Nr.177 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 1. August 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertage Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Zteindruckerei N. Lange in Gießen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: rchulftrahe? 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Turner und Sportler sollen über Verein und Verband hinweg beweisen, daß sie die Einheit in der Leibesübung ebenso bejahen, wie die Einheit in Volk und Reich. In der Arbeit am gemeinsamen großen Ziel, an der Ertüchtigung des deutschen Menschen und insbesondere der deutschen Jugend, soll und muß sich der Nationalsozialismus beweisen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Schaffung des Reichsbundes für Leibesübung eine Notwendigkeit war. Er soll dazu beitragen, alle Kräfte zusammenzufassen und gleichzeitig im Dienst der großen Sache wirksam zu machen. Die Gaufeste, das 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII (Hessen) in Gießen, sollen auch allen Volksgenossen überzeugend und kraftvoll zeigen, daß sich Turner und Sportler dieser großen Aufgaben bewußt sind. Leibesübung, zielbewußt betrieben, bedeutet eine dringende Notwendigkeit für unser Volk, das durch schwere Jahre ging und noch schwere Aufgaben vor sich hat. Die kommende Zeit verlangt nicht nur den leistungsfähigen Körper, sondern und vor allem auch den charaktervollen deutschen Menschen, der sich stets seiner -Pflicht der Gemeinschaft gegenüber bewußt ist. Leibesübung war von jeher nicht nur Stärkung und Erhaltung der körperlichen Kräfte, sondern stets auch Schule des Charakters, Mittel zur Förderung der Energie, der Willenskraft, der körperlichen und der seelischen Disziplin In der Erreichung des Hochzieles, der Harmonie von Körper und Geist im einzelnen, mit der untrennbar die Opferbereitschaft für die Gemeinschaft verbunden ist, findet die Leibesübung ihren Sinn. Turnerische und sportliche Betätigung bedeutet gleichzeitig für > den jungen deutschen Mann eine Vorschule für den Dienst im Panzer der Nation, in der Wehrmacht. Der aktive Turner oder Sportler kennt die belebende Wirkung der Leibesübungen, er weiß, daß ihm immer wieder ein Aufschwung gegeben wird für den Kampf im Alltag. Er kennt die Steigerung des Lebensgefühls und des Selbstbewußtseins nach einer befriedigenden Leistung ober gar nach dem Sieg im Wettkampf. Jede gelungene Hebung kann zur Quelle der Freude werden und eine Steigerung des Bewußtseins der eigenen Kraft im Gefolge haben. Niederlagen wird der wahrhafte Turner und Sportler aber nie zum Anlaß fruchtloser Resignation nehmen, sondern immer als ein Fanal zu größerem Willenseinsatz. Und wie hoch ist darüber hinaus die Bewegung im Freien, in der frischen Luft, im Wasser, auf Wiesen oder am Wald zu schätzen?! Vielseitig sind die Segnungen der Leibesübungen. Sie dienen nicht nur dem Gegenwärtigen, sondern auch kommenden Generationen. Um das Deutschtum zu fördern, baute der Reichsbund für Leibesübungen die Dietarbeit in fein Wirken ein. In der völkischen Aussprache soll sie auch beim 1. Gaufest in unserer Stadt ihren Ausdruck finden, denn der Turner und Sportler im Dritten Reich soll nicht nur auf dem Sportplatz seinen Mann stellen, sondern auch Verbundenheit beweisen können mit dem Volke und dem Boden seiner Heimat: er sott zeigen, daß er sich eins fühlt mit den Kräften, die ihn rings umgeben. Es wird kaum einem schwer fallen, sich als einzelner oder in der Gruppe der Kameraden zu äußern. Zu glauben, daß es sich bei dieser völkischen Aussprache um eine irgendwie geartete Prüfung handeln könne, wäre Irrtum. Es gilt — so ähnlich sagte einmal Reichsminister Dr. Frick — dem jungen deutschen Turner und Sportler, ein neues Ethos zu schaffen, ein Ethos, in dem vereint sind die heiße Liebe zum Vaterland, die Achtung vor dem Staat und seinem Gesetz, der Wille zur Mitarbeit aus freiem Entschluß, 5 VT-a ; ä' O, • M X MM MS' -X-' '■4. .. -4 . vor allem der Wille zur Wehrhaftigkeit und zum Nationalsozialismus, die Sehnsucht zum Urgrund seiner eingeborenen Artung, deutschem Blute, deutscher Landschaft entsprossen. — Wer so den Kern des Dietwesens erfaßt hat, wird nicht mehr fragen: Wofür Geistesschulung gerade im Reichsbund für Leibesübungen? Die Durchführung der großen Veranstaltung ist der Gießener Turnerschaft übertragen. Seit Wochen ist man unermüdlich damit beschäftigt, alles auf das Sorgfältigste vorzubereiten. Unendlich viel Kleinarbeit gilt es dabei zu leisten, für die kein Dank gefordert wird. Alle, die sich für diese Arbeit einsetzen, sehen den Dank für ihre Aufopferung in einer starken Beteiligung der Turner und der Sportler aus allen Lagern. Man erhofft sich auch das starke Interesse der Bevölkerung unserer Stadt, der näheren und der weiteren Umgebung, ja des ganzen Gaues XII, für diese Heerschau der Leibesübung. Die Tage vom 2. dis 4. August sollen unsere Stadt ganz im Zeichen der Leibesübung sehen, im Zeichen des geeinten deutschen Sportes, im Zeichen kraftvoller deutscher Menschen und einer lebensbejahenden, auf den neuen Staat ausgerichteten I u - g e n d. Das Gaufest soll ein Fest unserer Volksgemeinschaft sein und soll die zähe, unermüdliche Arbeit aller Organisationen vor Augen führen, die der Leibesübung dienen. Auf den Sportplätzen unserer Stadt aber soll sich in einer großartigen Heerschau die körperliche Leistungsfähigkeit der Turner und Sportler im Wettkampf zeigen. In kraftvoller und schöner Hebung am Gerät, im dramatischen Kampf auf der Aschenbahn, in der klassischen Hebung im Speer- und Diskuswurf, in der kühnen Disziplin Stabhochsprung und in vielen anderen Formen der körperlichen Betätigung soll den Volksgenossen, die noch abseits stehen, werbend gezeigt werden, welch' ein frohes und gesundes Menschentum sich in der Sphäre des Turnens und des Sportes entwickeln kann und sich bereits entwickelt hat. In der Blickrichtung auf den Dienst an der Volksgemeinschaft und an der Zukunft des Vaterlandes ist dem 1. Gauturnfest des Reichsbundes für Leibesübungen ein großer Erfolg zu wünschen. Der Erfolg des Festes würde Ausdruck des Dankes an den Führer Adolf Hitler und für die Arbeit des Reichssportführers von Tschammer und Osten sein. (Ausnahmen |13|: Neuner, Gießener Anzeiger. — Aufnahme „Turnen": Krämer, Stuttgart.) Gießener Tiirnmidvrl8l9. Während noch in der Leipziger Schlacht Rheinbundstruppen auf Napoleons Seite kämpften, hatten sich schon in Gießen Schüler und Studenten um ihren verehrten Lehrer Friedrich Gottlieb Weicker zusammengefunden im Glauben an Deutschland, und jederzeit bereit, für seine Freiheit zu kämpfen und zu sterben. Auf ihre Eingabe hin errichtete der Großherzog das „Hessische Freiwillige Jäger-Corps", mit dem sie alle nach Frankreich zogen. Nach Friedensschluß entstand in Gießen aus dieser Frontkameradschaft eine „Deutsche Gesellschaft", die von August Adolf Ludwig Fallen und seinem Bruder Carl geführt wurde. Mußte diese Vereinigung sich auch wieder auflösen, so ließ sich doch ein Mann wie Carl Rolfen nicht von seinem Ziele abbringen. 1815 trat der Germanenbund ins Leben, dem auch schon im Beruf stehende Männer wie Professor ©elfter u. a. angehörten. Die Kämpfe der „Gießener Schwarzen", wie dieser Kreis von den anderen Studentenverbindungen wegen ihrer altdeutschen Tracht genannt wurde, führten schon nach einem halben Jahr zur Auflösung. Auch die Fortsetzung als „Deutscher Bildungs- und Freundschaftsverein war nicht von Bestand; trotzdem blieben die Mitglieder innerlich einander verbunden. Die Versal-" gungen durch die reaktionären Behörden brachten es dahin, daß die ganz im Banne des genialen Feuerkopfs Carl Folien stehenden Schwarzen immer radikaler in ihren Anschauungen wurden. So konnte sich allmählich die Schar der „Hnbe- dingten" bilden, von denen einer erklärte: ,.Er ziehe es vor, wegen einer gegen Gottes Gebote verstoßenden Tat, die fein Volk errette, in die ewige Verdammnis zu gehen, als alle feine Volksgenossen dauernder Knechtschaft zu überlassen." Inzwischen war in Jena durch Auflösung der Einzelverbindungen eine einzige Burschenschaft entstanden. In Gießen traten neben den „Schwarzen" auch die Landsmannschaften für diesen Gedanken ein. Aber in der Studenten-Versammlung im Dezember 1816 im Loosischen Saal kam es zu Auseinandersetzungen beider Parteien und die Vertreter der Landsmannschaften verließen den Saal. Die Zurückgebliebenen bildeten nun die „Christlich - teutsche Burschenschaft" unter Carl Fallens Führung. Carl Fallen und feine Freunde dachten jetzt nicht mehr an ein neues starkes Kaisertum, sie erhofften Deutschlands demokratische Einheit nicht mehr, wie um 1814/15 von den Fürsten, sondern vom Volke. Ihre „Grundzüge für eine künftige Reichsverfassung" vom Jahre 1818 sind teilweise genährt von den Ideen der französischen Revolution: ein Einheitsstaat, der auch die Schweiz, das Elsaß und die Niederlande umfassen sollte, mit gewählten Fürsten und einem deutschen König. Im Innern verlangten sie Miliz, einheitliches Recht, Reform der Rechtsprechung. Einheitsschule und eine christlich-deutsche Nationalkirche; die Uniüerfitäten sollten einen akademischen Jdealstaat bilden, dem nur Deutsche und Christen angehören dürfen. „Nicht ein einzelnes Fach der Wissenschaft ober Kunst", schrieb Carl Folien 1818 in seiner „Geschichte der christlich - teutschen Burschenschaft zu Gießen", „und eben so wenig nur eine Art Leibesübung darf uns genügen; nein, ein rastloses Fortwandeln auf selbstgebahnten und durch freundschaftliche Verständigung erweiterten Wegen der Wissenschaft und Wahrheit, und dabei ein gesellschaftliches, turngerechtes Ausbilden aller Leibeskräfte kann zu freiem Einklang unseres Wesens, im Einzelnen wie im Ganzen bin» führen." Schon die erwähnte „Deutsche Gesellschaft", die im November 1814 entstanden war, hatte sich in Form gymnastischer Hebungen mit dem Turnwesen beschäftigt. Dementsprechend hatten die „Schwarzen" bereits im Sommer des Jahres 1816 eine Turngemeinde aebildet, deren Hebungsplatz vermutlich die Loosische Gastwirtschaft in der Markt- Rudern: Der Verbandsachter der Gießener RG. im Training. Turnen. Cnbe der siebenfachen Kehre. Leichtathletik: Im Ziel nach einem 100-Meter-Lauf Dem 1 Gaufest zum Geleit Gießen in der SniiMnns des denWen Sports von des Oer Heichsstatthalter und Gauleiter. Die Ziele, die der Führer dem deutschen Volke seht, können verwirklicht werden nur von Männern und Frauen voller Lebenskraft. Die kein anderer Staat zuvor nimmt daher der nationalsozialistische Staat sich der körperlichen Erziehung des Volkes und der einzelnen Menschen an. 3n planvoller Arbeit wird der deutsche Mensch an Körper und Geist neu geschaffen. Pflicht eines jeden Volksgenossen ist es deshalb, dem Willen des Führers gemäß feinen Körper zu stählen, zu turnen und Sport zu treiben. Die Arbeit geschieht meist in der Stille. Einmal im Jahr aber soll der Stand des Könnens aller Oeffentlichkeit gezeigt werden. Diesem Zweck dient auch das große Gaufest des Gaues Hessen, das vom 2. bis 4. August1935 in Gießen stattfindet. Darum rufe ich die gesamte Bevölkerung, alle Turner und alle Sporttreibenden auf, sich an diesem Fest zu beteiligen, mit ganzem Einsatz zu seinem Gelingen mit- zuhelsen und damit das große Aufbauwerk des Dritten Reiches zu fördern. heil Hitler! ... Daß die deutsche Turnerei in den langen Jahrzehnten einer liberatistischen geistigen Mißbildung, der tieferen Gesetze vielleicht selbst unbewußt, in der Schule schon und nach ihr im freien Verbände die körperliche Kraft der Ration stählte, hat sie zu einem gewaltigen Faktor der Erhaltung unseres Volkes erhoben. 3m Dritten Reiche unseres Volkes erhoben. sAus der Rede des Führers zum Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart.) * Die Gießener Volkshalle war, wie fo^ eben gesagt, ein Gewinn jener Tage. Die Befürworter des Baues gingen von dem Gedanken aus, daß für die Herrichtung von Zelten für das Turnfest erhebliche Geldbeträge aufzuwenden seien, die nach Lage der Sache nach auswärts gehen müßten und schon nach wenigen Tagen für unsere Bevölkerung keinen Wertfaktor mehr darstellen würden: dagegen bleibe beim Bau einer Volksballe das Geld in der Stadt, und man bringe ein Werk zu- und auch kurze Zeit danach war es wenigstens obenher trocken, aber bald trat die Gießkanne Himmels wieder mit voller Kraft in Tätigkeit und wirkte so ausgiebig, daß schließlich der Rest des Turnfestes mit seinen mancherlei Einzeldarbietungen völlig zu Wasser wurde/ Die Bevölkerung flüchtete am Samstag- und am Sonntagabend in Massen vom Festplatz. Die Straßenbahn erhielt dadurch einen Hochbetrieb, wie sie ihn vorher und auch in der Folgezeit nie mehr zu verzeichnen hatte, sie machte das beste Geschäft an diesen Tagen. Die Festleitung aber sah sich am Ende der ganzen Arbeit vor folgendem Ergebnis: turnerisch waren ausgezeichnete Leistungen zu verzeichnen; wirtschaftlich hatte unsere Stadt eine dankbar begrüßte zusätzliche Einnahme erhalten; für gemeinnützige Zwecke war die Volkshalle geschaffen worden: der Gemeinschaftsgeist unserer Gießener Bevölkerung hatte sich bestens bewährt; die Gießener Turnerschaft aber sah sich durch den unglücklichen Ausgang der Hauptfesttage vor einem Feblbetrag in höhe von etlichen tausend Mark, dessen Beseitigung hinterher noch mancherlei Kopfzerbrechen und Röte bereitete, höhere Gewalt, gegen die natürlich jede Menschenkraft ohnmächtig ist, hatte den dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Unsere Stadt stand, das läßt sich von vornherein mit Fug und Recht behaupten, andern Städten seiner Art und Größe in der Entwicklung der Leibesübungen nicht nach. Die Entwicklung' in den einzelnen Zweigen der Leibesübungen verlief sehr unterschiedlich. Ehrwürdige Turnerei. gaffe war. Denn unter dem 9. Juli dieses Jahres bemerkte Ernst W e l ck e r in einem Brief an feinen Bruder Gottlieb: „hier werden wir vielleicht bald eine Turnfchule anlegen, wenn man nur nicht unverschämt genug ist, uns den Tummelplatz, um den wir einkommen wollen, abzuschlagen. Morgen fangen wir an, soldatisch exerzieren zu lernen, und wenn Jahns Idee, durch eine Grundumbildung der Erziehung ein neues Deutschland zu bilden, durchgeht, so muß es auch noch eine schöne Zeit für unser liebes Vaterland geben." Ende Juli zog schon täglich eine Menge junger Männer zum Trieb, um zu turnen. Auf das Gesuch der „Schwarzen" und anderer turnfreudiger Studenten um Ueberlassung des Festungswalls hinter dem heutigen Landwirtschaftlichen Institut entschied das Disziplinargericht der Universität am 25. August 1816, daß derartige Hebungen ohne einen Turnlehrer für Gesundheit und Leben gefährlich werden könnten. Die Stadtverwaltung war einsichtiger und räumte dem neugegründeten Turnverein, dem außer den „Schwarzen" eine große Anzahl Kaufleute, Handwerker usw. angehörten, einen Turnplatz auf dem Trieb in der Nähe des Schießhauses ein. Eine Zuschrift an die „Rheinischen Blätter" aus jener Zeit berichtet von einem neuen Leben in Gießen, wo der i vaterländische Geist nur geschlummert habe. „Er ist mächtig wiedererstanden, und er soll noch herrlicher daraus hervorgehen." Die neue Turnanstalt verspreche ein schnelles Wachstum. „Es bedurfte nur einer kleinen Anregung, dann faßte die Lust und Liebe dazu bei den Meisten Wurzel." Und in einem Brief vom 13. Juni 1817 erzählt Ludwig Thudichum, daß die Leute scharenweise zum Turnplatz kommen, besonders Gymnasiasten, von denen sich viele darauf freuen, demnächst als Studenten mitturnen zu können. Natürlich waren diese Turnübungen auch ein gutes Mittel für die „Schwarzen", Gesinnungsgenossen für ihre bur- schenschaftlichen Gedanken zu gewinnen. Der Turnplatz auf dem Trieb, vor der Gastwirtschaft „Germania", war mit einem Graben umgeben; die Geräte waren in einem Holzschuppen untergebracht. Strenge Ordnung herrschte auf dem Platz; wer sich nicht fügte, wurde ausgeschlossen. Die Hebungen bestanden vorzusweise im Klettern I und Springen; der Barren war damals hier noch nicht bekannt. Daß die Turner die vaterländischen Gedenktage, wie Körners Todestag, feierlich be- aingen, versteht sich von selbst. Das erste Turnfest! sand am 22. Juli 1818 in Gießen statt; aus nicht bekannten Gründen kamen die erwarteten Gäste nicht sehr zahlreich, von denen doch die Gießener Der Turnverein von 1846 ist der älteste Leibes- ubung treibende Verein in unserer Stadt. Anfänglich war die Turnerei manchen Anfeindungen ausgesetzt, sie nahm aber doch einen starken Aufschwung. An der Gründung des DT. (1858) nahmen die Gießener Turner lebhaften Anteil. Die Arbeit galt nicht nur der Leibesübunq, sondern auch vaterländischen Zielen. Der Krieg von 1870/71 brachte Zwar eine Unterbrechung der Arbeit, die aber bald wieder energisch ausgenommen wurde. In der Folge erfuhr der Uebungsbetrieb eine wesentliche • Jugendarbeit wurde schon damals viel Aufmerksamkeit zugewandt. Im Jahre 1891 konnten sich die Turner durch eine hochherzige Stif- tung eine Turnhalle bauen. Gießener Turner tra- ten ouf vielen auswärtigen Festen ehrenvoll hervor. Im Jahre 1885 folgte die Gründung des Män- nerturnv-r-ins Gießen, der schon jum Ende des Fabres seines Bestehens 200 Mitqlieder MTV. und 1846 schlossen sich 1896 zur „Gie- fjener Turnerschaft zusammen und förderten nun gemeinsam tue turnerischen Bestrebungen. Manches große Turnfest wurde ausgerichtet. Der Weltkrieg 1914 unterbrach die Arbeit der Vereine. 110 Mit- flheber des MTV., 400 des Tv. 1846 zogen ins jJeR) und nahezu 100 Gießener Turner fielen. Ihnen zum Gedächtnis wurden von beiden Der- c,mnJ^,nn!run95ftätten geschaffen. Nachdem die Wehrpflicht in Fortfall gekommen war, nahmen die Vereine die Arbeit um so intensiver auf. Faustball- und Handballabteilungen wur- den gegründet, die Turner begannen sich auch für öas Schwimmen zu interessieren, das Frauentur- nen rourtte gefordert, die Schülerriegen wuchsen und J!ß Gießener Turnerschaft betrieb mehr und mehr die Breitenarbeit, die stets ihr Wirken kennzeichnete. Immer wurden auch die vaterländischen Gedanken hochgehalten. Im Turnverein 1846 wuchsen ausgezeichnete Gerateturner heran, die Männerturner pflegten mit bestem Erfolg die volkstümlichen Wettkampfe. Schone Erfolge brachten den Gießener Turnern die Deutschen Turnfeste in München (1923), Vor zehn Jahren. Erinnerungen an das Kreiöturnfest 1925. - Oie Entstehung der Gießener Boikshalle. stände, wenn auch unter Aufwand gewisser weiterer Summen, von dem unser Gemeinwesen für allezeit Nutzen haben könne. Das Für und Wider wurde in zahlreichen Versammlungen eingehend erörtert. Die Befürworter des Baues konnten erreichen, daß aus der Bürgerschaft heraus Anteilscheine in höhe von rund 110 000 Mark für diesen Bau gezeichnet wurden, zu denen die Stadt aus öffentlichen Mitteln weitere 50 000 Mark hinzugab. Damit war die Entscheidung zugunsten des Volks. Halle-Baues gefallen, so daß am 22. April 1925 in einer Versammlung der Bau einstimmig beschlossen und gleichzeitig der „Volkshalle-Verein e. V." gegründet wurde. Für diesen Bau hatte sich ganz besonders der damalige Stadtverordnete, Privatier Heinrich W i n n eingesetzt, der im Kreise der Turnfest-Ausschußmitgliede'r starke Unterstützung fand und auch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Keller, weiterhin die Stadtverordneten-Ver- sammlung für die Sache gewann; Oberbürgermeister Dr. Keller wurde damals zum Ehrenvorsitzenden des neuen Vereins ernannt. Am 4. Mai 1925 wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen, am 10. Mai 1925 nahmen dis Maurerarbeiten ihren Anfang. Die technischen Arbeiten hatten die Architekten Nicolaus, Schmidt und Hamann übernommen, die Eisenbetonarbeiten wurden von der Gesellschaft für Beton- und Eisenbetonbau, sowie von der Firma h. Weimer ausgeführt, die Maurerarbeiten wurden den Vereinigten Gießener Bauunternehmern, bestehend aus den Firmen Abermann, Becker, Birken st ock und Schneider, h. W. Rinn und W e h r u m übertragen. Sämtliche Firmen mußten sich verpflichten, den Volkshalle-Bau bis wenige Tage vor dem Beginn des Turnfestes fertig zur Verfügung zu stellen. Und was viele damals nicht glauben wollten, wurde dennoch wahr: wenige Tage vor dem 31. Juli, dem Beginn des Turnfestes, war der Bau vollendet und konnte nun für die Festtage hergerichtet werden. Es war natürlich nicht d i e Volkshalle, die wir heute sehen. Der Bau war in vielen Teilen reichlich primitiv; z. B. war bei der Eröffnung noch nicht einmal die Fußbodenfläche mit einem Belag versehen, sondern man bewegte ich eben auf dem gewachsenen Boden. Darüber hinaus fehlte natürlich auch sonst noch mancherlei, aber man hatte doch erreicht, daß eine große, gedeckte Halle für das Turnfest vorhanden war, in der chon bei der Eröffnungsfeier etwa 4000 bis 5000 Menschen Unterkunft fanden, eine Tatsache, die besonders bei dem starken Regen und den dadurch empfindlich notleidenden Bierzelten auf dem Fest- platz eine große Annehmlichkeit war. Uebrigens bestand von vornherein bei den Befürwortern des Bauplanes die Gewißheit, daß bei diesem ersten Bauabschnitt natürlich nur ein Behelf geschaffen werden könne und der weitere Ausbau den kommenden Jahren überlassen bleiben müsse. Als be- sonders rühmenswert ist aber heute erneut, wie auch damals schon, hervorzuheben, daß viele Mitbürger durch die Anteilscheinzeichnung von rund 110 000 Mark den Bau der Volkshalle erst ermöglichten und dadurch, neben dem Stadttheater, ein weiteres ..Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" haben schaffen helfen. Wie nützlich die Dolkshalle, trotz mancher bau- licher Mängel und auch wirtschaftlicher Schwierig- feiten, in Öen weiteren Jahren gewesen ist, braucht hier im einzelnen nicht näher dargelegt zu werden. Zusammenfassend sei nur betont, daß z. B. die großen Wahlkundgebungen, in denen auch der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und die Reichsminister Dr. Goebbels, Rust usw. hier sprachen, weiter große Konzerte, bedeutende Ausstellungen usw. usw. nicht' möglich gewesen wären, wenn wir die Volkshalle als geeignete Stätte nicht Zur Verfügung gehabt hätten. Wenn auch die Stadt noch gewisse Opfer für die Uebernahme her Anteilscheine aus Privathand in städtischen Besitz bringen muß und für die weitere Ausgestaltung des Baues noch manche Aufwendungen zu leisten sind, so kann man doch sagen, daß diese hinter- lassenschaft des Kreisturnfestes 1925 sich in vorteil- Hafter Weise von den übrigen Resultaten des Turnfestes abhebt und bei dem kommenden Fest als Stätte der Aufführung des Festspiels wieder mit in den Rahmen der Feiertage eingespannt werden wird. in Köln (1928) und in Stuttgart (1933). Der größte Erfolg, den ein Gießener Turner bisher zu erringen vermochte, war Karl Reuters 12-Kampf-Sieg in Köln. Auf den Feldbergfesten waren die Gießener Turnerinnen und Turner stets aktiv und erfolgreich im Kampf. Oft taten sich die Turnerinnen hervor. Manche Kreis- und Gaumeisterschaft wurde im Handball- und im Faustballspiel errungen. Ein starker Ausdruck der Vielfältigkeit der Lei- besübunaen in den Turnvereinen ist darin zu sehen, daß man sich nicht nur mit dem Geräteturnen, sondern auch der Leichtathletik, dem Schwimmen, Wandern, Fechten, Tennis, Faustball-, Hand- ball- und Fußballspiel beschäftigt. Viele Volksgenossen werden in die intensive Arbeit der Turnvereine einbezogen. In ftnrfem Ausmaß hat sich in den letzten Jahren und in seinem Kreise der Reichs- bahn-Turn- und Sportverein an dieser Arbeit beteiligt. Oer Volkssport ^u66oO. Das Fußballspiel unserer Stadt hat bald eine vier Jahrzehnte lang Geschichte, Um die Jahrhun- dertwende wurde dieser Kampfsport zuerst von Schülern der Oberrealschule und des Gymnasiums ausgenommen. Die Jungens spielten zunächst gegen- einander, bald aber auch gegen die auswärtigen Schulen. Aeltere Sportfreunde, die zum Teil aus den Reihen des MTV. kamen, nahmen zunächst unter der Initiative der Herren Schwan, De- m u t h und A. Bötz den Spielbetrieb auf breiterer Safis ausi Zunächst entstand der Gießener Faßballklub von 1900 Studenten, die sich ebenfalls für die- en Sport interessierten, stießen zum Verein. Es kamen Mannschaften zustande, die ausgezeichnet spielten und in den Jahren 1905, 1906 und 1907 ?JlJ?anÄftCn in Frankfurt und Umgebung schwer zu schaffen machten. Damals geschah es auch, daß Eintracht Frankfurt gegen Gießen 7:1 verlor. Verbandsspiele wurden zur damaligen Zeit noch nicht ausgetragen. Im Jahre 1908 traten die Gie- feener Fußballspieler dem Südwestdeutschen Fußballverband bei und spielten im Kreis Offenbach die ersten Verbandsspiele. Nachdem sich die Fußball- Mannschaften Gießens einen guten Namen gemacht hatten, mangelte es nicht an Spielerzuzug. Auch das Pnhlikum unserer Stadt nahm starken Anteil. Fußball wurde zuerst unmittelbar auf dem Platz Dort Dolkshalle gespielt, später an der Straße nach der Hardt. Im Verlauf der Entwicklung wurde Gez.: Sprenger. Oer Kreislei^er der AGOAp „ Kreis Gießen „Der völkische Staat muß dabei von der Voraussetzung ausgehen, daß ein zwar wissenschaftlich wenig gebildeter, aber körperlich gesunder Mensch mit gutem, festem Charakter, erfüllt von Entschlußfreudigkeit und Willenskraft, für die Volksgemeinschaft wertvoller ist als ein geistreicher Schwächling." Dieser Ausspruch des Führers möge Leitspruch auch für das 1. (Saufeff des Gaues XII Hessen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen sein. heil Hitler! Klo st ermann, Kreisleiter. ?e! $eIcInt J^a n”’ rUnt,r;?aflC1 des Kreisturnfestes mit froher Zuversicht entgegenzusehen. LÄ, ; roi?ei alles Erwarten der be« TUrfnSi ? oerheerenbe Jlusgang burch das völlige ^rsagendes Wettergottez. Der erste Abschnitt der ahJpmirflri h ^atfe sich m befriedigender Weise abgewickelt, da kam auf dem Höhepunkt der Tage der Umschwung. Am Samstagabend fingen anhaltende Regengüsse an; der Regen "ährte die Nacht zum Sonntag hindurch und "ek auch am Sonntagvorriittag während des Tur. nens auf dem Trieb nicht nach. Um die Mittagszeit des Sonntags, wahrend sich der Festzug der Fünfzehntaufend durch die S.adt zum Trieb bewegte, ein zweiter Verein gegründet, und zwar der Ballspielklub 1904, der aber keine große Rolle spielte. Im Jahre 1908 wurde der VfB. gegründet, der an- sanglich aus lauter Schülern bestand, sich rasch und glänzend entwickelte, und sich auch seinerseits in der Schwarzlach einen eigenen Platz schuf. Die Mannschaft des VfB. brachte es sogar so weit, in den Endkampf um die Westdeutsche Meisterschaft einzu- qreifen. Kurz vor dem Kriege vereinigten sich 1900 und VfB. und bildeten den Verein für Rasenspiele 1900. Gemeinsam wurde nun der Spielbetrieb gepflegt, der, wenn auch in beschränktem Umfange, auch während des Krieges fortgeführt wurde. Rach dem Weltkrieg spielten die Gießener Vereine im Westdeutschen Spielverband. Ein regelmäßiger Verbandsspielbetrieb setzte ein. Unmittelbar nach dem Kriege wurde der VfB. neu gegründet. Während einer Saison vermochte sich der VfB. in der Gauklasse zu behaupten. Im übrigen spielten die Mannschaften in der Bezirksklasse und verpflichteten sich häufig namhafte Gegner aus der näheren und weiteren Umgebung zu Privatspielen. So bekam man immer wieder rassige und begeisternde Kämpfe zu sehen, die den heimischen Mannschaften einen festen Stamm von Freunden und Gönnern schufen. Höhepunkte waren immer wieder die Lokalkämpfe zwischen den beiden Vereinen. Oie £eichiatbletik Die ersten Gießener Leichtathleten kamen aus den Reihen der Turner, insbesondere aus dem MTV., der ja schon stets die volkstümlichen Uebungen pflegte. Die Spielvereinigung 1900, in deren Reihen sich auch einige Turner befanden, trat zunächst mit guten Staffelmannschaften hervor und errang bereits im Jahre 1910 bei einer großen Veranstaltung im Palmengarten in Frankfurt bedeutende Erfolge. Einzelne Leichtathleten (Wenzel, Glarius) machten schon damals den Namen unserer Stadt in weiten Kreisen bekannt. Auch der VfB nahm frühzeitig die Leichtathletik auf und stellte beachtliche Gegner. Großen Aufschwung nahm die Leichtathletik in unserer Stadt unter der Initiative des Herrn Hauptmann Dehnel und Paulu.s. 1921 gründete die Spielvereinigung ihre eigentliche leichtathletische Abteilung. Beim VfB. ruhte die Leichtathletik vorübergehend, wurde aber 1928 durch Dr. Knöppler neu belebt. Zwischen den Mannschaften der beiden Vereine wurden in der Folge manche Kämpfe ausgefochten, die sich als sehr förderlich erwiesen. Vor allem wurden den bislang gepflegten Gemeinschaftskämpfen 1900, VfB., Bataillon, Universität und MTV. stets starkes Interesse entgegengebracht. Höhepunkte waren die Nationalen leichtathletischen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900, bei denen die hervorragendsten deutschen Leichtathleten an den Start gingen. Große Werbewirkung ging von dem alljährlichen Anlagenlauf aus. Manche Meisterschaft wurde von den hiesigen Vereinen ausgerichtet. Geraume Zeit war Gießen in der Leichtathletik des Gaues führend. Aus der jüngsten Zeit sind die Gründung der Trainingsgemeinschaft im Mai 1934 erwähnenswert. Kilo (1900), der als Diskuswerfer hervortrat, gehört der Olymvia- mannschaft an. Schöne Erfolge errangen die Gießener Leichtathleten bei den jüngst in Kassel durchgeführten Juniorenmeisterschaften. Seit 50 Jahren Radsport. Der Radsport in unserer Stadt konnte vor kurzem das goldene Jubiläum feiern. Der Radfahrerverein 1885 Gießen konnte in diesem Jahre auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein ist einer der ältesten Radsportvereine in Deutschland. Ein zweiter Verein „Radklub Germania Gießen" entstand im Jahre 1899. Der Radrenn- sporf und der Saalsport fanden in Gießen von jeher gute Pflege. Die erste Radrennbahn in Gießen befand sich in Steins Garten und wurde um 1890 gebaut. Um die Jahrhundertwende ruhte der Radsport vorübergehend, wurde aber bald wieder neu belebt. Eine zweite Radrennbahn wurde am Schützenhaus erstellt und schließlich wurde im Jahre 1900 die schöne Radrennbahn an der Hardt geschaffen, die dem Gießener Radsport starken Auftrieb verschaffen half. Leider wurde sie vor drei Jahren abgerissen. Während der Kriegszeit ruhte der Radsport fast vollständig. Nach dem Kriege nahmen die Gießener Radfahrer, die sich nunmehr in zwei Vereinen sammelten (Radfahrerverein 1885 Gießen und Radklub „Germania" Gießen) den Saalsport sehr energisch auf. Auch die Wanderfahrten wurden in der Folge häufig unternommen. Sehr stark entwickelte sich der Straßen-Rennsport. An einem größeren Rennen nahmen die Gießener einmal mit nicht weniger denn 120 Mann teil. Ein eifriger Wettkampfbetrieb wurde zwischen den beiden hiesigen Vereinen gepflegt. Ein Höhepunkt war die Austragung des Goldpokals des DRV. im Jahre 1925, ein Straßenrennen, das mehrere Male über die bekannte Rundstrecke (über den Daubringer Paß) führte und von den 85ern gegen stärkste Konkurrenz gewonnen wurde. Die Entwicklung des Straßenrennens im Gießener Radsport ist eng verknüpft mit den Erfolgen August Deibels, der auch heute noch aktiv bei den 85ern im Verein steht. In den folgenden Jahren wurde dem Radballspiel viel Aufmerksamkeit zugewandt. Auch hier gab es viele spannende Begegnungen zwischen den beiden Gießener Vereinen. Während in jüngster Zeit der Sportbetrieb bei dem Radklub „Germania" etwas zurückgegangen ist, trat der Radfahrerverein von 1885 sehr lebendig in Erscheinung und schuf mit den von ihm veranstalteten Bahnrennen und der Ausrichtung großer Straßenrennen wieder viel öffentliches Interesse für diesen Sport. Rudersport seit 1877. Der Rudersport kann in Gießen auf eine ruhmreiche Tradition zurückblicken. Den größten Teil der Erfolge und der Verdienste um die Förderung des Rudersportes kann die Gießener Rudergesellschaft für sich buchen. Die ersten Anregungen für die Aufnahme des Rudersportes in unserer Stadt gingen von dem Turn- und Schwimmlehrer L. Christoph R ü b s a m e n aus, der im Turnverein 1846 enge Berührung mit der Gießener Jugend hatte. Klein war anfänglich der Kreis der Begeisterten für den neuen Sport, aber schon von Anfang an wurde eine rege Rudertätigkeit entfaltet. Die erste Gießener Regatta wurde im Jahre 1882 durchgeführt. Sie stand unter einem unglücklichen Stern: es regnete während der ganzen Regatta. Trotz mancher Rückschläge und mancher Mißerfolge wurde aber der Sportbetrieb rege aufrechterhalten. Opferbereit fetzten stich die Mitglieder ein. Untrennbar sind mit dem Gießener Rudersport die Namen L. Ehr. Rübsamen, Earl Rübsamen, Jean Kirch, Carl Krailing, Chr. Reiber, Klingspor usw. verbunden. Höhepunkte im Gießener Rudersport waren die großen Erfolge von Albert Rübsamen, dem es gelang, in den Jahren 1894 und 1900 zweimal die Deutsche Meisterschaft im Einer zu erringen. Große Erfolge hatte auch, ebenfalls im Einer, Carl & Wommen mm 4. Sausest Oer Oberbürgermeister der Gtadr Greve Die Stadt Gießen, in deren Mauern schon mehrere Generationen hindurch eine in allen Sportarten sich freudig betätigende Bevölkerung wohnt, entbietet den aktiven Turnern, Sportlern und den Gästen ein herzliches Willkommen. Es ist der Stadt Gießen eine Freude, daß das erste Gausest des Reichsbundes für Leibesübungen mit seinen Wettkämpsen, die der Ertüchtigung unserer Zugend dienen, in unserer schönen Stadt mit ihrer herrlichen Umgebung abgehalten wird. Die gesamte Einwohnerschast nimmt an diesem Fest freudigen Anteil, und ich bin überzeugt, daß alle Teilnehmer genußreiche und schöne Stunden in freudiger Stimmung hier verleben werden. Vorwärts in der Arbeit zur Stählung des Geistes und des Körpers zum heil und Sieg unseres Vaterlandes. heil Hitler! Ritter, Oberbürgermeister. Oer Führer der Ortsgruppe Gießen des 5tf£. Tausende von Turnern und Sportlern strömen in diesen Tagen in der Feststadt Gießen zum 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen zusammen. Ium ersten Male treten die im Reichsbund für Leibesübungen geeinten Turn- und Sportvereine des Hessengaues mit einer großen Veranstaltung an die Oefsentlichkeit, die mehr sein soll als ein gewöhnliches Turn- und Sportfest. Das 1. Gausest in Gießen möge ein Markstein auf dem Wege zur Einheit der deutschen Leibesübungen sein, ein hohes Fest völkischer Kraft und Gesundheit, eine Kundgebung ungebrochenen deutschen Lebenswillens und rechter deutscher Lebensfreude. In diesem Sinne grüßen alle Turner und Sportler der Stadt Gießen ihre Sportkameraden aus nah und fern. heil Hitler! Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen. Dr. Möckelmann. Iödt zu verzeichnen, dessen Sohn auch heute tm Einer einen starken Gegner darstellt. Im Jahre 1906 wurde in Gießen ein zweiter Ruderverein gegründet, und zwar der Gießener Ruderklub „Hassia", der lange Zeit über eine große Anzahl Ruderer verfügte und im Rahmen der Wettkämpfe des Süddeutschen Ruderverbandes eine große Rolle spielte. Im Jahre 1922 trat der Derem zum Deutschen Ruderoerband über. 1913 folgte die Gründung des Vereins Rudersport Gießen. Die Vereine verfügten jederzeit über umfangreiches tadelloses Bootsmaterial. In den Jahren während des Krieges konnte der Ruderbetrieb meist nur von Schülern hochgehalten werden. Viele Gießener Ruderer blieben auf dem Felde der Ehre. In den Jahren 1921/22 erbaute die GRG. ihr Bootshaus in der heutigen Form. Der Verein Rudersport schuf sich ebenfalls ein stattliches Bootshaus. Viele auswärtige Rennen wurden von den Gießener Rudervereinen bestritten und viele Siege nach Hause gebracht. Die jüngste Zeit brachte an wesentlichen Ereignissen den Zusammenschluß der GRG. und des Vereins Ruder- jport (1. Dezember 1934) und die Ernennung der Achter-Mannschaft der GRG. zum Verbandsachter. Oer Tenn sspori sand auch in unserer Stadt, wenn auch später wie manche andere Sportart, eine Pflegestätte. Ursprünglich wurde auf den Plätzen an der Liebigs- höhe gespielt. Eine Vereinigung, die den Tennissport systematisch betrieben hätte, gab es geraume Zeit nicht. Erst im Jahre 1922 kam es zur Gründung des Gießener Tennisklubs, um den sich besonders Dr. Fischer verdient gemacht hatte. Eine Belebung erfuhr der Tennissport durch die Schaffung zweier Spielplätze am Schützenhaus. Später fchuf die Stadt noch vier weitere Spielfelder, so daß der Tennissport auf breiterer Grundlage betrieben werden konnte. In der Folge wurde manches Turnier auf diesen Plätzen ausgetragen und Spieler von Rang waren häufig in Gießen zu Gast. Turniere wurden gegen Frankfurter und Mainzer Vereine, gegen Wiesbaden und Marburg ausgetragen. In den Jahren 1925 bis 1927 spielten die Marburger und die Gießener sogar eine beachtenswerte Rolle und konnten manchen schönen Erfolg erzielen. In jüngster Zeit vermochten sich die Gießener Freunde des weißen Sports allerdings nicht mehr so erfolgreich durchzusetzen. Der Spielbetrieb ist aber nach wie vor sehr rege. Das Saufest wird auch auf den Tennisplätzen viel Betrieb bringen, da zahlreiche Meldungen vorliegen. Das Gyor sädmmen in <$iefrn Die Anfänge des Gießener Schwimmsportes oehen in die Zeit bis vor dem Kriege zurück. Der Gießener Schwimm- und Wassersportverein von 1913 war der erste schwimmsportliche Zusammenschluß in unserer Stadt. Kurz vor dem Weltkrieg wurde das erste Schwimmfest in Gießen abgehalten. Nach Friedensschluß fanden sich schwimmfreudige junge Leute zunächst im Gießener Sportclub 1900. Bei vielen auswärtigen Wettkämpfen trafen Gießener Schwimmer in Erscheinung. Im Sommer 1922 wurde eine große schwimmsportliche Veranstaltung durchgeführt (oerbandsoffene Wettkämpfe), zu der 37 Vereinsmannschaften aus Westdeutschland antraten. Im Sommer des Jahres 1923 trennten sich die Schwimmer aus fachlicher Notwendigkeit vom Sportclub, und gründeten den Gießener Schwimmverein am 23. Juli 1923. Mit 40 Mitgliedern nahm der Verein den Betrieb auf. In zahlreichen Wettkämpfen eilten die jungen und begeisterten Schwimmer von Sieg zu Sieg. Mehrmals konnten Mitglieder des Gießener Schwimmvereins an deutschen Meisterschaften teilnehmen. Manche große eigene Veranstaltung wurde durchgeführt. Regelmäßige Uebungen im Hallenbad, Gymnastik und Hallentraining, als Ergänzungssport, Ausbildung der Jugendmannschaften, Wasserballtraining, Reigenschwimmen und Wettschwimmen der Damenabteilung bildeten das Arbeitsprogramm des Vereins, das bis auf den heutigen Tag in vollem Umfange aufrechterhalten worden ist. Wertvolle sportliche Gegnerfchaft fanden die Mitglieder des Gießener Schwimmvereins in den Schwimmern aus dem Kreise des Turnvereins 1846. In Schwimm- wie auch in Wasserballwettkampfen wurde zwischen den Mannschaften beider Vereine mancher harte Strauß ausgefochten. Von der Bürgerwehr zum Schützenverein. Der Schießsport hat in unserer Stadt eine ehrwürdige Tradition. Die meisten Schützenvereine und Gesellschaften entstanden aus den ehemaligen Bürgerwehren des ausgehenden Mittelalters. In Gießen war es nicht anders. Eine „Gießener Schützenkompanie" scheint es bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts gegeben zu haben. Eine „Gießener Schützengesellschaft" ist aus dem Jahre 1604 zum ersten Male urkundlich nachweisbar. Diese Schützengesellschaft war bis zum März 1876 tätig. Damals zerstörte ein Sturmwind die Schützenhalle. Der Verein konnte nicht mehr aufbauen und löste sich auf. Ursprünglich wurde auf dem Platz geschaffen, an dem sich Kaiserallee und Licher Straße trennen. Im Jahre 1696 wurde dort ein Schützenhaus gebaut. Im Laufe der Zeit wechselten die Schießplätze. Auf dem Trieb, hinter dem heutigen Schützenhaus, dann an der Liebigshöhe wurde ge- fchoffen, später entstand ein Schießplatz an der Hardt, schließlich wurde wieder das heutige Schützenhaus das Ziel der Freunde des Schießsports. Der Schützenverein, der heute noch besteht, wurde im Jahre 1878 gegründet. Er entfaltete einen eifrigen Sportbetrieb, der bis auf den heutigen Tag gepflegt wurde. Manches große Schießen fand auch in unserem Gießen statt. Der Weltkrieg unterbrach den Sportbetrieb zwar auch bei den Schützen, nach dem Kriege aber und nach dem Fortfall der Wehrpflicht huldigte man dem Schießsport aber um so eifriger. Neben dem Gießener Schützenverein entstand im Jahre 1926 die Gießener Schützengesellschaft, die ursprünglich nur das Zimmerstutzenschießen pflegen wollte, die Mitglieder gewannen aber mehr und mehr Geschmack an ihrem Sport, sie schufen sich aus den Resten eines Militärschießstandes einen zünftigen Schießstand hinter dem Waldfportplatz. Neben dem Großkaliberfchießen nahmen die Gießener Schützenvereine auch das Kleinkaliberschießen auf, das bald viele Freunde gewann. Gern stellten die Vereine ihre Anlagen den nationalen Verbänden zur Hebung zur Verfügung. Seit geraumer Zeit i widmet man sich auch der Jugend, die von den alten । Schützen gute Unterweisung erfährt. Die hiesigen ' Schützen haben in den vergangenen Jahren häufig ' große Erfolge erzielt und sich manche Bezirks- und Gaumeisterschaft gesichert. Lebhafte Pflege erfuhr der Schießsport auch durch die Vereine im Reichskriegerbund Kyffhäuser, ferner und sehr erfolgreich im Postsportverein Gießen. Die letzte größere Veranstaltung stellte das 30. Verbandsschießen Baden- Pfalz-Mittelrhein im Juli 1929 dar. Selbstverständlich beteiligten sich die hiesigen Vereine auch sehr rege am Winterhilfsschießen in diesem Jahre. Sport in der Wehrmacht. Turnen und Sport stärken die Gesundheit, machen den Körper gewandt und geschmeidig, legen die Grundlage zur Selbstzucht, zur Ein- und Unterordnung, zur Kameradschaft und zum Korpsgeist und damit zu den hohen ethischen Werten, die schon immer der Inbegriff des Wortes „Soldat" find. So ist es eine Selbstverständlichkeit, daß Sport und Turnen auch in der Wehrmacht eine Pflegestätte gefunden haben mit dem Ziel, einen gewandten jungen Menschen zu formen, der es versteht, seinen Körper vollständig zu beherrschen; den Körper, der durch Berufstätigkeit seine Fehler und Schwächen aufweift, der besonders bei denen, die dem Sport ferngeftanden haben, ungelenk und steif ist, zu lockern und somit vorzuberetten für das Exerzieren, für den Schieß- und Geländedienst. Turnen und Sport werden hier bewußt in den Dienst der militärischen Ausbildung gestellt, sind also Mittel zum Zweck. Letztes Ziel ist, einen geschmeidigen Körper zu bilden, der in vorbildlicher Weise sich dem Gelände anzupassen versteht, ihm die Elastizität und Schwungkraft einer Stahlrute zu geben, so daß er vorkommende Hindernisse mit Leichtigkeit zu überwinden vermag, der allen Härten standhält, der sich einsetzt bis zum letzten. Einsatzbereite Menschen werden besonders durch Einzel- und Mannschafts-Wettkämpfe erzogen. Nicht zuletzt dient der Sport auch der Charakterbildung, indem Entschlußfähigkeit, Härte, Willensstärke und Kampfgeist geweckt und gefördert werden. Die militärischen Tugenden sind also in ihm verankert. Die besonders hervorgehobenen Ziele werden in der Wehrmacht durch einen ganz planvollen Aufbau des gesamten Turn- und Sportbetriebes erstrebt. Der Ausbildungsgang gliedert sich in die „Grundstufe" und in die „ßeiftungsftufe". Anschließend an das Können und die Veranlagung des jungen Soldaten werden zunächst Hebungen in den Vordergrund gerückt, durch die der Körper gelockert und gewandt gemacht wird, die inneren Organe und die Muskeln eine Stärkung erfahren und die Grundlagen für Kameradschaft und Zusammenhalt gelegt werden. Diesem Zweck dienen Spiele, Gymnastik mit und ohne Gerät, leichtes Boden- und Hindernisturnen, Schwimmen und Geländelauf. Später findet dann eine Erweiterung statt durch Einführung von Kurzstreckenlauf, Sprung und' Wurf. Den Abschluß bildet die Erzielung von Ausdauer und Kampfgeist. Diese Eigenschaften werden durch Steigerung der Leistungen auf den angegebenen Gebieten erreicht, weiterhin durch Wettkämpfe und sportliche Veranstaltungen in feldmarschmäßiger Ausrüstung. Die Vollendung findet die sportliche Ertüchtigung in der „Leistungsstufe". Hierbei wird zur Erzielung von Best- und Höchstleistungen auf die Veranlagung des einzelnen Mannes vermehrt Rücksicht genommen. Da der Sport gegenüber dem anderen Dienst doch mehr in den Hintergrund tritt, ihm nur Hilfsdienste leistet, muß eine sorgfältige Auswahl bei der Zusammenstellung der Uebungen getroffen werden. Neu kommen auf der Leistungsstufe hinzu das Boxen und Jiu-Jitsu. Kampfspiele und Geräteturnen nehmen einen breiteren Raum ein. Hierbei ist letztes Ziel, die Durchschnittsleistungsfähigkeit noch mehr zu steigern. Spitzenleistungen besonders veranlagter Soldaten (Hirschfeld) sind nach den bisher gemachten Erfahrungen als ein ganz bedeutender Ansporn zu zielbewußter, eigner Arbeit zu werten. Nur der Lehrer wird einen besonderen Erfolg aufzuweisen haben, der es versteht, bei den Soldaten die Freude am Sport und damit am Kampf zu erhalten. Dann wird der Soldat im freiwilligen Einsatz mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften um den Sieg ringen. Spitzenleistungen aber und Erfolge bei den Wettkämpfen werden nur durch planmäßiges Training erreicht. Sachgemäße Ausbildung ermöglicht es jedem Soldaten, das deutsche Sportabzeichen zu erwerben und die Prüfungen der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft zu bestehen. Den Verhältnissen entsprechend wird der Sport vorwiegend im Freien betrieben. Wenn es die Witterungsverhältnisse irgend zulassen, , wird mit entblößtem Oberkörper geturnt. Den Abschluß bilden die Wettkämpfe, die als Einzel- und Mannschafts-Wettkämpfe ausgetragen werden. Wie eingangs schon kurz betont, werden dabei Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Kampfgeist, Willensstärke und Siegeswillen gefördert. Die Sportvorschrift hebt hervor, daß durch die Wettkämpfe der Soldat zu einem Kämpfer wird, der rücksichtslos gegen sich selbst seelisch und körperlich das Letzte hergeben kann. Warum Oretarbeit im 2Rf£. Jrn Bild vorn strahlenden Geist im herrlichen Körper hat her Führer 1933 in Stuttgart der Nation das Hochbild des deutschen Jungmannen vor Augen gestellt. Das stolze Bewußtsein, dem großen Ziel kraftvoll zuzuftreben, adelt den Einsatz des SA.-Mannes, adelt ebenso das Streben und Ringen des Turners und Sportlers. Schwingt in Lauf und Sprung, in Wurf und Schwung, bei kühner Fahrt über fdjneeigten Hang, im Kampf mit reißenden Wogen der Leib, dann schwingt auch des Jungmannen Seele, dann hebt und steigert sich das Lebensgefühl, dann schlägt das Herz höher. Es wächst der Glaube an die eigene Kraft, der Mut zur selbstsicheren Tat. So war es im Turnen und Sport schon gestern und ehegestern. Damit aber der Pendetschlag weiter und weiter ausgreife, damit er hinausgreife über die Sphäre des Einzelwesens, hinaus über Mannschaft, Verein und Verband, damit er hineinstoße in den Bereich der Volkheit, damit — mit einem Wort — Turnen und Sport bewußter Dienst am Volk und Vaterland wird, damit jeder Turner, jeder Sportler ein stich- und hiebfester Bannerträger bes/britten Reiches wird, dafür hat der vom Führer berufene Reichssportführer das Dietwefen, die völkische Erziehung, in den Bau der Leibesübungen miteingebaut. Nicht als Fremdkörper, nicht als eine Kraft, die von außen an die Türe des weiträumigen Gebäudes mit feinen vielen Kammern stoße. Das Dietwefen senkt feine Wurzeln tief in den aufgelockerten Seelengrund, aus dem der Blütenbaum der Leibeskultur erwächst. Dort, aus den Urtiefen, holt es feine Nahrung. Dem Rhythmus der entsprechenden Leibeskultur paßt sich Methode und Tempo dietlichen Wirkens an. Mit dem Ausgang auf der Hebungsstätte verliert es nie Fühlung und Bindung mit dem werktätigen Schaffen, mit dem pulsenden Leben. Kein geringerer als der Führer betont es immer und immer wieder, daß die Ergreifung der Macht nur Voraussetzung war, die Ausübung der Macht, das staatliche Wirken nicht Selbstzweck ist, daß es sich darüber hinaus drehe um ein Erfaffen der Volksseele, um ein Ausrichten der Volkskraft um die Erziehung zur Deutfchheit. Die Kraft der Erziehung muß allenthalben wirksam sein, will sie den Menschen in seinem innersten Wesen erfassen und formen. Sie muß da einsetzen, wo der Seelengrund gelockert ist: Im Berujsver- banb, ausgehend vom Ethos der Arbeit, die schwingende Seele mit den Idealen der Berufsehre füllend; den Arbeitsmann von der Sippe über den Wirkbau des Standes zum Volksganzen, dem verstrickten Gewebe aller ehrlich schaffenden, hinführend. Die Erziehungsarbeit der Partei geht naturgemäß in stärkerem Maße vom rein Politischen aus, die Erziehung in dem Reichsbund eben vom schwingenden Körper. Alle Erziehung aber, mögen die Ausgangspunkte noch so verschieden sein, mündet ein in den großen Strom der Treu zu Volk und Vaterland, in ein bewußtes Eingliedern in den Zellenbau des völkischen Staates, gipfelnd in freier Mannentreue zu- dem von Gott gesandten Führer und seinen berufenen Organen. Hnd erhöht sich auf der übergeordneten Sphäre zu tiefer Ehrfurcht vor dem Göttlichen und Hnerforfchlichen, die dem Germanen seit Hrzeiten im Blute liegt, zum Einfügen in die göttliche Weltordnung, zum Sohnesgehorsam gegenüber den göttlichen Geboten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W Lange, für Feuilleton i V.: Dr.F.W Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel DA VI 35: 10 150. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K-G. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. 4392 D wirbt um deinen Besuch zum 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen Städtisches Verkehrsamt ADLER DIPLOMAT 3 Ur »TRUMPF JUNIOR !Ur |ADLER TRUMPF 1,7Ur ADLER PRIMUS 1,7Ur Elf 7/.'/,'/* 'M- '///, -7 •■"■■■■ " 'z r/yz/'/z/ — Diesem Kühlergesicht begegnen Sie immer und immer wieder. Es spricht für sich selbst. ADLER bedeutet Erfolg. Erfolge sind' hur zu erringen mit ausgereiften Konstruktionen. Die Adler-Fahrzeuge sind geboren aus neuzeitlichen Konstruktions-Gedanken ... deshalb erfolgreich. General-Vertretung: HEINRICH WAGENER, GIESSEN Frankfurter Straße 45 Fernsprecher Nr. 4120 4389 D Kaufen Sie in den mittelständischen -Geschäften. 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August: 19 Uhr: Abhol. des DT.- Gaubanners (Bahnhof), Antreten aller Vereine des R.f.L. Ortsgruppe Gießen, 18.15 Uhr Turnhalle Steinstraße 1. 19.30 Uhr: Festeröffnung, Bannerweihe und Bannerübergabe (Oswalds- garten). Gemeinschafti. Marsch nach der Volkshalle. Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal (Landgr.-Phil.-PL), Jahngedenken (Jahn- stein Bergstr.) 20.45 Uhr: Begrttßunns- n. Karne* radschaftsabend in der Volkshalle. Ansprachen, gesangl., turnerische u. sportl. Darbietungen. Samstag, 3. August: Tag der Wettkämpfe. 15-19 Uhr: Konzert der Kapelle des Inf.-Reg. Gießen, Leitung: Obermusikmeister Krauße. 20.15 Uhr: Festspiel „Deutsches Wollen-Deutsche Kraft“ von Heimatdichter G. Heß, Leihgestern. für Jugendliche usw. -.30 Mark; Samstag, 3., •usw. -.60 Mark. Einmaliger Eintritt für Sonnt. Fachamt Turnen: Wettkämpfe der Turner und Turnerinnen aller Stufen und Altersklassen, Samstag ab 6.30 Uhr Turnplatz. - Turnen der Vereinsriegen und Kreis-Vorführungen Sonntag ab 7 Uhr. Fachamt Fußball: Bez. I—Bez. II, Sonntag, 1900 Platz. Fachamt Leichtathletik: Wettkämpfe und Staffeln, Samstag, 1900-Platz. Fachamt Handball: Städtemannschaften Marburg- Gießen, Sonntag, 1900-Platz. Fachamt Schwimmen: Wettkämpfe, Samstag 8 Uhr, Müller’sche Badeanstalt. Fachamt Schwerathletik: Wettkämpfe, Samst., Festpl. Fachamt Boxen: Vorführung, Sonntag, 9.30 Uhr, Volkshalle. Fachamt Fechten: Wettkämpfe: Florett — Säbel — Degen, Samstag, 7 Uhr, Llebigshöhe. Fachamt Schießen: Samstag, 7 Uhr, Schützenhaus. Fachamt Tennis: Gau-Tennis-Turnier. Städtische ; Tennisplätze. Fachamt Radsport: Straßenrennen Kassel—Gießen. Sonntag, 4. August: 13Uhr: Großer Festzug der Turner u. Sportler unter Beteiligung des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat mit seinen hessischen Trachten grupp en. 14.15 Uhr: Gemeinschaf tstan des Reicbsbundes für Leibesübungen des Gaues XII. Große turnerische u. sportliche Gemeinschafts- Darbietungen auf dem Festplatz. 17.10 Uhr: Militärsportliche Wettkämpfe des Infanterie-Regiments Gießen: a)l.M.G.Hindernislauf von jeder Schützenkomp. 1 Bedienung, b) sch. M.G. Hindernislauf von jeder Masch.-Gew.-Komp. 2 Bedienungen, c) Minenwerfer-Hindernislauf 4 Bedienungen 13. Komp., d) Vorführung und Hindernislauf mit Tak. Motor- und Segelflngveranstaltung der Landesfliegernruppe Darmstadt. 17.30 Uhr; Gemeinsamer Aufmarsch, Einmarsch der Ehrenrinordnnngen zur Gefallenenehrung. 17.45 Uhr: Festfreitibungen der Turnerinnen, Festfreitibnngen der Turner, Siegerehrung, Ansklang. Vorverkanfsstellen: Zigarren-Haus Möser, Seltersweg, Zigarren-Haus J.Friesleben, Bahnhofstr., Zigarren-Haus Rau, Marktpl., Zigarren-Haus Reuter, Neuen Bäue, Friseur H. Faderl, Neustadt 6. — Eintrittspreise: Dauerk. für alle Veranstalt, einschl. Festbuch und Festabzeicheu 2.- Mark; Beikarten f. Familienangeh. I.-Mk.; Dauerkart. f. Jugendl., Erwerbsl., Reichsw., Arbeitsd. 1.50 Mk. —Tageskarten für: Freitag, 2. August, -.50 Mk.. "" ’ " 3. August, -.50 Mark, für Jugendliche usw. -.30 Mark; Sonntag. 4. August, 1- Mark, für Jugendliche ...tag -.50 Mark, für Jugendliche usw. -.30 Mark. Zuzüglich -.10 Mark Sportgroschen für jede Karte ...................................= A W 8g» 1 des Reichsbundes für Leibesübungen Gau XII (Hessen) ■ I E« M M |1.uaufk>i Freitag, 2. August, bis Sonntag, 4. August 1935 111 vICwvEIv " “ * ' ""TT’ ‘' T'm ' ‘ “ * " *— ' m n----L1-----i*“: Wettkampfordnung 4404 D Ur.177 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiqer für Vberheffen) Donnerstag. 1 August 1935 [efallenen Vereins- N punkt der Mitglieder. Vor kurzem ließ der Verein den ganzen Platz neu einzäunen und trug damit mcht unerheblich zur Arbeitsbeschaffung bei. In ^nem idyllischen Winkel schuf man eine feine Gedenkstätte für die im Weltkrieg gefallenen Vereins- Mitglieder. — Weniger glücklich liegt der Stand der Schützenaesellschaft 1!rem5 ®efn^nen des Weltkrieges wurde bald nach dem Kriege ein fast monumental zu nennendes Ehrenmal auf dem Sportplatz errichtet. Die Gießener Städtischen Tennisplätze, nahe an der Grünberger Straße gelegen, find das häufige Ziel der Freunde des weißen Sportes Sechs in ihren Ausmaßen den Vorschriften ent- sprechende Spielfelder gestatten einen lebhaften Sportbetneb. Reizvoll ist die natürliche Umgebung auch hier. Das dunkle Rot der Ziegelerde kontra- L-lx lem zum satten Grün der Bäume, die in Achtem Kranz die Sportstätte umgeben. Unmittel, bar am Haupteingang wurde auf einem Hügel ein Häuschen gebaut, das der Unterkunft bient. Von öem Platz vor dem Häuschen aus kann man die Spielfelder sehr gut übersehen und den Verlauf der Spiele verfolgen. Schon mancher Tenniswett- kämpf wurde hier ausgetraaen. Zur «Sommerzeit fmbet man an manchem frühen Moraen schon um 6 Uhr die ersten Sportbegeisterten auf den Plätzen E Tennisplätze an der Liebigshöhe sind auch gern aufgesuchte Pflegestätten des meinen Sportes. In der Serie der Sportplätze unserer Stadt bürten die Schießstänbe nicht vergessen werden, dies um so mehr, als der Schießsport in den letzten bei- den Jahren einen erheblichen Aufschwilng aenom» men hat. Fast täglich knallen die leichten und fchroe- reren Büchsen auf den Ständen Reichlich versteckt Zu unseren Bildern: 1. Reihe links: Das schwimmende Bootshaus der Universität am Lahnwehr. Rechts: Die beiden geräumigen Bootsschuppen der Paddlergilde. — 2. Reihe Unks: Das Klubhaus des Ruderklubs „Hassia" ein schlichter Fachwerkbau. Rechts: Prächtig liegt das Bootshaus der Gießener RG an der Lahn — 3 Reihe links: An der großen Schießhalle des Schutzenvereins Gießen Rechts- Eingang zum Sportplatz der Spielvereinigung 1900 — 4. Reibe links: Blick über die städtischen Tennisplätze. Rechts: Blick über einen Teil des Universitätssportplatzes Im Hintergrund auf dem Hügel das Sportheim — 5 Reihe links: Idyllisch fügt sich das Vereinsheim des VfB -Reichsbahn in die natürliche Umgebung des Waldfportplatzes. Rechts: Auf dem Platz des Mannerturnvereins. Im Bilde rechts: Das Ehren- bar. Er bietet sich dem Auge in schönster landschajj rateschuppen dient, ergänzt die gut ausgebaute An- licher Umgebung und in seiner Anlage sehr grof *ag£; zügig. Unterhalb des Sportheimes breitet sich ei ,®lne .der reizvollsten Sportanlagen ist — dank Wiesenplan, der in einer großen Zuschauerterras >etner einzigartigen landschaftlichen Lage — der nach der Hauptkampfbahn zu abfällt. Die Terras Waldsportplah des VfB.Reichsbahn. qeftattet einen umfassenden Blick auf das Kamr Schöner Waldbestand umschließt den Platz und selb. Vorbilblich ist bie Aschenbahn, die für die 10 macht den Aufenthalt angenehm. Mit der Schaf- Meter-Strecke sechs Läufern den Start ermöglick fung dieses Sportplatzes ist der Name eines 93er- Sut gepflegter und nicht übermäßig beansprucht einsmitglieder (Karl Plo ch) untrennbar verbun- W Ü1 II P W DSM - >4 •< ■A " - /. -v y. L .#>■<- 4394 A HietzkmömlW-M HAUS^GüTEN geschaffen. Aber sie entsprechen ihren Zwecken und bieten den Schützen angenehmsten Aufenthalt. Weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus sind in den Kreisen der Schützen die Sportanlagen des Gießener Schühenvereins bekannt. Auf zahlreichen Ständen für Groß- und Kleinkaliber kann dort in allen Anschlagarten und ' aus die verschiedensten Entfernungen geschossen werden. Ein Wurftauben-Schießstand, ein Keilerstand, ein Wilddieb- und Fuchs-Stand sind auch vorhanden. Der Schütze kann sich auf diesen mustergültigen Anlagen universell betätigen. Daß sich das Schußfeld in einer üppigen Vegetation, zum Teil auch in schöner gärtnerischer Gestaltung darbietet, liegt in der Natur der Sache. Das Schußfeld wird ja auch kaum betreten. Es ist fast „tabu" auch für Sichel und Sense. Daß auch die Volkshalle zum Sport in enger Beziehung steht, davon sei an anderer Stelle gesprochen. Wichtige Sportpflegestätten in unserer Stadt stellen die Bootshäuser der Rudervereine an der Lahn dar. Sie entstanden durch ihre Zweckbestimmung am Wasser. Durch die Notwendigkeit, in ihnen lange Boote unterzubringen, mußten sie sich zu recht respektablen Bauten entwickeln. Zu ebener Erde entstanden so in den Bootshäusern der Gießener Rudergefellschaft und des ehemaligen Vereins Rudersport 1913 große Hallen. Auskleideräume, Gesellschaftsräume, Sitzungszimmer ufw. mußten ebenfalls berücksichtigt werden. Die Bootshäuser wurden so nicht nur zu sportlichen, sondern auch zu gesellschaftlichen Sammelpunkten der Ruderer und ihrer Angehörigen, ganz abgesehen davon, daß man sich zu Regatten gerne dort einfindet. Einzigartig ist der beherrschende Blick, den die Terrasse des Bootshauses der Gießener Rudergesellschaft über die Regattastrecke gestattet. Nicht weniger zweckmäßige Anlagen schuf sich der Gießener Ruderclub „hafsia". der sein umfangreiches Bootsmaterial in einer geräumigen Halle unterbringt, die sich gut in die Landschaft am Fluß einfügt. In der Reihe der Bootshäuser darf auch das schwimmende Bootshaus der Universität nicht unerwähnt bleiben, das vor wenigen Jahren von einem Frankfurter Verein erworben wurde und nun den Studenten dient. Zweifellos wurde dadurch auch in den Kreisen der Studenten dem Rudersport mancher Freund gewonnen.. Der Paddelsport hat in Gießen viele begeisterte Anhänger. Die Paddlergilde Gießen hat denn auch einen beachtenswerten Mitgliederstand und einen ebenso stattlichen Bootspark zu verzeichnen. Ursprünglich hatten die Gießener Paddler ihren Bootsschuppen und ihren Aufbauplatz an der Puloermühle. Jetzt haben sie sich weiter lahnaufwärts einen prächtigen Platz geschaffen, und zwar auf der Wiese, die ehemals zum Platz des Vereins Rudersport gehörte. Zwei geräumige Schuppen bergen zahlreiche schnittige Boote, ein großer Aufbauplatz steht zur Verfügung und eine schöne gärtnerische Anlage hebt den Gesamteindruck dieser Sportstätte. Herzlich sind dort stets die auswärtigen Wasserwanderer willkommen geheißen. Seit jeher wurde in Gießen nicht nur von den Einheimischen und den Soldaten, sondern vor ollem auch von den Studenten der Reitsport viel gepflegt. Aus diesem Grunde verdient hier auch die Reitbahn am Vrandplah der Erwähnung. Verborgen hinter einer hoben Mauer und versteckt hinter schönen Kastanien, fällt sie zunächst nicht sehr ins Auge, aber in Gießen kennt man sie doch recht gut. Mancher Gießener Junge klettert auf die Mauer und verfolgt mit viel heimlichen Wünschen die Hebungen der Schülerinnen und Schüler zu Pferde. Die' Reitbahn am lescrechlgt. Die Samstag 0 Uhr gelosten fhrön gelten bis Montagmittag 12 Uhr. T ei B G §as Tußba'i-Weffsv'el Gieß-n-Dill. 4s Fachamt II Fußball läßt es sich nicht neh. ipei auch bei dem Gaufest mit einer guten Mann- schct auf dem Plane zu sein. Es svielt eine Aus- aa Mannschaft der Kreise Gießen-Dill gegen eine fok‘ des Kreises Friedberg. Fast alle Spieler diek Mannschaften sind Nachwuchsspieler des Oer Aemeinfchnflstag des Hf£. Der Festsamstag ist bekanntlich der Tag der Wettkämpfe. Der Festsonntag führt dann nach dem Festzuge am Nachmittag zum Höhepunkt des Festes mit den großen Gemeinschaftsdarbietungen des RfL. Daß diese Darbietungen noch durch ' m i I i t ä r • sportliche Wettkämpfe des Infanterie - Regiments Gießen und eine Motor- und Segelflugveranstaltung der Landesfliegergruppe Darmstadt bereichert werden, gibt dem Nachmittag noch eine ganz besondere Note. Mannschaften sind Nachwuchsspieler des Gcus XII und haben unter der Leitung des DFB.- Fwallsportlehrers ßeinberger einen Lehr- kuvs mitgemacht. Mehrere dieser Spieler haben sch!i in Gaumannschaften mitgespielt und sich gut b.chhrt. Lippert 1900 Gießen war aufgestellt zu de Länderspiel in Frankreich. Es ist also mit eittn auf technischer Höhe stehendem Sviel zu regen. Der Anfang des Spieles ist auf 16.15 Uhr fchfetzt. ie Mannschaft des Kreises Gießen stebt wie fotz Hechler (VW.-R.); Leutheuser (VfB -R.), Liiert <1900); Heil (Dillenburg), Heilmann (1900), He (VfB.-R.): Meirner (Dillenburg). Bing-l (Bis. senrg), Wohlgemuth (05 Metzlar), Lang (Watzen. bo-Steinberg), Szponik (VfB.-R.). satz: Knaus (VfB.-R.), Fett (Watzenborn-Stein. des, Stumvf (Garbenteich). Schiedsrichter Hoh- mn n (Gießen) wird das Spiel leiten. ^gen 14.15 Uhr führt der Gau XII eine Fuß. bcwrperschule vor, an der 7 Gruppen jugendlicher Sjler des Kreises Gießen mitwirken. Je Mannschaftsaufstellung des Kreises I e d b e r g liegt zur Zeit noch nicht vor. Okko Luh bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. n Sontag finden in Berlin die Deutschen Leicht, astikmeisterschaften statt. Im vorolympischen Jahr wen die Kämpfe wohl noch heißer werden als fa Jeder Teilnehmer weiß, daß ihn nur ein Er- fonuf den Meisterschaften in die engste Wahl zur T ahme 1936 bringen kann. Otto Luh, der in dhi Jahr stark nach vorn gekommen ist. hat also e, sehr schweren Stand. Wenn auch seine seit. Form befriedigend war, so muß er doch in Bn über 15 Meter stoßen, um ein Wort mitreden nnen. Luh und somit auch dem VfB.-Reichs- wäre ein großer Erfolg zu gönnen, denn Luh ist eßener und als Jugendlicher aus dem VfB. G n hervorgegangen. Es besteht immer noch die irrige Meinung, die Eintrittspreise seien zu hoch, während in Wirklich, feit für dezi Sonntagnachmittag durchaus volkstümliche Preise angesetzt sind. Man kann mit der Karte zum einmaligen Besuch des Fest. Platzes (60 Pfennig einschl. Sportgroschen) sämtlichen Darbietungen am Sonntagnachmittag bei» wohnen. Die Tageskarte für den Sonntag kostet 1,10 Mark einschl. Sportgroschen. Billige Fahrt zum Gaufest. Die Reichsbahn gibt zum Besuch des Gaufestes in Ließen an allen Bahnhöfen des Gaugebiets Somtagsrückfahrkarten aus, die von Samstag Ufr ab gelten. Außerdem ist den Vereinen des tfß. üe 50prozentige Ermäßigung gewährt worden. )ie jßjreine, die davon Gebrauch machen, müssen einisiösen der Karten einen Ausweis des Vereins- ähr/rs vorlegen, der die Zugehörigkeit zum R^L. efaeihigt. Die Samstag 0 Uhr gelösten Sonntags- Die älteste Gießener Stätte der Leibesübungen: Die Strömung der Lahn den Wettkampfoeranstaltungen nicht sehr günstig ist, so laßt man sich dessen nicht verdrießen und bemüht sich doch immer wieder einmal um die Ausrichtung schwimmsportlicher Veranstaltungen. Von den Schulturnhallen, die ja als selbstverständlich zu den Schulen gehörig zu betrachten sind, braucht kaum die Rede zu sein. Dagegen sei aber die stattliche Turnhalle des Turnvereins 1846 Gießen erwähnt, die seit über vier Jahrzehnten, seit dem Jahre 1891, der ernstesten turnerischen Uebungs- arbeit dient, in der die Turner aber auch schon manche erhebende und festliche Stunde verlebten. Wie oft und gerne und wie begeistert sah man den Darbietungen der Geräteturner auf der Bühne zu. Eine weitere Turnhalle wurde vor etwa zwei Jahren in den Dienst an der Ertüchtigung unserer Jugend gestellt. Der damalige Reichsbahn-Turn- und Sportverein schuf sich in einer der Hallen der früheren Reichsbahn-Reparaturwerkstätte eine glänzend eingerichtete Turnhalle, in der auf die mannigfachste Weise Leibesübung getrieben werden kann. Turnhalle des Turnvereins 1846 an der Steinstraße torrädern. Man mag den Radfahrern nur wünschen, daß sie es eines Tages wieder zu einer Radrennbahn bringen möchten. * Die Uebersicht über die vielen Gießener Sportstätten läßt erkennen, daß man in unserer Stadt sehr dem Zuge der Zeit folgte und nach besten Kräften Gelegenheiten schuf, vielen Volksgenossen die Leibesübung zu ermöglichen. Die Erfolge in sportlicher und turnerischer Hinsicht sind denn auch nicht ausgeblieben. Schon mancher Gießener Turner und Sportler, der auf hiesigen Sportstätten seinen Körper und seine Fähigkeiten im Training stählte, griff ein in die Kämpfe unter den Besten im Reich. Zahn und Hitler verleihen der neuen Lrzlehungssorm der Leibesübungen eine unüberwindliche Kraft, durch die deutsche Jünglinge und Männer zu einsatzbereiten Staatsmännern erzogen werden. von Tschammer und Osten. Trinkt das gute Hring-Melchior-Mer — ______439Q D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIWIhlllllllllllhllNIIIIIIIIßOllllllW tzMMWWM Brandplatz ist wohl eine der am zentralsten gelegenen Sportstätten unserer Stadt Viel beneidet ist unsere Stadt um bit Schwimmhalle im Volksbad. Zwar wird sie von den Schwimmerinnen und Schwimmern, den Studenten, von der SA. und von Soldaten, wie auch von den Turn- und Sportvereinen im Winter viel in Anspruch genommen, weite Kreise unserer Bevölkerung machen aber noch keinen Gebrauch davon. Die Schwimmhalle war in den Wintermonaten auch schon häufig der Schauplatz heftiger Schwimmwettkämpfe und hartnäckiger Wasserballspiele Im Dienste der Volksgesundheit darf die Bedeutung einer solchen schönen Einrichtung nicht verkannt werden Zur Sommerszeit ist die Müllersche Badeanstalt alltäglich der Sammelpunkt der Schwimmer. Abend für Abend wird dort trainiert, und wenn auch die Mein SaiionSchliSVerhauI geht weist Nehmen sie bitte diese vorteilte Kaufgelegenheit wahr. Eine der idealsten und schönsten Sportstätten in Gießen ist die Eisbahn des Gießener Eisoereins. Es mag jetzt nicht an der Zeit erscheinen, davon zu sprechen, es soll aber doch nicht unerwähnt bleiben, daß sich die Gießener Jugend mit ganz besonderer Vorliebe und auch sehr zahlreich dem Eislauf hingibt. Die große Fläche, die im Winter der Gießener Jugend zur Verfügung steht, gehört zu den größten Eislausflächen, die es in Sudwestdeutsch- lanb für diesen Zweck gibt. Ein schmuckes Häuschen, das der Eisverein aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens schuf, erhöht die Vollständigkeit dieser Sportstätte. In memoriam sei noch an einen weiteren Sportplatz erinnert, der zum Bedauern der Radsportfreunde den Umständen zum Opfer fiel: die Radrennbahn an der Hardt! Sie mar eine der „schnellsten" in Deutschland und sah manchen rassigen Kampf auf Fahr- und Mo- mit seinen außerordentlich günstigen ‘reisvorteilen, seiner gro^n Auswahl bei zuvorkommende Bedienung. Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden reich bebilderten Bücher: Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff.. .Leinen RM 4.80 Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin Kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadles. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer v.P.F. Weckmann-Wittenburg. Mit 64 Kunstdrucktafeln.................Gebunden RM 4.— Heimatschutz und Heimatpflege. VonRektor Hermann Wille. Brosch RM. 1.80, geb. RM 2.95 Naturschutz und Ingenieurwerk. VonDr.W. Lindner. . Brosen. RM. 2. -, geb. RM. 3.— Diese Bücher können von jeder Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM.2.50,gebunden RM. 3.50 Heimatschutz.V.E.Rudorff.Br.RM 2 -,gb.RM.3.- Naturdenkmäler aus der Vogelwelt Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2 gebunden RM. 3.- Dle deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Broschiert RM. 2.-, gebunden RM. 3.- NaturschutzundForstwirtschaft.Von Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2 —, geb. RM. 3.- Naturschutz und Arbeitsschule. Von W Schoenichen Brosch RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger Brosch. RM 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen..... Broschiert RM. 2 85, gebunden RM. 3.60 Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr. W Schoenichen. .Gebunden RM. 9.