fir.2Z Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag.l.5ebruarlyZ5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Tietz euer Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. w -.25 Luch bei Nichterscheinen lon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. 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Der französische Botschafter und ein Vertreter der englischen Regierung waren den französischen Ministern nach Dover entgegengefahren. F l a n d i n war am Donnerstagabend Gast des englischen Luftfahrtministers Lord Londonderry. Unter den Gästen sah man den französischen Botschafter C o r- bin, Ministerpräsident Macdonald, Außenminister Simon und Schatzkanzler Chamberlain. Außenminister Laval verbrachte den Abend in seinem Hotel. Heute die erste Besprechung. London, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, an der heute um 10.30 Uhr in Downingstreet beginnenden Sitzung würden britischerseits Macdonald, Simon, Bald- w i n und Eden teilnehmen. Der britische Botschafter in Paris, Clerk, sei überzeugt, daß die französische und die britische Regierung jetzt übereinstimmend der Meinung seien, daß Sicherheit und Aufrüstung gleichzeitig mit Deutschland erörtert werden müßten. Der französische Botschafter in London, (Sorbin, der die beiden französischen Staatsmänner in Dover begrüßte, habe ihnen auf der Reise nach London neue wertvolle Mitteilungen über die britische Politik und ihre Grundlage gegeben. „Daily Telegraph" berichtet ferner, der auf die Sicherheit bezügliche Teil der Besprechungen wird zwar hauptsächlich den vorgeschlagenen Ostpakt betreffen; doch nfirb auch die westeuropäische Sicherheit dabei eine Rolle spielen. Die britische Regierung werde indessen nicht bereit sein, eine automatische Definition des Angreifers anzunehmen. Frankreich werde aber wahrscheinlich Aufklärung darüber wünschen, welche Form eine britische Aktion annehmen werde, falls Großbritannien sich zum Eingreifen auf Grund von Locarno verpflichtet glaube. Es verlautet, daß Laval nicht-mit teere n Händen komme, er werde wohl ein L u f t - abkommen anbieten, das die Verteidigung Großbritanniens gegen einen Luftangriff durch die ganze französische Luft st reit- macht gewährleistet, hinsichtlich des Ostpak- les, der Frankreich, Deutschland, Polen, die Tschechoslowakei, Sowjetrußland und die baltischen Länder in einem System gegenseitiger militärischer Grenzgarantie zusammenfassen soll, wird Großbritannien vielleicht, da Deutschland kein fertiger Plan zur Annahme oder Verwerfung unterbreitet werden soll, Vorschlägen, den deutschen Einwendungen entgegenzukommen. Es würde sich wohl um eine weitreichende allgemeine Vereinbarung handeln, die regionale Vereinbarungen von mehr begrenztem Charakter zusammen- fassen. Diese Frage dürfte akut werden, wenn die Londoner Besprechungen den Weg zu neuen Erörterungen mit Deutschland eröffnen. Frankreich würde dann wahrscheinlich damit einverstanden sein, daß G r o h- britannien in Berlin die Initiative ergreife. „Daily Mail" bezeichnet die Atmosphäre als nicht so hoffnungsvoll wie bei früheren diplomatischen Zusammenkünften. Nichts deute darauf hin, daß die Staatsmänner Vollmacht hatten, über frühere Verpflichtungen hinaus zu gehen. Das äußerste, was erwartet werden könne, sei eine B e - kräftigung der alten Hoffnungen auf Befriedung Europas, für die nach ihrer Ansicht Deutschlands Rückkehr nach Genf die Einleitung bilden würde. Flandin und Laval wurden der britischen Regierung die bevorstehende Verstärkung der französischen Streitkräfte mitteilen. Die britischen Minister würden über die Verstärkung der Verte l- digungsmittel des britischen Reiches berichten. Beide Länder hätten ihre besonderen Schwierigkeiten. Die Rüstungsbegrenzung sei zwar nach Ansicht der britischen Regierung bei der europäischen Lage wesentlich. Es sei aber zweifelhaft, ob sie gegenwärtig zu Schritten bereit sei, den französischen Forderungen in dieser Beziehung entgegen zu kommen. Jeder Engländer hege die wärmsten Gefühle für Frankreich. Aber Flandin und Laval seien nicht in der Lage, die wahre französische Ansicht zu vertreten. Sie seien verpflichtet, dieAnsicht derkleinen Entente zum Ausdruck zu bringen. Das britische Volk habe kein Interesse für die anmafoen- den Bestrebungen kleinerer TNächte. Es werde sicher nicht zulassen, daß seine Außenpolitik von Prag, Belgrad oder Bukarest diktiert werde. „News Chronicle" berichtet, Flandin selb st habe gestern abend geäußert, daß die Parteien imstande sein sollten, in wenigen Stunden eine gemeinsame Grundlage zu erreichen. Vritischerseits werde aber hervorgehoben, daß das Ziel der Zusammenkunft nicht darin bestehe, einen neuen Pakt zu unterzeichnen, sondern über Mittel zu einer Annäherung an Deutschland zu beraten. Die britische Regierung wünsche, daß diese die Form eines Angebots annehmen sollte, das Deutschland selbst als durchaus fair betrachten könne. Die „Times" begnügt sich mit der Feststellung, daß nach britischer Ansicht die ZwIlli n g s p r o b l e m e der Gleichheit und Sicherheit nur gleichzeitig erörtert und geregelt werden können. „Daily Q et alb“ erklärt, nicht nur über die Einzelheiten, sondern schon über die Form und die Hauptlinien der Regelung müsse von Anfang an mit Deutschland auf dem Fuße völliger Gleichheit verhandelt werden. Auch nur der Anschein eines Versuches zweier Mächte, anderen Bedingungen einer endgültigen Vereinbarung zu diktieren, müsse vermieden werden. Rur ein VerstSndigungsrahmen. Gedämpfte Begleitmusik aus Paris. Paris, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die vielen Sonderberichterstatter, die mit Flandin und Laval die Reise nach London angetreten haben, berichten übereinstimmend, es sei verfrüht, von einer b e- reite gefundenen französisch-englischen Verständigungsgrundlage zu sprechen. Ministerpräsident Flandin habe bei seiner Ankunft in London ausdrücklich betont, daß leditzlich der Verhandlungsrahmen fest gelegt worden sei. Agentur Havas meint, daß die französischen Minister Gelegenheit haben müßten, ihre Auffassung zu den verschiedenen Fragen des Tages ohne jede Einschränkung vorzutragen. Es wird dann der bereits hinlänglich bekannte Vorschlag behandelt, den Teil V des Versailler Vertrages, der dje einseitige Entwaffnung Deutschlands vorschreibt, durch ein allgemein verbindliches Rüstungsbegrenzungsabkommen zu ersetzen. Neu ist an dem Havasbericht nur, daß die Franzosen die Bestimmungen über d i e Entmilitarisierung des linken Rheinufers, die mit im Teil V enthalten sind, von der Nichtigkeitserklärung ausgeschlossen sehen möchten. Trotz der großen Erwartungen, die politische Kreise auf die Londoner Besprechungen setzen, machen einige Blätter keinen hehl daraus, daß positive Ergebnisse nur sehr schwer z u erzielen sein werden, da zwischen der englischen und der französischen Auffassung trotz aller gegenteiligen Behauptungen eine Kluft bestehe. „Excelsior" meint, die englischen Kreise legten größten Wert darauf, dem Meinungsaustausch jeden Schein eines Druckes auf Deutschland, dem Ostpakt beizutreten, zu nehmen. Das Blatt versichert, daß Frankreich keineswegs daran denke, das „Ostlocarno" obligatorisch zu gestalten; aber natürlich könne Frankreich nicht auf die Organisierung der Sicherheit für sich und seine Freunde verzichten, „falls Deutschland freie Hand für den Drang nach Osten behalten wolle." „Oeuvre" nimmt an, daß England dem Ostpakt selbst ohne den Beitritt Deutschlands und Polens günstig gegenüberstehe, aber den Wunsch äußern werde, daß Sowjet- rußland nicht die Hauptrolle dabei spiele. „DeMland wünscht die Gleichheit und nicht den Krieg". Nur Erörterungen auf gleichem Fuß können zu einer Friedensbasis führen. Gin neuer Artikel Lord Lothians. London, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Lord Lothian veröffentlicht in der „Times" seinen zweiten Artikel über die Lage in Europa. Er ist zwar ernsthaft bemüht, der besonderen außenpolitischen Lage Deutschlands ohne Vorurteile gerecht zu werden, weniger aber der Zwangsläufigkeit der innerpolitischen Entwicklung in Deutschland. Nur so läßt es sich erklären, wenn er beiläufig von einem „harten und despotischen Regiment in Deutschland" spricht und der Hoffnung Ausdruck gibt, die Einbeziehung Deutschlands in den Kreis der europäischen Zusammenarbeit werde eines Tages Deutschland wieder demokratischen und liberalen Ideen zugänglich machen. Der Verfasser weist auf die Gefahr hin, die aus einem Streben Deutschlands nach Herstellung der Gleichheit durch Vergrößerung seiner Kampfmittel und von einem Streben Frankreichs nach Bildung einer deutschfeind- lichen Koalition drohe. Diese Bewegung habe bereits begonnen. Deutschland sei bereit, auf den Krieg als Mittel zur Regelung feiner Streitigkeiten mit feinen Nachbarn unbedingt zu verzichten, falls es wirkliche Gleichheit erhalte. Reichskanzler Hitler selbst habe ihm nachdrücklich gesagt, daß Deutschland die Gleichheit und nicht den Krieg wünsche, daß es unbedingt bereit sei, auf den Krieg zu verzichten und Nicht- Angriffspakte mit allen Nachbarn Deutschlands zu unterzeichnen, um die Aufrichtigkeit seines Friedenswunsches zu beweisen. Hinsichtlich der Rüstungen Deutschlands verlange er nichts weiter a l s „Gleichheit". Er werde auch eine internationale Untersuchung annehmen, falls jeder andere sie auch annehme. „Ich habe", so schreibt Lord Lothian weiter, „nicht den leisesten Zweifel, daß diese Haltung Hitlers vollkommen aufrichtig ist. Hitler ist zwar kein Pazifist, aber er weiß, was Krieg be- deutet; Hitler kann feine Pläne für die Ausbildung und Disziplinierung und Einigung der jungen Generation nur im Frieden ausführen. Es wird sieben oder acht Jahre dauern, bis die volle Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres wieder hergestellt ist; Deutschland hat zehn Jahre inneren finanziellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau vor sich, wenn es sich erholen soll, ein Krieg würde bestimmt in einer- Besiegung des Nationalsozialis- mus durch den Kommunismus enden. Da weder Sowjetrußland, noch Frankreich, noch Italien, noch eine andere Macht in Europa Krieg wünschen, ist eine Grundlage für eine politische und — eine Rüstungsregelung gegeben, die den Frieden Europas für mindestens zehn Jahre sichern und die Gefahr eines Wettrüstens beseitigen würde." Die Entscheidung darüber, ob es zehn Jahre Frieden und eine Wiederherstellung des internationalen Handels geben würde, hänge von her britischen Regierung ab, der einzigen Macht, zu deren Unparteilichkeit heute ganz Europa Vertrauen habe. Die so oft in der Vergangenheit angewandten Methoden der Nachbarn Deutschlands, irgend etwas zu vereinbaren und esDeutsch- land vorzulegen in dem Gedanken, daß eine Ablehnung die bösen Absichten Deutschlands beweisen und eine Anttahme ihm wieder die etwas gelockerte Zwangsjacke vonVersailles anziehen würde, sei nicht mehr anwendbar. Deutschland habe diesem System ein Ende gern a d) t. Diese Methode sei in hohem Maße das, was Deutschland unter „Ungleichheit" verstehe. Gleichheit bedeute, daß Deutschland von Anfang an an der (Erörterung über bie fünft« tige Stabilisierung (Europas auf gleichem Fuße teilnehme. Deutschland sei nicht imperialistisch im alten Sinne des Wortes, wie etwa das faschistische Italien. Gerade seine Hingabe an den Rassengedanken verhindere es, sich andere Nationalitäten einzuverleiben. Der Nationalsozialismus erkenne das Selbstbestimmungsrecht der anderen Nationalitäten (Europas an, auch wenn er wegen gewisser Grenzen unzufrieden sei. Wenn ein Versuch gemacht werde, (Europa für zehn Jahre zu stabilisieren, dann könne man auf eine baldige Rückkehr Deutschlands zum Völkerbund rechnen, besonders wenn die Völkerbundssatzung vom Versailler Vertrag getrennt werde. Der Gedanke einer europäischen Gemeinschaft werde aber niemals aus dem Versuch verwirklicht werden, Deutschland in den Völkerbund zu zwingen, den es als Werkzeug für seine eigene Unterjochung betrachte. Großbritanniens Aufgabe sei es, Deutschland allmählich für die britische Auffassung vom Völkerbund zu gewinnen. Die deutsch-französische Saarkom- misst on am Sitze der BIZ. in Basel hat die Zurückführung der Sozialversicherung und ihrer Fonds angeschnitten, wozu einige neue Sachverständige eingetroffen sind, sowie die Frage der privatrechtlichen Derpflichtu gen. Unter letzterer Frage spielt die Transferierung eine besondere Rolle. Vozen erhält ein Denkmal! Aus dem Italien Mussolinis kommt eine merkwürdige Nachricht; danach hat der Duce dem Präfekten der neuitalienischen Stadt Bozen angekündigt, daß dort eine von der Stadt Rom gestiftete Statue des altrömischen Feld- Herrn Drusus auf dem Hauptplatz aufgestellt werden soll, also wahrscheinlich auf dem Waltherplatz, wo einst das berühmte Denkmal des ftied- lichen deutschen Minnesängers Walther von der Dogelweide stand, um das auch schon einmal ein sonderbarer Denkmalskrieg entbrannt war und das die neue Herrschaft schließlich als staatsgefährlich entfernte. Also ein Drususdenkmal in der neuen, durch den letzten Krieg wider Begehr und Erwarten an Italien gefallenen Provinz, die von einer Mehrheit von Menschen deutschen Stammes, deutscher Sprache und deutschen Wesens bewohnt wird. Auf den fünfzehnjährigen, mit dem Ruin zahlloser Existenzen bedeckten Leidensweg dieser Deutschen im Kampf um ihr Volkstum wollen wir heute nicht eingehen; im Verfolg der neuen von Italien gegen Oesterreich eingeschlagenen Politik wurden ihnen erst neulich Erleichterungen ihres harten Loses versprochen, denn die Südtiroler waren doch Defterreidjer, für die man in Rom so viel Herz entdeckt hat! Aber was soll es mit Drusus? Solche Denkmäler pflegen doch ihre geschichtliche und politische Symbolik zu haben. Was soll die marmorne oder erzerne Gestalt dieses alten Römers den Weinbauern von Kaltem oder den A e l p l e r n aus dem Grödener Tal sagen, wenn sie nach ihrer Stadt mit dem schönsten Obstmarkt der Welt kommen? Und was soll er uns sagen, die wir aus der Feme diese ausdrucksvolle Politik der Denkmäler verfolgen? Drusus war ein Stiefsohn des Kaisers Augustus, der die Erbschaft seines Adoptivvaters Julius Cäsar antrat. Das vornehmste und wichtigste Stück davon war die römische Herrschaft über Gallien, das in blutigen und rücksichtslosen Kämpfen gegen die eingeborenen Stämme und Völker unterworfen wurde. Das, was wir heute den mitteleuropäischen Raum nennen, befand sich in jener Zeit in einem Zustand ständiger Bewegung, verursacht durch Wanderungen germanischer Stämme, die von der südwestlichen Richtung des Völkerrutsches erfaßt wurden und nun nach neuen Wohnsitzen suchten. Die ersten Berührungen unserer germanischen Vorfahren mit dem damaligen Römerreiche sind auf diese Ursache zurückzuführen. Auch Cäsar war bei der (Eroberung Galliens auf Germanen gestoßen, die den Rhein überschritten hatten. Die Niederlage des germanischen Heerführers A r i o v i st in der Nähe von Mülhausen im Elsaß entschied die geschichtlich bedeutsame Tatsache der Zurückwerfung des sich bildenden deutschen Volkstums auf die rechte Seite des Rheins. Der damalige römische Senat, der Cäsar feindlich gesinnt war, warf ihm wegen feines Verhaltens gegen die Germanen, die um friedliche Ansiedlung gebeten hatten, Vertragsbruch vor und wollte ihn an die Germanen ausliefern. Auslieferungsliste! Doch wir wollen nicht Versailler Methoden und Dölkerbundsvorstellungen in jene Zeiten zurücktragen, in denen ein neues junges Volkstum auf das Bedürfnis eines alten Reiches stieß, feine Grenzen zu sichern. Die Zeit des Drusus aber bezeichnet einen ganz neuen Abschnitt des römischen Vorgehens an den Grenzen des Germanentums, nämlich den Versuch der Unterwerfung und der Eingliederung des germanischen Raums in das römische Imperium. Unter Augustus ging Rom von der Abwehr zum Angriff über. Seine Stiefsöhne Drusus und Tiberius unterwarfen im Jahre 16 v. Chr. das Land zwischen Alpen und Donau, und vier Jahre später drang Drusus über die Rheingrenze von Mainz bis an die Nordsee tief in das germanische Land ein bis zur Elbe. Römische Kastelle an der Lippe, der Weser, an der Ems und an der Elbe bezeichneten den Weg der römischen Eroberungszüge, die das Ziel hatten, Germanien zu einer römischen Provinz zu machen, ihm das Schicksal Galliens zu bereiten. Eine Parallele, die zeigt, welchen Weg die Geschichte eingeschlagen hätte, wenn nicht im Jahre 9 der Untergang der römischen Legionen unter Varus durch den ersten deutschen Nationalhelden Hermann den Cherusker der Ausdehnungspolitik Roms Halt geboten hätte. Die Gestalt des römischen Feldherrn Drusus, die uns in diesem bekannten Zusammenhang und aus dem erwähnten modernen Anlaß interessiert, ist also der Repräsentant eines Abschnittes der germanisch-römischen Geschichte, in dem Rom versuchte, die Bildung eines germanischen Volkstums im politischen Sinne zu verhindern und den germanischen Lebensraum zu unterwerfen und einzugliedern. Dieser Versuch mißlang. Drusus selbst hat das völlige Scheitern seines politischen Zieles nicht erlebt. Auf dem Rückweg von einem seiner Eroberungszüge verunglückte er durch einen Sturz vom Pferde und starb bald danach. Dor seinem Tode soll ihm, wie römische Historiker erzählen, an der Elbe ein Weib „von übermenschlicher Größe" entgegengetreten und gebieterisch di e Umkehr befohlen haben, da das Ende feiner Tage und Taten gekommen fei--- Dies ist die Geschichte von Drusus, besten Denkmal nun in Bozen errichtet werden soll. Seine Gestalt ist ein geschichtliches Schulbeispiel dafür, daß die militärischen Erfolge eines Feldherrn sehr gering wiegen, wenn sie auf ein allzu vermessenes Ziel verschwendet werden und wenn auf der Gegenseite ein Volk steht, das sich nicht vernichten lassen will. Was soll also sein Denkmal bedeuten? Zeigt es einen neuen Abschnitt deutsch- römischer Geschichte an, welcher dem von Drusu» Die Universität Gießen ans der „Grünen Woche // Professor Eessous spricht über „Neue Kulturpflanzen". In p n f»i H n „„ ZunL „ " 7c r'1,, u“! ue,n «unue anoenraut i)t, erkennt «njeitig untertzutzea. .Etzwelche Smvme vrMUex LeanLnisio, welche Tnchügkeit und Fleiß der Bäuerin. Was die Hausfrau in der „Grünen Woche" lernen kann. Beim „Obft. und Gemüsebau", dessen Anlage und Pflege ja im wesentlichen ebenfalls ihrer Schwester auf dem Lande anoertraut ist, erkennt Lehrlauf eintreten soll, lieber den Arbeitsgemeinschaften steht als Spitze eine Anzahl führender Wissenschaftler, die die Fühlung mit den politischen Organen aufrechterhält, die Planung der Arbeiten durchführt, die Mittel dazu beschafft und die gemeinschaftliche Tätigkeit überwacht. Durch diese Zusammenarbeit mit den politischen Organen wird die Gemeinschaft in den großen Rahmen der Agrarpolitik eingeschaltet. Die Aufgaben gliedern sich in ein Sofortprogramm und Aufstellung eines Planes auf lange Sicht. Das Sofortprogramm wird weitgehend in den Rahmen b er Erzeugungsschlacht eingebaut Seine Hauptprogramme behandeln in den Zeiträumen 1934/35 folgende Gebiete: Ertrags- steigerung und Ertragssicherung, die Eiweißfrage, die Fettfrage, das Faser- und Wollproblem, Gartenbau und das betriebswissenschaftliche und agrar- politische Problem. An Hand der einzelnen Fragen wies Professor Meyer nach, wie künftig die Gemeinschaftsarbeit gestaltet werden wird. Hieraus war zu erkennen, daß ein Problem nun nicht mehr von einer Seite, sondern gleichzeitig von den verschieden st en Seiten aus angegriffen werden muß, damit die Aufgaben möglichst schnell und zweckmäßig gelöst werden. — Das lebhafte Stimmengewirr des folgenden Bierabends bewies, daß diese neue Art der Forschung und persönlichen Fühlung rege Beachtung in den Kreisen der Gelehrten fand. Fülle von Arbeit aufgeboten werden muß, um ihren Tisch mit gutem Gemüse und Obst zu versorgen. Da es dringend erwünscht ist, daß die deutsche Hausfrau dazu übergeht, den Ertrag deutschen Bodens restlos aufzunehmen, Dorratswirtschaft im guten Sinne zu treiben durch Frischhaltung, Einmachen, Dörren usw. wird ihr hier sehr hübsch ge- zeigt, wie sie sich auf die kommende E i n m a ch e» z e i t durch eine „Zuckersparkasse" vorbereiten kann, und im Sommer und Herbst, wenn die Obsternten reifen, sich nicht mit der Ausrede drücken kann: Ein- machen kostet zuviel Zucker! Jedes geleerte Einmacheglas soll nämlich unmittelbar, nachdem man seinen Inhalt aufgebraucht hat, soweit mit Zucker gefüllt werden, als man seinerzeit zum Einkochen seines Inhalts verbraucht hat ... Kommt bann ber Sommer, hat man keine befonberen Ausgaben für die Zuckeranschaffung. Wenn Stabtfrau und Landfrau, diese als Erzeugerin, die Frau der Stadt als Verbraucherin gut und vernünftig wirtschaften, dienen sie nicht nur sich selbst und ihrer Familie, sie dienen zugleich ihrem Volk. Sie beide dahin zu führen ist der Sinn der „Grünen Woche". Keine Goldsammlungen für den Rückkauf der Saargruben. und Eiweißoerforgung dem Hanf eine besondere Bedeutung zu. Der Hanf eignet sich besonders zum Anbau auf in guter Kultur befindlichen vererdeten Riederungsrnoorflächen. Die Böden dürfen jedoch nicht unter bauernder Rässe leiden. Der Hanf hat als Tiefenwurzler eine fast ebenso gute Wirkung auf die nachfolgenden Früchte wie bte Zuckerrübe. Beim Hanf muß man zwei Arten des Anbaues unterscheiden. 1. den Hanfanbau zur Hanfstroh- gewinnung, der auf eine größere Samenernte vernichtet. Hierzu eignen sich die meist ausländischen hochwachsenden Sorten. 2. den Hanf zur Samen- geroinnung. Zu den nur dem Namen nach, aber für den An- bau noch unbekannten Pflanzen muß ber Körnermais unb bie Sojabohne gerechnet werben. Nachbem es ber Züchtung gelungen ist, beut- sche früh reifenbe Sorten zu schaffen, bürsten ber weiteren Ausbreitung bes Körnermaisanbaues keine befonberen Hinbernifse mehr entgegenstehen. Körnermais ist eine Pflanze, bie sogar ben ärmeren Böben erstaunlich hohe Ernten abringt, lieber bie Sojabohne geht bas Urteil sehr stark auseinanber. Infolge ihres sehr hohen Fett- unb Eiweißgehaltes wäre es gewiß sehr zu begrüßen, wenn es gelänge, sie im Anbauplan mit aufzunehmen unb somit bas Risiko im Anbau ber anberen Oelfrüchte auf eine weitere Pflanze zu verteilen. 9m Jahre 1934 würben in allen Teilen unseres Vaterlanbes Versuche mit 16 verschiedenen Sojasorten durchgeführt. Das Ergebnis, bas in ganz rohen Umrissen jetzt oorliegt, läßt es bringenb angezeigt erscheinen, bie Versuche zu wieberhölen, um Fehler in ber Versuchsanstellung, bie nicht etwa ben Sorten anzurechnen finb, zu oermeiben. Alles in allem kann gesagt werben, baß es sich empfiehlt, sich in mittleren Lagen minbeftens mit ber Kultur ber Soja vertraut zu machen. ber großen Lanbwirtschafts-Ausstellung der „Grünen Woche" am Kaiserbamm in Berlin ist bie Abteilung „Unsere Ernährung" ein Hauptanziehungspunkt für bie stäbtischen Hausfrauen. 9n ihr ist zugleich auch bie übersichtlichste Leistungs- chau ber Arbeitsgebiete ber Lanb - Wissenschaft und Forschung aus der „Grünen Woche" Oie Berliner Doriragstagung des Reichsnährsianvs. Auch die Universität Gießen war auf der Grünen Woche vertreten. Der Direktor des Instituts für Pflanzenbau unb Pflanzenzüchtung ber Lanbesuniversität, Professor Dr. G. S e s s o u s , sprach im Rahmen ber Vortragstagung bes Reichs- nährstanbes über „Neue Kulturpflanzen?" Er unterschieb zwischen solchen Pflanzen, bie aus ber Mobe gekommen unb baher für viele Bauern unb Lanbwirte neu finb unb solchen, bie wirk- l i ch für ben beutschen Bauern eine noch nicht betriebene Kultur barstellen. Zu ben zum Teil in Vergessenheit geratenen Pflanzen rechne er bie Oelpflanzen, vor allem Raps unb Rübsen, sowie bie Fasernpflanzen: Lein unb Hanf. Ihre Kultur muß in vielen Wirtschaften roieber aufleben unb von neuem erlernt werben. Der Raps würbe in früheren Jahren stets nach Schwarzbrache angebaut. Das sollte auch für uns bezüglich Auswahl von Vorfrucht unb Bobenbearbeitung rich- tunggebenb fein. Da wir heute Schwarzbrache nicht mehr betreiben, kommt also ein Anbau nach Klee, Futtergewächsen, Frühkartoffeln unb allenfalls Wintergerste in Betracht. Von ber richtigen Saat hängt beim Rapsbau sehr viel ab. Allgemein sollte es heißen, je besser bas Klima, je bünner bie Aussaat unb umgekehrt. Zu ben Oelfrüchten muß auch ber Körner- ober OeUein gerechnet werben. Die volkswirtschaftliche Bebeutung bes Delleins liegt vor allem barin, baß ber Oellein geeignet ist, eine erhebliche Menge Leinsaat, Leinöl, Leinkuchen unb Kapsel- preu zu erzeugen unb bamit unsere Fett- unb Futtermittelbilanz zu entlasten. Wenn es ber Züchtung gelingt, bie Grtragsleiftung bes Oel- leins noch weiter zu erhöhen, so ist bamit zu rechnen, baß ber Oellein auch für Deutschlanb als Kulturpflanze eine Rolle spielen wirb. Neben bem Flachs kommt für bie Faser-, Fett- Oie Gchuldenfrage zwischen Amerika und Moskau Erneute Verhandlungen wiederum gescheitert. Washington, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Verhanblungen zur Regelung ber russischen Vorkriegsschulden an bie Vereinigten Staaten wurden zwischen den zuständigen Beamten des Staatsdepartements und bem Botschafter ber Sowjetunion roieber aufgenommen. Staatssekretär Hutt gab bekannt, baß Die Verhanblungen erneut gescheitert finb. Hüll erklärte: „Ange- stchts ber gegenwärtigen Haltung ber Sowjetregierung habe ich bas Gefühl, baß wir nicht bie Hoffnung hegen können, baß irgenbeine Derst anbigung jetzt möglich ist. Ich bebauere wes, ba ich sowohl mit ben amerikanischen Fabrikanten unb Landwirten sympathisiere, die den Wunsch haben, einen Markt für ihre W a - ren in der Sowjetunion zu finden, als auch mit den amerikanischen Bürgern, deren Eigentum in der Sowjetunion beschlagnahmt wurde. Es ist kaum zu bezweifeln, daß die Verhandlungen jetzt als beendet angesehen werden müssen. Der Vorstand der Export-Import-Bank wird nun entscheiden müssen, ob diese Bank überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat." — Der sowjetrussische Botschafter Trojanowski verließ nach seiner kurzen Unterredung das Staatsdepartement f i cy t - lich niedergeschlagen. Er lehnte jede Aeuße- rung ab. Staatssekretär Hutt gab seine Erklärung nach einer langen Unterredung mit dem hier weilenden amerikanischen Botschafter in Moskau, B u l- lit, ab. Ein portugiesischer Journalist beim Führer. Lissabon, 31. Ian. (DNB.) Die portugiesische Tageszeitung „D i a r i o d e N o t i c i a s" veröffentlicht die Unterredung, die ber Führer und Reichskanzler dem Redakteur dieser Zeitung Armando Boaventura gewährt l>at. Der Berichterstatter schildert ausführlich den Empfang durch den Führer. Er betont, daß entgegen den Behauptungen ber ausländischen Presse Hitler nicht von schwer bewaffneten SS.