündigen Erkundungsflug aufgestiegen. Cs werde vermutet, daß das Ziel des italienischen Vorgehens die Stadt Du an le fei, die etwa 16 Kilometer von der Grenze von Französisch-Somaliland entfernt liegt. Die Grenze an der Stelle des angeblichen italienischen Vormarsches sei nicht genau festgelegt. Gibraltar in Verteidigungszustand. nicht herausgeforderten Angriff auf ein bri« tisches Fahrzeug unternehmen werde. Die Franzosen würden ersucht, ihre Flo11enstütz - punkte im Mittelmeer der britischen Flotte xur Verfügung zu stellen. Die britische Flotte müsse sich nötigenfalls auch auf die aktioeUnterstützungder französischen Flotte verlassen können. In gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß die französische Antwort „Ja" lauten werde, daß sie aber zualeich mit einem Ersuchen verbunden sein würde, den Grundsatz sofortigen Beistandes in offensichtlichen Fällen nicht herausgeforderter Angriffe auch auf britische Verpflichtungen auf dem europäischen Festland, wie z. B. die Locarno-Verpflichtun- gen, anzuwenden. Abessiniens Mobilmachung vor der Tür. Addis Abeba, 30.Sevt. (DNB.) Die Plakate mit dem Aufruf zur allgemeinen Mobil- madjung liegen bereits (eit einer Woche fertig gedruckt in der abessinischen Staatsdruckerei. Die Bekanntgabe wird davon abhängig gemacht, wie der Völkerbund auf das Telegramm des Negus vom Sonntag reagieren wird. In Zentralabessinien schreitet Die Teilmobilisierung fort. Aehnliche Meldungen laufen aus den Grenzprovinzen ein. Die Stimmung ist aufs äußerste gespannt. Eingeweihte Kreise behaupten, daß die allgemeine Mobilmachung noch im Laufe dieser Woche verkündet werde, da sich die Anzeichen für einen für die nächste Woche geplanten italienischen A n - griff häufen. Der Völkerbund soll dem Kaiser bereits mitgeteilt haben, daß er unter den von Abessinien geschilderten Verhältnissen gegen eine allgemeine Mobilmachung angeblich nichts einzürn e n d e n habe, da diese zur Landesverteidigung notwendig sei. Rücken italienische Truppen bereits vor? Paris, 1. Okt. (DNB.-Funkspruch.) „Temps" berichtet über die in Gibraltar getroffenen Sicherheitsoorkehrungen. Die militärischen Vorbereitungen feien Tag und Nacht im Gange. Auf dem Berge feien 50 F lu g a b w eh r - B a 11 e - r i e n aufgestellt worden. Um die Beförderung von Waffen und Munition — darunter solche schweren Kalibers — zu beschleunigen, habe die Militärbehörde von Privatfirmen 40 Lastkraftwagen ge- mietet. Der Nordkai des Kriegshafens fei mit mehreren Batterien gespickt worden. Jedesmal, wenn ein italienisches Schiff, gleichviel ob Personendampfer oder Frachtdampfer vorbei fahre, laufe ein britischer Minensucher aus und stelle Nachforschungen nach etroa ausgelegten Minen an. Die Bevölkerung in Gibraltar fei vollkommen ruhig. 9m Str ah end ud falle die Zahl der Uniformen auf. Die Zisternen von Gibraltar — die bei einem Luftangriff leicht hätten vergiftet werden können —, brauchten für die Trinkwasfer-Derforgung nicht herangezogen zu werden, da man vor einigen Monaten zwei Trink- mafferbrunnen entdeckt habe. Fünf Italiener ans Malta ausgewiesen London, 1. Okt. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Malta: Vier Italiener find am Montagabend aus Malla ausgewiesen worden, und einem fünften, der sich gegenwärtig in Italien aus- hält, wird es nicht wieder gestattet, zuruckzukehren. Die Ausgewiesenen sind der Sekretär der ltaliem- schen Faschisten in Malta, der Dirigent des Philharmonischen Orchesters von La Valletta, beide sind mit Malteserinnen verheiratet und bte beiden Söhne 'des Kommendatore Maccone, eines hervorragenden italienischen Geschäftsmannes tn Malta, der sich gegenwärtig in Italien aufhalt, und dem selbst die Rückkehr nicht mehr gestattet wird. Ihre Mutter ist Malteserin und beide sind tn Malta geboren. — Reuter sagt, die Maßnahme sei miwe, da sich die fünf Italiener durch ihre Tätigkeit Gefängnisstrafen ausgesetzt hätten. Es handle sich um eine Maßnahme zur Säuberung der Insel auf der feit mehreren Jahren 6 p i o n a g e u n b Pr opa- ganba zugunsten Italiens sehr lebhaft betrieben worden seien. Rudolf Presber wurde am 4. Juli 1868 in Frankfurt a. M. als Sohn eines Oberlehrers geboren. Seine Mutter stammte aus einer altbekannten Frankfurter Weinhandlung, fein Großvater väterlicherseits regierte als Bürgermeister in Rü- desheim. Diese „Weinverbundenheit" hat sich in Presbers ganzem Wesen und Schaffen bemerkbar gemacht. Wein und Fröhlichkeit, rheinischer Humor und frankfurterisch-liebenswürdiger Sarkasmus waren die Grundlagen feiner Lebenseinstellung, feiner Erfolge seiner Beliebtheit. Presber begann (eine schriftstellerische Tätigkeit als Feuilletonredakteur des Frankfurter Generalanzeigers, später Übernahm er in Berlin die Feuilletonredccktion der „Post' und 1910 die Leitung von „Ueber Land und Meer" und der „Lustigen Blätter". Schon 1892 waren (eine ersten Gedichte unter dem Titel „Leben und leben lassen" erschienen — wie er selbst sagt „viel zu früh gedruckt, viel zu sorglos zusammengestellt In gemeinschaftlicher Arbeit mit Kadelburg, d. Sch önth al und Leo W. Stein entstanden erfolgreich aufgesührte Lustspiele wie: „Der dunkle Punkt", „Die selige Exzellenz", „Das Urteil des Paris, „Marie Antoinette". Don den vielgelesenen und zahlreichen humoristischen Prosaschriften Presbers sind die bekanntesten „Don Leutchen, die ich lieb gewann", „Von Kindern und jungen Hunden", „Die Zimmer der Frau von Sonnenfels", „Die ---- ,Aus der Jugendzeit" (zu feinem 60. 15. 9im 1926 wird ein Zuschuß des Staates, zu den Kosten der Unterhaltung der Provinzial st ratzen auch für das Rechnungsjahr 1935 nicht eingestellt. Die Kanzlei- und Bürogehilsen, die vor dem 1. April 1930 in den Staatsdienst eingetreten sind und nach den Vergütungssätzen A 9 der Hessischen Besoldungsordnung vom 30. März 1928 bezahlt werden, können, wenn ihre Stellen dauernd erforderlich sind, nach einer zehnjährigen Beschäftigung im Staatsdienst und nach Vollendung des 30. Lebensjahres planmä-I ßig an gestellt werden. Erzeugnisse staatlicher 21 n ft alten und Unternehmen können den bei diesen beschäftigten Beamten und Be- diensteten für den eigenen Bedarf unter Zugrundelegung des wirklichen Wertes oder der laufenden Preise ab geben werden, insoweit diese Erzeugnisse im eigenen Betrieb nicht benötigt werden." Oie Befehlshaber in den Lustkreisen. billig 6181D Ruf 2145/2146 5582 A M. Liebler Asterweg 16. Möbelhaus Gießen,Wiesenstr.ß Pelzwaren Pelrrevaratnren fefion was (feines, so ein ^Dauerbrandofen! — sind stets äußerst billig bei eiieD J. B. HÄUSER, GIESSEN AM O SWALDSGARTEN Web- Unterricht a. einfach.Web- i ahmen. sso«n C.Röhr&Co. Nur einmal am Tage braucht man nachzulegen und die ganze Wohnung ist so schön mollig warm und der Brennstoffverbrauch ist wirklich klein! Allerdings - nicht jeder Dauerbrandofen ist so vorzüglich, es gibt auch da solche und solche. 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Eines der größten Industrieunternehmen Europas, die Henschel & Sohn AG. in Kassel, konnte in diesem Jahre auf das 125jährige Bestehen zurückblicken. In der Lokomotivrichthalle grüßen die Flaggen der verschiedensten Nationen. Im Vordergrund steht unter einem roten Baldachin, mit den Nationalfarben des Deutschen Reiches und der Republik Chile geschmückt, die Jubiläumslokomotive, eine 2D2-Lokomotive, die heute an die chilenische Staatsbahn übergeben wird. Direktor Fichtner weist auf die Leistungen des Unternehmens hin, die im Jn- und Auslande Zeugnis ablegten von der Kraft dieses deutschen Unternehmens. Im Auftrage des Generaldirektors übermittelte Ministerialdirektor Dr.-Jng. e. h. A n g e r die Glückwünsche der Deutschen Reichsbahn. Staatsrat Gauleiter W e i n r i ch sprach dem Werk die Glückwünsche der Partei aus. Nachdem Regierungspräsident von Monbart die Glückwünsche des Reichswirtschaftsministers und des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen übermittelt hatte, überbrachte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die herzlichsten Glückwünsche des Führers und Reichskanzlers. Kraft und Energie, so führte Dr. Ley u. a. aus, haben die Geschichte Deutschlands gemacht. Auch die Männer dieses Werkes haben zäh zu sein und nicht nachzulassen. Der Mensch kann alles, wenn er will und wenn die Menschen Zusammenhalten. Der einzelne ist nichts. Er kann dem Schicksal nur trotzen in der Einheit als Soldat der Arbeit. Der Inhaber der Henschelwerke, Oskar Henschel, dankte für die ihm zuteilgewordenen Ehrungen. Er machte dann davon Mitteilung, daß die Henschelwerke aus Anlaß des Jubiläums den Gefolgschaftsmitgliedern besondere Zuwendungen machen werden. Auch die Veteranen der Arbeit werden einen Jubiläumsbeitrag erhalten. Beifällig begrüßt wurde die Mitteilung von der Einrichtung einer Pensionskasse in neuer Form. Ferner habe das Werk die Einrichtung einer Siedlung in Aussicht genommen und für 100 Siedlerstellen in Heckershausen bei Kassel den Grundstock geschaffen. Der Stadt Kassel werden Mittel zur Errichtung eines Kinderhortes für 200 Kinder zur Verfügung gestellt werden. Die Schaumwein-Industrie hilft dem Winzerstande. Dem Aufruf des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Weinbauerzeugnissen entsprechend, der die Unterbringung der bei den Winzern noch lagernden unverkauften Bestände an 1934er Weinen noch vor der neuen Ernte beabsichtigte, hat die deutsche S ch a u m w e i n i n d u st r i e über eine Million Liter 1934er Weine käuflich übernommen, um auf diese Weise dem Winzerstand zur Beschaffung von Faßraum für die neue Ernte zur Seite zu stehen. Die Umsätze in Schaumwein sind nach wie vor befriedigend. Vor- oussichtlich wird in diesem Jahr erstmalig die Vorkriegsverbrauchsziffer von 12 Millionen Flaschen in Deutschland überschritten werden und 13 Millionen erreichen. Eine Reihe deutscher Schaumweinkellereien hat neuerdings den Vertrieb von V i e r t e l f l a s ch e n mit 200 ccm Inhalt ausgenommen. Diese kleinen Flaschen haben sich für viele Fälle als nützlich erwiesen. Zwei gefährliche Wilderer unschädlich gemacht. Längere Zeit hindurch konnte in den Waldungen des Nassauer Landes eine Milde verbände zum großen Verdruß der weidgerechten Jäger ihr Unwesen treiben, ohne daß es gelang, die Täter zu fassen. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich schließlich gegen den 50jährigen Eugen Moser aus Biebrich. Als dieser in einer der letzten Nächte durch Kriminalbeamte verhaftet werden sollte, gab er mehrere Schüsse auf die Beamten ab, ohne jedoch zu treffen. Dann jagte er sich selbst eine Kugel in den Kops, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. Tags darauf konnte auch Mosers Komplize, der 52jährige Friedrich Wagner aus Rauenthal, * fest genommen werden, der bei seiner Vernehmung zugab, zusammen mit Moser gewildert zu haben. In einem zum Hause Wagners gehörigen Schuppen fand man Gewehre, im Hause Mosers kamen bei einer Durchsuchung ebenfalls Jagdgewehre und größere Mengen Munition zum Vorschein. Außerdem fand man in einem Holzoerschlag sieben Säcke, die noch Schweiß und Wildhaar aufwiesen. Lin Stier greift einen Omnibus an. Zwei Bauersleute in Bad Kreuznach, die einen Stier führten, passierten dieser Tage die Rüdesheimer Straße. An der Weinbauschule, wo sich die Omnibushaltestelle befindet, wurde der Stier plötzlich wild und ging auf einen der roten Omnibusse los. Die Wageninsassen wurden in eine panikartige Stimmung versetzt. Der Stier rannte mit seinen Hörnern die Hinterwand des Wagens ein. Nur dadurch, daß der Wagenlenker das Fahrzeug in Bewegung setzte, konnte weiteres Unheil verhütet werden. Mit Mühe gelang es, den Stier zu beruhigen und weiterzuführen. Ein Tiger ausgebrochen. In Bad Mergentheim sprang in der Sonntagabendvorstellung eines Zirkus bei der Vorführung von fünf Tigern plötzlich ein Tiger gegen ein Eisengitter und brach die Gitter st äbe auseinander. Mit, einem Satz sprang er durch die Oeffnung, setzte quer über eine Loge hinweg und, flüchtete durch den Hauptausgang. Ein vor dem Zirkus stehender 30 Jahre alter Mann wurde von dem Tiger mit den Pranken am Ge- n i ck gepackt und gegen einen Zaun geworfen. Der Mann erlitt schwere Wunden und mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Der Tiger flüchtete weiter, konnte aber nach Verlauf von etwa Dreiviertelstunden von dem Dompteur in der Nähe der Tauber wieder eingefangen werden. Der Ausbruch des Tigers löste bei den Zuschauern einen Schrei des Entsetzens aus, doch konnte die Vorstellung, nachdem das Publikum sich von seinem Schrecken erholt hatte, weitergeführt werden. Schwere Bluttat in Davos. Auf der Promenade in Davos-Platz wurde der 46jährige Erich H ö l k e n aus Wuppertal von dem 37jährigen Walter B ö t h k e aus Hannover durch sechs Dolchstiche getötet Böthke, der seit kurzer Zeit als Dolontärarzt in einem Davoser Sanatorium tätig ist, gibt an, früher in der Pension von Hölken gewohnt zu haben. Der Täter behauptet, der Hölken sei unberechtigterweise auf ihn eifersüchtig gewesen und habe sich auf ihn gestürzt, als er ihm dieser Tage auf der Straße begegnete. Er, Böthke, habe sich in Notwehr befunden, als er den Angriff Hölkens mit dem Stilett abwehrte. Er habe das Stilett schon seit einiger Zeit mit sich geführt, da er sich bedroht gefühlt habe. Der Täter stellte sich sofort der Polizei. Acht Menschen bei einem Explosionsunglück in Ehikago verbrannt. Im Erdgeschoß einer dreistöckigen Mietskaserne in Ehikago ereignete sich eine Explosion, die die Umgebung weithin erschütterte und im ganzen Stadtgebiet zu hören war. Das ganze Gebäude war in wenigen Sekunden in Flammen gehüllt. Acht Menschen, darunter vier Kinder einer Familie, verbrannten. Acht weitere Personen, die aus den Fenstern sprangen, wurden verletzt. Die Ursache des Explosionsunglückes ist unbekannt. Raubmord im D-Zug Bukarest-Paris. Zwischen den Stationen Admont und Frauenberg im Ennstal wurde Sonntag morgen eine weibliche Leiche aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Frau ein Opfer eines Raubmordes im D-Zug Bukarest — Paris wurde, der 0.30 Uhr die Station Admont passiert. Auf Grund des Reisepasses in der Handtasche konnte die Tote als die 50jährige Frau Maris Farca- s a n u , Leiterin der Kunstgewerbeschule in Bukarest, festgestellt werden. Die Fahrkarte und Barmittel fehlten. Der Täter ist vermutlich ein rumänischer Student: er reiste mit einem Studentenausweis, dssien Nummer beim Grenzübertritt vom österreichischen Schaffner aufgezeichnet worden war. Der Student ist verschwunden: man glaubt, daß er den Zug bereits in Innsbruck verlassen hat. Riesiges Schadenfeuer in römischen Filmwerkstätten. Ein schweres Schadenfeuer hat in einer der letzten Nächte die Aufnahmeanlage der größten italienischen Filmgesellschaft Eines heimgesucht. Der Schaden soll sich auf über zehn Millionen Lire belaufen. Das Feuer brach aus bisher unbekannten Gründen in einem der beiden großen Aufnahmeräume aus, in denen noch bis in die späten Abendstunden Aufnahmen für zwei neue italienische Großfilme gedreht wurden. Neben den beiden großen Szenen-Theatern wurden zahlreiche Apparate, wertvolles technisches ZÜbehör sowie kostbare antike Möbel zerstört, die für die Filme ausgeliehen waren. Darunter befanden sich ägyptische Möbel, die man eigens aus Alexandria hatte kommen lassen und deren Wert sich Allein auf 400 000 Lire beläuft. Ferner wurden sämtliche Tonfilmanlagen ein Ra u d der Flammen. Zwei riesige.Schuppen mit Bühnendekorationen und Kostümen wären ebenfalls nicht mehr zu retten. Nach stundenlangen Bemühungen gelang es der Feuerwehr, eine Ausdehnung des Brandes zu verhindern. Da der Wind günstig stand, konnte wenigstens das Filmlager gerettet werden. Die beiden großen Theater sind vollständig heruntergebrannt. Das einzige, was den Flammen entrissen werden konnte, ist eine alte indische Buddhafigur im Werte von 150 000 Lire, während eine andere gleichwertige Figur durch die Flammen vernichtet wurde. Ganz besonders beklagt man den unersetzbaren Verlust der kostbaren alt- ägyptischen Möbel. Die großen Filme, deren Hauptszenerien zerstört wurden, werden sofort in anderen Szenen weitergedreht. • Schwere Bluttat während einer Gerichtsverhandlung in Graz. Eine S ch r e ck e n s s z e n e, wie sie sich ähnlich in Oesterreich noch nicht ereignet hat, trug sich während einer Verhandlung vor dem Grazer Landesgericht für Strafsachen zu. Angeklagt war wegen Grabschändung und gefährlicher Drohung ein gewisser Ftanz ©ci Heber. Plötzlich zog er eine neunschüssige Armeepistole und eröffnete auf das Gericht und die Zeugen ein förmliches Schnellfeuer. Der Richter, Oberlandesgerichtsrat Dr. P e i s i n g e r, der hinter dem Gerichtstisch Deckung genommen hatte, wurde von einer Kugel, die das Holz durchschlug, durch einen Schenkelschuß schwer verletzt. Die Schüsse auf den Staatsanwalt gingen fehl. Dagegen wurden zwei Zeugen, der Btriebs- direktor des Grazer Landeskrankenhauses Ludwig Pfeifer und die Gattin des Grazer Militärvber- intenbanten Pechaczek, lebensgefährlich verletzt. Sie hat einen Nierensteckschuß erhalten: an ihrem Aufkommen wirb gezweifelt. Die letzte Kugel ber Pistole jagte sich ber Angeklagte selbst in den Kopf. Er starb kurz nach'seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Geisseber war früher im Grazer Landeskrankenhaus beschäftigt. Aus Rache wegen seiner Entlassung hatte er bas Grad des Sohnes des Betriebsdirektors Pfeifer geschändet. 225 Todesopfer des Taifuns in Japan. Die durch den Taifun verursachten Verluste der japanischen Flotte bei den Manovern betragen insgesamt 6 3 Tote und Vermißte. Die Marineleitung gibt an, daß die Zerstörerflottille in einen Taifun geriet, der mit 35 Sekundenmetern dahinbrauste. Die Gesamtverluste in ganz Japan durch Taifun und Ueberschwemmung betragen 2 2 5 T o t e, 348 Verletzte und 175 Vermißte. 