§ä 5» «j'o s» 'X'o> 3 2 *9 d 35s-. ,Z?s 5 5 i O 5 Ijtl p«ä "ZAZ @5 2". 25 a As 61 • n 3 „~CQ 1 * f» ' 3. :$a : « S H N o °*d| S $ O, 0'2-3 •§ä c®-« 3 rv « 3> T «' = 2 Samstag, 1.3uni 1935 185. Jahrgang Ur. 126 Erstes Blatt Annayme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm tföhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorfchrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemein» nützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzei» yen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenkRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w 5rantW?mMainN68« Druck und Verlag: vrühl'sche Unwersitats-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze^ ist Scher 1-Bildmaterndienst Die ken nicht aus, womit Die einmal den Staatsfincmze wollen und zum andern f um der wirklichen". Die Kammer hat es mit beträchtlicher Mehrheit a b g e l e h n t, die von Flandin erbetenen Vollmachten zu erteilen. Es ging nicht mehr um das Ermächtigungsgesetz, das Flandins Nachfolger vermutlich mühelos erhalten wird, es ging auch nicht mehr um die Aufrechterhaltung der Währung, für die sich wohl auch trotz der zahlreichen Abwertungs- freunde auf der Linken in Zukunft die Mehrheit der Parteien aussprechen wird, es ging nur noch um die Person Flandins ausschließlich, dem man übelgenommen hat, daß er vor drei Wochen das Parlament mit der Beruhigung in die Ferien geschickt hatte, die Finanzlage sei befriedigend und dem man keine neue Gelegenheit geben wollte, sich noch einmal mit Hilfe des Ermächtigungsgesetzes der Kontrolle des Parlaments zu entziehen. Da half weder das Opfer des Finanzministers Germain- Martin, der während der entscheidenden Kammer- sitzung seinen Rücktritt erklärte, da hals auch nicht das persönliche Auftreten des noch an den Folgen seines Autounfalles laborierenden Ministerpräsiden, ten in geschientem Arm und in ärztlicher Begleitung. Nichts rührte die aufgebrachten Deputierten. Flandin mußte gehen und noch in der glei» chen Nacht begann der als sein Nachfolger in Aussicht genommene Kammerpräsident B o u i s s o n die Verhandlungen über die Neubildung der Regierung. Es sieht keineswegs so aus, als ob das neue Ka- binett die Verteidigung des Franken aufgeben wird. Selbst Anhänger einer Frankenabwertung haben sich entschieden Dagegen ausgesprochen, unter dem Druck der Spekulation eine solche Maßnahme durch, zuführen, die schärfste Beobachtung der psycholoqi- scheu Momente erfordert, wenn nicht das Vertrauen zum Franken mit diesem ins Rutschen kommen soll. „In der Schlacht wechselt man nicht die Pferde". Das schließt aber eine spätere Abwertung des Fran- ken nicht aus, womit die Freunde der Abwertung einmal den Staatsfinanzen auf die Beine helfen sich auf einer internatio» nalen Währungskonferenz gegenüber Amerika und England eine bessere Stellung zu verschaffen glauben. Aber alle finanz- und währungspolitischen Manipulationen bleiben Trug und Schein, wenn das Vertrauen in eine solide Führung des Staatshaushalts fehlt, das werden auch die französischen Staatsmänner erfahren, die Flandins Erbe anzutreten, sich soeben anschicken. Rüstungsausgaben, die weit über die normale Risikoprämie hinausgehen, wie sie jede Nation für ihre Sicherheit aufbringen muß, sind für den Staatshaushalt Frankreichs ein«. Belastung, die kein Vertrauen in feine Gesundung aufkommen lassen kann. zusammen: Ministerpräsident und Inneres: Fernand Boaif- s o n (parteilos). Staatsminister: Laitlaux, Senator (Radikalsozialist), herriot, Abgeordneter (Radikal- sozialist), Louis Marin, Abgeordneter (Republikanisch-Demokratische Vereinigung), Marschall Petaln. Auswärtiges: Laval. Abgeordneter (unabhängig). Justiz: Pernot, Abgeordneter (Republikanisch- Soz. Vereinigung). Krieg: General Maurin. Kriegsmarine: Pletri. Abgeordneter (Linksrepublikaner). Luft: General Dena in. Paris. 1. Iuni. (DRV.) Das Kabinett Vouifson : gebildet. Ministerpräsident Bouisson wird sich 11 Uhr ins Elysee begeben, um dem Präsidenten Republik sein Kabinett vor zu stellen. ... Verordnungen über die Ernennung der neuen Kabinettsmitglieder werden im „Journal OffkieP vom Sonntag erscheinen. Das Kabinett Bouisson wird sich am D i e n s t a g n a ch m i t t a g der Kammer vorstellen. Es seht sich folgendermaßen Die Wnisterlisie. Dienstatt Vorstellnntt in der Kammer. Verteidigung des Franken. Auch Bouisson wird umfassende Vollmachten fordern. handel: Laurent - Cynac. Abgeordneter (Radikale Linke). Finanzen: Palmade, Abgeordneter (Radikalsozialist). Rationale Erziehung: Mario R o u st a u d, Senator (Radikalsozialist). Oeffentliche Arbeiten: P a g a n o n. Abgeordneter (Radikalsozialist). Kolonien: Louis Roll in. Abgeordneter (Radikale Linke). Arbeit: Frossard, Abgeordneter (Sozialist). Pensionen: Perfetty. Abgeordneter (Radikalsozialist). dieser Vollmacht des Präsidenten, von sich aus die c einzelnen Industrie-Codes auszuarbeiten und zu i verordnen, steht und fällt natürlich die Wirksam- , feit des ganzen planwirtschaftlichen Systems. Denn J würden erst diese 557 Codes jeder für sich durch ' die parlamentarische Gesetzgebungsmaschme mit aü ! ihren Zufälligkeiten und Widerständen getrieben werden müssen, könnte von einer den Notwendigkeiten des Augenblicks angepaßten Wirtschaftslenkung keine Rede fein. Es ist fein Wunder, wenn dieses Urteil, dem der Präsident mit der sofortigen Außerkraftsetzung der Codes Rechnung getragen hat, eine ungeheure Bestürzung namentlich in den Arbeitermassen hervorgerusen hat, die in dem Nira-Gesetz den ersten fundamentalen Schritt zu einer amerikanischen Arbeiterschutzgesetzgebung sahen. Der Präsident hat die Absicht, an Arbeitgeber wie Arbeitnehmer emen Appell zu richten, sich freiwillig den bisherigen Codes zu unterwerfen, aber die nationale Disziplin wird kaum so groß sein, daß schon nach so kurzer Zeit durch Freiwilligkeit ein gesetzlicher Zwang ersetzt werden kann, der von weiten Kreisen auch heute noch als sehr fragwürdiges Experiment empfunden wird. Bliebe also eine Verfassungsänderung zur Rettung der Nira-Gesetze. Die in dem Artikel 5 der Bundesverfassung vom 17. September 1787 für eine „Verbesserung" der Verfassung vorgesehenen Verstimmungen sind indessen so umständlich, zudem sind dazu Zweidrittelsmehrhelten m beiden Häusern des Kongresses und für die Ratifizierung sogar eine Dreioiertelsmehrheit der Einzelstaaten erforderlich, daß dieser Weg wenig Aussicht auf Erfolg bietet. Es wird also notwendig sein, ein : neues Nira-Gesetz auszuarbeiten, das den Be- > ftimmungen der Bundesverfassung besser entspricht , als das alte, ohne den wirtschafts- und sozialpolitischen Zweck preiszugeben. Ein Rückfall in die - freie Wirtschaft der Hoover-Aera müßte zu einem - furchtbaren Zusammenprall zwischen den alten - Wirtschaftsmächten und den in ihrem Selbstbewußt- i fein durch die neueste Entwicklung gestärkten Gewerkschaften führen und könnte damit geradezu eine Katastrophe heraufbefchwören, die in Ausmaß und Folgen dem unheilvollen Bürgerkrieg des vorigen Jahrhunderts ähnlich wäre. Wirtschaftliche Gründe hat auch die Krisis in Frankreich, das sich ja, von der Natur verschwenderisch ausgestattet, von allen europäischen Ländern am längsten den Folgen der Weltwirt- schaftskrisis hat entziehen können, da es, wie die Vereinigten Staaten in r-* ??***' maßen, durch die gesunde Verteilung von und Landwirtschaft ein sich ■en, -><- es, ähnlich traft zu treffen die geeignet sind, die Sanierung weit gröberen Aus- der öffentlichen Finanzen, die Belebung der ®irt- >e iueneiiuna"v°n Industrie fchaftstätigkeit, die Verteidigung des öffentlichen annähernd sich selber genü. Kredites und die Erhaltung der Wahrung zu ver- Gefundheitswefen: Ernest L a f o n 1, Abgeord» oder (Sozialist). Post: Mandel. Abgeordneter (unabhängig). Unterstaatssekretär bei der Ministerpräsidentschaft: E a t h a l a. Abgeordneter (Radikale Linke). Der bisherige Minister für die Handelsmarine. V e r t r a n d , befindet sich an Bord des französischen Dampfers .,Normandie" a uf ei ne r R ei Jf e nach Amerika und wird erst nach seiner Rückkehr nach Paris abgelöst werden. Das Landwirt- schaftsministerium ist noch nicht beseht worden. Krisen. Nicht nur im komplizierten Räderwerk der Weltwirtschaft knirscht der Sand, den Weltkrieg und unsinnige Friedensdiktate in das empfindliche Getriebe gestreut haben, auch die nationalen Volkswirtschaften ächzen und stöhnen unter dem sich fast automatisch fortpflanzenden und sich verstärkenden Druck eines Prozesses, der die Naturgesetze wirtschaftlicher Zusammenarbeit der Völker auf den Kopf gestellt und einen primitiven Wirtschaftsegoismus an die Stelle wirtschaftspolitischer Vernunft gesetzt hat. Aber für die Sinnlosigkeit der gegenseitigen Abkapselung der nationalen Volkswirtschaften, wie sie der Führer in seiner großen Reichstagsrede als Kennzeichen für die trostlose Lage der Weltwirtschaft beklagt hat, liefern neuerdings die Bereinigten Staaten und Frankreich Beispiele von eindringlicher Be- weiskrast. In Amerika hat Präsident Roose» velt nach dem furchtbaren Erwachen aus dem Rausch der Prosperity-Aera Hoovers den psychologisch richtigen Augenblick für eine grundsätzliche Umstellung der Wirtschaft seines Landes benutzt. Aus der Hochburg zügellosesten kapitalistischen Profitstrebens, das keine Rücksicht kannte auf nationale Interessen, auf Ausgleich innerhalb der Volkswirt- schäft oder gar auf soziale Erfordernisse der Erhaltung des Menschen als höchstes Gut der Nation ist ein Land planvoll geleiteter, in Löhnen und Preisen wie in der Erzeugung gebundener Wirtschaft geworden. In weniger als zwei Jahren hat sich in dem bisherigen Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine "Revolution vollzogen, die sich keineswegs auf die Wirtschaftspolitik beschränkt, sondern tief in die gesellschaftliche Struktur Amerikas eingreifen wird und daher eine Revolutionierung der Geister voraussetzt, von deren Ausmaß wir uns vielleicht einen Begriff machen können, wenn wir uns die sozialpolitische Entwicklung in Deutschland seit dem Abschluß der Jndustrialisierungsepoche des Hochkapitalismus über die Arbeitsschutzgesetzgebung Bismarcks und die Ausbildung der Gewerkschaften bis zur Ordnung der nationalen Arbeit im national* ozialistischen Staat der Gegenwart vor Augen halten und uns diese Zeitspanne von rund zwei Menschenaltern dem amerikanischen Lebenstempo angepaßt in ein kurzes Jahrzehnt zufammengepreßt des Kabinetts Bouisson etwa die» selbe die das Kabinett Flandin zum Zeitpunkt seiner Bildung besaß. Der Ministerpräsident soll die Absicht haben, in der Kammer am Dienstag die gleichen N 0 ll m a cht e n zu beantragen, wie Flandin sie gefordert hatte, und bann einige Tage später - etwa am 9 Ium - das Parlament in die Ferien zu schicken. Die Regierung würde dann auf Grund des ®r™a,rHt3 gungsgesetzes die Verteidigung der ® r u n g als ihre Hauptaufgabe betrachten und sich ihr ganz widmen. Im großen Ganzen hat die erste Regierung Bouisson eine gunftige Aufnahme gefunden. Der Kamps gegen die Spekulanten. Haussuchung auch beim „Petit Journal". P a r i s, 1. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Laufe des Freitags hat die Polizei in Banken und bei Privatleuten in 17 Füllen Haussuchungen abgehalten, um Währungsspekulationsmanöver aufzudecken. lieber das Ergebnis und über die Mehrzahl der Namen wird Stillschweigen bewahrt. Auch bei einer Firma, die mit Edelmetallen handelt, erfolgte Haussuchung und die Kundenlifte wurde von 'den Untersuchungsbeamten eingesehen. — Eine Haussuchung fand auch im Büro d e s Direktors der Zeitung „Petit Journal", die sich in Artikeln für eine A b - wertung eingesetzt hat, statt. In einer Mitteilung erklärt der Direktor der Zeitung, er habe den Polizeikommissaren seine Geschäftskosten und gendes Wirtschaftsgebiet darstellt, das eine Loslosung 1 vom Weltmarkt eher vertragen kann als vorwie- . genbe Jnbustrieftaaten ober reine Agrarlandes Schwierigkeiten hat es auch hier gegeben, namentlich ' die Landwirtschaft hat unter dem Preisdruck sehr gelitten, aber der Hauptkummer sind die Staats- f i n a n 3 e n , deren Gesundung durch die wahnsinnig emporgeschraubten Rüstungsausgaben unmöglich gemacht wird. Das Defizit im Staatshaushalt spukt auch im Hintergrund der Franken- tri Hs, die soeben zum Sturz des Kabinetts Flandin geführt hat. Die internationale Devi enfpekulation attackierte nach der Abwertung des Belga zunächst den holländischen Gulden, daraus den Schweizer Franken, beides ohne Erfolg, und warf sich dann seit etwa vierzehn Tagen mit aller Kraft auf den französischen Franken. Die ungeheuren Frankenverkäufe der Spekulation zwangen die Bank von Frankreich zu starken Goldabgaben, vom 1. bis zum 24. Mai sind mehr als drei Milliarden Franken in Gold aus den Tresors der Staatsbank abgeflossem Aber auch die dreimalige Diskonterhöhung von 2,5 auf jetzt 6 Prozent hat den Abfluß nicht stoppen können. Bei einem Goldbestand von rund 80 Milliarden und einer Deckung von nahezu 80 v. H. wäre die Bank von Frankreich wohl in der Lage, Den Angriffen der Spekulation mit Ruhe zu begegnen. Aber wie schon angedeutet, liegen die Gründe für die Fraükenkrisis tiefer. Es ist keineswegs bloß das Ausland, das aus spekulativen Gründen auf eine Abwertung des Franken hinarbeitet, sondern der kleine französische Sparer hamstert Gold, um feine Ersparnisse in Sicherheit zu bringen, weil er Das Vertrauen in eine gesunde Finanzwirtschaft des Staates verloren hat und eine Abwertung furchtet, die ihn um einen Teil.feiner fauer erworbenen ■ Spargroschen bringen müßte. Die großen Erfolge . der Linksparteien, namentlich der Kommunisten, bei 1 den Okmeinderatswahlen werden gewiß auch dazu 1 beigetragen haben, das Vertrauen in einen stetigen . politischen Kurs zu untergraben, zumal man weih, = daß auf der Linken viele Freunde einer Wahrungs- , abroertung fitzen. . Das Kabinett Flandin, einst berufen, um 5 an Stelle der Verfaffungsreformpläne des steif- nackigen Dvumergue die dringlicheren Wirtfchafts- ; fragen in Angriff zu nehmen, hat die Zeit nutzlos = verstreichen lassen und schließlich nichts besseres zu 1 tun gewußt, als das Parlament um (Ermatt)» , tigungzu bitten, „alle Dispositionen mit Gesetzes- ^Roosevelts „NewDea l", die wirtschaftliche Neuordnung, deren Kernstück, die sog. N i r a - Gesetzgebung, eben einer so harten Belastungsprobe ausgesetzt ist, zielt ja nicht nur auf die Ueberwin- bung zeitgebundener konjunkturell begründeter Kn- . senzustände ab, sondern geht von der Auffassung aus daß einmal der Weltkrieg und seine Folgen strukturelle Aenderung der Weltwirtschaft hervorgerufen hat, die auf Amerika nicht ohne tiefgreifende Wirkungen bleiben konnten, und zum andern die binnenwirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten auch dieses Land brutaler Ellbogensreiheit aber auch ungeheuren wirtschaftlichen und technischen Aufschwungs bis zu dem Punkt geführt hat, wo die hochkapitalistifche Epoche als abgeschlossen gelten kann und daher neue Wirtschafts- und, was noch wichtiger ist, neue Gesellschaftsformen den Heber* , gang in eine ruhigere Epoche binnenwirtschaftlicher Festigung Herstellen müssen. Der schroffe Wechsel i von einem gigantischen Wirtschaftsaufschwung in । den ersten Jahren nach dem Kriege zu einem nicht 1 minder gigantischen Zusammenbruch besonders in ber Landwirtschaft, aber auch in den meisten Jn- buftrien, im Handel und Geldwesen mit einem un- i geheuerlichen Anschwellen der Arbeitslosigkeit, deren Opfer ohne staatliche Sozialeinrichtungen der privaten Fürsorge anheimfielen, dieser plötzliche Sturz aus allen Himmeln grenzenlosen Geldverdienens, am schärfsten gekennzeichnet durch die schwarzen Tage des großen Bankenkrachs in den Städten des Mittelwestens, bereitete den Boden für den Gebauten daß es mit der bisherigen Willkür In Der Wirtschaft ein böses EnDe nehmen müsse unb zumindest Der Versuch einer planvollen Lenkung ber wirtschaftlichen Erzeugung gemacht werden müsse. Präsident Roosevelt, dessen Wahl ja schon eine Folge der Enttäuschung über Hoovers Treiben» lassen gewesen war, ergriff die Initiative. Die Nira-Gesetze zur Ordnung der nationalen Wirtschaft gaben ihm die Befugnis, ganze Industriezweige korporativ zusammenzufassen und ihnen in Gestalt der sogen. Codes Preise und Lohne vorzu- schreiben, die den freien Wettbewerb zu Gunsten einer nach den Interessen des Ge amtwohls aus- gerichteten Planwirtschaft einschrankem Aber auch sozialpolitisch war diese Gesetzgebung die fast genau vor zwei Jahren, am 16. Juni 1933 verkündet worden ist, eine ungeheure Revolution. Gab sie doch den Arbeitern das Recht, sich zu organisieren und ihre Interessen durch die Gewerkschaften vertreten zu lassen, ohne von den Arbeitgebern dann behindert zu werden. Das Arbeitsverhälthis als Einzelvertrag wich dem Tarifvertrag zwischen Oe- werkschaften und Industrievereinigungen, ohne Den ja eine staatlich beeinflußte Lohnfestsetzung im Sinne der Rooseveltschen Codes nicht denkbar 11. Eine solche radikale Umwälzung aller bisher geltenden wirtschafts- und sozialpolitischen Arischau- ungen muhte selbstverständlich auf schärfsten Widerstand namentlich aus den Kreisen stoßen, Die in ihrem Gewinnstreben durch Die Nira-Gesetz- gebung beschränkt würben. Großindustrie und Bankwelt, politisch meist Der Republikanischen Partei verschrieben, opponierten gegen Den neuen Nurs Des demokratischen Präsidenten. Ihnen kam ber föderative Grundgedanke der amerikanischen Bundesverfassung zu Hilfe. Ein Urtet des Dberften Gerichtshofs Der Vereinigte n Staaten hat der Nira-Gesetzgebung den Boden unter den Füßen weggezogen, indem es dem Parlament das Recht abspricht, fein Gefetz- gebungsrecht dem Präsidenten zu übertragen. Mit Bouisson hat sein Kabinett gebildet. Neun Minister aus dem Kabinett Flandin übernommen, darunter Laval.-Die Grundlage der neuen Regierung nach links hin verbreitert. Das Kabinett Bouisson ist das 98. seit Bestehen der französischen Republik und das 9. der gegenwärtigen 15. Legislaturperiode. 3 Minister sind Senatoren, 14 sind Abgeordnete, 3 sind Nichtparlamentarier (Marschall Pätain, General Maurin und General Denain). 9 der Minister Des Kabinetts Bouisson gehörten bereits dem Kabinett Flandin an. 3 der Mitglieder der Regierung Bouisson sind zum er st en Male Minister geworden, und zwar die Abgeordneten Frossard, Perfetty und Ernest Lafont. Durch die Hereinnahme eines bisherigen Altsozial ist en (Frossard) und eines Neusoziall» st e n (Ernest Lafont) sowie durch Heranziehen von Linkspolitikern aus dem radikalsozialistischen Kreise Chautemps-Daladier scheint sich das neue Kabinett vor allem nach links hin ve r b ree tert zu haben. Der Weggang des Frontkampser- Bertrekers Rivollet als Pensionsminister durfte dazu bestimmt fein, etwaige Widerstande von Rentenempfängern gegen Sparmaßnahmen leichter abwehren zu können. Durch feine ununterbrochene neunjährige Amtszeit als Kammerpräsident hat der neue Ministerpräsident eine große politische Erfahrung sammeln können, die ihm jetzt zustatten kommen wird. Das Kammerpräsidium war für ihn em guter Beobachtungsposten nicht nur während Der Parlamentsdebatten, sondern auch im Verlause der einzelnen Regierungskrisen, bei denen das Staatsoberhaupt stets zuerst die Ansicht und den Rat Der Präsidenten von Kammer und Senat einzuyolen ^Parteipolitisch bleibt nach der Absage der beiden sozialistischen Parteien die Mehrheit seine Bankbücher zur Einsicht vorgelegt und betont, daß er weder mittelbar noch unmittelbar, weder für sich noch für jemand anders Franken, Dollar, Pfunde oder sonstige fremde Devisen gekauft oder verkauft habe. Die Polizeikommissare hätten sich darauf wieder entfernt, ohne irgendwelche Akten mitzunehmen. Diskonterhöhung in Holland. Amsterdam, 31. Mai. (DNB.) Die Niederländische Bank hat am Freitag ihren Diskontsatz mit sofortiger Wirkung von 4 auf 5 o.H. erhöht. Wie erinnerlich, war e rft am 16. d. M. die Diskontrate von 4,5 auf 4 o. H. herabgesetzt worden. — Diese Maßnahme muß als eine sofortige Reaktion auf die Vorgänge in Frankreich und auf die hartnäckigen Baisseangriffe auf den französischen Franc betrachtet werden, die auch die holländische Währung in Mitleidenschaft gezogen und erneut zu Goldabgaben der Niederländischen Bank geführt haben. Die preffe begrüßt das neue Kabinett. Paris, 1. Juni. (DNB.-Funkspruch) Die Aufnahme, die der in weiten Kreisen beliebte bisherige Kammerpräsident als Regierungschef in der Presse findet, ist freundlich. Man gewinnt den Eindruck, daß die Oeffentlichkeit ihm keine Schwierigkeiten in den Weg legen, sondern im Gegenteil dazu beitrag/m wird, ihm bei der Verteidigung der Währung die bestmögliche Unterstützung zu leihen. Wenn das Parlament die gleiche Einstellung beweist, wird Ministerpräsident Bouisson in einer Atmosphäre der Entspannung arbeiten können, die seinem Vorgänger nicht beschieden war. Der „M a t i n" bezeichnet mit Befriedigung die Tatsache, daß alle Vorkämpfer der Abwertung von der Regierung streng ferngehalten worden seien, deren wesentliches Programm die Verteidigung des Francs und die Erlangung der Vollmachten zur besseren Verteidigung der Währung fei. Die gefundene Formel sei ausgezeichnet und beruhigend. Auch „Journal" hebt hervor, daß das Kabinett Bouisson keine Anhänger der Abwertung in sich ausgenommen habe. Es wolle die französische Währung entschieden verteidigen. Der neue Ministerpräsident werde von der Kammer verlangen, daß sie ohne Reden und ohne irgendwelche Abänderung den Wortlaut des Vollmachten-Antrages annehme, über den das Kabinett Flandin gestürzt ist. „P e - fit Parisien" spricht von einem „Kabinett der Verteidigung des Franc". Jetzt müßte nach dem Muster der Einigung innerhalb der Regierung auch die Einigung eines Parlaments und eines Landes zustande kommen. Das „Petit I o u r n a l", das die Abwertungsthese vertritt, schreibt, Flandin habe durch seinen Mangel an Energie und an Entschlußkraft kein An- recht auf die Vollmachten gehabt. Seitdem es zurückgetreten sei, habe die Panik aufgehört, und die Rentenkurse seien wieder gestiegen. Zur Wiederherstellung der finanziellen Ordnung und der Wirtschaft gäbe es zwei Möglichkeiten, nämlich den Frank durch eine verstärkte Deflation mitverstärkterWirtschaftskrise zu verteidigen oder sich zu einer „Währungsanpassung" zu entschließen, die die Sachlage früher oder später doch notwendig machen werde. „F i g a r o" führt aus, die Kammer hätte vor einigen Tagen die Vollmachten sachlich gern bewilligt, nur nicht zugunsten eines Kabinetts Flandin. Jetzt fei die Lage so, daß die Kammer die Vollmachten Bouisson persönlich ganz gern geben würde, aber sie nun aus sachlichen Gründen nicht zu geben wünsche. Das ergäbe eine ziemlich verwickelte Lage. „Q u o- t i d i e n" hält Bouisson nicht für den richtigen Mann am richtigen Platz. Das Blatt nennt es ein außerordentlich bedenkliches Zeichen, daß der bisherige Kammerpräsident selb st als Regierungschef Vollmachten gegen die Kammer beantragen werde. Wenn Herriot auf der Linken nicht mehr die Verteidigung des Parlaments übernehme, wer solle dann noch das Parlament verteidigen? Bouisson steige von seinem Präsidentensessel herunter, um die Verfassung im Stich zu lassen. Das Blatt spricht sich für den freien Goldverkehr aus, in dem Sinne, daß auch der kleine Kapitalist oder Sparer Gold kaufen könne, nicht aber nur der, der über 220 000 Franks verfügt, um einen Zwölf-Kiloblock kaufen zu können. Oer Verfassungskonflikt in USA. Was wird Roosevelt tun? Washington, 31. Mai. (DNB.) Präsident Roosevelt legte in der Pressekonferenz die ernste .Lage dar, die die Entscheidung des Obersten Bundesgerichts geschaffen habe. Unwichtig, weil leicht zu berichtigen, sei der erste Einwand des Gerichtes, daß der Kongreß ge f e » geberische Befugnisse an das Weiße Haus abgetreten habe, denn eine genauere vom Kongreß beschlossene Auslegung und Umgrenzung der Ziele, die die Privatwirtschaft befolgen müsse, würde diesen Einwand beseitigen. Dagegen sei der zweite Einwand einfach unüberbrückbar und stelle das Land vor eine nationale Krise. Das Bundesgericht spreche der Regierung und dem Parlament das Recht ab, die nationale Wirtschaft zu regeln, indem es d e n Begriff des zwischen st aatlichen Handels, der allein unter die Bundeskontrolle komme, ganz eng begrenze. Diese Entscheidung bringe Amerika in die primitiven Zeiten von Pferd und Wagen zurück, als die 13 Kolonien einen Bund gründeten und die äußere Einheit herstellten, aber eifersüchtig darauf bedacht waren, daß kein Staat in die Oberhoheit des anderen eingreife. Jetzt verlange das Bundesgericht, daß Amerika nur ein loses Gebilde von 48 vollkommen selbständigen Einzel st aaten sein solle. Amerika sei das einzige Land der Welt, wo es den verfassungsmäßig bestellten Organen des Volkes, nämlich der Regierung und dem Parlament, versagt fei, zu bestimmen, welche Gesetze im Lande gelten sollen. Das amerikanische Volk werde sich klar werden müssen, ob es einen derartigen Zustand für richtig oder falsch halte. Augenblicklich seien alle Errungenschaften sozialer und wirtschaftlicher Natur über Bord geworfen und das Volk müsse verstehen, daß dem Chaos Tor und Tür geöffnet fei. Eine Verfassungsänderung scheine der einzige Ausweg aus dem Durcheinander zu sein. Wie der Präsident mitteilte, sind neben dem Nira-System vom Bundesgericht außer Kraft gesetzt oder in eine zweifelhafte Lage gebracht worden: die Bundeskontrolle des Alkohols, die Regulierung der Börsen, die Maßnahmen gegen Aktienschwindel und die Ordnung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Der Präsident führte bann an, was jetzt folgen werde: Ausnutzung der Kinderarbeit, Hungerlöhne, unlauterer Wettbewerb, katastrophales Sinken der Preise für Weizen, Baumwolle und andere Bodenerzeugnisse, Absterben der kleinen Geschäftsleute, die gegen die Kettenläden nicht mehr konkurrieren könnten. Dies fei keine Parteifrage mehr, sondern ein tiefernstes nationales Problem. Da Verfassungsänderungen hier sehr lange Zeit brauchen, dürfte der von dem Präsidenten erörterte Fragenkomplex der Hauptpunkt der nächstjährigen Wahlkampagne werden, wenn Roosevelt wieder kandidiert und das Volk für oder gegen seinen Kurs entscheiden muß. Ungünstiges Echo der Roosevelt-Me in Aeuyork. Neuyörk, 1. Juni. (DNB. Funkspruch.) In Neuyorker Finanzkreisen bedauert man den Pessimismus, den Präsident Roosevelt in seiner Ansprache vor der Presse durchblicken ließ. Man vermißt die zuversichtliche Note, die die bisherigen Reden des Präsidenten auszeichneten und befürchtet, daß eine mißverständliche Auffassung der Ansprache in der breiten Oeffentlichkeit den gegenwärtigen Uebergangszustand zur wirtschaftlichen Erholung ungünstig beeinflussen konnte. Die Morgenpresse bespricht die Rede mit ziemlicher Schärfe. Die unabhängig demokratische „Times" sagt, manche Aeußerungen der Rede klängen mehr wie ein Verzweiflungsschrei und nicht wie eine Mahnung zum Mut. Die republikanische „H e r a l d Tribüne" schreibt, Amerika werde durch diese Haltung stark enttäuscht werden. Es sei sicherlich berechtigt, mehr Beherztheit von einem Präsidenten zu erwarten, der nicht gezögert habe, so kühn zu führen, während die allgemeine Strömung mit ihm gegangen sei. Ausbürgerungsklage gegen vier Heimat treue Deutsche in Eupen-Malmedy. Köln, 31. Mai. (DNB.) Der Staatsanwalt in Lüttich hat gegen den Präsidenten der Cchristl. Volkspartei und' Präsidenten des Landwirtschaftlichen Verbandes Malrnedn Joseph Dehottey- Kremer, den cana. jur. Peter Dehottey und die Ingenieure Heinrich Dehottey und Paul Fochius in Eupen-Malmedy Anklage auf Ausbürgerung erhoben. Joseph Dehottey-Kremer wird beschuldigt, daß seine Nationalität seit der Abtrennung von Eupen- Malmedy immer „nominaleffektiv" gewesen sei und er im Kanton Malmedy die Triebfeder der deutschen Bewegung sei. Ihm wird weiter zum Vorwurf gemacht, dasz er in einem Vortrag auf der VDA. -Tagung in Aachen 1931 die Annexion Eupen-Malmeoys als einen Verrat bezeichnet habe. Er habe bann noch mit Mitgliedern des Heimatbundes einen Ausflug nach Machen gemacht und verschiedenen Persönlichkeiten der Stabt seinen Dank für b i e gute Aufnahme im deutschen Vaterlande ausgesprochen. Aus Briesen von ihm gehe schließlich hervor, bgß er der Führer der Heimatbeweaung in Eupen- Malmedy sei und an einem Kongreß der Internationalen Minderheiten in Bern teilgenommen habe. Die Anklage gegen Peter Dehottey fußt darauf, daß er in Briefen zum Ausdruck gebracht habe, die Eupen-Malmedyer lebten unter dem Joch anderer Menschen, die sie nicht verständen, und sehnten sich nach einer baldigen Rückkehr z u Deutschland. Auch wird ihm vorgeworfen, ein antibelgisches Lied, das B 6 u p i n • 2R a l m i b ö • ß i # h N, Mifafct und in einer deutschen Zeitschrift unter der Überschrift „Der neue Weg", eine Studie über pan- germanische Propaganda, geschrieben zu haben. Ebenso wird ihm ein Artikel zum Gedenken des 30. Januar zum Vorwurf gemacht, den er dem „Landbote" übermittelt habe. Schließlich weist die Anklage gegen ihn darauf hin, daß er auch Außenamtsleiter des Kartellverbandes (C.D.) gewesen sei. Das belastende Material gegen Heinrich De- hotten beruht darin, daß er Vorstandsmit.- glieb des Heimatbundes und desLandbundes fei, der die Rückkehr Eupen-Malmedys zu Deutschland wolle, und daß er in Briesen fein Bedauern über feine und seiner Familie gegen ihren Willen durch den Versailler Vertrag erfolgte Abtrennung vom Reich zum Ausdruck gebracht habe. Er habe weiter dem Reichssender Köln den Geburtstag einer 91jährigen Frau aus Malmedy mitgeteilt, und hinzugefügt, sie wolle nicht sterben, bis ihre Heimat das Fest der Wiederkehr zum Daterlande feiern könne. Gegen Paul Fochius wird der Vorwurf erhoben, er fei Mitbegründer der Christlichen Volks- partei und habe dem Vorstand des Heimatbundes angehört, der unter dem Deckmantel der Verteidigung kultureller Rechte die Einheit Belgiens zer- schlaaen wolle. Auch sei er Vorsitzender des „K r l e g e r d a n k e s" in M a l m e d y , der einst dem belgischen Kriegerverband angehörte und habe öffentlich bekannt, er wolle die Rückgliederung an Deutschland. Die Anklageschrift schließt, dies alles zeige, daß die genannten vier Bürger ihre Staals hürger pflichte» jchwe? per- Italien macht drei weitere Divisionen für Ostafrika mobil Beträchtliche Truppenverschiffungen aus den füditalienischen Häfen.—Mißfallen in Rom über die Sprache der englischen preffe. Rom, 31. Mai. (DRB.> Ein- amtlich- Mit- teilung gibt die Mobilis ierung einer weiteren Division des Landheeres und von zwei Divisionen Schwarzhemden für O st a f r i f a bekannt. „Die teilweise Mobilisation der abessinischen Streitkräfte", so heißt es, , „und die Ankunft weiteren Kriegsmaterials in Abessinien machen neue Defensivmaßnahmen notwendig, um die Sicherheit der italienischen Kolonien in Ostafrika gegen jeden Angriff zu gewährleisten. Mussolini hat daher in seiner Eigenschaft als Wehrminister die Mobilisation der Division Gran Sasso unter dem Befehl des Generals Terziani angeordnet. Eine neue Division Gran Sasso II unter dem Befehl des Generals Terrieri ist bereits gebildet worden." Die ebenfalls jür Ostafrika gebildete dritte und vierte Division Schwarzhemden tragen die Bezeichnung „21. 4." (Geburtstag von Rom) und „3. 1." (In Erinnerung an die Kammerrede Mussolinis vom 3. 1. 1925) und werden von General A p p r i- o tti bzw. von General Traditti, dem stellvertretenden Generalstabschef der Miliz, befehligt. Eine große Anzahl Offiziere, Unteroffiziere, Spezialisten und Mannschaften der Kriegsmarine hat den Gestellungsbefehl erhalten. Aus dem Jahrgang 1913 der Marine werden keine Entlassungen mehr vorgenommen. Der Oberbefehl der nach dem Roten Meer entsandten italienischen Seestreitkräfte wurde Konteradmiral Barone übertragen, der bereits in Masscma weilt. Der Dampfer „I t a I i a" verließ mit 10 0 0 Mann schwerer Artillerie, 133 Offizieren und Unteroffizieren sowie 3 0 0 Tonnen Kriegsgerät an Bord den Hafen von Neapel.' Es befördert außerdem eine Anzahl besonders ausgebildeter Pioniere und Straßenarbeiter. Sechs weitere Dampfer, von denen die meisten die Ausreise nach Ostafrika bereits mehrmals zurückgelegt haben, liegen in Neapel und anderen italienisch Häfen zur Ausfahrt bereit. * Die neuen Mobilmachungsmaßnahmen werden von der römischen Presse lebhaft besprochen. Uebereinftimmenb wird betont, daß der Entschluß der italienischen Regierung durch die feindselige Haltung Abessiniens gerechtfertigt fei. „Giornale d'Jtalia" schreibt, die Haltung von Addis Abeba werde, ermutigt durch die Sprache einer gewissen europäischen Presse, besonders der englischen, immer feindlicher und herausfordernder. Italien mache sich immer weniger Illusionen über d i e Möglichkeit einer friedlichen Bei ° l e g u n g und treffe daher entschlossen und rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen zur Festigung der militärischen Stellung feiner Kolonien in Ostafrika. Bei den abessinischen Streitkräften von mindestens zwei- bis dreihunderttausend Mann sei die Schwere der Bedrohung Italiens durch Abessinien mehr als offensichtlich. Man könne heute die schwere Verantwortung jener Länder ermessen, die durch ihre unangebrachte Sprache in Addis Abeba den Wahn einer europäischen Solidarität zu Gunsten der abessinischen Herausforderung gegen Italien erzeugt haben. „Tribuna" betont, wenn die englische Presse mit ihrer Kampagne fortfahren wolle, möge sie es ruhig tun. Italien werde diese Kampagne nur bei der Regelung seiner Haltung in gewissen europäischen Fragen in Rechnung stellen können, ihr aber keinerlei Bedeutung in vezug auf feine Maßnahmen in Ostafrika schenken. Nach dem „Lavoro Fascista" darf die faschistische Regierung, die realistisch zu betrachten gewohnt sei, gegenüber der abessinischen Bedrohung keine Vogel-Strauß-Politik treiben und sich weder durch das Blendwerk des Völkerbundes, noch durch die pazifistischen Erklärungen des Kaisers von Abessinien zu falschen Hoffnungen verleiten lassen. Keine Störungen des Schulbetn'ebs durch Sammlungen und außerschulische Veranstaltungen. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Vielfache Klagen über fortschreitende Störung der Arbeit in den Schulen durch außerschulische Veranstaltungen und Beteiligung an den verschiedensten Aufgaben und Zwecken, sowie über Belastung von Schule und Elternhaus durch Sammlungen, Heranziehung zum Verkauf von Abzeichen, Eintrittskarten, Losen und bergt, haben dem .Reichsunterrichtsminister R u st Veranlassung gegeben, diese Frage grundsätzlich zu regeln. Die nationalsozialistische Schule strebt dem Ziele zu, in lebendig st er Verbindung mit dem Leben der Nation und allem Zeitgeschehen von Bedeutung die Jugend als die kommenden Träger des deutschen Schicksals zu bilden und zu erziehen. Dies Ziel wird aber nicht erreicht durch übermäßigen Einsatz der Jugend für Tagesaufgaben, die ihren Blick zerstreut und ihre Kräfte nimmt, die sie für ihren inneren Aufbau braucht. Der Wunsch, gerade die leicht zu gewinnende Schuljugend zu Sammlungen und sammlungsähnlichen Veranstaltungen in den Schulen heranzuziehen, liegt nahe. Die neue Schule ist aber durchaus in der Lage, mit den ihr gemäßen Mitteln zur Opferbereitschaft zu erziehen, ohne Eltern und Schüler dauernd mit Geldforderungen zu belasten. Aus diesen Erwägungen heraus hat der Minister für alle Schulen u. a. folgendes bestimmt: Oeffentliche Sammlungen und sammlungsähnliche Veranstaltungen im Sinne des Sammlungsgesetzes vom o. November 1934, bedürfen, wenn sie innerhalb bei Schu - l e n durchgeführt werben sollen, ber befonberen Genehmigung ber Schulaufsichtsbehörde. Die Erhebung des Lernmittelbeitrages für den Unterrichtsfilm ist k e i ne Sammlung. Das gleiche gilt für die Einziehung von Beiträgen und Gebühren, die für besondere schulische Aufgaben, z. B. Schü- lerunfallversicherung, schulärztliche Versorgung und bergl. ungeordnet sind. Sammlung im Sinne dieser Bestimmungen ist es nicht, wenn innerhalb einer einzelnen Schule ober Klasse gelegentlich für einen bestimmten Zweck, z. B. für Kranzspenden, gesammelt wird. Die Mitwirkung von Schulkindern an öffentlichen Sammlungen und sammlungsähnlichen Veranstaltungen auch außerhalb ber Schulen bedarf in gleicher Weise ber Genehmigung ber Schulaufsichtsbehörde, sofern eine Beteiligung ober Vermittlung ber Schule beansprucht wird. Veranstaltungen dritter Personen für die Schule, wie z. V. Vorträge, Vorführungen, Rezitationen und bergl., innerhalb ber Schule be- bürfen ber Genehmigung. Sie darf nur erteilt werden, wenn ein besonderer unterrichtlicher Wert der Veranstaltung anzuerkennen ist. Für Film- und Bildvorführungen bleibt die Sonderregelung auch weiterhin in Kraft. Der Besuch von Veranstaltungen dritter Personen außerhalb der Schule, wie z. B. von Theatern, Ausstellungen usw. sofern Eintrittsgeld erhoben wird, ist freiwillig, jeder Druck auf die Schüler zur Teilnahme ist untersagt. Der Besuch solcher Veranstaltungen während der Schulzeit ist unzulässig. Eine Bekanntgabe von Empfehlungen und Werbungen, z. B. zum Bezug von Zeitschriften, Ankauf von Kalendern, Losen, Besuch von Veranstaltungen usw. — auch soweit sie amtlich erfolgt sind — während der Unter« r i ch t s st u n d e n ist verboten. Der Vertrieb und Verkauf von Abzeichen, Kalendern, Losen, Eintrittskarten und anderen Gegenständen in ben Schulen i st untersagt. letzt hätten. Sie würden deshalb ihre Eigenschaft als Belgier auf Grund des Gesetzes vom 30. Juli 1934 für verlustig erklärt. * Gegen vier Heimattreue Männer aus Malmedy ist also hier vom Staatsanwalt in Lüttich die Klage auf Ausbürgerung erhoben. Das berüchtigte belgische Ausbürgerungsgesetz, bas im Sommer vorigen Jahren in Kraft trat, bietet bie „gesetzliche" Handhabe, und bie Ha ussuchungen, bie am 9. März im abgetrennten beutschen Grenzgebiet durchgeführt wurden, sollten bas „Material^ liefern. Alles, was über bas Ergebnis der Haussuchungen verlautbart wurde, bewies nur eins: daß der Vorwurf der „Verletzung ber staatsbürgerlichen Pflichten" in keiner Weise auf biejenigen angewandt werden kann, die sich als Heimattreue Eupen-Malmedyer für bas vertragliche Recht ihrer Heimat einsetzen. Ganz klar aber steht ein anberes fest: baß das oorliegcnbe Ausbürgerungsgesetz sowohl ber belgischen Verfassung w i e b e m Versailler Vertrage wibespricht. Denn laut ber belgischen Verfassung sind alle Staatsbürger Belgiens gleich, und bas Ausbürgerungsgesetz unterscheibet zwischen denen, die ihre Staatsbürgerschaft durch Geburt erhielten und denen, bie s i e selbst erwarben, unb das sind eben die Eupen-Malme- dyer, die gezwungen wurden, Staatsbürger Belgiens zu werben. Die Eupen-Malmebyer aber erhielten bie belgische Staatsbürgerschaft laut Versailler Vertrag „endgültig und von Rechts wegen", unb demgemäß kann ihnen ihre Staatsbürgerschaft nur durch Aenderung dieses internationalen Vertrages aberkannt werden. Das ist ber rechtliche Tatbestand, unb das belgische Ausbürgerungsgesetz erhält auch durch bie Anklage des Lütticher Staatsanwaltes keine Rechtsgültigkeit. Wohl aber gewinnt ber bevorstehende Äusburge- rungsprozeß internationale Bedeutung, weil er in sich eine Vertragsverletzung darstellt. Der belgische Staatsanwalt in Lüttich dürfte daher feinem Staate leinen Dienst erwiesen haben, und das um so weniger, als ber Prozeß nicht nur bie Vertrags- roibrigteit bes Ausbürgerungsgesetzes aller Welt vor Augen stellen wirb, fonbern zugleich auch b i e Sage bes abgetrennten beutschen Grenzgebietes, besten Bewohnern die volle Gleichberechtigung innerhalb Belgiens zugestanden wurde. Das Recht wird auch in diesem politischen Prozeß auf Seiten der Angeklagten fein, und der belgische Staat, ber ein solches Verfahren zuläßt, wirb sich peinliche Vergleiche gefallen lassen müssen, stellt er sich doch bamit in bie Reihe berer, bie unter Beugung ber Vertragsbestimmungen und der eigenen Verfassung das Eigenrecht des Volkstums mißachten. Neue Bezeichnung für die oberste Führung der Wehrmacht. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Mit dem am 21. Mai 1935 in Kraft getretenen neuen Wehrgezetz haben sich die Bezeichnungen der obersten Führung der Wehrmacht und ber Wehrmachtsteile geändert. In Zukunft gelten ausschließlich die nachstehenden Bezeichnungen: Der Führer und Reichskanzler ist „Der Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht". Es find zu ersetzen: „Der Reichswehrminister" durch „Der Reichskriegsmini st er und Oberbefehlshaber der Wehrmach 1", „Reichsweyrministerium" durch „Reichskriegsministerium", „Reichswehr" durch „Wehrmacht", „Reichsheer" durch „Heer", „Reichs- marine" durch „Kriegsmarine". Hierzu tritt neu bie „Luftwaffe". Dementfprechenb sind zu ersetzen: „Der Chef der Heeresleitung" durch „Der Oberbefehls- Haber des Heere s", „Der Chef der Marine- leitung" durch „Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine". Hierzu tritt neu „Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe", Kleine politische Nachrichten e interessiertes Echo der preße und Abzuwohnen und am f orte im Bereich des Ribbentrop außerordentlicher Botschafter in besonderer Mission. gebe es viele Wege. Er lege Wert darauf, daß er in feiner Rede nicht weitergegangen fei. Die aus- ländischen Partner Englands müßten sonst anneh- men, daß er weitergegangen fei, als bisher vereinbart war. — Cripps stellte dann fest, daß die Arbeiterpartei eine weitere Durchführung des englischen Luftaufrüstungsprogramms für die Dauer der schwebenden Verhandlungen für unberechtigt halte. Baldwins Traum von einem st a r k e n England und einem starken Amerika, die beide zusammen stark genug seien, um die Welt zu kontrollieren, sei eine typisch imperialistische Vorstellung. Der konservative Abgeordnete Oberst Moore erklärte, es gebe nur eine Antwort auf Hitlers Vorschläge, nämlich deren sofortige Annahme. (Beifall.) Die Meere würden für Menschen und Material wieder sicher fein, die Helmat würde befreit werden von den Gefahren eines Luftbombardements und der Gasvergiftung, und später würde eine Reihe von Abkommen in Europa das Gefühl schaffen, daß der Gedanke des Krieges im Widerspruch zu den nationalen Belangen jedes Landes stehen würde. Hitlers Bezugnahme auf Litauen fei kritisiert worden. Sir John Simon habe selbst vor kurzem erklärt, daß die Großmächte mit der Haltung Litauens nicht ganz zufrieden feien. Litauen habe versucht, die deutsche Minderheit im Memel- gebiet zu litauisieren. Wenn Litauen der deutschen Minderheit jene geschichtliche Gerechtigkeit widerfahren lassen würde, die jedes Land gegenüber seinen Minderheiten anwenden sollte, so würde der Streit zwischen Deutschland und Litauen in sehr kurzer Zeit beige- legt werden können. 1 Juni (DRB. - Funkspruch.) Die | dann würde die ganze Grundlage der angeblichen -.....i't ui;; 1 V-.- Schließlich könne nie» schreibt," aus der! mand' den vergleichsweisen militärischen Wert des Winston Churchill erklärte, jede Fühlungnahme zwischen zwei großen Nationen würde zerstört werden, wollte man alles, was Hitler gesagt habe, als ein politisches Manö- ver hinstellen. Das Luftlocarno fei an sich ein er« strebenswertes Ziel. Er begrüße jeden Schritt zur Herbeiführung einer Begrenzung der Luftrüstungen und zur Erzielung einer L u f t p a - r i t ä t auf einem niedrigeren Stand, als bisher erwähnt worden sei. Er begrüße insbesondere das, was der deutsche Kanzler über einen verbrecherischen Bombenabwurf auf die Zivilbevölkerung gesagt habe. Seiner Gewohnheit gemäß warnte Churchill dann wieder vor der deutschen Aufrüstung und vor dem Nationalsozialismus überhaupt. Die österreichische Garantie ist in dem Sinne gemeint, daß Oesterreich von Deutschland getrennt gehalten wird. Aber man muß unter Umständen der Tatsache ins Auge sehen, daß der Wille des österreichischen Volkes sich hiergegen ausspricht. Selbst in Oesterreich erkennt man die Stärke und Klarheit der deutschen Politik an, im Gegensatz zu der Politik der Alliierten. Lordsiegelbewahrer Eden erklärte, das Wesentliche des Locarnoverfahrens sei der Umstand, daß die Begrenzung lediglich auf eine beschränkte Anzahl von Mächten Anwendung finde. Der Versuch, praktisch mit der ganzen Welt über eine Luftbegrenzung zu verhandeln, würde gegenwärtig wahrscheinlich ein hoffnungsloser Prozeß sein. Die Sicher- heit, die der Luftpakt gebe, und die Begrenzung und Beschränkung der Luftrüstungen seien untrennbar miteinander verbunden. Die London, 31. Mai. (DNB.) Am Freitag wurde im Unterhaus die außenpolitische Aussprache i fortgesetzt. Der Führer der liberalen Opposttion l Sir Herbert Samuel bedauerte im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen den Sturz der französischen Regierung, da die Haltung Frankreichs in der Frage der Begrenzung der Luftstreitkräfte von wesentlicher Bedeutung sei. Nach einem Hinweis auf die ungeheuren Ko st en der Aufrüstung stellte Samuel fest, daß die Krise in Frankreich in der Hauptsache auf einen nicht ausgeglichenen haushalt und dieser wieder auf die R ü st u n g s - ausgaben zurückzuführen sei. Adolf Hitler habe eine Erklärung abgegeben, die sich durch ihre Entschlossenheit und durch das Fehlen von Flachheiten und diplomatischer Unbestimmtheit auszeichne. Auch sei sie höchst erfrischend und nütz- l i ch. „hier", so sagte Samuel, „sind die Vorschläge Deutschlands. Es ist Pflicht Großbritanniens, sich mit diesen Vorschlägen ebenso zu befassen, wie wenn sie von dem Ministerpräsidenten Großbritanniens gemacht worden wären." Die Feindseligkeit Hitlers gegenüber Sowjetrußland müsse Europa in einem Zustand der Unruhe halten. Nach Ansicht vieler Engländer sei die Vorstellung, daß Sowjetrußland insgeheim eine große Angriffsaktion im Interesse des Kommunismus gegen das übrige Europa plane und vorbereite, eine Halluzination, die, je eher, sie verschwinde, von um so größerem Nutzen für die Welt sein werde. Er sei überzeugt, daß eine Befriedung in Westeuropa nur eine nützliche Rückwirkung auf die Fragen im Osten hätte. Der konservative Oberstleutnant h e ad l am erklärte, Hitlers Rede dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Manche Leute in Eng- lang meinten, Deutschland werde für einen Angriffskrieg weiter rüsten. Er glaube, daß Deutschland nichts derartiges beabsichtige. Die Menschen seien geneigt zu vergessen, daß Europa aus zwei großen Lagern bestehe, nämlich denen, die alles hätten, und denen, die nichts hätten. So lange man sich dem Glauben hingebe, daß die ter- ritoriaUn Bestimmungen für alle Zeit Geltung haben müßten, solange sei ein Krieg unvermeidbar. Deutschland, Japan und Italien seien wirtschaftlich nicht in der Lage, ohne eine Expansion weiterzuarbeiten. Es sei seine ehrliche Ueberzeugung, daß man, wenn diese Fragen nicht besser gelöst würden, den Gefahren eines Krieges nicht werde ausweichen können. Außenminister Sir John Simon Das deutsch-französische Warenabkommen gekündigt. Kein vertragloser Zustand. Paris, 31. Mai. (DNB.) Die französische Regierung hat beschlossen, daß deutsch-französische Warenabkommen, das am 1. Juli 1935 abläuft, zu kündigen. Gleichzeitig läuft zu diesem Zeitpunkt das Abkommen (accord) über die Zahlungsregelung ab. Die Anwendung dieser letzteren Konvention sei auf Schwierigkeiten gestoßen, Bemühungen zur Behebung hätten nicht die gehofften Ergebnisse gezeitigt. Unter tiefen Umständen habe es sich als unerläßlich heraus- gestellt, Verhandlungen nur auf einer Grundlage wieder aufzunehmen, die es erlaube, die Lösung des Zahlungsproblems mit dem des Handelsproblems eng zu verbinden. Die Kündigung bezwecke also nichts anderes, als den Unterhändlern die Handlungsfreiheit zu geben, die für die Schaffung eines stabileren und befriedigenderen Re- gimes des deutsch-französischen Warenaustausches unerläßlich sei. Es handelt sich bei den jetzt von den Franzosen gekündigten deutsch-französischen Abkommen um ein Zusatzabkommen zum Handels- und Schiffahrtsvertrag vom 26. Juli 1934. Dieses Abkommen enthielt eine große Liste von Meistbegünstigungen. Es war zunächst auf die Dauer von sechs Monaten abgeschlossen und wurde jeweils um drei Monate verlängert, wenn es nicht mit einer Frist von einem Monat gekündigt wurde. Der erste Kündigungstermin war der 31. Mai. Die Franzosen haben diesen Termin wahrgenommen. In der Kündigung aber ist der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die neuen Verhandlungen, deren Beginn für den 11. Juni bereits angesetzt ist, zu einer neuen Regelung dieses Fragenkomplexes führen werden, so daß kein vertragloser Zu st and eintritt. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Führer Reichskanzler hat den Beauftragten für rüftungsfragen Joachim von Ribbentrop zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter in besonderer Mission ernannt Oer Lustpakt im Mittelpunkt -er Aussprache im britischen Unterhaus Wie die " Presse berichtet, hatte die Regierung Maßnahmen getroffen, um der Unterhaus-Aussprache einen „diskreten" Charakter zu verleihen, da sie keine Störung der Vorbereitungen für die Luftfahrts-Verhandlun- g e n wünschte. Die Redner der Regierungsparteien und der Opposition wurden von Sir John Simon, Baldwin und den Parteieinpeitschern gebeten, ihre Ausführungen entsprechend einzuschränken. Nach der Aussprache sei eine gewisse Kritik an Churchill geübt worden, der anscheinend der Bitte der Regierung nicht nachkommen wollte und etwas „zu frei" gesprochen habe. Das Foreign Office hätte es lieber gesehen, wenn am Freitag überhaupt keine außenpolitische Aussprache stattgefunden hätte. würden. , Man müsse dringend hoffen, daß die englische Re- ; gierung nicht diese neue Gelegenheit verpassen werde, in dem sie zu viel aus einmal ver- 1 uche. Sir John Simon habe anscheinend die gleichzeitige Aushandlung der L u f t st ä r k e n der Unter- zeichnerstaaten im Sinne. Aber die tatsächliche Unterzeichnung eines Abkommens, durch das die Streitkräfte der anderen Partner gegen einen Angreifer auf geboten würden, fei an sich o einfach, so lebenswichtig und so im Einklang mit den anderen Derhcmdlungszielen, daß sie unter keinen Umständen durch Verzögerungen in anderen Punkten aufgehalten werden sollte. Man müsse sich natürlich stets die Möglichkeit vor Augen halten, eine niedrigere Luftstärke als die jetzt geplante zu vereinbaren. Alle Staaten kämen zu der Einsicht, daß unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Umständen die Rüstungsanhaufung ein unmittelbarer Beitrag zur ft a a t - lichen Verarmung ist. Es fei zu hoffen, daß der Erzielung der Parität natürlicherweise eine Begrenzung und der Begrenzung eine Herabsetzung folge. Aber es wäre das beste für jeden Beteiligten, wenn der Vorgang „kurzschlußartig" erfolgt und wenn eine niedrigere Zahl eher früher als später angenommen wird. Die Oppositionspresse beklaat sich darüber, daß die englische Regierung anscheinend immer noch nicht beschlossen habe, eine entscheidende Füh- r un g in den kommenden Verhandlungen zu ergreifen Die liberale „News Chronicle" schreibt: Hitlers Angebot hat einen entscheidenden Fort- schritt auf dem politischen Schauplatz ermöglicht. Es hätte der ganze Sinn der Aeußerungen Sir John Simons sein müssen, die Welt davon zu überzeugen, daß diese Gelegenheit prompt und entschlossen ergriffen wird. Stattdessen flößen die zögernden Worte Simons nicht nur fein neues Vertrauen ein, sondern sie geben zu neuen Befürchtungen und Besorgnissen Anlaß. Wenn es । Gefahren und Schwierigkeiten gibt, bann gibt es auf der anderen Seite auch Gelegenheiten. Eine davon find die Luftpaktoerhandlungen, eine andere die deutsch-englischen Flottenbesprechungen. Die Welt wartet auf eine klare und ausdrückliche Versicherung der englischen Regierung, daß fie, be- absichtigt, diese Gelegenheiten voll auszunutzen. Die Morn in g P o st", die öfters die Ansicht französischer Kreise wiedergibt, erklärt als einzige Leitung, daß der ganze Luftpaktgedanke „nebelhaft" und undurchführbar" fei. Es fei nicht einzusehen, wie der Luftpakt seinen Zweck, den Locarnopakt zu verstärken, erfüllen solle. Em Beistand in der Luft müsse sofort einen Beistand zu Lande und zu Wasser zur Folge haben. In der Frage der Begrenzung der Lufttustungen habe die Abrüstungskonferenz gezeigt, daß die Schwierigkeiten beinahe unüberwindlich seien. Auch eine Parität des sogenannten potentiel de guerre fei nicht möglich. Zwei Nationen könnten sich zwar auf eine Friedensstärke von 2000 Maschinen einigen. Wenn aber die eine innerhalb von sechs Monaten nach Kriegsausbruch 2000 weitere Ma- jchinen Herstellen könne, und die andere nur 200, Sir Austen Chamberlain sagte die Zukunft Oesterreichs fei eng mit Kriegs» ode? Friedensaussichten in Europa verbunden. Die britische Regierung werde einem Angrif auf die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs nicht gleichgültig gegenüberstehen. Hitlers Rede stelle Öein Angebot dar, das auf den ersten Blick S-'W» » sehen wünsche. Aber dieses Angebot sei von ge- wisfen Bedingungen begleitet, ^le auf g e klärt werden müßten, bevor em endgültiges Ur teil abgegeben werden könne. England wünsche den bestmöglichen Gebrauch von dem zu machen, was ein Fortschritt in Richtung einer allgemeinen Ver- Der Reichsanzeiger gibt bekannt, daß auf Grund des Gesetzes über die Einziehung volks- und staats» eindlichen Vermögens das Guthaben des Professors Dr. Friedrich Dessauer, früher in Frankfurt am Main, jetzt in Instan - bul (Türkei), in Höhe von 41004 Mark eingezogen wird. Das Guthaben, das sich bei einem Frankfurter Bankhaus befindet, verfällt dem Preußischen Staat. Der evangelische Pastor der Stadt W o l f s b e r g in Kärnten, Wilhelm Wölsche, ist verhaftet worden. Das Landesgericht in Klagenfurt hat wegen angeblicher staatsfeindlid)er Betätigung das Hochverratsoerfahren gegen ihn eingeleitet. Es ist dies die zweite Pastorenoerhaftung innerhalb kurzer Zeit. Der Ordinarius für Zoologie an der Wiener Universität, Dr. Paul Krüger, und der Ordinarius für Chirurgie an der Universität in Graz, Dr. Peter Walzel-Wiesentreu, sind vom Bundeskanzler ihrer Aemter enthoben worden. Gegen sie ist ein D i s z i p l i n a r v e r f a h r e n eingeleitet. In beiden Fällen soll die Suspendierung wegen staatsfeindlicher Aeußerungen erfolgt sein. Dr. Krüger ist der Leiter des Bundes der Reichs- ständigung zu sein scheine. /n;, ,o Der Abgeordnete Mandor .(Liberale Opposition) erklärte, es würde kein Friedensbeitrag sein, wollte man einen Luftpakt der westeuropäischen Mächte abschließen, wenn man gleichzeitig Deut ch- land freie Hand im Osten ließe. Die englische Regierung müsse daraus achten, daß es kein Schlupfloch für irgendjemand gebe. — ftür die arbeiterparteiliche Opposition .sprach Stafford Cripps. Wenn es richtig sei, vag au einem frühen Zeitpunkt eine Konferenz d e r Mächte zur Erörterung der Vorschläge emberufen werde, ergebe sich eine Gelegenheit, um die Auf- Eigkeit Deutschlands aus die Probe zu stellen. — Sir John Simon unterbrach den Redner, um darauf hinzuweisen, daß er in seiner Rede nichts Don einer Konferenz gejagt habe. Er habe gesagt, daß die Mt heranrucke, in der alle Vorschläge zur gemeinsamen Erörte- «Ung oorgebracht werben müßten. Um das zu tun, erinnerte das Haus daran, daß der Luftpaktvor- । schlag nach den französisch-englischen Besprechungen : in London das Licht der Welt erblickt habe. Das Wefentliche sei, daß der Pakt zwischen den Locarno-Mächten abgeschlossen werde und die Locarno-Verpflichtungen genauer festlegen solle. Der Luftpakt würde England einen neuen Schutz gewähren. Er habe immer die Ansicht vertreten, daß kein Grund bestehe, warum England nicht aktiv die Verhandlungen über einen Locarno-Luftpakt vorwärts treiben solle; denn die Frage der Einfügung eines solchen Paktes in eine allgemeinere Regelung ergebe sich in einem späteren Stadium. „Es ist durchaus richtig, daß wir jetzt nach der Rede Hitlers in einer vorläufigen und versuchsweisen Form den Vorschlag erhalten haben, den die deutsche Regierung für nützlich hielt. Wir freuen uns sehr diesen Vorschlag zu besitzen. Wir haben bereits Andeutungen von der französischen und der italienischen Regierung. Der Zeitpunkt rückt sehr schnell heran, wo es sich zweifellos als wünschenswert erroei en wird, einen engeren Gedankenaustausch herbeizuführen." Der Locarno-Luftpakt werde sehr schnell zu einem Abkommen ub e röießu ft - ft ä r f e führen können. Die relattve Luftstarte der Paktteilnehmer sei wesentlich. Kein Luftpakt sollte abgeschlossen werden, ohne ein Abkommen über die Aech tung eines unterschiedslosen Bombenabwurfes. Es fei angeregt worden, daß England die Durchführung feines ß u f t a u f r ü ft u n g 5 p r o g r a m m a u sj e t - •»en sollte, weil es besser wäre, zunächst einmal über die B e g r e n z u n g d e r L u f t r ü st u n g e n zu verhandeln. Er glaube aber nicht, daß ein solches Vorgehen klug sein würde denn andere Länder stellten im Hinblick aus die Verhandlungen ihre Aufrüstung auch n i ch t em. Außerdem müsse man denken an das, was geschehe wenn die Verhandlungen ohne Ergebnis blieben. Er hoffe sehr, daß erfolgreiche Verhandlungen nicht nur über einen Lustpakt geführt werden wurden, sondern gleichzeitig über eine Begrenzung der Luft- rüstungen und über die Aechtung eines unter- schiedslosen Bombenabwurfes, wodurch, wie er fest vertraue, mit der Abschaffung einer der schrecküch- ften Gefahren, die den Frieden der Welt bedrohten, ein Anfang gemacht würde. Der R e i ch s k r t e g s m i n i st e r und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, begibt sich am 1. Juni auf eine dreitägige Dienstreise nach O st p r e u h e n, um am 2. Juni dem Heeresturnier in Insterburg beifolgenden Tage mehrere Stand« $ Wehrkreises I zu besichtigen. Raubmord an einer Greisin. In Leipzig-Connewitz wurde die ledige 62jährige Alma Zetsche in ihrem Lebensmittelgeschäft er- mordet aufgefunden. Ein Hausbewohner fand die Zetsche im Verkaufsraum auf dem Fußboden liegend leblos auf. Verschiedene herumliegende Gegenstände und Geldstücke begründeten sofort den Verdacht eines Raubmordes. Die Zetsche ist vermutlich überfallen worden, als sie einen angeblichen Kunden bedienen wollte und gerade mit dem Abwiegen von Mehl beschäftigt war. Geraubt wurde der Inhalt der Ladenkasse in unbestimmter Höhe. Blitzschlag in ein Tanzlokal. — Zwei Tote. Während eines Tanzvergnügens in der tschechischen Ortschaft Althütte bei Böhmisch-Krumau schlug der Blitz in das Gasthaus. Die Wirtin, eine weitere Frau und ein Mann, die an der Wand saßen, wurden vom Blitz getroffen. Während die beiden Frauen sofort t o t waren, wurde der Mann lebensgefährlich verletzt. In dem Saal tanzten im Augenblick des Blitzeinschlags rund 100 Personen. Sie wurden alle zu Boden geworfen und teilweise betäubt. Vielen von ihnen mußte ärztliche Hilfe geleistet werden. Fünf Todesurteile in der Sowjetunion. Der Oberste Gerichtshof der Republik Tadsche- kistan (Turkestan) verurteilte fünf frühere staatliche Angestellte zum Tode durch Erschießen. Den Verurteilten wurde vorgeworfen, durch Sabotageakte Meliorationsarbeiten aeftört zu haben, wodurch der Staat große Verluste erlitt. Einer der Verurteilten soll auch mit sowjetfeindlichen Elementen im Ausland in Verbindung gestanden haben. Die Todesurteile sind bereits vollstreckt worden. Wetterbericht -es Retchswetterdienstes Ausgobeort Frankfurt. Durch einen nach Rußland abziehenden kräftigen Tiefdruckwirbel wurden die heute ursprünglichen kalten Lustmassen auf den Kontinent verfrachtet. Sie bringen bis in das Baltikum hinein und verursachen unfreundliches, kaltes Wetter mit Frösten und Nebel und machen sich auch in Deutschland bemerkbar. Die kalte Luft kommt zunächst zum Zusammensinken und bedingt dabei wieder Aufheiterung und Ansteigen der Temperaturen, zumal auch wieder mit dem Einsetzen einer subtropischen Luftzufuhr gerechnet werden kann. Letztere wird jedoch aufkommende Gewitterneigung bedingen. Aussichten für Sonntag: Vielfach ayf- heiternd und weiteres Ansteigen der Tagestemperaturen, später aufkommende Gewitterneigung, meist östliche und südliche Winde. Aussichten für Montag: Nach teilweise gewittrigen Niederschlägen meist bewölkt und wieder etwas kühler, westliche Winde. Lufttemperaturen am 31. Mai: mittags 18,7 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am I.Juni: morgens 11 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Mai: abends 18,7 Grad, am I.Juni: morgens 15 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynoi, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: - Brühliche llniversitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K °G, sämklich in Gießen. । Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. , ^inzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. merkt, daß Eden mit ungewöhnlichem Nachdruck und Selbstvertrauen gespro- chen habe. Keiner der Zuhörer habe bezweifelt, daß Eden in Kürze an Stelle Simons das Außenmini ft erium übernehmen und, wie man jetzt zuversichtlich erwartet, die recht Hand Baldwins werden würde. deutschen in Oesterreich. ♦ Eine Aussprache des Vizepräsidenten der Reichs» silmkammer, Oberregierungsrat R a e t h e r , mit Ministerialrat Piskac vom tschechoslowakischen Handelsministerium hat zu einer Erleichterung des gegenseitigen Fil m a b s a tz e s beigetragen. Durch eine ständige Fühlungnahme soll versucht werden, Zensurschwierigkeiten aus der Welt zu schassen. Damit ist ein weiterer Schritt zur euro- päiscyen Filmverständigung getan. Aus aller Welt. Der Führer an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Der Führer und Reichskanzler hat an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus Anlaß des heutigen 70- jährigen Jubiläums das nachstehende Telegramm gerichtet: „Der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die heute auf 70 Jahre opferfreudiger Arbeit zurückblickt, und all den Tapferen, die in diesen langen Jahren im Kampf gegen Sturm und See unter Einsetzung des eigenen Lebens Schiffbrüchige gerettet haben, spreche ich meine dankbare Anerkennung für das im Dienste der Seefahrt geleistete Rettungswerk aus. Ich verbinde damit meine besten Wünsche für weitere segensreiche Arbeit. Gez.: Adolf Hitler. Morgenpresse beschäftigt sich lebhaft mit der Unter- Gleichheit verschwinden Haus-Aussprache. Die „Times" schreibt, aus der mand den verglelchswest . , Rede Sir John Simons könne man mit Befriedi-1 Verkehrsflugwesens von zwei Staaten feststellen. gung feststellen, daß die englische Regierung, wenn ......... ° vielleicht auch etwas verspätet, zu der Ansicht zu- rückgekommen sei, der Luftpaktsplan sei der aus- sichtsreich ste und versprechend st e Dor- chlag des Londoner Protokolls vom 3. Februar. Endlich sei die bestimmte Aussicht vorhanden, daß die Verhandlungen vorwärts getrieben englische Ansicht gehe dahin, daß man, um mit dem Luftpakt und der Luftbegrenzung Fortschritte zu erzielen, nicht Fortschritte in den übrigen im Londoner Protokoll erwähnten Fragen abzuwarten brauche. Eden widersprach ebenfalls dem Vorschlag, England möge in der Hoffnung, daß sich andere Länder diesem Beispiel anschließen würden, die Durchführung feines Liiftaufrüstungsprogramms einstellen, um erst einmal den Ausgang der Verhandlungen über die Begrenzung abzuwarten. Keine verantwortliche Regierung könne im gegenwärtigen Augenblick ein solches Risiko übernehmen. (Beifall.) Englands Aufgabe bestehe darin, alles in feiner Macht Stehende zum Aufbau eines S y - ft e ms kollektiver Sicherheit zu tun und andere Nationen zum Beitritt zu bewegen. Der Maßstab, der es den beteiligten Mächten ermöglichen werde, in her Luft einen gleichgearteten Bei- trag zum kollektiven Sicherheitssystem zu leisten, scheine nach seiner Auffassung die Luftparität der vier Großmächte Westeuropas zu sein. Eden wandte sich dann gegen die Ansicht, daß Sowjetrußland der Erbfeind Englands sein müsse, weil sich die Ansichten dieses Landes über Fragen der Religion von den englischen Ansichten unterschieden. England sollte sich zusammen mit Europa, sowie es heute sei, bemühen, das Beste aus dem Beitrag zu machen, der in Gestalt der Hitler- Rede vor wenigen Tagen geleistet worden fei. Die Rede Edens wurde auf den Ministerbänken mit Beifall begrüßt. Reuter be- Rl#i*-0oto Henk^ " fltnffl8 Verkäufe vom S Beschrä Wenn i ris ent zu dem gebunqi pen äffe F/acheit Kristallis zeichnete^ standen Dertz Zeit nn heranzu Derhan Zeitige' nomme diese $ und K, der po rissen < 60 st Thema Witzen, zutun. t Au wün . Doch le Sachen, wagen Man bei den gemeine [ieB, un M der ^efehl h der (Sri, da. Mia ' Ädve ichleuni uustob sozusage Epoche i d^ süße seinen [ Autobus drückte, ^uhen i M nie ste aus ^un gjnger U la ^>ktorj Ahljg Messer einen ' vorder Weiter K s leitest <& MS de' bleyien,^ $°,bL (in», »<9l Itfieten, er U-b ,UI B-rh uns W Jtäjibw' schwier'9 °n,«-' M" liw' Wer un 'm* letzten Ze mar, das es sov'e des deum dürsen. 3 an dew gen- k , §s deo schauung, Locarnoo Luftab der Bete reichend^ ruhe und wo sie a Ungewiß oen ein i und M setzt Qud die Zivi' und Au zubereib so bedro graben, liche un stehender halb nur Rede des dieser R vorwärts Daß di Zusammt dent und sicher an WW hast und sicher gk nicht me menheit weil es besonde gleiche Waldeslust am Flughafen Morgen Sonntag, 16 Uhr (bei günst.Witterung) großes MMkonzerl der GießenerRegimentskavelle.—Anschließend Tanz Volkstüml.Einttittspr.20 ö. KeinPreisaufschlag 3107 d Reinhold Merz und Frau Anni, geb. Möhl Vermählte Obbornhofen Gießen, Marktlauben 4 den 1. 