-Männern bewacht werde, er sei nur einem einzigen Posten begegnet. Der Eindruck, den die Persönlichkeit des Führers auf ihn machte, sei einprägsam gewesen. Boaventura sagt, er habe verstanden, daßderWil! e, der aus den stahlblauen Augen spreche, das deutsche Volk veranlasse, dem Führer einmütig zu folgen. Der Führer sagte: Die Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal haben um so mehr Grund, eng und wirklich herzlich zu sein, als die gegenwärtige politische Situation in Portugal in vieler Hinsicht von denjenigen Prinzipien unb Leitsätzen inspiriert wird, die das nationalsozialistische Regime in Deutschland leiten. Der Berichterstatter, der ber Saarabstim- m u n g beigewohnt hatte, äußerte sich Darüber roie folgt: Das Saarabstimmungsergebnis bebeutet zweifellos einen ganz großen Erfolg für Deutschland und für bie Politik bes Reiches, das Ew. Exzellenz führt. Die ganze Saar ist deutsch und ich habe mich im Saargebiet immer unter Deutschen gefühlt. „Ich bin überzeugt, daß die Saarabstimmung ein wertvoller Faktor für den europäischen Frieden, nicht nur für Deutschland und Frankreich, sein wird, und bin überzeugt von dem festen Willen Deutschlands zum Frieden, den Eure Exzellenz so bestimmt und in kategorischer Weise ausgedrückt hat." Der Führer sprach die Hoffnung aus, daß der Eindruck des Berichterstatters von dem auftichtigen Friedenswillen Deutschlands auch im portugiesischen Volk Widerhall finden und zur freundschaftlichen Verständigung der beiden DÖ 1 - k e r beitragen möge. repräsentierten ähnlich sein soll? Vorstoß bes römischen Imperiums, als dessen Erwecker und Verkünder sich Mussolini ja fühlt, nach Norden in den aermanischen Lebensraum? Ist es ein Symbol bes Angriffsgeistes unb werben bem Symbol Taten folgen? Dies finb ernste Fragen, bie sich bas Deutschtum vorzulegen hat, nicht nur im Reich, fonbern auch in Oesterreich, bas schon wie ein vorgeschobener Posten Roms angesehen wirb, wie bie Romer in jenen frühgeschichtlichen Zeiten einzelne beutsche Stämme für ihre Politik zu gewinnen wußten unb mißbrauchten. Don Rom aus gesehen kann biefes neue Produkt einer in Denkmälern sich offenbarenden Politik nur diesen Sinn und diese Bedeutung haben. Von Germanien aus gesehen aber bedeutet der Name Drusus bie Gewißheit, baß unsere nationale Kraft groß genug ist, ben Boben ber beutschen Heimat zu verteibigen unb feinbliche Einfälle abzuwehren. Jene merfroürbige Erzählung von ber Todesvision bes römischen Felbherrn an ber Elbe, die im Dämmerlicht ber germanischen Frühzeit steht, wäre eigentlich bas gegebene Thema für eine Reliefbarstellung am Sockel bes Drususbenkmals. Erst daburch würbe feine Symbolik beutlich, oon b e i b e n Seiten sichtbar unb vollstänbig! gibt feine Priorität mehr, fonbern nur noch g e - meinfamen Dienst am Staat in bem Sinne: Ieber gibt, jeder nimmt! Die Brücke von ber Wissenschaft zur Praxis sei ber Reichsnähr- st a n b, von bort, von Der Praxis, kommen bie Anregungen. Diese seien von ben Instituten zu bearbeiten, praktisch auszuprobieren unb erst, wenn sie sich nach allen Richtungen bewährt haben, in bie breite Öffentlichkeit hinauszuleiten. Die Mithilfe, aber auch bie Korrektur bunt) ben Reichsnährstand sei unerläßlich. Anschließend überbrachte Dr. Krohn die Grüße des Reichsbauernführers und betonte, baß ber Makel hinsichtlich ber Eigenbrötelei, ber bisher angeblich noch auf ber Arbeit ber Professoren gelegen habe, in Zukunft burch bie Zusammenarbeit im Forschungsbienst verschwinden wird. Darauf erläuterte Professor Meyer, Berlin, Aufbau und Ziel des Forschungsdienstes. Der Forschungsdienst, wie er jetzt geplant ist, gliedert sich in sieben Reichsarbeitsgemeinschaften: Pflanzenbau, Landwirtschaftschemie, Tierzucht, Gartenbau, Lanbwirtschaftsgewerbe, Landwirtschaftstechnik und -Hochbau, Agrarpolitik unb Betriebslehre. Innerhalb jeder Arbeitsgemeinschaft sind mehrere Kreise gebildet, von denen j e - d er ein Sondergebiet zu bearbeiten hat. Da jede Landwirtschaftsaufgabe aber verschiedene Gebiete berührt, so ist eine Zusammenarbeit unbedingt erforderlich, wenn nicht Doppelarbeit oder fragen gegeben, denn bie Milchwirtschaft, bie Geflügelzucht, Obst- unb Gemüsebau werben in ber bäuerlichen Wirtschaft von ber Frau betreut, unb so inb biese Zweige ber länblichen Erzeugungsstätte ehr abhängig von ber Tüchtigkeit unb bem Fleiß ber Ba u e r i n. Eines ber wichtigsten Gebiete ist bie Milchwirtschaft, über bie biese Sonberschau eingehend Auskunft gibt. Wenn auch der Veredelungs- unb Verarbeitungsprozeß ber Milch — zu Konbens-, zu sterilisierter und pasteurisierter Milch, zu Butter und Käse — von ben Großmolkereien unb ihren Maschinen übernommen wirb: bie Auswahl bes Viehs, seine Pflege, bie Prüfung auf Leistung unb Güte bes Rohmaterials, ber Milch, liegt boch in erster Linie bei ber Bäuerin. In ber Abteilung Milchwirtschaft lernt bie (Stabtfrau bie verschobenen Arten ber Milchverwertung kennen unb nach ihren befonberen Eigenschaften werten. Konbensierte Milch ist eingebampft, sterilisierte Milch ist in Gläsern ober Büchsen eingeschlossen bis auf 100 Grab erhitzte unb völlig keimfrei geworbene Vollmilch Die pasteurisierte Milch wirb eine halbe Stunbe lang auf 65 bis 70 Grab erhitzt unb schnell gekühlt. Daburch bleiben ihr Vitamine unb Nähr- salze erhalten, so baß sie befonbers hochwertig ist. Magermilch ist kein an sich minberroertiges Probukt, sie ist nur weniger fetthaltig, barum billiger, ist aber zu Kochzwecken — Pubbings usw. — sehr wohl zu gebrauchen; außerbem vertragen magenschwache Personen sie viel besser als Vollmilch. Auch über das wichtige Kapitel Fettwirt- schäft wird die Stabtfrau, bie in ihrem Bereich nur bie Auswirkungen planmäßiger Maßnahmen, selten aber über beren Ursachen unterrichtet wirb, aufgeklärt; nach bem Besuch ber Ausstellung begreift sie, warum wir oerschiebene Buttersorten haben, warum es nötig ist, daß dem Käse ber Fettgehalt aufgebrutft wirb. — Welche Bebeutung der K a r t o f f e l nicht nur als Nahrungs- mittel in ihrem eigenen Haushalt, sondern darüber hinaus der gesamten deutschen Volkswirtschaft zu- kommt, erfährt die Hausfrau, da ihr die Ausstel- mng barlegt, daß auf ber braunen Knollenfrucht bie starte-, Flocken- unb bie Spiritusinbuftrie sich große Interesse, bas jetzt allenthalben ber Lanb- wirtschaft — insbefonbere ber Ernährung unb Rohstoffversorgung — entgegengebracht wirb. Daß bie große Aufgabe ber Lanbwirtschaft i heute von ganz anberer Seite aus betrachtet wirb, zeigt bie Eröffnungsrebe, bie ber Reichsminister für Ernäbrung unb Landwirtschaft, R. Walther DarrS, selbst hielt. „Es ist ein grundsätzlicher Unterschied, ob man der privatwirtschaftlichen Rentabilitätsüberlegung ben Vorrang vor volkswirtschaftlichen Ueberlegungen einräumt ober ob man ber Volkswirtschaft bas Primat gegenüber feinen Einzelwirtschaften ein räumt. Selbst bie vollenbetste Agrartechnik kann sich niemals allein genügen, fonbern muß stets im Dienste einer höheren, b. h. einer staatlichen Jbee stehen. Die Politik muß besroegen als bas Primäre vor Agrartechnik unb Agrarwirtschaft gestellt werben." Aus allbekannten Gründen fordert heute die Politik aber die Sicherstellung der Ernährung und Rohstoffversorgung unseres Volkes. Aus diesem Grunde ist die Erzeugung s s ch l a ch t vor kurzem in die Wege geleitet worden. Sie beabsichtigt aber nicht wie früher einseitige Steigerung irgendeines landwirtschaftlichen Erzeugnisses, sondern strebt auf allen Gebieten die Unabhängigkeit vom Auslande an. Deshalb werden besonders die Gebiete gefördert werden müssen, auf denen wir noch große Mengen ausländischer Erzeugnisse einführen. Die folgenden Referate der Vortragstagung befaßten sich daher in erster Linie mit diesen Aufgaben. So sprachen am ersten Tage nach einem einführenden Vortrag von Ministerialdirektor Moritz über die deutsche Ernährungslage, Prof. Meyer, Berlin, über Erzeugungsschlacht und Wissenschaft. Dr. Krohn, Berlin, über Landbautechnik und Eiweißversorgung, Dr. Ströbele, Ludwigshafen, über Möglichkeiten des Eiroeißersatzes und Prof. ® r- Fingerling, Leipzig, über Erzeugungs- Ichlacht und Fütterungslehre. Die Referate wurden am Dienstag fortgesetzt mit Vorträgen von «Staats» Minister Ri ecke, Detmold, über Aufgaben der deutschen Landeskultur, Prof. Dr. Roemer, Halle, über Erhaltung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit, Direktor Kertscher, Dresden, über bie Praxis ber Humuswirtschaft unb Prof. D r. Ses ° fous, Gießen, über neue Nutzpflanzen. Die weiteren Vorträge behandelten-vorwiegenb die Frage der Rohstoffversorgung. So sprach Prof. Dr. Schilling, Sorau, über Das Faserproblem, Prof. Dr. Schmidt, Göttingen, über das Fett- problem, Freiherr von ©umppenberg- Pöttmes, über Die Wolle unD Ministerialrat Parchmann, Berlin, über Holz als Rohstoff. Schließlich faßte Reichsobmann Meinberg das Ergebnis Der Vortragstagung in einer Schlußan- prache zusammen. Wenn früher im Rahmen ber „Grünen Woche" Versammlungen ber Deutschen Lanbwirtschasts-Ge- sellschaft stattfanben, so stauben sie fast stets unter dem Zeichen von Sonderveranstaltun g e n. Die Ackerbauabteilung, die Tierzucht-, die Geräte-, die Futtermittelabteilung und viele andere hatten ihre eigenen Sonderausschüsse und ©onbertagungen — oft sogar zur gleichen Zeit — einberufen, die stets nur der aufsuchte, der sich für dieses Gebiet besonders interessierte. Starken Anklang fanden natürlich immer die Vorträge, die das Gebiet behandelten, auf dem gerade Hochkonjunktur herrschte, ja die Vortragenden selbst trugen der Konjunkturwirtschaft in überstarkem Maße Rechnung. Dadurch verlor ber unbefangene Zuhörer oft bie Uebersicht über bie landwirtschaftliche Lage unb vermochte sich nur selten ein klares Bilb von ber großen Richtung ber Agrarpolitik zu verschaffen. Ganz anbers in biefem Jahre! Keine Sonderausschüsse unb (Sonbertagungen, nur eine große Vortragsfolge, bie an zwei Tagen eine klare Uebersicht über bie laub- wirtschaftlichen Aufgaben ber nächsten unb ber ferneren Zukunft gaben. Der außerordent- lich starke Besuch — ber große Beethoveusaal faßte längst nicht bie Menge ber Zuhörer — bewies bas Interessant war befonbers, baß auch bie Wis- enschaft jetzt in ben großen Rahmen ber Agrarpolitik eingebaut werben sott. Zwar wird eine große wissenschaftliche Jbee niu von einem einzigen erdacht werden können, um sie aber- in Die breite Praxis umzusetzen, werden viele Kräfte )aran mitguarbeiten haben, immer unter dem Gesichtspunkt, wie der Volkswirtschaft damit am besten gebient werben farm. Die Wissenschaft barf in Zukunft nicht wie bisher, in zahllose Spezialzweige aufgelöst, ben Zusammenhang mit bem Ganzen verlieren, fonbern hat bie Aufgabe, in ftänbigem (Streben nach Aufbau unb Synthese in erster Linie bte Arbeiten in Angriff zu nehmen, bie vom Gau- Zen her ihren Sinn erhalten. Auf biefem Grund- aebanten baut sich ber neubegründete gor- d) u n g s b i e n ft auf, ber alle laubwirtschaftlichen Wissenschaftler zur Gemeinschaftsarbeit im Dienste des Volkes gusammenfaßt. Agrarpolitiker, Wissen- chaftler unb Praktiker in einer großen tfront im gemeinsamen Kampf um Deutschlanbs Zukunft, bas war ber Gefamteinbruck biefer bebeu- tungsvollen Tagung bes Reichsnährstanbes. Die erste Hauptversammlung des Korschungsdienstes. Reichsarbeitsgemeinschaft bet* Lanbwirt- schaftswissenschaft. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Beseelt von bem Willen, ber Reichsregierung, bie sich aus ber Rück- glieberung bes Saargebietes ergebenben wirtschaft- lichen Lasten tragen zu helfen, hat sich eine große Anzahl von Volksgenossen erboten, golbene Schmucksachen zur Verfügung zu stellen. Diese Opferbereitschaft zeugt von einem vorbildlichen Patriotismus. Die Ablieferung von Golbschmuck, wie sie im Jahre 1813 und zuletzt in ber schlimmsten Notzeit bes Weltkrieges ftattgefunben hat, ist heute jeboch n i ch t e r f o r b e r l i ch. Das neue Reich ist stark genug, um auf Golbspenben im vorliegenden Falle verzichten zu können. Es möchte den Opfersinn der Bevölkerung allein Vorbehalten für die Milderung von Not.und Armut im Lande. Im übrigen sind bereits Vereinbarungen getroffen worben, bie sicherstellen, baß bie Be- Zahlung der Saargruben ohne Jnanspruch» n a h m e b e r G o 5b - u n b D e v i s e n b e st ä n b s ber Reich sb an k erfolgen kann. Aber auch bis Währungspolitik bebarf ganz allgemein Der Ablieferung von Schmucksachen nicht, sondern bedient sich Der bekannten wirksamen Wirtschaftsmaß. nahmen, um den Zahlungsverkehr mit Dem Aus» lanpe ^ regeln. wirD Daher gebeten, von Derartigen GolDfchmuck-Spenden abzusehen- Golb- münzen können selbstverständlich nach wie vor bei bet Aetchsbgnk umgetaujcht werden. Deutsche Rückfragen tu Paris und Rom zum Donaupakt. Basel, 31. Jan. (DNB.) Schweizer Zeitungen bringen bie Meldung, wonach in Berliner biplomo- tischen Kreisen die Nachricht verbreitet sei, daß d i e deutsche Regierung gestern durch ihre Botschafter in Paris und Rom die angekündigte Rückfrage bezüglich des Nichteinmifchungs- Paktes habe überreichen lassen. Es seien bestimmte Fragen gestellt, jedoch werde als eine Vorbedingung für die Annahme des Paktes seitens der deutschen Regierung die Forderung erhoben, daß England und auch die Schweiz diesem Pakt beitreten. * Erkundigungen an zuständiger Stelle ergeben, daß die Reichsregierung ihre Botschafter in Paris und Rom beauf- tragt hat, eine Reihe von Rückfragen bezüglich Inhalt und Tragweite des Nichteinmischungspaktes (Don au paktes) zu stellen. Von Vor- bebingungen, Forderungen oder auch nur Vorschlägen konnte in diesem ersten Stadium der Klärung auf dem üblichen diplomatischen Wege naturgemäß nicht die Rede sein. Im Rahmen Der Grünen Woche fand am 28. Januar 1935 bie e r st e Hauptversamm- lu ng besForschungsbienstes, ber Reichs- arbeitsgemeinschaft ber Lanbwirtschaftswissenschaft, mi ftbemgolb in Berlin statt. Eine außerorbentlich DOn Lanbwirtschafts-Professoren unb -Assistenten von Angehörigen des Reichsnährstanbes und von Behörden hatte sich zu dieser ersten gemeinsamen Tagung zusammengefunden. Zwei e ar dieser 0 wie Meli Sri unrM AtE SZ Ä Mik wllJ„ Ml*1’, >7 ben T Mtzde lriegs su' gen des über bie Erkennt" Gewi" tonet 21' Si falls nod (aubt m uni) bungen" fjlanW' habiM e offenbar ranxent s bet Losi sich hier mit ber wie do: steht- Beine Europa selbstgei Mühe Nisse, i mungei geben, gen Rc Winkel der St innern, Teil a stets bi gerec oon fei liebend träge q Europäi men, bi Gründe jeder G ihn nui Emeriti Standp ren All schlägt wortbrb doch be) Qmmc। ein gri Amerika- mehr i Staat bie hm China [i Kuba pinen amerifar unb hat Rolle bi freunblid ten Pro! China allen Li irgend nicht e Amerik dann Man Land die ük gleichrc ber Ko das ro, von S Gelder, usw. sind sti die hun interna, unb bes ken inm sen im wegen il sorm bei sehr mid Philippi, nerpoiit, datz bie dort qi Konknn Amerikas Außenpolitik. -bon unserem K G.S.-Berichterstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, Januar 1935. Amerika schaut sich die Welt an und findet, daß sie nccht gut ist. Die Differenzen in Europa, die Ziele Japans in O st a s i e n wirken hier beunruhigend, da man auf der anderen Seite des Atlantik so wie auf der anderen Seite des Pazifik «gigantische Pulverfässer zu sehen glaubt, von denen man nicht weiß, wann sie explodieren können. Auf Ler einen Seite alteingewurzelte Feindschaften, Haß und Argwohn, auf der anderen Seite zwei große Mächte, die sich immer mehr verschanzen und auf rammende blutige Kraftproben oorbereiten. Der Ge- Lanke liegt nahe, daß in Europa oder in Ostasien irgendein lokaler Zwischenfall unter der gespann- ien Atmosphäre plötzlich größere Bedeutung gewinnen und den ganzen Erdteil und damit die Welt in Den Strudel hineinziehen könnte. Trotzdem hält man den Ausbruch eines Weltkriegs für nicht sehr wahrscheinlich. Die Erfahrungen des letzten großen Kampfes, die Unsicherheit Liber die Haltung der verschiedenen Mächte und die Erkenntnis, daß ein Krieg keinem Lande Gewinn bringen kann, sind nach Washing- üoner Auffassung die drei großen Schutzmauern gegen eine weitere Weltkatastrophe. In Ostasien wird nach amerikanischer Meinung der Krieg ebenfalls noch einige Zeit auf sich warten lassen. Man glaubt nicht, daß Rußland aggressive Absichten hat, und man hält Japan für saturiert mit den Erwerbungen von Jehol und Mandschukuo. Man lobt die Nanking-Regierung für ihre staatsmännische Handhabung einer sehr schwierigen Situation, die China offenbar nicht durch Ausbrüche nationalen Temperaments noch weiter zu verschärfen beabsichtigt. Mit Der Lostrennung obiger Gebiete von China hat man ssich hier stillschweigend abgfunden, wenn man auch mit der offiziellen Anerkennung zurückhält und nach troie vor auf dem Grundsatz Der offenen Tür be- steht. Bemerkenswert für diese Einstellung gegenüber Europa und Asien ist der amerikanische Hang zu , selbstgerechter Ueberheblichkeit. Ohne sich die Mühe genaueren Studiums der wahren Bechält- misse, der psychologischen und wirtschaftlichen Hemmungen bei den Völkern der „Alten Welt" zu ggeben, ohne den Unterschied zwischen dem gewalti- ggen Raum der Vereinigten Staaten und den kleinen Winkeln eng zusammengedrängter, einander fremder Stämme zu bedenken, ohne sich daran zu erinnern, daß die amerikanischen Siedler Aum größten Teil aus Europa Rammen, pocht man hier stets darauf, daß Amerika so viel friedlicher, gerechter und anständiger sei. Man glaubt eon keiner der europäischen Nationen, daß sie'friedliebend sei oder sich auch nur an die Friedensver- träge gebunden fühle, sondern man sieht in den Europäern ein Gemisch von säbelrasselnden Schelmen, die nur aus den vorstehend angeführten drei «Gründen den Säbel in der Scheide lassen. Daß jeber Europäer intriguiert und daß Verträge für ihn nur „Fetzen Papier" sind, gilt bei sehr vielen Amerikanern als ausgemacht. Bestärkt wird dieser Standpunkt auch durch die Weigerung der früheren Alliierten, die Kriegsschulden zu bezahlen. Man sschlägt sich hier an die Brust und sagt: „Diese ivortbrüchigen Europäer! Ja, wir Amerikaner sind «doch bessere Menschen!" Immerhin ist unter der Regierung Roosevelt ein großer Fortschritt in der Außenpolitik Amerikas zu verzeichnen: manmischtsichnicht mehr in die Angelegenheiten fremder «Staaten ein (wenigstens nicht offiziell); man hat trie Hoover-Linie des Einflusses in Südamerika und «China sehr weit zurückgenommen. Man hat Kuba volle Souveränität, den Philippinen Unabhängigkeit gegeben; man hat die amerikanischen Truppen aus Haiti zurückgezogen mnd hat überall in Lateinamerika die Molle des eifersüchtigen Ehemanns mit der eines ffreundlichen Nachbarn vertauscht. Das System lau- ten Protestierens gegen japanisches Vordringen in «China hat man aufgegeben. Man versucht, mit «allen Ländern der Welt so gut auszukommen wie irgend möglich. Wenn Japan die Flottenverträge «nicht erneuern, sondern zur gleichen Höhe wie Amerika aufrüsten will, so wird man sich auch «damit abfinden. Man hat reichliche Sorgen im eigenen Lande: die immer noch bestehende Depression, ldie über zehn Millionen Arbeitslose mit ihren »gleichfalls hungrigen und notleidenden Familien, iber Kampf zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, ibas weitverbreitete Verbrechertum, ber Rattenkönig :von Skanbalen infolge Verschleuberung öffentlicher Gelber, Bestechung von Beamten unb Polizisten ' usw. Die innerpolitischen Interessen ■ Ffinb stärker als bas Interesse am Auslcmb. Selbst ' «die humanitären Bestrebungen um Einführung einer ’ «internationalen Einschränkung ber Herstellung von unb bes Hanbels mit Kriegsmaterial finb auf starken innerpolitifchen Druck der großen Wählermassen im Westen zurückzuführen, die gleichzeitig wegen ihres Einflusses auf den Kongreß für Reform der Landwirtschaft und ber Währung einen sehr wichtigen Faktor darstellen. Die Freigabe der Philippinen erfolgte ebenfalls hauptsächlich auf innerpolitischen Druck; die Gewerkschaften verlangten, daß die Einwanderung billiger Arbeitskräfte von dort aufhöre, und die Landwirtschaft wollte die Konkurrenz des Zuckers aus den Philippinen beseitigt haben. Deswegen machte man die Philippinen zum „Ausland", indem man ihnen Unabhängigkeit gewährte. Es gibt in Amerika kein Primat der Außenpolitik, sondern fast alle außenpolitischen Schachzüge sind auf irgendeine innerpolitische Konstellation zurückzusühren, und deswegen ist es so wichtig, die amerikanische Innenpolitik genau | zu kennen. In amüsantem Gegensatz zu dem amerikanischen Stolz auf feine republikanische Verfassung steht die weitverbreitete Vorliebe des amerikanischen freien Bürgers für den englischen Thron und dessen monarchisches Gepräge. Es gibt kaum eine ' größere Ehrung für eine amerikanische Frau, als dem britischen Königspaar bei einem ber alljährlichen Massenempfänge vorstellig zu werben, unb die amerikanischen Zeitungen bringen bie Namen dieser „Glücklichen" stets auf ber ersten Seite, ebenso wie sie in ben letzten Monaten täglich ganze Seiten unb viele Bilder ben Vorbereitungen für bie Hochzeit bes P r i nzen George roibmeten Göring als Zagdaast des polnischen Slaalspräfidenlen. I ■ ■ # y z - T ■ 1 •' V ■ .MM MH BK \ M4H8 ■ <■ ■ • Staatspräsibent Moscicki unb Ministerpräsibent Göring bei ber Ausfahrt zur Jagb in ben riesigen Wölbern von Bialowicz. — Nach seiner Rückkehr nach Warschau mar ber preußische Ministerpräsident beim Botschafter von Moltke zu Gast. An'dem Essen nahmen teil: der polnische Ministerpräsident Kozlowski, ber Außenminister Oberst Beck mit Frau, ber Berliner polnische Botschafter L i p s k i, ber Dizeminister bes Auswärtigen Graf Szernbek mit Frau, bie Generäle Sosnkowski unb Fadrycy , ber Chef bes Militärkabinetts Oberst G l o g o w s k i. Arn Nachmittag stattete Ministerpräsibent Göring bem Marschall Pilsudski im Schloß Belvedere einen Besuch ab, der über anderthalb Stunden währte. Steuerpolitik belebt die Wirtschaft. Ein Vortrag Staatssekretär Reinhardts. Berlin, 31. Jan. (DNB.) In der Gesellschaft ber Berliner Freunde ber beutschen Akademie sprach ber Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt über „Nationalsozialistische Finanz- unb Steuerpolitik". Die nationalsozialistische Finanz- unb Steuerpolitik sei, solange es in Deutschlanb Arbeitslose gebe, in erster Linie auf Verminderung d e r Arbeitslosigkeit abgestellt. Die Reichsregierung habe seit Frühjahr 1933 ein Bündel von Maßnahmen eingeleitet, die darauf abgestellt sind, die Nachfrage nach Gütern und Lei st ungen z u erhöhen. Erhöhte Nachfrage führt zur Erhöhung des Beschäftigung s° st a n d e s in den verschiedenen Zweigen ber Wirtschaft. Die Belegschaftsziffern werden erhöht, die Arbeitslosenziffer wird kleiner. Die Auswirkungen auf den öffentlichen Haushalt sind: Verminderung bes Finanzbebarfes ber Arbeitslosenhilfe auf ber Ausgabenseite unb Erhöhung bes Aufkommens an Steuern, sonstigen Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen auf der Einnahmenseite. Staatssekretär Reinhardt kündigte an, daß in den nächsten Tagen die erste Durchführungsverordnung zum neuen Einkommens- steuergesetz erscheinen werde. Sie werde die Vorschrift über erhöhte Absetzungen für kurzlebige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens auch auf solche Gewerbetreibende aus- dehnen, die zwar nicht Vollkaufleute finb, aber trotzdem ordnungsmäßige Bücher führen. Dadurch werde dem steuerlichen Interesse der Kleingewerbetreibenden und der Handwerker entsprochen. Die Durchführungsverordnung werde ferner auch Vorschriften darüber enthalten, was auf die Ein- kommenssteuerschuld für 1934 anzurechnen ist. Eine bedeutungsvolle Maßnahme im Kamps gegen die Arbeitslosigkeit sei das Gesetz zur Förderung Sämtliche Einzelheiten der Braut-Ausstattung, des Hochzeitessens usw. wurden brav berichtet, und am Hochzeitstage standen viele Amerikaner morgens um 5 Uhr auf, um der auf Kurzwellen aus London kommenden eingehenden Funkreportage des historischen Ereignisses zu lauschen. Die oben geschilderte negative Einstellung Amerikas gegenüber Europa trifft in noch erheblich gesteigertem Maße auf bie Einste11ung gegenüber Deutschlanb zu. Man ist hier leiber noch immer baoon überzeugt, baß Deutschlanb nicht so friebliebenb sei wie es immer betonte. Nun haben zwar die beiden großen Schritte Deutschlands, Verständigung mit Polen und Abkommen mit Frankreich über die Saar, diese Zweifel an der deutschen Friedensliebe etwas zerstreut, aber es besteht weiterhin eine ablehnende oder mißtrauische Stellungnahme, bie eine gerechte Beurteilung ber beutschen Verhältnisse erschwert bzw. verhinbert. Genährt wirb biese Ablehnung von ben Gewerkschaften, ben Mischen Kreisen unb weiten Kreisen ber sogenannten Intelligenz. Die Gewerkschaften fürchten, baß bas deutsche Beispiel autoritärer Regierung hier Schule machen könnte und daß dadurch ihr großer Einfluß zerstört würde. Die jüdischen Schutzverbänbe treten nach wie vor für den Boykott deutscher Waren ein, verstecken sich aber immer mehr hinter ben liberalen Kreisen ber Professoren unb Geistlichen. „Reliaiöse Freiheit" ist bie Parole, bie im letzten Jahr in steigendem Maße verwendet wurde und die täglichen breiten Bericht» aus Deutschland über ben evangelischen Kirck^nstreit bienten als willkommene Argumente für bie Behauptung, baß bas Dritte Reich bie geistige Freiheit nieberhalte. Schließlich [nb naturgemäß auch bie Parlamentarier bes ganzen Laubes fast ausnahmslos feinblirf) eingestellt, denn sie fürchten wie die Gewerkschaften eine Einschränkung ihrer politischen Machtstellung, bie hier größer ist als sich je ein Reichsbote in Deutschlanb hat träumen lassen. Aus dieser Furcht vor Uebergreifen beutscher Einrichtungen auf Amerika erklärt sich ber erbitterte Kampf bes „Ausschusses zur Untersuchung unamerikanischer ber Eheschließungen. Durch biese Maßnahme habe sich bie Arbeitslosenziffer um min- beftens 500 000 unb ber Finanzbebarf ber Arbeitslosenhilfe um etwa 250 Millionen RM. oerminbert. Ferner habe sich bie Zahl ber Eheschließungen unb Geburten stark erhöht. 