70000 Häuser wurden überflutet. Englischer Lord als Dieb und Scheckfälscher verurteilt. Der 29jährige Lord Edward Montagu wurde von einem Londoner Gericht wegen Diebstahls und Fälschung eines Schecks zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Lord Edward Montagu hatte als Sekretär einen auf seine Arbeitgeberin ausgestellten Scheck über 17 Pfund Sterling mit einer gefälschten Unterschrift versehen und eingelöst. ßort> Edward Montagu ist der Sohn des Herzogs von Manchester, der schon häufig mit den Gerichten in Konflikt geraten ist. Lord Edward Montagu ist regelmäßig Besucher zweifelhafter Nachtklubs gewesen. Anfang dieses Jahres hatte er vergeblich versucht, in die französische Fremdenlegion einzutreten. Die einst sehr wohlhabende Familie des Her- zogs von Manchester, die zum englischen Hochadel zählt, ist heute völlig mittellos. Kunst und Wissenschaft. Pfihner-Urausführuag in Hamburg. Die Reihe der Hamburger Konzerte des Berliner Philharmonischen Orchesters wurde mit einem großartigen Auftakt eröffnet. In einer Loge hatte Hans P f i tz n e r Platz genommen, um der Uraufführung seines Cello- Konzertes beizuwohnen. Am Pult stand Wilhelm Furtwängler. Pfitzners neues Werk, das „Konzert in O-Dur in einem Satz für Violineello und Orchester, op. 42" bedeutet eine schone Überraschung. So abgeklärt und erfüllt hat man Pfitz- ner noch nie erlebt. Der dreiteilige Aufbau entwickelt sich aus der Führung des Soloinstruments. Nach zwei Paukentakten setzt das Cello ziemlich ruhig und schwebend mit dem ersten Thema ein, bas von bem Orchester übernommen wirb unb sich halb mit bem zweiten Thema verbindet, um bann in einer Kabenz zu schließen. Der zweite Teil beginnt langsam, wirb von Triolen belebt unb geht in ein Orchesterzwischenspiel über, bas in einem Fugato gipfelt. Der britte Teil setzt mit bem ersten Thema ein, bis ein neues Thema erklingt, bas nach freier Durchführung roieber bem Hauptthema Platz wacht. Es klingt in einer wunderbar vergeistigten Stimmung aus. Den Soloteil hatte Gaspar C a s - I a b o übernommen, bcffen schlechthin meisterliches Spiel bie Schönheit bes Werkes zur Geltung brachte. Psitzner würbe von spontanem Beifall be- grüßt unb mußte sich neben Furtwängler und Cassado immer wieder verneigen. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während sich im Azorengebiet das Hochdruckgebiet neuerdings sehr verstärkt hat, wurde der hohe Druck über dem Festland weitgehend abgebaut. Die feuchtwarmen Luftmassen wurden dabei unter verbreiteten und meist sehr ergiebigen Niederschlägen durch kühlere, von Westen heranziehende Luftmassen verdrängt. Im Alpenlandgebiet unb in Elsaß-Lothrin- gen fielen ungewöhnlich große Mengen Regen, teilweise über 50 Liter pro Quabratmeter. Die Wetterlage ist bamit ausgesprochen unbeftänbig geworben unb wird bei fortschreitender Abkühlung und häufiger Schauertätigkeit zunächst unfreundlich bleiben. Aussichten für Mittwoch: Ueberwiegend bewölkt oder nur ganz vorübergehend aufheiternd, einzelne Schauer, bei westlichen Winden fortschreitende Abkühlung. Aussichten für Donnerstag: Ziemlich kühles, unbeständiges Wetter mit einzelnen Regen- fällen. Lufttemperaturen am 30. September: mittags 19,9 Grad Celsius, abends 16,3 Grad: am 1. Oktober: morgens 10,9 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum 6,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. September: abends 14,3 Grad: am 1. Oktober: morgens 13,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,3 Stunden. — Niederschläge 2,4 mm. 3 ■ 5598A 5585 D Betzdorf (Sieg), Dortmund und Würzburg, den 29. September 1935. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt 5590 D Frau Marie Fischer, geb. Pfeffer Gießen (Asterweg 9), den 30. September 1935. 5589 D Nabbeize »Ceresan« Nahbeize »Germisan« Heute nacht 2% Uhr verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Haupt, geb Haupt Hiltrud Brauneck, geb. Haupt Dr. med. Helmut Haupt Dr phil. Karl Brauneck Hildegard Haupt, geb. Sasowsky und 4 Enkel. Basali- ausnutzung in der Nabe der vorgeseh.Reichs- autobahnstratze ist zu vergeben. Schr. Anfr.unter 04181 a.d.G.A. empfiehlt Samenhaus Ala MzelgenAlkiengeMMi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschristen Mn.WtuM.7 Jung. 27jahr. Kaufmann -.Z.als Buchhalter und Reisender in einem industriellen Werk tätig, mit eigenem Kleinauto, sucht sich sofort oder ab 1. XI. bei befcheid Ansprüchen zu verändern. Schrift!. Ang.unt.5607D an den Gieß.Anz. Beerdigung: 2. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Keine Ursprungszeugnisse. «ondern nur Zeugnis, abschriften dem Be^ werbungslchrelben beilegen I - Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müsien zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen unb Anschrift des Bewerbers tragen I lrn Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Fischer. Statt besonderer Anzeige. Heute entschlief sanft im 82. Lebensjahre nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, unser lieber Bruder, Schwager u.Oheim Bibliotheksdirektor i. R. Geh. Hofrat Prof. Dr. Herman Haupt Ehrensenator der Universität Gießen. niedergelassen. Sprechstunden: Montag bis Freitag von 9-1 und 3-6 Uhr Samstag 9-1 Uhr. Dr. Paula Hommens Turn Straße 20. Habe mich in WieSGCk im Hause von Frau D r. Wöhrmann als Zahnärztin Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403. |stellenangebote| Vertretung für Kassareisegeschäft (Hausw erbring a.d.Lande) ges. Schr. Ang. unter 5603D an den Gieß. Anz. Tüchtig., zuverl. Mädchen zuml5.Okt.1935 gesucht. Schrift!. Angebote unter 5595D a.d. Gieß. Anzeiger erbet. [Verschiedenes | Erfahrenes Gastwirtsehepaar sucht in Gießen Cale oder Wall in guter Lage z. l.Nov.z. pachten. Schrift!. Angeb. unter 04193 an den Gieß. Anz. 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Der Führer und Reichskanzler wurde bei seinem Eintreffen in Landsberg (Ostpreußen) von dem Kommandierenden General des 1. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I Generalleutnant von Brauchitfch und dem Oberpräsidenten und Gauleiter Erich Koch empfangen und begrüßt. Der Führer wohnte zunächst einer Felddienstübung des Infanterieregiments Königsberg südlich Landsberg bei. Er begab sich sodann nach Beendigung der.Üebung gegen Mittag Führer gegebene Linie hier wie im ganzen Reich mit gleicher Disziplin und gleicher Konsequenz innegehalten wird. Jedoch zeigt der Stil des ganzen Artikels, daß es dem eigenen Korrespondenten ggr nicht um eine sachliche Darstellung geht. Wer heute von chaotischer Disziplinlosigkeit und von einem organisierten Angriff auf die jüdische Bevölkerung nach Verkünden der neuen Judengesetze spricht, verfolgt damit nur heute votn Ausland her die Taktik, die früher in Deutschland' selbst von unseren Gegnern versucht wurde. Und so wenig die Lügen über gesprengte Synagogen, umgeworfene Grabsteine und ausgerissene Judenbärte von nachhaltiger Wirkung waren, so wenig wird heute ein Schmierfink in der ausländischen Presse auf die Dauer die anderen Völker verdummen können. Mit Stolz hat Hessen- Nassau für sich von jeher in Anspruch genommen, daß es sich an Disziplin von niemanden über treffen laßt, und daß es seine Ehre nicht in einer lauten, sondern in einer erfolgreichen Arbeit sieht. Königsberg, 30. Sept. (DNB.) Am Mittwoch, 2. Oktober, dem Geburtstage Hindenburgs, findet die feierliche Ueberführung der Lerche des verewigten Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten in die Gruft des Tannenberg- Nationaldenkmals statt. Der Führer und Reichskanzler hat sich bereits nach Ostpreußen zur Teilnahme an dieser Feier begeben. Er stattete heute der o st preußischen Wehrmacht und ihren Einrichtungen einen Besuch ab. In der Begleitung des Führers befinden sich der Reichskriegsminister Generaloberst von Blom- liner Reise erzähle, seien in die Luft gesprochene Vermutungen. Der Berliner Besuch habe k e i n e geheimnisvollen Zwecke. Er, Gömbös, fei schon viermal in Rom gewesen, gehe oft nach Wien, sei aber bisher nur einmal seit Errichtung des nationalsozialistischen Regimes nach Berlin gekommen. Es sei nur natürlich, daß er sich für das interessiere, was die neue deutsche Regierung in zwei Jahren habe verwirklichen können. Er habe zu seiner Freude eine bedeutende Festigung d-er innerdeutschen Lage festgestellt Der Führer in Ostpreußen. Besuch der Wehrmacht. - Teilnahme an der Hindenburg-Feier. Hand zahlreicher fügungen nachweisen, daß die durch den Dienstmädchen vorweisen müßte. Wir können a n Reden und Ver- Berlin, 30. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Gömbös stattete Montag dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, einen längeren Besuch ab. An der Unterredung nahm Botschafter v. Ribbentrop als Mitglied des Stabes des Stellvertreters des Führers teil. Mittags besuchte Ministerpräsident Gömbös den beauftragten Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht. Anschließend stattete er Reichsminister Dr. Goebbels einen längeren Besuch ab. Im Hau^e des Reichsministers des Auswärtigen Freiherrn v. Neurath fand zu Ehren des ungarischen Gastes ein Frühstück statt, an dem von deutscher Seite zugegen waren: Ministerpräsident Göring und Frau Göring, Reichsbankpräsident Dr. Schacht und Frau Schacht, Staatssekretär Meißner und weitere Herren' des Auswärtigen Amtes und der Reichsbehörden. Ministerpräsident Gömbös erklärte dem Berliner Vertreter des „Az Est": Ein besseres Erlebnis fei für ihn das Zusammentreffen mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hit- l e r gewesen. Die Vermutungen, die in einer gewissen Presse an seine Berliner Reise geknüpft würden, seien zweifellos bewußt böswillig aus- qeftreut worden. Ein Berliner Blatt habe bereits treffend festgestellt, daß Auslandsreisen der Minister der Klemen Entente stets als durchaus natürlich angesehen würden, jedoch über eine jede Reise eines Staatsmannes der im Weltkriege unterlegenen Staates sofort Alarm g e jd) I a gen würde. Es sei allgemein bekannt, daßein europäischer Außenminister sozusagen das ganze Jahr im Ausland verbringe. Dies werde als durchaus natürlich betrachtet. Als nichtnatürlich gelte es jedoch, wenn der ungarische Ministerpräsident auf Einladung des preußischen Ministerpräsidenten in Rominten jage oder in Berlin Besuche mache. Ministerpräsident Gömbös erklärte zum Schluß der Unterredung: „In Wirklichkeit aber kann nichts natürlicher sein als meine Deutschlandreise, weil biD Freundschaft Zwischen Ungarn und Deutschland nicht heutigen Datums ist." — Ministerpräsident Gömbös erklärte ferner dem Berliner Havasvertreter, alles, was man sich über feine Ber- Links: Der Führer und Reichskanzler empfing den ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös im Beisein des Ministerpräsidenten General G 8 r t n g — (Presse-Illustration Hoffmann-M.) — Rechts: General Göring, die Gattin des preußischen Ministerpräsidenten und Ministerpräsident Gombos m der Berliner Staatsoper. — (Scherl-Bilderdienst-M.) lm Kraftwagen zum Truppenübungsplatz Stablack, wo er an dem Scharfschießen eines Bataillons teilnahm. Der Führer traf gegen 17 Uhr an der Stadtgrenze von Königsberg ein. Auf der ganzen Fahrt bereitete die ostpreußische Bevölkerung dem Führer einen überaus herzlichen Empfang. Von nah und fern waren die Volksgenossen in den festlich geschmückten Dörfern zusammengeströmt, um den Führer auf der Durchfahrt zu begrüßen. Im Königsberger Stadtgebiet waren die Straßen schon lange vor dem Eintreffen der Absperrkommandos von einer erwartungsfreudigen Menge dicht besetzt. Der Führer fuhr den 7 Kilometer langen Weg vom Stadtrand bis zum Hotel im Innern der Stadt durch ein Spalier von jubelnden Menschen. Am Abend war der Führer Gast des Kommandierenden Generals des 1. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis I, Generalleutnant von Brauchitfch. Englische Frontkämpfer an den Führer. Berlin, 30. Sept. (DNB.) Eine Abordnung der Ortsgruppe Brighton des englischen Frontkämpferverbandes „British Legion" ist zur Erwiderung eines Besuchs in Deutschland einge- troffen, den eine Gruppe deutscher Frontkämpfer vor einigen Monaten in Brighton und London auf Einladung dieses Verbandes gemacht hatte. Der Führer dieser Abordnung hat aus M ü n st e r in Westfalen an den deutschen Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Tiefbeeindruckt von der freundlichen Aufnahme, welche die erste Abordnung alter Soldaten einer Ortsgruppe der British Legion in Deutschland findet, bitten wir ehrerbietigst den Führer und das deutsche Volk, unsere auf» richtige Wertschätzung und Dankbarkeit für die große Freundlichkeit entgegenzu-- nehmen, die wir herzlich errpidern. Schmierfinken in der Auslandspreffe. Frankfurt a. M., 29. Sept. (LPD.) Der „Daily Telegraph" läßt sich von seinem eigenen Korrespondenten aus Frankfurt a. M. am 17. 9. 1935 melden, daß ein neuer Ausbruch der Judenhetze stattgefunden hat, daß die Juden- gefetze nicht beachtet werden und in manchen Teilen Nazi-Deutschlands, z. B. in unserem Gau, eine chaotische Disziplinlosigkeit eingerissen sei. Die Juden seien in großer Erregung und müßten feststellen, daß die Autorität des Führers nicht ausreichte, um die Fortsetzung ungesetzlicher Verfolgungen zu verisinbern. Der „Daily Telegraph" wäre in peinlichster Verlegenheit, wenn er die eingeschmissenen Fensterscheiben und die aus den Betten gerissenen arischen ©er Film „Episode". Lichtspielhaus. senkursen, um die Existenz der alten Frau und um ihr eigenes Dasein aufzunehmen .. und so zu tun, als ob nichts geschehen wäre. Maskerade" ... „So endete eine Liebe" ... Episode" ... das ist nun der dritte Film mit der fast über Nacht berühmt gewordenen jungen Schau- pielerin Paula W e s s e l y, und sie kehrt mit dem dritten, nach einem Zwischenspiel im napoleonischen Kostüm und vor geschichtlichen Hintergründen, an den Ausgangspunkt zurück: in eine zum großenTeü schon erloschene oder vergessene bürgerliche Welt, ganz ohne welthistorische Kulissen, aber dennoch ur uns schon historisch geworden. Wien 1905 - Wien 1922; der Schauplatz ist geblieben, aber welche Abstände, welche Abgründe tun sich auf Zwischen damals ...unb damals, getrennt durch siebzehn armselige Jahre. Wien im Jahre 1922 ist eine sterbende Stadt mit versinkender Kultur, ein garender, bro- delnder Hexenkessel der Inflation; die Menschen in dieser Stadt sind von einem fieberhaften Tempo besessen, von einer ungesunden Erregung angetrieben, sie tanzen nach einer kreischenden, plärrenden Jazzmusik mit irrsinnigen Synkopen, sie kämpfen um ihr bißchen Geld mit astronomischen Zahlen, um chre Existenz, die vom Barometer des täglichen Kursberichtes auf eine hoffnungslose und zermürbende . Weise regiert wird. Das ist die Welt dieses Films, und aus solcher uns heute schon sehr fernen Welt schneidet die Kamera ein kleines und im Grunoe nicht einmal belangvolles Schicksal heraus, eine Cpi* sode, wie es sie damals wohl zu Tausenden gegeben hat. # Was uns, heute noch, an der Episode interessieren kann, ist einmal die Erkenntnis, wie manchmal der bloße, dumme Zufall mit Menschen und Schicksalen spielt; so nämlich, daß es eigentlich „nicht möglich ist, und daß einer, der solche Zufälle aufzählen und niederschreiben würde etwa in Gestalt eines Romans, sich schon bei den ersten Kapiteln wie in einer üblen Kitschfabrik Vorkommen müßte. Daß es im Film durchaus nicht kitschig wirkt, das macht die Verzauberung durch die Kamera und die Vermenschlichung durch die überragende, das heißt hier eine schlechthin überzeugende Darstellung. In einem Tanzlokal erschießt sich ein Bankier. Am andern Morgen ist die Bank erledigt und viele kleine und durchschnittliche Existenzen haben ihr Geld verloren Auch eine freundliche, alte, ahnungslose Kennerin in Salzburg, deren Tochter in Wien auf der Kunstgewerbeschule ihr Studium zu beenden ver- sucht- der wildgewordenen Zeit zum Trotz Zwar kann sie es nicht beenden, wohl aber verhindern, daß die Mutter erfährt, wie arm sie nun ist. Die junge Dame, Wien 1922, Valerie Gartner, wagt es, den Kampf mit dem Leben, mit den tanzenden Bor- Ei n paar von den vielen Menschen um sie herum im Wirbel der Stadt wachsen dabei zu entscheidender Wichtigkeit; der Zufall spielt, wie er tausendmal spielt (aber man merkt es vielleicht nur ein einziges Mal), und beschert dieser kleinen, unbedeutenden Kunstgewerblerin ein „Weihnachtsmärchen" — nachdem sie sich erst einmal Dagegen ge« a Paula Wessely. wehrt hat, läßt sie es über sich ergehen, und Der Kampf um Die Existenz ist viel schneller gewonnen, als sie selber geglaubt hat. Aber aus Dem Kampf um Das nackte Dasein rotrD unversehens ein Kampf um ihre eigene Persönlichkeit um ihre menschliche Würde und um Das Gluck ihres Lebens. Denn Durch Den feinen älteren Herrn, welcher ein reicher Mann unD ein leidenschaftlicher Kunstsammler ist, Der ihr ihre Arbeiten mit guten Schecks bezahlt ... und Darüber hinaus keine Gegenleistung fordert, wie sie gefürchtet hatte, — durch diesen Mann lernt sie, wieder ganz zufällig und völlig glaubhaft, einen andern kennen, einen jungen oder doch jüngeren und jedenfalls den richtigen. Jetzt handelt es sich auf einmal nicht mehr um Den DollarstanD, sondern um Die Liebe. Aber Das Fräulein Valerie hat Diesen Einen kaum gefunDen, Da Droht er ihr auch schon roieDer verloren zu gehen, weil jene erste rettende Beziehung aus Die Dauer nicht zu verschweigen ist; und kann der Mann, Den sie liebt, ernstlich glauben. Der anDere, Der ihr nur geholfen hat, nichts weiter, habe auf eine — damals, Wien 1922 — besonders naheliegende Geaenleistung verzichtet? Sie hat Dem Kunstsammler behutsam Den AbschieD gegeben, sie hat auch seinen letzten Scheck nicht einlösen wollen, aber eine FreunDin hat ihn eingelöst, und Das roirD Der armen Valerie fast zum Ver- hängnis. Da kommt auch schon der Abschiedsbrief, mit Schreibmaschine