ihr. 150 Erster vla« 185. Jahrgang Montag, 1. Zuli 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gieyener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monatr vezugrpreir. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüsse inter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zranffnrt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen / •: Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Giehen. 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Auf der Tagesordnung steht angeblich auch die Frage, ob ein Bruch innerhalb der Partei vermieden werden kann. „Le Jour" erinnert daran, daß Mittel, um den natürlichen Kräften zu ermöglichen, eine allgemeine Besserung des Preisniveaus herbeizuführen. 4. Die Vertagung der Währungsftabilifierung, bis wieder ein Ausgleich von Innen- und Außenpreisen erreicht ist, muß zu einer Verschlimmerung der Lage führen, da der fehlende Ausgleich selb st weitgehend eine Folge der mangelnden Stabilität der Währungen und der daraus entstandenen Beschränkungen ist. 5. Die endgültige Währungsstabifierung ist praktisch nur durch Wiederher st ellung eines internationalen Goldstandards zu erzielen. Ser nächste Kongreß 1937 in Berlin. Sie Fühlungnahme der Frontkämpfer. 50 deutsche Kameraden begleiten ihre Stuttgarter Gäste nach Paris zurück. Stuttgart, 30.Juni. (DNB.) Nach einem abwechselungsreich gestalteten Aufenthalt in Deutschland verließen am Sonntagvormittag die 4 4 französischen Frontkämpfer, die acht Tage als Gäste von Robert B o s ch in Stuttgart weilten, wieder die württembergllche Hauptstadt. Der Aufenthalt war ein eindringliches Erlebnis auch für die deutsche Bevölkerung, mit der die Gäste überall in herzliche Berührung ka- men. Die französischen Gäste haben nur einen guten Eindruck von der Ruhe und Sicherheit und dem Willen des neuen Deutschland nach Frieden und Verständigung mit seinen Nachbarn bekommen. Am Samstagabend nahmen sie auf einemKa- meradschaftsabend in Eßlingen herzlichen Abschied von ihren deutschen Kameraden. Bei ihrer Abfahrt am Sonntagmorgen, zu der sich eine große Menschenmenge eingefunden hatte, nahmen sie fünfzig deutsche. Kriegs- verletzte als ihre Gäste nach Frankreich mit. Die Heimfahrt in großen Omnibussen geht durch den Schwarzwald nach Freiburg über Breisach und den Wasgau nach Paris. Die Deutschen verdienen Vertrauen. Baldwin und Neville Ehamberlain über das deutsch-britische Ilottenabkommen. „Mut zum Vertrauen." Paris, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Einige französische Blätter beschäftigten sich in der Morgenpresse mit der Frage unmittelbarer deutschfranzösischer Verhandlungen. Dabei wirft „Le Jour" die Frage auf, ob Frankreich nicht Gefahr laufen würde, durch Verhandlungen mit Deutschland den Bruch der Front von S t r e f a zu bestätigen. Der Berliner Berichterstatter des gleichen Blattes schreibt, es fei nicht klar, was Deutschland an positiven Beiträgen für eine deutsch-französische Aussprache mitbringen könne. Ein Abkommen ähnlich dem mit England sei wohl unmöglich, Hitler habe zwar in seiner Rede vom 21. Mai gewisse Vorschläge für eine Rüstungsbeschränkung gemacht. Aber sie seien allgemein gehalten und könnten nicht als ausgesprochen deutsch-französisches Problem gelten; und was die deutsche Heeres stärke anlange, sehe man keine Möglichkeiten. Unter diesen Umständen könne sich eine deutsch-französische Aussprache nur auf allgemein europöi- s ch e Fragen erstrecken. Angesichts der Einstellung Deutschlands zu diesen Fragen sei es aber zweifelhaft, daß eine unmittelbare Aussprache bessere Ergebnisse zeitigen würden, als Verhandlungen auf diplomatischem Wege. Etwas positiver äußert sich der „Quotidien". B r i a n d würde sicher, meint das Blatt, auch mit dem nationalsozialistischen Deutschland verhandelt haben. Die deutsche Presse habe recht, wenn sie von „M u t z u m V e r t r a u e n" spreche. Die letzten Reden Hitlers seien Aufrufe zur Verständigung, aber sie enthielten einige beunruhigende Stellen. Müsse man also Mut zum Vertrauen haben? „Wenn wir", so meint das Blatt, „zunächst einmal mutig sind, um z u u n s selber Vertrauen zu haben, dann dürfen wir annehmen, was Deutschlandunssagen will. Warum feine Worte aus dem Munde der englischen Diplomaten entgegennehmen? Von verwegenem Vertrauen kann keine Rede sein." Die Floitenbaupläne der Bereinigten Staaten. Washington, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Kreisen, die dem Marineamt nahestehen, bekannt wird, soll vom Jahre1937 ab jährlich ein Schlachtschiff von 35 0 0 0 T o n - nen gebaut werden. Ein vorläufiger ausgearbeiteter Bauplan sieht den Bau von m i n d e st e n s sieben solcher Schlachtschiffe vor, die möglicherweise auch gebaut werden sollen, falls ein neuer Flottenpakt zustande kommen sollte. Der vorläufige Bauplan für das Haushaltsjahr 1936/37 enthält ein Schlachtfckiff, 12 Zerstörer von 15 000 Sonnen und 6 Unterseeboote. Der Bau der 35 OOO-Tonnen-Schlachtschiffe wird damit begründet, daß die Vereinigten Staaten nur wenige überseeische Flotten st ütz» punkte hätten, und diesen Mangel d u r ch e i n e entsprechendeAnzahlschwererKriegs- schiffe mit großer Reichweite ausgl eich e n müßten. Die künftigen Schlachtschiffe müßten daher mit weiter reichenden Geschützen, verstärktem Deckpanzer, größerer Schnelligkeit und größerer Reichweite ausgestattet sein, als die jetzt vorhandenen 15 Schlachtschiffe der amerikanischen Flotte. Abessinien. London, 30. Juni. (DNB.) Der Kaiser von Abessinien erklärte dem Vertreter der „Sunday Times" daß Abessinien in den letzten Wochen ver» gebliche Versuche gemacht habe, M u n t i o n in Frankreich, Belgien, der Tschechoslowakei und Dänemark zu faufen In einigen Fällen feien sogar die bereits bezahlten Lieferungen in den Häfen angehalten worden. Die belgische Regierung habe z. B. der abessinischen mitgeteilt, daß sie sich nicht den Vorwurf einer Beteiligung an der Aufrüstung Abessiniens aussetzen wolle. Der Kaiser sagte hierzu: „Ist es nicht ein schlimmerer Vorwurf, wenn man die Vollendung des italienischen Programms der Vertragsverletzung und der Zwangsmaßnahmen gegen ein freies Volk erleichtert? Gibt es eine Politik für den Starken und eine für den Schwachen? Der Schwache soll schwach gehalten werden, damit der Starke keine allzugroße Schwierigkeit hat, ihn zu vernichten. Auf welche Weise haben w i r diesen Krieg hervorgerufen? Wenn wir im Recht sind, und wenn die zivilisierten Staaten nicht in der Lage sind, diesen Krieg zu verhindern, so sollen sie uns wenigstens nicht die Möglichkeit zur eigenen Verteidigung verweigern." Auch der Sonderberichterstatter des „Matin" in Addis Abeba hatte Unterredungen mit dem Kaiser und dem abessinischen Kriegsminister Ras Mulu- gueta. Der Kaiser erhob gegen den italienischen Gedanken einer Ausstoßung Abessiniens aus dem Völkerbund Einspruch. Wenn Italien hoffe, ein M a n- dat über Abessinien zu erhalten, so täusche es sich. Selbst wenn Abessinien eines Tages unter Mandat kommen sollte, so werde nicht Italien die Mandatarmacht sein. Der Ras Mulugueta bezifferte die Stärke des unter den Fahnen stehenden Heeres auf 350 000 Mann. Abessinien könne aber in zwei bis vier Wochen weitere 800 000 bis 900 000 Mann mobil machen. Das Heer werde die taktischen Erfahrungen und die Rüstungen der modernen Zeit sich zunutze machen. Man werde bis zum letzten Mann kämpfen und, wenn es notwendig fein sollte, sterben. Aushebung der Bankfeiertage in Danzig. Danzig, 29. Juni. (DNB.) Der Senat hat die Bankfeiertage aufgehoben und bestimmt, daß letzter Bankfeiertag Samstag, der 29. Juni 1935, ist. Damit kommen vom Montag, den 1. Juli, ab die letzten Beschränkungen des Zahlungsverkehrs in Fortfall. Im Interesse eines geordneten Zah- lungsverkehrs sind die in den letzten Wochen erfolgten und wirtschaftlich nicht begründeten Kün- digungen oon Einlagen und Spareinlagen»-, die nur aus der Beunruhigung der Bevölkerung zu erklären waren, rückgängig gemacht und für die Zukunft die in den Satzungen der Sparkassen schon bisher vorgesehenen Kündigungsbestimmungen gesetzlich als allgemeinen Grundsatz für Banken und Sparkassen festgelegt. Reedereien, Makler, Spediteure, Holz-, Kohlen-, Getreide-, Kolonialwaren- und andere am Transit- Handel und Transitverkehr beteiligte Firmen erhal» : ten eine allgemeine Verwendungsgeneh- i m i g u n g , auf Grund derer sie über die bereits ; in ihrem Besitz befindlichen oder in Zukunft anfal» , lenden Devisen ohne jede Einschrän« । fung verfügen können. Ebenso wird den Banken und Kreditinstituten, die die Finanzierung 1 der vorgenannten Handels- und Verkehrszweige : durchführen, die generelle Genehmigung erteilt, : Währungskredite ohne vorherige Befragung der : Devisenstelle einzuräumen Die Banken sind daher - in der Lage, ohne Rücksicht auf die Devisenbewirt- gesprochen habe. Die politisch rechtsstehenden Kreise und Blatter sind darüber um sv erregter, als d'c sogenannte Volksfront für den 14.Juli, den Nationalfeiertag, große Propagand akuno- gedungen planen- Die Gefahr ,^nes Un.stmz- verjuches wird an die Wand gema.t und die Re- Ist eine direkte Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich möglich? Erörterungen in der französischen presse. mit die Aufgabe der Regierungen und der ein» chlägigen Wirtschaftsverbände wesentlich erleichtert zu haben. Zwanzig amerikanische Delegierte begeben sich unter Leitung oon Thomas I. Wat- o n, dem Präsidenten der amerikanischen Landesgruppe, im Anschluß an den IHK.-Kongreß nach Berlin. Der Generalsekretär der IHK. Das- eur schließt sich den Amerikanern an. Die Gäste treffen am 1. Juli in Saarbrücken ein. lieber Trier, Bingen werden sie Köln und Leverkusen besuchen und am 3. Juli nach Berlin fahren. Paris, 28. Juni. (DNB.) Die Vollsitzung des Kongresses der internationalen Handelskammer hat in einer Entschließung über die Stabilisierung der Währungen erklärt: „Die Internationale Handelskammer sieht in der Stabilisierung der ausländischen Devisenkurse aus Goldbasis ein dringliches Gebot für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft. Sie fordert daher die Regierungen auf, Besprechungen zum Zwecke der Ausarbeitung und Inkraftsetzung eines A b - kommens über eine vorläufige Stabilisierung einzuleiten, das die Regierungen in die Lage versetzt, so schnell als möglich alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um in ihrer nationalen Wirtschaft- und Finanzpolitik die Anpaffung vorzunehmen, die einem internationalen Goldstandard ein ungestörtes Arbeiten auf lange Dauer ermöglicht. Zu dieser Stellungnahme veranlassen die Internationale Handelskammer folgende Erwägungen: 1 Die U n s i ch e r h e i t hinsichtlich der Währungspolitik der wichtigsten Wirtschaftsländer und die mangelnde Stabilität der ausländisch e n D e v i s e n k u r s e hat zum Z u f a m m e n- brud) des Welthandels geführt und mutz weiter zu feiner Zerrüttung beitragen. 2 Die Währungssicherheit und die ilnft-abilität der'ausländischen Devisenkurse führen zwangsläufig au Erscheinungen wie der Einführung von A us gl e i ch's"-Z ölten unb Kontingenten, die den Binnenmarkt gegen das Vordringen von Ländern mit entwerteter Währung schützen fallen. Sie müssen ferner die Stellung langfristiger In- neftitionen, Kapitalflucht und Mnroad^en Ses Umfangs der kurzfristigen internationalen Schulden, Devisenkontrolle und Aufhebung der Freizügigkeit des Kapitals sowie endlich die Hortung von Gold und ausländischen Devisen zur Folge haben. 3 Die Stabilisierung solange zu vertagen, bis das Preisniveau sich wieder gehoben hat kann zu einer Verschlimm e r u n g der Lage führen, da die Unstabilität der Währungen und die Währungsabwertung ihrer Natur nach deflationistische Wirkungen haben müssen. Die Stabilisierung ist eines der am raschesten wirkenden Herriot und Chautemps bei der Bildung der Regierung Laval dem Ministerpräsidenten erklärt hätten, sie würden beide aus der Par - tei austreten, falls ihre Parteifreunde die Regierung in Schwierigkeiten Dringen sollten. London, 29. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin erklärte auf einer konservativen Parteikundgebung, England werde auch in Zukunft, ohne zu schwanken, den Weg des Friedens und der Wiederversöhnung gehen. Die Völkerbundssatzung sei der Rettungsanker der britischen Politik, er brauche nicht besonders hervorzuheben, daß Großbritannien die Absicht habe, alle sich aus dem Vertrag von Lo- carno ergebenden Verpflichtungen zu erfüllen. Das Ziel, das man in der Londoner Erklärung vom 3. Februar ins Auge gefaßt habe, bleibe das Programm der Regierung; sie hoffe ernstlich, daß das gesamte Programm verwirklicht werde. Der deutsch-englische Flottenvertrag bedeute kein Abweichen von der Zusammenarbeit zwischen Großbritannien, Frankreich und Italien, wie sie erst kürzlich in S t r e s a bekräftigt worden sei. „Das Flottenabkommen erscheint uns", so erklärte Baldwin wörtlich, „als ein praktischer und geradeaus führender Schritt in Richtung auf die internationale Begrenzung der fRü ft ungen. Ich glaube, daß es d e r erste praktische Schritt zur Abrüstung ist, der seit dem Kriege erzielt wurde. Ich bedauere aus das Tiefste die Erklärungen zweier Mitglieder des Unterhauses, wonach man kein Vertrauen darin setzen könne, daß die Deutschen ihr Wort halten. Wenn man den Versuch macht, eine Abrüstung zu erzielen, was kann man dann tun, wenn man kein Vertrauen hat? Dann kehrt man eben zum Zustand des Dschungelrechts zurück, dann ist kein Fortschritt möglich. Die Deutschen und wir sind in dieses Abkommen, so glaube ich, aus gleich ehrenden Beweggründen hineingegangen. „Denjenigen unter uns — und viele von uns erinnern sich gut daran —, die sich noch an den Rüstungswettbewerb zur See erinnern, der vor dem Kriege zwischen uns und Deutschland gegeben war, und die sich weiter daran erinnern, wie die ganze Atmosphäre durch diese Flottenrivalität vergiftet wurde, muß die Nachricht, daß als Ergebnis von Hitlers Angebot ein dauerndes und festes Stärkeverhältnis zwischen der britischen und deutschen Flotte oon 100:35 festgesetzt worden ist, als eine große Erleichterung erscheinen. Und die Ankündigung, daß Deutschland unabhängig von der Handlungsweise anderer Mächte niemals wieder zu dem zurückkehren würde, was wir den unbeschränkten U-Boot-Krieg nennen, muß in ganz besonderem Maße befriedigen." Baldwin schloß: „Ich freue mich, wenn ich daran denke, daß die Deutschen ebenso wie wir für die völlige Abschaffung des U-Bootes sind. Bedauerlicherweise gibt es jedoch Völker, die nicht der gleichen Ansicht sind. Aber ich bin froh in dem Gefühl, daß wir nicht das einzige Land sind, das auf der nächsten Flottenkonferenz seine völlige Abschaf f u ng befürworten wird. Ich war auch besonders dankbar dafür, daß dieses Abkommen von dem großen Seemann Lord B e a 11 y gebilligt worden ist, der die Bedingungen des Abkommens unter Einschluß der U-Boot-Klausel einer günstigen Analyse unterzog." Auch der englische Schatzkanzler Neville Ehamberlain äußerte sich auf einer konservativen Versammlung zum deutsch-englischen Flottenabkommen „Dieses Abkommen bebaute* nicht nur die Begrenzung der Revalität zwischen den Flotten Deutschlands und Englands, es bedeutet eine entscheidende Zunahme des „guten Willens" in Europa. Unsere nächste Aufgabe muß es sein, diese Gesundung noch weiter zu fördern in den Besprechungen, die baldigst unter den europäischen Nationen über andere Gesichtspunkte der Rüstungsfrage stattfinden werden." In der Zwischenzeit fördere England feine Luftrüstungs- pläne, die niemanden in Ruhe versetzen könnten, weil jedermann wisse, daß England keine feindseligen Absichten gegen, irgend jemanden hege. Er habe aber noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß es bald gelingen werde, eine Vereinbarung für eine allgemeine Begrenzung der Luftrüstungen zu erzielen, wodurch eine Durchführung des englischen Luftprogramms unnötig würde. Der Ehrenpräsident der IHK. und Präsident der deutschen Gruppe Abr. Frowein (Wuppertal-Elberfeld) gab der Uebeneugung Ausdruck, daß die Entschließungen der IHK. dazu beitragen werden, die wirtschaftliche Zu fam- menarbeit zwischen den Volkern und Erdteilen zu fordern, so daß der für 1 9 3 7 in Berlin vorgesehene Kongreß auf einer festen Grundlage der inzwischen ausgebauten internationalen Beziehungen Weiterarbeiten könne. Die praktische Mitarbeit der deutschen Gruppe hat dazu beigetragen, die irrtümliche Auffassung zu ' zerstreuen, daß Deutschland sich von seinen Nachbarn und der übrigen Welt abschließen wolle. Die Worte des Führers, der in seiner großen Friedensrede erklärte, wir seien alle der lieber- aeugunq, daß die restlose Durchführung des Gedankens der wirtschaftlichen Autarkie aller Staaten, die sich heute anzubahnen droht, von einer höheren Warte aus gesehen unklug und in ihrem Ergebnis für alle Völker nur schädlich fein kann, haben einen st a r k e n Widerhall in internationalen Wirtschaftskreifen gefunden. Man hat auch eingesehen, daß ein jedes Land sich an der Auflockerung der gegenwärtigen Lage beteiligen muß und sich nicht auf eine egoistrsche Wirtschaftspolitik beschränken darf. Die IHK. hat sich seit jeher bemüht, der breiten Oeffentlichkeit unb den zuständigen Stellen das Gefühl der wirtschaftlichen Solidarität zu vermitteln und hofft da- P ar is, 1. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Das Blatt Herriots „E r e N o u v e 11 e" gibt offen zu, daß sich die radikalsozialistische Partei in einer ernften Krise befindet. Beispielsweise erhebe sich die Frage, ob die Partei in der Regierungsmehrheit bleiben, ober Anschluß an die anderen linksstehenden Gruppen suchen soll. Dieser Krisenzustand wird nicht zuletzt verschärft durck die Haltung des linken P a r t e i f l ü g e l s unter Daladier, ber kürzlich in einer Versammlung nach einem schaftung den Wirtschaftsverkehr in zureichendem Maße zu finanzieren. Die polnische Regierung hat allerdings Maßnahmen getroffen, die eine Erschwerung des Personen- und Warenverkehrs zwischen Danzig und Polen bedeuten. Die Danziger Regierung steht auf dem Standpunkt, daß Danzig die getroffene Regelung des Devisenverkehrs unter allen Umständen' durchhalten muß. Dabei wird betont, daß die Devisenbewirtschaftung nur als vorübergehende Maßnahme gedacht war, die wieder aufgehoben werden soll, sobald die Verhältnisse es zulassen. 25000 Golddollar vonOevisenschiebern im Keller vergraben. Danzig, 29. Juni (DRV.) Die Danziger Kriminalpolizei ist durch einen Zufall dem Treiben jüdischer Devisenschieber auf die Spur gekommen, die durch Devisenhamsterei zu den Danziger Währungsschwierigkeiten beigetragen haben. Anläßlich einer Buchprüfung bei der Eisenfirma Emil A. Baus wurde festgestellt, daß die jüdischen Inhaber dieser Firma, Cascel, Jacoby und Nagel, Steuerhinterziehungen in beträchtlichem Umfange vorgenommen hatten. Nagel versuchte bei seiner Verhaftung sich zu entlasten, indem er der Polizei empfahl, bA Keller der Familie Cascel zu durchsuchen. Die Untersuchung der mit Kisten und Kasten verbarrikadlerten Kellerräume führte zu einem aufsehenerregenden Ergebnis. Als die Polizei an einer verdächtigen Stelle mit einem Spaten die Erde aushob, kam ein mit Asbest umwickeltes Tongefäh zum Vorschein, in dem -sich ein namhafter Betrag in Golddevisen befand. Die weiteren Grabungen förderten weitere Töpfe mit Geldstücken sowie Pakete mit Auslandswertanleihen und Geschäftspapieren zutage. Aus den Geschäftspapieren ging hervor, daß Cascel auch noch nach der Guldenabwertung erhebliche Transfermaßnahmen und Schiebungen ins Ausland vorgenommen hatte. Die vorgefundenen Devisen haben einen Gesamtwert von etwa 2505 Golddollar. Aus der Durchsuchung des beschlagnahmten Safes ergab sich der Nachweis, daß die Firma in zahlreichen Städten des Auslandes Konten unterhielt, in die namhafte Summen abgeschoben worden sind, um die Danziger Steuerverwaltung über die wirklichen Einnahmen der Firma zu täuschen. Die Steuerverwaltung hat Devisen in Höhe von 500 000 Danziger Gulden sicheraestellt. Cascel hatte sich durch einen Sprung aus dem Fenster seines Wohnhauses seinen Richtern entzogen. Zwischenfall bei einem Aufmarsch des Heimatschutzes in Wien. Wien. 30. Juni. (DNB.) Das Kraftfahrkorps des österreichischen Heimatschutzes veranstaltete einen Aufmarsch in Wien, an dem etwa 2000 Fahrzeuge aus ganz Oesterreich teilnahmen. Gegen Mittag defilierten die Kraftfahrzeuge über die Wiener Ringstraße. Heimatschützler gerieten darüber, daß auf dem Wiener Rathaus nicht die grünweiße Fahne des Heimatschutzes gehißt wurde, in große Auf- 3ng und demonstrierten vor dem Rathausge- e. Minister Fey, der Landesführer des Wiener Heimatschutzes, erklärte, daß es sich wieder zeige, wie notwendig die innere Geschlossenheit des Heimatschutzes sei. Die Schilderungen über die weiteren Vorfälle gehen nun auseinander. Es heißt, daß ein Trupp Heimatschützler die geschlossenen Tore des Rathauses unter den Rufen: „Nieder mit den Klerikalen, nieder mit Bürgermeister Schmitz!" aussprengte, in das Innere des Gebäudes eindrang und auf dem Balkon eine grünweiße Fahne hißte. Andere Darstellungen behaupten, daß die Heimatschützler durch eine Abordnung die Hissung der grünweißen Fahne durchsetzten. Berliner Gautagung der NSDAP. Gauleiter ©r. Goebbels spricht auf Riesenkundgebungen im (Sportpalast und auf dem Tempelhofer Feld. