Nr. 203 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag. 31. August 1955 Lrlcheln» I6gltd), autze, Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$:Bejng$prels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustriert« . 180 Zustellgebühr .. . - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfiläls-Vuch- und Stetnöruderci H. Lange in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ ö mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumschein und für denAn» zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Montagnes Normans Amerikareise. Pfund und Dollar.-Währungssturz und Welirnärkie.-Zusammenschluß gegen Frankreich? Don unserem L.-Äerichierstafter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! (-) London, Ende August 1933. Plötzlich ist das Pfund gefallen, und der Dollar dazu. Tas Pfund fiel stärker als der Dollar, überraschend, denn in den letzten Wochen und Monaten war es in England um die Währungsfrage verhältnismäßig ruhig geworden. Nachdem man sich gehörig über die „Torheit" der amerikanischen Währungspolitik aufgeregt hatte, und zu der Feststellung gekommen tvar, daß England selbstverständlich nun nicht etiva einen Wettlauf zwischen Pfund und Dollar in der Entwertung veranstalten könne, hat sich die Lesfentlichkeit wieder beruhigt — sichtlich auf einen Wink des Gouverneurs der Bank von England hin. Warum dieser über die Währungsfrage keinerlei Diskussion wünschte, liegt dabei auf der Hand. Sie hätte nur Beunruhigung in die Bevölkerung und die übrige Welt getragen, und die Währungspolitik der Bank von England wäre nur noch schwieriger geworden, als sie es ohnehin schon ist. Denn ganz so leicht ist es nicht, das Pfund stabil zu hallen. ES bedarf dazu einer sehr vorsichtigen Politik, die nicht ganz srei von Wagnissen ist, und die zu durchschauen dem berühmten Mann aus der Straße schwer fallen dürfte. Jedenfalls bedarf Herr Norman zu seiner Politik der Z u s a m m c n a r b e i t mit anderen Notenbanken, da sich natürlich nicht absehen läßt, wie lange die inzwischen für den Herbst angesammelten Gold- und De- visenvorräte reichen werden, wenn dann ein neuer Angriff aus das Pfund erfolgen sollte. Und inzwischen ist die Abwertung plötzlich eingetreten. Herr Norman hatte sich im übrigen seit einigen Monaten bereits einen Bundesgenossen zur Verteidigung des Pfundes in G e st a l t des französischen Franken gesucht und sehr weitgehend mit der Bank von England zusammengearbeitet. Die Zusammenarbeit mit den Franzosen war anscheinend ziemlich erfolgreich, wenn sie auch gewisse politische Folgen hatte, die in einer sehr weitgehenden Bindung der englischen Politik an Paris bestanden, was sich nicht zuletzt in allen mitteleuropäischen Fragen ausgewirkt haben dürfte. Ueberraschcnd ist also der Pfundsturz, nachdem schon allein die Ankündigung einer Reise Normans nach Washington unvermittelt genug empfunden ivorden war. Da Norman wie üblich der Presse nichts Genaueres über Ziel und Zweck der Reise mitgeteilt hatte, setzte denn auch sofort ein Rätselraten darüber ein, was er in den Bereinigten Staaten wolle. Verhandlung über die Stabilisierung des Dollars? Aussprache über die Kriegsschulden? Oder gar am Ende Verkoppelung von Dollar und Pfund ähnlich wie bisher zwischen Pfund und Franken? Das sind alles Fragen, die zwar auf der Hand liegen, die zu beantworten jedoch wahrscheinlich selbst der Präsident der Bank von England kaum in der Lage wäre. Auch eine Informationsreise kann natürlich von größter Wichtigkeit sein. Man darf nicht übersehen, daß die Währung in England genau wie in Amerika die Wirtschaftspolitik geradezu beherrscht. Das Pfund sollte stabil bleiben, weil man sich davon in England beträchtliche wirtschaftspolitische, finanzpolitische und eine ganze Menge anderer Vorteile versprach, im Gegensatz zu den Amerikanern, die sich von einer Entwertung des Dollars eine Steigerung der Preise, eine Wiederbelebung der Wirtschaft — kurz alles das versprechen, was sich England von der umgekehrten Politik erhofft. Tas allein wäre also Grund zu einer Aussprache zwischen den führenden Finanzleuten beider Länder. Dazu kommt dann noch eines: Beide angelsächsischen Großmächte beeinflussen einander außerordentlich stark. Und nun sinkt das Pfund, sinkt stärker als der Dollar! Kleiner Druck für die Besprechungen in Washington? Tas internationale Kapital hat die Vereinigten Staaten fluchtartig verlassen, seitdem der Dollar zu sinken begann. Man wollte die .(iapitalanlagen nicht nutzlos entwerten lasten. Tas Geld strömte nach London und nach Paris und ermöglichte — so nebenbei — die Stabilerhaltung der englischen Währung. Wenn aber nun plötzlich die Amerikaner womöglich noch bei hohen Zinssätzen stabilisieren? Alles Geld würde dann fluchtartig wieder den Londoner Markt verlosten und in das „reiche" Amerika zurückströmen. Die Folge wäre erneuter Sturz des Pfundes und noch st ä r f c r e A vhängigkeit vom französischen Franken. Bei dem scharfen wirtschaftspolitische): Konflikt, der wegen der Kriegsschulden und der Währungspolitik zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich besteht, könnte England so in eine fatale Klemme geraten, die außenpolitisch übrigens auch für Deutschland zu beachten wichtig genug wäre. Beides wären Folgen der amerikanischen Stabilisierung, die eine Besprechung über Gegenmaßnahmen schon lohnen würden, denn Amerika könnte eben, wenn es stabilisiert, sehr wohl ein Jntereste daran haben, daß dann nicht etwa das Pfund zu rutschen beginnt. Aber auch wenn Amerika nicht stabilisiert, tritt für die Engländer unter Umständen eine bemerkenswerte Lage ein. Es entsteht nämlich, je schärfer die Entwertung des Dollars wird, die Gefahr eines amerikanischen Exportdumpings, das den englischen Handel vielleicht nicht sofort, aber doch auf längere Sicht um den Erfolg der bisherigen Währungspolitik bringt. An sich sind die Gefahren der Schädigung des englischen Außenhandels durch amerikanisches Unterbieten bisher nicht groß gewesen, weil die Amerikaner nicht so sehr auf den Export eingestellt sind, wie man das gemeinhin annimmt — aber der Zeitpunkt könnte eben doch kommen. Ta würde eben nur ein Abkommen helfen, das eine konstante Beziehung zwischen Pfund und Dollar aufrechterhält, und damit die Gefahr des Wettlaufs in der Entwertung abwendet. Inflation oder nicht — das ist jedenfalls noch nicht entschieden, man muß daher bezweifeln, ob die Besprechungen des geheimnisvollen Herrn, der Bank von England mehr als ein Palaver sein werden, das ihn zwar an Wissen reicher, aber nicht reicher an Macht nach Hause zurückkehren lassen dürfte... Roman Savis mit einer Äoischast Roosevelts nach Europa unterwegs. Neue Initiative Amerikas in der Abrüstungsfrage. Neu york, 30. Aug. (1DI23.) Die Abfahrt des Paffagierdampfers „Washington" wurde heute dadurch verzögert, daß Norman Davis, der bereits an Bord gegangen war, noch eine vertrauliche Botschaft des Präsidenten Roosevelt abwarten mußte, die den europäischen Regierungschefs übergeben werden sollen. Norman Davis beabsichtigt, zunächst acht bis zehn Tage in Lo n d o n zu bleiben. Alsdann wird er die vereinigten Staaten auf der Abrüstungskonferenz vertreten Die Meldung beweist das unverändert starke Interesse, das Amerika trotz aller wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Abrüstungsfrage entgegenbringt. Norman Davis ist diesmal der Ueberbringer schriftlicher Mitteilungen des amerikanischen Präsidenten an die europäischen Regierungschefs. Es ist anzunehmen, daß diese Mitteilungen, die vorläufig nicht in die Ocf- fentlichkeit gelangen sollen, an die Botschaft anknüpfen, die Roosevelt am 16. Mai an die Staatsoberhäupter der ganzen Kulturwelt gerichtet hat. In dieser Botschaft hat Roosevelt die Linie seines Vorgängers, dessen Mitarbei- ter Norman Davis