334 567 Eheschließungen im ersten Halbjahr 1934 stehen 252 592 Eheschließungen im ersten Halbjahr 1933 gegenüber. Bei ber Zahl ber ßebenbgeborenen finb die entsprechenden Ziffern 576 843 und 490 340. Schließlich habe bas Gesetz zu einer bebeutenben Erhöhung ber Zahl ber Hausstänbe unb baburch zu verst ä r k t e r Nachfrage nach Möbeln, Hausgerät unb Kleinwohnungen geführt. Es würben laufenb minbestens 20 000 Ehestanbsbar- lehen monatlich gewährt, im Jahre runb 250 000. Die steuerpolitischen Maßnahmen ber Jahre 1933 unb 1934 hätten ber Gesamtheit aller Steuerzahler eine En11astung um runb eine Mi11iarbe R M. gebracht.Jm Rechnungsjahr 1934 werbe bas Steueraufkommen gegenüber bem Rechnungsjahr 1933 um 1100 Millionen RM. größer fein. Dieses Mehraufkommen sei not - menbig zur Abbeckung der Vorbelastungen aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm und der Fehlbeträge der früheren Jahre. Solange dieser Mehrbedarf bestehe, müsse jegliches Aufkommens-Mehr grundsätzlich zur Deckung dieses Mehrbedarfs verwendet werden. Sobald die Vorbelastungen sich wesentlich vermindert haben, und soweit das Aufkommen-Mehr nicht zur Bestreitung von Mehrausgaben gebraucht wird, die durch die allgemeinen Interessen des Volksganzen bedingt sind, werde die Voraussetzung für eine allgemeine Senkung der Steuern gegeben sein. Dabei werde in erster Linie an die Einkommensteuer und an bie Gewerbesteuer gebacht werben müssen. Betätigung" gegen die überall in Amerika begründeten Vereinigungen der „Freunde des neuen Deutschland", bie mit uniformiertem „Orbnungs» dienst" und der «Hakenkreuzflagge auftreten und als amerikanische Bürger Aufhebung des Boykotts sowie Achtung vor dem neuen Deutschland fordern. In ben Zeischriften unb Zeitungen finbet man ständig Angriffe gegen ien neuen Kurs des Deutschen Reiches, unb bie Atmosphäre ist im Osten ber Vereinigten Staaten alles andere als freunblich. Je weiter man nachbernWesten kommt, befto neutraler wirb bie Stimmung, außer in ben großen Stäbten, wo ben Ortsgruppen ber „Freunbe bes neuen Deutschlanb" sowohl aus jüdischen Kreisen wie auch von manchen Vereinigungen alteingesessener Deutschamerikaner Schwierigkeiten erwachsen finb. Die Erfahrung im Falle Italiens hat gelehrt, daß erstens eine solche geistige Umstellung auf eine revolutionäre Veränderung eines fremden Staatswesens Zeit braucht, daß zweitens bie Aufklärung von den amerikanischen Korrespondenten in Deutschland kommen muß, von denen man erwarten sollte, daß sie, wo die ersten Monate b?r täalichen „Sensation" lange vorbei finb, nur sachliche unb positive Berichterstattung leisten anstatt sich aewisse zwangsläufig unausbleibliche Schönheitsfehler bei ber Umformung Deutschlands herauszusuchen und diese tendenziös ausgebauscht hierher zu melden. lieber bie wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Amerika unb Deutschlanb ist nicht viel zu berichten. Der Boykott macht sich in ben größeren Städten nach wie vor bemerkbar unb schädigt bie beutsche Einfuhr. Wichtiger jedoch erscheint bas Mißverhältnis, in das ber beutsche Exporteur infolge ber Abwertung des Dollars gekommen ist, ber naturgemäß bie deutsche Ware in Goldmark so sehr verteuert hat, daß sie in vielen Fällen nicht mehr mit amerikanischen, geschweige denn javanischen Erzeugnissen konkurrieren kann. Wertmäßig hat sich daher die deutsche Einfuhr zusammen mit der aus allen anderen Goldwährungs- länbern stark vermindert. Eine Folge dieses Rückganges war die Unmöglichkeit, die amerikanischen Gläubiger deutscher Anleihen in dem gleichen Umfang mit Zinsen zu beliefern wie bie anberen Ausländer, beren Staaten viel mehr von Deutschland kaufen als Amerika. Dieser Schritt hat hier zu bem Vorwurf geführt, daß Deutschland durch diese Diskriminierung selbst die Handelsbeziehungen zu Amerika verhältnismäßig unbedeutender Zinsenbeträge wegen eigenwillig zerstöre. Eine weitere Kluft zwischen den beiden Ländern entstand dadurch, daß die Reichsregierung d i e Meistbegünstigungsklausel im deutsch, amerikanischen Handelsvertrag zum Ende des Jahres 1935 kündigte und dadurch gegen einen der Lieblingsgedanken bes amerikanischen Außenministers schroff anging. In Amerika übersieht man hierbei bie Tatsache, daß die deutsche Regierung Verhandlungen über bie Zinsen und über alle anderen wirtschaftlichen Probleme der amerikanischen Regierung wiederholt angeboten hat. Die amerikanische Regierung hat stets erwidert, sie sehe nicht ein, weshalb sie ihr gutes Recht auf diese Zinsen durch Handelskonzessionen erkaufen solle. Es wird Zeit und Mühe kosten, das Feld zu bereinigen. Daß es gelingt, wird aber im Interesse der Weiterentwicklung der beiden in so vielfacher Weife verbundenen großen Nationen von Herzen zu wünschen sein. Oes Führers Dank an Schmitt und Schacht. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler hat an Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt folgenbes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichsminister? Mit Rücksicht auf Ihre immer noch nicht roieber» heraestellte Gesunbheit haben Sie um bie Entlassung aus Ihren Aemtern als Reichswirtschaftsminister unb Preußischer Minister für Wirtschaft unb Arbeit gebeten. Zu meinem aufrichtigen Bebauern sehe ich mich veranlaßt, b i e f e r Bitte stattzugeben. Ich spreche Ihnen f ü r Ihre sachkunbige, uneigennützige unb aufopfernbe Mitarbeit am Wieberaufbau bes Reiches meinen besten Dank aus. Wenn bie beutsche Wirtschaft in verhältnismäßig kurzer Zeit aus ihrem bebrohlichen Verfallszustanb her- ausaeführt unb auf ben Weg ber Gefunbung unb Kräftigung gebracht werben konnte, fo ist biefes auch Ihrer zielbewußten Arbeit zu Dcrbanfen. Sie, geehrter Herr Reichsminifter, haben mir Ihre Bereitwilligkeit versichert, nach Ihrer völligen Wieberherstellung jeberzeit Ihre Kraft und Ihre Erfahrung in den Dienst des Reiches zu stellen. Ich würdige diese Bereitwilligkeit durchaus unb banke Ihnen bafür. Jnbem ich Ihnen meine besten Wünsche für eine balblge unb vollstänbige Wieberherstellung Ihrer Gesunbheit ausspreche, bin ich mit Deutschem Gruß Ihr Ihnen ergebener gez. Abolf Hitler. Das Schreiben bes Führers unb Reichskanzlers an ben Präsibenten bes Reichsbankbirektoriums Dr. Hjalmar Schacht hat folgenben Wortlaut: Sehr geehrter Herr Reichsbankpräfibent! Herr Reichsminister Dr. Schmitt hat mit Rücksicht auf feine noch nicht wieberhergestellte Gesunbheit um seine Entlassung aus seinen Aemtern als Reichswirtschaftsminister unb Preußischer Minister für Wirtschaft unb Arbeit gebeten. Dieser Bitte habe ich stattgegeben. Ich habe Sie, Herr Reichsbankpräsident, mit ber Weitersührung ber Geschäfte als Reichswirtschaftsminister unb Preußischer Minister für Wirtschaft unb Arbeit beauftragt. Die von mir hierzu vollzogenen Erlasse finb Ihnen inzwischen zugegangen. Sie haben bie beiben Ministerien sechs Monate lang neben Ihrem Amt als Präsibent bes Reichs- banfblreftoriums in aufopfernber Tätigkeit mit Erfolg geleitet. Ich spreche Ihnen hierfür meinen befonberen Dank aus unb wünsche Ihnen ein weiteres gutes Gelingen bei Ihren Bemühungen, bie Gesunbung ber beutschen Wirtschaft zu erreichen. Mit beutschem Gruß Ihr Ihnen ergebener gez. Abolf Hitler. Eine erläuterte Ausgabe der neuen Gemeindeordnung. Zur eben verkündeten neuen Gemeindeordnung erscheint soeben: Kerrl-Weidemann, Die Deutsche Gemeindeordnung, erläutert von Reichsminister Hanns Kerrl und Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann, stellvertretender Por- sitzender bes Deutschen Gemeindetages, Vorsitzender des Ausschusses für Kommunalrecht unb Kommunal- verfassung an ber Akademie für deutsches Recht, unter Mitwirkung von Ministerialrat Dr. Strutz im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern. Die Gemeindeordnung macht bem Zustanb ber Rechtszersplitterung auf bem Gebiete bes Ge- meinberechts ein Enbe und gibt den gesamten deutschen Gemeinden eine einheitliche gesetzliche Grundlage. Infolge der einschneidenden Aenderungen, die das Gesetz gegenüber dem bisherigen Rechtszustanb in allen deutschen Ländern bringt, liegt für jeden, ber fick mit kommunalen Angelegenheiten zu befassen yat, ein Bebürfnis vor, möglichst schnell eine erläuterte Ausgabe bes Gesetzes zu besitzen, zumal bie ©emeinbeorbnung wegen ihres verfassungsrechtlichen Charakters in ihren Bestimmungen knapp gefaßt ist. Oberleutnant Marloh rehabilitiert. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Dor bem Kommandanturgericht fand die Wiederaufnahmeverhandlung gegen den Oberleutnant a. D. Marloh statt, der im Dezember 1919 wegen Erschießung von 29 Angehörigen der Volksmarine-Dioision freigesprochen, aber wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe und Führens falscher Ausweise zu drei Monaten Festungshaft und 30 RM. Geldstrafe verurteilt worden war. Marloh hatte sich als alter preußischer Gardeoffiziere trotz fünffacher schwerer Verwundung der Gardekavallerie-Schützendivision zur Verfügung gestellt. Auf Grund des von Noske herausgegebenen Schießerlasses und des von der Regierung verhängten Standrechtes, die den Regierungstruppen das Recht gaben, gegen Ansammlungen mit der Waffe vorzugehen, hatte Marloh am 11. März 1919 in einem Hause 400 Angehörige der roten Marine-Division festgenommen, die kurz vorher gegen die Regierungstruppen gekämpft hatten. Marloh hatte 29 Führer dieser Spartakistenbande standrechtlich erschießen lassen. Am 1. Ium sollte er verhaftet werden. Sein unmittelbarer Vorgesetzter verlangte von ihm, daß er fliehen sollte, drängte ihm falsche Papiere auf und erklärte, Reichswehrminister Noske und die Regierung befehle ihm, zu fliehen, da sie auf alle Fälle einen Prozeß vermeiden wolle, bei dem zu befürchten sei, daß er Anstoß zu neuen Spartakistenaufständen gäbe. Mar- loh, der die Absicht hatte, sich selbst zu stellen, glaubte, einem Befehle gehorchen zu müssen, auch wenn es seiner Ueberzeugung widerspräche und floh nach Süddeutschland. Einige Monate später wurde er verhaftet. Dem Antrag des die Anklage vertretenden Oberkriegsgerichtsrats folgend, sprach das Kommandanturgericht unter Aufhebung des damaligen Urteils Oberleutnant Marloh von der Anklage der Fahnenflucht und des Gebrauchs gefälschter Ausweise frei. Aus aller Welt. England auf dem Wege zu einem volkstümlichen Fernsehdienst. Die Verwirklichung eines volkstümlichen F e r n s e h d i e n ft e s ist in England um einen gewaltigen Schritt nähergerückt. Im Mai v. I. hatte die englische Regierung einen Sonderausschuß eingesetzt, der Vorschläge für die Einrichtung eines Sehfunks ausarbeiten sollte. Heute veröffentlicht dieser Ausschuß seinen Bericht, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Zeit kommen werde, in der ein Rundfunk ohne Fernsehdienst genau so feiten sein werde wie heute ein stummer Film. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß die Einführung eines volkstümlichen Fernsehdienstes nur schrittweise erfolgen kann und empfiehlt zunächst die Schaffung eines Londoner Sehfunks; man hofft, daß er bereits Ende dieses Jahres eröffnet werden kann. Später ist geplant, in ganz England ein System von Sendern zu errichten. Verwendet werden nur. Ultrakurzwellensender, die eine sehr geringe Reichweite haben. Die Größe der Fernsehbilder wird voraussichtlich etwa 20 zu 15 Zentimeter betragen. Eine wichtige Rolle in dem Bericht spielt natürlich die K o st e n f r a g e für die Abonnenten. Die bestehenden Rundfunkausgaben von 10 Schilling je Hörer sollen zunächst überhaupt nicht erhöht werden, bis sich das Fernsehsystem eingespielt hat. Eine beträchtliche Schwierigkeit bildet der zur Zeit noch sehr hohe Preis für die Empfangsapparate. In dem Bericht wird jedoch die Hoffnung ausgedrückt, daß bald ein vernünftiger Preisstand erreicht werden kann. Postminister Sir Kingsley Wood teilte im Unterhaus mit, daß die Regierung den Bericht des Fernsehausschusses geprüft und gebilligt habe. Die britische Rundfunkgesellschaft wird mit der Einrichtung eines Fernsehdienstes und der Durchführung der Empfehlungen des Ausschusses betraut werden. Der Minister bestätigte, daß noch vor Ende dieses Jahres in London eine Station errichtet werden soll. Ein unsozialer Hausbesitzer in Schutzhaft genommen. Durch die bayerische Politische Poli- z e i wurde der Hausbesitzer Andreas Pabst, München, Mauerkircherstraße 10, in Schutzhaft genommen. Mieter, die in seinen Häusern Wohnungen bezogen, mußten diese erst auf eigene Kosten in standsetzen, was bisweilen bis zu 1000 Mark kostete. Waren die Wohnungen nun auf Kosten der Mieter in einen guten Zustand versetzt, dann erfolgten Mietpreis st ei gerungen von 20 bis 33 v. H. Nahm der Mieter diese ungerechtfertigte Steigerung, die nur auf mühelose Bereicherung abzielte, nicht an, dann erfolgte zum nächsten Termin Kündigung, weil Pabst hoffte, die wiederinstandgesetzte Wohnung teuer vermieten zu können. In einem Falte wurde eine Wohnung ,deren Friedensmiete auf 30 Mark an- gesetzt ist, bis zu 55 Mark gesteigert. Berlin im Matsch. Die Stadt muß sich den Schneefall etwas kosten lassen. Den letzten starken Schneefällen bei geringen Temperaturen unter Null ist jetzt in Berlin eine erhebliche Erwärmung gefolgt, die den Schnee schnell in Matsch verwandelte. Für die Berliner Straßenreinigung brachte der plötzliche Witterungsumschwung viel Arbeit. Es mußten in aller Frühe fast tausend Hilfskräfte angesetzt werden, um wenigstens zunächst die Hauptverkehrsstraßen einigermaßen befahrbar zu machen. In den Außenbezirken, wo sich der Schnee ja eher hält, wurden 43 Sandstreuwagen eingesetzt, dazu 11 Schneepflüge. Dieser eine Schneefall hat die Stadt bereits 7200 Mark gekostet. Damit haben die Gesamtausgaben für die Schneebeseitigung in diesem Winter die Höhe von rund 200 000 Mark erreicht, von denen allerdings der größte Teil arbeitslosen Volksgenossen wieder zugute kommt. Blühende Gärten in der Bretagne. Während in fast ganz Frankreich strengstes Winterwetter herrscht, zeigt die Südbretagne ein frühlinghaftes Aussehen. Hier blühen allenthalben Mimosen, und in vielen Gärten hat sogar schon die Rosenblüte begonnen. Kunst und Wissenschaft. Dr.Prasch wird Intendant in Krefeld. Dr. Rolf P r a s ch, früher Generalintendant des hessischen Landestheaters in Darmstadt und Intendant des Gießener Stadttheaters, ist als Intendant an das Stadttheater in Krefeld berufen worden. Prafch, der zuletzt als Referent im Amt NS.-Kultur- gemeinde, Abteilung Theater, tätig war, wird in Krefeld Nachfolger von Hans T a n n e r t, dessen Wirken als Bonvivant am Gießener Stadttheater noch unvergessen sein dürft?. Ein Apollo-Standbild gefunden. In der malerischen Ortschaft Sperlonga unweit von Gaeta zwischen Rom und Neapel machten dieser Tage Spaziergänger einen beachtlichen archäologischen Fund. Ein mit Erde und Schlamm überdeckter Block, der bis an die Landstraße gerollt war, erwies sich bei näherer Untersuchung als ein Marmor st anddild des Apollo. Nach Aussage der Sachverständigen handelt es sich um eine Figur aus einer in der Nähe befindlichen Grotte des Tiberius, der hier an den Abhängen des Monte San Magno einen sehr schönen Park angelegt hatte. Noch heute finden sich in der Grotte Teile der Röhrenleitung, die zum Auffangen der Bergwafser diente. Bei den Grabungen, die in nächster Zeit bei Sperlonga vorgenommen werden sollen, dürfte noch manches kostbare Werk des Altertums wieder ans Licht des Tages kommen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Zufuhr feucht-milder Ozeanlust, die noch gestern verbreitete Schneefälle ergab, hat sich fort- gesetzt. Da in Nord- und Nordwestdeutschland Regenfälle bereits die Schneedecke vollkommen beseitigt haben, greift von dort aus, mit weiterem Nachschub milder Ozeanluft, Tauwetter weiter um sich. Ein neues kräftiges Luftdruckfallgebiet bei Großbritannien verspricht für Samstag eine neue verstärkte Zufuhr von Ozeanluft, der dann wahrscheinlich ein Nachstoß etwas kälterer polarmaritimer Luft folgt. Aussichten für Samstag: Bei auffrischenden westlichen Winden überwiegend bewölkt und verstärkte Niederschlagstätigkeit, in hohen Sagen noch Schnee, Temperatur weiter ansteigend. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt und einzelne Niederschlagsschauer, lebhafte westliche Winde, voraussichtlich wieder etwas kälter. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, — 4 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 2 Grad, 56 cm Gefamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, — 7, 35 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck ~unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. in SOMMERN Inventur-Verkauf erhalten sie schon: Herren-Wintermäntel,tragfähige Qual.,von RM.19.50 an Ein gFOßCF POStd! Wintermäntel Herren-Sakkoanzüge, mod.strapaziert. Ware, v. RM.29.50 an erstklassige Qualitäten, zum Teil aus letzter Saison ae Knaben-Anzüge und -Mäntel............ab RM. 9.50 jedes Stück.................................RM. äwb" In Leder-, Regen- und Berufskleidung sowie Hosen bekannt große Auswahl zu niederen Preisen Dem WarenKanfabkommen 590 a der Hessischen Beamtenbank angeschlossen WUMMWWW Ai oom 1. vis 8. Seörunr 1935, im Saale öes Einhorn Eintritt 30 Pf., Kinder u. Erwerbslose 15 Pf. Geöffnet von 15-21 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr Wir bitten besonders auch unsere Mitglieder um regen Besuch. Die Veranstalter: $rauenuunö Der DeuMen SolonlalgeseMM Zravenvereln fflr ventM lieberfee (3. Hot firenj) (Beide Ortsgruppen im Reichskolonialbund und im Deutschen Frauenwerk.) 0402 Der Evangelische Bund lädt ein zum 684 D BUNDES-ABEND am Sonntag, dem 3. Februar, 20 Uhr, in der Stadtkirche. — Es sprechen - Pfarrer Heinernann über: »Martin Luthers Kampf in unsern Tagen« Pfarrer Trapp über: »Die evangel. Bewegung in Oesterreich« und »Der Evangelische Bund, ein Kämpfer für Deutschtum und Protestantismus« Der Zweig Vereinsvorstand. VIB. Reidisbalin e.V. Gieben Samstag, den 9. Februar, 19.58 Uhr. in sämtlichen f'Ä'l Räumen derLiebigshöhe Grober 587 d ( ■ ■ Maskenball V Zwei Tanz-Kapellen I JLL Nichtmitglieder Hk. 1.50, Mitglieder Mk. 1.00. Vor- Verkaufsstellen: Zigarrenhaus Gemmer, Bahnhof- strafee 66; FriseurgeschäftTränkner, Neuen Bäue22 119A Sa w sein! Ein gutes Küchenmesser wird immer richtig schneiden. Also schon beim Einkauf auf QualKäts- Stahlwaren achten. Vom Küchenmesser bis zur Schere, alle Stahlwaren bekommen Sie stets preiswert und In guter Qualität bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Brennholzverkauf des Iorstamts Krofdorf am Freitag, dem 8. Februar, von 10 Uhr ab in der Gastwirtschaft Klinket zu Odenhausen a. d. Lahn. Reoierförsterei Salzböden, Distrikt 71a und b: Eiche: 39 rm Scheit (teils ungespalten), 105 rm Knüppel. Buche: 180 rm Scheit, 273 rm Knüppel, 613 rm Reiser III. Achte: 42 rm Scheit, 16 rm Knüppel. Steuerungen vorbehalten. 597V Morgen Samstag Metzelsuppe Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut Metzgerei und Wirtschaft Heinrich Bönsel ________Hammstraste.______wiD Wtito m £amm Morgen Samstag 0399 Reichsverhand bischer Tore-, Sport- und Gymnastiklehrer (E. V.) im NS. Lehrerbund — Bezirk 2, Gießen Große feraDslallong zugunsten desWioferhilfswerkes am Samstag. 2. Februar 1935, abends 8.15 Uhr, im Cafe Leib Gymnastik, Körperschule, Fechten, Boxen, Jiu-Jitsu, Solo- und Gruppentänze der Gießener Tänzerinnen Schumann, Maja von Rabenau, Plank und Pietz. Anschließend Tanz mit großen Überraschungen Humor und Stimmung. esoD Eintritt 50 Pfennig — Erstklassige Tanzmusik. 9 $ \cn 7/27 Beamter sucht 3-Jimmer- wohnung möglichst m. Bad zuml.3.,1.4.,od. 1.5. 35. Schrift!. Angeb. unt.0400 a. den Gieß. Anz. Samstag, 2. Fehr., 20-, Uhr Hauptversammlung Hessischer Hof. Pünktl. Erschein, aller Kameraden wird erwart. ewD Bunö öersoatottelne Ortsgruppeßießen Uns. Mitglieder und Saarabstim- mungsberechtig. nebst Angehörig, laden wir am Mittwoch, 6. Feb., 20.30 Uhr, ins Cafe „Bürger hol“ zu einem 69sd gern. Beisammensein freundl. ein Nachlässe von r di- 20 v. S. erhalten Sie bet wtederhollen auf. nahmen einer Anzeige Alt. Beamt, sucht ml Zimmer b. EL Familie, für ca. 14Tage.Schr. Angeb. unt.0398 a.den Gieß. Arn. | Vermietungen | Büro Hindenhurgwal! 4 Part.,besond.als Bürogeeig.,7bis 8 Zimmern, «es WWMMMliMM. Anmeldungen zum Eintritt in die unterste Klasse der Aufbauschule sind bis zum 22. Ulan 1935 bei ■ der Direktion einzureichen. Der Meldung (nicht stem- ■ pelpflichtig!) sind beizufügen: 5990 1. der Geburtsschein: 2. der grüne Impfschein; 3. das letzte Schulzeugnis (mit Noten in allen Fächern der Volksschule); 4. ein von dem Schüler selbst geschriebener Lebenslauf. Da die Aufbauschule ihre Schüler schon in 6 Iah- , ren zur Reifeprüfung führt, kann sie nur gut begabte Schüler aufnehmen, die auch körperlich den erhöhten | Anforderungen gewachsen find. Sie müssen mindestens 7 Jahre die Volksschule besucht haben. ■ • Die Aufnahmeprüfung findet am 25. und 26. März 1935 statt, jedesmal morgens um 8 Ahr anfangend. 1 Friedberg, den 28. Januar 1935. Direktion der Aufbauschule: Dr. Knieriem. M Büfflet! Sielt. 2-Röhren- Gerät mit Lautsprecher u. Nora- Netzanode f. Gl.° Strom zus.M.20 zu verkauf. 0404 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. [Verschiedene?] 30003m von Selbstyeber gefl. gute Stcher- bett zu leihen gesucht. Schriftliche Angb. unt. 0393 a. den Gieß. Anz. Stellenangebote] Junge MM zum 1.März 1935 gesucht. 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Schriftliche Angebote u. 0385 an d. Gieß. Anzeiger erbet. Gasthaus z. Taunus _______Weinbrenner 0396 Samstag, den 2. Februar 1935 Kappensitzungl Musik wird ausgef.von Mitgliedern der Regimentskapelle Inf.-Regt. Gießen, Bla 4 Uhr nachts geöffnet 1 W WM «111801101 Bis 4Uhr nachts geöffnet Morgen Samstagabend Metzelsuppe Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut. Zum Adler, Marktpl. 20 Bis 4 Uhr nachts geöffnet! «407 Caf6-Restaurant Rheingold Morgen Samstag 688d 2.Zoübierfefl Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Gießener Militär- kapelle. Bis 4 Uhr nachts geöffnet. Aufforderung. Wer Auskunft über Leben oder Tod des anfangs der 1890er Zähre nach Nordamerika ausgewanderten Heinrich Sames III. von Oorsgill geboren daselbst im Zähre 1843, oder seiner Erben angeben kann, wird ersucht, diese unverzüglich an den gerichtlich bestellten Abwesenheitspfleger Landwirt Heinrich Sames II. in Dorfgtll zu geben. Dorfgill, den 1. Februar 1935. 685 d Loh. Heinr. Eames II. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darwin: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den UieOener Anzeiger Morgen abend 8.30 Uhr 082D Jahreshauptversammlung im „Postkeller"" Erschein. Pflicht. Mullnrgemeinile Ring Deutsche Bühne. Svielvlan für Februar: 6giD Donnerstag, 14. u.Samstag,16.2. „Die Hosen des Herrn v.Bredow von PaulBever. Samstag, 23. u. Donnerstg.,28.2. Christa, ich erwarte dich von Möller und Lorenz. Kartenausgabe: Donnerstagmit- glieder:Samstg. 2. Febr., Sams- tagmitgüedsr: Montag, 4.Febr. jeweils von 16 bis 19 Uhr an der Theaterkasse. Gesckaftsstunden im übrigen nur von 14-18 Uhr (auß. Samstgs.) Goetheftr. 30 v. Illlllllllllllllllllllllllllll MWülkl («testen. 160d Lamst.,2.Febr., 20 bis 22.15 Uhr (Gesckl.Borsiell.) NS.-Kulturgem. Ring Deutsche Bühne. Was ihr wollt. Lustspiel in 5 Akten von W. Shakespeare, uiiininimiiuiiiiiiiiiiii Jetzt sind sie so vorteilhaft die Winter- Mäntel so billig wie nie! Wir können jeden Wunsch erfüllen, denn unsere Auswahl ist noch riesengroß IGebr. mheuser Am Markt ______ 670 A Nr. 27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen) Zreitag, L Februar 1955 Spaziergang durch die Berliner Porzellan-Manufaktur Eine Gründung Friedrichs des Großen. — Fabrik mit Handbetrieb. Wer sich nicht durch Augenschein einmal über den komplizierten Entwicklungsgang der Porzellanerzeugung unterrichtet hat, vermag sich kaum ein Bild davon zu machen, wieviel Mühe und Sorgfalt und wieviel Sachkenntnis dazu gehört, bis der wassergetränkte Schmutz aus Kaolin, Feldspat und Quarz zum herrlichen zarten leuchtenden Geschirr auf der Festtafel geworden ist. Neben den Produktionsstätten fast aller in Deutschland vorkommenden Industriezweige birgt Berlin, Deutschlands größte Industrie- und Handelsstadt', auch eine bedeutende und auf ein hohes Alter zurück- blickende Porzellanfabrik: die Staatliche (e h e - malsKönigliche) Porzellan-Manufaktur, die ihre Entwicklung mit Stolz auf Friedrich den Großen zurückführen kann. Den besten Eindruck gewinnt man, wenn man den guten Rock auszieht und sich im technischen Betrieb umherführen läßt; vor allem, wenn dabei der Manufakturdirektor Professor Dr. Freiherr v o n P e ch - mann selbst einmal den Führer spielt. Die Porzellanmacher sprechen eine besondere Fachsprache, die nicht jedem von vornherein verständlich ist. Was soll man sich darunter vor- stellen, wenn von Biskuitporzellan, Weichporzellan oder P a r i a n die Rede ist? Mit der Bäckerei hat das eigentlich nur wenig zu tun, wenn auch der Borbereitungs- und der Brennprozeß äußerlich in mancher Hinsicht an die edle Zunft der Kuchenbäcker erinnert. Aber in den großen Qefen, in denen das Porzellan „gut" oder „gar" gebrannt wird, würde der Brotteig schon bald in Flammen aufgehen. Denn die Hitzegrade sind von einer viel größeren Intensität. Trotzdem aber muß die Temperatur in den Qefen sehr sorgfältig geregelt und beobachtet werden, denn das Porzellan ist höchst empfindlich. Und nur zu leicht bricht die spröde Masse, wenn sie nach dem ersten oder zweiten Brand nicht sehr sorgsam und schonungsvoll behandelt wird. Bei den Hitzegraden von weit über tausend Grad sind die üblichen Thermometer natürlich nicht zu verwenden. Wenn die Schamottekapseln in die Brennöfen eingeführt und diese zugemauert< worden sind, bleibt ein kleines Guckloch ausge- | spart, durch das der Hüter der Qefen den Fortgang 1 der Prozedur beobachten kann. Im Innern find sog. Seger-Kegel aufgestellt, die, wenn sie weich werden, die Temperaturentwicklung anzeigen. Es gibt eine ganze Anzahl von verschiedenen Mischrezepten, aus denen die kleinen Kegel zusammengestellt werden, damit sie ebenso verschiedene Temperaturgrade zu melden vermögen. Brenndauer und Brenntemperatur hängen von den Eigenschaften ab, die man dem Porzellan geben möchte. Tausenderlei ist beim Porzellanbrand zu beobachten, damit die Farben der Malerei, der Schwund der Porzellanmasse, die Porösität, die Standfestigkeit und die Widerstandskraft gegen mechanische und chemische Einflüsse den gestellten Bedingungen entsprechen kann. Die besondere Härte der Erzeugnisse gerade der Berliner Staatlichen Porzellan-Manufaktur und ihre leuchtenden Farben s. d das Ergebnis von über 150 Jahren langsamer und stetiger Entwicklung und Praxis. Ob die Malerei von Hand oder auf mechanische Weise über oder unter die Glasur aufgetragen wird, ist ebenfalls von großem Einfluß auf das Endprodukt. Die Porzellanmalerei ist eine Kunst für sich, die hohe Anforderung an das technische Können und das künstlerl'che Empfinden des Malers stellt. Man stellt heute auch Porzellane her, die in der Masse gefärbt oder die mit einer andersfarbigen Masse überzogen sind und vergrößert so die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten. Ein besonderes Gebiet ist heutzutage das technische Porzellan, das gerade in der Berliner Manufaktur das Rückgrat der Verkaufsoraa- nisation und der „Stolz der Firma" geworden *. Wer kennt nicht die gewaltigen Isolatoren, die jetzt in nie geahnten Dimensionen gezeigt werden? Wer würde vermuten, daß es Porzellanröhr- chen gibt, die erheblich dünner als eine Strick- nabel sind und die doch zwei- oder dreimal der Länge nach durchbohrt wurden? Wer weiß davon, daß man heute Bakterienfilter Herstellen kann, in denen durch unglasiertes Porzellan die feinsten Lebewesen abgefiltert werden können, die das Mikroskop zu erkennen vermag? Aber selbst wenn man die schwierige Arbeit bei „durchbrochenen" Gefäßen kennt oder wenn man weiß, daß scharfkantige viereckige Schalen und Töpfe besonders auserlesene Meisterarbeit verlangen, kann man alles das nur richtig würdigen, wenn man die immerhin grobschlächtig anmutenden Verfahren kennengelernt hat, die üblicherweise bei der Porzellanherstellung gebräuchlich und unersetzlich sind. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wenn sich aus den erdigen Rohstoffen mit Hilfe des rußigen Braunkohlenfeuers in schmutzigen Qefen allmählich die kostbaren Werke der Künstler- h a n d herausschälen, die in er st er, zweiter und dritter Wahl für den Konsum bereitgestellt und von dem Ausschuß getrennt werden. Man muß sie einmal genau betrachten, die feingliedrigen Figuren, die zartblättrigen Blumen, das dünnwandige, durchscheinende Service, die ausdrucksvollen Plaketten und Büsten und sich dann den Produktionsprozeß vor Augen führen, um ermessen zu können, welches Wunder man in der Hand hält. Viel, sehr viel Handarbeit wird in der Porzellan-Manufaktur gebraucht; Chemiker, Künstler und Arbeiter müssen mit dem tüchtigen Kaufmann an einem Strang ziehen, um gute Ware herzustellen und sie trotz der Krisenzeiten zu angemessenen Preisen verkaufen zu können. Denn neben der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Porzellan- industrie hat sie eine hohp künstlerische und kunstgewerbliche Aufgabe zu erfüllen, ohne daß sie deshalb dem Staate irgendwie zur Last fallen darf. Mchlliche Gedenkstunde für Siimnsiihrer Milewski. M »• D | 1 -A V 4 f | . I KW M V * Tz V An der Todesstätte des Berliner Sturmführers Hans Eberhard M a i k o w s k i, der nach dem historischen Fackelzuge am 30. Januar 1933 in Charlottenburg unter den Kugeln kommunistischer Mordbuben fiel, wurde, wie schon gestern ausführlich berichtet, am Jahrestage feines Todes eine nächtliche Weihestunde veranstaltet. Reichsminister Dr. Goebbels (rechts hinter dem Mikrophon) sprach zum Gedenken des toten Kameraden. * Jeder kann mithelfen am Aufbau und Ausbau dieses wichtigen Industriezweigs, wenn er — zugleich seinem Schönheitssinn nachgebend — dafür sorgen würde, daß schadhafte Stücke des täglichen Geschirrs rechtzeitig ausgetauscht und ersetzt werden. Denn Porzellan ist nicht nur deutsches Erzeugnis aus deutschen Rohstoffen, sondern es ist außerdem schön und billig. Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. Pazaurek f. Der bekannte frühere Direktor des Landesgewerbemuseums, Professor Dr. Gustav E. Pazaurek, ist im Alter von nahezu 70 Jahren im Ruhestände g e st o r b e n. Pazaurek war Deutschböhms von Geburt und wurde im Jahre 1906 nach Stuttgart berufen, wo er im Landesgewerbemuseum alle Gebiete des Kunsthandwerks und Gewerbes verwaltete. In zahlreichen Veröffentlichungen hat Ä sich besonders mit Gläsern befaßt, auch schrieb er über guten und schlechten Geschmack; weitbekannt wurde das von Pazaurek geschaffene „Kitsch- Museum". Ehrentag der schwäbischen Dichtung. Die Reichsschrifttumskammer veranstaltet vom 9. bis 11. Februar in Stuttgart einen Ehrentag der schwäbischen Dichtung. Es ist eine Reihe von Veranstaltungen im Landestheater, im Deutschen Auslandsinstitut und in der Universität Tübingen vorgesehen. Hierbei werden der Reichsstatthaller und der Präsident der Reichsschrifttumskammer sprechen. Die Veranstaltung gilt in erster Linie der schwäbischen Dichtung. Der Ehrentag der schwäbischen Dichtung ist der Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen, in denen die Dichtung der einzelnen deutschen Landschaften hervorgehoben werden soll. Olympischer Wettbewerb des deutschen Schrifttums. Die Reichsschrifttumskammer hat einen Aus- scheidungs w e 11bewerb des deutschen Schrifttums zur Olympiade 1936 ausgeschrieben. Er soll dazu dienen, die Werke zu ermitteln, die Deutschland für die olympische Auszeichnung innerhalb des Kunstwettbewerbes vorschlägt. Die drei besten Einsendungen werden außerdem mit einem Ehrenpreis von 1000 R M. und zwei Ehrenpreisen von je 500 RM. ausgezeichnet. Zur Beteiligung sind veröffentlichte und unveröffentlichte Werke des Schrifttums in der Form eines Romans, einer Novelle, einer Erzählung, einer Kurzgeschichte, eines Schauspieles oder Hörspieles, eines Textbuches zu musikalischen Werken, eines Sprechchores, einer Filmvorlage, eines Drehbuches ober einer Verrichtung (Lieb, Ballabe, Hymne, Kantate ufm.) geeignet. Die Werke müssen nach bem 1. Januar 1932 geschaffen ober veröffentlicht sein unb bürfen nicht im Wettbewerb ber 10. Olympischen Spiele in Los Angeles 1932 gestanben haben. Es bürfen nur Werke eingereicht werben, bie Beziehungen zum Sport aufweisen. Einzelheiten finb beim Reichsverbanb beutscher Schriftsteller, Berlin W 50, Nürnberger Straße 8, zu erfahren. Opernaufführung in Darmstadt. Im Hessischen Lanbestheater in Darmstabt fand in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste sowie bes Komponisten bie Uraufführung von Wolfgang R i e b e l s Oper „Der Tob bes Johannes A P r o" statt. Der Tonbichter lebt feit längeren Jahren in Rosenheim in Oberbayern, wo er als Chorleiter tätig ist. In musikalischen Kreisen ist Wolfgang Riebel namentlich burch sein Liebschaffen bekannt geworben. Sein großes Werk für Chor unb Orchester „Traumbilb" ist vielfach zur Aufführung Gottfried Keiler und der Film. „Hermine und die sieben Aufrechten" im Lichtspielhaus. Das hätte sich Herr Gottfrieb Keller, Alt- Staatsschreiber unb Ehrenmitglieb bes Züricher Stadtsängervereins, als er Anno 1860 so „herrlich fleißig" war, die Hände voll Tintenkleckse hatte und an seiner schweizerischen Patriotenklub-Geschichte „knorzte", nicht träumen lassen, daß seine sieben Aufrechten oder Freiheitliebenden, Vaterlandsfreunde, Erzpolitiker und strenge Haustyrannen, genau 75 Jahre später eine so lebendige Auferstehung würden feiern können: verwandelt von den Zauberkünsten einer neuen Zeit, dennoch unverfälscht und seines Geistes und Blutes — so natürlich und unverdorben wie jene Regine, deren trauriges Schicksal er im achten Kapitel vorn „Sinngedicht" beschrieben hatte. Wir aber, die Zeitgenossen, denen doch die Zauberkünste der Kamera nicht mehr fremd sind, sondern sehr vertraut und alltäglich, bestaunen etwas anderes: daß nämlich zwei Meisterwerke des deutschen Films, kurz nacheinander, vor uns entstanden sind ... beide aus jener literarischen Gattung, welche wir bisher, aus manchen trüben Erfahrungen, nur mit Mißtrauen und selten ohne Aerger und gewichtige Einwände zu betrachten ge- wohnt waren. Was folgt daraus? Etwas verblüffend Einfaches, die Erkenntnis: auch ein Film, der auf eine echte Dichtung zurückgreift, kann ein neues, eigenes und ebenbürtiges Kunstwerk werden, sofern der Stoff in die rechten Hände gerät. (Es soll hernach noch ausführlicher davon die Rede fein.) * Bei „Regine" lag der Fall ein wenig anders; da hatten die Bearbeiter entschieden in die Vorlage eingegriffen, dergestalt, daß recht eigentlich das von Keller knapp und scharf umrissene Grund- motiv der Fabel den Rohstoff für die optische Neu- . geftaltung abgab. Hier nun, im „Fähnlein", ist, abgesehen vorn Titel, grundsätzlich so wenig geändert, daß man nach der Lektüre (auch davon sprechen vir noch) fast jede Szene des Films voraussagen 2ann. So oder so, möglich ist beides, entscheidend wird in beiden (und allen ähnlichen) Fällen dies sein, daß man am Ende die Dichtung und das Filmwerk gelassen nebeneinander stellen, nebeneinander betrachten und auf sich wirken lassen kann, ohne daß das eine vor dem andern sich zu verstecken oder zu schämen braucht. Wenn es so ist, dann wird der Film sein Prädikat „künstlerisch wertvoll" mit Recht und mit Stolz tragen und oor- weisen können. In die rechten Hände, sagten wir, muh der Stoff oder das fertige Kunstwerk des Dichters geraten. Dann kann nichts geschehen und dann ist alles gut, und das ist zum Glück hier wie in der „Regine" der Fall gewesen. (Denn wir würden es unerträglich finden, wenn ein Stümper oder Kitschbold sich an Dinge heranwagte, die längst ihren unbestrittenen und unangreifbaren Ehrenplatz in der Geschichte der deutschen Dichtung haben.) Was den Film „Hermine und die sieben Aufrechten" betrifft, so hat ihn ein Mann inszeniert, dessen Name uns zwar bisher auf der Leinwand noch nie begegnet ist, der sich aber durch seine Leistung sofort legitimiert hat. Seine Spielführung ist, dies scheint uns wichtig zu sein, vor allem ausgezeichnet durch zwei ^ottfriedKe'l-r. Nach einer Radierung von Karl Stauffer-Bern. M :V Eigenschaften: Respekt und künstlerisches Temperament. Wer ohne Ehrfurcht an ein Kunstwerk herangeht, um ein neues daraus zu machen, wird allemal Schiffbruch leiden. Der Regisseur Frank W y s- bar, das merkt man bald, hat seinen Film aus Liebe zu Keller und mit Liebe geschaffen, ohne Ehrgeiz am unrechten Ort und ohne verstimmende Eigenmächtigkeiten; er gab dem Dichter, was bes Dichters ist und immer bleiben wird. Was er kann, sieht man sogleich überall da, wo er unter eigenem Gesetz steht und über das Buch hinausgreift mit feinen Mitteln. Man sieht es daran, wie er den Schauplatz Stück für Stück abtastet, ins Bild rückt und lebendig macht; wie zart und leicht verschleiert er die Landschaft einfängt in den Szenen etwa, wo das junge Liebespaar im Boot über den See treibt. Man sieht es auch daran, wie er die Kellersche Einzelszene nachzeichnet, wie er die Hauptfiguren besetzt und Charaktere herausarbeitet. Und endlich I ein reih optisch außerordentliches Motiv, Höhepunkt, Schlußpunkt und Lösung der Novelle, das große Schützenfest: von der Ausfahrt der Sieben mit Büchse, Zylinderhut und wehendem Fähnlein vierelang zum Stadttor hinaus bis zu dem ganz impressiv erfaßten Scheibenschießen und der festlichen Rede des jungen Karl „vor tausend Menschen" — eine meisterlich bewältigte und gegliederte Leistung; Regieführung mit Sinn für Farbe, Stimmung, Bewegung und überlegen geführter Masse. * Unter den Charakterköpfen der sieben alten Patrioten heben sich zwei besonders hervor, die auch bei Keller durchaus die erste Geige spielen: Heinrich George gibt den Zimmermeister Fry- mann; er macht eine prachtvoll lebendige Gestalt daraus, einen Patrioten, Patriarchen, Hausvater und Haustyrannen, aufrechten und würdigen Bürger von altschweizerischem Schrot und Korn, wie er im Buche steht, aber mit Humor und einem kindlichen und guten Herzen. Der Dichter selbst würde, wenn er ihn hätte sehen können, kaum etwas wider ihn einzuwenden gehabt und sich vielleicht gewundert haben, wie ähnlich ihm, in manchen Augenblicken, der Schauspieler in Maske und Haltung werden konnte. Den Hediger macht Paul Henckels; sein rheinisches Temperament steht zu Georges Erscheinung in lebhaftem Kontrast: eine Kabinettfigur mit vielen runden Einzelzügen und eine darstellerische Leistung, die neben fernem Wibbel wie neben dem Datterich in Ehren besteht. Karin Hardt ist die Hermine und sieht genau so aus, wie man sie sich nach dem Lesen vorstellt, sehr jung, sehr zart, aber nicht süßlich, sondern auch mit Mundwerk und herzhafter Fröhlichkeit begabt. Wir haben diese Schauspielerin noch nie so sicher und so persönlich gesehen; die kleine Szene mit dem Kampf um den Kuß gehört zu den schönsten Eindrücken des Films. Albert Lieven als Karl: wir kennen ihn aus der „Reifenden Jugend"; hier ist er knapper, männlicher und minder kompliziert; man glaubt ihm die Küsse und die Treffer am Scheibenstand ebenso wie die begeisterte Rede vor dem Präsidenten. * Wir wollen darauf verzichten, auf weitere Einzelheiten der Besetzung einzugehen; es wäre da noch manches zu sagen. Aber wir möchten lieber zum Ausgangspunkt zurückkehren: vom Drehbuch zur Vorlage, vom Film zur Novelle, von Wysbar, George und Karin Hardt zu Gottfried Keller. Wir haben uns, um noch ein letztes Beispiel vorzubringen, daran gefreut, wie fein der Spielleiter ein Motiv, das er bei der Taufe feines Werkes unterschlagen hatte, bildhaft zu formen und auszuwerten verstanden hat: nicht allein, daß wir die Entstehung jenes Fähnleins aus grüner Seide mit dem eingestickten Wahlspruch und dem Schweizer Wappen von der auf den Wirtstisch hingestrichenen Zeichnung bis in die Nähstube der tüchtigen sieben Eheweiber hinein verfolgen — es diente auch auf eine I überaus sinnfällige, der Kunst bes Erzählers aber unzugängliche Weise dazu, ein Stück Vorgeschichte anzudeuten, Vergangenheit und Gegenwart in ein paar Augenblicken zu überbrücken und so die sieben Ehrenfesten zu erklären samt ihren Ideen unb ihren Idealen. * Unb da scheint es an der Zeit zu sein, sich einmal zu erkundigen, wie das denn im Buche gewesen ist, und wie der Staatsschreiber, Bürger unb Dichter Gottfried Keller das gemacht hat. Grundsätzlich gesprochen: wir finden, daß der gute literarische Film nicht allein Selbstzweck ist, sondern, außerdem noch eine Mission zu erfüllen hat, die gerade heute von Wert und Wichtigkeit ist: die Tausende nämlich, an deren Augen er vorüberzieht, in großen und kleinen Städten in ganz Deutschland, vom Sehen zum Lesen, von der Leinwand zum Buch zu führen. Nicht bloß um jener Probe willen, von der wir vorhin sprachen, mag, wer den Film gesehen und sich an ihm gefreut hat, heimgehen und sich das Buch hervorholen und das „Fähnlein" nachlesen. Es lohnt sich und wird den Genuß erhöhen und verfeinern, den Eindruck des Gesehenen zugleich bestätigen und vertiefen, wenn man sich etwa in den köstlichen Disput der sieben Aufrechten um die Ehrengabe in Kellers Schilderung vertieft, oder in das heiter-zarte Idyll mit den „Mäusen" am Kaffeetisch, oder in die wahrhaft groteske nächtliche Kasernenszene. * Das waren Einzelheiten und sie sollen nur als Beispiel gelten. Aber vielleicht ist es nicht übel, bei einem Anlaß wie diesem auf Grundsätzliches und Allgemeines hinzuweisen: wie nämlich vom „Fähnlein" ganz ohne Zwang, einladend und geradezu der Weg sich öffnet zu den übrigen Züricher Novellen, und von diesen zu den „Leuten von Seldwyla", zum „Grünen Heinrich", zum Sinngedicht" und zu den Köstlichkeiten der sieben Legenden. Manche werden gewiß des Umweges über das lebendig-bewegliche Bild nicht bedürfen, aber viele werden dankbaren Herzens auf solchem Umweg Zugang und Eingang finden zu einer großen und reichen, vielgestaltigen und klassisch gewordenen deutschen Erzählkunst; sie ist nicht einmal alt, stammt aus dem Jahrhundert unserer Väter unb ist, unter uns gesagt, noch immer zu schade dazu, im Bücherschrank ungelesen zu verstauben. Wir wissen sehr wohl, daß es nicht ganz leicht ist, den Zugang zu Keller zu finden, wenn man an der verkehrten Stelle zu lesen beginnt. Aber wir wissen auch, welche gesunde Lebensfrische und Weisheit, wieviel herzergreifender Humor, wieviel echte unb unverwelkte Poesie sich in diesen Bänden bergen; welch eine Fülle unvergeßlicher Gestalten, Junge und Alte, Männer und Frauen, Verliebte und Betrübte, Schlimme und Heilige, Ritter und Teufel, die sieben Aufrechten und die drei Gerechten, Judith und Anna, Ursula und Eugenia und die kleine himmlische Tänzerin Musa ... Daran wollten wir gerne bei dieser Gelegenheit einmal erinnert haben. —r— gekommen. — Die Aufführung des Musikdramas gestaltete sich zu einem der größten Erfolge des Hessischen Landestheaters in der letzt n Zeit. Vor den stimmungsvollen Bühnenbildern Max Fritzsches steigerte der Spielleiter Bruno Heyn die Oper zu ihrem tragischen Höhepunkt. Dank der ausgezeichneten Besetzung der Hauptrollen mit Heinrich Bla sei, der den Feldhauptmann Johannes A Pro darstellte, Regina Harre als fein Page Werner, Hermann Schmid-Berikoven als Bullo und Erna von Georgi als Bianca fand die Aufführung unter der ausgezeichneten Stabführung von Generalmusikdirektor Karl Friderich eine begeisterte Aufnahme. Der Komponist und die Hauptdarsteller wurden vielfach vor die Rampe gerufen und mit Blumen überschüttet. Wirtschaft. Warum Zinssenkung? Länger als ein Jahrzehnt war die Welt an hohe Zinssätze gewöhnt. Es war aber von vornherein klar, daß diese Erscheinung, die sich als Folge der ungeheuren Werteoernichtung im Kriege überall herausgebildet hat, nicht von langer Dauer sein würde, daß vielmehr das niedrigere Zinsniveau der Vorkriegszeit wieder erstehen würde. Schon bei Ausbruch der großen Weltkrise hat ein bekannter englischer Nationalökonom prophezeit, daß in wenigen Jahren der hohe Kriegs- und Nachkriegszinsfuß in der ganzen Welt den Todesstoß erhalten würde. Er hat damit recht gehabt. Ueberall in der Welt sind in der letzten Zeit die Zinssätze vor allem für langfristige Kredite stark heruntergegangen. In zahlreichen Ländern, so in England, Holland, Frankreich, Italien usw., sind in riesenhaftem Maße Anleihen und andere festverzinslicke Werte, so z. B. auch Pfandbriefe, „konvertiert^ worden, d. h. man hat den Besitzern dieser Wertpapiere einen Umtausch in niedriger verzinsliche Papiere gleicher Art angeboten, und sie haben darin eingewilligt. Durchweg ist diese Zinsherabsetzung, die nur Ausdruck des Absinkens des natürlichen Zinsfußes in der ganzen Welt ist, völlig reibungslos gelungen. Heute begnügen sich z. B. Anleihebesitzer in England mit einem Zinssatz von 2,75 bis 3 v. H. pro anno. In dem kapitalärmeren Italien sind allgemein die Pfandbriefzinsen auf 4 v. H. gesenkt worden. An Deutschland ist das Absinken der Zinssätze in der ganzen Welt nicht spurlos Dorübergegangen, obwohl unser Land durch gewaltige Tributleistungen und durch die Inflation seinen früheren Kapitalreichtum verloren hat. Die Senkung der Zinssätze vollzog sich bei uns aber nicht gleichmäßig. Sie erfolgte zuerst auf dem wichtigen Gebiet des Spar- einlagen^inses bei Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften, der schon seit längerer Zeit nur noch 3,50 bis 4 v. H. im Durchscknitt beträgt. Dagegen hat die Senkung der Zinsen für öffentliche Anleihen, Pfandbriefe, Kommunal-Obligationen usw. infolge der Störungen durch die Brüningschen Zwangseingrifse auf sich warten lassen. Die dabei i,emachten üblen Erfahrungen hat der National- ozialismus berücksichtigt. Er hat mit der Zins- enkung bei allen diesen festverzinslichen Wertpapieren gewartet, bis die Zeit dafür reif war, bis also der natürliche langfristige Rentenzinsfatz auf etwa 4,5 v. H. heruntergegangen war. Tatsächlich sind in der letzten Zeit 4^prozentige Wertpapiere auch an der Börse beinahe bereits ebenso hoch bewertet worden, wie die öprozentigen Papiere. Die neue Reichsanleihe konnte bei einem Zinssatz von nur 4,5 v. H. zum vollen Pariwert bei den Sparkassen fest untergebracht werden. Unter diesen Umständen bestand für die Reichsregierung kein Wagnis mehr, den Umtausch von 6- und mehrprozentigen festverzinslichen Wertpapieren in durchweg 4,5prozentige Wertpapiere auf durchaus freiwilliger Grundlage in die Wege zu leiten. Es ist kein Zufall, daß der erste Schritt zu einer freiwilligen Zinsermäßigung am Rentenmarkt bei Pfandbriefen, Kommunalobligationen und verwandten Schuldverschreibungen gemacht wird. Diese Wertpapiere haben trotz der Auswirkungen der Wirtschaftskrise eine starke innere Stabilität bewiesen, und sie werden deshalb beim Publikum besonders gut bewertet. Nach durchgeführtem Umtausch der Pfandbriefe, Kommunalobligationen usw. werden auch bei allen übrigen festverzinslichen Wertpapieren entsprechende Zinsherabsetzungen auf freiwilliger Grundlage erfolgen. Es wird bald in Deutschland keine wirklich sichere und unspekulative Spar- und Kapitalanlage mehr geben, die einen höheren Zins als 4,5 v. H. abwirft. Selbst ein solcher Zinssatz kann keineswegs als niedrig bezeichnet werden, wenn man sich vor Augen hält, daß in zahlreichen Ländern entsprechend gute Wertpapiere mit einem wesentlich geringeren Zinsanspruch aus« gestattet sind und daß gegenüber verschiedenen Spareinlagen die Anlage von Geldern in Pfandbriefen, Kommunalobligationen usw. auch nach der Zinssenkung auf 4,5 v. H. immer noch den üblichen Mehrertrag an Zinsen garantiert. Wer in die Senkung des Zinssatzes einwilligt, was durch Stillschweigen geschieht, sichert sich noch dazu eine Umtauschvergütung von 2 v. H. und bleibt deshalb praktisch für die Dauer von fast 1% Jahren !!? des bisherigen hohen Zinssatzes von 6 v.H. Wer nicht einwilligt, verliert diesen Anspruch auf die Uintauschvergütung, hat aber auch sonst unter Umständen Nachteile zu gewärtigen. Da nämlich die nicht umgetauschten öprozentigen Pfandbriefe, Kommunalobligationen usw. an Der Börse nicht mehr amtlich notiert werden, kann man sie zu regulären Kursen im Notfall nicht verkaufen. Ebenso fällt für sie die Möglichkeit der Beleihung bei der Reichsbank fort, die bekanntlich besonders erleichtert worden ist. Ein gesamtwirtschaftlich tragbarer Zins, wie er jetzt auf dem Rentenmarkt angestrebt wird, dient dem Aufbauwerk der Reichsregierung und damit allen Teilen der Wirtschaft. Es kommt nicht zuletzt dadurch auch wieder dem Sparer und Wertpapierbesitzer zugute, dessen Ansprüche vor allem auch an Sicherheit gewinnen. Der deutsche Sparer ist fein Spekulant, der auf Kosten der Sicherheit nur Darauf bedacht ist, untragbare Zinsen aus den Schuldnern herauszupressen. Sein Ja bei der Zinsherabsetzung der Pfandbriefe, Kommunalobligationen usw. wird nicht wenig dazu beitragen, die Gesundung der deutschen Wirtschaft zu vollenden. Oie Deutsche Reichsbahn im Dezember 1934 Im Güterverkehr wirkte sich bei der Reichsbahn das Nachlassen des Herbstverkehrs aus. Der saifonmäßige Verkehrsrückgang erreichte gegenüber dem Vormonat 12,6 v. H. Der Frachtstückgutverkehr war rege, blieb jedoch hinter dem des Vormonats zurück. Die Zahl Der im Schienenersatzverkehr betriebenen Kraftwagenlinien ist auf 960 (November 939) gestiegen. Der Personenverkehr war in der ersten Dezemberwoche schwach. Mit Dem ersten Geltungstage Der Festtagsrückfahrkarten fetzte ein außerorDentlich starker Reiseverkehr ein. Insgesamt wurDen 5362 überplanmäßige Züge gefahren, gegen 3457 im Dezember 1933. Nach Den vorläufigen Ermittlungen sinD im Dezember 1934 folgende Einnahmen aufgekommen: Personen- und Gepäckverkehr 78,138 Millionen RM., Güterverkehr 173,672 Millionen RM., sonstige Einnahmen 40,539 Millionen RM. Das sind zusammen 292,349 Millionen RM. Der Personen- und Gepäckverkehr brachte im Dezember 1934 gegenüber 1933 eine Mehreinnahme von 7,3 Millionen RM. Die Güterverkehrseinnahmen weisen in der gleichen Zeit eine Verbesserung von 9,7 Millionen RM. auf. Die vorläufigen Abschlußzahlen für die Einnahmen Des Geschäftsjahres 1934 zeigen folgende UnterschieDe gegenüber 1933: Im Personen- und Gepäckverkehr + 70,4, im Güterverkehr + 324,9, bei Den sonstigen Einnahmen + 8,9 und bei den Gesamteinnahmen + 404,2 Millionen RM. lieber die Entwicklung der Ausgabe ergebniffe im Dezember 1934 kann wegen der im Gange befindlichen Jahresabschlußarbeiten noch kein vollständiges Bild gegeben werden. Eine wesentliche Verminderung der Zahl der beschäftigten Personen ist nicht eingetreten. Die Gesellschaft „Reichs-Autobahnen" Ende Dezember 1934. Im Dezember wurden 20 Kilometer neu in Bau genommen. Bei den Unternehmern waren 80 294 gegen 83 863 Personen im Vormonat beschäftigt. An Fahrbahndecken wurden im Dezember verlegt 32 978 Quadratmeter Betondecke, 48 150 Quadratmeter Schwarzdecke und 5525 Quadratmeter Pflasterdecke. An Ausgaben sind im Dezember 44,3 Millionen RM. und insgesamt seit Beginn des Baues bis Ende Dezember 1934 201,9 Millionen RM. verrechnet worden. Verfügt worden ist insgesamt bis Ende Dezember 1934 über 361,9 Millionen RM., wovon 312,3 Millionen auf Unternehmerarbeiten entfallen. Dagegen find an Einahmen insgesamt seit Beginn des Baues bis Ende Dezember 1934 nur 3,0 Millionen RM. verrechnet worden. Der Personalbestand bei Den Geschäftsstellen Der Reichsautobahn betrug im Dezember 1934 4260 gegen 4100 Kopfe im November. Mit Den bei Den Unternehmern beschäftigten Arbeitern waren unmittelbar bei Den Reichsautobahnen im Dezember 84 554 gegen 87 963 Personen im November beschäftigt. Senkung der St'ckstoffpre se. Der Reichskommissar für Preisüberwachung teilt mit: Aus Grund Der in den letzten Tagen mit Dem Reichs- und Preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dem ReichsnährstanD und dem Stickstoffsyndikat gepflogenen Verhandlungen ist folgendes festgesetzt: Zur erfolgreichen Durchführung der Erzeugungsschlacht der deutschen Landwirtschaft wird mH sofortiger Wirkung für den Rest des Düngejahres ein Sonderabschlag auf den Stickstoffpreis gewährte er beträgt für Stickstoffdünger 5 Pfennig, für Kalk- ftidftoff 3 Pfennig je Kilogramm Stickstoff. Dies bedeutet im Durchschnitt eine Preisermäßigung um etwa 7 v. H. Um die Abnehmer der zu Dezember- und Januarpreisen vom Stickstoff-Syndikal bezogenen Düngemittel vor unmittelbaren Verlusten zu schützen, gewährt Das Stickstoffsyndikat auf Diese Mengen insoweit eine Vergütung, als der Februar-Preis abzüglich Des Sonderabschlages unter den Dezember- und Januar-Preisen liegt. Darüber hinaus wirb eine Rückvergütung nicht gewährt. Im Zusammenhang hiermit wird die Varzahlungsvergütung auf l1/» v.H. festgesetzt. Die deutsche Landwirtschaft kann auf die Weitergewährung der Preisverbilligung für das Dünge- wirtfchaftsjahr 1935/36 nur dann rechnen, wenn eine wesentliche Absatzsteigerung der stickstoffhaltigen Düngemittel erreicht wird. Rhein-Mamrsche Mittagsbörse. Tendenz: uneinheitlich. Frankfurt a. M., 31. Jan. Entgegen den Erwartungen machte sich der Ultimo an der heutigen Börse doch noch leicht fühlbar, wenn auch größere Realisationen bzw. Glattstellungen nicht erfolgten. Bei der Zurückhaltung der Großbanken und der Kulisse traten sie etwas mehr in Erscheinung, so daß die ersten Kurse zwar uneinheitlich, aber meist etwas schwächer lagen. Die Publikumsbeteiligung blieb recht klein, lediglich für einige Spezialwerte zeigte sich weiteres Kaufinteresse. Die im ganzen widerstandsfähige Haltung erfuhr durch günstige Wirtschaftsnachrichten eine gute Stütze. Am Aktienmarkt lagen Bergwerkswerte nach der lebhaften Bewegung in den letzten Tagen meist etwas niedriger, so Gelsenkirchen, Harpener, Phönix und Rheinstahl mit je minus 0,50 v. H., Klöckner und Mannesmann mit je minus 0,75 v. H. Buderus blieben auf die Ankündigung der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit voraussichtlich 4 v. H. zu 92,50 v. H. gut behauptet, Stahlverein lagen noch 0,25 v. H. freundlicher. Von Elektroaktien eröffneten Siemens 0,65 v. H. und AEG. 0,13 v. H. leichter, während Schuckert zu 100,50 (100) gefragt waren, Geffürel zogen 0,13 v. H. an. Am Chemiemarkt blieben IG. Farben unter Schwankungen mit 143 bis 142,75 bis 143 und Scheideanftalt mit 206 behauptet, Deutsche Erdöl verloren 1 v. H., Metallgesellschaft 0,25 v. H., dagegen waren Rütgerswerke zu 104 (102,75) gesucht. Für Schiffahrtspapiere ' machte sich wieder mehr Interesse geltend bei anziehenden Kursen; Hapag 30,75 (30), Nordd. Lloyd 33,75 (33,13). AG. für Verkehrswesen ließen aber 0,50 v. H. nach. Niedriger setzten außerdem Neichsbankanteile mit minus 1,25 v. H. und Daimler mit minus 1 v. H. ein, ferner lagen Zellstoff Waldhof und Moenus Maschinen nur knapp gehalten. Fest notierten andererseits Südd. Zucker mit 169 bis 169,50 (166), auch Zellstoff Aschaffenburg und Cement Heidelberg lagen je 0,50 v. H. höher. Der Rentenmarkt hatte weiterhin nur kleines Geschäft. Altbesitzanleihe gaben auf 113,50 (113,75) nach, Zinsvergütungsfcheine, Kommunal- Umfchuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen blieben etwa behauptet. Etwas höher lagen Stahlverein-Bonds mit 96,40 (96,25) und Reichsbahn- Vorzugsaktien mit 119,25 bis 119,13. Im Verlaufe war die Haltung noch uneinheitlich, doch machte sich eine festere Tendenz bemerkbar. Erholt waren vor allem Reichsbank mit 164,50 (■ \ auch einige Montanwerte zogen bis 0,50 an .3 Farbenindustrie fliegen bis auf 143,75, dann wieder 143,50. Weiter fest lagen Schiffahrtswerte, Hapag bis 31,50, Nordd. Lloyd bis 34,65. Gefragt waren außerdem Holzmann mit 85 (84,75) und im Freiverkehr Neue Ballgesellschaft Wayß & Freytag mit 90,50 (89,25). Etwas niedriger lagen nochmals Moenus Maschinen, ferner Westdeutsche Kaufhof, AKU. und Bemberg und Deutsche Linoleum. Der Kassamarkt blieb fest. Großbankaktien waren gesucht, insbesondere Berliner Handelsgesellschaft auf Abschlußerwartungen. Von Industrie-Aktien waren Dürr» werke Ratingen (Taxe 55, 1. K. 50,50), Hartmann & Braun T 65 (60), Andeae-Noris Zahn T 122 (120) gesucht. Der Rentenmarkt blieb vernachlässigt. Späte Schuldbücher und Kommunal-Umschuldung bröckelten weiter ab, Altbesitz lagen behauptet, Stahl- vereins-Bonds noch etwas höher. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen konnten sich meist gut behaupten, Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Qbligatio- nen gaben teilweise bis 0,25 v. H. nach. Von Industrie-Obligationen waren Hartmann & Braun angeboten. — Tagesgeld blieb trotz des Ultimos zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: fest, aber ruhig. An der Abendbörse nahm das Geschäft kein größeres Ausmaß an, Die TenDenz blieb aber fest. Für einige Spezialwerte war weiteres Kaufinteresse vor- han'Den, so für Schiffahrtsaktien bei etwas regerem Umsatz und bis 0,40 v. H. höheren Kursen, Daneben blieben AG. für Verkehrswesen beachtet und auch IG. Farben lagen etwas fester. Mvntanaktien lagen dagegen still und nicht immer voll behauptet, später konnten sich einige Werte wieder erholen. Im übrigen war Die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, Die Veränderungen gegenüber Dem Berliner Schluß betrugen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Holzmann lagen allerDings 0,75 v. H. schwächer, ferner gaben Gebr. Junghans 1 v. H. und Reichsbank 0,50 v. H. nach. Am Kassamarkt blieben Bankaktien unverändert, nur Berliner Handelsgesellschaft waren auf Dividendeerwartungen erneut um 1 v. H. auf 113 v. H. erhöht. Am Rentenmarkt blieb die Haltung sehr ruhig. Die Kurse lagen aber nicht mehr schwacher. Altbesitz waren gegen Den niedrigen Berliner Schluß mäßig höher, Stadtanleihen bröckelten z. T. noch leicht ab, Pfandbriefe lagen unverändert. Von Auslandswerten blieben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 160 und 3,50 v. H. mit 152 behauptet. Im Frei- verkehr gelten Wayß & Freitag etwa 90,50, Adlerwerke Kleyer 87 Geld. U. a. notierten: 5,50 v. H. Pounganleihe 102,25, Altbesitzanleihe 112,90, 6 v. H. Stahlverein 96,50, 6 v. H. Stadt Heidelberg 91,75, 6 v. H. Stadt Mainz von 1928 82, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken-Bank Gold R 1 bis 4 96,25, 5,50 v. H. Liquidation 99, Adca. 72,50, Braubank 114,50, Berliner Handelsgesellschaft 113, Commerzbank 80,75, DD.= Bank 82,50, Dresdner Bank 83,50, Reichsbank 164, Buderus 92,25, Gelsenkirchen 74, Klöckner 88,25, Mannesmann 81 bis 81,13, Phönix 58,40, Stahlverein 48,75 bis 49, Zement Heidelberg 110,75, Scheideanstalt 206, Licht und Kraft 119, IG. Farben 143,25 bis 143,50, Geffürel 117,25, Holzmann 85,50, Junghans 77, Metallgefellschaft 94,75, Rütgerswerke 105, Siemens 146, Aschaffenburger Zellstoff 72,50, Oben« wälder Hartstein 94,50, AG. für Verkehrswesen 88,75, Hapag 31,50 bis 31,65, Nordd. Lloyd 34,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Jan. Auftrieb: Rinder 25 (gegen 53 am letzten Donnerstagmarkt vom 24. Jan.), darunter 10 Ochsen, 6 Bullen, 7 Kühe, 2 Färsen. Zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: 1 Bulle und 31 Kühe. Kälber 965 (954), Schafe 114 (135), Schweine 400 (350). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber Sonderklasse —, andere a) 44 bis 50, b) 37 bis 43, c) 30 bis 36, d) 22 bis 29; Hämmel b2) Weidemast 35 bis 37, c) mittlere Mastlämmer 32, bis 34; Schafe e) beste 30 bis 31, f) mittlere 26 bis 28, g) geringe 22 bis 24; Schweine al) —, a2) —, b) 51 bis 53, c) 48 bis 52, d) 46 bis 51. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt zogen Kälber bis 2, Hämmel und Schafe um 1 und Schweine bis 3 Mark an. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine lebhaft, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1020 Viertel Rindfleisch, 144 ganze Kälber, 9 ganze Hämmel, 599 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56; Bullenfleisch b) 56 bis 58; Kuh- steisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40; Färsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56; Kalbfleisch b) 62 bis 70; c) 56 bis 62; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: mittelmäßig. Rundfunkproqramm. Samstag, 2. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Nachrich- ten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11: Werbekon- Zert. 11.45: Sozialdienst. 12: Konzert. 13: Saar- dienst, Nachrichten. 13.15: „Schall und Platt" packen aus! 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch Die Wirtschaft. 15: Nachrichten. 15.15: JugenDfunk. Ein Hörspiel. 16: Zur Grünen Woche. Nachmittagskonzert Des kleinen Funk-Orchesters. 18: Stimme Der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.35: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.50: Kammermusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten. 22: Nachrichten. 22.15: iltachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: „Wintersport - Echo aus Garmisch-Partenkirchen". Kurzberichte und Ergebnisse. 22.35: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Daten für den 1. Februar 1935. 1814: Sieg Blüchers über Napoleon bei La Ro- khiere; — 1905: der Maler Oswald Achenbach in Düsseldorf gestorben (geboren 1827); — 1910: Der Dichter Otto Julius Bierbaum in DresDen gestorben (geboren 1865); — 1933: Auflösung Des Reichstags. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2N. 30.3. Brüssel .... •Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris..... Holland ... Italien.... 3Rumän.vereinh.Rentev.l918 4% Rumänische vercinh. Rente .. Ltz% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa°Dampfschtfs.........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Berke brswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank............... Reichsbank ................ zz A.S.G....................... Bekula.................. o Elektr. LteferungSgesellschaft... e Licht und Kraft .......... 6 gelten & Guilleaume......... o GeseUsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität .......U 5 Schuckert S Co........ 5 Siemens L Halske............. Lahmeyer L Co............. 10 Vuderus ...................0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 Klücknerwerke ...............0 Mannesmcmn-Röhrea 0 8 4.6 7 4-3 35.9 30 33.13 87-25 109.75 80 82 83 164.25 30.65 142-5 105.75 119.25 84 116.25 111 100 145,4 121 92-75 104 73.5 101 5 124.5 88 81-25 8 4.65 7-13 4.3 35.4 31.65 34.5 88-75 113 80-75 82-5 83-5 164 31.4 142.65 106-25 119 84.25 117.25 101 146 120-5 92-25 103 74 100-75 124-4 88-25 81-13 7-25 4-2 35 65 30.4 26.25 33.5 86.75 109.75 80 82 83 164 31.75 142-75 107 119.75 84-5 116.9 110.5 100.5 144.25 121.5 92.5 103.25 73.75 101 88 148.25 124 88.25 81-13 4-75 7.25 4-25 35-5 31.25 25-5 34.13 88.4 111-5 80.5 82-5 83.5 164.5 31.4 143 107.25 119-4 85-75 117 110 101 146-5 120-75 92 103.75 74 100-25 88-5 150 124.25 88.25 81-13 Mansfelder Bergbau.........0 Kokswerke.............. 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y2 I- G. Farben-Industrte.......7 Scheideanftalt...............9 Goldschmidt ....... 0 Rütgerswerke...... 0 Metallgefellschaft.............0 PbApp Holz mann........... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Lementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhofer .......0 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ..................0 Hellstoff Waldhof............0 Hellltoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas........ 7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum ...........0 Ctenftetn & Koppel..........0 Leonhard Tietz ....... 0 Ehade......................10 Atkumulatoren-FabiÄ........ 0 Grttzner....................qi Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zuck« ......... 8 93 58-13 95-5 48.5 12-5 113 113-5 153 143 206 94-25 102-75 94-75 84.75 109-75 50.5 114-5 53-75 71.5 52 64.5 379 160 146 30 90.5 166 92.75 58.4 215 95 25 49 12.3 112-5 155 143-5 206 95 105 94.75 85.5 110.75 127 49.75 114.4 53-5 72-5 51 63-75 38-25 160.5 146 32-41 901 168.5 93 104.25 58-25 95.75 48-75 12-25 112 113-5 153.5 142.9 94.25 102-5 94.5 85.4 105.13 50-25 116 53-75 72.25 130.5 5b65 64 89 37-75 161 146.5 30 1 1681 93 104-25 58-4 2135 95-25 49 12.5 111 111 154.75 143.13 94.75 105 94.9 86 25 104.9 50.4 114.25 53.13 72-25 130 50.75 63 85.75 38 161.5 145.5 32 170 0-628 0.632 0.628 58.17 58 29 58-17 0.194 0.196 0.194 3-047 3.053 3-047 54 48 54-58 54.50 81-22 81.38 81-22 12-20 12-23 12-205 5.385 5-395 539 16.41 16-45 16 41 168.42 168.76 168.38 21-30 21.34 2130 0.710 0-712 0 710 5.649 5-661 5-649 61.32 61 44 61-34 48-95 49.05 48.95 11-075 11-095 11.08 62-91 63 03 62.93 80-72 80-88 80.72 34-03 34-09 34 03 10-40 10-42 1040 2.505 2 2.511 Zanknoteu. 2.507 Amentamiche Ao len.............. Belgische Roten.............. 2-46 57.96 54.29 12.17 16 37 167-96 21-11 61.18 2.48 58.20 54-51 12-21 16.43 168-64 21-19 61-42 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. französische Noten ............... Holländische Noten............... Ataltenische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterretch, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 62-71 80-44 33-79 62.97 80-76 33-93 Spanische Noten...... . ....... Ungarische Noten Nr. 27 Dritter vlatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) §reitag,l.8ebruarlyZ5 Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Hornung. (LW.) Er hat so manche Namen — der Februar! Seine lateinische Bezeichnung kann man am besten mit „Räuchermonat" wiedergeben. Die Römer reinigten in dieser Zeit die Luft in Haus und Straften mit brennenden Harzen. Obwohl der Umgang der Nationen die Aufrechterhaltung der römischen Kalendernamen wünschenswert erscheinen läßt, ist es doch begrüßenswert, daß das Volksbewußtsein sich auf die alten deutschen Namen besinnt. Was mag nun „Hornung" bedeuten? Dieser Monat ist „hart wie Horn", meint ein Erklärer. Ein anderer sagt „Rauhe Winde blasen und der Wettergott wird manchmal mit einem Blasehorn dar- ge teilt". Ein alter Nimrod meint nicht ganz un- be treitbar, weil das Wild seine Geweihhörner dann be anders häufig abwirft, habe sich der Name ein- ge ührt! Wieder andere sagen, der Hornung verdanke seinen Namen den hornähnlichen Gebäcken der Fastenzeit, also einem christlichen Brauche, oder dem Kreisen des Trinkhornes, wozu der Februar als Ende des alten germanischen Bauernjahres „heidenmäßig viel" Veranlassung gab! Wie dem auch sei, man sieht, wie schon dieser Name allein allerlei Anregung zum Nachdenken bringen kann. Unter den anderen Bezeichnungen dieses Jahreszwölftels fei der „Sportel", die „Spürkelsche" hervorgehoben, wie man in Westdeutschland mancherorts heute noch sagt. „Sporken" sagte man in jenen Gauen ehedem für „Abschneiden". Wohl weniger deshalb hieß er so, weil mit dem Februar das winterliche „Stilliegehalbjahr" des Bauern abgeschnitten war, sondern weil in jenen Gegenden, wo man Wein baut, die Reben beschnitten werden müssen. Im Alemannischen sagt man deshalb zum Februar auch „Rebmonat". Der Hornung soll kalt sein, sonst gibt es leicht winterliche Rückschläge zu Ostern. Der Bauer meint mit Recht, daß „grüner Februar weiße Ostern bringt". Allerdings kann in Süddeutschland in milden Lagen auch ein lauer Februar ertragen werden. Am 2. Februar, dem Lichtmeßtage, sagt dortzulande der Imker seinen Immen, seinen Bienen das Frühjahr an: „Bieneli, freued ich (euch), Lichtmeß isch do!" Lichtmeß ist der Ehrentag der Biene, der Wachsbereiterin, und das blumen- und nektarspendende Frühjahr steht vor der Türe. Mit der Lichtmesser ruht die meiste Hausarbeit des Winters, zumal das Spinnen. „Lichtmeß, 's Spinnen vergeß, bi Tag z' Nacht eß" heißt es im Schwarzwald. Allerorts wird dann das neue Gesinde für die Landarbeit eingestellt. Der längere Tag findet seinen Bauern nebst Knecht und Magd bei der Außenarbeit in Hof und Feld. Zum Willkomm bot der Bauer den anrückenden Arbeitskräften das „Gesindebrot". Natürlich ist die „hohe Zeit der Bauernarbeit" noch lange nicht aekommen und ein rechter Bauer richtet es ein, daU zur Lichtmeß erst die eine Hälfte des Winterfutters verbraucht ist. Wenn er zumal in den nördlicheren Gauen gern die höhersteigende Sonne sieht, wenn er sogar in Niederdeutschland zuversichtlich meint: „Wenn 'n Lichtmeßmorgen Druppen an Tun (Zaun) hängen, denn ward 'n gaud Kurnjohr (gutes Kornjahr) , so sieht er den Februar doch noch lieber abrücken als kommen. Der 24. Hornungs, der Matthiastag, kann ihn schon zuversichtlicher stimmen, zumal wenn es noch gefroren hat: „Mat- theis bricht 's Eis; hat er fein5, so macht er eins!" In der Matthiasnacht wird für die mitternächtliche Stunde Wasser zu Wein. Um die gleiche Zeit kann man die Geister umgehen sehen und Schätze heben. Ein ganz auffälliger Tag ist nun einmal der 29. Februar. Wer an ihm geboren ist, feiert nur olle vier Jahre seinen Geburtstag. Dafür kann er aber mehr als „Brot essen", nämlich „Geister sehen!" Immerhin ein schwacher Trost für die entgangenen Festtagskuchen. Dieser Geisterglaube hängt natürlich damit zusammen, daß viele germanische Stämme mit dem März dos junge Jahr, das Halbjahr der Landarbeit begannen. Und alle Nächte, die solchen wichtigen Geschehnissen vorausgehen, wie auch Silvester und Walpurgis, gelten als „laute Nächte". Da der Hornung uns aber-dem Frühjahr entgegen- führt, sehen auch wir ihn immer wieder gern kommen und — gehen! Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: NS.- Frauenschaft Kreisleitung Gießen: 15 Uhr im Caf6 Richtlinien für Hausgehilfen im Wirtschaftsgebiet Hessen. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, SS.-Standartenführer Schwarz, hat folgende Richtlinien für Hausgehilfen im Wirtschaftsgebiet Hessen erlassen, die inzwischen in Kraft getreten sind: § 1. Unter Hausgehilfen im Sinne dieser Richtlinien sind Volksgenossen bzw. Volksgenossinnen zu verstehen, die hauswirtschaftliche Arbeiten gegen Entgelt verrichten und für den gleichen Haushalt beschäftigt sind, gleichgültig ob sie in diesem woh- nen, oder eine fremde Wohnung in Anspruch nehmen. § 2. Da der Haushaltungsvorstand und seine Familie mit ihnen eine häusliche Gemeinschaft bilden soll, hat der Haushaltungsvorstand bzw. Haushaltsleiter für ihr Wohl zu sorgen. Die Hausgehilfen haben ihm die in der Gemeinschaft begründete Treue zu halten. § 3. Der Haushaltungsvorstand hat die Pflicht, den Hausgehilfen einen trockenen, sauberen, Licht und Luft zugänglichen, abschließbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In diesem muß ein eigenes Bett, Waschgelegenheit und ein abschließbarer Schrank zur Bewahrung von Kleidern und Wäsche vorhanden sein. In diesem Raum dürfen Gegenstände, die nicht zum persönlichen Gebrauch der Hausgehilfen bestimmt sind und die Bewohnbarkeit beeinträchtigen, nicht abgestellt werden. Auch für Beleuchtung muß gesorgt werden. Ist das Zimmer nicht heizbar, so muß in der kalten Jahreszeit den Hausgehilfen der Aufenthalt in einem warmen Raum ermöglicht werden. Muß die Hausgehilfin auf Wunsch des Haushaltungsvorstandes außer dem Hause schlafen, so ist Miete und Fahrgeld ortsüblich zu vergüten. § 4. Die Monatslöhne sind Bruttolöhne und gelten als Richtlöhne bei der Einstellung. Das Entgelt soll den Kenntnissen und Fähigkeiten ebenso wie den Anforderungen des Haushaltes entsprechend gewertet werden. Das Entgelt besteht aus Bar- und Sachbezügen. § 5. Wenn nichts Gegenteiliges schriftlich vereinbart wird, gelten die gesetzlichen Bestimmungen für die Beitragsleistungen zu den Soziallasten, d. h. von diesen müssen die gesetzlichen anteilmäßigen Haushaltungsvorstandsbeiträge zu den Versicherun- den (% Krankenkasse, Invalidenversicherung und die gesamte Bürgersteuer) in Abzug gebracht werden. § 6. Den Hausgehilfen ist eine ununterbrochene Nachtruhe von neun Stunden täglich zu gewähren. Außerdem ist ihnen täglich eine ausreichende Essenspause, zum mindesten jedoch zwei Stunden, zu gewähren. Bei notwendiger Kürzung der Nachtruhe ist am nächsten Tage entsprechend Freizeit zu geben. § 7. Am Sonntag soll tunlichst den Hausgehilfen je nach ihrem Bekenntnis Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes gegeben werden. An jedem zweiten Sonntag ist nach Beendigung der Küchenarbeit ein freier Nachmittag und Abend zu gewähren. An Doppelfeiertagen ist der Nachmittag des zweiten Feiertags freizugeben (Ostern, Pfingsten, Weihnachten). An einem Werktag der Woche ist eine vier- bis fünfstündige Freizeit zu gewähren. Außer der Freizeit ist den Hausgehilfen angemessene Zeit Leib Mitgliederversammlung der NS.-Frauenschaft und der dem Deutschen Frauenwerk angehörenden Verbände. Es spricht Gauamtsleiterin Pgn. Ilka B r i n k h o f s. — NSLB., Abteilung Höhere Schule, Neusprachliche Fachschaft, 16 Uhr, in der Oberrealschule: Vortrag von Professor Dr. Glaser. — Fachschaft Volksschule, Gießen-Stadt, 17 Uhr: Sitzung im Zeichensaale der Schillerschule. — Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr: „Vier Schlaumeier". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hermine und die sieben Aufrechten". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Dick und Dof". — Eröffnung der Deutschen Kolonial-Ausstellung 19 Uhr im Saale des „Einhorn". — VHC., 20.30 Uhr: Monatsversammlung. — Stadttheater Gießen: Heute Abend die Biedermeier-Operette: „Die vier Schlaumeier" zur Wahrung ihrer staatsbürgerlichen, wirtschaftlichen und kirchlichen Pflichten und Rechte zu geben. Hausgehilfen über 18 Jahre können über ihre Freizeit selbst verfügen; bei Hausgehilfen unter 18 Jahren regelt sich die Heimkehr nach lieber« einkunft. § 8. Bei Krankheitsfällen sind die Anordnungen des Arztes zu befolgen, der darüber entscheidet, inwieweit Dienstverrichtungen gemacht werden können oder eine Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig ist. Bei Krankheiten ist der Lohn auf die Dauer von 14 Tagen weiterzuzahlen, doch kann das Krankengeld darauf angerechnet werden. § 9. Anspruch auf Urlaub haben die Hausoehilfen erst bann, wenn sie schon 6 Monate beschäftigt waren. Im ersten Arbeitsjahr zumindest 5 Tage, im zweiten Arbeitsjahr zumindest 8 Tage, im dritten und den weiteren Jahren zumindest 14 Tage. Seither höher gewährter Urlaub darf aus Anlaß der Einführung dieser Richtlinien nicht gesenkt werden. Während des Urlaubs ist der Lohn und ein ortsübliches Verpflegungsgeld zu entrichten. Bei Lösung des Dienstverhältnisses haben die Haus- gehilfen Anspruch auf prozentuale Urlaubsgewährung. Bei fristloser Lösung des Dienstverhältnisses von feiten des Haushaltungsvorstandes steht den Hausgehilfen kein Urlaub zu. Bei Vorkommnissen, die eine fristlose Entlassung des Haushaltungsvorstandes rechtfertigen, hat diese Entlassung nicht nach 18 Uhr zu erfolgen, sofern nicht für ein anderweitiges Unterkommen gesorgt ist. § 10. Eine Kündigung kann beiderseitig nur für den Schluß eines Kalendermonats erfolgen. Spätestens am 15. eines Monats zum Ende des Monats. Das Dienstverhältnis kann beiderseitig ohne Einhaltung der Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn ein triftiger Grund vorliegt (Arbeitsverweigerung, Eigentumsvergehen, schwere Beleidigung, arglistige Verschweigung und Täuschung). Dem gekündigten Hausgehilfen muß genügend Zeit gegeben werden, eine neue Stelle zu suchen. Dazu darf sie eine Freizeit von drei- bis viermal in der Woche mindestens 2 bis 4 Stunden beanspruchen, jedoch kann ein Nachweis der verwendeten Zeit verlangt werden. Die Freigabe derselben richtet sich nach der Bürozeit der öffentlichen Arbeitsämter. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist den Hausgehilfen eine formgerechte Bescheinigung über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu geben. Eine Arbeitsbescheinigung, sowie Leistungs- und Führungszeugnis find auf Verlangen auf getrenntem Blatt auszuführen. Die Arbeitsbescheinigung darf keine Bemerkung enthalten, die dem späteren Fortkommen der Hausgehilfen hinderlich sein kann. Aus Verlangen ist den Hausgehilfen ein vorläufiges Zeugnis auszustellen. Der Haushaltungsvorstand hat für den Umzug der Hausgehilfen zum neuen Arbeitsort denselben genügend Zeit zur Verfügung zu stellen, damit ihr Arbeitsantritt in der neuen Stellung am 1. erfolgen kann. § 11. Kinder unter 14 Jahren dürfen als Hausgehilfen nicht beschäftigt werden. Hausoehilfen dürfen während der Zeit, deren sie zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Schulpflicht bedürfen, nicht beschäftigt werden. von Walter W. Goetze. Spielleitung: Hub—Cuje — Bäulke. — Deutsche Kolonial » Ausstellung. Im heutigen Anzeigenteil wird vom Frauenbund der Deutschen Kolonial - Gesellschaft und vom Frauenverein für Deutsche Ueberfee (Rotes Kreuz), die in der gestrigen Anzeige infolge eines Versehens als Mitveranstalter nicht genannt waren, zum Besuche dieser Ausstellung aufgefordert. Die Mitglieder der beiden Vereinigungen seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. — NS. - Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne. In unserem heutigen Anzeigenteil wird der Spielplan für Februar veröffentlicht. Gleichzeitig werden die Tage der Kartenausgabe bekanntgegeben. Die Mitglieder der NS.-Kultur- Eiserne Hochzeit in Klein-Anden. * Klein-Linden, 1. Fedr. Am kommenden Mittwoch, 6. Februar, feiern die Eheleute Konrad Lotz und Frau Marie, geborene Faber, das Fest der Eisernen Hochzeit. Seit Bestehen unserer Gemeinde haben die Kirchenbücher und sonstigen Urkunden nicht ein einziges Mal das Ereignis einer Eisernen Hochzeit verzeichnet. Herr Lotz ist am 26. Dezember 1847 in Ober- Hörgern geboren. Dort besuchte er die Volksschule und begab sich am Tage nach seiner Konfirmation nach dem benachbarten Holzheim, um das Wagnerhandwerk zu erlernen. Später arbeitete er als Geselle in Muschenheim, vorübergehend in Klein- Linden und in Röthges bei Laubach, wo er sich im Bau der Fegemühlen, die mancherorts heute noch beim Reinigen der mit dem Dreschflegel gedroschenen Frucht benötigt werden, ausbildete. Dann arbeitete er in Klein-Linden in der Wagnerwerkstätte des damaligen Bürgermeisters Germer in der Lützellindener Straße. Bei der Erbauung unserer Kirche im Jahre 1866 fertigte er die Leiter zum Glockenturm an, die bis zum heutigen Tage noch benutzt wird. Ebenso arbeitete er zur damaligen Zeit an Handwerkszeugen, die der Dorfschmied Schaum herstellte und die zum Arbeiten am Bau der Eisenbahnstrecke Lollar—Wetzlar benötigt wurden. Im Jahre 1870 trat er mit Marie, geborene Faber, geboren am 10. September 1848 in Klein- Linden, in den Stand der Ehe und wohnte bann längere Jahre im sogenannten „Jakobs-Haus" in der Lahnstraße. Der Ehe entsprossen elf Kinder, wovon noch sieben, sechs Töchter und ein Sohn, am Leben sind, ferner 22 noch lebende Enkel und neun Urenkel. Das Jubelpaar erfreut sich trotz des hohen Alters von 87 bzw. 86 Lebensjahren noch körperlicher und geistiger Frische. Der Jubilar gehörte einige Jahrzehnte lang der evangelischen Kirchengemeinde als Kirchengemeindevertreter an. In den Sommermonaten konnte Herr Lotz noch kleinere Arbeiten in feiner Wagnerwerkstätte verrichten. Sein Pfeifchen schmeckt ihm bis auf den heutigen Tag. Voller Freude strahlt sein Auge, wenn er Erlebnisse aus längst vergangenen Zeiten erzählt. Das Jubelpaar ist seit rund 60 Jahren treuer Leser des „Gießener Anzeigers". gemeinde feien auf die Anzeige besonders hinge- wiesen. — Bund der Saarverei.ne, Orts« gruppe Gießen. In unserem heutigen An* zeigenteil werden die Mitglieder und alle Saarabstimmungsberechtigten zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Näheres in der Anzeige. NGLB., Kreis Gießen. Fachschaft: Körperliche Erziehung. 