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Nr. 126 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, l.Zuni 1955 lands äußern, war es für die kommenden Londoner Verhandlungen besonders wichtig, daß der für den Willen der deutschen Politik verantwortliche und maßgebende Mann neben der Festigkeit der deutschen Forderung auch ihre weise Beschränkung auf das historische Maß betonte. Man möchte also annehmen, daß die Londoner Verhandlungen höchstens auf technische Schwierigkeiten stoßen werden, zu deren Beseitigung man ja eben in Verhandlungen geht, daß sie aber von einer politischen Atmosphäre umgeben sind, die eine Einigung for- sie an den Gendarmen vorüber. Benz bestrafte jeden Verkehrssünder mit vierzehn Tagen Arbeit am Schraubstock, doch das half nicht viel. Immer wieder kam der „G e s ch w i n d i g k e i t s r a u s ch" über fung, 10 Centesimi Quittungsstempel, alles sofort zu berappen — hält die Autos und manchmal sogar die Fußgänger in Schach. Rom besteht jetzt aber bereits aus dreizehn bebauten Hügeln, und wer über die alte Ringmauer hinauskommt, sagen wir etwa beim Lateran, kriegt das Kopfschütteln. Die Lastwagen machen sich ein Vergnügen daraus, den Privatwagen nicht vorzulassen, der Herr darin darf ja nicht hupen! Also raus mit den Auspuffgasen, was der Topf hält. Unter hundert Radfahrern haben vielleicht zehn abends eine Laterne, drei einen Rückstrahler. Die Fußgänger, durch das Hupen früher auf dem Gehsteig festgehalten, lassen sich jetzt wieder heruntergleiten, ohne sich umzusehen, sie bummeln in Ketten über die Straßen, wie sie es aus ihrem Heimatdorf gewohnt sind. Da lernt man entweder die Geduld oder fährt aus der Haut, schreit auf jeden Fall nach einer Signalvorrichtung. Die Zeitungen aber, die den Feldzug gegen das Hupen eingeleitet haben, wollen sich noch nicht geschlagen geben. Sie geben jetzt unter dem Druck der Statistik zwar zu, daß die Zusammenstöße zwischen Automobilen und mit Radfahrern erheblich zugenommen haben, finden aber die Schuld ausschließlich in der Schnellfahrerei. Und richtig ist es jedenfalls, daß es in Rom an Autolümmeln nicht mangelt, daß noch vielfach zuchtlos gefahren wird, rechts vorgefahren, sinnlos überholt. Nun, das ist das Neueste, werden die Wagen von Geheimpolizei verfolgt und kontrolliert, es regnet Strafzettel, in wenigen Tagen wurden Hunderte von Führerscheinen entzogen, inan hofft, auf diesem Wege des Verkehrsteufels Herr zu werden. Aber auch diese Hoffnung findet ihre Grenzen an der rasend um sich greifenden Motorisierung und dem römischen Platzmangel. Ist es doch schon eine wirkliche Kunst geworden, sich einen Parkplatz zu erschleichen. Jedenfalls drängt sich einem, der sowohl Fahrer wie Fußgänger ist, die Meinung auf, daß dem unbedingten Hupverbot das englische System vorzuziehen wäre: Nur dann hupen, wenn es unbedingt notwendig ist. Benz nickte. Langsam erhob er sich. Drüben in der Werkstatt war es bitterkalt. Sie stellten die Lampe dicht neben den Motor und begannen zu arbeiten. Nirgends wurde ein Fehler entdeckt. Die Berechnungen mußten stimmen. Doch der Motor wehrte sich gegen alle Berechnungen. Er machte nicht mit. Draußen klangen noch immer die Glocken. Sie läuteten das neue Jahr ein. Hier, im flackernden Halbdämmer kämpften zwei Menschen darum, einer Maschine Leben einzuhauchen. „Nutzlos", sagte Benz. „Vielleicht finde ich später den Fehler. Wenn ich wieder mehr Zeit für das Ding hier habe." Seine Frau schwieg. Auch sie hatte alle Hoffnung aufgegeben. Der Werkmeister begann erneut die Teile zusammenzusetzen. Sein Atem stand in dem kalten Raum. Nur die Lampe verbreitete ein wenig Wärme. Dicht neben dem Motor warf sie ungewisses Licht in den Raum. Wie aus letzter Verzweiflung heraus, warf der Mann, bevor er sich zum Gehen wandte, noch einmal die Maschine an. Plötzlich erstarrte er. Er hörte nicht den Aufschrei seiner Frau. Unbeweglich sah er auf den Motor, der in ruhigem und gleichmäßigem Lauf mit kurzem tackendem Geräusch ratternd den Raum erfüllte. Hatte es die Wärme der Lampe bewirkt, war es ein Wunder? Der Motor lief. Stetig und gleichmäßig. Ununterbrochen. Hand in Hand standen zwei Glückliche vor ihm und wußten, daß sie sich nach dem Wunder dieser Stunde die Zukunft erkämpfen würden. Wettrennen MtdemW'kchwaE. Im gleichen Jahre, in dem Daimler sein Motorboot auf dem Neckar laufen ließ, erhielt Benz das Patent auf den er st en Motorwagen. Erst von diesem Tage an gab er seine heimlichen, weitab von der Stadt unternommenen Versuchsfahrten auf und begann seine Fahrten auch in Mannheim selbst durchzuführen. Benz selbst fuhr sehr vorsichtig. Seine Mechaniker, die er manchmal auf den Wagen ließ, nahmen es damit weniger genau. Im schnellsten Tempo jagten dert und begünstigt. Die Verhandlungen mit England gehen zunächst nur unsere beiden Länder an und stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den übrigen europäischen Problemen und mit der nach dem Scheitern der letzten großen allgemeinen Flottenkonferenz in London noch flüssigen Frage eines internationalen Rüstungsabkommens zur See. An diesen Versuchen ist Deutschland in den Jahren nach dem Kriege nicht beteiligt worden und nicht beteiligt gewesen. Seine Wiederaufrüstung zur See, die man als eine vollzogene Tatsache ansehen muß, führt es wieder in den Kreis der Seemächte zurück. Die bevorstehenden Londoner Verhandlungen sind eine Anerkennung dieser Tatsache durch die Macht, der das erste Wort in diesem politischen Bereich zusteht und der Deutschland dieses Die Abenteuer des Autos. Oie aufregenden Erlebnisse seiner Erfinder und seiner ersten Meister. — Don der Benzinkutsche bis zum Grand prt?1914. Don lldo Wolter deutsche Flotte 35 Prozent Oer englischen in Anspruch nehme und somit noch 15 Prozent unter der Gesamttonnage der französischen Flotte bleibt, kann weder eine Bedrohung Englands noch eine wesentliche Verschiebung des gesamten Rüstungsverhältnisses zur See erblickt werden. Darüber hinaus aber hat der Führer und Reichskanzler die politisch bedeutsame Erklärung abgegeben, daß diese deutsche Forderung keine augenblickliche ist, die etwa nach Ablauf von einigen Jahren oder vielleicht nach dem Erwerb von Kolonien erhöht werden soll, sondern daß sie den einmaligen und dauern- d e n, freilich auch unbeirrbaren Rüstungswillen Deutschlands zur See bedeutet und die Anerkennung der englischen Vormachtstellung auf dem Meere in sich schließt, die sich aus der englischen Geschichte und Lage ergibt. Damit hat das neue Deutschland sich deutlich und verbindlich von der Marinepolitik der letzten Kaiserzeit losgesagt, die für England der hauptsächliche Grund für die gegen Deutschland gerichtete Orientierung seiner Politik auf dem Kontinent und für seinen Eintritt in den Weltkrieg gewesen ist. Da dem Ausland im allgemeinen die tiefen Unterschiede noch nicht klar geworden sind, die zwischen dem neuen Reich und dem Vorkriegs-Deutschland be- iämfme Gtädre? Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Ende Mai. So schwer es ist, keine Satire zu schreiben, das Thema scheint doch zu ernst, um es mit ein paar Witzen, schönen Worten oder einem Achselzucken abzutun. Lärmfreie Städte! Ein Gedanke, aufs innigste zu wünschen, ein Traum unserer gereizten Nerven. Doch leider, leider — hart im Raume stoßen sich die Sachen. Zumal wenn es Fußgänger und Kraftwagen sind. Man muß anerkennen, daß Mussolini den Stier bei den Hörnern packte, als er über Nacht ein allgemeines Hupverbot für die größeren Städte erließ, und noch anerkennenswerter ist die Tatsache, daß der angeblich so undisziplinierte Südländer den Befehl befolgte wie ein Soldat. Ein einziger Seufzer der Erleichterung ging durch Rom, als die lärrn- gequälteste aller Städte, das war ihr schönstes Weihnachtsgeschenk seit vielen Jahren, auf einmal sozusagen in den Zeitenschoß zurücksank, m die Epoche des Spazierengehens, der stillen Büros und des süßen Schlendrians. Man wachte auf und traute seinen Ohren nicht. Wo waren die Ungetüme der Autobusse, deren Führer nur einmal auf den Knopf drückte, weil er den Handballen lieber gleich darauf ruhen ließ? Wo die endlosen Autoketten in den verstopften Straßenschluchten mft ihrem Höllenkonzert? Denn man muh wissen, daß jeder Fahrer, dem das Warten vor der Verkehrsampel zu langweilig wurde, das Recht zu haben glaubte, den Lichtwechsel durch platzheischendes Getute zu beschleunigen, worauf die ganze Meute einsiel und sich austobte, bis tatsächlich der ängstlich werdende Polizist den Tüchtigen freie Bahn verschaffte, sofern er sich nicht seitlich in die Büsche schlug. Zuerst staunten die Fremden, dann ärgerten sie sich, dann blieben sie aus. Nun, wir wollen die seltsamen Bilder der Vergangenheit nicht heraufbeschwören, die Sache änderte sich ja. Jetzt trompeteten nur noch die Zeitungen Viktoria, die Menschen in den Häusern drehten sich wghlig auf die andere Seite, und alle fremden Pressemänner schrieben über das Wunder. Wie durch einen Zauberschlag sei Rom die Stadt der Stille geworden, die Unfälle hätten völlig aufgehört und so weiter. Sie haben das sicher auch gelesen. Hier beginnt nun der Ernst der Angelegenheit. Es muß leider festgestellt werden, daß alle diese begeisterten Berichterstatter keine Fahrer waren. Das ist das eine. Die Fußgänger kriegten dann, zweitens, ihre Bedenken, als nach der ersten angenehmen Ueberraschung plötzlich ein lautloser moderner Wagen haardicht an ihnen vorbeiflitzte ober Frauenleben am Rande der Arktis. Die Tschuktschen-Halbinsel, die im Norden des asiatischen Kontinents gelegen ist, verdankt ihren Namen dem altsibirischen Volk der Tschuktschen, von dem heute noch Reste, etwa zwölftausend Angehörige, hier anzutreffen sind. Während einige von ihnen seßhafte Küstenbewohner sind, die von Jagd und Fischfang leben, ziehen die anderen als nomadische Renntierbesitzer durch das Land. In runden Zelten, mit Kuppeldach, deren Gerüste aus Treibholz oder Wal-Bein verfertigt sind, wohnen sie mit ihren Familien. Der Tschuktschenhaushalt ist sehr II. Wunderbare Mujchrsmcht Es war eine schlimme Silvesternacht, die der Werkmeister Benz in Mannheim um die Jahreswende 1878 erlebte. Die Kinder waren längst zur Ruhe gebracht. Mit seiner Frau saß er in dem kalten Zimmer und starrte vor sich hin. Niemand wußte, was das nächste Jahr bringen würde. Wahrscheinlich den vollständigen Ruin. Vor kurzer Zeit erst waren alle Werkzeuge und Drehbänke gepfändet und weggeholt worden. Um eine kleine Schuld, für die nur augenblicklich keine Deckung vorhanden gewesen. Nicht eine Bohrmaschine war in der Werkstatt geblieben. Seit Wochen wurde nur mit der Brustleier gearbeitet. Seit Wochen hungerte man. Es war unmöglich, einen größeren Auftrag auszuführen, selbst wenn man ihn erhalten hätte. Drüben, in der Werkstatt aber stand der Motor, an dem Jahre hindurch bereits gearbeitet war und wollte nicht anspringen. Eine Fehlkonstruk- t i o n. Noch war der Fehler nicht gefunden. Und noch war es ungewiß, ob unterdessen bei der Vielfalt der Versuche nicht bereits von anderer Seite ein Patent angemeldet war, das alle Arbeit zunichte machte. Draußen begannnen die Glocken zu läuten. Machtvoll klangen sie durch die Stille. Die beiden Menschen sahen sich an. Die ganzen Jahre hindurch hatten sie zusammen gearbeitet, hatte die Frau geholfen. Und nun schien alles vergeblich. Jetzt hieß es, alle Versuche abbrechen und um die Existenz kämpfen. Es waren bittere Stunden, die man hier unter dem Glockenklang erlebte. Die Frau erhob sich. Sie trat an das Fenster. Dunkel hob sich die Werkstätte gegen die Schneelandschaft ab. Hinter ihr saß der Mann. Unbeweglich. Niemand hatte die ganze Zeit ein Wort gesprochen. „Wir wollen hinübergehen", sagte die Frau. „Vielleicht springt er doch noch an. Wenn er einmal zündet, muß er immer zünden." Aber sie glaubte selbst nicht recht daran. Tagelang hatte man bereits probiert. Aber diese Stille, dieses Warten hier war unerträglich. Irgendetwas mußte geschehen. Kristallisation. Aus dem schier unübersehbaren Gewirr von Pro- ble hing trat er in das Werk von Benz ein. Ihm fiel i die Aufgabe zu, die neuen Wagen einzufahren. Aber sparsam, wenn auch die Frauen Pelzkleider tragen, die in zivilisierten Ländern ein Vermögen kosten würden. Eigenartig ist das Schönheitsideal der Tschuktschen. Eine Frau ist nach ihrer Ansicht schön, wenn sie ein Gesicht hat „so rot wie Blut und wie Feuer brennend". Auch die Werbung ist recht eigentümlich. Zwar kauft sich der junge Tschuktsche feine Frau um etwa zehn bis dreißig Renntiere, aber zuvor muß er zwei Jahre für ihre Familie arbeiten, und erst wenn er alle Arten schwerer Arbeiten zur Zufriedenheit gemacht hat, kommt der Frauenkauf zustande. Bei der Heirat schmieren die Männer den Frauen das Gesicht mit Renntier-Blut ein, was bedeuten soll: „Mit allen meinen weltlichen Gütern statte ich dich aus". Sie sind Schamanisten, Angehörige einer Religionsform, die auf Vorstellungen von dämonischen Geistern, Schattenseelen Verstorbener und Tiergeistern beruht. Auch ihre Nachbarn, die Jakuten, die 250 000 Köpfe zählen und die, ursprünglich aus dem Sojanischen Gebirge stammend, nach einer Ansiedlung in der Gegend von Irkutsk in ihr heutiges Wohngebiet an der mittleren und unteren Lena und deren Nebenflüsse wanderte, sind Anhänger des Schamanismus, obwohl sie sich äußerlich zur russischen Kirche bekennen. Es handelt sich um ein überaus reiches Volk. So ist die Tracht einer Jakutin viele tausend Mark wert. Ihre Pelzkleider sind vorne und hinten mit kostbaren Silberornamenten geschmückt, und auch die Hals- und Schulterbänder sind echte Silberfiligranarbeit. Das Halsband ist mit einem großen Brustschild aus Silber versehen, von dessen Enden silberne Glöckchen herabhängen. Auch die Manschetten, Taschen und der untere Rand des Pelzrockes sind mit viereckigen Platten aus Silberfiligran geschmückt. Die Nückenseite ihrer Gewänder trägt ein breites Muster dieser kostbaren Verzierung. In ihrer Haushaltsführung find auch die Jakutinnen sehr einfach. Wenn ihre Männer eine lange Schlittenreise machen, um von fernen Stämmen Pelze zu holen, werden die ablaufenden Tage jeweils durch Abstecken von Pflöcken in dafür bestimmten Löchern einer runden Birkenstammscheibe gekennzeichnet. Die Priesterinnen nehmen eine ähnliche Stellung ein wie die Medizinmänner der Indianer. Sie sollen durch ihren Zauber Krankheiten abwehren und durch Worte und Zeremonien die bösen Geister, die unsichtbar auf der Erde gehen sollen, von den Zelten fernhalten. Der Silberschmuck der Frauen wird von den Jakuten, die geschickte Eisen- und Silberschmiede sind, selbst oerferrigt. Die Frauen leben von roh-m Fischen, Beeren, Wurzeln und Blättern, die sie mit Rennlierblut vermischen. Während die Männer ihrem Jagdwerk nachgehen, bereiten die Frauen den Kumys, ein Getränk aus Renntiermilch, dem eine besondere Heilwirkung zugeschrieben wird. unerwartet aus einer Seitengasse herausschoß. Die Osterpilger fielen von einer Angst in die andere. Die ausländischen Fahrer fühlten sich unsicherer als auf nassem Asphalt. Die vermeintlich schon gelungene Verkehrsregelung wurde wieder ein Problem. Wie soll sich ein Auto bemerkbar machen? Nicht jeder Lenker hat zum Beispiel so viel Zeit und Humor wie jener Herr, der zu dem Pärchen, das eine Gasse im Zentrum versperrte, liebenswürdig hinging, den Hut lüftete und sich die ergebene Anfrage gestattete, ob es den Herrschaften etwas ausmachen würde, ihre Unterhaltung hin - t e r seinem Wagen fortzusetzen. Die meisten Fahrer nahmen vielmehr zu allerhand Listen ihre Zuflucht, um das Hupverbot in strenger Befolgung -u umgehen. Das heißt, sie ließen ihr Signalhorn abnehmen, um ja nicht in straffällige Versuchung zu fallen, und kamen dafür auf anachronistische Ideen. Der eine machte es den Droschkenkutschern nach, indem er das berühmte römische „Ehhh — oppp!" lernte, das manchen Fußgänger zum Ausweichen bewegt, der andere ließ den Motor im Leerlauf surren, was einfach notwendig ist, wenn man um eine Ecke biegen und den Passantenstrom unterbrechen muß — (denn welcher Fußgänger bliebe freiwillig stehen?), der dritte verlegte sich aufs Pfeifen oder auf die Schnalzlaute der glockenlosen Radfahrer. Manche verfielen in Tiefsinn und gerieten damit unter die Erfinder. Wäre es nicht wunderbar, blitzte es durch ihr Gehirn, wenn man einen Apparat erfinden würde, der einem die «Stimm» laute und die Gebärden abnimmt? Man könne zum Beispiel, abgesehen von Kinderklappern, Kastagnetten oder Pfeifchen, einen angenehm gedämpften Ton erzeugen, indem man nach dem Muster des sterbenden Schweinchens auf einen Gummiball drückt. Oder man nimmt die Elektrizität zu Hilfe, drückt einfach auf einen Knops! Einfach und wunderbar. In Mailand erlitt das große Experiment den ersten Schiffbruch, als abends Nebel einfiel. Forza maggiore, sagten sich die autisti, die Männer der Taxen, und hupten wild barauflos. Eine solche Entschuldigung hat nun Rom nicht so leicht aufzutreiben, dafür ist die Sadt hoffnungslos verbaut, teils aus der Römerzeit her, wo sich alles im Zentrum zusammendrängte, teils aus jenen Jahrhunderten, wo die Sonnenfurcht herrschte und infolgedessen ein schreckliches Gassengewinkel entstand. Mussolini fuhr mit kühnen Straßendurchbrüchen dazwischen, er stellte ein Heer von Verkehrsreglern auf, dennoch ist der Wagenstrom einfach nicht zu bewältigen. Es gibt ja keine Untergrundbahnen, es gibt vielfach nicht einmal Gehsteige. Immerhin, innerhalb der alten sieben Hügel geht es noch an, denn die Furcht vor der Polizeistrafe — in der Regel 11,10 Lire: 10 Lire Buße, 1 Lira für die Tuberkulosebekämp fast bei jeder Fahrt ging sein Rennfahrertemperament mit ihm durch. Obwohl Benz allzu schnelle Fahrt verboten hatte, forderte er jedes Gefährt zur Wettfahrt hinaus. Als wirklich ebenbürtiger Konkurrent kam jedoch nur d i e Eisenbahn in Frage. Nun verkehrte von Mannheim nach Feudenheim eine Kleinbahn, die eine Höchstgeschwindigkeit von zwanzig Kilometern erreichte. Schiene und Straßen liefen sehr dicht nebeneinander. Das war das gegebene Renngelände für Held. Fast Tag für Tag forderte er die Konkurrenz zum Wettkampf heraus. Und der alte Lokomotivführer, der sich an das neue Gefährt nicht gewöhnen konnte, ging auch darauf ein. Mit dem Resultat, daß er stets verlor. Die Fahrgäste sahen sich das mit an und hatten ihre Freude an der Geschichte. Aufmunternde Zurufe gingen zu der Lokomotive hinüber. Aber es half alles nichts. Sieger blieb stets der Motorwagen. Der Zorn der Unterlegenen fand recht bald drastischen Ausdruck. Der Heizer begann mit Kohlenstücken zu werfen. Held störte das nicht. Immer wieder hielt er sich neben der Lokomotive, um dann jäh davonzufahren und zurückzuwinken. Eines Tages war dann der Höhepunkt erreicht. Held veranstaltete erneut ein Rennen. Dicht neben der Lokomotive ratterte er daher. Da wurde es dem alten Mann am Führerftand zuviel. Er konnte sich an den Sieg dieser Kutsche nicht gewöhnen. Angefeuert durch den Heizer beugte er sich hinaus. Dann holte er weit aus. Im nächsten Augenblick hatte Held eine ungeheure Maulschelle weg. Zum ersten Male konnte die Kleinbahn ihre Fahrt gewinnen. Das drastische Mittel hatte feine Wirkung getan... Die ersten Wagen, die Benz in Serie lieferte, kosteten übrigens nicht mehr, als ein heutiger Kleinwagen. Der Typ „Velocipeb" wurde für zweitausend Mark geliefert und fand reißenden Absatz. Mit den modernen technischen Hilfsmitteln hätte er schon für die Hälfte des Preises hergestellt werden können. Benz hatte schon früh erkannt, daß ein Auto nicht allzu teuer sein dürfe, wenn es sich wirklich durchsetzen sollte. War jemand mit dem gelieferten Wagen unnzufrieden, so konnte er ihn dem Werk zurückgeben und erhielt den vollständigen Kaufpreis zurück. Die Sache mit den ersten Käufern war übrigens nicht so einfach. Einer der ersten Leute, der einen Wagen erstand, rechnete täglich und stündlich mit seinem Ableben und wollte vorher noch einmal „d a s Höch st e, was das Leben bieten konnte", erleben. Er opferte fast fein ganzes Geld für den Ankauf feines Wagens. Wahrscheinlich gedachte er mit ihm zu sterben, denn noch galt jeder als verrückt, der sich einen Wagen zulegte. Ein anderer Käufer wanderte bann auch bald darauf wirklich ins Irrenhaus, weil Angehörige behaupteten, daß er „unter Ausschluß des freien Willens" gehandelt hatte. Tatsächlich war der Mann durch den Wagen ganz aus dem Rahmen seines bisherigen Lebens herausgeworfen worden, so hatte ihn das neue technische Wunder gepackt. (Fortsetzung folgt!) Der Zins im Wandel der Mrischastsgeschichle. Die erfolgreichen Maßnahmen der Reichsregierung, den Zinssatz in Deutschland auf 4,5 v. H. zu senken, regen zu einer Betrachtung der geschichtlich bedeutsamen Zinssenkung an. Da tritt uns gleich zuerst Friedrich der Große entgegen mit feinem Ausspruch, daß „der Stein der Weisen jeder Gesetzgebung die richtige Regulierung des Verhältnisses von Gläubiger und Schuldner sei, wobei die Regierung sich immer auf den Standpunkt des armen Mannes stellen" müsse. Seinen tatkräftigen Bemühungen ist es dann auch zu danken gewesen, daß der nach dem Siebenjährigen Krieg sehr yohe Zinssatz in Preußen von 8 v. H. aus 5 bis 6 o. H. herabgesetzt werden konnte, während Frankreich, Oesterreich und Rußland für ihre Anleihen immer noch 7 bis 9 o. H. zahlen mußten. Gehen wir weiter zurück in der Geschichte, so begegnen wir zum Teil ganz außerordentlich hohen Zinssätzen. Im alten Römer- reich waren die hohen Zinsen, die das niedere Volk, die sogenannte „misera plebs contribuens" zu zahlen hatte, ein Hauptgrund der Verelendung und Verknechtung der Massen, an der schließlich das Römerreich zugrunde gegangen ist. Nahm doch z. B. Marcus Brutus in den von ihm verwalteten römischen Provinzen für ausgeliehenes Geld nicht weniger als 48 o. H. Die bekannten Reformbestre- bungen der beiden Gracchen (um 130 v. Ehr.) zielen u. a. auch auf die Herabsetzung der hohen Zinsen hin und erinnerten daran, daß zur Blütezeit der römischen Republik das „Z w ö l f t a f e I g e» s e tz" (451 v. Ehr.) einen höheren Zinssatz wie 10 o.H. zu nehmen verboten hatte. Doch die Graccheschen Reformen blieben ohne nachhaltige Wirkung. Erft unter der starken Herrschaft des Kaisers A u g u st u s gelingt es, den Zinsfuß auf 5 v. H. zu senken. Freilich schnellte der Zins unter seinen schwächeren Nachfolgern bald wieder auf 7 bis 10 Prozent herauf; die Zinsknechtschaft begann aufs neue und vollendete den Untergang des römischen Reiches. Im Mittelalter finden wir z. T. sehr hohe Zinsen. So ist um das Jahr 1000 bei „(Seebär- lehen" ein Zinssatz von 33 v.H., bei „Getreidedarlehen" oft sogar ein solcher von 50 v. H. üblich gewesen. Auch hier sind es wieder die großen tatkräftigen Herrscher, denen es gelingt, den Zinssatz herabzudrücken: F r i e d r i ch II. v on Hohenstaufen ermäßigte 1230 in Neapel den Zins auf 10 v. H., eine Tat, die damals außerordentliches Aufsehen erregte, denn vorher war Geld unter 20 Prozent kaum zu bekommen. Allerdings stieg bald darauf wieder der Zins an, auf 15 o. H. z. T. auf 20 d.H. Erft das Aufblühen des Handwerks und des Handels in den deutschen Städten im 15. Jahrhundert brachte eine länger dauernde Zinsherabsetzung. Die wirtschaftsgeschichtlich bedeutsame Zinssenkung in der Blütezeit des deutschen Mittelalters ist zu danken der straffen Organisation und guten Disziplin des deutschen Handwerks und Handels, die von zielbewußten Führern geleitet wurden. Die Städteordnungen, wie auch die Zunft- und Gilbevorschriften enthielten scharfe Bestimmungen gegen Wucher, die Höhe des erlaubten Zinses war genau angegeben. Aus den süddeutschen, rheinischen und Hansestädten wird uns auch aus dieser Zeit berichtet, daß der Zins, den der Handwerker zahlte, nicht höher als 5 bis 6 v. H., teilweise sogar nur 4 v. H. gewesen sei. Die neuen Entdeckungen und Erfindungen des kommenden Jahrhunderts ließen den Zins wieder anfteigen, aber nach der Klärung der damaligen weltwirtschaftlichen Verhältnisse sank der "Zins 0um Teil sogar noch tiefer als vorher. Besonders in den beiden Ländern, die die neuen Entdeckungen für ihre Völker fruchtbringend zu gestalten verstanden, zuerst in Holland, dann in England, treffen wir einen ganz außerordentlich niederen Zins: Aus Holland wird uns berichtet, daß am Anfang des 17. Jahrhundert der Zins zeitweise auf 3 bis 2,5 v. H. stand. Im 30jährigen Kriege stiegen die Zinssätze wieder allerorten. In Deutschland behielten sie auch nach dem Westfälischen Frieden eine große Höhe bei, während in vielen anderen Ländern sich die Sätze wieder ermäßigten. So berichtet uns Roscher, daß um 1660 der Zins in Deutschland auf 8 bis 10 v. H., in Frankreich auf 7 v. H., in England auf 5 bis 6 v. H. und in Holland sogar nur auf 3 v. H. gestanden hätte, dagegen wiederum in Spanien auf 10 bis 12 v. H. und in der Türkei auf 20 v. H. Das 18. Jahrhundert brachte bann die erste berühmte „Konversion", d. h. die Herabsetzung des Zinses, und zwar der englischen „Konsols". Die 1694 von der Bank von England aufgenommene ursprünglich zu 8 v. H. zu verzinsende Staatsschuld wurde in den Jahren 1711 bis 1742 allmählich auf 3 o. H. ko.nvertiert. Das Gelingen dieser Zinsherabsetzung geht daraus hervor, daß bereits im Jahre 1737 die an der Londoner Börse notierten 3,5prozentigen englischen Konsols weiter über pari, nämlich auf 107, standen, was einer Rendite von nur noch 3 v. H. entsprach. Auch in Deutschland tarnen, wenigstens vorüber- Zielenkanaster. Von O. <5. Foerster. Im Jahre 1768 wohnte in der Mauerstraße in Berlin ein alter Kriegsveteran, der Tabakshändler Johann Bramigk. Sein kleiner Laden wurde wenig besucht, obgleich Bramigk besseren Tabak führte als manches große Geschäft in den Hauptstraßen der Stadt. Eines Tages saß Bramigk mit seiner Frau über den Geschäftsbüchern, sorgenvoll und traurig; denn alles Rechnen und Zählen ergab doch immer wieder, daß die Einnahmen lange nicht mehr die Ausgaben deckten. „Wir werden unseren Laden verkaufen müssen!" seufzte die Frau. Da klingelte die Ladentür. Bramigk eilte in den Laden und begrüßte respektvoll einen seiner wenigen treuen Kunden, den Husarengeneral von Zleten. Er legte ein Paket von der Tabaksorte des Generals auf den Tisch. „Ist doch noch derselbe?" fragte Zleten. „Zu Befehl, Exzellenz!" erwiderte Bramigk. „Mir lieb, das zu hören!" sprach der General. „Sein Tabak ist recht aut. Er führt gute Waren zu honetten Preisen. Wird wohl viel los, was?" „Leider nicht, Exzellenz. Dies ist heute der erste Groschen, den ich eingenommen habe." Zielen sah die trübe Miene der alten Frau, die ihrem Mann gefolgt war. „Tut mir leid", sagte er, „aber woran liegt das? Er muß mehr Brimborium machen von seinem Tabak!" „Dazu fehlt es mir an Geld, Exzellenz. Ich habe noch zwei Töchter zu versorgen, und die Miete ist auch sehr hoch ..." „Hat Er keine Söhne?" fragte Zieten. „Einen hatten wir", sprach die Frau, „der ist bei Kolin geblieben ..." Zieten brummte mißlaunig vor sich hin, als die Mutter leise zu meinen begann. „Wird schon wieder in florlbus kommen, Sein Geschäft!" tröstete er. Dann schritt er zur Tür und verließ den Laden. Doch schon drei Tage später kam der alte Zieten wiederum in Bramigks Laden. „Hör Er, Bramigk!" begann er, ehe der Händler noch nach seinen Wünschen fragen konnte, „was Er mir neulich erzählt hat, ist mir lange durch den Kopf gegangen. Ich hab' Ihm hier was mitge- bracht, das Seine Boutique in die Höhe bringen soll. Lese Er mal diesen Zettel!" Bramigk nahm das Papier und las erstaunt einen seltsamen Vers: „Ich kann euch hier was Gutes bieten, denn diesen Knaster raucht der alte Zleten!" „Hab ich selbst gedichtet!" sprach Zielen stolz. „War eine mühsame Arbeit für einen, der die Federfuchserei nicht leiden mag. Aber nun hör Er zu: Er macht jetzt viele Pakete von seinem Tabak und klebt auf jedes Paket einen Zettel, wo mein Bild drauf ist, und darunter schreibt er diesen Vers und oben drüber nochmal ganz groß „Zieten- knaster". Mit diesen Paketen füllt Er das ganze Schaufenster." Bramigk stammelte glücklich Dankesworte, aber der alte Haudegen wehrte ab: „Sei Er still davon, und daß Er mir Ehre macht mit Seinem Zietenknaster und keinen schlechten Tabak hineintut." In den nächsten Wochen prangte der Zietenknaster in dem Schaufenster des Tabakladens in der Mauerstrahe. Bürger und. Soldaten rauchten nichts anderes mehr, und selbst Hofkutschen fuhren vor dem kleinen Geschäft vor, deren Insassen den Tabak begehrten, den der Vater Zleten rauchte. Bramigk war bald aller Sorgen ledig — dank der Reklame, die sein alter General für ihn gemacht hatte. Jeden 18. Mai aber sandte er dem alten Zieten ein Paket Zietenknaster als Geburtstagsgeschenk und als Zeichen seiner Dankbarkeit. Auch eine Liebesgeschichte. Von Heinz Ulrich Es gibt da einen jungen Mann, den ich recht gut kenne, er heißt, beiläufig gesagt, Otto. Außerdem ist da noch ein junges Mädchen, das ich weder gut noch schlecht, sondern nur aus der Ferne kenne. Sie ist den Männern durchaus nicht wohlgesinnt, das beweist sie in der Geschichte mit Otto. Sie — ich will sie Clara nennen, bas ist auch ein schöner Name, und wenn ich ihren richtigen nennen würde, käme sie gleich zu mir und — aber das geht euch ja nichts an —, also Clara geht morgens immer ins Geschäft, sie ist ebenso unpünktlich wie Otto, und das fällt dem Otto eines Tages auf, denn sie wohnen beide im selben Haus, Otto im ersten, sie im dritten Stock. Eines Tages steigt Otto ihr nach. Da sie nicht nur hübsch ist, sondern auch ein kluges Mädel, merkt sie es sofort. Sie läßt ihn zweimal an sich vorüber gehen, beobachtet ihn genau, wie er das erstemal an einem Räucherwarenladen stehen bleibt und wie hypnotisiert auf Flundern und saure Gurken zu schauen vorgibt, dabei aber weiter nichts tut, als die Fensterscheibe als Spiegel zu benutzen; und sie läßt es geduldig geschehen, oaß er ein zweitesmal sich mächttg für Kinderwagen zu intergehend, Zinssätze von 3 bis 4 v. H. vor, so z. B. in Göttingen im Jahre 1794. Arn Anfang des 19. Jahr- hunderts stiegen die Zinssätze infolge der napoleonischen Kriege überall wieder stark an und behielten auch weiterhin noch eine beträchtliche Höhe: Don 1814 bis 1820 ist Geld kaum unter 7 bis 9 v. H. zu haben. Don 1820 bis 1850 fand dann in ganz West- und Mitteleuropa ein langsames Sinken des Zinsfußes statt. In den meisten Staaten Europas wurden in dieser Zeit die Zinsen der Staatspapiere wie der Pfandbrief herabgesetzt. So stellten sich seit 1840 die Zinssätze für die besten Staatspapiere und Pfandbriefe in Holland nur auf 3 v. H., in Frankreich auf 3,5 bis 4 v. H., in Süd- deutschland und Westdeutschland auf 4 bis 4,5 v. H., in Ostdeutschland auf 5 bis 6 v. H. In Oesterreich betrug der Zins seit 1845 nur noch 4 v. H. Im 'Jahre 1852 nahm Preußen noch einmal eine große Zinsherabsetzung seiner Staatspapiere von 5,5 auf 4,5 v. H. mit vorbehaltloser Zustimmung seiner Gläubiger vor. Dann aber greift bis etwa 1870 wieder eine entgegengesetzte Richtung Platz. Die Epoche des Eisenbahnbaues, der verstärkten Maschinenverwendung, der vergrößerten volkswirtschaftlichen Investitionen läßt den Zins zeitweilig wieder anfteigen: Don 3,5 bis 4 v. H., welche Höhe er bisher hatte, auf 5 und 6 v. H. und z. T. noch höher. Es ist dieselbe Erscheinung, die wir auch in dem Jahrhundert der Entdeckungen und Erfindungen beobachten konnten. Stürmisches Dorwärtsschreiten der Wirtschaft ruft Kapitalvedarf hervor, spannt die Geldmärkte an und läßt den Zins steigen. Um das Jahr 1860 mußten für erstklassige Staatspapiere in Preußen 5 v. H., in Rußland 5,5 v. H., in Italien 6,8 v. H. und in Oesterreich 6,9 v. H. gezahlt werden. Aber schon nach wenigen Jahrzehnten, als die Wirtschaft wieder in ruhigere Bahnen ein- gebogen war, ermäßigten s i ch die Sätze; und dann folgt von den 80er Jahren an die Zeit der großen Konversionen, der Zinsherabsetzungen der (Staatspapiere und Renten. Hier ist besonders ein Land zu nennen, das wegen seiner von geschickten Finanzministern durchgeführten Zinsherabfetzungen eine gewisse Berühmtheit erlangt hat: England. Eine ganz neue Form der Zinssenkung in Staffeln wurde hier vom Schatzkanzler Goschen eingeführt, dem es auf diese Weise gelang, die englische Staatsschuld seit 1888 nur noch mit 2,5 v. H. zu verzinsen. Auch in Preußen wurde in den 80er Jahren eine große Konversion durchgeführt, indem die preußischen Staatsanleihen von zuerst 4,5 v. H. auf 4 v. H. und dann auf 3 v. H. herabgesetzt wurde. Durch diese Maßnahme erzielte der preußische Staat im Durchschnitt eine Zinsersparnis von jährlich rund 18 Millionen. Im Ganzen sollen nach Newmark die europäischen Kulturstaaten in der Zeit von 1888 bis 1900 durch Konversionen fast eine Milliarde an Zinszahlungen erspart haben. So sehen wir, wie die Höhe des Zinses abhängig ist von den verschiedenen Faktoren, unter denen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse an erster Stelle stehen. In wirklichen Blütezeiten einer Wirtschaft ist aber stets der Zins niedrig, da hohe Zinsen immer ein Hemmschuh in der Entwicklung sind, während niedere Zinsen den Ausbau der Wirtschaft fördern. Und deshalb sehen wir auch stets tatkräftige Herrscher bestrebt, ihrem Volke einen niederen Zinssatz zu verschaffen. Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Darmstadt. In der Technischen Hochschule zu Darmstadt begann eine mehrtägige Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft, die das Vorkommen, die Gewinnung und die Verwendung der deutschen Natursteine im Straßen- und Hochbau behandelt. Der Vorstand des Geologisch-Mineralogischen Instituts, Professor Dr. W. Wagner, eröffnete die Tagung, zu der etwa 120 Wissenschaftler und Industrielle gekommen sind, mit einem Rückblick auf die Einweihung und den Bau des ersten Teilstückes der Reichsautobahnen. Der Reichsautobahn ist einer der Lehrausflüge der Tagungsteilnehmer gewidmet, um insbesondere die Untergrundverhältnisse und die Herstellung der Fahrbahndecke tennenzulernen. In Vertretung des Reichsstatthalters übermittelte Landesforstmeister Dr. Hesse die Grüße der Landesregierung. Vsm Aitern derBöSker. Von Dr. Rodench von llngern-Eternberg. Unter einem Volk ist nicht ein Nebeneinander einer Vielheit von Menschen zu verstehen, sondern eine lange Folge von Generationen, die durch Gemeinsamkeit der Abstammung, der Muttersprache und durch gemeinsame politische und tulturelle Erlebnisse miteinander verbunden sind. Jede Persönlichkeit, sowohl die des Einzelmenschen wie die eines Volkes, ist in ihrer Bildung und Wesensart grundlegend bestimmt durch ererbte Rassenanlagen einerseits und durch die Erziehung andererseits, wobei unter letzterer die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse, der physischen sowohl wie der geistigen, zu verstehen ist. Dabei ist anzunehmen, daß die ersteren (die physischen) nicht ohne Einflüsse auf die Raffenanlagen sind Ein Volk ist eine Bluts- und Schicksals- gemeinschaft, wobei diese beiden Elemente der Gemeinschaft, im Einzelfall, von verfchiedner Stärke sein können. Ein Volk kann aus verschiedenen Rassen mit besonderen Anlagen und Eigenschaften bestehen, die aber durch jahrhundertlange Lebens- und Schicksalsgemeinschaft eine fe ft gefügte völkische Einheit geworden sind. Als Beispiel dürfen wir die Franzosen anführen. In einem anderen Fall kann ein Volk vor allem durch die relative Gleichartigkeit der Raffe gekennzeichnet fein (Schweden). Zur Verdeutlichung des Wesens eines Volkes kann man den Ausdruck Organismus (Volksorganismus), der eigentlich nur auf Lebewesen angewandt wird, gebrauchen, wobei man allerdings stets dessen eingedenk sein muß, daß es sich um einen bildlichen Ausdruck handelt, der die enge Verbundenheit und Abhängigkeit aller Teile des Volksganzen zum Bewußtsein bringen soll, ohne daß alle Merkmale eines menschlichen Organismus auf den Begriff „Volk" übertragbar wären. So hat z. B. der Organismus des einzelnen Menschen nur eine beschränkte Lebens- dauer, wogegen jedes Volk eine Ewigkeitsdauer in Anspruch nehmen muß, und das Verlöschen seiner Existenz niemals als ein Merkmal seines Wesens gelten kann. Trotzdem ist es zulässig, auch in bezug auf den Dolksorganismus von Alterserscheinungen oder von der Jugendlichkeit zu sprechen und diesem Ausdruck einen bestimmten Sinn und Erkenntniswert beizulegen. Das ist sogar in zweifacher Hinsicht möglich: Erstens in dem Sinn, daß der Altersaufbau der einzelnen Völker ein verschiedener, ein jugendlicher oder ein alter fein kann (biologisches Alter), und zweitens in dem Sinn, daß ein Volk, als eine sich selbstbewußte Einheit von Blutsverwandtschaft und Schicksal, mehr oder weniger lange Zeit bestehen, d. h. daß seit der Entstehung und Formierung des völkischen Bewußtseins eine mehr oder weniger ausgedehnte Zeitspanne verflossen sein kann (kulturelles Alter), wobei es allerdings schwer fallen mag, im Einzelfall den Zeitpunkt des Zustandekommens, des ersten Aufleuchtens des völkischen Bewußtseins geschichtlich festzustellen. Den biologischen Altersaufbau eines Dolksorganismus kann man auf Grund der Ergebnisse von Volkszählungen, bei denen bekanntlich das Alter der einzelnen Personen festgestellt wird, zur Darstellung bringen. Man verfährt dabei so, daß man feststem, wieviel Menschen auf die einzelnen Altersklassen (0 bis 5, 5 bis 10 Jahre usw.) entfallen, und bann die einzelnen Altersklassen zu größeren Gruppen: Kinder, fortpfanzungsfähige Gruppen usw. zusammenfaßt. Um das verschiedene biologische Alter einzelner Völker zu veranschaulichen, wollen wir den Altersaufbau unseres westlichen und unseres östlichen Nachbars, dem des deutschen Volkes gegenüberftellen. Wir erhalten bann einen jugendlichen Altersaufbau (Pole n), einen mittleren (Reichs- beutfche) und einen „vergreisten" (Franzosen). Auf 1000 der Gesamtbevölkerung standen im Alter: unter 15 30 60 In: 15 Jahre: bis 30: bis 60: unb mehr: Polen 354 290 284 72 Deutschland 258 288 362 92 Frankreich 225 250 387 138 essieren scheint, denn sie glaubt nicht, duß er das symbolisck meint. Otto seinerseits ist davon überzeugt, baß er mächtig Einbruck schinbet, er schaut ihr also bei ber britten Ueberholung mit großer Unverfrorenheit mitten ins Gesicht über bie Schulter hinweg, grinst und grüßt und bildet sich ein, daß sie ihn schmachtend ansieht. Sie bankt und tut nun so, als ob sie mächtig erstaunt ist. Sie bemerkt zu ihm, daß sie leider keine Ahnung hat, wer der Herr ist, sie kann sich nicht erinnern, ihn schon einmal gesehen zu haben. „ASer halt", sagt sie plötzlich und lacht dazu, als falle ihr eine komische Erinnerung ein, „Sie sind doch der Türke aus dem Wanderzirkus, der im vorigen Jahr da draußen war, ftimmt's? Wir haben uns wunderbar über Sie amüsiert. Wie geht es Ihnen denn?" Otto, der Türke, stottert verwirrt: „Ich — ich —" und kommt nicht weiter, sie kramt offenbar in ihren Gedanken: „Aber in Ihrem Kostüm sehen Sie bei- nahe noch dümmer aus, als so", unterbricht sie sich: „Oh, hab' ich Sie beleidigt?^ „Oh bitte nein, mein Fräulein", stammelt der unglückliche Türke Otto verstört. „Nicht viel dümmer", sagt sie tröstend, „und Sie sind ja ordentlich dick geworden, richtig ’nen Bauch haben Sie gekriegt." Nun ist Otto sehr stolz darauf, daß er schlank ist und so merkt er denn endlich, daß er veräppelt wirb und er wirb rot wie eine Kirsche. Sie sieht es und wirb mit einem Male ganz merkwürdig ernst und streng im Gesicht: „Herrrrr Otttttoo —!" sagt sie, „Sie täuschen sich in mir!" läßt ihn stehen und schreitet stolz und erhobenen Hauptes davon. So steht er von allen guten Geistern verlassen auf der Straße und rührt mit der rechten Hand in der Luft herum, sucht nach Atem und geht schien- mgst ins Geschäft, wo sein Chef ihn fragt, ob er gestern viel getrunken habe. Drei Tage später geht er, um seinen Gram zu betäuben, ins Kino, ber Film hat bereits begonnen, es ist stockbunkel, er mirb von dem Platzanweiser auf irgendeinen Stuhl gestoßen und fetzt sich. Seine Augen gewöhnen sich an das Dunkel und er sieht sich einen Augenblick im. Neben ihm sitzt eine junge Dame, die ihn an- legt. Vernichtend. Denn es ist Clara. Er will rasch lüchten, aber neben ihm hat sich schon eine um« angreiche ältere Dame niedergelassen und läßt ihn nicht und die Leute hinter ihm beginnen zu zischen. setzt sich mit verzweifelter Gebärde und ent- chuldigt sich bei ihr: „Ich kann wirklich nichts da- K • sieht so unglücklich aus in dem trüben Flimmerlicht, daß er ihr hartes Herz zu rühren beginnt. Sie denkt bei sich, er kann doch nicht ganz so ein frecher Kerl fein, wie ich dachte, sie sagt: „Bitte" und lächelt. So sitzen sie artig eine Stunde lang nebeneinander und sehen krampfhaft auf die Leinwand und denken doch nur aneinander. Fast am Ende des Films stoßen auf ber Sessellehne ihre Hände leise zusammen unb bleiben so liegen. Als es hell wirb, fahren sie auseinanber, wie Kinder, die über etwas Bösem ertappt sind. Sie gehen, wie könnte es auch anders fein, zusammen nach Hause. Er entschuldigt sich noch vielmals wegen seiner Frechheit von damals, ach wie lange das schon her ist, und sie gewährt, schwankend zwischen Rot und Lächeln, Die Verzeihung. Dann sind sie angekommen, der Hausflur kst merkwürdigerweise dunkel, und die verfluchte Treppenbeleuchtung ist natürlich wieder einmal entzwei unb Otto muß Clara stützen, damit sie nicht auf ber Treppe hinfällt. Er vergißt dabei, daß er im erften Stock wohnt unb kommt bis oben mit. Ich glaube, er muß bann wohl wieder eine Anwandlung von Frechheit gehabt und ihr einen Kuß gegeben haben, denn am nächsten Tag haben sie schon du zu einander gesagt, und das muß doch eine Ursache haben. Aber das ist ja schon gar nichts Besonderes mehr." Das Gespräch um die Welt herum. Die amerikanische Telephon-Gesellschaft in Neu- York unternahm ein interessantes Experiment, in dem nachgewiesen wurde, daß man auf dem längsten Weg das Gleiche erreichen kann, was man auf dem kürzesten zuwege bringt. Diese Arbeit scheint zwar auf den ersten Blick sinnlos zu sein, da man gemeinhin den kürzeren Weg vorzieht, aber für die Wissenschaft des Fernsprechers war die Untersuchung, gleichsam als Bestätigung seiner besonderen Güte, sehr aufschlußreich. Der Präsident ber Telephon-Gesellschaft unterhielt sich über ben Fernsprecher mit dem Vizepräsibenten, ber im Nebenzimmer saß. Für solche Zwecke wirb ja gewöhnlich allenfalls ein Haustelephon angewandt, aber die beiden Herren ließen sich eine Extrawurst braten unb bas Gespräch um die ganze Welt herum legen. Durch Kabel wurde der Präsident mit ßon- bon verbunben, von ba nach San Franzisko, und der Draht brachte das Gespräch nach Neuyork zurück. Die Verbindung um die Welt war in fünf» zehn Minuten hergestellt, und die Verständigung klappte ausgezeichnet. Im roten Arbeiterparadies ler, terbunben, und es wurde ein drahtloser Notverkehr eingerichtet. Die Mehrzahl der Bahngebäude ist ebenfalls ein gestürzt. Die vom Erdbeben betroffenen Gebiete sind unbewohnbar geworden. Die Behörden sind eifrig mit der Durchführung von Rettungsarbeiten, der Entsendung von Hilfszügen und Flugzeugen mit Proviant und Arzneimitteln beschäftigt. Auch in anderen Bezirken der Provinz Sindh wurden Erdersckütterun- gen verspürt, doch liegen Verlustmewungen noch nicht vor. Das englische Luftministerium veröffentlicht eine offizielle Liste der 34 englischen Flieger, deren Tod bisher festgestellt worden ist. 12 weitere Mitglieder der Fliegertruppen werden für tot gehalten. Nach einem im'Indien-Ministerium eingegangenen Bericht ist beinahe die gesamte Polizeitruppe von Quetta ums Leben gekommen. Die Todesfälle unter dem Militär dagegen sollen gering sein. Der König von England hat an den Vizekönig von Indien und an den Luftfahrtminister Beileidstelegramme gerichtet. Nach weiteren Meldungen liegt das Erdbebenzentrum zwischen der fast völlig zerstörten Stadt Quetta und der weiter südlich liegenden Stadt Kalat, die ebenfalls in einen Trümmerhaufen verwandelt worden ist. In dem gesamten Erdbebengebiet zwischen Quetta und Kalat sollen vier Fünftel der Bevölkerung getötet worden sein. Die Stadt Quetta hat 34 000 Einwohner. Sie liegt etwa 1800 Meter über dem Meeresspiegel. Quetta ist ein bedeutender Handelsplatz und gilt als wichtiger militärischer Stützpunkt an der Nordwestgrenze bestätigen... Es sind reiche Russen, „reich" in der Sowjetbedeutung, „reich" auch im Verhältnis, und die feiern nun ihre Feste von ihrem „Reichtum" im Moskau von heute.. Die natürliche Ungleichheit der Menschen hat eine Ungleichheit der Einkommen in der Sowjetunion von heute verursacht, die sich nicht viel von der Ungleichheit in kapitalistischen Ländern unterscheidet... Hier ist das Moskau der „sozialistischen Dem Gedächtnis der Helden vom Skagerrak Scherl-Bildmaterndiens i ein Begrüßungsabend statt. Am Freitagvormittag wurde der Skagerrak-Gefallenen an ihren Gräbern mit einer Gedenkfeier gedacht. Mittags wurde für die Teilnehmer an der Fahrt des DDAC. und des NSKK. die S i e g e r v e r k ü n d u n g und Preis- Verteilung vorgenommen. Im Mannschaftskampf verteidigte die NSKK. -Staffel Il/M. 27 Köniaswusterhausen den Goldpokal der Marinestation der Nordsee siegreich. Zweiter Sieger wurde die Standarte 13 7, Magdeburg, die ein Bild von der Skagerrak-Schlacht erhielt. An dritter Stelle lag der Motorsturm XVI/M. 62 Bremen. Außerdem erhielten 24 Wa- genfahrer Preise. Der beste von ihnen, Werner Kruse aus Berlin, mit 4810 Punkten, erhielt ein Relief des Führers als Ehrengabe des Präsidenten des DDAC. Sonderpreise erhielten ein Fahrer, der aus Kowno nach Wilhelmshaven gefahren war, für die größte zurückgelegte Strecke, ebenso ein Motorradfahrer aus Aurich, der die Skagerrakfahrt von Aurich nach Mailand und zurück gefahren war. Um 13 Uhr begann die große Parade der See - und Landftreit- "kräfte Dabei wurden 12Reichskriegsflaggen der Kaiserlichen Marine die Ehrenkreuze angeheftet. Der Stationschef der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Schultze, hielt eine Ansprache. An dem Standortsappell auf dem Kasernenhof Kiel-Wik nahmen alle Landmarineteile, Seestreitkräfte sowie Abordnungen des Fliegerhorstes Holtenau teil. Der Chef der Marinestation der Ost. fee, Vizeadmiral Albrecht, hielt eine Ansprache. Gegen Mittag fand im Marineheim die Einweihung des Ehrenmals der Stadt Kiel für ihre im Weltkrieg gefallenen Söhne statt. Der Oberbürgermeister der Stadt Kiel hielt die Weiherede. In Stettin lagen am Skagerraktag 11 deut» sche Kriegsschiffe im Hafen, ein Flottenbesuch, wie ihn Stettin seit der Vorkriegszeit nicht mehr gesehen hat. Die Schiffe waren am Mittwoch and Donnerstag eingelaufen. Unter ihnen befindet sich auch das Panzerschiff „Admiral Scheer" mit dem Flottenchef Vizeadmiral F o e r - ft er. Der Flottenbesuch erreichte seinen Höhepunkt bei der Skagerrak-Gedenkfeier, die mit einem Feldgottesdienst auf dem Skagerrakplatz begann. Nach einer Totenehrung gab der Oberbürgermeister bekannt, daß die schönsten Straßen und Plätze nach dem Ehrentage der deutschen Marine benannt worben seien. Vizeadmiral Förster dankte im Namen der Kriegsmarine. Die Hauptstadt von BrilischBelulschistan, Quetta, die ein wichtiger eisenbahntechnischer und militärischer Knotenpunkt ist, wurde von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Das erste Beben wurde am Freitag, um 2.45 Uhr Ortzeit, verspürt. Bach den jüngsten Meldungen ist nahezu die ganze Stadt Quetta dem Erdboden gleichgemacht. 20 000 Menschen find ums Leben gekommen; nach einer unbestätigten Zeitungsmeldung wird die Zahl der Taten sogar mit 30 000 angegeben. Die Verluste der Europäer betragen etwa 100 Tote und 200 Verletzte. Bisher sind 50 Europäer und 153 Inder lebend aus den Trümmern geborgen und ins Krankenhaus gebracht worden. Nach bisher unbestätigten Meldungen steht der Hauptbasar im Zentrum von Quetta i n Flammen, die durch einen heftigen Sturm an- gefacht werden. Die 60 Meilen nordöstlich von Quetta liegende Grenzstadt Tschaman soll durch das Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht sein. Auch die Ortschaften Kalat und Mustang sind zum großen Teil zerstört. Auf den offenen Plätzen in Quetta werden Zelte für die Obdachlosen errichtet. Von Karachi sind Sonderzüge und Flugzeuge unterwegs, um Hilfe zu bringen. In Quetta sind sämtliche Flughallen der dortigen britischen Luftstreitkräfte eingestürzt, wobei 43 Flie- gersoldaten getötetund 26 Flugzeuge von insgesamt 30 zerstört wurden. Durch den Einsturz des Telegraphenamtes ist jeder Telegraphenverkehr un- Furchtbares Erdbeben in VrUch-Velulschistan 20000 Menschen umS Leben gekommen? Oie Hauptstadt Quetta dem Erdboden gleichgemacht. setzungen. Der mächtigste Kapitalist in der Sowjetunion ist d e r S t a a t s e l b st. Dieser. Staat macht Gewinne, und in den letzten 5 Jahren machte der Staat solche Gewinne, daß das Volk an den Rand des Unterganges gebracht wurde, und in diesen 5 Jahren gab der Staat seinen Arbeitern, der Gesamtbevölkerung, weniger Lohn, als sie vom selbstsüchtigsten Prioatkapitalisten empfangen haben rol®irn'finb im Tanzs--°I des Hotels Metropol in Moskau, in der Hauptstadt der 1. Arbeiter- und Bauernrepublik. Im Lande, m dem die Diktatur des Proletariats durch Abschaffung der Gewinne versprochen wurde ... Hier führt d e r Ar b et t er die Herrschaft, - wie er sagt, hier ist eure Regie- rung aufqerichtet im Namen nicht nur des einfachsten Arbeiters, sondern des „gewöhnlichsten Mannes, des unterdrückten, des Arbeiters und des ärmsten Bauern. Wie nun geht es diesem „gewöhn- lichstem Mann" nach 17 Jahren Diktatur? Was kann der europäische Arbeiter lernen aus dem Lose seines russischen Kollegen? Möchte er aus Europa ein Sowjeteuropa machen? , , , , Diese Antwort wird uns im Hotel Metropol nicht gegeben. Hier in diesem Tanzsaal bedeutet die Explosion eines jeden Kinderluftballons den Fünf-Stundenlohn-eines Sowjetarbeiters...; oenn jeder K i n d e r b a l l o n kostet 5 R u b e I..., und der Durchschnittslohn in der (Sowjetunion steht auf 1 Rubel die Stunde... n „ s Was aber find das nun für Menschen? Werden ihr Sekt und ihre Ballönchen ihnen etwa zur -ver- füauna gestellt, weil der Kommunismus versprochen hat. „den Menschen nach ihrer Fähigkeit etwas abzuverlangen und sie nach ihren Bedürfnissen zu belohnen?" Oder sind es Menschen aus kapttali- R Ländern, deren Einkommen groß genug einem Abend den Wochenlohn eines russischen Arbeiters auszugeben? Zu der ersten Gruppe gehören sie nicht, weil es in Rußland keinen Kom- muntsmus gibt, was die Kommunisten selbst eifrigst Ungleichheit"... „Daitje Valuta!" bettelt das Kind draußen am Teatranyplein: „Gib mir ausländisches Geld ..." Die Bolschewiken behaupten, das kapitalistische Europa gehe zugrunde, — Bettelkinder in Moskau aber betteln immer noch um ausländische Va- l"Hungerlöhne...: „Nach 17 Jahren Diktatur des Proletariats muß ein Sowjetarbeiter fast 18 Stunden arbeiten, um für seinen Lohn ebensoviel Lebensrnittel kaufen zu können, wie ein amerikanischer Arbeiter nach höchstens 4 Stunden Arbeit..., er muß also viermal länger für die gleiche Menge Lebensmittel arbeiten, um g e- r ade'genug zum Leben zu haben. Der durchschnittliche Arbeitstag tn Rußland ist 7 Stunden durch das Sechstagesystem der Arbeitswoche aber beläuft sich der jährliche Durchschnitt an Arbeitsstunden auf etwa 2100. Der durchschnittliche Arbeitslohn macht somit etwas weniger als einen Rubel aus. v Die Preise tn Moskau in den Cafes und Gasthöfen betragen für ein Glas Tee 50 Kopeken, für Eier und Schinken 5 Rubel 50 Kopeken. Ein Gericht Eier und Schinken kostet somit fast den Tagelohn eines Arbeiters... Arbeiter würden in solchem Restaurant nicht essen können, aber--es gibt genug Sowjetbürger. Im .Gastronom Nr. 1", im früheren Ielassief, wo einst Großfürsten und schwerreiche Großindustrielle kauften, ist zwar alles zu kaufen: Birk- unb Rebhühner, Hasen und Enten, gefrorener und gesalzener Lachs und Delphine, vier Sorten Kaviar und 17 Sorten Brühwürstchen, jeder kann heute in Ielassief kaufen, aber — nur die können dort kaufen, die die Preise an! egen tonnen. Was bedeuten alle diese Waren gegenüber dem, was der Durchschnittsmensch unter der Diktatur des Proletariats in Wirklichkeit ißt?!" „In einer Wohnung für eine Familie sind 12 bis 16 Personen zusammengepfercht ..:" „Wir haben seit 5 Tagen fein Fleisch gegessen , sagte , die Frau. Ihr Mann war Mechaniker und verdiente 250 Rubel im Monat, den Lohn eines ge- Beflaggung militärischer Gebäude. Berlin, 31. Mai. (DNB.) In Zukunft wird die gesamte Jugend des nationalsozialistischen Deutschlands die Schule der Wehrmacht durchlaufen. Der Reichs- kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat daher angeordnet, daß künftig neben d e r Reichskriegsflagge auch die Hakenkreuzflagge zu setzen ist. Gebäude mit drei Flaggenmasten setzen in der Mitte die Reichskriegsflagge, rechts und links die Hakenkreuzflagge. Bei zwei Masten wird, vom Innern des Gebäudes aus gesehen, rechts die Hakenkreuzflagge, links die Reichskriegsflagge gefetzt. Bei Gebäuden mit einem Mast bleibt es bet der bisherigen Regelung, daß nur die Reichskriegsflagge gesetzt wird. Die Neuregelung entspricht den Anordnungen, die vor kurzem vom Reichsinnenminister für die Beflaggung staatlicher Gebäude gegeben wurden. Berlin, 31. Mai (DNB.) Am heutigen Skager- rak-Tage wurden 63 frühere Reichskriegsflaggen der Kaiserlichen Marine, die in Gefechten und bei kriegerischen Unternehmungen des Weltkrieges geweht haben, mitdem Ehrenkreuz für Frontkämpfer ausgezeichnet. In Berlin nahm der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. R a e b e r, im Lichthof bes Zeughauses die Schmückung ber folgenden 13 Reichskriegsflaggen vor: Zwei Flaggen des Panzerkreuzers „ M o l t k e " , von denen eine bei ber Beschießung von Lowestoft 1916 unb bie anbere beim Oesel-Unternehmen 1917 gesetzt war, je eine Reichskriegsflagge bes Panzerkreuzers „Scharnhorst", ber Kreuzer „Emden" und „Karlsruhe", der Unterseeboote U 20, UB 126, UC 23, des Marineluftschiffes L 63, des Minenlegers „Hertha", eines V o r • poftenbootes sowie der türkischen Kriegsflaggen des Panzerkreuzers „Soeben" und des Kreuzers „Breslau". Zur Verleihung der Ehrenkreuze war eine Ehrenkompanie der Marineunter. offiziers-Lehrabteilung Friedrichsort angetreten. Ferner nahmen Abordnungen des NS. Deutschen Marinebundes, der Marine-SA., ber Marine-HI., bes Reichstreubundes ehemaliger Berufssolbaten unb des NSDFB. (Stahlhelm) an der Ehrung teil, ferner als Ehrengäste u. a. Admiral a. D. S o u ch o n , im Kriege Chef der Mittelmeerdivision, mit seinem Ches des Stabes, Kapitän z. S. a D. Busse, Admiral a. D. B e h n ck e , Vizeadmiral a. D. von Trotha, ber Führer bes Reichsbunbes deutscher Seegeltung, Konteradmiral a. D. von Lützow, owie ber t ü r k i s ch e Militärattache, Oberst- leutnant Chevbet (Sepier. Rubel (= 20 Pfund Fleisch für diese Familie) $uf Kartoffeln waren 9 Rubel nötig, für verschiedene Rübensorten 10 Rubel, für Zucker 5,70 Rubel, für Kandiszucker 8 Rubel, für 700 Gramm Butter (im ganzen Monat!!!) 7 Rubel (also fast einen Tage- lohn!!), für Tee 0,70 Rubel, Hering 3,75 Rubel und frischen Fisch 2,25 Rubel. Der Mann ah dazu einmal im Tag im Eßsaal der Fabrik und bezahlte dafür durchschnittlich 25 Rubel im Monat. Seme Staatsanleihe kostete ihn monatlich 14 Rubel. Insgesamt waren das 180 Rubel. Es blieben ihm daher 70 Rubel, um alles andere zu kaufen. „Ist das nicht genug?" fragte ich. „Nein", sagte die Frau überzeugt. „Wir bekommen nicht Milch genug für das Kind und keine Eier, und wir haben nichts für Spielsachen übrig und praktisch nichts für Kleidung. Sobald das Kind etwas alter ist, gehe ich aus zur Arbeit, um ein besseres Leben zu bekommen." 3n den Standorten der Reichsmarine. Die Skagerrak-Gedenkfahrt des DDAC und des NSKK. Noch nie hatte die Skagerrakfeier in der Marine- stadt Wilhelmshaven so viele Gaste aus dem Reich gesehen, wie in diesem Jahre. Die Skagerrak-Gedenkfahrt des DDAC. und des NSKK. hatte allein 1000 Teilnehmer nach Wil- helmshaven befördert. Sie brachten über 3 0 0 Skagerrak-Kämpfer mit. Am Himmel- sahrtstag fand bereits ein großer Zapfenstreich und chulten Arbeiters, 100 Rubel mehr als der inbu- trielle Durchschnittslohn. Sie kochte mit fünf an» lern Hausfrauen auf einem (!) gemeinsamen Primuskocher ..., die Küche war nur für eine Familie gedacht... Die Hauptnahrungsmittel bestanden aus Brot und Kartoffeln. Drei bis vier Menschen leben, essen, schlafen und verrichten alles, was zum Haushalt gehört, in einem einzigen Zimmer 12—16 Menschen sitzen beieinander gepfropft in einer Wohnung, die nach den Plänemachern des Fünfjahresplanes für eine einzige Familie, bestehend aus Mann, Frau und 1 Kind, bestimmt waren. So lebt ein kommunistischer Arbeiter, wie seine Frau auseinandersetzte: Wohnung, einschl. Feuerung, Elektrizität, Rundfunk und Wasser: 20 Rubel. Das ist schon ein geringer Vorteil, da ein Nichtparteimitglied auf 25 Rubel kommt. Lampenöl, Brot unb Fleisch verlangen 15 bzw. 45 bzw. 15 Vergleicht man die Besetzung ber einzelnen Altersklassen in Polen, Deutschland und Frankreich, so erkennt man deutlich, daß das französische Volk älter ist als das deutsche, denn die Zahl der Personen im Alter über 60 Jahre ist in Frankreich sehr viel größer als tn Deutschland und vor allem in Polen, wogegen der Anteil der Kinder unter 15 Jahre und ber jugendlichen Personen (15 bis 30) in Deutschland und in Polen erheblich größer ist, als in Frankreich. Polen seinerseits hat eine erheblich größere Zahl von jugendlichen Personen als Deutschland, während die Zahl ber 30 bis 60 und der über 60- jährigen in Polen geringer ist als In Deutschland, so daß sich die polnische Nation im Ganzen als jünger als die deutsche darstellt. Wenn wir den Altersaufbau der westeuropäischen Völker überblicken, so können wir feststellen, daß außer Frankreich, welches in bezug auf das biologische Alter an der Spitze steht, die Schweden, Esten, Schotten, Iren, Letten, Norweger, Oesterreicher und die Schweizer den am meisten „vergreisten" Altersaufbau haben; eine Erscheinung, die in der Hauptsache eine Folge des Geburtenrückganges und der verhältnismäßig geringen Sterblichkeit in den genannten Ländern ist, denn diese beiden Erscheinungen haben eine Schrumpfung der „Kinderquote" und eine starke Zunahme der „Großelternquote" bewirkt. Das deutsche Volk steht zur Zeit, was seinen Altersaufbau anbelangt, ungefähr in der Mitte ber westeuropäischen Völker. Bedeutsam aber ist, baß von 1910 bis 1925 (bie Ergebnisse ber Volkszählung von 1933 sind, was ben Altersaufbau an« belangt, noch nicht verarbeitet) eine Schrumpfung der unter 15 Jahre Alten von 340 auf 258 (auf 1000 Einwohner berechnet) erfolgt ist, während gleichzeitig die alten Jahrgänge (bie über 60jährigen) von 79 auf 92 zugenommen haben. Mithin ist in ben letzten 15 Jahren eine Alterung unseres Volkes eingetreten, bie im Laufe ber letzten 9 bis 10 Jahre zweifellos einen weiteren Fortschritt gemacht hat, benn in biefen Jahren ist ber Geburtenrückgang, bis zum Jahre 1934, befon- bers intensiv gewesen, während bie Sterblichkeit, befonbers unter ben alten Leuten, infolge ber fort- Zurückgekehrte Rußlanbsahrer Haden des öfteren über ihre bösen Erfahrungen in Sowjetrußland berichtet. Nun veröffentlicht der amerikanische Journalist R. H. Knickerbocker, der zum zweiten Male Rußland bereist hat, Reiseberichte, bie beweisen, daß die Darstellung Sowjetrußlands als ausgemachte „Arbeiterhölle" keine deutsche Erfindung ist. Aus ber Feber bieses „Neutralen" stammen bie im nachfolgenden im Auszug wörtlich wiedergegebenen Ueber- schreltenden Besserung der Gesundheitspflege, ob- 1 genommen hat. Was nun das kulturelle Alter anbelangt, so stimmt letzteres mit dem biologischen Alter nicht, wenigstens nicht in der Regel, überein. Unter den Völkern Europas, die wir zu den biologisch „alten" zählen muhten, sind Nationen ganz verschiedenen kulturellen Alters vertreten. Während die bio- logisch „alten" Franzosen auch ein sehr altes Kulturvolk sind, das auf dem römischen und keltischen Kulturboden als eine sogenannte „Zweitkultur" erwachsen ist und bereits um das Jahr 1000 nach Christi eine ausgeprägte eigene kulturelle Physio- gnomie aufzuweisen hatte, waren z. B. die biologisch gleichfalls alten Letten um diese Zeit als Volk überhaupt noch nicht vorhanden, und sie sind erst ganz gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts mit einigen selbständigen kulturellen Leistungen auf dem Gebiete der Sprache und der Dichtung in Erscheinung getreten. Anderseits gibt es aber auch alte völkische Kulturträger, die einen ausgesprochen jugendlichen biologischen Altersaufbau aufweisen, wie beispielsweise bie Spanier unb Portugiesen, bie — gleich ben Franzosen — hauptsächlich auf altrömischer kultureller Grundlage, seit Dem Mittelalter ein kulturelles Eigenleben entwickeln unb trotzdem eine verhältnismäßig gute Besetzung ber jugenblichen Altersklassen aufweisen. In bezug auf bie politische unb kulturelle Geltung und Leistungsfähigkeit eines Volkes ist ber biologische Altersaufbau von sehr großer Bebeutung. Auf bie Dauer ist es einem Volk, bas eine gewisse politische und kulturelle Weltgeltung erlangt hat, nämlich nicht möglich, sich auf der erreichten Höhe zu behaupten, wenn die Grundlage ber biologischen Alterspyramide: die jugendlichen Jahrgänge, infolge anhaltenden Geburtenrückganges, immer schwächer wird, wie bas zur Zeit bei ben meisten westeuropäischen Völkern ber Fall ist. Ein solches Volk läuft Gefahr, von sugenbliche- ren Nationen verbrängt zu werben, bie infolge einer starken natürlichen Vermehrung unter einem Be- völkerungsbruck stehen, ber auch ben Einzelmenschen zwingt, alle Kräfte anzuspannen. Am E h r e n m a l erfolgte eine feierliche Kranz- niederlegung durch Abordnunaen. ber Marme- kamerabschasten von Groß-Berlin, Der Marme-SA. und der Marine-HI. Konteradmiral von Lutzow gedachte des Opfertodes unserer Helden zur See und knüpfte daran die Mahnung, alle Kraft in ben Dienst ber Nation zu stellen unb in treuer Pflichterfüllung ben Weg zu gehen, ben der Führer vorgezeichnet hat unb vorlebt. Von der Kaserne des Wachregiments in der Rathenower Straße marschierte bie Marine- wache, die in diesem Jahre von ber Marmeunter- offiziers - Lehrabteilung Friedrichsort gestellt wirb, unter Vorantritt der Kapelle ber V. Marineartillerieabteilung Pillau, begleitet von Hunderten von begeisterten Berlinern, mit klingendem Spiel über den Königsplatz und die Siegesallee durch das Brandenburger Tor zum Ehrenmal. Bei präsentiertem Gewehr wurde das Lied vom guten Kameraden gespielt. Anschließend erfolgte die Vergatterung. Auch vor dem Gebäude der alten Reichskanzlei wurde dem obersten Befehlshaber ber Wehrmacht, dem Führer unb Reichskanz- ein Doppelposten gestellt. i I Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Auf -em Rhein im Krühjahr. Von G. O. Jatho. Ein Tagebuch eigener Art legt die „Kleine Bücherei" des Verlages Albert Langen-Georg Müller, München, mit dem „W anderer auf Gottes Strom" von C. O. I a t h o vor, dem wir mit Erlaubnis des Verlages das folgende bezeichnende Kapitel entnehmen. Früh sinkt bfc Sonne hinter Bergen, die warten auf Sommer auf Korn, auf Obst, auf Trauben, auf herbes Akdeitsglück der Bauern. Am Samstagabend, der von fernem Geläute schläfrig durch- sungen ist, legen an der Insel ein paar Wochenendpaddler an. Bald mögen es sechs oder sieben sein, die, in angemessenem Abstand voneinander, ihre Zelte ballen. Mundharmonika summt durch die Dunkelheit. Lagerfeuer flackern da und dort, beleuchten phantastisch Gesichter, hantierende Hände, eingemummte Gestalten und die schlanken Stämme der Ulmen und Pappeln. Sterne hängen in den Zweigen wie Früchte. Am Feuer hockerü), leise nur und selten sprechend, können all diese jungen Männer sich von der Nacht nicht trennen. Auch ein Knabe und eine Frau sind darunter. Und alle Unbekannten waren in der gemeinsamen Leidenschaft für diesen herben Lebensstil einander gute Bekannte. Am Morgen begeben wir uns wieder ans Wasserschaufeln. Vorbei an Salzig, Bornhofen, Camp geht die Fahrt, an Blütenbaumwäldern, die fast is zum Rand der Höhen sich wölken; die grauen Trümmer der feindlichen Brüder horsten winterlich und allem Jahreswandel abgekehrt in den Felsen über dem weißen Blust. Wir legen uns gegenüber Boppard in die mittägliche Brutwärme zwischen den Weiden der Filsener Halbinsel und verzehren das Mahl. Erstaunlich der Temperaturunterschied von Wasserbahn und Ufersaum, lieber den Wein- kulturen des Bopparder Jakobsbergs zittert die Sonne, als wolle sie schon letzte Reife erbrüten. Wie oft geschehen seit Kindertagen und doch zum erstenmal erlebt erst jetzt die räumliche Einheit von Strom, Rebengemarken und Himmel. Verträumt, bei entschlafendem Wind, gleitet man über die Osterspeyer Untiefen hin, entlang an kostbaren Fachwerkdörfern unter der Marksburg her und sammelt in seinem Gedächtnis all die steinerne, fruchtlandumschmiegte Anmut von Höhen und Ufern. Lahnmündung, Brücken wie Spangen, Moselmündung. Zum erstenmal wieder hinter der Koblenzer Schiffbrücke eine Insel im Fluß: Niederwerth, die größte der Rheininseln, aprikosen- und kirschblüten- umfeiert ihre stattliche Bauernsiedlung. Durch kleine Stromschnellen schießen die Boote unter der sich sammelnden Wolkenlast des wetterwendischen Lenztags. Neuwied-Andernacher Becken: tiefer Blick in die vulkanische Eifel, feierliche Führung des Stroms an Bergzug und Ebene. In Andernach hat eine Fabrik sich zwischen Ufer und romanisches Kirchenwunder gelegt — Verkehrung der Rangordnung menschlicher Werte. Hie und da inmitten aufkriechender Industrie noch schöne Reste einstiger rheinischer Lebensform: ein Wohnhaus zu halber Höhe am rechten Ufer vor Andernach, sicher im Maß wie ein Goethescher Vers, wie eine Melodie von Schubert! Es ist Sonntagabend, und die Frühlingspaddler Hüpfen eilig über den gischtigen Strom. Denn die Hänge umziehen sich mit dunkeln Sturmwolken, und nur da und dort empfängt die Flutebene noch blaue Hauche aus dem Zenith. Die Insel Namedy bereiht sich mit Zelten. Wir rudern Tempo, den schöneren Kampplatz zu erreichen, das Hanrmer- steiner Werth. Wir zelten in Gemeinschaft mit ein paar Turnern. Vor dem Schlafengehen sangen sie zur Gitarre mit ganz einfachem Ausdruck alte Lieder. Andern Morgens ertönte aus ihrem Zelt ein Gesang, der den Aufgang der Sonne verherrlichte. Man schürt gern das Lagerfeuer an solchen kalten Vormittagen. Aber endlich doch wird unser stärkstes Feuer die Sonne. In ihrem steilen Strahl umwandelt man das Eiland, liegt lange im besonnten Strand, über sich im Firmament den Hammerstein. Hammerstein — ein Fels wie ein Zyklopenhammer; erstaunlich wie manches berühmtere Riff; die Burgruine waldverwoben, einst unzerbrechliche Truye für den Goldhort Heinrichs IV. Auch hier noch nistet der Weinstock. Auf den Mauerresten steht, sitzt, klettert und hebt sich gegen den Himmel ab wandernde Jugend. Rufe, Lieder, Jauchzen, Schreie. Ein kühner Kletterer hängt, wie Kaiser Max an der Martinswand, im glatten Gestein. Eine Gesellschaft junger Athleten legt an und schickt einen Fergen hinüber nach dem Dors Oberhammer mit dem Auftrag, für jeden einen Meter Streuselkuchen zu holen. Das ist der ungeheure Hunger, den Luft und Wasser machen. Anderntags erst in grimmer Frühe nahmen wir Abschied von den Rotkehlchen, die schon lange gelauert hatten auf die Brotkrumen vor unserem Herd. Im hartnäckigen Gegenwind liegt blau und plastisch die Landschaft, zuweilen steil wie nordischer Fjord, zuweilen elegisch wie südliche Küstenhaine von Rottmann oder vom jüngeren Böcklin. Es wäre ganz Dichtung, ganz Tal in Elysium gewesen, wenn nicht die Schlepper aus Ruhrort und die Motorkähne aus Holland sich mit dem Wind gegen unsere leichten Schisse verschworen hätten. Von Linz haben wir nichts gesehen, weil wir in ununterbrochenem Auf und Nieder uns mit der vielköpfigen Wasserhydra herumbalgen mußten. Aber bei der Erpeler Ley, als hätten Geister ihre Hände im Spiel, wurde es zusehends stiller, und im befriedeten Strom spiegelten sich Erpel, Remagen und das bezaubernde Unkel; am Horizont, tief kobaltblau, wundersam fremd die doch so vertrauten Sieben Berge. Die plötzliche Windstille gibt uns das Gefühl, als jagten unsere Boote mit dem Rhein um die Wette zu Tal und ließen die Strömung weit hinter sich. So eilen wir singend hindurch zwischen Rolandsboaen und Nonneninsel; ein würdiger Pfarrherr setzt gerade im Motorboot zum Kloster der