bereits war, konsequent fortgesetzt und praktische Maßnahmen, vor allem durch Abschaffung der schweren Waffen, auf der Grundlage des englischen Konventionsentwurfes angeregt. Diese Anregungen sind durch den amerikanischen Vertreter in Genf nach der politischen Seile in sehr bemerkenswerter Weise dadurch ergänzt ivorden, daß Amerika für den Fall eines Konfliktes die Beteiligung Amerikas an einem Konsultatiopakt und den Verzicht auf das von ihm bisher stets verteidigte Prinzip der Freiheit der Meere in Aussicht stellte. Bekanntlich hat die Haltung Frankreichs trotz allem einen Fortschritt der Abrüstungskonferenz im Sommer verhindert und auch 2)ie letzten Versuche, die Henderson auf seiner Europa- Rundreise unternommen hat, zur Erfolglosigkeit verurteilt. Es ist deshalb kein Zufall, wenn Norman Davis bereits jetzt eine eingehende Fühlungnahme mit der englischen Regierung und im Anschluß daran, Besprechungen in Paris ankündigt. Amerika scheint diesmal die Zusammenarbeit mit England in der Abrüstungsfrage noch wirksamer gestalten und die französische Regierung, die bisher zu immer neuen Ausflüchten gegriffen hat, vor praktische Entscheidungen stellen zu wollen. Die Entwickelung auf der Abrüstungskonferenz ist tatsächlich soweit fortgeschritten, daß die verantwortlichen Regierungen auf Grund der technischen Vorarbeiten endlich politische Beschlüsse fassen müssen. Schule und Hitlerjugend. Ein Erlaß des preußischen Kultusministers. Berlin, 30. Aug. sTU.j Amtlich. Im neuen Staat haben neben Elternhaus und Schule die Bünde, in erster Linie d i e Hitler-Jugend, die bedeutsame Aufgabe, die deutsche Jugend zu vollbewußten Gliedern des nationalsozialistischen Staates zu erziehen. Tas kommt jetzt insbesondere auch in einem Erlaß des preußischen Kultusministers an die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen eindeutig zum Ausdruck. Der Minister legt Wert darauf, daß dieser Erziehungsarbeit genügend Raum und jede erforderliche Unterstützung gewährt wird, besteht aber zugleich mit allem Nachdruck darauf, daß da, wo der Staat selbst Träger der Autorität ist (roie in der Schulej, diese Autorität in jeder Beziehung unerschüttert bleibt. Tenn jeder Eingriff v on a u ß e n h e r in die Befugnisse des Staates widerspricht der nationalsozialistischen Staatsaufsassung. Erste und vornehmste Pflicht eines jeden Nationalsozialisten ist es, an der Stelle, an die er gestellt ist, seiner Aufgabe mit allen Kräften gerecht zu werden. Gerade auch die Schuljugend müße sich dessen bewußt sein, zumal cs ihre Pflicht ist, den Anforderungen, die der Staat durch die Schule an sie stellen muß, freudig und unbedingt nachzukommen. Ter nationalsozialistische Staat trägt auch Sorge für genügend Raum zur Erhaltung und Pflege des Familienlebens. Darauf — so heißt es in dem Erlaß — haben Schule und Hitlerjugend Rücksicht zu nehmen. Unter diesen Gesichtspunkten ordnet der Kultusminister im Einvernehmen mit dem Neichsjugendführer zur Gewährleistung eines reibungslosen und vertrauensvollen Zusammenarbeitens von Schule und Bund zunächst an, daß der Hitler-Jugend wöchentlich zwei Nachmittage zur freien Verfügung stehen sollen. Von diesen beiden Nachmittagen soll der eine mit dem bisher schon a u f g a b e n f r e i e n Nachmittag zusammenfallen, der andere möglichst auf den Samstag verlegt werden. Auch dieser Nachmittag habe aufgabenfrei zu bleiben. Es sei aber ein Verstoß gegen den Sinn dieser Bestimmung, den dadurch entstehenden Ausfall an Hausarbeiten durch entsprechende Mehrbelastung anderer Tage auszugleichcn. In der Regel soll das Jungvolk im Sommer nicht über 21 Uhr, im Winter nicht über 20 Uhr, die Hitlerjugend hingegen nicht über 22 Uhr in Anspruch genommen werden. E i n Sonntag im Monat soll dienstfrei bleiben und uneingeschränkt der Familie gehören. Der Erlaß verbietet gleichzeitig Eingriffe in die Tätigkeit der Schule von außen her und betont, daß im Schulleben d ie Schüler den Leitern und den Lehrern unbedingten Gehorsam schuldig seien. Er verpflichtet ferner alle Schüler ausnahmslos zur Teilnahme an Schulfeiern, sofern nicht im Einzelfalle der Kultusminister andere Anordnungen trifft und bringt noch einmal nachdrücklichst das Verbot des Mitführens von Waffen jeder Art in der Schule in Erinnerung. Dann läßt sich der Erlaß über die Bestellung von Vertrauenslehrern für jede Schule aus, die in Zweifelsfällen die Verständigung übernehmen sollen. Da auf dem Lande die Bestellung eines solchen Lehrers für eine Schule unzweckmäßig ist, soll dort ein Lehrer diese Aufgabe für eine Anzahl benachbarter Schulen übernehmen. Tic Beziehungen der Schule zur Hitlerjugend zu pflegen, wird in Zukunft ein besonders hierzu beauftragtes Mitglied in jeder Schulabteilung bei dem Oberpräsidenten lNegierungspräsidentenj betraut werden. Mit diesem Mitglied hat sich der zuständige Bann- bzw. Unterbannführer der Hitlerjugend vor Erlaß allgemeiner Anordnungen, die die Schule nicht betreffen, in Verbindung zu sehen. Umgekehrt wird auch der Ober- bzw. Regierungspräsident vor Erlaß von Bestimmungen, die die Hitlerjugend nicht angehen, den zuständigen Führer verständigen. 3* Das neue Formular für Fest-Telegramme, das die Reichspost anläßlich des Nürnberger Parteitages herausbringt. Gauleiter Hofer auf italienischem Gebiet. Bozen. 31. Aug. (111. Drahtmeldung.) (Bauleiter hoser und jene Ulänner, die ihn aus dem Gefängnis des Innsbrucker Landgerichts befreit haben, find am INittwoch um 22 Uhr an der i ta - l i e n i f d) e n Grenz ft ation am Brenner angekommen. Am Brenner wurde ein amtliches Protokoll ausgenommen. Darauf wurden sie in Begleitung von Polizeiagenten nach Brixen bzw. Bozen gebracht, hoser hatte am rechten Knie eine Fleischwunde, die er durch Schüsse bei der Verfolgung im Kraftwagen erlitten hat. wegen dieser Verletzung gestaltete sich der Uebergang über das Joch sehr schwierig und zeitraubend, hoser mußte den größten Teil des Weges teils gestützt, teils getragen werden. Seine Gefährten find wohlauf. Einschränkung der Autonomie der Hochschulen. Auflösung der Deutschen Studentenschaft in Lcsterrcich. Wien, 30. Aug. (TU.) In einer amtlichen Verlautbarung werden eine Reihe von Verfügungen veröffentlicht, die getroffen worden sind, um Unruhen, wie sie sich in vergangenem Semester an den österreichischen Hochschulen ereignet haben, zu verhindern. Nach diesen Verfügungen, die den Hochschulbehörden bereits zugestellt worden sind, wird eine Hochschulwache errichtet, die ihren Sitz in den Hochschulgebäuden selbst haben wird. Diese Wache ist äußerlich besonders gekennzeichnet. Sie bildet einen Teil der b u n • desstaatlichen Sicherheitsexekutive, der sie auch orgnisationsmäßig unterstellt ist. Sie steht jedoch den akademischen Behörden bei Ausübung der Disziplinarbefugnisse zur Verfügung. Jedoch entscheidet die Wache selb st, wann sie einzuschreiten hat. Sie wird im Bedarfsfall in der Lage fein, die übrigen Organe der Sicherheitspolizei zur Aufrechterhaltung der Ruhe innerhalb der Hochschulen in Anspruch zu nehmen. Weiter wird die Auflösung derDeutschen Studentenschaft in Oestereich verfügt und zwar mit der Begründung, daß die organisatorisch als 8. Kreis der allgemeinen und auch im Deutschen Reiche bestehenden Deutschen Studentenschaft eingegliedert worden ist. Die Hochschulbehörde wird angewiesen, diese Auslösung durchzuführen und den studentischen Aerntern und ähnlichen Stellen die ihnen zur Verfügung gestellten Hochschulräumlich- feiten zu entziehen. Außerdem wird die Genehmigung zum Anschlägen an das schwarze Brett der Hochschule auf die bereits bestehenden Fachvereine beschränkt und nochmals die Z e n * surpfIicht des Rektorats unterstrichen. Anschlag auf Professor Lessing in Marienbad. Lessing tot. — Der Täter ein Wilddieb. Marienbad, 31. Aug. (ERB. Funkspruch.) Auf den früheren Professor an der Technischen Hoch- schule in Hannover, Theodor Lessing, ist, wie das Prager Tageblatt meldet, gestern nacht e i n Reooloeratten tat verübt worden. Ein noch unbekannter Täter drang über eine Leiter durch das Fen st er in das Zimmer Lessings, feuerte zwei Schüsse auf diesen ab, von denen einer in die linke Wange eindrang und die rechte Seite des Hinterkopfes durchschlug. Lessing wurde in bewußtlosem Zustande ins Krankenhaus gebracht, wo er h e u t e u_m 1 Uhr gestorben ist. Wie das tschechoslowakische Pressebüro mitteilt, ist auf mit des Aus Der PromnüialbuiiptflaOt Kieme Nachtmusik zum Mond. Drei, vier Häuser umgrenzen mit den Rückfronten die Gärten, die nun, in der großen Dunkelheit der Nacht, erfüllt sind mit den Meine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg ist Mittwochvormittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge 7.23 Uhr von Neudeck, Westpreußen, in Berlin, Bahnhof Friedrichstraße, eingetroffen. Auf der Moorwcide wurde das Hamburger Wehrstahlhelm-Regiment in Anwesenheit der SA.