1. Der Lehrgang von Otto Biensdorf beginnt am Montag, den 4. Februar um 15 Uhr in der Turn- Er nahm sich noch eine und steckte sie hinters Ohr. „Verdammte Fahrt", sagte er, machte em glattes Kinn und blies den Rauch gegen Schnurrbart und Nase hoch. Dann lockte er das Huhn, aber es kam nicht. Da warf er Maiskörner auf den Boden, es kam, pickte, er faßte es und drückte es in einen Karton, der mit Luftlöchern versehen war. ,So", sagte er. „Trinken Sie einen Kaffee mit?" Ich nickte. Ich setzte mich hin und war neugierig, wie er hier zu Kaffee kommen wollte. Er zog eine Blechkiste unter der Bank hervor, hob den Deckel ab und darin stand ein Topf auf einem Spirituskocher. Er nahm den Topf heraus und ging in den Waschraum neben an und kam mit dem gefüllten Topf wieder zurück. Dann zündete er den Spirituskocher an und setzte den Topf darauf. Der Zug fuhr mit unverminderter Geschwindigkeit durch die nächtlichen Ebenen. Die Wagen waren neu und gut gefedert. Der Mann schob die Blechbüchse wieder unter die Bank und wartete, bis das Wasser kochte. „So", sagte er, „jetzt gibt’s Kaffee. Ich will die Tassen spülen". Er ging in den Waschraum um die Ecke und spülte die 'blaugemusterten henkellosen Tassen. Als das Wasser unter der Bank kochte, schüttete der Mann gemahlenen Kaffee hinein. Dann fütterte er die Kaninchen in dem Sack mit Blumenkohlblättern. „Fahren Sie weit?" fragte ich den Mann, als er mir die Taffe mit dem heißen Gebräu reichte. „Bis morgen abend", sagte er, „es ist leider fein Zucker da." „Es geht schon," sagte ich, „schmeckt ausgezeichnet. Sie sind wohl oft gereift?" „Ja, früher mit dem Zirkus und dann mit den Messen/ „Sind Sie verheiratet?" fragte ich ihn. „Jetzt nicht mehr", sagte er und trank und tauchte den Schnurrbart etwas in den Kaffee. Der Zug bremste und hielt. Der Mann stellte die Tassen weg. „Wie wäre es jetzt mit einem Cognak?" sagte ich. „Nach dem Kaffee sehr gut," sagte er und ließ seinen Hosenträger knallen. Wir hielten auf dem Bahnsteig 1 in einer größeren Stadt. Das Bahnhofsbufett war erleuchtet. Ich ging über den leeren nächtlichen Bahnsteig und kaufte an dem Büfett eine Flasche Cognak. Dann nahm ich noch drei Flaschen Bier und bekam zwei Papierbecher bcyu» Es war niemand in den Wagen eingestiegen. Als der Mann die Bierflaschen sah, schnalzte er mit der Zunge. „So eine Fahrt ist lang", sagte ich und goß das schäumende Bier in die Papierbecher. „Zum Wohlsein", sagte der Mann und trank seinen Becher auf einmal leer. Der Zug fuhr weiter. Der spärlich erleuchtete Bahnsteig glitt vorüber und bann war nur noch das Dunkel der Nacht vor den Fenstern. Als die Bierflaschen leer waren, tranken wir Cognak. Ich schnitt die Papierbecher kürzer, daß sie zwei Finger hoch waren und spülte sie. Daraus tranken wir den Cognak. Der Mann rauchte ununterbrochen. „Ja, wohl", sagte der Mann, „es kommt eben darauf an." „Und bann wer kennt die Frauen," sagte ich. „Das ift's," sagte der Mann, „zum Wohlsein." „Zum Wohlsein," sagte ich, „soll man heiraten ober nicht?" „Das kann man vorher nicht wissen", meinte der Mann. „Und wo fahren Sie jetzt mit dem Viehzeug da hin?" „Mein Bruder ist gestorben", sagte der Mann, „und da habe ich sein Haus geerbt." „War er verheiratet?" fragte ich. „Jemand zugestiegen?" fragte der Schaffner und ging vorüber. „Mit meiner früheren Frau," sagte der Mann. „Da werden Sie sie also wieder sehen?" „Sie schrieb mir, sie wollte mich wieder heiraten. Was meinen Sie dazu?" „Wie mans nimmt", sagte ich, „wenn Sie Lust haben? Kann sie gut kochen?" Ich goß die abgeschnittenen Becher wieder voll. „Wohlsein, das kann sie. Jetzt wird man alt, und wenn man bann allein ist, bas ist auch nichts. Das ist sie." Er hielt mir ein Bild hin. Eine junge üppige yrau stand vor einem Gartenhäuschen in ber Sonne unb lachte vieldeutig. Das war sie, dachte ich. „Und warum haben sie sich scheiden lasten? „Weil sie meinen Bruder wollte", sagte der Mann, „mein Bruder hatte Geld und das Haus." „Und jetzt haben Sie das Haus," sagte ich. „Das ist es, deshalb will sie mich wieder", sagte der Mann. „Dann ist ja alles in Ordnung," jagte ich. *bie Wunderliche Nachtfahrt. Von Ernst Kreuder Der beschleunigte Personenzug hielt auf dem nächtlichen, verlassenen Bahnsteig vier Minuten. Ich warf die Zigarette hin, als er angebrauft kam und nahm den Koffer in die linke Hand. Als der Zug stand, riß ich die Tür des 3.-Klastenwagens auf, hob den Koffer aufs Knie und stemmte ihn hoch und schob ihn in den Gang hinein. Dann schnallte ich die Reisedecke ab, hob den Koffer ins Gepäcknetz, breitete die Decke auf der Bank aus, löschte das Licht, der Zug fuhr an und ich streckte mich auf der Bank aus. Ich versuchte einzuschlafen, aber ich mußte unausgesetzt daran denken, daß ich einschlafen wollte, und Dann schlief ich nicht ein, ich horchte auf oas RM- tern und Sausen des Zuges, der durch die Nacht eilte, als wollte er den Morgen einholen. Plötzlich gackerte ein Huhn in der Nahe. Ich setzte mich auf und drehte das Licht an. Das Huhn lief gackernd durch den Gang zurück, der in der Mitte des Wagens die offenen Abteile trennte. Ich stund auf und folgte dem Huhn und sah, daß alle Platze leer waren. Aber in dem hintersten 2Ibteil.lag em hemdsärmliger Mann auf ber Bank unb fcgnarcgte. Er hatte bas blaue Licht eingeschaltet. Auf dem Boden standen Kartons und Schachteln unb baneben lag ein Sack, ber sich bewegte, unb dann kam aus einem Loch des Sackes der Kopf eines weißen Kaninchens heraus. Ich sah mir den Mann an, er hatte einen schwarzen, gezwirbelten Schnurrbart tm dunkelhäutigen, faltigen Gesicht, einen geschorenen, eiförmigen Kops unb ein kräftiges Kinn mit einer breiten Narbe. Das Huhn gackerte wieder. Ich klopfte dem Mann auf die Schulter. Er blinzelte unb setzte sich auf. „Ihr Huhn", sagte ich, „es läuft im Wagen umher. Sie müssen es einfangen. Sonst bekommen Sie Schwierigkeiten." „Sehr freundlich, der Herr?", sagte der Mann, „wollen Sie eine Zigarette?" Er zog aus der Westentasche ein verdrücktes Päckchen. „Danke", sagte ich und bot ihm meine Schachtel an. „Bin so frei", sagte der Mann und nahm eine heraus. „Nehmen Sie sich noch eine", sagte ich, „sie sind recht gut* Frauen gehen oft zu dem, der etwas hat." „Das glauben Sie doch selbst nicht", sagte bet Mann, „aber Sie haben recht." „Dann wünsche ich Ihnen alles Gute", sagte ich, „ich bin mübe unb will jetzt schlafen. Also bis morgen früh." „Besten Dank ber Herr, wünsche wohl zu ruhen", sagte ber Mann. „Nichts zu banken", sagte ich, „bitte", unb ging nach vorn, brehte bas Licht aus unb legte mich auf meine Bank. Ich schlief sogleich ein. Ich mochte vielleicht eine Stunbe geschlafen haben, als ich geweckt würbe. „Was ist los?" sagte ich. „Sie werben entschulbigen", sagte ber Mann mit bem Viehzeug, es war bunkel, ich konnte ihn nicht sehen, „ich konnte nicht schlafen. Haben Sie noch eine Zigarette?" „Ich brehte bas Licht an unb gab ihm eine Zigarette. „Ich glaube, ich kann sie nicht mehr heiraten", sagte er unb sah mich unschlüssig an. „Was soll man ba machen?" sagte ich. Er saß ba, rauchte unb schwieg. Der Zug ratterte burch bis Nacht, bie schon nicht mehr so schwarz war. „Dann nehmen Sie sie als Haushälterin", sagte ich, „man soll niemanb verstoßen." „Soll man wohl nicht", sagte ber Mann, „aber bamals hat sie mich verstoßen." „Nun ja", sagte ich, „bas kann sie ja roieber gut machen. Glauben Sie nicht, baß sie bas roieber gutmachen kann?" „Das kann sie", sagte ber Mann. „Also bann besten Dank auch." Er ging zu bem Huhn unb ben Kaninchen zurück; ich schlief roieber ein. Hochschulnachrichten. Der bekannte, im Ruhestanb lebenbe Alttestament- (er ber Universität Marburg, Geh. Konsistorial« rat Professor D. Dr. Karl Bubbe, ist im Alter von nahezu 85 Jahren gestorben. Aus der langen Reihe feiner Arbeiten seien hier nur die Untersuchungen über das althebräische Schrifttum, über bie schönsten Psalmen unb über Lubroig Richter genannt. Die Universität Gießen hat Geh. Rat Bubbe ben theologischen Ehrendoktor verliehen unb ihm anläßlich ber Luther-Feier 1933 das Diplom erneuert. Halle der neuen Pestalozzischule in den Eichgärten. Jeden Tag finden drei Lehrstunden statt. Die Lehrkräfte der Volksschule sind für die Heit des Lehrgangs vom Nachmittagsunterricht befreit. Die Teilnehmergebühr in Höhe von 2 Mark ist am Montag mitzubrmgen. 2. Zusammenkunft der Geländesport-Arbeits- aemeinschaft, Samstag, 2. Februar, 14 30 Uhr am Schützenhaus. Geländekunde, Sport und Schießen. Karte 1:100 000 mitbringen. Oie Beitragszahlung zur Deutschen Arbeitsfront. LPD. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Die Gesamtverwaltung der DAF. in Hessen - Nassau macht hiermit ihre Mitglieder darauf aufmerksam, daß der Beitrag zur DAF. eine Bringschuld ist. Trotzdem sind die Verwaltungsstellen angewiesen, durch Kassierer die Beiträge derjenigen Mitglieder, die nicht durch die Lohnbüros ihrer Betriebe erfaßt werden, in der Wohnung gegen Aushändigung einer Beitragsmarke monatlich abholen zu lassen. Die DAF. lehnt es jedoch ab, ihren Blockwaltern zuzumuten, vier- bis fünfmal den Weg zu einem Mitglied zu machen, wenn dasselbe absichtlich oder fahrlässig seinen Beitrag nicht zahlt. Laut Anweisung des Schatzamtes der DAF. in Berlin scheiden Mitglieder, die zwei Monate mit ihrem Beitrag im Rückstand sind, automatisch aus und können entweder nicht mehr oder nur zu erschwerten Bedingungen unter Verlust ihrer erworbenen Rechte wieder in die DAF. ausgenommen werden. Die Mitglieder, bei denen die Beiträge durch Nichtausfüllung des Fragebogens oder aus sonstigen Gründen feit der Uebernahme der Gewerkschaften nicht mehr kassiert wurden und die da- ourch im Rückstand sind, wollen sich umgehend an ihre zuständige Verwaltungsstelle wenden und dort wegen Nachzahlung der Rückstände vorsprechen. Deutsche Arbeitsfront. Berufsgruppe der Techniker. Am Samstag, 2. Februar, abends 8 Uhr, spricht im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes, Gießen, Lonystraße 18, Reg.-Baurat Steinbach über das Thema „Aus der Bohrtechni k". Auch die Mitglieder des NS.-Bunoes Deutscher Technik und des Reichsbundes Deutscher Baumeister sind hierzu herzlichst eingeladen. Berufsgruppe der Werkmeister. Am Sonntag, 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Kaufmännischen Dereinshaus, Gießen, Werner- wall, Monatsversammlung mit sehr wichtiger Tagesordnung. Ferner spricht Bk. Stimmer über „Was muß der Werkmeister von der Angestellten- und Invalidenversicherung wissen?" TlS.-Gemeiuschaft „Kraft durch Freude". Urlaubszug Nürnberg (Stadtbesuch) vom 15. bis 19. Februar. Als nächstes Reiseziel ist der Besuch von Nürnberg in der Zeit vom 15. bis 19. Februar vorgesehen. Die Fahrt beginnt am 15. Februar vormittags. Die Unterbringung erfolgt in Einzelquartieren. Für den Aufenthalt in Nürnberg sind Stadtführungen mit der Besichtigung des Inneren des Rathauses und der Burg sowie des Tiergartens vorgesehen. Weiter sind vorgesehen ein Begrüßungsabend mit Tanz und die Teilnahme an dem großen Funkball, wobei Eintrittsgelder nicht mehr erhoben werden. Für den 18. Februar ist ein Omnibusausflug nach Rothenburg o. d. T. eingesetzt. Die Rückfahrt erfolgt am 19. Februar 1935. Die Fahrtkosten betragen 28,50 Mark. Endtermin für die Anmeldung ist Dienstag, 5. Februar. Winiersp o rtzu a nach dem Erzgebirge vom 2 3. Februar bis 3. März. In der Zeit vom 23. Februar bis 3. März fährt der letzte Wintersportzug nach dem Sächsischen Erzgebirge. Das Schwartenberg-Gebiet bietet Vorzüge verschiedenster Art, z. B. Gelegenheit zum Wintersport, zu Ausflügen usw. Unvergeßlich werden die Heimatabende bleiben. Die Fahrt beginnt am 23. Februar abends. Auf der Rückfahrt wird den Teilnehmern Gelegenheit zu einem Besuch von Chemnitz geboten, von wo aus nach dem Abendbrot die Heimfahrt angetreten wird. Die Rückkehr in Frankfurt a. M. ist für Sonntagvormittag vorgesehen. Der Fahrpreis betragt 35 Mark. Endtermin für die Anmeldung ist Samstag, den 9. Februar 1935. Die Anmeldungen erfolgen nur durch die Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10/11. llmschulungskursus für Flugzeug- und Motorenbau. Die Reichsberusshauptgruppe Ingenieure und Techniker unterhält in Anlehnung an das Technikum in Strelitz ein Umschulungslager für erwerbslose Techniker. Die Leitung dieses Lagers plant einen dritten Umschulungskursus für Flugzeug- und Motorbau in der Zeit vom April bis September 1935 einzurichten. r , Für die Umschulung kommen in erster Linie Tech- niker aus dem Maschinenbau in Frage. Gute technische Grundkenntnisse sind erforderlich. Die Be- werber dürfen 25 bis 40 Jahre alt sein. Die Zulassung zum Kursus wird von der Lösung einer An- zahl technischer Aufgaben, die ihnen seitens der technischen Schulungsleitung gestellt werden, abhängig gemacht. Meldungen zur Teilnahme an diesem Kursus sind bis einschließlich 6. Februar an die Deutsche Arbeitsfront, Berufsgruppenamt, Reichsberufsgruppe Ingenieure und Techniker, Bezirk Hessen, Frankfurt a. M., Gutleutstraße 31, zu richten. Genaue Angaben, gut leserlich (möglichst in Blockschrift) unter Angabe der Mitgliedsnummer unerläßlich. Es ist unbedingt auf die Einhaltung des Termins zu achten, damit die uns gesetzte Einreichungsfrist gewahrt bleibt. Später eingehende Meldungen können darum nicht weitergereicht werden. * ** Dienstjubiläum b e i der Polizei. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Am 1. Februar begeht der Polizei-Derwal- tungs-Oberassistent Herr Karl D i e r l a m m bei der Polizeidirektion Gießen sein 25jähriges Dienstjubiläum. Unsere besten Wünsche begleiten den pflichttreuen Beamten zu seinem Jubiläum. ** Jubiläum bei der Firma Bännin- ge r. Am heutigen 1. Februar begeht Herr Heinrich Vogel das Fest seiner 25jährigen Tätigkeit bei der Firma Bänninger G. m. b. H., Fittingsfabrik, Gießen. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges war er in der Einkaufsabteilung tätig, zog dann bei Kriegsbeginn ins Feld, wurde während der großen Flandernschlacht schwer verwundet, wobei er in französische Gefangenschaft geriet Erst am 9. Februar 1920 kehrte er aus der Gefangenschaft zurück und ist seit 1. März 1920 wieder dauernd bei seiner alten Firma tätig. Seine Vorgesetzten und Mitarbeiter kennen und schätzen ihn als äußerst pflichttreuen tüchtigen Menschen. ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Samstag, 2. Februar, kann das Ehepaar Schlosser Heinrich Rinn, Hitlerwall 49 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. *♦ Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf - Philipp - Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Be- zirksfürsoraeverbandes Merseburg-Stadt gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für das Kind Kurt Gerlofs, jetzt Frank, geboren am 19. September 1920 in Friedberg. 2. Antrag des Kreisamtes Gießen auf Untersagung des Gewerbebetriebs des Heinrich Henkel in Londorf zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten und bei Behörden wahrzunehmender Geschäfte. ** Wirtschaftsprüfer-Gebührenordnung für Pflichtprüfungen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: Der Reichswirtschaftsminister hat mit Zustimmung des Reichsjustizministers und des Reichskommissars für Preisüberwachung eine Gebührenordnung für die Wirtschaftsprüfer für Pflichtprüfungen erlassen. Diese Gebührenordnung gilt für alle Pflichtprüfungen, also für die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, für die privaten Versicherungsunternehmungen und Bausparkassen, sowie für die Genossenschaften. Die Gebührenordnung ist mit Wirkung vom 1. Januar 1935 in Kraft getreten und gilt für alle Gebührenrechnungen, die nach diesem Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! 10. Kapitel. Während in Gerlinde Steinbrücks junges Leben das Schicksal mit so unbarmherziger Hand eingriff, war Günter von Gersheim schon lange in der Heimat. Je mehr er sich daheim wieder einlebte, je mehr er die Weltstadt mit all ihrem Hasten und Treiben vergaß, um so tiefer fühlte er, wie unendlich er da graußen gelitten hatte unter der Sehnsucht nach dieser Stille und Abgeschlossenheit hier, und wie sehr er immer ein Fremder in Berlin geblieben war. Stundenlang streifte er ganz allein durch den zauberhaft schönen Winterwald, um sich nach den Stunden des Alleinseins um so emsiger wieder in all die viele mühevolle Arbeit zu stürzen, die die Verwaltung der großen Rittergüter mit sich brachte. Nun war er Majoratsherr hier auf Gersheim. Dem Bruder hatte der Tod das Regiment aus der Hand genommen in der Blüte der Jahre. Günter von Gersheim triumphierte nicht, daß ihm das Schicksal auf diese Weise so viel Reichtum, so viel Macht in die Hand gegeben hatte. Er blieb immer still und bescheiden. Für sich begehrte er ja nichts. Gar nichts. Nur dankbare Freude fühlte er beim Anblick feines weiten, herrlichen Besitztums, und immer stärker wurde in ihm der Wille, das ihm anvertraute Gut nach besten Kräf- ten und gerecht zu verwalten. Nur manchmal fühlte Gersheim, daß ihn auch hier Gedanken überfallen wollten, die ihn quälten, die er aber gewaltsam verdrängte. Fragen waren es, die in feiner Seele auftauchten. Und eine dieser immer wiederkehrenden Fragen war die: Wozu das alles sei — für wen er denn eigentlich arbeite von früh bis spät? Doch meist wies Günter von Gersheim gerade diese Fragen herrisch in die Schranke. „Für wen?" antwortete er sich. „Es muß mir genügen, daß Hunderte von Menschen durch die Arbeit auf den Gütern Brot haben, daß ich für sie sorgen kann, daß Hunderte von Kindern unter gefunden Verhältnissen aufwachsen." Und der junge Baron schalt sich wütend einen Egoisten, wenn trotz allem noch manchmal die Frage in ihm wach wurde nach einem kleinen bißchen eigenem Glück. So gingen die Wochen in stetem Gleichmaß dahin. Die einzige Ablenkung war, daß er allwöchentlich mit einem feiner Gutsnachbarn Schach spielte. Baron Gersheim war ein leidenschaftlicher Schachspieler. Immer wieder fesselte ihn dieses unerschöpfliche, geistreiche Spiel. So fand er sich denn pünktlich jeden Sonntagabend bei seinem alten Schachfreund Graf Nyssen auf Buchenrode ein. Graf Nyssen war schon mit feinem Vater befreundet gewesen und hatte mit diesem manche Partie gespielt. Bis tief nach Mitternacht hatten die beiden manchmal gefeffen; doch während der alte Graf heißspornig doch einmal einen Fehlzug tat, war Günters Vater immer der klare, ruhige Denker geblieben. Diese klare, ruhige Art zu denken hatte er dem Sohn vererbt, der jetzt an seiner Statt dem alten Schachfreund gegenübersaß, und an dem dieser einen ebenso zähen und schweren überwindbaren Gegner hatte wie an dem seligen Gersheim. Aber das tat nichts, lieber das Spiel hinaus liebte Graf Nyssen Günter von Gersheim auf seine Art und sah den jungen, tatkräftigen Mann gern um sich. So ritt Günter von Gersheim auch am heutigen Sonntag hinüber nach Schloß Buchenrode. Sein Reitknecht begleitete ihn, und in mäßigem Trab stapften die beiden herrlichen Pferde mit ihren Reitern durch den Winterwald. Kaum ein Laut unterbrach die wunderbare Stille. Nur manchmal ein Knacken im Holz. Dann wieder tiefes Schweigen. Baron von Gersheim hatte hier helle Augen bekommen. Wenn auch noch manchmal eine leise Trauer in feinem Blick lag — dieses ausgesprochen Schwermütige wie in Berlin hatten seine Augen hier nicht mehr. Nach mehr als einstündigem Ritt langten die Reiter in Äuchenrode an. Gersheim überließ das Pferd feinem Reitknecht und begab sich hinauf zu feinem alten Freund, der ihn schon sehnlichst erwartete und das Spiel bereits aufgestellt hatte. „Na — matt?" kam der alte Graf Gersheim entgegen und drückte ihm herzhaft die Hand. „Oh, ich denke nicht", lächelte der junge Gersheim frisch zurück. Der Alte schmunzelte. „Na, dann kann ja das Spiel beginnen." Tag ausgestellt werden. Die Gebührenordnung liegt der Kammer vor. Auskünfte hierüber sind jederzeit erhältlich. ** Brennholzversteigerung der Stadt Gießen. Bei der vorgestrigen Brennholzversteige- rung der Stadt Gießen im Stadtwald an der Licher Straße wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 1. Klasse 11 Mark, Buchenknüppel 1. Klasse 8,50, Hainbuchenknüppel 1. Klasse 7, Eichenknüppel 1. Klasse 5, Eichenreisig 1. Klasse 2,50, Kiefernreisig 1. Klasse 2,80, Fichtenreisig 1. Klasse 2 Mark je Raummeter. Buchenreisig 3. Klasse kostete 18 bis 20 Pf., Hainbuchenreisig 2. Klasse 18 bis 20, Eschenreisig 3. Klasse 13 Pf. je Welle. ** Hessische Auf bau sch ule in Friedberg. Wir machen auf die heutige Anzeige über die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule in Friedbera aufmerksam. Die Aufbau« schule führt begabte, fleißige und gesunde Jungen, die mindestens sieben Jahre die Volksschule besucht haben, in 6 Jahren zur Reifeprüfung. Das Reifezeugnis der Aufbauschule berechtigt zu allen akademischen Studien und zu allen Berufen, für die das Bestehen der Reifeprüfung Vorbedingung ist. Auswärtige Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen können, finden im Schülerheim der Aufbauschule Wohnung und Verpflegung. ♦* Baumwärterkurse. Der erste Teil der von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau vorgesehenen Daumwärterkurse beginnt an der Obst- und Gartenbauinspektion in Friedberg am 11. März und dauert bis 13. April. Anmeldungen sind an die für die jeweiligen Wohnorte zuständigen Obst- und Gartenbauinspektionen zu richten. Letzt Laudhelfer einstellen! Das Gesetz über die Verteilung der Arbeitskräfte wird in vielen Industrien zunehmend junge Arbeitskräfte zur Arbeit in der Landwirtschaft freistellen. Es kommt darauf an, für diese jungen industriellen Arbeitskräfte geeignete Arbeitsstellen in der Landwirtschaft zu finden. Die Einrichtung der Landhilfe erleichtert die zusätzliche Einstellung und gibt damit zugleich die Möglichkeit, die Arbeit in der Landwirtschaft ergiebiger zu gestalten. Die Landwirte Oberhessens haben anderseits auch die Gelegenheit, sich hier Hilfskräfte zu ihrer eigenen Entlastung zu sichern und die Anlernling in einer Zeit vorzunehmen, in der der Arbeitsdruck noch nicht so stark wie im Frühjahr und im Sommer ist. Oberhessen hat ein so großes Kontingent an Landhelfern zugewiesen erhalten, daß alle zulässigen Wünsche erfüllt werden können. Wer kann einen Landhelfer einstellen? 1. Jeder Betrieb mit über 20 Morgen Land, auch bann, wenn schon früher ein Landhelfer beschäftigt worden ist. In kleineren Betrieben wird die Sicherheit einer guten allgemeinen Ausbildung als nicht gegeben angesehen. 2. Das Arbeitsamt zahlt für jeden Landhelfer gestaffelt nach dem Alter eine Beihilfe zum Lohn, wenn außer dem Helfer mindestens die gleiche Anzahl Familienmitglieder und frembe Arbeitskräfte im Betrieb tätig finb, wie im gleichen Monat bes Vorjahres. 3. Die Zuweisung eines Lanbhelfers erfolgt auf Antrag (Formular beim Arbeitsamt). Selbst- anmerbungen unb Einstellungen finb nicht mehr statthaft. Jugenbliche, bie in bie Lanb- hilfe wollen, finb an bas Arbeitsamt zu verweisen. 4. Die Förberungsbauer beträgt für jeben neu eingestellten Lanbhelfer zwölf Monate. Nähere Auskunft erteilen bas Arbeitsamt Gießen unb feine Nebenstellen, sowie bie Ortsbauernführer. Jetzt ist wichttg: Sofortige Anforberung ber Formulare vom Arbeitsamt, Ausfüllung unb Abgabe an bie Bürgermeister unb an ben Ortsbauernführer, bie bann ben ausgefüllten unb geprüften Antrag an bas Arbeitsamt Gießen weitergeben. Die Lag- im Ke-ruar. Februarjagd — stille Zeit! Die Hasenjagden gingen Mitte Januar zu Ende, der Abschuß an Kahl- wild muß durchgeführt fein, Ente unb Fasan haben ebenfalls Schonzeit (Hessen gestattet noch den Abschuß von Hähnen). Eine langweilige Zeit für ben, „ber nur zum Schießen hinauszog zur Jagd". Und doch ist gerade der Februar für den Jagb- pächter und Jagdbefitzer eine Zeit besonderer Sorge. Von ber Hege unb Pflege, bie er jetzt seinem Wilbe angeboihen läßt, wirb unter Umständen ber Ertrag bes ganzen Jagdjahres beeinflußt. Wenn der Winter noch herrscht mit Frost unb Schnee, bann muß gefüttert werden. Vor allem aber ist jetzt die beste Zeit zum Kurzhalten des Raubzeuges. Wenn eine Neue fiel, bann verrät sie dem führten- und spurenkundigen Weidmann, wo das Großwiesel schlüpfte, der Iltis sich steckte, der Marder holzte und der Fuchs schnürte. Da bas Raudwild (mit Ausnahme des Dachses) in der Roll- und Ranzzeit ist, ist es viel auf den Läufen, kommt leichter zur Beobachtung und verfällt eher den Schroten oder der Kastenfalle, die in keinem wirklich gepflegten Revier fehlen darf. Denn nur sie ermöglicht ein wirkliches Kurzhalten des Wiefels, dieses besonders gefährlichen Kleinräubers. Nachdem der Fang des Fuchses mit Tellereisen verboten ist (auch in Hessen laut § 35 Ziffer 9 und § 71 des Reichsjagdgesetzes!), verspricht seine Bejagung mit der Flinte in vielen Revieren wieder mehr Erfolg. In den nächsten Wochen kommt vor allem das Sprengen aus dem Bau mit Terrier und Dackel in Frage, daneben die Lockiagd mit Quäke, Mäusepfeischen und Vogelangstruf, schließlich wie immer Ansitz und Pirsch an der Feldkante. Auch der Dachs hat in Hessen noch bis zum 15. Februar Jagdzeit. Nachdem im Januar endlich öfters Schnee gefallen ist, konnte wenigstens in höheren Lagen mit dem Kreisen und Jagen auf Sauen begonnen werden. Die Jagd auf Schwarzwild wird weiter fortgesetzt. Die Klagen über das Umherlaufenlassen der Hunde und über Wildverluste durch jagende Hunde reißen nicht ab. Der milde Winter hat auch merkwürdig viel Katzen draußen bleiben lassen, die sonst ins Dorf zurückgekommen wären. Der Schnee redet eine beredte Sprache. Deswegen kommt auch dieser Seite des Jagdschutzes gerade in der Zeit, wenn ber Winter unter Umftänben strenger auftritt, eine erhöhte Bebeutung zu. Wir wiesen in ber Januarbetrachtung an biefer Stelle barauf hin, baß bie hessischen Jäger sehr bar- auf warten, baß ihnen bie Folgerungen aus bem Reichsjagbgesetz für bie jagblichen Verhältnisse in Hessen bekannt werben. Seitbem ist bie Hessische Verordnung vom 9. Januar 1935 erschienen, die als Ueberleitungsvorschrist zum Reichsjagbgesetz bezeichnet ist unb bie Aufgabe hat, bie Fragen zu klären, bie am bringenbften ber Klärung beburf- ten, bie Frage ber Gröhe ber Iagbbezirke unb ber Künbigungsmöglichkeit. Diese Fragen mußten gen klärt werben, weil am 31. Januar Die Pachtzeit für eine ganze Anzahl von Revieren ablief, bie nicht wieder verpachtet werden konnten, solange nicht klar war, unter welchen Bedingungen nach dem Reichsjagdgesetz und feinen hessischen Ergänzungen die Neupachtung erfolgen mußte. Daher find zunächst diese Reviere als weiterverpachtet bis zum 31. März 1935 zu betrachten. Eine Pachtzahlung für bie zwei zusätzlichen Monate erfolgt nicht, ba mit einem merklichen Jagdertrag infolge ber Schonzeiten nicht gerechnet werben kann unb anberfeits ber Jagdpächter ben Jagbschutz in bem Revier ausübt, bas er unter Umftänben gar nicht mehr pachten Wie rüstig biefer Fünfunbsechzigjährige noch ist!, schoß es Gersheim durch ben Kopf. Bewundernd folgte fein Blick ber voranschreitenben Gestalt bes Grafen, bie, hoch unb breitschultrig, vom Alter noch nicht im geringsten gebeugt war. Herrlich sah er aus in ber blauen Hausjoppe, bie zu feinem silberweißen Haar unb ben frischen Farben seiner Haut einen wirksamen Gegensatz bildete. Schon immer patte er ben Greis sehr verehrt. Das einzige, was ihm etwas mißfiel an bem alten Freunb, war fein starrer Abelsstolz. Günter von Gersheim bachte in btefen Dingen fo mobern wie nur möglich. „Keiner kann bafür, wo feine Wiege geftanben hat", sagte er oft. „Es kommt nur auf ben Menschen an. Oft genug stecken in Frack unb Seibe Lumpen, unb in Lumpen bie wertvollsten Menschen." Da roanbte sich Graf Nysfen bem jungen Gersheim zu. „Wir spielen heute nicht in meinem Arbeitszimmer. Der Kamin ist nicht in Drbnung. Da kriegt man es nicht richtig warm bei biefer Kälte, unb ich muß leiber auf mein Rheuma ein bißchen Rücksicht nehmen. Ich habe bas Turmzimmer Herrichten lassen. Mein Lieblingsaufenthalt im Winter." Gersheim erroiberte nichts. Er nickte nur unb folgte bem Grafen. Sie traten balb barauf in ein runbes, behagliches Zimmer, altväterlich, traulich ausgestattet, wie sie in alten Schlössern häufig zu finben finb. „Einen Moment entschuldigen Sie mich noch, junger Freunb. Ich muß mir erst meine richtige Pfeife heraussuchen. Jean, ber alte Dussel, bringt mir immer bie verkehrte, wenn er sie holen soll." Baron Günter von Gersheim war allein imZim- mer unb hatte Muße, es genauer in Augenschein zu nehmen. Im Kamin prasselte ein mächiges Feuer unb schuf bie richtige Stimmung. Der Samowar summte. Gersheims Augen roanberten an ben Wänben entlang. Er betrachtete bie herrlichen Kupferstiche eingehenb, bie er fo liebte. Doch plötzlich fühlte er, wie ihm bas Blut aus ben Wangen wich. In einem großen, golbenen Rahmen hing ein ovales Bilb, bas einen entzückend-feinen Mädchen- topf zeigte. „Gerlinbe!" Gersheim schrie auf, preßte aber sofort bie Hanb vor ben Munb. Jetzt war ihm klar, wo er Gerlindes Gesicht schon einmal gesehen hatte. Hier. Dieses Bild hatte es ihm gezeigt. Ganz nahe trat er an das feine Gemälde heran, studierte jeden Zug dieses wunderbaren Mädchengesichts. Welches Spiel hatte die Natur hier getrieben? Der junge Baron atmete tief und wischte sich mit der Hand über die Stirn, als wollte er etwas wegwischen. Er wollte dieses Mädchenbildnis nicht in Beziehung bringen mit jenem Mädchen da in Berlin — mit dieser Tänzerin aus der Verdi-Diele, bie 0U einem berüchtigten Lebemann unb Frauenjäger in unklaren Beziehungen ftanb. Unb boch, immer roieber zog es ihn wie mit unsichtbaren Hänben, unb er roanbte feinen Kopf zu bem Silbe hin, bas fo viel mühsam bezwungenen Schmerz, so viel Enttäuschung roieber in ihm aufriß. Da trat Gräf Nyssen ein. Günter von Gersheim merkte es nicht. Er sah auch nicht, wie sich bas Gesicht bes alten Freundes plötzlich oerbüfterte, als ob eine bunfle Wolke herüber hinge, währenb feine Lippen sich zusammenpreßten, baß sie schmal würben wie ein Strich. Enblich räusperte sich Graf Nyssen, unb Gersheim fuhr, wie aus bem Schlaf aufschreckend, herum. „Verzeihung, Graf Nyssen! Das Bild — dieses Gesicht — fo wunderbar ist es; es fesselte mich." „So?" Eine Weile war Stille zwischen ben Männern, bann sagte Graf Nyssen mit einer Stimme, die nichts von seiner inneren Bewegung verriet: „Ein Jugenbbilbnis meiner Tochter. Aber —» nun kommen Sie, Gersheim." Noch einen Blick warf Baron Günter von Gersheim auf bas liebliche Bilb, als wolle er all feine Süße in sich hineintrinken, bann riß er sich los und wandte sich feinem Gastgeber zu. Mit feinem Takt empfand er, daß der Alte nicht mehr sagen wollte. Es war da früher fo ein Gerücht im Umlauf, erinnerte er sich jetzt; boch er war bamals noch ein ganz kleiner Knabe gewesen. Ihm war wenig baoon zu Ohren gekommen. Und es hatte ihn auch nicht weiter interessiert, was aus ber schönen Tochter bes Grafen geworben war. Er gab biesen Gebauten auch jetzt nicht nach; ein an- beres Gefühl war viel stärker in ihm ausgelöst worden — in feinem Herzen brannte aufs neue bie Liebe zu Gerlinbe Steinbrück, bem armen Mäbchen aus bem Berliner Norben, bas eine so seltsame Aehnlichkeit mit ber Gräfin Nyssen hatte. Hätte er bamals boch ber Sache nicht mehr nachgehen sollen? Hätte er Gerlinbe selbst fragen sollen? Daß biefe Kinberaugen gelogen haben sollten, hatte ihn beinah zur Verzweiflung gebracht. (Fortsetzung folgt 1) gewissen Schonfrist die Gemeindejagden Überhaupts Es herrscht über den Inhalt des Reichssagdgesetzes Anträge betr. Halle und Beiträge verhandelt. Leh« auf. Verpächter sind die Besitzer der einzelnen und den der hessischen Verordnung vom 9. Januar rer Appenheimer als Referent für das eteiligten noch eine solche Unklarheit, daß es erwünscht schien, das Wesentlichste da- nommen wurde. Es wurde beschlossen, mit den aanze Gemeinde- Grundflächen an- Für den VDA. wurden von den bracht. 