geschrieben, sie braucht ihn gar nicht aufzumachen, sie weiß, was darin steht... ach, sie weiß es nicht: keine Absage, sondern eine Einladung und ein Wiedersehen und eine Rechtfertigung und ein großes Glück. Eine zarte, gütige Hand hat noch einmal die schon hoffnungslos verstrickten Fäden entwirrt* — Die Spielleitung (im Programmheft nicht na- mentlich erwähnt) hat den gefährlichen Stoff, her so leicht abgleiten und entgleisen konnte, sehr behutsam und sehr geschickt behandelt; sie hat die Umwelt, weniger landschaftlich als sozial, einzufangen und nachzubilden verstanden, in der eine Episode dieser Art sich anspinnen konnte von heute auf morgen; sie wechselt schnell und dennoch übersichtlich die Schauplätze und zieht die Verbindungslinien zwischen den handelnden Personen wie ein engmaschiges Netz; sie geht auf Einzelheiten ein, wenn sie wichtig werden im Gesamtbild, sie verliert nichk den Sinn für Humor und für den gehackten Rhythmus von 1922, aber sie läßt sich auch Zeit, einer Stimmung nachzugehen und sie ausschweben zu lassen... Was uns zum andern an der Episode vor dreizehn Jahren heute noch wesentlich vorkommt, das ist, wir sagten es schon, die Darstellung, die ein Dutzendschicksal ins Persönliche und allgemein Menschliche erhebt. Die W e sse ly als Valerie Gärtner setzt diesmal, der Rolle entsprechend, mit einem Tempo und einem flackernden Temperament ein, daß man um den Fortgang zunächst besorgt wird. Aber sie hat sich in her Gewalt und sie ist ihrer Möglichkeiten ganz sicher. Der heftige Ausbruch zu Anfang wird überstrahlt von der zärtlichen Melodie der Liebe zuletzt: gar keine große ober auffallend geschulte Stimme, aber sie drückt alles aus, was zu sagen ist. Zwischen diesen beiden Szenen ergibt sich eine Fülle darstellerischer Töne und Halbtöne, die doch alle verbunden sind durch ihre Herkunft aus einem erfrischend unkomplizierten natürlichen Empfinden: nichts wirkt schauspielerisch ober absichtlich; mit einer Neigung bes Kopses, einem Heben her Hanb ist oft schon alles gesagt. Der auch im Tonfall wienerisch akzentuierten Erscheinung her Wessely gegenüber wirkt Carl Lubwig Diehl noch norbbeutscher als sonst, im Ganzen burchaus als her Mann, her hier gemeint war: ernst, reserviert, untabeiig in her Haltung, manchmal fast ein wenig sorgenvoll, aber hoch auch mit hem warmen Gefühlston, ohne ben bie Figur unbenfbar wäre. Otto Treßler (wir kennen ihn von her „Insel" her) gibt sehr fein unb sympathisch ben Torresani, mit einem diskreten Humor nebenbei, eine durch und durch österreichische Erscheinung, übrigens aufs vorteilhafteste ergänzt von feinen Söhnen Hans-Jürgen und Wolf-Dieter. Von den übrigen Darstellern sind namentlich Erika von Wagner und Friedl C z e p a hervorzuheben. — * Im Beiprogramm sieht man außer einem Kulturfilm eindrucksvolle und aktuelle Aufnahmen vom Parteitag und von der Nürnberger Reichstagssitzung. . —r — Fliegen und Trompetenblasen Bei einem großen Flugtag, der kürzlich in der an der Themsemünbung gelegenen Stabt Souths cnb ftattfanb, würben zwei Trompeter mit beson- berem Beifall bedacht. Sie hatten es übernommen, zum lustigen Teil her Vorführungen beizutragen unb in biefem Rahmen zu beweisen, baß auch bie Ritter her Lüfte einen Trompeter nicht zu entbehren brauchten. Sie setzten sich in eine offene Maschine und währenb her Pilot bas Flugzeug tief über ben Köpfen der Zuschauer dahingleiten ließ, stimmten sie ein Konzert an, das überaus erheiternd wirkte. Da kam der Pilot auf einen listigen Einfall. Wenn die Trompeter unter allgemeinem Beifall und jubelnden Zurufen zeigen durften, was sie konnten, so war ihm nicht übel zu nehmen, baß ex auch seine Kunst unter Beweis stellte. So stieg er plötzlich in die Höhe, um dort unerwartet bas Flugzeug auf ben Kopf zu stellen. Die Zuschauer waren begeistert; unter allgemeinem Gelächter stellten sie fest, baß einer her Trompeter verstummt war. Um so größere Anerkennung fanb fein Kamerab, her sich auch burch diesen „Luftsprung" des Piloten nicht aus seiner Ruhe bringen ließ, sondern im schönsten Wirbel gelaßen weiterblies, als befände er sich auf sicherem festem Grund. Zwar waren ihm ein paar falsche Töne aus Der Trompete gerutscht, aber bie hatte man im Sausen bes Propellers überhört. Seine luftige Weise schwebte wieher über hem Flugplatz hin, bis her Pilot seine beiben musikalischen Fahrgäste sanft auf bie Erbe setzte. Fliegen unb Irompetenblafen finb also burchaus keine Gegensätze, sondern ver. tragen sich, wie in Soufhenb erwiesen würbe, rechr gut miteinanber. Manchem Trompeter geht aller- bings mitunter hoch in ben Stiften hoch bie Puste 1 ~us. in elf Tagen! Vom Pazifik zur Spree Wirtschaft ihren neuen Winterfahrplan neben: ein Streifen Papier von 75 j Länge, der sich, beiderseits bedruckt, me: (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) D a i r e n, im September 1935. Die Südmandfchurische Eisenbahn hat soeben Sachverständiger mandschurischer Fahrplan-Bummel. Von unserem ständigen H.T.-Berichterstaiier. der polnischen Grenze — so stark herabgesetzt, daß keine Schiffahrtslinie mit ihnen konkurrieren kann. Infolgedessen erfreute sich schon immer die Linie Dairen—Berlin bei allen Europa-Urlaubern und Reisenden großer Beliebtheit, die durch die neue Fahrtoerkürzung und die noch billigeren japanischen Tarife weiter gesteigert wird. Es kostet, auch darüber gibt der Fahrplan der Südmandschurischen Bahn lebe gewünschte Auskunft: Im Stromlinien-Super-Expretz „Asia , wie in allen anderen Zügen auch, die Fahrkarte von Dairen nach Harbin 1. bzw. 3. Klasse 43 bzw. 15 Pen, was bei einer Entfernung von rund 1000 Kilometern 3 bzw. 1 Kilometer-HZfennig entspricht. In diesem „fliegenden Asiaten" muß man allerdings je nach Klasse und Entfernung noch einen Zuschlag von 1 bis 6 Pen zahlen (0,70 bis 4,20 Mark). Dafür kostet das Mittagessen im Speisewagen dieses Luxuszuges aber nur 1,50 Yen oder etwas über eine Mark. Jeder Reisende hat außerdem in der 1. Klasse 60 und in der 3. Klasse 3 0 Kilo herausae- Zentimeter hrfach gewährend die trächtigen Sauen um 6 v. H. und die trächtigen Jungsauen um 25 v. H. zugenommen haben. Durch diesen schnelleren Umschlag wird die Auswirkung des Rückganges der über ein halbes Jahr alten Schlachtschweine und der Jungschweine (— 8,9 v. H.) auf die Fleischoersorgung in den Herbst- und ersten Wintermonaten wesentlich gemildert werden. Der Rückgang der Ferkel (—8 v. H.) i!bird durch die Zunahme der trächtigen Sauen mehr als ausgeglichen. Rach alledem kann in absehbarer Zeit mit verstärkten Schweineanlieferungen gerechnet werden. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1131: Bekanntmachung KP 30 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1132: Allgemeine Genehmigungsbescheide für Nebenkosten im Warenverkehr 4. Vierteljahr 1935. Die Antragstellung hat unverzüglich auf den vorgeschriebenen Vordrucken, die bei dsr Kammer erhältlich sind, zu erfolgen. 1133: Angabe der Reichsmarkzahlung bei Exportvalutaerklärungen. 1134: Bekanntmachung KP 31 der UeberwaHUngs- stelle für unedle Metalle betr. Kurs preise. 1135: Vorläufiges Reiseverkehrsabkommen ihit der Schweiz. Rhein-Mainische Börse. Still. Frankfurt a. M., 30. Sept. Zum Wochenbeginn verstärkte sich die Zurückhaltung an der Börse, wobei auf die Mittelmeerfragen verwiesen wurde. Mangels fehlender wirtschaftlicher Anregungen blieben auch Sonderbewegungen aus, so daß bei äußerst bescheidenen Umsätzen das Kursbild uneinheitlich und durch den jeweils zufälligen Auftragseingang bestimmt war. JG.-Farben setzten mit 150 (150,25) ein, Scheideanstalt verloren erneut 1 v. H., gut gehalten blieben Deutsche Erdöl. Elektrowerte lagen nur unwesentlich verändert, lediglich Siemens um 1,25 v. H., daneben AEG. 0,40 v. H. schwächer, aber Gesfürel 0,40 v. H. erhöht. Elektrische Lieferungen waren behauptet. Montanwerte bröckelten angesichts der ruhigen Marktlage eher ab, so Rheinstahl und Stahlverein um je 0,65 v. H., Buderus um 1,5 v. H. Auch Maschinenwerte mangels Anregung leichter, so Jetter & Scheerer 0,5 v. H., Daimler 0,75 v. H. Zellstoff- werte teilweise besser gehalten, Aschaffenburger um 0,90 v. H. befestigt. Im einzelnen verloren Aku 1 v. H., Reichsbank 1,75 d. Sy, Braubank 0,40 d. Sy, Reichsbahnvorzugsaktien 0,13 v. Sy Besser gehalten waren Anleihen, besonders deutsche Staatsrenten. Altbesitz unverändert 110, Kommunal-Umschuldung 0,13 v. Sy fester. Von Auslandrenten gaben 4-v. H.-Rumänen 0,20 v. Sy nach, auch Ungarn wieder eher etwas leichter. Im Verlaufe blieb das Geschäft auf allen Marktgebieten auf Mindestumsätze beschränkt. Größere Veränderungen traten nicht ein, die Haltung war etwas widerstandsfähiger. JG.-Farben erreichten wieder 150 nach 149,65 v. Sy Matt lagen jedoch Metallgesellschaft, die mit 105,90 (106,75) notiert wurden. Leicht befestigt lagen Rütgerswerke (plus 0,75 v. H.) und Westdeutsche Kaufhof (plus 0,25 v. H.) sowie Licht und Kraft (plus 1 v. H.) Gepäck frei, und wenn er unterwegs umsteigen oder übernachten muh, nehmen ihn die Luxushotels der Südmanschurifchen Bahn in Zimmern auf, die von 3 Pen oder 2 Mark an zu haben sind... Kein Wunder, wenn unter diesen Umständen heute sogar die Schanahai-Europäer diesem kurzen und billigen Landweg Den Vorzug vor dem teuren und langwierigen Seeweg geben, zumal sich eben Russen und Japaner in der Werbung für den Eifenbahnwea gegenseitig den Rang abzulaufen suchen. Aber während sich die Russen im wesentlichen auf die Verbilligung der Tarife beschränken, bieten die rührigen Japaner ihren Kunden alle Augenblicke etwas Neues: jetzt haben sie die Süd- mandschurifche Bahn durch Umnageluna der Strecke an das nordmandschurische Netz angeschloffen und damit eine direkte Verbindung zwischen ihrem größten Festlandhafen am Pazifik und dem Zentrum der mandschurischen Binnenschiftahrt (Harbin am Sungari) hergestellt und damit gleichzeitig die Reise nach Berlin um fast zwei Tage verkürzt. Morgen, das heißt in absehbarer Zeit, wird man direkt von Harbin nach Peking durchfahren können! Denn in Nordchina, das de facto bereits der Mandschurei gleichgeschaltet worden ist, liegt das künftige Hauptbetätigungsgebiet der Süd- mandschurischen Eisenbahn. Wer weiß, ob nicht schon im nächsten Winterfahrplan von dieser Bahn ein „Peking-Berlin-Expreß" angezeigt wird ... Weitere Steigerung der Sparkasseneinlagen im August. (Fwd.) Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen sind im August erneut gestiegen; insgesamt erhöhten sie sich um 34,9 Millionen Mark auf 13 233 Millionen Mark. Von dem Zuwachs entfielen 30,5 Millionen Mark auf den Einzahlungs- Überschuß, 1,5 Millionen Mark auf Zinsgutschriften und 2,9 Millionen Mark auf sonstige Buchungsvor- gange. Die Auszahlungen und im besonderen die Einzahlungen im Sparverkehr sind gegenüber dem Vormonat über das saisonübliche Maß hinaus zurückgegangen. Im einzelnen verringerten sich die Einzahlungen um 69,6 Millionen Mark auf 421,0 Millionen Mark, die Auszahlungen um 64,2 Millionen Mark auf 390,5 Millionen Mark und mithin der Einzahlungsüberschuß um 5,4 Millionen Mark. Im vergleich zum August des Vorjahres sind die Einzahlungen um 20,7 Millionen Mark, die Auszahlungen um 27,5 Millionen Mark gesunken; der Einzahlungsüberschuß liegt also immerhin noch um 6,8 Millionen Mark höher als damals. Faßt man die Spareinlagen und die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Anstalten im Unterbau der. deutschen Sparkassenorganisation zusammen, so ergibt sich, daß sich die Gesamteinlagen um 94,7 Millionen Mark auf 15 205 Millionen Mark erhöht haben. Ohne Berücksichtigung der Gutschriften von Zinsen, sowie der übrigen, nicht durch den reinen Zahlungsverkehr bedingten Deränderun- oen haben die Gesamteinlagen um 93,2 Millionen Mark zugenommen, gegenüber 75,2 Millionen Mark im Juli 1935 und 67,3 Millionen Mark im August 1934. Für den September 1935 wird man aus sarsonmäßigen Gründen mit einem Rückgang der Einlagen zu rechnen haben, der einen beträchtlichen Teil des im Berichtsmonat erzielten Einlagenzuwachses ausgleichen durfte. Das Eraebnis der Schweinezählung vom 5. September. Die Schweinezählung vom 5. September 1935 ergab einen Gesamtbestand von 22,5 Millionen Schweinen, gegenüber noch nicht 20 Millionen im Juni 1935 und 25 Millionen im September 1934. Der Gesamtbestand an Schweinen hat demnach seit Anfang Juni d. I. um 2,6 Millionen Stück zugenommen. Diese Zunahme ist zwar zum Teil jahreszeitlich bedingt, jedoch verhältnismäßig größer als im Vorjahre. Während wir im Juni 1935 10,5 v. Sy weniger Schweine hatten als im Juni 1934, waren Anfang September d. I. nur noch 9,7 v. Sy weniger vorhanden als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Tiefpunkt in der Entwicklung unseres Schweinebestandes, die bislang durch die infolge der Dürre schlechte Futtergetreideernte des vergangenen Jahres bedingt war, ist somit überschritten, und die schon im März d. I. festgestellte Neigung, den Schweinebestand wieder aufzufüllen, beginnt sich langsam in den Bestandszahlen auszuwirken. Das zeigt noch deutlicher der Altersklassenaufbau, in dessen Veränderung zugleich eine erhebliche Umschlagbeschleunigung zum Ausdruck kommt. Bei schnellerem Umschlag verkleinert sich der Durch- schnittsbestand an älteren Tieren, dafür aber wächst die Zahl des Nachwuchses. So zeigt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang des Bestandes an über ein halbes Jahr alten Schlachtschweinen um 16 v. H., faltet, bequem in jeder Brieftasche unterbnngen läßt, und der in der übersichtlichsten Form alle wissenswerten Einzelheiten enthält, die der Mensch des 20. Jahrhunderts an einen Fahrplan zu stellen gewohnt ist. Bisher enthielt dieser kleine Fahrplan nur die innermandschurischen Fahrtabellen. Aber wie der Mensch, so wächst auch die Mandschurei „mit ihren größeren Zwecken". Jetzt ist nämlicy zum erstenmal auch eine Fahrverbindung mit Europa ausgenommen worden und zwar — an der Spree wird man „sich fühlen" — die Strecke Dairen — Berlin! Dairen, Stadt von über 400 000 Einwohnern, liegt am Pazifik — sprich „Stiller Ozean" — und spielt als Welthafen in der Mandschurei die gleiche Rolle wie Hamburg daheim. Berlin liegt an der Spree und ist „auch" eine hübsche Gegend: beide Städte hat der mandschurische Winterfahrplan soeben in seiner 30jährigen Geschichte zum erstenmal in „direkte Verbindung" miteinander gebracht. Und diese Reise wollen wir jetzt einmal statt in elf Tagen — solange dauert sie — in einigen Zeilen „erledigen". Denn wir feiern ja nicht umsonst Heuer „Hundert Jahre Eisenbahn" — ein Fest, zu dem die betriebsamen Japaner soeben auch ihren Beitrag geliefert haben und der die Einbeziehung Berlins in den mandschurischen Fahrplan überhaupt erst ermöglicht hat. Nämlich: Bisher gab es in der Mandschurei zwei große Bahngesellschaften: die russische Nord- mandschurische mit russischer und die Südmandschurische Bahn mit japanisch-europäischer Spurweite. Die Hauptlinie der Nördmandschurischen Bahn war eine T e i I ft r e d e der großen Sibirischen Bahn, die bei Moskau beginnt und, quer durch die Mandschurei laufend, bei Wladiwostok endet. Dieses mandschurische Zwischenstück, das auch heute noch von den Grenzstationen Mandschuli und Progranitschaja „begrenzt" wird, und in dessen Mitte die Halbmillionenstadt Harbin liegt, haben die Japaner im März dieses Jahres den Russen abgefauft, ebenso jene Linie, die von Harbin aus in genau südlicher Richtung bis zur Landeshauptstadt H s i n k i n g lief, und die als russische Bahn ebenfalls mit russischer Spurweite gebaut war. Wer also bisher von Harbin über Hsinking— Mukden nach Dairen fahren wollte, mußte in Hsin- fing umfteigen, weil hier die japanisch-europäische Spur begann. Dieses Umfteigen und der damit verbundene Zeitverlust fällt seit dem 1. September dieser Jahres fort, weil in der Nacht vom 30. zum 31. August 3000 japanische Streckenarbeiter die 250 Kilometer lange Linie von Hsinking nach Harbin in der Rekordzeit von zwei Stunden und 50 Minuten von der bisherigen russischen auf die japanisch-europäische Spurweite der Südmanoschu- rischen Bahn um genagelt haben! 250 Kilometer Schienengeleise in knapp drei Stunden umzunageln, ist eine Leistung, die der Geschwindigkeit eines modernen PO-Zuges entspricht und die man daher mit Recht als einen „gelungenen japanischen Beitrag zur Eisenbahn-Jahrhundertfeier" bezeichnen darf. Durch diese Umnagelung ist ja die V e r - d i n d u n g mit dem „Fernen W e st e n" erheblich verkürzt worden, denn man fährt heute i n elf Tagen von Dairen über Harbin—Moskau nach Berlin! Also: 9 Uhr vormittags Einsteigen und Abfahrt von Dairen mit dem „Stromlinien-Super- Expreß A s i a", der die 1000 Kilometer lange Strecke bis Harbin via Mukden—Hsinking — in 13 Stunden zurücklegt und dort am gleichen Abend um 22.30 Uhr eintrifft. Von hier bis zur 935 Kilometer entfernten sibirischen Grenze bei Mandschuli ist die Strecke leider noch nicht umgenagelt worden, infolgedessen muß man vorläufig in Harbin umfteigen und kann erst am anderen Morgen um 9.25 Uhr mit russischen Wagen auf russischer Spur nach Moskau Weiterreisen, wo man nach Zurück- iegung von weiteren 6716 Kilometern am neunten Fahrtage um 20.30 Uhr eintrifft. Von hier über Warschau nach Berlin ist es bann nur noch ein Katzensprung — bereits zwei Tage später läuft morgens um 10.23 Uhr der „Pazifische Expreß" in der Reichshauptstadt ein. Das ganze Vergnügen hat also nur elf Tage gedauert, ein Amüsement, das — gemessen an den Fahrpreisen — sogar noch billig genannt werden muß. Denn die geriebenen Sowjets haben die Fahrpreise auf der russischen Strecke — also von Mandschuli bis Negoroloje an Der Anleihemarkt lag ebenfalls sehr ruhig und unverändert. Etwas Nachfrage erhielt sich für Kommunal-Umschuldung, ferner zogen 5-o. H.