-Führer und der Vertreter des Senats feierlich in die Gruppe „Hansa" der SA. eingegliedert. lichkeit der Nordwolle. Vorsitzender: „Ist es richtig, daß Sie Dr. Dörner die Tätigkeit erschwert haben?" Karl Lahusen: „Das bestreite ich in vollem Umfange." Vorsitzender: „Haben Sie Dr. Dörner gebeten, gewiffe Dinge gegen Jakob Goldschmidt geheim zu halten?" Karl Lahusen: „Das bestreite ich auf das allerentschiedcnste. Das uns gemeinsam bindende Interesse war ja, der Nordwolle und, wie ich erst später erfuhr, der Danatbank durchzuhelfen." Im weiteren Verlauf macht Karl Lahusen dann Ausführungen über die Bilanzar- b eit en. Beim Bilanzentwurf per 31. Dezember 1931 mit einem Verlust von 8 Mill. Reichsmark habe es sich um einen vorläufigen Entwurf gehandelt. Nach Ansicht der Danatbank hätte es einen schlechten Eindruck gemacht, wenn die Nordwolle mit einem Verlust zwischen 15 und 25 Mill. RM. heraus- gckommen wäre. Bremen, SO. Aug. (WTB.) Im Lahusen- Prozeß schilderte der Angeklagte Karl Lahusen seinen Lebensgang. Er wurde in Delmenhorst geboren, kam als 12jährigcr auf das humanistische Gymnasium Bremen, das er 1907 mit dem Abiturium verließ. Er trat dann als Lehrling in die Norddeutsche Wollkämmerei ein, arbeitete in allen Abteilungen, nur nicht in der Buchhaltung, mit deren Grundzügen er bekannt gemacht wurde. Nach einjährigem Aufenthalt in Argentinien wurde er Abteilungsleiter „Rohwolle". 1912 wurde er Stellvertreter seines Vaters, schließlich einziger Prokurist der Nordwolle. Die weiteren Darlegungen Karl Lahusens waren dem eigentlichen Auf- und Ausbau der Nordwolle vom Jahre des Entstehens 1884 an gewidmet. Das bis zum Kriegsausbruch auf 22,5 Mill. NM. lautende Aktienkapital sei im Laufe der Jahre z. Zt. der höchsten Wollpreise 1927 bis 1929 nach und nach auf 75 Mill. NM. erhöht worden, nachdem es bei der Umstellung auf Goldmark- Eröffnungsbilanz im Jahre 1924 ungefähr 30 Mill. NM. betragen hatte. Die Nordwollc habe bei dem ständig wachsenden Umfang des Geschäftes niemals Schwierigkeiten gehabt, den Kreditbedarf zu befriedigen. Die Bildung der Komplexe Toga und Alrova sei keine wirtschaftlich unzulässige Ausdehnung. Die weitere Vernehmung von G. Karl Lahusen wandte sich dann der Errichtung des eigenen Verwaltungsgebäudes in Bremen zu. Die Notwendigkeit des eigenen Baues habe sich aus der Zentralisierung der Verwaltung des inzwischen aufgeblühten Nord- wolle-Unternehmens ergeben. In besten Konjunkturzeiten habe das gesamte Nordwolle- Unternehmen in 30 Waschpartien mit 400 000 Spindeln 22,111 Mill, kg Kammgarn jeder Art bei einer Arbeiterzahl von insgesamt 22 300 erzeugt. Karl Lahusen bezog ein Jahresgehalt von 75000 Mark und 10 Prozent Tantieme aus dem Reingewinn, Heinz Lahusen ein solches von 50 000 Mark und zunächst 6 Prozent Tantieme und ab 1927 7 Prozent. Auf eigene Anweisung Karl Lahusens wurde der Vertrag von 1927 infolge der durch die Kapitalcrhöhung geänderten Verhältnisse insofern abgeändert, als Ein bekannter Amsterdamer Anwalt und Verteidiger in Strafsachen, Franyois P a u - weis, ist von den Familienmitgliedern des holländischen Reichstags-Brandstifters Marinus van der Lubbe ersucht worden, die Interessen van der Lübbes während des bevorstehenden Prozesses wahrzunehmen. Pauwels hat diesen Auftrag angenommen. Widerstände gegen Roosevelt. Gegen die Zentralisierung. — Was wird Ford tun'? N e w y o r k, 30. Aug. (TU.) Der Vorsitzende der amerikanischen Anwaltsvereinigung, Clärens M a r t i n, eröffnete in Grandrapids (Michigan) die 56. Jahresversammlung mit einer Aufsehen erregenden Rede, in der er heftige Angriffe gegen den Präsidenten Roosevelt richtete. Er erklärte, daß Roosevelt durch die Bundesmaßnahmen beabsichtige, die Souvernänität der Einzelstaaten und damit die amerikanische Republik zu zerstören und neral der Infanterie verliehen der Berechtigung zum Tragen der Uniform Relchsheeres. Keine Blumen in den Wagen des Führers werfen! Nürnberg, 31. Aug. Dem Führer sind Der Herr Reichspräsident hat den neuernannten amerikanischen Botschafter in Berlin, Dodd, empfangen, ferner nacheinander den griechischen Gesandten Alexander Rizo-Rangabe, den königlich-siamesischen Gesandten Phya-Su- barn Sompati und den königlich ungarischen Gesandten Constantin von Masirevich zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. An den Empfängen nahm der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath teil. Schatten stummer Geheimnisse. Es ist ganz still, die Straßen der Stadt sind nah und doch so weit fort. Klar zirkeln die dunklen Profile der Baumkronen gegen den Himmel, und kleine Sterne blinzeln hell und freundlich durch die Blätter, wie Fenster eines zauberhaften Hauses, gütig aufgetan dem Frieden einer ruhig schlafenden Welt. Wie besinnlich dies alles ist! Gute Gedanken kommen auf leisen Füßen zu mir, und die Blätter der alten Bäume rauschen und flüstern von heimlichen Dingen. Leuchtend schön schwebt der Mond über den Dächern, eine klare Schale aus Silber, ein sanfter Lichtkelch der großen Stille ... Hinter den Bäumen erklingt plötzlich ein Ton, schwermütig und leise schwimmt eine kleine Melodie durch das blaue Schweigen. Der Nachtwind, der eben noch auch weichen Sohlen über den Himmel huschte, hält ganz erstaunt den zarten Atem an. Uebcr die dunklen Wipfel der Gärten wandert die kleine Melodie hinauf zu dem leuchtenden Mond, schwingt sich empor auf einer feinen silbernen Leiter, und der Mond lächelt ein wundermildes und verträumtes Lächeln, wie er es in alten Märchen tut, die längst vergessen sind... Irgend jemand ist verborgen hinter den schimmernden Zweigen der alten Bäume und spielt auf einer Mundharmonika ein kleines Lied, sicherlich war sein Tag grau und voller Mühen. Nun aber ist die tiefe Erlösung^ der Nacht gegenwärtig, und er sieht still in die silberblaue Weite und spielt so vor sich hin. Ein kleines Sehnen und ein heimliches Glück - schwingt in dem kleinen Lied, die Sternlein blinken vom Himmel und der gute Mond lächelt herab. Den ganzen Märchenzauber der samtenen Stunde trägt die Melodie auf ihren Händen, nun blüht die blaue Blume der Romantik auf im Schimmer des Mondenscheins. Bin ich noch in der Stadt? Gibt es noch den lauten Tag mit nüchternem Lärm und hastender Eile? Mir ist, als wäre ich in einem verwunschenen Schloß inmitten uralter Bäume, weit dahinten, wo das große Sehnen wohnt ... Nun weht der warme Nachtwind wieder im Rauschen der Wipfel, und die Musik verstummt, kleine Nachtmusik zum Mond, die zitternd verschwimmt im blauen Licht. „Gute Nacht" sagt der Mond und nickt mir freundlich zu. Kleine silberne Wolken ziehen über den Himmel ... H. C. v. M. Religiöse Andachten in den <^chu en. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kunst und Volkstum teilt in einer Bekanntmachung an die Direktionen der höheren Lehranstalten und an die Kreis- nnd Stadtschulämter mit, daß, da bei zahlreichen Schulen die Hebung besteht, mit Schulfeiern und vaterländischen Weihestunden religiöse Andachten seine Fahrten durch Deutschland und insbesondere am Mittwoch durch Nürnberg wiederum große Mengen Blumen in den Wagen geworfen worden. Der. Führer bittet darum, diese Blumen, die für seine SA. bestimmt sind, sofort feiner SA. zu geben, da er von diesen Unmengen von Blumen auch keinen Bruchteil in sein Zimmer st eilen kann. Im Zusammenhang damit wird darauf hingewiesen, daß Das Werfen von Blumen in den Wagen des Führers feit längerer Zeit verboten ist, weil bei schneller Fahrt durch geworfene Blumensträuße leicht Personen verletzt werden können. durch eine soziale Demokratie (Social Demo- craty kann auch heißen: Eine Sozialdemokratie) zu ersetzen. Martin bezeichnete das amerikanische Kinderarbeitsgesetz als ein Werk, das von kommunistischen Ideen getragen sei und nennt das Bundeskriminal- geseh den letzten Akt der amerikanischen Tragödie. Die Bundesstaaten würden zu Verwaltungsbezirken degradiert werden, falls die wirtschaftlichen Notmaßnahmen, wie die national recovery act als dauernde Gesetze beibehalten würden. In Kreisen der amerikanischen Regierung Ist man ernstlich besorgt über das hartnäckige Schweigen Henry Fords, der bis jetzt den Autoindustrie-Code noch nicht unterzeichnet hat. Der Präsident hofft offenbar, Ford zur freiwilligen Annahme des Codes zu bewegen und will nach Möglichkeit einen Zwang zur Unterschrift vermeiden. Die Abneigung Henry Fords gegen den Autoindustrie-Cooe soll sich in erster Linie gegen die Bestimmung richten, wonach alle Autowerke verpflichtet sind, ihre sämtlichen Bücher der USA.-Autokammer vorzulegen. Andererseits aber ist auch die Ansicht verbreitet, daß das Schweigen und die zögernde Haltung Fords nur ein Reklametrick sind, da die Fordwerke das System der Mindestlöhne und der Arbeitszeitkürzung bereits seit Jahren eingeführt haben. Aufstieg und Medergang der Aordwolle Karl Lahusen schildert dem Gericht die Entwicklung des Konzerns. Unterhalb des Thomaswerkes des Röchlinaer Eisen- u. Stahlwerkes in Völklingen (Saar) wollte ein Lieferwagen einem entgegenkommenden Auto ausweichen, streifte dabei aber die Chausseebaume. Durch das Schleudern des Wagens wurden zwei Handwerksburschen, die der Besitzer mitgenommen hatte, von der Baumreihe die Köpfe buch st üblich zerschmettert. Die Schuld soll den Besitzer des Wagens treffen, der so betrunken war, -uß er, wie polizeilich festgestellt wurde, nicht einmal etwas von dem Vorfall wußte. (!) Oie Ehrengabe Nürnbergs für den Führer. Nürnberg, 80.Aug. (WTB.) Die bei der Begrüßung des Führers im großen historischen Nathaussaal durch Oberbürgermeister Liebel dem Reichskanzler überreichte prachtvolle und kostbare Ehrengabe besteht aus einem roten Ledereinband mit Goldlinien, der innen eine künstlerische Widmung und einen seltenen jahrhundertealten Abdruck eines Werkes unseres weltberühmten Meisters Albrecht Dürer enthält. Die Widmungsadresse zeigt oben in der Mitte das Hakenkreuz, links und rechts flankiert von den beiden Nürnberger Wappendarunter befindet sich folgender Text: „Dem Führer Adolf Hitler, dem Begründer und Kanzler des Dritten Reiches, der die Stadt Nürnberg durch Erhebung zur Stadt des Neichsparteitages zu neuer großer Tradition berufen hat, weiht die Stadtgemeinde aus ihrem Kunstschatz dieses Werk ihres größten Sohnes in tiefster Dankbarkeit. Nürnberg, am 80. August 1933, dem Tage des Beginnes des ersten Neichsparteitages nach dem Siege. Liebel, Oberbürgermeister." Das K u n st b l a t t s e l b st, das sich auf der rechten Innenseite befindet, stellt eine Szene aus Dürers Schöpfung „Ritter, Tod und Teufel" dar. Der Kupferstich rührt aus dem Jahre 1513 her: er ist von Dürer gestochen und mit seinem Signum versehen. Der Abzug ist einer der älstesten und stammt noch aus Dürers Zeit. Er wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, also unmittelbar nach Dürers Tod, der berühmten von Praunschen Sammlung einverleibt, ging in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in die Hände des angesehenen Kunsthändlers Börner und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die des Privatsammlers Hertel über, der seine sämtlichen Privatsammlungen der Stadt Nürnberg vermachte. Seitdem wurde das wertvolle Bild im Germanischen Museum verwahrt. Ein Gturmflug Görings. Blitzschlag in die Flugmaschine. Berlin, 30. Aug. (WTB.) Der Flug des Ministerpräsidenten Reichsluftfahrtminister Göring am 23. d. M. v o n M ü n ch e n nach Berlin mußte, wie jetzt gemeldet wird, auf Grund dringender zeitlicher Dispositionen während der Dun- k e l y e i t durchgeführt werden. Das Flugzeug „Manfred o. Richthofen", das um 20.20 Uhr in München gestartet war, geriet hierbei über dem Thüringer Wald in etwa 2500 Meter Höhe in einen Schnee st urm und kurz darauf in ein durch den plötzlichen Kälteeinbruch entstandenes Gewitter, in dem d i e Bordfunkstation durch Blitzschlag außer Betrieb gesetzt wurde. Trotzdem wurde der Flug glatt und pünktlich durchgeführt, und nach einer Flugzeit von nur drei Stunden fünf Minuten landete das Flugzeug im Berliner Zentralflughafen Tempelhof. Reichsluftfahrtminifter Göring hat dem Führer des Flugzeugs, Den Flugkapitän der Deutschen Luft- Hansa, Friedrich Hu ecke, dafür seinen besonderen Dank und seine Anerkennung ausgesprochen. In dem Schreiben heißt es: Sie haben unter schwierigsten Wetterbedingungen im Nachtflua erneut Ihr großes Können, Ihre Umsicht, Entschlußkraft und Zähigkeit unter Beweis gestellt. Nachdem durch Blitzschlag das FT.-Gerät betriebsunfähig ge- worden war, haben Sie in unerschütterlicher Ruhe den Flug zu Ende geführt. Männer Ihres Wertes und Ihres Könnens verdienen, dem Heranwachsenden fliegerischen Nachwuchs stets als Vorbild pflichttreuen Einsatzes und ruhiger Bescheidenheit, der besten männlichen Tugenden, hingestellt zu werden. Mit Siegheil Ihr dankbarer Hermann Göring, Reichsminister der Luftfahrt. Beförderungen Blombergs und Görings. Berlin, 31. Aug. (WTB. Funkfpruch.) A m (- l i ch wird mitgeteilf: Der Herr Reichspräsident hat mit Wirkung vom heutigen Tage den Herrn Reichswehrminister, General der Infanterie von Blomberg, zum Generaloberst befördert. Er hat ferner im Rahmen anderer Beförderungen den preußischen Ministerpräsident und Hauptmann a. D. Göring, Ritter des pour le merite, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Krieg und Frieden den Charakter als G e - der Tat dringend verdächtig der in Schanz bei Ma- ricnbaD wohnende 31 Jahre alte Arbeiter Max Eckert, der zum Einsteigen in die Villa eine Leiter der Feuerwehr von Schanz benutzte. Es wird angenommen, daß Eckert bereits über d i e Grenze geflüchtet ist. Das tschechoslowakische Pressebüro erfährt weiter, daß der verdächtige Max Eckert e i n bekannter Wilddieb ist, der bereits wegen eines Ueberfalles fünf Monate Gefängnis erhalten hat. Wiedererrichtung von Amtsgerichten in Preußen WSN. F r a n t f u r t a. 3R., 30. Aug. Amtlich. Der preußische Iustizminister Serri hat bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt die Auffassung vertreten, daß die zum 1. Oktober 1932 erfolgte Aufhebung von 60 Amtsgerichten in vielen Fällen als ein Fehlgriff zu betrachten ist, weil die für die Staatskassen erzielten Erspar- nissenur gering seien, dafür aber die enge Verbundenheit der Landbevölkerung mit ihrem Amtsgericht zum Schaden der Rechtspflege gelöst und der Bevölkerung das Aufsuchen des neuen für sie zuständigen Amtsgerichts wesentlich erschwert werde. Nunmehr hat das preußische Staatsminifterium auf Vorschlag des Iustizministers ein Gesetz verabschiedet, das sich zum Ziele gemacht hat, die mit der Aufhebung der 60 