- Buchhandlung bezogen werden ............................................................................................................................................. Bücher- Beilraiogen Abschlüsse fow. Steuer-,Mahn- u. Klagesachen übernimmt zu günstig Preisen auch außerhalb. Schriffl Angeb. unter 03226 an d.Gieß.Anzeig. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden Klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 DAS JUALITÄTEN übernommen, Aus -er Provinzialhauptstadt Amerikanische Leichtathleten gingen vor 15 000 Zuschauern in Göteborg an den Start. Das bemerkenswerteste Ergebnis war der Sieg des Finnen Hockert über 1500 Meter, der den Ameri» kaner Denzke in 3:56 Minuten um Brustbreite schlug. Moreau-USA. durchlief die 110 Meter Hürden in 14,3 Sekunden und blieb damit nur eine Zehntelsekunde unter dem bestehenden Weltrekord. Deutschlands Fußball • Expedition nach Island ist am Mittwoch nach vierwöchiger Abwesenheit und siebentägiger Seefahrt wieder in Hamburg eingetroffen. Für die Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland, die am Wochenende in Hamburg entschieden werden, Nach der Ouvertüre zur Oper „Rienzi" von Richard Wagner wird das Festspiel mit einem Vorspruch eingeleitet, der ganz auf das Grund- tberna der Darbietung eingestellt ist. Dann folgen Gamstag, 3. August Wahrend des ganzen Tages Austragung der Wettkämpfe auf den Kampfplätzen vor der Volkshalle. — 15 bis 19 Uhr: Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Gießen unter Leitung von Obermusikmeister Krauhe. — 20.15 Uhr: Jeftfplel ..Deutsches Wollen — Deutsche Kraft- von Heimatdichter Georg Heß. (Spielleitung Anton Reuhaus.) Sonntag, 4. August. Sprechrolle des Bauern übernommen. Don den weiteren Mitwirkenden seien genannt: der Musik- am kommenden Samstagabend in der Dolkshalle aufgeführt wird. Georg Hetz hat bei diesem neuen Werk seiner heimatlichen Dichtungen teilweise auch neuzeitliche Arbeiterdichter nut zu Wort gebracht. Bei der Aufführung, die vom Landschastsbund „Volkstum und Heimat" (Rheinfranken-Nassau- Hessen) in Gemeinschaft mit der NSG. .Kraft durch Freude" veranstaltet wird, werden insgesamt rund 400 Personen Mitwirken. Die Spielleitung hat der erste Spielleiter des Gießener Stadttheaters, Hans Neuhaus, --77 ebenso die Rolle des Hauptsprechers. Vom Stadt- Das Festprogramm zum 1. Gaufest desRfL Freitag, 2. August. Deutsches Wollen - deutsche Kraft 6in Festspiel zum Saufest. des unaufhaltsamen Niedergangs vor der Macht-1 Übernahme durch Adolf Hitler. Nach einem Sprech- tor und dem Badenweiler Marsch hört man einen itlerjungen und ein BdM.-Mädel, Arbeiter, Handwerker und Bauern marschieren zu dem Liede „Brüder in Zechen und Gruben" auf der Stilbühne auf, dann hort man die Sprechchöre der Werkleute aus allen Berufen, in denen das gewaltige und hohe Lied der deutschen Arbeit erklingen wird. Den Ausklanß dieses Teiles bildet die Mahnung, zugleich ein Gelöbnis: „Wohlan ans Werk, wer will noch abseits stehn? Ein neues, großes Deutschland soll erstehn! Der Führer ruft — und wir stehn Hand in Hand, Gott schütze ihn und unser Vaterland!" Darauf wird das Deutschlandlied gesungen. Während dieses Gesanges betritt ein auslandsdeutscher Turner die Bühne als Sprecher, es folgt ein kurzer Dialog mit dem Schmied, dann treten Turner und Turnerinnen mit gymnastischen Hebungen und rhythmischen Tänzen auf, ein Bauer und eine Gruppe von Bauern sprechen, dann erscheinen die Trachtengruppen mit ihren Volkstänzen in vielfältiger Gestaltung. Den Ausklana des Festspiels bilden Gemeinschaftsaesänge aller Trachtengruppen,! eindrucksvolle Worte des Schmieds, ein Männerchor- Volkslied aus Oberhessen, ein Lied sämtlicher Mitwirkenden mit Orchester, „Auf Brüder folget den Fahnen", Dichter Georg Heß, eine Deklamation eines auslandsdeutschen Turners, und zum Schluß ein Nachspruch des alten Deutschen mit dem anschließenden gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liebes. Die musikalische Leitung der Aufführung hat SA.-Musikzugführer Hermann. Das Festspiel ist ein außerordentlich wuchtiges und eindrucksvolles völkisches Bekenntnis; man darf es als eines der besten Werke unseres Georg Heß bezeichnen. Dieser Aufführung mit den vielen stimmungsvollen Bühnenbildern beizuwohnen, sollte sich kein Volksgenosse entgehen lassen. Mercedes-Benz und Auto-Union haben ihre Meldungen für das am Sonntag ftatt- findende 1. Großglockner-Rennen zurückgezogen, um sich ganz den Vorbereitungen für die Coppa Acerbo widmen zu können. Auch DKW. und NSU. werden mit ihren Fabrikfahrern nicht am Großglockner, sondern beim Hockenheim-Rennen am Start fein. Deutscher Automobil-Straßenmei- ft e r 1935 wurde Rudolf Caracciola (Mercedes- Benz) mit neun Punkten aus drei Rennen vor den beiden Auto-Union-Fahrern Stuck und Rose- meyer mit je vier Punkten. Tausend fleiß'ge Hände regen ... Das Getreide ist geschnitten. Auf allen Feldern sehen wir die langen Reihen der Fruchthaufen stehen. Aber schon rasseln die großen Leiterwagen heran, um die Ernte zu bergen. Hochbeladen schwanken sie zur Scheuer. Aber nicht alle Wagen fahren zur Scheune, denn draußen auf dem Felde, dicht beim Dorfe, stehen die Dreschmaschinen und brummen ihr eintönig Lied den ganzen Tag. Sie haben eben viel Arbeit, denn alle kleinen Bauern dreschen hier ihre Flucht, ehe sie das Stroh in die Scheuer und die Körner auf den Speicher bringen. Die Zeiten, in denen unsere Väter mit dem Flegel bas Getreide ausdruschen, sind vorbei. Im Winter haben die Bauern andere und nötigere Arbeit, als den Flegel zu schwingen. Die Dreschmaschine ist eine der ersten und eine der wichtigsten Maschinen im bäuerlichen Betrieb. Sie , leistet in einem Tage mehr, als die fleißigsten Dre- i scher in einem Monat. Berliner Tennis - Mannschaftsmei» st e r wurde wieder Rotweih, das am Mittwoch gegen Blauweiß Berlin einen überraschend hohen 8:1-Sieg errang. G. v. Gramm schlug bei dieser Gelegenheit Werner Menzel mit 6:1, 6:3. Beutner errang den einzigen Gutpunkt für Blauweiß durch einen 6:4-, 4:6-, 7:5-6ieg über Pachaly. Unser Heimatdichter Georg Heß, Lechgestern, hat dem I. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Gießen ein Festspiel „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft", geschenkt, das theater wird ferner Gert Geifer als Sprecher Mitwirken. Der Autor Georg Heß hat selbst die 19 Uhr: Abholen de, Dl.-Caubonner, am Lahnhof. — 19.30 Uhr: Festerössnung. Vannerwelhe und Vannerübergabe auf Oswaldsgarlen. Anschließend gemeinschaftlicher Marsch nach der Volkshalle. Kranzniederlegung am Gesallenen-Denkmal auf dem Landgras-Philipp-Plah, Zahngedenken am Zahnstein an der Bergstraße. — 20.45 Uhr: Vegrühungs- und Kameradschaftsabend in der Volkshalle. Der Abschluß des internationalen Wafferbailturniers in Brüssel. Bei bedecktem und kühlem Wetter ober gutem Besuch wurde am Mittwoch da-Waherball-Turnier um den Klebelsberg-Pokal in Brussel abgeschlossen. Die letzten drei Spiele brachten im allgemeinen die erwarteten Ergebnisse, so daß Unaarn, das Iugo- Hannen mit 5:2 (3:1) besiegte, ohne Spielverlust zum Turniersieg kam. Ungarn setzte sich damit be- reite zum dritten Male in den Besitz des Klebels- berg-Pokals. Deutschland gewann zwar gegen Frankreich mit 5:4 (2:1), kam aber durch eine Fehl- entscheidung des wieder sehr unkorrekt amtierenden belgischen Schiedsrichters D e l a h a y e um den zweiten Platz. Delahaye gab in der letzten Spiel- Minute für Frankreich einen unberechtigten Dier- meterwurf, Den Cuvelier zum vierten Tor für Frankreich verwandeln konnte. Dadurch verschlechterte sich das Torverhältnis Deutschlands, so daß Belgien, das über Schweden einen 4:2- (1:2-) Sieg davongetragen hatte, den zweiten Platz belegen konnte. Die Ergebnisse des letzten Spieltages waren also: Ungarn — Südslawien 5:2 (3:1); Belgien — Schweden 4:2 (1:2); Deutschland — Frankreich 5:4 (2:1). Zweiter unfreiwilliger Ruhetag auf der Wafferkuppe. Würzburgs Vierermannschaft, bie auf dem Baldenay-See zwei deutsche Meisterschaften erringen tonnte, wurde bei der Heimkehr in ihre Daterstand jubelnd begrüßt. In Anerkennung und Würdigung der Verdienste der Würzburger Mannschaft machte ihr Reichssportführer von Tschammer! und Osten ein neues Ruderboot zum Geschenkt Dieses Boot wird am 25. August durch Gauleiter Dr. Hellmuth auf den Namen „Mainfranken" getauft werden. Der AC. von Frankreich hat beschlosien, 1936 keinen „Grand Prix für Automobile zur Durchführung zu bringen. An feine Stelle soll ein Rennen für Sportwagen treten. 13 Ahr: Aefizua. — 14.15 Uhr: Gemeinschattslag des Reichsbuades für Leibesübungen im Gau XII. Der Gerneinfchaftstag bringt Volkstänze der Turnerinnen, Jußballfchule des Jachamtes 2, Staffelentfcheiduugen, Handballspiel Marburg gegen Gießen, Faustballspiel, Schlußspiele des Gautennisturniers ufw. — 17.10 Ahr: Mililärsportliche Wettkämpfe des Infanterie-Regiments Gießen. Anschließend Motor- und Segelflugveranstaltung der Landesfliegergruppe Darmstadt. — 17.30 Uhr: Gemeinsamer Aufmarsch, Einmarsch der Ehrenabordnungen zur Gefallenen- Lhrung. — 17.45 Ahr: Jestsreiübungen der Turnerinnen, Jestfreiübung der Turner, Siegerehrung, Ausklang. — Bei einbrechender Dunkelheit: Großes Jeuerwerk. gezündetes Feuer hat Werte von Tausenden, sr Zehntausenden von Mark vernichtet. Einer Un- achtsamkeit ist der Wald, find viele Kleinvögel ist das hilflose Iunawild, das in den Flammen umkam, zum Opfer gefallen. , Ist das nötig? Cs ist in der Tat so: Die aller, meisten Waldbrände entstehen durch Leichtsinn, Unachtsamkeit und Rücksichtslosigkeit von Spaziergängern. Wenn das erste Grün sprießt, ziehen auch die ersten Scharen von Spaziergängern, von Aus- ftügtern und Jugendgruppen in den Wald hinaus. Ihr wollt im Wald die Schönbeit der Natur ge* meßen, Ihr wollt Ruhe und Erholung finden. Wollt Ihr den Wald gefährden? Nein, das will wohl keiner! Nun, dann unterlaßt das Rauchen (das : könnt Ihr auch zu Haufe) und jedes Feueranzünden und Abkochen im Walde (Mutters Stullenpakete tun es auch, aber laßt das Papier und die Eierschalen nicht liegen), kurz: unterlaßt jeden Gebrauch von Feuer im Wald! Wollt Ihr vielleicht schwer bestraft werden? Wohl nicht! Aber das Rauchen und jeder andere Gebrauch von offenem Feuer oder Licht in oder in der Nähe von Wäldern, Heiden und Mooren ist in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September mit Haft oder hoher Geldstrafe bedroht. Diese Strafen können auch die Eltern treffen, wenn Kinder gegen die zum Schutz des Waldes erlassenen Gesetze verstoßen. Also: Raucht nicht im Walde, zündet k e i n F e u e r a n! Die Gefahr ist riesengroß. Wie leicht brennt der Wald, und alle Müde des Forst- manns und des Forstarbeiters sind umsonst gewesen. Und jedes Stück Holz, das im deutschen Walde Der- brennt, muß aus dem Ausland eingeführt werden! Darum: Schützt den Wald; Wald ist Volksgut! Oie Vereidigung der öffentlichen Beamten. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie- rung — teilt allen unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts die nachstehende Verfügung des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit: Ich habe Anlaß, daraus hinzuweisen, daß die Leistung des durch Gesetz vom 20. August 1934 vor- I geschriebenen Beamteneides nach geltendem Recht zu I Den Pflichten des Beamten gehört. Die Eibesver- I Weigerung führt daher zum Ausscheiden aus Dem I Dienst auf Dem Dafür gesetzlich vorgesehenen Wege (Zurruhesetzung, gegebenenfalls Entlassung im I Dienststrafverfahren). Einer Eibesverweigerung I kommt es gleich, wenn ein Beamter Den EiD nur I mit Vorbehalten leistet; Der Schwur der Treue er« I trägt feiner Natur nach keine Einschränkungen. Ein I Beamter, Der trotzdem den Eid nur mit Vorbehal- I ten ober Einschränkungen zu leisten bereit ist, wird l daher als aufrechter Mann selbst die Folgerung zu I ziehen haben, daß er sein Amt zur Verfügung stellt. I lut er Das nicht, hat er Die gleichen Folgerungen I zu gewärtigen, wie Derjenige, der Den EiD vollstem- I big verweigert. Ich ersuche. Die Beamtenschaft hier- I von in geeigneter Form zu unterrichten. Das Sammelverbot. Der Reichs- und Preußische Innenminister hat I für die Durchführung Des Sammelnerbots einen I Erlaß an Die Landesregierungen und die beteiligten I Behörden gerichtet, in Dem er Darauf hinweist, daß I unter Das Verbot auch Der Verkauf von Abzeichen, I Karten unD anberen geringwertigen OegenftänDen ! sowie Die Verbreitung von Sammellisten Durch be- I sonders hierzu bestellte Personen fällt. Das Verbot I gilt ferner für Die mündliche Werbung und den Vertrieb von Eintrittskarten unb begleichen. Dagegen gilt es nicht für Die Genehmigung von Sammlungen burch Postversand von Werbeschreiben lunb Sammellisten sowie burch bie Veröffentlichung Ivon Aufrufen. Ferner finbet es keine Anwendung auf die Genehmigung zur Durchführung von öffent- I liehen Veranstaltungen zu gemeinnützigen ober mild- I tätigen Zwecken unb auf bie Genehmigung bes ! Warenverkaufs für bie gleichen Zwecke. rund 120 Trachtenträger aus bem ganzen Gaugebiet, aus Riebelsborf (Schwälmer), aus Wallau, Buchenau und Dexbach (Kreis Biedenkopf), aus Ruhlkirchen (Katzenberg im Kreis Alsfeld), aus Hartershausen (Kreis Lauterbach), aus Gersfeld (Rhön), aus Nieder-Kleen (Hüttenberg, Krs. Gießen) und eine Obenwälbergruppe aus Reichenbach im Obenwalb. I Der Minister ersucht die Polizeibehörden, auf die --- * ■? ! Innehaltung des Sammelverbots genauestens zu > I achten und Uebertretungen strafrechtlich zu oer« H8iuu7UMpi|iuvi. Bauer hat Hilfe. Niemand ist da untätiger Zu- Reichsschatzmeister der NSDAP. Don diesem Wider- schauer. Jeder greift zu, um zu helfen. Pausen gibt ruf werden nicht erfaßt der Verkauf von Karten es nicht. Kaum ist der eine Wagen leer, fährt schon oder Gegenständen zum Eintritt zu einer ofsenttichen der nächste vor, unb wenn es biefelbe Getreideart Veranstaltung, sofern der Verkauf m den Geschäfts- ist, acht Der Ausdrusch ununterbrochen weiter. räumen Der zuftanDigen Dienststellen, am Orte Der steht Der Bauer an den Säcken unb sieht, wie bie golbenen Korner in die Säcke rinnen. Schon ist *Rei(6£teidCttfUttl Uttö Dürtti. wieder einer gefüllt. Die Klappe wirb für einen . Augenblick geschlossen, ein neuer Sack angehängt. Der Reichsiustizmittifter tettt einen Erlaß des Der Nachbar kommt unb fragt, wieviel Garben er Reichsfinanzministers mit, in dem es u. a. heißt: auf bem Wagen gehabt hätte. Der Besitzer nennt Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des eine Zahl. Der anbere nickt, zeigt auf bie Säcke unb Führers unb dem Stabschef Der SA. ordne ich meint: „Ja, ber Weizen hat biefes Jahr gut ge- für bie Ueberlaffung von Reichseigentum an die geben." NSDAP., Die SA. unD bie SS. folgenbes an: Der Wagen ist leer. Schrill pfeift die Maschine. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Für einen Augenblick hort bas Brummen auf. Rasch g^ciß Reichsgesetz vom 1. Dezember 1933 eine wirb noch Stroh weggetragen, bie Sacke sind schon Körperschaft des öffentlichen Rechts. Hinsichtlich Der aufgelaben, bie Spreu rotrb noch weggekehrt, ber Benutzung von Reichseigentum gelten gegenüber Maschinist sieht bie Räber und Riemen nach, unD NSDAP, unb ihren Gliederungen einschließlich schon kommt ber nächste an bie Reihe. Das ift ber SA. und SS. Die gleichen Grundsätze, wie sie Arbeit am laufenden Band. allgemein bei ber Ueberlaffung von Gegenständen Jeder Bauer ist froh, wenn bie Dreschtage vor-1 bes Reichs an bie ßänber, Gemeinden oder andere über sind, wenn alles schön trocken in die Vorrats- Körperschaften bes öffentlichen Rechts zu beachten räume gekommen ist. Dann kann er sich etwas sind. Ruhe gönnen, denn nun kommt eine Zeit, in der gür Ueberlaffung von Grundstücken, Ge- bie Aroeit nicht so brängt. I häuben unb beweglichen Gegenständen zum Ge- Doll Dank unb Stolz überschauen die Bauern das brauch ist daher grundsätzlich Miete ober eine Ge- Ergebnis ber Ernte. Sie können in biefem Jahre drauchsvergütung zu zahlen, es sei denn, daß es zufrieben sein unb ein frohes Erntedankfest feiern, sich um Gegenstände handelt, für bie eine anber- B. roeitige ertragbringenbe Verwendung für absehbare Wald ift Dal,-gut! MuÄ Darum: Helft Waldbrände verhüten! ruflicher Weise unter Uebemahme sämtlicher Kosten Alljährlich werben große Flächen deutschen Wal- unentgeltlich gestattet werben. bes burch Feuer vernichtet. Das bebeutet einen Die Hohe ber Miete ist nach den Verhältnissen Riesenve^ust an wirtschaftlichem Wert. Aber wohl bes Einzelfalles zu bemessen. Bei GruMtucken und ebenso sehr berührt {eben Naturfreund, der einmal Gebäuden ist ^ sni^estens in einer solchen Hohe Zeuge eines Waldbrandes war, oder der eine ab- festzusetzen, daß sämtliche auf dem.^^^6enstanD gebrannte Waldfläche mit eigenen Augen sah, der ruhenden Steuern, Abgaben und Lasten ihre Eindruck der durch die Gewalt des Elements ver- Deckung finden. Ebenso hat Den^ laufenden Bau nichteten Naturschönheit. Wo noch vor kurzem grüne unterhalt sowie oüe 'Lc „ Schonungen standen, in denen sich das Dunkel der stehenden Kosten, wie z. B. Beheizung, Beleuchtung Kiefern mit bem lichten Grün ber Birken mischte, usw., ber Nutznießer zu tragen. wo Gras unb Blumen am Boden blühten, wo bie In federn Fall ift Dem Reich das Recht Der Der Vogel fangen unb Hase und Reh, Kaninchen und tragslösung innerhalb angemeffener 9nft für Den Fuchs dem stillen Wanderer zu Gesicht kamen, da Fall vorzubehalten, daß Der ©egenftanb für un- liegt eine schwarz verkohlte rauchende Fläche, auf Der mittelbare 3merfe Des Reiches gebraucht wud. alles Leben vernichtet ist. Was vorher eine Freude Irn Hinblick auf bie ®tetluna Der 9^52)21^. un bes erholungfuchenben Städters, der Stolz des Staate und ihre unlösliche Derbmwenheit mit Detfl Forstmannes war, liegt in Asche. Staat ist ihren Wunden auf Ueberlasiung von Unb woburch? Ein achtlos fortgeworfenes Zünd- Reichseigentum unter Beachtung obiger ©runDfäfet Holz, ein Zigarettenstummel, ein leichtsinnig an-»tunlichst zu entsprechen. Die wenig günstige Wetterlage am Mittwoch, bie keinen Flugbetrieb zuließ, machte ben 11. Wettbewerbstag zum zweiten Ruhetag ber biesjährigen „16. Rhön . Im Fliegerlayer Wasserkuppe herrschte aber trotzbem emsige Tätigkeit. Die Fliegermannschaften arbeiteten an ben Maschinen, um sie für die noch zur Verfügung stehenben letzten vier Wett- beroerbstage, an benen unsere bewährten Piloten noch einmal ihr großes fliegerisches Können unter Beweis stellen werben, herzurichten. Von ben in ben letzten Tagen immer wieber in Der Tschechoslowakei gelandeten Maschinen werben noch insgesamt fünf zurückerwartet, nachdem Bräu- b« Barbietung eingestellt ift Dann fotaen Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß die Erledigung der üblichen Formalitäten mit ben tschechischen Behorben bank ber Unterstützung ber beutschen amtlichen Stellen in den meisten Fällen anstandslos vor sich ging. — Uebri» gens nahm in den letzten Tagen auch der Besuch von Vertretern ausländischer amtlicher Luftfahrtstellen zu. Die genaue Strecke, die Heini D i t t m a r auf seinem „Conbor" beim ersten Fluge außer Konkurrenz zurücklegte, betrug etwa 420 Kilometer. Seine ßanbung erfolgte in der Nähe von Deutsch- brot in der Tschechoslowakei. Kurze Sportnotizen. Nur wenige Wochen stehen die Maschinen im Felde. Es gilt also, rasche Arbeit zu leisten. Schon früh am Morgen, wenn noch Dämmerung herrscht, pfeift Der Heizer zum Beginn, unD abends, wenn »Die Glocken zur Ruhe mahnten, brummen aschinen im FelDe immer noch. In langen Reihen haben die Bauern ihre mit Frucht belade- nen Wagen angefahren. Sie wissen ungefähr, zu welcher Stunde sie „drankommen". Sie können ihre _______,......--------------- , Vorbereitungen treffen, denn ein Aufenthalt ist im- haben insgesamt 17 Nationen Meldungen abgegeben. mer ärgerlich für alle unb wirft bas Tagespro- heer* gramm über ben Haufen. Allein kann ber Bauer OpOnTUnC rWÖH Dura) .vreuoe • nicht dreschen, auch wenn alle Familienangehörige Achtung! Verlegung von Sportkursen. mitangreifen. Da müssen Leute auf ben Wagen, Während der 6» wert.« fMM. Wn in die Turnhalle der Schillerjchule, Schiller ^lber). andere müssen bie Spreu wegbringen, und straße, verlegt „ ... aud) das Stroh muß seitwärts aus einen S) auf en Donnerstags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: aut ,inen r,,r,n jßaoen ae- Fröhliche Gymnastik und Spiel«, nur für Frauen: 9e‘r°8'";rh° „ auf etnen keren Ä8n flC freitags oon 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körper- w „ $cr. schul-, für Frauen und Manner: Samstags von Bekannte, Nachbarn und gute Freunde 17 b.s IS Uhr : Le,chtathletik Der Kursus muß roar gemi6 nid)t ,^cht, draußen wegen des Saulestes am Samstag, den 3.8., aus-1 0""'^ ge(bm, lm "grellen Sonnenschein, die fallen. Frucht zu schneiden unb zu binden. Das kostete Schwimmen. I Schweiß und viel Mühe. Aber die Arbeit bei ber Für Frauen unb Männer gemeinsam. Dreschmaschine ist doch noch unangenehmer. Zu der Montags von 18 bis 19.15 Uhr: Badeanstalt des Hitze kommt nun auch der Staub, der ringsum auf- Männerbadevereins; Mittwochs von 20 bis 21 und wirbelt. Wie sehen bte Gesichter der Arbeitenden 21 bis 22 Uhr- Volksbad. aus! Sie sind überdeckt mit einer Staubschicht, durch Ab Dienstag, 6.8., von 19.30 bis 20.45 Uhr: die der Schweiß in «einen Bächlein rinnt. Aber Hallenbad Wetzlar; von 20.45 bis 22 Uhr: Hatten- unentwegt wirb geschafft, bad Wetzlar Da muß ein Wagen voraeschoben, da muffen Samstags von 16 bis 17.30 Uhr: LahnbadLollar.»Säcke weggefahren werden. Ein Blick nur, und der iug ber SÄ.-Stanbarte 116; ber Ardeitsbienst, ber ämtliche in bem Festspiel auftretenben Derufsgrup- )en in ben verschobenen Berufstieibungen stellt, »arunter auch eine Gruppe 2kbeitsbienftmänner mit Spaten, insgesamt etwa 70 Mann; SA. unb SS. in Stärke von etwa 60 Mann; als Sänger etwa 70 Mitglieder von Gießener Gesangvereinen; weiter etwa 80 Sportler, Turner, Turnerinnen; Wilhelm Greif. Der neue Batz und Batzbuffo des Gießener Stadttheaters. Die roten Feuerteufel. Ein Erlebnis in der sibirischen Taiga. Ich wurde am 9. August 1901 in München geboren. Die Jugendjahre verlebte ich teils in Deutsch- land, teils in der Schweiz. Bon der Schulbank weg trat ich in das Hessisch-Thürinaisch-Waldecksche Freikorps ein und nahm an den Kämpfen des Maiaufstandes 1919 in München und später an den Gefechten in Oberschlesien teil. Sieben Monate blieb ich in den Reihen der Freikorpskämpfer, dann begann meine kaufmännische Laufbahn, die mich nach Berlin und zuletzt wieder nach München ins elterliche Geschäft führte. Bis 1932. war ich im kaufmännischen Beruf tätig. Aber seit 1925 trieb ich eifrig Gesangsstudien, und ab 1932 konnte ich mich gänzlich in meinen Studien auf Konzert und Bühnenlaufbahn vorbereiten. Seit Februar 1933 bin ich als seriöser Baß und Baßbuffo freischaffender Sänger am Reichssender München; nun holt mich Intendant Schultze-Griesheim von dort nach Gießen, wo ich mich auf ein hoffentlich erfolgreiches Arbeitsgebiet freue. Gaufest-Postdienst in der Volkshalle. Aus Anlaß des Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen wird vom 2. bis 4. August vom Postamt in der Volkshalle eine öffentliche Sprech stelle eingerichtet. Dienststunden: 2. August 17 bis 22 Uhr, 3. August 14 bis 22 Uhr, 4. August 9 bis 12 und 14 bis 22 Uhr. Bei der öffentlichen Sprechstelle können auch Postwertzeichen gekauft und Telegramme angenommen werden. Uebermüdung — eine Gefahr für den Straßenverkehr. LPD. Rur zu oft hört man von Unfällen, deren Ursache auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen ist. Wieviel Unheil ist schon entstanden, wenn am Steuerrad des Autos, auf dem Motorrad, Fahrrad oder Fuhrwerk Leute faßen, die über den Durst getrunken hatten. Gegen diese Verkehrssünder wird mit aller Strenge vorgegangen. Schlimm kann es aber auch werden, wenn Fahrzeuglenker übermüdet sind und gar einschlafen. Es ergeht daher an alle Fahrzeugführer die eindringliche Mahnung, bei Uebermüdung die Führung des Fahrzeuges anderen zu überlassen oder an geeigneter Stelle Halt zu machen und etwas auszuruhen. Man denke an die ungeheuren Gefahren für die Nebenmenschen und sich selbst. Die deutsche Arbeitsfront ^7 7 h.9.=6emcinfchaft „firaft durch frcuöc" Fahrt durch Oberhessen. Diese Wochenendfahrt der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für Sonntag, 4. August, findet nicht statt, da an diesem Tag das Gaufest in Gießen abgehalten wird. Der Tag, an dem die Fahrt durch Oberhessen stattfindet, wird noch bekanntgegeben. Bildung einer Laienspielschar. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, eine Laienspielschar aufzustellen, die im Laufe des Winters bei verschiedenen Kreisveranstaltungen gutes Laienspiel zur Aufführung bringt. Volksgenossen, die Lust, Liebe und Talent mit- bringen, werden gebeten, sich bei der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gießen, Schanzenstraße 18, zu melden. Lin großer Abend in der Volkshalle mit Willi Reichert. Die Preise sind: 40, 60, 80 Pf. und 1,— Mk. Man wird für dieses Geld einen Abend erleben, der hinter den beiden Abenden des Schumann- Theaters und des Kabaretts der Komiker bestimmt nicht zurückbleiben wird. Ein Abend des gemeinschaftlichen Besuches für ganze Betriebe. Eine gute Lautsprecheranlage und Helle Bühnenbeleuchtung werden dafür sorgen, daß man auch am letzten Platz für das wenige Geld einen wirklich fröhlichen Abend verleben kann. Willi Reichert, der vom Rundfunk her bekannte große Humorist aus Stuttgart, der Mann, dessen unbeschreibliches Lachen alles mit in Bann zieht und alle zu befreiendem Lachen erlöst — diesen Mann müssen Sie gesehen haben. welche Arlaubszüge von „Kraft durch Freude" sind noch nicht beseht? Urlaubszug Bayrischer Wald (Zwiesel) vom 15. bis 23. August (Preis 32,50 Mt.). Urlaubszug Kieler Bucht vom 24. August bis 1. September (Preis 39,50 Mk.). Urlaubszug Spreewald vom 31. August bis 6. September (Preis 33 Mk.). Urlaubszug Schwarzwald (Sigmaringen) vom 2. September bis 15. September (Preis 48 Mk.). Don Egon von Kapderr. Der Fischer und Trapper Iwan Netschkin kam mit dem Wassereimer vom Fluß zurück. Am Rande der hohen Heide blieb der Mann stehen und sicherte schnuppernd wie ein aufgeschreckter Bär: „Herr — lange werden wir hier nicht lagern und in Ruhe trinken können, denn ich glaube, die roten Feuerteufel sind bald da ..Tatsächlich — es roch brenzlig, viel ärger als vor wenigen Minuten. Aber wir waren dies ewige Raucheinatmen gewöhnt; sei vier Wochen brannten die Wälder und Hochmoore fast ganz Westsibiriens an vielen Stellen, ganze Gebiete standen in Rauch und Flammen, Landstrecken in der Größe Sachsens und noch größere brannten zu gleicher Zeit, und war endlich ein Riesenfeuer verlöscht — weil es nichts mehr zu brennen gab oder große Wasserläufe den Flammen Einhalt geboten, so ging der Teufelstanz an irgendeiner anderen Stelle noch toller los. Seit Wochen sah man die Sonne höchstens als blasse Scheibe am braungelben, von Rauchschleiern durchjagten Himmel, ruhte aber der Wind, so fiel das Atmen schwer, und alles war in gelblichgrauen Stinknebel gehüllt. Nachts aber glühte der Horizont rot und rotbraun. Es herrschte ein unheimliches, gelbes Licht — auch der erfahrenste, abgehärtetste Hinterwäldler wurde niedergedrückt und mutlos. Ungeheure Waldstrecken wurden vernichtet — eine schwarze Kohlenwüste, Wild aller Art kam in Massen um, kein Vogel ließ seinen Ruf hören — höchstens, daß mitunter der Angstschrei flüchtender Schoren unser Ohr erreichte ... Mehrere Urwalddörfer und Farmen verbrannten mit Menschen, Vieh und Ernte, hungrige, rasend gewordene Bären trieben sich in den Fluren der Flußauen herum und schlugen Tiere und Menschen. Das war Ende Juli des Dürrejahres, des Not- und Hungerjahres 1911. — Nie habe ich mich so wehr- und hilflos, so jämmerlich klein gefühlt wie damals, auch später nicht in den schwersten Geschehnissen des Weltkrieges: die furchtbare Wucht einer gewaltigen Naturkatastrophe lastet auf dem Gemüt wie ein grausiger Alp — und selbst der Ungläubigste denkt an Gott ... Unser Feuerchen flammte — die schwache Rauchfahne wehte scharf nach der Flußseite zu. „Starker Wind", murmelte der Trapper, mißtrauisch nach Osten blinzelnd. Er goß Tee ein, reichte Zucker, Dörrbrot. Der Trank war fade, der Zwieback schmeckte nicht, selbst die geliebte Zigarette hatte kein Aroma. — „Schmeckt, riecht alles nach Brand, nach Holzrauch, Kien", sagte Netschkin und begann unsere paar Sachen zu verpacken und im Kanu zu verstauen. Gewohnheitsmäßig löschte er das Feuerchen — unser kleines Flämmchen — mit dem Rest des Teewassers: „Eigentlich nicht nötig", meinte der Mann, „in einer halben Stunde ist ein Feuerchen hier, über dem du die Tee-Ernte der ganzen Welt und alle Suppen dazu kochen kannst." Er stieß ab — wuchtig stieß er den Kahn mit dem Ruder an — wir glitten den schmalen Urwaldfluß hinab — Kaum waren wir eine halbe Stunde gerudert, da sahen wir auch schon den Rauch in breiten, braungelben Schleiern durch den Wald jagen. Ein dumpfes Poltern, ein Brummen, Sausen, Knacken und Knistern — In der weiten, lichtbestandenen Heide zuckten die ersten Flammen am Boden ... Mit aller Kraft ruderten wir. Netschkin arbeitete achtern und lenkte das Kanu zugleich, ich ruderte mit dem Padel vorn. Der schlanke, aus dem Stamm einer Riesenespe gehöhlte Kahn schoß über die schwarze Flut, als gelte es ein Rennen. Der Schweiß troff und aus allen Poren — nicht nur von Hitze und Arbeit ... Das Atmen wurde immer schwerer, die Brust schmerzte. Die mächtigen Wipfel der Fichten, Zirbeln und Kiefern bogen sich im Sturm, im Sturm von Ost, im Wirbel der Glut, die immer näher heranbrauste, donnernd in die Dickichte fuhr, schwarzgelben Qualm hochwirbelte, durch das rasselnde Geäst jagte. — „Dort!" schrie Netschkin und deutete nach links. Brüllend fuhren dunkelrote Flammen am Stamm der mit Flechten und Greisenbart behangenen Fichte hoch. Zischend sauste der Wipfelbrand durch die halbverdorrte Taiga. Ein paar Auerhühner schwangen sich vor uns über den Fluß, Singvögel schrien, irgendwo keuchten, trampelten fliehende Elche — dicht neben uns, doch unsichtbar im dichten, erstickenden Rauch. Funken flogen ins Wasser, ins Boot. Wir hörten ihr Zischen nicht, wir spürten kaum ihren Brand, wenn sie die Kleider versengten. Kein Atmen mehr, die Augen glühten, die Hitze versengte Bart und Haar. Doch — der Fluß wird breiter. Und hier ist der See, den wir am Tage vorher verließen, Binsen, Schilf, Rohrwände, saftgrün. Die Rettung. Gelbe, halbzerfressene Mummeln und Wasserrosen — jetzt ein breiter Streifen Binsenwald, dann freieres Wasser. Hier kann man zur Not Luft schöpfen, man erholt sich ein wenig, wenn man sich dicht über den Wasserspiegel beugt. Aber man muß sich vorsehen — nur zu leicht schlägt solcher Kahn um, und, kaum entronnen dem Feuer, müßten wir elend ertrinken in Schlamm und Gewirr von grünem Pflanzengeschlinge. Als wir auf das freiere Wasser kamen, sahen wir die ganzen Ufer der Ostseite lichterloh brennen Auch die Birken: die teerreiche Rinde fängt leicht Feuer. Nur Espen und Weiden brannten nicht — aber sie sind verdorrt und standen, als wir später den See besuchten, als traurige Gerippe zwischen halbverkohltem Fallholz und starrenden, entrindeten. angekohlten Riesenstämmen der Nadelhölzer. Auf dem See war helle Aufregung. Enten schwirrten und lärmten, Taucher knarrten, und am Ende durchschwammen drei Elche haltig die Flut. Der Sturm bewegte hier auf der Seebreite das Wasser sehr stark — wir liefen Gefahr umzuschlagen. Deshalb ruderten wir einem Binsenwalde zu, versteckten uns dort und blieben in der tiefarünen Wirrnis, bis endlich, endlich der Rest des schwefelgelben, unheimlichen Tages und die schrecklich durchglühte Nacht zu Ende waren. — Am anderen Abend erreichten wir ein Fischerdorf am großen Strom. Hier, nm breiten Band der Konda, hatte das Feuer endlich balto-macht — das Dörfchen aber war verbrannt Mit Müde und Not batten sich die Leute in Booten während der Schreckensnacht auf den Strom gerettet, auch einen Teil ihrer $abe und Netze aeborgen — einen Teil. Es war ein trauriger Zug. der am Kirchdorf, jenseits des Stromes, dreißig Kilometer stromaufwärts, endlich anFnm. In der Nacht ging ein Gewitter nieder, rauschender Regen löschte die Brände. 3u spät. Urlaubszug Kieler Bucht vom 7. September bis 15. September (Preis 39,50 Mk.) Urlaubszug Büsum vom 7. September bis 15. September (Preis 36.50 Mk.). Urlaubszug Nordsee (norwegische Küste) vom 11. September bis 19. September (Preis 59 Mk.). Urlaubszug Weser-Bergland (Carlshafen) vom 16. September bis 22. September (Preis 30,50 Mk.). Urlaubszug Harz (Wernigerode) vom 16. September bis 22. September (Preis 28 Mk.). Urlaubszug Allgäu (Pfronten) vom 19. September bis 29. September (Preis 42.50 Mk.). Urlaubszug Hamburg—Südengland vom 23. September bis 1. Oktober (Preis 59 Mk.). Urlaubszug München (Oktoberfest) vom 27. September bis 1. Oktober (Preis 32 Mk.). Urlaubszug Bayrischer Wald (Zwiesel) vom 28. September bis 6. Oktober (Preis 32,50 Mk.). Urlaubszug Sächsische Schweiz (Bad Schandau) vom 5. Oktober bis 13. Oktober (Preis 38 Mk.). Urlaubszug Schleswig-Holstein (Malente-Grems- mühle) vom 12. Oktober bis 20. Oktober (Preis 39,50 Mk.). Urlaubszug Berlin-Potsdam vom 26. Oktober bis 30. Oktober (Preis 27,50 Mk.). Großes Sommerfest am Sonntag, 11. August, in Kloster Arnsburg. Wie im Vorjahre, so veranstaltet die NS.-Ge- rneinschaft „Kraft durch Freude" auch in diesem Sommer ein großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Dabei wird das Gießener Stadttheater uns mit einem fröhlichen Freilustspiel erfreuen („Waldfrieden" von Ludwig Thoma). Der Musikzug der Standarte 116 (35 Mann) wirkt mit und wird uns abends in der Ruine ein kleines Streichkonzert geben. Dieses Streichkonzert bei Fackelschein in der ehrwürdigen Kirchenruine hat im Vorjahr so star- ken Beifall gefunden, daß wir auch diesmal auf das Konzert großen Wert legen. Im übrigen werden alle Besucher bei Dolksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen (und hoffentlich gutem Wetter) einen wirklich schönen Abend verleben. Der Eintrittspreis zu dem Sommerfest beträgt, wie im Vorjahr, 30 Pf., das Tanzbändchen 50 Pf das Preisschießen drei Schuß 10 Pf. Die Preise für die Speisen und Getränke sind sehr niedrig gehalten. Es wird deshalb jedem Volksgenossen möglich sein, das Sommerfest in Arnsburg zu besuchen. Gportkurke des Svoriomis Gießen Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Dienstags von 19 bis 21 Uhr: Universitätssport- platz am Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstr. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Donnerstags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstrabe, für Jüngere; von 21 bis 22 Uhr: Schillerschule, Schillerstraße, für Aeltere; Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr: Lollar „Zur Linde" Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg. Am Donnerstag, 1.8., Schwimmen für das Reichssportabzeichen, Müllersche Badeanstalt. Treffpunkt 18.30 Uhr vor dem Bad. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für den Mittwochkursus sind noch sechs Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr ober Telephon 2919, wenden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 8 Sportmarken je 1 Mk. - 8 Mk., bzw. für Nichtmitglieder 8 Sportmarken je 1,50 Mk. = 12 Mk. Die Kröte. Eines der verachtetsten Tiere ist die Kröte. Um sie werden Märchen gesponnen, die sie als garstig und giftig verpönen; sie soll mit der Zunge stechen und giftigen Saft ausspritzen können und dergleichen mehr. Sie ist das Tier, das am meisten getreten und gepeinigt wird. Fragen wir uns warum, so wissen wir als einzige Antwort: sie ist häßlich. Aber das sagt noch gar nichts über ihren Wert. Stechen kann keine Kröte. Alle Behauptungen darüber sind unwahr. Daß sie einen giftigen Saft ausspritzt, der dem Menschen schadet, stimmt nur zum Teil. Die Kröte hat tatsächlich im Maul Drüsen, die einen Saft absondern, den sie ihren Feinden entgegenspritzt, wenn sie sich in Lebensgefahr befindet. Sie kann aber diesen Saft nur auf kurze Entfernungen ausstoßen, für den Menschen ist er außerdem unschädlich. Sie besitzt aber noch ein anderes Schutzmittel: das sind Warzen an ihrem Körper; diese sondern einen übelriechenden bitteren Schleim ab, der ihren Feinden den Bissen verleidet. Die meisten Menschen wissen den Wert dieses Tieres kaum zu würdigen, trotzdem gehört die Kröte zu den nützlichsten Tieren, denn sie vertilgt in großen Mengen lästige Schnecken und Maden. Man wird sie vorwiegend in Gemüsegärten an- treffen, wo sie von den Blättern das Ungeziefer absucht. Wie hoch sie in anderen Ländern geschätzt zeigt die Tatsache, daß sie in England sogar auf den Märkten gehandelt wird, wo sie dann in den Gemüsegärten ausgesetzt wird. Gärtner und Bauern wissen sie allerdings auch Pei uns zu schätzen, denn es würde nicht viel von ihrem Kohl übrigbleiben, wenn nicht von Zeit zu Zeit die Kröte die Stauden nach den Schädlingen absuchen würde. Nur die Kinder werfen sie mit Steinen, zertreten und quälen sie: es ist ja nur eine Kröte. Aber der feine Laubfrosch im grünen Frack, der ift überall gern gesehen; der wird in ein Glas gesetzt, wird bewundert und bestaunt. Er ist der Liebling des Menschen, obgleich er viel weniger nützlich ist. Aber so ist es in allen Sachen: Kleider machen teilte, nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren. jRetmmfemärffe in Heffen-Aaffau. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Wie im Vorjahre, so werden auch in diesem Jahre im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen- Nassau Remontemärkte bestimmt durchgeführt werden, und zwar voraussichtlich im Monat Gilbhart (Oktober). Die genauen Termine stehen noch nicht fest, werden jedoch zur gegebenen Zeit zur Veröffentlichung gebracht werden. Es kommen wieder zum Ankauf volljährige Pferde im Alter von 7 bis 12 Jahren, die als Truppendienstpferde volltauglich, d. h. also unverbraucht sind. Die Bauern werden darauf aufmerksam gemacht, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, daß eventuell geeignete Pferde sich zu den gegebenen Zeitpunkten in gutem Futter- unb Pflegezustanb befinben unb einen guten Hufbeschlag tragen. Befonbers die Beschläge sind etwa 8 bis 14 Tage vorher zu erneuern und sollen nicht zu schwer sein. Die Bauern sollen ihre Pferde möglichst selbst vorführen und dieselben nicht vorher in unberufene Hände (Juden und Makler) kommen lassen. Vornotlzen. — Tageskalender für Donnerstag; Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer für Dich". — VfB.-Reichsbahn: 20.30 Uhr Mitgliederversammlung auf dem Waldsportplatz. Gießener Dochenmarktpreije. * Gießen, 1. Aug. Auf dem heutigen Wochenmark kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 20 bis 30, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (neue) 7 bis 8 Pf., der Zentner 5,80 bis 6 Mark, Frühäpfel, das Pfund 30 bis 45 Pf., Falläpfel 8 bis 10, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 60, Brombeeren 45, Birnen 15 bis 50, Sauerkirschen 45, Heidelbeeren 42 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 25, Pflaumen 30 bis 40, Zwetfchen 45 bis 50, Mirabellen 40 bis 50, Reineclauden 35 bis 40, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 75, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken IV2 bis 5, Ober- kahlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das ^Bündel 8 bis 10 Pf. ** Sitzung der Festausschüsse zum G a u f e st. Am heutigen Donnerstag, 20.30 Uhr, findet in der „Liebigshöhe" eine Sitzung aller Festausschüsse statt. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht. **30 Jahre Maß-Schneiderei Karl Bender. Am heutigen Donnerstag, 1. August, kann die Firma für feine Maßschneiderei Karl Bender, Bahnhofstraße 29, auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. ** Das Universitäts-Cafö-Restau- rant, früher „Bürgerhof", ist im Verlaufe der letzten vier Wochen in großzügiger Weise umgebaut und erweitert worden. Nach den Angaben des Bauherrn H. W. Rinn sind an der Straße vier große ■ Frontfenster entstanden, in deren Mitte der Eingang zu der Gaststätte sich befindet. Durch Hinzunahme von Raummöglichkeiten seitwärts der früheren Gastzimmer war es möglich, einen großen und geschmackvoll eingerichteten Hauptraum für die Gäste zu schaffen, daneben im Parterre noch ein geräumiges Nebenzimmer zu errichten, das durch eine Schiebetür von dem Hauptraum abgetrennt werden und Sitzungen oder kleineren Veranstaltungen dienen kann. Im Obergeschoß ist der bisherige Gesangssaal unverändert beibehalten, jedoch völlig neu hergerichtet worden, außerdem hat man dort auch ein weiteres kleineres Zimmer geschaffen, das insbesondere Sitzungszwecken Vorbehalten bleiben soll. Der obere Saal und das danebenliegende kleinere Zimmer sind auch vom Treppenhaus aus direkt zu erreichen, so daß die Besucher nicht gezwungen sind, den Hauptgastraum, wie früher, zu durchschreiten. Die Räumlichkeiten für die Gäste, wie auch die Küche und die übrigen Betriebsstätten hat der Bauherr in moderner Weise ausgestalten lassen, so daß der Besucher überall einen guten Eindruck bekommt. Unsere Gießener Handwerksmeister haben bei diesem Werk der Neugestaltung einer alteingesessenen Gaststätte, auf der übrigens eine der ältesten Gießener Gastwirtschaftskonzessionen ruht, meisterliche Arbeit geleistet. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Gießen hatten durch die Aufwendungen für die Neugestaltung dieses Betriebes einen ansehnlichen Beitrag zu verzeichnen. Die Bewirtschaftung des Unternehmens ist dem früheren Inhaber des Theatercafes „Ernst Ludwig", Karl W ö r n e r, der sich auf gastronomischem Gebiete reiche Erfahrungen erworben hat, übertragen worden. Rundfunkprogramm. Freitag, 2. August: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Blasmusik. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskon- zert I. 13. Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Brücken und Tunnel zwischen Ländern und Erdteilen. Von großen Plänen der Technik. 16.45: Kampf um das Reich. Größe und Untergang der Staufer. Weltherrschaftspläne — Zerfall des Reiches. 17: Konzert des Musikzuges der Leibstandarte Adolf Hitlers. 18.30: Jugendfunk. HI. im Reichssegelflug-Wettbewerb 1935! Funkbericht von der Wasserkuppe (Rhön). 18.45: Das Leben spricht! 19: Kapelle Liv- schakoff spielt. 19.40: Noch zwei Wochen bis zur Rundfunkausstellung. Vortrag von D. Kurt Berendt. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten.20.15: Stunde der Nation.Ein Arbeiter fährt aufUrlaub.21:Konzert desMufikzuges der Leibstandarte Adolf Hitlers. 21.30: „Heldenehrung* von Barthel. Zum Gedenken des Todestages Paul von Hindenburgs. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrich. ten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.267 Sportschau der Woche. 23: Autofabrik. 23.30: Die Landschaft spricht: Das hohe Venn. 24 bis 2: Nachtmusik. Nr.M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstags.August 1955 henstreit von Der boljd)emi|ti|(i)en Propaganva System oem o e u i ] a) [ e i n u 11 o; k h m u l u t - Politik ausgenützt werden soll, liegen ja be- \ t e r der ganzen Bündnis- und Vertragstätigkeit und 4. seien. Die Formel. einbarte Es von Und Angina meines Wis- Onkel. Es heiß ,ge- wurmstichig, mein seebefahrenen Mann wahr, Irma, — es tretet bindung haben sich mit ihrer Regierung in Ver- geseht. „Weil du ,geklunkert' sagst, klinkert'." „Du bist wohl 'n bißchen Sohn? Wirst doch nicht einen belehren wollen." „Aber ich habe recht. Nicht Diese Formel wird, falls die italienische und die abessinische Regierung zustimmen, dem Völkerbundsrat als Entschließung zur Annahme unterbreitet werden. Falls Italien und Abessinien mit diesem Verfahren einverstanden sind, soll sofort ei ne Konferenz zwischen den S i g n a t a r m ä ch t e n des Vertrages von 1 906 abgehalten werden,es wird angeregt, daß die abessinische Regierung noch im Klabautermann. Von Georg Mühlen-Schulte. den Gedanken der kulturellen und politischen R e • Habilitierung Rußlands in Europa wieder ausgenommen, aber mit einer bestimmten Zielrichtung gegen das nationalsozialistische Deutschland. Für dieses Ziel sucht er alle politischen und moralischen Kräfte Europas zu sammeln, dafür ist er in den Völkerbund gegangen, und dafür schließt er Vertrag um Vertrag mit allen europäischen Staaten, die daran interessiert sind, das erstarkende neue Deutschland auf seinen Wegen zu stören. Auch die Frage, warum er ein Konkordat mit der katholischen Kirche gerade in diesem Augenblick sucht, ist leicht zu beantworten durch den Hinweis auf die Störungen, die gegenwärtig das Verhältnis der katholischen Kirche in Deutschland zum Staate aufweist. Dafür, daß dieser sogenannte „Kirchenstreit" von der bolschewistischen Propaganda auf der Nachbarparzelle die Hühner aufflogen., Eine Weile trat am Kaffeetisch eine peinliche Pause ein. Dann ergriff Onkel Bux das Wort: „Nun laßt mal 'n Fachmann reden! Ich meine, es handelt sich doch hier nicht um eine Bezeichnung für ein Kochrezept oder für eine Zahnkrankheit oder für ein Märchenbuch. Wir wollen ein Schiff taufen. Ein erstklassiges Schiff. Nicht so einen billigen Wichskaften aus Scharpie, nein, ein geklunkertes Mahagoniboot, das hervorragend im Wasser liegt und ... Max, warum lachst du so dreckig?" Die Hauptschwierigkeit sei, Englands und Italiens gegensätzliche Auffassung über die Befugnisse des obersten Schiedsrichters zu überbrücken. Der Teil des Entschließungsentwurfes, der sich mit dem Schiedsgericht befasse, sei die Quelle aller Schwierigkeiten, weil dadurch das Gesamtpro bl e m des Streitfalles entgegen den italienischen Wünschen angeschnitten werden könnte. Italien werde sich leicht verpflichten können, bis zur nächsten Ratssitzung am 2. September nicht zu den Waffen zu greifen, aber England fordere, daß diese Verpflichtung auf unbestimmte Zeit übernommen werde, indem es erneut auf den italienisch- abeffinifchen Schiedsvertrag von 1928 verweise, der ein für allemal vorsehe, daß in den Streitfällen zwischen Italien und Abessinien nicht zur Gewalt geschritten werden solle. Wenn der Entwurf jetzt den zwischen England, Italien und Frankreich abgeschlossenen Vertrag von 1906 er st en Stadium zur Teilnahme einge- laden werden soll. Es wird ferner vorgeschlagen, die Konferenz, wenn nicht in Rom, so doch an einem passenden Platz in Italien abzuhalten, um vl u s s o l i n i die persönliche Teilnahme zu ermöglichen, falls dies seinen Wünschen entspricht. Der Korrespondent der „Times" erwähnt noch, in französischen Kreisen sei erzählt worden, daß einer der Hauptpunkte der Erörterung eine entschiedene Forderung Englands und gewisser anderer Länder bildete, der zufolge Italien und Abessinien sich verpflichten sollten, nicht zur Gewaltanwendung zu schreiten. Es sei berichtet worden, daß Italien bereit sein würde, eine solche Verpflichtung bis zum 2 5. 21 u g u ft einzugehen, daß aber England und andere Mitglieder des Völkerbundsrates darauf hindeuteten, daß es in dem italienisch- abessinischen Vertrag von 1928 keine Zeitgrenze für die Erzielung einer friedlichen Regelung gebe. Eden habe den Standpunkt vertreten, daß jeder Delegierte berechtigt sei, die allgemeine Frage der italienisch-abessinischen Beziehungen heute oder auf der nächsten Ratssitzung aufzurollen. Dieser Vorbehalt der Handlungsfreiheit werde besonders wichtig sein, wenn die Bemühungen um Annahme einer Formel fehlschlagen sollten. heißt ,geklinkert'?" „Natürlich heißt es ,gesintert'." Auf der Stirn von Onkel Bux erschien eine Sturmfalte. Er sah sich nach Herrn Mönkebrot um. „Oswin, ich glaube, deine Kinder bedürfen erzieherischer Nachhilfe ... Habe ich fufzig Mark zu dem Bootskauf zugegeben oder habe ich nicht?" „Du hast fünfzig Mark zugegeben, Paul." „Na also! Und wenn ich fünfzig Mark zu einem solchen Kauf zugebe, dann ist das Boot eben ge- klunkert ..." „Geklinkert ist es!" schrie Maxi eigensinnig. Herr Mönkebrot langte mit einem rechten Schwinger über den Tisch. „So, da hast du eine geklinkert!" brüllte er seinen Sohn an. Maxi verließ laut schreiend die Veranda, und Onkel Bux vollendete seine Rede: „Der Name müßte natürlich der Seemannssprache entnommen sein. Zum Beispiel .Klabautermann', das wäre eine schöne Bootsbezeichnung." „Oder Schnurzmann", schlug Frau Mönkebrot vor. „Wieso Schnurzmann? Ist doch keine seemännische Bezeichnung." „Natürlich ist es eine seemännische Bezeichnung. Ich habe doch Frau Schnurzmann persönlich gekannt. Ihr Gatte war Kapitän auf einem Ostsee- darnpfer." „Du hast keine Ahnung, Lina", erklärte Onkel Bux. „Klaubauterrnann ist ein Gespenst. Klabautermann bringt Unglück. Klabautermann taucht auf, ist da, verschwindet ... Kein Mensch weiß, wohin. Was wlllft du denn schon wieder, du Lausejunge?" r a l s s i h u n g abgehallen werden. Falls in der Zwischenzeit keine Einigung zustande gekommen ist, soll der Völkerbundsrat eine Erörterung der italienisch- abessinischen Frage in ihrer Gesamtheit beginnen. men haben", äußerte Herr Dorrbein. Dora oder Angina" ..." Irma schürzt die Lippe. „Dora finde ich reichlich abwegig, versteh' ich schon gar nicht. Ist doch sens eine Stadt in der Türkei." „Das verwechselst du", sagte Herr Mönkebrot. „Was du meinst, heißt Angora. Angina ist ein italienischer Maler." „ „No, jedenfalls muffen wir das Boot taufen , erklärte Irma. „Ich würde es Libelle nennen." „Libelle ist ausgeschlossen!" entschied kategorisch Frau Mönkebrot. „Ich nehme an, du fährst mal mit Herrn Dorrbein spazieren. Irgendwer, an dem ihr vorbeikommt, lieft statt .Libelle' .Liebelei' ... also ich muß gestehen, der bloße Gedanke daran macht mich krank." Frau Mönkebrot warf dem Dentisten einen warnenden Blick zu. „Libelle ist natürlich Quatsch", pflichtete Herr Mönkebrot seiner Gattin bei. „Wenn schon ein Wassertier, dann ,Frosch' oder ,Ente' oder ,<5ar= dine'." Der Quartaner stimmte eine penetrante Lache an. „Sardine ist doch kein Wassertier!" „Sardine ist kein Wassertier? Wieso denn nicht?" „Na, Sardine schwimmt doch nicht in Wasser, — Sardine schwimmt doch in Del." „Du bist ein richtiger Schafskopf!" pfiff der Vater den Sohn an. „Ich bleibe dabei, jedes Wassertier ist mir recht, bloß nicht .Libelle'. Nennt das Boot doch .Schlammpeitzger'." „Hicks Geier!" machte Irma. „Warum nicht gleich .Regenwurm'? Oder .Kaulquappe'? Oder .Sumpfhuhn'?" „Sumpfhuhn wäre nicht mal schlecht", erklärte Onkel Bux. „Wenn's übrigens durchaus ein Wassertier sein soll, könnt Jhr's auch .Abstinenzler' nennen." „Ich für meine Person wäre für .Goldfisch, meldete sich Frau Mönkebrot. „Dann noch lieber .Bierfisch'", korrigierte Herr Mönkebrot. „Oder ,Aal grün’, sagte ganz leise Herr Dorrbein. Frau Mönkebrot sah ihn scharf an. „Sie sollten Ihren Witz dazu benutzen, Ihre Patiersten aufzuheitern, Herr Dorrbein. Im übrigen nehme ich an, daß Sie ein Mann von ernsten Absichten sind." Mari hatte eine geniale Idee: „Au Backe, ich weiß was!" brüllte er. „Wik nennen’s .Der rote Freibeuter'." „Blech!" erklärte Irma. „Das Boot ist doch nicht rot; es ist Naturholz poliert." „Kann ja angestrichen werden", beharrte Maxi. ''.Du wirst auch gleich angestrichen", drohte Frau Mönkebrot. „.Freibeuter' kommt nicht in Frage. Ich nehme bloß mal den Fall an, Irma fährt mit Herrn Dorrbein .. „Hör' schon endlich von den beiden auf!" knurrte Herr Mönkebrot. „Natürlich, dir ist es ja egal, ob er sie nimmt oder nicht!" Frau Mönkebrot sagte das m einer Tonstärke, der ihrer Meinung nach das Prädikat .halblaut' gebührte. Immerhin hörte man sie so deutlich, daß Das Programm der Bavaria für die kommende Filmsaison. Die Bavaria stellt an die Spitze ihres Programms zwei Filme mit Hans Albers, einmal der Film „V a r i e t e", der das Schicksal der drei Maxims (Hans Alders, Annabella, Attila Hörbiger) behandelt, die auf Leben und Tod in ihrer artistischen Arbeit am Trapez miteinander verbunden sind, bis beide Männer entdecken, daß sie in ihre schöne Partnerin verliebt sind und die spannunggeladene Situation tragische Konflikte auslöst. Der zweite Film, „Henker, F r a u en und Soldaten", zeigt Albers in einer Doppelrolle als deutscher Fliegeroffizier, der sich nach dem Zusammenbruch aus Kleinasien nach Ostpreußen durchschlägt und in einem Freikorps gegen die Bolschewisten kämpft und zum anderen als den feindlichen Bolschewistengeneral, der fein Vetter ist, und ihm ähnelt wie ein Ei dem anderen. Paul Kemp spielt in einem großen Ausstattungsfilm aus Der Zeit August des Starken „Der Gefangene des Königs" die Hauptrolle. Die berühmte Revue mit der Musik von Benatzky „Im weißen R ö ß l" erlebt nun auch im Film ihre Auferstehung. Dem Film „Der Geheimkurier" ist der große Roman von Stendhal „Rouge et noir" zugrunde gelegt. Ein zeit- naher Film aus dem täglichen Leben ist nach dem Roman von Wolfgang Marken „Karl der Große" gedreht: „Ein ganzer Kerl" mit Speelrnanns in der Hauptrolle. In einem weiteren Film „D i e große und die kleine Welt" werden wir unter der Regie von Johannes Riemann Viktor de Kowa, Meyerinck und Adele S a n d r o ck sehen. Zwei Abenteurerfilme sind „Der Sprung in die Tiefe" und „Die schwarze Orchi - d e eÄ. Unter den Lustspielen ist bemerkenswert „Ein Glas Wasser" von Scribt mit Gustaf Gründgens in der Haupttolle. rungen von Addis Abeba und Rom ohne Unterbrechung das Versöhnungsverfahren auf der Grundlage und im Rahmen des Vertrages von 1 9 0 6 fortzusetzen, insbesondere durch die Ernennung des obersten Schiedsrichters. Der Rat soll erneut am 25. August zusammentreten, um sich über den Streitfall in seiner Gesamtheit auszusprechen, falls nicht bis dahin eine unmittelbare Verständigung zwischen den Parteien erzielt worden sein sollte. Schließlich würden sich die Parteien feierlich verpflichten, nicht zu den Waffen zu greifen. __________ „Times" meldet aus Genf, daß die auf Grund von Besprechungen zwischen Eden, Laval und Litwinow abgeänderte Formel nunmehr folgende Punkte umfaßt: 1. In den Versöhnungsausschuß soll ein fünfter Schiedsrichter ernannt werden. 2. Der Versöhnungsausfchuh muh bis zum 4. September Bericht erstatten. 3. An diesem Tage wird eine Völkerbunds- Maxi stand in der Verandatür. Er sah verheult aus. Um seinen Mund lag eine trotzige Falte. Er maulte: „Ich wollte euch bloß sagen, daß euer Klunker- boot weg ist. Eben hat es ein fremder Paddler geklaut ..." Banges Schweigen lagerte sich über der Kaffeegesellschaft. Dann äußerte sich Onkel Bux mit einem triumphierenden Rundblick: „Na, was hab' ich gesagt: Klabautermann!" Die Werft hatte das Paddelboot geliefert, war an einem Pfahl in Dem kleinen Hafen Mönkebrots Wochenend-Parzelle an der Oberspree England und Frankreich haben sich auf eine Versöhnungsformel geeinigt. Das erste Ergebnis der Genfer Zusammenkunst./Wiederingangbringen des Schiedsgerichts und gegenseitiges Nichtangrisisverfprechen./Plan einer Konferenz der am Abefsienkonflikt interessierten Mächte. kanntlich auch andere, sehr deutliche Anzeichen vor. Dem Vatikan können diese Zusammenhänge und Ziele nicht unbekannt sein, der Anreiz, durch ein Konkordat in dem ehemals orthodoxen ,23or allen Dingen muß das Kind einen Na- ,Jrma oder Haoas meldet, die zwischen Eden und Laval ver- Kompromißformel empfehle den Regie- Genf, 31. Iuli. (DRV.) In den englisch-französischen Besprechungen, die sich an die Sitzung des Völkerbundsrales anschlossen, ist eine Einigung der beiden Mächte über gewisse Grundlinien eines Entschließungsentwurfes erzielt worden, der die Regelung des italienischabessinischen Streitfalles in die Wege leiten soll. Die Formel ist von Laval sogleich dem italienischen Delegierten Baron A l o i s i zur Kenntnis gebracht und erläutert worden. Aloisi hat sie nach Rom übermittelt und Instruktionen seiner Regierung erbeten. Auch die abessinischen Ver- Paris stellt mitVesnedigung einenZeiigewmu fest Die sachlichen Schwierigkeiten unverändert. angebunden. f , Um gleich auf Onkel Bux zu kommen: Er sagte, das Boot wäre nicht angebunden, sondern vertäut. Wahrscheinlich hatte er recht. Man hatte ihn seinerzeit für das erste Seebataillon in Kiel ausgehoben. Die Kaiserliche Marine schob ihn zwar später wegen seiner Plattfüße leise weinend wieder ab, immerhin hatte er über zwei Wochen in der Kaserne unweit vom Ozean geankert und mußte infolgedessen wohl was von nautischen Angelegenheiten verstehen. Also das Boot war in Mönkebrots Hafen vertäut, um das noch einmal mit aller Sachlichkeit auszu- sprechen. Mönkebrots zählen vier Köpfe. Herr Mönkebrot, im Berufsleben den ernsten Problemen des Eierhandels hingegeben, ist der eine davon. Karo- line, feine Frau, hat den zweiten für sich. Irma, die Sechsundzwanzigjährige, trägt stolz den dritten auf ihren wohlgeformten Schultern. Maxis, des Quartaners, Maulschellengesicht nebst Zubehör ist nur mit Vorsicht als Kopf zu werten. Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Diese vier Köpfe zusammen mit den Rassehäuptern von Onkel Bux und Herrn Dorrbein — seines Zeichens Zahntechniker, langjähriger, ausdauernder, aber entschlußträger Anwärter auf Irmas Hand — tauschten bei Kaffee und Kuchen ihre Ansichten über das Paddelboot aus. Rußland eine Rechtsstellung zu erreichen, die einem religiösen Privileg gleichkäme und die der katholischen Kirche theoretisch die Möglichkeit eröffnete, dieses große verlorene Gebiet dem katholischen Glauben zurückzugewinnen, ist zweifellos sehr groß. Der Vatikan wird aber nicht verkennen, daß dies in hohem Maße nur eine Theorie ist, deren Verwirklichung sich mit Dem wahren Wesen des Bolschewismus nicht verträgt. Die Leiter der vatikanischen Politik müssen sich also klar darüber sein, daß sie durch eine öffentliche und rechtliche Verbindung mit dem bolschewistischen System dem deutschfeindlichen Charak- Paris, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Aus Den Genfer Berichten Der Presse ergibt sich, Daß man in amtlichen französischen Kreisen befriedigt ist, durch den von Laval und Eden ausgearbeiteten Entschließungsentwurf vorerst einmal 4 Wochen Zeit z u gewinnen, daß die Besorgnisse über den Konflikt unverändert fortbestehen, weil Abessinien und Rom auf dem von ihnen eingenommenen Standpunkt beharren, soweit das Grundproblem der italienischen Forderungen in Frage steht. Die Berichterstatter glauben, auch festgestellt zu haben, daß in Genf keine Stimmung Dafür vorhanden ist, d i e Aktion Italiens in Abessinien in irgendeiner Form zu unter st ützen. Die Außenpolitikerin des „O e u v r e", Frau Ta- bouis, deren gute Beziehungen zum französischen Außenministerium bekannt sind, meldet bereits, daß der 2. September für den nächsten Zusammentri tt des Rates bestimmt sei. kordat des Heiligen Stuhls mit Sowie trußl and verhandelt werde, eine besondere Bedeutung und auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit. So ungeheuerlich es an sich scheinen möchte, daß die bolschewistische Regierung, die jede Spur religiösen Lebens und Empfindens auszutilgen bestrebt ist, der katholischen Kirche eine Rechts- st e l l u n g, denn das bedeutet ein Konkordat, einräumen will, so liegen doch, wie es scheint, genügend Anreize dafür vor, die allerdings auf anderem als religiösem Gebiete liegen. Versuche einer Annäherung zwischen dem Vatikan und Moskau sind schon in früheren Jahren gemacht worden. Der frühere russische Außenminister Tschitscherin hatte auf der Konferenz von Genua im April 1922 ein vielbemerktes Gespräch mit Dem Dortigen Erzbischof. Er machte damals den Versuch, das bolschewistische Rußland in den Vorstellungen der europäischen Staatenwelt zu rehabilitieren, und wäre wohl für sich auch bereit gewesen, zu diesem Zweck dem Christentum Die Grenzen RußlanDs wieder zu öffnen. Er wurde jedoch bald gestürzt und durch Litwinow ersetzt, unter Dessen Amtsführung Dann Die VerhanDlungen mit Dem Vatikan im Jahre 1929 abgebrochen wurden. Mit Dem Abbruch fetzte Dann Die berüchtigte Gottlofenbewegung in Rußland ein, die den Vatikan zu leidenschaftlichen Protesten und dringenden Hilferufen an die ganze christliche Welt veranlaßten. Verständnis und Gehör hat dieser Appell freilich nirgends gesunden, und wir erinnern uns, Daß Die Welle Der bolschewistischen Gottlosenbewegung bis nach Deutschland» herüber- schlug unD mit einer Der vielen GrünDe wurde, die Dem Nationalsozialismus und seiner Parole des Vernichtungskampfes gegen Den Bolschewismus Eingang in Den breiten Massen Des Deutschen Volkes verschaffte. Seit jener Zeit ist von einer Fühlungnahme zwischen Moskau und dem Vatikan nicht mehr Die Rede gewesen. Man wird sich also die Frage vorlegen müssen, welches Die Gründe Dafür sind, wenn gerade jetzt Die abgerissene VerbinDung wieDer ausgenommen wirD. Wenn man Die Politik unD Diplomatie Litwinows in Den letzten beiDen Jahren betrachtet, so ist Die Antwort nicht schwer. Er hat Litwinows Vorschub leisten unD ihr eine moralische Unterstützung gewähren würden. Wir glauben nicht, daß die deutschen Katholiken solche Wege vatikanischer Politik billigen und mitmachen würden. Das erzbischöfliche Sekretariat in München hat soeben in einer öffentlichen Erklärung das Bündnisangebot der kommunistischen Propaganda entrüstet abgelehnt und die Entfernung jedes kommunistischen und staatsfeindlichen Elements aus den katholischen Jugendverbänden in Aussicht gestellt. In diesen Zusammenhängen ist die Frage eines Konkordats zwischen dem Vatikan und Sowjetrußland keine rein kirchliche oder russische Angelegenheit, sondern greift tief ein in bas Verhältnis der katholischen Kirche zum neuen Deutschland und in Das aktuelle Problem Der friedlichen Auseinandersetzung zwischen Kirche und Reich. MM« und der Saffian. Soeben ist in Rom zwischen dem Vatikan und dem jugoslawische nKomgreich ein Konkordat abgeschlossen und durch den jugoslawischen Justizminister Auer und den Kardinalstaatssekretär Pacelli unterzeichnet worden. Die Verhandlungen schweben schon lange und hatten, von vatikanischer Seite betrachtet, den Zweck, die bisher gesetzlich geklärte Stellung der katholischen Kirche in Jugoslawien derjenigen der beiden andern dort vertretenen Religionsbekenntnisse, dem orthodoxen und dem mohammedanischen g l e i ch z u st e l l e n. Es gab noch einige Spezialfragen, zum Beispiel über den Gebrauch Der altslavischen Sprache in der kirchlichen Liturgie zu regeln, die uns hier weniger interessieren. Bemerkenswert ist die Bestimmung des Konkordats, nach der der Heilige Stuhl bereit ist, dem Seelsorge-Klerus zu untersagen, p o - litischen Parteien anzugehören oder für dieselben aufzutreten. Die südslawische Regierung hat sich also gegen die politische Betätigung der katholischen Geistlichkeit zu sichern gewußt, und Der Vatikan hat dieses staatliche Bedürfnis anerkannt. Die katholische Kirche hat dafür die organisatorische und wirtschaftliche Rechtssicherheit ihrer Einrichtungen in einem Lande vorwiegend orthodox-kirchlichen Glaubens eingeräumt erhalten, ein Erfolg, Der wichtig für sie ist, weil sie seit Der viele IahrhunDerte zurückliegenden großen Kirchenspaltung in den orthodoxen Ländern des nahen Orients bisher eigentlich nur eine Art Missionstätigkeit ausüben konnte. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Nachricht eines Prager Blattes, Daß zwischen Dr. Bene s ch, Dem tschechischen Außenminister, Dem russischen Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, Der sich bekanntlich in letzter Zeit in Karlsbad aufgehalten hat, und einem Vertreter des Vatikans über ein Kon- Die erste Ratssitzung. G e n f, 31. Juli. (DNB.) Die 87. Tagung des Völkerbundsrates, Die wegen Des italienisch-abessinischen Konflikts einberufen worDen ist, hat heute um 17 Uhr mit einer nichtöffentlichen Sitzung ihren Anfang ae= nommen. Die Sitzung fanb in Dem Saal Des Anbaues Des VölkerbunDsgebäudes statt. Der in früheren Jahren Den Hauptausschuß Der Abrüstungskonferenz beherbergte. Der VölkerbunDsrat hat beschlossen, morgen um 17 Uhr wieder zusammenzutreten. In der Zwischenzeit sollen die Großmächte zusammen mit Abessinien eine Formel über die Bedingungen der Fortsetzung des Schiedsgerichtes und des Schlichtungsverfahrens finden. Die Vertagung erfolgte auf Antrag des französischen Ministerpräsidenten Laval, nachdem der Ratspräsident Litwinow festgestellt hatte, daß die Verhandlungen des Völkerbundsrates lediglich durch Den Pakt beschränkt herausstelle, fo fei daran zu erinnern, daß dieser von Abessinien angenommen worden fei. England fordere aber, daß Abessinien z u diesen Verhandlungen zugelassen werde. In Genf sei man der Ansicht, daß der Krieg nur auf Grund von Verhandlungen über den Vertrag von 1906 vermieden werden könnte. Aber diese Verhandlungen würden außerordentlich schwierig sein. Schließlich werde der eigentliche Zweck der Verhandlungen doch darin bestehen, die italienische Einflußzone in Abessinien zu vergrößern. Man müsse dann zunächst Mussolini zufrieden st e l l e n , der Verpflichtungen gegenüber dem italienischen Volk übernommen habe. Andererseits könnten die Zugeständnisse des Netz u s nicht umfangreich sein, denn auch er habe gegenüber seinem Volk und gegenüber den Stam- mesfürsten Verpflichtungen übernommen. Er glaube außerdem in der Lage zu sein Mussolini mit den Waffen besiegen zu können: auch im Völkerbund feien viele davon überzeugt. Abessinien wolle vor allem sich im Völkerbund Freunde sichern und sich nach den Erfahrungen des Mandschukuo- Konfliktes in erster Linie mit den Großmächten gut stellen. Man habe in Genf den Eindruck, daß der Völkerbund begriffen habe, daß er unter keinem Vorwand in feinen Reihen ein Mitglied dulden dürfte, das sich ohne triftigen Grund auf ein anderes Völkerbundsmitglied stürze und versuche, sich in dessen Land einzyrichten. „Echo de Paris" schreibt, selbst wenn das Schiedsgerichtsverfahren zu greifbaren Ergebnissen kommen sollte, sei von dem Verfahren nicht viel zu erwarten, weil es sich nur auf einen untergeordneten Grund des Streitfalles beziehe, auf den Zwischenfall von Ualual. Trotzdem sei Laval der Ansicht, daß man den Dersöhnungsfäden wieoer anknüpfen müsse: denn wenn das nicht gelänge, müsse das Problem in feiner Gesamtheit aufgerollt werden, und bann lasse sich der Bruch mit Rom nicht mehr vermeiden. England habe besonders Wert darauf gelegt, daß in dem Entwurf eine Verfügung enthalten sei, nicht zu den Waffen zu greifen. Wenn sich diese Verpflichtung nur a u f einen Monat beziehe, könnte Mussolini sie bedenkenlos a n n e h m e n, denn inzwischen könne er weiter Mannschaften und Kriegsmaterial ungehindert nach Ostafrika schaffen. Eine Vertagung der ernsthaften Angelegenheit sei nur ein Kunstgriff, um eine gefährliche Klippe zu vermeiden, aber von der Lösung der Streitfrage fei man weiter entfernt denn je. England beantragt Änderungen London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) 9n einer heute morgen eingegangenen Reutermeldung aus Genf heißt es: Bei den Besprechungen, die bis kurz vor Mitternacht dauerten, beantragte der englische Dölkerbundsminister Eden, der mit London fernmündlich beraten hatte, mehrere wichtige Aenderungen des französischen Entschlietzungsentwurfes. Es verlautet, daß diese Abänderungen des Wortlautes das Min - destmaß dessen darstellten, was von der britischen Regierung bezeichnet werden würde. Wenn es nicht gelinge, die italienische und abessinische Z u ft i m m u n g zu der aufgestellten Formel zu erhalten, werde Großbritannien voraussichtlich eine Erörterung der Gesamtfrage während der gegenwärtigen Völkerbundsratstagung verlangen. Mefsinien lehnt jedes Protektorat ab. London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Heber die Haltung des Kaisers von Abessinien berichtet „Times" aus Addis Abeba: Der Kaiser lehnt jedes Mandat ober Protekorat ab, gleichviel ob es einer bestimmten Nation zuerteilt wirb, ober internationaler Art ist, selbst wenn hinter solchen Anregungen keine Habsucht stecken würbe. Der Kaiser eines Lanbes mit solcher Unabhängigkeit könnte einen solchen Vorschlag unmöglich annehmen. Die P a l a st i n t r i g e n , bie erst in neuester Zeit aufgehört haben, würben sofort wieber beginnen, bie Bebeutung bes Kaisers als einsichtsvoller Befürworter moberner Methoben würbe zerstört werben. Das Auftreten auslänbifcher Ratgeber mürbe zu einer Verschärfung * ber fremdenfeindlichen Stimmung führen. Aus biefen einfachen persönlichen Grünben, aber auch aus vielen Gründen höherer Art ist feber Vorschlag einer aus- länbischen Kontrolle unannehmbar. Wenn bas Schlimmste geschieht unb bann keine Sanktionen gegen Italien angeroanbt werben, setzt die abessinische Regierung keine übertriebenen Hoffnungen auf britische Hilfe. Beim abessinischen Volk aber bürste es einen Umschwung in ber neuerbings herrschenben freunblichen unb bantbaren Haltung gegen Englänber geben unb infolgebessen vielleicht auch Wiberstanb gegen bie evtl. Maßnahmen zur Sicherung britischer Staatsangehöriger. Serflärfung ber britischen Gesandt- schastswache in Addis Abeba. L o n b o n, 31 Juli (DNB.) Wie verlautet, be- absichtigen bie britischen Behörben, bie Wache für die britische Gesandtschaft in Addis Abeba erheblich zu verstärken. Zur Zeit stehen ein weißer Offizier unb 15 bis 20 Sikhs zum Schutze ber Gesandtschaft zur Verfügung. Der Bericht, daß sich der Kaiser von Abessinien weigere, in ber Frage ber Verstärkung von sich aus etwas zu unternehmen, weil England bie Ausfuhr von Waffen nach Abessinien gefr*rrt habe, wirb in London einstweilen nicht bestätigt. Angeblich wirb Englanb 100 Mann unb Munition unb Verpflegung für sechs Monate nach Addis Abeba senden. Italienisches Staatsmonopol aufKoble,KokS,Kuvfer,Zinn und Nickel Rom, 31. Juli. (DRV.) Dem amtlichen italienischen Gesetzblatt „Gazzetta Ufficlale" zufolge ist mit dem 1. August ber Einkauf im Ausland von kohle, koks, Kupfer, Zinn unb Nickel unter S taatsmonopol gestellt. Mit ber Durchführung bes Monopols ist die italienische Staatseisenbahnverwaltung beauftragt worden. Es sind Uebergangsbestimmun- gen erlassen worden, um keine Störungen der Versorgung und des Handels eintreten zu lassen. SowjetmssischeS U-Boot mit 55 Mann untergegangen Das sowjetrussische U-Boot B 3 ist, wie erst jetzt amtlich gemeldet wird, am 2 5. 