-Stahl» verein auf 95,50 (95,25) an. Pfandbriefe waren behauptet, Liquidationspfandbriefe zogen teilweise etwas an. Stadtanleihen lagen still, die Haltung blieb hierfür eher etwas schwächer. Im übrigen wiesen die Rentenwerte nur unbedeutende Veränderungen auf. Von Ausländern notierten 2,25 v. H.» Anatolier I und II mit 38,30 bis 39,25 (39,25). Tagesgeld war gesucht und wurde auf 4 (3,5) v. H. erhöht. Abendbörse lustlos. Gleich dem Mittagsverkehr herrschte auch an der Abendbörse stärkste Zurückhaltung. Die Geschäfts- stille war auf fast allen Marktgebieten allgemein. Rein stimmungsmäßig war die Haltung eher etwas schwächer, doch kam dies kursmäßig kaum zum Ausdruck. Lediglich Bayrische Motorenwerke büßten auf ein Zufallsangebot 1,25 v. Sy ein und notierten mit 121,50 nach 122,75 am Berliner Schluß. IG. Farben konnten sich mit 150 (149,90) behaupten, andererseits lagen einige Montan- und Elektrowerte um Bruchteile eines Prozentes leichter. U. a. notierten: Altbesitz 110, 6 v. Sy Stahlver- ein-RM.-Anleihe 101,65, 6 v. Sy Krupp Obi. 102,25, 4,50 v. Sy Franks. Hyp.-Bank Gold R. 8 bis 10 96,25, 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn 175, Commerzbank 88,75, DD.^Bank 89, Dresdner Bank 89, Harpener 112,50, Rheinstahl 107,65, Stahlverein 80, AKU. 52,50, Bayr. Motoren 121,50, Bekula 143,50, Chem. Albert 107,50, Conti Gummi 152,25, Scheideanstalt 236, Deutsche Linoleum 147,50, Licht & Kraft 134,50, IG. Farben 150, Feinmech. Jetter 84, Gesfürel 123, Goldschmidt 106,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Sept. Am Getreidegroh- markt blieb das Geschäft allgemein klein. In Brot- aetreide war das Angebot ausreichend, die Nachfrage der Mühlen aber nicht besonders lebhaft. Hafer und Futtergersten wurden kaum angeboten. Die bevorstehende Neuordnung des Kleiehandels übte am Futtermittelmarkt Zurückhaltung aus; man wartet allgemein die näheren Bestimmungen ab. Soweit Angebot vorlag, wurde es glatt ausgenommen. Del- haltige Futtermittel waren nicht am Markt. Don Rauhfutter konnten sich die Strohpreise leicht befestigen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W 13 199, W16 202, W 19 206, W 20 208; Roggen R 12 162, R 15 165, R 18 169, R 19 171, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Weizenmehl W 13 27,75, W 16 28,00, W 19 28,00, W 20 28,35; Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizen- nachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50; Mühlenfestprsife ab Mühlenstation. Sojaschrot 16,20, Palmkuchen 16,80, Erdnußkuchen 18,30. Heu 7,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,50 bis 2,60. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend je 2,60 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Sept. Auftrieb: Rinder 962 (gegen 1019 am letzten Montagsmarkt), darunter 262 Ochsen, 99 Bullen, 394 Kühe, 207 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 17 Ochsen, 9 Bullen, 5 Kühe, 3 Färsen. Kälber 327 (334), Schafe 39 (27), Schweine 721 (496). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 23. 9. 42), b) 42 (42), c) 41 bis 42 (41), d) 37 bis 40 (36 bis 40). Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 (41), d) 37 bis 40 (38 bis 40). Kühe a) 42 (41 bis 42), b) 37 bis 41 (36 bis 40), c) 31 bis 36 (30 bis 35), d) 24 bis 30 (23 bis 29). Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 bis 42 (40 bis 41), d) 36 bis 40 (34 bis 39). Käl- ber, andere a) 66 bis 70 (66 bis 68), b) 59 bis 65 (59 bis 65), c) 51 bis 58 (51 bis 58), d) 43 bis 50 (42 bis 50). Lämmer und Hämmel b2) Weiden- masthämmel 42 (42), c) mittlere 40 bis 41 (—), d) geringere 37 bis 39 (—). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e) 50 (50), f) — (—), gl) Sauen 54 (—), g2) - (54). Marktverkauf: Rinder flott, ausoerkauft. Kälber langsam, ausverkauft. Lämmer und Hämmel mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 505 Viertel Rindfleisch, 61 ganze Kälber, 31 ganze Hämmel, 432 halbe Schweine. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Bullenfleisch b) 74 bis 78. Kuhfleisch b) 62 bis 68, c) 52 bis 62. Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Kalbfleisch b) 78 bis 88, c)70 bis 78. Hammelfleisch b) 82 bis 85. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Speck hiesiger Schlachtung: roh unter 7 cm 77 bis 80, Flomen 76 bis 80. Marktverlauf: lebhaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejch lofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußi. Abend- dürfe Schluß- für* Schlußk. Mittag« dürfe Datum 28.9 30 9 28 9 30.9 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100 100,13 100,25 100,25 *% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,75 96,75 96,75 96,75 by2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti 101 100,75 100,5 101 110 110 110 110 *'/»% Deutsche Retchspostschatzan- 100,25 Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 100,4 100,25 100,25 lrückrablb. 102%) . 96 96 — ■■■■ ) r |. s s 5 1 (• 5 .0 v ■), .0 ). r t« 1. n. tel el, in 6. 8, is n* tt« nn -b. sofort Sonderzugkarten HL. an die Front Achtung Bückebergsahrer! Aus der Provinzialhauptstadt ab 3.50 Hameln an 2. Sonderzug (kommt von Kaiserslautern) am 5. Oktober 1935: ab an 14.50 ab 6.49 Hameln an rechtzeitig zum Nachdruck verboten! 5 Fortsetzung. 19.18 20.15 21.02 21.46 21.58 22.22 0.28 20.46 21.40 22.06 22.44 23.40 0.38 1.04 1.27 2.00 Darmstadt Frankfurt Friedberg Gießen Lollar Marburg Kassel Worms Mainz Wiesbaden Niedernhausen Limburg Wetzlar Gießen Niederwalgern Marburg wollen, wenden sich sofort dienststelle, die ihnen dann besorgt. Fahrpreis 7,50 RM. 7,— „ 6,30 „ 5,70 „ 5,50 „ 5,10 „ zu leisten. Nähere Einzelheiten über Verpflegung, Uebernachtung usw. werden noch bekanntgegeben. Oie Anmeldung nicht abgeschloffen. deutschen Arbeiter, Handwerker und jeden einzelnen Volksgenossen in der Stadt als Verbraucher bäuerlicher Erzeugnisse sein Mühen und Schaffen keinen Sinn hätte. Dennoch gibt es vereinzelt Bauern, die diese naturgegebenen Grundsätze im Leben des Volkes nicht begreifen, oder nicht begreifen wollen. Die Landesbauernschaft wird mit tunlichen Mitteln dafür sorgen, daß auch diese Bauern im Winter 1935/36 ihre Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft erfüllen. Durch Vereinbarung zwischen dem winterhilfs- werk einerseits, der Inneren Mission und dem Caritas-Verband und den übrigen Verbänden anderseits ist das Winterhilfswerk der alleinige Sammler in diesem Winter. Durch es werden alle deutschen Volksgenossen in ihren sozialen Einrichtungen betreut und versorgt. Darum, Bauern, sorgt dafür, daß sich das kommende Winterhilfswerk würdig an die Seite der beiden letzten mit ihren hervorragenden Ergebnissen stellen kann. Sorgt dafür, daß der Reichsnährstand mit der Winterhilfsspende vor seinem Volk und feinem Führer bestehen kann. Der Nationalsozialismus treibt keine falsche Unterstützungspolitik, sondern verwirklicht den Gemeinschaftssinn ui\b das Gemeinschaftswerben der Bewegung, das seinen höchsten Ausdruck in der Bückeberg teilnehmen an die nächste Partei- Oer Erntedanktag 4935 wird ein leuchtendes Fanal auf dem Marsche des geeinten deutschenDolkes indiegroßeLukunstOeutschlandSsein. Die Sonderzugfahrkarten gelten nur für den Sonderzug und grundsätzlich nur für die H i n - und Rückfahrt. Die Züge, für welche die Sonderzugskarten gelten, sind den Karten aufgedruckt. Auf den Z u b r i n g e r st r e ck e n zur Sonderzugstation erhalten die Teilnehmer ebenfalls 7 5 v. H. Fahrpreisermäßigung, wenn sie im Besitze der Sonderzugfahrkarte sind. Die Anschlußkarten zur An- und Abfahrt zu und von den Sonderzügen gelten jeweils ein Tag vor Abgang und ein Tag nach Rückkunft des Sonderzuges. Fahrtunterbrechung mit Sonderzugkarten und Anschlußkarten ist ausgeschlossen. Den Anordnungen des Transportführers ist unbedingt Folge Nachdem sich die Tür hinter ihr geschlossen, erhob ich Großmama Jutta. Schmal und vornehm war ihre Gestalt und biegsam fast wie in jungen Jahren. Ihre dunklen Augen blitzten. „Manieren führt der Junge hier ein, kaum glaublich ist das. In Hans muß schon alles durcheinander geraten sein, sonst hätte er sich nie und nimmer so weit vergessen. Mit der Erklärung ,überarbeitet* läßt sich sein Benehmen überhaupt nicht deuten. Ich wenigstens gebe mich damit nicht zufrieden." Gretel wehrte: „Bitte, befrage ihn nicht etwa selbst, Grohchen, du würdest ihn nur quälen. Ich hab's schon versucht." Jutta von Syden schüttelte den Kopf. „Du hast es schon versucht? Hm, wenn einer von uns was aus ihm herausbringen kann, bist du es wohl, du, sein Liebling." Sie faltete die schmalen, mit wertvollen Ringen geschmückten Finger. „Der Junge hat alles, was sich ein junger Mensch nur wünschen kann. Tadellosen alten Namen, eine hervorragende Stellung und glänzende Einnahmen. Er macht oft förmliche Weltreisen, ist berühmt als erstklassiger Fahrer und kommt diesmal heim wie einer, dem man das Letzte weggenommen hat. Ich kenne mich da nicht mehr aus. Wenn es sich um irgendwelchen Berufsärger handelte, hätte er längst den Mund aufgetan." Sie zuckte die Achseln. „Am besten ist's, über das von heute zur Tagesordnung überzugehen, es als ,nicht geschehen' zu betrachten. Auf jeden Fall ist Hans schwer nervös." Sie strich Bettina, für die sie von je eine besondere Vorliebe hatte, über das weiche Haar und ging dann auf ihr Zimmer. Die Spätnachmittagssonne lag über einem Teil des Zimmers, übertupfte die hellbraunen Polster- möbel mit goldenen Lichtern und gab dem schönen Raum etwas von der frohen Frühlingsstimmung, die draußen über Berg und Tal, über Wald und Fluß lag, als glückselige Erfüllung der Hoffnung des Wiederauferstehens der Natur. Aber Bettina und Gräfin Jutta spürten nicht, wie sehr die frohe Frühlingsftimmung hier im Zimmer durch ihre Sonnenstrahlenboten um Freudigkeit ward, sie waren sehr ernst. Bettina saß nun neben Jutta Syden und wußte nur, fie wäre am liebsten auch fortgelaufen wie Gretel, die wohl bei dem Bruder war. Durch den Park, durch den Wald zum Rhein hinunter, nach Hause ins Städtchen, in ihr Stübchen über dem Goldschmiedsladen und hätte dort gemeint Sich so recht von Herzen ausgeweint, ohne daß sie eigentlich hätte erklären können, warum sie meinen mollte, denn es hatte ihr ja niemand etwas zuleide getan. Daß fte Hans Syden liebte, ging ja niemand etwas an, daß mußte auch niemand. # m ... Jutta Sydens linke Hand langte sich Bettinas Rechte und drückte sie sanft Oie Anfahrt zum Aückeberg. Es rnird darauf vermiesen, daß die Anfahrt mit Automobilen und sonstigen Fahrzeugen zum diesjährigen Erntedanktag auf dem Bückeberg in den vorgesehenen Straßen jedermann ohne Wagenkarte gestattet ist. Die Fahrzeuge meröen an einer festgelegten Sperrzone auf Parkplätze geleitet, von mo die Volksgenossen einen kurzen Marsch zum Festplatz antreten müssen. Lediglich innerhalb des Sperrgebietes ist der Fährverkehr nur mit Wagenkarte gestattet. Vornan von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufrnärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. thek einzutreten. Schon nach zrnei Jahren mürbe er Assistent und 1884 Sekretär. Neben seiner bibho» thekarischen Berufsarbeit geht eine eifrige Forschertätigkeit her, zunächst hauptsächlich auf dem Gebiet der" alten Geschichte und Literatur. Em größeres Buch über den römischen Grenzmall in Deutschland erschien 1885. In dieser Zeit setzten aber auch bereits seine Studien zur mittelalterlichen und Sekten- geschichte ein, die dann immer mehr im Vordergründe seines rnissenschaftlichen Interesses stehen. 1882 erschien sein Beitrag über die religiösen (Akten tn Franken vor der Reformation und 1885 seine erste größere Arbeit über das Waldensertum, dessen Geschichte ihn ganz besonders anzog. Die Berufung dieses als Bibliothekar und als For- fcher gleich tüchtigen jungen Gelehrten zur Leitung der durch den Tod des Professors Dr. N o a k verwaisten Gießener Universitäts-Bibliothek war em glücklicher Griff. Mutig übernahm Haupt am 16. Oktober 1885 die nicht leichte Aufgabe, waren doch auch der zweite wissenschaftliche Beamte Kustos Dr. Rumpf und der Diener inzwischen gestorben. Rasch arbeitete er sich in die neuen Verhältnisse und in das Gießener Katalog-System ein. In Dr. Wenn irgend jemand, dann stehen wir Flieger voll und ganz hinter Eurer großen propaganba- aklion, die in diesen Tagen die gesamte Oefsentlich- keit erfaßt. Der Fliegernachwuchs sollaus Euren Reihen kommen. Das Ziel ist klar! Flieger soll nur werden, wer hi 1 lerjunge war. Darum gehört jeder deutsche Zunge in die h ). „Armes Dingelchen, gib dir keine Mühe, vor mir Haltung zu bewahren, ich weiß Bescheid, wie es um dein Herz steht." e Ein erschrockenes Augenpaar starrte die Sprechende an. Die Gräfin preßte die schmale Mädchenhand noch fester. „Törichtes Kind, Jutta Syden war im allgemeinen immer eine gute Menschenkennerin, und in deinem Fall war die Menschenkenntnis gar nicht besonders schwer. Ich ahnte längst, daß dir mein Enkel gefiel, daß du ihn aber liebst, weiß ich bestimmt seit heute. Dein Erröten vorhin, das Zittern deiner Stimme beim Singen verrieten mir, daß du vielleicht mehr als mir alle um Hans bangst, weil ihn irgend etwas quält, von dem mir nicht missen, mas es ist." „ Bettina mollte sich mehren, mollte lügen: „Ich hab Ihren Enkel gern und es tut mir leid, menn er irgendmelche große Sorgen hat, aber lieb, nein, lieb hab ich ihn nicht!" Sie brachte noch ein halbes Sätzchen ähnlichen Inhalts hervor, aber vor dem Blick der Gräfin Man stand wie unter einem Bann, mar ganz tn die Gewalt des Liedes verstrickt, atmete schwer, als glitte ein düsterer Schatten vorbei an der Sonne und hülle alles ringsum in bange Nacht. Die gewollt holperigen Verse, die eigenartige Melodie schienen wirklich einer Zeit zu entstammen, die weit in der Vergangenheit lag. Dazu gesellte sich der gefühlsmäßig hervorragende Vortrag Bettinas. Nachdem sie geendet, blieb alles still, niemand sprach ein Wort, allen mar es, als hätte über zwei Jahrhunderte hinweg eine Unglückliche noch einmal ihr abgrundtiefes Leid hinausgejammert. . Hans Syden dachte flüchtig, Bettina war eigentlich eine Künstlerin, und zugleich dachte er, das Lied hatte ihn wohl gepackt, aber zugleich auch tief verstimmt. „ . , , . Großmama Jutta schüttelte zuerst das bleiern Niederdrückende ab, das dies Lied hinterlaßen. "Sie lächelte: „Du verstehst es wirklich, einem das Gruseln beizubringen, Bettina. Der Musiklehrer Wilderling hat wirklich war los., Vor allem hat er deine Stimme glänzend geschult." _ Großmama Leonore fuhr sich über die Stirn. „Ein unheimliches Lied, ich möcht's nicht oft hören, ich meine, das läuft noch hinter mir her bis in den Traum." Großmama Jutta lächelte noch immer. „Ich hab es ganz gern, das Unheimliche! Und weil du heute so besonders gut bei Stimme, finge doch, bitte, das Lied, das ich so gern von dir höre." Bettina nickte: „Mit Freude, Frau Gräfin." Sie präludierte schon. an 15.19 „ 15.17 „ 14.41 „ 13.53 13.42 „ 13.22 0.53 23.56 23.35 23.07 22.01 21.02 20.36 20.13 Er glaubte plötzlich, Wally Walb vor sich zu ehen in ihrer blendenden sinnbetörenden Schönheit und erinnerte sich überdeutlich an alles, was mit ihr in Zusammenhang stand. Er durchlebte alles noch einmal. Wußte genau, Wort für Wort, auf welche Weise er mit ihr verabredet, daß sie die Pflegemutter und ihren Verlobten verlassen sollte. Wie er den Tag bestimmt. Er bezweifelte nicht, daß sie noch lebte, menn sie ihn nicht kennen gelernt. Während der Fahrt zur Schneiderin, wo sie ihren Koffer hatte holen wollen, war sie getötet worden, das Schicksal hatte hart und schroff ihr Leben ausgelöscht. Er konnte das Lied nicht hören, es nß zu sehr an seinen Nerven. Unbeherrscht fprahg er auf und lief hinaus. Er lief nach oben und warf sich auf das Sofa, drückte das Gesicht gegen das Kopfpolster, löhnte ganz wirr: „Laß ihn und die Mutter und schau nicht zurück, Wir beide fliehen ins seligste Glück!" Allgütiger Himmel, es mar ja nicht zu ertragen, das, was er jetzt leiden mußte. So überstark, so überwältigend klar wie heute, war ihm das Geschehene, trotz aller bisherigen Seelenqualen, doch noch nie zum Bewußtsein gekommen wie jetzt, nachdem Bettina Hochwald die zwei Zeilen des bekannten Liedes gesungen. Musik wirkte von je besonders stark auf ihn, in feiner Verfassung mar Musik Nervenqual. Er stöhnte: „Wir beide fliehen ms seligste Glück!" . Der Traum, den er geträumt, mar vorbei. -uor= Fahrpreis 9,20 RM. 8,30 „ 8,10 „ 7,70 „ 7,— „ 5,90 „ 5,70 „ 5,40 „ 5,10 „ am 7.10.35 „ 11.36 ab 8.20 am 7.10. 