Amtsgerichte für die Bevölkerung verbundenen Nachteile aus ein erträgliches Maß zu- rückzuführen. Zu diesem Zwecke werden am 1. Oktober 1933 neun der aufgehobenen Amtsgerichte an ihrem früheren Sitz wieder eingerichtet, ferner werden an Stelle von aufgehobenen Gerichten zwei Amtsgerichte an neuen Orten errichtet. Endlich werden in größerer Zahl an Orten, die früher Sitz eines jetzt aufgehobenen Amtsgerichts waren, Zweigstellen der Amtsgerichte eingerichtet, an denen hauptsächlich b i e G e - schäfte der freiwilligen Gerichtsbarkeit durch einen Rechtspfleger erledigt werden sollen. Die durch das Gesetz angeordneten Maßnahmen verteilen sich auf die Oberlandesgerichtsbezirke Frankfurt a. M. und Kassel wie folgt: ranffurt: Katzenellenbogen, Dammertingen und Wald werden Sitz einer Zweigstelle: Kassel: An Stelle der aufgehobenen Amtsgerichte Rauschen- berg und Rosenthal wird ein Amtsgericht in Gmunden (Wohra) errichtet: Sitz einer Zweigstelle werden: Birstein, Netra, Nieder-Aula und Voehl. Aus aller Welt Wertvolle Altarbilder gestohlen. Aus der Burg in Bojnice (Tschechoslowakei) wurden fünf äußerst wertvolle Altarbilder, . ,, - , ■ .. ~ ,, gefloßen. Die Bilder sind etwa 140 cm 8u verbinden, bei derartigen Veranstaltungen hoch und 60 cm breit und stammen von dem aus Anfordern des Schulleiters die im ^chul- italienischen Maler Ortagna Andrea Dio ne. dienst befindlichen Geistlichen beider christlicher Sie stellen dar: Die Madonna mit kleinem Konfessionen mitzuwirken haben. Jesus an der Hand, den Heiligen Jakob, den Bekanntmachungen des personalamies Heiligen Jeremias, den Heiligen Johannes . ... . den Täufer und den Heiligen Johannes als Inden Ruhestand versetzt wurden: Almosenspender. Die Täter werden zweisel- Am -7. Juli 1933 der Justizinipektor bei dem los versuchen, die Bilder über die tschechische Amtsgericht Wörrstadt Friedrich Herbert Grenze zu bringen, um sie im Auslande ab- auf Nachiuchen unter Anerkennung seiner dem zusetzen. Die Bilder sind sämtlich ohne Rah- Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste men und haben einen Gesamtwert von etwa und des un na len Interesse bekundeten 9 k an,rr qnnrf Opsersinns Mit Wirkung vom 1. Januar 1934: OV« am 23. August 1933: der Obersekrctär an der D»e Zigeuner-Schlacht in Warrvarin. Adolf-Hitler-Bauschule zu Darmstadt, Georg Die grausamen Vorgänge m Warwarin die Zilch7auf sein Nachsuchen unter Verleihung zur L y n ch u n g von d r ei Zig u " . Der Amtsbezeichnung „Verwaltungs-Jnspek- fuOrten, fanden, wie Belgrad Amekdet tor„ mit Wirkung vom 1. November 1933 ab. wird, eine Überraschende Ausklaru lg. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze Horden nehvien es jetzt als ziemlich sicher an, &cr Staatsbeamten tritt am 1. September daß der Sturm aus die Zigeuner ««« 1933 der Vorsitzende der Staatlichen Betriebs- wurde. sich>L L £"öeu ° k?»nb,e°ünd°»-b°nd-t? Nicht- Er n a n n t wÄd-n: Am 5. August 1933: iSftofe svurlos^ verschwunden istund nicht &cr Rektor an der Volksschule zu Mainz, Emil ZL-: . S.°d.,chu--°. b°i d°m St°d.- Luefu°wLr°Ä de^t-»'beNh-?Ü ® 1 J Die Äl der Verhaftungen beträgt »en a. Rh., Dr. Wilhelm H a a g, zum Kreis- fw*i4? 11 nh ift noch im Steigen begriffen, schulrat bei dem Kreisschulamt in Oppcn- Jnzwtschen wurde auch die Identität des blin- ^ei m a. Rh., beide mit Wirkung vom 16. Aug. den Mädchens festgestellt. Die Kleine ist tat- 1933 an- xc , sächlich keine Zigeunerin, sondern stammt aus ^UN0sUMUveNragUNg einer rumänischen Familie, gelangte aber völ- KOm Varteitaa der NGOAV. lig rechtmäßig in den Besitz der Zigeuner. Sie “9 F wurde nämlich von den Eltern, die ihre elf Donnerstag: Kinder nicht ernähren konnten, an die (jetzt Der Rundfunk überträgt heute: L0 bis 22 Uhr erschlagene) Zigeunerin Schiwana um 3000 über die Sender-Gruppe Deutschlandsender, Lei verkauft. Ueber den Verkauf des Kindes Breslau, Frankfurt, Hamburg, Königsberg, sind regelrechte Dokumente vorhanden, die die Stuttgart: Standtonzerte vom Adolf-Hitler- Zigeunerin bei sich führte und den Behörden Platz und Kornmarkt Nürnberg, vorgewiesen hätte, wenn sie nicht unterwegs Freitag- den SaImCn Cnttiffen ""^lyncht wor- ^r Rundfunk übirträgt 'am morgigen Frei- oen wäre. _ . tag: 16 bis 16.30 Uhr über alle Sender: Funk- Sporl-Ehrenpreise aus Bernstein. öertdjt vom Hauptbahnhof Nürnberg über die Die maßgeblichen Stellen der Deutschen Ankunft der Züge der politischen Organisation, Sportbehörde haben, wie der Preußische anschließend Marschmusik. 17 Uhr über alle Pressedienst der NSDAP, berichtet, den in 1 Sender: Rede des Führers auf der Kultur- Frage kommenden Verbänden gegenüber der 1 tagung. 19 Uhr über alle Sender, Stunde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß bet der Anschaffung von Ehrenpreisen die her- matliche B e r n st e i n i n d u st r i e in besonde- rem Maße berücksichtigt werde, damit nicht unnötig Devisen an das Ausland für Ehrenpreise aus Silber und Gold ausgeführt wer- WMMZMIWWMM Der 1929 erfolgte Zusammenbruch der Betrunkener Chauffeur fährt zwei handwerksburschen W o l - B a n k in Amsterdam sei das erste | in den Tod. Fanal dafür gewesen, daß bei der Wolle nicht alles in Ordnung sei. Der Zusammenbruch habe mittelbar einen starken Einfluß auf die Aktien der Nordwolle gehabt. Ausländische Banken hätten Kredite bei der Nordwolle zurückgezogen und kurz darauf der Ultra Mare gegeben. Der Kreditabzug in Deutschland sei 1929 noch erträglich gewesen. Ende 1929 sei die Danatbank mit dem i m Vorschlag herangetreten, e i n größeres Kreditabkommen zu treffen. Man habe sich schließlich auf 2 Mill, englische Pfund geeinigt. Der ausländische Kredit sei stark zu- rückgcgangen, bis die von der Nordwollc benötigten Kredite fast ausschließlich von deutschen Banken bewilligt wurden. Dr. Dörner, als Beauftragter der Bank, kam Anfang Februar 1931 nach Bremen und studierte die Einrichtungen und die Wirtschaft- Aus 6eA AMA '"iS & 3«#’’ Weite um Gießen ab. Neben de abgehen, b ans dem Babnbos. i fünf Züge Dortmund gen folgen lenburg u> weiterer Z Die Gie Tagen von zurück. Giek * Gieß« markt kostet Matte 20 bi (inländisches traut 6 bis bis 10, R Bohnen (gt Tomaten 1 Kartoffeln äpfel, das l Brombeerei Zwetschen 1 junge Hahr Tauben, da Salat 6 bis 1 bis 3, E> Rettich 5 bi -Tag tag: Stab Pflicht.'". - zert der R feuerinerf Seiljgeiternei 9 bi» 19 Uf)i, Möbelfabrik. nW\tae m ♦♦Unjt den Monta abfahren, i Münsingen penverban! werden un schieren. T die Licher fuitei Sti Rampe au bahnbrücke ."Der! für das einer Beko hervorgeht, einer Wach« S" jederma machung st ♦♦ Ges kolaüen am moraia Bestehens ^fte Loezi- bei linieret /Meli, bog 5ef Fapezier September o verbanb Miergewe Mwerkska' des 2 ftabt über ?eben. Au! Aandigr ^urgewerb D°- &N wegen Berbern den letzt? NNrffa 8r Sir die Khl< 6 c' ^fairen ®ie Nation: Funkbericht von der Eröffnung des großen Parteikongresscs mit Übertragung der Proklamation des Führers. Anschließend Funk- bericht vom Besuch des Führers im Waldlager der Hitler-Jugend am Valzner Weiher. Vier Sonderzüge Sleßen - Nürnberg. Auf den größeren Bahnhöfen unseres Ba- terlandes herrscht heute und morgen Hochbetrieb. Ter Neichsparteitag in Nürnberg, der Hunderttausende von Parteigenoffen, SA.