greitag.I.Marz 1935 185. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr.Sl Erstes vlatt . . r, „ ä Annahme von Anzeigen Sonntags* unb feiertags XW f ▲ AA. bis8'/Mrd"°V°rmitt°gr Eigner' F^müienblLtter ■ WÄ W ■ MV === Vllvlwllvl 4llOu -WW Auch bet Nichterscheinen N M MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern IX^ Stellen- Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für Oberhessen ZUM richtens Anzeiger Sietzen w w ’ behördlich-Anz-ig-nSRpf. Stan^rt ?Äin 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitälrvuch- und Steindruckerei R.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäslrftelle: Schulstratze 1 M-Ngenabichiüsi-Staff-Ib Des deutschen Saarlandes Heimkehr. Mr grüßen die befreite Saar gehen. Es hat aber auch weiter der Welt bewiesen, daß Völker keine Schachfiguren sind, die man verschieben kann, wie es gerade dem Spieler gefällt. So war der glänzende Abstimmungssieg vom 13. Januar nicht nur ein Bekenntnis zu Deutschland, er war darüber hinaus auch eine Brücke, über die der Wille zur Verständigung zwischen zwei großen Völkern ungehindert gehen kann. Wenn es möglich war, die Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich über die mit der Rückgliederung des Saarlandes sich ergebenden Fragen verhältnismäßig freundlich und darum erfolgreich zu gestalten, so gebührt ein Verdienst daran auch dem überwältigenden Bekenntnis der Saarländer zum Deutschtum. Wenn alle Staatsmännner, die zur Zeit in Europa damit beschäftigt sind, den Frieden zu sichern, auch dafür sorgen, daß die Völker selbst und vor allem ihre öffentliche Meinung sich auf Frieden und Verständigung einstellen, so wird das dem Frieden wie auch der Wohlfahrt der Völker besser dienen, als alle Sicherheitsoerträge. Voraussetzung dafür ist, daß kein Stachel zurückbleibt, daß auch nichts geschieht, um neue Hindernisse aufzubauen. Das deutsche Volk freut sich ehrlich und aufrichtig über die Heimkehr der Saarländer; aber es will auch in dieser Heimkehr nichts anderes sehen, als einen Fortschritt und eine Bürgschaft für den Frieden. So ist das auch in der Wechselrede gesehen, die der Führer und Reichskanzler am 15. Januar mit dem Gauleiter Bürckel hielt. Es kommt auf die Völker an, ob sie diese auch verstehen. Das deutsche Volk aber erhebt sich am 1. März, um mit den Saarländern das Gelöbnis zu erneuern, daß wir wieder frei sein wollen wie das die Väter waren. Du schönes, fröhliches Saarland! Von Zosef Magnus Wehner. Wenn wir im deutschen Süden dem heimkehrenden Saarländer zum 1. März unseren Willkommgruß sagen, dann gilt er einem Bruder, der eine zeitlang auf seinem Hofe einem fremden Bauern gedient hat und nun selber dort Bauer geworden ist. Es wird ein fröhlicher Gruß sein einem ebenbürtigen, gleichblütigen Bruder gegenüber, dessen Scholle an die unsere stößt. _ Wir kennen uns schon lange, Saarland und Bayern. Manche von uns verwechseln den Saarländer mit dem Rheinpfälzer, aber das wäre kein chlechter Tausch, denn gerade den Rheinpfalzern verdanken wir Bayern die Freilegung vieler Goldadern in den Schächten unserer Kultur. Die Verwechslung rührt daher, daß die Mundarten der beiden so nahe verwandt sind und daß sie auch in ihrem Auftreten einander gleichen. Es ist dieselbe urfröhliche, wirbelnde, gärende und brausende Lebendigkeit an der Hardt wie an der Warndt, eine hell hinlärmende Herzlichkeit, wie sie die Geschöpfe der Weinländer äußern. Diese Herzlichkeit, die sehr wohl mit prickelnder Ironie gewürzt sein kann, steckt an. Saarländer und Pfälzer wirken, wenn sie in eine Gesellschaft kommen, wie Quirle; bald schäumt das vorher so lässig dahinschleichende Gespräch in tausend Witzen, Anspielungen, Lachsalven über Die ungeheuerliche mimische Beweglichkeit der Gesichter grenzt ans Schauspielerische. Ja, die Saarländer teilen diese Kunst in hervorragendem Maße mit dem spielfreudigen bayerisch - österreichischen Stamme. Sie sind fast in jeder Gesellschaft die springlebendigen Wortführer und heute, am ersten März, sind sie die Festführer des ganzen deutschen Volkes. Jahren wieder heimkehrt ins Reich, mit der Heimat wieder verbunden ist, mit ihr Leid und Freuden teilt, mit ihr sich in eine neue Ordnung hineinkämpft. Ein neuer Anfang aber auch in dem Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland. Solange die Saarfrage nicht bereinigt war, stand zwischen den beiden Völkern ein Unruheherd, der zu immer neuen Konflikten Anlaß gab. Das Saarland steckte zwischen den beiden Völkern wie der Splitter in der Hand. Ein internationaler Klüngel stellte sich zwischen die beiden Völker und deutete die „Saarfrage" für seine Zwecke um. Jetzt, wo wir ein wenig Abstand haben von der Zeit, in der dieser Klüngel die Völker gegeneinander hetzte, wissen wir, was für ein Berg von künstlichen Gegensätzen von diesen aufgetürmt worden ist. Dieser Berg ist in sich zusammengefallen; die Kreise, die an ihm Interesse hatten, sind in alle Winde zerstoben; sie mißbrauchen das Gastrecht der Völker, bei denen sie anmaßend und frech Ansprüche stellen, und schüren im geheimen weiter. Aber, und das ist das Entscheidende: e s gibt keine Saarfrage mehr! So sind die Stöße dieser Leute Luftstöße, sie richten zwischen den Völkern kein Unheil mehr an. Das Saarland i st deutsch, und damit ist zwischen Frankreich und Deutschland die Trennungsmauer gefallen. Beide Völker werden nicht mehr durch einen unnatürlichen Fragenkomplex getrennt. Was nunmehr noch trennend zwischen ihnen steht, wird leichter und einfacher zu lösen sein. Daß wir heute soweit sind, haben wir ewig dem Saarvolk zu danken, das in unwandelbarer Treue seinen schweren einsamen Kampf geführt hat. Es hat der Welt bewiesen, wie groß und mächtig die Bande des Blutes sind, und welche Kräfte von ihnen aus- Unzählige Feuer grüßen heute von unseren Bergen zu ihnen hinüber. In Almen und Berghütten lodern die Juhuschreie zum Himmel, von einem Hof zum anderen schlagen die Wogen eines Festes, das uns im Süden besonders nahe geht. Denn um ehrlich zu fein: unter der sprudelnden Lebensfülle des wein- und liedfrohen Saarlandes ist auch die braune Stille, die Jäheit und Melancholie zu finden, die sich im heiligen Strome der Saarländer spiegelt. Manchmal schwillt sie heftig über ihre Ufer, oft aber auch zieht sie langsam, verdunkelt und wartend ihres Weges. In den Saarländern ist vielleicht stärker als in uns anderen Deutschen das Gefühl einer Zukunft lebendig, für die wir noch nicht reif waren. Sie fühlen, vielleicht heißer als wir, unsere deutsche Aufgabe unb daß wir schon viele, viele Jahrhunderte von Gott keine Aufgabe mehr erhalten haben, die unserer Kraft, unserer Ordnung und unserer tiefsten Schönheit würdig gewesen wäre. Unb vielleicht ist gerade bie überquellenbe Lebenslaune unserer westlichen Brüber nur ber Versuch, zuweilen mit tollkühnen Sprüngen über biese unsere innerliche Gehemmtheit hinwegzukommen. Aber wir sinb auf bem Wege, meine herzlieben Saarlänber, unb ihr seib nach bem großen Zusammenbruch bie ersten, bie uns Mut zu unserer Zukunft im Großen gemacht haben. Weil ihr uns treu wart, beshalb glauben wir an unsere Aufgabe, beren erste Forderungen langsam, langsam Gestalt werben. Aber wir wollen nicht allzu ernst sein. Wir grüßen vom ©üben herauf zu allererst die braven Kumpels unter der Erde, die das Schwerste aller Arbeitslose freiwillig, ja freudig gewählt haben. Wir grüßen die vielen alten Soldaten der großen Armee des Weltkrieges, die in den bayerischen Regi- । meutern gestanden sind unb so tapfer gekämpft ! haben, daß es eine Helle Freude war, ihnen zu- Mit der Uebergabe der Regierungsgeschäfte des ! Saarlandes an den Beauftragten des Reichskanz- i lers, den Gauleiter Josef Bürckel, wird ein : Zwischenspiel zu Ende gehen, das in Anlage und Auswirkung mit zu dem Abscheulichsten der vielen Abscheulichkeiten der Versailler Politik gehört. Die Urheber dieses Zwischenspiels müssen heute erkennen, daß es unmöglich ist, einen Teil des deutschen Volkes wider seinen Willen abzusplittern, um so weniger, als das ganze deutsche Volk in schicksalhafter Verbundenheit entschlossen ist, die Schöpfertat der Volkwerbung, die Gestaltung zur Ration zu vollenden. Die Saarländer haben in den fünfzehn Jahren, in denen sie, vom Reiche getrennt, den schwersten Belastungsproben ausgesetzt waren, niemals in ber Treue gewankt. Die fünfzehn Jahre der Frembherrschaft haben sich für die Saarlänber wie ein Schmiedfeuer bewährt, in diesem Feuer wurde nicht nur bie Treue zum Volkstum hartgehämmert, es wurde auch bie beutsche Gesinnung geläutert unb gestählt, bie im Siea des Nationalsozialismus ihren unzerstörbaren Ausdruck gefunden hat. Das Saarland sollte wegen seiner Kohlenschätze unter Beugung des SelLstbestimmungsrechtes vom Reiche gewaltsam getrennt werden, obschon das Saarland unb erst recht bas Saarvolk seit über einem Jahrtausenb immer zum Reiche gehört haben. Das Saarland war schon deutsches Kernland zu einer Zeit, in ber England unb Frankreich überhaupt noch keine Rationen waren. Was aber geschehen wäre, wenn nicht ber Nationalsozialismus dem deutschen Volke wieder einen stahlharten Lebenswillen eingeprägt hätte, das läßt sich heute nur wie in einer Unheilswolke erkennen, die an uns vorübergezogen ist. Der Abstimmungssieg, den die Saarländer dem deutschen Volke am 13. Januar geschenkt haben, hat wie eine Befreiung unb wie eine Erhebung gewirkt. Vor biesern Bekenntnis beutscher Treue beugten sich selbst bie Trager unb Nutznießer ber Versailler Politik. Wie tief sinkt dagegen ab, daß die böse Absicht, das Saarland vorn Reich zu trennen, nicht durch die Rücksicht aus bie Saarländer bestimmt war, sondern durch die Gier nach der Saarkohle. Fünfzehn Jahre lang haben sich bie Saarländer Vorreden lassen müssen, daß die Angliederung an Frankreich oder gar der Status quo das Saarland wie aus einem Füllhorn mit eitel Glanz und Glück überschütten würbe. Alles wurde getan, nichts wurde unterlassen, um das Saarland zunächst wenigstens einmal wirtschaftlich nach dem Westen abzudrehen, weil andere Möglichkeiten, bie Saarländer zu gewinnen, nicht gegeben waren. Auch davor schreckte die Werbung für Frankreich nicht zurück, die Saarländer darauf aufmerksam zu machen, daß bei der Rückgliederung nach Deutschland für bie Saarkohle sowie für anbere Erzeugnisse des Saargebietes keine Absatzmärkte vorhanden wären. Als ob das Saarland bei der mehr als tausendjährigen Verbundenheit mit dem Reiche nicht auch wirtschaftliche Fäden und Bindungen geknüpft hätte, die sich zwar unterbrechen, aber auf die Dauer nicht zerstören lassen! Nun sind alle diese Nebel zerstreut, die Schlagbäume sind gefallen, die noch vor wenigen Wochen das urdeutsche Saarland und seine Wirtschaft vom Reiche trennten. Wenn nun heute in den Morgen hinein über das Saarland hinweg die Glocken läuten und ihren ehernen Klang weitergeben hinüber zur deutschen Heimat und dann durch Dors und Stadt, landauf, landab in den Glockenstuhlen der Willkommgruß widerklingt, dann ist in ganz Deutschland nur ein Gedanke, nur ein Gefühl, nur ein Gelöbnis: „Wir wollen sein em einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr." Die Bahn ist frei jur einen neuen Anfang, EM-Eer Anfang des Saarlandes, das nun endlich nach langen zusehen. Wir grüßen eure Toten, ihr Saarleute, beren Geist so sichtlich am Wahltage mit uns war. Wir grüßen bie Verwundeten bes Krieges unb ber Bewegung. Wir grüßen bie Bauern, bie Hand- werker unb bie Bürger, bie Fabrikherrn unb Weinbergbesitzer. Wir grüßen bie sonnenheißen Täler, bie schönen grünen Wölber unb eure schönen unb anmutigen Frauen, bie blauäugigen unb bie schlanken unb bie braunäugigen. Wir grüßen bas Saar- lieb, bas Wunber ber Einigung gewirkt hat. Es ist zum Volkslieb geworben. Wir grüßen dich als Ganzes, bu schönes, fröhliches, lebenbiqes Saarland. Wir küssen beine Trauben unb bie Sippen beiner Menschen. Auhrkumpel, Saarkumpel Hand in Hand. Von Erich Grisar. Die Saar kehrt heim. Unb. bie Fahnen wehen über bas Lanb, unb es ist keine Grenze mehr zwischen euch, Brüber an ber Saar, unb uns, Brüber an ber Ruhr. Unb ber Rheinstrom fließt unb strömt zum Meere. Unb er bringt bas schwarze Wasser mit aus ben Bergwerken an ber Saar, bas ben Moselstrom herabrinnt unb mit ben schwarzen Wassern ber Ruhr sich eint im breiten Rheinstrom. Im Strom Deutschlands. So fließt nun unser Blut wieber zusammen. Unb unsere Fäuste packen bie Pickel fester, unb tiefer graben wir uns hinein in ben schwarzen Berg, Kohle zu schlagen. Ruhrkohle wir unb Saarkohle ihr. Unb wir alle schaffen für Deutschland. Unser einziges Vaterland. Unser einziges Vaterlanb, geeint burch soviel Kämpfe. Unb boch, trotz aller Zerrissenheit in ber Vergangenheit, wir kämpften unfern Kampf wie ihr ihn gekämpft habt. Wir an ber Ruhr. Damals als ber Gegner mit 100 000 Mann in unserm Lanb stanb unb jetzt, ba er euch irre zu machen versuchte an bem tiefsten Gefühl eures Herzens. Wir haben ihn gewonnen, ben Kampf. Wie ihr ihn gewonnen habt. Unb so grüßen euch Kumpels an ber Saar benn bie Kumpels an ber Ruhr. Jeben Tag, wenn wir in bie Grube hineinfahren, benken wir an euch, wie ihr an uns benkt; benn eine Arbeit verrichten wir, ein Stolz beseelt uns: Für Deutschlanb. Unb jeben Tag, wenn wir mit frohem Glückauf aus ber bunflen Nacht unserer Gruben emporsteigen ans Licht, grüßt uns e i n Himmel: Deutschlands Himmel. Unb bie ewigen Sterne leuchten unb binden uns mit unserm Geschick. Binden uns mit unserer Losung: Alles für Deutschland. Dort wie hier. Und dort wie hier klingt das alte Bergmannslieb, bas seine Melobie abgegeben hat an bas Lieb von ber Saar. Unb wo es nun klingt, ba klingt bie Erinnerung auf an bie Zeit eures Kampfes unb ben stolzen Tag eures Sieges. Der auch unser Sieg war. Denn wir alle haben ihn mitgekämpft. Wir alle haben ihn mitgesehnt. Wir in ben Schächten unter ber Erbe, wir in ben Fabriken über ber Erbe, wir an ben Feuern ber Hochöfen unb in ben Schrnieben. Wir alle, bie wir uns Deutsche nennen unb stolz auf biefen Namen sinb. Unb so sollen bie Pickhämmer wieber bonnern. Unb bie Kohle soll bersten im Berg und die Hochöfen sollen glühen unb ben Himmel erfüllen mit bem flammenben Rot ihrer Glut. Unb es soll ein Leuchten sein in unseren Herzen. Unb ein Gefühl soll unsere Herzen burchwogen: Gefühl ber Gemeinsamkeit. Unb wie in vergangenen Tagen bes Kampfes wollen wir zusammenstehen, ihr bort, wir hier auf ben Schlachtfelbern ber Arbeit. Unb wollen gemeinsam kämpfen für Deutschland Ruhm unb Deutschland Ansehen in ber ganzen Welt. Unb ben Frieben wahren gegen jeben, Der ihn bebroht. Denn bafür schlägt unser Herz, bafür schafft unser Arm, dafür wirbt unser Lied: Deutsch ist bie Ruhr, beutsch ist die Saar unb einig bas Volk in jeber Gefahr. ■ 3 ii W fiier wurde die Rückgliederung des Saargebiets vollzogen. Das Kreisständehaus zu Saarbrücken, in $ dem heute nmrrittag 9.30 Uhr der Äaatsakt der Srückgliedenmg des Saargebiets erfolgte. Aul dem Platz vor dem Gebäude der Regierungskomrmssion wurden heute vormittag 10.15 Ubr bie Bahnen des Deutschen Reiches gehißt. Am Abend findet hier die Befrelungskundgebung statt, die über o 1 ßll- deutschen Sender übertrage» wird. Oie Befreiungsstunde hat geschlagen. Letzte Zurüstungen. Saarbrücken in Erwartung der Festgäste. Saarbrücken, 28. Febr. (DNB.) Ueberall im Saargebiet herrscht ein ungewöhnlich reger Betrieb. Fieberhaft werden allenthalben die letzten Vorbereitungen für die Befreiungsfeiern getroffen. Ueberall werden Lautsprecher ausprobiert, die die großen Kundgebungen verbreiten sollen. Vor dem Rathaus von Saarbrücken arbeitet mein eifrig an den großen Tribünen, an denen vorbei sich der Aufmarsch vollziehen wird. Zahlreiche Gäste sind bereits aus dem Reich eingetroffen. Besonders stark ist der A u t o m o b i l v e r k e h r. Am Abend ist ganz Saarbrücken, wie in jenen Tagen in denen das Saarvolk sein Schicksal entschied, in eine Flut von Licht getaucht, das offenbar ein besonderes Kennzeichen dieser Stadt an der Saar ist. Es ist sogar noch Heller geworden, denn alle jene öffentlichen Gebäude, die seinerzeit ausgenommen waren von der Bekundung der Freude über die Heimkehr, sind nun auch m i t Lichtergirlanden geschmückt. Ganz heimlich, still und leise ist die schwarz-weiß- blaue Saarfahne, die 1919 von einem findigen Kopf erfunden wurde, für immer eingezogen worden. Ebenso sang- und klanglos ist die Trikolore von "den Gebäuden der Gru- benverwaltung verschwunden. Die Inschrift „Mines domaniales tran^aises“ ist nicht mehr an frem Hause zu lesen. Dafür zieht sich von Fenster zu Fenster und am Sims entlang die gleiche Gruppe von Lichtern, die jedes Haus des Saarlandes zieren. In den Straßen drängt sich eine beängstigend anwachsende Menge, der Fährverkehr ist kaum zu bewältigen. Seit am Mittag Polizeipräsident SS.- Standartenführer Schmelcher sein Amt übernommen hat, sieht man nun überall schon Polizeibeamte aus dem Reich, blitzt an allen Straßenecken der Tschako, den auch die Saarbrücker Polizei seit heute trägt, als äußeres Kennzeichen, daß nun wieder Deutsche von Deutschen regiert werden. In der gewaltigen Menge entdeckt man überall die Uniformen der Verbände, denn alle haben Vorkommandos geschickt, die für die Abordnungen Quartier machen, die im Saargebiet zum Zeichen der Verbundenheit einmarschieren werden. Die Beamten haben vielfach schon das Hoheitszeichen an ihre Mützen gesteckt und die schwarz-weiß-blaue Kokarde durch die schwarz-weiß-rote ersetzt. Der „H i l f s z u g Bayern" ist eingetroffen. Auch an vielen anderen Stellen ist Vorsorge getroffen, daß die Hundertausende in Saarbrücken reibungslos verpflegt werden können. Die Aegieruligskommission übergibt die Geschäfte. Der Dreierausschutz des Völkerbundes im Saarland. Saarbrücken, 28. Febr. (DNB.) Die drei Mitglieder des Dreierausschusses, der Kabinettschef Mussolinis, Baron Aloisi, der argentinische Botschafter in Rom, C a n t i l o , und der spanische Gesandte in Bern, Lopez Olivan, sind am Donnerstag gegen 17.30 Uhr mit Kraftwagen von Straßburg kommend in Saarbrücken eingetroffen. Sie begaben sich unverzüglich zum Präsidenten der Regierungskommission, Knox. Zu ihrer Abholung hatte sich der italienische Konsul Euturi nach Straßburg begeben. In ihrer Begleitung befinden sich Commendatore C o r t e s e und Marquis d'Aieta. Die Herren nehmen a l s Gäste der Reichsregierung auf Schloß H a l b e r g bei Saarbrücken Wohnung. Am Donnerstagnachmittag erfolgte die offizielle Uebergabe des Saargebietes durch die R e g i e r u n a s k o m m i f s i o n an den Dreierausschuß des Völkerbundes. Hierüber wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Am 28. Februar, um 17.20 Uhr, hat am S i tz der Regierungskommission des Saargebietes die Uebergabe an den Dreierausschuß des Völkerbundes stattgefunden. Nach Erledigung der Formalitäten gab Präsident Knox einen lieber« blick über das Werk der gegenwärtigen Negierungskommission und der vorangegangenen Kommissionen während der letzten 15 Jahre, wobei er dem Dreierausschuß die Anerkennung für das von ihm vollbrachte Werk aussprach. Den Worten des Präsidenten Knox schlossen sich das französische Mitglied Maurice und das saarländische Mitglied der Regierungskommission K o ß m a n n an. Der Dreierausschuß gab in seiner Antwort seinen Dank für die Mitarbeit der Mitglieder der Regierungskommission Ausdruck, die das Werk des Dreierausschusses sehr erleichtert habe. Vormittags war bereits im Kreisständehaus die Polizeigewalt des Saargebietes durch den Präsidenten der Regierungskommission, Knox, an den Beauftragten der Roichsregierung, Regierungspräsident Dr. S a a s s e n , übergeben worden. Rach der Uebergabe wurde den neuen Leitern der Polizei durch Regierungspräsident Saassen ihr Amt übergeben, wobei ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht wurde. Mit der Leitung des Polizeipräsidiums ist Standartenführer Schmelcher, Führer der Standarte 10 und Inhaber des goldenen Parteiabzeichens, betraut worden: Kommandeur der Schutzpolizei ist Major H e r f, Kommandeur der Gendarmerie Major D i e r m a n n. Der Anbruch des Freiheitstages. Saarbrücken, 1. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Nacht vor der Heimkehr des Saargebietes in das Deutsche Reich war eine Nacht der Märsche und Lieder. An Schlaf war in Saarbrücken in diesen Nachtstunden nicht zu denken. Alle Straßen hallten wider vom Tritt der Kolonnen, von frischen und frohen Liedern, denn überall marschierten die Verbände, um 24 Uhr, um 1 Uhr, um 2 Uhr, um 3 Uhr. Um 5 Uhr marschierten sie noch und auch um 7 Uhr hatte ihr Marsch noch kein Ende gefunden. In der Nacht wurde nur gesungen. Lied reihte sich an Lied. In den frühen Morgen gellten Fanfaren und Trompeten herein und die Trommeln gaben dumpfe Untermalung. Wir fuhren in der Nacht durch Saardörfer und Städte hinüber zur Pfalz und mußten erleben, daß die Bevölkerung alles, aber auch alles hergeben wird, um diesen Tag der Heimkehr würdig zu gestalten. Man könnte sagen, daß die Wälder in die Dörfer gewandert sind, denn die Straßen der Dörfer und Städte sind eine einzige dichte Kette von Tannenbäumen. In den engen Straßen der Städte hängen die Fahnen so dicht, daß sie jede Sicht nehmen. Ein Farben- und Freudenrausch. Ueberall hat man die Anbringung der Hoheitszeichen des neuen Deutschlands vorbereitet und in dieser Nacht erstrahlte an hunderten von Gebäuden zum erstenmal das Hoheitsabzeichen und das Hakenkreuz. Große Freude herrschte überall, als bekannt wurde, daß die Regierungskommission das Saargebiet endgültig verlassen hat. Hinter Homburg, in der Gegend der bisherigen Saargrenze bei Bruchdorf, spannen sich, wo ehemals das französische Zollhäuschen stand, von dem nur noch ein heller Fleck auf dem Erdboden kündet, und an der ehemaligen deutschen Zollschranke, große Lichterbogen über die Straßen, an denen zu lesen steht: „Die Saar i st frei!" Nur im deutschen Zollhäuschen sitzen noch Zollbeamte, die die Uederwachung des Warenverkehrs nach dem Saargebiet zu versehen haben. Dann treffen wir im Regen anmarschierende S S.« Kolonnen, die zum symbolischen Einmarsch über die ehemalige Grenze bereitstehen. In Saarbrücken quellen aus dem Bahnhof immer neuen Menschenmassen. Um 2 Uhr nachts hallte der feste Schritt der L e i b st a n d a r t e Adolf Hitlers durch die Straßen, dann mit herrlichen Liedern und geschultertem blinkendem Spaten der A r b e i t s d i e n st, der sich im Saargebiet ganz besonderer Sympathie der Bevölkerung erfreut Auch am Güterbahnhof, wo vor wenigen Wochen unter dem Schutze von Maschinengewehren und Panzerwagen fremder Truppen die Urnen entladen wurden, die die Freiheit des Saargebiets brachten, werden nun Formationen ausgeladen, die diese Freiheit symbolisch verdeutlichen und in die Tat umsetzen. Inzwischen sind große Kolonnen des Bahnschutzes aus dem Reiche eingetrof- fen, die überall die Sicherung der Bahngebäude Kurz nach neun Uhr bestiegen vor dem Hotel Exzelsior, wo ein großer Teil der Minister unter gebracht ist, Reichsminister Dr. Frick, Gauleiter B ü r ck e l und Staatssekretär Grauer! den Wagen, um sich zum Kreisständehaus zu begeben, wo die Uebergabe der Regierung s- gewaltan Reichsminister Dr. Frick stattfindet. Die Fahrt durch die Stadt gestaltete sich zu einem ungeheueren Triumphzug. Vom Bahnhof über das Hotel Exzelsior durch die Adols-Hitler-Straße und weiter bis zum Kreisständehaus und bis zum Regierungsgebäude ein dichtes Spalier von Menschen auf den teils sehr breiten Bürgersteigen, 20 bis 30 Glieder tief, so daß sich ein Verkehr dahinter kaum noch abwickeln kann. Noch niemals seit dem Weltkriege ist ein deutscher Minister offiziell durch Saarbrücken gefahren, insbesondere noch nie- Saardrücken, 1. März. (DNB.