35 Herman Haupts. Im August hatte Geheimrat Haupt auf der Heimreise von einem Besuch in seinem geliebten Würzburg nach Betzdorf, mohin er vor zrnei Jahren übergesiedelt war, in Gießen Station gemacht, um seine Universitätsbibliothek und seine hiesigen Freunde einmal wiederzusehen. Trotz seiner 81 Jahre war er so frisch und in der Unterhaltung so lebhaft, daß uns die Nachricht von seinem Scheiden nun ganz überraschend kommt. Nach kurzem Kranksein hat eine Lungenentzündung in der Nacht von Samstag auf Sonntag seinem Leben ein Ende gemacht. Er stammte aus dem Frankenland. Am 29. Juni 1854 war er in Markt-Bibart geboren als Sohn des Rechtsanwalts August Haupt, hatte das Würzburger und Schweinfurter Gymnasium und dann von 1871 bis 1874 die Universität Würzburg besucht. Er studierte klassische Philologie und Geschichte, mit 22 Jahren wurde er bereits auf Grund einer philologisch-historischen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. Nach seinem Staatsexamen war er erst kurze Zeit im Gymnasiallehrerberuf tätig, im Mai 1876 entschloß er sich in die Würzburger Universitätsbiblio- Auch in diesem Winler wird die Not für viele deutsche Volksgenossen wieder groß. Darum gilt es, zum dritten Male die Volksgemeinschaft, die in uns und um uns der Führer schmiedete, unter Beweis zu stellen und sie immer inniger und fester als ein unzerreißbares Band um alle Volksgenossen zu knüpfen. wenn auch die Ernte in vielen Gegenden unserer Landesbauernschast keinen vollen Erfolg gebracht hat, so verlangt der Rationalsozialismus. daß dennoch jeder Bauer seine Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft erfüllt und nach besten Kräften zur Winterhilfe der RSV., die ein Liebeswerk ist, das aus nationalsozialistischem Ideengut geboren wurde, beisteuert. Das Winterhilfswerk ist nicht nur nehmend, sondern auch gebend. Ganze Industriezweige werden durch es beschäftigt. Auch hat es im vergangenen Jahre u. a. 6 Millionen Pfund. Fleisch im eigenen Saft, mehrere Millionen Zentner Kartoffeln, 500 000 Zentner Weiß- und Rotkohl und erhebliche Mengen anderer Nahrungsmittel von der deutschen Landwirtschaft bezogen. Daran haben Bauern und Landwirte, Metzger, Bäcker, Müller usw. ihren Anteil. Daran sollte jeder in den kommenden Wochen denken, wenn sich die freiwilligen Helfer in opfer- Die Organisationsleitung Bückeberg teilt mit: Entgegen anderslautenden Nachrichten ist die Anmeldung von Teilnehmern zu Sonderzügen nach dem Bückeberg nicht abgeschlossen. Volksgenossen, die am 6. Oktober am Staatsakt auf dem Diejenigen Personen, die sich , „ w „ Termin bei den Dienststellen des Reichsnährstandes gemeldet hyben, müssen ihte Fahrkarten bis späte st e n s M i 11 w o ch , 2. Oktober, bei den zuständigen Ortsbauernführern und Kreisbauernschas- ten gegen Erstattung des Fahrpreises abholen. Nächstenliebe der Tai. Aufruf desLandeSbauernführerS Or.Wagner für dasWinterhilfswerk4935/36. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt mit: Nachstehend geben wir den Fahrplan für die aus unserer Landesbauernschaft zum Staatsakt auf dem Bückeberg fahrenden Sonderzüge bekannt: 1. Sonderzug am 5. Oktober 1935: williger Bereitschaft an ihn wenden. Die Richtsätze und Richtlinien, die ich für den Be- „ .... reich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau erlassen Nächstenliebe der Tat findet, habe, sind für jeden einzelnen Bauern tragbar. Der weitaus größte Teil der Bauernschaft weiß, auf 1 ’ was es ankommt, nämlich darauf, daß ohne den' Dr. Wagner, Landesbauernführer. bei für immer! t _ ... . Nachdem Hans Syden so brüsk das Musikzimmer verlassen, hatte Bettina sofort mit Spiel und Gesang aufgehört und sah erschreckt und fragend die drei Damen an, die untereinander betroffene Blicke wechselten. Es stand für fie alle drei fetzt fest, Hans war diesmal sehr verändert helmgekommen.. Ihn bedrückte, ihn quälte etwas stark, so überstark, daß er alle gute Erziehung vergaß und sich benahm wie ein rücksichtsloser Hinterwäldler, der einfach tat, was ihm gerade paßte. Großmama Leonore sagte leise: „Hans ift überarbeitet, wir wollen es ihm deshalb nicht allzu dick antreiben, daß er sich eben em bißchen flegelhaft benommen hat. Es tut nur leib,., nu-h l° ausdrücken zu müllen, aber wozu beschönigen. Ich bin kein Freund von Menschen, die sich zu weit gehen lassen und menn’s gar einer meiner t)amihe tut, empört es mich doppelt." Sie erhob sich und trat zu Bettina. „Verzeihe ihm mein Kind, weil er dich so schroff unterbrochen hat und mich entschuldige jetzt bitte, ich mochte nach oben gehen, ein Stündchen ruhen,, meine Migräne plagt mich schon den ganzen Tag. Sie nickte allen zu und ging langsam zur Tur. Sie trug immer schwarze Kleider und bevorzugte sehr langgesc^'ttene Röcke, die leicht schleppten. Sie hinkte ein wenig, kaum merklich, das sollte die kleine Schleppe verdecken. Hans Syden nahm sich vor, nach dem nächsten Lied fortzugehen, er bereute schon ins Waldschlößchen gekommen zu sein. Er hätte mit seinem Schmerz, seiner Verzweiflung in die tiefste Em- samheit zu ganz Fremden flüchten müssen. In ein weltentlegenes Dorf, wo er sich für niemand eine gleichmütige Maske aufzuzwmgen brauchte. Noch ein Lied wollte er mitanhören und dann sofort gehend In den Wald, in.die Stille. Eben setzte Bettinas Stimme ein. Sie sang: Ich gönne dich keinem hier auf Erden, Du darfst nicht das Weib des anderen werden. Laß ihn und die Mutter und schau nicht zuruck, Wir beide fliehen ms seligste Gluck. Dem Manne war es, als träfe ihn jedes Wort wie mit Nadeln. Und schon wollen dunkle Mächte wieder versuchen, diese Einheit zu zerstören. Sie glauben, mit Lug und Trug uns wieder zu verderben. Sie sollen sich bitter täuschen, denn in dem Volk von morgen, dessen Religion es ist, ein Bolk zu sein, marschieren all die Tausend und Millionen Opfer mit, die der Kampf um die deutsche Einheit forderte, das Erbe zweier Jahrtausende trägt dieses junge Volk in sich. Ein gewaltiges Bekenntnis zur Einheit wird die gesamte nationalsozialistische Bewegung Hessen- Nassaus in den nächsten Wochen in Limburg ablegen. Im Mittelpunkt dieser großen Aktion steht für uns die Kundgebung der Hitlerjugend, auf der der Reichsjugendführer zu 20 000 Mädel und Jungen sprechen wird. Mädel, wir sind stolz, daß uns die Gelegenheit gegeben wird, an diesem lag ein erneutes begeistertes Bekenntnis zum Volk abzulegen. An diesem Tag muß die kleine Schar der Hetzer und Dunkelmänner erkennen: gegen das Deutschland von morgen können wir nicht kämpfen, denn gegen unsere Waffen setzen sie ihren unerschütterlichen Glauben, ihre Liebe, ihren Willen, der zur Tat wird und sich einsetzt, denn ein Volk zu sein ist ihre Religion! Mädel! Am 13. Oktober sind wir alle in Limburg! BDM., Obergau 13. Um allen an der Fahrt Beteiligten die Reise angenehm zu gestalten, soll jeder einen Platz bekommen. Das kann aber nur dann erreicht werden, wenn jeder Teilnehmer den Wagen benutzt, der ihm durch eine Nummer auf der Rückseite der Fahrkarte zugewiesen ift. Beim Einsteigen in den Wagen ist dem Ordner die Fahrkarte vorzuzeigen. kam sie nicht zu Ende damit. Die neben ihr Sitzende lächelte' „Es hört niemand, was wir sprechen, Kind, deshalb können wir offen und ehrlich miteinander sein. Es tut mir sehr leib, daß dein Gesang nicht den Erfolg bei Hans hatte, den sich Gretel und ich davon versprachen. Ich rate dir sogar, obwohl du für ein paar Tage eingeladen wurdest, möglichst gleich heute wieder heimzukehren. Die Wolke, die Hans mitgebracht, ist doch wohl viel dunkler, als sie anfangs schien. Ich hab jetzt so ein peinliches Gefühl, als ob es hier noch zu irgendwelchen Familienszenen kommen könnte und dabei, verzeih, liebes Kind, ist's doch besser, die Familie ist ganz unter sich/ Sie streichelte Bettinas Hände. „Nicht etwa beleidigt sein, liebes Mädel, nicht etwa gekränkt denken: Erst holt man dich her und dann kündigt man dir die Gastfreundschaft. Solche Mißverstand- nisse darf es zwischen uns nicht geben. Wir beide müssen immer wissen, woran wir miteinander sind, nicht wahr? Ich habe dich nämlich sehr lieb, Bettina, so lieb, als gehörtest du zu den Sydens durch Bande des Blutes." Bettinas Wimpern feuchteten sich, ein paar große Tränen zogen langsam über ihr schmales kluges Gesicht und leise gestand sie: „Ich habe Sie auch sehr lieb, Frau Gräfin, Sie waren von je so herzensgut zu mir." Da küßte die Gräfin das blonde Mädel auf die Stirn. „Also sind wir einig und so etwas rote Mißver« ständnisse gibt es zwischen uns nicht." Bettinas Herz schlug schon ruhiger, es war ihr nicht mehr peinlich, daß diese gütige, warmherzige Frau von ihrer heimlichen Liebe wußte, denn bar1 war ja nicht anbers, als wenn eine verschwiegene Freunbin barum gewußt hätte. (Fortsetzung folgt!) heil Hitler! Der Führer der Luftsport-Landesgruppe 11. Gez.: $ dj a e b e L Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit. Möbel! Noch find bie Tage in Nürnberg wach unb lebendig in uns, bie klar unb hart einer ganzen Welt bewiesen: der zweitausend Jahre alte Kampf der deutschen Menschen um völkische Einheit hat jetzt zum Siege geführt. Hier steht ein Volk, das, erwacht, aus jahrhundertelangem Schlaf, das Pochen feines Blutes wieder hört und sich über alle Unterschiede und Klüfte hinweg zu einem Glauben, einer Liebe, einem Willen und einer Tat zusammenschließt. Zweitausend Jahre lang hat der Kampf gedauert gegen die finsteren Mächte der Zerrissenheit, bis alle Deutschen erkannten: Lin Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit! Das Gießener Theater-ein Theater des Volkes! in tende Gelände nur sind die ner« !eton« Am Erntedankfest um 20.30 Uhr: Uraufführung „Holzappe l", ein lustiges Dolksstück von S). A. Weber. Ehrensache muß es für jeden Gießener sein, dieses Volksstück mit aus der Taufe gehoben zu haben. Um die Ansprüche der einzelnen Grundeigentümer auf ihre Berechtigung hin zu prüfen, war ein Gutachten des Kulturbauamtes eingeholt worden, bei dem in einer Tagfahrt oon Fachleuten festgestellt wurde, daß viele als Pflanz« und Grasgärten benutzte Grundstücke, die Gartenhäuser, wie auch zum Teil die Umzäumungen schlecht unterhalten bzw. ogar abgängig sind. Den meisten Gärten könne, so wurde betont, ein über den Wert oon Bauland Stücke durch ihre straffe Form im Aufbau und durch ihre klaren und einfachen Linien in der Stimmführung die beste Schule für die Erweckung musikalischen Verständnisses. dem Maße, wie wir uns alle berufen fühlen, das Theater als Kulturinstitut Oberhessens zu erhalten — in dem gleichen Maße regen wir die Künstler zu neuen Werken an. Das Theater zu besuchen ist unser Pflichtanteil, den wir, die wir nicht selbstschöpferisch sind, der deutschen Kunst, die uns alle beglückt, zu geben haben. Sorgen wir deshalb dafür, daß das Gießener Theater in feiner Buntheit erhalten bleibe, daß es das wird, was es für ganz Oberhessen sein muß: Der Mittelpunkt des kulturellen Ausbaues, der kulturellen Lebendigkeit! Karl Christ, Kreiswart der NSG. „Kraft durch Freude". Deshalb: Orts, und Betriebswarte der HS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", seht euch ein in der Propaganda für unser Stadttheater, werbt bei allen Volksgenossen für ein Abonnement. Denn in dem Maße, wie wir alle mitmachen, Die Vaulandumlegung im EichMengebiet Verhandlung vor dem Kreisausschuß. Oie OienWunden der Behörden. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat an alle unterstellten Behörden folgende Anordnung ergehen lassen: In Abänderung aller bisherigen Anordnungen wird für das kommende Winterhalbjahr wieder die geteilte Arbeitszeit eingeführt. Die Dienststunden werden für die Zeit oom 1.101935 bis 31.3.1936 wie folgt festgesetzt: für die Wochentage von Montags bis Freitags oon 8 Uhr bis 13 Uhr und oon 15 Uhr bis 18.30 Uhr und Samstags oon 8 Uhr bis 1 3.30 Uhr. ASOAP. - Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Velr. Lebensmillelopferring. Arn Mittwoch, 2. Oktober, werden die Spenden (Pfundpäckchen) durch die RS.-Frauenfchaft einge- farnrnelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Giehen-Hord. Am Donnerstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr pünktlich, findet im Hause der Deutschen Arbeitsfront Schanzenstraße 18 eine Zusammenkunft der Ortsfrauenschaft Gießen-Nord statt. Hierzu sind auch alle weiblichen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront Ortsgruppe Nord herzlich eingeladen. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Donnerstag, 3. Oktober, findet die Amtswalter- Versammlung für den Monat Oktober abends 8.30 Uhr in der Gastwirtschaft „Zum Graf Zeppelin", Wilhelmstraße 49, statt. Mit Rücksicht auf die ab 1. Oktober einsetzende Blockkassierung in sämtlichen Zellen der Ortsgruppe ist es Pflicht eines jeden Amtswalters, pünktlich zu erscheinen. Wegen der Wichtigkeit der Besprechung ersuchen wir, sich für genannten Abend frei zu halten. Spielzeit-Eröffnung im Gtadttheater Gießen. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wirb uns geschrieben: Heute 20 Uhr Festvorstellung zur Eröffnung der Spielzeit 1935/36. Den Auftakt bildet die feierliche Ouvertüre Beethovens zu „Coriolan", gespielt vom städtischen Orchester unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter. Dann folgt eine kurze Ansprache des Intendanten. Hieraus kommt erstmalig in neuer Inszenierung das Schauspiel: „Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist unter der Spielleitung von Intendant H. Schultze- Griesheim zur Aufführung. Mitwirkende: Samen: Birkmann, Decker, Henckell, Stirl; Herren: Frickhoefser, Geiger, Hub, Kühne, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, Seitz, von Spallart, Tank, Volck. Der festliche Eröffnungsabend ist zugleich die erste Vorstellung im Dienstag-Abonnement und dauert von 20 bis nach 23 Uhr. Schülerkonzert bei Frau Cläre Gchlefier-Altmann. Schülerkonzerte sind im wesentlichen von ihrer erzieherischen Wirkung aus zu betrachten. Darin liegt überhaupt der eigentliche Zweck solcher Veranstaltungen. Emil Heuser sand er einen fleißigen Mitarbeiter, 3ii denen bald noch andere — ich nenne nur Dr. Karl Ebel und Dr. Robert Fritzsche — kamen. Mit ihnen baute er die damals noch verhältnismäßig kleine Bibliothek, für die keine großen Mittel zur Verfügung standen, in unermüdlichem, zähem Ringen aus. Mit dem von ihm und Buch- binbermeifter Sann erfundenen Katalogkapseln, die heute weltbekannt und in vielen Bibliotheken und wissenschaftlichen Anstalten eingeführt sind, erneuerte er den Katalog, das Ausleihe-System wurde vereinfacht, der regelmäßige Leihverkehr mit der Hofbibliothek und anderen größeren Bibliotheken ausgebaut, der Schriftenaustausch mit den Hochschulen des In- und Auslandes erweitert. Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s gab zunächst an Hand des Aktenmaterials die Sachlage zur Kenntnis. Er wies einleitend darauf hin, daß eine beabsichtigte, auf freiwilliger Vereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und den Grundstückseigentümern durchzuführende Umlegung gescheitert sei. Die Zwangsumlegung sei in der Folge durch die Regierung genehmigt und durchgeführt worden. Gegen die dabei getroffenen Regelungen erhoben vierzehn Die Grundlage des neuen deutschen Kulturwillens ist das Gefühl der unbedingten Zusammengehörigkeit aller arbeitenden deutschen Menschen. Keiner lebt sein Leben für fick allein, irgendwie ist jeder Deutsche mit seinem Schaffen dem anderen untrennoar verbunden. Der miteinander schafft, der soll auch miteinander feiern! Seit Bestehen der NS.-Gerneinschast „Kraft durch Freude" im Kreis Gießen kämpfen wir darum, aus unserem schönen Gießener Stadttheater, das eins der schönsten Theater des ganzen Reiches ist, ein Volkstheater zu machen. In der neuen Spielzeit des Winters 1935/36 ist unser Gedanke zum ersten Male verwirklicht, das Gießener Stabt- cheater ist ein V o lkstheater ! Im Rahmen von Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird das Gießener Stadttheater in einer ganzen Reihe von Städten des nördlichen Gaues Gastspiele geben. Das Theater muß bunt fein, bunt wie das Volk; es muß fähig fein, alle Register zu ziehen. Das Volk in seiner Buntheit, nicht einzelne Kreise, ist berechtigt zu fordern. Die Buntheit des Volkes verlangt alle Kunstgebiete. Der neue Intendant ist uns Garant dafür, daß Schauspiel, Lustspiel, Tragödie, Oper, Singspiel, Tanz und Danzpantomime in einer vollendeten Form gebracht werden, daß jedes Gebiet Kunst ist und kein Künstchen. Das Konzert am Sonntag hatte natürlich auch die Absicht, einen musikalischen Wert zu vermitteln; so war mit einem ersten Teile eine Bach-Händel-Feier verknüpft. Die gute Absicht ist unverkennbar. Wie weit sind aber Schüler — und zumal noch so junge — geeignet, Interpreten einer so schweren Musik zu sein? Bedarf es nicht eigentlich eines langen Studiums, um über den großen Zeitabschnitt hinweg Zugang zu Bach zu finden? Aber um diesen Zugang überhaupt zu finden, ist es richtig, im Klavierunterricht möglichst früh damit anzufangen: der musikerzieherische Wert gerade dieser kontrapunktischen Stücke ist nicht zu unterschätzen. Abgesehen von der gleichmäßigen Ausbildung der beiden Hände, ft * Stücke durch ihre straffe Form im Aufbau und hinausgehender Wert nicht beigemessen werden. In dem Gutachten wurde lediglich ein Garten, der mit einer massiven, betonfundierten Einfriedigung ehen ist, herausgestellt, da der Umbau der B undamente einen nicht unerheblichen Kostenaufwand erfordern würde. Unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s tagte gestern vormittag im Sitzungssaal des Kreisamtes Der Kreisausschuß des Kreises Gießen im Verwaltungsstreitverfahren. Es ging dabei um Einsprüche gegen die Bauland- umlegung im Eichgärtengebiet. Verschiedene Landbesitzer hatten gegen die im Verein mit dem Umlegungsverfahren getroffenen Maßnahmen Einspruch erhoben, da sie der Meinung sind, ungerecht hart betroffen worden zu sein. Nachdem die Grundstückseigentümer ihre Einsprüche im einzelnen vorgetragen hatten, sprach Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadt in kurzen grundsätzlichen Ausführungen über die Sachlage. Er betonte, daß für die Stadtverwaltung keine Möglichkeit bestehe, weiter entgegenzukom- Don diesem Gesichtspunkt aus sind auch die Darbietungen der Schüler zu betrachten. Im großen un& ganzen konnte man eine ordentliche Technik und ein Bemühen um das Verstehen der Musik sehen; unb gerade in diesem ehrlichen Bemühen soll die größtt Anerkennung liegen. Daß Dynamik und Rhythmus im Anfangsunterricht immer Schwierigkeiten bereiten ist klar, hinzu kam hier noch die Aufregung der Kleinen als vermindernder Faktor. Zuerst ein Menuett in Q-Dur von Rosemarie W e l l st e i n : als Ganzes war die Leistung recht ordentlich, vor allem erfreute die gleichmäßige Technik der beiden Hände. — Weiter hervorzuheben ist das Menuett in Q-Moll von Margot S t i tz : sie spielte es klar und ruhig, die ganze Art des Vortrags verriet Begabung. Das folgende Menuett in v-Moll, gespielt von Marianne Krämer, zeigte ebenfalls gute Anlagen. — Am besten war zweifellos die Leistung von Inge Dietz, die wohl überhaupt die fortgeschrittenste Schülerin ist. Sie verstand es, ein Präludium von Bach