3 u H bei einer Hebung im Finnischen Meerbusen mit Die Italiener in Eritrea Italienische Tanks vor dem Gouvernementsgedäube ber Hafenstabt Massaua in Eritrea, ber italienischen Kolonie am Roten Meer, bie bas Aufmarschgebiet für ben Felbzug gegen Abessinien sein wird. — (Scherl-M.) Die Wahrheit marschiert. Ein amerikanischer profeffor erkennt Deutschlands Friedenswillen an. Nürnberg, 31. Juli. (DNB.) Prof. Dr. R. W. D y k e m a von der Columbia-Universität in Neuyork, der mit einer Reisegesellschaft von amerikanischen Musikstudenten und -dozenten i n Nürnberg weilte, erklärte, es sei einer seiner bemerkenswertesten Eindrücke, daß in Deutschland auf wissenschaftlichem wie auch auf technischem Gebiet mit einer beispiellosen Gründlichkeit gearbeitet werde. Deutschland habe in den letzten Monaten in Amerika sehr viel an Achtung und Ansehen gewonnen, und die jüdische Boykotthetze sei fast völlig verstummt. Diese Propaganda gegen Deutschland sei niemals Sache des amerikanischen Volkes gewesen, sondern immer nur von einem kleinen Kreis interessierter Gruppen getragen und vom Großteil der amerikanischen Bevölkerung, vor allem auch im Osten niemals ernst genommen worden. Er nehme, so sagte Prof. Dr. Dykema, die Ueberzeugung mit nach Amerika, daß das deutsche Volk in einer beispiellosen Treue unb Hingabe an ber Idee Abolf Hitlers unb bes Nationalsozialismus hänge unb an ihrer Verwirklichung und damit am restlosen Um- und Wiederaufbau Deutschlands arbeite. Je mehr Amerikaner Deutschland besuchten, desto mehr werde in Amerika die Gewißheit zunehmen, daß das deutsche Volk nur für den Frieden der Welt arbeite und feine nationale Größe nur zum Wohl der Gesamtheit und zur Förderung von Kultur- und Zivilisation anstrebe. Wer Deutschland jetzt besucht habe, der wisse, daß hier nicht wilder Terror regiere, sondern ein Volk an ber Verbesserung seiner Lebensmöglichkeiten arbeitet. Besonders lobend sprach sich der amerikanische Gast über bie Hitlerjugend und ihre Einsatzbereitschaft für den Staat und das Volk aus. Man müsse bei der deutschen Jugend von einer wirklichen Begeisterung für die nationalsozialistischen Ideen sprechen. Imnländischer Kriegsschiffbesuch im Reichskriegshafen Kiel. Das Bild des Führers auf einem finnländifchen Kriegsschiff. Kiel, 31. Juli. (DNB.) Von Helsingfors kommend trafen am Mittwochvormittag finnländische Kriegsschiffe, das Küftenpanzerschiff „Väinämoinen", bas Kanonenboot „Hümeenmaa" und bie Unterseeboote „Vetehinen" unb „Jku-Turso", zu einem offiziellen Besuch im Kieler Hafen ein. Vor Friedrichs- ort würben 21 Schuß vom finnlänbischen Küstenpanzerschiff für bie Lanbesflagge gefeuert, bie von ber Salutbatterie erwidert wurden. Auf der Höhe von Bellevue folgten 15 Schuß für den Kommandierenden Admiral ber Marinestation ber Ostsee, bie gleichfalls von ber Salutbatterie erroibert würben. An ber Blücherbrücke im Kieler Hafen hatte sich beim Signalturm eine große Menschenmenge angesammelt. Gleich nach dem Festmachen der Schiffe begab sich der finnländische Konsul Arp an Bord des Küstenpanzerschiffes, deutsche Pressevertreter hatten Gelegenheit, unter Führung eines Offiziers das Schiff zu besichtigen. In der Kammer dieses Offiziers bemerkte man auch das Bild des Führers und eine Hakenkreuzflagge Vormittags fanden bie offiziellen Besuche beim fommanbierenben Abmiral ber Marinestation ber Ostsee, Vizeabmiral A l br e ch t, im Kommanboge- bäube statt. Weitere Besuche beim Befehlshaber im Luftkreis VI, Generalleutnant Z a n b e r, beim Oberpräfibenten ber Provinz Schleswig-Holstein Staatsrat Lohse unb beim Bürgermeister Mentzel schlossen sich an, benen bie üblichen Gegenbesuche folgen. Am Donnerstag wirb eine feierliche Kranznieberlegung am Marineehrenmal in Laboe burch bie finnlänbische Marine unb ein Empfang im Rathaus burch bie Stadt- Kiel stattfinden. Nach dem Einlaufen ber beutschen Flotte von ihren Hebungen in ben Kieler Hafen wird am Freitag ein Frühstück beim stellvertretenden Flottenchef, dem Befehlshaber der Linienschiffe mit den finnländischen Gästen stattfinden. Ein Ausflug in die Holsteinische Schweiz wird den Gästen die Schönheiten deutscher Landschaft offenbaren. Der nächste Zielhafen ber finnlänbischen Kriegsschiffe ist L i b a u. 55 Mann Besatzung untergegangen. Das U-Boot, bas zur Baltischen Flotte gehörte, manövrierte gerade unter W a s s e r, als es von einem anderen Kriegsschiff gerammt wurde. Es sank sofort. An Bord befanden sich außer 8 Offizieren 47 Mann Besatzung, hauptsächlich Marineschüler. Das U-Boot, das 1917 in Dienst gestellt worden war, soll gehoben werden. Gegen hie internationale Propaganda. Eine römische Stimme zumFlaggenzwischenfall auf der „Bremen". Rom, 31.Juli (DNB.) Unter ber Heberschrift „Unsere Sympathien gehören ben beutschen Seeleuten, bie ihre Flagge gegen bie Beleibigungen einer umstürzlerischen Meute m Neuyork verteidigten", bringt die römische Zeitung „ 011 o b r e " eine Stellungnahme zu den deutschfeindlichen Vorfällen im Hafen von Neuyork. Das Blatt schreibt u. a.: Die deutschfeindlichen Zwischen- falle in Neuyork offenbarten deutlich, daß die Kräfte, die im Dienste und unter dem Ansporn der Freimaurer und des Judentums stehen, ihre Kräfte verdoppeln und sich dabei mit allen störenden Ele- menten unb dem schlimmsten internationalen Ab- 'chaum verbinden. All dies isteineHaßprvpa- g a n d a ge g en bie Bewegungen nativ- " olen Charakters. Diese Prvpaganba wirb genährt burch heuchlerische unb pazifistische Vorstellungen bie biesseits unb jenseits des Ozeans ihr unheilvolles Werk durchzusetzen suchen. Die Flagge eines Landes ist etwas Heiliges und Achtunggebietendes. Man kann bestimmt nicht die „gerechten Prinzipien" dadurch heiligen, daß man die Symbole einer Nation beleidigt. Amerikas Geerüstung im Pazifik Washington, 31. Juli. (DNB.) Marineminister S w a n s o n erklärte der Presse, das Marineamt erwäge die Befestigung weiterer Besitzungen im Pazifik nach dem 31. Dezember 1936, sowie den Bau weiterer Schlachtschiffe und Kreuzer, um ben Flottenverstärkungen anderer Mächte zu begegnen. Aus eine Frage bezüglich der P h i l i p p i n e n, wo die amerikanische Asienflotte ihren Winterstützpunkt hat, erklärte Swanson: „Falls wir die Philippinen verlieren, dürften wir vielleicht wo anders hi n- g e t) en wolle n." Der Marineminister führte weiter aus, daß bie Vereinigten Staaten trotz ber Meldungen, wonach England beabsichtige, in den nächsten sieben Jahren 750 Millionen Dollar für die Modernisierung ber Flotte auszugeben, an bem durch das Vison-Gefetz bewilligten Flottenbauprogramm festhalten würden außer in bezug auf Schlachtschiffe unb Kreuzer. Bezüglich ber Schlachtschiffe würben sich bie Vereinigten Staaten nach dem richten, was andere Nationen tun würden. , Vermehrte Auftragsvergebung für die entmilitarisierte Zone. Der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick führt in einem an alle Polizeibehörden gerichteten Erlaß folgendes aus: Nach dem Willen der nationalsozialistischen Regierung sind die hinsichtlich der entmilitarisierten Zone bestehenden außenpolitischen Bindungen zu beachten.. Eine bedauerliche Folge dieser notwendigen Maßnahme ist es, daß bie mit ber Einführung der allgemeinen Wehrpflicht des deutschen Volkes verbundene Wirtschaftsbelebung in den Teilen Deutschlands, die innerhalb der entmilitarisierten Zone liegen, s i ch nicht voll auswirken kann. Auch in einigen anderen Grenzbezirken find Truppenstandorte nicht vorgesehen. Ich ersuche, auf die Notlage in diesen Gebieten bei Vergebung von Aufträgen mehr als bisher Rücksicht zu nehmen. Bei ben Angeboten sinb bei gleichen Preisen unb gleicher^ Güte bie aus diesen Gebieten eingegangenen bevorzugt zu berücksichtigen. Oer Führer. Eine Rede Schachts bei Aufstellung einer Hitlerbüste in der Reichsbank. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Am Nachmittag bes 31. Juli versammelten sich in ber geschmückten Eingangshalle bes Reichsbankgebäudes die Leitung her Reichsbank und Abordnungen der Gefolgschaft, um der feierlichen Aufstellung einer B ü st e des F ü h- r e r s und Reichskanzlers Adolf Hitler beizuwohnen. Reichsbankpräsibent Dr. Schacht führte babei u. a. aus: Die Künstlerhanb Professor T h o r a f s hat uns das Kunstwerk geschaffen, bas diesem Platz hier seine Weihe geben soll. — In großer Auffassung ist hier ber Führer gesehen als der Staatsmann in dem es gärt und arbeitet und schafft und sprüht, als wollte das innere Schauen und Müssen das Haus zersprengen: ber Staatsmann, auf besten Schultern bie Riesenaufgabe bes Aufbaues des Dritten Reiches gelegt ist: der Staatsmann, ber nicht aus ben Reihen festgelegter Trabition kam, wie bie beiben Männer Wilhelm I unb Hindenburg, deren Standbilder im Lichthof stehen, sondern der aus innerer Berufung unb innerer Verantwortung s i ch selb st allein fein en Weg bat bahnen müssen, ber aus bem Volke aufgeftanben ist, ein Mann bes Golfes unb zugleich wahrhafter Volkstanz» l e r unb wahrhafte Führernatur. Wie ber Führer zum Schirmherrn bes gesamten Reichsgefüges geworden ist, so ist er auch der Schirmherr des engeren Arbeitsgebietes ber Reichsbank. Das zu betonen, ist der weitere Sinn dieser Büste hier. Deutschland steht und fällt mit bem Gelingen ber Politik Aböls Hitlers. Diese Politik ist in ihrem kühnen großen Wurf ber Wieberwehrhaftmachung Deutschlanbs z u- n ä ch st ein außenpolitisches Probl em ; sie wäre aber gar nicht zu wagen und burchzufüh» ren gewesen ohne eine entsprechende kühne Wirt» schafts - und Finanzpolitik. Die Leistung, die hier von einem Volk vollbracht werben muß, bas durch Krieg, Friedensvertrag und Nachkriegs» wirtschaft bis aufs äußerste erschöpft wurde, diese, von uns allen geforderte ßeiftung geht weit über das hinaus, was jemals vorher in der Geschichte ben Bürgern einer Nation zugemutet worden ist. Wenn man sich hierüber klar ist, bann weiß man, baß wir alle in äußerster Kräfteanspannung unb rücksichtsloser Staatsdisziplin uns hinter diese vordringlichste Ausgabe des heutigen Deutschlands unb ihren Träger stellen müssen. Jebes Abirren von dieser einen großen geschichtlichen Aufgabe bebeutet Gefahr. Wir denken nicht baran, vor ber ungeheueren Schwere ber Ausgabe ben Kops in ben Sanb zu stecken, im Gegenteil. Wir können aber auch nicht julaffen, baß bas Gewicht bieser Aufgabe burch oermeibbare Störungen untragbar gemacht wirb. — Die Feier schloß mit ber Führerehrung. Adolph Damaschke gestorben. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Begründer ber beutschen Bobenreformbewegung Dr. jur et th. h. c. Adolf Damaschke ist in ber Nacht zum Dienstag um 2 Hhr morgens nach monatelanger Krankheit an einem Krebsleiben gestorben. Abolf Damaschke, ber im 70. Lebensjahre ftanb, hatte sich im vorigen Jahre einer schweren Darmoperation unterziehen müssen, bie ihm aber bei ber Bösartigkeit ber Krankheit nicht bie erhoffte Heilung brachte. Obwohl er bauernb an bas Kran- Ä AW iSSk 'BÄ Fenlager gefesselt war, blieb er bis zum Freitag vergangener Woche bei völliger geistiger Frische unermüblich tätig. Die Beisetzung Adolph Da- maschkes wirb am fommenben Samstag um 14 Hhr nach einem Wunsche des Verstorbenen in Werder an der Havel erfolgen. Adolph Damaschke wurde am 24. November 1865 als Sohn eines Tischlermeisters in Berlin geboren. Hrsprünglich war er Volksschullehrer. Schon frühzeitig beschäftigte er sich mit den Problemen der Bodenreform. Er setzte sich die Vertretung dieser Ideen zur Lebensaufgabe unb warb in langer mühevoller Arbeit eine Gemeinbe im „58 unb ber deutschen B o d e n r e f o r- mer". Seine Hauptlehre, daß der Boden Allgemeingut sein müsse und nicht dem Einzelnen als Spekulationsobjekt dienen dürfe, konnte unter den früheren politischen Systemen nicht verwirklicht werden. Erst der Nationalsozialismus brachte sie zur Durchführung. Nach dem Kriege wurde Damaschke mit ber Bildung des Ständigen Beirates für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium betraut. Der von dieser Körperschaft ausgearbeitete Entwurf eines Reichsheimstättengesetzes wurde dann in w"nig veränderter Form Gesetz. Im April 1919 wurde Damaschke von der Juristischen Fakultät der Hni- versität Münster zum Ehrendoktor ernannt. Zu seinem 60. Geburtstag verlieh ihm die Theologische Fakultät ber Unioerfität Gießen ebenfalls ben Ehrenboktortitel. Warnung vor dem Zuzug von bedürftigen Nichtariern nach Berlin. DNB. Berlin, 31. Juli. In neuerer Zeit ist beobachtet worben, baß trotz ber erschwerenben Umftänbe ein außerordentlich starker Zuzug von ortsfremden Personen, und zwar Graf Luckners „Movelia" vom Heuer vernichte«. Der Viermaster „Mopelia" des Grafen Suttner wurde in Bremerhaven das Opfer eines Brandes. Dis Vernichtung des Schiffes bedeutet für den Grafen Luckner einen schweren Schicksalsschlag. — Unser Bild z-igt die „Mopelia" vor dem Brande. — (Scherl-M.) § $y>- ' ' M . w '; - ... W V" - ff " % Aß^^W >.'y m der Hauptsache von jüdischen Elementen nach Berlin stattgefunden hat Der Magistrat Berlin erläßt eine Warnung vor dem Zuzug von Nichtariern nach der Reichshauptstadt. Da dieser Zuzug in jeder Hinsicht unerwünscht ist wird künftig für neu zugezogene hilfsbedürftige Juden jede Unterstützung in o ff en er Furforge versagt Sie werden grundsätzlich dem städtischen Obdach zugewiesen, um alsdann schnellstens wieder abgeschoben zu werden. Nie prüfungsauSschüffe für die Zulassung von Nichtanern zum aktiven Wehrdienst. Berlin, 31. Juli. (DNB) Der Reichsmt- n i ft e r des Innern hat im Einvernehmen mit dem Reichskriegsmini st er aus Grund des § 15 2lbs. 2 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935 eine Verordnung erlassen, welche die Zusammen« setzung der Prüfungsausschüsse regelt, die über die Zulassung von Nichtarieren zum akti- oen Wehrdienst zu entscheiden haben, und die Richtlinien festsetzt, nach welchen diese Prüfungsausschüsse entscheiden Die nach der Verordnung in Frage kommenden wehrfähigen Dien st- pflichtigen nichtarifcher Abstammung, die in diesem Sommer bereits gemustert worden sind und zum aktiven Wehrdienst herangezogen zu werden wünschen, haben, soweit nicht schon geschehen, einen entsprechenden A n - trag bis spätestens zum 16. August 1 935 dem für sie zuständigen „Prüfungsausschuß für die Zulassung zum aktiven Wehrdienst" einzureichen. Die Prüfungsausschüsse find bei den im ß 29 Abs 2 der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935 (RGBl I Seite 697) aufqeführten höheren Verwaltungsbehörden gebildet. Die Prüfungsausschüsse sind nicht nur für wehrpflichtige Nichtarier zuständig, die den zur Musterung bestimmten Jahrgängen angehören, sondern auch für b i e j e n i g e n Nichtarier, die sich freiwillig zur Ab leistung aktiven Dien st es melden, wozu auch k u r z f r i st i g e Dienstleistungen und Hebungen gehören. Zuchtbaus für katholischen Gtistprobst wegen Oevisen^chiebunaen. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der 48jährige Stiftpropst Karl Heisig aus Lauban (Schlesien) hatte sich vor dem Berliner Schöffengericht wegen Devisenschiebungen in Höhe von 21 800 Mark zu verantworten. Der Angeklagte hatte als Generalbevollmächtigter des Klosterstiftes „Zur heiligen Maria Magdalena von der Buszen" in Lauban am 3. Oktober 1929 eine Obligationsanleihe in Höhe von 150 000 Gulden in Amsterdam ausgenommen. Auf Veranlassung des berüchtigten Dr. H o f i u s wurde auch in diesem Falle ein Teil der Auslandsobligationen unter Ausnutzung des niedrigen Kursstandes zurückgekauft. Beamte der Hofius-Bank und Klosterinsassen schafften Teilbeträge in einer Höhe von 11 035 Mark über d i e Grenze nach Holland. Zur Verdeckung der Schiebungen wurden diese Beträge als angebliche Barabhebungen vom sogenannten „Mitgift- Konto" des Klosterstiftes verbucht. Der Restbetrag von 10 765 Mark gelangte mit Hilfe einer erschlichenen Devisengenehmigung nach Amsterdam. Nach zehnstündiger Verhandlung wurde der Angeklagte wegen Devisenvergehens zu 3 Jahren 6 'Monaten Zuchthaus und 40 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die beschlagnahmten 25 500 Guldenobligationen wurden zugunsten der Reichskasse eingezogen und die Mithaftung des Klosterstiftes ausgesprochen. Giahlhelmverbot im Regierungsbezirk Wiesbaden. Frankfurt a. M.. 31. Juli. (LPD.> Au Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 wird mit sofortiger Wirkung f ü r b e n Bereich ber S t a a t s p o l i z e i st e l l e W i e s- haben gleichbebeutenb mit bem Regierungsbezirk Wiesbaben ber NSDFB. (Stahlhelm) mit seiner Gauführung unb sämtlichen Untergliederungen. Kreis- und Ortsgruppenleitungen a u f g e l o ft. Mit diesem Verbot ist gleichzeitig jegliches Auftreten in der Öffentlichkeit sowie das Tragen von Uniformen und Abzeichen des NSDFB. (Stahlhelm) für den getarnten Bereich des Regierungsbezirks Wiesbaden untersagt. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des 5 4 ber Verorbnung bes Reichspräfibenten zum Schutze von Volk unb Staat vom 28. Februar 1933 strafrechtlich geahnbet. Das Verbot ist erfolgt weil sich herausgestellt hat, baß ber NSDFB. (Stahlhelm) noch bis in bie letzte Zeit gegen ben Staat unb bie gesetzlichen Bestimmungen gearbeitet hat. Das Jteid) fördert den Bau von Bolkswobnungen Berlin, 31. Juli. (DNB.) Das Streben bie unter besonbers ungünstigen Wohnungsoerhaltnissen leibenben Bevölkerungskreise aus M i e t s- fafernen unb Notwohnungen zu befrei e n unb sie, soweit möglich, mit dem Boden wieber zu oerbinben, hat dazu geführt, bie Kleinsiedlung in ben Mittelpunkt ber Wohnungspolitik zu stellen. Demgemäß hat der Reichsarbeitsminister für die Fortführung der Kleinsiedlung im Bauprogramm 1935 bereits /u Millionen Reichsmark verteilt. So segensreich sich diese Maßnahme ausgewirkt hat, so ist damit allein den dringendsten Wohnungsnotstanden nicht abzuhelfen. Der Reichsarbeitsminister will daher auch die Errichtung von Volkswoh- nungen fördern und hat zunächst 35 Millionen Reichsmark dafür bereitgestellt. - Volkswohnungen sind billigste Mietwohnungen in ein - ober mehrgeschossiger Bauweise, bie hinsichtlich Wohnraum unb Ausstattung äußerste Beschränkung aufweisen, so baß deren Lasten von den breiten Schichten der werktätigen Bevölkerung getragen werden können. Die Miete soll keinesfalls ein Fünftel des Bruttoeinkommens übersteigen. Einfach st e Einfamilienhäuser a l s Doppel- oder Reihenhäuser mit Garten- oder Landzulage sollen vorzugsweise gefördert werden; jedoch ist zur Verringerung der Baukosten der Einbau einer zweiten (Einlieger-) Wohnung im Dachgeschoß unbedenklich. Einraumwohnungen, Barackenwohn- nunqen oder ähnliche nicht als Dauerbauten ausgeführte Wohnungen sind von der Förderung ausgeschlossen. Damit tragbare Mieten erzielt werden sollen bie auf eine Volkswohnung entfallenen Gesamtherstellungskosten — ohne bie Kosten für Gelänbe unb Gelänbeerschlie- ßung — 3000 Mark nicht übersteigen. Das Reichsbarlehen beträgt bis z u 1000 Mark für eine Wohnung. Soweit bie Wohnungen ber Unterbringung finberreidjer Familien bienen, finb befonbere Vergünstigungen vorgesehen. Das Reichsbarlehen ist mit 4 v. H. jährlich zu verzinsen unb mit 1 v. H. jährlich zu tilgen. Bewerbungen um Reichsbarlehen finb a n bie Gemeinben ober Gemeinbeverbänbe zu richten. Das Jubiläum des lOOiäbriaen Limburger Domes. Die aus Anlaß bes Jubiläums großzügig burch- geführten R e ft a u r a t i o n s a r b e i t e n am Limburger Dom finb nun beenbet, bie Gerüste finb gefallen, im Chor leuchten bereits bie sieben neuen Fenster, auch einige neue Altäre finb schon aufgestellt, unb bie Orgel, um einige Register bereichert unb überarbeitet, hat einen neuen Platz erhalten. In Hellern Grauweiß steigen bü Pfeiler hochauf, alles überroölbenb bekrönt von gelben Blunienkapitälen. bie sich wie Blütenranken über bie Pfeilerstengel neigen. Licht strömt burch bie Steinmafsen in ben Raum, hier ist nichts mehr eingeengt, alles ist gelöst unb befreit. Ungeheuer gesteigert wirb ber Einbruck burch bie farbige Be- hanblung aller Gewölberippen, Kapitöle, Gurte unb Säulen, bie jetzt in ihrer alten Bemalung wieber hergestellt finb. So ist hier in einer gegluckten Restauration ber bem ursprünglichen Bauplan gemäß romanische Kirchenraum neu geschaffen worben, ber lange Zeit hinburch verunstaltet war. In ber Stabt rüstet man zum großen Fest ber Domweihe am 11. August. Vormittags findet ein Pontifikalamt statt, bas ber apostolische Nuntius halten wirb. In biesem Amt wirb bie von bem Münchener Komponisten I. Haas zum Jubiläum komvonierte „Limburger Domfest- messe" uraufgeführt werben. Karbinal Schulte (Köln) wirb ein großes Pontifikalamt halten, in bem Bischof Dr Bornewasser (Trier) bie Fest- orebigt übernommen hat Nachmittags zieht bann bie große eucharistische Prozession burch bie Straßen ber Stabt. Am Abenb wirb im Dom ber Domchor ein Merk Bruckners aufführen. Mit ein- brechenber Dunkelheit erfolgt bie Anstrahlung bes Doms unb bie festliche Illumination ber Stabt. Verlogene Ber cbferftoffunq Berlin, 31. Juli. (DNB.) Ein Teil ber aus- limbischen Presse, ber systematisch unwahre Nachrichten über Deutschlanb verbreitet, in ber Absicht, von ben Ereignissen im eigenen ßanbe abzulenken, hat sich heute burch eine Lügennachncht bes Wiener Telegraph besonbers böse hereinlegen lassen. Nach bieser Melbung soll am heutigen Mittwoch der Reichs st atthalterKauf- mann in Hamburg erschossen worden sein Die Nachricht hat, wie üblich, ohne jede Nachprüfung ihren Weg in das übrige Ausland genommen. Dabei hat sich in Hamburg nicht der geringste Vorfall ereignet der als Ausgangspunkt zu einem derartigen Gerücht hätte dienen können Es liegt hier ein neuer Beweis vor für die verlogene Berichterstattung eines Teiles der Auslandpresse, die aus durchsichtigen Gründen j e - des noch so unsinnige Gerücht aufgreift, von dem man annehmen könnte, daß es Deutschland schadet. Viertausend Arbeitslose. 60 freie Arbeitsplätze Ungewöhnliche Szenen in und vor dem Londoner Rathaus waren die Folge einer Stellenausschreibung in Londoner Tageszeitungen. Schon um 5 Uhr früh fanden sich die e r st e n Arbeitslosen ein, um sich um die Stellen zu bewerben, die eine mit der Stadt London zusammenarbeitende Baufirma zu vergeben hatte. Als die Stadthalle, in der sich die Büros der Baufirmen befinden, gegen 8 Uhr geöffnet wurde, waren schätzungsweise 4000 Personen versammelt, die stürmisch Einlaß begehrten. Vergeblich versuchte ein Beamter, die Menge zu beruhigen. Als die Arbeitslosen in die Räume eindrangen, wurden sämtliche Zimmertüren geschlossen. Auch als ein Überfallkommando auf dem Schauplatz erschien, rührte sich die Menge nicht vom Fleck. Heber eine Stunde war der Verkehr völlig gesperrt. Erst nach der Ankunft von Polizeiverstärkungen gelang es, die Dielen Arbeitslosen durch freundliche Heberredung zum Abmarsch zu bewegen, nachdem sie immer wieder im Chor den Wunsch nach Arbeit ausgedrückt hatten Von den 4000 Personen, die sich laut Evening News" um die Stellungen bemüht hatten, wurden etwa 60 angenommen. Kleine politische Nachrichten Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst oon Blomberg, schiffte sich in Flensburg-Mürwik auf dem Segelschulschiff ber Kriegsmarine „Gorch Fock" ein, um sich von dem Ausbildungsstand der an Bord befindlichen Seeoffiziersanwärter zu überzeugen. Bei Windstärke 9 ging es in stürmischer Fahrt nach Travemünde, wo „Gorch Fock" vor Anker ging. Generaloberst von Blomberg war von dem Gesehenen und Erlebten sehr beeindruckt. Der Präsident der tschechoslowakischen Republik hat den Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister des Deutschen Reiches in Prag, Dr. Walter Koch, mit dem tschechoslowakischen Weißen Löwenorden 1. Klasse für zivile Verdienste ausgezeichnet.* Mussolini begab sich Mittwochvormittag in Begleitung des Staatssekretärs S u v i ch unb bes Gouverneurs von Rom, Bottai, zum Lager ber österreichischen unb ungarischen I u - g e n b in Ostia , wo er bie Front ber Glieberun- gen ber Jung-Vaterlanb-Organisation unb bes ungarischen Camp abschritt unb bas Lager besichtigte. * Papst Pius XI. hat Mittwoch abenb, begleitet oon hohen Würbenträgern, bie Vatikanstadt verlassen, um sich nach seinem Sommersitz C a ft e I Cando 1 fo zu begeben. Die Abfahrt bes Papstes unb seines Gefolges erfolgte in mehreren Kraftwagen. Man nimmt an, baß er etwa zwei Monate auf feinem Sommersitz bleiben wirb. Aus aller Welt. Dr. Herbert Müller in Peiping eingetroffen. Der Vertreter bes DNB. in Veiping, Dr. Herbert Müller, ist nach seiner Freilassung von ben Ban- biten am Donnerstagfrüh in Peiping eingetroffen. Er hat mitgeteilt, er sei von ben Banditen gegen ehrenwörtliche Erklärung nur auf zehn Tage freigelaffen worden. Anscheinend soll er Verhandlungen über das ßöfegelö führen. Der Kommandeur der Miliz in Paotschang hat die Verbindung mit den Banditen hergestellt, die für die Freilassung des mit Müller ebenfalls gefangengenommenen englischen Journalisten Jones ein Lösegelb von 50 000 Dollar fordern. Internationaler Tierschutz-Kongreß. In der Zeit vom 7. bis 11. August 1935 findet i n Brüssel unter der Schutzherrschaft des Königs und der Königin oon Belgien der 18. Internationale Tierschutz- und Antivivi- sektions-Kongreß statt. Die Verhandlungen, die in sechs Abteilungen geführt werden, beziehen sich auf folgende Hauptthemen: Gesetzgebung, Transport und Schlachtung von Tieren, Schutz der Vögel und ber wilb lebenben Tiere, allgemeine Tierschutz-Propaganba, Abrichtung unb Vorführung oon Tieren, wissenschaftliche Versuche an lebenben Tieren, Zugtiere, Haltung, Pflege unb Unterbringung ber Haustiere, Tierheime. Fast alle Kulturländer der Erde werden Delegierte zu dem Kongreß entsenden. Als Vertreter Deutschlands nehmen Ministerialrat Dr. Giese und Dr. Korkhaus oon der ßeitung des Reichs-Tierschutzbundes, ber Spitzenvertretung des beutfchen Tierschutzes, an ben Verhanblungen teil. Für Deutschlanb hat ber biesjährige Internationale Tierschutz-Kongreß insofern befonbere Bebeutung, als seit bem letzten Kongreß, ber in Wien ftattfanb, bie Tierschutzgesetze bes neuen Deutschlanb in Kraft getreten finb, bie ben Tieren ganz anbere Rechte als bie früheren gesetzlichen Bestimmungen zubilligen, unb bie inzwischen in aller Welt Anerkennung unb Beachtung gefunben haben. Ein Tierquäler am Pranger. Ein Kölner Hänbler mihhanbelte sein P f e r b in so roher Weise, baß sich bie Nachbarschaft über ben Mann empörte. Die ßeute würben oon einer berartigen Erregung ergriffen, baß sie bem rohen Burschen ein Schi 1 b mit ber Aufschrift: „I ch bin ein P f e r b e s ch i n d e r" um ben Hals hingen unb ihn zwangen, feinen Wagen selbst burch bie Straßen zu ziehen. Hinrichtung eines Raubmörders. Arn 31. Juli 1935 würbe in Bonn ber vorn Schwurgericht in Bonn zweimal zum Tobe verurteilte Karl Przybilla hingerichtet. Przybilla hatte am 1. März 1935 ben in Geistingen wohnenben Pfarrer im Ruhestanb Sebastian Fr iebr ich unb bessen Schwester Maria Friebrich in ihrem Hause ermorbet unb sich in ben Besitz ber Gelber unb Wertsachen seiner Opfer gesetzt. Zwei Arbeiter an glühenden Erzmassen verbrannt. Auf bem Hüttenwerk Herzog-Julius-Hütte in Goslar verunglückten bie Hüttenmänner ßüttgering unb Jmmenroth Löblich. Beibe waren mit bem Ad- keilen gerösteter Erze vor einem festen Rösthaufen beschäftigt, als sich plötzlich ein größerer Erz- klumpen so unglücklich ablöste, baß bie zwei Männer von ihrem Arbeitsplatz auf ben Röst- Haufen stürzten, ßüttegering unb Jmmenroth fielen auf freigelegte glühenbe Erzmassen unb erlitten schwere Branbwunden. Ein mit ihnen arbeitender Hüttenmann konnte noch rechtzeittg nach ber anderen Seite springen, ßüttegering, der Frau unb brei Kinber hinterläßt, würbe als Leiche geborgen Jmmenroth, ein junger Arbeiter, ist einige Stunben nach seiner Einlieferung im Vereins- krankenhaus Goslar seinen schweren Brandverletzungen erlegen. 79 Verschüttete bei einem Grubenunglück in Transvaal. Wie aus Ermelo (Transvaal) gemeldet wird, wurden im Marsfeld-Bergwerk 4 Europäer und 75 Eingeborene durch Explosion verschüttet. Rettungskolonnen sind unterwegs. 13 Todesopfer einer neuen Hitzewelle in USA. Die Staaten Iowa, Missouri, Wisconsin, Minnesota, Oklahoma und Nebraska werden von einer neuen Hitzewelle heimgesucht. Die Zahl der gemeldeten Todesopfer beträgt bisher dreizehn. Auch in Kansas herrscht große Hitze. Die Temperaturen stiegen hier auf annähernd 40 Grad Celsius. Vier Bergleute verschüttet. Ein schwerer Arbeitsanfall ereignete sich auf ber Hillebranb-Grube in Antonienhütte bei Kattowitz. Im Gerharb-Flöz ging ein hoher Pfeiler z U Bruch, wobei auch eine Strecke von 12 Meter Länge eingeritten würbe. Unter ben einstürzenben Kohlenmassen würben vier vor Ort a r b eite n b e Bergleute begraben. Die Rettungsarbeiten mürben sofort ausgenommen. Trotz aufopfernder Arbeit ist es noch nicht gelungen, an bie Verunglückten heranzukommen. Die Ret» tungsfolonne befinbet sich noch acht Meter von ber Unfallstelle entfernt. Auf Klopfzeichen ist keinerlei Antwort erfolgt; es muß bamit gerechnet werben, baß bie vier Verunglückten nicht mehr am Leben finb. 15 Tramps bei einer Zugentgleisung in Texas getötet. In Tempel (Texas) entgleiste ein Nachtzug, auf ben ungefähr 50 Schwarzfahrer unterwegs aufge stiegen waren. 15 von ihnen würben teils burch bie umftürzenben Wagen er» brückt, teils kamen sie in bem halb barauf aus» brechenben Feuer um. Etwa 20 trugen Ver» letzungen bavon. hauseinfturz in Warschau. In Warschau würben nachts bie Bewohner eines Hauses in einem ber älteren Stabtviertel burch ein bonnerartiges Getöse, Krachen unb Bersten aus bem Schlafe geschreckt. Das vierte Stockwerk bes Hauses war in sich zusarnrneng e st ürzt und hatte das dritte Stockwerk so in Mitleidenschaft gezogen, daß die beiden oberen Stockwerke einem riesigen Trümmerhaufen von Mauerresten unb Gebälk glichen. Von ben 34 Bewohnern ber beiben Stockwerke würben bie meisten unter ben Trümmern begraben. Die Feuerwehr bemühte sich fieberhaft um bie Freilegung ber Verschütteten. 1 6 zum Teil sehr schwer Verletzte konnten geborgen werben. Ein Hausbewohner war von einer einstürzenben Mauer erschlagen worben. Wäh- renb ber Rettungsarbeiten bilbeten sich in ben beiden unteren Stockwerken neue Mauerrisse, unb plötzlich stürzte auch ber untere Teil bes Hauses in sich zusammen. Die Feuerwehrleute konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Rettungsarbeiten würben sofort wieber aufgenommen. Die Zahl ber Verwundeten ist auf 21 gediegen, darunter befinben sich sechs Feuerwehrleute, bie bei ben Rettungsarbeiten verletzt wurbey. Zwölf Personen werben noch vermißt. Bei den Bergungsarbeiten würben bisher sechs Tote unb 29 Verletzte geborgen; sieben weitere Personen werben vermißt. Die Staatsanwaltschaft hat bie Verhaftung bes Hausverwalters angeorbnet, ben insoweit bie Schulb an ber Katastrophe trifft, als er von ben Bewohnern bes eingestürzten Hauses schon vor einigen Tagen auf schabhast geworbene Stellen aufmerksam gemacht worben war, ohne ben Schaben zu beseitigen. Die Katastrophe hat ber Bauaufsichtsbehörbe Anlaß gegeben, bie Instanb- setzung einer ganzen Reihe alter Häuser anzuorb- nen unb ihre vorläufige Räumung zu veranlassen. Absturz deutscher Bergsteiger im Wontblanc-Gebiet. Im Mvntblanc-Gebiet ereignete sich ein Alpinistenunglück, bem Franz Reithel aus München 3um Opfer gefallen ist. Er hatte mit seinem Bruber Helmut bie Dames Anglaises zu besteigen versucht unb war in eine Schlucht gestürzt, wo er tot liegen blieb. Die beiben Brüber Reithel, bie mit ben Bezwingern ber Norbwanb ber Granbes Jorasses, Peters unb Mayer, eng befreunbet waren, kletterten ausgezeichnet unb hatten schon seit brei Jahren in ber Montblanc-Gruppe viele schwierige Hochtouren unternommen. Am vorigen Samstag waren bie beiden zur Camba-Hütte aufgestiegen, um am Sonntagmorgen einen neuen Aufstieg auf bie Dames Anglaises in Angriff zu nehmen. In ber Hütte trafen sie noch zwei Deutsche, mit benen sie gemeinsam den Gletscher überquerten, bie sich aber bann von ihnen trennten unb ben Aufstieg auf bem aewöhnlichen Wegen machen wollten. Die Brüber Reithel kamen zunächst rüstig vorwärts; plötzlich wurden sie aber von Steinsch 1 ag überrascht unb von ber Wanb geschleubert. Helmuth gelang es, wieber Halt zu finben, mäbrenb Franz von ben Felsstücken getroffen in bie Tiefe stürzte. Helmuth Reithel versuchte, seinen Bruber noch im letzten Augenblick am Seil zu halten. Durch bie Wucht bes Sturzes zerriß es aber unb Franz blieb mit einer schweren Kopfverletzung unten liegen. Einige Stunden später starb er, ohne baß der selbst verwunbete, zu Hilfe fommenbe Bruber noch Rettung bringen konnte. Die beiden anderen deutschen Bergsteiger hatten das Unglücf aus ber Ferne beobachtet unb waren sofort nach Cour- mayeur abooftieaen, um Hilfe herbeizuholen. Zwei italienische Bergführer brachen sofort auf, kamen aber z u spät. 3m Laden ermordet aufgefunden. In Braunschweig wurde der Kaufmann Wolf Ziprkowski in feinem Laden tot aufqefunben. Nach bem Ergebnis ber gerichtlichen Leichenöffnung ist Ziprkowski bereits am Abenb bes Montag, vermutlich kurz nach Labenschluß, von einem noch unbekannten Täter burch einen Kopfschuß getötet worben, als er im Begriff war, Einwickelpapier aus einem unteren Regal zu nehmen. Zwei Frauen beim Edelweihpflücken tödlich abgeftürzt. Ein Hirte fand am Dienstag im Ankogel-Gediet in Kärnten, einer ber einsamsten (Begenben ber österreichischen Alpen, bie Leichen von zwei verunglückten Bergsteigerinnen, bie seit neun Tagen vermißt werben. Die beiben Frauen, Gattinnen von Bunbesdahnbebiensteten in Kärnren, finb offenbar beim Ebelweißpflücken Löblich abgestürzt. Die eine ber Frauen hinterläßt fünf Kinber. Am Hebel der Mobttmachungsmaschine. 