- Leuten, Hitlerjugend usw. in der alten Reichsstadt vereinigen wird, wirkt sich bis in die äußersten Punkte unseres Vaterlandes aus. Zahlreiche Sonderzüge fahren nach Nürnberg. Vom Gießener Bahnhof aus werden allein vier Sonderzüge abgefertigt. Ter erste dieser Sonderzüge verläßt bereits heute um 17.41 Uhr vom Bahnsteig 1 aus unsere Stadt. In ihm fährt die Hitler-Jugend aus Gießen und umliegenden Gebieten nach Nürnberg. Die Jugend von auswärts traf zum Teil schon heute morgen in unserer Stadt ein und bezog auf den Wiesen hinter dem Landgerichtsgefängnis kurzes Lager. Ein zweiter Sonderzug fährt um 21.56 Uhr (Bahn- steig 5), der von den Angehörigen der politischen Organisationen der NSDAP, benützt werden wird. Im Laufe des morgigen Tages fahren die zwei übrigen Sondcrzüge, die von der SS. und der SA. benützt werden. Der erste Zug fährt 20.15 Uhr iBahnsteig 2), der zweite um 20.50 Uhr (Bahnsteig 1) von Gießen ab. Neben den Sonderzügen, die von hier aus abgehen, berühren verschiedene Sonderzüge aus dem rheinischen Industriegebiet unseren Bahnhof. Am heutigen Tage passieren bereits fünf Züge aus den Städten Münster, Bochum, Dortmund, Hamm und Hagen die Stadt, morgen folgen drei weitere Züge aus Kassel, Dillenburg und Bochum. Am Samstag wird ein weiterer Zug aus Bochum über Gießen fahren. Die Gießener Sonderzüge kehren in den Tagen vom 3. bis 5. September aus Nürnberg zurück. (tficficncr Wochcnmarktpreisc. • Gießen, 31. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Ruben 10, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen (grün und gelb) 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 7 bis 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50, Früh- äpfel, das Pfund 10 bis 12 Pf., Pfirsiche 30 bis 35, Brombeeren 25, Preißelbeeren 30, Birnen 10 bis 25, Zwelschen 12, Mirabellen 15 bis 20, Reineklauden 12, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 40, Salat 6 bis 8, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 15 Pf. Bornotizcn. — Tageskalend^r für Donnerstag: Stadttheatcr, 20.15 Uhr, „Arbeit! Dienst! Pflicht!". - Bergschenke, 20 Uhr, Militärkonzert der Neichswchrkapclle,' großes Brillant- fcuerwerk (Autoumleitung Friedrichstraße— Leihgcstcrner Weg». — Kathol. Vereinshaus, 9 bis 19 Uhr, Möbelausstellung der Kelkheimer Möbelfabrik. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Paprika" mit Franziska Gaal. ** Unser Bataillon wird am kommenden Montag 11.40 Uhr vom hiesigen Bahnhof absahren, um in der Gegend von Ulm und Münsingen an Hebungen in kleinerem Trup- pcnverbande teilzunehmen. Die Kompanien werden um 9 Uhr von den Kasernen abmarschieren. Der Marsch zum Bahnhof geht durch die Licher Straße, Hindenburg-Wall, Frankfurter Straße, Klinikstraße zur Frankfurter Rampe auf dem Güterbahnhof bei der Eisenbahnbrücke im Zuge der Klinikstraße. ** Der Voranschlag der Stadt Gießen fürdas Rechnungsjahr 19 3 3 liegt, wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, vom 31. August ab während der Dauer einer Woche im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 17, zu jedermanns Einsicht auf. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. ** Geschäftsjubtläum. Das Schokoladenhaus Weihl, Selteröweg50, kann am morgigen 1. September auf sein 80jährigcs Bestehen zurückblickcn. Die Firma ist das älteste Spezialhaus am Platze und erfreut sich bei unserer Bürgerschaft eines guten Rufes. ** Hessischer Landesverband für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe. Vom 2. bis 3. September veranstaltet der Hessische Landesverband für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe seinen 11. Verbandstag in Offenbach a. M. im Stadtgarten. Die Tagung, deren Protektorat der Präsident der Hessischen Handwerkskammer, Jnnungsführer Fritz Müller-Mainz, übernommen hat, befaßt sich mit bcrufsständischcn Fragen. Aus dem Programm der Hauptversammlung am Sonntag, 3. September, sind der Vortrag des Präsidenten Müller über: „Die Stellung des Handwerks im neuen Staat", und der Vortrag des 2. Verbandsführers Fröli ch-Darm- stadt über „Mensch und Maschine" hervorzuheben. Auf die Veranstaltung, die für das selbständige Sattler-, Tapezier- und Dekora- teurgewcrbe zu einem besonderen Ereignis werden dürfte, sei besonders aufmerksam gemacht. ** Das Capersburgtreffen fällt aus. Das für den 10. September angekündigte diesjährige Capersburgtreffen der evangelischen Jugend in der Wctterau muß aus verschiedenen Gründen, nicht zu- legt wegen des acht Tage vorher stattfindenden Ju- gendherbergstages, abgesagt werden. Es findet, wie in den letzten Jahren, dafür wieder im kommenden Frühjahr statt. Briefkasten der Hcöaffion. tRechisgutachten sind ohne Verbindlichkeit bei ödinftleltung i Landwirt h. h. in Gießen. Wir konnten trotz Umfrage bei verschiedenen Behörden keine Klärung zur Beantwortung Ihrer Anfrage herbeiführen. Wir empfehlen Ihnen, sich doch einmal direkt an die Hessische Bauernkammer in Darmstadt zu wenden. C. $., Gießen. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, wird der Zirkus Althofs in diesem Jahre nicht in Gießen gastieren. Oberhessen. Zwei gewerbsmäßige Fahrraddiebe vor Gericht. & Lauterbach, 30. Aug. Vor dem hiesigen Amtsgericht wurden zwei gefährliche Fahrraddiebe, die ihr Handwerk gewerbsmäßig betrieben, abgeurteilt. Die beiden Burschen, H. Müller und G. Ruß aus Fulda, haben in den letzten Jahren in Fulda und Umgegend, und als ihnen dort der Boden zei weise zu yeiß wurde, auch in der hiesigen Gegend eine Unmenge Fahrräder gestohlen. An den Rädern wurden meistens verschiedene Teile ausgewechselt und dann weiter veräußert. Fast sämtliche Fahrraddiebstähle in Lauterbach und Umgegend sind auf das Konto der beiden zu buchen. Leider konnten ihnen nicht alle Fälle restlos nachgewiesen werden, weil die meisten Geschädigten ihr Rad nicht richtig beschreiben und keine Nummern angeben konnten. Müller, der jedenfalls der Haupttäter bei allen DiebGrundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz" aufge- baut ist. Alsdann erwähnte er die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Staate und sprach von den Aufgaben, die ihr im Dritten Reiche ge- stellt sind. Bei einem Vergleich der Arbeitslosenzahl von vergangenem und diesem Jahre stellte Pg. Wagner mit Genugtung fest, daß diese Zahl um ein Beträchtliches gesunken ist. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte er auf, daß sich jeder von dem Klassengedanken und Standesdünkel freimache. Jeder einzelne müffe Träger dieser neuen Idee sein. Eine Revolution sei nur dann durchzuführen, wenn jeder in sich selbst eine Revolution vornehme. Nach einem Schlußwort von Pg. Hahn wurde die Kundgebung mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied geschlossen. Der im Anschluß an die Kundgebung erhobene Kampfschatz kam restlos der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zugute. I. S t ei n b a ch, 30. Aug. In dem der Firma G e r l a ch - Krofdorf gehörenden in der hiesigen Gemarkung gelegenen Stcinbruch ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Sohn eines Fuhrunternehmers aus Groß-Rechtenbach kam bei dem Anhängen eines AnhängerDie große Heimatzettung Sbevheftens und des Lahngebietes ist in seinem 183. Jahrgang der Gießener Anzeiger Das gute llntervaltungsvlatt ist seine Montags und freitags erscheinende Beilage ^Gießener SamlNenblättev" Die wertvolle Vilddeilage ist seine eigens süv das Helmatgeblet bearbeitete DonnevStagSgabe^Seimat im VUd" Der sachverständige Ratgeder süv Landwirtschaft, Gavtenban und Dieh- rncht ist seine DienStagsbeilage^Die Scholle'* Dte wabtseeie Wochenschrift ift^DieLUnftvievtedesGießenev Anzeigers^ alS billigste Bilderbeilage rum Wochenend stählen war, wurde zu neun Monaten, sein Komplice Ruß zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 28. Aug. Am Samstagabend hielt die hiesige Spar - und Darlehenskasse bei Gastwirt Braun ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Schrei- ncrmeister Seibert, leitete die Versammlung und hieß die erschienenen Mitglieder und insbesondere Oberreoisor Hartmann willkommen. Der von Direktor Werner gegebene Geschäftsbericht zeigte die Nöte der Kasse auf, bewies aber auch, daß Vorstand und Aufsichtsrat alles daran setzen, die Kasse wieder zu einem vertrauenswürdigen Institut zu machen. Der Geschäftsbericht wurde gutgehei- ßen. Auch die Bilanz für das abgelaufene Ge- schätfsjahr wurde einstimmig genehmigt. Sodann