recht geschickt zu spielen, ebenso wie die Orgelsonate Nr. 2 von Händel, die sie zusammen mit ihrer Lehrerin vierhändig vortrug. Frau Schlesier-Altmann bemerkte hierzu, daß diese Leistung von Inge Dietz besonders beachtenswert sei, da sie das Stück innerhalb von vierzehn Tagen gelernt habe; diese Tatsache entschuldigt denn auch das nicht ganz so gute Zusammenspiel. — Das Präludium von Händel, gespielt von Helmut Dietz, zeigte Begabung, hervorzuheben ist der markante, aber doch nicht harte Anschlag. Der zweite Teil, der etwas zu unmittelbar auf den ersten folgte, zeigte noch weiter die verschiedenartigsten Fähigkeiten Der Schüler. Es kamen Le Couppey, Corelli, Beethoven, Schumann, Kullak, Mozart und Schubert zu Gehör. Hervorzuheben sind die Leistun- gen von Hannelore Dem, Marianne Heißler und Marianne Krämer. Besonders lobenswert war Inge G i e s l e r, die als Einzige wagte, auswendig zu spielen; ihr Anschlag war sehr weich. Den Abschluß bildete wieder Inge Dietz mit dem Impromptu op.90 Nr. 4 von Schubert. Im ganzen genommen war es eine recht beachtliche Leistung; nur hätte bisweilen das Pedal etwas weiter zurücktreten können. Die für den Schluß der beiden Teile vorgesehenen Darbietungen von Herrn Heinz Weiser mußten wegen Erkrankung des Künstlers ausfallen. Reicher Beifall belohnte die Schüler. Rt. Gießener Dochenmarttprelse. * Gießen, 1. Oft Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (bulgarische) 11 bis HVz, (inländische) Handelsklasse G U, imge* Kartoffelernte. Sie hat heuer später begonnen, als in den letzten Jahren. Der Regen nach der langen Trockenheit schuf neue Wachtumsmöglichkeiten, und so sehen wir heute zahlreiche grüne Kartoffelstauden, die ruljig noch einige Wochen stehen und wachsen können. Im vorigen Jahre waren die Felder um diese 3eit schon geleert. Beim wärmsten Sonnenschein und schönstem blauen Himmel ging die Ernte vor sich. Ob's diesmal wieder so wird? Der Herbst sandte schon recht rauhe Tage, und im Zimmer brannte das Feuer. Aber das macht den fleißigen Kartoffelausmachern nichts aus. Sie schätzen das kühle und windige Wetter mehr als den heißen Sonnenschein. Denn das Ausmachen und Auflesen sind keine leichten Arbeiten. Da braucht man alle Kräfte. Wie leicht aber ermüdet man in der warmen Sonne! Bei der Kartoffelernte liebt man die kühlen, fischen Morgen, wenn Gras und Kräuter vom Tau behangen sind und ringsum schwere Nebel das Land bedecken. An solchen Tagen sollten die Städter einmal hinaus auf die Dörfer wandern' Da würden sie sehen, welches Leben schon am frühen Morgen in allen Häusern herrscht. Da werden Pferde eingespannt, Körbe und Säcke aufge- laden, die Auswurfmaschinen an den Wagen gehängt, dann wird schnell etwas gegessen, und hin- aus geht es in den Herbstmorgen. Auf dem Felde ertönt lautes Rufen der Fuhrleute, denn auf den größeren Aeckern werden heut- zutage fast alle Kartoffeln mit der Maschine ausge- worfen, helles Lachen der Kinder und Frauen, Die nun die Knollen auflesen. Unter heiterem Zuspruch sind die Korbe bald gefüllt. Sie werden in die Säcke entleert, und weiter geht die Arbeit. Welcher Stolz, wenn bis zur Mittagszeit schon eine lange Reihe dieser gefüllten Kartoffelsäcke — fein säuberlich ausgerichtet! — auf dem Acker steht! Aber auch mit dem Karst werden noch viele Kartoffeln ausgehackt. Das ist freilich anstrengender und geht langsamer, aber auch hier sind die Leute zufrieden und froh, daß es wieder eine gute Ernte gibt. Kommen doch die Knollen so schön sauber aus der Erde wie in den vergangenen Jahren. Kein Unwetter, keine übermäßige Nässe haben das Wachstum gestört, i Mit dem Kartoffelfeuerchen freilich müssen die Buben noch ein bißchen warten, denn die Sonne muß erst die Stauden etwas abtrocfnen und dürr machen. Am Abend kommen die Wagen, und die Säcke werden auf geloben. Bis spät in die Dunkelheit hort man das Rasseln der Erntewagen, den Ruf der Fuhrleute und die Unterhaltung der Kartoffelausmacher. tung habe nahezu 60 000 Mark in Zusammenhang mit dieser Umlegung aufgebracht. Es fei der Stadtverwaltung unter diesen Umständen nicht möglich, auch nur einen Schritt weiter entgegenzukommen. Die Grundstückseigentümer sollten auf der anderen Seite berücksichtigen, daß jetzt jeder Anlieger ein im Werte erheblich gesteigertes Grundstück besitze, das als Bauland anzusehen sei, das vielleicht in absehbarer Zeit entsprechende Verwendung finden werde. Der prozentuale Landabzug trefft jeden völlig gleichmäßig. Die Stadtverwaltung sei in der Behandlung des Umlegungsverfahrens gegen die Grundbesitzer in keiner Weife streng verfahren, sondern habe Zugeständnisse gemacht, zu denen sie im Grunde nicht verpflichtet gewesen sei. Nachdem der Vertreter des Kulturbauamtes noch kurz zur Sachlage Stellung genommen hatte, zog sich der Kreisausschuß zur Beratung zurück. Er gab nach geraumer Zeit folgenden B e schl^u ß bekannt: Die Einsprüche von vier Grundstückseigentümern sind gegenstandslos geworden, da die Einsprüche zurückgezogen wurden. Der Beschwerde des O. L. wird stattgegeben und ihm eine Entschädigung von 400 Mark zuerkannt. Alle übrigen Beschwerden wurden als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des Verfahrens sind anteilsmäßig zu übernehmen. men, als es bisher geschehen sei. Die Stadt habe zu dem gesamten umzulegenden Gelände von etwa 39 000 Quadratmetern aus eigenem Besitz etwa 11000 Quadratmeter zugeschlagen, so daß das von den Grundbesitzern des Eichgärtengebietes abzutretende Gelände nur 11 bis 12 v. H. ihres Besitzes betrage. Das Gesetz sehe hier vor, daß Grundabgaben bis zu 35 v. H. vertretbar seien, ohne daß irgendwelche Einwendungen gemacht werden form« ten. Ferner habe die Stadtverwaltung sämtliche Kosten des Umlegungsverfahrens getragen und dadurch den Grundstückseigentümern nicht unwesentliche Belastungen abgenommen. Die Stadtverwal- Mit der Eingliederung der Bibliotheken der Ober- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, des Oberhessischen Geschichtsoereins und später der Hessischen Vereinigung für Volkskunde übernahm die Universitäts-Bibliothek auch deren Tausch mit vielen hundert Vereinen und Anstalten, deren Veröffentlichungen heute einen sehr wesentlichen Teil ihrer Bestände ausmachen. Das Wachstum der Universität stellte immer größere Anforderungen an ihre Bibliothek. Jahr für Jahr bemühte sich Haupt bei der Einreichung des Voranschlages um die Einstellung größerer Mittel und um die Vermehrung des Personals. Nur langsam ging es vorwärts, aber es ging vorwärts. Die Verhältnisse in dem Haus am Brandplatz wurden nachgerade unerträglich, die Regierung mußte sich endlich zu einem Neubau entschließen. Nach den von Baurat Becker in Gemeinschaft mit Haupt ausgearbeiteten Plänen erstand in den Jahren 1901 bis 1904 die neue Universitäts-Bibliothek, wohl eines der schönsten Bauwerke unserer Stadt, das aber auch in seiner wohldurchdachten Raumoerteilung und geschmackvollen und praktischen Einrichtung den höchsten Anforderungen entsprach. Hatte Haupt im Anfang seiner Tätigkeit als Bibliothekar in Gießen nur einen wissenschaftlichen Beamten und einen Diener, so unterstanden ihm, als er nach 36jährigem Wirken als Direktor 1921 in den Ruhestand trat, zwei Oberbibliothekare, drei Bibliothekare, ein wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, ein Volontär, drei mittlere und drei untere Beamte. Der Bücherbestand war auf etwa 320 000 Bände und 180 000 Dissertationen angewachsen. Seine Bibliothek war zu einer Anstalt geworden, auf die die Landesuniversität mit Recht stolz sein kann, und die sich auch neben ihrer älteren und größeren Schwester, der Landesbibliothek in Darmstadt, nicht mehr als Aschenbrödel zu fühlen braucht. Haupt fand immer wieder Wege, um mit den nie ausreichenden Mitteln möglichst viel zu erreichen. Er verstand sich gut darauf, immer wieder Gönner für die Bibliothek zu finden, die in der Not oder bei günstigen Gelegenheiten halfen. Die bedeutendste Vermehrung brachte das Universitäts-Jubiläum von 1907. Außer 35 000 Mark, die von den Städten Gießen und Mainz und von einigen Industriellen und Gelehrten der Bibliothek in bar gestiftet wurden, gelang es Haupt, von 41 deutschen Verlegern die Ueberweisung von Werken ihrer Verlage im Werte von fast 60 000 Mark zu erbitten. Der Frankfurter Diakonissen-Pfarrer Levd- Hecker ftiftete 5000 Mark für Bücher aus dem Gebiet der äußeren und inneren Mission, die den Grundstock zu einer setzt einzigartigen Missions- BibliotPek gebildet haben. Der Mann, der diese große Verwaltungs- und Dr» ganifationsarbeit leistete und dabei immer auch noch Zeit für die Beratung der Benutzer und für freundschaftliche Aussprachen mit seinen Beamten hatte, der im Vorstand des Geschichtvereins und der Oberhessischen Gesellschaft, in den Historischen Kommissionen von Hessen-Darmstadt und Kurhessen im Lese- hallen-Derein und als zweiter Vorsitzender der von ihm mitbegründeten Hessischen Vereine für Volkskunde jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stand, hat dabei seine wissenschaftlichen Forschungen ruhig und erfolgreich weitergeführt. Zunächst waren es noch Schriften über das Waldensertum und über die Vorgeschichte der Reformation und des Bauernkrieges. Als dann feine Würzburger Burschenschaft „Arminia", der er als Student angehört hatte, zu 1 ihrem 50. Stiftungsfest rüstete, schrieb er auf Grund eines reichen Dueüenmat^rials die Festschrift „Die alte Würzburger Burschenschaft 1898". Zur hundert- ften Wiederkehr des Todestags des Freiherrn Renatus Karl von Senckenberg, der seine große Büchersammlung der Universität vermacht hatte, verfaßte Haupt eine Biographie dieses Mannes (1900). Als das Universitätsjubiläum 1907 bevorstand, fiel ein großer Teil der literarischen Vorbereitungen ihm zu, der wohl der beste Kenner der Gießener Univer- sitäts- und Studentengeschichte war. Mit G. Lehnert bearbeitete er für die Festschrift die „Chronik der Universität Gießen", als Festgabe des Ober- hessischen Geschichtsvereins schrieb er fein Buch „Karl Fallen und die Gießener Schwarzen 1815 bis 1819", und mit Professor Sauer gab er während Des Festes die reich illustrierte Festzeitung „Ludo- viciana" heraus. 1909 erschien ein ebenfalls aus diesen Studien erwachsener Aufsatz „Zur ältesten Geschichte des Verbindungswesens der Ludoviciana — Das Pfälzerkränzchen". Im selben Jahre wurde die Burschenschaftliche historische Kommission gegründet und Haupt zum Vorsitzenden ernannt. Er schuf für sie das burschenschaftliche Archiv, das erst vor einigen Jahren an das Frankfurter Stadtarchiv übersiedelte, und begründete die „Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Burschenschaft und der deutschen Einheitsbewegung", von denen 13 Bände erschienen sind mit manchem wertvollen Beitrag aus der Feder des Herausgevers. Sich in das Leben von bedeutenden Menschen zu versenken, zog ihn immer an. Dieser Vorliebe ver- ■ dankt ja auch unsere Bibliothek ihre reichen Bestände an Biographien und Briefsammlungen. Diele kleinere Biographien von Gelehrten, Staatsmännern, Politikern, Burschenschaftern erschienen von ihm in Zeitschriften. Als die Hessische historische Kommission sich auf seinen Antrag zur Herausgabe eines Sammelwerks „Hessische Biographien" entschloß, war es selbstverständlich, daß er die Leitung übernahm. In den Jahren 1912 bis 1930 gab er in 1 Verbindung mit E s s e l b o r n und L e h n e r t drei : starke Bände heraus, in denen auch viele interessante Beiträge von ihm enthalten sind. Als der Krieg ausbrach, entfaltete Haupt in sei- ■ ner glühenden Vaterlandsliebe eine eifrige Tätig- 1 red in der Aufklärung des Auslandes, im Kampf : in per Heimat für geistiges und materielles Durch- ?atten; für die Verwundeten und Kranken gab er i 1916 bis 1918 eine „Hessische Lazarett-Zeitung" her- ; aus. Schwer litt er unter dem schmachvollen Frie« I den und den Zustanden der Nachkriegszeit. Die un- I ermudliche Forschungsarbeit und die Tätigkeit für < bte Deutsch- Burschenschaft hielten ihn aufrecht. In - bem Burschenschaftlichen Hanbbuch für Politik I Kn-b -r 1820 über „Die politische Stellung ber ! Burschenschaft un ersten Jahrhundert ihrer Ent- : “4,Iu!8 ■ unb neben den „Quellen" gab er seit , 1922 das „Handbuch für ben brutschen Burschen- i schafter", heraus, dessen 5. Auflage 1929 erschien. Als die Gießener Burschenschaft „Germania" 1931 ihr 80. Stiftungsfest feierte, widmete er ihr, die — ebenso wie Die „Frankonia" — ihm wegen seiner Verdienste um die Burschenschaft ihr Ehrenband verliehen hatte, mit H. Schneider zusammen als Festgabe „Beiträge zur Geschichte der Gießener Urburschenschaft". Seine letzte größere Veröffentlichung ist der ausgezeichnete Aufsatz über Wilhelm Snell und seinen deutschen Bund von 1814 auf 1815 und dessen Einwirkung auf die Urburschenschaft im 13. Bande der „Quellen" (1932). Man müßte natürlich auch noch die vielen Heineren Beiträge Haupts in Zeitschriften und Zeitungen, seine Rezensionen, seine Vorträge in wissenschaftlichen Vereinen aufzählen, um ein vollständiges Bild von der rastlosen, fruchtbaren Arbeit des Entschlafenen zu geben. Dabei war er durchaus kein Bücherwurm, sondern auch ein liebenswürdiger Gesellschafter, ein Meister auf dem Cello, dessen schönste Erholung das Spielen der Werke unserer großen Musiker mit gleichgestimmten ,Freunden war, ein großer Naturfreund, der die Schönheit unseres Vaterlandes auf seinen Reisen genoß und besonders innig feine fränkische und seine hessische Heimat liebte. Seine Verdienste fanden ihre Anerkennung durch die Ernennung zum Professor (1897) und Geheimen Hofrat (1904 bei der Einweihung des neuen Biblio- thekgebäudes). Er war Ehrenmitglied der Soci6t6 d’histoire vaudoise, des Oberhessischen Geschichtsoer« eins und des Vereins für hessische Geschichte in Kassel. Die Universität Gießen ernannte ihn 1922 zum Ehrensenator, die Gesellschaft für burschenschaft- liche Geschichtsforschung zum Ehrenvorsitzenden. Zu seinem 70. Geburtstag errichteten die Alten Bur- schenschaster eine „Haupt-Stiftung" zur Förderung der burschenschaftlichen Geschichtsforschung, an seinem 75. Geburtstag brachte ihm die Gießener Bur- schenschast einen Fackelzug, und die Deutsche Bur- schenschaft stiftete eine „Haupt-Plakette", die als Auszeichnung für hervorragende Leistung auf dem Gebiete der Geschichte der Burschenschaft verliehen wird. Seinen Beamten war er nicht nur ein gerechter und gütiger Vorgesetzter, sondern auch ein treuer Freund, der an allem, was sie erlebten und was sie bewegte, herzlichen Anteil nahm, stets Zeit für sie hatte, ihnen half und sie forderte, wo er konnte. Seinen Freunden hielt er die Treue bis übörs Grab. Wir, die wir ihn kannten und die ihm nahe- ftanben, trauern in dankbarem Gedenken mit feiner Witwe, feinen Kindern und Enkeln um diesen edeln, vornehmen Mann. Sein Name ist in unseren Herzen eingetragen wie in die Annalen unserer Universität und der Geschichtswissenschaft. H. Grundeigentümer Einspruch und verlangten Ent- chäbigungen oder Ergänzungen. So wurden Ein- riebigungen auf Kosten der Stadtverwaltung, Um« etzuna von Gartenhäusern, Herrichtung von Betoneinfassungen, Umrobung von Gelanbe, Ersatz fehlenden Grunbes, Anpflanzen von Hecken, Versetzen von Obstbäumen, Einrichtung von Zapfstellen usw. verlangt. Da sich bie Stadtverwaltung zur Erfüllung aller dieser Wünsche nicht bereitfinden konnte, wurde die Angelegenheit zur Entscheidung vor den Kreisausschutz gebracht. Oberheffen Kreis Friedberg. bensbild entwarf. Mit dem Verstorbenen ist ein alter Forst- und Waidmann von echtem Schrot und Hunde zu prüfen, dem Zwecke, die Kreisjägermeister Oberhessens oder ihre Beauftragten mit Den Anforderungen und der Technik dieser Prüfungen im Vogelsberg hergestellt werden, wie Klammern, Holzlöffel, Rechen, Holzschuhe, Töpfereien aus Lauterbach und Hornberg, Gewebe aus Schotten und Schlitz, Molkereiprodukte und manches andere war von den Kindern zusammengetragen worden, baau Ansichtskarten, Bilder und Bucher vom Vogelsberg. In zahlreichen schriftlichen und zeick. nerischen Arbeiten, sowie Querschnitten und Reliefs zeigten die Schüler, wie sie den Vogelsberg kennen, gelernt hatten. Nachdem die Schulleiter des Kreises die Ausstellung besichtigt hatten, wurde sie jetzt eine Zeit lang auch der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht, so daß diese einen wertvollen Einblick in die Schularbeit tun konnte. tn Lang - Göns, 30. Sept. Das A u s m a ch e n der' Kartoffeln hat in der vergangenen Woche nur ganz zögernd eingesetzt, da die meisten Pflanzen noch im vollsten Wachstum stehen. Aber allmählich sterben sie auch ab, und in dieser Woche wird all- gemein begonnen. Die Landwirte, die ein Rindvieh- aespann haben, befürchten außerdem, daß ein künf- ttger Regen die Wege so durchweichen wird, daß sie Mit dem Ehrenzeichen des Roten Kreuzes 1. Klaffe ausgezeichnet. Darmstadt, 30. S-Pt. (LPD.) Mit Zustim. muna des Führers wurde dem langjährigen Haupt- Geschäftsführer des Wen c.