3m preußischen Kriegsministerium am Tage des Kriegsausbruchs 1914. Don Generalleutnant a. O. Gcheüch, damaligem „Direktor des Zentraldepartements im Kriegsministerum"? Krieg und Frieden. Am 1. August 1914 begann der große Völkerkrieg nach aufregenden Tagen mit wildem Notenwechsel, mit einem Ultimatum nach dem anderen seit den Schüssen von Sarajewo. Und doch ist es ein Irrtum, behaupten zu wollen, daß der Krieg erst da begann. Die klare Auseinandersetzung mit Waffengewalt hatte da ihren Anfang genommen. Die Politik von damals hatte versagt und Clausewitz sagte schon: „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln." Wenn also der erbittertste Entwicklungskampf der „Friedenszeiten", sich durch menschliche Kleinheit festgefahren hat, wenn der Geist, der die Dinge regulieren soll, versagt, dann kommt die Zeit oer Faust. Donnernde Kanonen und knatternde MG.'s ersetzen dann diplomatische und parlamentarische Rede und Gegenrede. Aber die Tatsache ist nicht zu leugnen, daß somit — so paradox es klingt — der Beginn des Krieges der erste Schritt für den Frieden ist. Wenn wir vom Standpunkt des Heute aus die Dinge betrachten, so zeigt sich mit aller Klarheit das Bild, daß in den letzten Jahrzehnten vor dem Krieg eine neue Epoche menschlicher Entwicklung ihren Anfang nahm. Technische Erfindungen und kulturelle Fortschritte bahnten, Hand in Hand gehend, den Weg in ein neues Zeitalter. Gas, elektrischer Strom, Auto, Fernsprecher, Funk, Flugzeug usw. lösten das Zeitalter der Romantik, die „Romantik der Postkutsche", ab und führten die Aera des „Stahls" herauf. Damals begann der Krieg, dessen Schlußakkord die Kanonen von 14 bis 18, ja fast bis in unsere Tage donnerten. Was ist klarer als die Tatsache, daß die Menschen, die diese Zeit im eigensten Erleben fühlten, innerlich gespalten wurden, daß es ein harter Kampf war, sich loszureißen von den anscheinend festgefügten Dingen, in denen sie herangewachsen waren, und nun hineinzuwachsen in etwas ganz Neues? Erleben wir es nicht aus den Erzählungen der Alten von damals, daß ihnen lange Jahre das Vertrauen zu diesem technischen „Teufelszeug" fehlte? Bis sie dann erkennen mußten, daß diese „technische Sintflut" nicht mehr zu dämmen war, daß sie die ersten Auswirkungen von Dingen sahen, die sich in erstaunlicher Schnelle und unaufhaltsam als Vorboten kommender Tage über den Horizont der Zeiten schoben. Die Menschheit hat schon eine Reihe von Entwicklungen durchgemacht. Diese allerdings zeichnete sich durch ihr ungeheures Tempo aus. Aeußerlich kamen die Menschen von damals mit Mühe und Not mit, innerlich nicht. Die Kultur als wahrhaftigster Ausdruck des Seelenlebens einer Nation hinkte weit hinter der Entwicklung her. Die Menschen liefen leer und suchten nun ihre Sehnsucht nach inneren Werten zu verlagern. Die unmöglichsten Versuche wurden gemacht, richtige und falsche. In allem Chaos der versinkenden alten und der anbrechenden neuen Zeit, im Kriege um die neue Weltgestaltung tauchten falsche und richtige Propheten auf. Die Jugendbewegung, Walter Flex, Löns und Gorch Fock waren Bahnbrecher für den richtigen Weg. Aber nicht nur Cinzelfragen, alle Fragen des Lebens mußten in harten und verbissensten Kämpfen auf eine neue Basis gestellt werden. Die Menschheit war aufgewühlt und versuchte, so oder so die Schicht des Gewesenen zu durchbrechen, um zum Kommenden zu finden. Es war ein Krieg aller gegen alle, eine gewaltige Auseinandersetzung mit sich und den Dingen. So kam der Weltkrieg als letzte Entladung, als gigantische Menschheitsdämmerung mit unerbittlicher Zwangsläufigkeit und, mit allen Hintergründen gesehen, in logischer Schlußfolgerung. Dort aber erst, in den Schützengräben der ganzen Welt, kam diese Entwicklung aus dem Unterbewußtsein in das Bewußtsein der Menschen. Deshalb auch ging der Krieg um den Frieden einer neuen Zeit. Deshalb auch sind die Männer, denen zuerst die klare Erkenntnis kam, eindeutig und ohne Phrase, die Berufenen, den Frieden zu schaffen; denn sie haben an ihm gearbeitet und das Fundament der neuen Zeit mit ihrem Blut und mit ihrem Leben gemauert. Ungesunde und zeitfremde Geister wollen noch aus den Wirrnissen der lieber« gangszeit gewinnen. Sie glauben, aus dem jahrzehntelangen Entwicklungskrieg profitieren zu können. Die Frontsoldaten, die seinerzeit an die praktische Lösung dieses Problems gegangen \ haben sich heute auf ihre Aufgabe wieder befoi .1. Sie sind sich klar über die Verpflichtung, die ihnen und nur ihnen auch weiterhin erwächst. Sie haben eingesehen, daß es nicht genügt, nur das Fundament zu schaffen und andere weiterbauen zu lassen. Die anderen waren nicht fähig dazu. Gut. So eben werden sie die Kelle wieder in die Hand nehmen und die Dinge, um die sich alles dreht, zu einem glücklichen Ende führen: zu dem wahrhaft ehrlichen Frieden, den unsaubere Geschäftemacher nicht mehr in Gefahr zu bringen vermögen. So erst wird der Krieg seinen Sinn bekommen als erster Schritt zum Frieden. So wird aber auch erst d e r Glaube wieder einkehren, der allein die Welt neu gestaltet. So erst wird der 1. August der Gedanktag fein, wo der Kampf um den Frieden der Welt begann. (Ein Blitz lötet 17 Schafe und eine Zuchtsau. Während eines heftigen Gewitters, das über den Bergen der linken Mofelfeite niederging, schlug der Blitz in der Nähe des Sievenicher Hofes bei Trier in eine Schafherde und tötete 17 Tiere. Der Schäfer, der etwa zehn Meter von den Tieren entfernt saß, wurde von dem Blitzschlag betäubt. Die übrigen Schafe — insgesamt 250 Stück — blieben unverletzt. Im Schweinepferch des Gutshofes löste sich durch einen weiteren Blitzschlag die Hochspannungsleitung und fiel auf eine trächtige Zuchtsau, die sofort getötet wurde. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Periode unbeständigen, unfreundlichen und kalten Wetters ist zu Ende gegangen, ohne bedauerlicher Weise der Landwirtschaft ausreichende Niederschläge zu bringen. Der Zustrom der kühlen polarmaritimen Luftmassen ist langsam zurückge- gangen, der Einfluß kalter Lust bereits am Zusammensinken. Dabei ist in Frankreich und im anschließenden Südwestdeutschland und Süddeutschland bereits Aufheiterung eingetreten, die sich weiter ausbreitet und durch Sonneneinstrahlung neue Wärmezunahme bringen wird. Aussichten für Freitag: Trocken und überwiegend heiter, weiterer Anstieg der Tagestemperaturen, schwache, meist westliche Winde. Lufttemperaturen am 31. Juli: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 1. August: morgens 12,8 Grad. Maximum 15,9 Grad, Minimum 11,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Juli: abends 17,5 Grad; am 1. August: morgens 16 Grad Celsius. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Im Zeichen des Mobilmachungsterminkalenders. Bis Mitte Juli war es ruhig im Kriegsministerium. _ Diese Situation änderte sich mit einem Schlage, als bekannt wurde, daß Poincare nach Petersburg abgereist sei. Von dem Moment an hatten wir die Ueberzeugung, auf Komplikationen gefaßt sein zu müssen. Falkenhayn war zurückgekommen. In äußerster Spannung saßen wir beisammen, besprachen die neuesten Meldungen. Dennoch änderte sich auch jetzt noch nichts im Dienstbetrieb des Kriegsministeriums. Die Arbeit ging weiter wie jeden Tag. Doch je mehr sich die Situation zuspitzte, desto mehr mußte uns diese völlige Untätigkeit beunruhigen. Schon hörte man von Truppenzusammen- ziehungen ausländischer Mächte. Oft gingen in diesen Tagen der General von Falkenhayn und ich im Garten auf und ab, und immer wieder war es die gleiche Frage, die uns peinigte: „Drüben macht man mobil. Die Grenzen sind bedroht! Warum warten mir?" Wie stets feit Jahr und Tag waren auch jetzt die Mobilmachungspläne parat, jene Mobil- machungs - Terminkalender, die alljährlich zum 1. April für alle Truppenteile und Behörden zusammengestellt wurden und in denen die Mobilisation jedes einzelnen Soldaten, jedes Pferdes und jeder Kanone mit genauer Angabe von Zeit und Ort festgesetzt war. Diese Pläne lagen in den Schubladen des Majors van den Bergh, des Mobilmachungsreferenten der Armeeabteilung. Wir mußten sie ruhen lassen. Denn noch immer hofften die deutschen Politiker, die Entfesselung der furchtbaren Kräfte verhindern zu können. In dieser Sorge erschien uns die Bekanntmachung der drohenden Kriegsgefahr am letzten Julitage fast wie eine Erlösung aus entsetzlicher Gefahr. Wir kannten ja die gewaltige Uebermacht der russischen Millionenarmee, wir wußten um die ungeheure Bedrohung, die das Anrollen dieser „Dampfwalze" für den deutschen Osten bedeutete; nur die größere Schnelligkeit der deutschen Mobilmachung konnte die Städte und Dörfer unserer östlichen Provinzen vor den Schrecken des Krieges bewahren. Doch noch immer rief der Kaiser sein Volk nicht zu den Waffen. Denn noch in dieser letzten Stunde versuchte er mit äußerster Kraftanstrengung, den Frieden zu erhalten! „Drohende Kriegsgefahr" — das bedeutete für uns lediglich das Aufstellen von Grenzschutztruppen, scharfe Bewachung der Eisenbahnanlagen und Brücken, Schutz der Küste. Das Schilksalsdokumenk. Der 1. August ist angebrochen. Arn Nachmittag wird General von Falkenhayn zum Kaiser ins Schloß befohlen; wortlos begleite ich ihn zum Wagen. Ich weiß, die Plappe, die er bei sich trägt, birgt jenes Blatt Papier, das schon seit Jahren bei uns in der Armeeabteilung in der Schublade lag, und auf dem die schicksalsschweren Sätze stehen: „Ich bestimme hiermit: das Deutsche Heer und die Kaiserliche Marine sind nach Maßgabe des Mobilmachungsplanes für das Deutsche Heer und die Kaiserliche Marine kriegsbereit aufzustel- l e n. Der......wird als erster Mobttmachungstag festgesetzt Berlin, den......... An den Reichskanzler (Reichs-Marineamt) und den Kriegsminister." — Wird jetzt der entscheidende Entschluß gefaßt, das Datum ausgefüllt, das Dokument unterzeichnet...?" Das deutsch-englische Flottenabkommen und die Bekanntgabe der kürzlich erfolgten Indienststellung des ersten nach dem Weltkriege erbauten deutschen Unterseebootes haben das allgemeine Interesse wieder auf diese einzigartige Waffe gelenkt. 17 Jahre lang hat der U-Bootbau in Deutschland erzwunge- nermahen geruht. Seit den gewaltigen Leistungen unserer Unterseeboote im Weltkriege hat das deutsche Volk nur hin und wieder etwas darüber erfahren, wenn etwa eine Notiz durch die Zeitungen ging, daß irgendwo im Ausland wieder einmal ein noch größeres, ein noch schwerer bewaffnetes Unterseeboot in Dienst gestellt wurde. Ein kurzer Rückblick auf die Entwicklung und die Eigenschaften der Unterseebootwaffe ist in diesem Augenblick vielleicht am Platze. Der Gedanke, Tauchboote zu bauen, beschäftigt die Menschheit schon seit Jahrhunderten. Er wurde zum ersten Male in die Tat umgesetzt im Jahre 1771, als der amerikanische Arzt Dr. Bushnell sein, Boot „American Turtle" baute und mit ihm, wenn auch nur für kurze Zeit, erfolgreiche Versuche unternahm. Auch Ful ton hat ein Unterwasserfahrzeug gebaut, das am Anfang des vorigen Jahrhunderts sogar den ersten Torpedoangriff gegen ein Zielschiff gemacht hat. Allerdings gab es damals noch keine Preßlufttorpedos, sondern das Geschoß mußte von dem Boot gegen die Scheibe geschleppt werden. Der erste erfolgreiche deutsche U-Bootkonstrukteur war Bauer, ein bayerischer Ingenieur, der in der schleswig-holsteinischen Armee diente. Nach seinen Angaben wurde im Jahre 1849 bei der Werft von Schweffel und Howaldt in Kiel das erste deutsche Unterseeboot gebaut, das den Namen „B r a n d t a u ch e r" erhielt. Das Boot, das heute im Museum für Meereskunde in Berlin zu besichtigen ist, hatte eine Länge von 8 Meter, war etwa 2 Meter breit und bestand aus Holz. Seine Fortbewegung erfolgte durch Schrauben, die vom Innern des Bootes aus durch Menschenkraft bewegt wurden. Bauer machte mit seinem Brandtaucher, der außer ihm noch zwei Mann Besatzung hatte, verschiedene erfolgreiche Tauchfahrten in der Kieler Föhrde. Am 1. Februar 1851 geriet er bei einer solchen Fahrt in zu große Tiefe und konnte das Fahrzeug nicht wieder nach oben bringen. Es gelang der Besatzung, das Boot zu verlassen und an die Oberfläche zu gelangen, wo sie von Begleit- booten aufgenommen wurden. Im Jahre 1887 ist Tausende von Gedanken kommen in diesen Minuten; schon zeichnet sich am Horizont der Ring des Feindbundes ab, dessen Heere in gewaltiger Uebermacht gegen uns marschieren werden. Noch einmal erinnere ich mich der Meldung, die heute vormittag aus dem Großen Generalstab gekommen ist, daß russische Militärtransporte, Zug auf Zug und gespickt mit Kanonen, der deutschen Ost grenze zurollen... Da fährt um 5 Uhr nachmittags der Wagen desKriegsministers vor unserem Hause vor. Falkenhayn ist vom Kaiser zurück. Eine Minute später schrillt.in meinem Zimmer das Telephon, ich werde zum Minister gerufen. Einen Augenblick lang sieht mich Falkenhayn schweigend an. Dann sagt er: „Scheüch — cs ist mobil." — Kurz darauf sind die leitenden Offiziere des Ministeriums im Vortragssaal zusammengetreten. Noch weiß keiner, ob die Entscheidung gefallen ist. Atemlose Stille liegt über dem Raum, als der Minister eintritt. Er spricht nur zwei Sätze: „Seine Majestät der Kaiser hat soeben d i e Mobilmachung des Heeres befohlen. Ich lege den Mobilmachungsbefehl in die Hände des Chefs der Armeeabteilung." Als er verstummt, wagt niemand ein Wort; wir alle sind ergriffen von der Bedeutung dieser Stunde. Noch einmal klingt Falkenhayns Stimme durch den Raum, sie scheint zu beben, als er sagte: „Gott schütze und erhalte das deutsche Heer!" Ein Rad griff ins andere... Es ist bekannt, daß die Mobilmachung mustergültig verlies. In der Oeffentlichkeit ist die Meinung verbreitet gewesen, es habe bei uns eine fieberhafte Tätigkeit geherrscht, und das Kriegsministerium hätte einem Bienenschwarm geglichen. Das Gegenteil war der Fall. Fieberhaft war die Spannung der vergangenen Tage, nun aber war wieder vollkommene Ruhe eingezogen, wir lebten völlig in der Arbeit, die sich von der der vergangenen Wochen und Jahre kaum unterschied. Alles lief wie am Schnürchen. Die Hauptoerantwortung und das hohe Verdienst für die glatte Durchführung der Mobilmachung lagen bei der Armeeabteilung, die unter Leitung des Oberstleutnant von Wrisberg stand. Ihm hatte Falkenhayn den Mobilmachungsbefehl des Kaisers übergeben, und unter feiner Leitung lief nun die „Mobilmachungsmafchine" ab, deren Pläne in jahrelanger Arbeit bis in die letzte Einzelheit durchdacht waren. Besonders anschaulich hat den Gang der Mobilmachung der Generalmajor a. D. Max van den Bergh geschildert, der bei Kriegsausbruch Mobilmachungsreferent in der Armeeabteilung mar. So wurde er zum eigentlichen Mittelpunkt dieser Mil- lionenmobilisierung. Don dem Erfolg feiner vorbereitenden Arbeit berichtet er unter anderem in folgenden Sätzen: „Es war kaum zu glauben, daß nicht ein Hilferuf der Truppe an die Zentralbehörde gelangen sollte! Und doch war es so. Tage hindurch saß ich, nur schwach beschäftigt, auf dem Geschäftszimmer als (Befangener meines Dienstes und horte von der Außenwelt nur vaterländische Gesänge sowie Hoch- und Hurrarufe der begeisterten Menschenmassen von der Leipziger Straße zu mir heraufschallen." Ohne einen einzigen Zwischenfall lief so der in den vergangenen Jahren einem Uhrwerk gleich zusammengesetzte Mechanismus der Mobilmachung programmäßig ab. Während es für uns nichts Besonderes mehr zu tun gab, zogen, den Mobilmachungs-Terminkalendern gemäß, die deutschen Männer und Jünglinge zu Hundertttausenden in die Kasernen, die Kolonnen formierten sich, bald rollten die ersten Züge durch die Heimat, der Grenze zu... dieses erste deutsche U-Boot bann gehoben und später nach Berlin übergeführt worden. Der erste Unterseebootangriff erfolgte im amerikanischen Sezessionskrieg durch das amerikanische Boot „H u n l e y", das im Jahre 1864 vor Charleston die Fregatte „Housatonic" versenkte, dabei aber f e 1 b ft mit der ganzen Besatzung verloren ging. Die größte Schwierigkeit für den Bau von Unterwasserfahrzeugen bot anfangs d i e Frage des Antriebes bei Unterwasserfahrt, die man durch Preßluft, Dampfmaschinen, aber auch Handbetrieb vergeblich zur vollen Zufriedenheit zu losen versuchte. Erst die Erfindung des Akkumulators, der den Uebergang auf elektrischen Antrieb ermöglichte, brachte dem U-Boot- bau die große Entwicklung, die er im letzten halben Jahrhundert genommen hat. Die zweite, für das U-Boot als Kriegswerkzeug wichtige Frage war die nach einer brauchbaren Unterwaffer- waffe. Hier machte die Konstruktion des mit Preßluft betriebenen Torpedos den Weg frei für die weitere Entwicklung. Ein dritter Punkt, der ebenfalls grundlegend für den weiteren Unterseebootbau wurde, war die Festlegung einer für die Verwendung über und unter Wasser gleich geeigneten S ch i f f s f o r m. Sie wurde in dem Zwei- hü 11 enboot gefunden. Einem röhrenförmigen Jnnenkörper, der geeignet ist, dem Wasserdruck den nötigen Widerstand zu leisten, gab man eine äußere Umkleidung, die in der angenäherten Form des U^berwasserschiffes dem Fahrzeug die erforderliche Seefähigkeit verlieh. Diese drei wesentlichen Grundlagen — elektrischer Antrieb für Unterwasserfahrt, Preßluftantrieb der Torpedos und Doppelhülle — wurden Ende des vorigen Jahrhunderts entwickelt und bilden auch heute noch maßgebende Unterlagen bei der Konstruktion von Unterseebooten. Als wichtiges Hilfsmittel kam in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts das Sehrohr hinzu. Der Weltkrieg hat, wie manche andere Zweige der Technik, auch den U-Bootbau zu hoher Vollendung entwickelt. Besonders gilt dafür die deutsche Marine, die unter dem harten Druck der Verhältnisse eine Waffe zu entwickeln gezwungen war, die als wichtigste jur Sprengung bes eisernen Blockaderinges geeignet schien. Nach dem Kriege verlangten die Gegner die Auslieferung unserer U-Boote nicht nur aus Gründen der Ent- Dom Brandtaucher zum Ll-Kreuzer. Von Kapiiänleuinant Meyer-Döhner. LUC / maffnung, sondern auch, um sich d i e Erfahrungen der Deutschen auf diesem Gebiet selbst zunutze zu machen. So ist es zu erklären, daß heutzutage die meisten U-Boote fremder Marinen l n Anlehnung an d i e bewährten deutschen Kriegstypen gebaut wurden. Waren zu Beginn des Weltkrieges nur wenige deutsche Unterseeboote eines Einheitstyps vorhanden, die als Bewaffnung außer einigen Torpedo- rohren nur ein oder zwei Maschinengewehre an Bord hatten, so entwickelten sich im Laufe des Krieges mehrere Arten von U-Booten, die je nach ihrem Verwendungszweck in Große und Bewaft- niing verschieden waren. Kleine Küstenboote von 100 bis 200 Tonnen fanden hauptsächlich von FlandernausimenglischenKanal Verwendung. Ihre Waffen waren Torpedos. Zur Abwehr von Fliegerangriffen führten sie leichte Maschinenwaffen. Der am meisten gebaute Typ hatte eine Wasserverdrängung von 600 bis 800 Tonnen, führte 10 bis 12 Torpedos sowie ein 10,5-Zenti- meter-Geschütz an Bord und war durch seinen großen Aktionsradius in der Lage, drei bis vier Wochen ohne Unterbrechung in See zu bleiben. Solche Boote liefen über Wasser im allgemeinen rund 15 Seemeilen, während die Unterwasierhöchst- geschwindigkeit 8 Seemeilen betrug. Für Fernunternehmungen wurden die sogenannten U-Kreuzer entwickelt, die mit einem Fahrbereich bis zu 20 000 Seemeilen monatelang draußen bleiben und gewaltige Wegstrecken zurücklegen konnten. Als Bewaffnung trugen diese großen Boote zwei 15-Zentirneter-Geschütze. Aus sechs Torpedorohren konnten sie bis zu 20 Torpedos verschießen. Daneben entstanden in den verschiedenen Größenklassen Boote, die neben ihrer Torpedo- und artilleristischen Bewaffnung Minen an Bord führten, die in mehreren ourchgehenden Schächten untergebracht wurden. Die größten derartigen Unterseeboote nahmen bis zu 40 Minen mit, die sie im aufgetauchten und im getauchten Zustand werfen konnten. Auf diesem Stand der Entwicklung bei Kriegs- ende haben die fremden Marinen, die im U-Bootbau nicht beschränkt waren, ihren weiteren Ausbau fortgesetzt. Bei den kleinen und mittleren Bootstypen find keine grundlegenden Neuerungen in Erscheinung getreten. Die Geschwindigkeiten und der Aktionsradius sind allgemein erhöht, die Be- maffnung ist etwas verstärkt worden. Große Beachtung hat man jedoch allgemein der Weiterentwicklung von großen U n t e r s e e k r e u - zern geschenkt und zahlreiche Versuche gemacht, ihre Wirksamkeit zu erhöhen. So hat England Unterseemonitore gebaut, die außer vier Torpedorohren je ein 30,5-Zentimeter-Geschütz trugen. Die drei Boote, die von dieser Sonderklasse gebaut wurden, haben sich aber nicht bewährt. Zwei sind mit der ganzen Besatzung gesunken, das dritte wurde 1933 wieder außer Dienst .gestellt. So ist man in England beim Bau der großen Boote wieder zu normalen Verhältnissen zurückgekehrt. Augenblicklich sind vier U-Bootminenleger im Bau, von denen jeder 120 Minen an Bord nehmen soll. Frankreich, das augenblicklich mit 97 fertigen und 11 in Bau befindlichen Booten die größte Unterfeebootflotte besitzt, hat auch den größten U-Kreuzer der Welt gebaut. „Surcouf", so heißt dieses Unterwasserschlachtschiff, hat eine lieber. Wasserverdrängung von 2880 Tonnen und im getauchten Zustand eine solche von 4300 Tonnen. Es führt zwei 20,3-Zentimeter-Geschütze in einem Panzerturm, zwei 3,7-Zentimeter-Geschütze und 14 Torpedorohre mit 36 Torpedos. Bei einer Länge von 110 Meter und einer Geschwindigkeit — über Wasser — von 20 Seemeilen hat es eine Besatzung von 150 Köpfen und führt außerdem ein See- slugzeug an Bord! Wenn man diesen Riesen mit den ersten Unterseebooten, insbesondere mit dem „Brandtaucher" und seiner dreiköpfigen Besatzung vergleicht, bekommt man einen Begriff von der Entwicklung, die auf dem Gebiet des U-Bootbaues in nicht ganz einem Jahrhundert vor sich gegangen ist. Büchertisch. — Prof. Dr. Georg Dahm: „Gemeinschaft und Strafrecht". (Kieler Universitätsreden, Neue Folge, Heft 5.) Preis kart. 1,20 Mark. Hanseatische Verlagsanftalt, Hamburg. — (241) — Der Strafrechtler der Kieler Universität entwickelt in dieser Rektoratsrede in scharfer Abgrenzung vom autoritären, kanonischen und bolschewistischen Strafrecht die Wesensmerkmale des nattonalsozialiftischen Strafrechts. Die Grundlagen dieses Strafrechts sieht Dahm in dem Gedanken der Gemeinschaft. Vorbild eines solchen Denkens sind das germanische und das deutsche mittelalterliche Strafrecht, das den einzelnen in die konkrete Lebensordnung der Sippe und des Standes hineinstellte und Verbrechen und Strafe aus der lebendigen Gemeinschaft begriff. Die Strafe, die dem Wesen der Gemeinschaft entspricht, ist die Ehrenstrafe. Denn die Ehre bezeichnet den Wert des einzelnen in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft. In allem Denken um das neue Strafrecht hat sie deshalb im Mittelpunkt zu stehen. An zahlreichen Beispielen erläutert der Ver- sasser die neuen Formen und macht zugleich die neuen Wertungen von Verbrechen und Strafe deutlich. — „Die Stunde diktiert." Kurze Sprechstunde für Unpolitische. Don Schwarz d an Berk. 136 Seiten. Preis kartoniert 2,60 Mark. Hanseatische Verlagsanftalt, Hamburg. 1935. — (208) — Schwarz van Berk hat im letzten Jahr das Geschehen unserer Tage betrachtet, nicht offt- ziell, sondern ganz menschlich und ohne Pathos, und er hat mit dem Freimut eines überzeugten Journalisten alles das, was im Volke an Meinungen, Stimmungen, an Kritik und Gegenkritik zu bemerken war, ausgesprochen, mit einer Offenheit, die erfrischend und zugleich vertrauenerweckend ist. In 25 Aufsätzen hat er Fragen behandelt, die spruchreif waren, angefangen von der Stellung der Wissenschaft und Intelligenz bis zum politischen Witz und zur Meckerei. Was an Stimmungen im Volke auftauchte, ist von ihm aufgegriffen unb behandelt worden. Es entstand ein Buch mit einem Standort zwischen Führung und Volk, zwischen Volk und Partei und gegen alles, was die wirk- lichen neuen Werte unserer Zeit zu bezweifeln ober von jenseits ber Grenze zu verbächtigen sucht. Don biesem Standpunkt aus wirb alles beim rechten Namen genannt, nichts durch die Blume gesagt, sonbern mit gesundem Menschenverstand und einer großen Liebe zur arbeitenden Nation gesagt. Ein Nationalsozialist spricht, ber weiß, wie stark die Macht bes Führers ist, bie bis in den kleinsten Betrieb, bis in bie Familien unb in bie unverbildeten Herzen bes Volkes wirkt. — W i e soll mein Hund heißen? Ein Verzeichnis von Hundenamen. Von Gustav Schultz. (Preis 50 Pf. Verlag von I. Neurnann-Neubamrn.) — (237) — Das Büchlein sollte in keinem Zwinger fehlen, da es jedem etwas Wünschenswertes zu bieten vermag. Ur. 177 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag,?.August 1935 hast du heute noch das gleiche Vertrauen zu mir wie früher?" „Ja, Marlen!" war Karlas schlichte Antwort. Marlen atmete auf: „Ich danke dir, Karla! Nun wird mir deine Bitte leichter." „Welche Bitte, Marlen?" „Daß du nicht fragst, Karla! Ich könnte dir keine Antwort geben. Vergiß,, bitte, was wir über Dietrich Veltheim gesprochen haben. Laß es dir genug sein daran, daß ich Dietrich mein Jawort gegeben habe." Es kam so tiefernst, daß Karla nicht zu widersprechen wagte. Da war irgend etwas in Marlen so tief verwundet, daß man nicht daran rühren durfte, wenigstens jetzt noch nicht. „Marlen, ich habe dir gesagt, daß ich dir unbedingt vertraue! Darum werde ich deine Bitte erfüllen. Ich werde warten, bis du selbst mir die Antwort auf all diese Rätsel gibst. Nur das eine sag mir: Hast du wirklich Dietrich Veltheim gesagt, daß du ihn nur um äußerer Vorteile willen heiraten willst?" Marlen nickte stumm. Ihr blasses Gesicht trug den Ausdruck eines so unerträglichen Schmerzes, daß es Karla in die Seele schnitt. „Aber Marlen, wie denkst du dir dann euer Zusammenleben?" Marlen schauerte zusammen: „Das weiß ich nicht, Karla!" Ein herzzerreißendes Lächeln ging über ihr Ge- sicht. „Wir werden nicht zusammenleben. Dietrich Veltheim hat es selbst gesagt; gleich nach der Hochzeit werden wir uns trennen. Er geht dahin und ich dorthin." Karla umarmte Marlen: „Marlen, und das wirst du ertragen können/ Fast unhörbar flüsterte Marlen: „Es muh ertragen werden, Karla!" 13. Kapitel. Die nächsten zehn Tage vergingen fü_ Ma/ n wie in einem Traum, der so angefüllt ist mit Bildern, daß man jedes einzelne nicht mehr unterscheiden kann. Am Morgen nach ihrer Verlobung hatte Dietrich Veltheim einen herrlichen Blumenkorb geschickt. Er stand frühmorgens auf dem Frühstückstische, als Marlen bleich und übermüdet erschien. Beinah wäre sie in Tränen ausgebrochen, als sie die Blumen sah. Sie wußte ja, Dietrich Veltheim erfüllte damit nur eine Form. Kein innerer Wunsch hatte ihn dazu getrieben, ihr diele glühenden, brennenden Rosen zu senden. Sie waren ganz morgenfrisch, Tau glitzerte auf ihren dunkelroten Blättern. Wie Blut und Tränen!, mußte Marlen denken. Sie schauerte zusammen. Aber da kam schon Hauptmann Weckenroth herein. (Fortsetzung folgt!) eine Nachdruck verboten! 16 Fortsetzung deine Marlen wäre nun einmal eine Hinwegkommen. Es gab nie zeigen, was er ihm irn- nur ihr 1935 mit der kommissarischen Reichsarchivs beauftragt. er hatte sie in dem schen Menschen sein Darüber gab es kein eins: aushalten und bedeutete. Zu- Er- Dietrich trat ein. „Nun, Dietz?" wollte Karla fragen. Aber ein Blick auf sein Gesicht zeigte ihr: da war etwas Schreckliches geschehen. Wie sah der Freund aus? Seine Züge waren geradezu versteinert. Seine Augen waren hart und verächtlich. Um seinen Mund lag ein bitterer Zug. Er schien wie plötzlich gealtert. Karla sprang auf: „Um Gottes willen, Dietz, was gibt es? Hast du mit Marlen gesprochen?" „Marlen Korda ist meine Braut! sagte er mit harter Stimme. . r ,, . „Aber Dietz, das sagst du mit solch einem Gra- beston? Sieht so ein glücklicher Bräutigam aus?" Dietrich Veltheim lachte auf. Es klang unheim- Marlen stand hoch aufgerichtet da. Sie hatte die Hand um die Lehne des Sessels gekrampft. Nicht schwach werden!, dachte sie. Nicht zusammenbrechen! Die Komödie weiterspielen — um Georgs willen, und auch um Dietrichs willen! Wer konnte wissen, wie eine andere Frau ihm innerlich gegenüberstehen würde! Keine würde ihn so inbrünstig lieben, wie sie ihn liebte. Keine würde sich so bemühen, sein Dasein nicht zu belasten. Sie hatte sich ihren Weg vorgezeichnet, und sie mußte ihn gehen, wie hart es auch sein würde. Nur der Gedanke an Georg gab ihr einen kleinen, ung des gebracht!" Da ging eine Bewegung durch die Versammlung, ein einziges Aufschluchzen all dieser , harten Männer, die, bis ins Herz ergriffen, das offene Grab umstanden. Nur stockend und mit Tränen in den Augen vermochte der alte Divisionspfarrer das Schluß- gebet zu sprechen. O. R. Wir hast du mir gesagt: sie würde nie um äußerer Vorteile willen einen Mann nehmen. Sie würde nur ja sagen, wenn ihr Herz spricht." Karla sah den Jugendfreund ernst an: „Und dabei bleibe ich. Für Marlens innere Anständigkeit lege ich meine Hand ins Feuer." Wieder lachte Dietrich hart auf: „Das solltest du nicht, Karla! Man soll für keinen Menschen bürgen. Jetzt habe ich es ein für allemal erkannt. Weißt du, warum Marlen Korda, dieses Vorbild an Uneigennützigkeit und innerer Sauberkeit, mir ihr Jawort gegeben hat? Sie hat wörtlich gesagt: Ich habe es'sehr schwer im Leben gehabt, und ich möchte es sorgloser haben. Darum nehme ich Ihren Antrag an." „Nein!" schrie Karla auf. „Das ist unmöglich! Niemals kann ich das von Marlen glauben." „Dann frag' sie doch selbst", kam es hart zurück. Karla rang mit sich. Sie hatte es auf den Lippen, Dietrich zu sagen, was sie am Abend mit Marlen gesprochen. Was war das alles für ein Wahnsinn? Wie konnte Marlen Dietrich sagen, daß sie ihn nicht liebte, da sie doch ihr selbst ihre Liebe, zu Dietrich eingestanden hatte. Irgend etwas mußte Dietrich falsch verstanden haben. Aber angesichts der klaren Wiederholung von Marlens Worten war das nun auch wieder nicht möglich. Sie fuhr sich über die Stirn, di? feucht war vor Erregung. Dann atmete sie tief auf: Dietrich, irgendein Verhängnis liegt über dir und Marlen, das muß ich erst klären!" Es gibt nichts zu klären, meine liebe Karla! Marlen hat mir ja klar und deutlich genug gejagt, was sie von mir hält. Klarer kann man es doch nicht aussprechen, als daß man einem Manne sagt: Ich liebe Sie nicht, aber ich habe es sehr schwer im Leben gehabt und möchte es sorgloser haben, darum nehme ich Ihren Antrag an. Ich verspreche Ihnen ich werde nach außen hm alles tun, um den Namen einer Gräfin Veltheim mit Ehren zu tragen." , .... . „ . Karla hielt sich mit beiden Händen den Kopf: Nein nein, Dietrich, so kann das nicht sein! Warte bis ich mit Marlen gesprochen habe! Geh nicht so fort! Das alles wird sich aufklären." Halbmast am Todestage Hmdenburgs. Ltandortappelle der Wehrmacht. Berlin, 31.Juli. Der Reichs und Preußische Mini st er des Innern gibt folgendes bekannt: Auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers fetzen aus Anlaß des Todestages des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg am Freitag, 2. August d. I., alle st a a t l i ch e n u n d kommunalen Verwaltungen, An st alten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie die öffentlichen Schulen d i e Flaggen auf Halbmast. Aus Anlaß des Todestages des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg hat der Reichs- kriegsminister folgenden Erlaß herausgegeben: 1. Am 2. August 1935 find in allen Standorten Appelle abzuhalten. Die Ausgestaltung der Feiern bleibt den örtlichen Befehlsstellen überlassen. 2. Der Kommandierende General des I. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I legt am Sarkophag im Tannenbergdenkmal je einen Kranz des Führers und Reichskanzlers und der Wehrmacht nieder. 3. Am Tannenbergdenkmal ist von 8 bis 20 Uhr eine Ehrenwache in Stärke eines Zuges unter Führung eines Offiziers zu stellen. Doppelposten am Sarkophag, vor dem Marschallturm und vor dem Haupteingang. 4. K e n n w o r t am 2. August 1935 für die gesamte Wehrmacht: Hindenburg. 5. Die Dienstgebäude flaggen halbmast. Schiffe der Kriegsmarine legen einfache Flaggentrauer an. Oie Heeres-7lachnchienschu!e von Jüterbog nach Hatte übergesiedelt. H a l l e, 31. Juli. (DNB.) Die jüngste Waffen- schule der deutschen Wehrmacht, die Heeres-Nach- richtenschule, siedelte von Jüterbog in ihren neuen Standort Halle über. Unter Führung des Kommandeurs, Generalmajor Sachs, rückten vier Kompanien der Stamm- und Lehrtruppen teils motorisiert, unter dem Jubel der Bevölkerung in die mit Fahnen und Tannengrün festlich geschmückte Stadt ein. Auf dem Roß-Platz, auf dem am gleichen Tage vor 21 Jahren das alte Füsilier- Regiment 36 zum Ausmarsch angetreten war, hießen Partei und Stadt in einer großen Kundgebung die neue Garnison willkommen. Nach 'Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters Dr. Dr. Weid'ernann, des rangältesten Offiziers des Standortes General von B a h r f e l d und des Gauleiters Jordan und nach einer kurzen Dankesansprache von Generalmajor Sachs fand ein Vorbeimarsch statt. Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat im Einvernehmen mit dem preußischen Ministerpräsidenten den Generaldirektor der Staatsarchive, Prof. Dr. B r a ck m a n n , mit Wirkung vom 1. August Oie Tat ist alles! Sechs unbekannte Begebenheiten aus dem großen Krieg. Don Otto Biebicke. lief), dieses höhnische Lachen. Er trat dicht vor Karla hin, sah ihr mit zornigem Gram in die Augen: „Zum Glück dürste ich wenig Ursache haben, meine liebe Karla!" „Aber du sagst doch eben, daß Marlen und du euch einig seid?" „Einig darin, daß wir uns heiraten wollen. Aber ebenso einig darin, daß Marlen nicht einen Funken Liebe für mich hat." Karla wich zurück. Sie wurde ganz blaß: „Um Gottes willen, Dietz, was sagst du da?" „Die Wahrheit! Ja, ja, Karla, so ift’s, wenn man an eine Frau glaubt. Da habe ich gedacht, “ ' " ' Ausnahme. schwachen Trost. Sie sah Dietrich Veltheim hinter der Glastür verschwinden. Hell von der Sonne beleuchtet, sah« ne die Silhouette seiner hohen, stolzen Gestalt. Als er verschwunden war, war es mit ihrer Fassung vorbei. Sie floh in ihr Zimmer. Dort verriegelte sie die Türen und warf sich aufs Bett. Und nun weinte sie ihren Jammer und ihr Herzeleid aus. Dieser Tag war nun ihr Verlobungstag, der Glückstag in dem Leben der meisten Frauen. Hätte Dietrich sie geliebt, ja hätte er nur ein Fünkchen warmes Empfinden für sie, sie wäre auch tief- glücklich gewesen. Dann hätte sie um feine Liebe geworben, still, demütig und hoffnungsvoll. Aber Heiligsten belogen, was zwl- konnte — in der Liebe. In ihrem Wohnzimmer wartete Karla mit mer steigender Ungeduld. Wie lange dauerte diese Aussprache zwischen Dietrich und Marlen! Sie atmete auf, als es nun an ihre Tür klopfte. Erika Röste! hielt noch weitere Stunden aus und blieb mit dem Oberkommando in Verbindung, bis die Russen sich des Postamts erinnerten und die Apparatur zerstörten. Der Zarenoffizier, dem der Zweck eines Telephonfräuleins offenbar nicht bekannt war, entließ sie unbehelligt. Noch in der Nacht konnten die Deutschen auf Grund der Berichte des jungen Mädchens den Gegenangriff aufnehmen. Als Memel in deutschem Besitz war, und Erika Röstet wieder wie immer an ihrem Apparat saß, überreichte ihr ein Stabsoffizier das persönliche Dankschreiben Hindenburgs und ein Armband mit ehrender Widmung. Das Eiserne Kreuz, für das Ludendorff sie vorgeschlagen hatte, konnte sie damals nicht bekommen; das Deutsche Reich aber schenkte ihr eine goldene Uhr. „Wir haben b:e Geschütze doch zuriMehrachi!" Kronprinz Wilhelm erzählt in seinen „Erinnerungen" nach dem Bericht eines Augenzeugen: Eine schwere Batterie war auf grundlosen Wegen unter unsäglichen Mühen herangebracht, um am Hang einer Höhe in Stellung zu gehen, von wo sie durch ihr Feuer die unter der weit überlegenen französischen Artillerie schwer leidende Infanterie entlasten konnte, soweit es die knapp bemessene Munition zuließ. Die von der festen Hand ihres Batteriechefs, eines allgemein beliebten Vorgesetzten, vorgeführte Batterie war aber noch nicht feuerbereit, als ein schwerer Eisenhagel auf sie niederprasselte. Ihrem Führer war die Not seiner Kameraden in der Feuerlinie wichtiger und dringender erschienen, als die möglichst vorsichtige Vorführung der Batterie. Lage auf Lage wohlgezielter schwerer Einschläge der französischen Artillerie zerschlugen in kurzer Zeit zwei Geschütze völlig, ein Teil der Bedienungsmannschaft lag blutend am Boden. Die Nutzlosigkeit aller aufgewendeten Mühe und Hilfsbereitschaft einsehend, verbot der Divisionskommandeur daher die Fortsetzung des aussichtslosen Artilleriekampfes und befahl, daß die Bedienungsmannschaft d i e Geschütze vorübergehend verlassen, und die Batterie später die Stellung wechseln solle. Es bedurfte eines energischen Befehls an den nur widerstrebend gehorchenden tapferen Batterieführer, um zunächst wenigstens das erstere zu erreichen und das Herausziehen der Geschütze dem Dunkel der Nacht vorzubehalten. Doch vergebliche Mühe! Im Morgengrauen des folgenden Tages fiel der tapfere Batteriechef im A u g e n b l i ck , als er selbst mit Hand anlegte, seine schwer beschädigten Geschütze zu bergen. Aber der Wille des gefallenen Führers blieb in seinen Leuten lebendig, in der folgenden Nacht brachte sein getreuer Wachtmeister den Re st der Batterie unter erträglichen Verlusten heraus und in Bodenwelle zum Dorf heranwälzen will. Da steht der Reserveleutnant Karl Müller mit seiner 9. Batterie vom Feldartillerieregimcnt Nr. 108. Feindliche Beobachtungsslieger entdecken seinen Stand und leiten das Feuer aller Kaliber in die schwache Batteriestellung. Ein Geschütz nach dem andern wird getroffen. Die Mannschaft fällt. Aber immer wieder, wenn ein Tank sich über die Bodenwelle hebt, wird er durch einen Volltreffer zurückgeworfen. Zehn . . . zwölf Tanks liegen zerschossen vor dem Dorfeingang. Stunden wird schon gerungen, kein Deutscher ist weit und breit mehr zu sehen — aber immer wieder schießt ein Feldgeschütz auf jeden Tank, der angreift. Jetzt sind schon fünfzehn der stampfenden Ungeheuer außer Gefecht gesetzt; wie Wracks liegen sie im Trichterfeld vor den ersten Häuserruinen. Leutnant Müller steht an diesem letzten Geschütz seiner Batterie. Alle Kameraden sind tot. Jetzt kommt der sechzehnte Tank über die Bodenwelle. Einen einzigen Schuß hat der Leutnant Müller noch im Rohr — er zieht ab, wieder legt sich ein Tank auf die Seite und brennt aus. Nun greift Leutnant Müller zum Revolver: „Lebend sollt ihr mich nicht bekommen!" Die vorquellenden Engländer stutzen. Schnell Schüsse, einige stürzen — dann liegt Leutnant Müller, letzter feiner Batterie, tot über seinem Geschütz. Die Engländer salutieren: Ein Held! Und der britische Heeresbericht vom 21./22. November meldet: „Viele von den Treffern auf unsere Tanks vor Flesquieres erzielte ein deutscher Artillerieoffizier, der, als letzter feiner Batterie, allein ein Feldgeschütz bediente, bis er an diesem getötet wurde. Die große Tapferkeit dieses Offiziers wurde von den Soldaten aller Ränge bewundert." „Sie sind ein Meres Mädchen!" Erika Röstel war Telephonisttn in Memel. Sie blieb es auch, als am 17. März 1915 die Russen die Stadt überrumpelten. Während die Soldaten des Zaren die Häuser plünderten und sich über die Alkoholvorräte hermachten, saß Erika Röstel, diensteifrig wie immer, am Klapperschrank des Kaiserlichen Postamts. Es lag etwas abseits und war offenbar von den Russen übersehen. Plötzlich rief das Oberkommando O st aus Posen an — ahnungslos, daß es mitten in die Feinde hineintelephonierte. Erika Röstel gab dem verwunderten Generalstabsoffizier den ersten Bericht* über die Lage, fachlich und dienstgewohnt. Sie konnte genaue Angaben über Truppen, Zustand und Angriffsrichtung machen. So etwas war dem Generalstabsoffizier noch nicht vorgekommen, deshalb bezweifelte er die Richtigkeit. Da hielt Erika Röstel den Telephonhörer aus dem Fenster heraus und übertrug durch ihn den Kanonendonner in das Hauptquartier. Das genügte. Und aus den weiteren Worten vernahm Erika Röstel nun mit nicht geringem Staunen, daß sie — mit General ßuöenöorff selbst sprach. Der General dankte für die große Hilfe. Bald wurde sie wieder aus Posen angerufen, der Generalstabschef ließ sich neuen Bericht geben, dann sagte er plötzlich: „Warten Sie bitte, ber Herr Generalfeldmarschall will mit Ihnen sprechen!" Ehe die Telephonistin zur Besinnung kam, meldete sich die tiefe Stimme des Feldmarschalls von Hindenburg. Der große Befreier Ostpreußens lobte ihre Pflichttreue, dankte ihr für feine. Truppen und schloß: „Sie find ein tapferes Mädchen!"______ Wir landen peiiiwer. Roman von Mothiwe v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) Der höhnische Zug auf Dietrich Veltheims Gesicht verstärkte sich: „Liebe Karla", er sprach tadellos höflich, nichts von dem früheren kameradschaftlich-unbefangenen Ton war zwischen ihm und der Freundin, „verzeih, wenn ich deiner Bitte nicht nachkommen kann. Es gibt noch vielerlei zu tun, bis ich abreise. Besonders, da ich jetzt glücklicher Bräutigam bin." e Karla zuckte zusammen. Welcher Hohn lag in diesen Worten: glücklicher Bräutigam! Dietrich fuhr fort: „Ich möchte meine Verlobung mit Marlen vor meiner Abreise veröffentlichen und morgen schon das Aufgebot bestellen. Bitte, sage Marlen Bescheid, damit sie ihre Papiere morgen bereit hält. Ich komme morgen, um alles Nähere zu besprechen." Er gab Karla schnell die Hand und ging. Sie vermochte nicht, ihn zurückzuhalten. Mein Gott, mein Gott, dachte sie, was ist da nur geschehen? Sie war eiskalt vor innerer Erregung. Sein und Schulter schmerzten plötzlich wieder heftig, wie immer, wenn irgend etwas Schlimmes passiert war. Mühsam und schwer ging sie die Treppe hinaus zu Marlen. Sie drückte auf die Klinke von Marlens Zimmer. Die Tür war verschlossen. „Marlen!" rief sie. „Bitte laß mich herein!" Eine verweinte Stimme klang zurück: „Ach, bitte, Karla, laß mich, ich habe schreckliche Kopfschmerzen!" Karlas Angst wurde immer größer. „Marlen", bat sie, „laß mich doch hier nicht stehen! Ich vergehe ja vor Angst." „Ist Dietrich Veltheim fort?" fragte es hinter der Tür. Als Karla bejahte, öffnete Marlen. Karla sah in ein verweintes, elendes Gesicht. Auch ihr stiegen die Tränen in die Augen. Stumm umfaßte sie Marlen und führte sie zu dem Sofa: „Nun komm, Liebes, erzählt' mir, was ist geschehen!" Marlen verbarg ihr Gesicht an Harlas Schulter, in heiße Tränen ausbrechend. Karla ließ die Freundin ruhig gewähren. Sie wußte, Marlen würde sich schon wieder fassen. Endlich richtete Marlen sich energisch auf, trocknete ihre Augen. Mit einem wehen Blick sah sie Karla an und fragte: „Was hat Dietrich Veltheim dir erzählt, Karla?" „Daß ihr euch verlobt habt. Aber, Marlen, wie kann er glauben, daß du ihn nicht gern hast? Er behauptet, du hättest ihm das mit klaren Worten gesagt. Marlen, sieh mich an, weich mir nicht aus! Es ist ja gar nicht so — du hast ihn ja gern, den Dietrich. Warum hast du ihm das nicht eingestanden?" Da veränderte sich Marlens Gesicht, verschloß sich, wurde scheu und abweisend: „Karla, du weißt, ich bin immer zu dir ganz offen gewesen! Ich war glücklich, daß ich zu dir sprechen konnte wie zu einer Schwester. Karla, Mit zwei Gefangenen mitten im Feind. Rußland. Eine stockdunkle, eiskalte Herbstnacht. Der Sturm heult und wirft die Bäume eines Buschwaldes durcheinander, in den eben ein Trupp Kosaken einreitet. Vorn irgendwo liegen die Deutschen; hin und wieder peitschen Gewehrschüsse. Der Krieg hat ein schweres Gesicht bekommen; auch hier in Rußland ist die offene Feldschlacht vorbei. Der Kosakenhauptmann reitet mit feinem Adjutanten abseits; auf Rufnähe bleibt er bei seiner Truppe, aber der Sturm jagt dazwischen. Hin und wieder nur hört man das Klappern der vielen Hufe. Plötzlich bäumt sich bas Pferd auf, der Offizier wird heruntergerissen, ein Faustschlag gegen die Stirn, ein Knebel in den Mund — wehrlos. Auch der Adjutant liegt schon neben ihm, ebenfalls geknebelt. Zwei Deutsche nehmen ihm die Waffen ab und drücken die Offiziere nieder. Die Pferde bleiben stehen. In der Ferne verklingt das Getrappel des Kosakentrupps. Jetzt ist es ganz still; nur ganz vorn ballern ein paar Geschütze. „Ver- fluchte Sache!" murmelt der Offizierftellvertreter Klose, „Mitten im Feinde, weit hinter seiner Linie —und nun noch zweiGefangene!" Er war mit einem Kameraden zur Erkundung arisgeschickt, nun hatten sie gründlich „erkundet" — gleich zwei Mann konnten sie mitbringen. Sie binden die beiden Pferde fest, damit sie nicht nachlaufen, dann machen sie sich mit den beiden Kosaken auf den Weg. Schritt für Schritt muß erkundet werden; überall sind russische Feldwachen, und die beiden Gefangenen haben nicht übel Lust, den Spieß umzudrehen. Ader Klose versteht keinen Spaß, mit geladenem Revolver geht er hinter ihnen her, während sein Kamerad die Führung hat. Mehr als einmal müssen sie sich hinwerfen und die Kosaken herunterzerren. Am Tage verstecken sie sich im dichten Busch. In der nächsten Nacht geht es weiter; völlig gleichgültig folgen jetzt die Kosaken. Man hat ihnen erzählt, daß sie es gut haben sollen. .. So kommt der merkwürdige Trupp im Morgengrauen in der deutschen Stellung an — und am gleichen Tage noch werden die Russen aus dem Walde herausgeworfen. Klose wird später zu Hindenburg befohlen. Da er die höchsten Orden schon hat, schenkt ihm der Feldmarschall sein Bild. 1918 leistet dieser tapfere Offizierstellvertreter an der Somme sein Bravourstück. Während eines deutschen Feuerüberfalls auf ein englisches Lager stößt er mit drei Mann vor. Die Engländer glauben an einen deutschen Jnfanterieangrisf und rennen davon. Sie überlassen der überraschten Patrouille — e1fTanks! „Als letzter feiner Vallerie.. Am 20. November 1917 bricht d i e Tank- schlacht von Cambrai los. Mit gewaltigen Tankgeschwadern stoßen die Engländer überraschend durch die Siegfriedstellung; ihre Kavallerie dringt bis in die Vorstadt von Cambrai. Die Schlacht umbranöet das Dorf Flesquieres, rechts und links davon find die Massen der Engländer vorgeftoßen! Aber das Dorf.können sie nicht nehmest — noch nicht! Zwischen den Ruinen der Häuser steckt eine deutsche Batterie, Schuß auf Schuß feuert sie gegen jeden Tank, der sich wie ein Ungeheuer über die Sicherheit. Wir begruben den tapferen Batteriechef an einem strahlenden Wintertage auf dem kleinen, schmucklosen Dorffriedhof. Ein ruhiger Tag an der Front. Wer sich freimachen konnte, war zur Stelle, um diesem bis zum Tode getreuen Manne die letzte Ehre zu erweisen. Nach einer ergreifenden Ansprache des Divisionspfarrers trat einer nach dem anderen heran, um dem lieben Kameraden Hand voll Erde in das Grad zu werfen. Als letzter der Wachtmeister. — Ein kurzes fammenfchlagen der Sporen. — Seine innere regung mühsam beherrschend und mit tränenerstickter Stimme, aber doch wie etwas Selbstverständliches, bisher Versäumtes, klang seine streng dienstliche Meldung laut und vernehmlich über seines alten Hauptmanns offenes Soldatengrab: „Ich wollte Herrn Hauptmann auch noch melden, wir haben die Gefch ütze doch zuruck- Die Zahlungsmittel für den Reiseverkehr. Das Haus der NG.-Frauenfchaß. Oie Einweihungsfeier. Obecheffen Tier Fähe wieder einfangen. Das männliche noch immer verschwunden. lendermonat gestattet. 4. Die Grenzzollstellen sind entsprechend zu be- nachrichtigen. die ist dieses schöne Heim übergeben zu können. Er schilderte dann die Jahre der treuen Gefolgschaft durch die NS.-Frauenschaft, die aus dem Deutschen Frauenorden der Kampfjahre und dem Roten Hakenkreuz hier in Frankfurt hervorgegangen sei. Ohne die treue Gefolgschaft der Frau, namentlich in den Jahren der Wiederaufrichtung der Partei, wäre es wohl unmöglich gewesen, das große Ziel zu erreichen. Heute sei es in erster Linie die Aufgabe der NS.-Frauenschast, den Geist des Nationalsozialismus in die deutsche Familie hineinzutragen, damit dieser von dort aus seine natürliche und unzerstörbare Ausbreitung zum Wohle von Volk und Vaterland erfahre. Auf diese Art und Weise werde die NS.-Frauenschaft ein großes Werk vollbringen, das zum Segen des Volkes gereichen müsse. Und die NS.-Frauenschast könne die Ueberzeugung haben, daß von seiner Seite aus alles geschehe, um die Arbeit der NS.-Frauenschast nicht nur ideell, sondern auch praktisch zu unterstützen. Die Feier war von Musikvorträgen, Chorgesängen und dem Vortrag von Gedichten wirkungsvoll umrahmt und schloß mit dem von Frau Brink- h o s s ausgebrachten dreifachen Siegheil auf den Führer, in das die in dem geschmackvoll ausgeschmückten und den Farben der Partei versehenen Treppenhaus versammelten Teilnehmer begeistert einstimmten. Das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied beendeten die Veranstaltung. dieser Paßeintragung nicht schon die Zusage für eine künftige Zuteilung von Reisezahlungsmitteln für die späteren Monate. In Fällen solcher vorweggenommenen Paßeintragungen sind die Reisenden hierauf aufmerksam zu machen. Ich weise in diesem Zusammenhang ausdrücklich daraus hin, daß Zusicherungen an die Reisenden, eine Ausstellung oder Nachsendung der angeforderten Reisezahlungsmittel werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, unzulässig sind, es sei denn, daß die Reichsbank oder die daß die „Vormerkung" keinerlei Gewähr für eine Aushändigung der Reisezahlungsmittel entbehren endgültige Zuteilung' bietet, auch nicht zur Mit-. kann. Nach der neuen Regelung muß mithin der führung von weiteren 50 Mk. in deutschen Scheide- Reisende den Reisepaß schon bei der Erteilung des münzen, oder in ausländischen Gekdsorten über die Auftrages oorlegen. Er erhält ihn entweder erst Freigrenze hinaus, oder zur Nachsendung von Zah-! zusammen mit den Zahlungsmitteln und der end- lungsmitteln ins Ausland berechtigt. Auch soweit gültigen Paßeintragung zurück, oder zwar gleich, es nach einzelnen Reiseverkehrsabkommen zulässig1 aber mit der neuen Vormerkseintragung. den dürfen. Jedoch ist in solchen Fällen die Mitnahme der zusätzlichen 50 Mark nur einmal im Ka- Zu dieser Neuregelung bemerkt die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe, daß die Eintragung ausgegeben: 1. Um die in Abschnitt 6 des R. A. 119/35 d. St. vom 19. Juni 1935 angestrebte gleichmäßige Behandlung aller Ausgabestellen bei der Ausgabe der R e i s e z a h l u n g s m i t t e l schon jetzt zu gewährleisten, ordne ich für den Reiseverkehr nach allen Ländern, mit denen ein Reiseverkehrsabkommen besteht, mit Ausnahme der Schweiz, folgendes an: Die Ausgabestellen dürfen die in den einzelnen < Runderlassen besonders bezeichneten Zahlungsmittel. Deutsche Verrechnungskasse m einzelnen Fallen die nur abqeben, wenn die Reichsbank, Berlin, oder > Zuteilung der entsprechenden Beträge verbindlich die Deutsche Derrechnungskasse die entsprechenden i in Aussicht gestellt hat. Die Bestimmungen dieses Beträge zur Verfügung gestellt hat. Anforderungen Abschnitt 2 finden auf den Reiseverkehr nach der an die Reichsbank'oder die Deutsche Verrechnungs-Schweiz keine Anwendung. 3. Eine Unterteilung des nach den einzelnen Reiseverkehrsabkommen monatlich zur Verfügung stehenden Höchstbetrages von 500 Mark (bzw. bet Danzig 180 Mark) ist in der Weise zulässig, daß unter Wahrung der in den einzelnen Abkommen vorgeschriebenen Bestimmungen im gleichen Kalendermonat mehrere Abkommens-Länder bis zum stand ist bedenklich. £ Trohe, 31. Juli. Am Freitag, 2. August, feiern Altbürgermeister und Mühlenbesitzer Heinrich Schmidt und Ehefrau das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist körperlich und geistig noch auf voller Höhe. Die Familie Schmidt, die weit über die engere Heimat hinaus bekannt ist, erfreut sich in allen Kreisen der Bevölkerung größter Beliebtheit. In der langen Zeit, in der Herr Schmidt die Gemeindegeschäfte führte (besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit) war ihm feine Frau eine treue Beraterin. Das Jubelpaar ist seit über 50 Jahren Leser seiner Heimatzeitung, des Gießener Anzeigers. * Langsdorf, 31. Juli. Der hiesige Maschinenschlosser Ämard Reif, der in Wölfersheim beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit schwere Prellungen an Brust und Rücken. Der Verunglückte mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. Kreis Büdingen. J) Geiß-Nidda, 31. Juli. Heute vormittag starb unerwartet nach kurzer Krankheit unser Pfarrer Roos, der erst im April v. I. als Nachfolger von Pfarrer A n t h e s fein Amt in unserer Gemeinde angetreten hatte. Er wurde am 28. Januar 1876 in Echzell geboren, studierte in G i e- ß e n und Halle und betreute danach die Gemeinden Schernsheim, Lampertheim und Viernheim. Unsere Gemeinde verliert in ihm einen treuen Seelsorger, der es verstand, die Herzen aller zu gewinnen und der lebhaften Anteil an Freud und Leid der Familien nahm. * Geiß-Nidda, 31. Juli. Die hiesige Hausangestellte Emma Schmidt mußte mit einem Bruch des linken Unterschenkels zur ärztlichen Behandlung mach Gießen gebracht werden. oo Mittleres Niddatal, 31. Juli. Bei dem seitherigen trockenen Wetter wurde die Getreideernte außerordentlich rasch gefördert, wozu die von einem großen Teil der Landwirte verwendeten Maschinen wesentlich beitragen konnten, da wenig Lagerfrucht vorhanden war. Angesichts des drohenden Witterungsumschwungs wurden in den letzten Tagen Rogaen, Gerste und Wei- z«n zum größten Teil in der Scheuer geborgen, ein geringer noch auf Haufen stehender Teil wird von den kleinen Landwirten direkt zur Dreschmaschine auf freiem Platz im Orte gebracht. Der Hafer wird gegenwärtig geschnitten. Der Strohertrag ist groß; die Schätzungen über den Körnerertrag sind verschieden. Im allgemeinen ist das Ergebnis von Aeckern in höheren Lagen geringer als in den Niederungen, wo man mit einer guten Mittelernte an Körnern rechnet, abgesehen vom Hafer. # Kreis Schotten * Ulrichstein , 31. Juli. Hier brach dieser Tage trotz umfangreicher Sicherungen ein Silbersuch s p a a r aus einer Farm aus und suchte das Weite. Der Tierzüchter nahm zwar sofort mit einem großen Aufgebot an Jagdhunden und Helfern die Verfolgung der Tiere auf, konnte bisher aber nur Auch kleine Wunden beachten! Darmstadt, 31.Jull. (LPD. Eie Einwohnerin A. Leisler in Dornheim hatte sich vor einigen Wochen an der Hand eine kleine Verletzung zugezogen, die von ihr aber nicht weiter beachtet wurde. Da sich die Wunde in den letzten Tagen verschlimmerte, mußte die Verletzte das Darmstädter Krankenhaus aufsuchen. Dort ist die Bedauernswerte jetzt im Alter von 39 Jahren an Wund- starrkrampf geftorben. Ilü.-kartoffelerzeucerple fe unverön ert. Fwd. Die in der Anordnung Nr. 19 der Hauptoereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 27. Juli 1935 festgesetzten Frühkartoffelerzeugerpreise, die ab 29. Juli zu zahlen sind, behalten bis auf weiteres Gültigkeit. Damit bleiben auch die gebietlich und sortenmäßig bedingten Preisunterschiede in Kraft, die in Anordnung Nr. 19 besonders erwähnt sind. Verlängerung der Gültigkeit der Frühkartoffel- absahregelung. LPD. Von der Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft wird eine Anordnung heraus- gegeben, in der es u. a. heißt: „Die Gültigkeit der Anordnung Nr. 5 der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 12. Juni 1935 betreffend Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln im Wirtschaftsjahr 1935 wird bis zum 15. August 1935 verlängert. Mitglieder der Kartoffelwirtschaftsverbände, die gegen die Bestimmungen dieser Anordnung verstoßen, können gemäß § 7 der Satzung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft für jeden einzelnen Fall der Zuwiderhandlung in eine Ordnungsstrafe genommen werden. Diese Anordnung tritt am 1. Aug. 1935 in Kraft." 0er Erntekindergarten. Die Erntezeit fordert von der Bauersfrau angespannteste Arbeit in Haus und Feld. Es ist unmöglich, noch ausreichend für die Betreuung der Kinder zu sorgen. Unfälle bei den Kleinen sind dann nicht selten. Immer wieder hört man von Verbrennungen, Verbrühungen, von Unfällen in reißenden Bächen und tiefen Jauchegruben. Daher sollte in jedem Dorfe ein Kindergarten geschaffen werden. Für regnerische Tage genügt ein Gartenhäuschen, ein Zimmer, ober letzten Endes auch ein geräumiger Hausflur. Aus ein paar Lasten find mit wenig Mühe einige Tische und Bänke gezimmert, womöglich noch eine Schaukel oder ein Sandbecken. Ist "die Berufung einer Kindergärtnerin nicht möglich, so wird sich, wenn das ganze Dorf zusammensteuert, eine geeignete junge Kraft finden, die für ein kleines Taschengeld die Betreuung übernimmt. Vielleicht könnte auch hier der Frauenarbeitsdienst ein- gcützt werden. In diesen Erntekindergärten werden die Kinder beaufsichtigt und mit kindertümlichen Basteleien beschäftigt. Sie sollen lernen, mit den einfachsten Dingen umzugehen und dabei ihre Phantasie walten zu lassen. Mit wenig Mitteln lassen sich die köstlichsten Dinge schaffen, aus primitiven Hölzern kann man Paläste bauen. Unerschöpflich sind die Möglichkeiten zur unterhaltenden Beschäftigung der Kleinen. Liebe und Verständnis für die Gartenpflege könnte den Kindern beigebracht werden. Auch der nie versiegende Quell deutschen Gemütes: Volkslied und Volkstanz könnte gepflegt werden. Kommen wieder stille Tage, kann auch die Bäuerin wieder ganz Mutter fein. Nur in den Zeiten der Arbeitsüberlastung verbringen die Kleinen wohlbehütet den Tag im Erntekindergarten, während die Mutter ihre ganze Kraft der Erntearbeit widmet. Landkreis Gießen (DO Klein-Linden, 31. Juli. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde der Herbstverbands- t a g der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen in unser Dorf verlegt. An dem Fest, das am 10., 11. und 12: August gefeiert wird, werden über 3Ö Feuerwehren des Kreises teilnehmen. Als Festplatz wurde der Garten der Wirtschaft „Zur Burg" ausersehen. Die hiesige Wehr ist eifrig an den Vorbereitungen tätig. * Watzenborn-Steinberg, 31. Juli. In unserem Orte ereignete sich ein schwerer Un- gl ü ck s s a l l7 Der 25jährige Metzgermeister Robert Drittes Todesopfer des Höchster LPD. Frankfurt a. M.,31. Juli. Das schwere Brandunglück in dem Höchster Werk der IG.-Farbenindustrie forderte leider noch ein drittes T o - d e s o p f e r. In der Nacht zum Mittwoch erlag der Arbeiter Emil 23 o 1 f im Krankenhaus seinen Brandverletzungen. $ür 7000 Mark An s'quitäien unterschlagen. LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Wie die Polizei meldet, ist die Kunsthändlerin M. Schittny, die am Roßmarkt unter der Bezeichnung „Neue und Alte Kunst" einen Laden betrieb, nach Unterschlagung von Kommissionsware in Höhe von 7000 Mark flüchtig gegangen. Es handelt sich um antike Gegenstände, Familienschmuck, Broschen, Korallenketten, Etuis und andere Gegenstände. LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Nun hat auch die NS. - Frauenschaft des Gaues ihr eigenes Heim, das in den herrlichen Räumen des ehemaligen Corneliusschen Grundstückes, Her- mann-Görina-Ufer 25, untergebracht ist. Mit vieler Mühe und Liebe wurde hier ein Heim geschaffen, das, wie die Irauenschaflsführerin Brinkhoff in ihrer Begrüßungsansprache an den Gauleiter und die zahlreichen Gäste ausführte, nunmehr die NS.-Frauenschaft in den Stand setzen werde, noch mehr wie bisher ihrer Aufgabe gerecht zu werden. „Wir sind stolz", so führte sie weiter aus, „heute aus den Händen des Gauleiters dieses Heim in Empfang nehmen zu dürfen. Wir haben so große und so viele Aufgaben zu erfüllen, daß wir ein eigenes Heim mit geeigneten Arbeitsräumen wohl gebrauchen können. Während wir früher mehr sanitäre Aufgaben zu erfüllen hatten, ist uns nach der Machtübernahme vom Führer ein anderes Arbeitsgebiet überwiesen worden, nämlich das der Erziehungsarbei t." Frau Brinkhoff gelobte dem Gauleiter für sich und die NS.-Frauenschast weiter treue Gefolgschaft. Gau e ter Sprenger betonte in seiner Weiherede, daß auch er mit Freude und Stolz erfüllt sei, der NS.-Frauenschast heute Fwd. Der Leiter der Reichsstelle für Devisen- s ist, die Paheintragung vor der Abreise schon für den bewirtschaftung hat nachstehenden Runderlaß zweiten^und dritten Monat vorzunehmen,fliegtin Nr. 150 vom 25. Juli 1935 betr. Reiseverkehr her- “ ' " * ' " an die Reichsbank oder die Deutsche Verrechnungskasse dürfen nur insoweit und nur in her Höhe | gestellt werden, als es den vorliegenden Aufträgen der Reisenden entspricht. Auf Grund von mit der | schweizerischen Regierung getroffenen Sonderverein-! barungen können Die Anforderungen für Den Reise- verkehr nach Der Schweiz auf eine Gesamtsumme lauten, die dem laufenden Bedarf entspricht. ww ____ „ 2. Um zu verhindern, daß Reisende gleichzeitig bei Höchstbetrag von insgesamt 500 Mark besucht wer- mehreren Ausgabestellen Zahlungsmittel auf Grund ~ ‘ ' r " *■’ m*:x der Reiseverkehrsabkommen für denselben Monat nach demselben Lande anfordern, ist bei der Ellt- gegennahme eines Auftrages in dem.Reisepaß des Reisenden ein entsprechender Vermerk anzubringen. Befindet sich im Reisepaß eines Reisenden eine solche „Vormerkung" einer Ausgabestelle, so darf eine andere Ausgabestelle einen Auftrag des Reisenden für denselben Monat und dasselbe Land nicht ... . mehr annehmen. Don der Entgegennahme eines Der Vormerkung Dann nicht erforderlich ist, wenn Auftrages und der Eintragung einer entsprechenden Die Devisenbank Den Paß bis zur Aushändigung Vormerkung kann abgesehen werden, wenn mit einer der Reisezahlungsmittel zurückbehält. Namentlich Rinn wurde durch den Huf sch lag eines Zuteilung 'des von 'dem Reisenden angeforderten müssen nicht etwa die im Postwege eingehenden Pferdes am Kopf getroffen und mußte mit Betrages in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Pässe mit der Vormerkseintragung sogleich zuruck- emer schweren Gehirnerschütterung und ^er Reisende ist ausdrücklich Darauf hinzuweisen, geschickt werden, wenn der Kunde den Paß bis zur äußeren Verletzungen am Kopfe in '• « *• *• ----- ——;“Ar die Klinik nach Gießen gebracht werden. Sein Zu- Sie „Große Güte"! 23 on Frederik Lund. Sein richtiger Name lautete natürlich anders, aber keiner seiner Kameraden konnte sich dessen ohne Nachdenken entsinnen. Dabei war die „Große Güte" gar nicht so liebevoll, wie es nach dem Namen der Fall zu sein scheint, sondern er konnte unter Umständen sogar grob werden, manchmal sogar sehr grob, und doch — im Grunde war er ein famoser Kerl, offen, ehrlich, kameradschaftlich und ein vorzüglicher Gesellschafter. Er hatte nur einen wirklichen Fehler und dieser sollte ihm dann eines Tages den schon erwähnten Namen eintragen. Die „Große Güte" besaß nämlich jene Eigenschaft, die man beim Militär und bei der Marine unter Kameraden als Schwerfälligkeit im Denken bezeichnete, während man bei Untergebenen kürzere, aber nichtsdestoweniger ebenso treffende Ausdrücke anzuwenden pflegte. Andererseits wiederum besaß er — ein Wechselspiel der Natur — einen hohen Grad von Geistesgegenwart und Mutterwitz, Der ihm in bewußten Augenblicken zuweilen über das Peinliche der Situation hinweghalf. Wenn zum Beispiel irgendeiner seiner Kameraden einen Witz erzählte, so war die „Große Güte" sicherlich der erste, der in ein schallendes Gelächter ausbrach. Aber verstanden hatte er den Witz deswegen noch lange nicht! Trotzdem ließ ihm dieser aber dann keine Ruhe — dazu war er wieder zu gründlich — und plötzlich ging, oft erst nach stundenlangem Nachdenken, ein verklärender Zug über sein Antlitz, — die „Große Güte" hatte^ die Pointe des Witzes verstanden! Doch ich wollte ja erzählen, wie er zu feinem Namen gekommen war, der ihn zudem noch mit einem Schlage in der ganzen Marine bekannt machte. Und das will immerhin viel sagen, denn wenige Jahre vor dem Kriege hatte das Offizierskorps der K. M. schon einen recht bedeutenden Umfang, und die Zeiten, wo die Offiziere ungefähr in verwandtschaftlichem Verhältnis zueinander standen, waren längst vorüber. Die „Große Güte" war zu der Zeit, als dies Ereignis spielte, frischgebackener Leutnant z. S. und Wachoffizier an Bord S. M. S. „Hansa", eines unserer «eekadetten- und Schiffsjungenschulschiffe, die alljährlich zu Uebungszwecken auf eine längere Reise ins Ausland entsandt wurden. Nach einer wundervollen Fahrt durch die ausnahmsweise ruhige Biskaya lief die „Hansa" an einem Sonnabend des Jahres 191.. in den Hafen von Vigo ein, und nach den üblichen Formalitäten raffelten die Anker in die Tiefe. Nur wenige Stunden später folgte ihr die „Vineta", ein (pchwester- schiff, welches von einer längeren Reise ins Mittelmeer zurückkehrte. Nun besaß die „Hansa" als besonderen Anziehungspunkt einen, für Kunstverständige hervorragenden Männerchor, der sich im Laufe der Zeit aus Matrosen und Heizern ergänzt hatte und bei passenden Gelegenheiten in Aktion trat. Die „Vineta" dagegen wartete mit einer anderen Attraktion auf, sie führte nämlich einen der wenigen Marinepfarrer an Bord, der um das seelische Heil feiner ihm anvertrauten Untergebenen eifrigst bemüht war. Unser Pfarrer hatte nun plötzlich eine geniale Idee. Es war nämlich zwischen ihm und den beiden Kommandanten vereinbart worden, am kommenden Sonntag die verfügbaren Kadetten und Mannschaften zu einem gemeinsamen Gottesdienst an Bord der „Vineta" zu vereinigen, und hierbei wollte sich der gute Seelenbirte jetzt noch der Mitwirkung des erwähnten Männerchors versichern, um Der Feier einen würdigen Rahmen zu geben. Alles war zwischen ihm und dem Adjutanten S. M. S. „Hansa" vereinbart, nur war man sich über den Text des Eingangsliedes noch nicht schlüssig geworden. Und dieses mußte doch letzten Endes wenigstens einigermaßen zu der nachfolgenden Predigt passen/Abends um 11 Uhr kehrt das letzte Routineboot zur „Hansa" zurück und bringt dem vielgeplagten Adjutanten die Nachricht, daß der Pfarrer die Predigt noch einmal durchzuarbeiten wünsche und während der Morgenwache den Anfangschoral durch Winkspruch bekanntgeben würde. Nun ist der Adjutant gewiß eine der meistbeschäf- tigten Persönlichkeiten an Bord, Daran mochte es tuobl liegen, daß er vergaß, die Absicht des Pfarrers rechtzeitig bekanntzugeben. Kurz, unser Freund wußte nichts, als er am folgenden Morgen die Wache übernahm. Strahlend ergießt die Sonne ihr Licht über die nabe etabt und das weite Becken des Hafens. Dumpf klingen die Glocken vom Ufer herüber und Dietzen auch den jungen Offizier in träumerische Stimmung. Plötzlich steht ein Signalgast hinter ihm: „Herr Leutnant, Winkspruch von der Vineta , soll geantwortet werden?" Der Wachhabende nimmt den Meldeblock, lieft — reibt sich die Augen, liest nochmal und ein drittes Mal, aber der Text bleibt unverändert. Schwarz auf weiß steht da zu lesen: „W. an W. (Wachoffizier an Wachoffizier) W i e groß ist des Allmächtigen Güte?" Einen Augenblick steht er und sinnt, dann geht ein Ruck durch seine Gestalt und die Bleiseder gleitet über den Block. „Geben Sie diesen Winkspruch zurück." Und wie lautet dieser? „253. an 253. Kann — hier — zur — Zeit — nicht — festgestellt — werden — Geschwaderpfarrer — wird — sicher — Auskunft — geben — können!" Ein Walzer für 0 tf>. 