beschäftigte man sich mit der Frage der Sanierung der Kaffe. Oberrevisor Hartmann erläuterte den für die Kasse vorgesehenen Sa- nicrungsplan. Da nun von feiten des Reiches den ländlichenGenoffenschaftenZuschüsse geleistet wurden, gelang es, aus diesem Nothilfefonds gegen bestimmte Bedingungen, die von feiten des Versammlungsleiters bekannt gegeben wurden, den Betrag von 48 000 Mark für die Kasse zu erhalten. Die gestellten Bedingungen sahen jedoch vor, daß die Kasse aus eigener Kraft wesentlich zu Sanierung beitrug. Dies geschah, indem der Reservefonds und die zweckbestimmte Reserve herangezogen wurden. Des weiteren wurde eine Abschreibung an den Geschäftsguthaben der Mitglieder vorgenommen. Auch die im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres ausgetretenen Mitglieder werden dazu herangezogen. Die Kreditgrenze wurde von 5000 auf 3000 Mark herabgesetzt. Zu all diesen Maßnahmen erteilte die Generalversammlung einstimmig die Genehmigung. Die Entlastung des Vorstandes wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Zum Schluffe machte Direktor Werner noch die Mitglieder auf öte Inanspruchnahme der Steuergutscheine aufmerksam und forderte die Mitglieder auf, sich au» der Kaffe nähere Information einzuholen. Mit der Aufforderung an die Mitglieder, ihrer Katze wieder Vertrauen entgenzubringen und ihre Spargelder nicht auswärtigen Bankinstituten, sondern ihrer eigenen Kaffe zur Verfügung zu stellen, schloß der Versammlungsleiter mit einem dreifachen „Sieg Heil" aus die nationale Regierung die Versammlung. > Großen-Buseck, 31. Aug. Jrn vollbesetzten Wagnerschen Saale veranstaltete der Ortsgruppenoerband der NSBO. Großen- B u s e ck gestern abend eine Kundgebung. Nach dem Einmarsch der SA. und einleitenden Worten des Ortsgruppenverbandswarts Hahn, ergriff der Kreisleiter der NSBO. Pg. Wagner (Gießen) das Wort. In kernigen Sätzen kennzeichnete er das alte und das neue Deutschland. Nachdem er das vollständige Versagen der alten Regierung gestreift hatte, legte er dar, welche mühevolle Arbeit unsere Führer in wenigen Monaten geleistet haben. Von nun an soll wieder der Wahlspruch gelten: jedem Deutschen ein Vaterland durch einen Arbeitsplatz. Er besprach das Arbeitsbeschaffungsprogramm von Reinhardt, das nur auf dem nationalsozialistischen wagens zwischen die beiden Wagen und wurde schwer verletzt. Der Verunglückte, der einen schweren Schäüelbruch erlitten hatte, wurde in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut. f. Watzenborn-Steinberg, 80. Aug. In der Gastwirtschaft „Zum goldenen Stern" veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, eine Versammlung, in der Pg. Otto Jung vom Arbeitsamt Gießen über Arbeitsbeschaffung sprach. Er schilderte in kurzen Zügen das Werden der Partei und ging anschließend auf das Reinhardtsche Ar- beitsbeschaffungsprogramm ein, das er verlas und dessen wichtigste Punkte besonders erläuterte. Er gab dem Glauben Ausdruck, daß bis zum nächsten Frühjahr keine Arbeitslosen mehr in hiesiger Gegend vorhanden sein würden. Bürgermeister Schäfer dankte für die aufschlußreichen Ausführungen im Namen der Gemeinde. Er erklärte, daß die Gemeinde Watzenborn-Steinberg im vorigen Jahre 120 000 Mark für Wohlfahrtsempfänger an daS Arbeitsamt Gießen abgeführt habe, und sich dieser Betrag in jüngster Zeit immer mehr verringert habe, so daß er sich heute ungefähr auf 2000 Mark im Monat belaufe. Zur allgemeinen Freude konnte er mitteilen, daß die Gemeinde gegenwärtig nur noch einen Wohlfahrtserwerbslosen habe. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen „Sieg Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Horst-Wessel-Lied geschlossen. tn. Lang-Göns, 28. Äug. 3m Saalbau Hebbel sprach dieser Tage in einer öffentlichen Versammlung der Kreispressewart Pg. Michel (Gießen) Über den Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit. Die Versammlung war sehr gut besucht, auch aus Holzheim und Grüningen waren zahlreiche Parteimitglieder erschienen. Vach Degrüßungsworten des Ortsgruppenführers Wenzel ging der Vortragende auf die ürsachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland und in der Welt näher ein, kennzeichnete die Fehler und Schädlinge, die in den vergangenen Jahren mit schuld daran waren, daß es in Deutschland immer weiter bergab ging. Der Vortragende zeichnete ferner klar die Stellung der deutschen Frau. Vicht in Fabriken, nicht im Bureau solle die deutsche Frau arbeiten, sie gehöre vielmehr in das Haus, in die Familie als Mutter und Erzieherin. Darin sehe die nationalsozialistische Bewegung die Gleichberechtigung der deutschen Frau. Die Regierung habe als erste Forderung den Satz: »„Zurück zum deutschen Boden!" ausgestellt. Vun breche überall neuer Glaube und neue Zuversicht hervor, auch der deutsche Arbeiter atme, auf; denn er sehe, daß es der Regierung ernst ist mit dem Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit. So hoffe man, daß nach vier Jahren in Deutschland jeder Arbeiter wieder sein tägliches Brot finde. Dis dahin werde aber auch die Forderung: Hin zur wahren Volksgemeinschaft! erfüllt sein. Der Vortrag fand reichen Beifall. Ergänzend wies der Redner auf die Wichtigkeit der Gleichschal- tungindenVereine n hin. Außerdem bat er noch um tatkräftige Mithilfe und Spenden für den Verband zum äiftschutz in Deutschland. Mit Dankesworten des Ortsgruppenführers und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand der eindrucksvolle Abend sein Ende. Kreis Büdingen. △ Nidda, 28. Aug. Am Sonntag wurde den Schwerkriegsbeschädigten aus dem Kreise Büdingen und einigen Orten des benachbarten Kreises Schotten eine ganz besondere Ehrung zuteil. Mehr als 70 Auto- besitzer des Bezirks hatten sich bereit erklärt, die Helden des Weltkrieges, die ihr Blut für das Vaterland geopfert haben, unentgeltlich zu einem Autoausflug nach Bad -Nauheim zu fahren, Mittags traten die Teilnehmer von hier und Umgegend in 16 Autos die Fahrt an. In Ranstadt war Sammelpunkt. Dort kamen noch etwa 50 Kraftwagen, voll besetzt, hinzu. In Nieder-Florstadt, wo gerade Standartenweihe war, wurden die Kriegsbeschädigten von ST.- und SA.-Leuten jubelnd empfangen und zu einem nicht vorgesehenen Aufenthalt eingeladen. In Bad Nauheim wurden die Gäste aufs herzlichste begrüßt, mit Blumen überschüttet und vorzüglich bewirtet. Auf dem Heimweg über Bad Salzhausen standen in allen Dörfern, die die auf 72 Autos angewachsene Ausflugsgesellschaft durchfuhren, die SS.- und SA.-Formationen und Kriegervereine Spalier und brachten den verdienstvollen Kriegern Ovationen dar, wodurch die Ankunft hier auf dem Marktplatz wesentlich später erfolgte, als vorher bestimmt war. Auf diesem großen Platze mitten in der Stadt hatten sich viele Einwohner aus allen Ständen von hier und den Nachbarorten cingefunöen, um die Gäste zu empfangen. Der Marktplatz und die Häuser in den Straßen, die die Autos durchfuhren, prangten im Fahnenschmuck. Als der Jubel und die begeisterten Heilruse verklungen waren, spielte die Kapelle des Arbeitsdienstlagers Büdingen, die die Ehrenfahrt der Kriegsbeschädigten mitgemacht hatte, ein schwungvolles Musikstück. Bürgermeister R ull- mann von hier begrüßte im Namen der Einwohner Niddas die Ehrengäste und gedachte ihrer Verdienste um das Vaterland in würdigen Worten. Für den herzlichen Empfang, die ehrende Ansprache des Bürgermeisters und die erwiesene Gastfreundschaft sprach im Namen der Schwerkriegsbeschädigten Kreisleiter der NSDAP., Oberstudiendirektor Dr. Heiland, den wärmsten Dank aus. Dann löste sich die Reisegesellschaft auf, und die Teilnehmer wurden frei von den Autobesitzern in ihre Heimatorte gefahren. Kreis S ' ölten. § Herchenhal n, 28. Aug. Bei strahlendem Sonnenschein fand gestern am Ehrenmal des DHC. die Gedenkfeier für die Gefallenen des Vogelsberger Höhenklubs statt. Zahlreiche Zweigvereine waren vertreten, besonders stark Darmstadt, Frankfurt, Mainz. Gelnhausen, Büdingen und Lauterbach. Erfreulich war auch die Anteilnahme der Bevölkerung, so tonnten von Rektor D e r n, Offenbach a. M., der die Feier leitete, begrüßt werden die Ortsgruppe der VSDAP., der SA.