-Frauenver^n- Ministerialdirektor Dr. Kratz, zu seinem 7 0. Geburt s t a g aus besonderer Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um das Rote Kreuz m Hessen das E h r e n z e l ch e n des R o t e n K r e u z e s 1. K l a s s e verliehen. Eine karolingische Etraßenwarte an der Weiter. -- Schwalheim, 1. Okt. Dr. Philipp D i e f- fenbach, der verdienstvolle Erforscher der Friedberger und Wetterauer Geschichte, schrieb in seiner 1843 erschienenen „Urgeschichte der Wetterau": „Unmittelbar bei Schwalheim, westlich, erhebt sich an der rechten Wetterseite ein kleiner Hügel, von den Bewohnern „Gewanneköppel" genannt. Er mag ungefähr 300 Schritte im Umfang haben und ist offenbar aus den Trümmern eines alten Turmes oder anderen Gebäudes entstanden. Man merkt auch, daß vertraut zu machen. Denn im Laufe der nächsten Wochen müssen seitens der Jagdbehörden alle in Jägerhand befindlichen Jagdhunde geprüft werden, ob sie „jagdlich brauchbar" sind. Bei der Preis- Verteilung am Abend des Samstag betonte der Gaujägermeister für die Provinz Oberhessen, der gleich Dem Kreisjägermeister für den Kreis Wetzlar an der Prüfung teilgenommen hatte, die hohe Bedeutung dieser Prüfungen und die wichtige Ausgabe der auf solchen Prüfungen tätigen Führer, neben den Gebrauchshundevereinen in besonderem! Maße als Sauerteig in der Deutschen Jägerschaft tätig, zu sein und zu wirken, um den Gebrauchs- huno und die Kenntnis seiner Führung allmählich zum selbstverständlichen Besitz jedes deutschen Waidmannes werden zu lassen. Es wurden drei 1., vier 2. und drei 3. Preise vergeben, d. h. sämtliche Hunde erwarben sich die Eintragung in das deutsche Gebrauchshundestammbuch, das Stammbuch der Leistungszucht. Daß sich darunter drei erst im ersten Felde stehende Hunde befanden, ist ein Beweis für die Höhe der Anlagen, die ein Junghund aus bester Zucht in sich trägt und ein Warnungszeichen für die, welche Geld und Mühe so oft vergeblich an v__ ganz unbekannte Zuchtprodukte dunkler Herkunft werken am Niederrhein hat, hängen. Den la-Preis, zugleich den Ehrenpreis des ften sumpfigen Talstufe li 18 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Feld- in firfc »dann nur schwer befahren werden können. Der Er- fatal 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20 Pf.. "as Gleßener Lyearer fptelt in Md). I “ra"nift ' soweit bis jetzt übersehen werden kann - m m>A«—4.U4» «>K t«« Rf\ ®»irhta k hta I «5 ojx Z0. Sept. Um vielen Volksgenossen un-recht zufriedenstellend. In der Hauptsache wird hier itaot die Segnungen deutscher Kultur und | bie Sorte „Industrie" angebaut. Ader auch die ~ ' ‘~ Sorte „Ackersegen" ist viel verbreitet und gibt gute Erträge. Die Ackerstücke der Kartoffelzüchter — es sind hier über 25 Bauern, die sich mit dem Anbau von Saatkartofseln befassen — stehen noch, denn hier müssen die Kartoffeln vollständig reif werden. — Am kommenden Sonntag, dem Erntedankfest des deutschen Bauern, werden zahlreiche Mitglieder der Ortsgruppe Giehen-Süd Gäste unseres Dorfes sein. Wir können schon jetzt versichern, daß sich alle in den gastlichen Häusern von Lang-Göns wohlfühlen werden. -D Lich, 30. Sept. Da in unserer Stadt in der letzten Zeit einige Fälle von Diphtherie-Erkrankungen aufgetreten sind, gibt die Ortsarup- penamtsleitung der N S D. L i ch in ortsüblicher Weife bekannt, daß die diesen Herbst für unsere Stadt bestimmten Pflegekinder nicht eintreffen. Freitag und Samstag zusammen mit der Landesgruppe Hessen der Fachschaft Deutsch-Drahthaar feine diesjährige Verbandsgebrauchsprüfung in Wald- und Feloreoieren am Fuße des Schiffen- bergs ab. Die mit 10 Hunden beschickte Prüfung diente neben ihrer Hauptaufgabe, die gemeldeten Korn verschieden. ss. Grebenau, 29. Sept. Dieser Tage hielt die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, im Saale der Gastwirtschaft Reidt eine Mitgliederversammlung ab. Ortsgruppenleiter Habermehl besprach eingehend die Judenfrage und zeigte an einigen Beispielen klar und deutlich, wie von manchen Volksgenossen die Judenfrage heute immer noch nicht richtig verstanden wird. Anschließend sprach er noch über den Reichsparteitag der Freiheit und über die gegenwärtige politische Lage. Weiterhin sprach noch Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Pg. Fröhlich, über den Aufbau und die Organisation der NSV. Mit dreifachem Sieg-Heil aus den Führer und dem gemeinsamen Gesang des Horst- Wessel-Liedes schloß Ortsgruppenleiter Haber- mehl die Versammlung. Die Kapelle Meckbach trug durch einige Konzertstücke zur Verschönerung der Versammlung bei. — Bei der öffentlichen D e r- steigerung des Gsmeindeobstss kam der Zentner durchschnittlich auf 7 bis 8,50 Mark. Nachdem die Garantiezeit für die ©allerlei« tuns unserer Gemeinde vor einiger Zeit ab gelaufen ist, machen sich jetzt hier und da größere Schäden bemerkbar. Um diese Schäden zu beheben, sind größere Reparaturen erforderlich, die jefet ausgeführt werden. Dadurch haben einige hiesige Geschäftsleute und etliche Arbeitslose einige Zeit Arbeit gefunden. Preußen. Kreis Wetzlar. * Frankenbach, 30. Sept. Der dreizehnjährige Sohn des hiesigen Landwirts Heinrich Wack III. fuhr vor der elterlichen Hofreite mit feinem Fahrrad gegen das Auto des Kraftfahrers Heinrich Wagner aus Kirchvers, der sich auf der Fahrt nach Kirchvers befand. Der Junge kam dabei schwer zu Fall und erlitt, soweit bisher festgestellt werden konnte, schwere Kopfverletzungen. Nach erster Hilfeleistung durch den Arzt wurde der bedauernswerte Junge in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. zeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 18 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Feld- Illegale Zeitschriften sind abzuliefern. D a r m st a d t, 30. Sept. (LPD.) Dor dem Strafsenat des Hessischen Oberlandesgerichts standen fünf Angeklagte aus Bensheim, ehemalige Mitglieder der SPD. Der Hauptangeklagte, der 31jährige Georg Lang, bezog eine illegale Zeit- cf) r i f t und verbreitete sie mehrere Monate lang an die übrigen Angeklagten weiter, anstatt die verbotene Zeitschrift an die Polizei abzuliefern. Er wurde zu 1 Jahr 3 Monate Gefängnis verurteilt. Die vier Mitangeklagten erhielten je 6 Monate Gefängnis. Schweizer Kokainschmuggler verurteilt. LPD. Darmstadt, 28. Sept. Im Juli d. I. erschien der 60jährige Schweizer Staatsangehörige Adolf Müller in den Chemischen Werken E. Merck in Darmstadt und verlangte nach Vorlage einer Personalpapiere Kokain, um es im Aus- \ land weiter zu verkaufen. Er wurde verhaftet und hatte sich jetzt vor Gericht zu verantworten. Zu einer Verteidigung erklärte er, im Ausland herrsche )ie Ansicht, in Deutschland werde an Ausländer Kokain ungehindert abgegeben, um Devisen ins Land zu bekommen. Das Gericht erkannte unter tarfer Strafmilderung angesichts der Notlage des Angeklagten auf eine Strafe von V/a Jahren Gefängnis. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 2. Oktober. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch — Gymnastik 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Weihe der Gruft des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg im Tannenbergdenkmal. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. 15: Nachrichten. 15.15: Lieder von Edgar Hansen. 16: Beliebte Ouvertüren. 16.30: Vor der Lese. Winzergespräche aus dem Kaiserstuhl. 17: Nachmittagskonzert. 18.30 bis 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bcmernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Feierstunde des Kulturamtes der Reichsjugendfüh- rung in der Garnisonkirche in Potsdam. Es sprechen: Der Stellvertreter des Führers, Reichs- minifter Rudolf Heß und der Reichsjugendführer Baldur von Schirach. 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Verschönerung des Platzes vor dem Neuen Friedhof. Liebe Stadtverwaltung! Wenn man des öfteren den Neuen Friedhof betritt, um die Stätten zu besuchen, wo die sterblichen Ueberrefte unserer lieben Heimgegangenen zur letzten Ruhe gebettet sind, so freut man sich immer wieder über die herrliche Lage und die wunderbare Ordnung und Sauberkeit, die auf diesem herrlichen Plätzchen Erde herrscht. Auch viele auswärtige Besucher bewundern stets, sooft ich mich mit ihnen unterhielt, die herrliche, gepflegte Anlage dieses Platzes. Um so unansehnlicher und störender wirkt es, wenn man diesen herrlichen Ort verläßt und den Platz vor dem Friedhof betritt. Hier ist so manches, auf was ick nickt näher einaehen will, was störend wirkt und einem sofort alle feierliche Stimmung nimmt. Ne nun einmal dieser weihevolle Ort in jedem Besucher erzeugt. Ich bitte nunmehr die Stadtverwaltung im Auf» trage vieler Friedhofsbesucher, dafür Sorge $u tragen, daß auch der Vorraum bzw. der Platz vor dem Friedhof dem weihevollen Ort entsprechend umgestaltet wird. Ein eifriger Friedhossbesuchek Untersuchungshaft bei fahrlässiger Tötung. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt uns mit: Der Kaufmann Ernst Mann aus Mainz Hut w am 15. September 1935 auf der Landstraße bei Worms ein Kind derart mit seinem Kraftwagen angefahren und verletzt, daß es an den Folgen verstarb. Seine Beschwerde gegen den vom Amtsgericht Worms erlassenen Haftbefehl wurde von der Strafkammer Mainz als unbegründet zurückgewiesen. Auch seine hierg^zen beim Strafsenat des Oberlandesgerichts Darmstadt verfolgte weitere Beschwerde hatte keinen Erfolg. Ebenso erging es dem am 1. Juli 1915 geborenen August Jakob Steg müll er aus Erbach, der am 8. September 1935, nachdem er das Weindorf in Bensheim besucht und bereits am gleichen Tage mit seinem Kraftwagen in eine geschlossene Eisenbahnschranke gefahren war, den Metzger- meister Wilhelm Fastenmeier aus Frankfurt a. M. überrannte und tödlich verletzte. Der von dem Amtsgericht Bensheim gegen Stegmüller erlassene Haftbefehl wurde sowohl von der Strafkammer Darmstadt, als auch vom Strafsenat des Oberlandesgerichts Darmstadt bestätigt. Der Strafsenat hat unter Berücksichtigung eines weiteren ebenfalls von der Justizpressestelle mitgeteilten Falles innerhalb kürzester Frist dreimal aus gleichem Anlaß über die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft zu befinden gehabt.. Die Zurück- Weisung der Beschwerden in allen drei Fällen laßt erkennen, daß das höchste zur Entscheidung über die Fortdauer d e r Untersuchungshaft berufene Gericht in Hessen gewillt ist, den Stras- verfolgungsbehörden die Aufklärung und Bekämpfung des wilden Autofahrens zu erleichtern. einst rund herum ein Graben gezogen fein muß. Ich wage nicht, darüber zu bestimmen, empfehle aber künftigen Forschern, diesen Punkt zu beachten, ob er nicht vielleicht als Rest eines alten Wachtturmes erscheint." Mehr hat man über den künstlichen Hügel bisher nicht erfahren. Im Dolksmund wurde er vielfach als Hünengrab angesprochen. P. A. Tho- len vom Wallraf-Rickertz-Museum in Köln, der zur Zeit zur Kur in Bad-Nauheim weilt, hat nun fest- gestellt, daß wir in der Anlage kein vorgeschichtliches Hügelgrab vor uns haben, denn solche liegen nicht in sumpfigem Gelände. Es handelt sich vielmehr um eine Befestigungsanlage, die eine auffallende Aehnlichksit mit einer großen Anzahl Erd- 1 ' t, die alle auf der unter» = Butzbach, 30. Sept. In den Obstanlagen der Gemeinde Nieder-Weifel fand die erste O b st » Versteigerung statt. Es kamen in der Hauptsache Aepfel (durchweg erfttiaffige Ware) zum Ausgebot. Dementsprechend wären die Preise hoch. Je nach Behang der Bäume betrugen die Preise für Wirtschaftsäpfel bis zu 25 Mk., für Tafelobst (Goldrenette von Blenheim, Goldparmäne, Boskop usw.) sogar bis zu 40 Mark, wobei sich der Zentner für erstere Art durchschnittlich auf 4 bis 6 Mark, für letztere Sorte bis zu 9 Mark belief. — Der Wetter a u e r Obstmarkt bringt täglich in steigendem Maße Dbftmengen zum Verkauf. Anfänglich ! bestand das Angebot meist aus Zwetschen, die auch heute noch durchweg für 10 Mark pro Zentner verkauft werden. Nunmehr ist auch das erste Frühkernobst angefahren worden. — Nachdem im Laufe des Nachsommers die Fahrbahn der Straße von hier nach Nieder-Weifel um falt einen Meter durch Pflaster erweitert wurde, ist man gegenwärtig daran, die Gesamtanlage der Straße beiderseits um dieselbe Ausdehnung zu verbreitern. Das geschieht dadurch, daß die Gräben nach aus- roärts geschoben werden. Sämtliche Einmüdungen in die angrenzenden Felder wurden mitverlegt, die Einsahrtswege erhielten größtenteils Pflasterungen. Bei günstigem Wetter soll noch in diesem Jahre der durch die Straßenverbreiterung gewonnene Geländestreifen derart befestigt werden, daß er nur liegen und immer von für die Radfahrer als Fahrbahn bestimmt wird. — Gaujägermeisters" für den besten Hund aus dem I Wassergräben umzogen'sind. Die am <5d)roati)eimer N^d e r"-W ei' Äagdgau Oberhessen, holte sich „Flott vom Geyer- „Gewanneköppel" gefundenen Gefäßreste stimmen sterung wrd zur Z z sch geführt Nach stein" (Richard Volk, Pohl-Göns) mit 269 von mit denen überein, die man in den niederrheinischen und Ni d Durckaanasstraße Bu§ 289 erreichbaren Punkten, während der Ib^reis Anlagen gefunden hat, und bezeugen, daß der Oe- an „Thius vom Hüttenberg" (Revierförster D.l- wanneköppel in karolingischer Zeit (im 9. erfahren haben ten , Usingen) und der Ic°Preis an „Freya II. vom Jahrhundert v. Chr.) als Straßenkastell an vorgesehene Deickesserung erfahren Y den. Hüttenberg" (Apotheker Bahr, Wetzlar) fielen, einem wichtigen Wetterübergang angelegt worden ist. Kreis Büdingen. Wie diese Hunde, |o entstammten auch fast alle an. Landkreis Giehen. O Nidd a, 27. Sept. Die Verbreiterung ersmgerobee™er4 bnei ^unl^der Waidmann < Heuchelheim, 30, Sept. Am gestrigen d e r E i, e n b ° h n ü b e r s ü h r u n_g d e r Strecken ■ Schmor hoi firh pinpn nierbeiniaen Waid- Sonntag feierte der Landwirt Phil. Germer II. Nidda — G l eß e n und Nidda Friedberg aetellen^u erwerben der ihn nicht im Stiche lassen bei guter Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag, über die Salzhäuser Straße geht ihrem Ende ent» 9 J" 6 ' I Noch täglich verrichtet er alle schweren Arbeiten in I gegen. Das schwere Gerüst für den Umbau, bas mir01 Tlnrnofiitm seinem landwirtschaftlichen Betriebe, dessen Leiter er den Verkehr auf der Straße beeinträchtigte, ist be- für flien s taa NSG heute noch ist. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr reits beseitigt. Nicht vorausgesehene ^roterigtei» hurA 18 30 bis 20 Uhr ‘ ist er noch aktives Mitglied und versäumt als 80jäh- ten stellten sich bei der Beseitigung der alten Fun- "Kraft durch Freude 18.30 bta 20 Igt, 4Uge I l Vorbild der jungen Wehrmanner, damente ein. Anstatt auf Sandsteme, wie er autzen ftta 22 Ub^ R-iten R-it!ckmle fast keine Hebung. Nur gestern an seinem 80. Ge- zur Verschönerung diente, stieß man im 3nnern les Nra^nlad - Stadttb^ er ' 20 bi- 23 burt-tage ließ er sich bei der gerade stattsindenden Sackes- aus Zementblöcke die Mit Hilfe non zwei M^OtI=t»(tnm-ft,(runa^ Der Vrinz non Homburg" Feuerwehrllbung ausnahmsweise entschuldigen. Der elektrischen Bohrern erst stückweise beseitigt werden EMobe" 9 Krieg hat in der Familie des Jubilars leider eine mußten, um einem entsprechend breiteren Funda- — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Ep s . große Lücke gerissen, da sein jüngster Sohn gefallen ment von Eisenbeton Platz zu machen. Daran ... Trt ist. Und so verrichtet der Hochbetagte treu und wacker schließt sich demnächst die Auseinanderlegung der ♦* D i e n ft 1 u b 11 a e n. Auf eine fahrige schweren Beruf weiter. An seinem heutigen beiden zu nahe beieinander befindlichen Gleisan- tigkeit bei der Commerz- und Prwat-Bank AG„ ^sttage waren alle seine Angehörigen um ihn ver- lagen, hier sowohl, als auch auf weitere Entfer- rti-fcon Vm™ hören 91nrgangerm, der Mit- sammelt. Der Kurrende-Chor der Konfirmanden nungen. Außer dem erwähnten Umbauwerk für ©tefjen, kann heute [jnter ßeitunq DDn Pfarrer Weisel brachte dem das im Voranschlag etwa 3000 Mark vorgesehen licken, e, , .. • mnron hnf hro Rtibnnermaltuna iM Äuae der Ar- Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis I D Li 6, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner lerer Stab. _.p. o 3,20 bis 3,40 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis Deutscher Kunst zugänglich zu machen, ist die NS.-! 20 Pfi, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche (deutsche) 38, Kultur gemeinde Lick im Bunde mit der (italienische) 50, Brombeeren 40 bis 45, Preise!- Ortsgruppe Lich der NSG. „Kraft durch beeren 40 bis 45, Zwetschen 12, Nüsse 35 bis 45, Freude" an die Leitung des S t a d 11 h e a t e r s junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, Gießen mit dem Antrag herangetreten, ähnlich das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat wie in den letzten Jahren im kommenden Winter 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken einige Theaterabende in unserer Stadt 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, zu neben. Die ßeituna des Stadttheaters ist die- Lauck« 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis sem Wunsch entgegengekommen und hat vier Dor- 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ftellungen für unsere Stadt zuaesagt. Die S«,6.„M6e»r«u»«»,üfun9 SLKSlJXSw des „Hubertus" Gießen im ROH. im Laufe des kommenden Winters gemeinsame Om- Der „Hubertus" Gießen (im RDH.) hielt am nibusfahrten nach Gießen zu unternehmen, um “ ~ ~ 'dort das Theater zu besuchen. Diesen Fahrten, die auch im letzten Winter in ähnlicher Weise durchgeführt wurden, bringen viele Volksgenossen unserer Stadt reges Interesse entgegen, zumal es den Teil- nehmern für wenig Geld möglich ist, die Theater- Vorstellungen in Gießen zu besuchen. Filiale Gießen, bzw. deren Vor, teldeutschen Creditbank, Filiale < - । uruer Ajenunu uun ipiutici c 11 c i uiuujic ucm । -----— .—- « - - Pa. Wilhelm Schmidt Siefien, durudblufen. 