Ursulinen über und betrachtet uns ungläubig. Von nun an überholt uns kein Kanu mehr. Wir sind entschlossen, trotz des wieder sich mausig machenden Nordwinds noch heute abend in den Kölner Port zu laufen. Schon riecht es nach Ebene, schon schwirrt es auf dem Wasser von Schwalben der Niederung; schon steigt das Abendlied der Lerche in den Himmel der Tieflandsbucht. Schiffe und Bäume beherrschen wieder den höhenlosen Horizont. Die Kirche von Schwarzrheindorf, dies Meisterwerk altkaiserlichen Hofstils, steigt zart und kräftig aus den Wiesen, hinter denen, päppel- und weidenverhangen, die Sieg in unsere Wasserstraße mündet. Biedenkopf und seine Ritterburg. Wenn der frohe Wanderer durch die traulichen Straßen und Gassen der Kreisstadt Biedenkopf mit ihren fteundlichen Fachwerkhäusern, zur alten Ritterburg auf dem Schloßberg empor- geftiegen ist, bann bleibt er am Burgtor freudig überrascht stehen. Ein herrliches Landschaftsbild bietet sich dem Auge dar! Weit dehnt sich das Lahntal mit seinen saftiggrünen Wiesen und dem kristallhellen Flußbett der Lahn aus. Bläulich und hellgrün ragen die Bergwälder zum Himmel empor und umgrenzen das friedliche Landschaftsbild. Zwischen Gärten und Bäumen versteckt, lugen Dörfer und Städte freundlich hervor und von den Bergen eilen Forellenbächlein in munterem Lauf der Lahn zu. Wenn wir uns der Burg zuwenden, sehen wir, daß zwei mächtige Tore durch die hohe Ringmauer, die mit Wehraängen und Schießscharten versehen ist, zum Innern führen. Rechts erblickt man die eigentliche Burg, die ursprünglich aus Rittersaal und Kemenaten bestand und jetzt das Heimatmuseum enthält. Links von uns erhebt sich ein mächtiger Bergfried trutzig zum Himmel empor. Eine Wendeltreppe führt zu feiner Plattform, von wo aus man einen herrlichen Fernblick genießt. Den Taunus, den Gleiberg, den Rimberg und Christenberg, die Marburger Berge, die Sackpfeife und viele Dörfer und Städte kann man sehen. Die Burg wurde im Jahre 1293 vom Landgrafen Otto zu Hessen erbaut. Das landgräfliche Geschlecht hielt sich nur vorübergehend auf der Burg auf. Seit zwei Jahren hat man durch Nachgrabungen festgestellt, daß ursprünglich eine weit größere Burg bestanden hat. Die gefundenen Mauerreste dehnten sich 180 Meter in der Länge und 60 Meter in der Breite aus. Man fand die Grundmauern von drei Türmen, einem Tor, einer Ringmauer von Wirtschaftsgebäuden. Die ursprüngliche Burg ist vermutlich in der Karolinger-Zeit im 8. Jahrhundert erbaut worden. Wahrscheinlich biente sie als Bollwerk, als Karl ber Große im Jahre 776 bie heidnischen Sachsen bei Laisa schlug. Vor ber Errichtung ber Steinburg diente der Schloßberg als Wall- und Fliehburg. Sogar die Römer hausten schon vor 2000 Jahren in der hiesigen Gegend. Bei Breidenbach wurde eine alte römische Getreidehandmühle gesunden. Manche Geschichtsschreiber behaupten, nicht bei Matium bei Fritzlar hätten die Kalten die Römer besiegt, sondern bei Batten, dem heutigen benachbarten Battenberg. Die Fritzlarer Gegend ist eben, die hiesige bergig und bewaldet. Ein Ueberfall wäre daher hier leicht möglich gewesen. Das Heimatmuseum im Schloß enthält viel Sehenswertes an Trachten, Waffen usw. In den Gasthöfen und Kurhotels mit ihren herrlichen Terrassen wird man in Biedenkopf gut aufgenommen. Darum lohnt es sich, bas Hinterland zu besuchen! Reisewinke. Musik in Budapest. Wenige Städte bilden solch eine Fülle an Vergnügungsmöglichkeiten wie die ungarische Hauptstadt. Fünf-Uhr-Tee mit Tanz ist in allen großen Hotels üblich, ebenso hat man in vielen Lokalen Tanzbelustigungen im Freien. Gern lauschen die Fremden den symphonischen Konzerten im Budapester Zoo ober ben Kapellen auf ben Donau- promenabenschifsen. Am Donaukorso und auch anderwärts spielen schon mittags schmissige Musikkapellen auf. Die Ausländer bevorzugen die Zigeunermusik. Der Fremde möchte die Zigeuner hier in ihrer Ursprünglichkeit kennenlernen. Zigeunerkönige in fantastischen Kostümen, in denen sich die braunen Musikanten im Ausland häufig zeigen müssen, gibt es hier nicht. In korrektem Smoking geigt hier der Zigeunerprimas, den hauptsächlich die Engländerinnen und die ungläubigen Pankees um fein Notengeheimnis bestürmen; denn es erscheint ihnen fast unglaubhaft, daß der Zigeuner an bie hundert Lieder und obendrein noch eine Menge Opernarien nacheinander mit größter Selbstverständlichkeit auswendig spielt. Seitdem der ungarische Rundfunk seine heimatliche Musik nach allen euroväischen Ländern sendet, erscheinen auch zu den Buoapester Konzerten immer mehr ausländische Gäste. Das fremde Publikumsinteresse richtet sich hauptsächlich auf Opernwerke, in denen die Eigenart ungarischer Musik und ungarischen Volkslebens in Verbindung mit den malerischen Volkstrachten und den nationalen Uniformen zum Ausdruck kommt. Dem wird in glänzenden Vorstellungen ber Kgl. Oper Rechnung getragen, ebenso durch Aufführungen klassischer Volksstücke mit Gesang im Nationaltheater. Sine zweitägige Vogelsberg Wanderung. Erster Tag: Laubach — Ludwigsbruunen — hoherodskopf. Diese Wanderung bietet den bequemsten Aufstieg zum Hohen Vogelsberg und birgt auch eine Reihe landschaftlicher Schönheiten. Von Laubach verfolgen wir, gelben Strichen nach, zunächst mit dem roten Kreuz gemeinsam, bie Staatsstraße nach Freienseen, von ber bie Markierung später nach rechts abzweigt. Durch prächtigen Walb unb anmutige Wiesentälchen, bie von einigen Mühlen belebt finb, kommen wir in allmählicher Steigung zum ßubroigsbrunnen, wo wir eine herrliche Aussicht auf ben Hohen Vogelsberg unb ben Taunus sowie in bie Gebirgstäler genießen. Hier treffen wir bie von Gießen kommen- ben blauen Dreiecke, benen wir jetzt nachgehen. Wir kommen an ben Hängen ber Felbkrücker Höhe her burch bie Poppenstruth, am Schutzhaus Charlotten- höhe vorbei, fobann am oberen Forellenteich entlang nach bem Hoherobskopf, um im gastlichen Klubhaus bes VHC. gute Unterkunft für bie Nacht zu finben. Zweiter Tag: hoherodskopf — Bilstein — Bufenborn — Schotten. Am zweiten Tage geben uns blaue Striche auf der ganzen Wanberstrecke bas Geleite. Vorerst burch Walb, am Wasserbehälter vorbei, später über blumige Triften, gelangen wir zu bem von ber Sage umwobenen Bilstein, einer gewaltigen Basaltkuppe. Von hier haben wir nun eine prächtige Aussicht in bie Wetterau, ben Taunus, bas Lahntal sowie in bie zu unseren Füßen sich hinziehenben Täler. Das Zeichen führt uns hinab burch Busenborn, ein echtes Vogelsbergborf, bann ein Stück bie Lanbstraße, hierauf burch Walb zur Sommerfrische Luginsland. Gegenüber bem Anwesen liegt im Walb ber Alte- burgsköpf, eine interessante Felspartie mit Anlagen, Ruhebänken unb Resten von altgermanischen Ringwällen. Von hier erreichen wir alsbalb unser Endziel Schotten. Wanberzeit am ersten Tage fünf, am zweiten Tage brei Stunben. 3m Lustexpreß nach Kopenhagen. Eine Erholungsreise mit der Zu 52. Die Reisezeit beginnt. Hier unb bort zuckelt schon ber eine ober aitbere zum Bahnhof, um feinen wohl oerbienten Urlaub irgendwo draußen in ben Bergen an einem See ober inmitten einsamer Wälder zu verbringen. Und wenn bann ber Erholung Suchende vielleicht am Stranb ber Müritz liegt, die Hänbe unter dem Kops verschränkt, recht faul unb träge, so wirb er doch mit ben Augen zwinkern, wenn plötzlich von Süden nach Norden eine große Reisemaschine durch die Lüfte jagt. Er wird sich aufrich- ten unb mit seinen Gedanken diesen Renner begleiten, der immer wieder zur gleichen Stunde dieselbe Strecke dahin eilt, um abends fahrplanmäßig in umgekehrter Richtung durch die Wolken zu segeln und am fernen Horizont zu verschwinden. * Zwischen Berlin und Kopenhagen pendelt dieses Großflugzeug mit einer Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 240 Kilometer in der Stunde hin und her. 2 4 0 Kilometer! Eine gute Schnellzugslokomotive müßte auf gerader Strecke ihr Tempo verdreifachen, um mit diesem silbergrauen Segler, einer Iu 5 2 der Deutschen Lufthansa, Schritt halten zu können. Wie ein Blitz müßte das Dampfroß auf den Schienenbändern dahinrasen. Doch wenn man hoch oben schwebt, dann will es scheinen, als ob Gemächlichkeit zu ben (Srunbbebingungen ber Luftreise gehört. Ganz langsam rollt unter einem bie märkische, die mecklenburgische und die pommersche Landkarte ab. Da breiten sich Nadelwälder aus, unterbrochen von frühlingsfrischen lichtem Grün der Laubbaumbestände. Wie oft hat man schon an freundlichen Sonntagen dort unten bie schattigen Waldpfabe benutzt ober an ben Ufern eines ber zahlreichen Seen an ber branbenburgisch-mecklenburgischen Grenze gerastet. Unb bann die weißen Streifen längs ber Ostseeküste mit ihren Säbern, über bie unsere wackere Ju 52 hinwegfegt, um in ben weiten son- nenlichtdurchtränkten Luftraum über ber O ft fee zwischen ben dänischen Inseln und Rügen immer weiter nach Norden vorzustoßen. Etwas stürmisch muß es auf bem Wasser sein. Denn Schaumkronen tragen die in gleichmäßigen Abständen hintereinander rollenden Wellen. Wir sitzen gemütlich an den Kabinenfenstern, wir lesen ober ftubieren bie Streckenkarte, wer rauchen will, hat vom im Raucherabteil Platz genommen, wer bie eineinhalb Stunben Reisezeit bis Kopenhagen zu einem Nickerchen benutzen will, ber läßt sich in seinem Vorhaben nicht stören. * Es geht in unserem Luftexpreß alles so ganz natürlich, so gar nicht aufregend zu. Im Eisenbahnabteil könnte es nicht anders sein, nicht bequemer und auch nicht harmonischer. Denn niemand ist es untersagt, von vorn nach hinten ober von hinten nach vorn zu gehen, um mit einem Bekannten ein paar Worte zu wechseln, mit ihm zum Fenster hinauszuschauen unb bie stets neuen Eindrücke einer Luftreise auf sich wirken zu lassen. Und wenn man gar noch besondere Wünsche hat, bann ist ein stets hilfsbereiter Funker da, ber einem alle nötigen Auskünfte gibt genau so wie ber Zugebegleiter in dem Schnellzug, ben wir irgendwo in ber Nähe von Berlin alsbalb hinter uns ließen. * Eine Stunde und dreißig Minuten sind herum, ber Zeiger am Höhenmesser fängt an zu rutschen, unsere Ju 52 geht hinunter, noch eine elegante Schwenkung, bann setzt sie leicht unb sicher auf. Genau so frisch und munter, wie wir auf bem Flughafen Berlin-Tempelhof in ben Luftexpreß hineingeklettert, genau so steigen wir aus ber langgestreckten Kabine mit ihren achtzehn gepolsterten Lebersitzen roieber heraus. Wir |irtö am Zu., schneller als wenn wir ben schnellsten Schnellzug benutzt hätten. Vor uns liegt bas von Sorgen unbeschwerte Kopenhagen, vor uns bie bänische Landschaft mit ihren Eichen- und Buchenwälbern, ihren Wiesen unb roeibenben Kuhherben, ihren gepflegten Landhäusern unb stolzen Schlössern. Und hier werden wir nun als Gast ber Deutschen Lufthansa unb bänischen Luftverkehrsgesellschaft bie Schönheiten bes uns benachbarten Dänemarks in uns aufnehmen und dabei auch nicht vergessen, bie unnachahmlich leckeren Speisen ber Dänen zu kosten. Denn diese Reise ist unser Urlaub unb unsere Erholung. S. Sommerfrische u. Forellenzucht Ra iMiMi'iklA b. Rothenkirchen Kainmume u.HUnfeld(Rhön) Idyll, isol. kiel., Wald, Wild, Wasser Fischerei-Gel. Gute Berk.-Verhält. Verlang. Sie Ans u. Prosv. I2795D tzeigeMüiken im Spefiatt Hotel „St. Hubertus"^ modernstes Haus am Kneivv- und Schwimmbad gelegen. Fließendes Wasser, W.-C., Zentralheizung, schöne Terrassen und Liegewresen. Pensionspreis Mk. 4.50. aosvD Höchstgelegener Luftkurort [***d Neunkirchen im Odenwalds. ZumgrUnenBanm.Tel.EmsthofenBS Bes. Ph. Mayer Ww. - la Verpfl. mit 4 Mahlzeiten Mk. 3.60. Prosp.b.V erl. Privamenlion „Hans Sdilohblick** Luftkurort Schönberg i.Odenw. b. 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Gewiß, ich hatte sie gern, ihrer warmen Behaglichkeit wegen, die sie mit ihrem gleichmäßigen Ticken und ihrem satten, tiefen Stundenschlag um sich verbreitete. Aber so sehr ich auch dies alles liebte, und so klar mir dadurch die Erinnerung an fröhliche Jugendtage mit sieben rauflustigen Brüdern und deren Genossen auch ins rückbesinnende Träumen wachgerufen wurde, diese Uhr war mir unausdenklich kostbar, weil sie mit der Erinnerung an meine Mutter so fest verbunden war. Diese gute, alte Uhr. Sie stand in unferm Wohnzimmer neben der Ecke eines großen Fensters, das zum Garten hinausging. Ihr blankpoliertes Holz, ihr buntes Ziffernblatt machten das Zimmer, besonders wenn die Sonne hineinschien, noch einmal so licht und freundlich. Hier, neben ihr, war der Lieblingsplatz der Mutter. Hier hatte sie den Brüdern, als sie noch wilde Straßenräuber waren, die zerrissenen Hosen geflickt und die frechen Löcher in den Strümpfen mit manchem heimlichen Seufzer gestopft. Hier mußten wir ihr, ehe Vater nach Hause kam, mit gutem oder schlechtem Gewissen, je nachdem es der Jahrgang mit sich brachte, unsere Schulzeugnisse vorlegen. Dann wurde manche Predigt gehalten, die mit leisem Augenzwinkern der Brüder und mit dem zustimmenden Ticken der alten Uhr folgsam angehört wurde. Hier hat sie dann später die Briefe ihrer sieben Jungens gelesen, dieser strammen West- salenkerle, die sie ihr aus dem Feld nach Hause schrieben. Mancher stolze Blick, von Muttersehnsucht fortgetragen, nahm von hier aus seinen Weg über Berge und Täler in die fernen Schützengräben. Manche heiße Träne, besonders wenn die Briefe des jüngsten kamen, des „Milchbarts", wie sie ihn nannte, ist dabei aufs billige Feldpapier gesickert. Dann wurde es meist ganz still im Zimmer. Hier war sie zusammengebrochen, als im dritten Kriegs- jahr die furchtbare Nachricht kam. Und in all ihr Mutterglück und Mutterleid, ins Hell und Dunkel ihrer Stunden hatte neben ihr wie ein treuer Kamerad die große gute Uhr getickt. Immer nur getickt und ihre Stunden geschlagen. Der Jubel ihres Mutterherzens hatte den güten Kameraden ebensowenig aus der Fassung, aus seiner Regelmäßigkeit gebracht, wie sein tiefer Schmerz. Immer hat die alte Uhr durch ihre Ruhe getröstet im Leid, gebändigt im Gefühlsüberschwang. Das große Fenster, die Mutter und die Uhr, das ist die unvergeßliche Drei-Einheit eines Bildes. Und nun nach all dieser Zeit wurde mir von meinen Geschwistern die Uhr überlassen. Sie hatte in den letzten Jahren einsam gestanden, war nicht mehr gepflegt, nicht mehr aufgezogen worden. Und es war nun ein gutes Stück Arbeit für den Uhrmacher, sie wieder in Gang zu fetzen. Aber nun steht sie in meinem Wohnzimmer! Und wieder in einer Fensterecke. Ihr regelmäßiges Ticken, das bei diesen alten Uhren so etwas von der Stimme eines alten Freundes an sich hat, erfüllt in stillen Stunden mein Zimmer mit dem Zauber der Erinnerung an Kindheit und Garten und Schulzeugnisse, und Brüder und an die Mutter! Kann ich die Uhr sehen, ohne daß ich die Mutter neben ihr sitzen sehe? Wenn ich sie am Tage ticken oder schlagen höre, treibt mich Mutters tätiger Geist zu fleißigem Werken an. Höre ich sie nachts, dann liebkost mich ihr tiefes Schlagen wie mit gütigen Händen, die mich im Traum zur Mutter führen. Leise bringt dies Schlagen durch den Lärm des Tages. Leise singt es sein dunkles Lied in die Stille der Nacht. Das reißt an die Arbeit! Das spricht die Sprache der Mutter! Das zwingt zur Pflicht! Die Tragik des Vergehens ist das Lied des Schaffens. Was für ein guter Freund, was für ein tüchtiger Lebensphilosoph ist doch so eine alte Uhr. NSV., Ortsgrupve Gießen-Nord. Lebensmittelopferring. Am Montag und Dienstag, 3. und 4.3uni, findet die Einziehung des Lebensmittelopferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereit zu halten und den Inhalt auf den Umhüllungen anzugeben. Der Meldeschluß für freiwilligen Heeresdienst. Dom Wehrbezirks-Kommando Gießen wird uns mitgeteilt: Zufolge einer neu eingegangenen Verfügung des Reichswehr-Ministeriums wird der Termin für den Abschluß der Freiwilligen - Meldungen bei den Wehrbezirks-Kommandos auf den 15. Juni d. I. festgesetzt. Das Opfer! Immer wieder: opfern heißt nicht, vom lieber» fluß zu geben, sondern s e l b st z u verzichten! Weithin sichtbar hat das Deutsche Volk seit 28 Monaten diese sittlichen Werte zum Ausdruck gebracht, und wenn noch oft, wie auch in der Luftfahrt- Werbewoche, an den Opferwillen und die Gebefreudigkeit appelliert wird, so sei dem ewigen Nörgler nur gesagt, daß er nicht begriffen hat, was es gilt, dem deutschen Volk an hohen Werten zurückzuerobern, was es in bitteren 15 Jahren politischer Verblendung verloren hat. Die Abzeichen der Fliegerei in der Luftfahrt- Werbewoche sind äußerliche Zeichen des bewiesenen Opferwillens. Wenn darüber hinaus Hunderttaufende von Werbezetteln zur Mitgliedschaft im DLV. auffordern, so liegt darin das Streben, immer mehr Volksgenossen zu dem nicht nach außen sichtbaren Opfer zu veranlassen, das sie damit der deutschen Fliegerei geben. Das damit zum Ausdruck gebrachte Bekenntnis ist gleichzeitig verbunden mit dem stolzen Gefühl, an einer großen, nationalwich- tigen Sache des deutschen Volkes tatkräftig mitzuwirken. Deine Unferfdjrlff auf dem Aufnahme-Antrag des Werbezettels ist deshalb dein offenes Bekenntnis zum Führer und seinem Luftfahrtminifter Deutschlands Geltung zur Luft mit friedlichen Mitteln zu erkämpfen! Die Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen, Echanzenstraße 18. An die Ortsgruppen- und Betriebsgemeinschastswalter des Kreises Gießen! Betr.: Gautag Darmstadt am 1. und 2. Juni 1935. Die Ortsgruppen- und Betriebsgemeinschafts- walter haben sofort von den von ihnen gemeldeten Mitgliedern die Fahrgelder zu kafsiren, die nachstehend ersichtlich sind. Die Fahrgelder werden an den für die Ortsgruppe und für den Betrieb zuständigen Ortsgruppenkassenleiter der PO. abge- tiefert, der auch die Fahrkarten besorgt. Die kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront hat also nichts mit den Geldern und Fahrkar tenbescha f f ung zu tun, darauf ist besonders zu achten. Der Sonderzug verkehrt nur Samstag. Der Sonntagzug fällt aus. Die Fahnenabteilungen müssen also ebenso am Samstag fahren. Auf der Fahrt und in Darmstadt selbst ist von den DAF.- kameraden größte Disziplin zu bewahren. Abfahrt der Züge und Fahrpreise. Grünberg ab 11.10 Uhr, Fahrpreis 2,40 RM. Saasen „ 11.19 „ „ 2,40 „ Reiskirchen „ 11.27 „ „ 2,20 „ Großen-Buseck „ 11.36 „ „ 2,10 „ Rödgen „ 11.41 „ „ 1,90 „ Gießen „ 12.08 „ „ 1,90 „ Grohen-Linden „ 12.19 „ „ 1,80 „ Lang-Gons „ 12.26 „ „ 1,70 „ Der Sonderzug verläßt am Sonntagabend um 20.35 Uhr Darmstadt und ist um 23.37 Uhr wieder in Grünberg. Die Ankunft in Gießen ist um 22.47 Uhr. Wir betonen nochmals, daß der Zug am Sonntag Umstände halber ausfallen muh. Aufruf für die Zeltlager! 34 Zeltlager mit je 200 Jungen Belegschaft hat das Gebiet 13 Hessen-Nassau im Taunus, Odenwald, Spessart, Vogelsberg und Westerwald errichtet, um jedem Hitlerjungen und Pimpf die Möglichkeit zu geben, 8 oder 14 Tage Zeltlagerleben mitzumachen. Er soll sich bei Spiel und Sport tummeln, losgelöst von seiner gewohnten häuslichen Umgebung, frei vom Getriebe des Alltags. Aber dies allein entscheidet nicht für die Bedeutung der Zeltlager. Wichtiger ist uns, daß wir im Lager ein Gemeinschaftsleben führen, das die Jugend ohne Unterschied der Herkunft, des Berufes und der Religion zusammenführt. Ich gab den Lagern die Parole: „Haltung und Disziplin". Wir verstehen darunter die Erziehung zur Gemeinschaft, damit zur Kameradschaft der Tat, zur Treue gegenüber dem Führer und der nationalsozialistischen Bewegung, gepaart mit Einsatzbereitschaft, Mut und Selbstbeherrschung. Der Führer selbst, dessen Hamen wir tragen dürfen, ist das größte Vorbild für unseren Weg. Wenn ich mich an Eltern, Arbeitgeber und Lehrer wende mit der Bitte, jedem hitlerjuygen den Lagerbesuch zu ermöglichen, dann geschieht es in der Erkenntnis, daß wir Zusammenarbeiten müssen, um der Forderung des Führers an die deutsche Jugend gerecht zu werden, uns zu einem freien und stolzen, pflichtbewußten Geschlecht zu erziehen. Wir aber wollen dafür sorgen, daß die Belegschaften die Lager verlassen körperlich gestählt, gefestigt im Glauben und gestärkt in ihrer inneren Haltung. Dann haben wir den Sinn der Zeltlager erfüllt. Heil Hitler! Der komm. Führer des Gebietes 13 Hessen-Nassau, gez. Potthoff, Oberbannführer. Lm Geiste derer vom Skagerrak...! Gedächtnisfeier der Marine-SA. und der Marinekameradschast in Gießen. Die traditionell gewordenen Erinnerungsfeiern des Gießener Marine-Vereins an die Großtaten der jungen kaiserlichen Flotte fanden auch in diesem 19. Jahre nach der Seeschlacht von Skagerrak am gestrigen Freitagabend ihren Ausdruck in einer G e - dächtnisfeier vor dem Marine-Ehrenmal vordem Bootshaus. Ein Fackelzug vom Kanzleiberg aus durch die Straßen der Innenstadt erinnerte die breite Öffentlichkeit erneut an jenes denkwürdige Geschehen. Der Musikzug der Marine- SA. unter Leitung von Musikzugführer Bender führte den langen Aufmarsch an. Der Marine- Sturmbann 11/34 hatte die alten Seesoldaten der Marinekameradschaft in feine Mitte genommen. Eine große Volksmenge zog mit dem Fackelzug zum Bootshaus. Zu der Gedächtnisfeier waren Standartenführer Lutter mit feinem Adjutanten, Obersturmbannführer fünfer, der Führer der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Militär- und Regimentsvereine, Müller, u. a. erschienen. Eine besondere Freude für die alten Seesoldaten war es, daß ein altes aktives Mitglied des Vereins, das ihm die Flagge des Hilfskreuzers „Möve" geschenkt hatte, der bei den alten Parteigenossen in bester Erinnerung stehende Obersturmführer der Marine-SA. der Gruppe Hessen, Weißen st ein - Frankfurt, nun in dienstlicher Eigenschaft zu ihnen gekommen war. Vor dem von zwei Feuerschalen flankierten Ehrenmal batten die Fahnen Aufstellung genommen. Der Musikzug spielte das „Niederländische Dankgebet". Dann sprach Kameradschastsführer Lich von jenem 31. Mai 1916, an dem die junge deutsche Flotte mit heißer Vaterlandsliebe zu Kampf und Sieg ausfuhr; denn es wurde eine der größten aller Seeschlachten, ein großer deutscher Sieg. Dieser Tag wird immer als Erfüllung der höchsten Aufgaben von Mut und Angriffsgeist, von Opfersinn und Heldengeist fortleben in der Geschichte. Darum haben wir das Recht, uns freudig dieses Tages zu erinnern. Wir haben aber auch die Pfücht, aller Helden zu gedenken, die jene Schlacht geschlagen haben zu Deutschlands Ruhm und Ehre. Mit gesenkten Fahnen und den Klängen des Liedes vom toten Kameraden wurde den Gefallenen vom Skagerrak und jenen des Weltkrieges, sowie den jungen Kämpfern für das Dritte Reich ein weihevoller Gruß gewidmet. Für die Marine-SA. sprach dann Obersturmführer Weißenstein von der größten Seeschlacht des großen Weltkrieges, in der die deutsche Flotte der gesamten englischen Flotte gegenüberstand und ihr empfindliche Verluste bereitete. Gegenüber der erdrückenden Uebermacht an Schiffen und Besatzung gelang der deutschen Flotte, ihrer angriffsfreudigen, zieibewußten Führung und dem Schneid, der Tapferkeit und der Waffenkameradschaft ein Sieg, an den die englische Flotte ewig denken wird. Es hat sich erwiesen, daß auch ein zahlenmäßig Schwächerer imstande ist, einen Sieg zu erringen, wenn nur straffe, zielsichere Führung, hingebende Pflichttreue der Geführten und unerschütterliches Vertrauen auf die Führung den letzten Mann beseelen. So hat die deutsche Marine riesengroße Leistungen im Weltkrieg vollbracht, auf die das deutsche Volk stolz sein kann. Es ist derselbe Soldatengeist, auf dem der Führer jetzt das Dritte Reich aufgebaut hat. Er fordert von uns den gleichen Mut, Gehorsam und Tapferkeit. Ehre, Mut und Tapferkeit sollen sich auch in der Marine-SA. verkörpern. In diesem Sinne grüßen wir Deutschland und seinen Führer! In das dreifache Sieg-Heil stimmten alle mit der Marine-SA. ein. Mit dem Gesang der beiden Nativnal-Lieder war die feierliche Kranzniederlegung und Gedächtnisfeier beendet. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein mit den Gästen, bei dem der Marine-Musikzug fleißig spielte, wurde der Abend beschlossen. Platzkonzerte anläßlich der Lustfahrt-Werbewoche finden am Samstagn achmittag und Sonntagvormittag in Gießen statt. Es spielen: Am Samstag, 1. Juni, 17.15 Uhr, vor dem Stadttheater das Musikkorps der Garnison Gießen unter Leitung von Obermusikmeister Krauße mit nachstehender Dortragssolge: 1. Ein Volk von Fliegern soll ganz Deutschland werden!, Marsch, Lindsay-Theimer; 2. Ouvertüre z. Oper „Der Waffenschmied", Lortzing; 3. Rapsodie, Heu- ßer; 4. O Frühling, wie bist du so schön!, Walzer, Lincke; 5, Szenen a. d. Oper „Der fliegende Hollander", Wagner. Am Sonntag, 2. Juni, 11.15 Uhr, in der Anlage Hindenburgwall (gegenüber dem Gymnasium) der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann mit nachstehender Dortragsfolge: 1. Graf-Zeppelin- Marsch, Teike; 2. Ouvertüre zur Oper „Nebukad- nezar" von Verdi; 3. Ein Jmmortellenkranz auf das Grab Lortzings; 4. Wiener Blut, Walzer, Strauß; 5. Große Fantasie a. d. Oper „Rheingold", Wagner. Platzkonzert für Arbeitsbeschaffungslottene. Am heutigen Samstag findet anläßlich des Beginns der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung ein Platzkonzert des Musikzuges der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann statt. Das Konzert wird am S e 11 e r s t o r gegeben und beginnt um 16 Uhr. vornotizen. — Tageskalender für Samstag: NSG. „Kraft durch Freude", 17 bis 19 Uhr, Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr., „Der stählerne Strahl". — Verein ehern. 116er Gießen, 20.30 Uhr, Kameradschaftsabend im Schützenhaus. — Bauerfcher Gesangverein e. G., 20.30 Uhr, Kommers im 23er» einslokal. — Sängervereinigung Liederkranz-Heiter- keit, 20.30 Uhr, Generalversammlung im Cafö Ebel. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der stählerne Strahl". — Oberhess. Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz), 11 bis 13 Uhr, Ausstellung Christian Rohlfs- Hagen. — Oberhess. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 11 Uhr, im Botanischen Institut, Sinne» feier (Professor Küster). Polizeibericht. Don der Kriminalpolizeistelle Gießen wird uns mitgeteilt: Diebstähle. In der letzten Zeit wurden hier die nachstehend aufgeführten' Fahrräder gestohlen: Ein Herrenfahrrad Marke Opel, mit der Fabriknummer 2 072 971, rote Ballonbereifung, Lampe, Dynamo unb. Gepäckträger; ein Herrenfahrrad Marke Kuxmann Fabriknummer 827 769. Dieses Rad hat der Täter einige Stunden nach der Tat in Klein-Linden abgestellt, nachdem ihm die Kette ge» rissen war. Diese beiden Räder wurden vor dem Finanzamt gestohlen. Vermutlich kommen zwei junge Leute als Täter in Frage, die sich vor der Tat einige Zeit in der Nähe des Tatortes herumgetrieben haben. Sie werden wie folgt beschrieben: Der Kleinere etwa 1,65 groß, schmale Figur, hageres Gesicht, bräunliche Gesichtsfarbe, trug blauen Anzug, schwarze Schuhe und graue Sportmütze. Der Größere 1,70 Meter groß, schmale Figur, trug bräunlichen abgetragenen Sportanzug, Knickerbocker- Hose und hellbraune Sportmütze. Ein neues Herrenfahrrad Marke Adler, Nummer 969 915, aus einem Hofe im Hitlerwall. Der Täter saß auf einer Bank in der Nähe des Tatortes und wird wie folgt beschrieben: Etwa 25 bis 28 Jahre alt, 1,70 Meter groß, war gut gekleidet, trug dunkelen Hut und hellgrauen Mantel. Er fuhr in Richtung Marburger Straße davon. Ein Herrenfahrrad Marke L i n d c a r Fabriknummer 200 193, vor einem Geschäft im Seltersweg. Ein älteres Herrenfahrrad, an dessen Hintergabel sich eine Vorrichtung zum Anbringen eines Anhän- Jeder deutsche Volksgenosse trägt am 1. und 2. Juni ein Abzeichen der Reichsluftfahrt-Werbewoche! gers befindet, vor einem Geschäft in der Ludwig- straße. Ein Damenfahrrad Marke Bauer, Fabriknummer 510 242, aus dem Hofe einer Wirtschaft im Seltersweg. Zwei ältere Herrenfahrräder ohne Markenbezeichnung. Weiter wurden gestohlen: Aus einem Treibhaus und Aufenthaltsraum einer Gärtnerei im Schiffenberger Weg mittels Einsteigens ein Telephonapparat (Wandapparat S. A. ohne Kurbel, Baujahr 1925) und eine Damenhaus- Haltungsschürze, blau mit weißen Blümchen. Aus dem Saal der Liebigshöhe vier gelbe Stühle mit dem Volkshallenvereinsstempel DHV. und ein Mülleimer mit der Nummer 3018 versehen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle. Lichergeskellte Fahrräder. Ein fast neues Damenfahrrad Marke Opel und ein älteres Herrenfahrrad Marke Wanderer sind bei der Kriminalpolizeistelle sichergestellt. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, bei der Kriminalpolizeistelle Zimmer 5 oorzusprechen. Festnahme. Am 29. Mai wurde der 40 Jahre alte G. M. wegen Verdachts fortgesetzter Sittlichkeitsverbrechen und unbefugten Waffenbesitzes festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. Er kam in Untersuchungshaft. Serienfinber aus Westfalen im Kreise Gießen. Am gestrigen Freitag um 13.25 Uhr traf auf dem Gießener Bahnhof der erste Transport von Ferienkindern unter der Obhut der NSV. ein. Es waren Buben und Mädels aus der Stadt Bottrop, die im Dillkreis und in Oberhessen untergebracht werden. Don etwa 800 Kindern kamen auf den Kreis Gießen rund 420. Da hier einige Umgruppierungen erfolgen mußten, hatte der Kreisamtswalter der NSV. des Kreises Gießen, Pg. Klös, mit seinen Helfern reichliche Arbeit wegen der Verteilung der Kinder auf die Ortschaften des Kreises zu leisten. Bei der Lösung dieser Ausgabe war das Jungvolk in eifriger Weise behilflich. Der Spielmannszug des Jungvolks verschaffte während dieser Z^it den gleichaltrigen Kameraden, die eine mehrstündige Eisenbahnfahrt hinter sich hatten, einige Abwechslung. Ein großer Teil der Kinder, die für die Orte im Kreise Gießen bestimmt waren, wurde vor der Weiterfahrt mit einem kräftigen Mittagessen im Bahnhofsrestaurant verpflegt. Die auf die Stadt Gießen kommenden Kinder wurden von ihren Pflegeltern am Bahnof mit Liebe und Freude in Empfang genommen. Der mehrwöchige Ferienaufenthalt in Oberhessen dürfte den Kindern zweifellos sehr gut bekommen. Weitere Ferienkinder-Transporte sind vorgesehen. Westerwald-Verein, Orisgr. Gehen. Man berichtet uns: Trotz des wolkenbedeckten Himmels, der sich über die Lahn zog, unternahmen wir am Sonntag unsere 14. diesjährige Wanderung in das Schmelztal. Den Markierungen folgend wanderten wir an Krofdorf vorbei durch das schöne Wiesental nach dem Krosdorfer Wakdhaus. Von hier aus ging es in einstündiger Wanderung durch den herrlichen Krosdorfer Forst hinunter nach der Schmelzmühle. Am Waldrand wurde zur Mittagsrast gelagert, und es entwickelte sich ein frohes Treiben. Aber bald überraschte uns der Regen und wir mußten uns in der Mühle in Sicherheit bringen. Beim Weitermarsch kamen wir vom Regen in die Traufe. Die Schönheiten des Schmelztales, die im Frühjahr auf Wanderer immer eine Anziehungskraft ausüben, waren bei diesem Wetter vergessen. Naß bis auf die Haut kamen wir nach Salzböden und kehrten dort im Gasthaus ein. Der Bindfadenregen hatte aber unserer Stimmung keinen Abbruch getan, im Gegenteil, sie erreichte ihren Höhepunkt bei den humorvollen Reden unseres Wanderführers und dem Konzert der beiden Schifferklaviere. Mit Sang und Klang marschier- ten wir im schönen Abendsonnenschein durchs Sahn» tal über Odenhausen nach der Bahnstation Frieinl- haufen. Non hier brachte uns die Bahn um 19.30 Uhr nach Hause. Wenn auch verregnet, so werden doch diese Stunden noch lange in Erinnerung bleiben. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 1. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben, Bündel 15, das Pfund alte 18, Rote Rüben 12, Spinat 15, Römischkohl 15, Bohnen (grün) 45, Spargel (Suv- penspargel) 35, II 45, I 50, Erbsen 30 bis 35, Mischaemüse 15 bis 18, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, das Pfund neue 20 Pf., Aepfel 45 bis 70, Erdbeeren 2 Mark, Nüsse 45 bis 60 Pf., Zwetschenhonig 40 bis 45, ältere Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 90, Enten 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 18, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Bündel 20, Radieschen 7 bis 10 Pf. ♦ *♦ Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Ein Achtzigjähriger. Seinen 80. Geburtstag begeht am 3. Juni in guter körperlicher und geistiger Frische der hier im Ruhestand lebende Braumeister Ernst Franke, wohnhaft Neuen Baue 22. Herr Franke war vom Jahre 1869 bis zum Jahre 1924 im In- und Auslande in der Brauereibranche tätig. Don 1888 bis 1924 hatte er eine Stellung als Braumeister bei der Firma Melchior in Butzbach inne. Im Jahre 1924 trat er, hochgeachtet und hochgeehrt von seiner Firma, in den wohlverdienten Ruhestand. ** Seinen 72. Geburtstag kann morgen, 2. Juni, Herr Peter Hofmann, Grabenstraße 4, in guter Rüstigkeit begehen. Der alte Herr ist schon seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Mieterjubiläum. Der Oberkellner Gustav Rühl vom Hotel „Hindenburg" wohnt heute 20 Jahre in dem Hause des Schreinermeisters Heß, Grabenstraße 11. Dieses Mieterjubiläum ist für den Mieter, wie auch für den Hausbesitzer in gleicher Weise ehrend. Herr Rühl ist schon seit vielen Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. *♦ An das Theater verpflichtet. Frl. Elsbeth Jäaer aus Gießen, die nach abgeschlossenem Studium an der Hochschule für Theater, Frankfurt a. M., die Reifeprüfuna für Schauspiel bestanden hat, wurde für die nächste Spielzeit an die Bayerische Landesbühne in München als jugendliche Heldin und Sentimentale verpflichtet. ** Eine Schweinezwifchenzählung findet am 4. Juni statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung hingewiesen. Amtsgericht Gießen. Der H. K. aus Gießen wurde durch Strafbefehl zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. In der auf den Einspruch folgenden Hauptverhandlung ergab sich folgendes Bild: Der Angeklagte lieferte einer Frau ein Stück Fischfilet. Als diese die Ungenießbarkeit der Ware feststellte und sie dem Angeklagten zur Verfügung stellte, weigerte er sich, den Fisch zurückzunehmen, mit dem Einwand, die Ware sei einwandfrei. Der Sachverständige stellte jedoch das Gegenteil fest. Es verblieb daher bei der erkannten Strafe. Grund der Flurnamenforschung: Noch heute spüren wir die Art und Weise der Erziehung zur Volksgemeinschaft bei Fest und öffentlichem Gericht unter freiem Himmel, so daß sie zur Richtschnur unserer Tage wurde. Noch heute hören wir das Waffengeklirr zur Ehr und Wehr, ahnen den Verlaß auf Recht und eigene Kraft. „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig fetzt an ihre Ehre." „Kannst du selber kein Ganzes sein, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an." Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Eintracht ernährt, Zwietracht zerstört! Noch ein kurzes Wort über die Deutung schwieriger Bodennamen. Die zahlreichen Neuerscheinungen unserer Tage führen zur Erkenntnis, daß man mit viel Fleiß und Ueberlegung der ansehnlichen Deutungsschwierigkeiten, hinter dem Lautgerassel eines Flurnamens den wahren Inhalt und echten Kern zu finden, Herr zu werden versuchte, zu mit Sorgfalt und Vorbedacht gefaßten Ergebnissen gelangte, aber auf andere Aufschlüsse Verzicht leistete. Und doch wäre ein Teil der Schwierigkeiten und Hemmungen durch wohlweisliche Beachtung und Anwendung methodischer Grundsätze für Flurnamen- beutung zu überwinden gewesen. Grundsätzlich muß jeder Deutungsversuch die historische Namenentwicklung des fraglichen Ortsnamens an Hand älterer und ältester Quellen so vollständig als möglich zur Grundlage und Voraussetzung haben. Der Akten- und Urkundenfund ist in Front zu dem der Mundart zu stellen. Gegen Schluß des Dreißigjährigen Krieges stimmen beide oft in Orts- bederegiftern überein, aber auch Unterschiede liefern wertvolle Fingerzeige für die Deutung. Reichen beide Gegebenheiten zur eindeutigen Lösung nicht aus, dann ist die Erklärung des Flurnamens im Rahmen seiner nächsten Umgebung im Gelände, mit Hilfe des Rahmenbildes, anzustreben, wobei Grenzen jeder Art unbeachtet bleiben müssen, aber genaue Kenntnis der Feldstriche und Vertrautheit mit der örtlichen Mundart unbedingte Erfordernisse darstellen. Als letzte Zuflucht und Rettungsanker verbleibt das vergleichende Flurnamenstudium, dem die Aufgabe obliegt, die wesentlichen Merkmale der fraglichen Oertlichkeiten und deren Beziehung zum Rahmenbild zu ergründen. Diese bedächtige Art des Forschens führt nicht im Eilzugstempo zum Ziel, aber bestimmt zu einem mit erhöhter Aus- und Einsicht. Der berufenste und voraussichtlich erfolgreichste Namendeuter wäre demnach der wissenschaftlich ge- bildete, mit dem Volkstum von Jugend auf vertraute Einheimische. Jeder junge Kollege sammle die Flurnamen seines ihm ganz vertrauten Heimatortes, nicht der ihm noch fremden Wirkungsstätte! Die Nutzanwendung wird in Kürze zu schönen Erfolgen auf dem Gebiet unserer Volkskunde führen. Reichslottene für Arbeitsbeschaffung. Beginn am 1. Juni. Vom ersten Tage der Machtübernahme am 30. Ja- nuar 1933 an hat der Führer alle Maßnahmen getroffen, um dem schlimmsten Leiden des deutschen Volkes, der Arbeitslosigkeit, zu steuern. 15 Iahre Mißwirtschaft hatten 7 Millionen Volksgenossen der Arbeit und damit des täglichen Brotes beraubt. Die Tatsache, daß es der nationalsozialistischen Regierung in unglaublich kurzer Zeit gelungen ist, von diesen 7 Millionen Arbeitslosen 5 Millionen wieder der Arbeit zuzuführen, ist allein schon der Garant dafür, daß das große Werk der Arbeits- befchaffung zum Dohle unseres Vaterlandes restlos durchgeführt wird. Selbstverständlich müssen bei der großen Arbeits- schlacht sämtliche verfügbaren Kräfte eingesetzt wer- den, und jedes der eingesetzten Kampfmittel muß die Förderung und Unterstützung des gesamten deutschen Volkes finden. Auf Wunsch des Führers wird für die Arbeitsbeschaffung auch eine Lotterie eingesetzt. Diese soll nicht nur viele Millionen für die dringlichsten Ar« beiten zur Verfügung stellen, sie soll darüber hin- aus die Wichtigkeit der Arbeitsbeschaffung täglich jeden Volksgenossen vor Augen führen. 3m ganzen Deutschen Reich sind heute Tausende Volksgenossen angetreten, die sich mit der Uebernahme des Losverkaufes der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung in vorderste Front im Kamps gegen die Arbeitslosigkeit stellen. Zeder dieser Losverkäufer ist ein Rad im Getriebe des großen Aufbauwerkes unseres Führers. Di? tätige Mithilfe und die Unterstützung des gesamten deutschen Volkes ist die selbstverständliche Voraussetzung für das Gelingen des großen Werkes, und sie ist eine Dankespflicht an unseren Führer, dessen unerschütterlicher Wille und rastlose Tat uns ein leuchtendes Vorbild ift Bedeutung und Deutung der Flurnamen. Don Hans Immel, Gießen. Flurnamen bilden das Fundament der Ortsgeschichte. Wird doch die Entstehung und Entwicklung eines Gehöftes zum Dorf bedingt durch Boden- güte, Trink- und Tränkwasserverhältmsse, Weide und Wiese und Wald als Quelle von Bau- und Nutzholz und jagdbaren Tieren. Die ältesten Bach- und Berg- namen geben Kunde von der Volkszugehörigkeit der ersten Siedler, andere von deren Unterdrückern oder Besiegern. Uralte Wege reden von Handel und Verkehr auf weite Entfernungen. Prähistorische Funde werden erhärtet durch gewisse Bodennamen. Sagen sind blut- und bodengebunden mit bestimmten Gemarkungsteilen. Dom Götterglauben unserer Ahnen zeugen Berg- und Wald- und Wiesenbenennungen. Das Rechtsleben der Dorfahren, die Versammlungsplätze der Cent, der Mark, des Gaues, die Zuständigkeit der Gerichtsherrlichkeit und gewisse Arten der Strafen werden durch eine große Anzahl von Flurnamen belegt. Ihre kartographische Wiedergabe dürfte im Bunde mit der Kenntnis der Sedes der römischen Priesterkirche, die an die altdeutsche Gau- verfasfung sich anlehnte, zur Wiederauffindung der unbekannten Chattengaue wertvolle Dienste leisten. Die Rathäuser alter Gerichtsorte künden den Leichentext des zu Grabe gebrachten ehrwürdigen, völkisch- germanischen Rechtes, führen Klage über Unkenntnis und Mißbrauch des auf den Thron erhobenen landfremden römischen Rechtes. Wüstungen geben oft im Stillen Aufschluß über Lage und Bedeutung alter Kultstätten, deren Erinnerung in Kirchstümpfen, Taufsteinen und ihren Zusammensetzungen fortlebt. Sie sind Zeugen unserer Gegend von der Einführung des Christentums, sei es als Volksreligion durch die Jro-Schotten, oder als Lehre der durch Winfried vertretenen römischen Priesterkirche. Wir hören von Zufluchtsstätten und Nöten, aber auch qon vorbeugenden Schutzmaßnahmen und entscheidenden Kämpfen, lieber Landflucht und Unsicherheit jammern verschiedene Wüstungen, über den Triumpf erfolgreicher Gewalt zur Knechtung Freier klagen andere Namen. Eine Gruppe von Bodennamen spiegeln die Verteilung des Besitzes, später des Eigentums, wieder, eine andere die Schichtung der Volksgenossen. Ihre Feste werden überliefert, Sitte und Brauch festgehalten. Angesehene Familien finden die Verdienste eines Ahnherrn im Flurnamen gewürdigt und verewigt. Die mannigfaltige Art des Landgewinns und die dadurch erzielte Verarößerung der Ackernahrung gewinnt unser Interesse. Angesagte Bodenschätze eröffnen gewisse wirtschaftliche Aussichten und Rücksichten. Auch Hinweise auf unzulängliche soziale Maßnahmen des ausgehenden Mittelalters finden sich. Um vollen, erschöpfenden Erfolg zu erzielen, bedarf es der Sammlung aller Flurnamen einer Feldmark, der geschriebenen sowohl, wie der mündlich überlieferten, die oft mit zunehmender Seltenheit von großem Belange sind. Und hier einige gegenwartsnahe Erkenntnisse auf Oie Lagd im Zum. Der 1. Juni nimmt im Jagdkalender des deutschen Jägers eine besondere Stellung ein, denn an ihm beginnt im ganzen Deutschen Reich zum erstenmal einheitlich die Jagd auf den roten Bock. Ein viel geäußerter Wunsch der deutschen Jägerei ist damit durch das Reichsjagdgesetz erfüllt worden. Der Abschuß selbst wird sich in Formen vollziehen müssen, die vielen Jägern etwas Neues darstellen. Denn durch Auslese der starken und gut veranlagten Stücke zum Abschuß ist in den letzten Jahrzehnten in unseren Rehständen eine Entartung eingetreten, der mit allen Mitteln entgegengearbeitet werden soll. Diese Besserung soll vor allem auf dem Wege eines sachgemäßen Abschußplans erreicht werden. Bei seiner Durchführung handelt es sich um besondere Beachtung folgender Gesichtspunkte: Einmal ist das zahlenmäßige Verhältnis von Böcken zu Ricken in den meisten Revieren so, daß der Abschuß von Böcken eingeschränkt, der von Ricken verstärkt werden muß. Es besteht daher auch kein Zwang, den Bockabschuß zu erfüllen, während dies beim Rickenabschuß zu- zutrifft. Unter den Bocken soll eine Auslese der weniger wertvollen Stücke erfolgen, die ihre unerwünschten Anlagen nicht vererben sollen. Daher ist einmal die Zahl der „Abschußböcke" ober „Durchforstungsböcke" durch die Kreisjägermeister höher festgesetzt, die Zahl der starken Böcke zunächst stark herabgedrückt. Diese auszumerzenden Böcke sind möglichst bis zum 25. Juli zu schießen, d. h. sie sollen nicht mehr in die Brunft kommen. Erwartet wird, daß dagegen die starken Böcke nicht vor dem 25. Juli besagt werden, damit sie sich vorher noch vererben können. Der Abschuß von normalen jungen Böcken jeder Stufe hat unter allen Umständen zu unterbleiben. Darauf hat der Reichsjägermeister durch seinen Stellvertreter die Jäger noch einmal ausdrücklich Hinweisen lassen. Ein Beweis für das Können des Jägers ist es nun, inwieweit er in der Lage sein wird, diese Auswahl richtig zu treffen. Es ist ihm auch damit der rasche und unüberlegte Entschluß beim Abschuß erschwert, daß er jedes geschossene Stück anmelden und seine Trophäe am Ende der Schußzeit öffentlich vorzeigen und beurteilen lassen muß. Hat er bdbei gegen ben Geist unb bie Absicht bes Gesetzgebers gehandelt, bann wirb er im Folgejahr burch Abschußkürzung belehrt werben müssen, was man von ihm jetzt erwartet. Wir leben zur Zeit in einer völligen Umstellung unseres Jagbwesens, unb bie Pächter ber Reviere werben in ben nächsten Jahren bie Hauptlast in ber Praris zu tragen haben. Es wirb zweifellos allerlei Selbstbeherrschung, Entsagung unb Können von ihnen verlangt werben. Dafür hat ihnen bas Gesetz auch neun Bestanbsjahre als Minbestzeit, bessere Jagbgrenzen unb gleiche Bedingungen für alle, Heger wie Räuber, gebracht. Die Aussicht, selbst noch bie Früchte biefer Arbeit ernten zu können, sollte genügen, um sich freubig bem Aufbau ber Jagb hinzugeben — oder wenigstens auf eine Waldjagd au verzichten. Der alte Weidmann aber, der schon feit Jahren für diese Grundsätze kämpfte und sie ohne gesetzlichen Zwang in der Praxis trotz aller „erntenden" Nachbarn verwirklichte, weiß dem Gesetzgeber tiefstgefühlten Dank dafür, daß feine Grundsätze heute die der gesamten deutschen Jägerei fein müssen. Wenn das Getreide in den Halm schießt, wechselt das Rehwild zum größten Teil aus dem Walde aus und stellt sich ins Feld. Sein Abschuß kann dort nur erfolgen, wenn für das betreffende Revier ein Abschußplan genehmigt ist. Ist dies nicht der Fall, so macht sich der Feldpächter durch den Abschuß von Rehwild strafbar. In vielen Revieren muß von Mitte ab der Abschuß der Böcke ins Feld verlegt werden, weil sie bis zum Anfang des August nicht mehr in den Wald zurückkehren. Besonders ifie Stunden nach schwerem Regen, vor allem Gewitterregen, sind für die Jagdausübung von größter Wichtigkeit. Denn dann tritt der Bock aus den klatschnassen Halmen auf die Kleefelder, Grabenraine usw-, um sich die Decke durch die Sonne trocknen zu lasten. Die Ricken haben gesetzt und führen ihre Kitze. Nun heißt es vor allem auf Hunde achten, die jetzt ungeheuren Schaden tun können. Der Revierinhaber ist heute durch das Gesetz verpflichtet, Jagdschutz Met Sie ® 6e'neAus^' Unnl den M rühmten 1 v i e \ Q e . Keit das Pre'S'NFach9eschätt große Facn9 n. 1 tür 'u peu« a kle!dunou ---- Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (©.). (Schluß.) Unschlüssig ging sie durch die Straßen. Erst nach einer Weile kehrte sie um, ging langsam und zögernd nach der Wohnung Ernsts zurück. Sie war sich vollständig bewußt, daß ihr Unternehmen wertlos, daß es viel bester war, nach Hause zu gehen, doch die furchtbare Spannung in ihr, die Unruhe über das Verbleiben Gerdas hielt sie fest. Eine Zeitlang ging sie vor feinem Haufe auf und ab, dann bog sie in die nächste Querstraße em, wandte sich nach einer Weile wieder um. Noch bevor sie die Straße, in der Ernst wohnte, wieder erreicht hatte, fuhr ein Auto vorüber. Sie kannte es genau: es war Freds Wagen. Sie eilte auf bie Straßenecke zu, fah, wie das Auto vor der Wohnung des Freundes hielt, sah, wie Gerda fröhlich aus dem Wagen sprang, die beiden Herren ihr folgten. Das Mädchen hängte sich an den Arm des Vaters, dann verschwanden sie alle drei in dem Haus. Liane atmete tief auf, die furchtbare Spannung in ihr machte einer tiefen Erschöpfung Platz. Mit müden, langsamen Schritten wandte sie sich nach Hause. Was wollte sie noch? Fred hatte sein Kind wieder, die Gefahr war beseitigt. Wie glücklich würde er sein in dem Besitz seiner geliebten Tochter. Merkwürdig, wie freudlos und niedergedrückt ihr plötzlich zu Sinn wurde. Eifersucht auf Gerda? Konnte in seinem Herzen Raum für sie beide sein? War Gerda nicht doch die stärkere? Gewiß, er hatte sie gestern in seine Arme genommen; aber sie hatte um ihn geworben. Er hatte wohl sonst noch immer geschwiegen. Mit schweren Gliedern kam Liane nach Hause. Gerade als sie in ihr Schlafzimmer getreten war, hörte sie ein Auto anfahren. Sie blieb wie gebannt stehen. Das Auto fuhr durch das zweite Tor der Villa, machte halt. Ihr Herz begann rasend zu klopfen. Sie hörte, wie unten die Haustür ging, schnelle Schritte kamen die Treppe herauf, eine helle Mädchenstimme klang laut und fragend: „Liane!", und 'm die Stimme des Mädchens mischte sich die tiefe Stimme des Mannes, die gleichfalls forschend und fragend klang: „Liane?!" Sie hörte die Schritte näher kommen, die Tür des Rokokosalons wurde geöffnet. Sie traten, noch immer ben Namen rufend, über die Schwelle. Gerda lief dem Vater voran. Sie durcheilte das Zimmer, spähte durch die halb geöffnete Tür und rief jubelnd: „Hier ist sie! Liane, liebe, kleine Mama! Endlich, endlich habe ich dich wieder!" Liane fühlte sich stürmisch umschlungen. Die strahlenden Augen des Mädchens waren auf sie gerichtet. Da legte sie fest ihre Arme um Gerda und küßte sie innig. Und zwischen Lachen und Weinen überstürzten sich bei Gerda die Worte: „Wie habe ich mich nach dir gesehnt, und nun darf ich Mama und du sagen — nicht wahr? Nun bist du doch meine Mutter! Wie bin ich glücklich!" .. Ganz unbändig war Gerda in ihrem Glück. Sie küßte und drückte die wiedergefundene Freundin, die sie nun nie mehr verlieren sollte, lachte und weinte in einem Atemzuge. Mit frohen Augen und glücklichem Lachen war Fred an der Tür stehengeblieben. Mit dankbarem Herzen nahm er das Bild in sich auf. Was er nie auch nur zu denken gewagt, es war Wirklichkeit geworden: Seine Frau und fein Kind hielten einander umschlungen, waren sich herzlich zugetan. Er trat näher. „Gerda! Unband! Willst du mir Liane ganz zerdrücken? Laß mir nur auch noch etwas von ihr übrig!" Gerda schüttelte mit dem Kopfe, faßte Liane noch fester als vorher. „So ein Papa! Mir die kleine Mama so lange vorzuenthalten! Zu glauben, ich konnte sie nicht lieben, weil sie nur meine Stiefmutter ist! Nein, Papa, das verzeihe ich dir nie!" „Willst du loslassen!" drohte der Vater und versuchte Liane zu erhaschen. Aber Gerda wirbelte mit ihr durchs Zimmer. „Du hast sie schon über ein Jahr gehabt, ich erst die paar Tage!" lachte sie übermütig. Fred lief hinter ihnen drein Liane, noch immer wie betäubt von dem plötzlichen Umschwung, konnte der flinken Gerda nicht folgen. Fred erhaschte sie, nahm sie in seine Arme und trennte sie von dem Mädchen. „Nun ist es wirklich genug. Dein Tempo verträgt nicht jeder, kleine Tochter. Merke dir auch, daß ich hier größere Rechte habe als du. Vorläufig darfst du überhaupt nicht auftrumpfen. Wir haben noch nicht abgerechnet miteinander. Glaubst du, daß du zur Belohnung für deine Flucht von der Großmutter eine Mutter erhältst?" „Schilt nur, Papa! Ick hatte schon fttll! Aber eines weiß ich ganz gewiß: euch beiden laufe ich nicht davon! Ich bleibe hier, und wenn ihr mich hundertmal vor die Tür setzt — ich komme wieder!" „Hast du jemals einen größeren Irrwisch ge= fefjen?" wandte sich Fred an Liane, und seine Augen waren voll Stolz. „Nun lauf, Gerdchen, fiel) dir dein neues Reich an. Ich werde bei der Mutter ein gutes Wort für dich einlegen, daß du hierbleiben kannst." „Du bist doch der Beste aller Väter!" jubelte Gerda, flog um feinen Hals, küßte ihn stürmisch und war in der nächsten Minute aus dem Zimmer. Als sich die Tür hinter dem Mädchen geschlossen, nahm er Liane fest in feine Arme, preßte sie an sich und bedeckte ihre Augen, ihren Mund mit heißen Küssen. „Liane! Wie kann ich dir danken? Was hast du alles an mir getan?" Sie lag wie leblos in feinen Armen. Ihr scheuer Blick sah zu ihm auf. „Fred, was ich getan, tat ich aus Liebe zu dir. Aber dein Dank soll dich nicht zwingen, mir mehr zu schenken, als du mir geben kannst!" Er ließ sie frei und sah sie betroffen an -Kind, wie kommst du darauf? Wurde es dir nickst schon gestern zur Gewißheit, daß ich dich liebe? Muß ich es dir immer wieder versichern?" „Du hättest auch gestern noch nicht den Mut gefunden, zu sprechen." Er nahm sie wieder in feine Arme. F061?, .id) fürchtete, dich zu verlieren! Weil ich so klein von dir dachte, du konntest dich von m.r abwenden, wenn du von Gerda erfahren wurdest! 9jhre Augen strahlten auf. ,.e^rt dich nicht nur der Dank für Gerda hierherr > -Kind, ich habe dir mehr zu danken als dieses eine. Heute verstehe ich dein Verhalten von gestern noch anders. Heute weiß ich, daß du mir ein Opfer hast bringen wollen Glaubst du, ich hätte nK,n" ?rme genommen, wenn ich dich nicht liebte? Was du olles an mir getan haft habe ich 2? JO recht heute morgen erfahren, als meine Mutter mir die Flucht Gerdas mitteilte Ich habe dir viel Leid zugefügt, kleine Liane! Derzeih mir. Ich konnte nicht anders. Ich hin zu tief enttäuscht worden. Zu schwer wurden all die Wurzeln meines Seins verletzt, sie konnten nur langsam unter deiner lieben, gütigen Hand heilen. (Fine tiefe, stille Freude strahlte ihm aus ihren Augen entgegen. ..Fred, wenn all das Selb, bas bu mir zuaewat h°st- nur bazu da war. bich bem Glück wieberru. geben, bann will ich es segnen." Er küßte fast andächtig ihre Augen. „Ja, Liebling! Du machst mich wieder zum glücklichen Menschen! Deine Liebe hat vollbracht, was mir kein Wille, feine Macht, fein Reichtum brachte: einem Menschen wieder Vertrauen zu schenfen, ihn zu lieben, wie ich dich liebe." Sie lächelte zu ihm auf, ungläubig fast, aber ein heller Schein fam in ihr Antlitz, verklärte es hold. In dem jauchzenden Gefühl ihres Glücks streckte sie die Arme weit aus. „Du, du! Ist es denn wahr? Kann ich es glauben, daß du mich liebst?" stieß sie hervor. „Frage nicht noch einmal, ob es wahr ift Ich wüßte nicht, wie fest ich dich an mein Herz drücken sollte!" Sie lachte, leise zuerst, dann hell, jubelnd und klingend; mitten im Lachen aber hielt sie inne. „Oh, wir zwei törichten Menschen!" sagte sie, sich aus seinen Armen zu befreien suchend. „Wir haben eine so große Tochter und sind selbst wie die Kinder!" Er gab sie nicht frei. „Diese Stunde gehört uns, Liebling. Ich habe so viel an dir gut zu machen, daß ich wohl einmal den Vater vergessen kann. Wenn du Gerda wirk- lich liebgeroonn^n hast, dann wird sie aus dieser Stunde mehr gewinnen als den Vater, ber es wohl immer herzlich gut mit ihr gemeint hat, und ihr doch nicht die Mutter ersetzen konnte." Sie lachte glücklich zu ihm auf. „Ja, was machen wir mit ihr? Wir haben sie beide viel zu lieb, um sie wegzulasfen." „Liane, wirklich, gehört sie zu uns?" „Ja! Sie gehört zu uns. Sie ist dein Kind! Ich habe sie sehr lieb." Er preßte sie noch einmal fest an sich. Dann ließ er sie frei und fragte: „Wo Gerda wohl sein mag?" Sie traten Arm in Arm aiis dem Zimmer, riefen nach dem Mädchen. Liane gab Gerda die Hand. „Bitte den Vater, daß er uns morgen das Auto zur Verfügung stellt, dann werden wir di« Großmutter versöhnen und sie fragen, ob sie mit uns kommen will!" Ein Schatten flog über Gerdas Gesicht. „Sie wird nicht mit uns kommen. Sie will Ruhe haben und das stille Häuschen nicht mehr verlassen." „Dann will ich sie fragen, ob wir sie recht off besuchen dürfen!" sagte Liane mit heller Stimme. Da warf sich Gerda jubelnd an ihren Hals. Fred aber nahm die Frau unb bas Mädchen fest in feine Arme. Ende. U mal01 % getragen 9 Der !SS Sil ,,mdew^ ber b< Um * S für ihn Solang urlpruM bad ”e werden. Zehnil Q Laub des NS.-D' des Whl Feier ihres Peranstaltui Gießener L geleitet. 21 Hauptstraße der Kolonn Dann wurd Feldgottesdil Henn aus! Feldgottesdic penführer A besondere de Gießen, den Laubach Pg vielen weite hielten dann der (eine R Volk unb F woraus die einstimmte Deutschlandführer Zel leitet der ’ allen Redei freien und Hitler, n schen Volkweiteren V einsehte, far ,Hur Trau Abschluß. )( Lich, fügt, fand c alljährlich a statt. Eine v sich aus Lic Nieder- und zu Solms^L Verfügung gelegenen ls gegenkomnu Sitzplätzen faunenchor Schäfer e-ner Gingen Konfirmande Missionsfreui Psalm 72, V die große 6, Weit des (Kassel) von vortrag des auf der An semer reiche, 'n überzeug, einanber, bi, Weit bei wefonberj tum ber ®, ratur unb C unb wie bie gelmm aus erlöst tj.r 1 ljU U), Einbru 5°gen unter 8R rxlQUben£ Jolbesbom ^de basZ Vormi Ur '"°le Liebe ß Ur Te st ur und^ni 1910fr ÄL. SW unb S An feiert^ N j dauerndem Wert geschaffen werden, die besonders iten sollen. Aus dem Vorstand schied satzungsgemäß bei der sportliebenden Jugend viel Anklang finden wird. Auch hofft man, damit zu einer Belebung Schlos- Bahnhof Oberheffen Kirchliche Nachrichten Hungen. Kreis Friedberg. hriges Jubiläum, verteil des Dekanats-Gesangver- btwirtet Jagdrecht Mark er- uti' «ßiedaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. * Burkhardsfelden, 31. Mai. Der hiesige Ktrchengesangverein begeht am Sonntag, 2. Juni, sein SOjäf--^---01 ” ; x m n<>r‘ 88. Grebenau, 29. Mai. Dieser Tage hielt in der Gastwirtschaft von Reidt die Bezug s - und Absatzgenossenschaft ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Direktor der Genossenschaft, Erbhofbauer Friedrich Flach, leitete die Versammlung. Rechner Feick erstattete den Geschäftsbericht, aus dem man entnehmen konnte, daß der Umsatz mancher Produkten im abgelaufenen Jahr viel 'höher war, als im vorigen. Im verflossenen Jahr sind 12 neue Mitglieder bei- getreten. Die Jahresrechnung schloß mit einem Reingewinn von 442,92 RM. ab, der auf einstimmigen Beschluß je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeschrieben wurde. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Direktor Flach, sowie die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder Wilhelm Möller und Fried- rich Reidt wurden einstimmig wiedergewählt. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches wurde die Versammlung geschlossen. des Fremdenverkehrs beizutragen. Kreis Alsfeld. <70 Alsfeld, 29. Mai. Die Kreisgruppe Alsfeld des R e i ch s v e r b a n d e s Deutscher Rundfunkteilnehmer veranstaltete im großen Saale des „Deutschen Hauses" einen Bunten A b e n d, mit dem ein Wettbewerb zur Ermittlung neuer Rundfunksprecher verbunden war. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Kreisgruppenleiter und Kreisfunkwart M ö ck e l die außerordentlich zahlreichen Besucher und sprach in lebendigen Ausführungen über Wesen und Bedeutung des deutschen Rundfunks, der seit der nationalsozia- listischen Erhebung zu einem vielseitigen und tief- bedeutenden Instrument der Regierung im Dienst für Volk und Vaterland ausgebaut worden sei. An diesem Ausbau sei der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer in hohem Maße beteiligt, der schon seit langen Jahren den Kampf gegen den Rundfunk des gestürzten Systems geführt habe. Der Grundgedanke der nationalsozialistischen Rundfunkarbeit, den Rundfunk der Gesamtmasse zugänglich zu machen und die Ideen und die Worte des Führers bis in den letzten Winkel deutscher Erde zu tragen, müsse auch jede weitere technische und geistige Arbeit dieser großartigen Organisation beherrschen. Ein lehrreicher Film gab darüber Aufschluß, wie umfangreich und vielgestaltig das Programm eines Reichssenders ist, der allen Volksgenossen dienen will und sie teilhaben läßt an den großen kulturellen Gütern unseres Volkes. Künstler des Reichssenders Frankfurt und das Goethe-Orchester aus Grünberg gestalteten den unterhaltenden Teil der Vortragsfolge, die u. a. Sologesänge, Kostümtänze, akrobatische Vorführungen und Unterhaltungsmusik brachte. Die Teilnehmer am Sprecherwettbewerb hatten in verschiedenen Aufgaben Gelegenheit, ihre Begabung zur Diskussion zu stellen. Tanz beschloß den Abend. yy Nieder-Gemünden, 29. Mai. In der Wirtschaft von Otto Södler tagte die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Fr. Weiter, leitete die Versammlung. Den Geschäftsbericht trug Direktor Wittich vor. Aus dem Bericht ging hervor, daß sich die Kasse auch im Geschäftsjahr 1934 gut entwickelt hat. Der Stand der Mitglieder betrug zu Beginn des Geschäftsjahres 132 Mitglieder, ausgeschieden sind 2, neu zuqetreten 9, so daß die Genossenschaft am 31. Dezember v. Js. 139 Mitglieder hatte. Die Spareinlagen haben sich erhöht. Die Jahresrechnung ergab, daß Vorstand und Aufsichtsrat vorsichtig ge- wirtschaftet haben. Rund 750 Mark Reingewinn hat das Geschäftsjahr abgeworfen. Die Verteilung erfolgte dergestalt, daß das Geschäftsguthaben mit 5 v. H. verzinst, ein Teil dem Reservefonds überwiesen, der Rest für Kosten der Generalversammlung verwendet wird. Rechner und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die neuen Einheitssatzungen des Revisionsoerbandes Rhein-Main-Neckar wurden einstimmig angenommen. Die Versammlung beschloß, die Zahl der Aufsichtsratsmitgkieder von 9 auf 6 zu verringern. Man einigte sich dahin, daß 2 Mitglieder in Nieder-Gemünden, 1 in Elpenrod, 1 in Hambach und 2 in Ehringshausen künftig die Kasse vertre- s e r II., Nieder-Gemünden, konnte das gegen eine Jahrespachtsumme von 300 werben. 'cmber, dieser n sich • ober ■ Der 1 diese n vn. iDant samten wechselt Ide aus "t nur in Abfall, so ch von ifc von verlegt st nicht tfie mittet» rWich» klatsch» ne usy., i lassen, e Kitze, die jetzt inhaber >gdschutz reichste 'ch ge. I Der« ammle leimat« -statte I en fr, fuhren. Sonntag, den 2. Juni. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Männer und der Jungfrauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht, Aufnahme neuer Mitglieder in die Kongregation der Jungfrauen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Dortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 8: Hochamt mit Predigt, Großes Gebet; 9 bis 16: Betstunden; 16: Schluß. — Itibba. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, den 6. Juni. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte, Freitag, den 7. Juni. Gießen. 6.45 Uhr: Segensamt. — Lich. 6.15: Segensmesse. Veffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr. Marx; Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Hirsch-Apotheke. ium Vortrag bringen. Die auswärtigen Gäste und Sänger weiten von den hiesigen Ortseinwohnern m glütf« ht, mos brachte: schenken, st, aber lärte es Glücks ! Ist es hu mich ist. ,drücken lnd und inne. iqte sie- l ,M lbst wie Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 31. Mai. Da unseren nationalsozialistischen Jugendorganisationen ein Heim für ihre Versammlungen nicht zur Verfügung steht und die Benutzung der an und für sich nicht geeigneten Schulsäle auf die Dauer nicht möglich ist, hat der Gemeinderat die Errichtung einer Heim- ft ä 11 e auf dem Gelände des alten Friedhofes an der Wetzlarer Straße beschlossen. Die Pläne zu dem inzwischen begonnenen Heim hat Architekt Wilhelm Fink von hier ausgearbeitet. In dem neuen Heim wird für Jungvolk, BdM. und Hitler-Jugend je ein Raum von etwa 80 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Bei festlichen Gelegenheiten und zur Abhaltung größerer Veranstaltungen können die Räume als Ganzes Verwendung finden. Die Maurerarbeiten hat die Firma Heinrich Bernhard von hier übernommen. Don dem neuen Heim aus mit seiner Lage am Westabhang einer kleinen Anhöhe bietet sich eine prachtvolle Fernsicht über das Lahntal nach den Höhen des Westerwaldes. Don der Jugend wird die Errichtung des Heims mit großer Freude begrübt, zumal hinter dem Heim noch ein Spielplatz geschaffen wird. Der terrassenförmige Aufbau vor dem Heim ist zur Abhaltung von Kundgebungen gut geeignet. Man glaubt, das Heim Ende Juli seiner Bestimmung übergeben zu können. 0 Hungen, 28. Mai. Bei der Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd, die in zwei Gebiete eingeteilt wurde, erzielte man folgende Pachterträgnisse: Jagdbezirk I (etwa 360 Hektar Wald und etwa 350 Hektar Feld) 725 RM., Jagdbezirk II (etwa 18 Hektar Wald und 482 Hektar Feld) 200 RM. Höchstbietender blieb für beide Jagdbezirke Metzgermeister Wilhelm Hofmann in !b- (einmal da MM' 15 1181 es wohl und itzt „3m Gommer kühlt er, im Winter wärmt er!" sagt der Lokomotivführer Ostmeier aus Vebra, auch einer, der auf den Kathreiner schwört. „Bei mir auf der Lok geht der Kathreiner nickt aus. Ist keiner mehr da, wird gleich neu gekocht!" Fron bes brts. "fern Elchen I nicht :n5 im Ü mit Tren. 5 mit >e dar. 'r vex. - dem üe der zum kri dez 1 Ziel, ’= unb Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. Juni. Exaudi. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusaemeinde; 9.30: Pfarrer Becker; 11^ Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 8.10: Pfarrer Ausfeld, Militar- gottesdienst; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 14: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Mif- fionsstunde im Johannesfaal, Missionar Walther. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst, zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Pelruskapelle. 8.30: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.30: Pfarrer Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11- Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst; 20: Bibelstunde. — Alten-Bufeck. 9.30: Beichte, anschließend Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahles. — Großen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9.30: Gottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11.15: Kindergottesdienft, 1. Abteilung. — Kirchberg. 10- Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Jugend non Ruttershausen. — Lollar. 13.30: Gottesdienst — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die Mädchen; 10.15: Kindergottesdienft. — Watzenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst. — Garben- teich. 9.30: Gottesdienst. — Haufen. 8.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Dechant Kahn. — Nieder- Vesiingen. 13.15: Dechant Kahn; 14.15: Traugottes- dienst. — Dettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; ab 14.30: Haus-Abendmahle. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Wünnenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Bekenntnisgemeinde, Teilnahme rheinhess. Frauenvereine. Nachmittags: Frauentreffen in Arnsburg. — Trais wünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kol- fette für die Bekenntnisgemeinde. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre, anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls. — Deitsberg. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Harbach. 10.30: Gottesdienst, Kollekte. — Ober-Gleen, 13: Hauptqottesdienft; 14: Kindergottesdienst. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienft; 10: Hauptgottesdienst mit hl. Taufe, anschließend Feier des hl. Abendmahls der Jungverheirateten. Evangelische Sladlmifsion, Löberstraße 14. Sonntag, den 2. Juni. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 5. Juni. 20.30 Uhr: Missionsvortrag, Missionar Müller. Neuaposiolische Gemeinden, Gießen. Händelstraße 1. — Ederstraße 13. Sonntag, den 2. Juni. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst Mittwoch, den 5. Juni. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhrr Beichte. £ Groß-Felda, 31. Mai. Am , . . Nieder-Gemünden trafen heute 14 Kinder aus Bottrop i. W. ein, die für vier Wochen jn unserer Gemeinde Erholung finden sollen. Die Kinder wurden durch den Sturmwagen des hiesigen Motor- sturmes abaeholt. Schon auf dieser Fahrt gewannen sie ungewohnte Eindrücke, da sie mehr das Bild der Stadt gewohnt waren, als die Einsamkeit unserer Vogelsbergdörfer. bunden mit einem Teil des Dekanats-Gesangoer- einsfestes der Kirchengefangoereine des Dekanats Gießen. Es werden zehn auswärttge Vereine bei der Feier mitwirken. Unser Verein wurde im Jahre 1885 gegründet und trat zum erstenmal im Jahre 1886 bei der Einweihung der hiesigen erneuerten Kirche an die Öffentlichkeit. Die ersten Dirigenten waren Lehrer B e r n h a r d. bis 1889, von 1889 bis 1897 Lehrer Gerstenmaier, dann folgten Lehrer Becker und Lehrer Z ü g l e r. Die letzten 25 Jahre, fett 1910, hat der frühere Bürgermeister Johannes A l b a ch X. die Führung übernommen. Unter feiner Stabführung hat der Verein schon manche Erfolge auszuüben. Dazu gehört auch der rücksichtslose Abschuß solcher Räuber. Jeder Hund, der sich abseits von öffentlichen Wegen herumtreibt und nicht mehr der Einwirkung feines Herrn untersteht, kann und soll abgeschossen werden. Das Gesetz gibt dazu endlich die Handhabe, nachdem der Appell an die Einsicht der Hundebesitzer meist vergeblich gewesen ist. Der Besitzer des Hundes ist in allen Fällen möglichst festzustellen, damit dieser zur Schadensersatzleistung herangezogen werden kann. Wer einmal die Unkosten für das Aussetzen lebenden Wildes getragen hat, lernt es rasch, die Rechte anderer Menschen und das Eigentum des Volkes zu achten. Der Jäger sei noch einmal ganz besonders darauf hingewiesen, daß er das Jagdgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen und jetzt vor allem die „Wildhandelsordnung" studieren muß. Die letztere bringt vollkommen neue Dinge, die notwendig find, um dem Wilderertum entgegenzuarbeiten. Der Jäger, der dagegen verstößt, fetzt sich der Gefahr aus, daß ihm das erlegte Schalenwild beschlagnahmt und er selbst in Strafe genommen wird. Auch der Hotelbesitzer und Wildhändler wird gut tun, sich um die für ihn geltenden Vorschriften zu kümmern. Solange „Abfchußplan" und „W ild - ursprungsschelne" nicht in der Hand desJagdausübungsberechtigten find, darf der Abschuß nicht begonnen werden. Zehn Jahre Stahlhelm in Laubach. Laubach, 30. Mai. Die hiesige Ortsgruppe des NS.-D eutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) beging am Sonntag hier die Feier ihres zehnjährigen Bestehens. Die Veranstaltung wurde mit einem Platzkonzert der Gießener Stahlhelmkapelle auf dem Marktplatz eingeleitet. Anschließend sand ein Umzug durch die Hauptstraßen statt, der mit einem Vorbeimarsch der Kolonnen am alten Kriegerdenkmal abschloß. Dann wurde zum Ramsberg marschiert, wo ein Feldgottesdienst stattfand, bei dem Pfarrer Kalb- h e n n aus Merlau predigte. Im Anschluß an den Feldgottesdienst begrüßte der Laubacher Ortsgruppenführer Wolf die stattliche Versammlung, insbesondere den NSDFB.-Gauführer Zeltmann, Gießen, den Ortsgruppenleiter der NSDAP, in Laubach Pg. Henze, die Kreisführer und die vielen weiteren Kameraden. Weitere Ansprachen hielten dann Kreisführer Dr. Philippi- Laubach, der feine Rede mit dreimaligem Sieg-Heil auf Volk und Führer, Bund und Bundesführer schloß, worauf die Versammlung begeistert in den Ruf einstimmte und sodann die ersten Verse des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes sang, Gau- führer Z e l t m a n n - Gießen und der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Laubach, Pg. Henze. Jn allen Reden kam das freudige Bekenntnis zu dem freien und starken Deutschland des Führers Adolf Hitler, wie auch der hingebende Wille zur deutschen Volksgemeinschaft zum Ausdruck. Da im weiteren Verlaufe des Nachmittags Regenwetter einsetzte, fand die Feier in der Stadt im Gasthaus „Zur Traube" in kameradschaftlicher Weise ihren Abschluß. Missionsfest in der Meilbach. )( L i ch, 31. Mai. Von schönstem Wetter begünstigt, fand gestern wieder in der Meilbach unser alljährlich an Himmelfahrt gehaltenes Missionsfest statt. Eine vielhundertköpfige Missionsgemeinde hatte sich aus Lich, Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Nieder- und Oberbefsingen an dem von der Fürst zu Solms-Lichschen Forstverwaltung freundlichst zur Verfügung gestellten, herrlich mitten im Hochwald gelegenen Platze eingefunden, der durch das Entgegenkommen der Brauerei Jhring-Melchior mit Sitzplätzen ausgestattet war. Nach einer vom Po- saunenchor Lich unter Leitung von stud. theol. Schäfer gebotenen musikalischen Einleitung und einer Eingangsliturgie des Geistlichen und der Licher Konfirmanden begrüßte Stiftsdechant Kahn die Missionsfreunde und sprach dann im Anschluß an Psalm 72, Vers 19, über die machtvolle Herrlichkeit, die große Schwierigkeit und die ganze Verantwortlichkeit des Missionsgedankens. Missionar V e l t e (Kassel) von der Basler Mission hielt den Hauptvortrag des Tages über das Thema: „Die Mission auf der Anklagebank" und setzte sich auf Grund seiner reichen Erfahrungen als Missionar in China in überzeugender Weise mit den Einwänden auseinander, die auch heute wieder vielfach gegen die Tätigkeit der Mission zu Unrecht erhoben werden. Insbesondere zeigte er, wie die Mission das Volkstum der Eingeborenen durch Schaffung von Literatur und Schutz der wertvollen Volkssitten pflegt, und wie die Heiden dankbar sind, durch das EvcnH gelium aus vielem, was sie knechtet und bindet, erlöst zu werden. Der Vortrag hinterließ einen tiefen Eindruck. Feierlich schallten zwischen den Vorträgen unter der Begleitung des Posaunenchores die Glaubenslieder durch Gottes schön geschmückten Waldesdom. Mit Gebet, Vater-Unser und Segen wurde das Fest geschlossen. Am Vormittag hatte der Missionar in den Festgottesdiensten in Nieder - Bessingen und in Lich, sowie im Kindergottesdienst in Lich über das Wort „Die Liebe Christi bringet uns also" gepredigt. Kirchengesangvereinsfest in Burkhardsfelden. £ Steinfurth, 28. Mai. Im Saalbau Hengst hielt die hiesige Spar- und Darlehn s° kaffe ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Gleichzeitig waren aus Gründen allgemeiner Sparwerbung auch sämtliche Sparer und Interessenten dazu eingeladen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Jean Bopp gab zunächst einen Ueberblick über die Tätigkeit des Aufsichtsrates. Der Geschäftsbericht des Direktors S ch m a n ö t ließ erkennen, daß das abgelaufene Geschäftsjahr eine recht erfreuliche Aufwärtsentwicklung für die Genossenschaft bedeutete. Neben einer wesentlichen Steigerung des Umsatzes konnte erstmalig nach der Sanierung, dank der regen Tätigkeit der Verwaltung, auch wieder eine erfreuliche Zunahme der Spartätigkeit verzeichnet werden. Nach dem Vortrag des Rechnungsberichtes und der Bilanz durch Rechner Hengst wurde dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die ausfcheidenden Mitglieder Direktor S ch m a n d t und die Aufsichtsräte Eberhard U h l und Heinrich Philippi 2. wurden einstimmig wiedergewählt. Beigeordneter und Ortsbauernführer Krd. Philippi gab feiner Freude über die günstige Entwicklung der Genossenschaft Ausdruck und forderte'alle Bauern und Ortseinwohner auf, noch mehr als bisher treu zu ihrer örtlichen Kaffe zu stehen, getreu der Parole des Reichsnährstandes und feiner Führer: Jeder Bauer gehört zur Genossenschaft. Nachdem Herr Schm and t noch weitere Aufklärung über Schul- fparfaffe, Sparmarkonverkauf, den Stand der Entschuldung usw. gegeben hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf Volk und Führer. Kreis Schotten. ßaubad), 31. Mai. Dieser Tage kamen in unserem Städtchen 34 erholungsbedürftige Kinder aus Duisburg an, die von dem hiesigen Ortsgruppenamtsleiter der NSV. Pg. Mönnig am Bahnhof in Empfang genommen und sodann den Pstegeeltern übergeben wurden. Der Aufenthalt der Kinder erstreckt sich auf 4 Wochen. )—( Ruppertsburg, 27. Mai. Gestern hielt unser landwirtschaftlicher Konsumverein bei Gastwirt Wagner seine 16. Generalversammlung ab. Wilhelm Lein, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, leitete die Verhandlungen. Direktor Fr. Geiß II. erstattete den Geschäftsbericht. Die Genossenschaft entwickelte sich im letzten Jahre recht gut. Nach einem Zuwachs von 13 zählt sie jetzt 78 Mitglieder. Der Umsatz erhöhte sich von 54 743 RM. auf 86 037 RM. Der Warenbezug war um 1780, der Absatz um 484 Zentner höher. Dis Bilanz, die der Rechner Wilhelm Lehr II., der schon 16 Jahre lang sein Amt treu versieht, verlas, ergab einen Reingewinn von 290 RM Er wurde dem Resekvefonds und der Betriebsrücklage je zur Hälfte zugewiesen. Bei der Ergänzungswahl wählte man den seitherigen Direktor Geiß und das Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Blei durch Zuruf einstimmig wieder. Auch das neue Einheitsstatut fand einstimmige Annahme. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß die Tagung. _ w , § Ulri ch stein, 28. Mai. Der „Neue Teich , der fünf Minuten von Ulrichstein entfernt liegt, soll als Brandteich wieder instandgesetzt und zugleich zu einem Schwimmbad ausgebaut werden. Mehrere Volksgenossen haben dadurch für ein paar Wochen Arbeit und Verdienst, für unsere Heimatgemeinde aber wird damit eine Anlage von Rothirsch und Damhirsch schieben ihr neues Geweih. Die Tiere führen ihre Kälber. Feldhuhn und Fafan brüten oder führen schon ihre Jungen. Schützt sie vor Katzen und Wieseln, Krähen und Elstern! Die Enten gelege sind meist schon ausgefallen. Wenn jetzt die Klee- und ©rasernte beginnt, werden leider immer viele Gelege vermäht. Sonst wäre unsere Niederjagd viel besser. Es sind große Werte, die damit verloren gehen. Es hat sich immer bewährt, wenn der Bauer wußte, daß er dafür belohnt wurde, wenn er ein Gelege ummähte, mindestens einen Quadratmeter, besser aber noch mehr stehen ließ, bis die Eier ausgefallen waren. Drum soll man feste Belohnungen dafür ausloben. Sie machen sich bezahlt. „Eierliebhaber", die vor allem Fasanen- und Entennester aufsuchen, sind Wilddiebe im Sinne des Gesetzes und entsprechend zu behandeln. Es ist gut, wenn für eine Verbreitung dieses Gedankens gesorgt wird. Im Fuchsbau sind I u n g f ü ch s e. Wer die führende Fähe abschießt, ist ein Aasjäger und vor dem Gesetz strafbar. Der Abschuß von Jungfüchsen ist ebenso wie ihr Graben natürlich erlaubt. Der Dachs, dessen Junge schon nachts mit auf Aesung ausziehen, hat noch Schonzeit. Es fei dies besonders betont, weil er seither in Hessen bereits wieder geschossen werden durfte. Hubertus. Musch- Hainbach aus; er wurde einstimmig wiedergewählt. Nach etwa dreistündigen Beratungen wurde die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland geschlossen. — Die hiesige Gemeindejagd wurde auf weitere 6 Jahre verpachtet. Das neu eingeteilte Jagdgelände umfaßt zirka 620 Hektar Land einschließlich 80 Hektar Wald. Der bisherige Jagdpächter August '~ r ' *r Zuchthaus für Verbreitung iUega^er Flugschriften. LPD. Darmstadt, 31. Mai. Vor dem Straf- fenat des Hessischen Oberlandesgerichts hatte sich heute der 33jährige Anton Alles aus Offenbach wegen Verbreitung illegaler Flugschriften zu verantworten. Das Gericht erkannte auf drei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der mitangeklagte 26jährige frühere Kommunist Georg Keim aus Bruchköbel erhielt drei Jahrefechs Monate- Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust; auch er wird unter Polizeiaufsicht gestellt. Da Keim geständig war, wurden ihm sechs Monate Untersuchungshaft angerechnet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) O. in Beuern. Wir bitten um Bekanntgabe Ihrer genauen Anschrift, damit wir Ihnen wegen des Berichtes aus dem spanischen Feldzug 1808 Bescheid geben können. erzielt. Bei günftigem Wetter findet das Fest im Freien ■ statt, da die Kirche für solche Veranstaltungen zu klein ist. An den Massenchören werden 440 Sänger unb Sängerinnen teilnehmen. Während der Nachfeier wird jeder Verein ein selbstgewähltes Lied Preußen nie "M Wieseck, den 31. Mai 1935. -Und mii Recht! Denn sie erhalten: J Berg leches KraftiuUsrwerk Q. m. b. FL, DQeeeldorf-Hafeo 02371 Allendorf(Lahn). den 1. Juni 1935. ist nach kurzem, schwerem Leiden von uns gegangen. 33 OD Gießen, den 1. Juni 1935. Die Beisetzung fand in der Stille statt. Der Dekan: Sattler, Wieseck. 3256Ö Der Dekanatsobm.d.Kircheiichöre:Weisel,Heuchelheim. BetSenfachgefchaSS I W MCBEL 8 Erstlmgsmehi u.KüKenkörnerfutter Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und Aufmerksamkeit bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen den herzlichsten Dank. h'-; Für die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Weiß, geb. Leib. Gestern morgen 10 Uhr entschlief nach langem schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 36 Jahren mein innigstgeliebter treuer unvergeßlicher Mann, unser lieber guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Für die Beweise inniger Anteilnahme sagen wir tiefgefühlten Dank. 3276 V Ehestands-Darlehensscheine werden in Zahlung genommen I Sämtliche Betten und Polster-Möbel werden in eigener Werkstätte hergestellt und übernehme ich für meine Arbeiten weitgehendste Garantie Emil Beck, Gießen Betten- und Polstermöbel - Werkstätten Bahnhofstraße 56, neben Hotel Schütz Möbelfabrik und Einrichtungshaus Gebr.Trefzger Frankfurt a.M. „ Große Fried bergt -straße 33. Matratzen 3-teilig, mit Kopfteil Seegrasfüllung M.24.-, 28.-, 30.- per Matratze, Wollfüllung M.28.-, 32.-, 36 - per Matratze, Kapokfüllung M. 39.50, 48.-, 58.-,68.- p/Matratze Schlaraffia'Einlagen u. ähnl. Arten mit Spiralfedereinlagen M. 69.-, 76.- bis 110.- p. Matratze Roßhaarfüllungen in verschied. Preislagen. iJKF Ji '.N Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hans Happet Wilhelm Schmidt wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten. In tiefem Schmerz i Anna Schmidt, geb. Pascher Familie Georg Schmidt und alle Angehörigen. Gießen (Steinstraße 50), den 31. Mal 1935, Die Beerdigung findet Montag, den 3. Juni, um 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Das Seelenamt findet am gleichen Tage morgens 6 Uhr in der Pfarrkirche zu Gießen statt Meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, unsere gute rochier und Schwiegertochter Frau Anna Happel, geb. Waldt £ Frankenbach, 31. Mai. Wohl noch sah man so viele Menschen, junge und alte, zu Fuß, mit dem Tret- oder Motorrad und Auto nach un- Heute morgen 31/, Uhr verschied nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 70 Lebensjahre mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Rohm In tiefer Trauer: Marie Rohm, geb. Fuchs Familie Otto Rohm. füllten. Sodann folgte ein Vorbeimarsch der Weh, ren vor ihren Führern. Nachmittags wurde im Saale von Weimer die Delegiertenversammlung ab- gehalten, an der u. a. der Provinzialfeuerwehr, führer Kilian aus Rothenburg, Branddirektor Diehl aus Wiesbaden, und ein Vertreter der Nassauischen Brandversicherungsanstalt, teilnahmen. Kreisleiter Haus richtete bei dieser Tagung eine längere Ansprache an die Feuerwehrkameraden. Oberinspektor Enders von der Nassauischen Brandoersicherungsanstalt zeigte anschließend lehrreiche Lichtbilder mit entsprechenden Erläuterungen. Auf dem großen Festplatz, wo die Turner und Turnerinnen mit ihren Darbietungen zur Bereiche- rung des Tages beitrugen, wickelte sich dann froh- gestimmtes, kameradschaftliches Volksfesttreiben ab. Tragisches Ende eines Himmelfahrtsausflugs. Wetzlar, 31. Mai. (LPD.) Auf einem Mor- genspaziergang am Himmelfahrtstag wurde das dreijährige Söhnchen des Arbeiters Karl Rühl aus Dutenhofen von einem Auto üb ersah r e n und auf der Stelle getötet. Der bedauerliche Unfall ist um so tragischer, als er sich vor den Augen des Vaters abspielte, der es nicht verhindern konnte, daß das Kind im letzten Augenblick versuchte, vor dem heranfahrenden Auto die Straße zu überqueren. EinMädchen vom Felsen hinabgeworfen L i m b u r g, 31. Mai. (LPD.) In der Nacht zum Donnerstag wurde aus bisher unbekannten Gründen ein junges Mädchen von zwei älteren Burschen die Felsen am Steinbruch auf dem Schafsberg hinuntergeworfen, wo es besinnungslos liegen blieb. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde es in das Krankenhaus eingeliefert Die beiden Täter konnten am Donnerstagvormittag verhaftet werden. Todesopfer einer gefährlichen Kurve. LPD. Frankfurt a. M., 31. Mai. In der Kurve der Alten Mainzer Straße am Bahnhof G o l d st e i n , in der sich wegen der Unübersichtlichkeit schon zahlreiche Unglücksfälle ereignet haben, stieß am Donnerstagnachmittag ein Motorrad mit einem Personenkraftwagen aus Heidelberg zusammen. Der Fahrer des Motorrades, der 28jährige Fritz Döhring aus Mitteldick, wurde vom Rade geschleudert und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ein Mitfahrer, der 38jährige Rudolf Weber aus Okriftel, trug einen Unterschenkelbruch und Verletzungen am Kopf davon. UL Durch p!«ch> 'f* was Die A die enge den: jede nimmt wi jetzt sind; den Diens testen Kre Mrnrnste res Merl der Solba Gepräge militarisie satzungstr Reichswe konnte ir Orten ur Garnison mit muri zum neu blaßte da jache, die sieudig z verstehen, /ich wiedc gemefen i haftigk Ädeald die ede kennt, über das bildungsz Die alter jchen ein jchen. Dl barer Z Volk i den, möc das Goß wenn er nern in Z verjchieder an dieser falls ergä den Solbi ' Es soll Zweig in Schieß, $ es am Eheis, ei ebenso st, auf das fluten Sc fleht aud aber viele oa jeder' !• M Pistole a Meßtechn bei der h Weltkriege blldung i Waffen q h/ Borge Flugbahn Das Jahresfest der Evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanats (Ziehen findet Sonntag vor Pfingsten, den 2. Juni, als Doppeltest in Beuern u. Burkbardsfelden statt. Beginn der Hauptprobe pünktlich 12‘/2 Uhr Beginn des Festgottesdienstes l'/a Uhr Festprediger in Beuern ist Dekan Sattler, Wieseck, inBurkhardsfeldenProbstTrommershausen,Frankfurt a.M. Die Nachfeier beginnt pünktlich 3l/s Uhr, Joh. Steinbach, Gießen W olkengasse 21. 168sV Gebt. Lieferwagen neu be- reift/ gumtig zu verkaufen. Zosef Albersmann, Gießen Frankfurter Straße $9. (32«oD Neuer Pfarrer in Krofdorf-Gleiberg. (D Krofdorf, 31. Mai. Durch die Versetzung von Pfarrer Wiebel am 1. Oktober vorigen Jahres nach Gerolstein in der Eifel war die Pfarr- stelle Krofdorf-Gleiberg-Kinzenbach acht Monate vakant, und sie wurde während dieser Zeit durch die Pfarrer Lindenborn (Odenhausen) und H e i d e r (Dorlar) betreut. Nunmehr hat die Besetzung der Stelle stattgefunden, nachdem der aus der Reihe der Bewerber — von denen etliche' Probepredigten gehalten hatten —. am 25. Januar dieses Jahres gewählte Pfarrer Lic. Ernst Teichmann aus Kaltwasser im Kreise Lübben in Schlesien von dem Rheinischen Konsistorium in Düsseldorf bestätigt wurde. Am vorigen Samstag ist der neue Seelsorger mit seiner Familie im Pfarrhaus eingezogen. Die feierliche Amtseinführung erfolgte am gestrigen Himmelfahrtstage in dem gut besuchten Krofdorfer Gotteshaus, wo auch die Presbyter und der erweiterte Kirchenvorstand von Kinzenbach zugegen waren. Superintendent Schmidt (Wetzlar) zeichnete nach der Liturgie in einer Ansprache das, was zu wahrer Gemeinschaft zwischen Pfarrer und Gemeinde führen soll, unter Zugrundelegung des Textes aus dem Evangelium des Johannes 12, Vers 32: „Und ich, wenn ich erhöhet werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen". Dann nahm er die Verpflichtung vor. Pfarrer Lic. Teichmann predigte über Kap. 2 aus dem ersten Brief des Petrus: Jesus, der gute Hirte, als der Führer, Erlöser und Herr der Seinen. Pfarrer Teichmann steht im Alter von 34 Jahren und hat seine theologischen Studien an der Universität Gießen erledigt, wo er auch einige Zeit an der Bibliothek tätig war. Segelflugzeug „Frankenbach" startbereit! Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. Juni, ll/e Uhr vom Sterbehause Gießener Straße 156 aus statt 3273 D erlebt habe, allen Schichten der Bevölkerung Anerkennung zolle für ihre Anteilnahme an der Entwicklung des Baues. Mit Zähigkeit habe man erst die Werkstatt und dann das Flugzeug geschaffen. Dafür sage er den Dank der gesamten Fliegerei. Weiter sprach der Redner über Zweck und Ziel der Luftfahrt. Luftsport und Segelfliegerei seien aus der Not geboren. Dem Schandvertrag von Versailles zu Trotz habe einst der Rhönvater Ursinus gesagt: „Wenn sie uns nicht mit Motor fliegen lassen wollen, dann fliegen wir eben ohne Motor". Das Ausland sehe mit Achtung auf unsere segelfliegerischen Leistungen und damit auch auf die Leistungen unserer Industrie. Sportlich gesehen sei ein Stamm junger Männer zur Fliegergemeinschaft erzogen, deren höchste Tugenden sind: Fleiß, Unterordnung, Beharrlichkeit, Mut, Kameradschaft. Unser Führer habe den Deutschen nun wieder die Luftgeltung verschafft. Der Luftsportverband sei sich der Größe seiner Aufgaben bewußt. Was heute hier zu sehen wäre, hätte mit nervenkitzelnder Sensation nichts zu tun, vielmehr müsse man zu erkennen vermögen, wie die aus dem Volke gesammelten Gelder praktische Anwendung fänden. Jeder solle den Glauoen an die deutsche Luftgeltung mitnehmen, was über manche Klippe hinweghilft. Ein freudig aufgenommenes Sieg-Heil auf den Führer^ Adolf Hitler und auf den Luftfahrtminister Göring beendete die Rede. Es wurden nun ein paar kleine flache Startflüge ausgeführt, die die Lufttüchtigkeit des Flugzeuges unter Beweis stellten und den Zuschauern ein gutes Bild der Start- und Flugtechnik veranschaulichten. Auch der Start einiger Segelflugmodelle wurde beifällig beobachtet. Währenddessen kreiste ein Motorflugzeug aus Wetzlar mehrere Male über dem Platz, um durch Flugblätterabwurf fliegerkameradschaftliche Grüße zu übermitteln. Möge der Tag ein verheißungsvoller Auftakt für die Arbeit und Erfolge des Fliegerstützpunktes Frankenbach sein. Feuerwehrtag in Waldgirmes. 1 Waldgirmes, 29. Mai. In unserem Orte fand am Sonntag der Kreisfeuerwehrtag statt, an dem von 87 Wehren des Kreises rund 1100 Feuerwehrleute teilnahmen. Die Veranstaltung begann vormittags mit einer Schulübung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr unter ihrem Kommandanten Schmidt in Gegenwart des Kreisfeuerwehrführers Dietz und anderer Ehrengäste. Die Hebung wurde allgemein mit starkem Interesse beobachtet und fand mit Recht volle Anerkennung. Hierauf folgte eine Brandübung zwischen der Kirche und der alten Schule, bei der die Feuerwehrmannschaften ihre Aufgabe ebenfalls in bester Weise er- serem kleinen Dörfchen kommen, als am gestrigen Himmelfahrtstage. Auf dem Flugplatz, der südöstlichen Anhöhe vor dem im Tale liegenden Ort, umgeben von den Bergen des Hinterlandes, unter denen der Dünsberg sich besonders hervorhebt, versammelten sich viele hundert Neugierige zu einem bunten Gemisch vom Städter bis zum einfachsten Bauersmann und Hessenmädchen in an- ' sprechender Tracht', das Ganze eine Volksgemeinschaft, wie sie vielseitiger nicht sein konnte. Und Kartonagen Versandkartons Lagerkästen, Geschenkpackungen Faltschachteln, Wellpappkartons liefert preiswert Wilhelm Lieh,Gießen Aul weg 102 [ 2080D J Fernruf 3738 Metallbettstellen von M. 19.50 bis 39.- p. Stück Steppdecken von M.16.9) bis M. 49- per Stück Daunensteppdecken von M.57.- bis M.88.-p. Stck. Deckbetten, Kissen, Federn n. Dannen i.j. Preisl. Polstermöbel 329iD Chaiselongues M. 34.—. 39.-, 45.-, o4.- per Stück Chaislonqnedecken, Couches, Polstersessel, Sofas, Lähferstoffo, Teppiche in allen Ausführungen und Preislagen Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter - Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskarten alle beseelt von dem gleichen Geist: au sehen und zu erleben ein Stück oeutscher Wehrhaftigkeit und deutschen Vorwärtsstrebens. Auch überall außerhalb des abgesperrten geräumigen, reichgeschmückten Platzes lagerten in kleinen und großen Gruppen die Schaulustigen. Mitten auf dem Platz stand der Stolz Frankenbachs, das neue Segelflugzeug, durch dessen Bau der Name unseres Ortes weithin in aller Munde ist. Recht schnittig sah der Vogel in seinem hellen Gewände mit all den Bespannungsdrähten aus; kein Wunder, daß er dauernd von der Menge, besonders von der Jugend, bestaunt und bewundert wurde. Trompetensignale riefen zum Beginn der Tauf- oeranstaltung herbei. Als erster sprach der Leiter des Fliegerstützpunktes Frankenbach, Lehrer Wirth, unter dessen Leitung das Flugzeug gebaut wurde. Aus seinen Worten klang die Freude über das gelungene Werk, zu dessen Vollendung über 100 Bastelstunden mit seinen Schülern nötig waren. Mit Recht kennzeichnete er den Tag als einen Höhepunkt für die Gemeinde, die, den Bau unterstützend, nun die Frucht des Beginnens erlebe. Er begrüßte die Menge, besonders die Vertreter der Behörden, an der Spitze den Vertreter des Landrates, Regierungsrat Dr. Weiß- Wetzlar, weiterhin den aufmarschierten Fliegersturm Wetzlar. Dann hielt Regierungsrat Dr. Weiß eine kurze Ansprache, in der er seiner Freude und Genugtuung über das Geleistete in einer vom Verkehr abseits liegenden kleinen Gemeinde hervorhob. Der Kreis Wetzlar sei stolz auf das neue Fliegerdorf, das für Nah und Fern ein hohes Vorbild neuzeitlichen deutschen Geistes darstelle. Besondere Anerkennung zollte er der Gemeinde für ihre der Fliegersache ideell und finanziell dargebrachte Unterstützung. In festem Zusammenstehen habe die Bevölkerung Frankenbachs gearbeitet; die gebrachten Opfer hätten nun auf das beste ihre Belohnung gesunden. Ihm, dem Redner, sei es eine angenehme Pflicht, das Flugzeug auf den Namen „F r a n k e n b a ch" zu taufen, durch dessen Inbetriebnahme ein wertvoller Beitrag zu unseres Vaterlandes Wehrhaftigkeit geschehen werde. Unter hellem Klang zersplitterte am Flugzeug die Flasche, womit das Symbol des Taufaktes beschlossen wurde. Aufmerksame Zuhörer fand dann mit bemerkenswerten Ausführungen der Vertreter der Fliegerortsgruppe Wetzlar, Fluglehrer K i 11 n e r. U. a. sagte er, daß er, der die kleinen und großen Nöte beim Bau dieses Segelflugzeuges in einer nicht gerade mit Glücksgütern gesegneten Gemeinde mit- TORPEDO nur HM. 188.— schon inr 7.90 monntlicb Alleinverkaai Niederhausens Co. Bahnhofstraße ßeüenüb.Hotel Schütz Asbest- Platten 1,2,3,4u. 5mm, wieder am Lager. 2O1D CarlSchunck sie heute °rhren; lMeckheit sparender, nd^^freuncilich-heiteren Stocher, imjssen sämtliche U V _ M ULW 'W£>£< - z/ '-r>!, ”*7> Z’ v § ,3^ '"* ''kz ran %JA- tz 'M fr «» L M L WM M 1: ■ Fliegerbeschuß. Ausbildung im Kolbenhals umfassen und Abkrümmen werden geübt. Einrichten der Gewehre. Der Schießlehrer kontrolliert das Zielen durch den Zielkontrollspiegel. Anschlag stehend freihändig. Die Sckulschietzllbungen. die mit dem Gewehr granaten. hierbei wird der Soldat in der Hand- Stellung zwei bis drei solcher Equipen auszu- lckiosien werden sind teilweise andere geworden, habung dieser Masse geschult, das Gesuhl der Un- stellen, was pro Dimston einen Bestand von sunsziz ' früher Interessieren wird besonders die Alten, sicherheit wird ihm genommen dir sechzig Mann erfordern wurde. Die Technik des Wurfes wird also der Sport in Durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ist das Reichsheer wieder zu dem geworden, was die Wehrmacht früher war, zum V o l k s h e e r; die enge Verbundenheit ist wieder hergestellt worden; jede Familie bekommt wieder ihren Soldaten, nimmt wieder Anteil an dem Soldatenleben. Bis jetzt sind aber die Kenntnisse über das Leben und den Dienstbetrieb unserer Wehrmacht in den weitesten Kreisen unseres Volkes nur sehr gering. Am schlimmsten ist es in dieser Hinsicht im Westen unseres Vaterlandes. Dieser Landstreifen, dessen Städten der Soldat vor und während des Weltkrieges das Gepräge gab, ist durch das Versailler Diktat entmilitarisiert worden. Bis zum Abzug der Besatzungstruppen kannte man dort den deutschen Reichswehrsoldaten nur vom Bilde her. Später konnte man dann und wann, wie in all den vielen düng, an den Schießstand seiner Garnison; den Zielübungen auf dem Sandsack, Dreieckzielen, Umfassen des Kolbenhalses usw. gehörten auch damals zum täglichen Brot. Richt zu vergessen sind die von allen so sehr „geschätzten" Gewehrübungen. Aus diesen kurzen Darlegungen ist zu ersehen, wie überaus reichhaltig das in der Schießausbildung zu bewältigende Stoffgebiet ist, daß nur durch eine ganz planmäßige Gestaltung des Dienstes bei der einjährigen Dienstzeit das gesteckte Ziel erreicht werden kann. (Vgl. Bilder!) Meldehunde in der Schweizer Armee. Das eidgenössische Militärdepartement ist vor kurzem mit der Durchführung eines Bundesratsbeschlusses beauftragt worden, wonach die Organisation eines Dien st es für Meldehunde in der Armee eingeleitet werden soll. Bekanntlich ist während der Mobilmachungszeit die Frage der Einführung von Sanitätshunden geprüft worden, wurde dann aber fallen gelassen, weil sie sich nicht bewährte. Die Verwendung von Hunden für den Meldedienst dagegen hat sich bei den Versuchen und auch in den kriegführenden Armeen durchaus bewährt. Es hat sich gezeigt, daß Hunde als zuverlässige Uebermittler von Meldungen verwendet werden konnten, wo alle übrigen Nachrichtenmittel versagten, so namentlich auch im stärksten Trommelfeuer und bei Gasangriffen. Es ist nun tn der Schweiz beabsichtigt, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten des Auszuges, die sich freiwillig dazu melden, versuchsweise „K r i e g s h u n d e d i e n st" zu kommandieren. Damit verpflichten sie sich, einen Einführungskurs von der Dauer von vier Wochen in Savatan zu bestehen. Nachher wird ihnen ein abgerichteter Meldehund, der während einer bestimmten Zahl von Jahren grundsätzlich Eigentum der Eidgenossenschaft bleibt, nach Hause mitgegeben, wo sie ihn auf eigene Kosten halten und im Training bewahren müssen. Den Wiederholungskurs müssen diese Leute ohnehin bestehen, so daß dort ihre Weiterbildung ohne vermehrte Kosten für den Bund erfolgen kann. Es wird daran gedacht, vorläufig pro Infanterieregiment drei Equipen zu je zwei Mann und zwei Hunden und pro Artilleriegeschossen Lueiucn, |inu n— als früher. Interessieren wird besonders dle Alten, Orten und Städten unseres Vaterlandes, die nicht Garnison sind, einmal einen Urlauber sehen. Damit wurde aber keineswegs die Brücke vom alten zum neuen Heere geschlagen. Immer mehr verblaßte das Bild deutschen Soldatentums; eine Tat- sache, die von den Vertretern pazifistischer Ideen freudig zur Kenntnis genommen wurde. Es ist zu verstehen, daß sich jetzt, nachdem das deutsche Volk sich wieder zu dem bekannt hat, was es von jeher gewesen ist, zum Volk, das in der Wehrhaftigkeit und Wehrfähigkeit das Ideal des Mannes, in der Wehrpflicht die edelste und ehrenvoll st e Pflichterkennt, das Bestreben geltend macht, sein Wissen über das Leben der Wehrmacht, über einzelne Ausbildungszweige usw. zu bereichern und zu ergänzen. Die alten Soldaten wollen Vergleiche ziehen zwischen einst und jetzt, wollen Erinnerungen ausfrischen. Der junge Mann dagegen, dem in absehbarer Zeit bevorsteht, zum Ehrendien st für Volk und Vaterland herangezogen zu werden, möchte sich schon einstweilen einen Einblick in das Soldatenleben verschaffen. So wird der Soldat, wenn er auf Urlaub fährt oder mit jungen Männern in Vereinen usw zusammentrifft, mit Fragen verschiedenster Art bestürmt. Die Ausführungen an dieser Stelle und die Bilderreihen sollen eben- ‘ falls ergänzend wirken und den noch Fernstehenden, den Soldaten näher bringen ■ Es soll diesmal ein besonders wertvoller Dienst-! zweig in seinen Grundzüqen behandelt werden, die! Schießausbildung. Wie vor dem Kriege, fo. ist es auch heute der Stolz eines jeden Kompanie-! Chefs, eine gut schießende Kompanie zu haben, ebenso stolz ist aber auch heute noch jeder Soldat auf das Schießabzeichen, das ihn äußerlich als guten Schützen kennzeichnet. Die Schießausbildung steht auch beim Reichsheer im Vordergrund, ist aber vielgestaltiger geworden, als vor dem Kriege, da jeder'Infanterist neben dem Gewehr auch am 1. MG. (leichten Maschinengewehr) und mit der Pistole ausgebildet wird, beide Waffen ebenfalls fchießtechnich beherrschen muß. Es ist klar, daß man bei der heutigen Ausbildung die Erfahrungen des Weltkrieges in jeder Weise berücksichtigt. Die Ausbildung ' ist dadurch und durch die verschiedenen Waffen abwechselunqsreicher geworden. Nachdem der Vorgang in der Waffe beim Schuß, Gestalt der Flugbahn und Begriff „Zielen" dem jungen Sol- g r a n a t e geübt werden, lernt er beim Sport, so den Dienst der Ausbildung gestellt. Dem Werfen scharfer Handgranaten auf dem Handgranatenwurfstand geht voraus das Werfen mit Uebungshand- daten im Unterricht übermittelt sind, setzt die praktische Ausbildung im Zielen, in den verschiedenen Anschlagsarten und im Schulschießen ein. Die beigefügten Bilder werden in jedem alten Soldaten Erinnerungen wachrufen an seine eigene Ausbil- daß auf 400 Meter Entfernung nicht mehr geschossen wird, daß als neue Hebungen dieSchnell- schußübungen hinzugekommen sind, die zur Bedingung haben, daß der Schuß z. B. innerhalb von 7 Sekunden abgegeben wird. Die Erfahrungen im Weltkrieg haben gezeigt, daß man nur bei Abgabe des Schusses sich dem Gegner zeigen darf, daß man dabei aber bestrebt sein muß, so schnell wie möglich den Gegner zu erledigen, wenn man nicht Gefahr laufen will, von einem noch schneller handelnden Feind erledigt zu werden. Unteroffiziere und Mannschaften der Kompanie sind in drei Schießklassen eingeteilt: 2., 1. und Scharfschützenklasse. Sämtliche Rekruten schießen in der 2. Schießklasse, und zwar 6 Hebungen mit Gewehr, 7 Hebungen mit leichtem MG. und 2 Pistolenübungen. Einen Ansporn erhalten die Leute durch Preisschießen, Schießen von Sonderübungen und sportliche Schießübungen. Besonderer Wert wird auf die verschiedenen Anschlagsarten und die Schußabgabe im Gelände gelegt. Den Abschluß dieser Ausbildung und der beendeten Geländeausbildung bilden das Schul- g e f e ch t s - und das Gefechtsschießen. Wie früher, so werden auch heute wieder die besten Schützen unter den Hnteroffizieren und Mannschaften der einzelnen Schießklassen ausgezeichnet Die Schützenschnur ist verschwunden; an ihre Stelle sind Schieß - und Scharfschützenabzeichen getreten, bestehend aus einem Silberstreifen bzw. einem nach oben geöffneten Winkel, der auf dem linken Hnterärmel getragen wird. In jedem Jahr werden außerdem Ehrenpreise für gute Schießleistungen mit Gewehr und leichtem MG. an Offiziere und Hnteroffiziere verliehen. Neben der Ausbildung mit den Schußwaffen muß der Soldat auch im Werfen der Hand- (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen. Zielübungen mit Pistole. Dreieckszielen. Sill .. - 9Jl. Nachsri Heferur Zu befi ta f bch sü haben, teuer, etwa futte nung. aller $ gebot ■Mfr Preisen S/cut] /o ?Joi Auslo,.. Wei ?e>iun( $■61.1 .K OÄ -S SÄ .