-Funkspruch.) Im Kreisständehaus zu Saarbrücken wurde am Freitagvormittag um 9.30 Uhr der feierliche Akt der Uebergabe des Saargebietes an Deutschland durch den Dreierausschuß des Völkerbundes an Reichsminister Dr. Frick vollzogen. Kurz nach 9 Uhr begaben sich die Herren des Dreierausschusses des Völkerbundes mit ihren Begleitern in Kraftwagen von Schloß H a l b e r g, wo sie feit gestern nachmittag a l s Gäste der Reichsregierung Wohnung genommen hatten, nach Saarbrücken. Sie hatten gestern abend nach dem Empfang durch den Hausherrn, Legationsrat Baron von Stumm, Gelegenheit, einige saarländische Persönlichkeiten bei einem Abendessen zu treffen. Nachdem die Herren bereits gestern nachmittag nach Abfahrt des Präsidenten Knox im Kreisständehaus vom Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt, Voigt, als ersten Vertreter Deutschlands begrüßt worden waren, erfolgte heute früh das Zusammentreffen mit dem Reichsinnenminister Dr. Frick im Kreistagssaal des Kreisständehauses. Zu der feierlichen Uebergabe waren die drei Mitglieder des Saar-Dreierausschuffes, Baron Aloisi, Kabinettschef des italienischen Außenministers und Königlich-Italienischer Botschafter, Cantilo, argentinischer Botschafter in Rom, und Lopez Olivan, spanischer Gesandter in Bern, erschienen. Außerdem war der Saarreferent des Völkerbundssekretariats, der Däne Krabbe, anwesend. In Begleitung der Herren des Dreierausschusses befanden sich der italienische Gesandte Bianchero, bie. italienischen Legationssekretäre Marquis d'Aieta, als Dolmetscher Secco Swardo und der argentinische 'Botschaftsrat O n e t o Asten go. Von deutscher Seite nahmen neben Reichsinnenminister Dr. Frick, Staatssekretär Orauert, Ministerialrat Vollert und die Legationsräte Baron von Stumm und Strohm teil. Außerdem nahmen Gauleiter B ü r ck e l und seitens der Regierungskommi/sion Minister K o ß - mann sowie Minister Ehrenbrod teil. Das Protokoll. Nach kurzer Vorstellung und Begrüßung wurde von den Mitgliedern des Dreierausschusses, Reichsinnenminister Dr. Frick und Herrn Krabbe ein Protokoll über bie Rückglieberung bes Saargebietes unterzeichnet, das folgenden Wortlaut hat: „Durch Beschluß vorn 17. Januar 1935 Hal der Rat des Völkerbundes den Zeitpunkt der Wie- dereinsehung Deutschlands in die Regierung des Saarbeckengebieles gemäß dem am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichneten Friedensver- trag auf den 1. März 1935 festgesetzt. In Ausführung dieses Beschlusses hat der mit den Fragen des Saargebieles beauftragte Rechts- a u s f ch u ß, bestehend aus dem Vertreter Italiens, Argentiniens und Spaniens, Se. Exzellenz Baron Alolfl, Botschafter Seiner Majestät des Königs von Italien, Kabenettschef des italienischen Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten, Se. Exzellenz Herr S a n t i l o, und der Bahnhöfe übernommen haben. Dazu sieht man blaue Polizei aus Preußen und die pfälzische Landespolizei in ihren grünen Röcken und mit Federbüschen am Tschako. Die englischen Militärmützen der saarländischen Landjäger sind endgültig verschwunden. Auch sie haben inzwischen den Tschako empfangen und sehen nun weniger ungewohnt aus. Jetzt dürfen sie, denen der Deutsche Gruß noch vor wenigen Wochen mit sofortiger Beurlaubung geahndet wurde, endlich frei und offen dartun, was ihnen ihr Herz schon vor langer Zeit gebot. Nun ist es 7 Uhr geworden. Der Himmel hat sich etwas aufgehellt. Es ist noch feucht, aber der Regen hat ausgehort. Eine leichte Brise bewegt den Wald von Fahnen in den Straßen, denn es gibt wirklich kein Fenster ohne Fahnen. Diese Parole der Deutschen Front ist wahrgemacht worden. Und an manchen Fenstern sieht man sogar zwei ober brei Fähnchen. Um 7.40 Uhr trifft ber Sonberzug ber Reichsregierung auf bem Hauptbahnhof em. Nachbem schon am Vortage bie Polizeigewalt in beutsche Hänbe übergegangen ist, schreiten nun zum ersten Male — unb es ist fast ein Symbol — beutsche Minister über ben Bahnhofsvorplatz von Saarbrücken. Reichsminister Dr. Frick unb Reichsminister Dr. Goebbels werben stürmisch von ber Bevölkerung gefeiert unb begrüßt, bie biefen Augenblick wahrhaft als historisch empfinbet. Hinter ihnen sieht man bie Reichsminister Selbte unb Darrs, Reichsarbeitsführer Hierl, Staatssekretär G rau« ert, ben Generalbirektor ber Deutschen Reichsbahn, Dorpmüller, ben Führer bes NSKK., Korps- führer Hühnlein, unb zahlreiche anbere Mit- glieber ber Partei. In langen Wagenkolonnen trafen am Vormittag bann aus Neustabt a. b. Haarbt bie Reichsstatthalter' bie Ministerpräsibenten unb Minister ber Länber, SA.- unb SS.-Führer usw. mit Gauleiter Bürckel in Saarbrücken ein. Die Führung bes neuen Deutschlanb ist nun an Ort unb Stelle versammelt, unb nun ist bas Saargebiet wahrhaft heimgekehrt. mals ein nationalsozialistischer Minister. So hatte bie Fahrt eine hoppelte Bebeutung unb so war ber Jubel ganz befonbers herzlich unb spontan. Die SS. hatte Mühe, bie Menschenmenge zurückzuhalten unb zu verhindern, baß nicht hie unb ba bie Sperre burchbrvchen würbe. Währenb am Regierungsgebäube bie Formationen ber verschobenen Verbänbe aufmarschierten, um bort bei ber feierlichen Flaggeuhis- sung zu präsentieren, marschierten vor ber Bergwerksbirektion, wo heimlich, still unb leise währenb ber Nacht bie Trikolore eInge z o g e n worben war unb nun ein riesiges Hoheitszeichen herableuchtet, Ehrenkompanien ber Blauen Polizei, Ehrenstürme ber SS. unb ber SA., sowie Ehrenformationen bes 2Irbeitsbienftes auf. Botschafter der Argentinischen Republik in Rom, und Se. Exzellenz Herr Lopez Olivan, spanischer Gesandter in Bern, mit dem heutigen Tage im Namen des Völkerbundes die Regierung dieses Gebietes feierlich an Deutsch la nd, das hierbei durch den Reichsminister des Innern, Herrn Dr. F r i ck, vertreten war, übertragen. Zu Urkund dessen haben die vorerwähnten Vertreter des Völkerbundes und der deutschen Regierung das vorliegende Protokoll errichtet." Die Ansprache Aloisis. Hierbei wurden zwischen Baron Aloisi unb Reichsinnenminister Dr. Frick Ansprachen gewechselt. Die Ansprache Aloisis lautet: „Im Namen bes Völkerbunbes unb in meiner Eigenschaft als Vorsitzenberbes Dreier» a u s f d)u ff e s, ber alle mit bem Saargebiet zu- fammenhängenben Fragen geregelt hat, habe ich bie Ehre, heute bie tatsächliche Uebergabe bes Saargebietes an bas Reick zu vollziehen. Hiermit schließt eine Seite Der Nachkriegs- geschichte unb verschwinbet ein Element ber Beunruhigung in ben Beziehungen ber Völker untereinanber. Ich gebe bem Wunsche Ausbruck, baß bie Lösung bieses Problems, bie nach langen unb schwierigen im Geiste ber Loyalität unb bes gegenseitigen Verstänbnisses geführten Verhanblungen erzielt worben ist, von guter Vorbebeutung für bie Ruhe unb ben Frieben Europas fein möge. Dr. Fricks Antwort an den Dreierausschuß. Ein wichtiger Schritt zur friedlichen Zusammenarbeit der Völker. Reichsinnenrninister Dr. Frick richtete an ben Dreierausschuß bes Völkerbunbsrates folgerte Ansprache: Ew. Exzellenz danke ich für die Worte, die Sie soeben namens bes Völkerbunbes unb bes Dreierausschusses des Völkerbunbsrates an mich als Vertreter ber Reichsregierung gerichtet haben. Der heutige Tag bringt bie Wiebereinsetzung Deutschlanbs in bie Regierung bes Saarlanbes. Damit wirb praktisch verwirklicht, was bas Saarvolk seit 15 Jahren unabänberlicf) gewollt unb was es am 13. Januar 1935 klar unb unanfechtbar vor aller Welt bekräftigt hat: Die enbgültige Wie- beroereinigung bes Saarlanbes mit bem b e u t f d) e n Daterlanbe. Mil Stolz unb Freude feiert ganz Deutschland den heutigen Tag. Lr ist aber nicht nur für Deutschland von Bedeutung. Die Sie bereits bemerkt haben, wird der Schluß st r i ch unter ein Kapitel der europäischen Politik gezogen, das in den vergangenen Jahren die Beziehungen zweier großer Nachbarvölker belastet hat. Die deutsche Regierung ist überzeugt, daß mit der Erledigung der Saarfrage ein wichtiger Schritt zur Besserung der allgemeinen politischen Lage in Europa und zur Förderung der friedlichen Zusammenarbeit der Völker getan ist. Diesen 'Sinn und diese Bedeutung des heutigen Tages hervorzuheben, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Mit großer Genugtuung stelle ich fest, daß es in den langen unb arbeitsreichen Verhanblungen, die vor unb nach ber Abstimmung geführt worben finb, gelungen ist, bie mit ber Volksabstimmung unb mit ber Rückglieberung bes Saarlanbes zufammeu- hängenben Fragen befriebigenb z u regeln. Hierbei hat sich ber Dreierausschuß bes Völkerbunbsrates unter ber unparteiischen unb umsichtigen Leitung E w. Exzellenz ein besonberes Verbi e n st erworben. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Ew. Eraelleuz unb ben beiben anberen Mit- gliebern bes Ausschusses sowie Ihrem ausgezeichneten Mitarbeiterstab unb allen zu Rate gezogenen Sachverstänbigen hierfür namens ber beut» fchen Regierung aufrichtig zu banken. Jnbem ich nunmehr im Namen bes Reiches bie Regierung bes Saarlanbes übernehme, habe ich bie Ehre, Sie, meine Herren, bie Mitglieber bes Dreier- ausfchuffes unb Ihre Mitarbeiter, im b e u t f d) e n Saarlanbe namens ber Reichsregierung herz» li ch willkommen zu heißen. Die Wehrmacht am Tage der Saarbefreiung. Ein Erlatz des Reichswehrministers. Berlin, 1. März. (DNB.) Anläßlich ber Rückglieberung bes Saargebiets fanben heute vor- vormittag auf Befehl bes Reichswehrministers, Generaloberst v. Blomberg, in allen Staub- orten Appelle statt, an benen auch die Heeres- beamten, Angestellten unb Arbeiter teilnahmen. Nach bem Spielen bes Saarliebes würbe folgenber Erlaß bes Reichswehrmini st ers bekannt- gegeben: Nach mehr als 15jähriger Trennung kehrt bas beutsche Saarvolk am heutigen Tage in bas neue Deutschlanb heim. Anberthalb Jahrzehnte frember Herrschaft, Verfolgung unb Willkür haben bie beutsche Gesinnung ber Bewohner bieses Grenzgebietes nicht zu brechen vermocht, fouberu sie nur gestärkt. Eine Lügenhetze, bie ein anberes Deutsch- lanb als bas Deutschlanb Abolf Hitlers vorspiegelte, ist schmählich zusammengebrochen. Der 13. Januar 1935 wurde zu einem b e i - fpie 1 lofen Triumph für die Stimme des Blutes, der Vaterlandsliebe und der S ch i ck f alsverbundenheit aller Deutfchen. Für alle Zeiten unserer Geschichte wird dieser Tag der Volksabstimmung an der Saar ein leuchtendes Beispiel für die sieghafte Kraft deutschen Volkstums, deutfchen Freiheitswillens und deutfchen Selbst- bestimmungsrechtes bleiben. Wir Soldaten wollen uns an dem Siegeswillen und der Zähigkeit des Saarvolkes ein Beispiel nehmen. Es sind die gleichen seelischen Kräfte, die den friedlichen Kampf an der Saar zum glücklichen Ende führten, wie wir Soldaten sie in der Feuerprobe des Ernstfalles bewähren müssen. Wir grüßen in dieser Stunde unsere Brüder unb Schwestern an ber Saar. Wir bauten ihnen für bie Hingabe unb bie Opfer, bie sie für uns unb für Deutschlanb brachten. Wir vereinigten uns mit ihnen in bem G e - löbnis unwanbeibarer Treue zu Volk unb Reich. Wir ehren Deutschlanb unb in ihm bas Saarlanb, inbem wir rufen: „Unser Führer unb Reichskanzler, ber Oberbefehlshaber ber Wehrmacht, Abolf Hitler, unb unser großes beutsches Vaterlanb: Hurra, hurra, hurra!" An bem am Abenb im ganzen Reichsgebiet statt- finbenben öffentlichen Kunbgebungen beteiligt sich bie Wehrmacht mit starken Aborbuuu- gen. In Stanborten ber Wehrmacht marschiert ber Zapfen st reich an ber Spitze ber von ben Verbäubeu usw. veranstalteten F a ck e l z ü g e, nach bereu Beeubigung ber große Zapfenstreich gespielt wirb. In Berlin findet ber Zapfenstreich ber Wehrmacht vor bem Reichsmini st er im Anschluß an bie Kuubgebuug im Lustgarten statt. Saaramnestie des Führers. Ter Weg zur neuen Volksgemeinschaft auch Irregeleiteten erschlossen. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Die Gefühle, die Führer, Volk und Vaterland dem Saarland bei feiner Rückgliederung entgegenbringen, die Freude über die Wiedervereinigung, der Dank an die Volksgenoffen, die in Treue an ihrem Deutschtum feslgehalten haben und der Wille zur Versöhnung mit denen, die bisher irregeleitet, mit ehrlichem Bemühen den Weg zur neuen Volksgemeinschaft zu finden suchen, haben auf dem Gebiete der Strafrechtspflege ihren sichtbaren Ausdruck in einem Amnestiegeseh gefunden. Für das Gebiet der politischen Verfehlungen hat die Reichsregierung bereits vor der Rückgliederung Erklärungen abgegeben, die der Sicherstellung der Freiheit und Aufrichtigkeit der Volksabstimmung dienten. Darüber hinaus bringt die Saarland-Amnestie einen großherzigen Gnadenerweis für Vergehen allgemei- ner Art. Die Abtrennung des Saargebietes hat so tief in alle Lebensverhältnisse eingegriffen, daß manche Straftat, selbst da, wo eine unmittelbare wirtschaftliche Not nicht vorgelegen hat, nur aus diesen Verhältnissen zu erklären war. Mit Rücksicht auf diese besonderen Verhältnisse, unter denen die Saarbevölkerung zu leiden hatte, ist die Begrenzung der amnestiewürdigen Strafen ihrer Höhe nach erheblich weiter gefaßt worden, als in den letzten innerdeutschen und den wich. I der ge in -dlichen Diesen Doges es Ve- »b es in "’n di? tb«n sind, >""d mit ulQfiimen, ^geln. ^6 dez ^npar. eitunq 5 93er- ^Zenehme eren Mit. lusgezeich. öezogenen r deut, danken, eiches die be ich die !s Dreier» utschen j» ifters. 1 der Rück. * ute vor« »rministers, en Stand« I )ie Heeres. | Teilnahmen, e folgender i s bekannt. kehrt das : i das neue le fremder haben die : s Grenzge- >rn sie nur ■es Deutsch» oorspiegelte, m bei- timme isllebe lenbeit n unserer lksabstim- es Bei* i beut- Frei- Selbff- ölt Sot- tien und eispiel n Kräfte, •aar zum ldaten sie bewähren lere Brü« Za ar. ®ir lie Opfer, dre rächten. Wir in dem T e. lezu.Bolk und m ihm ns er Füh' Cihprbe ehls* nb: Hurra, bsaebiet statt' gedungen n Abordnun' VA es- >uft9“rte »tert. letnj*”'* offen- 6t\* * d bem 5a” fc-JB **5i kaff ’0 2 i'W‘ bie ** uolfs- tei» w' bring» I»«" .i8e« 16^(3 nie i- i»'L f)«f *• 1,9 ane >”""3 Do eine H** zrblgen knb^ Aus aller Wett. im Saarland früher ergangenen Amnestien. Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr werden erlassen. Anhängige Verfahren, in denen keine höhere Strafe zu erwarten ist, werden e i n g e st e l l t. Dadurch, daß von diesem weitgehenden Gnadenerlaß erheblichvorbesirafteausgenom- men sind und daß ferner Zuchthausstrafen ganz ausgeschlossen bleiben, wird verhütet, daß die weitherzige Begrenzung volksschädlichen Elementen zugutekommt. Freiheits strafen bis zu drei Monaten und Geldstrafen werden ohne Rücksicht auf Vor st rasen des Täters erlassen. Die Amnestie ist ihrem inneren Grunde entsprechend auf Taten beschränkt, die von Saarbewohnern begangen sind. Entscheidend ist dabei, ob der Täter zur Zeit der Tat seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Saar- lande halte. Die Tat muh ferner innerhalb des Saarlandes, oder, soweit D e v i s e n z u - Widerhandlungen in Betracht kommen, im Verkehr zwischen dem Saarland und dem übrigen Reichsgebiet begangen worden sein. Die Erstreckung der Amnestie auf solche Zuwiderhandlungen stehl im Einklang mit den Erleichterungen, die die Verordnung vom 13. Februar 1935 für den Deviseuverkehr mit dem Saarland gebracht hat. Großer Tabakschmuggler-Prozeh in Münster. — 35 Millionen Mark Geldstrafe, 40 Jahre Gefängnis beantragt. . In Münster wird seit einigen Tagen ein Prozeß gegen 34 Angeklagte verhandelt, die u. a. 6000 Pfund Tabak über die holländische Grenze geschmuggelt haben. In der Verhandlung setzte sich der Vertreter, der Anklage, Staatsanwaltschaftsrat Topphoff, mit den Straftaten der Angeklagten im einzelnen auseinander. Für die Führer der einzelnen Kolonnen, von denen der Staatsanwalt fünf namentlich nannte, beantragte er besonders hohe Strafen, von durchschnittlich drei Millionen Mark Geldstrafe, die durch ein Jahr Gefängnis verbüßt werden können, und darüber hinaus neben den Geldstrafen und zu den Beträgen für Wertersatz weitere Gefängnisstrafen von 1 bis 2 Jahren. Die einzelnen, beantragten Geldstrafen machen zusammengezogen eine Summe von mehr als 35 Millionen Mark aus, die Gefängnisstrafen zusammengezogen mehr als 4 0 Jahre Gefängnis Bau einer Umgehungsstraße bei Koblenz. Ein neues großes Bauprojekt für Koblenz, das gleichzeitig eine großzügige neuzeitliche Veränderung im südwestlichen Stadtbild hervorruft, geht demnächst der.Verwirklichung entgegen. Es handelt sich um den Bau einer Umgehungsstraße im Zuge der Fernverkehrsstraße Köln—Koblenz— Mainz. Die Regierung will Zuschüsse für die Durchführung des Projektes bereitstellen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zwei Millionen Mark. Zum Bau der Umgehungsstraße sind 110 000 Tagewerke vorgesehen. 200 Arbeiter sollen für ein Jahr Arbeit und Brot finden. Erwerbslosenkameradschaften. Das Gebiet 16 (Sachsen) der Hitlerjugend eröffnete die erste Erwerbslosenkameradschaft. Etwa 40 jugendliche Erwerbslose haben sich zu einem Schulungslager zusammengefunden, in dem sie die einfachsten Hantierungen des Metalldreherberufes erlernen sollen. Sie werden von Fachkräften ausgebildet, um später als angelernte Jungarbeiter der deutschen Wirtschaft zugeführt zu werden. Aehnliche Erwerbslosenkameradschaften werden in Leipzig, Chemnitz, Plauen, Pirna u. a. Orten Sachsens ins Leben gerufen werden. Hinrichtung eines Mörders. In Wuppertal-Elberfeld ist der 32 Jahre alte Paul Höffgen hingerichtet worden. Höffgen hatte einen 73jährigen Gastwirt, bei dem er mel Geld vermutete, nach einem brutalen Kampf erschlagen und war deshalb zum Tode verurteilt worden. Von dem Begnadigungsrecht ist kein Gebrauch gemacht worden, weil die Tat schon den mehrfach vorbestraften Höffgen als einen gefühllosen, gefährlichen Verbrecher kennzeichnete. Sieben ftanzösische Alpenjäger unter einer Lawine begraben. Eine Abteilung Alpenjäger, die an der französisch- italienischen Grenze einen kranken Soldaten nach einem Blockhaus befördern sollte, wurde unterwegs von einer Lawine überrascht. Aus Lyon verlautet, daß sieben Mann ums Leben gekommen seien. Explosionsunglück in USA. — Zwei Tote, zahlreiche Verletzte. In Edwardsville in Pennsylvanien wurde ein zweistöckiges Wohnhaus durch zwei aus unbekannter Ursache nacheinander erfolgende Explosionen völlig zerstört. Mehrere Nachbarhäuser erlitten erhebliche Beschädigungen. Ein neugeborenes Kind und ein Mann wurden getötet, während zahlreiche andere Personen mehr oder weniger erheblich verletzt wurden. Sechs Todesopfer des Unwetters auf hawai. Als Opfer der letzten Gewitterstürme und Ueberschwemmungen auf den Hawai-Jn- seln wurden bisher sechs Leichen geborgen. Weitere sechs Personen werden noch vermißt. Zahlreiche Personen wurden durch die ungewöhnlich großen Hagelkörner verletzt. Bekannter Innsbrucker Skilehrer tödlich verunglückt. Aus Sestrieres in den italienischen Alpen kommt die Nachricht, daß dort bei einer skisportlicken Veranstaltung der bekannte Innsbrucker Skilehrer und Rennläufer Friedrich Mair über eine Felswand abgestürzt ist. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er trotz rascher Hilfe nach kurzer Zeit im Krankenhaus st a r b. Der Verunglückte war während des ganzen Winters in Sestrieres als Skilehrer tätig. Die Neuyorker Gangster-Lotterie. — Die Bevölkerung verspielt eine halbe Milliarde. Die fortgeführte Untersuchung der Lotterie des berüchtigten Neuyorker Gangsters und Schmugglers Dutschultz ergab noch größere Gewinnzahlen des verbotenen Glückspielbetriebes als bisher angenommen. Hiernach verspielte die Neuyorker Bevölkerung im Jahre 1934 eine halbe Milli-arde Dollar, wovon dem Dut- schultz und seinen Helfern, etwa 350 kleinen Bankiers, 100 Millionen Reingewinn zuflossen. Die Wocheneinnahme erreichte zuweilen zehn Millionen. Die Polizeibehörde ist jetzt dabei, eine Untersuchung darüber einzuleiten, wie es möglich war, daß Dutschultz diesen riesigen Lotteriebetrieb leiten konnte, während er überall polizeilich gesucht wurde. 36 Millionenstädte gibt es auf der Welt In einem Anhang zum jetzt erschienenen Statistischen Jahrbuch der Stadt Berlin 1934 werden die neuesten Bevölkerungsziffern der Millionen st ädte der Erde mitgeteilt. Danach gibt es zur Zeit 36 Städte, die mehr als eine Million Einwohner haben. Berlin steht, seitdem die japanische Hauptstadt Tokio durch große Eingemeindungen der letzten Jahre an die zweite Stelle gerückt ist, an vierter Stelle. Neuyork nimmt mit 7 478 000 Einwohnern (einschließlich der Vor- orte hat es sogar 10,9 Millionen Einwohner) die Spitze ein; es folgen Tokio mit 5 486 000, London mit 4 358 000 und Berlin mit 4 184 000 Einwohnern. Die übrigen Millionenstädte liegen unter der Viermillionengrenze; am nächsten kommt ihr Moskau mit 3 663 000, auf das mit geringem Abstand C h i k a g o mit 3 589 000 Einwohnern folgt. Weltstädte mit mehr als zwei Millionen Einwohnern gibt es vier, und zwar Paris mit 2 891 000, Leningrad mit 2 776 000, Osaka (Japan) mit 2 654 000 und Buenos Aires mit 2 208 000 Einwohnern. Die Einwohnerzahlen der meisten Millionenstädte liegen zwischen einer und zwei Millionen. Es sind dies: Philadelphia mit 1966000, Wien mit 1874000, Schanghai mit 1844 000, Detroit mit 1750 000, Rio de Janeiro mit 1 730 000, Peiping (das frühere Peking) mit 1 516 000, Los Angeles mit 1 446 000, Tientfien mit 1 350 000, Bombay mit 1 299 000, Sidney mit 1 254 000, Warschau mit 1189 000, Kairo mit 1 171 000, Kalkutta mit 1 161 000, Hamburg mit 1 124 000, Glasgow mit 1 114 000, Rom mit 1 105 000, Mexiko mit 1087 000, Sao Paulo mit 1071 000, Barcelona mit 1061000, Mailand mit 1044 000, Nagoya (Japan) mit 1042 000, Budapest mit 1040000, Kyoto (Japan) mit 1027000, Melbourne (Australien) mit 1018 000, Madrid mit 1015 000, Birmingham mit 1009 000 Einwohnern. Hinrichtung in Wien. Vor dem Wiener Standgericht hatte sich der 26- jährige Anton Pribauer zu verantworten. Er hatte im September v. I. auf der Straße nach Spannberg in Niederösterreich den Sicherheitswachbeamten Jakob Poller aus dem Hinterhalt e r - schossen, um sich in den Besitz seines Fahrrades zu fetzen. Pribauer wurde zum Tode durch den Strang verurteilt und, da der Bundespräsident innerhalb der dreistündigen Gnadenfrist von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch machte, I) i n» gerichtet. Erdrutsch in einem amerikanischen Bergwerk. In einem Kohlenbergwerk in der Nähe von Union Town (Pennsylvania) erfolgte nach der Entgleisung einer Grubenbahn ein Erdrutsch, durch den vier Bergleute getötet und mehrere verletzt wurden. Grauenhafter Fund auf einem Londoner Bahnhof. Eine grauenhafte Entdeckung wurde dieser Tage im Fundbüro eines Londoner Bahnhofs gemacht. Es wurde dort ein Paket abgegeben, das kurz vorher in einem Zuge aus Kingston bei London gefunden worden war. In dem Paket befanden sich die Beine eines Mannes. Man glaubt, daß die Gliedmaßen höchstens einige Stunden vorher abgetrennt worden sind. Der Eisenbahnwagen, in dem das Paket gefunden worden ist, wurde von der Polizei beschlagnahmt. „Wir wollen frei fein, wie die Väter waren!" Reichsinnenminister Or. Frick verkündet im Rundfunk die Befreiung der Saar. Saarbrücken, 1. März (DNB. Funkspruch). Auf dem weiten Platz vor dem Regierungsgebäude, auf dem sich eine ungeheure Menschenmenge drängte, vollzog sich in Gegenwart der Ehrengäste aus dem Reich und der zur Parade angetretenen Formationen die feierliche Flaggenhissung, vor der Reichsinnenminister Dr. Frick durch den Rundfunk dem ganzen deutschen Volke die Befreiungsstunde der Saar mit folgender Ansprache verkündete: Deutsche Brüder und Schwestern von der Saar! Deutsche Volksgenossen! Die Stunde der Befreiung hat geschlagen! Die Regierung des Saarlandes ist soeben auf die Reichsregierung übergegangen. Was das Saarvolk feit 15 Jahren unabänderlich gewollt und am 13. Januar 1935 klar und unanfechtbar vor aller Welt bekräftigt hat, ist heute Wirklichkeit geworden. Das Saarland, über 10 0 0 Jahre ein Bestandteil des Reiches, kehrt heute nach langen Jahren der Trennung wieder heim ins große Vaterland. In dieser feierlichen Stunde gedenken wir aller deulschen Abstimmungskämpfe in Rord und Süd, in Oft und West, wo deutsche Treue sich tausendfältig bewährte. Wenn heute die Hoheitszeichen des Deutschen Reiches wieder frei in den Lüften über einer befreiten Saar flattern und aller Welt den Sieg der Freiheit des deutschen Saar- volles künden, wenn zur gleichen Stunde in allen Teilen des Reiches, von Konstanz bis Flensburg, von Beulhen und Tilsit bis Aachen und Saarbrücken die Fahnen des Dritten Reiches hoch in den Lüften wehen und die Glocken- klänge der deutschen Dome und Kirchen sich mit dem tausendfältigen Ertönen der Sirenen der Stätten unserer Arbeit und der Schiffe unserer Hafen st ädte zu einem einzigen Jubelklang vereinigen — dann soll dies vor aller Welt wie ein Schwur unseres großen deutschen Volkes sein: „Wir wollen frei fein, wie die Väter waren!" Niemals mehr wollen wir dulden, daß deutsches Land uns mit Gewalt entrissen wird. In diesem geschichtlichen Augenblick, der durch die Flaggenhissung symbolisch die endgültige Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche vollzieht, fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser großes deutsches Volk, das ewige Deutschland und unser geliebter Führer und Reichskanzler Adolf Hitler „Sieg-H eil!" Auf das Kommando: „Heiß Flagge!" gingen dann unter präsentiertem Gewehr die Reichsflaggen hoch, von der Saarbevölkerung mit unbeschreiblichem Jubel begrüßt. Der gemeinsame Gesang der beiden Nationalhymnen und des Saarliebes beschloß die denkwürdige Feierstunde. Bürckel dankt für die Spende der Reichspropagandaleitung. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichskommissar/ für die Rückgliederung des Saarlandes, Gauleiter Bürckel, hat an Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Danktelegramm gerichtet: „Für den von der Reichspropagandaleitung überlassenen Betrag von 700 000 R M. danke ich im Auftrage und namens der notleidenden Bevölkerung an der Saar. Der Betrag wird in erster Linie batu verwandt, eine Reihe von Elendswohnungen zu beseitigen. Heil Hitler! Ähr Bürckel." Oer Aufbau der RSOAp. im Saargebiet. N e u st a d t a. d. H., 28. Febr. (DNB.) Der Gauorganisationsleiter des Gaues Pfalz teilt in einer Anordnung u. a. mit: Die NSDAP, besteht mit dem heutigen Tage auch im Saargebiet. Den G e - f a m t a u f b a u der NSDAP, und der von ihr betreuten Gliederungen leitet im Auftrage und im Einvernehmen des Gauleiters ober bes stellvertretenden Gauleiters der Organifativns- l eiter. Die bisherigen acht verdienstvollen Kreisleiter der Deutschen Front des Saargebietes, deren Arbeit und Kamps mit in erster Linie der überwältigende Sieg vom 13. Januar dieses Jahres zu danken ist, werden selbstverständlich beim Aufbau der NSDAP, im Saargebiet — sei es im Saargebiet selbst ober bei der Gauleitung in Neustadt a. d. H. — zur Mitarbeit herangezogen. Oie Uebertragung der großen Saar-Kundgebung bereits ob18 Uhr. Berlin, 28. $ebr. (DBB.) Zur Rundsunküber- tragung anläßlich der Saarheimkehr am 1. Wärz teilt die Reichssendeleitung mit, daß die große Kundgebung vor dem Regierungsgebäude nicht um 20 Uhr, sondern bereits um 1 8 Uhr übertragen wird. Knox geadelt. London, 28. Febr. (DNB.) Der frühere Vorsitzende der Regierungskommission des Saargebietes Knox ist durch Verleihung des Ordens vom heiligen Michael und heiligen Georg in den englischen Adelsstand erhoben worden. Neuer Verkehrskommisiar der Sowjetunion. Moskau, 29. Febr. (DNB.) Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei unter Vorsitz Stalins beschloß, das Mitglied des Zentralkomitees Andrejew von seinem Posten als Verkehrskommissar zu entbinden und an die Stelle Kagano- witschs zu ersten Gehilfen des Generalsekretärs der Partei zu ernennen. Kaganowitsch wurde von seinen Aemtern als Vorsitzender der kommunistischen Parteikontrolle und des Sekretärs der Moskauer Parteiorganisation entbunden und tritt nunmehr an Stelle Andrejews in das Verkehrskommissariat ein. Die Abberufung Andrejews war wegen der bei den sowjetrussischen Eisenbahnen aufgetretenen Schwierigkeiten l ä n g st erwartet worden. Andrejew war auf dem letzten Kongreß der Kommunistischen Partei von Woroschilow und anderen Mitgliedern der Regierung scharf angegriffen worden. Wenn über Automobile gesprochen wird ...können Sie dann mit Stal; sagen: ,Jth besitze einen Opel!“ oder müssen Sie denken: „Hatte ich Doch mich einen Opel Einen Opelmagen zu besitzen legt Zeugnis ab oon wirtschaftlichem Denken, technischem Oerständnis. gutem Gefchmack und praktischer Cobenseinftellung. Denn ehrlicher Gegenwert, ausgeglichene ßonftruh- frnn und unbedingte Zuoerlässigkeit sind seit jeher die Fundamente des Opel-Programms, dessen Richtigkeit erwiesen ist durch die Zufrieden- gleichgültig ob Sie eÄi Oollautomobil zum oolhstümlichen Preis oon Rill 1850.-. einen Sechsjylinöer für RITI 3600.- oder einen Sechssitzer für RITI 5000.- wählen. Opel ist der gesunde Maststab für Automobilmerte Jft cs do nicht richtig, beim Opel-Händler mit dem Dergleichen der einzelnen Magen, unter denen Sie 1935 wählen können, zu beginnen! heit der Hunderttausende oon Opel-Befitjorn. Die jahrelange Erfahrung im Bau der kerngesunden Konstruktion, die jeden Magen der verfehle denen Opel-Preisklassen auszeichnet.sichert die Erfüllung aller Ansprüche. OPEL der Zuverlässige völlil Konfirmanden (am Lichtspielhaus) 0847 1205 D Herz-Nahrung Kleinanzeigen Nachdruck verboten Ohne Gewähr Musik! mnng! 1210 D 0838 18. Ziehungstag 28. Februar 1935 12320 94208 kSW m 350401 355747 66 Gewinne,u 500 M. 3070 30479 36051 20790 28852 Credneritr. isi. ^revnernr. isi. n n iai . GaraSeii Ulli StadtGietzen be- 083 113695 115718 116249 in der 1/02 D Hermann Löber | Restauration Stadt Minz 159183 209523 287979 327331 399541 38730 58706 80390 94955 Nähe Bahn und Klinik möbliert. Zimmer z.verm. 154074 183887 280179 318366 384029 123838 169521 217427 288753 328501 72131 128620 209574 258547 328229 Nach langem schweren Leiden verschied am 27. Februar meine liebe Frau, meine gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante T@mmer 122698 126121 135132 148805 156164 164116 172243 189617 203728 209921 227199 241524 251675 262372 283830 300701 307899 319577 328218 348703 352046 366165 370307 375476 382344 396339 123160 127619 135496 149394 156407 164233 179735 196718 203986 213509 227890 242209 251791 262481 286690 303091 311270 322283 336183 348774 353782 366341 372120 375534 389201 155253 189338 283032 320687 390409 123253 132317 137931 150872 159978 165483 181881 198083 206697 215452 228267 242351 252240 264201 289399 304196 315288 323209 337361 349343 355223 366422 372149 376339 389851 123962 132333 140159 151105 161416 167765 182252 198222 207093 216069 232588 243413 253830 264419 294410 304938 316733 326970 338564 350414 359942 366542 372889 379411 389932 120479 124093 132795 144319 151818 161773 167840 183198 200687 207222 222581 232668 247786 254834 266828 297858 306137 317257 326990 339907 350422 360129 366690 372892 380824 393260 333377 20873 81675 126526 181430 229578 296653 354363 11391 31717 45418 63345 82212 99361 115492 140411 166329 177467 189788 204591 211499 227823 248892 279375 307579 315617 332837 352994 389676 12061 32898 46626 66429 84527 106881 95187 143521 Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! 11010 149520 41492 156670 95749 79043 222630 57396 183965 39872 125167 193813 243572 327852 31692 42090 58941 80456 96711 113333 136947 156733 175957 186952 203012 210495 225833 244407 276074 305277 315187 328711 351638 383886 Doppelbesonders vorteilhaft 21241 53882 67270 93115 111274 121268 124961 133272 144369 152177 162034 168144 183646 201134 208426 223370 240110 248121 256050 270462 299125 307122 317287 327229 340931 351167 363141 368239 37-1786 3/0943 395021 Verschiedenes] Nachlässe von z bl- 20 v. S. erhalten Eie bei wiederholien Aufnahmen einer Anzeise 116958 140761 167410 178278 191826 204687 217704 232552 248991 279496 307776 321946 340366 367393 399116 14134 32938 53471 67971 84762 107767 125255 141038 167504 181009 193264 205455 222238 233366 257952 283547 313613 322528 342452 370663 108096 127167 142550 172382 181326 200524 206061 223380 233904 264597 290556 313782 325527 345970 371880 35775 56173 70367 92268 110514 135812 155102 175798 184461 200838 206478 224962 238122 268217 298105 315067 327698 346193 373667 Watzenborn’Steinberg, Gießen, Lang-Göns und Wieseck, den 28. Februar 1935. Die Beerdigung findet Samstag, den 2. März, nachmittags 2.30 Uhr statt 35323 53634 69312 86297 Nächtlicher Besuch des Führers auf der Automobil-Ausstellung. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Beamter sucht per sofort oder zum l.Zlvril eine 231288 235555 242806 243478 274797 288948 294129 322126 368370 380610 388972 389070 Die Beerdigung des Dr. med. Karl Dickore Grobe Kappen - Sitzung im „Deutschen Ede“ Alles soll sich freuen? Geöffnet bis 4 Uhr nachts. 97859 ■ 148547 Sonntag, den 3. März: Lustige Musik Montag, den 4. März: Humor / Gesang Dienstag, den 5. März: vorzugt. Schriftliche An geb. unt. Im Gewinnrade verblieben: 240 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu se 100000, 2 zu se 50000, 2 zu je 80000, 6 zu je 20000, 28 zu je 10000, 82 zu je 5000, 170 zu je 3000, 344 zu je 2000, 760 zu je 1000, 1896 zu je 500, 7310 zu je 300 Mark. Gewlnnauszug 5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preutz.) Klassen-Lotlerie 123802 124118 ' 179638 191535 , (gestorben am 21. Januar 1935 in Sao Paulo) findet in Lollar statt am Sonntag, dem 3. März, nachmittags 3.45 Uhr. am Samstag, dem 2. M&rz 1935. Es ladet ein GL SCHNEIDER, Bahnhofstraße. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- 'und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Mittwoch gegen 21 Uhr besuchte der Führer überraschend die Automobil-Ausstellung, am Kaiserdamm. Der Führer, der bereits am Tage der Eröffnung die Ausstellung in einem dreistündigen Rundgang besichtigt hatte, war gekommen, um sich nochmals in aller Ruhe einen lieber» blick über d i e Leistungen der deutschen Kraftfahrzeuginbustrie zu verschaffen. Die schon verdunkelten Hallen erstrahlten wieder im hellsten Licht, und es bot sich das eindrucksvolle Bild dieser Ausstellung, die bisher ihresgleichen noch nicht gefunden hat. Der Führer, nur begleitet von Direktor W e r l i n und Oberingenieur S ch i r z, widmete fein Interesse zunächst der Ehrenhalle, die einen knappen Ueberblick über die Leistungen der deutschen Kraftfahrzeugindustrie gibt vom ersten Auto, welches Benz 1885 erbaute und vom ersten Motorrad Daimlers bis zu den neuesten Schöpfungen, den sieggewohnten Rennwagen von Daimler-Benz und Autounion. Diese Zusammenstellung der Ehrenhalle fand den besonderen Beifall des Führers. Dann suchte der Führer die Stände der einzelnen Firmen auf und unterrichtete sich über Qualität und Preis der ausgestellten Fahrzeuge, In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 10 Gewinne zu 3000 M. 131316 167333 210171 251278 373029 22 Gewinne zu 2000 M. 5922 11547 32945 114028 124523 134266 161252 164961 175554 263187 355078 12 Gewinne zu 3000 M. 187979 220788 330272 Frau Marie Mank, geb. Philipp im Alter von 36 Jahren. In tiefer Trauer: Otto Mank Else Mank nebst Angehörigen. Junges Mädchen für leichte Näharbeit i.Damen- 237579 296958 370220 28 Gewinne zu 1000 M. 67548 114448 119659 193017 308335 318322 Altbewährt verschwinden sicher durch Frucht*s . P Schwanenweiß 1 Die Hautreinlgt.belebt u. erfrischt __/\ Schönheitswasser pMN JA APHRODITE Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 GroBer Fastnachtsrummel im Gasthaus Zum Taunus Inhaber: Weinbrenner, Brandgasse 8 Heute, Samstag, Fastnacht-Dienstag bis 4 Uhr nachts geöffnet! Anzüge aus gutem Kammgarn, natürlich aus dem Spezialgeschäft und noch mit dem Vorteil der Anfertigung aus eigenen Stoffen mit la Zutaten und Einschlag. Hauptpreislagen: 30.- 35.- 39.- 42.- 45.- 49.- zum Reinemachen -Vr " 7 " GßSSL MMWk Samstag, den 2. März Montag, den 4. Mär; Dienstag, den 5. März ab 4 Uhr nachmittags: 396 Gewinne zu 300 M. 471 562 1988 2208 5277 5894 6608 8006 15277 18405 19891 20611 * 6 f 21854 33695 36936 39722 45579 50226 56116 66798 57004 69187 63085 63391 67605 78223 78299 82304 84257 86109 96453 96682 98066 98384 100663 110340 112947 11 ocn= 1 ",cr7,n 1 --- ------ llllllllllllllllllllllllllllil NS'KullurgemeiDde Ring Deutsche Bühne. Spielplan L Mitra: Donnerstag, 14., u. Samst., 16.3. Salambo Over von Lukas Böttäier Donnerstag, 28.. u. Samst., 30.3., Ter Traum, ein Leben Schauspiel von Grillparzer. Kartenansgabe: Donnerst. - Mitglieder: Samstag, 2. März; Samstag'Mitgl. Montag,4.März, jeweils von 14bis 17Uhr, an d.Tbe- aterkasse. u9iD Ausbesond.Brün- den mußten diesmal die Kassenständen vorgelegt werden. llllllllllllllllllllllllllllil 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 18787 103934 175343 227805 237126 251571 264853 309569 340947 341438 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen SlMAlllel Meßen. iv?«o Samst., 2. März 20 bis 23 Uhr Auß. Abonnem. Kleine Preise! 0,50 b. 2,50 Mk. Der goldene Pierrot. Operette in 8 Bildern. Musik von W. W. Goetze. Kinderwagen Germania-Modell 1935 überall bevorzugt preiswert und elegant Offenbacher 1207 D Lederwarenvertrieb C. KUDER Kirchenplatz 9 Besichtigen Sie mein reichhaltig. Lager ist ligoD Kräuterbaus Bienenhonig 264 Gewinne zu 300 M. 278 383 1922 3639 7693 ...........— 19679 --------- ----- Frohe Stunden sollt Ihr verleben im Adler / Marktplatz 26 Samstag, den 2. März: LumpensKappenabent | Einspaltige ~| werden zum ermäßigten Das echte große Faschingstreiben finden Sie am 1201D Rosenmontag und Faschingsdienstag nur im Bürgerhof 2 Kapellen 2 Tanzflächen An beiden Tagen, 16-18.30 Uhr Kinderbelustigungen Schwere«! Schiffsunglück vor Casablanca fordert 14 Todesopfer. Auf der höhe von Casablanca (Marokko) kenterte ein französisches Rettungsboot, das dem in Seenot befindlichen spanischen Fischkutter „Ursula" zu Hilfe eilen wollte. Dabei sind insgesamt 14 Men- fchen ums Leben gekommen. Don der Mannschaft des Rettungsboote sind der Kapitän und vier Mann in den Wellen umgekommen. Der spanische Fischkutter ging ebenfalls unter, nachdem ihm von keiner anderen Seite Hilfe gebracht werben konnte. Vier Leichen wurden bereits an den Strand gespült. Fünf Mann der Besatzung werden noch vermißt, die übrigen konnten sich auf eine kleine Insel retten, von wo sie aber wegen des Sturmes noch nicht geborgen werden konnten. Ein Flugzeug der Mililärstation von Casablanca hat den Schiffbrüchigen Lebensmittel und Decken abgeworfen. Autobus rennt gegen einen Baum. — Ein Toter, elf Verletzte. Zu einem schweren Verkehrsunglück tarn es in Recklinghausen. Ein mit heimkehrenden Bergleuten besetzter Autobus aus Dülmen streifte auf der durch eine Dampfwalze sehr verengten Straße den Personenkraftwagen eines Bochumer Arztes, kam ins Schleudern und fuhr schließlich gegen einen Baum. Eine Seite des Omnibusses wurde vollständig abgerissen, so daß Sitze herausfielen. Ein Bergmann aus Haltern wurde fo schwer verletzt, daß er kurz nach dem Unglück im Krankenhaus starb. Elf andere Bergleute erlitten z. T. sehr schwere Verletzungen. Schreckliches Ende zweier Kinder. Die beiden zehnjährigen Mädchen Lisa Eberhardt und Lita Wafleben aus Söllingen im Braunschweigischen, waren in den etwa 2 Kilometer entfernt liegenden Auebruch gegangen, um Weidenkätzchen zu pflücken. Sie stürzten dabei in die Aue und sind ertrunken. Nachforschungen führten schließlich zu folgendem Geständnis des Feldhüters Feuerhahn: er hatte die beiden Kinder bemerkt, die am Damm der Aue Weidenkätzchen pflückten. Er schlich sich von hinten an sie heran, um sie zu züchtigen. Als ihn die Mädchen bemerkten- flüchteten sie. Sie liefen über ein Wehr. Dabei stürzte die kleine Eberhardt und trug eine Verletzung an der rechten Kopfseite davon. Daraus soll angeblich die kleine Wafleben in ihrer Angst in die Aue gesprungen und untergegangen sein. Aus 24 Gewinne zu 2000 M. 26790 46105 165683 172703 192205 194927 215799 | Vermietungen"! Zum 1.4.35 Teil- < wohn. 3. Stock v. 43imm.u.ftüd)c foro.3gr.3imm., vart.,leht.aucha. Büro. 3.1.5.35 schöne 5-3irnrn.- Wolm. 1. St. in oberer Liebigstr. zuvermiet.Schr. Ang. unt. 0828 a. denGieß.Anzeig. llllllllllllllllllllllllllllil 4-5-Zimm.-Wohng. Nähe Gießen, 6 Minuf v. Bahn- bös, mit etwas Garten, zu vermieten.Wo?sagt der Gieß.Anzeig. llllllllllllllllllllllllllllil ÄUiMfr f. berufst. Früul. mit voll. Vervfl., Licht, Hei;., Wäsche für 50 Mk. zu verm.bei alleinst. Frau. Wo? sagt d. Gieß. Anz. oms 0818 a. den Gieß. Anzeiger erbeten [Stellenangebote! Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunler- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift des Bewerbers tragen l geknüpft worden feien, um so mehr, als es ihm "ia ferngelegen habe, durch diesen Artikel in die Leitung der Reichskunstpolitik einzugreifen, die auch nach seiner Auffassung selbstverständlich allein vom Führer und Reichskanzler und dem von ihm beauftragten Fachminister bestimmt würde. wobei er wiederholt seine Anerkennung aussprach. Ebenso erweckte die Halle der Lastwagenindustrie großes Interesse. Auch über die Ausstellungstechnik sprach sich der Führer lobend aus. Der Reichsverband der Automobilindustrie e. D. hat, um den Besuch der Automobil-Ausstellung noch reizvoller zu gestalten, folgende Preise gestiftet: Für den 700 000. Besucher ein Triumph-Motorrad, für den 800000. Besucher ein Zündapp-Seitenwagen- gefpann, für den 900 000. Besucher eine DKW.- Meisterklasse, für den 1 000 000. Besucher eine Mercedes-Limousine. Die Ermittlung der Preisträger geschieht durch die automatischen Zählwerke an den Halleneingängen. Ferner hat Korpsführer Hühnlein zwei Preise, nämlich eine Sondermaschine und ein Beiwagengespann für RSKK.-Männer gestiftet, die die Automobil-Ausstellung besuchen. Das für den 700 000. Besucher gestiftete 200-ccm- Triumph-Motorrad fand bereits feinen glücklichen Gewinner. Er ist der Hitlerjunge Hans Joachim Schröder aus Berlin-Tempelhof, der einer Flie- gerfchar angehört und erst 14 Jahre alt ist. Bibel-Ausstellung in Frankfurt. Die Vorarbeiten für die Bibel-Ausstellung, die im Kunstgewerbe-Mufeum in Frankfurt a. M. vom 20. April bis 16. Juni stattfindet, sind soweit vorgeschritten, daß mit einer einzigartigen Darbietung hervorragender Bibeln zu rechnen ist. Unter den wichtigsten Bibelausgaben befinden sich z. B. die 42zeilige Gutenberg-Bibel, Mainz, 1452 bis 1456; die Lübecker Bibel 1494, Niederdeutsch; die deutsche illustrierte Bibel von Egenolff, Frankfurt a. M. 1534; das Neue Testament (Luther), Wittenberg, Lotter 1522; die deutsche Bibel von Eggestein, Straßburg 1466; die deutsche illustrierte Bibel, Augsburg, Günther Zainer 1475; die Bibel (Luther), Wittenberg 1534; Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der südlich von Irland liegende Hauptwirbel hat über dem Kontinent und Mittelmeergebiet stärkere Teilstörungen entwickelt, die für die Witterung dieser Gebiete ausschlaggebend sind. Gleichzeitig hat sich das nordeuropäische Hochdruckgebiet weiter verstärkt und verfrachtet mit einer Nord- und Ostströmung kältere Lustmassen auf das Festland. Der am Freitagmorgen äußerst kräftige Luftdruckanstieg über Frankreich läßt erwarten, daß sich zunächst in Verbindung mit dem nordischen Hoch ein sich von Nordost nach Südwest erstreckender Hochdruckrücken ausbildet, der das Eingreifen der neuen sich bei Irland entwickelten Störung auf unser Wetter vorerst verhindert. Aussichten für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst vielfach aufheiternd und im wesentlichen trocken. Nachts Frostgefahr, meist nördliche bis östliche Winde. Aussichten für Sonntag: Voraussichtlich Fortdauer der etwas kälteren und meist ausgeheiter- ten Witterung. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, —3 Grad Celsius, 183 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, —3 Grad Celsius, 10 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Selbständiges Mädchen für Haushalt und Küche per sofort bei gutem Lohn gesucht. Schriftl. Bewerb, u. 0833 an d. Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllli Junges mm das zu Hause schlafen kann, für sofort ges. n98D BahnliorGießen Wartesaal 3. Kl. llllllllllllllllllllllllllllil Tagesmädchen für ruhig. Haushalt sofort gesucht. 1204D MnlirM. 68 II, Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 zu vermieten. GroHarage am AulweH. | Mietgesuche~| 4-5-Zim.-Wohnung mit rnod. Zubeh. möglichst sofort in Gießen o.Nm- gebg. zu mieten gesucht. Cvt. auch Einfamilienhaus Gefl.ausführliche Preisoffert, unt. E. 8.6254(1194V) an den Gieß.An;. ■ Ax* ' jammer KLEIDUNG ißMMrft wessen Furcht will Feuerhahn das andere Mädchen hinterher gestoßen haben. Die kleine Eberhardt fei sofort untergegangen, während die Wafleben nochmals an die Oberfläche gekommen fei. Feuerhahn will nach- gefprungen fein, um wenigstens dieses Mädchen zu retten. Er habe es aber nicht mehr fassen können. Feuerhahn, der nach dem Geständnis zusammenbrach, wurde verhaftet und dem Braunschweiger Kreisgericht zurückgeführt. Kunst und Wissenschaft. Furtwängler bedauert. Reichsminister Dr. Goebbels empfing Staatsrat Dr. Furtwängler zu einer Besprechung, in deren Verlauf Dr. Furtwängler erklärte, daß er feinen bekannten Artikel über Hindemith vom 25. November v. I. als musikalischer Sachverständiger lediglich in der Absicht geschrieben habe, eine musikalische Frage vom Standpunkt der Musik aus zu behandeln. Er bedauere die Folgen und Folgerungen politischer Art, die an feinen Artikel £eer. MM_______________ zu miet, gesucht, schneid.erei ges. Schr.Angeb.nnt. _ Fischer 0826 0827 a. den G. A. Schanzemtr. 16. 50 Gewinne zu 1600 M. 1190 2382 31698 33882 34790 83039 97978 101334 142420 148424 183540 184995 187842 189809 242929 258369 263838 288779 289116 292503 304212 304981 ------ 390966 398340 90 Gewinne zu 500 M. 1859 6716 7230 24041 38165 44212 57372 57506 58194 92662 103817 106743 110660 ------ 147241 ------ ------ ------ 181595 267623 300867 365462 ftfle Cranachbibek von Zerbst; Dürer, Apokalypse 1498 usw. Auf den Aufruf, Bibeln aus Privat- besitz zu überlassen, sind an 60 Anmeldungen erfolgt. Zugesaat sind noch wertvolle Bibeln aus alten Frankfurter Familien, nämlich: Goethe (aus dem Goethemufeum), Banfa, Melber und Wiese n h ü 11 e n. Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und U beiden M.5IZweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Freitag, l.rNärzjyZS Herabsetzung der Bankzinsen. Berlin, 28. Febr. (DBB.) Nachdem durch das gestern erfolgte Konversionsangebot an die Gläubiger der öffentlichen Anleihen, bei dem wie bei der grasten konverlie- rungsmahnahme im Januar mit einem vollen Erfolg gerechnet werden kann, der Kapitalmarkt eine fast allgemeine Senkung des Zinssatzes erfahren Hal, konnte zu gleichen Maßnahmen auch am Geldmarkt geschritten werden. In der heutigen Sitzung des Z e n t r a l e n Kreditausschusses, die unter dem Vorsitz des Kommissars für das Kreditwesen stattfand, ist daher beschlossen worden, die habensähe für Kündigungsgelder um durchschnittlich etwa v. h. z u senken. Der Sah für innerhalb eines Monats bis weniger als drei Monate fällige Gelder wurde — und hierin besteht eine Ausnahme für diese kurzfristigen Beträge — um X v.h. auf 2>2 v.h., der Sah für drei bis weniger als sechs Monate fällige Gelder auf 3 (bisher VA v. h.), für sechs bis weniger als zwölf Monate fällige Gelder auf VA (bisher 4 v. h.) ermäßigt. Die Senkung bei Jahresgeldern, d. h. nach 360 Tagen und mehr fälligen Beträgen, erfolgt auf VA v. h., nachdem bisher Sähe von etwa 4A bis 5 v. h. galten. Auf der Debetseite beträgt die Ermästigung etwas über XA v. h. — Unverändert gelassen wurden die Zinssätze für täglich fällige Gelder. Die Verzinsung der Sparkasseneinlagen beträgt künftig 3 v. h. gegen bisher 3^- v.h. Die Aenderung des Finanzausgleichs. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleichs beschlossen, in dem im Hinblick auf b i e Barbe l a st u n g des Reiches durch Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung die Anteile der Länder an den folgenden Reichssteuern für das Rechnungsjahr 1935 um zwei Drittel gekürzt werden, soweit sie bei der Einkommensteuer den Betrag von 1100000000 RM., bei der K ö r p e r s ch a f t s st e u e r den Betrag von 240 000 000 RM., bei der Umsatz st e u e r den Betrag von 573 000 000 RM über st eigen. Die Länderanteile an der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer werden e r st dann gekürzt, wenn sie zusammen den Betrag von 1 340 000 000 RM. über st eigen. Der Betrag, um den die Länderanteile gekürzt werden, verbleibt zur einen Hälfte dem Reich; die andere Hälfte wird einem Ausgleichs st ock zugeführt. In der Begründung zu dem Gesetz wird darauf hingewiesen, daß das Aufkommen der Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer sich im Rechnungsjahr 1934 g ü n st i g entwickelt hat. Entsprechend sind die Anteile der Länder an diesen Steuern gestiegen. Diese Steigerung, die die Haushaltstage der Länder und Gemeinden erheblich gebessert, fyibe, ist auf die Besserung der Wirtschaftslage zurückzuführen, die die Reichsregierung durch ihre umfassenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erstrebt und erreicht hat. Die finanziellen Lasten dieser Maßnahmen trägt fast a u s - schließlich das Reich. Schiedsgerichte für die landwirtschasttiche Marktregelung. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichsmimster für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung über die Bildung von Schiedsgerichten für die landwirtschaftliche Marktregelung erlassen. Dadurch wird die Schiedsgerichtsbarkeit für alle Zweige der landwirtschaftlichen Marktordnung, die bisher in Sonderoerordnungen für die einzelnen Marktgebiete geregelt war, einheitlich zusammengefaßt. Grundsätzlich hat, soweit nichts anderes bestimmt ist, jeder auf Grund des Reichsnährstandsgesetzes gebildete, zur Regelung des Marktes für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse berufene Zusammenschluß ein Schiedsgericht. lieber diesen Schiedsgerichten steht das Oberschiedsgericht, das in einer Anzahl von Fällen die Berufungsinstanz gegenüber dem Schiedsgericht bildet. Die Obmänner der Schiedsgerichte und des Oberschiedsgerichts müssen die Befähigung zum Richteramt haben und werden vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft berufen, die Beisitzer werden, wie es in der Schiedsgerichtsbarkeit auch sonst üblich ist, v o n den P r o z e ß p a r t e i e n bestellt. Vereinheitlichung und Verbilligung des juristischen Prüfungswesens. Sechs Prüfungsstellen für das ganze Veich. — Gleiche Maßstäbe für alle Prüflinge. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichs- und preußische Iuslizminister Dr. Gürlner Hal eine Verordnung über den Ausbau des Reichsjusiiz-Prü- fungsamles unterzeichnet, die die bisher selbst- ständigen prüf ungsämfer für die große juristische Staatsprüfung in den Ländern beseitigt. Auch die für Ueber- gangszwecke geschaffenen Zweig st ellen und Außenabteilungen werden ihre Tätigkeit mit dem morgigen Tage beenden. Der Ausbau des Reichs ju st iz-prüfungs- amtes unterscheidet zwischen der Leitung des gesamten prüfungswesens und der Abnahme der Prüfung selbst. Die Aufstellung der leitenden Gesichtspunkte, die Ueberwachung der Gleichmäßigkeit des tatsächlichen Maßstabes für die Prüfung, ist Aufgabe des Reichsjustiz-prü- fungsamtes. Die Durchführung der Prüfung liegt den neugeschaffenen prüsungs st ellen ob, die dem Reichsprüfungsamt untergeordnet find. Es werden im Reiche sechs Prüfungsstellen errichtet. Die Prüfungsstelle Berlin betreut die Ober- landesgerichlsbezirke Braunschweig, Breslau, Lelle, Kassel, Kiel, Königsberg, Marienburg, Raumburg, Oldenburg, Rostock und Stettin. Dresden betreut die Oberlandesgerichlsbezirke Dresden und Jena. Düsseldorf betreut die Oberlandesgerichts- bezirke Düsseldorf, Frankfurt a. M.» Hamm und Köln. Hamburg betreut den Oberlandesgerichtsbezirk Hamburg. München betreut die Oberlandsgerichtsbezirke Bamberg, München und Nürnberg. Stuttgart die Oberlandesgerichtsbezirke Darmstadt, Karlsruhe, Stuttgart und Zweibrücken. i Jede Prüfungsstelle wird mindestens einen hauptamtlichen prüfet erhalten. Durchschnittlich kommt auf 300 Kandidaten ein hauptamtlicher Prüfer. Düsseldorf erhält 2 bis 3, Berlin 5 bis 6 hauptamtliche prüfet. Außerdem werden Berlin und Düsseldorf hauptamtliche Vorsitzende erhalten. prüfungsämter zu einer Aussprache über die Neuordnung der Prüfungen versammelt. Der Reichs- justizmi'nister erörterte die bisherigen Maßnahmen. Die Justizausbildungsordnung vom 22. Juli 1934 fei von der Erkenntnis ausgegangen, daß der deutsche Richter, wie er vom 1. April 1935 ab rechtlich und tatsächlich vorhanden sein werde, i m ganzen Reich verwendbar sein solle. Das setze voraus, daß die Leistungen des Kandidaten, der für das Richteramt eine Prüfung ablege, mit vergleichbaren Maßstäben gemessen werden müßten. Die Reichsjuftizver- waltung habe eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin gesehen, als Grundlage gemeinsame Ausbildung und gemeinsame Prüfung zu schaffen. Staatssekretär Dr. Freister besprach den folgerichtigen Aufbau des Reichsjustizprüfungsamts. Die Schulung des werdenden Juristen müsse sich schon auf der Universität bemerkbar machen, dann im Vorbereitungsdienst bei den Gerich- t e n. Die Zeitdauer, die der Staat beanspruche, ihn zu prüfen, die in einzelnen deutschen Ländern 3 bis 6 Monate betragen habe, werde a u f 1 Monat und 1 W o'ch e abgekürzt. Dadurch werde dem Umstand Rechnung getragen, daß der nationalsozialistische Staat Wert daraus lege, den Werdegang zum Richter zu verbilligen. Die Beihilfen und Unterstützungen für minderbemittelte Referendare seien in Preußen von 400000 Mk. auf 800000 M k. jährlich erhöht worden und bei der Reichsvereinheitlichung werde der preußische Durchschnittssatz hoffentlich vorbildlich sein. Weiter wurde angestrebt, die Prüfungsgebühren, die heute bis zu 115 Mark betragen, zu verbilligen. Die Prüfungen sollten künftig auch nicht durch Zufälligkeiten belastet werden. In höherem Maße als bisher werde Gewicht darauf gelegt, wie der zu Prüfende als G e ja m t pe r f ö n l i ch- Feit sich zeige, lieber das Größenverhält- n i s der einzelne'n Prüfstellen machte der Staatssekretär folgende Angaben: Berlin etwa 1700 Kandidaten, Dresden 300, Düsseldorf 900, Hamburg 100, München 350, Stuttgart 300 Kandidaten. Nach wie vor legt die Justizverwaltung höchstes Gewicht -darauf, daß der Referendar in der den Staat und das Volksleben tragenden Bewegung feine Pflicht voll und ganz getan hat. — Oberlandesgerichtspräsident Dr. Martin sprach darauf über Prüfungsmethoden. — Am Nachmittag schloß sich eine ausführliche Aussprache an. Händler usw.) und Käufer (Schlachter usw.) um« faßten. Die neue Regelung ersaßt nach dem Beispiel der bewährten Marktordnung für Getreide, Milch, Zucker usw. alle an dem Verkehr mit Schlachtvieh beteiligten Wirtschafts« gruppen vom Schlachtvieherzeuger bis zum letzten Fleischer. (Simon in Varis. Paris, 1. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Presse widmet ihre ganze Aufmerksamkeit dett Besprechungen, die der englische Außenminister Sir John Simon am Donnerstag mit Außenminister Laval und anschließend mit Ministerpräsident F l a n d i n hatte. Obgleich amtlicherseits über den Verlauf dieser Unterredungen nichts mitgeteilt wurde, stellen die Blätter übereinstimmend fest, daß Sir John Simon dem französischen Außenminister die Versicherung gegeben habe, daß auch seine Regierung überzeugt davon sei, daß die Londoner Vorschläge vom 3. Februar ein untrennbares Ganzes darstettten. Er habe ferner erklärt, daß er sich nicht als Unterhändler nach Ber - l i n begebe, sondern gewissermaßen als Informator. Seine Aufgabe bestehe darin, die Auffassung der Reichsregierung zu den verschiedenen Punkten der Londoner Vorschläge entgegenzunehmen. Außenminister Laval hatte auch eine Unterredung mit dem sowjetrussischen Botschafter Patern k i n. Laval soll den Botschafter über seine Besprechungen mit Simon unterrichtet und ihm dis Versicherung abgegeben haben, daß der Oftpakt auf keinen Fall vernachlässigt werde« Sollten Deutschland und Polen ihren bisherigen ablehnenden Standpunkt aufrecht erhalten, so werde man nach Ansicht des „Oeuvre" die Verhandlungen über den Ostpakt ohne die beiden Mächte fortsetzen und ihnen dann ein fertiges Abkommen unterbreiten. Der Außenpolitiker des „Echo de Paris", Pertinax, ist dagegen der Auffassung, daß man bereits jetzt an eine Kompromißlösung denke. Man denks daran, den Ostpakt in zwei Teile zu teilen und ihn aus einem inneren und einem äußeren Ring zusammenzusetzen. Der äußere Ring enthalte nur Konsultativ- und Nichtan - griffsoerpflichtungen, während der innere Ring die gegenwärtigen Beistandklauseln enthalte. Diesem inneren Ring würden Deutschland und Polen nicht angehören, wenn sie auf ihrem bisherigen Standpunkt beharrten. Pertinax fügt seinen Ausführungen hinzu, daß die französische Regierung diese Absicht bereits in ihrer Note vom 26. November an die polnische Regierung angedeutet habe. Simon zwei oder drei Tage in Berlin? London, 28. Febr. (DNB.) Wie verlautet, sind für die Besprechungen, die der englische Außenminister voraussichtlich gegen Ende nächster Woche mit dem Führer in Berlin haben wird, zwei, möglicherweise auch drei Tage vorgesehen. Eins Reise Simons nach Moskau und Warschau wird in einer Meldung der Preß Association als nicht wahrscheinlich bezeichnet. Es müsse aber abgewartet werden, ob Simon nach seiner Begegnung mit Hitler dem englischen Kabinett persönlich berichten werde. Das englische Kabinett werde alsdann entscheiden, ob der Außenminister sich nach Moskau begeben solle, oder ob weitere diplomatische Vorbereitungen notwendig sein würden. Die Frage, ob Lordsiegelbewahrer Eden den Außenminister nach Berlin begleiten wird, ist ebenfalls noch in der Schwebe. Da der Unterstaatssekretär des Aeußeren Earl Stanhope in Gens weilt, wird in London die Frage geprüft, ob eine gleichzeitige Abwesenheit der drei für die Politik des Foreign Office verant- wörtlichen Persönlichkeiten von London tragbar erscheint. Marktordnung in der Viehwirtschast. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh erlassen, die nunmehr auch auf diesem Gebiet die Durchführung einer umfassenden Marktordnung bringt. Die erste Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vorn 9. Juni 1934 hatte sich mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse des Schlachtviehverkehrs bewußt zunächst auf die Ordnung der größeren Schlachtviehmärkte (Viehgroßmärkte) durch Schaffung von Markt- und Bezirksoereinigungen für Schlachtviehverwertung beschränkt, die in der Haupt- vereinigung für Schla ch t viehverwer- tu n g zusammengefaßt wurden. Dabei ist zu beachten, daß die Marktvereinigungen bisher nur die an den Viehqroßmärkten tätigen Verkäufer (Vieh- Reichsjustizminister Dr. Gärtner und Staatssekretär Dr Freister hatten die Leiter der Justiz- sprengt Wachtmeiftcher Schranz auf 50 Schritt an den feindlichen Führer heran, feuert seine Pistole in die Luft: „So erklärt Preußen den Krieg!' Die Nachrichten vom Feinde verdichten sich. Kein Zweifel. General Frossard versammelt sein ganzes zweites Korps um St. Aoold. Der Oberstleutnant schlägt mit der Faust auf den Tisch: „Gut, verdoppeln, verdreifachen wir uns!" Die Ulanen gehen mit Feuereifer ans Werk, handhaben Nadel und Zwirn, durchstöbern die Kammern, wandeln das Rot am Kragen und Aufschlägen in Weiß und Gelb, vertauschen die Ulanka heute mit dem Waffenrock der Infanterie, morgen mit dem Drillichrock, die Czapka mit der Pickelhaube, dem Feuerwehrhelm der St. Johanner Bürger, wetteifern in allen Listen und Schlichen. Der Franzose meldet nach Paris- „Ulanen aller Art, Dragoner, Kürassiere, eine ganze Kavallerie-Division wehrt uns den Einblick bei Saarbrücken!" Ein paar Meilen südwestlich von Saarbrücken läuft die Bahn Saargemünd—Hagenau, die einzige Verbindung zwischen Metz und Straßburg. Premierleutnant von Voigt hat den Auftrag, sie zu zerstören. Zwei Nächte sucht er vergebens, die Sperrkette der Grenze und Zöllner zu durchbrechen. In der dritten Nacht erst gelingt es. Pulver in den Futtersäcken, Brechstangen und Zangen in den Säbel- und Pistolentaschen, erreichen er und ferne 26 Reiter auf Waldpfaden, durch Bäche und Schluchten in den ersten Morgenstunden des 24. Juli das Ziel, einen Viadukt. Ein Zivilingenieur, der wacker die Patrouille begleitete, übernimmt die Leitung der Arbeiten. Das Pulver kracht, leider zu schwach, aber für Tage ist doch der Verkehr unterbrochen. Kecker und kecker werden von Stunde zu Stunde die Ulanen. Weit ins Franzosenland streifen sie hinein. Wo immer ein Gegner sich zeigt, gleichviel ob stark ob schwach, er wird mit der Lanze an- gefaUen, es werden ihm Gefangene abgejagt. Müdigkeit, Anstrengungen? „Ein Pappenstiel! Ganz Deutschland schaut auf uns! General von Moltke m Berlin — der Kommandeur steht mit ihm in dauernder telegraphischer Verbindung roartet auf unsere Meldungen." _ , ,, Die Saarbrücker suchen sich bei Kräften zu erhalten. Was Küche und Keller bergen, schaffen fie herbei, wenn die Patrouillen heimkehren Sie wissen, was sie an ihren Ulanen haben. Die Franzosen dagegen sind arme Schlucker, leiden schon jetzt Hunger, fahnden auf Lebensrnittel in Öen fmb glücklich, wenn fie um teures Geld em Stuck Brot, eine Flasche „Kirsch" erhandeln. Die ersten Verluste. Der erste Tote wird begraben. Schatten huschen einen Augenblick über die Ulanen hatten Saarbrücken. Von Alberi Lehsten. Dreihundertfünfzig Reiter sind nicht viel, wenn ein ganzes Korps anrückt! Dreihunderfünfzig Reiter wiegen es auf, wenn die Czapka schief über dem linken Ohr sitzt und die preußischen Farben an den Lanzenspitzen flattern! Julisonne brennt auf den Rebhugeln, den Halden des Saartales. In dumpfer Erwartung liegt die Stadt: „Krieg oder Frieden?" Noch ist das entscheidende Wort nicht gefallen. In den Kasernen herrscht Leben. Man räumt, man packt, man scherzt, man singt, aber man schielt zuweilen auch nachdenklich nach Pistole und Sabel. Mitternacht! Alarm! Mobil! Die Truppe ruckt nach Osten ab; ihre Mobilmachung so nahe der Grenze wäre gefährdet. Ihre Reservisten erwartet sie jenseits des Rheins in der sicheren Hut des Hinterlandes Gesenkten Hauptes geben die Saar- hriihpr ihr das Geleit Der Franzmann wartet vor L?Lr'L In SLch. fo geh. d- Gerücht, sollen sie schon stehen, die Zuaven und Turkos, beschütze und Mitrailleusen, zehntausend Mann und m24‘ Stunden später! Hufe klappen auf dem Pilaster. Die Bürger spähen vorsichtig aus den Fenstern: Spahis oder Chasseurs a cheval? Die Gesichter werden hell: „Ulanen sind es, unsere heben Köllschen Jungs, kommen wieder, wir sinO ^Jm^Gasthof zu Dudweiler sitzt der Oberstleutnant von Pestel, ihr Kommandeur. Ein Befehl au ,, lin rief ihn und die Seinen nach kurzem M sch zurück, Saarbrücken und die Grenze zu ' Nachrichten über den Feind zu .verschaffen.Me - düngen überstürzen sich: „Drei feindliche Regimenter bei Stiring!" „Die Jnfanteriespitze schon an der Goldenen Bremme!" Der Oberstleutnant wehrt ab: „Ruhe, nur Ruhe, ich glaube nicht daran, -tue Wogen glätten sich. Zollwächter waren es, aus ihrem gewohnten Rundgang. „ Jnianterie trifft ein, Hohenzollern-Füstliere, 4üer, ein Bataillon, willkommene Verstärkung. Sie werden den Ulanen unterstellt, ziehen auf Feldwacht, die Ulanen werden frei, zu reiten, zu streifen. Rittmeister von Luck rückt als Erster mit seiner Eskadron gegen die Grenze. Ein Regiment Chasseurs a cheval ist im Aufmarsch drüben am Zollhaus. Ein Säbelwink: die Eskadron bricht zur Attacke vor. Aber der Franzmann nimmt den Angriff nicht an, schwenkt kehrt, als er die Lanzen- spitzen spürt. Patrouillen folgen ihm. Lachend Gesichter. Dann aber strafft man sich im Sattel: Neuen Aufgaben entgegen! Sie lassen nicht lange auf sich warten. Der Franzose schiebt seine Hauptkräfte an die Grenze. Oberstleutnant von Pestel stellt es selbst fest bei einem Vorstoß aus Gersweiler. Aus Berlin warnt man: „Zurückgehen auf Sulzbach ober Bildstock!" Doch der Oberst drahtet: „Werde Position unter allen Umständen halten. Bitte um Vertrauen." Am 2. August geht das Spiel zu Ende. Soweit man sieht, füllt sich das Tal mit Rothosen. Die Ulanenpatrouillen weichen nach Norden, nach Osten aus. Die Füsiliere feuern brav in die Anrückenden aus Hecken und Gärten. Aber die Uebermacht ist zu groß. Feindliche Batterien greifen vom Exerzierplatz her ein, nehmen die Stadt, den Bahnhof aufs Korn. Schon lodern Flammen hie und da in den Gassen. Oberstleutnant von Pestel läßt es genug sein, spart der Stadt die Schrecken des Straßenkampfes, geht auf die Höhen nördlich der Stadt zurück. Nur zögernd folgt der Feind, nicht wagte er, die Saar zu überschreiten. Um so mehr nimmt er den Mund voll: „Sieg, Sieg!" posaunt er in alle Welt. Mit Tränen im Auge melden die Berichterstatter: „Prinz Louis, des Kaisers 14jähriger Sohn, feuerte höchst eigenhändig eine Mitrailleufe ab und zeigte bewunderungswürdige Kaltblütigkeit im Kugelregen." Pestel schmunzelte: „40 Bataillone, 16 Eskadronen 72 Geschütze gegen ein Bataillon, drei Eskadronen, vier Geschütze. Ich kann zufrieden sein. Die Ausgabe ist gelöst. Ging die Stadt auch verloren, die Mobilmachung, der Aufmarsch des Heeres kann nicht mehr gestört werden." Das Generalstabswerk gibt ihm recht. Es schreibt: „Fast 14 Tage lang hätten die schwachen Abteilungen unter Oberstleutnant von Pestel der feindlichen Armee unmittelbar gegenübergestanden. Die Zähigkeit, mit welcher sie im Gefecht bei Saarbrücken ihre Stellunaen bis aufs äußerste fefthielten, war ein würdiger Abschluß jener standhaften Ausdauer. Was das Rheinische Ulanenregiment Nr. 7 in dieser Zeit geleistet hat, kann sich getrost mancher schönen Attacke zur Seite stellen." Schwindel um Van Dyck. Wer als Sammler einen Van Dyck zum Kauf angeboten bekommt, der sieht sich vor, um nicht das Opfer eines Betruges zu werden; denn kein Kunstkenner will seine Gemäldegalerie für teures Geld mit einer Fälschung verunzieren Das war auch der Grundsatz eines tschechischen Kaufmanns dessen £ri-- vatsammlung wertvoller Gemälde weithin bekannt ist. Dennoch ist er kürzlich einem geschickten Betrugsmanöver zweier Spitzbuben zum Opfer gefallen und muß nun mit Bedauern feftftellen, daß er einen gefälschten Van Dyck zu dem ansehnlichen Preise von 400 000 Kronen erworben hat. In der Zeitschrift „Die Kunstkammer" wird der Hergang dieses peinlichen Kaufes in feinen Einzelheiten berichtet: Eines Tages erschienen bei dem Kaufmann zwei junge Leute, um im Auftrag eines amerikanischen Millionärs die gesamte Sammlung aufzukaufen, wenn sich auch nur ein einziger Van Dyck darunter befinde. Der Kaufmann erklärte, nie an den Verkauf seiner Sammlung gedacht zu haben, zudem besitze er keinen Van Dyck und könne den Gästen schon aus diesem Grunde nicht dienlich sein. Sechs Millionen Kronen hatten die beiden jungen Leute für die Sammlung bezahlen wollen. Das war eine sehr ansehnliche Summe, die dem Kaufmann nicht mehr aus dem Sinn kam. Als daher die jungen Herren wiederkamen und hocherfreut mitteilten, fie hätten durch Zufall einen echten Van Dyck entdeckt, der für 400 000 Kronen zu haben sei, entschloß sich der Kaufmann, durch den Erwerb dieses Bildes seine Sammlung zu vervollständigen, um fie dann als Ganzes gegen jene Riesensumme an den Amerikaner zu verkaufen. Alles klappte wunderbar! Der Kaufmann erwarb das Bild mit einem Scheck über 400 000 Kronen, und eine Stunde später erhielt er von dem Amerikaner, der, von den Vermittlern begleitet, nun selber auf den Plan trat, als Kaufpreis für die ganze Sammlung prompt einen Scheck über sechs Millionen ausgehändigt. Der Tscheche versprach, die Bilder umgehend nach Amerika zu versenden. Der Kaufmann hat zu guter Letzt dies Versprechen nicht einzulösen brauchen, denn der Scheck über sechs Millionen war ohne Deckung. Die vierhunderttausend Kronen des Kaufpreises für das Bild waren inzwischen allerdings in bar von den Schwindlern abgehoben worden; der Van Dyck entpuppte sich als eine geschickte Fälschung. Sochschulnackrichien. Der Abteilungsleiter am Kaiser-Wilhelm-Jnstituk für physikalische Chemie und Elektrochemie in B e r - lin, Professor Dr. Peter Thiessen, hat einen an ihn ergangenen Ruf als ordentlicher Professor in der naturwissenschaftlichen Fakultät und Direktor des Instituts für physikalische Chemie der Universität Frankfurt a. M. abgelehnt. Der bekannte Frankfurter Internist Pro- fessor Dr. Franz Volh ard ist zum Ehrenmitglied der „Vlaamsche Vereeniging tot Bevordering der Geneeskunde" ernannt worden. Freizeitgestaltung und Sport gesucht. Abendbörse: ruhig. den tung der NSG. „Kraft durch Freude". Hier wird I Inhalt, seinem eigenen „Ich aber Freude und neue der volkstümliche Sport für jeden die einfache | Lebenskraft gibt! Wirtschaft So wird der schaffende Mensch mit dem Gedanken der Leibesübung vertraut gemacht und wird für den Sport gewonnen, der seinem Feierabend Für das vom Deutschen Fußballbund für 18. August abgeschlossene Länderspiel Deutschland gegen Finnland im Fußball, tritt neuerdings nunmehr auch die Stadt München offiziell als Bewer- Leider war der Sport als körperliches Ertüchtigungsmittel der breiten Masse nie recht erkennbar, weil als Wesen des Sportes nicht Ent-, sondern Anspannung gewertet wurde. Diese durchaus irrtümliche Einstellung in der breiten Oeffentlichkeit endgültig zu beheben, dient nicht zuletzt die Tätigkeit der Sportämter im Rahmen der Freizeitgestal- Oie Vorschlußrunde um den OFB. -Pokal. Brandenburg — Baden und Nordmark — Blitte. Die Aussichten des Gaues Baden, als letzter süddeutscher Gau im Pokal bleiben zu können, stehen beim Kampf im Berliner Poststadion gegen Brandenburg nicht gerade rosig. Immerhin bürgt aber die Spielstärke der Badener dafür, daß der Ausgang des Spieles gegen die zu Hause immer besonders elanvoll kämpfenden Reichshauptstädter als offen angesehen werden muß. Im Spiel des Gaues Nordmark gegen den Gau Mitte wird natürlich der Vorteil der heimischen Umgebung viel für die Elf der Nordmark ausmachen. Der Gau Mitte wird in Hamburg kaum zum Erfolg kommen können. Ein Sieg des Gaues Mitte würde jedenfalls eine große Ueberrafchung bedeuten. Zwei Repräfenlativspiele. Zwei Repräsentativspiele, das internationale Treffen in Düsseldorf zwischen Westdeutschland und Ost Holland und der Gaukampf in Köln zwischen Mittelrhein und Niedersachsen, geben dem Fußball-Programm des Sonntags eine besondere Würze. Westdeutschland und Ostholland stehen sich zum 25. Male gegenüber. Beide Mannschaften sind sehr geschickt aufgestellt, so daß es einen spannenden Kampf geben dürfte, den u. E. die Westdeutschen für sich entscheiden sollten. Für das Spiel in Köln ist eine Voraussage nicht zu geben, der Kampf ist offen. In der süd- und südwestdeutschen Fußball-Meisterschaft rührt sich fast gar nichts. In den sechs Gauen werden insgesamt nur sechs Spiele ausgetragen, wobei Württemberg, Bayern und Mittelrhein ganz spielfrei sind. München bewirbt sich um Deutschland - Finnland. * Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken AG., Köln. Die Gesellschaft weist zum 30. Juni 1934 einen Ueberschuß von 38 357 (384 647) RM. aus, der öorgetragen werden soll. Der Grund für das relativ ungünstige Ergebnis liege in dem Umstand, daß im Berichtsjahre nur der jeweils kleinere Teil der Neichsbahnaufträge für die Kalenderjahre 1933 und 1934 tmrchgeführt wurde. Der Bericht weist u. a. darauf hin, daß sich die Wirtschaftsbelebung im Berichtsjahre auch auf die Waggonindustrie auszuwirken begann. So waren die Reichsbahnaufträge höher, als in den Vorjahren. Auch im sonstigen Jnlandsgesckäst herrschte verstärktes Interesse. Das Auslandsgeschäft liege größtenteils noch ganz darnieder. Im laufenden Jahre habe sich die Gesamtlage hinsichtlich des Auftragseinganges weiter etwas gebessert, allerdings bei weichenden Preisen. * Gute Exportnachfrage für Diesel- Einbaumotoren Die „Kraftverkehrs-Wirtschaft" hört, daß eine gute Exportnachfrage das Geschäft in Lastkraftwagen-Diesel-Einbaumotoren begünstige. Es scheine sogar, daß die Auslandsnachfrage nach Fahrzeug-Dieselmotoren lebhafter sei, als nach vollständigen Diesel-Nutzfahrzeugen. * Anlieferung nicht konventierter inländischer Pfandbriefe. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung gibt bekannt, daß bei der Anlieferung nicht konvertierter inländischer Pfandbriefe zur Geltendmachung des Widerspruches für die Konversion eine Anlieferungsanzeige nicht erforderlich ist, da es sich um eine lediglich zu technischen Zwecken erfolgende Anlieferung handelt. Halt, sprach über die Erfahrungen von Garmisch- Partenkirchen und hob hervor, daß Deutschland bemüht sein wird, alle seine Gäste zufrledenzustellen, damit die Spiele ein großer Erfolg für die olympische Idee werden. Der Japaner Duruoka grüßte die deutschen Rundfunkhörer und wies auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der deutschen und japanischen Sportjugend hin. Olympia-Fechter-Kurs in Frankfurt. In Frankfurt a. M. findet zur Zeit unter Lei- tung von Erwin Casmir ein Olympiakurs für Fechter und Fechterinnen statt, an dem die besten deutschen Sportler auf diesem Gebiet teilnehmen. Verbunden mit dem Kurs sind auch Ausscheidungsturniere in den einzelnen Waffen, deren Ergebnisse einmal für die Besetzung der Europamelster- schaften in Lausanne maßgebend sind, und zum anderen mit diesen und den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt zusammen den Ausschlag geben werden für die Zusammenstellung der Deutschen Olympia-Mannschaft für Berlin 1936. An der Abendbörse herrschte Zurückhaltung. Von der Privatkundschaft lagen keine Auftrage vor. Die Grundtendenz blieb aber freundlich, und auch die Kurse zeigten im Vergleich zum Berliner Schluß kaum eine Aenderung. Mäßig höher lagen IG. Farben, Mannesmann, Rheinstahl und Elektrische Lieferungen, Siemens blieben von den Ausführungen in der heutigen Generalversammlung unberührt. Deutsche Linoleum lagen zunächst leicht gebessert, bröckelten aber gegen Börsenschluß wieder ab. Am Kassamarkt zogen IG. Chemie Basel volle auf 158 (155), Brown, Boven auf 73,40 (70,50) und Dereiniate Ultramarin auf 129 (128) an. Die drei Großbankaktien erhöhten sich einheitlich auf 84,50 (84,25), auch Rheinische Hypotheken-Bank lagen mit 129 (128,75) noch etwas fester. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,65, Stahlverein-Bonds 97,65, IG. Farben-Bonds 121,65, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken - Bank, Gold - Komm. 94, Commerzbank 84,50, DD - Bank 84,50, Dresdner Bank 84,50, Rheinische Hypotheken-Bank 129, Meininger Hypotheken - Bank 98,50, Gelsenkirchen 70, Harpener 99,25, Mannesmann 77, Phönix 55,65, Rheinstahl 95, Stahlverein 46,75, Bekula 140.75, Brown, Boveri 73,40, IG. Chemie Bosel, volle 158, Conti-Gummi 146,75, Scheideanstalt 206, Deutsche Linoleum 145 bis 144,75, Licht und Kraft 117. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Febr. Auftrieb: 3 Rinder (gegen 13 am letzten Donnerstagmarkt vom 21. Februar), darunter 2 Ochsen und 1 Kuh. Zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: 4 Bullen und 65 Kühe, 963 (1159) Kälber, 127 (115) Schafe, 372 (402) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 47 bis 50 (am 21. Februar 45 bis 50), b) 39 bis 46 (36 bis 44), c) 33 bis 38 (29 bis 35), d) 25 bis 32 (22 bis 28); Lämmer und Hämmel b2) Weidema.t- hämmel 36 bis 37 (36 bis 37), c) mittlere Mast- lämmer 32 bis 35 (33 bis 34); Schafe f) mittlere 30 bis 32 (29 bis 32), g) geringe 26 bis 29 (23 bis 28); Schweine b) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 46 bis 52 (46 bis 51), d) 44 bis 50 (44 bis 50). Marktverlauf: Kälber belebt, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine mittelmäßig, ausverkauft (1 Stück Ueberftanb). Großhandelspreise für Fleisch und für Dettmaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1116 Viertel Rindfleisch, 189 ganze Kälber, 9 ganze Hämmel, 736 halbe Schweine. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 60 bis 64, c) 56 bis 60; Bullenfleifch b) 54 bis 56; Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40; Färsenfleisch b) 60 bis 64, c) 56 bis 60; Kalbfleisch b) 62 bis 70, c) 56 bis 62; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75; Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 cm 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: mittelmäßig. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 28. Febr. Die nunmehr durch Reichsgesetz beschlossene Konversion der öffentlichen Anleihen fand an der Börse eine gute Aufnahme, da hierdurch ein bisher die Börse belastendes Moment ausgcschieden ist. Im allgemeinen entsprachen die Bedingungen den Erwartungen, doch war man von dem 2prozentigen Bonus, insbesondere für die kommunalen Anleihen, angenehm berührt, weil man hierfür vorher kaum damit gerechnet hatte. Indessen eröffnete die Börse verhältnismäßig ruhig, da seitens der Kundschaft nicht das erwartete größere Interesse vorlag. Die Kulisse wurde infolgedessen in ihrer Unternehmungslust etwas beeinträchtigt, so daß sich zumeist nur kleine Umsätze entwickelten. Bei freundlicher Tendenz ergaben sich an den Aktienmärkten aber überwiegend Kurserhöhungen von 0,50 bis 075 v. H. Erhöhtes Interesse zeigte sich hierbei für Autowerte. Daimler zogen auf 50,25 (48,90) an und wiesen etwas lebhafteres Geschäft auf, auch Adlerwerke Kleyer waren im Freiverkehr um 2 v.H. auf 88 erhöht. Ferner fanden Zellstoffwerte stärkere Beachtung, wobei Waldhof mit 104,50 1,90 v.H. und Aschaffenburg mit 79,50 1 v.H. gewannen. Fest lagen außerdekn wieder Kalinebenwerte, so Aschersleben mit 110 (108,13) und Westeregeln mit 109,50 (107,65). Am Montanmarkt waren Harpener um 1 v. H., Buderus um 0,50 v. H. und Phönix um 0,13 v. H. gebessert, dagegen gingen Rheinstahl um 0,50 v. H. zurück. Am Elektromarkt lagen die vorbörslich favorisierten Tarifwerte sehr still und uneinheitlich. Bekula lagen noch 0,25 v. H. und Elektr. Lieferungen 1,50 v. H. höher, während Gesfürel 0,65 o. H. nach gab en. Im übrigen lagen die Kurse etwa behauptet, Siemens büßten allerdings zirka 1 v. H. ein. JG.-Farben eröffneten mit 141,75 (141,50), Scheideanstalt mit uno. 206 und Metallgesellschaft mit 90,50 (90,25). Sonst setzten noch u. a. ein: Reichsbank 0,25 v. H., Nordd. Lloyd 0,25 v.H., Moenus-Maschinen 0,50 v. H. freundlicher, Deutsche Linoleum 1 v. H. schwächer und Aku mit 54,75 unverändert. Am Rentenmarkt waren Altbefitzanleihe angeboten und auf 113,13 bis 112,50 (113,65) ermäßigt, auch Kommunal-Umschuldung büßten im Tausch gegen Zinsvergütungsscheine (90,40 nach 90,20) zirka 0,40 v. H. ein. Stahlverein-Bonds konnten sich bei allerdings nur kleinem Umsatz um 0,40 v.H. auf 98 befestigen. Im Verlaufe war das Geschäft auf allen Marktgebieten sehr klein. Am Aktienmarkt blieb die Haltung weiter fest, wenn auch die Kursentwicklung nicht einheitlich war. Weiter gedrückt waren Deutsche Linoleum auf 144,50 (insgesamt —2 v. H), auch Reichsbank gingen auf 167 (167,50) zurück, JG.-Farben lagen bei 140,75 (141,75). Niedriger zur Notiz kamen noch Rhein. Braunkohlen nut 207,50 (209). Dagegen blieben Zellstoffwerte gesucht bei nochmaligen Erhöhungen bis zu 1 v. H. Fest lagen besonders Feinmechanik Jetter mit 77 (74,40). Etwas höher notierten ferner Aku bis 55, Hanfwerke Füssen mit 71,75 bis 72 (71,50) und Rütgerswerke mit 104,65 (103,75). Am Kafsamarkt zogen Gebr. Roeder auf die guten Bilanzziffern um 2 v. H. auf 107 v. H. an. Renten lagen später sehr still und unsicher, Alt- besitz mehrfach schwankend mit 112,65 bis 113 dis 112,50, Kommunal-Umschuldung waren um 0,10 d. H. erholt, Zinsvergütung blieben behauptet, Stahlverein-Bonds gaben 0,25 nach. Pfandbriefe lagen ruhig und meist unverändert. Für die von der Restkonverfion betroffenen Werte wurde die Notiz für heute noch ausgesetzt. Auslandsrenten lagen still. — Tagesgeld war zu 4 v. H. noch stark körperliche Bewegung in den Vordergrund gestellt. Keine weitere Bedingung wird gefordert als Lust und Liebe zur selbsttätigen körperlichen Erziehungsarbeit. Der Jugend wird diese Forderung zu gering erscheinen. Ihr ungestümes Draufgängertum will uno wird sich vielseitiger austoben. Aber gerade die älteren Volksgenossen bedürfen dieser Einrichtung der Sportkurse, um wieder zu Kräften zu kommen, die Spannkraft und damit Lebensenergien erhalten. Wenn die Maschinen ruhen und der Feierabend eingeläutet wird, dann sollen die Volksgenossen mit den bleichesten und verhärmtesten Gesichtern, den dünnsten Armen und Beinen, die ganz Ungeübten und Ungelenken und die Dicken den grauen Alltag vergessen und anfangen zu spielen, zu laufen, zu springen. Oder im Wasser zu planschen, sich bei den Händen zu fassen wie die Kinder, zu prüften und zu spritzen. Hier fallen Minderwertigkeitskomplexe ab und ängstliche Gefühle verlieren sich von selbst. Es merkt der Mensch, wie sich das „Faule Fleisch" langsam wieder strafft, wie sich die faltendurchfurchte Stirn glättet. Er spürt am eigenen Körper, daß er zu neuen Kräften kommt, zu größerer Leistung sich fähig fühlt. Mit einer großangelegten Werbeaktion wenden sich die Sportämter der NSG „Kraft durch Freude" erneut an die breite Oeffentlichkeit, um jedem Volksgenossen Gelegenheit zu geben, für geringste Mittel und ohne Zwang in die verschiedensten Sportarten eingeführt zu werden. Es ist heute nicht mehr notwendig, den Begriff der Freizeitorganisation „Kraft durch Freude" in alle seine Einzelheiten aufzuteilen und den Wert der Freizeitgestaltung besonders zu beleuchten. Denn das Volk hat längst begriffen, daß der neue sozialpolitische Weg, den der Führer uns zeigte, die Sicherung einer wahren Erholung für den deutschen Arbeiter bedeutet. Wegweisend für die Freizeitgestaltung steht das vom Führer geprägte Wort in den Vordergrund: „Wie erhalten wir dem Volke die Nerven — in der Erkenntnis, daß man nur mit einem nervenstarken Volke Politik treiben kann." Als Quintessenz dieses Satzes gilt die Verpflichtung, dem schaffenden deutschen Menschen in seiner Freizeit eine völlige Ausspannung seines Körpers und feines Leibes zu geben und ihn teilnehmen zu lassen an der Vielheit unserer hohen Kultur, ihn herauszureißen aus grauen Alltagssorgen, ihm — seinem inneren Bedürfnis entsprechend — das persönliche Empfinden wiederzugeben und ihn nicht zuletzt von der stumpf- finnföröernöen Langeweile zu befreien. Der Mensch bedarf einer viel feineren Pflege und Reinigung als feine Maschine, fein Werkzeug. Er braucht Erholung, Entspannung, Ausgleich und Sammlung zur Wiedererstehung seiner geistigen, seelischen und auch der körperlichen Kräfte. Auf das letztere muß aber ein besonderes Gewicht gelegt werden. ber auf. Oie Kreisklaffenspiele des Sonntags. Krofdorf — VfB. II (Prinz, Albshaufen); Lollar —1960 II (Niersbach, Wetzlar); Heuchelheim — Leihgestern (Kaletfch, Wetzlar); Garbenteich — Steinberg II (Keller, Naunheim); Albshaufen —Tgde. Wetzlar, Aufstiegspiel (Deibel, Gießen); Berghausen — Oberbiel, in Werdors (Post, Wieseck); Hermann- stein— Waldgirmes •(©rote, Mainzlar); Vetzberg — Launsbach (Schnabel, Wieseck); Rodheim —Erda (O. Rüspeler, Gleiberg). VfB. II konnte am Sonntag einen hohen Sieg gegen 1900 II herausholen, aber in Krofdorf mutz bis zum Schluß gekämpft werden, wenn sich ein Erfolg einstellen soll, trotzdem trauen wir VfB. einen Sieg zu, zumal sie die im Vorspiel erlittene Niederlage wettmachen wollen. In Lollar wird 1900 II wenig Aussichten auf Sieg haben, denn Lollar ist gut in Fahrt. Der voraussichtliche Meister Heuchelheim erwartet Leihgestern und muß gewinnen. Leihgestern wird den Sieg aber nicht leicht werden lassen. Garbenteich empfängt Steinberg II und dürfte voraussichtlich Sieger werden. Der Kampf Vetzberg — Launsbach ist offen, während wir bei dem Spiel Rodheim — Erda den Platzherren als Sieger erwarten. Fastnachtstreffen der Skizünstigen auf dem Hoherodskopf. Als am vergangenen Sonntag die letzten Teilnehmer der Maskenbälle nach Hause gingen, traten um 7 Uhr am Ludwigsplatz die „Unentwegten" der Gießener Skizunft mit dem Skiklub-Autobus die Fahrt zum Hoherodskopf an. Von Busenhorn an konnte man von einer geschlossenen Schneedecke sprechen, und droben im Oberwald lag auf etwa 40 Zentimeter Altschnee eine Neuschneedecke von 10 bis 15 Zentimeter Höhe. Auf der Hohenrains- bornroiefe herrschte eifriger Lehr- und Lernbetrieb, während die „alpinen" Kanonen sich in schwierigen Waldabfahrten versuchten. Andauernder Schneefall hatte bis zum Nachmittag die „Rennbahn" in gute Verfassung gebracht. Ein „offenes Abfahrtsrennen" vereinte hier die alten und jungen Skiläufer. Erstaunlich war hierbei das Ergebnis, daß 50jährige Skiläufer den jungen Brettlhupfern das Nachsehen gaben. Falls die Schneeverhältnisse am Sonntag, dem 3. März 1935, wieder so günstig sind, was übrigens nach den Wetterberichten 'vorhergesagt wird, werden sich die oberhessischen Skiläufer maskiert zu einem Fastnachtstreffen auf dem Hoherodskopf einfinden. Da auch eine „Damenmannschaft" zum Skispringen zugesagt hat, dürfte zünftiger Betrieb zu erwarten fein. Arbeitstagung des ZOC. Auch von der ersten Arbeitstagung des Internationalen Ohympischen Komitees wurde am Dienstagabend im Deutschen Rundfunk eine Uebertragung gebracht. Die Vertreter der drei Länder, die sich um die Olympischen Spiele 1940 bewerben, Japan, Italien und Finnland, sprachen auf der Tagung. In einem ausgegebenen Kommunique wurde zum Ausdruck gebracht, den Amateurgedanken im olympischen Sport mit allem Nachdruck durchzusetzen. So wurde auch beschlossen, daß auch die FußbalU mannschaften für die Olympischen Spiele 1936 sich aus Amateuren zusammensetzen. Der Präsident der Olympischen Winterspiele, Dr. Karl Ritter von Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.2)1. iJerim Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schlußl. Abend- börsc Schluß« kurs Schlutzt. Mitlagbörse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« Iure Schluß!. Mittag- börfe_ Odium 27.2 | 28 2 27.2. 28-2- Datum 27 2- 28-2 27.2 28.2 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6Vt% Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 99. A 99.4 99 A 99 A 8,5 4,35 7 4,05 34,25 30,5 33,5 86,5 112 84,13 84 84 167,25 29,4 141 105 117 86,5 115,75 111,75 99,5 147,75 121 1 90,25 I 99 ! 70,4 98,25 121 85,75 76.9 8,5 4,3 4,05 34,75 30,25 33,75 87 114,5 84,5 84,5 84,5 167 29,5 140-75 106,9 117 87,25 114,75 111,5 98,75 146 123 90,75 99 70 99,25 122 85,5 77 4,35 7 4,05 35 30,5 26.25 33,5 86,5 112,9 83,75 83,75 83,75 167,25 29,25 141 105 116,75 87 115,25 111,75 99,4 147,65 121,75 90,5 99,13 70,4 98,25 86,5 148 85,5 76,9 4,1 34,25 30,25 26,9 33,5 85,5 115 84,25 84,25 84,25 169,4 29,25 139,65 104,5 116,5 85,65 113,4 110,5 98.4 147,75 120 88,25 98,75 69 98,25 87 121 84,75 75,9 101.65 113,65 96 99,25 113,65 95,75 99,4 99,5 97 97 105.75 26 1,2 8,15 7,5 7,8 10,9 8,5 96,25 101,3 112,65 96 99,25 113,5 95,75 i 99,475 99,5 97 97 105,8 26,75 1,2 8,25 7,5 7,65 11 8-5 U 8 | 1 1 1 1 1 1 £ I 1 £ £ 53”1 1 96,25 101,75 114 95,75 99,5 97 97 105,8 1,2 8,1 7,6 11 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4l/i% Deutsche Reichspostschahan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rüstzahlb. 102%)............ 4Vt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12...... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Ban!..............0 Reichsban! ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.................... io Elektr. Lieferungsgeselkschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6y, Fellen & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schustert L Co............... 4 Siemens 8 Halske............7 LahmeyerL Co.............. 7 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener..............( Harpener................... 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ........... 2% Mannesmann-Röhren........( 5y2% ehem. Hess. Landes-Hypo. thekenbank Darmstadt Liaut ... 4y.% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldversstir. R.6 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehcm.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ey2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- 5y2% ehem. 'iy2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 4y2% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £bl.V Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Cilberrentc 4% Üngarische Goldrente...... 4% Üngarische Staatsrente v. 191C 4y2% dasgl. von 1913......... 5% abgest" Goldmexikaner von 9! 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih Serie l.................... Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miltag- börse Datum 27.2- 28.2 27.2. 28.2. Mansselder Bergbau....... .. 3 92 92 92 91 Kokswerke................ .. 5 — — 104,25 104,4 Phönix Bergbau........... .. 0 55,65 55,65 55,25 55,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 sy2 209 207,5 210 Rheinstahl................ 95,5 95 95,5 95,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 46,5 46,75 46,25 46 Otavi Minen ............. .. 0 12,25 12,4 12,4 12,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 108,13 110 108 104,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 107,65 109,5 107,9 106-5 Kaliwerke Salzdetfurth..... iya 146 147 145,25 146 I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 141,5 141 141,25 140,9 Scheideanstalt............. .. 9 206 206 Goldschmidt .............. .. 0 89,13 103,75 90,5 89,25 90-25 Rütgerswerle ............ .. 4 104,65 104,25 103.25 Metallgesellschaft.......... .. 4 90,25 90,75 90,13 89,5 Philipp Holzmann ........ Zementwerk Heidelberg .... .. 0 87,5 87,25 87,4 87 .. 5 119,75 119,25 Cementwerk Karlstadt...... 127 — Schultheis Patzenhofer .... .. 4 — — 102,5 102,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,75 54,75 55 54,4 .. 0 — 116,75 117,25 101,25 Zellstoff Waldhof ......... .. 0 102,75 105,25 103 Zellstoff Aschaffenburg .... .. 0 78,5 79,75 78 76.5 .. 7 ■ ■ 128,75 125,25 80.9 .. 0 48,9 50,25 81,75 Deutsche Linoleum........ .. 6 146,5 144,75 146 144 Orenstein & Koppel ....... .. 0 — — 85,13 84,5 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 39,5 39,4 39,5 39 ... c 196 197 195,5 194-5 Äccumulatoren-Fabrik..... .. 12 159 157,5 Conti-Gummt............ .. 8 — — — — Gritzner................. .. 0 35 35 35,25 35 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 90 90 — - Süddeuttcher Zucker...... ... v 164 162 165 164 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. Banknoten. 27. Februar 28.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire 0,636 0,640 0,636 0,640 Brüssel ... 58,21 58,33 58,21 58.33 Rio de Jan. 0,194 0.196 0,194 0,196 Sofia .... 3.047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,73 53,83 53,73 53,83 Danzig ... 81,315 81,475 81,315 81,475 London... 12,03 12,06 12,03 12,06 Helsingfors 5,315 5,325 5,315 5,325 Paris .... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .. 168,23 168,57 168,29 168,63 Italien... 21,14 21,18 21,14 5,702 21,18 Jao-rr.... 0,702 0.704 0,704 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 60,47 60,59 60,47 60,59 ffiiwt..... 48-95 49,05 48.95 49,05 Lissabon .. 10,92 1094 10,92 10,94 Stockholm. 62,04 62,16 62,04 62,16 Schweiz .. 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.. 34,06 34,12 34,06 34,12 Prag..... 10,391 10,411 10,39 10,41 Budapest . — — — —— Neuyork ... 2,476 2.480 2,476 2,480 Berlin,28.Februar | Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,428 2,448 Belgische Noten.................. 58,00 58,24 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... 53,52 11,995 53,74 12,035 16.42 16 48 Holländische Noten............... 167,87 168,55 Italienische Noten................ 21,33 60,31 21,41 Norwegische Noten .............. 60.55 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — —— Rumänische Noten............... 61.83 80,44 62,07 80,76 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 33,62 33,76 Ungarische Noten................ — Nr. 51 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffenj sreitag,(.März 1955 Aus der Provinzialhauptstadt. Der Lenzmond. „IM Mertz fängt die gantze Natur an, gleichsam erneuret und lebhaft zu werden, weil die ,pori' — — oder so zu reden — die Schweißlöcher der Erden sich aufthun und die Feuchtigkeiten dem Wachsthume derer Bäume und Kräuter zu gute in die Höhe gezogen werden!" So spricht der alte Naturforscher anno 1735, und in der geschraubten Darstellung liegt der Kern der Wahrheit, nämlich daß der Säfte- und Kräfteaustausch in der Natur sich im März reguliert. Sehr viel weniger „wissenschaftlich" ist des gleichen Gelehrten sprachliche Erläuterung der Märzmonate: „Mertz oder Mehrds nannten ihn die alten Deutschen, weil die Tagelänge und damit zugleich die Lieblichkeit des Wetters sich zu mehren anfängt!" Ganz gewiß gehört aber auch der März zu den ersehntesten Jahresmonaten, wenn man seiner Siegesherrlichkeit auch nicht allerwärts traut: „Der März ist der Lämmer Scherz, doch der April treibt sie wieder in die Ställ!" Der Reim ist nicht einwandfrei, die Erfahrung aber, daß ein milder März nicht „ohne Nackenschläge" bleibt, um so sicherer begründet. Anderwärts sagt man: „Der März hält den Pflug beim Sterz, danach kommt der April, der hält'n wieder still!" Gewiß stammt auch für den Monat der Tag- und Nachtgleiche: „Im Märzen spart man die Kerzen!" Natürlich schaut der Baue^ besonders in dieser verheißungsvollen Zeit auf das Wetter. Ein zu lieblicher März ist ihm nicht vertrauenswürdig. Zwar „Märzschnee tut den Saaten weh" mag es in besonders milden und frühbegünstigten Gegenden Deutschlands mit Recht heißen, aber gewiß gibt die Erfahrung der alten Bauernregel recht: „Trockener März, nasser April, kühler Mai füllen Scheunen, Keller und geben gut Heu!" Man sagt deshalb überall: „Märzenstaub bringt Gras und Laub" oder „Ein Lot Märzenstaub ist einen Dukaten wert." * Diesmal tritt der März in deutschen Landen besonders herrlich auf den Plan. Der heutige 1. März bringt dem Reich das Saarland wieder! Jedes Wort wäre zu viel, um noch einmal festzustellen, was dieser Märzbeginn für Deutschland bedeutet. Schon oft ist der März für Deutschland ein ereignisreicher Monat gewesen. Man denke nur an den ersten Kaiser des neuen, 1870/71 geschaffenen Reiches, an den alten Heldenkaiser Wilhelm den Großen. Am 9. März wurde er geboren, am 22. März schied er von seinem Volke. Die deutschen Freiheitskriege vor mehr als 120 Jahren: im März erhob sich 1813 das Volk; jener Aufruf des Preußenkönigs „An mein Volk!" trägt das Datum eines Märztages, ebenso wie die Stiftung des Eisernen Kreuzes, jenes unvergänglichen Ehrenzeichens, an einem Märztage geschah. Dor zwei Jahren die nationale Erhebung: am 21. März! Doch nicht nur auf politischem Gebiet hat der März Deutschland viele Erinnerungstage großer und ernster Art beschert, auch auf geistigem Gebiet ist er, wie man so sagt, ein Monat für sich. Wir wollen nicht vergessen, daß uns der März einen Liederdichter vom Range Paul Gerhardts schenkte, daß der deutsche Baumeister Carl Friedrich Schinkel im März geboren wurde, daß ein Hebbel Märzenkind ist. Viele Totentage könnte man ebenso aufzählen: der März ist eben ein Gedenkmonat eigener Art. So oft der März ins Land zieht, kommt die Tag- und Nachtwende, die Stunde der Frühlingssonnenwende: der Lenz ist da! Die Beseitigung der „Gerichtsferien". Der § 201 der Deutschen Zivilprozeßordnung lautete: „Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September". Während der „Ferien" wurden „nur" in „Ferienfachen" Termine 'abgehalten. Feriensachen, also in Wirklichkeit von ben Gerichten zu behandelnde Rechtsfälle, in denen es in Wirklichkeit keine Ferien gab, waren zunächst die gesamten Strafsachen, vom Strafbefehl bis zur Schwurgerichtsverhandlung. Amtsanwälte und Staatsanwälte kannten also Gerichtsferien überhaupt nicht. Neben der Strafjustiz gab es auch auf dem großen wichtigen Gebiet der von den Amtsgerichten bearbeiteten sog. Freiwilligen Gerichtsbarkeit, also im Grundbuchwesen, in der Bearbeitung von' Testaments- und Nachlaßsachen, im Handelsregisterwesen, in Vormundschafts- und Pflegschaftssachen, in der Jugendfürsorge und allen Rechtshilfesachen, die diese Gebiete betrafen, überhaupt ferne Serien* Diese Sachen wurden „am laufenden Bande" weiter bearbeitet. Während der Erholungs- zeit blieben diese Sachen vielfach dem beurlaubten Sachbearbeiter liegen, da sich der Stellvertreter meist nur sehr schwer in die oft umfangreichen Akten einarbeiten kcknnte. So kam es, daß die wahrend der .Ferien" gewonnene Erholung oft schon in kurzer Frist nach „Ferien"ende wieder dahin war. Aber auch im Kampfe um .Mein und dein" waren die Gerichtsferien vollkommen durchlöchert. Der Laie, der etwas von „Gerichtsferien gehört hatte, war allerdings der Ueberzeugung: „In den Ferien haben die Gerichte, Richter, Staatsanwälte, Beamte und Rechtsanwälte nichts zu tun. An den Gerichten steht alles still, und der Justizwachtmeister hat die Türen abgeschlossen." Er erinnerte sich dabei seiner einstigen Schulferien, während deren ihm beim besten Willen das Schulgebäude und der Schulsaal nicht geöffnet wurden. Blieb das ganze Gebiet der Strafrechtspflege mit dem Vernehmungs-, Untersuchungs- und Sitzungsdienst von den Gerichtsferien — die mit den Schulferien keinerlei Ähnlichkeit hatten, da sie eben keine „Serien" waren und keinen Stillstand der Rechtspflege bedeuteten — ebenso wie die schon weiter oben erwähnten Rechtsgebiete von dem Ferienbegriff ganz unberührt, so fand es auch auf Mietstreing- teiten, Meß-, Markt- und Arrestsachen, Wechselsachen, Ansprüche aus außerehelichem Beischlaf und Bausachen keine Anwendung. In dem Verfahren vor den Amtsgerichten hatte das Gericht auf entsprechenden Antrag auch andere Sachen als Feriensachen zu bezeichnen. Wurden in einer Sache, die durch Beschluß des Gerichts als Fevienfache bezeichnet worden war, im mündlichen Verhandlungstermin einander widersprechende Anträge gestellt, so war der Beschluß, der die Sache zur Feriensache erklärte, allerdings vom Richter aufzuheben, sofern die Sache nicht besonderer Beschleunigung bedurfte. Alle Sachen aber, die einer Beschleunigung bedurften, waren trotzdem weiter als „Ferienfachen" zu behandeln. Selten hat es deshalb wohl im Rechtsverfahren einen irreführenderen Begriff gegeben, als den, der nunmehr auch dem Namen nach beseitigten Ge- richtsfe-rien. Sie waren in der Tat für die im Dienste stehenden Justizbeamten aller Grade nur eine Zeit der Hetze. In einem Artikel vom 8. J^li 1927 schrieben wir: „Im Laufe dieser zwei Monate (Gerichtsferien) soll oder muß der Beamte zwar seinen Urlaub nehmen, soweit er ihm zusteht. Die nicht beurlaubten Richter und Beamten aber müssen die laufenden Arbeiten der anderen mit übernehmen, sich also in ihnen bisher fremde Sachen, Tatbestände, ja, womöglich in fremdgewordene Rechtsgebiete wiederum einarbeiten! Was würde wohl ein Zigarrenfabrikant sagen, wenn er plötzlich die kaufmännische Leitung und Verantwortung für eine Maschinenfabrik einen Monat lang übernehmen müßte, weil er ja auch „die Kaufmannschaft gelernt" hat. Nicht viel anders ergeht es dem Straf- oder Prozeßrichter, der plötzlich das Grundbuch übernehmen soll — und umgekehrt." Das Wort „Gerichtsferien" war nichts anderes als ein irreführendes Schlagwort, unter dessen Schutze allerdings nur allzu oft faule Schuldner eine üble, den Gläubiger schwer schädigende Prozeß- Grenz- und Auslandarbeit im BDM All unsere Arbeit, sei es Sport, Sozialarbeit, Musik oder weltanschauliche Schulung, gilt Deutschland — allen Deutschen. Ausgabe, Grundlage und Ziel unserer Mädelarbeit ist das stete Weiterarbeiten an der Vollendung des Nationalsozialismus. Wir Mädel in der Hitlerjugend, der Staatsjugend, sind uns der Verpflichtung gegenüber dem Deutschen Reich klar bewußt. Wir wissen sehr gut, daß manche Leute meinen, es sei unnötig für Mädel, sich mit nationalpolitischen Fragen, wie z. B. der Grenz- und Auslandsarbeit, näher zu beschäftigen. Wir freuen uns aber, daß man weiß, wie eingehend wir uns damit befassen. Denn der Zweck unseres Tuns ist der, daß alle Deutsche innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen von den hohen nationalsozialistischen Gedanken durchdrungen werden. Die Begeisterung für das Deutschtum, das trotz seiner Einheit so vielgestaltig ist, wollen wir wieder wecken und seine weltweite Verbreitung kennenlernen. Dieser Weitblick ist für uns, die wir zwischen vielen Staaten eingeengt sind, doppelt schwer, aber auch doppelt erforderlich. Wir wollen und müssen mithelfen, daß alle Deutschen, die das Glück haben, innerhalb der Reichsgrenzen zu wohnen, wissen, daß außerhalb Deutschlands auch noch Volksgenossen leben. Diese Auslanddeutschen können Deutsche Arbeitsfront. Verufsgruppenaml. Heute fallen sämtliche Lehrgänge anläßlich der Saarrückgliederungsfeiern aus. Auch am Montag und Dienstag kommender Woche findet kein Unterricht statt. Berufsgruppe der Werkmeister. Die für Samstag, 2. März, vorgesehene Zusammenkunft im Kaufmännischen Veremshaus, Werner» wall, fällt aus. Chorleiter Schulungskurse Der Gau XII im Deutschen Sängerbund (Hess. Sängerbund) veranstaltet auch in diesem Frühjahr wieder im ganzen Gaugebiet Chorleiter- Schulungskurse, die der gesangsmusikalischen Erziehung unseres Volkes durch Herausstellung eines Liedgutes dienen sollen, das künstlerisch echt, völkisch artgemäß und für das Volk faßlich ist. Für unsere Provinz sind vier zweitägige Kurse vorgesehen. Am 23. und 24. März in Wetzlar unter Walter Rein für die Sängerkreise Solms- Wetzlar, Gießen und Teile von Wette rau und Chattia, zu gleicher Zeit in Nidda unter Kreischormeister Bock für den Sängerkreis „Niddatal" und Teile von Chattia und Vogelsberg-Süd. Am 30. und 31. März in > Vilbel unter Dr. Werner (Frankfurt a. M.) für den Sängerkreis Taunus und Teile von W e 11 e r a u und Vogelsberg-Süd. Der letzte der Kurse findet am 6. und 7. April in Alsf e l d unter Prof. Temesvary (Gießen) für die Sängerkreise Vogelsberg-Nord, Alsfeld und Ohm-Lumdatal statt. IahreSpflichtchöre des Sängerbundes auf Gchallplatten. SBK. Vor einigen Monaten sind den Vereinen des DSB. durch ihre Gaue die „Jahrespflichtchöre 1935" als Geschenkgabe zugegangen. Inzwischen sind die Lieder von vielen Vereinen bereits erarbeitet und öffentlich vorgetragen worden. Auf den großen Sängerfesten in diesem Sommer sind vielfach die Pflichtchöre als Massenchöre aufgestellt. Dabei ist es von Wichtigkeit, daß die Einstudierung der Chöre in den einzelnen Vereinen möglichst nach in ihren Grundzügen einheitlichen musikalischen Gesichtspunkten erfolgt. Das ist besonders dann zu erstreben, wenn ausreichende Gesamtproben unmöglich sind. Darüber hinaus aber wird es jeden Dirigenten interessieren, die Pflichtchöre einmal in einer guten, einwandfreien Wiedergabe auf Schallplatten kennenzulernen. Er kann persönlich aus der Schallplatte Anregung schöpfen und an Hand der Partitur seine eigene musikalische Auffassung mit der Platte vergleichen. Die Pflichtchorschallplatten sind nach dem Urteil maßgebender Fachleute gut gelungen und bilden für die Vereine wertvolles Material zur Ergänzung und Vertiefung der gesanglichen Tätigkeit. Auf Bitten der Leitung des DSB. hatten sich im November vorigen Jahres in Berlin aus den größten und besten Gesangvereinen etwa 80 Sänger und Sängerinnen zur Verfügung gestellt, die in drei Proben unter Leitung von Hanns Mießner die Chore erarbeiteten. Lubiläumsgabe für den Gesangverein „Frohsinn". Gießener Sänger vor dem Mikrophon. Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Gesangvereins „Frohsinn", Quartett-Verein 1884 e. V. Gießen, wurde dem Verein von der hessischen Staatsregierung ein Bild des Führers mit Widmung durch den Kreiswalter des Sängerbundes, Koch, in feierlicher Weise überreicht. Der Vereinsführer Georg Schäfer dankte in bewegten Worten und versprach, weiter im Sinne unseres Führers an dem kulturellen Aufbau unseres Vaterlandes mitzuhelfen. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß der Verein am kommenden Sonntagmorgen unter Leitung seines Dirigenten Fritz Leib in der Stunde des Chorgesanges vor dem Mikrophon des Frankfurter Senders einige Lieder zu Gehör bringen wird. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. 20 Uhr Kundgebung auf dem Oswaldsgarten, anschließend Fackelzug, Großer Zapfenstreich und Feuerwerk. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prinzessin Turan- dot". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der blaue Diamant". — D i e NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, gibt im heutigen Anzeigenteil den Spielplan für den Monat März und die Zeiten der Kartenausgabe bekannt. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Ausfallende Sprech st unden. Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers sowie die der Ministerialabteilung II für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, fallen am morgigen Samstag, 2. März, aus. ** Die Geschäfts st unden der Industrie- und Handelskammer Gießen. Um mehrfach geäußerten Wünschen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, werden ab 1. März die Geschäftsstunden der Industrie- und Handelskammer Gießen für den Öffentlichen Verkehr wie folgt festgesetzt: vormittags 9 bis 12 Uhr, nachmittags 16 bis 17 Uhr, Samstags 9 bis 12 Uhr. ** Ausbruch der Rotlau f^euche in Gießen. Die Polizeidirektion teilt uns mit: In dem Schweinebestand des Ernst Walldorf in Gießen, Kläranlage 64, ist Schweinerotlauf festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet. ** Lieferungsvergebung. Die Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen schreibt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, Backwaren usw. für das Halbjahr vom 1. April bis 30. September aus. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. — Die Jndustrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit, daß b!» Unterlagen für die Vergebung von Lebensrnitteln, Backwaren, Fleisch-, Wurst- und Fettwaren usw. für zwei Landes-Heil- und Pflegeanstalten bei der Kammer einzusehen find. ** Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zum Mainzer Karneval. Zu dem vom 2. bis 5. März in Mainz stattfindenden Mainzer Karneval gibt die Reichsbahnverwaltung Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 2. März, 12 Uhr, bis 5. März. 24 Uhr -, Rückfahrt vom 2. März bis 6. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt ab Gießen 2. Klasse 8,10 RM., 3. Klasse 5,60 RM. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Der 1. Närz Tag der SaarriWiedernng in Gießen 1. Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Beginn 20 ilhr. Es spricht der Kreisleiter pg. Klostermann. - Alle Volksgenossen sind zu dieser Kundgebung eingeladen. Für die Gliederungen und die angeschlossenen Verbände der Partei ist es Pflicht, daran teilzunehmen. 2. Fackelzug durch die Stadt im Anschluß an die Kundgebung. Die Zahl der Teilnehmer am Fackelzug wird beschränkt. Es nehmen teil: 1. Teile des Reichsheeres Gießen; 2. SA. 2500 Mann; 3. PO. mit allen po< liflschen Leitern der 4 Ortsgruppen, den Amtsleitern, Abteilungsleitern der Kreisleitung; 4. Arbeitsdienst mit 120 Mann; 5. HI. mit 300 Mann; 6. IV. mit 120 Mann; 7. BOM. (200); 8. IM. (100); 9. REDFB. und Arbeits-Gemeinschast der Regiments-Vereine zusammen höchstens 600 Mann. - Die Mitglieder der Gliederungen und Verbände, die nicht am Fackelzug teilnehmen, beteiligen sich an der Kundgebung. Die SS. versieht den Ordnungsdienst auf dem Oswaldsgarten. Durch die Absperrung dürfen nur die geschlossenen Marschkolonnen, die am Fackelzug teilnehmen. Antreten der Marschkolonnen in Sechserreihen nicht aus dem Oswaldsgarten. Ort und Zeit ist den Gliederungen überlassen, doch müssen sämtliche Fackelzugteilnehmer um 19.45 Llhr auf dem Oswaldsgarten sein. Die PO. tritt 19.30 Llhr (pünktlich) in der Marktlaubenstraße mit Jahnen an. Rechter Flügel Lindenplah. Meldung an pg. Kopp. Fackeln können von den einzelnen Ortsgruppen, der SA.,Arbeitsdienst, HI., IV., BDM., IM. am Freitag morgen nach der gettoffenen Vereinbarung abgeholt werden. Die Aufstellung auf dem Oswaldsgarten und der Anmarschweg geht ans den Aufmarschplänen hervor, die den Beteiligten zugehen. Marschstraßen des Jackelzugs: Oswaldsgarten, Steinstraße,Mar- bnrger Straße, Walltorstraße, Lindenplah, Kirchenplah, Echulstraße, Reuen Bäne, Gartenstraße,Lndwigstraße,Bleichstraße, Hindenbnrgwall, Seltersweg, Kaplansgasse, Reustadt, Oswaldsgarten. 3. Im Anschluß an den Fackelzug: Großer Zapfenstreich der Teile des Reichsheeres Gießen auf dem Oswaldsgarten. Aach dem großen Zapfenstreich ans Oswaldsgarten Feuerwerk. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Verschleppung zu erreichen gewußt haben, unter der insbesondere auch die Geschäftswelt schwer zu leiden ^Nun gehören die Gerichtsferien, Gott sei Dank, der Vergangenheit an. Sie haben niemanden genützt und vielen geschadet. Die fortschreitende Rechtsentwicklung hat sie — endlich! — auch dem Namen nach beseitigt, wie das schon seit Jahrzehnten aus Industrie- und Handelskreisen, aber auch insbesondere von einsichtigen Jüngern der Rechtspflege selbst gefordert wurde. Feuerwerk auf Oswaldsgarten. Im Anschluß an den großen Zapfenstreich am heutigen Abend auf Oswaldsgarten wird dort noch ein Feuerwerk abgebrannt. Im übrigen sei noch auf die heutige Ankündigung der Kreisleitung hingewiesen. Keine Polizeistunde am 1./2. Marz. (LPD.) Das Staatspresfeamt teilt mit: Aus Anlaß der Wiedervereinigung des Saargebiets mit dem Reich ist die Polizeistunde in der Nacht vom 1. zum 2. März in allen deutschen Gemeinden auf Anordnung des Reichsministers aufgehoben. Zugehörigkeit von NSKOV. - Mitgüedern zur Deutschen Arbeitsfront Die DAF. teilt mit: Mitglieder der NSKOV., die sich im Besitz eines ordnungsgemäßen Ausweises befinden, zahlen bis einschließlich Beitragsstufe 17 den ihrem Einkommen entsprechenden nächstniedrigen Beitrag. Diese Vergünstigung gilt jedoch nur für Mitglieder, die keine Kinder bis zu 18 Jahren haben. Hieraus geht klar hervor, daß bei der Mit- gliederwerbung für die DAF auch die Mitglieder der NSKOV. berücksichtigt und als Mitglieder der DAF. erfaßt werden können. Daten für den 1. März. 1268: Markgraf Dietrich von Landsberg beurkundet die Leipziger Messe; - 1868: der Admiral und preußische Staatsrat Adolf von Trotha in Koblenz geboren; — 1871; Einzug der Deutschen in Paris; — 1896: Sieg der Abessinier über die Italiener bei Adua; — 1929: der Kunsthistoriker Wilhelm von Bode in Berlin gestorben (geboren 1845). bei ihrem Kampf um die Erhaltung ihres Deutschtums rege Anteilnahme für ihr Ergehen von uns fordern. Andererseits ist es unsere Pflicht, die Auslanddeutschen von dem wahren Geschehen im Reich laufend in Kenntnis zu setzen, damit sie nicht auf ihrer altererbten Kulturstufe stehen bleiben, sie erhalten, sondern daß sie mit der nationalsozialistischen Weltanschauung Schritt halten können. Sie sollen die Gewißheit des Rückhalts am Mutterland haben und wir die Ueberzeugung, daß sie draußen immer Träger unseres Denkens und Wollens, immer Deutsche sind. Die anderen Volker sollst du achten — aber dein eigenes lieben. — Die Gleichberechtigung ist die Forderung unserer volksdeutschen Arbeit. Was tun wir nun für die Grenz-, Auslands- und Kolonialarbeit innerhalb des BDM.? Auf jeder Kurzschulung und Führerinnenbesprechung innerhalb des Untergaus 116 werden unsere Führerinnen von Grenz- und Auslands-Referentinnen für die volksdeutsche Arbeit geschult, daß sie ihr Wissen dann ihren Mädeln bis ins kleinste Dorf wieder weitergeben können. Dann stellen wir auf diesen Besprechungen und bei den Werkabenden der Scharen Betreuungsarbeiten für Grenz- und Kolonialdeutsche her. Da entstehen mit viel Begeisterung Spiele aller Art, Kleidungsstücke, Webe- und Bastelsachen für unser Schutzgebiet in Pommern und Südwest. An Weihnachten ging die erste Sendung fort; jetzt arbeiten wir für die zweite. Wir freuen uns schon alle wieder auf die Briefe, die dann kommen werden! Nichts soll uns rauben Liebe und Glauben zu diesem Land. Es zu erhalten und zu gestalten sind wir gesandt. Mögen wir sterben — unseren Erben wächst dann die Pflicht: es zu erhalten und zu gestalten — Deutschland ftirbt nicht. — Der Veichs-erufswettkampf. Von der Landesstelle Hessen-Nossau des Reichs- Ministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda wird mitgeteilt: Zungen und Mädel im ?riseurgetverbe! Der Reichsberufswettkampf für eure Gruppe findet nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am Freitag, 22. März, statt. Zahlreichen Wünschen entsprechend ist euer Wettkampf auf Montag, 18. März vorverlegt worden. Jungfriseure, Jungfriseusen'. Merkt euch euren Wettkampftag! Wer seine Anmeldung zur Teilnahme am Reichsberufswettkampf noch nicht abgegeben hat, hole dies sofort nach! Anmeldeformulare durch die Berufsschulen, die Jugendwalter der DAF. und die Wettkampfleiter. Friseurmeister! Friseurgehilfen! Der Reichsberufswettkampf der Lehrlinge des Friseurgewerbes findet nunmehr am Montag, 18. März, also nicht Freitag, statt. Damit ist zahlreichen Wünschen entsprochen worden. An euch liegt es nun, diesen Wettkampf eures Berufsnachwuchses zu einem hundertprozentigen Erfolg zu führen. Stellt eure Kräfte in den Dienst dieser gewaltigsten beruflichen Aktion unserer Jugend! Stellt euch den Wettkampfleitern als Mitarbeiter zur Verfügung! Und ihr, Meiller, gebt euren Lehrlingen am Montag, den 18. März, frei, damit sie sich alle am Reichsberufswettkampf beteiligen können! Die knegsgräbersiirsorge im Kreis Gießen. In einer Sitzung der Führerschaft der Kreis- gruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die gestern unter dem Vorsitz des Kreisgruppenleiters Landgerichtsrat Trümpert stattsand, wurde mitgeteilt, daß die Sammlung im Kreisgruppengebiet am 20. und 21. Oktober voriaen Jahres für die Zwecke des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Nettoertrag von 5266.80 Mark erbracht hat. Dieser Sammlungsertrag ist in vollem Ausmaß an die Landesgruppe in Darmstadt überwiesen worden. Bei dem Bericht über die Rechnungsablage aus dem Rechnungsjahre 1934 erfuhr man, daß die Einnahmen in diesem Jahre sich auf 8525,94 Mark und die Ausgaben sich auf 903,68 Mark belaufen, so daß sich ein Bestand von 7622,08 Mark als Vermögensgrundlage der Kreisgruppe Gießen ergibt. Die Jahresrechnung wurde von den Herren Bürodirektor Kinkel und Bürodirektor Keßler geprüft und in allen Teilen in bester Ordnung befunden. Dem Anträge der Rechnungsprüfer entsprechend wurde dem Schatzmeister Bock mit herzlichen Worten des Dankes und der Anerkennung für seine mühevolle Arbeit einstimmig Entlastung erteilt. Da der bisherige Schatzmeister, Oberpostsekretär i. R. Bock, mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine Gesundheit gebeten hatte, ihn vom Amte des Schatzmeisters zu entbinden, wurde als neuer Schatzmeister Bankbeamter Weber in sein Amt eingeführt und von dem Kreisgruppenleiter verpflichtet. Dem bisherigen Schatzmeister Bock wurde für seine jahrelange selbstlose und vorbildliche Tätigkeit in gebührender Weise herzlich gedankt. Um den erfahrenen Rat des Herrn Bock auch weiterhin für die Arbeit der Kreisgruppe sicherzustellen, wurde Herr Bock als Beirat in die Führerschaft berufen. Um die Arbeit der Kreisgruppe auf breiter Grundlage tief in allen Volksschichten -zu verwurzeln, ist vorgesehen, in den einzelnen Gemeinden des Gießener Kreisgruppengebietes Vertrauensleute zu bestellen, durch die eine enge Verbindung mit der Kreisgruppenleitung gewährleistet werden soll und die außerdem bei künftigen Sammlungen die örtliche Leitung übernehmen. Es wurde als zweckmäßig erachtet, für die Tätigkeit als Vertrauensleute die Bürgermeister der Orte zu gewinnen. Erfreulicherweise haben auf eine Anregung des Kreisamtes Gießen hin zahlreiche Gemeinden unseres Kreises bereits ihre Mitgliedschaft bei der Kreisgruppe Gießen des Volksbundes angemeldet, der Beitritt weiterer Gemeinden ist zu erwarten. Im weiteren Verlaufe der Sitzung besprach man noch kurz einige Fragen der Feier des Heldengedenktages am 17. März, die in den Reichsheer- Standorten bekanntlich von der Wehrmacht veranstaltet wird. Ferner beschäftigte man sich erneut mit der Frage der Uebernahme einer Patenschaft für einen deutschen Kriegerfriedhof auf dem ehemaligen Kriegsschauplatz, ohne jedoch vorerst entscheidende Beschlüsse fassen zu können. Ein vorbildliches Werk der Volkskunde. Oie Sammlung der HauSinschristen. Der Museumsverband für Kurhessen und Waldeck hat die vollständige Sammlung und systematische Ordnung der Hausinschriften in Angriff genommen, d. h. aller Inschriften, die sowohl an Wohnhäusern, als auch an öffentlichen Gebäuden im Regierungsbezirk Kassel, der Provinz Oberhessen und den Kreisen Biedenkopf und Wetzlar nachzuweisen sind. Der TNuseumsverband ist der Ueberzeugung, daß diese Arbeit gerade seht von vordringlicher Wichtigkeit ist, weil infolge der überall vorgenommenen Hausreparaturen und -aufsrischun- gen viel wertvolles Material unwiederbringlich verloren zu gehen droht, wie auch schon in vergangenen Zeiten von den auf puh gemalten, oder in Holz geschnittenen hausinschriflen viele verwittert, oder durch andere elementare Lin- slüsse zerstört sind. Die volkskundliche Bedeutung einer umfassenden Sammlung dieses ehrwürdigen Brauchtums unserer Vorfahren leuchtet ohne weiteres ein; auch ihr fa° miliengeschichtlicher Wert ist nicht gering zu veranschlagen, oa namentlch in den Dörfern die Namen der väterlichen und mütterlichen Ahnen in zahlreichen Fällen durch die Inschriften überliefert werden. Die geplante Veröffentlichung stellt für Deutschland einen ersten Versuch dar, die Hausinschriften einer größeren kulturell (wenn auch nicht sprachlich) einheitlichen Landschaft zu erfassen. Dadurch, daß sie auf diesem volkskundlichen Sondergebiet bahnbrechend vorangeht, ist die Sammlung von nicht zu unterschätzendem beispielhaften Wert. Die den Grundstock bildende Sammlung des Amtsgevichtsrtas Karl von Baumbach (Fronhausen an der Lahn) und seines Mitarbeiterkreises — das Ergebnis vieljähriger, mühevoller Forschungen — wird jetzt sorgsam ergänzt durch eine Umfrage in denjenigen Kreisen, die den Nachforschungen des Herrn von Baumbach noch nicht oder nicht ausreichend zugänglich waren; Neuland in diesem Sinne ist namentlich auch der Kreis Wetzlar. Die Anordnung des riesigen Materials soll in vier großen Abteilungen erfolgen; und zwar behandelt Teil 1 diejenigen Hausinschriften, welche sich auf „Die Bauwerke und das Bauen- beziehen; Teil 2 diejenigen, welche sich auf „Den Bauherrn und die anderen- beziehen. Teil 3 bringt dann die Fülle der „Inschriften allgemeinen Inhalts-, also ohne Beziehung auf Bau oder Bauherr: den verschiedenen Ständen und Berufen gewidmet, epigrammatische und Sprüche und Lebensweisheit; Klagen über die schlechte Welt; Rätsel- und Vexier-Inschriften usw. Teil 4 endlich faßt die „Inschriften aus Bibel und