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Sämtliche Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung im Gau Groß-Berlin begannen am Samstagnachmittag den Gautag mit einer großen Kundgebung im Sportpalast, die vom stellvertretenden Gauleiter Gör- l i tz e r eröffnet wurde. Reichsorganifationsleiter Dr. Ley überbrachte die Glückwünsche der Reichsleitung. Die Partei wird notwendig sein, solange Deutschland lebt, denn die Partei ist Deutschland! Die Aufgaben, die die Partei zu lösen hat, kann uns niemand abnehmen. Sie können einfach von anderen Stellen niemals gelöst werden, denn die Partei ist der Seelsorger des deutschen Volkes. Die Partei ist heute geschlossener denn je. Wer sich gegen einen aus der Partei wendet, der wendet sich gegen uns alle! Selbst dann, wenn der letzte Volksgenosse von unserer Idee und unserem Wollen überzeugt ist, müssen wir weiter Zusammenhalten. Hauptamtsleiter der RSV., pg. hilgenfeld, sprach über die großzügige Arbeit der NSV. Aus Dem sozialistischen Geist des Berliner Gauleiters sei der Gedanke des Winterhilfswerkes geboren, ebenso der Gedanke des Eintopfgerichtes als Ausdruck wahrer sozialer Gesinnung und wahren sozialen Denkens und Fühlens. An die Stelle des Ich in der kapitalistischen Vergangenheit sei das große Du getreten. Insgesamt sind im Jahre 1934 vom deutschen Volke 550 Millionen RM. in den verschiedenen sozialen Hilfsmaßnahmen gespendet und geopfert worden. Im Hilfswerk „Mutter und Kind" sind bisher 134533 Kinder mit 3 767 484 Verpflegungstagen verschickt worden. Von der Hitler-Freiplatzspende wurden verschickt 53 295 Mitglieder der SA., SS., des NSKK., der PO. und anderer Organisationen mit insgesamt 1 491552 Pflegetagen. Zur Müttererholung wurden 25 574 Mütter mit insgesamt 613 776 Tagen geschickt. In den letzten Tagen wurden in die Notstandsgebiete von Thüringen, Baden, Schlesien, Glatz, Sachsen, Wuppertal, Württemberg, Hessen usw. Aufträge für das kommende W i n t e r h i l f s w e r k im Werte von rund 3 000 000 Mark vergeben. SA. Obergruppenführer von Iagow gab ein Bild von der ungeheuren Schwere des Kampfes, den die SA. viele Jahre lang geführt hat, bis die Macht in die Hände des Führers kam. Wir waren einmal die Schule der Partei, in der sich die jungen Parteigenossen das Rüstzeug holten, um den Kampf für Adolf Hitler führen zu können, und diese Schule der Partei wollen wir einmal wieder werden. Im nächsten Winter wird wieder in jeder Gemeinschaft ein SA. - Monn stehen, der politisch geschult ist und nicht duldet, daß man den Führer und seinen Stab noch unwidersprochen kritisiert. Wer nicht für Adolf Hitler eintritt, hat nicht zu kritisieren. Den Geist der alten Partei, der alten SA. zu erhalten, ist notwendiger denn je. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels von langanhaltendem Jubel begrüßt, sprach von dem Gefühl tiefer Ergriffenheit, das jeden Nationalsozialisten überkommen müsse, wenn er der vergangenen Jahre des Kampfes gedenke und heute Berlin in diesem großen Schmuck der Hakenkreuzfahnen sehe. So sei wirklich die Sehnsucht eines Hör st Wessel Wahrheit geworden: Hitlers Fahnen über allen Str a- ß e n ! Der Staat sei von den Nationalsozialisten erobert worden und niemand anders gebühre der Dank dafür, als den alten Gardisten der Bewegung. Es fei verständlich, daß diejenigen, die am Kampfe dieser Bewegung keinen Anteil hatten, sich möglichst unsichtbar machten. Wenn diese Leute aber heute erklären, „wir sind doch alle Nationalsozialisten", so könne man nur antworten: „Ww hoffen es wohl, aber wir glauben es nicht" .'Es ist mir in dieser Stunde ein Bedürfnis, gerade den Gardisten der Partei zu danken. Sich heute zum Staat zu bekennen, ist ja nicht schwer, und wenn man nach der Tonstärke des Bekenntnisses gehen wollte, könnte man manchmal die Alten für Die Jungen und die Jungen für die Alten halten. Das war aber nicht immer so, und wir erinnern uns der Zeiten, wo man uns als Staats- feinde und Hochverräter, als Hetzer und Ketzer bezeichnet hat. Damals sind nur wenige auf unsere Seite getreten. Diese Leute tarnen erst, als die Gefahr vorbei war. Weil sie wissen, daß ihr Verhalten alles andere als rühmlich war, möchten sie daß die nationalsozialistische Geschichte mit ihrem Eintritt in die Partei erst ihren Anfang nehme. Es liegen aber ein paar Jahre davor, und gerade die Jahre, auf die es ankommt. Aus der Erinnerung an diese stolze Vergangenheit ziehen wir die Kraft zu einer ebenso stolzen Zukunft. Keine andere Kraft als die unsere kann die großen politischen und wirtschaftlichen Ausgaben meistern. Wir haben die Kraft des ganzen Volkes mit der Kühnheit unserer Bewegung vereint und aus beiden eine einheitliche Formation des Aufbaues und der Neugestaltung der deutschen Nation gemacht. In der Durchführung unseres Programms sind wir gang naturgemäß gezwungen gewesen, uns mit den Gegebenheiten auseinander- z u s e tz e n . Wir sind schließlich nicht allein auf dieser Welt. Im übrigen ist es zu nichts nutze, wenn eine Führung 100 Probleme anfaßt und keines wirklich löst. Wir haben drei Kardinalprobleme als die vordringlichsten empfunden, die innere Einheit, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und die Wieder- herstellung unserer nationalen Souveränität. Niemand wird behaupten wollen, daß uns das nicht gelungen wäre. Dabei mußten wir natürlich Probleme, die uns in der Erledigung dieser allerwichtigsten Aufgaben hinderlich waren, zunächst zurückstellen, ohne deswegen ihre Wichtigkeit in geringstem zu verkennen. Es gibt heute noch Leute, die mit lautem Geschrei verkünden, daß es in Deutschland viel zu langsam ginge. Es kommt aber alles so, wie es kommen muß und wie wir es zu vollziehen in der Lage sind. Unsere Ideen sind dabei unerschütterlich. Was wir tun, vollzieht sich in einem mit unheimlicher Sicherheit sich abspielenden Verlauf, und es braucht niemand zu alauben, daß wir nach dieser oder jener Richtung hin etwas vergäßen. Daß wir mit Devisen- und Rohstoffknappheit zu kämpfen haben, wissen wir selbst, aber wir wissen auch, daß die Härte des ganzen Kampfes uns nicht auf die Knie zwingen wird. Es ist noch ein weiter Weg bis zur restlosen Beseitigung unserer außenpolitischen Beengung, aber das wird man doch nicht bezweifeln, daß wir auf diesem Wege nicht rückwärts, sondern vorwärts gekommen sind. Schritt für Schritt kommen wir dem Ziele, das wir niemals aus den Augen verloren haben, näher. Immer haben wir ihm gedient und die Parole, die vor zehn Jahren wie ein Weckruf durch Deutschland klang, wird heute schon von der ganzen Welt ausgenommen: F r e i - heit und Brot! Das ist es, was die Völker wollen, einen Weltfrieden, in dem jedes Land zu seinem Recht kommt. Während andere Völker von Krise zu Krise taumeln, ist allein die Vorstellung von einem Regierungswechsel in Deutschland mehr als absurd." „Deutschland", so schloß der Gauleiter Dr. Goebbels, „steht im Aufbau! Sein Volk ist nicht ohne Sorgen, aber es hat wieder Lebensmut. Wir haben ihm diesen Optimismus zurückgegeben. Heber dem Reich hält der Führer die Wacht und hinter ihm steht die neue Nation!" Die Rede des Gauleiters wurde immer wieder von Begeisterungsstürmen unterbrochen, die sich auch nach Schluß fortsetzten. Einer musikalischen Phantasie über das Horst-Wessel-Lied folgte der gemeinsame Gesang dieses Liedes des Berliner Sturmführers. Die Formationen fetzten sich dann in Marsch zur Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld. Aufmarsch aller parleigliederuugen aus dem Tempelhoser Feld. Bei herrlichem Wetter zogen schon Stunden vor Beginn der großen Kundgebung in unabsehbaren Kolonnen mit klingendem Spiel, mit Trommeln und Pfeifen und flatternden Fahnen die Gliederungen der Partei, die braunen Kolonnen der SA., die schwarzen der SS., die PO., die Deutsche Arbeitsfront, das NSKK. und die HI. in das durch hohe, schlanke Fahnenmasten abgesperrte Geviert des Tem- p e l h o f e r Feldes. Die 72 Meter lange Ehrentribüne trug weithin leuchtend auf einem 20 Meter hohen und 12 Meter breiten schwarzen Tuch das silberne Hoheitszeichen der Bewegung, von frischem Birkengrün eingefaßt. Unter den ersten Ehrengästen auf der Ehrentribüne bemerkte man die Staatssekretäre Körner und Milch, den Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes, Lörzer, den Gauarbeitsführer Bormann, den Brigadeführer des NSKK. Oppermann, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, Frau Dr. Goebbels, den Rektor der Technischen Hochschule, von Arnim. Kurz vor 18 Uhr marschierten mit klingendem Spiel und von stürmischem Jubel begrüßt dieEhrenabordnungenderWehr- macht, der Luftwaffe und des Feldjäger- k o r p s in der Landespolizei vor der Haupttribüne auf. In dichten Reihen umsäumte die Berliner Bevölkerung das Feld. Die Berliner Standarten, voran die erste Standarte Berlins und die Horst-Wessel-Stan- barte sowie die 104 Fahnen werden von den Massen begrüßt. Heilrufe künden sodann die Ankunft des Gauleiters Dr. Goebbels an. Der Gauleiter schreitet die Front der Fahnenabteilungen und der Ehrenabordnungen ab. Als er sich schließlich der Tribüne zuwendet und für alle sichtbar wird, donnert ihm ein wahrer Jubelsturm entgegen. Mit den ersten Sätzen hat der Eroberer Berlins das Ohr der Hunderttausende. Und als er den unerhörten Kampf um die Stadt Berlin schilderte und dabei ein Bekenntnis zu der Hauptstadt des Reiches ablegt, antwortet ihm ein dankbares Echo, das von allen Seiten des riesigen Geviertes in Wellen zum Redner zurückschallt: „Wenn wir heute dieses Berlin sehen, in dem überall die Fahnen unserer Bewegung wehen, dann können wir erst den gewaltigen Sieg ermessen, den wir erkämpft haben. Manche sagen, wir hätten eben Glück gehabt. Glück aber hat nach Moltkes Wort auf die Dauer nur der Tüchtige. Nein, die Treue und Entschlossenheit der alten Kameraden war es, die den Sieg erkämpfte. Hut ab vor diesen Männern. Uns gehört der Staat. Er ist von dieser Bewegung erobert worden und nicht von den Unberufenen, die sich heute zu seinen Wortführern machen möchten (Beifall). Und so wie der Staat uns gehört, so gehört uns auch diese Stadt. Wir haben diesem Steinungeheuer einen neuen Atem eingeblasen und es wieder zum Geben erweckt. Manche glauben, wir sähen es nicht, wie heute auf allen Straßen das Judentum versucht, sich wieder breit zu machen und wie bürgerliche Intellektuelle sich wiederum anschicken, ihnen Hilfsbrüderschaft zu leisten. Der Minister wandte sich weiter sehr energisch gegen das Auftreten der I u - den und erklärte: Der Jude hat sich gefälligst den Gesetzen der Gastfreundschaft anzubeguemen und ü a tun, als wäre er unseresgleichen. (Lebhafter Beifall.) ö 7 Dr. Go ebbels streifte bann die Streitigkeiten tn gewissen kirchlichen Kreisen und erklärte dazu unter lebhaftem Beifall: „Für die Haarspal- tereien auf dem Boden der Kirche hat das Volk fein Verständnis mehr. Wir haben unser Christentum nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Tat bewiesen. Wir haben die Hungernden gespeist, die Durstigen getränkt und den Obdachlosen ein Zuhause gegeben." (Lebhafter Beifall.) „Wir sind stolz und glücklich, daß uns durch die Entschlossenheit des Führers eine stolze Armee wiedergegeben ist. Die Partei ist dazu da, im Innern den Bürgerkrieg zu verhindern und die Armee hat die Aufgabe, nach außen Deutschland vor Konflikten und Zusammenstößen zu bewahren. Wir wollen den Frieden, wir wollen niemand bedrohen, aber wir lassen uns auch von niemand bedrohen. Die Armee und die Partei, das sind die Säulen, auf denen der deutsche Staats ruht. Die Partei ist unsere Heimat, und deshalb fühlen wir uns als d i e Soldaten unseres Führers. Es ist ein Wunder um das Leben dieses Mannes! Einst hörten Wenige auf ihn, dann das ganze Volk und jetzt die Welt. Er hat nicht nur immer Recht gehabter hat auch immer Recht bekommen — das ist das Wunder! (Stürmischer Beifall.) Darum ist es jetzt die rechte Stunde, ihm die Huldigung der Reichs- Hauptstadt zu Füßen zu legen. Er hat fein Versprechen wahrgemacht, er hat dem Volk das Brot und -dem Reich die Ehre wieder- gegeben. Auf feinen Schultern allein ruht die ganze Last der Verantwortung für das Reich. Wir wollen ihm dabei helfen. Er steht amAnfangund Ende unseres Denkens, Fühlens und Handelns, und auch in dieser Stunde bringen wir das hundertausendfach zum Ausdruck, indem wir mit erhobenen Händen rufen: Das Reich, das Volk, die Bewegung und unser Führer Sieg-Heil!" Der Vorbeimarsch. Auf dem Wege zur Flughafenstraße, wo der Gauleiter Dr. Goebbels etwa in der Höhe der Paradepappel den Vorbeimarsch der 12 0 0 0 0 abnimmt, bereiten ihm die Berliner ununterbrochene begeisterte Kundgebungen. Den Fahnenabordnungen schließt sich in 12er-Reihen die SA. an. In unübersehbaren Reihen marschieren die Kolonnen an dem Gauleiter strammen Schrittes vorüber, unter ihnen viele alte Kämpfer mit goldenen Parteiabzeichen. Der SA. folgen die 8000 Männer des N S K K. mit ihren 82 Standern, der Arbeitsdienst mit geschultertem blitzenden Spaten, 10 000 Männer der politischen Organisation, die HI., das Jungvolk mit Wimpeln und Fahnen und endlich in endloser Reihe die Deutsche Arbeitsfront, während den Beschluß die schwarzen Scharen der SS. bilden. Kleine politische Nachrichten. Der Vertrieb der schweizerischen Zeitung „Basler Nachrichten" im deutschen Reichsgebiet ist auf Veranlassung des Reichsministers für Dolks- aufklärung und Propaganda auf unbestimmte Zeit verboten worden. ♦ Der Präsident der tschechoslowakischen Republik empfing den Gesandten des Deutschen Reiches, Dr. Walter Koch, der ihm fein Abberufungsschreiben überreichte. Der Präsident verabschiedete sich vom Gesandten Dr. Koch vor dessen Abreise aus Prag in herzlicher Weise. Nach der Audienz wurde ein Tee gegeben, an dem auch die Gemahlin des Gesandten sowie andere amtliche Persönlichkeiten teilnahmen. Der rumänifche Außenminister Titulescu ist nach einem Besuch in Paris nun in Lond on eingetroffen. Er beabsichtigt, dem Staatssekretär des Aeußeren, Hoare, dem Völkerbundsminister Eden und dem Ministerpräsidenten Baldwin Besuche abzustatten. Später gedenkt er zu einem kurzen Ferienaufenthalt nach Bournemouth zu gehen. Im Hasen von Spezia (Italien) ist ein neues Hochsee-Unterseeboot „Giuseppe F i n z i" vom Stapel gelassen worden. Das Kriegsschiff hat 1465 Tonnen und' eine Länge von 94 Meter. Seine Unterwasfergeschwindigkeit beträgt 8 Meilen, seine Oberwassergeschwindigkeit 17 Meilen. Es kann über 100 Meter tief tauchen und hat eine Bestückung von zwei 12-Zentimeter-Geschützen, ein Maschinengewehr und acht Torpedorohre. ©er ©ank der SA. DieBerwendungderHunderttausend-Mark- Spende Reichsleiter Amanns. Berlin, 29. Juni. (DNB.) Der Stabs- ch e f sandte an Reichsleiter Amann nachstehendes Telegramm: Lieber Pg. Amann! Für die großzügige Spende von 100 000 RM., die Sie für den Reichswettkampf der SA. gestiftet haben, sage ich Ihnen zugleich im Namen der gesamten SA. Deutschlands meinen Dank. Sie können versichert sein, daß die Summe nur den Einheiten selbst zugute kommt. Heil Hitler! (Gez.) Lutze. Der Stabschef hat für die Verwendung des Betrages folgendes bestimmt: 1. Die Siegerstürme erhalten für jeden Mann ihrer Einheit Ausrü st ungs gegen stände wie Stiefel, Mäntel, Zeltbahnen, Tornister, Kochgeschirre usw. 2. Der Siegersturm jeder Gruppe erhält eine ausgewählte Bücherei aus Werken des Eher-Verlages. 3. Die Standarten, deren Stürme gesiegt haben, erhalten für jeden Sturm ihrer Einheit den kostenlosen Bezug der Zeitung „Der S A. - M a n n" auf die Dauer eines Jahres. 4. Die Führer der Siegerstandarten erhalten in Anerkennung ihrer Leistungen je eine Sonderausgabe „M ein Kampf" als Ehrenpreis. 5. Für ein Ausschreiben eines Werde- und Ankündigungsplakates sind drei Preise von 500, 300 und 200 RM. ausgesetzt. ©ie Arbeitsdienstpflicht. Reichsarbeitsftihrer Hierl auf dem Gautag in Hannover. Hannover, 30.Juni (DNB.) Auf der Sonntagkundgebung des Gautags Südhannover-Braunschweig auf dem Welsenplatz erklärte Reichsarbeitsführer Hier! u. a.: Dem Willen unseres Führers entsprechend hat die Reichsregierung am 26. Juni 1935 die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht gesetzlich feftgelegt. Damit wird der bisherige Freiwillige Nationalsozialistische Arbeitsdienst umgewandelt in eine rein staatliche Einrichtung. Diese Umwandlung bedeutet aber keineswegs eine Loslösung ober Entfernung des Reichsarbeitsdienstes von der nationalsozialistischen Bewegung und Partei. Mit der Verstaatlichung des Freiwilligen Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes hat die nationalsozialistische Bewegung wiederum ein Stück Staat erobert. Meine Parteigenossen! Ich gebe Ihnen die Versicherung, wir werden die hart erkämpfte Stellung halten gegen alle reaktionären Gegenangriffe, wir werden sie ausbauen und von ihr aus die Fahne unserer nationalsozialistischen Weltanschauung vor» roärtstragen im Angriff gegen alle ihre Feinde. Unsere gemeinsame Liebe und Treue zu unserem Führer, unserem Volke und unserem nationalsozialistischen Glauben ist ein fester Kitt, der keine Spalten offenläßt für Wühlmäuse. So wie heute unsere Arbeitsmänner bei einem Gautreffen inmitten der Gliederungen der Partei stehen, lo wollen wir immer zusammenstehen, äußerlich und innerlich. Der Reichsarbeitsdienst ist und bleibt nationalsozialistisch bis auf die Knochen. Aus aller Welt. Besichtigungsfahrt des „Fliegenden Kölners-. Am heutigen Montag nimmt der Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn, der „Fliegende Kölner", den regelmäßigen Verkehr zwischen Köln und Berlin auf. Zum ersten Male lief der „Fliegende Kölner" am Sonntagmittag dis Reichshauptstadt an, und zwar bei einer Besichtigungsfahrt, an der Vertreter der Reichsbahn und der Presse teilnahmen. Die Abfahrt vom Kölner Hauptbahnhof wurde eine kleine Sensation. Man bewunderte die schlanke Stromlinienform des FD t so ist seine bahntechnische Bezeichnung. Der „Fliegende Kölner zeigt noch nicht, was er leisten kann, solange die Fahrt durch das Ruhrgebiet geht. Zu gewunden ist die Strecke. Dann aber gibt es kein Hindernis mehr, die Geschwindigkeit wächst und wächst: 160 Kilometer. Keine Erschütterung ist in dem Wagen zu spüren, sähe man nicht, wie alles nahe vorüberhuscht, man würde nicht glauben, in dem schnellsten Eisenbahnverkehrsmittel der Welt zu sitzen. Pünktlich hält der „Fliegende Kölner" in Hannover, auf den Glockenschlag 12.20 Uhr trifft er in Berlin auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. 