2. 2. 3. 4. 7. einander fahren. Obecheffen wird. Dies kommt ieint der 5. 6. 3. 4. inb: 1. ! entfernen; die sich an andere Fahrzeuge hängen; die beim Einbiegen von der Seite auf die Fahrbahn keine besondere Rücksicht auf den übrigen Verkehr nehmen; die an ihre Fahrräder Handwagen anbinden; die Pferde und Vieh von ihren fahrenden Fahr- Schwimmen verlas ein Schreiben vom Reichsbund für Leibesübungen über den Schwimmsport, das von der Versammlung mit großem Beifall aufge» Jäger beneiden wird. Für den Verpächter kommt noch eine besondere Neuerung hinzu. Das Reichsjagdgesetz hebt mit einer Kreis Alsfeld. N. Flensungen, 28. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Gesangverein bei Sangesbruder Eduard Schumann seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer A. Deubel eröffnete den Abend. Sodann wurden die neuen Richtlinien des Verkehrsteilnehmer beachtetdieneuenVerkehrsbestimmungen' Das Vorfahrtsrecht an Straßenkreuzungen hat eine wesentliche Vereinfachung gefunden. An Kreuzungen und Einmündungen ist bevorrechtigt, wer von rechts kommt. Es wird also kein Unterschied mehr zwischen Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. rädern mitführen; die Gegenstände mitnehmen, die ihre Bewegungsfreiheit beeinträchtigen oder andere schädigen, behindern ober belästigen; 8. die auf Hauptverkehrsstraßen innerhalb ober außerhalb geschlossener Ortschaften nicht hinter- ______ _ durch ihre Zugehörigkeit zur Pfarrei Wirberg, deren Beziehungen zur Universität ja bekannt sind. Von jeher waren bie Bräu- nings ein wackeres und festes Müllergeschlecht. Von ber Kolbenmühle aus übernahmen sie in ihren nach- 1. bie die Lenkstange loslassen; bie bie Füße beim Fahren von der Tretkurbel rricht. Die Gemeinbekasse erhält nur das, was ber kmeinbe als Jagdgenossin für ihren Besitz an Aeckern, Wiesen, Wald usw. zusteht. In spätestens 5 Jahren muß diese Regelung in allen Gemeinden Hessens durchgeführt sein. Wo ganze Gemeinde- agden aufhören zu sein und die Grundflächen an= )eren Jagdbezirken zugeschlagen werden, werden olche Jagdgenossenschaft schon sofort nach der Zuteilung gebildet werden müssen. Oie Feiern am Jahrestage der Machtübernahme. Aus zahlreichen Orten ber Provinz Oberhessen und ber benachbarten preußischen Kreise liegen uns Berichte über Feiern am zweiten Jahrestage ber Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vor. Wie wir gestern im Rahmen ber Berichterstattung über bie Feiern in Gießen bemerkten, ist es wegen Raummangels unb im Hinblick auf bie starke Gleichartigkeit biefer Feiern nicht möglich, aus jebem Orte gesonbert zu berichten. Zusammenfassenb ist festzustellen, baß auch überall in ber Provinz bie Feiern einen sehr würbigen Verlauf nahmen unb ein einbrucksvolles Bekenntnis der Dankbarkeit unb ber Treue zum Werke bes Führers Abolf Hitler würben. Auch bie Gottesbienste aus Anlaß biefes Gebenktages wurden durch bie starke Beteiligung ber Bevölkerung unb burch ben Verlauf ber kirchlichen Feiern zu einem benkwürbigen Erlebnis. Als besonbers bemerkenswert ist hervorzuheben, baß in Laubach im Anschluß an bie Gebenkfeier noch eine besonbere Feierstunbe veranstaltet würbe, bie ber Überreichung ber Ehrenkreuze an bie ehemaligen Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer unb Kriegereltern unb -Witwen gewibmet war. Bei biefer Feierlichkeit hielt Ortsgruppenleiter Henze eine längere Ansprache, in ber er unter starker Zustimmung ber Versammlung bem Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler bankte. Anschließenb überreichte Bürgermeister H ö g n bie Ehrenkreuze im Auftrage bes Kreisamts Schotten. Die Feierstunbe fanb mit freubig aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf ben Führer unb mit bem gemeinsamen Gesang des Deutschland- unb bes Horst-Wessel-Liebes ihren Abschluß Ein altes Bauern- und Müttergeschlecht. will. Die Verpachtung dieser Reviere wird erst in ber zweiten Hälfte des März erfolgen können. Denn bis dahin müssen ja die neuen Bedingungen, die durch das Reichsjagdgesetz bedingt sind, in allen Einzelheiten bekannt sein. Reben den an sich ablausenden Revieren wird durch die Verordnung die Pacht zum 31. März 1935 für solche Reviere (ganze Gemeindejagden oder Teilbezirke von ihnen) a u s gehoben, weil ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk in Hessen in Zukunft mindestens 250 Hektar (1000 Morgen) groß fein muß. Seither gab es keine derartigen Bestimmungen, und eine Gemeindejagd konnte in eine größere Zahl von „Jagdbögen" aus- geteilt werden, deren Mindestgröße nicht festlag. In allen diesen gemeinschaftlichen Jagdbezirken endigt der heutige Pachtvertrag automatisch am ZI. März 1935. Unter gemeinschaftlichen Jagdbezirken versteht man einen Jagdbezirk, der sich aus Grundflächen zusammensetzt, die aus dem Eigentum verschiedener Personen bestehen, wie das in unseren Gemeindebezirken in der Regel zu sein pflegt. Liegt aber in einer Gemeindejagd etwa eine zusammenhängende Grundfläche von min- oestens 75 Hektar (300 Morgen) desselben Eigentümers, so gründet sich darauf laut § 8 bes Reichs- jagdgesetzes der Anspruch auf einen Eigenjagbbezirk. Einen solchen Eigenjagdbezirk wird vermutlich oft ber Gemeindewald ober wenigstens ein Teil bavon bilben können. Wo also berartige Bezirke — bie nur ber Oemeinbe als solcher gehören, nicht auch noch irgenbwelchen anderen Grundeigentümern — mindestens 300 Morgen, aber nicht 1000 Morgen groß sind, endigt das Pachtverhältnis am 31. März nicht. Run gibt es aber noch einen anderen Weg, der wanderten sie auf die Kolbenmühle, die in den alten Urkunden als „Universitätsmühle" bezeichnet Zwischen Burkhardsfelden und Hattenrod entspringt ein kleines Bächlein, die Joffol- I e r. Es nimmt zuerst feinen Lauf nach Reiskirchen zu und wendet sich dann in einem Vogen nach Osten, um in der Gemarkung Harbach in den vom Grünberger Brunnental herkommenden Aefchers- bach zu münden. Dieses Bächlein bildete in seinem Laufe nach Osten bie Grenze zwischen bem alt- hessischen Gebiet unb ber Grafschaft Solms. An seiner Münbung liegt auf hessischem Boben bie Kolbenmühle, bie politisch zur Gemeinde Harbach, kirchlich zur Pfarrei Wirberg gehört. Sie besteht aus zwei Mühlen, bie um einen gemeinsamen Hof liegen. In ber vorderen Mühle wohnt bas alte Müllergeschlecht Bräuning, in besten Besitz bie Mühle schon seit Jahrhunberten ist. Die erste Nachricht über bie Familie Bräuning auf ber Kolbenmühle ist wohl ber Eintrag im Wirberyer Kirchenbuch, nach dem ein Johann Philipp Bräu- ning die Tochter Elisabethe des Müllers auf der Sommersmühle bei Queckborn Peter Cles heiratete. Johann Philipp Bräuning selbst war der Sohn des Johann Klos (Nikolaus) Bräuning aus Obern hausen bei Lonborf. Hier im ßumbatale sche.nt Stammsitz der Bräuning gewesen zu sein. Don hier Alle Fahrzeuge (außer Handwagen und Schlitten) müssen mit einer ausreichenden Bremse versehen sein. Gerade bei ländlichen Fuhrwerken findet man noch immer solche Fahrzeuge, die keine richtige Bremsvorrichtung besitzen. Alle Fahrzeuge, dazu gehören selbstverständlich nunmehr auch die Straßenbahnen, müssen mit einem Rückstrahler oder Schlußlicht versehen sein, und zwar muß die Anbringung zwischen linker Außenkante und Fahrzeugmitte erfolgt fein. Schubkarren unb Hanbschlitten, bie nicht breiter als 1 Meter sinb, finb bavon ausgenommen, ebenso Kinberwagen. Besonbers bie Rabfahrer, bie seither nur zur Nachtzeit bie Rückstrahler an ihren Fahrzeugen zu tragen hatten, müssen nunmehr immer einen Rückstrahler an ihren Fahrräbern besitzen. Nicht zuletzt bürfen roieberum bie lanbwirtschaftlichen Fuhrwerke nicht vergessen werben. Alle nicht luftbereiften Autos, mit Ausnahme ber Gleiskettenfahrzeuge usw., müssen ab 1. Jan. 1935 auf beiben Seiten ein freisrunbes weißes Schilb von 20 cm Durchmesser tragen, worauf bie Höchstgeschwinbigkeit eingezeichnet ist, mit ber bas Fahrzeug fahren darf. Bremslichter, sogenannte Stop- lichter, die meistens in roter Farbe gehalten waren, müssen nunmehr gelb-rot sein. geborenen Söhnen Mühlen in ber Umgebung. So finben wir ihre Namen auf ber „Lauterer Mühle", der heutigen Bingmühle. Ein anderer Sohn übernahm die „Streuches"mühle bei Wetterfeld. Vom größten Unternehmungsgeist aber zeugt eine Inschrift, hie auf einem Balken einer Mühle im Kap- land (Südafrika) eingeschnitzt ist. Sie lautet: Johann Balthasar Brüning aus Hessen-Darmstadt, Amt Grimberg (heute Grünberg), von der Kolbe-Mühle gebürtig. Diese Inschrift stammt aus dem Jahre 1792. Dieser Johann Balthasar Brüning (so wird früher öfter der Name geschrieben, auch Prünina kommt vor) war ber britte Sohn bes Caspar Bräuning unb dessen Ehefrau Anna Marie, geborene Fabel. Während bie beiden ersten Söhne auf der Kolbenmühle geboren sind, erblickte Johann Balthasar in Londorf das Licht der Welt. Die Mutter weilte wahrscheinlich gerade zu Besuch in ihrer alten Heimat. Caspar Bräuning ist ber Sohn bes zuerst genannten Johann Philipp Bräuning. Möge biefes alte Bauern- unb Müllergeschlecht weitere Jahrhunderte auf ber väterlichen Scholle wirken. kreis Friedberg. 0 Steinfurth, 31. Jan. Bei ber hiesigen Lokalschau bes Geflügelzuchtvereins konnten insgesamt 10 Ehrenpreise verteilt werben. Der Siegerpreis, eine vom Reichsverband für Kleintierzucht gestiftete Plakette, wurde Konrad Rosenbecker auf braune Leghorn zuaesprochen. Mit Ehrenpreisen ausgezeichnet wurden Die Zuchten von Karl G u t h e (schw. Italiener), K. Rosenbecker (braune Leghorn), Wilh. Bolp II. (weiße Leghorn, rote Leghorn unb rebhuhnfarbige Italiener), Jean Philippi (weiße Wyanbottes) unb Hch. Wal- t e r (Koburaer Lerchen). Allgemein bewundert wurden bie bis zu 28 Pfunb schweren Toulouser Gänse von Hch. Müller. Kreis Schotten. 4 Groß-Eichen, 30. Jan. Der Turnver- e i n hielt am Samstag seine biesjährige orbent- liche Generalversammlung bei Gustav Faust ab. Der Vereinsführer G. Faust I. erwähnte in seiner Begrüßungsansprache bas gewaltige Treuebekenntnis unserer Saarbrüber zum Reich unb forderte die Mitglieder auf, auch diesen Volksgenossen die Treue zu halten. Zum Zeichen der Verbundenheit wurde bas Saarlieb gesungen. Alsbann gebachte der Vereinsführer einer verstorbenen Turnerin, sowie des verstorbenen Reichspräsidenten, indem er die Mitglieder aufforderte, sich von ihren Plätzen zu erheben. Darauf erstattete der erste Turnwart Gg. Rahn den Turnbericht. Der Rechner Otto Fuchs verlas bann bie Rechnung, welche genehmigt wurde. Ferner wurde noch über verschiedene einer Hauptverkehrsstraße und einer Nebenstraße gemacht. Außerdem heißt es: „Kraftfahrzeuge und durch Maschinenkraft angetriebene S ch i e n e n f a h r z e u g e genießen gegenüber allen anderen Fahrzeugen Das unbedingte Vorfahrtsrecht." Bei dieser Gelegenheit wird auch auf eine erst jüngst ergangene Verfügung bes Hessischen Staatsministeriums hingewiesen, in ber gesagt wirb, baß bie Unfallstatistik einen nicht unwesentlichen Rückgang ber Unfälle an bewachten unb unbewachten Bahnübergängen ergibt. Dagegen haben bie Unfälle bei ben Straßenbahnen, insbefonbere innerhalb ber Stabtbezirke, zugenommen. In 1933 sinb nicht weniger als 83 Unfälle in Verbinbung mit ben Straßenbahnen ber fünf hessischen Stäbte zu verzeichnen. Sie sind größtenteils burch zu rasches Fahren ober burch Unaufmerksamkeit von Kraftfahrzeugführern unb. Rabfahrern verursacht. Es empfiehlt sich, auf biefe befonberen Gefahrpunkte unb auf bie einschlägigen Vorschriften hinzuweisen; bazu gehört mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ins- befonbere auch das absolute Vorfahrtsrecht der Straßenbahnen gegenüber Radfahrern. Den Radfahrern geben wir nochmals besondere Hinweise, denn gerade ihnen wird man in Zukunft mit strengeren Maßnahmen begegnen, als dies seither der Fall gewesen ist. Alle Radfahrer, die nachstehende Bestimmungen der Reichsstraßenverkehrsordnung nicht beachten. haben Strafanzeige zu erwarten: Gaues bekanntgegeben. Dem Kassierer wurde nach Erstattung der Rechnung Entlastung erteilt. Der Verein zählt gegenwärtig drei Ehrenmitglieder, 35 Sänger und 10 passive Mitglieder. Die Gesang- tunben würben immer gut besucht. Die Sänger Karl Deubel unb Otto Hahn hatten sämtliche Gesangsstunben bes Jahres 1934 besucht unb wurden dafür ausgezeichnet. Zum zweiten Vereinsführer wurde Wilhelm Kircher ernannt. Mie brei» achem „Sieg-Heil!" auf ben Führer mürbe bie Versammlung geschlossen. — Bei ber hiesigen Fleisch- und Wurst-Sammlung für bas Winterhilfswerk würben 45 Pfund Wurst, sowie 3 Pfund Speck unb Dörrfleisch ausge- vielfach begangen werben wirb unb eine Neuverpachtung zur Folge haben muß: ber Weg ber Kün- 1 bigung. Es steht zu erwarten, baß eine große Zahl von Jagden gekündigt werden, und zwar vor allem durch Pächter. Der Verpächter wird, wenn sein , Pächter kein „fauler Kopp" ist, nicht leicht daran denken. Um zu verhindern, daß damit auf einmal ein lieberangebot erfolgt unb bie Pachtpreise noch mehr sinken, als sie ohnehin schon sinken müssen, ist bas Künbigungsrecht gestaffelt. Alle vor bem 1. Februar 1932 gepachteten Jagben könnten von beiben Seiten bis 31. Januar 1935 getünbigt werden. Der Pachtvertrag läuft bann am 31. März 1935 ab. Das Ziel ber Künbigung wirb sein, ent- roeber bas Revier überhaupt aufzugeben ober aber es zu günstigeren Bebingungen roieber au pachten. Es finb teils Pächter, teils auch Gemeinden an bie Gegenseite herangetreten mit bem Vorschlag, sich gütlich zu einigen unb bas Pachtverhältnis bestehen zu lassen. Dieser Weg oerbient vor allem für ben Verpächter alle Beachtung. Alle nach bem 31. Januar 1935 gepachteten Jagben können als zweite Künbigungsstaffel bis zum 31. Januar 1936 mit Wirkung vom 31. März 1936 getünbigt werben. Daß 'biefes Künbigungsrecht eingeräumt würbe, entspricht ber Billigkeit. Denn abgesehen bavon, baß heute noch Reviere laufen, bie bei Wildpreisen gepachtet wurden, die 100 unb mehr Prozent höher lagen als jetzt, werben heute an den Pächter einer Jagd ganz andere Anforderungen gestellt als früher. Fassen wir nur kurz zusammen: 1. Zwangsmit- gliebschaft in der deutschen Jägerschaft; 2. Aktive jährliche Teilnahme an bestimmten Schießen auf Schiehständen mit Jagdwaffen (Büchse, Flinte, Pistole); 3. Zwangsjagdhaftpflichtversicherung; 4. Zwang zur Haltung eines Gebrauchshundes (nicht „Scherenschleifers") bei bestimmter Reviergröße; 5. Zwang zum Halten einer Jagdzeitung; 6. Verpflichtung zur Winterfütterung; 7. Mögliche Verpflichtung zur Einstellung eines Berufsjägers bei Reviergröße von über 1000 Hektar; 8. Verbot des Abschusses von Schalenwild mit Schrot, Verbot des Tellereisens; 9. Wildschadenersatz — lauter Dinge, die im Interesse der Jagd unbedingt zu begrüßen sind, die aber unter Umständen doch eine finanzielle Belastung bedeuten können, ber ber Pächter nicht gewachsen ist. Hinzu kommt bann vor allem bie Festsetzung bes Abschusses an Schalenwilb, bie benen das ganze Konzept verhagelte, bie Felbjagben pachteten, um bas austretende Wild des Waldnachbarn nach Herzenslust zu zehnten. Die Zeit der Raubjagden ist vorbei, die Einnahme aus diesem Teil des Iagderlöses kann nicht mehr fast beliebig gesteigert werden. Wenn auch der Abschuß von Niederwild frei ist, so droht dem, der nicht eher ruht, als bis er ben letzten Hasen im Rucksack unb bas letzte Huhn am Galgen hat, die Gefahr, daß ihm im Folgejahr der Kreisjägerineister den Abschuß ganz oder teilweise sperrt. Alles dieses bedeutet, daß sich die gesamten Verhältnisse gegenüber der Lage beim Vertragsabschluß so grundlegend geändert haben, daß man dem Pächter nicht zumuten kann, unter ihnen an den Pachtvertrag weiterhin gebunden zu fein. Mancher wird unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr pachten, mancher nur bann, wenn ber Pachtzins wesentlich niebriger wirb. Denn er muß ja bei ber Benennung seines Pachtzinses immer daran denken, daß noch 20 v. H. Jagdpachtstempel dazukommen. Das finb Die Folgerungen, bie sich für den einzelnen aus bem Reichsjagbgesetz ergeben, bie aber in Einzelheiten noch näher festgelegt werben müssen. Die Zahl ber Pächter wirb oaburch unter llmftänben auch gringer, weil erst bann jemanb eine Jagd pachten barf, wenn er einen gültigen Jagb- fchein besitzt unb schon 3 Jahre lang einen Jahres- jagbschein besessen hat. Alle biefe Dinge wirb ber Pachtluftige sich vor Augen halten müssen, wenn er nicht ins Blinbe hinein pachten will. Daraus rokh auch hie Künbigungsmöglichkeit verstänblich. Was geschieht nun mit den Revieren, die zu klein sind und deswegen am 31. März ablaufen? Sie müssen benachbarten Jagdbezirken zugeschlagen werden, und zwar nach rein jagdlichen Gesichtspunkten durch Entscheidung des Kreisjägermeisters. Es kann dabei ein solch kleines Revier unter Umständen in mehrere Reviere zerrissen werden, die nicht mehr selbständig finb. Die Angrenzer, benen das Revier- stück zugeteilt wird, müssen es übernehmen, ob sie wollen ober nicht. Auch daburch kann sich unter llmftänben die finanzielle Beanspruchung wesentlich verändern. Es sagt aber weiter das Reichsjagdgesetz im § 6, daß Jagdbezirke „adzurunden" sind, um sie mit den Erfordernissen der Jagdpflege in Einklang zu bringen. Was heißt das in ber Praxis? Der Bürgermeister, ber im März 1935 ein Revier zu verpachten hat, weiß heute noch nicht, ob er seine seitherige Gemeinbejagb weiterverpachtet, ober ob von dieser Teile durch den Kreisjägermeister abgeschnitten unb einem Nachbarrevier zugeteilt werben, ober umgekehrt. Ebenso kann ein Jagbpächter, ber fein Revier so wieder pachten möchte, wie er es eben hat, nicht wissen, ob es nicht da und dort andere Grenzen bekommt. Alle diese Fragen finb noch nicht gesetzlich geklärt, geschweige benn im Einzelfall vorbereitet. Denn bie zu ihrer Lösung eingesetzten Jagbbehörben finb für Hessen noch nicht ernannt. Die zukünftigen Kreisjägermeister erwartet hier eine Arbeitslast unb eine Verantwortung, um die sie kein verständiger Schulkindern 9,50 Mark gesammelt. ll. Merlau, 29. Jan. Die Statistik des Kirchspiels Merlau (Merlau, Kirschgarten, Flensungen, Ilsdorf, Stockhausen) weist folgende Zahlen auf: Insgesamt wurden in Merlau 71 Gottesdienste abgehalten. Das Abendmahl erhielten 780 Personen, Katechismuslehren wurden 10 abgehalten. Im Gesamtkirchspiel wurden 19 Kinder getauft (in Merlau 7, in Flensungen 8, in Stockhausen und in Ilsdorf je 2). 9 Paare wurden kirchlich getraut, unb zwar in Merlau 3, in Flensungen 5 unb in Jlsborf 1. 18 ©emeinbemitglieber würben zu Grabe getragen (Merlau 4, Flensungen 4, Stockhausen 5, Jlsborf 3 unb Kirschgarten 2). An Gelbspenben gingen 500 Mark ein. Eine Sonbersammlung für bie Innere Mission erbrachte 74 Mark. Nieder-Gemünben, 29. Januar. Die NSDAP, hatte zu einem Schulungsabend in bie Wirtschaft Becker eingelaben. Schulungsleiter Pg. Schmoll (Elpenrob) sprach über das Programm der NSDAP. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Die Versammlung wurde bann in ber üblichen Weise geschlossen. — Der Gesangverein „Eintracht" hielt biefer Tage feine Generalversammlung ab. Vereinswalter Schlosser gab einen Ueberblid über bas abgelaufene Geschäftsjahr. Der Kassenstanb würbe als gut bezeichnet. — Auch ber Schützen- unb Sportverein hielt seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer D11 e r b e i n erstattete ben Jahresbericht, bem zu entnehmen war, baß bie Schützenabteilunb sich mit bestem Erfolg bei bem Hassia-Bezirksschießen beteiligte. Schützenbruber Otto Siebter konnte als Bezirksmeister aus ben Wettkämpfen hervorgehen unb erhielt die Bezirksplakette. Der Verein hielt zwei Preisschießen ab. Der Kassenbericht wurde gutgeheißen und bem Kassierer Entlastung erteilt. Die Anregung aus ber Versammlung, ben Betrag von 15 Mark als Beitrag für ben Rückkauf ber Saargruben zu fpenben, würbe gutgeheißen. Nachbem noch verschiebene Vereinsangelegenheiten erledigt waren, man ferner bestimmt hatte, baß auch im Jahre 1935 zwei Preisschießen abgehalten werben sollen, würbe die Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf ben Führer geschlossen. * Groß-Felda, 31. Jan. Der hiesige Schneidermeister Karl Wilhelm 23 ö l f in g mußte mit Schrotschußverletzung im linken 11 n• terschenkel in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. —.— Homberg, 30. Jan. Der vergangene Sonntag abend vereinigte die aus dem Saarland stammenden Arbeitsdienstmänner mit Kameraden der Partei, der SA., des NSKK. und ber HI. zu einem anregenben Abenb im „Frankfurter Hof". Einige Saarlänber hatten die Absicht, ihre Erlebnisse'von ber Abstimmung zu erzählen. Nach einem flotten Marsch ber SA.-Kapelle begrüßte Ortsgruppenleiter Damm die Teilnehmer und sprach kurz über bie Bebeutung der Saar-Abstimmung. Unter« felbmeifter Schmidt begrüßte bie Dberfelbmeifter Nöthing unb Schweinecke von ber Gruppe Alsfelb. Nach bem Gebichtvortrag eines Arbeitsmannes schilberte ber bem hiesigen Lager ange- hörenbe Arbeitsmann ß e ff e l, ber aus bem Saargebiet stammt, seine Erlebnisse bei ber Abstimmung. Auch zwei weitere saarlänbische Arbeitsmänner gaben ihre starken Einbrücke wieder. Nach einigen gemeinsam gelungenen Liebern, einem Sprechchor und bem Treuegelöbnis zum Führer beschlossen bas Deutschlanblieb unb bas Horst-Wessel-Lieb ben Abenb. ss. Grebenau, 29. Jan. In der hiesigen Kirche hielt dieser Tage Pfarrer Wahl einen Vortrag über die Zellen st rafan st alt Butzbach unb Lanbeszuchthaus Rockenberg. Mit bem Lied „Ach bleib’ mit beiner ©nabe" schloß ber interessante Vortragsabenb. — In ber Gastwirtschaft Reibt fanb eine Versammlung ber hiesigen Ortsgruppe ber Deutschen Arbeitsfront statt. Der Saal war bis auf ben letzten Platz besetzt. Ortsgruppenamtsleiter Röhrig leitete bie Versammlung. Pa. Kreiswalter Hartmann (Alsfeld) zeigte bann Den gesamten Ausbau ber Deutschen Arbeitsfront. Als Hauptthema behanbelte er noch die Judenfrage. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß die Versammlung. Kreis Lauterbach. f\ Lauterbach, 29. Jan. Am Montag fand hier im Gasthaus „Deutsches Haus" die Generalversammlung des Kreisrinderzuchtvereins Lauterbach statt. Der Vorsitzende, Direktor Schönheit von der Bäuerlichen Werkschule und Beratungsstelle, begrüßte die Versammlung. Nach Erstattung des Geschäftsberichts unb ber Rechnungsablage gab Oberlanbwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) in Ergänzung bes Geschäftsberichtes die Maßnahmen bekannt, bie von Seiten bes Tierzuchtamtes Gießen zur Förberung ber Fleckviehzucht im Kreise Lauterbach im vergangenen Jahre burchaeführt würben. Weiter berichtete Ober- landwirtschastsrat Dr. Wagner über bie Ergeb- nisse ber Milchleistungsprüfungen unb mußte habet bie Mitteilung machen, baß bie Leistungen Hinsicht- lief) der Milch- sowie der Fettmenge zurückgegangen war, was wohl in der Hauptsache auf die kärgliche Ernährung zurückzuführen ist. Dann gab der Redner einen Ueberbücf über die künftige Organisation der Rindviehzucht innerhalb des Reichsnährstandes und iuf. Verpächter sind die Besitzer der einzelnen' und den der hessischen Verordnung Grundstücke, die zu einer Jagdgenossenschaft zusam- 1935 bei allen Beteiligten noch ein mengeschlossen sind. An ihrer Spitze steht der Bürgermeister. Das Pachtgeld fließt nicht mehr in bie Gemeinbekasse, sondern der Grundbesitzer erhält davon den Anteil, der ber Größe seines Besitzes ent= von hier darzustellen. Es mögen mit der Durchführung manche llnam ____________ .. , , . nehmlichkeiten verbunden sein, manche Bestimmung maßgebenden Stellen in Verbindung zu treten mag als Härte empfunden werden, besonders von zwecks Errichtung einer Bade- und Schwimmanstalt, denen, die seither so ganz andere Wege gingen, als : Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland sie das Reichsjagdgesetz einschlägt. Trotzdem wird , und dem Gesang ber beiben ersten Strophen bes Derjenige, ber sich einmal wirklich in bas ganze ~ "" v ^a.. Gesetzeswerk vertieft, nur mit Freuden feststellen können, baß hier wirklich ber Wille herrscht, dem deutschen Volke und dem deutschen Waidwerk zu dienen. Die Ergebnisse werden in wenigen Jahren auch den Zweifler unb Nörgler überzeugen. Für eigennützige Jagdschinber ist das Gesetz allerdings das Todesurteil. Hubertus. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Seit bem 1. Oktober 1934 ist die n e u e R e i ch s - traßenverkehrsordnung in Kraft getreten. Um eine Übergangszeit zu schaffen, waren einzelne Bestimmungen noch nicht in Kraft getreten. Seif dem 1. Januar 1935 ist nunmehr die Reichsstraßenverkehrsordnung in vollem Umfang in Kraft getreten. Aus diesem Anlaß bestehen hinreichende Gründe, an dieser Stelle auf die besonders wichtigen neuen Bestimmungen hinzuweisen, denen alle Fahrzeuge, einschließlich Fuhrwerke und Radfahrer, unterworfen SJL-^poit ED. Füssen einen kampflosen Sieg überließ. Für die Zwischenrunde qualifizierten sich: Berliner Schlittschuhklub, Berliner Eislaufklub, Brandenburg Berlin (Titelverteidiger), Rastenburger SV., SC. Riessersee, EB. Füssen. Diese Mannschaften spielen in zwei Gruppen die Zwischenrunde durch, die Sieger der beiden Gruppen tragen am Sonntag das Endspiel aus und die in der Vorrunde unterlegenen Vereine stehen sich in der Trostrunde gegenüber. Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Dezirksklafse. Tv. Roth — Kurhessen Marburg. Die in dieser Klasse relativ am besten liegenden Marburger müssen schon zu einem Siege kommen, um für die Meisterschaft die noch fehlenden Pluspunkte zu sammeln. Die Mannschaft sollte auch trotz des fremden Platzes zu einem sicheren Sieg ausholen können, zumal das Können in jeder Beziehung vorhanden ist. _ .. Mtv. Gießen — Tuspo. Marburg. Beide Mannschaften dürften sich so ziemlich die Waage halten. Auf Grund des eignen Platzes könnte man den Gießener Männerturnern sogar eine Gewinnchance einräumen. Das Spiel hat auf den Tabellenstand keinen Einfluß und bringt auch die Marburger Mannschaft, falls sie zu einem Sieg kommen sollte, nicht vom Ende der Tabelle weg. Kreisklasse I. Tv. Dornholzhausen — Spv. 05 Wetzlar. Das Spiel wurde seinerzeit verlegt und erfährt am kommenden Sonntag seine Austragung. Die letzten Ergebnisse lassen einen klaren Sieg für die Platzmannschaft im voraus erkennen, es müßte denn sein, daß sich Wetzlar zu einer ganz außergewöhnlichen Leistung aufrafft. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Atzbach. Für Atzbach steht in diesem Spiel die Erringung des 2. Tabellenplatzes im Vordergrund. Die Mannschaft liegt zur Zeit auf dem 3. Platz und kann durch einen Sieg die Mannschaft des Tv. Hörnsheim, die zur Zeit die 2. Stelle innehat, auf den 3. Platz verdrängen. Das Spiel wird zu einem harten Strauß werden, zu- mal sich beide Mannschaften nicht viel nachgeben und zu kämpfen verstehen. Kreisklasse II. Tv. Staufenb erg — Tv. Dorlar. Der Ta- bellenführer, der am Sonntag seinen ersten Punkt abgeben mußte, weilt am Sonntag beim Letzten der Tabelle, der Mannschaft des Tv. Staufenberg. Die Mannschaft steht sicher wieder vor einem weiteren hohen Sieg und beschließt mit diesem Kampf die Derbandsspielsevie. Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im Dienste des WHW. Der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im RSLB., Bezirk 2, Gießen, bringt am morgigen Samstag, 2. Februar, 'M Cafä Leib eine große Veranstaltung, die im Lenste des Winterhilfswerkes und gleichzeitig auch rm Dienste der Wertung für die Leibesubung stehen, soll. Die Veranstaltung wird, entsprechend einer Anregung des Reichssportführers von Tschammer und Lsten, durchgeführt. Der Abend wird die Vorführung von Leibesübungen aller Art in Schule und Vollendung bringen. Ferner zeigen heimische Gymnastiklehrerinnen und Tänzerinnen (Erna S ch u - mann, Maja von Rabenau, Hilde Planck und Elli Pletz) Solotänze, sowie Gruppen- und Volkstänze. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht. Gaufachamtstagung in Marburg. Am morgigen Samstag findet in Marburg eine Sitzung des Gaufachamtsleiters für Leichtathletik statt, in der die Richtlinien für die Arbeiten im Jahre 1935 feftgelegt werden. Die Führer und Leichtathletik-Obleute der Vereine der Kreise Marburg und Gießen sind zu der Tagung eingeladen. Christel Cranz - deutsche Skimeisterin Bei den Deutschen Skimeisterschaften in Garmisch- Partenkirchen stand am Donnerstag der S l a l o m - lauf der Frauen auf dem Programm. Auf einer 300 Meter langen Strecke waren 25 Tore gesteckt, die keine allzu großen Schwierigkeiten boten. Die Freiburgerin Christel Cranz, die am Mith woch schon die Abfahrt gewonnen hatte, war auch in diesem Wettbewerb allen Konkurrentinnen überlegen. Sie gewann den Slalomlauf in 1:43,3 (50,9 + 52,4) vor Hadi Pfeiffer-Lantschner in 1:48,1 (53,9 + 54,2) und der Engländerin Pinching in 1:59,7 (62,1 + 57,6). Auch in der Kombination ging damit die Freiburgerin als Siegerin durchs Ziel. Mit der Note 100 holte sich Christel Cranz den Gesamtsieg und damit die deutsche Meisterschaft. Ihre Landsmännin Lotte Bader wurde mit Note 93,11 Zweite von Hadi Pfeiffer-Lantschner mit Note 91,67. Oie deutsche Eishockey-Meisterfchast. Die Spiele um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft begannen am Mittwoch in Garmisch-Partenkirchen. Von den sechs Spielen der Vorrunde kamen fünf zum Austrag, da Beuthen 09 nicht antrat und dem Tv. Lollar — Tv. Lkrvnsbach. Die Gäste stehen in Lollar einem alten Rivalen gegenüber, mit dem sie schon manch schönes und wohl auch hartes Spiel geliefert hoben. Lollar ist zu Haufe recht stark und wird die ganze Kampfkraft der Gästemannschaft in Bewegung bringen, um diesen den Sieg so schwer wie möglich zu machen. Das Spiel dürfte einen knappen Ausgang für die Gäste zeitigen. kreisklaffe III. T v. Münchholzhausen II — T v. Lütz e i» linden II. Das letzte Spiel in dieser Klasse sollte zu einem knappen Sieg der Gäste werden. 75$Zahrfeier der Deutscher Turnerfchast Am 15. Januar 1860 erließen die beiden schwä. bischen Turner C. Kallenberg und DH. Georgii ihren „Ruf zur Sammlung", der nicht nur das erste deutsche Turnfest in Koburg vom 16. bis 19. Juni 1860 zur Folge hatte, sondern auch der Beginn des Zusammenschlusses aller Turner in Oesterreich und im Reiche in der Deutschen Turner- schäft war. Obwohl der „Ruf zur Sammlung" erst in Folge 5 der bereits bestehenden „Deutschen Turnzeitung" (März 1860) veröffentlicht wurde, kamen in Koburg doch über 1000 Turner aus allen deutschen Gauen zusammen. Der Tag von Koburg führte zur Bildung eines vierköpfigen Ausschusses: Kallenberg, Georgii, Angerstein und Gotz, dem es ob^ag, Satzungen vorzubereiten, um die rund 30 000 deutschen Turner zu einigen. Dies konnte endlich auf dem Turntage zu Weimar im Jahre 1868 geschehen. Es ist bezeichnend für den gesunden Sinn der Turner, daß der „Ruf zur Sammlung" von poli - tischen Grundgedanken ausging. Was dis beiden Schwaben begonnen, das setzt nun der nationalsozialistische Staat fort. Darum schließt sich um die Vereine der einigende Reichsbund für Leibesübungen. Zur 75 - Jahr. Feier der DT. werden Deutschlands Turner und Turnerinnen in diesem Jahre in Koburg aufmarschieren, in der Stadt also, wo die Wiege des Verbandes der DT. gestanden hat. An den Pfingsttagen wird die Erin« nerungsfeier durchgeführt werden. Eine Sitzung, die dieser Tage in der Feststadt stattfand, hat die Festfolge für die 75-Jahr-Feier im wesentlichen fest- gelegt. Das Fest beginnt am Pfingstsamstag vor. mittags mit einer Feierstunde in der Reithalle. Nachmittags findet im Kongreßsaal der Feste Ko. bürg der Deutsche Turntag statt. Am Abend wird sich die Turnerjugend, die auf der Branden- steinsebene zeltet, im Burghof der Feste zu einer Feier zusammenfinden. Der 1. Pfingstfeiertag bringt die Wettkämpfe, die in Angleichung an die Wettkämpfe im Jahre 1860 nur aus volkstümlichen Hebungen bestehen. Dem Wetturnen schließt sich cm Feldgottesdienst an. Am Nachmittag folgt ein fest, licher Aufmarsch zum Markt zu der großen Erin, nerungsfeierlichkeit. betonte dabei, daß bei dieser Neuorganisation die zur Zeit bestehenden Kreisvereine in den Fleckvieh- zuchtoerein Oberhessen überführt werden müssen. Der Vorsitzende stellte daraufhin den Antrag, mit dem Gesamtvermögen des Vereins zu dem Fleck- Viehzuchtverein Oberhessen überzutreten, der von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Nachdem noch verschiedene Fragen aus der Versammlung heraus an den Vorsitzenden bzw. an Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner gerichtet und von ihnen beantwortet waren, schloß der Vorsitzende dre Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil, aus den Führer Adolf Hitler. — Nachmittags tagte in den gleichen Räumen die Generalversammlung des Kreisziegenz u ch tvereins Lauterbach Preußen. Kreis Dehlar. < Dornholzhausen, 31. Jan. Bei der Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Kiefernscheit 12 bis 14 Mk., Kiefernknüppel 8 bis 10, Eichenscheit 12 bis 15, Eichenknüppel 8 bis 12 je zwei Raummeter, Eichenwellen 6 bis 8 je 50 Stück, Birkenknüppel 14 bis 17, Aspenknüppel 8 bis 10 je zwei Raummeter, gemischte Wellen 8 bis 11 je 50 Stück, Fichtenstangen 1. Kl. 1,20, 2. Kl. 0,80, 3. Kl. 0,40, 4. bis 7. Kl. 0,04 bis 0,10 je Stück, Lärchenknüppel 8 bis 11, Buchenscheit 20 bis 27, Buchenknüppel 18 bis 22 je Zwei Raummeter, Buchenwellen 10 bis 17 Mark je 50 Stuck. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 31.Jan. Das hiesige Jung- v q l k hatte zu einer Werbekundgebung in das Hotel Blankenstein eingeladen. Der Abend brachte eine abwechslungsreiche, ernste und heitere Vortragsfolge, die völlig selbständig von der Jugend bestritten wurde. Sprechchöre und eine Ansprache des Stammführers Naumann (Erdhaufen) leiteten den Abend ein. Im Anschluß daran gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das den Weg eines jungen Menschen zur Gemeinschaft veranschaulichte. Eine lustige Szene und ein ernstes Hörspiel beschlossen den ersten Teil des Abends. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung gelangten noch verschiedene humorvolle Darbietungen zur Aufführung Jungbannsührer Andre (Dillenburg) hielt noch eine kurze Ansprache. Mit dem Schlußwort des Stammführers N a u m a n n und mit dem Liede „Vorwärts, vorwärts", endete der Abend. § Bischoffen, 31. Januar. In einer von der Ortsbehörde einberufenen Versammlung wurde die Neuformierung der Pflichtfeuerwehr vorgenommen. Die Jahrgänge von 18 bis 60 Jahren wurden, soweit sie nicht schon verpflichtet sind, in die Pflichtfeuerwehr eingegliedert. Die hiesige Gemeinde stellt außer der Freiwilligen Feuerwehr noch eine Mannschaft von 30 Feuerwehrmännern in Uniform. Die Ausbildung liegt in Händen des Ortsfeuerwehrführers Wilhelm Rink. unbesorgt 602 D Gießen, Düsseldorf, Königstein L T., den 1. Februar 1935. Die Beisetzung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. 0406 Wieseck, den 30. Januar 1935. Georg Jung im Alter von 53 Jahren Gießen (Dammstr. 48), Rödelheim, Frankfurt a. M., den 1. Februar 1935 Altemgeführte, gutgehende 040! Heuchelheim, Niederscheiden. Alsfeld, den 30. Januar 1935. 589 D Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der 0401 KlnmnnToinon 6rundPrels von 5 für dl® Brühl’schen Druckerei ftWIlldlUBiycil Millimeterzeile veröffentlicht! muniHiiiHtiuiwniHiuiiiiimmiiiiiiuuiiiiiiiiin Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 Mündlich können Sieesnurwenigee sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allee Heute nachmittag verschied sanft, nach kurzem Leiden, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Anna Großmann, geb. Cullmann Friedrich Ludwig Cullmann Sybille Cullmann, geb. Freiin von Schwartzenberg u. Hohenlansberg Otto Großmann, Oberfeldmeister Elly Großmann, geb. Schmidt Helmut Großmann, Landwirt Hedda Holsen Ingeborg und Alexander Cullmann Plötzlich und unerwartet verschied am 30. Januar mein innigstge- liebter, unvergeßlicher Mann, mein guter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Am 28. Januar verschied nach kurzem Leiden unser lieber Vater und Großvater Die Beerdigung findet Samstag, 2. Februar, nachmittags S Uhr statt ____________________________________________________683 D Zweas»ekompmngo« Schwarzarbeit können Arbeits-Aage- bete von Handwerken» nor mit Namensnennung u. unter Vorlage desS.werbenachwei es an genommen werde«. Verlag beSStebeverAnzeigers Die Beerdigung findet Montag, den 4. Februar, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt In tiefem Schmerz: Käthe Jung und Tochter Elfriede Die Beerdigung findet Samstagnachmittag %4 Uhr von Wilhelm- straße 1% aus statt — Von Kranzspenden bitten wir im Sinne der Verstorbenen abzusehen. Gießen, den 31. Januar 1935. Die Beerdigung findet Montag, 4. Febr, 13% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir freundlichst abzusehen. mit Kandis, Bienenhonig, Olbas gegen Anfälligkeit nützt eooD ÄrhausN fließen mderffläusbnrc | Einspaltige | werden zum ermäßigten Frau Eva Graeber Wwe, geb. Appel Statt besonderer Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meine liebe Frau und treue Lebensgefährtin, unsere gute, treu besorgte Muttter Frau Marie Hainebach, geb. Pabst heute früh nach langem, schwerem Leiden zu sich In den Himmel zu nehmen. Ludwig Hainebach, Pfarrer L R. Elisabeth Hainebach. Gebrauchte Schreibmaschinen ond Leihmaschinen sr 425a Niederhausen & Co. Bahnhofstr. geg. 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Keller Familie Heinrich Ihm. £d 1. Zebruar 1935 Erscheint Dienstag und Freitag. Hur durch die Post zu beziehen. Ilr. 5 V« ”®e=- geschlagen werden. B L -r o := -2 (fi •ö (Sieben Druck der Brubl'schen Universitäts-Duch- und Steindruckerei. R Lange. -O c E 5(9 Q «A e E2 §Q*®gS.S o xr &u'g' ö? <22 B «S e ö g B g GP>B(£) • B 'S-* o = 0,40 „ = 0,60 „ Ib 39293 vom 9. November 1934, das vorliegende Ausschreiben auf- 3 o> e 20—29,99 „ 30—39,99 „ 4 s 5> <£) x» s 5 £ *3 Das Ausschreiben zu betreffend Steuerzinsen, gehoben. Zu Nr. St. M. Ib 16880 Betr.. wie oben. ei © «.«> cS- 22-°^ §©5 5? e cn Inhaltsübersicht: Säumniszuschläge und Steuerzinsen. — Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung der Gemarkung Bersrod. — Sammlung des Reichsverbandes zur Unterstützung Deutscher Veteranen e. 33., Berlin. — Dienstnachrichten. an bei den Steuern der Gemeinden und Gemeindeoerbände keine Stundungs- oder Verzugszinsen mehr erhoben werden. Ebenso haben vom gleichen Zeitpunkte an die Gemeinden und Gemeindeverbände auch keine Erstattungszinsen mehr zu gewähren. e Wir empfehlen, sich hiernach zu bemessen. Die Kreisämter werden ersucht, die Bürgermeistereien und insbesondere die Gemeinderechner umgehend hiernach zu verständigen und sie anzuweisen, sich mit den Bestimmungen des Steuersäumnisgesetzes und dem Inhalt dieses Ausschreibens eingehend vertraut zu machen. Die Bürgermeistereien der Städte sind von uns auch unmittelbar verständigt. Nr. St. M. wird durch III. Betr.: Säumniszuschläge und Steuerzinsen. An die Bürgermeistereien und Gemeindekassen des Kreises (ausschließlich Gießen). Das abschriftlich nachstehende Ministerialausschreiben zu dem Steuersäumnisgesetz vom 24. Dezember 1934 teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme und Beachtung durch die Gemeinderechner mit. Wir weisen dabei auf folgendes hin: 1. Es ist nicht in das Belieben der Gemeinderechner gestellt, ob sie die Säumniszuschläge erheben wollen oder nicht, sondern sie sind zu deren Erhebung gesetzlich verpflichtet. Die Beachtung des Gesetzes wird von uns überwacht. 2. Nach § 3 Abs. 2 des Gesetzes ist für die Berechnung des Zuschlags der rückständige Steuerbetrag auf volle 10 RM. nach unten abzurunden. Ein Zuschlag ist daher nur zu erheben, wenn die Steuerbeträge über 10 RM. betragen. Sonach beträgt der Zuschlag: bei Steuerbeträgen von über 10—19,90 RM. = 0,20 RM. Bekanntmachung. Betr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 4, 5, 7 und 8 der Gemarkung Bersrod. Das mit den Bevollmächtigten beratene Genossenschaftsstatut liegt vom 4. bis 17. Februar d. I. einschließlich auf der Bürgermeisterei Bersrod während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche sind von den Beteiligten während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei Bersrod einzureichen. Gießen, den 23. Januar 1935. Hessisches Kreisamt Gießen: I. 33.: Grein. • JE ° ß'7 Dienstnachrichten des Kreisamts. Die Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) gibt bekannt: 1. Dem Münsterbauverein in Freiburg i. Br. ist die Erlaubnis erteilt worden, 3000 Doppellose zu je 1 RM. oder 6000 Lose zu je 0,50 Reichsmark der 10. Geldlotterie zu Gunsten des Freiburger Münsters in der Zeit vom 8. Januar bis 2. März 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. 2. Dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz in Dresden ist die Erlaubnis erteilt worden, 2000 Lose zu je 1 RM. der 19. Zwingerlotterie in der Zeit vom 18. Januar bis 8. März 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. Der Tierarzt Wilhelm Wenzel bei dem Städtischen Schlachthof in Gießen wurde als Fleischbeschauer für die Stadt Gießen verpflichtet. usw. 3. Da die Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuern als drei verschiedene Steuerarten gelten, dürfen sie bei Berechnung der zu erhebenden Säumniszuschläge nicht zusammengerechnet, sondern es muß bezüglich jeder Steuerart der Zuschlag erhoben werden, sofern der Steuerbetrag über 10 RM. beträgt. Gießen, den 25. Januar 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. Bekanntmachung. Betr.. Sammlung des Reichsverbandes zur Unterstützung Deutscher Veteranen e. 33. Berlin. Der Herr Reichs- und Preußische Minister des Innern hat mit Verfügung vom 7. Januar 1935 dem Reichsverband zur Unterstützung Deutscher Veteranen e. 33. Berlin W. 9, Voßstraße 151, folgende Sammlungsgenehmigung erteilt: „Auf Grund des § 5 des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 — RGBl. I S. 1086 — und des § 1 der Durchführungsverordnung §u diesem Gesetz vom 14. Dezember 1934 — RGBl. I S. 1250 — erteile ich hiermit dem Reichsverband zur Unterstützung Deutscher Veteranen e. 33. unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung, den Bildkalender 1935 „Unser Hindenburg" zum Verkaufspreis von 1,80 RM. innerhalb des ganzen Reichsgebietes bis zum 1. April 1935 zu vertreiben. 50 v. H. des Verkaufspreises sind dem Unterstützungsfonds des Reichsverbandes zuzuführen. Gießen, den 28. Januar 1935. Kreisamt Gießen. I. 33.: Grein. As*- c;o.Z e a ara c a-c - — — — *£>'•C'.G'ZD»CB BHS’S cjw BtitJ)§ es® E®”5 l. Durch das Steuersäumnisgesetz vom 24. Dezember 1934 (RGBl. I S. 1271) ist mit Wirkung vom 1. Januar 1935 für die verspätete Entrichtung einer Steuerzahlung ein Säumniszuschlag eingeführt worden, (§§ 1 bis 8 des Gesetzes). Das Gesetz, das auch auf die Steuern des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände Anwendung findet, wird Ihrer besonderen Beachtung empfohlen. Der Säumniszuschlag beträgt 2 v. H. des rückständigen Steuerbetrags. Er ist mit dem Ablauf des Fälligkeitstages verwirkt. Auf Grund des § 7 Abf. 2 des Steuersäumnisgesetzes wird hinsichtlich des Säumniszuschlags für die Steuern der Gemeinden und Gemeindeverbände folgendes angeordnet: Der Säumniszuschlag ist grundsätzlich in jedem Falle einer Ueber- schreitung der Zahlungsfrist zu erheben. Jedoch werden die Hebestellen ermächtigt, bei geringfügigen Fristüberschreitungen von der Einziehung des Zuschlags abzusehen. Eine Ueberschreitung der Frist bis zu fünf Werktagen ist jedenfalls als geringfügig im Sinne dieser Bestimmung anzusehen. In solchem Falle ist von der Erhebung des Säumniszuschlags stets abzusehen, wenn nicht besondere Gründe für die Einziehung sprechen. Wenn z. 33. Steuerpflichtige die Ueberschreitung des Fälligkeitszeit- punktes um einige Tage zur Regel werden lassen sollten, wird durch Anforderung des Zuschlags auf die Einhaltung der ordentlichen Zahlungszeitpunkte hinzuwirken fein. Der Zuschlag muß dann aber bei oder sofort nach Eingang der Zahlung angefordert werden: spätere Nachforderungen sind zu vermeiden. Die Mahnung des Schuldners bleibt ohne Rücksicht auf die für den Säumniszuschlag getroffene Regelung sofort nach Ablauf des Fälligkeitstages zulässig. Der Zuschlag ist ohne Rücksicht darauf verwirkt, ob den Steuerpflichtigen an der Verzögerung der Zahlung ein Verschulden trifft oder nld3ßirb der Steuerbetrag, zu dem der Säumniszuschlag zu erheben ist, nachträglich ganz oder teilweise erlassen oder niedergeschlagen, oder kommt er aus anderen Gründen (z. 33. durch Rechtsmittelentscheidung) ganz oder teilweise in Wegfall, so fällt insoweit auch der Säumniszuschlag weg. Das Gleiche gilt, wenn der Steuerbetrug nachträglich gestundet wird. Im Sinne der Vorschrift über die Abrundung (§ 3 Abs. 2 des Gesetzes) gelten die Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuer als drei verschiedene Steuerarten. Geregelt ist in dem Steuersäumnisgesetz auch die Frage der Steuerzinsen (§§ 9 bis 12 des Gesetzes). Hiernach dürfen vom 1. Januar 1935 ’S E B .B- ° CO *6 § Durch § 9 Abs. 2 des Gesetzes find auch die Verzugszinsen und Verzugszuschläge, die aus die Zeit vor dem 1. Januar 1934 entfallen, gestrichen worden. Rückständige Stundungszinsen find auch dann zu erheben, wenn sie auf die Zeit vor dem 1. Januar 1934 entfallen, es fei denn, daß sie nach den allgemeinen Vorschriften erlassen oder nieder- g OEä Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirektion Oberheffen und für dns Kreisamt Gießen ££■£ Sffs s «'S© i® 5 SB r» S <9 <& LZ -"-LG 4? S e (9(9 9 £ £ B Q % B e £ ° SP (9 :Q (9 L) ü> & o D 8 •e •a •n cs U. :C <5 £^ to -H (£) :Q B B E £ £ E 5 £ € 8 (9 (9 5 3 ■- :3 r f A H ä A 5 ü) A 19 c? A A A A A N E E £ E 8 e (9 8 cy •e (9 c 2= D Z D <$> ^(9 ’G'o « c 8 o A © © A :<5 A E 'S- S 5 L u *6' ZI ’S ^SS ■o E & - E :C g5® "E (9 (9 -o <$> 3 £ E ■£ ° Ca> A E E § e £ E S en ’ L § D A A Q 'S? ’S • iS E E P :=5 o = a C ® B 3 5? ° A ==£=§§ AA 2’^S <3) S 3 5- O 6. 3 sB- tO 8 E E c E C £ jO 8 .19 LZ es e E «» £ a o M R o k- 3 •ti 3 5 i u Q s» x> W Oft Ö e 5 a E O e betonte dabei, daß bei dieser Neuorganisation, zur Zeit bestehenden Kreisvereine in den Fleckvu zuchtoerein Oberhessen überführt werden mu\V Der Vorsitzende stellte daraufhin den Antrag, r dem Gesamtvermögen des Vereins zu dem Fb Viehzuchtverein Oberhessen überzutreten, der von > Versammlung einstimmig angenommen wurde, ^ca dem noch verschiedene Fragen aus der Bersam lung heraus an den Vorsitzenden bzw. an Oberlai Wirtschaftsrat Dr. Wagner gerichtet und r ihnen beantwortet waren, schloß der Vorsitzende Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil, aus I Führer Adolf Hitler. — Nachmittags tagte den gleichen Räumen die Generalversammlung Kreisziegenzuchtvereins Lauterba Preußen. kreis Wehlar. < Dornholzhausen, 31. Jan. Bei Holzversteigerung wurden folgende Pr erzielt: Kiefernscheit 12 bis 14 Mk., Kiefernknu; 8 bis 10, Eichenscheit 12 bis 15, Eichenknuppe bis 12 je zwei Raummeter, Eichenwellen 6 bi je 50 Stück, Birkenknüppel 14 bis 17, Aspenknü; 8 bis 10 je zwei Raummeter, gemischte Welle bis 11 je 50 Stück, Fichtenstangen 1. Kl. 1 2. Kl. 0,80, 3. Kl. 0,40, 4. bis 7. Kl. 0,04 bis । je Stück, Lärchenknüppel 8 bis 11, Buchenscheit bis 27, Buchenknüppel 18 bis 22 je Zwei Ra Meter, Buchenwellen 10 bis 17 Mark je 50 o Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 31.Jan. Das hiesige Jui vglk hatte zu einer W e r b e ku n d g e b u n g das Hotel Blankenstein eingeladen. Der ZU brachte eine abwechslungsreiche, ernste und he Vortragsfolge, die völlig selbständig von der aend bestritten wurde. Sprechchöre und eine spräche des Stammführers Nauma n n (Erd len) leiteten den Abend ein. Im Anschluß d. gelangte ein Theaterstück zur Aufführung das Weg eines jungen Menschen zur Gemeinschaft anschaulichte. Eine lustige Szene und em er. Hörspiel beschlossen den ersten Teil des Abt Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung gelar noch verschiedene humorvolle Darbietungen Aufführung. Jungbannführer Andre (Dtllenk hielt noch eine kurze Ansprache. Mit dem Sck wort des Stammführers N a u m a n n und mit Liede „Vorwärts, vorwärts", endete der Abei § Bischoffen, 31. Januar. In einer von Ortsbehörde einberufenen Versammlung rourth Neuformierung der Pflichtfeuerw vorqenommen. Die Jahrgänge von 18 bis 60 ren wurden, soweit sie nicht schon verpflichtet in die Pflichtfeuerwehr eingegliedert. Die h Gemeinde stellt außer der Freiwilligen Feuer noch eine Mannschaft von 30 Feuerwehrmai in Uniform. Die Ausbildung liegt in Händer Ortsfeuerwehrführers Wilhelm R i n t. Gießen. Düsseldorf, Königstein L T., Wiesede, den 30 Januar 1935. im Alter von 53 Jahren Gießen (Dammstr. 48), Rödelheim, Frankfurt a. M., den 1. Februar 1985 040! Heuchelheim, Niederscheiden, Alsfeld, den 30. Januar 1935. 589 D Wissenschaftliche Werke | Einspaltige | werden zum ermäßigten Sondergebiet der KloinanToinon 6rundprel8 von 5 für d,e Brühl’schen Druckerei lucllldllXCiycll Millimeterzeile veröffentlicht! mummiiHtiuHmimuMiiimmmiHUUiiiiiiiHn 0401 % »\ Die Beisetzung fand auf Wunsch des Wir bitten von Beileidsbesuchen at Heute nachmittag verschied sanft, nach kurzem Leiden, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Am 28. Januar verschied nach kurzer Großvater Anna ( Friedri Sybille Schwa Otto ( EllyG Helmt Hedda Ingebc ■ Die Beerdigung findet Samstag. 2. Februar, nachmittags 3 Uhr statt ______________________________683 D In tiefem Schmerz: Käthe Jung und Tochter Elfriede Die Beerdigung findet Montag, den 4. Februar, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Die Beerdigung findet Samstagnachmittag %4 Uhr von Wilhelm- straße 1 % aus statt — Von Kranzspenden bitten wir im Sinne der Verstorbenen abzusehen. Frau Eva Graeber Wwe, geb. Appel Karl Cul Großherzoglich Hessisch Kriegsteilnehmer von Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1 im Alter von 90% Jahren. Plötzlich und unerwartet verschied am 30. Januar mein innigstge- lieb ter, unvergeßlicher Mann, mein guter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Georg Jung Gestern nachmittag verschied nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Henriette Pfeil, geb. Platt im 72. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Pfeil, Eisenb -Assistent i R. Gießen (Am Kugelberg 59), Berlin, Hammelburg, den 31. Januar 1935. Die Beerdigung findet Montag, den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen t Sophie Graeber. im 62. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Wilhelmine Ihm Witwe, geb. Keller Familie Heinrich Ihm. 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