Gesangbuch- zusammen. Alle Ortschaften, in denen eine bestimmte Inschrift vorkommt, werden innerhalb der einzelnen Kreise in alphabetischer Reihenfolge aufgefuhrt. Ebenso werden die Inschriften der Kreise Biedenkopf und Wetzlar gesondert aufgeführt. Der Museumsverband hofft, bei ununterbrochener Weiterarbeit etwa in einem Jahr ein druckfertiges Manuskript vorlegen zu können. Oberheffen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 28. Febr. Der Kredltver- ein Heuchelheim hielt dieser Tage seine 137. ordentliche Generalversammlung in der Turnhalle ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Werner R e h b e r g begrüßte zu Beginn die Mitglieder. Der Jahresbericht über das abgelaufene Rechnungsjahr wurde von dem Vorstandsmitglied Fritz Kreiling verlesen. Die Kasse wies ein befriedigendes Ergebnis aus. Zu der folgenden Vorlage der Jahresrechnung hatte jedes Mitglied die Bilanz des Jahres 1934 in gedruckter Form in Händen. Die einzelnen Posten wurden von dem Vorsitzenden erläutert. Die Versammlung genehmigte die Rechnung, und entlastete den Porstand und den Aussichtsrat. Ein Beschluß über die Verwendung des Reingewinnes wurde von der Versammlung einstimmig gefaßt. Nachdem der Vorsitzende noch einen kurzen Bericht über die stattgefundene gesetzliche Revision gegeben hatte, folgte die Ergänzungswahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. An Stelle des freiwillig ausgeschiebenen Direktors Hermann Römer wurde Fritz Kreiling oorgeschlagen und von der Versammlung gewählt. Als drittes Mitglied gehört jetzt dem Vorstand der schon jahrelang als Angestellter auf der Kasse beschäftigte Theodor M a n d le r an. Die drei satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aussichtsrates Rudolf Gilbert, Ludwig K r ö ck und August Engelhardt wurden einstimmig wiedergewählt und blieben in ihren Aemtern. Die Kreditgrenzen wurden von der Versammlung neu festgesetzt. Auch die Haftsumme der Mitglieder, die für jeden Geschäftsanteil seither 1000 Mark betrug, wurde auf die Hälfte, also auf 500 Mark herabgesetzt. Als ein Zeichen einer gesunden Wirtschaftsführung im Kreditverein Heuchelheim ist es anzusehen, daß die Zahl der Sparerkonten in dem abgelaufenen Jahre bedeutend zugenommen hat. Auch die Mitgliederbewegung ist zufriedenstellend. Es gingen ab durch Tod oder Austritt 10 Mitglieder, während 15 als Zugang zu verzeichnen waren. Der Kreditverein zählt jetzt 425 Mitglieder mit 439 Geschäftsanteilen. Der Leiter der Versammlung ermahnte am Schluß noch einmal alle Mitglieder, dazu beizutragen, daß sich die Kasse auch weiterhin auf gesunder Grundlage weiterentwickelt und schloß die Versammlung mit einem „Sieg-Heil" auf Den Führer. u. Klein - Linden, 28. Febr. Der Schützen- k l u b „R o l a n d", einer der rührigsten Vereine in unserer Gemeinde, hielt im Turnerhoim seine diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Vereinsführer, Lokomotivführer Friedrich Stein, begrüßte den Ortsgruppenleiter Dr. Cröhmann und die Mitglieder und erstattete den Jahresbericht, aus dem u. a. zu ersehen war, daß der Verein im verflossenen Jahre das Bundespreisschießen auf seinen Schützenständen am Bergwald durchgeführt hatte. Der Verein beteiligte sich auch in starkem Maße an dem Bundesschießen in Oberbiel bei Wetzlar. Es fanden im verflossenen Vereinsjahre unter guter Beteiligung der Mitglieder drei Saalpreisschiehen statt. Die Mitgliederzahl hat sich gegen voriges Jahr erhöht, erst in den letzten Wochen erklärten noch sechs Schützen ihren Beitritt. Der Vereinskassierer, Lokomotivführer Heinrich K e u d e l, gab den Kassenbericht, der in Einnahme und Ausgabe mit 2211,81 Mark abschließt und einen günstigen Stand der Vereinskasse aufweist. Der Ortsgruppenleiter wandte sich mit einer Ansprache an die Versammlung. In üblicher Weise wurde bann der offizielle Teil der Versammlung vom Vereinsführer geschlossen. * Allendorf (Lahn), 28. Febr. Der sieben- jährige Sohn des Müllers Pietsch von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Ob ersch e n- kelbruch und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. § Mainzlar, 27. Febr. Gestern gastierte das Kasperle-Theater Radirullala unter Leitung von Herrn Bionbi na im Saale des Gastwirtes Müller dahier. Zu der Nachmittagsvorstellung waren die Schulkinder aus den Orten Daubringen, Mainzlar und Staufenberg erschienen. Der Saal war aut besetzt. Auch die Abendvorstellung war gut besucht. Ortsgruppenwalter der DAF. Kam. Ludwig Vogel, Mainzlar, eröffnete den Abend und begrüßte herzlich die Erschienenen. Anschließend sprach der Bühnenleiter und hieß den inzwischen erschienenen Kreiswalter der „Kraft durch Freude" Christ aus Gießen willkommen. Der Kreiswalter benutzte die Gelegenheit, die Versammelten aus die Bedeutung des Amtes Reisen und Wandern in der NS.-G. „Kraft durch Freude aufmerksam zu machen. Die folgenden Darbietungen des Theaters fanden bei den Besuchern großen Beifall — Gestern abend fand in der hiesigen Kirche ein Missions-Gottesdienst statt, bet dem ein Missionar der Bastler Mission einen fesselnden Vortrag über seine Missionsarbeit in China hielt, wo er zirka 16 Jahre gewirkt hatte. * Beuern, 28. Febr. Im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht fand hier im Saale der alten Schule eine Vortragsveranstaltung statt, in der Landwirtschaftsrat N a u von der Bäuerlichen Werck- schule in Gießen über die Düngung der Halmfrucht sprach. Anschließend referierte er über den Kartoffelbau und wies hierbei auf die Bedeutung der Saatgutfrage hin. Ferner beschäftigte er sich mit der Behandlung der Wiesen und mit der Silo-Wirtschaft. Eine rege Aussprache schloß sich an. Ortsbauernführer Herrmann dankte dem Redner und schloß die Veranstaltung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. — Die N S.- G e - meinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete dieser Tage im Saale Dietrich einen Kasperlabend, der außerordentlich gut besucht war. Vortragsmeister Biondio (Mainz) sprach einlei- tend über das Kasperltheater und seinen Sinn. Sodann gelangten verschiedene lustige Stücke des Kasperl zur Aufführung, die starken Beifall auslösten, insbesondere deshalb, weil der Kasperl auch mit Dorfneuigkeiten und Dorfulk aufzuwarten wußte. > Ettingshausen, 28. Febr. Die SA. R. I und II hielten im Saale von Paulus Walter einen Kamera b sch aftsabenb ab, in dessen Mittelpunkt die Verteilung der Ehrenkreuze für Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.). 19. Fortsetzung Nachdruck verboten! 21. Kapitel. Hopman aber fand keine richtige Ruhe. Er erwachte nach einigen Stunden. Daß er Helma keine Nachricht hatte zukommen lassen, die sein Fernbleiben trotz der Depesche aufklärte, bedrückte ihn. Er hätte auf jeden Fall, selbst auf die Möglichkeit hin, sich in Gefahr zu bringen, sie unterrichten müssen. Vielleicht war sie doch in Sorge und grübelte über sein Fernbleiben nach? Um sich abzulenken, griff er wieder nach dem chemischen Buch, in dem er nun schon seit gestern in jeder freien Minute studierte und las. Plötzlich tanzten die Buchstaben vor seinen übermüdeten Augen — ein Ausdruck grenzenlosen Schreckens spiegelte sich in ihnen. Er sprang aus dem Bett, kleidete sich, so schnell er konnte, an, schlich die Treppen hinunter. Die Haustür des Gasthauses war von innen verschlossen. Unhörbar drehte er den Schlüssel um, und lief in wahnsinnigem Tempo die Dorfstraße entlang, dem Schloß zu. An der Südmauer angelangt, kletterte er schnell entschlossen über die Parkumzäunung — da, ein kurzer Anruf aus der Dunkelheit, eine Taschenlampe blitzte blendend auf — ein Revolver war auf ihn gerichtet: „Ach Sie, Herr Doktor!" klang gleich darauf verblüfft die Stimme eines Polizeibeamten, den der Kommissar hier auf Hopmans Wunsch ausgestellt. „Beinah hätte ich geschossen. Was machen Sie denn hier?" Aber Hopman antwortete nicht. Er flüsterte nur: „Hierbleiben! Aufpassen! Wenn ich dreimal schieße, dann kommen Sie sofort!" Mit diesen Worten sprang er von der Mauer herunter. Im nächsten Augenblick war er im Dunkel des Gartens verschwunden. Er schlich geduckt in der Finsternis weiter den Weg, den er von seinen Forschungsgängen ja genügend kannte. Und außerdem fand er sich wie ein Tier im Dunkeln zurecht. Endlich war er an der Front des Schlosses angelangt. Das große Gebäude lag dunkel und ruhig da. Er schlich weiter und sah, gedeckt von einem großen Buschwerk, nun zu Helmas Schlafzimmerfenster empor. Gottlob, sie waren dunkel. Alles schien ruhig zu sein. Und vor allem: eins der Fenster stand weit offen. Deutlich sah man, wie sich die weißen Fenstervorhänge im Winde bewegten. Gerade wollte Hopman sich beruhigt zurückziehen — da glaubte er ein leises Geräuschs zu hören. Und auf einmal sah er, wie sich die Flügel des offenen Fensters leise schlossen und mit einem kleinen Schnappen zugingen. Einen Augenblick lauschte Hopman, überlegte blitzschnell. Vielleicht hatte Helma selbst das Fenster geschlossen, weil es zu kühl wurde? Aber wie kam es, daß sie kein Licht gemacht hatte? Da setzte sein Herzschlag rasend ein. Er erkannte die Gefahr, die er erst für die kommenden Tage errechnet hatte. Er lief unter dem nun geschlossenen Fenster vorbei bis an die Terrasse, von der aus eine Pergola ihre Pfeiler weit hinausstreckte zum ersten Stock des Schlosses. Er warf seinen Rock und seine Schuhe ab. Dann kletterte er wie eine Katze an dem hölzernen Mittelpfeiler empor. Ein Gangfenster stand angelehnt. Er zwängte sich lautlos hindurch und kam auf einen schmalen Korridor. Dort sah er sich ratlos um. Er wußte nicht, wo er sich befand. Aber nun hörte er eine Tür gehen, dann ein Laufen wie von nackten Füßen. Er entsicherte seinen Revolver und schlich den Schritten nach. Um die Biegung des Ganges, der von einer nächtlichen Deckenlampe schwach erleuchtet war, sah er eine weibliche Gestalt huschen. War es Helma? Aber wieso kam sie aus einem ganz entlegenen Teil des Schlosses? Denn nun erkannte er den Weg. Er befand sich auf einem Seitengang, der direkt auf den Hauskorridor und zu Helmas Schlafzimmer führte. Lautlos schlich er auf Strümpfen der dahinrennenden Gestalt nach, die auch offenbar nichts von dem spürte, was um sie herum war und nur den einen Gedanken zu haben schien: vorwärts! Nun war er dicht hinter der laufenden Gestalt. Es war nicht Helma — es war Fanny, ihre Zofe. Sie rannte auf Helmas Schlafzimmertür zu. Da war Hopman mit einem Sprung hinter ihr, riß sie herum, hielt ihr die Hand auf den Mund, daß der Schrei aus der Kehle des Mädchens erstickt wurde. Schon war eine Pistole vor dem angstverzerrten Gesicht. „Was gibt es da drinnen?" flüsterte er rasend. „Ich bringe Sie um, wenn ich es nicht sofort erfahre!" Er lockerte den Griff seiner Hand auf dem Munde des Mädchens, und nun kam es wie ein Hauch: „Helfen Sie! Sie bringen sie um — drinnen. Sie haben die Klingel abgeschnitten — und dann Gift, Gift!" Ohnmächtig sank sie an der Tür zusammen. Hopman schwammen rote Kreise vor den Augen. Eine wilde, verzweifelte Wut kam über ihn, die er sonst selbst in Augenblicken der höchsten Gefahr nicht gekannt. Im Gegenteil: je gefährlicher die Situation, desto ruhiger wurde er sonst. Aber hier — hier ging es nicht mehr um einen Fall, der ihm übertragen — hier ging es um ein Menschenleben, das ihm teuer, teuer ...Es ging um das Mädchen, das er liebte. Wild sah er sich um. Ein schwerer Eichenstuhl stand neben ihm an der Wand des Korridors. Er ergriff ihn — ein Schlag, ein Splittern, ein Dröhnen? Die Türfüllung war eingeschlagen. Mit erhobenem Revolver wollte Hopman hinein. — Drinnen ein Wutschrei aus einer Männerkehle. Eine gespenstische Gestalt mit einer Gasmaske vor dem Gesicht warf sich herum. Ein Schwaden giftiger Luft kroch wie ein böses Tier durch die eingeschlagene Tür zu Hopman, daß er zurückwich. Und schon klang vom Fenster her ein Klirren, und die gespenstische Gestalt war hinaus — wie von der Dunkelheit verschluckt. Hopman riß einen kleinen Teppich, der draußen im Korridor lag, empor, warf ihn sich über den Kops, steckte sich sein Taschentuch wie einen Knebel in den Mund und raste durch das giftgeschwängerte Zimmer zum Fenster, das er vollends aufstieß. Dann öffnete er auch das zweite Fenster. Weit und klar strömte die Nachtluft herein. Hopman hielt feinen Revolver hinaus, und drei peitschende Schüsse klangen wie ein unheimliches Warnungssignal in die Nacht. Und schon hörte er das Anlassen von Motorrädern, die in schneller Fahrt sich dem Schloß näherten. Hopman hielt noch immer den Kopf zum Fenster gewandt. Er hatte ja nur das giftschwadenerfüllte Zimmer durchschritten, aber das hatte schon genügt, um ihm eine schwere Betäubung und Uebelkeit zu verursachen, die er nur mühsam niederkämpfte. Endlich aber siegte die reine Herbstluft, die nun ungehindert ins Zimmer strömte. Er vermochte sich ins Innere des Zimmers und dem Bett zuzuwenden. Da schrie er auf: Bleich und ohne Regung lag Helma von Bodenberg auf ihrem Lager — wie eine Tote. Das Licht der Lampe über dem Bett beschien ihr regungsloses, wächsenes Antlitz und beleuchtete das geöffnete, leere Safe. Auf dem Fußboden aber, halb durch ein Tuch verdeckt, schimmerte der Weihkelch in mattem Glanz. Aber für ihn hatte Hopman jetzt keinen Blick. Mit angstvollem Griff riß er das bewußtlose Mädchen empor und trug es auf den ausgeftrejften Armen durch die Dünste, die nun schwächer, aber doch noch deutlich fühlbar in dem Raum lagen. Er stieß mit dem Fuß die Ueberrefte der zersplitterten Tür auf. Da erhob sich vor ihm auf dem Korridor mühsam die Gestalt Fannys. Mit einem schluchzenden Laut ergriff »sie die schlaff herabhängende Hand Helmas. „Ist sie tot?" schrie sie auf, und die Tränen stürzten ihr aus den Augen. „Ich wollte sie retten, aber die Tür war von innen verschlossen. — Wenn sie tot ist, dann sterbe ich auch." Sie machte Miene, an Hopman vorüber ans Fenster zu stürzen. .. „Jetzt sind Sie vernünftig! befahl Hopman streng. „Wenn Sie Ihr Vergehen gutmachen wollen, so helfen Sie mir jetzt! Vielleicht ist doch noch Rettung! Wohin tarnt ich Fräulein Helma betten?" Da raffte Fanny sich aus ihrer Verzweiflung auf. Sie öffnete die Tür zu dem gegenüberliegenden Zimmer. „Das haben wir für den jungen Baron fertig gemacht. Hier das Bett ist ganz frisch überzogen. Sanft legte Hopman Helma nieder. Da sah er, wie das Mädchen mit einer Gebärde des Schreckens einen Strauß immergrüner, eigentümlich geformter Nadelzweige ergriff, die in einer Vase steckten, und sie zum Fenster hinausschleuderte. Vom Bett her kam ein leiser Freudenlaut. Fanny wandte sich um und sah, wie Hopman sich mit glücklichem Gesicht über Helma beugte: „Wir können Gott danken", sagte er ernst, „sie atmet! Sie lebt!" Da sank Fanny mit einem Lächeln der Erlösung an dem Bett nieder. „Bewachen Sie das gnädige Fräulein!" sagte Hopman. „Ich glaube, jetzt kann man Ihnen vertrauen." Das Mädchen hob die Augen zu dem ernst forschenden Männergesicht: „Ja!" flüsterte sie. Hopman warf noch einen prüfenden Blick auf Helma, die in einem ruhigen, tiefen Schlaf lag. „Dem gnädigen Fräulein droht keine Gefahr mehr", sagte er schnell. „Erst müssen Sie mir erzählen, damit ich weiß, was das alles bedeutet. Später werden wir den Arzt rufen lassen." „Sie werden mich bei der Polizei anzeigen — nicht wahr?" flüsterte Fanny angstvoll. „Und es geschieht mir auch recht. Ich habe es ja nicht besser verdient." „Das werde ich nicht tun", gab Hopman gütig zur Antwort. „Sie haben ja das gnädige Fräulein gerettet, und was Sie an Schuld auf sich genommen, haben Sie dadurch wieder gutgemacht. Wenn Sie mir nun noch lückenlos Aufschluß geben über alles, verspreche ich Ihnen, daß ich bei Fräulein von Bodenberg ein gute Wort für Sie einlege." Da küßte Fanny unter heißen Tränen die Hand des Detektivs und begann bann in fliegender Eile — denn es war nicht viel Zeit zu verlieren — zu erzählen. Hopmans Gesicht wurde nun eifern. Ein gefährliches Leuchten stand in feinen Augen, als er Fannys Bericht anhörte. „Gott fei Dank!" sagte er. „Ich war auf der falschen Fährte und doch auf der richtigen. Sie bleiben jetzt bei dem gnädigen Fräulein, bis sie sich erholt hat. Das Telephon darf nicht benutzt werden. Wenn Sie mich erreichen wollen, klopfen Sie dreimal gegen die Decke unten. Ich werde einen sicheren Mann in dem darunterliegenden Zimmer stationieren. Im übrigen verhalten Sie sich vollkommen still. Schließen' Sie die Tür zum Nebenzimmer, loschen Sie das Licht. Es wird sich noch Verschiedenes ereignen, aber kümmern Sie sich nicht barum." (Fortsetzung folgtI) Arterienverkal kung hohen Blutdruck, Rheuma, Gicht, Mayen-, Darmstörungen Nreren-, Blasenleiden, vorzeitige Alterserscheinungen, Stoffwechsel- heschwerd,beug.Sievord. Knoblauch-Beeren Geschmack- und geruchlos! Monatsvackung 1.— RM. DrogerieWinterhoff.KreuzplatzIO; Drogerie Kilbinger, Seltersweg 69; Central-Drogerie,Schulstr. fi9f,D Schluß der Veweisaufnahme im Höfeid-Prozeß Karl Rinker dem Wunsche beherrscht, den Herrenstandpunkt zu bracht. Kreis Lauterbach. 4. 5. 1197 D 1. 2. 3. Mark hatten. Frankfurt ge« KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. einer Arbeitszeit von morgens 4 bis einen Tagesverdienst von etwa 2,50 Die Ware wurde zu Fuß bis nach einmal bei fremden Leuten waschen! Waschen gilt noch immer als eine von der .Hausfrau größten •plagen". Wie nützlich wäre daher ein Austausch der Erfahrungen. Möchten die nicht gern wissen, wie es andere Frauen machen? Wie werden andere Frauen so überraschend schnell fertig und wie haben sie — der Neid muß es ihnen lassen! — doch eine schöne weiße Wäsche?! Wenn die fragen, werden sie hören, daß diese Frauen das natürliche Einweichmittel Burnus nehmen. Machen Sie es ebenso, die sehen mit staunenden Augen, wie Burnus bis zum anderen Morgen fast den ganzen dchmuh herausgezogen hat. die sehen es an der schwarzen Farbe des Wassers. stand. Der Sturmführer der SA.-R. I hieß die Teilnehmer willkommen. Aus dem Kreise der Kameraden der SA.-R. II wurden Lichtbilder gezeigt, die ein beredtes Zeugnis vom Geist und der Kameradschaft der deutschen Frontsoldaten ablegten. Obersturmbannführer Hahn aus Laubach sprach über den Sinn des Kameradschaftsabends und betonte besonders, daß die Jugend den Frontsoldaten besser verstehen lernen solle. Zn kameradschaftlicher Unterhaltung wurde der Abend beschlossen. < Ober-Bessingen, 28. Febr. In der Zeit Ab heute befinden sich meine Verkaufsräume wieder Asterweg 47 Möbelhaus Carl Stückrath KwS Das stimmt nicht Einer hat den Schaden davon. Am besten gleich eine neue Waage. Denn bei der Nach- Elchung wird die alte doch nicht anerkannt. Geeichte Waagen, Gewichte, Maße bekommen Sie in guter Qualität und sehr preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 746a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Der Bedarf an: ' Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Bübingen. -- Bobenhausen I, 27. Febr. In der Gastwirtschaft von Heinrich Heinz wurde im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht ein Vortragsabend mit Ftlm-Vorführungen abgehalten. Ortsbauernführer A. Albrandt leitete die Versammlung. Dipl.-Landwirt Ebers sprach über die Düngung und Behandlung der Wiesen und über die Bedeutung des Silobaues. Er gab eine Fülle von praktischen Anregungen. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. Der Ortsbauernführer beschloß die Versammlung in der üblichen Weise. Kreis Alsseld. )—( Alsfeld, 27. Febr. Der Bezirksobstbauverband Alsfeld hielt im „Deutschen Hause" eine sehr gut besuchte O b st b a u - tagung ab. Rach herzlichen Begrühungsworten durch den Verbandsvorsitzenden Heinr. Koch I. hielt Landwirtschaftskammerrat Pfeiffer (Frankfurt) einen Vortrag über zeitgemäße Obstbaumfragen. Eine besonders eingehende Betrachtung erfuhren darin die moderne Obstbaumpflege und die zweckmäßige und erfolgreiche Schädlingsbekämpfung, die für die gesamte Volkswirtschaft von größter Bedeutung ist. Eine rationelle Obstbaumpflege, die die Versorgung des deutschen Volkes mit eigenem Obst zum Ziele habe und die dadurch nicht unerheblich zur Vermehrung des Volksvermögens beitrage, müsse sich immer mehr durchsetzen und Allgemeingut aller Obsterzeuger werden. Auch die Heranwachsende landwirtschaftliche Jugend müsse früh mit der Obstbaumpflege vertraut gemacht wer- Lauterbach, 23. Febr. Die Obstbauern des gesamten Bezirkes fanden sich dieser Tage zu einer Versammlung im Saalbau „Zum Johannisberg" ein, um nach der Eröffnung durch den Bezirksvorsitzenden Schnagelsberger Vorträge über die bestmögliche Ausnützung des Bodens für den Obstbau zu hören. Landwirtschaftskammerrat Pfeiffer von der Landesbauernschaft Frankfurt a. M. sprach als Referent des Landesverbandes für Obstbau über ben kulturellen Obstbau und die künftige Marktregelung für das deutsche Obst. Der Redner gab in längeren Ausführungen Art und Richtung an, in der sich in Zukunft der Kulturobstbau entwickeln solle, wies auf die Notwendigkeit der Selbstversorgung hin und betonte, daß der deutsche Obstbauer der Auswertung des Bodens, der Auswahl der Obstsorten, der Behandlungsweise und Pflege der Obstbäume die größte Sorgfalt zuwenden müsse. In keinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der, Redner mit der Lagerung und der Verpackung des Obstes, referierte über die Veränderungen, die die neue Marktregelung auch für das Vereinswesen nach sich ziehen werde und machte auf die achtwöchigen Schulungskurse aufmerksam, die für Oberhessen in Friedberg statt- finden, mit dem Ziel, tüchtige Vaumwarte heran- zubilden. Eingeführt seien ferner achttägige Wiederholungskurse für solche Baumwärter, die bereits eine zweijährige Praxis Nachweisen können. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab Obstbautechniker Schmidt vom Westerwaldkreis einen geschichtlichen Rückblick auf die Entwicklung des deutschen Obstbaues. Nachdem Obstbauinspektor Kurtz noch auf die Zuschüsse hingewiesen hatte, die jenen Obstzüchtern gewährt werden, die einem Verein anaehören, beschloß der Bezirksverbandsführer Schnägelsberger mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer die anregende Versammlung. Im Anschluß daran fand ein Schulungskursus für Vereinsführer statt. ßig ausgefallen, die Grummeternte fast völlig ausgeblieben. Die Bauern mußten daher Stroh aufkaufen. Da unser Dorf weit von der Bahn abliegt, so werden die Unkosten noch vermehrt. Der Kauf von Stroh und Futtermitteln bringt eine große finanzielle Belastung mit sich, die durch den Milchertrag nicht ausgeglichen wird. Vielfach ist man dazu übergegangen, den Viehbestand zu verringern. — Hier starb im 9 7. Lebensjahr die alte st e Einwohnerin unseres Dorfes, die Witwe Katharina Diehl. Sie erfreute sich einer guten Gesundheit bis in ihre letzten Lebensjahre. Sie wußte noch viel aus ihrer Jugendzeit zu erzählen, in der im Vogelsberg Noch große Not und Armut herrschte. Damals gab es in unserem Dorf noch über 80 Nagelschmiede, die bei abends 8 Uhr veranstaltete im Saal der Oberklasse der hiesigen Schule einen Werbeabend, zu dem besonders die Frauen eingeladen waren. Ortsgruppenleiter Marsteller wies auf die Bedeutung und die Notwendigkeit des Luftschutzes hin. Werbeleiter Lehrer Gandenberg hielt einen lehrreichen Vortrag über das Thema „Luftschutz tut not! . Zahlreiche praktische Vorführungen brachten den Zuhörerinnen das Wesentlichste nahe. Schulungsleiter Baumeister (Holzheim) schilderte eingehend die Aufgaben des zivilen Luftschutzes und die Tätigkeit des Reichsluftschutzbundes. Zum Schluß forderte er zum Eintritt in den Reichsluftschutzbund auf. Die Frauenschaftsführerin Schaaf dankte den Rednern und schloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland. — 3m Rathaus hielt der O b st b a u v e r e i n eine Versammlung ab. Nach den Begrüßungsworten des Vereinsführers Bürgermeister Euler sprach Obstbauinspektor Rentsch über „Obstbaumpflege und Schädlingsbekämpfung . Der Redner konnte aus Grund praktischer Erfahrungen wertvolle Winke geben. Es schloß sich eine rege Aussprache an Mit dem Spritzen der Bäume, das in diesem Jahr gemeinschaftlich geschieht, soll in den ersten Tagen begonnen werden, auch soll in diesem Jahr ein Teil tm ffnmmpr aeilwikt werden. Mit Rauchwaren soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Halbjahr vom 1. April bis 30. September 1935 aur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hessischen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die diesigen Lieferungsbedingungen liegen nur vom 4. vis 6. März 1935, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen. 1193V Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebot zu der am 27. Februar 1935 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungs- von I/vutv ****| • • •— - D”-------/- und daß ein Volk nur durch Opfer groß werde, wenn der einzelne bereit sei, in Wirklichkeit zu opfern. Wohl sei der Weg noch weit bis zur Vervollkommnung der Deutschen Arbeitsfront, doch werden wir das Ziel erreichen durch unerschütterlichen Glauben an den Sieg und an unseren großen Führer. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner noch auf die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", deren Wesen und Wollen ein und würdigte insbesondere ihre großartigen Leistungen auf den verschiedensten Gebieten. Hierauf sprach Pg. Adam von der Verwaltungsstelle Gießen der Deutschen Arbeitsfront. Er legte zunächst noch einmal in knappen, klar umrissenen Sätzen Zweck, Ziel und Werden der Arbeitsfront dar. Dann gab er in aufschlußreicher Weise Kenntnis über die verschiedenen sozialen Einrichtungen der Arbeitsfront, ihre Leistungen und Bedingungen. Nach Beantwortung und Klärung einiger aus der Mitte der Versammlung gestellter Fragen wurde die Versammlung mit einer Huldigung an den Führer und dem ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. ex) Eberstadt, 28. Febr. Gestern scheuten die fast fertig angespannten Pferde eines hiesigen Landwirts vor der Ortsschelle des Polizeidie- ners und rannten die Straße nach Ober-Hörgern LPD. F r a n k f u r t a. M., 28. Febr. Am sechsten Verhandlungstag wird zunächst eine Assistenzärztin des Städtischen Krankenhauses vernommen, die am 6. Dezember die eingelieferte Hilde behandelte. Die Zeugin sagt, daß das Mädchen für sein Alter außerordentlich kräftig entwickelt, geistig aber nur mittelbegabt sei. Die Patientin litt an einer leichten Rippenfellentzündung. Aus dem Befund schließt die Zeugin, daß Hilde im Wasser gelegen hat. Es erstattet dann Gerichtsarzt Professor Dr. Hey ein Gutachten. Bei dem Angeklagten Höfeld kommen neben erblicher Belastung auch die äußeren Verhältnisse in Betracht. Der Angeklagte hat ein ausgesprochenes Geltungsbedürfnis, ist egoistisch eingestellt, innerlich sich selbst unsicher und hat Neigung zu Verschrobenheiten. Es liegt keine Geisteskrankheit vor, sondern es handelt sich hier Backwaren, Verzehrungsgegenständen (Oel, Essig, Zucker, Rais, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Marmelade usw.), Verbrauchsgegenständen (Reinigungsmaterialien, Seifenflocken usw.), den. Der richtig betriebene Obstbau sei einer der lohnendsten Kulturzweige im Bereich der Landwirtschaft. In einem weiteren Vortrag sprach Obstbauinspektor Schmidt (aus dem Westerwald) über die Sortenwahl. Eine anregende Aussprache und Dankesworte des Vorsitzenden beschlossen die Tagung. # Ober-Ohmen, 28. Febr. Dem am 26. Februar veröffentlichten Bericht über die durch den Windbruch veranlaßten Holzfällungsarbei- ten in den Freiherrlich Riedeselschen, in den Staatswaldungen und im Gemeindewald ist berichtigend nachzutragen, daß sich die Anzahl der eingestellten Arbeiter (14) lediglich auf die Einstellungen im Gemeindewald bezog. <£ Nieder-Ohmen, 28. Febr. Der hiesige B D M. hielt im Ziegenhainschen Saale einen Werbeabend ab. Nach dem gemeinsam gesungenen Bundeslied und nach einem Gedichtvortrag hielt die Gauführerin eine Ansprache, in der sie betonte, daß im Dritten Reiche die Frau ebenso wie der Mann politisch geschult werden müsse. Diese Schulungsarbeit erfolge bereits durch den BDM. Gedichtvorträge, Volkstänze in Trachten, Keulenübungen, ferner ein Theaterstück, von den Mädchen sehr gut aufgeführt, füllten den übrigen Abend aus. Selbstgefertigte Handarbeiten gelangten durch eine Verlosung zur Verteilung. £ Groß-Felda, 27. Febr. Es macht sich hier eine große Knappheit an Futtermitteln bemerkbar. Die Heuernte war sehr mä- geisteskrank, noch vermindert zurechnungsfähig ist. Auch bezüglich der Frau Höfeld kommen die Voraussetzungen des § 51 des StrGB. nicht in Betracht. Bei Minna liegen die Voraussetzungen des § 3 des Jugendgerichtsgesetzes nicht vor. Als nächster Zeuge wird Landgerichtsrat Kukuk vernommen, der die Voruntersuchung führte und sich bemühte, die Beweggründe aufzudecken. Am schwersten war zu ergründen: Wie kam die Mutter dazu? Er sagte sich, sie hat das aus ganz egoistischen Gründen gemacht. Es wird dann von dem Verteidiger Höfelds, Rechtsanwalt Dr. Eberhardt, ein Lokaltermin beantragt. Er begründet diesen Antrag mit angeblichen Widersprüchen in den Bekundungen der Hilde Höfeld. Der Verteidiger hält es für unwahrscheinlich, daß sich die Dinge am Main so zugetragen haben, wie die Hilde sie schilderte. Der Verteidiger betont noch, daß bei der herrschenden Strömung die Hilde unmöglich so schwimmen konnte, wie sie es getan haben will. Der Vorsitzende fragt Hilde nochmals eindringlich, ob sich alles so zugetragen hat, wie sie erzählt habe. Sie erwidert: „Ich bleibe dabei, was ich gestern sagte." Der Perteidiger Höfelds meint noch, eine physische Einwirkung würde nicht vorgelegen haben, wenn Hilde gegangen sei und dann das getan habe. (Die Verteidigung vermutet nämlich, daß Hilde gar nicht in den Main gesprungen sei und sich nur am Ufer naßgemacht habe.) Das Gericht beschloß vor der Entscheidung über diesen Antrag mehrere sachverständige Zeugen über die Wasserverhältnisse im Main am Abend des 5. Dezember und zu der Frage zu vernehmen, ob die von der Hilde Höfeld behaupteten Schwimmleistungen von einer ungeübten Schwimmerin, die Kleider trägt, überhaupt ausgeführt werden können. Die drei telephonisch herbeigerufenen sachverständigen Zeugen sagen übereinstimmend aus, daß am Abend des 5. Dezember ruhiges Wasser bei sehr geringer Sttömung gewesen sei. Zwei der Zeugen sind der Meinung, daß auch eine ungeübte Schwim- mertn die von der Hilde angegebene Schwimmleistung habe vollbringen können. Auf Grund dieser Aussagen zieht die Verteidigung den Antrag auf Abhaltung eines Lokaltermins zurück. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Der Freitag ist sitzungsfrei. Am Samstag werden die Plädoyers beginnen. termin: Dienstag, dem 19. März 1935 vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster zum Ausschreiben vom 27. Februar 1935" versehen sein. Gießen, den 27. Februar 1935. Direktton der Landes-Heil- und Pflegeanstatt bei Gießen. t| nL|Xo«n von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- NäCniüSSu holten Veröffentlichungen einer Anzeige! S! ^lären .offenem* bei horten ersten un^Ehrendirigenten A m<-st ^°r Mßh^dlun^ n Veranstaltung teilnahm, dessen Verdienst es sei, den dem Gefühl der eigemn Unzulänglichkeit und von Verein um die Jahrhundertwende wieder zu neuem dem Wunsche beherr cht, den .Herren st and punkt zu Leben erweckt zu haben. Verschiedene andere Jubi- dokumentieren. Er. lare wurden für 25jährige Mitgliedschaft mit der ^.^s,^^ter, sondern auch als brutaler Voll- silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Mit dem Dank ftre<^rnrmUh h / Quelle Trlebhottiokeit Ber für die dem Verein bewiesene Treue dieser alten im Vordergrund ihre fejueUe Xr^ q p ?pinfp Xa«* ülcrcin auch bicsmal !Brobcn A^s dem Innenleben ^ergeb?n sich Sonderheiten, die wurden. Flotter Tanz beschloß den wohlgelungenen »««»ei- Famittenabend. Ortsaruvve Lick der nen, von ihr begangenen Fehlgrif e erklären sich Abend in ^Steüis^Saal^bau" eine^M tFe 1) e$c" * Stellung der Deutschen Arbeitsfront und die jedes —— Mitglieds. Die wesentlichste Aufgabe der Deutschen . h Arbeitsfront sei, eine Volksgemeinschaft aller schaf- schlo ssenes Hoftor das von der Deichs senden Menschen, im Gegensatz zu den früheren durchstoßen wurde. Glücklicherweise kam, obwohl Gewerkschaften, zu bilden. Sie sei also eine wirt- die Straße von Fuhrwerken und auch von spielen- schaftliche und kulturelle Organisation, bei der die den Kindern belebt war, niemand zu Schädel, ideelle Seite das Wichtigste sei. Zur Erreichung die- Bei der lungsten Sammlung für bas Winjes Zieles sei es erforderlich, daß alle gemeinsam terh il f sw e rk konnten in unserer Gemeinde heute auf morgen verwirklicht werden könne Holzhe.m de- Re.chslu chutzbunde .... und zum Bauen übermann. 2323 *________________________________ Bekanntmachung. Betr,: Schweinezwischenzählung °w T März ISST Am 5. März findet wieder eine Schweinezwischen zählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffen- berg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zahlern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweine- bestände bereitwilligst zu erteilen Die Leitung der Zählung ist dem Lavdesstattstt- schen Amte in Darmstadt übertragen^Das Einsehen unrichtiger Angaben oder die Verweigerung von Angabe^ durch die Auskunftspflichttgen> w rd mit erheblichen Strafen bedroht. Den tigen wird die Geheimhaltung ihrer Angaben hiermit ausdrücklich zugesichert. Gießen, den 26. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. vom 18. bis 26. Februar fand für unser Dorf im Schulsaal ein Luftschutzschulungskursus statt. An vier Abenden unterrichtete ein Lehrtrupp aus Lich über Maßnahmen zum Schutze gegen Luftgefahr. An allen Abenden wurde der Hauptwert auf praktische Vorführungen und Hebungen gelegt, so daß alle Teilnehmer mit großem Interesse folgten. Am Schluß hatte jeder Geschulte erkannt, daß Luftschutz Selbstschutz und Nationalsozialismus der Tat bedeutet. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den . ... . - - . Führer Adolf Hitler wurde der Kursus geschloffen, um ein Grenzgebiet zwischen geistesgesund und Y Nonnenroth, 28. Febr. Der Gesang- geisteskrank. Das Disharmonische tritt bei ihm ganz verein „Liederkranz" lud für vergangenen befonöers m (Srjdjeinung. Wesentlich bet ihm t st die Samstag die Familien feiner Mitglieder zu einer ungünstige e^rwe ^"loge. In seinem Familien- geselligen Abendunterhaltung ein. Die Leitung des 3ei9cn fl($ dieselben Sonderheiten. Bei den Abends lag in den Händen des Vereinsoorfitzenden Mißhandlungen kann man zum Teil eine Erkla- Karl Rinker, der durch feine launigen Begrü- ™ng in feinem leicht erregbaren ©efen fmben, ßungsworte eine Stimmung schuf, die alle Familien ober es bleiben immer noch Smiderhelten, die sich einige Stunden echter Sangesbrüderschaft und un- uus feinem leicht erregbaren @eiftes3uftanb nicht npfnihfpn Krnhfinng erleben ließ. Er aedackte mit erklären lassen. Impulsive Handlungen liegen bei "B/1T Gutschein a 2154 Lin August Jacobi A.-G. Darmstadt Senden Sie mir kostenlos eine Versuchs« Packung Burnus Name----------------------------.....- Drt-------------------- Straße---—-------—------ Preußen. Falschmünzer festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 28. Febr. In der Nacht zum 23. Februar fielen einem Kellner in einer Wirtschaft auf der Kaiserstraße drei Personen auf, die ihre Zeche mit falschem Geld bezahlten. Der Kellner benachrichtigte die Polizei. Zwei der Personen konnten fest genommen werden, während die dritte Person inzwischen das Weite gesucht hatte. Die sofort aufaenommenen Ermittlungen führten zur Auffindung der Werk- statt in einem Haus in der Albusgasse. Dort hatten drei der Polizei gut bekannte Personen falsche Einmark st ücke und falsche 5 0- Pfennigstücke hergestellt. Ein kleiner Vorrat konnte noch beschlagnahmt werden. Meister und Leiter war ein alter Falschmünzer. Die Falschstücke waren gut nachgemacht. Die Falschstücke wurden von den Fälschern nachts in Wirtschaften bei kleineren Zechen in Zahlung gegeben. Eine vierte Person, die sich bei der Verbreitung der Falschstücke beteiligte, wurde ebenfalls festgenommen. Es ist anzunehmen, daß eine erhebliche Zahl der Falschstücke bereits in den Verkehr gebracht ist. Die Falsch- stücke sind an ihrem bläulichen Aussehen zu erkennen. Sie fühlen sich auch fettig an. Im Gegensatz zu den echten Stücken werden sie vom Magneten nicht angezogen. Die Randzeichen sind schlecht nachgeahmt und fehlen teilweise ganz. Kreis Wehlar. <£ Lützellinden, 27. Febr. Der Gemeinde rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Ankauf von 200 Quadratmeter Land im Distrikt „Frechen Loch" zur Beseitigung einer Kurve an der Straße Lützellinden— Groß-Rechtenbach. Es handelt sich um eine Kurve, in der schon mehrere Unglücksfälle passierten und deren Beseitigung im Interesse des starken Autoverkehrs unbedingt erforderlich ist. Die Kosten des Straßenbaues trägt die Kreisstraßenbauverwaltung Wetzlar, während die Kosten des Landerwerbes, sowie die Vermessungskosten von der Gemeinde getragen werden. Die Ausführung der Arbeiten ist dem Unternehmer Zörb von hier übertragen worden. Die Arbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden. — Seit einiger Zeit findet eine Spritzung der Ob st bäume in unserer Gemarkung mit Karbolineum statt. Die Arbeiten werden unter Aufsicht des Baumwärters Bork in Frohnde ausgeführt. Die geringen Kosten werden auf die Obstbaumbesitzer umgelegt. > Hochelheim, 28. Febr. Bei der gestrigen zweiten B r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g unserer Gemeinde wurden folgende Preise erziell: Buchenscheitholz 11 bis 12 Mark, Buchenknüppel 9 bis 10 Mk. je Raummeter, Buchenwellen 9 bis 10 Mk. je 40 Stück, Niederschlagswellen 6 bis 7 Mork je 50 Stück, Kiefernknüppel 7 bis 7,50 Mark. Kiefernrollen 11 Mark je Raummeter. § Dornholzhausen, 28. Febr. Die hiesige Gemeindejagd (211 Hektar Wald und 337 Hektar Feld) wurde auf die Dauer von 9 Jahren an den Fabrikanten Otto C o e r s (Wetzlar) und den Buchdruckereibesitzer Karl Schnitzler (Wetzlar) mit Genehmigung des Kreisjägermeisters freihändig verpachtet. Der jährliche Pachtpreis betragt 620 Mark. Die bisherige Pacht betrug 600 Mark. Der bisherige Pächter hat den Jagdpachtvertrag auf Grund der Bestimmungen des Preußischen Jagdgesetzes zum 1. 4.1935 gekündigt. I Niederkleen, 27. Febr. Das hiesige Standesamt verzeichnete im Kalenderjahr 1934 30 (26) Geburten, 14 (19), Eheschließungen und 10 (15) Sterbefälle. Die in Klammern beigefügten Zahlen stellen die Beurkundungen im Jahre 1933 dar. 0 Groß-Rechtenbach, 28. Febr. Bei der zweiten Holzversteigerung der Gemeinde mürben folgende Preise bezahlt: Buchenscheitholz 25 bis 27 RM., Buchenknüppel 19 bis 22 RM. je zwei Raummeter, Buchenwellen 10 bis 14 RM. je 50 Stück; Eichennutzholz 12 bis 14 RM. je 2 Raummeter, Eichenscheit- und -knüppelholz 16 bis 17 RM. je 2 Raummeter, Eichenwellen 5 bis 6 RM. je 50 Stück, gemischte Wellen 5 bis 9 RM. je 50 Stück, Reiser in Haufen 7 bis 10 RM. je 6 Raummeter, Fichtenstangen 2. Klasse 0,80 bis 1 RM., Fichtenstangen 3. Klasse 0,40 bis 0,65 RM. * R o d h e i m a. d. B., 28. Febr. Seit einer Reihe von Tagen wird der hiesige Arbeiter Ernst S o m m e r , der in Abendstern beschäftigt ist, vermißt. lieber seinen Verbleib konnte bisher nichts Genaues festgestellt werden. Man fand lediglich sein Fahrrad in der Nähe des Elektrizitätswerkes Gießen an einem Wege zur Lahn vor. I Waldgirmes, 26. Febr. Der hiesige Raiffeisenverein hielt im Weimerschen Saale seine Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende Aug. Schmidt erstattete den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im letzten Geschäftsjahr auf der ganzen Linie einen Aufstieg genommen hat. Die Bilanz, von Rechner Karl Schmidt vorgetragen, wies in Einnahmen und Ausgaben 158 000 Mark aus. Die Spareinlagen haben bei 18 000 Mk. Rückzahlung für Neubauten um 24 000 Mk. zugenommen und eine Höhe von 123 000 Mark erreicht. Davon liegen 112 000 Mark in Hypotheken, 3000 Mk. auf Bürgschaften. Die Guthaben in laufender Rechnung belaufen sich auf 4000 Mark, das ganze Betriebskapital wird durch 495 Sparkonten aufgebracht. Der Warenumsatz hat im letzten Jahre um ein Drittel zugenommen. Die Mitgliederzahl ist von 120 auf 147 gestiegen. Für Warenbezüge werden 3 v. H. zurückgezahlt. Der Reingewinn von 1100 Mark wird dem Reservefonds zugewiesen, der nunmehr 13 000 Mark übersteigt. Dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Auch im neuen Geschäftsjahr bleibt der Zinssatz von 4 v. H. für Einlagen und 5 v. H. für Darlehen bestehen. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Lehrer Schrupp wurde einstimmig wiedergewählt, des- aleichen für den Aufsichtsrat Wilhelm B e ft. Das Lagerhaus wird in Kürze durch einen Anbau bedeutend erweitert werden. Außerdem werden eine Ackerwalze und eine Sämaschine angeschafft. Im nächsten Jahre feiert der Verein sein 25jährkgeS Bestehen. Kreis Biedenkopf. * Franken b ach, 28. Febr. Der Schäfer Hch. Seibert I. konnte mit seiner Ehefrau Elisabeths, geborene Paulus, das Fest der goldenen Ho ch - zeit feiern. Das Jubelpaar erfreuten zu diesem Feste 9 Kinder, 21 Enkelkinder und 7 Urenkel. Das Ehepaar wurde mit einem Regierungsgeschenk von 50 Mark, das vom Dorfschulzen überreicht wurde, bedacht. Der Jubilar hat lange Zeit mit großer Treue den Schäferdienst in der Gemeinde getan. Kreis Marburg. oo Sichertshausen, 28. Februar.' Im 91. Lebensjahr verstarb heute Frau Elisabethe Naumann, Wwe., die älteste Einwohnerin unseres Dorfes. — In unserem Orte wurden im vergangenen Jahre 6 Kinder geboren, 6 Ehepaare wurden getraut. Starkenburg. Oie Neujahrsschießerei in Neu-Isenburg vor dem Schwurgericht. Darmstadt, 28. Febr. (LPD.) Am Mittwoch begann in dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Saal des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg die Verhandlung wegen der Vorgänge in der Neujahrsnacht in Neu-Isenburg, wobei ein junger Mann namens Rind erschossen wurde. Unter Anklage stehen der 22jährige Hermann Schreiber und der 24jährige Otto Maier aus Buchschlag, beide beschuldigt, gemeinsam den Totschlag an dem aus Sprendlingen gebürtigen Rind begangen zu haben, ferner der 22jährige Georg Bloch und der 28jährige Nikolaus Zimmer aus Neu-Isenburg, die der vorsätzlichen Körperverletzung an den beiden erstgenannten Angeklagten beschuldigt werden. Die Vernehmung der Angeklagten, die im wesentlichen die Beschuldigungen der Anklageschrift zugeben, dauerte bis in die Nachmittagsstunden, worauf noch bis zum späten Abend die Zeugenvernehmung stattfand. Aus den Bekundungen der Zeugen über die der Tat vorangegangene Schlägerei im Eafe Wilke geht hervor, daß die Isenburger Beteiligten im wesentlichen die Angreifer waren, meist der Getötete selbst. Maier und Schreiber erhielten wegen gemeinschaftlichen Totschlags eine Gefängnisstrafe von je einem Jahr sechs Monaten, worauf acht Wochen Untersuchungshaft angerechnet werden. Gegen Bloch wird wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen auf sechs Monate Gefängnis, gegen Zimmer wegen gefährlicher Körperverletzung in einem Fall auf 3 M o n a t e G e f ä n g n i s erkannt. Drei Waschbären entsprungen. Darmstadt, 28. Febr. (LPD.) Aus einer Pelztierzucht in der Frankfurter Straße sind in der vergangenen Woche drei Waschbären entwichen. Eines der Tiere wurde in einer Gartenhütte der Kleingartenanlage in der Nähe des Nordbahnhofs entdeckt und getötet. Die beiden anderen Tiere konnten bisher nicht ermittelt werden. Die Polizei ersucht um Mitteilungen, da die Tiere offenbar gefangen gehalten werden, oder nach auswärts verbracht wurden. Der Eigentümer hat eine Belohnung für die Auffindung der Tiere ausgefetzt. Briefkasten der Redaktion. Lin freuet Abonnent. Steuererleichterungen für Neu- und Ersatzbefchaffungen für Angestellte sind in dem maßgebenden Gesetze vom 1. Juni 1933 nicht enthalten. Es kommen nur in Frage: Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte sowie freie Berufe. Reichsnährstands beitrag. Für die Berechnung des Reichsnährstandsbeitrages ist nach der 1. Beitragsordnung des Reichsnährstandes der Einheitswert maßgebend. Zur Zeit wird für 1000 Mark Einheitswert ein Reichsnährstandsbeitrag von 1,— RM. halbjährlich erhoben. Die Veranlagung liegt restlos in Händen des Finanzamtes. Begründete Einsprüche und Ermäßigungsanträge werden ebenfalls von dort bearbeitet GARDINEN große Auswahl, schöne moderne Muster, äußerst billige Preise 1169A Geschmackvoll Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 MASS - 5CHN El DER El' haben. 1189A VI/16 Photo - Kino - Kreuzplatz 9. G IESS EN PLOCKSTR. 7 Vornehm Persönlich SrühVsche Deutscher Kurzhaar- Oie Besichtigung meiner GdrdincndUSStcllun^ wird Sie von meiner vorzüglichen Leistung unbedingt überzeugen! Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und zu mäßigen Preisen erhalten diejenigen Volksgenossen, die sich von Bank- oder Postscheckkonto einen festen Spendenbeitrag abbuchen lassen. Landhaus-Gardinen ■ Spannstoffe • Stores • Uebergardinen Rouleau-Kordel, Ringband und Zubehörteile 3 Jahre, vreisw. abzugeben. 0335 Dr. Klein Neuen Baue 29. moiottflö Ardie, 500 ccm, mit od. ohne Beiwagen, in erstkl. Zustand, zu verk. Ctto Heust, Lich Butzb.Str.7.'^v Schon für AM.l.25bzw.l.Sv monatlich - bei Abnahme einer Lieferung zu RM.2.50 bzw. RM. Z.- aller zwei Monate — erwerben Sie das bekannte Pracht« und ornithologische Standardwerk: Or. O. und Frau M. Heinroth M Vögel MeiMoplis in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch ausgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet. 4Äde., in Ganzleinen, in Halbleder oder in 1OO Lieferungen erhältlich, lieber 4000 Abbildungen auf mehr als 500bunten und einfarb. Tafeln. Oer Äezug in Lieferungen ermög- licht Ihnen den Äesih ohne drük- kende wirtschaftliche Belastung. Verlangen Sie Angebot und Probelieferung Das Werk kann durch jede Luch- Handlung bezogen werden. SugoVermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Bei jedem Weiter richtig belichten, ist kinderleicht! Die elektrischen Belichtungsmesser wie Ombrux und Tenipophot sind die führenden Marken und geben Ihnen genaue Belichtungszeiten an. Diese möchte ich Ihnen zwanglos vorführen u. Sie mit der einfachen Handhabung vertraut machen.Sie werden Ihre Freude daran Mein Ausstellungsraum im Hause C. Berg, Mäusburg Nr. 4 zeigt Ihnen Leupin-Lreme und Seife vorzügliches Hauwflegemittel, >eit langen Jahren bewährt bei Ziechte-Hautjucken Ausschlag, Wundsein usro. Trogerie Winterlioff, Kreuzvl.10: Lvwen-Trog.W.KilbingerNachf., Seltersweg 59. 313v Frdr.Teipel Die viereckige haustürplaleite (Monat März) Kaufgesuche"] Suche jungen, reinrassigen Dackel oder Eoxel (stubenrein) bill. zu kaufen. Schr. Angeb. unt. 0834 an 0. Gieß. Anz. taeniter und -Wohnungen zu verkauf, oaso sieolwuskr. 21111. Modernes Zweifam.-Haus mit Heiz., steuerfrei, günstig verkäuflich. Anzahl. Mk. 10 000. Schr. Angeb. u. 1203V an d. Gieß. Anz. Garten zirka 850 qm, am Witzm. Weg gelegen, zu verkaufen. Schriftl. Anfr. unt. 0843 an d. Gieß. Anz. Zur Einsegnung! Konfirmanden-Anzüge aus blauem Melton — zweireihig RM. 28.00 25.50 21.00 Kammgarn-Anzüge in bewährten Stammqualitäten 48.50 44.50 42.00 39.75 37.50 34.50 31.50 Kleiderstoffe für die Konfirmandin in Wolle und Seide, schwarz und farbig, in großer Auswahl! Unsere Hauptpreislagen: 4.60 4.25 3.75 3.45 3.25 2.80 2.65 2.35 1.90 1.50 per Meter in 70 und 95 cm Breite Wäsche und Unterwäsche für Konfirmanden halten wir in altbewährten Qualitäten bestens empfohlen KKoessVloM- !HH; WILHELM HORN UND SOHN Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 1199 A