320 Minuten hat er nur gebraucht — vom Kölner Dom zur Gedächtniskirche. Ein Sonntagsausflug, wie man ihn nie für möglich gehalten hätte, hat damit sein Ende erreicht. Schwere Gewitter über Ostpreußen. — Sechs Menschen vom Vlih erschlagen. Heber Ostpreußen sind schwere Gewitter niedergegangen, bei denen in sechs Fällen Menschen getötet wurden. Im Kreise Ortelsdurg wurden ein Landhelfer und zwei junge Mädchen vom Blitz getötet. In Nikolaiken wurde ein Knecht mit zwei Pferden vom Blitz erschlagen. Im Kreise Insterburg wurde ein Arbeiter auf der Nah. hausefahrt vom Blitz getroffen und im Kreise Tilsit wurde ein junger Bauer ebenfalls auf dem Wege vom Felde getötet. Eine ganze Anzahl weiterer Personen wurde durch den Blitz g c • lähmt. Besonders zahlreich sind die vom Blitz erschlagenen Pferde und Kühe. Auch die Zahl ter Brände, die durch Blitzschläge verursacht wur» . MIWM WM 886^ y- ef)t als die hü' unö Iner Ron Dt flie« inn, Zu kein und i in iller , in köelt - in M ein- :net lug, da« finden vermochte Eine größte Interesse des Publikums fand, lieber eine len. durch konnten noi Vom formalen Recht zum Lebensrecht Festakt der Akademie für Deutsches Recht in Anwesenheit des Führers. Unser Bild zeigt die Zufahrtstraße zur eigentlichen Reichsautobahn in Ramersdorf bei München. Im Hintergrund sieht man deutlich die beiden Fahrbahnen der Reichsautobahn. — (Scherl-M.) Teilstrecke München—Holzkirchen der Reichsautobahn eröffnet. Oer Führer übergibt auch die zweite Teilstrecke dem Verkehr. Werk sei ein Beweis dem Auslande gegenüber, worauf es dem deutschen Volk im Grunde seiner Seele ankomme: sein Haus nach innen zu bestellen und in Ordnung zu bringen. Generalinspektor Dr. Todt sprach nur den einzigen Satz: „Der Führer und der deutsche Arbeiter haben dieses Werk geschaffen und das deutsche Volk soll es besitzen. Heil mein Führer!" Der Führer reichte dann dem General v Epp und dem Generalinspektor Dr. Todt die Hand und wenige Augenblicke später wurde die Fahrt auf der f e r t i g g e st eilten Teil st recke angetreten. Als Erster durchschnitt der Wagen des Führers das den Weg sinnbildlich sperrende Band und nun folgten in langer Reihe Hunderte von Wagen, darunter auch festlich geschmückte Lastwagen der Reichsautobahn und der Privatfirmen mit der am Bau beteiligten Arbeiterschaft. Den größten Teil der Fahrt legte der Führer stehend im Wagen zurück. Wenige Kilometer vor dem Endpunkt bei Holzkirchen ließ er seinen Wagen halten, um die un- endliche Reihe der an der ersten Fahrt beteiligten Wagen vorbeiziehen zu lasten. von der Versammlung begeistert mitgesungen, worauf Präsident Dr. Frank mit einem dreifach! brausend aufgenommenen Sieg-Heil auf den Füh> halbe IHiUion Wenschen bei englischen Flugzeugübungen. München, 29.Juni. (DRB.) Die erste Teiltrecke der Reichsautobahn München—Landesgrenze, die Strecke München—Holzkirchen, wurde am Samstag in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers feierlich eröffnet. An der Baustelle hatten sich neben zahlreichen Ehrengästen große Menschenmengen eingefunden, die den Führer bei seinem Eintreffen mit nicht endenwollendem Jubel begrüßte. Der Bauleiter der Reichsautobahntrecke, Reichsbahnoberrat Doll, wies darauf hin, daß mit der 26 Kilometer langen Bahn München- Holzkirchen di e zweite Teilstrecke der Reichs- autobahnen' eröffnet wurde. Er dankte besonders dem Führer, daß er durch sein Erscheinen dem Fest die Weihe gegeben habe. Staatsminister und Gauleiter Adolf Wagner begann seine Worte mit einem Siegheil für den Führer und Reichskanzler und begrüßte im übrigen herzlich den Generalinspektor Dr. Todt als den ersten Mitarbeiter des Führers bei dem großen Werke der Reichsautobahnen. Der Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von Epp, betonte, der Wille habe geschaffen, was der Gedanke entworfen habe. Dieses In einem großen Bootshaus bei Spandau brach ein Brand aus, der erheblichen Schaden annch- tete. Zur Bekämpfung des Feuers wurden sechs Löschzüge eingesetzt. Es erwies sich als notwendig, kilometerlange Schlauchleitungen zum Brandherd zu legen. Infolgedessen mußte der gesamte Verkehr auf der Heerstraße gesperrt werden, was bei dem großen Ausflüglerverkehr zu starken Störungen führte. Vernichtet wurden etwa 35 Paddelboote, Drei Motorboote, ein Kraftwagen, zwei Motorräder und etwa 40 Fahrräder. Etwa 100 Boote ........... ' in Sicherheit gebracht werden. Außerhalb des Bootshauses vernichteten die Flammen zwei Wochenendhäuser sowie einen Schuppen. Ostpolnlsche Kleinstadt niedergebrannt. tretern des Auslandes aber sagen: Nicht aus übler Gesinnung hat das deutsche Volk den Weg zur Rassenpolitik beschritten, sondern aus der Not seiner eigenen Existenz heraus und aus den Erfahrungen, die wir hier gemacht haben. (Lebhafter Beifall.) Gegenüber im Auslande noch immer auftretenden Lügen über Brutalitäten erklärte der Redner in feierlicher Form, daß das nationalsozialistische' Deutschland niemals von diesem fundamentalen Grundsatz lassen werde. Ebenso wie es sich nie in rechtliche Instanzen anderer Völker einmengen werde, werde es sich auf diesem Gebiet keinerlei Einmischung gefallen lassen. Wie sinnwidrig die Behauptungen von deutscher Brutalität sind, fuhr er fort, möge das Ausland daraus ersehen, daß heute noch 40 v.-H. der Rechtsanwälte Berlins Juden sind. Eines der Fundamente ist der Staat. Wenn Sie, mein Führer, hier weilen, möchte ich Ihnen als einer ihrer ältesten Kameraden sagen: „Durch die Beziehung des deutschen Volkes zu Ihnen ist zum ersten Male der Begriff der Liebe zum Führer ein Rechtsbegriff gern o r b e n. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Ein weiteres Fundament der Rechtspolitik ist die Ehre, und die Ehre der Nation und des Einzelnen bedeutet den wesentlichen Inhalt unseres Rechtslebens. Ein anderes Fundament ist die Arbeit. Es ist begreiflich, daß auf diesem Gebiet uns eine große Reihe rechtpolitischer Aufgaben übertragen werden mußte. Der Nationalsozialismus hat er- reicht, daß seine Gesetzgebung dem Arbeiter in Deutschland für alle Zeiten eine Heimstätte sicherte, und ihn zum Mitträger der Verantwor- tu n g machte. Aus all dem ergibt sich die große Kulturmission der nationalsozialistischen Rechtspolitik. Die nationalsozialistische Revolution im Rechte ist, kurz gesagt, die ungeheuerste Umbildung, die eine Rechtsordnung jemals in Deutschland erlebt hat. Rechtssicherheit gilt aber für den überwiegenden, anständigen und sauberen Teil der Bevölkerung. Der kleine Teil der Verbrecher möge zittern. Ihm gilt ein erbarmungsloser Ausrottungskrieg. Mit In Hendon fand die traditionelle Vorführung der ritischen Luftflotte statt, die wieder das dem falschen Grundsatz der Humanität hat der Nationalsozialismus gründlich aufgeräumt. Schließlich muß eine Hauptforderung Rechts- tlar^eit sein. Das Recht soll die Sprache sprechen, die das Volk versteht. Wenn wir alle Heber» legungen in eine Form zusammenfassen, kann ich nur versichern: „Wir Nationalsozialisten wollten vom ersten Augenblick an nichts für uns, alles für das V o l k." Heber allem steht der Primat der Bewegung auf dem Gebiet der Rechtskunde. Was wir vorsanden, hat der Führer umgeformt in den Ausdruck einer neuen Entwicklung. Auch für das Recht gilt der Satz: „Staub nieder, Leben empor! Langanhaltender stürmischer Beifall lohnte den Redner, den verschiedene Teilnehmer des Festaktes durch Händedruck beglückwünschten. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied wurden dell. Die Verurteilte war jahrelang von chrem Snef- und Pflegevater mißbraucht und dadurch auf Abwege gebracht worden. Nach der Geburt zweier unehelicher Kinder sah sie sich von hrem Geliebten verlassen und von ihren nächsten Verwandten mit Mißhandlung und Verstoßung bedroht. Sie hat darum ihr jüngstes sechs Wochen altes uneheliches Kind vergiftet'. Der Gnadenbeweis ist bewilligt worden, weil die geistig de- chränkte Verurteilte durch fremde Schuld in Bedrängnis geraten ist, aus der sie keinen Ausweg mehr zu finden vermochte München, 29. Juni. (DNB.) Die Jahresver- fammlung der Akademie für Deutsches Recht erhielt ihre Krönung durch einen Fe st a k t in der Aula der Münchener Hniversität. Seine Bedeutung wurde durch das persönliche Erscheinen des Führers weithin hervorgehoben. Den Führer begleiteten Reichsminister Dr. Frank, Ministerpräsident Siebert sowie der Rektor der Hniversität Dr. Escherich. Der Führer nahm auf der Empore Platz, umgeben von Vorstandsmitgliedern und ausländischen Tagungsteilnehmern der Akademie sowie von der Professoren- und Dozentenschaft. Unter den Ehrenmitgliedern befanden sich die Reichsstatthalter Sprenger und Meyer, Vertreter der Bewegung, des Staates, der Wehrmacht und der Behörden. Das große Rundfunkorchester des Reichssenders München unter Kapellmeister Winter leitete den Festakt ein. , ..r Dann nahm, von lebhaftem Beifall begrüßt, der Präsident der Akademie für deutsches ftedjt, Reichsminister Dr. Frank, das Wort zu seinem Festvortrag „Die nationalsozialistische Revolution im Recht". Der Minister führte u. a. aus: Der Nationalsozialismus ist Ausgangspunkt, Inhalt und Ziel des deutschen Rechts geworden. Daß die Akademie für deutsches Recht als Hilfsinstrument der autoritären Gesetzgebung dient, ergibt sich im weiteren daraus daß sie auch dem Nationalsozialismus lhr Entstehen verdankt, daß Gesetz und Plane des Führers geschlossen in sich eine Einheit bilden. Die Fundamente des Nationalsozialismus, die allein für die Rechtsordnung maßgebend fern ton» nen haben das Ziel „vom formalen Recht 7um Lebensrecht". Boden, Raffe, Staat Ehre Arbeit, das find die Begriffe, um die es geht. Was' dem Volke nützt, ist Recht, was 'hm schadet, Unrecht. (Starker Beifall.) Auf dem Gebiet der Rasse haben wir eine ganz große, mutvolle Revolution durchgeführt und haben das Verdienst diesen Begriff als f u n d a m e n t a l e n L e b e n s - begr i f f überhaupt erst eingefuhrt zu haben. (Er- neider Beifall.) Gerade hier mußte ich den Ver- Im Kreise Stolpce in Ostpolen brannte das Städtchen Maliboki fast völlig nieder. 50 Gehöfte mit über 200 Gebäuden wurden vernichtet. Im gleichen Kreise entstanden in zwei Dörfern größere Schadenfeuer, durch die eine Anzahl Sauern- gehofte vernichtet wurden. Zwei italienische Zerstörer zusammengestohen. — Sechs Tote, sieben Verletzte. Bei Hebungen mit abgeblendeten Lichtern stießen in einer der vergangenen Nächte die italienischen Zerstörer „Zeno" und „Malocelle" im Golf von Tarent zusammen. Von den Besatzungen der beiden Einheiten wurden sechs Mann getötet und sieben leicht v e r l e tz t. Die beschädigten Zerstörer konnten mit eigener Kraft Tarent erreichen. Au 15 Jahren Zuchthaus begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat die vom Schwurgericht in Ellwangen gegen die am 29. Mär^ 1912 geborene Sofie Knorr wegen M o r- des erkannte Todesstrafe im Gnadenwege tn eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren umgewan- halbe Million Menschen hielten es mehrere Stunden bei 32 Grad im Schatten auf dem Flugplatz aus. Die Zuschauer wurden allerdings auch reichlich durch die Vorführungen der „B i e n e n k ö n i g i n", des neuen automatischen Wunderflugzeugs der englischen Armee entschädigt. Ferner wurden Flugzeug kämpfe^ und Flugzeugererzieren i ruch befohlen rourt Den, ist außerordentlich groß. Viel Vieh und Getreide, ferner landwirtschaftlicke Maschinen und Hausgerät sind ein Opfer der Flammen geworden. In einem Fall sind 250 Schweine beim Grafen Dohna-Schlobitten verbrannt 6 lote, 120 Berichte bei einem Autounglück in Italien. In der Stadt Hloncaloo in der norditalienischen Provinz Alessandria ereignete sich ein furchtbares Srastwagenunglück das sechs Tote und 120 verletzte, darunter viele Schwerverletzte, forderte. Eine Gesellschaft von 180 Kindern des Turiner Salesianer-Jnstituts machte in einem Lastkraftwagen mit Anhänger einen Ausflug, Währeiid der Fahrt platzten zwei Reifen des Wagens, ohne daß der Kraflwagenführer es für nötig hielt, den Schaden zu beheben. Auf einer abschüssigen Straße geriet der Wagenzug dann in zu schnelle Fahrt, und als der Führer plötzlich die Bremsen anzog, prallte der Anhänger so heftig auf den Lastkraftwagen, daß er sich loslöste und über die Strahenböschung hinabstürzte. Die Bevölkerung des Ortes THoncaloo leistete den Verunglückten die erste Hilfe. Der Führer des Kraftwagens wurde in haft genommen. Schweres Autobusunglück in Marokko. — Dreizehn Fahrgaste verbrannt. Auf der Straße Rabat—Mecknes in Marokko ist ein Omnibus umgestürzt und in Brand geraten. Acht Fahrgäste wurden schwer verletzt, 13 andere werden vermißt, und man befürchtet, daß sie unter die Trümmer des Wagens gerieten und Der- o e r b r att n t sind Autobus vom Zuge erfaßt. — Fünf Tote, 17 Schwerverletzte. Ein furchtbares U nglück wird aus dem rumänischen Städtchen Piatra-Oli gemeldet. Ein mit Aus- flüglern vollbesetzter Autobus wurden von einem in voller Fahrt befindlichen Personenzug erfaßt und völlig zertrümmert. Fünf Insassen wurden getötet, 17 schwer verletzt. Unter den Opfern befinden sich mehrere Frauen und Kinder. Drei Personen im Auto verbrannt. In Dresden geriet ein mit vier Personen besetztes Auto in den Straßengraben und fing sofort Feuer. Einem Insassen gelang es, sich durch ein Fenster zu retten. Trotz eigener starker Verbrennungen zog er noch ein 22 Jahre altes Mädchen aus dem Wagen, das aber den erlittenen Brandwunden inzwischen im Krankenhaus erlegen ist. Die achtzehn Jahre alte Schwester des Mädchens sowie der Kraftwagenführer verbrannten in dem Kraftwagen bei lebendigem Leibe. Nach den polizeilichen Feststellungen ist das Unglück darauf zurückzuführen, daß der Kraftwagen in rasender Geschwindigkeit eine Linkskurve geschnitten hatte, wodurch er aus der Fahrbahn getragen worden war. Drei Tote bei einem Autounglück. Auf der Straße Troplowitz—Leobschütz (Oberschlesien) fuhr ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen mit hoher Geschwindigkeit in einer Kurve gegen einen Sandhaufen und wurde dann gegen einen Straßenstein und einen Baurn geschleudert. Drei Personen kamen ums Leben. Der Lenker des Kraftwagens, Klempnermeister Alfons Kern aus Leobschütz, der ohne Verletzungen davon kam, während seine Frau leichte Hautabschürfungen erlitt, wurde verhaftet. hundert Verletzte bei einem Einsturzunglück in USA. Aus Wilkesbarre (Pennsylvanien) wird ein Einsturzunglück gemeldet, durch das über 100 Personen mehr ober weniger erheblich verletzt wurden. Etwa 400 Männer, Frauen und Kinder wohnten in dem Tanzpavillon eines Vergnügungsplatzes im benachbarten Croopsglen einer Kinderschönheitskonkurrenz bei. Plötzlich stürzte das Gebäude ein und sämtliche Personen stürzten etwa 13 Meter tief in einen unter dem Pavillon fließenden seichten Bach. Das Einsturzunglück verursachte eine furchtbare Panik, die sich auch auf die übrigen 3000 Personen, die sich auf dem Vergnügungsplatz befanden, ausdehnte Schweres Bergwerksunglück in Brilifch-Jndien. In der Kohlengrube von Bagdighi im Bezirk Dhanbad (Britisch-Jndien) ereignete sich ein schweres Bergwerksunglück, das insgesamt 16 Tote und 23 Verletzte forderte. Zunächst hatte sich in der Grube eine kleinere Explosion ereignet, durch die vier Mann von der 150 Mann starken Nachtschicht-Belegschaft getötet wurden. Sämtliche Bergleute fuhren darauf eiligst aus. Während sie aber noch am Grubeneingang standen, erfolgte eine weitere schwere Explosion, durch die 12 Bergleute getötet und 23 verletzt wurden. Chinesisches Pulverlager explodiert. — 30 Tote. In Lunghua im chinesischen Sondergebiet Dscke- hol e x p l o d i e r t e ein Pulverlager. Die Wache, die aus 30 Mann bestand, wurde dabei getötet. Die Polizei hat mehrere Verhaftungen vorgenommen. Bootshausbrand bei Spandau. führungen stürzte ein Flugzeug ab, der Flieaer blieb jedoch unverletzt. Unter den Zuschauern bemerkte man eine deutsche Fliegerabordnung unter Leitung des Obersten Stumpf Sieg der deutschen kunstfliegerin Liesel Bach in Rouen. Die deutsche Kunstfliegerin Liesel Bach trug tn Rouen bei einer Luftsportveranstaltung einen neuen Sieg über ihre französische Mitbewerberin Maryse H i l s z davon. Sie siegte mit 235 gegen 224 Punkten. Auf dem Programm standen Pflichtübungen und Kunstflüge nach Wahl. Beiden Fliegerinnen wurde von der zahlreichen Menge großer Beifall gespendet. Schweres Unglück beim Eisenbahnbau in Rordschweden. — 8 Tote, 15 Verletzte. Bei dem Eisenbahnbau unweit von Muoskosel bei Lulea in Nordschweden ereignete sich ein schweres Unglück. Plötzlich sprangen zwei Pferde vor die Lokomotive eines Materialzuges, der in voller Fahrt war. Die Pferde wurden überfahren und der Zug e n t g l e i ft e. Dabei stürzte auch der Mannschaftswagen um. Acht Arbeiter wurden Getötet und 15 verletzt. Unter den Todesopfern wurden Flugzeug- v o ______ veranstaltet, die befindet sich eine Frau. Von den Schwerverletzten Funkspruch befohlen wurden. Bei den Vor-1 dürften einige kaum mit dem Leben davonkommen. rer, den Vorkämpfer des deutschen Rechtes in der Welt, die Tagung als beendet erklärte. Das Haus der deutschen Kunst Richtfest in München in Anwesenheit des Führers. München, 29.Juni. (DNB.) In Anwesenheit des Führers und unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung Münchens fand das Richtfest des nach den Plänen des verstorbenen Professors Paul Ludwig T r o o st erbauten Hauses der deutschen Kun st statt. Ein Musikzug der SS. leitete den Festakt mit einem Fanfarenmarsch ein. Dann begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes des Hauses der deutschen Kunst, August von Finck, den Führer und alle Ehrengäste. Er schilderte den Werdegang des Neubaues und sprach allen am Bau Beteiligten, den Architekten, Maurern und Zimmerleuten, Meistern und Gesellen und ihren Helfern den herzlichsten Dank aus. Nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes vollzog sich der R i ch t a k t nach guter deutscher Heber» lieferung. Don der höchsten Stelle des Gerüstes sprach ein Vertreter der Arbeiterschaft den Richtspruch, der mit einer Huldiguna an den Führer schloß. Ihm weihte der Sprecher fein erstes Glas. Das zweite Glas galt der deutschen Kunst, das dritte den Architekten und allen Arbeitskameraden. Altem Herkommen gemäß wurde jeder dieser Grüße durch das Zerschmettern des Trinkglases bekräftigt. Anschließend würdigte der Staatskommissar des Hauses der deutschen Kunst, Staatsminister und Gauleiter Adolf Wagner die besondere Bedeutung dieses Richtfestes. Er grüßte den ältesten Arbeiter des Baues, der seinen bei dem Neubau tödlich verunglückten Sohn für das große Werk hingeben mußte, sowie den Chefarchitekten Gall, der getreulich das Werk Paul Ludwig T r o o st s seiner Vollendung entgegenführe. In zwei Jahren werde das Haus der deutschen Kunst vollendet sein. Wenn es noch so lange dauere, so habe das seinen Grund darin, daß der Neubau das schönste und modernste K u n st a u s st e ll u n gs g e b ä u d e der Welt wird. Als erste Ausstellung im neuen Haus werde eine aroße Schau erstehen, die unter dem Leitwort: „Tausend Jahre deutsche Kunst" stehen werde. Nach einem Sieg-Heil auf die deutsche Kunst und dem Gesang des Deutschland-Liedes fand der Festakt unter den Klängen des Badenweiler Marsches feinen Abschluß. Anschließend begrüßte der Führer Frau Prof. Troost und trat einen Rundgang durch das Haus an. Das Richtfest fand feinen Abschluß durch einen von der Stadt München gegebenen Bunten Abend im alten Rathaussaal, der bei dieser Gelegenheit nach seiner gründlichen Umgestaltung mit diesem Fest wiedereröffnet wurde, zu dem sich zahlreiche führende Persönlichkeiten, die Organe des Hauses der Deutschen Kunst, die Mitglieder des Ateliers Troost und die am Bau des Hauses der Deutschen Kunst beteiligten Arbeiter, Angestellten und Unternehmer versammelt hatten. Für das Haus der Deutschen Kunst dankte der Vorsitzende des Vorstandes August von Finck für die Gastfreundschaft. Im weiteren Verlauf des Abends erschien, lebhaft begrüßt, der Führer und Reichskanzler. Er nahm an der Tafel zwischen Frau Professor Troost und der Gattin des Staatsministers Wagner Platz. Später begab sich der Führer an einen ausschließlich mit Arbeitern besetzten Tisch, mit denen er eine rege Unterhaltung begann und sich persönlich über ihre Verhältnisse unterrichtete. Dabei wurde er von allen Seiten mit der Bitte um feine Unterschrift bestürmt, ein Verlangen, dem der Führer bereitwillig und unermüdlich nachkam. Der Rest des Abends gehörte dem Humor. Bei den von Weiß F e r d l zum Besten gegebenen urwüchsigen Vorträgen stimmte der Führer wiederholt herzlich in die allgemeine Heiterkeit ein. Erst nach ein- stündiger Anwesenheit verließ der Führer, wiederum begeistert gefeiert, t)en Saal. Wctierbericki des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Begünstigt durch die zunehmende Erwärmung über Deutschland und den damit verbundenen Luftdruckfall bringt über Frankreich hinweg kühlere Meeresluft ein. Sie hat dort schon vielerorts Gewittertätigkeit herbeigeführt, die auf unser Gebiet übergreift. Eine nachhaltige Verschlechterung des Wetters wird mit dieser Entwicklung voraussichtlich nicht erfolgen. Aussichten für Dienstag: Vielfach heiter und Auftreten gewittriger Störungen mit auf- kommenden westlichen Winden, leichte Abkühlung, späterhin wieder schwüler. Aussichten für Mittwoch: Wieder zunehmende Bess-rung, noch etwas unbeständig, zu einzelnen ©eroHerftörunaen geneigte Witterung. Lufttemperaturen am 30. Juni: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 18,5 Grad; am 1. Juli: morgens 17,9 Grad. Maximum 28,2 Grad, Minimum 13,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Juni: abends 25,2 Grad; am 1. Juli: morgens 20,4 Grad. — Sonnenscheindauer 15,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton Dr Hans Thnnoi für Den übrigen Teil i. D.. H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Jnhaü d>' ‘21b,teigen Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'iche Umversitäts Buch- and Stemdruckerei R. Lange, K -G, sämtlich tn Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Der Sternhimmel im Juli. SnglandsMlirpwpaganda Don Audols Jungens. Dor kurzem ist in England eine Einrichtung ae- schaffen worden, die bei uns kaum beachtet wurde. Und doch sollte man gerade in Deuschland allen Grund haben, sich eingehender mit ihr zu befassen. Sie nennt sich „Britischer Rat zur Pflege der Beziehungen mit anderen Ländern" (British Council for Relations with Other Countries). Diese Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern ist aber selbstverständlich nicht der Endzweck des Unternehmens. Es handelt sich vielmehr um nichts weniger als um die Schaffung einer schlagfertigen Einrichtung für die Auslandspropaganda. Es war gar nicht so leicht, diese Einrichtung in England volkstümlich zu machen. Der Durchschnittsengländer selbst ist von Haus aus ein schlechter Propagandist. „Reklame" geht ihm nur schwer von der Hand. Wir dürfen den Engländer in diesen Dingen nicht mit dem Franzosen verwechseln. Der Franzose ist, das kann man wohl ohne Ueber- treibung sagen, unter den Nationen Europas der unbestritten findigste Reklamefachmann. Er fühlt sich — aufs Kulturpolitische übertragen — fast unbewußt von dem Drange beseelt, Weltmissionar des französischen Kulturgedankens zu sein. Fast unbewußt hat er für sein Kulturideal den Weltbegriff der „Zivilisation" geprägt und versucht unter dieser Marke, seinen französischen Geist allen denen einzuimpfen, die aus den Quellen französischen Wissens und französischer Kultur schöpfen. Gerade das verschleiernde Gewand des „Weltumspannenden" hat die Jugend der Welt in den vergangenen Jahrhunderten an die Hochschulen Frankreichs gelockt und sie schließlich — zum großen Teil wenigstens — zu willfährigen Dienern auch der französischen Politik gemacht. Gewiß unbewußt liegt dies kulturpredigende Bedürfnis im geistigen Menschen Frankreichs, ebenso bewußt aber wird es von der außenpolitischen Leitung für die Ziele der französischen Machtpolitik eingesetzt und ausgenutzt. Viel nüchterner und sachlicher der E n g l ä n d e r. So erstrebenswert ihm die Endziele einer derartigen Propaganda auch erscheinen mögen, der Weg dahin entspricht nicht seiner Art. Besonders der geistige Mensch hält Propaganda für ein nicht „faires" Reklamegeschrei und damit Englands unwürdig. Die gewisse Portion insularer Ueberheblichkeit, über die mehr oder minder jeder Engländer verfügt, wendet sich gerne von allem ab, was auch nur entfernt an Auslandspropaganda gemahnt. Kein Wunder also, daß es nicht ganz einfach war, ihn für den Werbeaedanken des Ausschusses zu erwärmen. Und doch brauchte England diese Einrichtung. Das Mutterland des britischen Weltreiches liegt nicht mehr auf einer fernen Insel, unerreichbar den Stürmen, die das alte Europa durchtoben. Aus den Londoner Verhandlungen des 3. Februar und dem britischen Verlangen nach einem europäischen Luft- socarno geht eindeutig hervor, daß England selbst erkannt hat, zu welch völliger politischer Bedeutungslosigkeit der schmale Meerstreifen des Kanals für den Fall, eines Luftkrieges herabgesungen ist. Die Politik der „Splendid Isolation“ gehört nach dieser Erkenntnis endgültig der Vergangenheit an. Eine neue Politik aber erfordert neue Mittel. Es meldete sich auch der Geschäftsgeist, der nach Erweiterung der Ausfuhr schrie. So kam man geradezu zwangsläufig zu der Gründung des Britischen Rates. Schließlich hatte man ein Ziel gefunden, das auch dem puritanischsten Briten die neue Suppe schmackhaft machte. Danach soll die Aufgabe der britischen Kulturpropaganda darin bestehen, „im Auslande eine allgemeinere Kenntnis der englischen Sprache, Literatur, Kunst, Musik, Wissenschaft, Erziehung und andere Seiten des englischen Lebens Sonnenaufgang von 3.40 bis 4.15 Uhr. Sonnenuntergang von 20.25 bis 19.55 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 8. um 23 Uhr, Vollmond am 16. um 6 Uhr, letztes Viertel am 22. um 21 Uhr. Im Sommer streiten zwei Fixsterne um die Vorherrschaft, der Arctur und die Wega. Bei ausgestirntem Himmel, oder auch schon, wenn man nur sie beide sieht, ist es nicht schwer, sie zu unterscheiden: der rechtsstehende ist der Arctur, der linke die Wega. Bei voller Dunkelheit sieht man deutlich die mehr ins Gelblich-Rötliche schillernde Farbe des Arctur und das reine Weiß der Wega. Die Helligkeit der beiden Sterne ist nicht allzu verschieden; welcher für das Auge heller ist, ist umstritten, aber aanz zweifellos ist für die Lichtbildplatte die Wega heller. In der Dämmerung, wenn man vielleicht nur einen der beiden Sterne sieht, kann man mitunter im Zweifel sein, welcher es ist, und es ist dann sehr hübsch, wenn nach einiger Zeit bei fortschreitender Dunkelheit die drei Deichselsterne des Himmelswagens im Großen Bären sichtbar werden, deren Verlängerung auf den Arctur deutet, was dann jeden Zweifel ausschließt. Der Arctur gehört zu den genauer bekannten Sternen; sein Wärmestand an der Oberfläche mag etwa 4500 Grad betragen; er gehört zu den sog. „roten Riesen", ja sogar zu den wenigen Sternen, bei denen die heutige Wissenschaft recht bestimmte Angaben über ihre tatsächliche Größe wagt. Man kann sich den Stern als einen Gasball vorstellen, dessen Durchmesser etwa 30 Millionen Kilometer beträgt, reichlich 20mal so viel wie bei unserer Sonne. Trotz dieser recht ansehnlichen Größe ist zu verbreiten, dadurch ein willigeres Gerechtwerden der Welt gegenüber den Belangen Großbritanniens zu fördern und engere freundschaftliche Beziehungen zwischen dem englischen Volk und den Völkern der Erde zu pflegen". Genau wie die französische sieht auch die britische sein Winkeldurchmesser, die sog. scheinbare Gröhe, recht gering: Denken wir uns einen Punkt oder besser einen kleinen Kreis von einem Millimeter Durchmesser, so müßte man ihn schon in eine Entfernung von 10 Kilometer bringen, damit seine Scheibe ebenso groß oder besser ebenso klein würde wie die des Arctur. Daraus ergibt sich schon die große Entfernung dieses Sterns; sie wird zu etwa 40 Lichtjahren angegeben; alles was wir jetzt dort wahrnehmen, ist also ungefähr im Jahre 1895 vor Der die 24 Stundenzahlen von Mittel* nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo* natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin* eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo* natsmitte ist der gerade Pfeil 1/s Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats* mitte V» Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun* gen ein^ wenn er die angedeutete Licht• gestalt zeigt. sich gegangen, und während auf Erden mancherlei geschehen ist, ist das Arcturlicht durch die öden Weiten des Weltalls gewandert, um erst jetzt in unser Auge zu gelangen. Das Licht ist etwa 100mal so stark wie das unserer Sonne; er leuchtet also an sich sehr viel schwächer als diese, denn seine Oberfläche ist etwa 500mal so groß wie die der Sonne. Von den Wandelsternen sind nicht weniger als vier, also alle mit Ausnahme des Merkur, am Abendhimmel zu sehen, der Saturn im Osten; er geht immer früher auf und ist deshalb immer langer sichtbar; die andern stehen im Westen und sind immer kürzere Zeit sichtbar. Hiergegen gewährt bei der Venus ihre große Erdennähe teilweise einen Ausgleich, die sie in hellem Glanze erstrahlen läßt. Etwa am 6. kommt sie dem Regulus im Löwen sehr nahe, während der Mars in der Monatsmitte recht dicht über der Spica dahinstreicht, und der Jupiter den ganzen Monat über dem Hauptstern der Waage so nahesteht, daß es dem bloßen Äuge nicht leicht fallen wird, diesen neben dem viel heller leuchtenden Riesenwandler zu erkennen. Am 16. findet eine bei uns nicht sichtbare vollständige Mondfinsternis statt. Auslandswerbung vor allem in einer erdballumfassenden Förderung des Studiums der englischen Sprache die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung jedweder weiteren kulturpolitischen Ziele. Wie Frankreich an den großen Universitäten der Welt seine „Französischen Jnsti- STERNBILDER; jo. STABEN 19’ D t Viertel ® Vollmond Q letztes Viertel "®Mars (®Jupiter \aO Kleine Buch* s. staben tute" und Auslandsgymnasien unterhält, will auch England überall Lehrstühle und Institut» errichten, die der Verbreitung und Verständlich- machung britischer Kultur und Wesensart dienen. Stipendien will man bereitstellen, die begabten ausländischen Akademikern Studienaufenthalte in England wirtschaftlich ermöglichen sollen. Weiter sollen Schrift, Wort und Ton in den Dienst der Propaganda gestellt werden. Das englische Buch wird ebenso wie der englische Tonfilm im Ausland künftig stärker propagiert werden, und genau wie in Frankreich sollen nach und nach „Gesellschaften zur Pflege der Kultur fremder Völker" ins Leben gerufen werden, deren Ziel aber in nichts anderem besteht, als in den fremden Völkern durch Kultur- und Vortragskreuzzüge — die britische Kultur zu verbreiten. Ueber die Frage der geldlichen Mittel zu sprechen, die ein solch großzügiger Kulturwerbefeldzug erfordert, ist eigentlich müßig, wenn man bedenkt, daß Außenpolitik und Außenhandel seine wärmsten Befürworter sind. Schwieriger ist die Frage nach den g e i st i g e n Mitteln, die zur Durchführung einer solchen Aufgabe notwendig sind. Die Dinge befinden sich aber noch sehr in der Schwebe, als daß Äbschließendes schon gesagt werden könnte. Jedenfalls aber hat man zum ersten Vorsitzenden des Rates Lord Tyrell erkoren; wohl nicht ohne Grund, denn Tyrell war ehedem britischer Botschafter in Paris! Sein Stellvertreter wird ein Großindustrieller sein. Also kommt wenigstens in der Spitze des Unternehmens fein wahres Gesicht zum Ausdruck: Politik und Geschäft! Dann erst folgen die „Kulturmittler": Die Rektoren einiger Hochschulen und mehrere namhafte Vertreter aus Kultur-, Kunst- und Geisteswelt. Schließlich sind es noch Foreign Office, Handels- und Kultusministerien, die ihre Sachbearbeiter in den Rat entsenden. Es ist richtig, wenn in ähnlichem Zusammenhang gesagt wurde, England „habe nie die Sentimentalität geteilt, die zeitweilig den kulturellen Austausch als unfehlbares Mittel der europäischen Verständigung, um nicht zu sagen als Ersatz für die Politik anpries". Aber trotzdem laufen nach erprobtem französischem Vorbild, das seine Kulturpropaganda territorial seinem Bündnissystem anpaßt, die englischen Pläne darauf hinaus, in Südamerika, in Aegypten, in den baltischen und skandinavischen Staaten so wie in den Niederlanden die schwersten Geschütze seines Propagandafeldzuges aufzufahren. Ersichtlich ist es England besonders in diesen Ländern um Stärkung des alten und Gewinnung neuen Einflusses zu tun. Es mag endlich noch hervorgehoben sein, daß der Rat auch die Aufgabe hat, den jungen britischen Menschen weltoffen zu machen, ihn planmäßig dazu anzuhalten, draußen d i e Augen aufzumachen, fremdes Wesen aufzunehmen, zu verarbeiten, in englische Begriffe und Werte umzuprägen und es so der Heimat dienstbar zu machen. Dahin gehört es, wenn England seinen Schüleraustausch immer mehr fördert. So werden zwischen Berlin und London in diesem Sommer z. B. nicht nur Studenten und Gymnasiasten, sondern zum erstenmal auch Volkshochschüler und Handelsschüler ausgetauscht werden. Die britische Weltpropaganda geht so ihren Weg, eindeutig und zielbewußt!, Wir in Deutschland aber sollten nicht verkennen, daß unserm Volke als dem Volke im Herzen Europas eine besondere abendländische Verpflichtung erwächst, die Verpflichtung, Europa das zu geben, was deutscher Geist und deutsche Kultur zu geben imstande sind, eine Verpflichtung also, die nicht von Politik und Geschäft, sondern von höheren Gesichtspunkten eingegeben ist. Für Ihr Sommerkleid Organdies - Georgettes Voiles-Streifen Dirndl-Stoffe-Reines Leinen Seidenleinen-Vistraleinen Kragen - Gürtel - Knöpfe Das Spezialgeschäft für moderne Damenkleiderstoffe - Modewaren ALFRED Iwangsvevfteksevttns Dienstag, 2. 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Zull 1955 Jahresfeier und Gemesterschlußappell derLlniversität Am Samstag fand die Jahresfeier und der 6c-. mefterschluhappell der hiesigen Universität statt. Die neue Aula war festlich mit frischem Grün, mit den Farben des Dritten Reiches und einem Bildistswerk des Führers geschmückt. Zur Feier waren zahlreiche Gäste erschienen. Partei, Wehrmacht und Behörden waren erschienen, die Rektoren der beiden benachbarten Universitäten nahmen teil, die studentischen Korporationen hatten Fadnenabordnungen und ihre Chargierten entsandt. Zahlreiche Gäste aus unserer Stadt und viele Studenten waren anwesend. In feierlichem Zug begab sich die Dozentenschaft in den Saal. Sodann sprach (5e. Magnifizenz der Rektor, Professor Dr. Pfähler. Er stellte seinen Worten zunächst eine geschichtliche Erinnerung aus dem Jahre 1622 voraus, da der jungen Universität von selten des Herzogs Christian von Braunschweig Krieg drohte und sich die Gießener Studentenschast in einem einigen Mehrmillen fand. Die Studenten bildeten eine Wehrgemeinschaft und schrieben auf ihre Fahne die Worte: „Wissenschaftsdienst und Wehrdienst, zu beiden sind wir bereit!" Mit den vergangenen Monaten liege ein Semester seit der Wiedereinführung der Wehrpflicht hinter uns. Dieses Semester bilde einen Markstein in bet* Geschichte der Universität. Roch nie sei es innerhalb der Dozentenschaft so stark empfunden worden, daß sich die Studenten zu Wissenschastsdienst und Wehr- dienst gleichermaßen so bereit fanden, wie in der jüngsten 3cit. In dem übergreifenden Dienstwillen für das Volk sei der Arbeitswille und der Wehr- wille bindend geworden im Rahmen unseres politischen Lebensstiles. Der heutige Tag, so fuhr der Redner fort, sei ein Tag der prüfenden Rückschau auf die geleistete Arbeit itn Wissenschaftsdienst und in der Derufserziehung, die den eigentlichen Auftrag der Universität darstellten. Die Dekane der Fakultäten erstatten Bericht. Nach einem Chor (Danklied von ftntjbn) in der prächtigen Wiedergabe durch das Collegium must- cum (Leitung: Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Temesvary) erstattete zunächst Professor Saenchen den Bericht über die Arbeit der Theologischen Fakultät im vergangenen Jahre. Alle Arbeit dieser Fakultät stehe, so führte er einleitend aus, unter dem einzigartigen Gesetz der Voraussetzung der Wirklichkeit Gottes. Nur in dem, was Gott zu sagen habe, habe die theologische Arbeit ihren Sinn. Es sei Arbeit um Erkenntnisse und insbesondere um Erkenntnisse evangelischen Geistes. Die Theologie bemühe sich, beizutragen zur rechten Lehre in Dogmatik und Ethik, um auch in der Gegenwart dem fordernden Gotteswillen zu dienen. Auf allen diesen und manchen anderen Gebieten habe sich die Arbeit der theologischen Fakultät bewegt. In seinen weiteren Ausführungen wies der Red- ner auf die geleistete Arbeit im Einzelnen hin, und gab bekannt, was an wesentlichen Schriften erschien, sprach von den gehaltenen Borträgen niib der Arbeit in einem Lager. Abschließend betonte er, daß die theologische Fakultät durch ihre Arbeit im vergangenen Jahre bewiesen habe, daß sie den Fragen der Gegenwärt durchaus nicht fern stehe. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Dr. B'ey, sagte einleitend, daß die Rechtswissenschaft im Sinne des Nationalsozialismus eine politische Wissenschaft sei. Man sei dabei, aufzuräumen mit einer wertelosen und deshalb wertlosen Rechtswissenschaft. Nicht nur der Begriff, sondern der Grundwert bestimme die Arbeit. Noch müßten wir notgedrungen unter einem überkommenen Rechte leben. Der Neubau fordere Zett. Das bisherige Recht habe aber bereits einen grundlegenden Sinnwandel erfahren. Wertvollste Arbeit in dieser Hinsicht sei im vergangenen Jahre von der Fakultät geleistet worden. Eine wesentliche Aufgabe sehe man darin, einen volksnaben Rechtswahrer st and heranzubilden. Die Bor- lesungen seien neu gestaltet, Seminare und Schulungskurse eingeführt worden. Die Schaffung eines wahren deutschen Rechtes sei aber ohne eine Pflege der Rechtsgeschichte nicht denkbar. Die Juristische Fakultät habe bei der Abfassung des nationalsozialistischen Handbuches des Rechtes (Dr. Frank) maßgeblich mitgewirkt. Für die Zukunft sei Neues die Einrichtung eines „Instituts für Rechtsvolkskunde" geplant. Man hoffe, daß der Plan genehmigt werde. Der deutsche Jurist habe nicht die Möglichkeit, sich so durchzusetzen, wie der deutsche Richter, hinter dem die Autorität des Staates stehe, er habe vielmehr allein durch die Ueberzeugungskraft seiner Worte zu wirken. Fest stehe aber: die Rechtswissenschaft ist aus ihrer Isolierung herausgetreten. Das neue Deutsche Recht werde, so schloß Professor Dr. Bley, ein nationalsozialistisches Recht sein, oder es werde überhaupt nicht sein. Einen sehr ausführlichen Bericht erstattete der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Fischer. In der medizinischen Fakultät sei, so sagte er u. a., eine Menge aufschlußreichster Arbeit geleistet wor- den. Neue Erkenntnisse yinsichtlich der Erbgänge seien durch die Zwillingsforschung und die Sippenforschung gewonnen worden. Man sei erst am Be° ginn. Der Grundstein sei aber gelegt. Fortlaufende Arbeit fei geleistet worden für die Verhütung erbkranken Nachwuchses. Besondere Arbeiten kamen heraus über die Herztätigkeit und den Blutkreis- lauf in größeren Höhen. Anatoinische Forschung beschäftigte sich mit der Gewebsstruktur. Neue Methoden seien hierfür gefunden worden. In der chemischen Forschung sei es gelungen, den Geheimnissen der Zellen und des Zellkerns näher zu kommen. Viel Arbeit sei dem Studium des Blutes gewidmet worden. Das Leben lasse sich jedoch nicht einfach messen. Resigniert werde nicht. Lebendiges Geschehen werde dereinst auch einmal in Zahlen zu bannen sein. Immerhin wurden bereits Zahlenwerte" gewonnen, die bei Operationen sehr nützlich sein könnten. Hinsichtlich der Studien über Herzfunktionen hatten sich die Bad-Nauheimer Institute als sehr wertvoll erwiesen. Viel Arbeit habe die Prüstma neuer Herz- und Kreislaufmittel aus der Industrie gebracht. Lebhaft habe man sich mit der Auswertung schmerzbetäubender Mittel beschäftigt Als theoretische Arbeit seien Gewebezüchttrngsver- K gemacht worden, die gelangen. Bisher habe er nur das tote Gewebe zur Verfügung gestanden, nun könne man mit lebendem Gewebe arbeiten. Der Eindruck dieser neuen Forschungsmöglichkeit sei selbst auf die Mediziner sehr stark gewesen. — Der Kampf gegen den Krebs sei in allen Kliniken gleichmäßig weiter vorwärts getrieben worden. Es seien Methoden von unerhörter Feinheit ausgearbeitet worden, so daß bereits die Erkennung auch nur einer Krebsbereitschaft möglich sei. In den Kliniken unter sich sei synthetische Arbeit gepflegt worden. Weiter habe man große Aufmerksamkeit der gegenseitigen Abhängigkeit von Seele und Körper zugewandt. Ein ärztlicher Fortbildungskurs, der wiederum mit gutem Erfolg durchgeführt worden sei, habe unter dem Gedanken „Fürsorge für Mutter und Kind" gestanden. Professor Dr.Küst schilderte als Dekan der V e t e r i n ä r - medizinischen Fakultät die Umbauten und Erweiterungen in den Veterinär-Kliniken und die damit oerbunbenen Möglichkeiten bet Arbeitserweiterungen. Er schilderte im einzelnen die betriebenen Forschungen im Interelse des Tieres und im volkswirtschaftlichen Interesse der Landwirtschaft. Insbesondere berichtete er über den Ausbau der Schutzimpfungen, über die Untersuchungen der '.Blutarmut bei Pferden, sowie über die Untersuchungen an Geflügel und Schweinen. Er betonte, daß man auch au neuen Methoden der Feststellung der Trächtigkeit bei Kühen gekommen sei. Künstliche Befruchtungen von Rindern seien in vielen Fällen gelungen. Mit einem kurzen llebcrblirf über Vorträge, veröffent- lichte Arbeiten und Berichterstattungen, auch im Auslande, schloß der Vortragende. Als Dekan der Philosophischen Fakul - t ä t (Philologie) referierte Professor Dr. Taeger. Die Zeit, da das Wesen der Universität van der philosophischen Fakultät bestimmt wurde, sei vorüber. Im Arbeitsgebiet der Abteilung I seien besonders die Ausgrabungen am Glauberg nennenswert. Begrüßenswert lei der Lehraustrag für Vor- geschichte. Das indogermanische Sprachgebiet werde in altem Umfange weitergepflegt. Der klassischen Altertumswissenschaft habe man nach wie vor viel Arbeit gewidmet. Ferner berichtete der Referent über die Arbeiten in der neueren Geschichte, in der Kunstgeschichte, der Musik, und erörterte bann die Fülle der Veröffentlichungen in den verschiedensten Wissensgebieten. Abschließend betonte der Redner, daß sich trotz der großen Vielheit der Arbeitsgebiete doch alles der höheren Orbnuna einfüge und dem Gebot des Dienstes am Volk und am Staat gerecht werde. Für die Naturwissenschaftliche Fak ul- t ä t umriß Professor Dr. Baader die Fülle der veröffentlichten Arbeiten und stellte dabei die Arbeiten der mathematischen Seminare voraus, umriß kurz die experimentelle Arbeit im Physikalischen Institut und dann die geologischen Forschungen, insbesondere in Oberhessen. Man habe sich intensiv mit der Verbesserung der Rohstofferzeugung in Deutschland beschäftigt. Nachdem der Redner noch auf die Arbeiten des Botanischen und des Zoologischen Instituts hingewiesen hatte, sprach er von dem hohen Mert der Arbeitsgemeinschaften, die sich aus den wissenschaftlichen Querverbindungen heraus bildeten. Wirtschaftswissenschaftlichen, landwirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Fragen habe man starke Aufmerksamkeit geschenkt. Mit den Worten: „Erkenntnis in der Wissenschaft ist Leben! Möge aus reichem Volkstum eine reiche Wissenschaft erblichen!" schloß der Vortragende. — Gleichzeitig war mit diesem Bericht die Reihe der Rechenschaftsberichte der Fakultäten beendet. * Im weiteren Verlauf der Feier sprach als Führer der Dozentenschast Professor Dr. Hl m zur Festversammlimg. Der wissenschaftliche Nachwuchs sei. so führte er u. a. aus, im Geilte des Dritten Reiches zu schulen. Für den Individualisten sei kein Platz mehr. Im vergangenen Jahre sei man eifrig bemüht gewesen, zwischen der Dozentenschaft und der Studentenschaft nicht nur in wissenschaftlicher, sondern auch in persönlicher Beziehung ein engeres Verhältnis herzustellen. Dav sei im Wesentlichen gelungen. Bemüht sei man gewesen. die Verbindung mit wetteren Volkskreisen herzustellen. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner von der Bedeutung der Dozentenakademie und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß In diesem Jahre 17 Anmeldungen von Gießen ausgehen konnten. Zum Schluß betonte Professor Dr. Hummel, daß die Aufgaben der Universität nur dann erfüllt werden könnten, wenn jeder der Beteiligten freiwillig mltarbeltc. Nur der freiwillige Mitarbeiter habe im Dritten Reiche berechtigten Platz Der Führer der Hochschulgruppe H. Stenger wies in seiner Ansprache darauf hin, daß ein Semester ernster Arbeit zurückliege. Die Verwaltung sei vereinfacht worden. Das Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten habe sich gebessert. In den Fachschaften lei viel Arbeit geleistet worden. In fünf Fachschaftvlagern habe man sich zu ernster Arbeit gefunden. Der NSStB. pflegte enge Gemeinschaftsarbeit und habe dabei Stoßtrupp» na- tionalsozialistischcn Geistes ausgebildet Der NSStB. werde immer wieder politische Stoßtrupp» stellen. Man werde nicht eher ruhen, bi» in der Zusammenarbeit von Dozentenschast und Studentenschaft die Hochschule zu einem starken Bollwerk nationalsozialistischen Geistes geworden sei. Mit dem Dank an den Rektor für dessen zähe und verständnisvolle Arbeit, mit einem Treuegelölmis und einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland schloß er seine Ansprache. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und bc» Horst-Wessel-Liedes gesungen In der Gchlußansprache dankte der Rektor Professor Dr. pfassler allen Dozenten und ihren Mitarbeitern für die Einbringung der reichen Ernte. In aller Arbeit spiegle sich das Schicksal unseres Volkes. Die Universität habe bestimmt das Recht, nach außen hin in betonen, daß solch» (Ernte bei stillen {Reifem bedürfe. Forschungsarbeit bedürfe des Mutes zur Zurückgezogenheit. Hier gerade übernehme der For- scher den Anteil seiner Arbeit am Bau des Reiche». Aber einer sei herausgetreten aus dieser Stille, und zwar Prof. Phllalethes Kuhn, dessen Arbeit vom Führer eine besondere persönliche Würdigung er- fahren habe. — Dank sei der Landesregierung gesagt, daß sie trotz aller Beschränkung der Universität die Mittel für die zu leistende Arbeit zur Verfügung stellte. Er gab ferner dem Wunsche Ausdruck, daß diese Arbeit auch für weiterhin gesichert werden möge. Nachdem der Rektor die jungen Doktoren und die habilitierten Doktoren des Jahres begrüßt hatte, teilte er die Ergebnisse der diesjährigen akademischen preisaufaaben und bereu Preisträger mit. Preisträger waren: 1. stuck, thcol. Richard Scharmann mit einer Arbei/t über „Das Gesetz In der Theologie Friedrich Gogartens". 2. Lise Cornclie Frey, Schorndorf (Württemberg) mit einer Arbeit über „Konstitutionelle Tuberkulose beim Meerschweinchen". 3. Studienreferendar Walther Hof, Darmstadt, mit einer Arbeit über „Der Gedanke der deutschen Sendung in der deutschen Literatur". Der Diezprcia wurde der Stuhienreferenbarin Dr. Herta Wendel aus Lampertheim zuerkannt, und zwar für die von ihr vorgelegte Arbeit: „Ar- kadien im Umkreis bukolischer Dichtung in der Antike und in der französischen Literatur" Von der Osann - B e u l w i tz - Stiftung wurde nach den Gutachten der Fakultäten folgenden Studierenden je ein voller Preis zuerkannt: 1. Alfred Becker aus Gießen für die Arbeit: „Lupus als Teilerfcheinung einer konstitutionellen Tuberkulose". 2. Malter Bauer aus Worms für die Arbeit: „Die spätgotische Hallenkirche in Hessen". 3. Heinrich Gärtler aus Gießen für die Arbeit: „Das asymptotische Verhalten der Eigenwerte und Eigenfunktionen bei den partiellen Differentialgleichungen der mathematischen Physik". 4. Heinrich Götz aus Wetzlar für die Arbeit: „Petrologifche Untersuchung der Keratophyre und Keratophyrkonglomerate der westlichen Lahnmulde". AG.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Abendlonzerl auf dem Schiffenberg. Im Rahmen eines Sömmerfestes auf dem Schis- fenberg veranstaltete die NS-Gemeinschast „Kraft durch Freude" dort ein A b e n d k o n z e r t, das in seiner Folge nur Werke von Mozart enthielt. Wie Amtswalter Christ in seiner kurzen Be- grüßungsansprache betonte, sollen diese Sommerkon- zerte im Freien zu einer ständig alljährlich wiederkehrenden Einrichtung werden. Zugleich bat er die Anwesenden, für diese wirklich ideale Sache in Freundes- und Bekanntenkreisen, denen es um die Pflege guter Musik ernst ist, recht eifrig zu werben. Ohne Zweifel ist der Kreis derjenigen, der sich bei einer solchen Veranstaltung, die Tiefe und Ernst auf ihr Banner geschrieben hat, zusammenfinben, ungleich kleiner, als wenn es sich um leichte oder gar seichte Dutzendware handelt: um so erfreulicher war es, daß die Besucherzahl recht stattlich war. Unter ihr befanden sich viel Jugendliche, die dereinst die Träger der deutschen kulturellen Bestrebungen sein sollen. Niemanden wird es gereut haben, an diesem so schönen Sommerabend hinaus auf den Schiffenberg gegangen zu sein. Alles hatte seinen besonderen, der ganzen Sache eigentümlichen Reiz. So ähnlich kann es gewesen fein, als zu der Zeit der Klassiker im alten Wien die Serenaden auf der Straße ertönten, oder wenn die berühmten Konzerte im Augarten abgehalten wurden. Die Wir- fung ist wohl nicht fo rauschend, aber gewiß nicht weniger innerlich. Das Konzert begann mit dem berühmten „Ave verum“ für Chor und Streichorchester, jenem unvergleichlichen Meisterwerk, das der Meister auf der Höhe seines Könnens 1791 schrieb. Die herzgewin- nenbe Einfachheit und die erhabene und reine Empfindung des Stückes kamen bei dem Vortrag durch den Akademischen Gesangverein schon und klar zur Geltung. Das Streichorchester mit Pauke spielte dann die 1776 komponierte Serenade In D • D u r. Das Werk hat drei Sätze von mäßigem Umfang. Was aber Mozart in diese knappe Form an köstlichem Geist gießt, muß staunen machen. Die mitwirkende Pauke gibt dem Ganzen ein eigenes Kolorit und unterstreicht den innewohnenden Humor recht deut- lich. Das Merkchen sand eint reizende Wiedergabe, die in ihrer Beschwingtheit wohl allgemeine Freude auslöste. Den Abschluß bildete ein Offertorium für ChorundOrchester. Dies Werk schrieb Mozart als ganz junger Mensch. Und doch schon diese Reife der Erfindung und Empfindung. Mozart schrieb das Stück zu Ehren eines von ihm hochgeschätzten Be- nediktinerpaters Johannes. Es ist voll srischer Jugendlichkeit und Fröhlichkeit. Ein musikalischer Gedanke. das Iohannes-Tbema könnte man cs nennen, durchzieht das ganze Werk und schafft eine Einheitlichkeit, wie sie nur ein Meister zustandebringen kann. Der Chor hatte keine leichte Aufgabe, die noch dadurch erschwert wurde, daß bei der wohl recht stilvollen, aber nicht sehr zweckmäßigen Fackel- bcleuchtung Noten und lateinischer Text nur mühsam zu lesen waren. Trotz dieser Ungunst hielt sich, von einer kleinen Schwankung abgesehen, der Chor sehr tapfer und sicher und vermittelte das Werk im Sinne seines Schöpfers. Das Orchester war dabei guter musikalischer Rückhalt. Zwischen den musikalischen Darbietungen trug Schauspieler Neuhaus mit gepflegter Sprache und viel Empfindung ein Gedicht „Mozart" vor. Verantwortlich für das gute Gelingen des Abends ist Universitätsmusikbirektor Professor Dr. T c m e s - oary, ber mit sicherer Hanb und großer Einfühlung die Werke zum Erklingen brachte. Ihm dankte Herr Christ am Ende ber Darbietungen befon- h<,r Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. LandcS-Hypo- chekenbank Darmstadt Liaui ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *¥1% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 W/o ehem. *y2o/o Franks. Hyp.- Baak-Ligu.-Pfandbriefe....... 6Vi% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... *¥?% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4Vi% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- bnesansi., Gold Komm. Cbl.VI Stvuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreicytsche Sicherrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/r% deSgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleibe Serie i..................... Frankfurt a. M Berlin Schluß, kurs Schlußk. Abendbörse Schluß. turs Schlußk. Mittagbörse Datum 286 29.6. 28-6. 29 6 4% deSgl. Serie II ........... — — — 11,8 0% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 8 7,9 7,95 8,2 4^%Rumän.vereinh.Ren«ev.i913 10 10,2 4% Rumänische vereinh. Rente 6 5,95 5,9 6,1 3%% Anatolier ............. 39 38,95 38,7 38,6 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 34 34,5 34 34,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 27,5 28 Norddeutscher Lloyd ......... 0 37 38 36,75 38 A.G. für Verkehrswesen Alt. .. 0 89,5 90 89 90 25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117 116,75 116,5 117 Commerz, und Privat-Bank ... O 90,25 90,75 90,25 91 Deutsche Bank und DtSconto- Gesellschaft................ 0 91 92 91 92 Dresdner Bank.............. 0 91 92 91 92 13 188,5 190,5 188,25 191 A.S.G......................O Bekula.................... io Elektr. LieferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert S Co............... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ....... .. ....... O Deutsche Erdöl ...... 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesse» .. O Ale Bergbau .............- Klöcknerwerke ......... 1 Mannesmann-Röhre» 47,65 48,25 47,13 48,13 140,25 140,5 140 140,13 115 • 116 115,75 117 132 133,25 132 133,5 103 103,13 103 103,9 128 128 128 128,5 —— — 130.5 129,75 129,5 129,75 129 129,75 120,75 121,75 120,9 121,9 176 178 176,5 178,5 130 131,5 130,75 131 104,9 106 105,5 106 108,5 111 110,25 110,75 ■■■ 112 112,5 112 112,4 — — 107,25 108,13 158 158 —— __ 128,25 129,5 128,5 129,75 . 101 102 101,13 101,9 87,75 88 87,75 88,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 28.6 29 6 28 6 29.6. Mansfelder Bergbau ....... .. 8 117 117,4 116,5 117 Kokswerke ................ .. 5 _ 121 25 1?1,75 Phönix Bergbau........... .. O —. — Rheinische Braunkohlen .... 12 225 226,5 224 226 Rhetnstahl ................ B’/i 114,5 115,5 114,25 114,75 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 83,75 84,5 83,75 84,13 Ltavi Minen ............. .. c 17,4 17,25 17 25 17,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 124,75 124 124,9 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 121 121 122 122,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... IVi 178,5 179 179 180 I. G. Farben-Jndustris..... .. 7 150,13 151 149,9 150,75 ScheideanstaU............. .. 9 232 232 — Goldschmidt .............. .. O 103,25 104,5 103,25 105,5 Rütgerswerke ............. .. 4 118,75 119,75 120,5 Merällgesellichaft........... .. * 106,5 107 106.25 107,5 Philipp Holzmann......... .. O 90,65 91,5 91,5 93 Zementwerk Heidelberg .... . 6 . 4 117,5 118 I — Schultheis Payenhofer ..... . 4 112,75 112,9 Aku lAllgemeine Kunstseide) . O 62 63 62,13 62,5 Bemberg................. . 0 119,5 119 118,75 119 Zellstoff Waldhof .......... . 0 118,75 119,5 118,75 119,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 85,25 87 85,5 86,65 Dessauer Gas ............. . 7 __ — 139,25 139 9 Daimler Motoren.......... . 0 93 94,13 92,5 93,9 Deutsche Linoleum ......... 166.75 169,5 167,75 169,5 Orenstein & Koppel........ . 0 86,75 89 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 36,5 36,5 36 36,13 Chade .................... Accumulatoren-Fabrü...... 12 170J 293171 171 173 Eonti-Gumm«.............. . 8 158,25 158,5 158,75 159,75 Marnkraftwerke Höchst a.OL. 39,9 89 8M 39,5 40 Süddeutscher Zucker....... » 190 189,5! 190 189,5 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. 28.3uni 29-Iuni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld I Brief Buenos Aires 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,54 54,64 54,54 54,64 Danzig..... 46,855 46,955 46,87 46,97 London ..... 12,215 12,245 12,215 12,245 Helsingfor».. Paris ...... 5,385 16,39 5,395 16,43 5,385 16,39 5,395 16,43 Holland .... 168,67 169,01 168,71 169,05 .Italien..... 20,42 20,46 20,42 2a, 46 Iavan ...... 0,717 0,719 0,718 0,720 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,39 61,51 61,39 61,51 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm... 62,99 63,11 62,99 63,11 Schweiz .... 81,06 81,22 81.08 81,24 Spanien.... 33,96 34,02 33,96 34,02 Prag....... Budapest ... 10,35 10,37 10,345 10,365 Neuyork... 2,472 2,476 2,470 2,474 Berlin,29 Iuni Geld Sries Amerikanische 9lottn...... . .. .. 2,422 2,442 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ................. 54,33 54,55 Französische Noten ..••••••••••••• 16,33 16,39 Holländische Noten .............. 168,29 168,97 Italienische Noten................ 19,86 19,94 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... *■— Schwedische Noten............... 62,77 63,03 Schweizer Noten»................ gn,R5 81 17 Spanische Noten................. 33,49 33jy Ungarische Rotel •*•••••••••••••• Ur. 15t) Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, Juli (935 Der Gießener Goldaieniag 1935. vergingen bei schneidiger Musik und Tanz wie im Fluge. Ein großartiges Feuerwerk beschloß den prächtig verlaufenen Gießener Soldatentag 1935. X B MM i M - -rv M i Kameradschastsabend.— Kundgebung in der Waldeslust.—Fahnenweihe der 118er Miefen UNO im Waioe zu angeregter urueiyuumig mit Angehörigen, Freunden und Bekannten ein. Die Stunden des Nachmittags und des Abends I Das Gommerfest auf dem Schiffenberg Der Führer des Soldatenbundes Gießen schmückt die neugeweihte Fahne der 118er mit einen Fahnen- band in den Farben des Dritten Reiches. (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff.) Ein lustiger Polizeidiener führt die Kinder zu den Spielen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) führer M ü n k e r von der SA.-Standarte 116. Der Wille zur Gemeinsamkeit und $ur Einigkeit unter den alten Soldaten sei immer stärker geworden Das deutsche Volk brauche die Einigkeit. Wir alle wüßten, daß dabei die Traditionspflege nicht entbehrt werden könne. Aber darüber hinaus sei es noch eines, das die alten Kameraden Zusammenhalte: die Verpflichtung zum Schwur, den wir einst taten. Millionen Tote bezeugten dies. Viel Blut sei für die Freiheit und die Unversehrtheit der deutschen Erde geflossen. Für die Lebenden aber bleibt das Wort von Walter F l e x : „Wer auf die preußische Fahne schwört, hat nichts mehr, was ihm zu eigen gehört!" heute feien die Kameraden unter einem einheitlichen Zeichen vereinigt. Es solle die alten Zeichen der Regimentsvereine nicht verdrängen, es soll vielmehr ein Ruf und eine Mahnung zur Treue sein. Das neue Zeichen trage das Front- kämpferkreuz, den Stahlhelm und das Hakenkreuz. Als die Not am größten gewesen sei, erwuchs uns, so führte der Redner weiter aus, ein Mann, der fein ganzes Herz seinem Volke zuwandte und das Geschick des deutschen Volkes mit eisernem Willen in neue Bahnen lenkte: der Führer Adolf Hitler. Er spreche jene Sprache, die der Frontsoldat verstehe. Er habe die Stimme des Blutes geweckt, damit Deutschland wieder das werde, was es war: das Land freier Menschen. Der Bau, der einmal als Burg alle deutschen Menschen umfassen solle, sei noch nicht fertig, der Grundstein sei aber gelegt. Wir alle wollen tatkräftige Werkleute sein. Unsere Gesinnung, unser Wille lasse sich — so schloß der Redner — in einem rückhaltlosen Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland ausdrücken. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland schloß Herr Müller seine begeistert aufgenommene Ansprache. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Anschließend ergriff Hauptmann a. D. Schmoll Der Gießener Soldatenbund (Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften) hielt am Samstag und Sonntag den „Gießener Soldatentag 1935" ab. Der Tag vereinigte viele ehemalige Angehörige der 80er, 168er, 105. I. D., die 115er, 116er, 118er, 222er, 224er, Gardisten, Pioniere, Artilleristen, Kavalleristen, Angehörige der Marine usw. in kameradschaftlichster Gemeinschaft. Den Auftakt bildete ein Kameradschaftsabend in der „Waldeslust", hierzu hatten sich zahlreiche alte und auch junge Soldaten eingefunden. Eine Musikkapelle sorgte für Unterhaltung. Gemeinsam wurden manche alten Soldatenlieder gesungen. Die festlich erleuchtete Waldschenke bildete eine Lichtinsel in der nächtlichen Landschaft. Die Hauptveranstaltung brachte der Sonntag. Gegen 14 Uhr sammelten sich die Angehörigen der verschiedenen Soldatenoereine unter den Marktlauben, um dann unter den Klängen der Kapelle des Stahlhelms durch einige Straßen der Stadt zur „Waldeslust" zu marschieren. Viele Angehörige der alten Soldaten und viele Volksgenossen begleiteten den Zug, dem die Fahnen der Vereinigungen voranwehten. Auf dem Festplatz an- aekommen (der ebenso großzügig, wie zweckmäßig für diese Veranstaltung hergerichtet war), traten die Kameraden zunächst in einem offenen Viereck ;n. Oberstleutnant v. Wachter, der als Gast bei den alten Soldaten weilte, und der Führer der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften, Herr Müller schritten sodann die Front ab. Manchem alten Soldaten leuchtete dabei das Auge. Sodann hielt der Führer der Arbeitsgemeinschaft, Herr Müller, Seite die Farben Schwarzweißrot und auf der anderen Seite in der einheitlich gelben Fläche die Zahl 118 zeigt, wurde zum Abschluß der Feier vom Führer der Arbeitsgemeinschaft der Soldatenkameradschaften mit einem Wimpel in den Farben des Dritten Reiches geschmückt. Sodann erscholl das Kommando: „Tretet weg!" und der Soldatentag wurde damit in seinen unterhaltsamen Teil übergeleitet. In herzlicher Kameradschaft fand man sich unter den Zelten, an den Wiesen und im Walde zu angeregter Unterhaltung sammen. Wenn Frontsoldaten zusammenkämen, dann müßten über ihnen die Fahnen rauschen, die Fahnen, unter denen sie kämpften, siegten und bluteten. In den Jahren der Schande habe manche Fahne im Winkel gestanden und erst der Führer habe den alten stolzen Feldzeichen die Ehre wiedergegeben. So lasse sich auch heute ungesucht und zwanglos eine Fahne weihen. Die Fahne der 118er olle den Kameraden Symbol sein. Die Fahne in jeder Gestalt und Farbe solle den alten Soldaten daran erinnern, was er zu tun schuldig sei, die Fahne solle ein Stück seiner Ehre und seines Herzens darftellen. Der Generalfeldrnarfchall von Hindenburg habe gefagt: „Die Treue ist das Black der Ehre". An dieses Wort solle uns die Fahne immer wieder erinnern und uns dazu anhalten, alles zu tun für Führer, Volk und Vaterland. Die. Verpflichtung, die uns in diesem Sinne die Fahne aujerlege, sei im wahrsten Sinne national« ozialistisch. Mit den Worten: „Ein Volk, ein Führer, ein Reich!" weihte der Redner die Fahne, die vor den Augen der vielen Teilnehmer entrollt worden war. Die Fahne, die auf der einen Oberstleutnant oon Wachter und der Führer der Arbeitsgemeinschaft des Soldatenbundes, Herr Müller, schreiten die Front der alten Soldaten ab. Das von der N S. - G e m e i n s ch a f t „Kraft durch Freude" am Sonntag veranstaltete Sommerfest war von herrlichem Wetter begünstigt. Trotz der vielen sonstigen Veranstaltungen war der Besuch zufriedenstellend. Besonders die Jugend war sehr stark vertreten. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Bender (Watzenborn-Steinberg) übernommen, die das Fest mit einigen flotten Märschen einleitete. Auch die übrigen musikalischen Darbietungen der Kapelle standen auf beachtlicher höhe. Daß dabei das Schif- fcnberglied „Der Rotdorn blüht auf dem Schiffenberg" nicht fehlte, wurde allseits begrüßt. Nach einer kurzen Begrüßung des Kreisleiters der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Christ, der für diese Organisation und die Heimatvereinigung „Schiffenberg" sprach, erfreute eine Abteilung des Arbeitsdienstes durch einen wirkungsvoll zu Gehör gebrachten Sprechchor, in dem die Verbundenheit des Arbeitsdienstes mit der Heimat zum Ausdruck kam. Das von Lehrer Schmoll (Alsfeld) mit viel Humor durchgeführte Vvlksliederfingen, sowie die später eingeleiteten alten Tänze fanden allgemeinen Beifall. Viel Spaß bereitete auch der auf dem Festplatz erschienene dicke Polizeidiener, der die Kinder zum Spiel und zur Brezelverteilung sammelte. Eine besondere Anziehungskraft übte das Kasperletheater aus, das die Festteilnehmer, besonders aber die Kleinen, auf das Beste unterhielt. Die Mädchenoberklasse der Schule Watzenborn-Steinberg erfreute durch eine Reihe sehr exakt vorgeführter Reigen. Zur besonderen Freude der Festteilnehmer erschien später noch Heimatdichter Heß, dem es gelang, in kurzer Zeit die Feststimmung auf den Höhepunkt zu bringen. Dialektvorträge und von den Festteilnehmern gesungene Volkslieder wechselten mit alten Tänzen eine Ansprache. Er führte u. a. aus: „Von den verschiedenen Regimentern, Waffengattungen, Kameradschaften seien heute alte Soldaten marschiert, um ihre gegenseitige Verbundenheit, um ihr Soldatentum zu bezeugen. Alle seien herzlich willkommen. Allen bedeute es eine große Freude, daß die Wehrmacht ihre Verbundenheit mit den alten Soldaten dadurch zeige, daß Oberstleutnant von Wachter erschienen ist. Er sei allen bekannt, und er habe immer, auch in schlimmen Zeiten, gezeigt, ... daß er die alten Soldaten nicht vergesse. Nicht das Wort zu einer kurzen Ansprache. Fahnen und weniger herzlicher Gruß gelte dem Obersturmbann-1 alte Soldaten, so führte er u. a. aus, gehörten zu- aber dazwischen regiert der Landschafter. Er hantiert nicht mit Reklameplakaten, sondern mit Bäumen und Blumen. Der Ausländer ist verblüfft, wir nicken nur beseligt. Selbst der Rhythmus der Motorisierung hat unseren Pulsschlag nicht aus dem Gleichgewicht geworfen. Wir fahren offen, wir trinken Landschaft — em anderswo unbekannter Brauch. Auf der Rheinterrasfe gibt es em anderes Gebäck als in der Nürnberger Rostbratwurstküche, im Münchner Kaffeehaus hat man die Auswahl zwischen einem Dutzend Torten, in Köln ist es wieder anders, seltsam. Fast jedes öffentliche Lokal, jede Weinstube überhaupt ist anders, hat Eigenart. Anderswo schaut ein Restaurant samt Kellnern, Stühlen, .Speisekarten so aus wie das andere. Woran liegt das wohl? Unendlich reich in seiner Mannigfaltigkeit ist das deutsche Land. Ein Glück, daß wir die Gleichmäßigkeitsjchere der Renaissance nicht so tief gefühlt haben, bis in die Bildergalerien reicht die Andersartigkeit, diese vielgestaltige- Bodenständigkeit. Immer und überall, bei Domen und Burgen wie in den kleinen Dingen des Alltags hat man das Gefühl: echt, alles echt! Nirgends Schablone. Gewachsen, verwurzelt, selbststämmig, nicht importiert, nicht nachgemacht. Nein, nein, das Heimatgefühl hat uns nichts vorgemacht, es ist schon so, es kann sich kein Land mit Deutschland messen. Wenn der Ausländsdeutsche an seinen heimatlichen Wald denkt, ist es besser, ihn nicht zu stören, er könnte sonst grob werden. Denn in unser Innerstes braucht kein Fremder einzudringen. Und nun sind wir da, wir wandern durch den heiligsten Dom dieser Erde, die Föhrenpfeiler stehen um und um, droben verrankt sich die Gotik. Da fühlen wir, von mannen wir sind und von mannen mir kommen und wohin wir alle wieder gehen. Es ist der deutsche Wald, der uns geboren hat, der in uns lebt und webt, wir mögen wo immer sein. Das kann kein Ausländer verstehen, aber ein Barbar wäre jeder, der nicht die überlegene Herrlichkeit des deutschen Waldes empfände. Unser Wald, unser Sommer — wenn wir uns das vorsagen, es ist, als legten wir die Hand auf die Brust und sagten: unser Herz. Deutschland — das schönste Land. Nun laßt uns ins Land der Franken fahren, und dann zum Neckarstrand, an den Rhein, an den Rhein, an der Saale Burgen und zum Brunnen vor dem Tore, zum Mühlenrad im kühlen Grund, von der Maas bis an die Memel... Bülow-Anekdote. Es war in’ Meiningen. Hans von Bülow arbeitete mit feinem Orchester gerade an der Vorbereitung von Berlioz' „Harold"-Symphonie, als der „Theaterherzog" Georg mit feinem Adjutanten Herrn von K. das Theater betrat. Bülow klopfte sofort ab und fragte den Herzog nach seinen Wünschen. Dieser bedeutete, daß er nur zuhören wolle, und erkundigte sich dann, was jetzt gerade gespielt würde. „Eine Symphonie von Berlioz", erwiderte Bülow, machte aber zugleich darauf aufmerksam, daß er das Werk dem Herzog in diesem Vorbereitungsstadium noch nicht vorführen könne. Darauf der Herzog: „Das macht nichts, ich höre zu." Bülow: „Ich bebaure lebhaft, Hoheit, die Aufführung ist zu unreif, ich kann sie Euer Hoheit so nicht präsentieren." Herzog: „Ader Bülow, seien Sie nicht komisch, das ist mir wirklich einerlei, ich höre gern zu." Bülow, jetzt mit einer betont steifen Verbeugung: „Hoheit, ich bedauere zum drittenmal. So weit, wie mir jetzt in der Symphonie sind, reicht es höchstens für Herrn von K." — Das ganze Orchester grinste, Bülow verharrte regungslos in musterhafter Haltung, unten der Herzog mit dem armen Adjutanten. Es muß eine hübsche Gruppe gewesen sein! Die häufigste Todesstunde. Schon feit langem ist es aufgefallen, daß sich die Todesfälle zu bestimmten Stunden des Tages häufen. Man hat diese Tatsache mit den verschieden- artigsten Ursachen in Zusammenhang gebracht und in ihr vor allem eine Auswirkung kosmischer Kräfte oder von Erdstrahlungen sehen wollen, über die bisher noch wenig wissenschaftlich zuverlässige (Erfahrungen oorliegen. Die beiden Forscher H. I. I u s a tz und E. E ck a r b t haben nun, wie in der Zeitschrift „Der Naturforscher" mitgeteilt wird, an Hand amtlichen Materials 3294 Todesfälle aus den letzten sechs Jahren zusammengestellt, ohne jedoch ausgesprochene Unglücksfälle und Fälle von Selbstmord in diese Untersuchung mit einzubeziehen. Es ergab sich, daß die größte Sterblichkeit zwischen 4 und 5 Uhr liegt, während sie aegen 24 Uhr am geringsten ist und zu den anderen Stunden erheblich schwankt. Es ist bemerkenswert, daß die Tagesschwankungen der elektrischen Leit- fähigkeit einen ähnlichen Verlauf nehmen wie diese Kurve der Sterbehäufigkeit. Als Stunden größter Leitfähigkeit hat man nämlich ebenfalls die Zeit zwischen vier und fünf Uhr ermittelt. fenroeg, Stein über Stein, man weiß nicht, welche davon Häuser sein sollen und welche nur so scheinen. Da wird das deutsche Dors wahrhaftig zu einer Fata Morgana. In Deutschland gibt es keine Malaria. Das ist uns so selbstverständlich, daß keiner davon spricht, daß es in keiner Werbeschrift für Deutschland auch nur erwähnt wird. Schaue sich dagegen einer die schwarzen Malariakarten an und er wird verstehen, warum einem Südländer eine solche Gegend als das Paradies erscheinen müßte — wenn es ihm einer sagen würde, daß es so etwas überhaupt auf Erden gibt. . Fährt man über die Grenze, so wird es im Zug auf einmal so merkwürdig hell. Das erste, was einem auffällt, ist die Reinmachefrau. Und die Speisewagenkellner, die hin- und herlaufen, schwitzen nicht, sie haben blütenweiße Jacken an. In der fahrenden Klause gibt es Handtücher! Wir staunen, wir lächeln und denken: also das gibt es, das gibt es wirklich, wie oft man sich doch wiederholen muß: da gibt es in Deutschland und anderswo Gut, daß man die deutsche Kleinstadt entdeckt hat. Sie muß gleich nach den Domen eingereiht werden. Du lieber Himmel, groß zu sein, ist keine Kunst, sonst wären die Amerikaner mit ihren Superlativen die glücklichsten Menschen nicht nur, sondern auch die seelentiefsten. Dort drüben steht ein Ort wie der andere aus, wie im Süden ein Bercmest dem andern gleicht, jede deutsche Kleinstadt dagegen führt ihr eigenes Innenleben und zeigt daher ein anderes Gesicht. Dinkelsbühl! Meersburg! Wer weiß denn etwas von Ellingen? Ick lobe mir den deutschen Kleinbürger, der sich sein Gesicht nicht nehmen läßt. Es ist kein schwerer Beruf bei dem heutigen Stand der Kosmetik, auch kein besonders geistreicher, alles über einen Kamm schön und fad zu machen wie die Tillergirls. Nun da wären wir bei den deutschen Mädchen anaetangt: Mädchen, die ihre blonden Zopfe baumeln lassen, den Rucksack schultern wandern, in Jugendherbergen einkehren, radfahren. Arbeitsdienst leisten . - - während fie tn Roccacanuccia genau so aufgemacht über die Promenade stelzen wie auf dem Corso einer Großstadt. Mit ememmal wird e^nem bewußt, daß es den Backfisch zum Bei- : spiel weder in Italien, noch in Spanien oder , Griechenland gibt, so wenig wie Jugendherbergen > °b9Jlan^abaut,IUn)ir sehen es, mächtige Autobahnen - in Deutschland, amerikanisch großzügig, zugegeben, Deutschland - das schönste Land! Von Gustav W. Eberlein, Rom-Frascati. Zuweilen, wenn vor den in die Ferne schweifenden Augen des Ausländsdeutschen die Heimat aufsteigt wie eine Fata Morgana, überschön, lockend und licht, zuweilen nimmt er den Kopf in die Hände und spricht ihm vernünftig zu: Nüchtern bleiben! Das Bild ist trügerisch, nur dein Daterlandsgefühl, nur der brennende Heimatdurst gaukelt es dir vor ... .. , ,, ... Aber ein Rest von unwilligem Zweifel bleibt. UrH dann sitzt man in der Stunde, die Zum neuen Jahr hinüberleitet, vor den urgrundigen Aetyer- wellen und lauscht unter fremden Sternen ms Dunkel: da hebt es an, ein Töneschwellen und Dröhnen, ein unfaßbar mächtiges, feierliches, herz- umklammerndes Läuten und Rauschen und -Brausen — die deutschen Dome. Es hallen die Turme von Nürnberg, es spricht das Münster zu Ulm, Magdeburg fällt ein, Quedlinburg, das deutsche Danzig — da, das ist die Frauenkirche m München, nun wird Königsberg kommen, es wallt hinüber zum Rhein, zum Meer, zu den Borgen, es geht der Gott, an den wir glauben, durch deutsches Land und feiner Stimme Gewalt zwingt Alpen und Wüsten, bis zum Kreuz des Südens dringt ste durch, dringt immer noch weiter und tiefer: bis tn die letzte deutsche Brust dort draußen. Quedlinburg. Warum warst du noch nicht in Quedlinburg? Wir lächeln, ein wenig verlegen — ja, nmrum eigentlich waren wir in Paris und Algier "nb Manchester und Bukarest, aber noch nicht in Quedlinburg? Das Münster von Konstanz: südlichste Stadt des Reiches — oder ist es Lindau? Der Dom tn Ueber- lingen — wo anfangen, wo aufhören? Es dröhnen und sehnen siebzig deutsche Dome, achtzig, ste sind nicht zu zählen. Wem eine solche Nacht nicht die Augen feuchtet, der ist kein Deutscher. Und Der Tag mag noch so nüchtern fein, er wtro die Frage, wo es ein zweites solches Land gäbe, nicht beantworten. Es kommt der Frühling und schon dürren die Halme im schönen Süden, es fommt der Sommer und wir lesen, daß es zu Hause immer noch regnet, und wenn wir s den andern sagen, den Sonnenkindern, dann staunen sie und wollen es nicht glauben, daß es em so begnadetes Land gebe. Sie sind schon halb Der schmachtet braun und tot die Fluren, so weit das Auge reicht, die Oliven stehen staubgrau da starre Mumien, kein Waldschatten, kern freundlicher Wie in bunter Reihenfolge. Nach einem weiteren Vortrag „Der Bauer am Rhein" sorgte Georg Heß für echte rheinische Stimmung, die sich in dem Gesang rheinischer Lieder auswirkte. Selbst das Schunkeln fehlte nicht. Ein Preisschießen, das regen Zuspruch fand, bot den besten Schützen statt sonstigen Geschenken, besondere Erfrischungen. Im übrigen sorgte die Kapelle Bender dafür, daß auch den Tanzlustigen weitgehend Rechnung getragen wurde. lieber das Abendkonzert, das am Samstag stattfand, berichten wir an anderer Stelle. Aus der Provinzialhauptstadt. Lebende Laternen. Wer hätte sich noch nicht zur Mittsommerszeit am Glanze des Glühwürmchens erfreut, das an warmen Abenden aus dem Grafe leuchtet! Es ist das bläulichrote, flugunfähige Weibchen des Johanniswürmchens. Sobald man es anfaßt, löscht es seine Lichtlein aus und gleicht einer Kellerassel. Seine Leuchtpunkte befinden sich aus der Unterseite seines Körpers am Unterleib. Zieht dagegen ein mattglänzender Lichtpunkt langsamen Fluges im Abendfrieden dahin, so hat man es mit einem männlichen Tiere zu tun, einem graubraunen Käferchen, dessen nur zwei Leuchtwerkzeuge am Ende des Hinterkörpers sitzen. Welche Bedeutung hat nun das Leuchten der Käfer? Es hat einen doppelten Zweck, einmal dient es als Erkennungsmittel für die Geschlechter, dann ist es ein Abschreckmittel gegen die Feinde. Das seiner Bestimmung harrende flügellose Weibchen vermag so in dunkler Nacht aufgesucht zu werden. Daß es ein Schutz gegen feindliche Angriffe darstellt, erhellt am besten aus der Tatsache, daß auch den Eiern und Larven fast aller Leuchtkäfer ein schwacher Lichtglanz anhaftet. Während bei uns eigentlich nur das Johanniswürmchen zu den Leuchttieren zählt, gibt es in den Tropen eine große Anzahl von Tieren, die sogar hellscheinendes Licht ausstrahlen. Dazu zählen die Meeresschnaken und Millionen kleiner Geißeltierchen, die das herrliche Meeresleuchten verursachen. Für gewöhnlich halten sich diese kleinen Lebewesen in tieferen Wasserschichten auf, um in manchen Nächten an die Oberfläche emporsteigen. Wenn dann leichter Wellenschlag eintritt, so leuchtet das Wasser in magischem Glanze. Auch verschiedene Arten Tausendfüßler, Krebse, Ringelwürmer, Muscheln, Tintenfische und Feuerwalzen zählen zu den leuchtenden Geschöpfen. Selbst bei manchen Vogelarten in der heißen Zone hat man eine gewisse Leuchtfähigkeit festgestellt. So weist die Brut des Weberfinken zu beiden Seiten des Schnabels Leuchtflecken auf, wodurch das Atzen in der dunklen Nesthöhle erleichtert wird. Zu den größten Wundern der neuen Welt sind die Feuerfliegen zu rechnen. Die Leuchtkraft dieser Insekten ist so stark, daß sie immer wieder das Entzücken aller Europäer erregen. Das reinste Feuerwerk wird von den mehrere Dutzend Arten zählenden Feuerfliegen in dem Urwald Amerikas erzeugt. Während sowohl Männchen als auch Weibchen im Sitzen grünlichblau leuchten, kommt im Fluge noch ein herrlicher roter Lichtschein hinzu. Von manchen Eingeborenen werden diese Feuerfliegen in ausgehöhlten Kürbissen gesammelt und als Lichtquelle an die Zimmerdecke aufgehängt. Forschungsreisende erzählen sogar, daß manche Indianer Blitzwanzen in Flaschen füllen und diese als Taschenlampen benutzen. Bei der Frauenwelt sind die Leuchtwanzen ein beliebter Schmuck. Sie werden in dünnem Stoff als Halskette getragen. Läßt die Leuchtkraft nach, fo lebt sie durch ein kurzes Eintauchen in warmes Wasser wieder auf. Auf der Insel Ceylon gibt es eine Leuchtkäferart, deren Leuchtkraft so stark ist, daß man dabei im Dunkeln lesen kann. Der Laternenträger, ein zu der Gattung der Leuchtzirpen gehörender Käfer, verdient seinen Namen mit Recht. Von der Spitze seines hohlen Stirnfortsatzes geht ein bläulichschimmerndes Licht aus, das im Fluge stärker ist als in der Ruhelage. Manche tropischen Leuchtkäfer besitzen die Fähigkeit, ihren Lichtschein in gewissen Zeitabständen aufleuch- ten zu lassen. Es sind gewissermaßen Blinklichter. Versuche haben auch ergeben, daß durch chemische Einwirkungen die Leuchtfähigkeit der erwähnten Tiere verändert werden kann. Seit langem ist die Wissenschaft bemüht, das Rätsel der Leuchttiere zu lösen. Zu einem einwandfreien Ergebnis ist man indes bis jetzt noch nicht gekommen. Man nimmt an, daß sie die Leuchtstoffe mit dem ihnen als Nahrung dienenden Humus aufnehmen, das ähnlich wirkt wie faulendes Holz, das ja auch im Dunkeln zu leuchten vermag. Ratsch äge für Oie heißen Tage. Angesichts der vielen Gefahren, die die jetzige Hitze mit sich bringt, feien hier einige nützliche Ratschläge gegeben. Die vielen Unfälle beim BadenundSchwim- men ließen sich zum großen Teil vermeiden, wenn namentlich von den jungen Leuten die immer wieder gepredigten Vorsichtsmaßnahmen mehr beachtet würden. Jedermann prüfe seinen Gesundheitszustand. Nicht jedem ist das Baden in offenen Gewässern zuträglich. Kein Schwimmer gehe erhitzt oder mit vollem Magen oder mit erregter Herztätigkeit ins Wasser. Keiner wage sich weiter hinaus, als er es zuverlässig seinen Körperkräften und seiner Schwimmtüchtigkeit zutrauen darf. Keiner gehe, nur der Renommage halber, in zu kaltes Wasser oder bleibe zu lange brinnen. Schwere Erkältungserkrankungen innerer Organe können die Folge’ sein. Immer wieder kommt es vor, daß Schwimmunkundige sich an gefährliche Stellen wagen und dadurch den Tod finden. Beim Sonnenbaden ist selbstverständlich auch die notwendige Vorsicht geboten. Dor allem darf man sich nicht zu lange der Sonne aussetzen, muß die Körperhaltung öfters ändern, den Kopf mit einem Tuch bedecken ober sich so hinlegen, baß bas Gesicht im Schatten bleibt. Man öle ober fette sich auch vor Beginn bes Sonnenbades ein und wieberhole bas bes öfteren im Schatten. Wenn bie Haut sich zu röten unb zu straffen beginnt, bann höre man auf mit bem Sonnenbad, sonst gibt, es Blasen, Kopfschmerzen unb lästige Müdigkeit. Bei Insektenstichen ist Vorsicht geboten, weil bie Insekten, bie sich auf unsere Haut setzen, sich nicht nur von ben Säften lebenber, fonbern auch toter Tiere nähren, also gelegentlich sog. Sei«, chengift saugen. Gegen Insektenstiche hilft am besten Salmiakgeist, ben man sofort in bie Wunbe reibt. In Gegenden, in benen eine befonbere Insekten- und Schnakenplage herrscht, ist es schon der Mühe wert, auf Spaziergängen, bei Ausflügen und Touren, ein kleines Fläschchen Salmiakgeist zu sich zu stecken. Eine alte Mahnung bezieht sich in diesen hochsommerlichen Tagen auf das Trinken. Man hüte sich vor allem, in erhitztem Zustand kalte Getränke hinunterzustürzen, unvorsichtig Eis zu sich zu nehmen oder kurz nacheinander Obst und Wasser zu genießen. Das Durstgefühl, bas . burch bie große Hitze erzeugt wirb, verleitet in biefer Beziehung zu vielen Unvorsichtigkeiten unb gesunbheitlichen Versündigungen, bie sich burch mehr ober- minber schwere Störungen bes Befindens rächen unb nicht selten sogar mit dem Tod bezahlt werden müssen. Ferienfinder fahren wieder heim. Am oerganaenen Samstag kehrten etwa 660 Ferienkinder, die für mehrere Wochen im Kreise Alsfeld und im Kreise Gießen untergebracht waren, wieder heim. Es handelte sich in der Hauptsache um Kinder aus Bottrop. Der Bahnhof Gießen war die Sammelstelle für die Ferienfahrer; von Warum verkeimst du