9ubi[ar ein Ständchen. Trotz seiner vielen Arbeit waren, hat die Bahnoerwaltung im Zuge der Ar- Der Jubilar erfreut hch sowohl bei der Betriebs. ber alte Herr noch Zeit, sich im „Gießener beitsbeschaffung noch folgende Umbauten aus- sührung, als auch im Kreise feiner Gefolgschafts- A^iaer" dessen Leser er schon jahrzehntelang ist, geführt, für die die Doranschlagssummen beigefugt fameraben großer Beliebtheit Bei einem kurzen ^heiten zu unterrichten. ber ^^hfcheibe (20 000 Mark) und Vetriebsappell wurden ihm seitens der Zentral- ^Steinbach, 30. Sept. Im Familienkreise der Niddabrucke unterhalb der Stadt (15 000 Mark) direktion in JBerlin und von semen hiesigen Ar- ibr^r brei ^inber acht Enkel und einem Urenkel sowie des Befehlsstellwerkes (4000 Mark). Da das beitskurneraden schöne Geschenke überreicht. — Der gierten wie schon berichtet, die Eheleute Keßler letztere den gesteigerten Anforderungen nicht mehr Verwaltungssekretär Ludwig We ppi er, Frank' ' Goldene Hochzeit. Bürgermeister und genügt, so wird es neuerdings um 2,50 Meter ver- furter Straße 84, kann heute sein 25iahriges Dienst- Ortsgruppenleiter Rink überbrachte das Glück- längert. Bei den Fundamentarbeiten stieß man auf jubiläum bei der Zentralverwaltung der Umversi- wunfchschreiben des Herrn Reichsstatthalters riesige Basaltsteinblöcke, die durch Sprengungen tätskliniken begehen. — Der Prokurist und Dou- $ 'er> ber auch ein Ehrengeschenk übermit- beseitigt werden mußten. meister Hermann Rack, Gnauthstrahe 11 wohn- teIn Ije^ Auch der Kreisdirektor ließ durch den Bür- kreis Alsfeld. haft, kann am heutigen 1. Oktober auf eine 25)ah- gei-meister feine Glückwünsche überbringen. Die Ge- «>e i i - k s ® • nge Dienstzeit bei der Baustrma Abermann zurück- ^inde Steinbach gratuliert- durch ihren Bürger- Mucke, 28. Sept Heute fand auf den Krers- blicken. , meister unter Ueberreichung eines Ehrengeschenkes, strahen Grünberg—Atzenham und Grunberg Mucke Miete rjubiläum. Die Familie Johannes Pfarrer Döll war von dem k. Propst der Propstei die diesjährige O b st v e r st ei a e r u n g statt. Die Döring kann am heutigen Dienstag, 1. Oktober, ^rhessen, Propst Trommershausen - Frank- Preise waren ziemlich hoch^ Besonders gute Sorten ein seltenes Jubiläum begehen. Seit 40 fahren a M beauftragt, dessen Glückwunschschreiben wurden gut bezahlt. Die Kartoffel e r n t e wohnt die Familie im Hause des Herrn Gottlieb ' übe ben Die Arche Steinbach und ihr Kir- ist hier soweit beendet Wie die Gesamternte des Helfenbein, Marburger Straße 82. Das Jubi- ^noorstand übermittelten ebenfalls ihre Glück- und Jahres eine gute war, so ist auch die Kartoffelernte läum bestätigt das jahrzehntelange gute Emver- ^^enswünsche mit einem Geschenk, der Prachtaus- als Dollernte zu bezeichnen Besonders die Züchter nehmen zwischen Mieter und Vermieter. Die Familie , DOn Luthers Hauspostille. Der Kriegerverein, von Ackersegen und Vater Rhem haben imt dieser Döring gehört seit vielen Jahren zum treuen Stamm b Ehrenmitglied der Jubilar ist und dem er Sorte gute Erfahrung gemacht der Leser des Gießener Anzeigers. khon über 50 Jahre angehört, ließ durch feinen Lei- # Ober-Ohmen, 30. Sept. Hier wurde ** Schulpersonalien. Überträgen wurde Sehrt seine Glückwünsche überbringen. So der in weiten Kreisen bekannte Freiherrlich Riede- dem Lehrer Wilhelm Schmidt zu Herbstem, der Ehren- und Freudentag harmonisch, alle selsche Förster i. R. Heinrich S t op p l e r zu Grabe Kreis Lauterbach, eine Lehrerstelle an ber Kotts- n)ün|£ftten bem Jubelpaar einen gesegneten Hebens- getragen, nachdem es ihm vergönnt roar, Das 70 Le- schule zu Hühnlein, Kreis Bensheim, mit Sßirfung aben'b/ bensjahr zu vollenden. Er nahm von dieser Erde vom 1 Oktober 1935 an; dem Lehrer Ludwig . g ta e „ b o r n - S t e i nb e r g , 30. Sept. Hier Abschied, rote ihn jeder Waidmann sich wünschen Ohlenmüller, zuletzt an der Deutschen Schule sich ein schwerer Unfall. Der drei- kann. Am Tage gmg er noch einmal durch fern in Sevilla, eine Lehrerstelle an der Volksschule S" zehnjährige Reinhold Sarnes, Sohn des hiesigen Jagdrevier und m der Nacht schon rief ihn Freund Klein-Krotzenburg, Kreis Offenbach, mit Wirkung ^h^ders Sarnes, brach sich bei einem Hein in die ewigen ^^unde ab Sechs Forst- vom 1. Oktober 1935 an; dem Lehrer Hernnch Ke l- unglü ck lich en Sturz beide Arme. Der beamte trugen den schlichten Eichensarg nach dem ler zu Reichelsheim (Wetterau), Kreis Friedberg, bedauernswerte Junge mußte sofort in die Chirur- Friedhof, wo sich der Krtegerverein mtt drei Ehrern eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Roß- Klinik nach Gießen gebracht werden. faloen von seinem Mitglied verabschiedete Durch bad), Kreis Friedberg; dem Lehrer Ernst Lotz zu Großen-Linden, 30. Sept. Im 21^6)1^ Äran3nieberlegung und warmen Nachruf verab- Nieder-Gemünden, Kreis Alsfeld, eine Lehrerstelle if)ren achttägigen Landschulheimaufent- ichtedete sich ferne ehemalige Dienstherrschaft sowie an der Volksschule zu Reichelsheim (Wetterau), halt aus der Herchenhainer Höhe hatten die Standesorgamsation der deutschen Jager von Kreis Friedberg, beide mit Wirkung vom Tage des oberen Klassen unserer Volksschule eine Aus- dem Dahingeschiedenen, von dem Pfarrer G u tz - Dienstantritts an. ftellung oeranftaltet. Allerlei Gegenstände, die mann wahrend I-mer Grabrede em getreues Le, ** Oeffentliche B ücherhalle Im Sep- __ > » < - - w.« « ©fnmmorn I h «n efiith »ntmnrf Wit hprn Dprktorbene n ift ein tember wurden 1514 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 8, Erzählende Literatur 985, Jugendschriften 240, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 114, Naturwissenschaft und Technologie 46, Heer- und Seewesen 13, Haus- und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 6, Religion und Philosophie 9, Staatswissenschaft 15, Sprachwissenschaft 1, Sport 2 Bände. Nach auswärts kam ein Band. SJL-tfpoit sehr hoch. Das Zusammenspiel Bet Sicher Mannschaft muß bedeutend besser werden, wenn sie überhaupt Erfolge haben will. Zugendfußball der Gp.-Vg. 1900. Abturnen in Wieseck. Der vorgestrige Sonntag brachte im Turnverein Wieseck reges Leben. Unter Leitung von Oberturnwart Hch. Römer traten bereits vormittags die aktiven Turner zum Geräteturnen im Vereinslokal an. Die volkstümlichen Wettbewerbe wurden anschließend auf dem Sportplatz an der Wieseck ausgetragen und füllten den Vormittag voll aus. Das schöne Wetter, das den Turnern für ihr« Wettkämpfe beschieden war, hatte viele Zuschauer angelockt, welche den einzelnen Darbietungen, bei denen zum Teil recht gute Ergebnisse festgestellt werden konnten, mit großem Interesse folgten. Am Nachmittag wurden alsdann die Kämpfe der Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen ausgetragen. Auch hier wurden Geräte- und volkstümliche Hebungen gezeigt, die allgemein als befriedigend angesprochen werden konnten. Durch die gute Organisation und dank der Mitarbeit bewährter Turn- freunbe war es möglich, das sehr umfangreiche Turnen reibungslos durchzuführen. Die Wettkampfteilnehmerzahl belief sich auf insgesamt 146. Nachstehend die ersten drei Sieger jeder Turnklasse. Turner aktive (Zehn-Kampf): 1. Willi Werner 173; 2. Hans Mank 161%; 3. Rud. Andermann 157% Punkte. Leichtathletik (Vier-Kampf): 1. Hch. Möhl und Alfred Rodenhausen mit je 75; 2. Walter Hildebrandt 52 Punkte. Turner-Unter st ufe (Zehn-Kampf): 1. Kurt Lepper 187%; 2. Ewald Imme! 184; 3. Karl Scherer 153% Punkte. Turnerinnen (Sieben-Kampf): 1. Anneliese Wehling 138%; 2. Erna Oswald 123; 3. Ella Schwalb 122% Punkte. Schüler-Ober st ufe (Sieben-Kampf): 1. Erwin Weller 123; 2. Erwin Schäfer 112; 3. Erwin Kreiling 108% Punkte. Schüler-Mittel st ufe (Sieben-Kampf): 1. Walter Schmidt 154; 2. Rud. Größer 152%; 3. Karl Christ 143% Punkte. Schülerinnen-Ob er st Ufe (Sechs-Kampf): 1. Gertrud Dech 116; 2. Anni Dech 101; 3. Hilde Seibert und Lotte Kling mit je 93% Punkten. Schülerinnen - Mittel st ufe (Fünf- Kampf): 1. Herta Euler 92%; 2. Else Schneider 85%; 3. Marie Becker 83 Punkte. Schülerinnen-Unterstufe (Drei-Kampf): 1. Anni Deibel 58; 2. Hermine Heller 52; 3. Gertrud Düringer und Hilde Sommerlad mit je 51 P. Schüler über 10 I. (Fünf-Kampf): 1. Herbert Luh; 2. Werner Braun; 3. Willi Oswald. Schüler unter 10 Fahren (Fünf-Kampf): 1. Rud. Mank 84; 2. Walter Loth 81; 3. Kurt Weller 79% Punkte. Um die deutsche Vereinsmeiflersckast. Versuche in der Cklasse durch Tv. Heuchelheim und Tv. 1883 Lollar. Die beiden leichtathletisch sehr rührigen Landver- eme. Lollar und Heuchelheim unternahmen vergangene Woche Versuche in der C-Klasse um die deutsche Vereinsmeisterschaft. Lollar erledigte im „Alleingang" sein Pensum bereits am Freitagabend, während die Heuchelheimer am Samstagnachmittag an den Start gingen. Beide Vereine erzielten annehmbare Punktzahlen und dürften sich in der Reichswertung günstig placieren. Nach dem Stand von voriger Woche nehmen die Heuchelheimer mit 3721,80 Punkten die 27. Stelle ein, während Lollar, das ohne seinen besten Mann D i e h l antreten mußte, mit 3501,20 Punkten auf den 45. Platz zu setzen ist. Nachstehend die Ergebnisse, soweit sie für die Wertung in Betracht kommen: 100 Meter: Seipp (Lollar), 12,1 Sek.; F. Müller (Heuchelheim, 12,5 Sekunden. 800 Meter: H. Neidel (Heuchelheim), 2:06,5 Min.; W. Müller (Lollar), 2:25 Minuten. 3000 Meter: F. Neide! (Heuchelheim), 9:14 Min.; Löhr (Lollar), 10:37,4 Minuten. Weit- sprung: Munzert (Lollar), 5,61 Meter; Kreiling (Heuchelheim), 5,25 Meter. Kugelstoßen (Dietz (Lollar) 11,06 Meter, F. Müller (Heuchelheim), 10,27 Meter. 4X100-Meter-Staffel: Tv. Lollar 48,4 Sek.; Tv. Heuchelheim 50,2 Sekunden. V. f. 3t Lich. Lich I — Großen-Linden I 5:3 (4:0). Beide Mannschaften trafen sich am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel auf dem Licher Sportplatz. Großen-Linden trat mit einer noch sehr jungen Mannschaft ins Feld, die zeigte, daß sie zu kämpfen versteht. Lich hatte einige Neubesetzungen im Sturm vorgenommen, die sich auch bewährten. Lich fand sich sehr schnell und brachte gleich zu Beginn des Spieles das Tor der Gäste in Gefahr. Durch gutes Zusammenarbeiten des Sturmes fiel bereits in der 15. Minute das erste Tor für Lich, dem bis zur Halbzeit noch weitere drei Tore folgten. Nach Halbzeit kam Großen-Linden mächtig auf und konnte durch überraschende Vorstöße innerhalb acht Minuten drei Tore für sich buchen. Hierdurch wurde Lich aufgerüttelt. Ein weiteres Tor fiel denn auch für die Gastgeber. Mit dem Resultat 5:3 für Lich pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab. Lich II — ©rüningen I 2:8 (1:3). Lich verlor gegen Grüningen wider Erwarten 1900 1. Jugend — Lollar 1. Jugend 3:2 (1:1). Am Sonntag weilte die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 zum Verbandsspiel in Lollar und brachte einen knappen, aber verdienten Sieg mit nach Hause. Die Blauweißen, die ihrem Gegner körperlich weit unterlegen waren, hatten das Spiel jederzeit in der Hand. Von Anfang an gingen die Platzbesitzer mächtig aus sich heraus und kamen auch zu einem Tor. Bald war aber der Ausgleich hergestellt. Mit diesem Unentschieden wechselte man die Seiten. Schon in den ersten Minuteg^her zweiten Halbzeit gingen die Blauweißen in Führung und bald darauf schoß der Mittelstürmer das dritte Tor. Gegen Spielende kamen dann die Platzbesitzer noch zu einem Tor. Zum Sieg reichte es nicht mehr. 2. Vogelsberg -Geländefahrt der NSKK.-Brigade Hessen. Wie bereits im Vorjahr, so veranstaltet die NSKK.-Brigade Hessen gemeinsam mit dem DDAC., Gau 3, Hessen, am 20. Oktober von Schotten aus eine Vogelsberg-Geländefahrt für Motorräder mit und ohne Beiwagen und Kraftwagen. Das Ziel ist ebenfalls in Schotten. Alle Inhaber eines nationalen Fahrerausweifes oder einer internationalen Lizenz im Bereich der NSKK.-Brigade Hessen sind zur Meldung zugelasien. Von feiten der Wehrmacht sind noch mehr Nennungen als im vergangenen Jahr abgegeben worden, was natürlich die Anziehungskraft der an und für sich sehr spannenden Geländezuverlässigkeitsprüfung noch bedeutend erhöht. Handball im kreis W (Lahn-Dill). Vezirksklasse: Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhau- fen 4:3 (2:1). Der erwartete scharfe Kampf kam, wie schon das Ergebnis besagt, zustande. Zwei spielerisch vollkommen gleichwertige Mannschaften rangen um den Sieg, der allerdings erst in den letzten Minuten durch die Platzbesitzer sichergestellt werden konnte. Die knappe Führung in der ersten Halbzeit wurde von Münchholzhausen nicht nur aufgeholt, es gelang sogar in einem kräftigen Zwischenspurt eine 3:2-Führung herauszuholen. Dann aber tarnen die Gastgeber erst richtig ins Spiel. Sie glichen aus und konnten in den Schlußminuten sogar noch den Siegestreffer anbringen. DsB.-Reichsbahn Gießen — Tv. Roth 8:8 (3:5). Das Spiel litt außerordentlich unter der mäßigen Leitung des Schiedsrichters, der beide Mannschaften benachteiligte. Die Gäste, die sich wieder als spielstarke Mannschaft erwiesen, konnten bei Halbzeit klar führen, mußten sich dann aber doch von den immer besser werdenden Platzbesitzern ein Unentschieden gefallen lassen. Tuspo. Marburg — To. Heuchelheim 9:9 (4:6). Die Heuchelheimer holten sich am Sonntag in Marburg in einem schönen und spannenden Spiel ihren erften Punkt. Sie waren den Einheimischen in der ersten Hälfte klar überlegen, verstanden es nach dem Wechsel allerdings nicht, den nun folgenden Druck auzuhalten. Trotzdem wäre bei etwas mehr Glück vielleicht noch ein Sieg zustande gekommen. I Nach dem dritten Spielsonntag hat nunmehr Lützellinden eine klare Führung, gefolgt von dem Neuling Hochelheim. Kreisklasse: To. A l l e n d o r s a. d. Lahn — Tv. Nauborn 13:3 (9:2). Die Einheimischen konnten seit langem wieder einmal gefallen. Sie waren ihrem Gegner in jeder Beziehung klar überlegen. (Nauborn trat mit neun Mann an.) Tv. Garbenheim — Tv. Hörnsheim 5:9 (4:5). Das Spiel befriedigte in keiner Weife, zumal viel zu hart gekämpft wurde. Der Sieg der Gäste stand nie in Frage und brachte ihnen zwei weitere wertvolle Punkte ein. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Holzheim 10:7 (6:5). Holzheim hat nun bereits fein zweites Spiel verloren. Die Mannschaft, die noch vor einiger Zeit als spielstärkste der 1. Kreisklasse ange- sprochen werden durfte, läßt immer mehr nach. Dor allem vermißt man bei ihr das früher bewunderte Durchhalten und Kämpfen bis zum Schluß. Tuspo W. - Niedergirmes — Tv. Atzbach 8:8 (5:5). Atzbach zeigte sich auch gestern wieder als eine Mannschaft, die etwas kann und die ihr Können mit Eifer und vor allem Siegeswillen paart. — Der Spielverlauf sah zwei gleichwertige Mannschaften, von denen allerdings Atzbach unumstritten die größeren Chancen hatte. To. Alb ach — Tv. Dorlar 4:9 (2:4). Die Gäste fanden sich zunächst nicht zurecht, gingen aber trotzdem bald in Führung, die allerdings die Einheimischen aufholen konnten. Bis zur Pause schaffte sich dann Dorlar klar in Front und war dann auch im weiteren Verlauf nicht mehr zu halten. Der Sieg ist, auch in dieser Höhe, vollauf verdient. Tv. Dutenhofen — Tv. Wetzlar II 10:6 (6:2). Obwohl die Gäste verstärkt antraten, gewann Dulenhofesf sogar nöch sicherer trfs das Grgednf« besagt. Die Gäste ergingen sich in Einzelleistungen, konnten damit allerdings bei dem aufopferungsvollen und klugen Spiel der Einheimischen nicht viel ausrichten. Tv. Ebersgöns — Tv. L i ch 5:13 (2:6). Das Spiel wurde von Lich erwartungsgemäß gewonnen. Die Gastgeber zeigten allerdings schon weit mehr, als gewohnt, so daß sich Lich schon etwas anstrengen mußte. Im Rahmen der großen Propagandaaklion der Hitler-Jugend des Gebietes Hessen-Nassau veranstaltet die Gefolgschaft 3/116 mit dem Fähnlein 4/116 am Donnerstag, 3. Oktober, um 20.30 Uhr eine Abendfeier am Stadttheater. Tv. Hausen — Tv. Grüningen 4:4 (1:3). Beide Mannschaften lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf, der für Grüningen als ein Achtungserfolg gewertet werden muß. Bei Haufen vermißte man das gute Zusammenspiel der letzten Sonntage, während Grüningen diesmal nach der angenehmen Seite enttäuschte. Tv. G a rb e n t e i ch — Spvgg. 1900 Gießen II. 7:11 (4:7): Obwohl die Gießener mit drei Spielern aus der 1. Mannschaft antraten, durfte das Spiel nie verloren gehen. Garbenteich scheint z. Z. eine Schwächeperiode durchzustehen, der allein die Spielverluste der letzten Zeit zuzuschreiben sind. Tv. Wißmar — Tv. A l l e n d o r f a. d. Lda, 5:4 (2:2): Die Platzmannschaft hat sich diesmal etwas mehr angestrengt. Mit diesem Ergebnis haft« wohl niemand gerechnet. Es mag sein, daß bi« Gäste nicht wie gewohnt spielten und daß man bei ihnen den gesunden Torschuß vermißte. Trotzdens war das Spiel außerordentlich spannend und wurde beiderseits anständig ausgetragen. Tv. Londorf — Tv. Beuern 8:5: Der Aus« gang muß unbedingt als ein Achtungserfolg für di« Gäste gewertet werden. Denn nur das größer« Steh- und Wurfvermögen brachte den Einheimischen den Sieg. Hochelheim — Tv. Erda 6:2 (3:1): Dis Gäste traten zu spät an und verloren deshalb dis Punkte. Ein ausgetragenes Freundschaftsspiel hatte obiges Ergebnis. Jugendklasse: Tv. Münchholzhausen — Spo. 05 Wetzlar 18:4(8:1) Tuspo W.-Niedergirmes — Tv. Wetzlar 10:3 (3:2) Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim 8:6 (2:4) Tv. Lützellinden — Tv. Lich 7:2 (2:1) Tv. 1846 Gießen — Spvga. 1900 Gießen 14:1 (7:1) Tv. Wißmar — Tv. Staufenberg 3:5 Tv. Londorf — Tv. Ruttershausen 1:4 (1:2) Tv. Grüningen — Tv. Lang-Göns 2. Jug. 1:9 (0:4) Die Jungens des Spv. 05 Wetzlar hatten in Münchholzhausen keine Chancen und verloren hoch. — Nicht anders erging es dem Tv. Wetzlar in Niedergirmes. — Schwerer mußte Dutenhofen schon kämpfen, zumal die Gäste bei Halbzeit noch in Führung lagen. — Lützellinden landete einen sicheren Sieg, der allerdings in der ersten Hälfte noch nicht so ganz feststand. — In dem kleinen Lokalkampf waren die 1846 er ihrem Gegner klar überlegen. — Staufenberg ist körperlich kräftiger als Wißmar, und so erklärt sich auch der knappe Sieg. — Dieser neue Sieg der Mannschaft von Ruttershausen hat bewiesen, daß sie wohl die stärkste ihrer Staffel ist. — Lang-Göns war seinem Gegner sowohl körperlich als auch spielerisch weit überlegen und kam so zu einem hohen Sieg. macht Wäsche frisch uUar i . • Wäsche wund Gesdiäft »Verlegung! 55930 Ab 1. Oktober habe ich meine Brot- und Feinbäckerei von der Bahnhofstraße 12 in mein Haus Crednerstraße 34 verlegt. Nach vollständiger Erneuerung des Betriebes werde ich auch von dort aus bemüht sein, meiner Kundschaft nur das Beste zu bieten. Ich bitte, das mir in den 26 Jahren geschenkte Vertrauen auch weiterhin zu erhalten. £udn>ig ®ende, S$ä