Ä 6leuetgu Ah« ÜÖ 1000 Turner und Turnerinnen Nandern nach Arnsburg. 3m Zuge der Reichs - Sport - Werbewoche des Reichsbundes f. Leibesübungen führte die Sternwanderung der Tu'rner am Hirnmelfahrts- tage annähernd 1000 Turner, Turnerinnen und Jugendliche nach dem idyllisch gelegenen K l o st e r Arnsburg. Wären die frommen Brüder des Zisterzienser-Ordens, die einstmals das schöne, verschwiegene Fleckchen für ihr beschauliches Klosterleben wählten, heute unerwartet in den über ihrem stillen Tale liegenden Trubel hineingestellt worden, — sie wären gewiß nicht aus dem Staunen herausgekommen. Noch steht die Sonne niedrig am Himmel, und goldig fließt ins Laub der Tag. Da ziehen sie heran. Manche von ihnen mußten schon vor Tau und Tag das Lager verlassen. Gegen 25 Kilometer haben einige Vereine zu Fuß zurückgelegt. Es ist aber auch ein köstlicher Morgen. Die Erde hat ihr Festgewand angelegt und sich mit Laub und Blumen wundersam geschmückt. Schar um Schar rückt mit Trommelschlag und Marschgesang durch die Pforte des heiligen Bernhardus in den Klosterhof ein. Bis zum Mittag treffen aus 32 Vereinen annähernd 1000 Angehörige der großen Gemeinde der DT. dort ein, um sich nach frohem Gruß und kräftigem Handschlag im Geiste der Zusammengehörigkeit, des Verbundenseins in echter Volksgemeinschaft des schönen Wandertags zu erfreuen, sich dabei kennenzulernen, Brücken von Mensch zu Mensch zu schlagen und Leid und Freud in brüderlicher Kameradschaft zu teilen. Und wir glauben, daß nach dieser Richtung die Wanderung in die schöne Wetterau ihren Zweck erfüllte. Am Mittag begrüßte Kreisführer D a u p e r t (Wieseck) die Erschienenen und betonte, daß diese Wanderung in der Reichs-Sport-Werbewoche wirklich eine Werbung für Turnen und Sport bedeuten und ihnen neue Freunde zuführen möge. Darüber hinaus soll diese Turnfahrt Menschen aus Stadt und Land enger zusammenführen. Einer soll den anderen in seiner Art und in seiner Arbeit besser verstehen und schätzen lernen. Dabei durchwandern wir unsere Heimat, die herrliche Landschaft, die wir lieben, der all unser Tun gilt. Rur der ist ein armer Mensch, der seine Heimat nicht liebt. Die Ansprache klingt aus in einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, der unsere Heimat und das ganze Vaterland von drückenden Ketten befreite. Manche Vereine wollten ihre Wanderung weiter fortsetzen, andere hatten einen langen Rückweg. So rüstete man nach dieser Feierstunde bald allgemein zum Abmarsch. Viele der Heimkehrenden fanden auf ihrem Rückmarsch mit Freuden bestätigt, daß eine neue Zeit gekommen ist; denn in den Ruf des Kuckucks und das Trillern der Lerche und in das Duften der Natur mischte sich unerwartet ein starker Ton. Fünf Flugzeuge zogen in stolzem Fluge über unsere Wandergruppe hin. In dem Surren der Propeller erklang das hohe Lied von der Wiedererstarkung des deutschen Volks- und Wehrwillens, und in unseren Herzen schwang mit die gewaltige Melodie von der wiedererrungenen Freiheit unseres Vaterlandes. Diese Melodie soll weiter in uns klingen in den Alltag hinein und soll uns Zuversicht bleiben für die kommende Zeit. Dann wird uns auch die Wanderung nach Arnsburg für lange eine schöne Erinnerung bleiben. Z. Wirtschaft. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 832: Neuregelung der Valutazahlung an Inländer für Seeschiffahrtsfrachten. 833: Stellung französischer Einfuhrbewilligungsanträge für landwirtschaftliche Erzeugnisse für das 3. Vierteljahr 1935. 834: Neue Vorschriften über Seefrachtzahlungen an ausländische Reedereien. 835: Verlängerung des deutsch-finnischen Verrechnungsabkommens. 836: Richtpreisanordnung XXI für unedle Metalle 29.5.1935 betr. Blei. 837: Die neuen Umrechnungskurse in den Güterund Tieryerkehren mit dem Auslande ab 1.6.1935. 838: Direkte Flugstrecke Berlin—Barcelona. 839: Gebühren für Luftpakete nach Spanien. Awchenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auf dem Brotgetreidemarkt hielten sich die Umsätze weiterhin in bescheidenem Rahmen. Die Mühlen sind noch reichlich eingedeckt. Daneben ergab die letzte Bestandsaufnahme, daß die G e - samtvoträte bis zur neuen Ernte reichen, was auf die Aufnahmelust der Mühlen nicht ohne Einfluß blieb. In hiesigem Weizen war das Angebot klein und wurde zu Mühlenfestpreisen aufgenom- men, auch mitteldeutsche Qualitätsweizen fanden Interesse. In norddeutschen Herkünsten hat sich das Angebot dagegen wieder vermehrt, und die in der letzten Woche eingetretene Besserung der Handelspreise um etwa i v. H. konnte nicht aufrecht erhalten werden. Am Roggenmarkt hat sich das Angebot ebenfalls vergrößert, so daß auch hier die zweithändigen Angebote gegen die Vorwoche etwas matter lagen, zumal kaum Aufnahmeneigung bestand. In Hafer fehlte jedes Angebot, während die Nachfrage noch sehr stark blieb; nur bei Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln war etwas zu bekommen. In Futtergerste ruhte das Geschäft fast ganz. Schwere Futtergerste, die ursprünglich für Brauzwecke bestimmt war, konnte man haben, doch stellte sie sich für Futterzwecke zu teuer, um Käufer zu finden. Der Preis lag bei etwa 21 Mark je Doppelzentner. Für Kraftfuttermittel ergab sich noch keine Entspannung. Dringende Nachfrage bestand nach Oelkuchen aller Art, auch Kleie blieb stark begehrt, das Angebot stand wiederum in keinem Verhältnis zur Nachfrage. Nachmehle waren bei unveränderten Preisen stärker angeboten. Rauhfuttermittel haten stillen Markt, Heu war angeboten und ging aus 9,75 (10) Mark zurück. Am M e h l m a r k t war das Geschäft in Weizenmehl etwas besser als in Roggenmehl, für letzteres hat noch keine nennenswerte Konsumnachfrage eingesetzt. Auch blieb die dunkle Type 997 wegen des billigeren Preises bevorzugt, obschon auch hierfür die Abschlüsse gering waren. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Auf dem Großviehmarkt nahm das Geschäft bei zumeist etwas anziehenden Preisen einen sehr lebhaften Verlauf. Blieb auch das Angebot mit insgesamt 898 (gegen 1011) weit hinter der vorhandenen Nachfrage zurück, so wurde man wenigstens durch wirklich gute Qualitäten von Schlachtvieh befriedigt. Insbesondere für Ochsen traf dies zu, so daß sie bei allerdings unveränderten Preisen schnell vergriffen waren. Beste Ausstichtiere erzielten Preise über Notiz. Für Kühe war die Zufuhr mit 394 Stück wieder normal, bei um 2 Mark höheren Preisen wurde ausverkaust, Bullen gewannen 1 bis 2 und Färsen, insbesondere in mittleren und geringeren Qualitäten, 1 Mark. Der Kälbermarkt wird bereits von den bevorstehenden Feiertagen beeinflußt. Trotz vermehrter Zufuhr mit 1556 (1376) Stück nahm das Geschäft einen lebhaften Verlauf, so daß der Markt ohne Mühe geräumt wurde. Die Preise konnten sich allgemein um 3 bis 4 Mark bessern, insbesondere schwere Kälber, die verstärkt zugeführt waren. Das Hämmel- und Schafgeschäft hatte in dieser Woche angesichts der gerinnen Anlieferung von nur 12 (92) Stück keine Bedeutung, die wenigen Tiere wurden bei unveränderten Preisen geräumt. Am Schweinemarkt glichen sich wiederum Angebot und Nachfrage aus, die Beschickung war mit 4050 (4029) um ein geringes höher. Bei mittelmäßigem Handel und bis 2 Mark höheren Preisen wurde der Markt ausverkauft. Die Qualität war mittelmäßig. * Freiwillige Zinsfenkung bei Versicherungen. Bekanntlich haben alle in Deutschland arbeitenden Versicherungsunternehmungen den Zinssatz für ihre Hypothekenbestände bereits vom 1. Januar 1934 ab freiwillig auf 5,5 v. H. herabgesetzt. Neuerdings haben, im Einvernehmen mit dem Leiter der Reichsgruppe Versicherungen, die Wirtschaftsgruppe Privatoersicherungen und die Wirtschaftsgruppe Oeffentlich-Rechtliche Versicherungen allen ihnen angeschlossenen Versicherungsunternehmungen dringend nahegelegt, den Zinssatz einschließlich Verwaltungskostenbeitrag für bestehende Hypotheken, soweit dies nicht schon geschehen ist, ab 1. Januar 1936 weiterhin auf 5 v. H. freiwillig herabzusetzen. * D i e Erdölgewinnung Preußens im April. Wie der Amtliche Pressedienst mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im April nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 33 570 Tonnen gegen 38 706 Tonnen im Vormonat und 26 071 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1934. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Jesi. Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Börse lag bei allerdings nur kleinen Umsätzen wieder fest. Seitens der Kundschaft lagen kleine Kauforders vor, auch die Kulisse war eher als Käufer im Markt, doch disponierte sie angesichts der Regierungskrise in Frankreich und wegen der Unsicherheit über die künftige Tendenz der Währungspolitik sehr vorsichtig. Am Aktienmarkt stellten sich gegen die letzten Schlußkurse durchschnittliche Befestigungen von etwa 1 d. H. ein. Etwas lebhafteres Geschäft hatten Kunstseide AKU. auf feste Amsterdamer Kurse mit 58,75 bis 59,40 (56,40). Ferner waren Scheideanstalt mit plus 3 v. H. auf 223 und Rüt- gerswerke auf den 6prozentigen (4 v. H.) Dividendenvorschlag mit plus 2,50 v. H. auf 122,50 stärker befestigt. Elektrowerte lagen still und uneinheitlich, matt lagen Gesfürel mit minus 2 v. H., ferner gaben Schuckert 0,50 o. H. nach. Höher notierten Lahmeyer und Elektr. Lieferungen mit je plus 1 o. H., Siemens lagen unverändert. Für Montanwerte machte sich etwas mehr Interesse als bisher geltend. Klöckner gewannen 1,50 v. H., Mannesmann 1 v. H., Rheinstahl 0,90 v. H., obwohl der 4prozentige (3,50 v. H.) Dividendenvorschlag nicht ganz den Erwartungen entsprach. Stahlverein, Buderus, Harpener und Laurahütte zogen bis 0,75 v. H. an. Von Zellstoffaktien erhöhten sich Aschaffenburger um 1,90 v. H., Feldmühle Papier blieben unverändert. Reichsbankanteile, AG. für Verkehrswesen, Zement Heidelberg, Westdeutsche Kaufhof und Feinmechanik Setter kamen bis 0,75 v. H. höher zur Notiz. Schiffahrtsaktien lagen ungleichmäßig, Hapag minus 0,13 v. H., Novdd. Lloyd plus 0,50 v. H. IG. Farben fetzten bei kleinem Geschäft 0,65 v. H. fester ein, waren aber bald 0,50 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag auch heute sehr still. Für die Altbesitzanleihe erfolgt heute und morgen wegen der Ziehung keine Notiz, inklusiv Ziehung galten sie etwa 115,25 (115,40). Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschuldung lagen behauptet, während späte Reichsschuldbuchforderungen eher noch leicht nachgaben. Von Ausländern bröckelten Rumänen weiter leicht ab. Ohne daß sich das Geschäft nennenswert beleben konnte, blieb die Haltung auch in der zweiten Börsenstunde fest und im Durchschnitt ergaben sich nochmalige Erhöhungen von 0,50 v. H. Darüber hinaus gewannen Elektr. Lieferungen 2,50 v. H. auf 117, Felten exklusive Dividende 2 v. H. auf 105. Etwas leichter lagen Rütgerswerke mit 122 nach 122,50. Kunstseide AKU. blieben lebhaft und schwankten zwischen 59 bis 59,25. IG. Farben konnten sich wieder mäßig erholen. Am Kassamarkt waren Verein. Glanzstoff gesucht, T 126,50 (1. K. '122), ferner Schramm Lack Taxe 74 (1. K. 71,50). Am Rentenmarkt lagen die variablen Werte vollkommen geschäftslos, Zinsvergütungsscheine brök- felten etwas ab. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich für einzelne Gold- und Liquidationspfandbriefe leichte Erhöhungen. Stadtanleihen und Industrie- Obligationen wiesen nur geringe Veränderungen auf. Am Auslandsrentenmarkt hatten Ungarn bei erneut steigenden Kursen größeres Geschäft, Mexikaner lagen gut behauptet, Rumänen waren später teilweise wieder fester. Außerdem blieben einige ausländische Stadt- und Länderanleihen gesucht. — Tagesgeld stellte sich zum Ultimo auf 3 (2,50) v. H. Abendbörse: Aktien fest. Auch abends war die Haltung für Aktien weiter fest, das Geschäft bewegte sich allerdings in ruhigeren Bahnen, als im Mittagsverkehr. Gegen den Berliner Schluß war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, es überwogen aber Befestigungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Bevorzugt blieben IG. Farben und einige Montanaktien, während Elektrowerte ruhiger lagen und auch Zellstoffpapiere leicht abbröckelten. Reichsbank stiegen auf 180,75 (180), IG- Farben auf 151,90 bis 151,50 bis 151,75 (151), Scheideanstalt auf 224 (223), Klöckner auf 100,25 bis 100,50 (99,75), Rheinstahl auf 115 bis 114,75 (114,25), dagegen gingen Goldschmidt um 1,25 v. H. auf 106,75 und Daimler auf 93,40 bis 93 (93,40) zurück. Von Bankaktien notierten Berliner Handelsgesellschaft in Anpassung an Berlin mit 121 um 3 v. H. höher. Renten blieben stark vernachlässigt, etwas freundlicher lagen jedoch späte Schuldbuchforderungen mit 96,25 (96). Von Ausländern blieben Ungarn fest, später bröckelte die Goldrente von 12,75 auf 12,25 ab. U. a. notierten: 4,5 v. H. Rheinische Hypotheken- Bank R 18 bis 25 96, JG.-Farben-Bonds 132,25, 6 v. H. Mainkrast 100,90, Reichsbank 180,75, Harpener 110,75, Kali Aschersleben 128, Klöckner 100,25 bis 100,50, Mannesmann 89, Rheinstahl 115 bis 114,75, Stahlverein 86 bis 85,75, AKU. 59,50 bis 59,40, BMW. 133,50, Berger 120, Bekula 136, Zement Heidelberg 119,90, Daimler 93,40 bis 93, Dt. Erdöl 115, Scheideanstalt 224, Dtl. Linoleum 167,50, Durlacher Hof 82, Licht und Kraft 131,50, ELG. 117,25, IG. Farben 151,90 bis 151,50 bis 151,75, Feldmühle 126,50, Geffürel 125,50, Goldschmidt 106,75, Holzmann 99, Lahmeyer 132, Muag 75,75, Moenus 89,90, Schuckert 118,50, Siemens 170,75, Aschaffenburger Zellstoff 90, Waldhof 121,75, AG. für Verkehr 91, Hapag 33,25. 1913er Ungarn 12,50, 1914er 12,50, Goldrente 12,75 bis 12,25, 5 v. H. innere Mexikaner 6,75, 4 v. H. Rumänen 6,13. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 31. Mai. Während bisher der Absatz für Butter noch zufriedenstellend und für die billigeren Sorten ausgesprochen lebhaft war zeigte sich vor dem Ultimo nur schwache Nachfrage. Man rechnet aber nach der Lohn- und Gehaltszahlung, sowie im Hinblick auf das Pfingstfest mit einem Anziehen des Geschäftes. Das Angebot hat noch keine nennenswerte Steigerung erfahren, wird aber in den nächsten Wochen wesentlich zunehmen. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Koch- butter 115 bis 120. Holl. Markenbutter 145 bis 147. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Marktlage hat sich gegen die Vorwoche kaum verändert. Die Absatzverhältnisse sind vor dem Ultimo noch eher schwächer geworden, insbesondere bestand für kleine Eier kein Interesse. Dagegen blieben mittlere und hauptsächlich schwere Eier für den laufenden Bedarf gefragt. Die Anlieferungen zeigten keine Verstärkung, blieben aber für die Nachfrage genügend. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9%, A 9Vk, B 83/$, C 8 bis 8Vx, D 7%. Holländer und Flandern Kl. 8 93/«, Kl. A 9%, Kl. B 8%. Rundfrmkprogramm. Sonntag, 2. Juni. 6 Uhr: Hafenkonzert auf dem Dampfer „Neu» york" der Hamburg-Amerika-Linie und im Flughafen Fuhlsbüttel. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Die Treue", von Paul Ernst. 10: Reichssendung: Deutsche Feierstunde der Hitler- Jugend. 10.30: Chorgesanb- 11.30: Reichssendung: Ihr, die ihr euch von Christo nennet, Kantate von Johann Sebastian Bach (G. A. Nr. 164). 12: Heimatfest in Altmorschen 1935 (Militärkonzert). 13: Gauparteitag Gau Hessen-Nassau. Kundgebung. Es sprechen: Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Funkbericht von der Eröffnung der Zeltlager des Gebietes 13 der HI. Hessen-Nassau. Es sprechen: Gauleiter Sprenger, Gebietsführer Potthoff. 18.30: Deutsches Schatzkästlein. „Orplid, mein Land." Zum 60. Todestag Eduard Mörikes. 19: Neue deutsche Tanzmusik. 19.50: Sportbericht. 20: Internationales Brucknerfest in Freiburg 21: Mit Strauß auf Konzertreisen. II. Balkan und Orient. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Tanzfunk. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 3. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik.. 10.15: Schulfunk. Waffenträger der Nation. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: „Was bringen die Zeitschriften des Monats (Mai)?" 15.40: Bücherfunk. 16: Kleines Konzert. Tänze für Klavier zu zwei Händen. 16.30: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. Besinnliche Rheinfahrt eines Musikers. Von Robert Schumann. Zu feinem 125. Geburtstag am 8. Juni. 16.45: Kunst und Glaube (IV). Briefe für schöpferische Menschen. Aus dem gleichnamigen Buch von Rudolf Paulsen. 17: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 18.30: Jugendfunk. Segelschulschiffe auf großer Fahrt. 18.45: Das Leben spricht. 19: Operettenkonzert. 20.15: „Die Mitschuldigen", ein Lustspiel des jungen Goethe. 21.15: Liebes Mädchen, hör mir zu... Serenaden-Musik. 22.20: Soldatenlied in Kriegsund Friedenszeiten III. 23: Nachtkonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Werke von Roderich von Mojsisovicz. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M «Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- lurs Schlußk. Mittag« Börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. mittag« Börse Datum 29.5 31 5 29 5 31 5 Datum 29 5 31 5 29 5 31 -5 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 51/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 100,25 97 104 115,4 100,25 97 104 100,13 97 104 115,13 100,13 97 103,25 4% desgl. Serie II ............ ö% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/2%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... 7,15 6,1 39,13 12,5 7,3 6,13 39,25 7,25 9,75 6,2 39,4 7,5 10,3 6,25 39,25 Auslos.-Rechten ............. 4l/,% Deutsche ReichspostschatzaN' 100,65 100,5 33,25 33,4 33,4 Weisungen von 1934, I....... 100,5 100,5 Hamburg-Amerika-Paket .....O 33,4 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 98,75 98,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . o — — 27 27 (rückzahlb. 102%) ............ 98,75 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 35 35,5 35 35,5 4,/2% ehem. Hessische Landesbank 96,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 90,5 91 90,4 90,9 Darmstadt Gold R. 12....... 96,25 — E— Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Prioat-Bank ... o 118 121 118 121 6XA% ehem. Hess. Landes-Hypo 100,5 92,5 92 92,25 92 tbekenbank Darmstadt Liaui . -. 100,5 •— — Deutsche Bank und Disconto- 94 -93,75 93,75 93,5 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Gesellschaft................O Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 92,25 92,25 94 93,75 93,75 93,5 Reichsbank ....... 12 178,75 180,75 177,75 180 _ 124 — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4&% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Gvldpse. 15 unkündbar bis 1935 ß’/2% ehem. 4>/r% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandbriese....... 115,4 115,4 115,75 115,75 AEG ...................o 39,13 39,5 39,13 39,4 135,5 136 135,5 136 36,13 100,4 96,25 100,75 1 1 1 1 Elektr. Lieferungsgeselllchaft... 5 Licht und Kraft - - - 6/, Felten L Guilleaume......... O 113,75 131,25 106,65 125,5 117,25 131,5 104,5 114,4 131 107 117,5 132,25 104 by2% ehem. 4ft% Rheinische Gesellsch.s.Elektr.Uniernehmung. 5 125,5 124,25 125,5 Hyp.-Bank-Liqu.'Goldpse..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 gnter- Ans^ fll Mitle gelände sigen Z vor der bei ben Mensche, Gtimmin fenben l< t-nnte. unüdersel sich in a °us. G Dild, Q)( Menschei der Reg flebung,' neben n samt q| waren. Bald i Nachdem und Fah d'e hohe der größter ( Rede Der er| ^ne All ?Qt an Mehj 1 m u ?.Ur toe {«Sä, Sfteltanf, „ s“ma 9en Don ■> bereit tt geben. % K, ?? u ‘fie »«ft 16 hei Geschmackvolle Polstermöbel verleihen jedem Heim einen eigenen Reiz Polsterwerkstätte A.Wehcheim Löberstr. 17 _________________________________3288 A Schießsport—Volkssport! Oie Fechtkunst Schreiben, auch im Schießen und im Umgang mit der Waffe unterrichtet. Unsere Reichsregierung hat es nicht nötig, diesen Modus nachzumachen, weil sie weiß, daß die Ausbildung der Jugend und die Weiterbildung der älteren Semester im Schießen bei den dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Schützenoereinen in guten Händen liegt. Sport fördern ist eine wahrhaft nationale und soziale Sache. Sport treiben entfacht aber auch im Menschen das Bewußtsein der Stärke. Und deshalb hat der deutsche Volkssport auch das Schießen auf den ihm gebührenden Ehrenplatz ausgenommen. Im einzelnen müssen wir uns vergegenwärtigen, daß der Schießsport mit Gewehr und Pistole nach Ringscheibe Selbstzucht, Pflichtgefühl, Mannesmut, Tapferkeit, Vaterlandsliebe, Zusammengehörigkeitsgeist und I und so fort, und jetzt herrscht wieder, wie schon einmal im 17. Jahrhundert, im modernen Fechten auf Stoß (Florett, Degen) und im Fechten auf Hieb und I Stich (leichter Säbel) die italienische Schule in bedeutend vervollkommendster Art. Zum Schlüsse möchte ich noch eine Frage einschalten: Was ist der Zweck des Fechtens in der modernen Gesellschaft? Vielleicht nur eine Vorbereitung zum Zweikampf? Und sollte man nicht wünschen, daß diese letztere Errungenschaft des Mittelalters mehr und mehr verschwinde? Und würde die Fechtkunst, wenn es gelänge, den Zweikampf aus der Welt zu schaffen, ihre ganze Bedeutung, ihre Daseinsberechtigung verlieren? Die Antwort hierauf ist nicht schwer. Ging geschichtlich mit der Entwicklung der Fechtkunst die Häufigkeit der Zweikämpfe Hand in Hand, so liegt heute die Sache ganz anders. Heute ist der hauptsächlichste Zweck des Fechtens ein edler. Fechtkunst ist ein hervorragendes Mittel zur körperlichen Erziehung, zur Erreichung harmonischer Bewegung, zur Stärkung des Charakters in Fällen der Gefahr. Die Fechtkunft hat den Vorzug vor der Gymnastik, den Mann dem Manne gegenüberzustellen und Angriff und Verteidigung in Einklang zu bringen. Erwähnen möchte ich hier, was Leopardi sagte: Richt in einer schwachen Brust schließt sich die Seele ein. So erreicht man durch die Fechtkunst, was die Griechen in ihrer Gymnastik erstrebten: das ethischphysiologische Ziel der Gesundheit und des menschlichen Glücks. Die gymnastischen Hebungen und die Wettkämpfe, sagt Lucian tn seiner Apologie der Gymnastik, sollen die Jugend vor einem falschen Stolz, vor Unverschämtheit, Frechheit und Leichtsinn bewahren, sie fähig machen, des Vaterlandes Freiheit zu verteidigen, eigenes körperliches Wohlwollen zu erwerben, Ruhm zu erlangen und den geistigen und körperlichen Mut zu gewinnen. Wer in Gießen fechten oder fechten lernen will, dem ist Gelegenheit im Turnverein von 1846 Gießen, Steinstraße 3, gegeben. Uebungsstunden für Frauen und Männer Montags und Donnerstags, von 20.30 bis 22 Uhr. Anmeldungen werden in den Uebungsstunden sowie bei dem Abteilungsleiter der Fechtabteilung des Tv. 1846, Bismarckstraße 6a II, entgegengenommen. I Kanu-Kampfpsort. Unter Kanu verstand man ursprünglich lediglich das offene, aus den Jndianergeschichten bekannte Holzboot mit den hochgezogenen Enden. Im Laufe der Entwicklung des in Deutschland seit 1914 organisierten Sportzweiges hat sich jedoch das Wort „Kanu" zu einem Sammelbegriff für die oer- schiedenen Bootsarten, di.e im DKV. ihren Betreuer fanden, entwickelt. Die Bewegung begann mit dem bekannten Holz, kajak, einem Boote, das heute in größerem Maßstab nur noch in Sportgebieten zu finden ist, die über ausgedehnte Wasserflächen verfügen, die also größere Fahrten zulassen, ohne daß das Boot auf dem Landwege zurückgebracht werden muß. Die Heimat des Kajak ist Grönland, das ihn sich heute noch in feiner rassigsten Form erhalten hat. Mit dem Kajak ist das Faltboot eng verwandt. Seine Geburtsstätte ist das Gebiet der bayrischen Wildflüsse. Die Pioniere des Faltbootsportes kamen mit dem festen Kajak dort nicht zurecht. Im Wasser war er zu schwer, unbeholfen und zu Bruch — empfindlich. Auf dem Lande war der Transport zu schwierig, denn ein Abfahren und Landen an derselben Stelle ist dort durch die ungeheure Stromgeschwindigkeit nicht möglich. Das Faltboot entspricht in seiner Bauart im wesentlichen den Prinzipien des Kajaks. Daneben entwickelte sich das ursprüngliche Kanu — jetzt genauer Canadier genannt — technisch immer weiter. Seine Krönung fand diese Bootsart durch die Konstruktion des 10er-Canadiers, eines idealen Jugendsport-Wander- und -Jndianerbootes. In den letzten Jahren entstand außerdem das Segelkanu, das jedoch nur auf großen Seen und Flüssen Lebensmöglichkeit besitzt und in unserem Sportgebiet leider nicht gefahren werden kann. Aus dem Wanderkajak entstand der Rennkajak, eine Bootsart, die wahrscheinlich im nächsten Jahre ihren Einzug auch in Gieren halten wird und die rennsportlich auf der kurzen Strecke Verwendung findet. Das Faltboot entwickelte ebenfalls eine Renn- klasse, die besonders auf der langen Strecke und im Wildwasser benötigt wird. Der Canadier, der die ausgefeilteste Fahrtechnik verlangt, besitzt ebenfalls international festgelegte Rennmaße. Eine Grundeigenschaft hat der Kanu-Kampfsport nicht verloren. Er ist und bleibt ein Wettkampf der Wanderfahrer. Denn nur aus der instinktiven Sehnsucht zum Wandern aus den uralten, herrlichen Wasserstraßen kommen die Kanufahrer zu ihrem Sport. Gewiß werden sie vielleicht Jahre hindurch dem Wandersport zu Gunsten des Rennsportes entsagen. Aber sie waren Wanderfahrer und werden es immer wieder werden. Diese Eigenschaft drückt ihren Wettfahrten einen nicht zu verkennenden Stempel auf. Der konservative Regatta-Charakter fehlt. Ihn ihren Wettfahrten aufzuzwingen, wäre widernatürlich und müßte Schaden bringen. Fahrer, Rennleitung und Obmänner erfüllen ihre Pflichten oft in derselben Sportbegleitung, und nicht selten ist die Rennleitung aktiv beim Kampf beteiligt. In diesen Bahnen hat sich der Kanu-Kampfsport selbst seinen Weg gesucht. Er wuchs und wurde mächtig, nicht nur bei uns, sondern auch im Aus- land. Diese Entwicklung hat das Olympische Komitee anerkannt, indem es für 1936 acht Kanu-Wettfahrten ausgeschrieben hat. Es hat ausdrücklich anerkannt, daß der Kanu-Kampfsport urwüchsig ist, d. h., daß Wehrgefühl entzündet und stärkt. Aus diesen Gründen kann sich die mahnende Stimme der Aufforderung zum Schießsport nicht ernsthaft und laut genug erheben. Das Wort unseres Reichssportführers von Tschammer-Often: „Keine deutsche Ortschaft ohne Schießstand und jeder deutsche Mann ein Schütze" muß zur Wahrheit werden! Darum helft alle mit an der Wehrhaftmachung unseres Volkes zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes! Die beiden Gießener Schützenvereine, die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen sind, bieten volle Gewähr für eine sachgemäße Aus- und Weiterbildung aller Schießsportfreunde. Anmeldungen nehmen entgegen der Schützenverein Gießen, Vereinsführer Gustav Frey, Kaiserallee 31, und die Schützengesellschaft 1926 Gießen e. V., Vereinsführer Eduard G o n d n e r, Steinstraße 84, die auch zu jeder gewünschen Auskunft gerne bereit sind. E. G. er aus sich heraus entstanden ist und durch eigene I Arbeit das olympische Reife erlangt hat. H. M. Der Schießsport ist wohl als der älteste Sport aller Sportarten anzusprechen. Zogen doch unsere Vorfahren schon lange bevor das Schießpulver erfunden wurde mit Pfeil und Bogen zur Jagd, um sich ihr Wild zum Lebensunterhalt zu schießen. Daß dieses Schießen auf das laufende Wild in freier Wildbahn als eine große Kunst anzusehen und ohne ständige Hebung überhaupt nicht zu bewerkstelligen war, liegt wohl klar auf der Hand. Erst viel später nach der Erfindung des Schießpulvers und dann der immer moderner werdenden Gewehre und Büchsen entwickelte sich aus der früheren Brauchkunst ein freiwilliger Schießsport. Besonders trat dies nach Beendigung von Kriegen zutage, wo sich dann allerorts Schießlustige zusammenfanden, um auch weiterhin dem schönen Schießsporte zu huldigen. Allgemein konnte man den Schießsport als ein ziemlich kümmerliches Pflänzchen bezeichnen, weil er mit den anderen Sportarten nicht gleichen Schritt aehalten hat und auch als ein zu teurer Sport bezeichnet wurde. Auch dies hat sich durch die Einführung der modernen Kleinkaliberbüchse längst überholt, denn hierbei kostet ein Schuß nur etwa 2 Pfennig, während sich ein Schuß mit der Großkaliberbüchse bei Selbstanfertigung der Munition — ein moderner Sportschütze macht sich seine Munition selbst — auch nicht viel teurer stellt. Führen wir uns einmal verschiedene andere Sportarten vor Augen, so sehen wir, daß hier fast ausschließlich die Stählung der Muskelkraft in Frage kommt, während der Schießsport mehr eine Hebung der Nerven herbeiführt, denn wenn ein Schütze auf dem Schießstande steht, so sind seine anderen Gedanken vollständig ausgeschaltet. Er muß scharf über Kimme und Korn ins Ziel sehen, muß durch ruhiges Halten der Büchse seine ganze Nervenkraft auf einen Punkt konzentrieren, und hierdurch lernt er auch seine Nerven in jeder Lebenslage zu beherrschen. Es liegt uns fern, nur dem Schießsport hier das Wort zu reden, nein, wir sind der Auffassung, daß sich alle Sportarten gegenseitig ergänzen sollen und müssen und daß eine einseitige Ausbildung nicht von großem Nutzen für den einzelnen Menschen sein kann. Wie oft liest man in den Zeitungen, daß junge Leute aus Hnkenntnis im Umgang mit der Waffe das größte Unheil angerichtet und tiefes Leid über manche Familie aebrafyt haben. Wenn solche Schieße lustigen gerne schießen wollen, warum schließen sie sich nicht irgendeinem Schützenverein an? Die früheren Regierungen hatten für den Schießsport nicht viel übrig, sie hatten nur ein Interesse daran, ihre eigene Stoßtruppe — ausgesuchte Leute — mit dem Dolch, der Pistole und der Handgranate für ihre eigenen Zwecke auszubilden. Diese Zeiten sind durch die Machtergreifung unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler endgültig vorbei. Seitdem in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt wurde, wollen und müssen wir Schützen unser ganz besonderes Augenmerk auf die Wehrhaftmachung unseres Volkes richten, damit wir anderen Völkern gegenüber nicht zurückftehen. Werfen wir einen Blick ins Ausland, wo das Schießen schon der Jugend allgemein zur Pflicht gemacht ist. In einem Staate wird sogar schon die Schuljugend in der Schule, wie im Lesen und Das Fechten darf wohl als eine der ältesten Leibesübungen bezeichnet werden. Ich erinnere nur an alle in alten Sagen und Heldensängen verherrlichten Zweikämpfe. Später, zur Zeit der alten Römer, wurde schon in den Gladiatoren- und Soldatenschulen auf Staatskosten nach bestimmten Regeln und Gesetzen Hnterricht erteilt. Den Urfprung einer wirklichen Schule der Fechtkunst hat man aber nicht in den Zeiten der Hnkultur, noch in der Zeit des frühen Mittelalters au suchen. Erst als mit dem Gebrauch der Feuerwaffen die brutale Gewalt des Stärkeren ihre Bedeutung verlor, nach der Beseitigung des Panzers und des Schildes wurden mit dem Wiederaufblühen anderer schönen Künste in jener Zeit der Renaissance auch der Fechtkunst neue Bahnen gewiesen. So treffen wir im 15. Jahrhundert die Fechtschulen schon begründet, und es erscheinen auch schon kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst die Lehrbücher, und da beginnt eigentlich erst, streng genommen, die Geschichte der Fechtkunst. Durch die Lehrbücher konnte die Fechtkunst erst wahrhaft verbreitet und ausgebaut werden. Viele solcher Bücher sind uns aus dem 14. bis 17. Jahrhundert bekannt. Natürlich wurde auch auf hohen Schulen die Fecht- kunst fleißig betrieben. Ja, später wurde ihr in Deutschland fast nur noch auf den Unioerfitäten gehuldigt, und zwar knüpft sich diese neuere Geschichte der Fechtkunst vorzüglich an die Namen Kreuß - l e r und Jena. Die dauernden Hnruhen zur Zeit der Kriege Friedrichs des Großen, dann das Revolutionszeitalter und die späteren Napoleonischen Kriege brachten es mit sich, daß die Stoßduelle unter den Studenten überhand nahmen und in Raufereien ausarteten. Die Regierungen erließen Verbote, und die Studierenden mußten zu einer anderen Fechtweise übergehen. Unter Ausschaltung des Stiches kam das Haurapier in Aufnahme. Neben diesen sog. Kommentwaffen kam natürlich die alte Fechtkunst in Verfall, wohingegen gerade in Italien an ihrer Vervollkommnung eifrig weitergearbeitet wurde. Ja, die dauernden Erfolge der neueren italienischen Fechtschule (z. B. gegen die französische) erregten vor nunmehr 50 bis 60 Jahrew, als das Sportleben überall reger wurde, auch in Deutschland großes Aufsehen. Italienische Fechtmeister kamen nach Berlin, dann an den Mittelrhein neue Gasherde Ms zum 4.3tmi 1035 können zu den günstigen Bedingungen im Hausdienst oder im Gasladen Bahnhofstraße 29 Wegen Geschäftsaufgabe Größere Anzahl Theken mit Glaseinteilung, Glas- schränke, Regale, Schaufenstereinrichtungen, Glasplatten, Lampen, Spitzenständer aus Stahl, elekt. Kasse,fast neu, größ.Posten Bretter u.Latten sehr günstig abzugeben. 330gd Johannes Lauer, Marktstr.27 erworben werden. 2L!u.S0cbm Gas Gttifchvift bei Rückgabe von allen Kochern und Herden. Ueber 200 Küchen bereits entrümpelt. Ueber 200 Gasherde in kurzer geit verkauft. 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