mich, Barbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! In Barbaras Krankenzimmer war das Fenster weit geöffnet; die Jalousien hatte Schwester Mechthildis zum Schutze gegen die heraufkommende Hltze nur wenig hochgestellt. Grüngoldener Glanz floß durch die schmalen Gitterstäbe. Sonnenkringel tanzten über die lichten Wände und die buntbezogenen Kretonmöbel, über die blauseidene Decke, unter der Barbaras Körper ruhte. Ihr Gesicht war noch sehr bleich, aber die Augen, weit aufge» schlagen, hatten den Schein des klaren Bewußt- serns. Magdalena saß auf bem Bettranb unb hielt Barbaras Hanb in ber ihren. Mit einem Lächeln bes überftrömenben Glücks sah sie in bie Augen ber Freunbin. Sie sprach nicht. Barbara schien noch sehr schwach, auch bie Hande fühlten sich noch heiß an. Aber man brauchte ja auch nicht zu sprechen. Es genügte ja auch, baß man hier saß, bie Freunbin anschauen Durfte unb alle Liebe, alle Zärtlichkeit in bies schweigenbe Beisammensein fließen lassen konnte. Barbara lag regungslos mit weit offenen Augen. Sie sah Magbalenas freunbschafterfülltes Gesicht unb versuchte ein Lächeln. Aber es war sehr mübe, bies Lächeln — unb als sie jetzt versuchte, ihre Hanb zu einem leisen Streicheln zu Magbalenas Gesicht zu erheben, zuckte sie schmerzlich zusammen. „Nicht bewegen, Barbara, Liebling", bat Mag- balena erschrocken. „Der Arzt hat jebe Bewegung verboten. Ganz still mußt bu liegen, bann wirst du ganz schnell gesunb." Ein unruhig fragenber Ausbruck kam in Barbaras Augen. Magbalena verstaub. Barbara zweifelle wohl baran, baß sie wieber ganz genesen würbe. Da beugte sich Magbalena dicht über Barbara. Liebevoll unb bestimmt sagte sie: „Glaube es, Barbara, bu wirst wieber gesunb, ganz gesunb! Nur ein bißchen Gebulb yiußt bu haben. Ach, ich bin ja so glücklich, Barbara, baß es bir nun heute schon ein wenig besser geht. Das muß ich gleich wieber Mackenroth sagen; er sorgt sich um bich. Ihm banken wir es ja, daß wir dich so bald gefunden haben." Barbara öffnete die Lippen. „Mackenroth?" kam es jetzt wie ein Hauch. Aber Magdalena verstand; sie nickte. „Ja, Barbara, er ist dir nachgeritten. Er hat nicht geruht, bis er dich gefunden hat. Unb nun pflegen wir bich gesunb — balb bist bu wieber die alte." Wieder flüsterte Barbara etwas, aber nun mußte sich Magdalena ganz tief herabbeugen, um die gehauchten Worte zu verstehen. „Mackenroth — ihm danken...", klang es ganz schwach an ihr Ohr. Dann schloß Barbara, wie tief erschöpft, die Augen. Wenige Sekunden später zeigte ihr gleichmäßiger Atem, daß sie eingeschlafen war. Mit tiefer Rührung sah Magdalena auf Barbaras schlummernde Züge. Wie hatte Leiden und Kranksein den harten Zug fortgenommen, den Barbara seit ihrer Ehe mit Stechow so oft gehabt hatte! Eine Ahnung überkam Magdalena, wie eine unglückliche Ehegemeinschaft in einer Frau alles Gute und Zarte zum Absterben bringen konnte. Aber einmal würde Barbara ja auch die bitteren Erinnerungen an ihren verstorbenen (Batten überwinden — würde die verschüttete Güte, den Glauben wieder in ihrem Herzen auferstehen lassen. Vielleicht hatte dieser Unglücksfall jetzt kommen müssen und war vom Schicksal jo bestimmt, damit Barbara durch eine ungeheure seelische Erschütterung wieder zu ihrem ursprünglichen Wesen zurückgeführt würbe. Wenn Barbara nur ganz gefunbete, bann konnte alles noch gut werden. Lutlos erhob sich Magdalena und schlich auf Zehenspitzen aus dem Zimmer, um die Schlummernde nicht zu stören. Schwester Mechthildis kam gerade von der Messe aus dem Dorf zurück. Ihr sanftes Gesicht strahlte vor Freude, daß es Barbara soviel besser ging. „Ach denke, der Professor aus Prag wird zufrieden sein, wenn er heute abend kommt." „Das denke ich auch, liebe Schwester. Sowie Barbara erwacht und knich sprechen will — bitte, rufen Sie mich an!" „Mit dem Sprechen wollen wir noch vorsichtig sein, Fräulein Gerwig. Jede Anstrengung könnte einen Rückschlag Hervorrufen." Sie nickte Magdalena zu und ging mit ihren lautlosen Schritten in das Krankenzimmer. Magdalena eilte hinunter. Sie wollte Eckehard o schnell wie möglich den Gruß Barbaras drin- 9en- Der Wirtschaftshof lag jetzt um die Mittags- tunbe völlig verlassen ba. Nur aus ber großen Leutekuche hörte man Tellerklirren unb bie Schritte ber Leuteköchin. Schwer brütete bie Mittagssonne über bem großen Platz. Aus ben Ställen tönte Brummen, leises Wiehexn, bas Grunzen ber Schweine. Sperlinge trieben sich zankend auf bem Erbboben herum. Die Schwalben flitzten burch bie Luft. „ Magbalena fragte einen Knecht, ber gemächlich über ben Hof kam, nach Mackenroth. Als sie horte, baß ber auf ber Karpener Wiese märe, ging sie zu ben Stallungen unb ließ sich den kleinen Sanbschneiber, ben Wagen mit ben hohen Näbern, anspannen. Sie wollte zu Eckeharb herausfahren. hier aus sollte sie ein Sonderzug wieder in ihre westfälische Heimat bringen. Der Abschied fiel ihnen allen sehr schwer. Sowohl die Pflegeeltern aus dem Alsfelder wie auch die aus dem Gießener. Kreis haben im besten Sinne getan, was sie tun konnten. Die Kleinen, ihre Begleiter und auch der Arzt waren des Lobes voll über bie überaus herzliche Aufnahme. Gewichtszunahmen von 6,8 ja 10 Pfund waren keine Seltenheit. Der Arzt äußerte sich sehr befriebigenb über ben Gesundheits-, zustanb ber Pfleglinge. Mit Lebensmittelpaketen unb Geschenken bepackt, fuhren sie nun heim, um ihren Eltern von ben unvergeßlichen Einbrücken zu erzählen. Auf bem Bahnhof Gießen bewirtete bie Kreisleitung ber NSV. bie Kleinen noch einmal mit erfrischenbem Tee. Kreisamtsleiter Pg. Klös mit seinem Helferstab haste reichlich viel Arbeit, um allen Wünschen ber frischen unb fröhlich aufgelegten Kinber zu willfahren. Der Spielmannszug bes Jungvolkes brachte bie musikalische Note burch sehr eifriges Spiel zur Geltung. Am heutigen Montagmorgen sinb auch bie Kinber aus bem Kreis Groß-Gerau in ihre rhein- hessische Heimat zurückgekehrt. Die Gießener Kinber, bie jetzt noch in ben Kreisen Wiesbaben unb Alzey weilen, werben am Mittwoch um 14.05 Uhr zurückerwartet. „Forschen und Schaffen." Filmvortrag des NSBDT. im Lichtspielhaus. Der NationalsozialistischeBunbDeut- scher Technik für bas norbliche Oberhessen veranstaltete gemeinsam mit bem Amt für Technik bei ber Kreisleitung ber NSDAP, gestern vormittag im Lichtspielhaus vor zahlreichen D rttetern ber Partei unb ihrer (Blieöerungen, ber Behörden, ber Wehrmacht, vor Jnbustriellen, Jnnungsführern, Hanbwerkern, Technikern unb Arbeitern einen Filmvortrag. Die Universität war burch ben Rektor unb eine Anzahl Dozenten vertreten. Ober-Ingenieur Kurz begrüßte bie zahlreichen Gäste unb gab seiner Freube barüber Ausbruck, baß bie Technik mehr unb mehr auch in Laienkreisen Interesse finbe. Sobann sprach Oberingenieur Oster vom (Bau Groß-Berlin als Beauftragter ber Reichsschulungsleitung über ben Tonfilm „Forschen unb Schaffen", ber anschließenb gezeigt würbe. Der Redner führte u. a. aus, baß es sich bie RTA. (Reichsgemeinschaft für technisch-wissenschaftliche Arbeit) zur Aufgabe gemacht habe, Technik unb Wissenschaft allen Volksgenossen nahe zu bringen. — Es habe einmal eine Parole „Kamps ben Großbetrieben!" gegeben. Diese Zeit sei vorbei. Großbetriebe seien in vieler Hinsicht nötig. Die Großindustrie sei bevorzugt imftanbe, großzügige Forschungsarbeit zu leisten. Wichtigste Erfinbungen stammten aus ben Laboratorien unb Versuchsräumen ber Großbetriebe. Dabei werbe auch rein wissenschaftliche Arbeit geleistet. Mit ben großen Jndusttie- werken feien nicht nur bie unmittelbar beschäftigten Arbeiter, fonbern auch aber Tausenbe von Volksgenossen in deutschen Lauben oerbunben. Nachdem ber Redner noch auf die bayerische Zugspitzbahn als ein hohes Lied der deutschen Handarbeiter hingewiesen hatte, gelangten die beiden Filme „Forschen und Schaffen" und „Der Bau der bayerischen Zugspitzbahn" zur Vorführung. Der erste Film führte in einer Fülle ber interessantesten Silber in bie Laboratorien, in die Ver- suchsstätten unb in die Werkstätten ber AEG. unb zeigte technische Großtaten, von deren Ausmaß (Quersumme ber geistigen und körperlichen Arbeit) sich der Laie kaum eine Vorstellung zu machen vermag. Der Film, der einen Blick in die Wunder- wett der Elektrotechnik gestattete, war eine Offenbarung deutschen Fleißes und deutschen Könnens. Der zweite Film ließ die kühne Planung, die Fülle der Organisationsarbeit und die großen technischen Schwierigkeiten erkennen, unter denen die bayrische Zugspitzbahn gebaut wurde. In einem kurzen Schlußwort stellte der Kreis- dienststellenleiter des NS. Bundes Deutscher Technik im Kreise Gießen, Diplom-Bergingenieur Cron- j a e g e r, die Bedeutung deutschen Forschens und Schaffens für die ganze Welt heraus und würdigte dabei die Gemeinschaftsleistung des deutschen Volkes unter dem Willen des Führers. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer unb mit den gemeinsam gelungenen ersten Versen des Horst-Wessel- und bes Deutschland-Liedes sand die interessante Veranstaltung ihren Abschluß. Oas Jubiläum des Straßenbahnervereins. Feier des 25. Stiftungsfestes. Am Samstag und Sonntag beging ber hiesige Straßenbahner-Verein fein 25jähriges Bestehen. Zu biefer Veranstaltung erwartete man zahlreiche auswärtige Gäste, bie am Samstagabend eingeholt würben. Mit einftünbiger Verspätung trafen bie Arbeitskameraben aus Frankfurt a. M. unb Darm- stabt ein. In ber Franfurter Straße, Ecke Klinik- straße, würben sie von ben Marburger unb Gießener Straßenbahnern erwartet. In Marschformattonen trat man bann ben Weg in die Stadt an. Das Frankfurter Musikkorps setzte sich an die Spitze, die Hakenkreuzfahne unserer Sttaßenbahner folgte und so bot der stattliche Zug Darmstädter, Frankfurter, Marburger und Gießener Straßenbahner einen guten Eindruck. Am Abend fand im Caf6 Leib das eigentliche Sttftungsfest statt. Neben den Straßenbahnführern, denen der Dienst die Teilnahme gestattete, neben den Kollegen aus Frankfurt, Darmstadt und Marburg, waren zahlreiche Angehörige der hiesigen Sttaßenbahner erschienen, um einige unterhaltsame Stunden zu verleben. Die Kapelle der Frankfurter Straßenbahner, die sehr eifrig musizierte und sich als sehr gut geschult erwies, verschonte unter der Leitung ihres Musikzugführers Hausmann den Abend. Im Verlauf des Abends hieß der Dereinsführer, Wilhelm Theis, die Kollegen und Ggste herzlich willkommen und gab in feinen weiteren Ausführungen einen kurzen Abriß der Geschichte des Gießener Sttaßen- bahnvereins, der es sich stets zur Aufgabe gemacht habe, unter den Kollegen Kameradschaft zu pflegen und zu fördern. In einem kurzen Gedenken wurde der Gefallenen des Weltkrieges, der gefallenen Kameraden aus dem Kreise des Straßenbahnervereins unb eines Gründers gedacht, der durch den Tod abberufen worden war. Das Lied vom guten Kameraden beschloß diese Ehrung. Mit einem Treuegelöbnis zum Führer Adolf Hitter klang die Ansprache aus. Ein gefälliger Vorspruch, von Fräulein Anny K i l l m a n n gesprochen, wurde herzlich aufgenommen. Nach weiteren musikalischen Darbietungen schritt man zur Ehrung der Judilare der Vereins, deren acht mit einer besonderen Ehrengabe, einem schönen Bild des Führers, ausgezeichnet wurden. Es handelt sich um die Berufskame- raben Heinrich Becker, Peter Beyer, Heinrich Vogel, Karl Seibert, Christoph Steih, Ludwig Lösch, Franz Adam unb Heinrich Völpel, die dieser Ehre teilhafttg wurden. Einer ber Jubilars dankte im Namen seiner Kameraden für die Auszeichnung und gelobte auch für fernere Zeit dem Verein die Treue. In kameradschaftticher Verbundenheit überreichte sodann Direktor Schütte vom Elekttizitätswerk Marburg mit einer launigen Ansprache einen schönen Stammtischwimpel, der von dem Vorsitzenden des Straßenbahneroereins Gießen mit Worten herzlichen Dankes entgegengenommen wurde. Gleichzeitig erging von Seiten der Marburger Kollegen für das nächste Jahr eine Einladung, da Marburg im Jahre 1936 ebenfalls das ^Jubiläum des 25jährigen Bestehens feiner Straßenbahn begehen kann. Im weiteren Verlauf des Abenbs fand sich Oberbürgermeister Ritter ein, der von dem Verein- vorsitzenden herzlich willkommen geheißen wurde. Oberbürgermeister Ritter hielt seinerseits eine kurze Ansprache, dankte für die freundliche Einladung und überbrachte die Glückwünsche der Stadt Gießen zum Jubiläum des Vereins. Er wies bar- Als Kind des Landes wußte sie mit Pferden umzugehen und die Zügel zu halten. Sie war kaum zehn Minuten davongefahren, als sich von der Kreisstadt her ein eleganter Tourenwagen näherte. Auf feinem hellgrünen Lack lag der Staub der Landstraße. Graf Josef Bannosch saß am Steuer, seine große, elegante Gestatt in einen seidenen Staubmantel gehüllt. In elegantem Bogen fuhr er vor Schloß Schedlowitz vor. Der zweite Diener Theodor eilte vom Vestibül ber die Stufen hinunter und dem Gast entgegen. Josef Bannosch ergriff einen kostbaren Strauß, in Seidenpapier gehüllt, und stieg aus. „Ich möchte hören, wie es ber gnädigen Frau gebt." „Etwas besser. Eure Gräfliche Gnaden", war bie Antwort des Dieners. „Wollen Gräfliche Gnaden hereinkommen?" „Ja, wen kann ich denn sprechen?" Der Diener zögerte: „Ich fürchte, niemand, Eure Gräfliche Gnaden. Die gnädige Frau ist nicht zu sprechen." „Dann kann mir doch Fräulein Gerwig persönlich Auskunft geben." „Verzeihung, Eure Gräfliche Gnaden, Fräulein Gerwig ist nicht da. Ich habe soeben gehört, daß sie mit dem Sandschneider auf die Karpener Wiese hinausgefahren ist zu Herrn Inspektor Mackenroth." „Soso?! Zu Herrn Inspektor von Mackenroth." Josef Bannosch wiederholte es scheinbar ganz gleichgültig. „Das tut mir leid. Nun, dann fahre ich einmal nach. Ich bin doch unruhig über den Zustand der gnädigen Frau. Geben Sie, bitte, diese Blumen ab mit meinen allerbesten Wünschen." 27. Kapitel Josef Bannosch schaltete den Motor ein und fuhr aus dem Schloßhof nach der Richtung der Karpener Wiese. Er wußte selbst nicht, warum er es tat. Aber er hatte ja nichts zu versäumen. Vielleicht war es ganz gut, dieser kleinen Freundin Barbaras zu zeigen, wie sehr man an Barbaras Unfall Anteil nahm. Sein Wagen nahm den Weg spielend. Schon sah er von weitem den kleinen Fluß, der die Grenze des Stechowschen Wiesenbesitzes hier um Karpenstein herum bildete. Er mußte in einem Bogen von rückwärts herankommen. An dem kleinen Erlengebüsch ließ er den Wagen stehen und überquerte mit einem- Satz den kleinen Fluß. Die Arbeiter waren schon wieder eilig auf der Wiese beschäftigt. Mit feinen scharfen Augen spähte Josef Bannosch umher. Aha, dort stand auch, an einen Baum gebunden, das Pferd mit dem kleinen Sandschneider. Also konnte diese kleine blonde Gerwig auch nicht weit sein. Da hörte er sprechen. Er schaute durch das Gebüsch hindurch. Dann verhielt er regungslos den Schritt. Was er sah, interessierte ihn außerordentlich. Magdalena Gerwig saß neben Mackenroth im Grase. Gerade beugte sich Mackenroth über ihre Hand und küßte sie zärtlich. Seht mal einer an, dachte Josef Bannosch halb spöttisch, halb respektvoll, das hätte ich dem Mackenroth nicht zugetraut! Hab' ihn immer für so ehrbar gehalten. Dabei scheint er ein ganz geriebener Bursche zu sein. Hält sich wohl für die Zeit, in der er nicht versuchen kann, die schöne Barbara zu umschwärmen, an der kleinen Gerwig schadlos? Alle Achtung! Ein so zärtliches Tete- a-tete soll man nicht stören. — Leise ging er zurück und fuhr heimwärts, ohne Magdalena gesprochen zu haben. Das was er gesehen hatte, war für ihn sehr wertvoll. Er bereute die Fahrt hierher auf die Karpener Wiese nicht. Magdalena und Eckehard waren so vertieft in ihre Unterhaltung gewesen, daß sie das davon- blitzende Auto überhaupt nicht bemerkten. Jetzt erhob Eckehard seinen Kopf von Magdalenas Händen: „Das ist das schönste Geschenk, daß Sie mir bringen konnten, Fräulein Magdalena, diesen Gruß von Frau von Stechow. Ich habe nichts getan, wofür sie mir danken müßte. Es war meine selbstverständliche Pflicht. Ich selbst war ja am glücklichsten, daß ich sie sand, ehe es zu spät war. Hätte sie in dem Regen und Sturm noch länger mit der Verletzung gelegen" — er schauerte zusammen —, „Gott mag wissen, was dann geschehen wäre. Aber daß sie meiner nun freundlich gedenkt — ach, Fräulein Gerwig, Sie ahnen nicht, wie unendlich dankbar ich dafür bin." Sein sonst so herbes Gesicht war wie aufgeschlossen. In seinen Augen lag warmes Leuchten. Magdalena sah mit Erschütterung und Freude die Verwandlung in seinem Wesen. „Sie lieben Barbara?!" sagte sie leise, aber bestimmt. Eckehard wurde rot. Da fuhr Magdalena fort: „Verzeichen Sie mir, wenn ich das fo geradeheraus frage, Herr von Mackenroth! Es fall nicht taktlos fein. Ich glaube nur, der Augenblick ist viel zu groß und zu ernst, als daß wir ihn durch irgendeine Unklarheit belasten sollten." „Sie haben recht, Fräulein Magdalena." Eckehard sah Barbaras Freundin ernst an. „Ich liebe Barbara von Stechow — ich liebe sie unendlich. Aber ich weiß, daß diese Liebe niemals in Erfüllung gehen kann. Ich bin schon glücklich, wenn Frau von Stechow mich nicht mehr haßt." „Haßt sie Sie denn?" Eckehard zuckte die Achseln. Trauer schattete in seinen Augen: „Ich muß es annehmen, Fräulein Gerwig. Denn warum hätte sie mich sonst so erniedrigend behandelt?" (Fortsetzung folgt!) auf hin, daß es jederzeit gelte, alle Kraft für die Arbeit einzusetzen, betonte aber, daß es in der Freizeit nötig fei, einige kameradschaftliche und unterhaltsame Stunden zu verbringen. Der Vereinsvorsitzende, Herr Theis, ehrte das Mitglied Franz Adam, das sich schon seit 25 Jahren um die Ausgestaltung der Veranstaltungen des Stra- ßenbahner-Dereins stets besonders verdient machte, mit einem Geschenk. Der Abend, der einen sehr harmonischen Verlauf nahm, brachte neben weiteren schönen musikalischen Darbietungen noch zwei wohlgelungene Theaterauf- führungen, die dank der guten Darstellung und der originellen Handlung viel herzliches Lachen auslösten. Der Akend wird den Teilnehmern als schönes Erlebnis in Erinnerung bleiben. Aerordnunq über das Gchornsteinfeger- wesen in Hessen. Auf Grund des § 51 Abf. 2 der Verordnung über das Schornsteinfegerwesen wird in einer hessischen Durchführungsbestimmung vom 28. Juni 1935 durch den Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — angeordnet: Höhere Verwaltungsbehörde ist der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung —, untere Verwaltungsbehörde sind die Kreisämter. Gegen den Widerruf der Bestellung zum Bezirksschornsteinfegermeister ist innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Zustellung die Klage bei dem Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt gegeben. Diese Durchführungsbestimmungen treten gleichzeitig mit der Verordnung über das Schornsteinfegerwesen vom 15. April 1935 in Kraft. S Die öcutfthc Rrbeitofront y ■ ',!> n.9.;Gcmcinf(haft «Kraft durch Freude" Rheinfahrt am 14. Juli. Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun,'wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden. Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21. Juli. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Teilnehmerzahl zusammenkommt. Sonderzug an den Kürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS. ° Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkösten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblicf bekommen. Das Schumann-Theater wieder in Gießen. Am Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von feiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Varietöprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challj.er, Schokoladenhaus H u n t e m a n n , auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Betriebswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Reichswehrkonzert bei Rännlnger. Am kommenden Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, findet im Hof der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H. ein Konzert unserer Wehrmacht statt. Es wird allen Betriebsangehörigen eine Freude fein, nach des Tages Last und Mühe eine Stunde den Klängen unserer Wehrmachtkapelle zuzuhören. Der Betrieb nimmt geschlossen an dieser Veranstaltung teil. Wandern zum Schiffenberg. Da am Sonntag, 30. Juni, auf dem Schiffenberg ein Volksfest veranstaltet wird, sind nach Möglichkeit Betriebswanderungen so einzurichten, daß das Ziel der Schiffenberg ist. Das Eintreffen der Wandergruppen soll am frühen Nachmittag erfolgen. ASOAV. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Montag, 1. Juli, und Dienstag, 2. Juli 1935, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Opferringsammlung (Lebens- mittelfammlung) für die NS.-Volkswohlfahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereit zu halten. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die „Opfer- ringsammlung" nicht durch das allgemeine Sammelverbot berührt wird. Ortsgruppe Gleßen-Norb. Betr.: Lebensmittelopferring. Am Montag, 1. Juli, und Dienstag, 2. Juli, findet die Einziehung des Lebensmittelovferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, Die Pfundpakete bereitzuhalten und den Inhalt auf den Umhüllungen anzugeben. Jie£8./ Kreis Gießen. Fachschaft .Körperliche Erziehung". Bezirk Gießen. Pflichtarbeitsgemeinschaft am Mittwoch, dem Z. Juli 1935 in der Turnhalle der neuen Pestalozzi- schute. Ä , 15.30 bis 16.30 Uhr Knabenturnen, 16.30 bis 17.30 Uhr ßeiftungsturnen, 17.30 bis 18.30 Uhr Mädchenturnen. Besprechungen finden , statt über das Deutsche Ju- gendfeft und die Mannschaftskämpfe der Hessischen Schulen. — Zu dem Boxlehrgang sind bis jetzt sehr wenige Meldungen eingegangen, trotzdem auf die Wichtigkeit dieser Sportart hingewiesen wurde. Letzter Meldetermin ist der 2. Juli. Wasserskisport an der Lahn. Dor zahlreichen Zuschauern wurden am vergangenen Samstag an der Lahn unweit der Müllerschen Badeanstalt wieder einmal die Wasserskier, die Erfindung von Geheimrat Professor Dr. Sommer, vorgeführt Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat hatte hierzu besonders eingeladen. Die Zuschauer lernten das neue Sportgerät kennen, das wesentlich verbessert erschien, fo dafc sehr wohl die Möglichkeit besteht, den Wasserskisport auf breitere Basis zu bringen. Geheimrat Professor Dr. Sommer trägt sich aus diesem Grunde auch mit der Absicht, einen Wasserski-Sportverein zu gründen, um auf diese Weise den Wasserskisport energischer fördern zu können. Es ergab sich die Tatsache, daß sich der Wasserskisport von Jungens und Mädels leicht erlernen läßt und eine gute körperliche Durcharbeitung mit sich bringt. Professor Dr. Sommer zeigte im Verlauf der Veranstaltung auch noch ein neuartiges Rettungsgerät. Ein Streckenwärter angefahren und getötet. Auf der Strecke Gießen—Frankfurt a. M. ereignete sich in der Nacht zum Sonntag ein Unglücksfall, dem ein wertvolles Menschenleben zum Opfer fiel. Der Streckenwärter Ludwig Weber aus Dutenhofen, der auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Großen-Linden und Bergwerkswald feinen Pflichten nachging, wurde, da er anscheinend das Herannahen eines Zuges überhört hatte, von der Lokomotive angefahren und dabei tödlich verletzt. Die Leiche wurde später neben dem Gleis liegend aufgefunden. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei unmündige Kinder. 3n der Lahn ertrunken. Am gestrigen Sonntagmittag forderte die Lahn ein Opfer. Der 22jährige Sohn der Kriegerwitwe Margarete Hofmann aus Alten-Bufeck, der mit noch zwei Kameraden in der freien Lahn oberhalb der Badenburg badete, versank plötzlich, obwohl er des Schwimmens kundig war, und ertrank. Erst geraume Zeit später konnte seine Leiche geborgen werden. Bornotizen — Tageskalender für Montag: NSDAP., Ortsgruppenwaltung Gießen-Oft: 20.30 Uhr in der Gastwirtschaft Burckhardt, Kaiserallee, monatlicher Appell sämtlicher Block-, Zellen- und Betriebswalter. — NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.45 Uhr: Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadevereins. 21 bis 22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. 18 bis 20 Uhr: Tennis auf den Plätzen am Schützenhaus. — Lichtspielhaus, Bahnyofftraße: „Der Kampf mit dem Drachen". — Gustav-Adolf-Frauenverein: 20 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten Heimatabend deutscher evangelischer Kinder aus Polen. ** Eine öffentliche Mahnung zur Zahlung der Rückstände der Kanal-, Straßenreinigung- und Müllabfuhrgebühren 1935 (1. Ziel) und der zweiten Rate der Bürgersteuer für 1935 befindet sich im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf hingewiesen. *♦ Geschäftsjubiläum. Der Spenglermel- fter Heinrich Blum von hier, Grabenstraße 9, kann am heutigen 1. Juli das 25jährige Bestehen seines Geschäfts feiern. Der Jubilar ist seit 25 Jahren Leser des Gießener Anzeigers. ** Mieter-Jubiläum. Am heutigen Montag sind 25 Jahre verflossen, seitdem Frau Maria Neumann, Witwe, im Hause des Herrn Heinrich D e b u s , Ebelstraße 23, wohnt. Freud und Leid sind in diesem Hause stets in bestem Einvernehmen getragen worden. Im vorigen Jahre konnte bereits eine Familie dieses Hauses das gleiche Jubiläum begehen. Frau Neumann ist jeit über 40 Jahren treueste Leserin des „Gießener Anzeigers". _ , v , ,, ** Militärkonzert am Stadttheater. Am kommenden Mittwoch, 3. Juli, in der Zeit von 17 30 bis 18.30 Uhr findet am Stadttheater ein Konzert des Musikkorps unserer hiesigen Garnison statt zu dem folgendes Programm vorgesehen ist: 1. Aufbruch der Nation! Marsch, Stiberitz; 2. Fri- DieLagd imZuli. Der Monat Juli pflegt in seiner ersten Hälfte ein jagdlich ruhiger Zeitabschnitt zu sein. Zwar ist die Jagd auf den roten Bock offen, doch steht der Waldfreiherr in seiner Feistzeit, geht wenig um sich und hat vielfach seinen Einstand in den Riesendickungen unserer Getreidefelder genommen, wo ihm nur schlecht beizukommen ist. Emgestreute Wiesen und Kleeäcker bedürfen der besonderen Beachtung des Jäaers, Feldwege und Grabenraine liebt der Bock besonders, wenn nach ausgiebigem Gewitterregen die Aecker klatschnaß sind, und er sich dann die Decke in der Sonne trocknen will. Dort im Feld entzieht sich gar mancher Bock, der unbedingt abgeschossen werden müßte, der Kugel und tritt mit ein in die Blattzeit. Denn um die Monatsmitte setzt in unserer Gegend die Brunft des Rehwildes ein, um bis zur Mitte des Augusts zu dauern. Böcke, die wochenlang verschwunden waren, werden nun wieder sichtbar, und der Waidmann wird alles daran setzen, möglichst bald noch die Artverderber zu erwischen, die sich seither immer in Sicherheit zu bringen wußten. Der gute, starke, jagdbare Bock dagegen soll sich zunächst noch vererben, um dann, soweit der Abschußplan es ge- tattet, durch seine Krone den Waidmann zu er- reuen. Im Kreise Gießen hat der Kreisjägermei- ter die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß eine Jäger alles daran setzen, jene abkömmlichen Böcke im Interesse einer baldigen Ausartung der Rehstände vor der Brunft zu strecken, den starken Bock jedoch vor dem 25. Juli nicht zu besagen. Die Trophäenschau im kommenden Winter wird zeigen, inwiefern die Jägerschaft es verstanden hat, sich auf ihre Aufgabe einzustellen Selbst derjenige Jäger, der nur einen geringen Bockabschuß durchzuführen hat, ihn vielleicht überhaupt schon beendete, sollte in der „Blattzeit" sein Revier recht oft aufsuchen. Denn beim „Blatten" lernt man seine Böcke kennen, kann „Inventur" machen und sich ein wahrheitsgetreues Bild davon machen wie es im Revier überhaupt aussieht. Die Blattzeit wird um so interessanter werden, je größer die Zahl der Böcke und je geringer die der Ricken wird. Man muß dazu die Schilderungen deutscher Jäger gelesen haben, die in anderen Teilen der Erde das Reh jagten, wo das Geschlechtsverhältnis 1:1 beträgt, ja mitunter sogar die Böcke überwiegen. Sehr zu empfehlen ist das Blatten von der Leiter oder dem Hochsitz. Während beim Blatten vom Boden das Wild den Jäger doch recht bald eräugt und das Anfprechen erschwert ist, gestattet das Sitzen außer Wind meist ein Ansprechen des Gehörnes bis in alle Einzelheiten. Gar manche Ricke wird dabei als geringer Bock erkannt von der Sorte, die keine Anlage zu guter Gehörnbildung besitzt, und wird deswegen mit besonderer Genugtuung auf die Decke gelegt. Doch nicht alles, was springt, ist Bock. Das soll sich der Anfänger und schuß- hitzige Waidmann wohl merken. Sonst kann er „Schürzenjäger" werden. Es empfieht sich auch, daß man sich in Revieren mit stärkerem Rickenabschuß unter der Hand einstweilen merkt, wo geringe Schmalrehe oder einzelgehende Ricken, auch Mütter sehr geringer Kitze stehen. Denn wenn am 15. September der Abschuß des weiblichen Rehwildes beginnt, kann dieser sich zunächst weder auf führende Stücke noch auf wirtschaftlich völlig minderwertige, nämlich Kitze, erstrecken. Es werden vielmehr zunächst jene allein gehenden Stücke zum Abschuß heranzuziehen fein. Die Erfahrung zeigt, daß das viel leichter geht, wenn man sich schon während des Sommers Einstand und Wechsel merkt und im Herbst weiß, wohin man zu gehen hat. Rotwild und Damwild haben noch Schonzeit. Die Hirsche beginnen mit dem Fegen. Das Schwarzwild hat reich gedeckten Tisch. Suhlen werden gern angenommen. Der Ansitz an ihnen kann zum Erfolg führen. Führende Bachen find noch durch das Gesetz geschützt. Hasen trifft man in allen Größen an. Die Jungen des ersten Satzes rammeln bereits selbst schon. Rebhuhn und Fasan führen ihre Jungen. Am 16. Juli beginnt überall im Reich die Schußzeit der Wildente. Man sollte dabei allerdings nicht wahllos Jungenten abfchießen, die vielleicht noch gar nicht vollwertig sind. Bei heißem Wetter müssen Enten rasch ausgezogen werden, da sie sehr leicht „grün" werden. Der Erpel kommt in die Schwinaemauser und ist dann fluaunlähig. Ein solcher Rauherpel weiß sich vor dem Hund sehr gut zu drücken und offene Wasserstellen untergetaucht, nur mit der Schnabelsvitze über Wasser, zu durchrinnen. Der häutig nicht ganz leichte, rasche Schuß macht bann besondere Freube. Die Fuchsgehecke finb meist ausgelaufen und stecken bis zur Ernte in Feldnotbauen ober im (Betreibe. Es wurde beobachtet, bah diesjährige Jnng- füchfe bereits stark von der Räude befallen sind. Solche Stücke müssen unter allen Umständen abgeschossen und tief oeraraben ober besser noch verbrannt werden. Sonst breitet sich diese ekelhafte Krankheit noch weiter aus. Den Dachs zu beobachten, wenn er bei sinkender Sonne mit seinen Jungen auf dem Bau spielt oder -zu Feld rückt, ist immer eine Freude. Vielen Jägern ist es nicht bekannt, daß Dachs und Marder jetzt in der Ranzzeit sind. Bei ihnen finden wir genau so wie beim Reh eine Eiruhe, b. h. bie befruchtete Eizelle beginnt erst später mit ihrer Entwicklung. So kommt es, baß z. B. gerabe während der Blattzeit des Rehwildes öfters sich jagende Marder beobachtet werden. Der Jagdschutz erstreckt sich vor allem neben den zweibeinigen Räubern auf Hund und Katze. Meist trifft man auch ganze Krähenfamilien zusammen an. Der Abschuß der Jungkrähen ist nicht schwer. Man sollte die Patrone nicht sparen. Hubertus. dericiana! Ouvertüre, Zimmer; 3. Zwei ungarische Tänze Nr. 5 und 6, Brahms; 4. Don Wien durch die Welt. Operretten-Revue, Hruby; 5. Marsch der Landsknechte aus dem 15. Jahrhundert und Trinklied aus dem 16. Jahrhundert, bearbeitet von Schreck. ** Ehrliche Finderin. Die Wartefrau Luise Müller fanb am letzten Viehmarkttage eine Brieftasche mit Geldbeträgen und Wertpapieren in Hohe von 1000 RM. und sämtlichen Ausweispapieren. Der Verlierer, ein Händler aus Münchholzhausen, der feinen Verlust erst auf der Heimfahrt im Zuge bemerkt hatte, erhielt bei feiner Rückkehr nach dem Gießener Bahnhof den Fund wieder zugestellt. ** Kameradschaftsabend im Sturmbann IV /11 6. Der Sturmbann IV/116 vereinigte eine große Anzahl Kameraden am Samstag zu einem Kameradschaftsabend am „Felsen". Der Platz am Felsen und die Halle waren zu diesem Zweck prächtig geschmückt morden. Der Festplatz bot mit feinen vielen bunten Lichtern einen schonen Anblick. Dem eigentlichen Kameradschaftsabenb, an dem auch Obersturmbannführer Münker teilnahm, ging eine Flaggenhissung voraus, die unter den Klängen des Horst-Wesfel-Liedes und des Deutschland-Liedes geschah. Der Sturmbannführer Hobel umriß kurz den Sinn des Abends, der darin zu sehen sei, insbesondere nach der Neugliederung, die Kameradschaft neu zu festigen. Aufgabe des Abends sei ferner, für einige Stunden des Alltags vergessen zu lassen und echte Kameradschaft zu pflegen. Mit dem Gelöbnis, daß die SA. stets bereit fein werde, den Geist und das Ideengut des Führers unverfälscht und rein zu erhalten und mit einem dreifachen „Sieg - Heil!" auf den Führer schloß er seine Ansprache. Musikalische Darbietungen des Musikzuges des Sturmbannes IV/116 und ein Wasserreigen verschönten den Abend. ** Der Gießener Eisverein hielt dieser Tage im Vereinsheim an der Mvltkestraße eine außerordentliche Mitglieder-Versammlung ab, bie von dem stellvertretenden Vereinsführer Dr. Fischer eröffnet wurde. Zur Verhandlung stand in erster Linie die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Nachdem bereits vor einiger Zeit in einer Sitzung des engeren Vorstandes Universitäts-Bibliothekar Dr. W a l b r a ch vorgeschlckgen worden war, wurde er nunmehr von der Versammlung bestätigt. Der neugewählte Vereinsführer sprach seinen Dank für bas Vertrauen aus, und wies darauf hin, daß er bemüht sein werbe, bas Amt im Sinne bes verstorbenen Dereinsführers zu verwalten. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. ** Befreiung der Heime der Hitler- Jugend von Rundfunkgebühren. Im Einvernehmen mit den am Rundfunk beteiligten Reichsministerien hat der Reichspvstminister der Hitler-Jugend unter gewissen im Amtsblatt des Reichspostministeriums veröffentlichten Bedingungen Befreiung von den Rundfunkgebühren gewährt. ** Langfristige Gewerbekredite. Die Industrie - und Handelskammer Gießen weist darauf hin, daß die Bank für deutsche Industrie-Obligationen, insbesondere deren Vertretung in Frankfurt a. M., Börsenplatz 1, besonders den langfristigen gewerblichen Bankkredit pflegt. Die Bank hat weit über 100 Millionen Mark an Handwerker und mittelständische Handels- und Industriebetriebe ausgeliehen. Grundsätzlich erfolgt die Hergabe dieser Darlehen gegen hypothekarische Sicherheiten mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Die Nebenbedingungen können von den Interessenten bei der Bank an der oben angegebenen Adresse erfragt werden. (svvvmin- . u Oer Dkönftion. 11.30 Jbis 1230 llhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnad)- mittag geschloffen. Oberhessen. Das Hoherobskopffest bed DHE. LPD. Schotten, 30. Juni. Unter sehr starker Beteiligung aller Zweigvereine des Vogelsberger Höhen-Clubs aus dem ganzen Gaugebiet unb der Bevölkerung des Vvgelsberges wurde heute das alljährlich einmal stattfindende Hvherobskopf» f e ft gefeiert. Der Zweigverein Lauterbach hatte diesmal die Ausrichtung bes heute schon zu einem allgemeinen Heimatfest der ganzen Bevölkerung. Oberhessens gewordenen Veranstaltung übernommen und bestens durchgeführt. Vor den Klubhäusern bes VHC. war ein großer Festplatz aufgebaut worben, ber bie vielen Hunberte Besucher nicht alle fassen konnte. Der Dorsitzenbe bes Gesamt-VHC. Dr. Bru ch- Häuser- Ulrichstein gab in seiner Festansprache einen Ueberblicf über bie Geschichte unb bie Bedeu- tung bes Hoherobskopffestes unb erläuterte nochmals bie bereits seinerzeit bei ber Jahreshauptversammlung in Lich bekanntgegebenen großen Straßenbaupläne zur Erschließung bes Hohen Do- gelsberges für Autoverbindungen unb den bamit erforderlich roerbenben Ausbau ber VHC.-Klub- häufer. Den Höhepunkt ber sehr geschmackvollen unter- haltenben Dortragsfolge bildete bas von bem Mainzer DHC.er Schirrmacher verfaßte Heimatspiel „Dir mein Vogelsberg", bas bie Schönheit ber oberhessischen Heimat pries. Der Heimat- bichter Schwarz- Gießen erfreute mit einigen finnigen Munbartgebichten. Im übrigen würbe fröhlich gesungen unb getanzt nach echter Wan- derart. B»ihschlagineinemarschierendeKoi0nne Friebberg, 30. Juni. (LPD.) Bei einem schweren Gewitter am Freitag schlug ber Blitz in ber Nähe bes Butzbacher Forstes in eine marschieren!) e Kolonne Verschobene Leute würben durch ben Luftbruck zur Seite geschleudert, verletzt würbe jeboch niemanb. Die elektrischen Leitungen im Forst- Haus würben beschäbigt. Kreis Zriebberg + Butzbach, 29. Juni. Im Saale des „Deutschen Hauses" hielt die Freiwillige Feuerwehr ihre Hauptversammlung ab, bie von weit über 100 Mitglieder besucht war. Dberbranbmeifter unb Führer der Wehr A. Schütz gedachte zunächst der verstorbenen Kameraden des verflossenen Jahres, woraus die Kapelle bas Lied vom guten Ka- meraben spielte. Die Feuerwehr besteht aus 273 Mitgliedern, und zwar 168 aktive, 59 passive, 34 fördernden und 12 Ehrenmitgliedern. Der Wehrrechner F ü l l i n g erstattete die Rechnungsablage, die eine Einnahme von 1450 Mark und Ausgaben von 1443 Mark aufweist. Das Vermögen ist am 31. März d. I. auf 323 Mark angewachsen. Die Einnahmen der Musikkasse wiesen 1546 Mark, die Ausgaben 1055 Mark auf, so daß ein Ueberschuß von 451 Mark vorhanden ist. Anschließend brachte der Wehrführer einen Bericht über die Kameradschaftshilfe, die im Jahre 1934 eine Erhöhung von 184 Mark erfahren hat und somit 2094 Mark beträgt. Hierauf nahm Dberbranbmeifter S ch ü tz bie Verleihung der Ehrenzeichen vor. Für 25jähriae treue Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: K. Schab, K. Reiche, Jak. Euler, K. Schwab, Ehr. ßintmann. Das 40jährige Dienftjubiläum wird der Kamerad Lerch; bas 25jährige H. M ä k- kel, W. Scharre, H. Steinhäuser, W Freitag, W. Renbenbach; das 10jährige K. Adler, W. Heil, K. Berg, W. Keil, O. Linkmann, W. Hadermann, Fr. Andres, H. Rerner, G. Wassern, E. Kli» schat, W. dichter, H. Zell, K. Schmidt und O. Reudenbach begehen. Gerätemeister Spier erstattete Bericht über ben Zustand der Feuerwehrgeräte, die keinerlei Mängel aufweisen, ebenso sei nach Aussagen des Zeugwartes Fisch ber Kammerbestand auf ber Hohe. Nach Abschluß des geschäftlichen Teiles, schloß sich der unterhaltende Teil an. 4- Butzbach, 29. Juni. Gestern abend veranstaltete die hiesige Stadtschule einen Elternabend. Nach einem einleitenden Marsch bes Schülerorchesters wies der Schulleiter, Rektor Bach, auf die bedeutsamen Tage der letzten Monate hin. Die Vortragsfolge zeigte in ihrem ersten Teil die Mutterliebe. In Gedicht- unb Gesangsvorträgen würbe bie Mutter als schützende, aber auch als leibende Gestalt ihrer Kinder gepriesen. Im weiteren Verlause des Abends wurde der Jugend wie auch den recht zahlreich erschienenen Eltern der fürs Vaterland in den Tod gegangene Albert Leo S chläge t e r als prächtiges Vorbild eines jeden Deutschen dargestellt. Lehrer Simon hielt einen formvollendeten Vortrag über diesen Helden, dessen Lebensbild durch gute Lichtbilder veranschaulicht wurde. Anschließend wurden die sechs Jugendwalter Forbach, Schmidt, Frau R o e s ch e n, Frau Hofmeister, A. Steinhäuser und W a • nitzek durch den Schulleiter verpflichtet. Sie sollen nach der Verordnung des Reichserziehungsministers dem Schulleiter innerhalb ber Schulgemeinde treue Mitarbeiter fein. Rektor Bach schloß in vorgerückter Stunde den Elternabend mit einem Dank an alle Mitwirkenden und Erschienenen, sowie an den Führer, der der deutschen Mutter wieder den Platz eingeräumt habe, ber ihr gebührt. 4- Nieder-Weisel, 29. Juni. Die Reparaturarbeiten an unserem Kirchturm schreiten rüstig fort. Nachdem vor etwa zwei Wochen bas gesamte Dach abgedeckt morden war, wurden neue Balken eingezogen, unb gegenwärtig wird nach der bereits erfolgten Verschalung der Turm mit einem Schieferdach versehen. Kreis Bübingen. S Nidda, 29. Ium. Infolge Besuches von 20 deutschen Kindern aus den Evangelischen A n- st alten zu Stanislaus in Polen oeranstal- tete die hiesige evangelische Gemeinde und Frauenhilfe in Verbindung mit der Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland in der Turnhalle unter starker Beteiligung der Volksgenossen einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend. Die Gäste, unter Führung von Vikar Z ö ck l e r und dessen Schwester, ließen die Zuhörer durch Vortrag von Gedichten, Sprechchören, schwäbischen, polnischen und ukrainischen Volksliedern und Tänzen in malerischen Nationaltrachten einen Einblick in ihrem Lebens- unb Wirkungskreis gewinnen. In einem ausführlichen Vortrag führte Vikar Zöck - ter, besten Vater ber Grünber ber Anstalten war, bie Zuhörer im Geiste burch ben Werbegang ber segensreichen Schöpfung. Kreis Schotten. Ulfa, 30. Juni. Der hiesige 71 Jahre alte Landwirt Heinrich Rau erlitt einen Unterschenkel- brud) und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. SJl.