3m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Ein rechtes Operettenmilieu, der Hof eines Phan- tasiefürstentumes unter den Palmen der Riviera, eine charmante Frau regiert, aber die Minister verlangen nach einer starken Hand, und der männliche Thronerbe, der inzwischen als berühmter Kammersänger seinen Weg gemacht hat, läßt sich finden und zur Rückkehr auf den Thron bewegen. Das geht nicht ohne Schwierigkeiten ab, denn Die regierenDe Herzogin verzichtet nicht gern. Nur mit sanfter Gewalt gelingt es Dem Minister, sie beiseite zu schieben, bis ein Zufall, Der sehr unfreiwillige Besuch eines Freundes des neuen Herzogs aus seiner Theaterzeit her, Die verbannte Herzogin befreit unD überraschens auf Dem Ball im Schloß erschei- | nen läßt. Großer Eklat, man gerät hart aneinan- Der, unD erst ein neuer Zufall, roieDer unter freundlicher Assistenz des herzoglichen Adjutanten alias Opernkapellmeisters, führt die Nächstbeteiligten zu einem längeren Zwangsaufenthalt im Weinkeller des Schlosses zusammen, wo dann unter dem besänftigenden Einfluß des herrlichen herzoglichen Tenors die Friedenspräliminarien geschloffen werden. Es wäre indes keine rechte Operette, wenn nicht noch ein dritter Anlauf nötig wäre, um Herzog und Herzogin ein glückliches Paar werden zu lassen. Auch der hilfreiche Adjutant findet seine Partnerin fürs Leben, und Tante Ludovica muß wieder die Zügel der Regierung übernehmen. Denn Den Tenor zieht es unwiderstehlich zur Bühne zurück. In dem von Will Melfel sehr hübsch instrumentierten Tonfilm singt.Louis Graveur mit vollem, wohlklingendem Tenor den Kammersänger und Herzog, sympathisch-bescheiden in seiner Doppelrolle auf der Bühne und im Glanz des Hofes. Die Serenade „Tausend rote Rosen blühn" und der einschmeichelnde Walzer „Ein Walzer für Dich" finden in ihm den denkbar besten Interpreten. Seine Partnerin: Camilla Horn, elegant und kapriziös, eine Frau von Welt. Das heitere Gegenstück: Heinz Rühmann, mit seiner urfidelen Schnoddrigkeit durch nichts aus der Fassung zu bringen, und Maria <5 03 ar i na, ein quecksilbriges Frauenzimmer, beide geben im Weinkeller zwischen Flaschen und Fässern ein höchst amüsantes Intermezzo. In kleineren Rollen Theo Lingen als ulkiger Impresario und Fritz Ode mar als Minister. — Im Beiprogramm sieht man einen interessanten Film über die Zucht von Angorakaninchen, deren Wolle sehr gesucht ift. einen sehr anschaulichen Film von der englischen Seefeste Malta mit ihrer eigenartigen Mischkullur, schließlich in der Wochenschau u. a. den Besuch der britischen Frontkämpfer in Berlin. Die große Truppenrevue am französischen Nationalfeiertag. Bilder vom Reichswettkamps der ISA. mit einer Ansprache des Stabschefs und vom ! internationalen Fünfkamnf in Budapest, bei dem deutsche Offziere so vorzüglich abgeschnitten haben. Aus d r ^fmprobttffkn der E ropa. Die Europa bringt in der neuen Saison mit Ad. Wohlbrück „Der Kurier des Zare n". Ein Erich-Waschneck-Film „L i e b e 5 1 e u t e" verwendet Motive aus Goethes „Hermann und Dorothea". Mit Dorothea W i e-rf spielt Adolf Wohl- brück zusammen in dem Film „Der Student von Prag". Gerhart Hauptmanns Bühnenwerk „Rose Bernd" wird Karl Fröhlich mit Paula Wessely in der Titelrolle verfilmen. Ein Pariser Film „Die klugen Frauen" wird von Europa übernommen. Mit dem „Raub der Sabine- r i n n e n" wird einer der wirksamsten Schwänke für den Film gewonnen. Ebenso ist die Bauernkomödie „W ennderHahn kräht" von August Hinrichs sicher ein Gewinn. Auch die Europa kündigt einen musikalischen Franz-Liszt-Film an: „Der- fluchte Musik mit Karin Hardt und Paul Hörbiger in der Hauptrolle. Der berühmte Kammersänger Helge Roßwaenge tritt in dem großen Ausstattungsfilm „Letzte Rose" auf. Stemmte inszeniert die bekannte Bauernkomödie „Die P f i n g ft o r g e l". Wirtschaft u. a. notierten: Lltbesitzanleihe 111,75, IG -Far- 115. Zrankfurter Schlachtviehmarkt. Die Sparkasseneinlagen im Juni tue i der die | für Sie LeWger Herbstmesse 1935 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse franffuri a. TR. Striln Jranffurt < Ä «Berlin Serlin ,'Vranffurt ck-M. bSrie 31.7- 'Datum 30 7 I 92,5 I 92,75 I 121,75 - I 1351 — I ihilivv HoUmann .... ementroed Heidelberg •mentoctf Karlstadt.. 115,5 115,5 *1 Licht und Krast ey, Bantnoteo. Grttzner •! Mainkaftwerke Höchst «.KL... 4 Süddeutscher findet 193,25 I 195,25 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H, Lombardzinsfuß 5 v. H. eine Halbjahresbilanz, fo ergibt ersten Halbjahr 1935 die Einzah- Spareinlagen die Auszahlungen 103 132 101 91,5 M 98 Zieht man sich, dah im langen von 39,25 139,5 117,25 133,25 109 127,13 138,5 133.5 128 182,5 133,5 105,13 174 19,5 85,5 117 90,25 91,13 91,13 188,75 40,75 139,5 117,25 134,75 108,75 128,25 138,5 134,75 128,5 183,5 133 106,5 112,4 115,25 103,65 170 132 102,5 92,13 92 121,5 135 158 237 109 120,9 115 157,25 108,5 120 115,5 106 112,25 115 104 132 101,5 92 105,13 1113 114,75 102,65 170 131,5 100,75 91,5 111 121,75 221,5 115,5 87,65 18 133 130,5 199 63,09 80,89 33,56 63,3$ 81,21 33,70 17,25 28 19 86,25 117,65 90,25 81,13 91,13 188,5 Schluß- futf 102 97 97 107,3 221,25 115,25 87,75 18 133 130,5 198 101,65 97 97 107,3 Um 112 221 114,75 87 18 132 115,75 96,5 101,25 101,75 97 97 107,3 >. 6 .. 0 12 8*/i >. O . O| .. 5 38,9 139,65 116 133 109 126,75 138,5 134 128,25 182 133 29,5 1,5 10,13 9,55 9,75 11,7 40,5 139,5 117 135 109 128,5 140 134,75 128,75 184 6,5 8,5 5,2 39,65 34,5 98 6,5 8,25 39 «Schluß!. Abend- _W±_ 30,25 10,1 9$ 12 157,75 109 120,4 114,75 93 6,6 8,75 5,1 39,13 17,25 28,5 19,13 86 117,5 90,5 91,5 91,5 187,75 tue.»......................O Sekula 10 (Berit. LiefeningSgesellschaft... 5 29,5 1,55 9,9 9,65 9,5 12 @"8sen—KLlnÄ'eitthe» Irrflbau ...... letflbau Genüsse •••••• erwerke ..... ..... Manneimcmn-RSHreN...... 28,5 1,55 10 9,75 9,75 12 17,25 19 85,5 117 90,5 91,13 91,13 188,5 62,65 118 160 9f,5 93,9 157,5 32,5 288,5 183 155,5 Berlin, 31-3üiT 62,4 117,25 120 91 94,5 157,5 32,13 289 112,25 62,65 118 120,13 91,4 134,75 94,65 157 88,25 32,13 289 185 156 Bebend ...... Deutsche Erd dl .< Gelsenkirchener. .. 5 129,5 7y,| 198 .. 71 157,25 .. 9 237 .. 0 109,25 ». 4 120,5 4 115,75 ManSselder Bergbau .. Kottwerke........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte GtaMwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth >•■■•••••••••• 4 111,75 0 ~ • H4,75 112 62,65 118,5 120,13 92 135 93,9 158 88,25 32,13 288,75 183 155,65 I -I 1 193,25 I 34 65 196 Kartoffeln wieder ausgeglichen werden. In Gruppe Heizung und Beleuchtung wirkte sich Verringerung von Sommerpreis - Abschlägen Hausbrandkohle aus. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. I. V. Farben-Industrie HchetdeanstaU........ Goldschmidt ....... Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft...... Felten K Guilleaume 0 Gesellsch.f.Slektr.Unternehmung. 5 Rheinische Llektrizit« ........5 Rhein. Wests. Clctit 6 Echuckeri K Co.........•••••• 4 Siemens L Halske......... 7 VahmeyerLCo. ...... 7 Schluß. Mittag- börse benbonds 130, öproz. Mainkraft 101,25, öprozentige Krupp 103,50, 4,5proz. Baden-Baden von 1924 90, 4,5proz. (7) Stadt Frankfurt von 1926 92,50, 5,5proz. Franks. Hyp. Bank Liquid. 101,Ä, 4proz. Rumänen 5,20, Anatolier I und II 39,65, Budapester Stadtanleihe von 1914 58, Commerzbank 90,25, DD-Dank 91,13, Reichsbank 188,75, Harpener 4% Oesterreichliche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrenle 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% deSgl. von 1913 5% abgeft Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe v. H. behauptet. Die Rentenmärkte lagen nahezu aeschasts- los und unverändert. Altbesitz gingen auf 111,75 (111,80) zurück. Von Industrie-Obligationen blieben 6 v.H. Hoesch mit 103 behauptet. Zertif. Gulden- Obligationen lagen 0,50 bis 1 v. H. fester. Fremde W?rte waren zunächst ohne Geschäft. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft klein, die Anfangskurse lagen zumeist unverändert. Etwas fester lagen IG. Farben mit 157,50 (157), Reichsbank mit 188 (187,75) und AEG. mit 40,50 (40,25). Auch die später notierten Werte lagen meist 0,50 bis 1 v. H. höher, darüber hinaus stiegen Südd. Zucker auf 196 (193,25). Andererseits biteben Bern- berg mit 117,25 (118) auf dem erhöhten Stand von gestern nicht behauptet. Am Kassamarkt gaben von Groschankaktien Commerzbank auf 90,25 (90,50) na cf). Der variable Rentenmarkt lag auch im Verlaufe geschäftslos. Pfandbriefe wurden zu unveränderten Kursen leicht gefragt. Liquidationsnfandbnefe lagen teilweise etwas niedriger, auch Stadtanleihen bröckelten überwiegend 0,25 bis 0,40 v. H. ab. Auslandsrenten lagen weiterhin geschäftslos. Tagesgeld 3.5 (3) v. H. Abenddörfe freundlich. An der Abendbörse blieben die erhöhten Schluß- kurse des Mittagsverkehrs im allgemeinen gut behauptet. Etwas fester lagen noch Montanwerte, IG.- Farben und AEG. Die Umsätze beschränkten sich allgemein auf ein Minimum. Südd. Zucker notierten mit 195,25 (196) etwas niedriger, auch Aschaf- fenburger Zellstoff bröckelten noch etwas ab auf 91 (91,25), ebenso gingen Kunstseide Aku auf 62,50 bis 62,40 (62,65) zurück. Der Rentenmarkt lag fehr still und unverändert. Etwas fester notierten JG-Far- benbonds mit 130 (129,65), 6proz. Krupp mit 103,50 (103,40) und 6proz. Mainkraft mit 101,25 (101,13). Ferner wurden im Freiverkehr Anteilscheine zu Liquidationspfandbriefen gefragt und höher bewertet und von zertifizierten Gulden-Obligationen lagen Pounganleihe mit 86 bis 87 noch etwas fester. • Die Reichskennziffer für die Le- venshaltungskosten im Juli. Die Reicks- kennzifter für die Lebenshaltungskosten stellt fick für den Durchschnitt des Monats Juli auf 124,3 (1913/14 = 100); sie ist somit — hauptsächlich in Zusammenhang mit den jahreszeitlichen Verände- rungen — um 1,1 v. H. höher als im Vormonat (123). Die Kennziffer für Ernährung hat um 1,9 o. H. auf 122,9, die Kennziffer für Heizung und Beleuchtung um 0,3 o. H. auf 124,6 angezoaen. Die Kennziffern für Wohnung und Bekleidung find mit 121,2 und 117,8 ganz und die Kennziffer für „ t Einzahlungen um 40,8 Mill. Mark, die Auszahlungen um 82,4 Mill. Mark unter der Dorjahreshöhe. Der niedrige Stand der Auszahlungen ist um fo bemerkenswerter, als die preußischen Sparkassen auch im Berichtsmonat einen beträchtlichen Teil von Aufwertungsspareinlagen und Härtemitteln, die seit dem 1. April 1935 zur Kündigung freigegeben sind oder zur Ausschüttung kommen, ausgezahlt haben. Von den Aufwertungs- und Härtegläubigern der Sparkassen sind etwa im Berichtsmonat 12,2 Mill. Mark abgehoben worden. Es ergibt sich hieraus, daß der Auszahlungsüberschuß nur durch die Abhebungen der Altsparer bei den preußischen Sparkassen bedingt war. Die außerpreußischen Sparkassen hatten in der Gesamtsumme noch einen Einzahlungs- Überschuß von 2,8 Mill. Mark. (157,25) wenig verändert, Deutsche Erdöl zogen 0,25 v. H. an auf 112 (111,75). Montanaktien lagen ruhig und durchweg unverändert. Mannesmann und Hoesch bröckelten leicht ab, Stahlverein gewannen 0,25 v. H Schiffahrtsaktien lagen behauptet, ebenso AG. für Verkehrswesen. Reichsbankanteile gaben 0,25 v. H. nach, während Bant für Drau- Industrie um 1,25 v. H. anzogen. Don sonstigen Werten eröffneten Muag 0,25 o. H. Zellstoff Aschaffenburg 0,40 v. H., Metallgefellschaft 1 v. H. und Deutscher Eisenhandel excl. Dividende 0,50 v. H. niedriger. Cement Heidelberg lagen 0,25 v. H. freundlicher, Kunstseide AKU. blieben mit 62,65 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31.Juli. Am Gerreidegroh- markt waren die Mühlen für Kontingentsgetreide als Käufer am Markt. Weizen neuer Ernte wurde zur Lieferung Mitte August bis Anfang September und neuer Roggen zur Lieferung ab 1. August getauft. Am guttergetreibemarft wurde Wintergerste beachtet. Der Mehlmarkt lag weiterhin still. Don Futtermitteln blieben ölhaltige Artikel, die aber kaum angeboten find, sowie hochwertige Mischfutter gefragt, außerdem hat sich die Konsumnachfrage in Boll- und Nachmehlen belebt. Es notierten: Weizen W9 210, W 13 214, W16 218. Roggen R9 170, R13 174, R15 178 (Groß- Handelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets). Futtergerste 17,15 bis 17,25. Hafer H13 170, H 14 172 (Großhandelspreise ab Station). Weizenmehl W 13 27,70, W16 28,15. Rogaenmehl Type 997 R13 23,80, Type 815 R13 24,30, Type 997 R15 24,20, Type 815 R 15 24,70 plus 0,50 Mk. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 16,75, Weizen- futtermehl 13,00. Weizenkleie w 13 10,92. 30 7 100,75 97,75 103 111,8 100,4 97,75 96,5 101 93 129,5 115,5 96,5 101,4 101,75 97 97 107,3 30 7 100,75 98 103,13 111,1 100,4 17,6 Schluß- fürs 30-7 109,9 31.7 100,5 97,75 103 111,75 100,35 97,75 96,5 101 93 Schlußkurs 30 7 'ios,"r" 121,25 221,5 n<87 18 132,5 130 198,25 Mrft 31.7 „Verschiedenes" mit 140,6 nahezu unverändert geblieben. Das Ansteigen der Kennziffer für Ernährung hat seinen Grund hauptsächlich in der Einbeziehung der Preise für Kartoffeln neuer Ernte, ferner in den erhöhten Preisen für Eier und zum Teil auch für Fleisch; anderseits sind die Preife für Gemüse und Hülsenfrüchte zurückgegangen. Die Erhöhung der Kennziffer für Ernährung, bie regelmäßig im Juli eintritt, dürfte in den folgenden Monaten mit dem Rückgang der Preise für neu« - Fwd. Am 25. August beginnt die Leipziger Herbstmesse 1935. Sowohl in Ausstellerkreisen, als auch in Großhandel, Handwerk und Einzelhandel wird ihr eine günstige geschäftliche Prognose gestellt. In den Häusern der Mustermesse der Innenstadt werden die Gebrauchsgüterindustrien wieder ihre Er- zeugnisft zur Schau stellen. Aus dem Ausstellungsgelände wird die Messe für Bau-, Haus- und Betriebsbedarf durchgeführt, dort befindet sich auch die Messe für gewerbliche Schutzrechte. Don der kommenden Herbstmesse erwarten die Ausstellerfir- men neben dem umfangreichen Winter- und Weihnachtsgeschäft ein starkes Exportgeschäft, auf das sie sich in ihrer Musterung — im Gegensatz zu früheren Herbstmessen — besonders einstellen. Die Erwartung, auf der Messe zusätzliche Aus- fuhraufträge zu erhalten, hat innerhalb der einzelnen Mesiezweige neue Gruppen herangezogen. So erfährt die Textil - und Dekleidungs- messe eine Erweiterung durch eine Reihe von bisher nicht, oder nur teilweise vertretenen Gruppen der Bekleidungsindustrie. Unter gleichen Gesichtspunkten hat die Ausfuhrförderungsstelle des deutschen Handwerks die Beteiligung einer Reihe Handwerkszweige an der Messe durchgesetzt, für die Auslandgeschäfte hier erwartet werden können. Auf Seiten der Einkäuferschaft haben die Verbände des Deutschen Groh- und Einzelhandels eine umfassende Werbung unter ihren Mitgliedern für den Besuch der Messe in die Wege geleitet und wer- Die Jagd im August. Draußen auf den Feldern singt die Senfe und rattert die Mähmaschine. Wie dort der Landmann die Früchte seiner Arbeit erntet, fo wird in den nächsten Monaten auch der Weidmann der Früchte seiner Hege sich erfreuen dürfen. Seither waren stille Wochen für ihn, denn das Wild fand in dem Halmenmeer des Feldes ruhigen und sicheren Einstand. Run werden die Felder rasch leer und kahl, und das Wild wechselt bann wieder zum Walde zurück. Das Rehwild steht in der Brunst, die in der ersten Augusthälfte ihren Höhepunkt in unserer Gegend zu erreichen pflegt. Die Absicht, vor der Brunft die zum Abschuß freigegebenen geringen, für die Zucht unerwünschten Böcke in möglichst hohem Maße abzuschießen, ließ sich in diesem Jahre nur unvollkommen verwirklichen. Die Gründe dafür sind vor allem in der mit dem Reichsjagdgesetz verbundenen organisatorischen Umstellung, aber auch in der Schußzeit zu suchen. Es wird deswegen das Bestreben sein müssen, in der Blattzeit vor allem noch diese Böcke abzuschießen. Darüber hinaus ist nun auch der Abschuß der freigegebenen guten Böcke gestattet. Die Brunst des Rehwildes sollte den Jäger recht oft ins Revier führen. Es gibt keine bessere Gelegenheit, den Rehstand kennenzulernen. Wer in den nächsten Tagen möglichst oft draußen sitzt oder pirscht, wird seine Böcke kennenlernen und sich Rechenschaft geben können, wie es wirklich bei ihm aussieht. Das Springen der Böcke aufs Blatt wird ihm die ,/Inventur" noch erleichtern. Dem gewissenhaften Verwalter seines Reviers fe empfohlen, sich kurze Notizen über feine Beobachtungen (Stand, Gehörnbildung, Beurteilung der gesehenen Böcke) zu machen. Sie werden ihm eine wertvolle Unterlage für feine Revierkenntnis fein können. Aus der Praxis heraus fei auch noch empfohlen, sich die Ricken anzusehen und vor allem geringe Schmalrehe zu merken. Es wird von dem Jäger verlangt werden, daß er in diesem Jahre den festgesetzten Rickenabschuß wirklich erfüllt. Geschieht dies nicht, so ist die Kürzung des Bockabschusses für das kommende Jahr schon angekündigt. Wenn die Schußzeit für weibliches Rehwild am 15. September beginnt, kommt tatsächlich zunächst eigentlich nur der Abschuß von Schmalrehen in Frage. Denn Kitze sind wirtschaftlich noch kaum verwertbar, und führende Ricken kommen um diese Zeit, wo die Kitze noch gesäugt werden, gar nicht in Frage. Solche Bestätigungen einzelner Schmalrehe und nichtführender Ricken erleichtern den Abschuß später außerordentlich. Der Rothirsch steht in der Feiste und ist, wenn er gefegt hat, zum Abschuß freigegeben. Die Jagd auf den Feisthirfch stellt an Können und Ausdauer des Weidmannes meist fo hohe Anforderungen, daß die Jagd auf „das Nachtgefpenst, das du nur ahnst, das du nicht kennst" als die Krone deutschen Weid- werks zu bezeichnen ist. Das Damwild, das gleich dem Rotwild gern in feldnahen Dickungen steht und nachts auf die Felder austritt, hat noch keine Schußzeit. Wo Schwarzwild Standwild ist, geht es in Hafer und Kartoffeln stark zu schaden. Der Jäger wird zwar versuchen, ihm bei Pirsch oder Ansitz an der Feldgrenze oder an Suhlen Abbruch zu tun, doch ist ein wirklich erfolgreiches Besagen eigentlich erst in schneereichem Winter möglich. Die Schutzbestimmung des Gesetzes für führende Bachen entfällt mit dem 1. August. Der Hase scheint bis fetzt gefunden zu haben, was ihm zufagt. Denn die Beobachtung Deutet auf ein gutes Hafenjahr hin. Am 25. August beginnt einheitlich im ganzen Reich die Jagd auf das Rebhuhn, lieber ihre Aussichten läßt sich heute noch nichts sagen. Gut ist es, wenn sich der Jäger vor Aufgang der Jagd schon einmal durch kleine Reviergänge mit seinem Hunde Schlußk. Mittag- börse 31 7 12 6,5 8,3 5,13 39,65 31-7- 100,75 98,1 103,13 111,9 100,4 97,65 96,4 Frankfurt a. M., 1. Aug. (Dorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb Rinder (21 Ochsen, 12 Bullen, 13 Kühe, 66 Färsen), 924 Kälber, 74 Schafe, 503 Schweine. Es kosteten: Kälber 38 bis 66 Mark, Hämmel 36 bis 38, Schafe 34 bis 35, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktver- lauf: Kälber, Hämmel, Schafe mittelmäßig, Schweine den darüber hinaus in Leipzig für die einzelnen Fachgruppen und fachlichen Unterverbände Beratungsstellen errichten. Die Ausfuhrvermittlungs- fteUe des Hanseatischen Exporthandels erscheint wieder in der bereits bewährten Form, auch die Hansestadt Lübeck dürfte sich an ihr beteiligen. Aus dem Ausland werden neben wefenttich verstärkten allgemeinen Besuch insbesondere auch zahlreiche Kaufleute als Teilnehmer von Sollekttvreifen in Leipzig erwartet. Im Zusammenhang mit dem Internationalen Juwelierkongreß in Berlin rechnet die Edelmetall-, Uhren- und Schmuckwarenmesse mit einem ausgesprochen starken Auslandsbesuch. Das internationale Gesicht der Leipziger Messe erhält einen neuen Zug durch die Beteiligung Hollands mit einer Kollektivausstellung unter Ausstellern aus zahlreichen anderen europäischen und überseeischen Staaten. Die grundsätzliche Bedeutung der Leipziger Messe für das internationale Geschäft wird indessen am stärksten unterstrichen durch Den Abschluß eines Abkommens zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei über das Geschäft auf der Leipziger Messe. Deutscherseits sind für bestimmte Erzeugnisse den etwa 120 bis 150 tschechoslowakischen Ausstellern der Leipziger Herbstmesse besondere Einfuhr-Kontingente eingeräumt worden. Diese können jedoch nur voll ausgenutzt werden, wenn tschechoslowakische Einkäufer mindestens um ein Drittel mehr Aufträge an deutsche Aussteller der Leipziger Herbstmesse erteilen. Da tschechoslowakischerseits, mit Ausnahme ganz weniaer Ware«, für die auf der Leipziger Herbstmesse erteilten Aufträge Einfuhrgenehmigungen ohne Anrechnung auf die allgemein Deutschland zustehenden Kontine aente erteilt werden, erwartet man einen stark er« yöhten Besuch der Leipziger Herbstmesse aus bet Tschechoslowakei. Es handelt sich um die erste zwischenstaatliche Abmachung dieser Art, die sich der Leipziger Messe als internationalen Fertlgwarenmarkl bedient und insofern grundsätzliche Bedeutung hat. Zur Messezeit findet eine große laaung der wirtschaftspolitischen Komrnisson der NSDAP, statt. Ferner feiert die Organisation der Deutschen Sport« artikel-Jndustrie im Rahmen der Sportartikelmesss ihr 25jähriges Bestehen. Außerdem findet am 26. und 27. August unter Führung des Reichs-Heim« ftättenamtes eine Baumessetagung statt, auf der über Jndustrieverlagerung uno Finanzierung von Siedlungsbauten gesprochen werden wird. Von großer Bedeutung wird auch die verkehrswirtschast« siche Tagung am 28. August fein. um 413,5 Mill. Mark übertrafen; der Einzahlungsüberschuh war mithin um 153,8 Mill. Mark oder 59,2 v. h. höher als im ersten Halbjahr 1934. Im einzelnen stellten sich die Einzahlungen auf 3012 Mill. Mart und die Auszahlungen auf 2598,5 Mill. Mark; die Einzahlungen waren um 89,2 Mill. Mark oder 3,1 o. H. größer, die Auszahlun- gen hingegen um 64,5 Mill. Mark ober 2,4 v. H. B»r als in der gleichen Zeit des Vorjahres. es statistisch möglich sein, die Auszahlung von Aufwertungsspareinlagen und Härtezuwendungen für diese Zeiträume auszuschalten, also nur den Sparverkehr des Neugeschäfts zu berücksichtigen, so würde das Verhältnis für 1935 noch günstiger sein. Auch die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Sparkassen, Girokassen und Kommu- nalbanten sind im Juni 1935 saisonmäßig zurück- gegangen; sie verringerten sich um 35 Mill. Mark auf 1874 Mill. Mark gegenüber einer Abnahme von 49,2 Mill. Mark im Juni 1934. Unter Ausschaltung der Umbuchungen aus dem Depositen-, Giro- und Kontokorrentverkehr in den Sparverkehr betrug der Rückgang dieser Einlagen Im Berichtsmonat nur 32,9 Mill. Mark. Faßt man die Spareinlagen und die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Anstalten im Unterbau der deutschen Sparkassenorganisation zusammen, so ergibt sich, dah die Gesamteinlagen um 29,1 Mill. Mark auf 15,032 Mill. Mark zurückgegangen sind. Ohne Berücksichtigung der Gutschriften von Zinsen- und Härtemitteln im Sparverkehr, sowie der übrigen, nicht durch den reinen Zahlungsverkehr bedingten Veränderungen haben die Gesamteinlagen um 36,8 Mill. Mark (gegenüber 92,1 Mill. Mark im Juni 1934) abgenommen. Die Einlagenabzüge konnten die Sparkassen fast durchweg aus ihren lausenden Betriebseinnahmen finanzieren, also ohne ihre Bankguthaben in nennenswertem Umfange in Anspruch zu nehmen. S^lußk Abend- b-rie 31-7 110 Schluß- hir-»°ch di- «uszahlung-n nur um 32 Mill. Anregung Äuch ' and-?- E--?.r°wkr " n°^7,en| M 395,8 »Ä Mk. zurück—-n waren haben höher 1° Licht & Straft mit plus 1,50 o.S), IWE.; dl- Einzahlungen um 49 Mlll. Mark auf 392 Mill, uns Siemens mit je plus 0,50 v. S). uni Thur. Li«, i abg-narnmen. .Auch gegenüber dem Jun. ferung mit plus 0,75 D.S). Betula und Schlickert 1934 haben sich die Umfatze im Sparverkehr stark !agen"unnerUrt;. IS. Farben waren mit 157 ™btri; ° >°g°n d.e »- Oaium 8% Deutsche Reichsanleihe ö. IW *% Deutsche Reichsanl. von 1984 5yz% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4*/i% Deutsche Reich«postscha-a»- weisungen von 1934, I 6% ehern.8% Hess. BolMtaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 4y>% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6y»% ehem. Hess. Landes-Hypo- thetenbanl Darmstadt Ltaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Lanbesb.Goldschuldverschr. S.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ehem. 4/2% Franks. Hyp.- Vank-Liqu.-Psandbrtese....... W/o ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4%% ehem. 8% Pr. Landespsaud- briefanstalt, Pfandbriefe ÖL 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. CbLVI Eteuergutsch Verrechnung«!. 85-89 Datum 4% desgt. Serie I! ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,A,RumLn.veretnh.Ren«ev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente .. Anatolier ............... Lamburg.Bmertka.Pake« O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........0 L.G. fllr Verkehrswesen Mt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bonk... 0 Deutsche Bonk und DiSronto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank .........0 Reichs bank ................ 12 Drei emnarkt Berlin — Frankfurt a. M. 30. Juli 31 -Juli Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | Brief Sueno« Hhev 0,663 0,667 0,663 0,667 Brüssel..... 42,01 42,09 42,01 42,09 Rio be Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Tosta...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,94 55,04 54,83 54,93 Danzig..... 46,90 47,00 46,91 47,01 London ..... 12,30 12,33 12,28 12,31 HrissngfoG.. 5,425 16,40 5,435 16,44 5,415 16,405 5,425 16,445 Holland .... 168,28 168,62 168,63 168,97 Italien..... 20,41 20,45 20,41 20,45 Japan...... 0,723 0,725 0,724 0,726 |ojjofla»W». 5,684 5,696 5,684 5,696 61,83 61,95 61,72 61,84 Wie»....... 48,95 11,165 49,05 11,185 48,95 11,135 49,05 Lissabon.... 11,155 Stockholm... 63,43 63,55 63,31 63,43 Schweiz .... 81,06 81,22 81,12 81,28 Spante».... 33,98 34,04 33,92 33,98 10,285 10,305 10,29 10,31 Budapest ... Reu gort .... 2,481 2,485 2,478 2,482 ins Bild setzt. Sonst kann der so heiß ersehnte erste Jagdtag eine große Enttäuschung sein. Hühner werden nicht gefunden, und Herr und Hund sind nicht trainiert. So aber kommt der Hund wieder in die Hand seines Herrn, gewöhnt sich Dinge wie Hasenhetzen, Einspringen und Nachprellen in aller Ruhe ab und verdirbt seinem Herrn nicht Freude und Laune, wenn es einmal ernst wird. Am 1. August beginnt auch die Entenjagd, deren Aufgang durch den Reichsjägermeister r.m 14 Tage hinausgeschoben worden war. Um so besser werden die Jungenten jetzt entwickelt sein. Auch der Jäger, der kein Wasser besitzt, kann unter Umständen beim Entenfall auf Gerstenstoppeln zum Schuß kommen. Schließlich gibt das Gesetz nun auch die Rin- g e l t a u b e frei, aber nur diese. Hohltaube und Turteltaube sind das ganze Jahr hindurch mit der Jagd zu verschonen. Wer ihre Unterscheidungsmerkmale nicht kennt, wird sie sich einprägen müssen, wenn er nicht mit dem Gesetz in Widerspruch geraten will. Am 1. August beginnt auch die Schußzeit für den Dachs. Da er noch ziemlich zeitig über die Erde kommt, ist dort, wo sein Abschuß geboten oder beabsichtigt ist, die Gelegenheit günstig. Die Schonzeit für die Fuchsfähe ist zu Ende, der Abschuß des Fuchses also dort, wo er etwa als Geflügelräuber auftritt, erleichtert. Sonst wird man den roten Schelm natürlich erst schießen, wenn er seinen guten Winterbalg trägt. Hubertus. Wieder Wormser Backfischfest. LPD. Worms, 31. Juli. Ein großes Volksfest echt rheinischer Stimmung ist das Wormser B a ck f i s ch f e st, das in diesem Jahre vom 31. August bis 8. September stattfindet. Ein historischer Festzug unter dem Leitwort „Der Rhein gehört uns" wird das Fest einleiten. Die Wormser Fischerzunft und Vereine werden sich mit originellen Festwagen und Gruppen an diesem Zuge beteiligen. Im Weindorf des „Wonnegaues" zu Worms und auf dem Festplatz mit seinen Volksbelustigungen, Schieß- und Zuckerbäckerbuden wird wieder bei knusprig gebackenen Rheinfischen, bei Wormser Vegitzen, bei Liebfrauenmilch, Apostelbier und anderen Wormser Spezialitäten für acht Tage rheinische Fröhlichkeit herrschen. Daten für den 2. August. 216 v. Ehr.: Hannibal schlägt die Römer bei Cannae. — 1815: Der Dichter, Literaturhistoriker und Kunstmaler Adolf Friedrich Graf von Schack in Schwerin geb. — 1934: Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg in Neudeck gest. Deutsche Arbeitsfront. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude-. Achtung! Neue Tennissiunden. Ab Sonntag, 11.8., ist für Anfänger und Fortgeschrittene von 8 bis 10 Uhr Uebungsmöglichkeit gegeben. Anmeldungen vormittags auf dem Sport- ömt, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, Tel. 2919. Für Anfängerkurse werden Bälle und Schläger vom Sportamt gestellt. Oer Sternhimmel im August. Sonnenaufgang von 4.20 bis 5.05 Uhr. Sonnenuntergang von 19.55 bis 18.55 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 7. um 14 Uhr, Vollmond am 14. um 14 Uhr, letztes Viertel am 21. um 4 Uhr. Von den beiden um die Herrschaft streitenden Sommersternen, dem Arctur und der Wega, tritt die Wega, weil sie nunmehr wesentlich höher steht, mehr und mehr in den Vordergrund. Sie ist einer der bekanntesten Sterne des Himmels, und es ist deshalb recht merkwürdig, daß sich für sie kein Name aus dem Altertum erhalten hat; denn Buchstaben „Beta" bezeichnet wird. Der erste Buchstabe des griechischen Alphabetes, Alpha, kommt der Wega als hellstem Stern des Bildes zu. Dieser Stern „Beta der Leier" ist ein veränderlicher Stern; er gibt den Sternforschern recht schwierige Rätsel auf. Sicher ist jedenfalls, daß er ein Doppelstern ist, der aus zwei ungeheuren Riesensternen besteht, die einander in je 12 Tagen und 22 Stunden umlaufen. Sie entfalten dabei mächtige Geschwindigkeiten, nämlich 75 und 184 Kilometer in der Sekunde, während es die Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne nur auf 30 Kilometer bringt. Eine so hohe Ge- STABEN *IA Y)i Viertel ©Vollmond Q letzte» Werfe! MMari ®3upher \x Serngj, Kleine Buch- Der die 24 Stundenzahlen von Miner* nacht bis Mitternacht einer Tages ent• haltende Kreit und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht• gestalt zeigt. „Wega" ist, was man dem Klang nach freilich nicht denken sollte, ursprünglich ein arabisches Wort. Es ist wohl der einzige Stern, der einmal einem Schiff den Namen gegeben hat, dem Schiff nämlich, mit dem vor mehr als 50 Jahren Baron Norden- skiöld seine Umseglung des europäisch-asiatischen Festlandes unternahm. Vielleicht wird die Wega in künftigen Zeiten unter den Seefahrern noch volkstümlicher werden; in ein paar Taufend Jahren wird sie nämlich unser Polarstern sein; denn wie bei jedem andern sich frei um sich selbst drehenden Kreisel zeigt auch bei dem Erdkreisel die Achse nicht immer in dieselbe Richtung; sie beschreibt vielmehr einen Kegelmantel, und dayer wandert der Pol am Himmel, denn der Pol ist ja nichts weiter als die Verlängerung der Erdachse. Vom Sternbild der Leier, in dem die Wega steht, ist noch ein zweiter Stern bemerkenswert, der freilich keinen Namen hat, und daher nur mit dem schwindigkeit ist nur bei gewaltigen Massen und verhältnismäßig geringer Entfernung möglich, und in der Tat hat der eine dieser Sternriesen die neunzehnfache, der andere die siebenfache Sonnenmasse. Sie sind zwar ungeheuer ausgedehnte, aber ganz dünne Gasbälle, viel dünner als unsere gewöhnliche Luft. Der eine leuchtet 38 800, der andere 1380 mal so hell wie unsere Sonne. Die Verfinsterung haben wir uns wohl entsprechend einer ringförmigen Sonnenfinsternis zu denken; der kleinere Stern tritt dabei vor den größeren, und einen halben Umlauf später verschwindet er hinter diesem. Recht verwickelt wird die ganze Erscheinung dadurch, daß beide Sterne nicht kugelförmig sind, sondern infolge der gegenseitigen Anziehung eine langgestreckte Gestalt haben. Das merkwürdige Sternpaar ist von uns etwa 1100 Lichtjahre entfernt. Die Venus verschwindet nun rasch vom Abendhimmel. Doch wird noch gut zu sehen sein, wie am 2. August der Mond rechts, am 3. links von ihr steht. Von den andern Wandlern kommt der Mars dem Jupiter immer näher und steht am 28. dicht unter ihm; die beiden sind nur am Westhimmel zu sehen, während der Saturn am Osthimmel erscheint, so daß er die ganze Nacht sichtbar bleibt. Am An- sang des Monats sind zahlreiche Sternschnuppen zu beobachten, besonders um den 10. herum die sogenannten Perseiden; gegen Ende des Monats tritt die Milchstraße schön hervor. BücheNisch. — Volckmanns Baupläne flugfähiger Flugmodelle. 14. Bauplan: Segelflugmodell „GrunauII" mit Vergrößerung als Wettbewerbsmodell mit textlichen Erläuterungen. Doppelbauplan von Werklehrer Karl Müller. Preis 1,20 Mark. Verlag C. I. E. Volckmann Nachf., G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (250) — Im Sommer 1933 stellte der Oftpreuße Schmidt den damals aufsehenerregenden Weltrekord im Dauersegelflug von 36 Stunden auf. Sein Flugzeug war nach dem Modell „Grunau Baby" gebaut. Das Modell „Grunau II" ist eine verkleinerte Nachbildung des erfolgreichen Modells. Seine Bauart ist so einfach, daß das Modell auch von Anfängern hergestellt werden kann. Bei sorgfältiger Herstellung werden gute fliegerische Leistungen erzielt, so z. B. Zeiten bis zu neun Minuten im Hangstart. Auch Flüge in der Ebene sind leicht auszuführen, denn das Modell ist ein sicherer Hochstarter. Als Beweis für seine Leistungsfähigkeit mag der zweite Preis gelten, den das vergrößerte Modell „Grunau II" im Segelflugmodellwettbewerb auf der Rhön erhielt. Der Plan dieses Wettbewerbmodells ist dem 14. Bauplan beigefügt, so daß nach einer Bauanweisung zwei erfolgreiche Segelflugmodelle erbaut werden können. — 15. Bauplan: Rumpfrekord- Modell von A. Lippmann sen., mit textlichen Erläuterungen. Preis 1,40 Mark. Verlag C. I. E. Volckmann Nachf., G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (249) — Die feine Durchbildung der einzelnen Bauteile läßt erkennen, daß Lippmann ein ebenso guter Statiker wie Aerodynamiker ist und dieser Bauplan wirklich die Summe seiner Erfahrungen enthält. Die guten Gleitflugeigenschaften bewirken, daß das Modell nach einem Steigflug im Gleitflug mit stehender Luftschraube weite Strecken erreicht und bei günstigem Wetter gut segelt. — Kameraden unterm Spaten. Von Eberhard Strauß. Kart. 1,50 Mark. Gerhard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i. O.« Berlin. — (252) — Hier schreibt einer, dem der Arbeitsdienst und seine Führeraufgabe ein Stück seiner selbst geworden ist. Das große Erlebnis der Kameradschaft, das Dienen in der Stille, der goldene Humor, der den harten Alltag verklärt, die Selbstverständlichkeit des Einsatzes, kurz, der Geist einer neuen Lebenshaltung atmet aus diesen Blät- teilung. Wir lernen die kleinste Einheit, den Trupp, tern. Dieses Buch zeichnet den Alltag in der Ab- mit seiner Vielfarbigkeit der Charaktere und Berufe, seiner Unterschiedlichkeit der Stände und anfangs — der Weltanschauung kennen, seine Zu- fammenschweißunq und Umformung zu dem großen „Wir" unserer Weltanschauung. Marie erlitten haben, danken wir aufs herzlichste. Gießen, am 31. Juli 1935. 03227 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schmerzlichen Verluste, den wir durch das Hinscheiden unsererer Heben In tiefer Trauert Familie Wagner Die Beerdigung fand in der Stille statt—Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Geschäfts-Uebernahme! Mit dem heutigen Tage habe ich mein Geschäft an meinen Sohn Albert abgegeben. Ich danke meiner werten Kundschaft für das mir seit über 40 Jahren entgegen gebrachte Vertrauen und bitte, dasselbe auf meinen Sohn übertragen zu wollen. Karl Euler, Bäckermeister Ich übernehme mit dem heutigen Tage das Geschäft meines Vaters. — Auch mein Wahlspruch wird lauten: Isolier- Lehrling gesucht. 03232 J. Minnlg Kälte- u. Wärme- schutz-Jsolierung. Hillebrandftr. 14 Tüchtiges 03230 Mdchen f. Küche u.Hausarbeit gesucht. Bahnbofstr. 15. 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