-Sturm, das Arbeitslager mit feinem Leiter, die Feuerwehr, die beiden Kriegervereine, die Sanitätskolonne, die VS.-Frauen- schaft von Dolkartshain. Die Feier war in einfach-würdiger Weife von Lehrer Steher, dem Vorsitzenden des Zweigvereins Herchenhain, vorbereitet und durchgeführt worden. Die Gedenkrede des Pfarrers Wiegand, Herchenhain, der im Namen des DHC. einen Eichenkranz mit einer Schleife in den alten und neuen Farben des Deutschen Reiches am Ehrenmale niederlegte, war umrahmt von Liedern des Gesangvereins Herchenhain und Gedichten, vorgetragen von vier Hitlerjungen. Vach einem ernsten stillen Gedenken bei gesenkten Fahnen, dem das gemeinsame Lied: „Ich halt' einen Kameraden" folgte, schloß Rektor D e r n die erhebende Gedächtnisfeier mit einem Treuegelöbnis für Heimat, Volk und Vaterland durch ein begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil!" auf das Deutsche Reich und dessen Führer. Heimatgenossen und Mitglieder des VHC. fanden sich dann auch zu gemütlichem Dei- sammensein am Vater-Den der-Heim zusammen. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 30. Aug. Gestern wurde hier durch die Polizei ein auswärtiger Mann fest genommen, weil er sich in einer Wirtschaft in abfälliger Art über die SA. und SS. geäußert hat. LlSA.-ErinnerungSmedaille für die Stadt Darmstadt. Darmstadt, 29. Aug. (WSN.) Der amerikanische Generalkonsul in Frankfurt a. M., Herr W. L. Lowrie, überreichte dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt im Auftrage der Regierung der Vereinigten Staaten die Erinnerungsmedaille für die Feiern des 200. Geburtstages des amerikanischen Freiheitshelden George Washington. In Anwesenheit des amerikanischen Generalkonsuls war im vergangenen Jahre der „Washington- Platz" am Orpheum eingeweiht worden. Wettervoraussage. Das westliche Hoch hat sich sehr schnell östlich ausgebreitet und dabei die flachen Störungen ausgefüllt. Im Bereich hohen Druckes wird also unser Wetter feinen sommerlichen Charakter wieder annehmen. Bei nächtlicher Abkühlung kommt es stellenweise zu Nebel- und Dunstbildungen und auch tagsüber werden noch einzelne Haufenwolken vor überziehen; im allgemeinen tritt aber Aufheiterung ein. Aussichten für Freitag: Zeitweise noch etwas dunstig oder bewölkt, im wesentlichen aber aufheiternd, warm und trocken. Aussichten für Samstag: Tempe- raturgegensähe zwischen Tag und Nacht etwas zunehmend, stellenweise Frühnebel, sonst heiter und trocken. Lufttemperaturen. Am 30. 8. mittags 19,2 Grad Celsius, abends 18,4 Grad. Am 31.8. morgens 15,0 Grad. Maximum 23,6 Grad, Minimum 12,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 em Tiefe: Am 30. 8 abends 22,0 Grad. Am 81. 8 morgens 17,5 Grad. — Sonnenschcindauer 8 Stunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch T. Ackermann, Stuttgart. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er nickte, stand auf und ging in das angrenzende Wohnzimmer, das kaum die Fülle der Blumen zu fassen vermochte,- beinahe betäubend duftete es nach Rosen. Mit einem unbestimmten Blick überflog er die Pracht,- ein bitteres Lächeln verzog ihm die Lippen. „Ah, Zeugen deines gestrigen Triumphes!" Sie wollte den deutlichen Spott in seiner Stimme nicht hören. Unbefangen deutete sie auf einen entzückenden Korb voll roter Rosen, — „dies ist eine Aufmerksamkeit von Frau Oberbürgermeister Schalk, und diese herrliche Kamelie sandte mir Exzellenz Barleben —" „Es interessiert mich nicht!" wehrte er ab. „Es entschuldigt nicht, was du mir angetan." Sie senkte den Blick zu Boden,- das Herz klopfte ihr schwer und unregelmäßig,' jetzt hatte Eduard das erste Wort gefunden, das ihr ganz deutlich verriet, wie er dachte! Streng, hart, verurteilend, — aber sie wollte ihm bis an die äußerste Grenze entgegenkommen, weil sie ihre Schuld gegen ihn fühlte! „Magusi, als ich heute mittag seinen Brief in Händen hielt, ging mir eine Welt in Trümmer! — Wie hast du mein Vertrauen getäuscht!" habe dich nicht getäuscht, Eduard!" „Nennst du das keine Täuschung, wenn du wochenlang mit solchem schwerwiegenden Entschluß neben mir hergehst — und darüber schweigen kannst? Ist das kein Mangel an Vertrauen?" „Nenne es mehr Mangel an Mut! Denn oft war ich nahe daran, dir zu sagen, daß ich die Rolle der Hero studierte! Halling traure dem Können und den Nerven der Grellbcrg nicht unbedingt — er befürchtete im letzten Augenblick sogar einen Umfall! Und um ihm die Oper zu retten, sollte ich einspringen! Nun hatte es sich so gefügt." „Zu deiner Freude und Genugtuung wohl?" Nach kurzem Zögern sagte sie: „Ja, Eduard, ich habe dieses Geschehen begrüßt, und - ich will ganz offen zu dir sein, — ich habe es sogar gewünscht." „Das sind nun die Folgen meiner Nachgiebigkeit! Ich habe dir mehr gestattet, als es ein anderer Mann getan hätte — aber der Gedanke lag mir ferne, daß du deine Ausbildung dazu benutzen würdest, um als Bühnenkünstlerin aufzutreten! Das jedoch war, wie mir jetzt klar geworden, das geheime Ziel, dem du zustrebtcst! Und mit Erfolg! Die Besprechungen sind ja geradezu begeistert! Unterwegs haben dein Vater und ich alles gelesen! Er ist außer sich!" „Willst du mir damit drohen? In diesem Punkte ist, wie du weißt, Papa am allerwenigsten für mich maßgebend!" „Und ich, Magussi, ich?" „Für dich tue ich alles, Eduard, wenn du mir in dem einen nachgibst!" „In welchem einen?" „Kannst du es dir nicht denken? Mich weiter künstlerisch zu betätigen!" „Du meinst — die Bühne?" fragte er langsam. Ihre Augen ruhten groß und voll in den seinen. „Du sagst es, Eduard!" „Nein, Magussi, es ist ausgeschlossen!" entgegnete er erregt. Sie legte die Hände auf seine Schultern und sah ihn bittend an. „Eduard, es drängt mich dazu! Du weißt, wie seit Jahren das mein heißer Wunsch ist — und nun bin ich so weit — ich bitte dich —" Er nahm ihre Hände und legte sie gegen seine Brust. Mit dunklem Blick suchte er ihre Augen. „Magussi, liebst du mich?" „Fühlst du es nicht?" fragte sie leise zurück, während es heiß und rot in ihre Wangen stieg. _ „Und dennoch dieses Verlangen, Kind? Du weißt ja nicht, was du forderst! Es geht um das Glück unserer Ehe." „Nein, Eduard, der Ansicht bin ich nicht! Im Gegenteil, wenn ich mich künstlerisch ausleben und auswirken kann, dann werde ich noch viel glücklicher sein, als ich jetzt schon an deiner Seite bin —" und schmeichelnd legte sie ihre Wange gegen seine Hand. Er preßte sie an sich,' in heißem Verlangen suchte er ihren Mund, und in ihrer Franen- sehnsucht küßte sie ihn wieder. Sie glaubte ihn nachgiebig geworden. „Eduard, es geht dir ja nichts von mir verloren! Sei groß, hemme mich nicht! Ich bin ja ganz dein!" „Nein, Magussi, das bist du dann nicht mehr. Du lebst in deiner Kunst, die dich beansprucht! Und wenn du auf der Bühne stehst, nimmt jeder Besitz von dir, genießt deine Schönheit! Ich könnte es nicht ertragen, Hunderte von Gläsern auf dich gerichtet zu sehen und dich dann kritisiert zu wissen! Du gehörst mir — mir ganz allein! Und dann hielten dich deine Partner im Arm — Heute der Tenor, morgen der Bariton, drückten dich an sich —" „Eduard, werde, bitte, nicht kleinlich." .Schilt mich kleinlich und spießbürgerlich! Doch ich gönne keinem andern Manne, nur deine Hand zu berühren! Und auf der Bühne mußt du vielen in Umarmung gehören, mußt feurige Liebesgesänge austauschen — das alles könnte ich nicht ertragen! Mein Weib gehört in mein Haus! Schrankenlos liebe ich dich, Magussi." Seine Stimme bebte in tiefster Erregung. Er drückte ihren blonden Kopf gegen seine Brust. Sie hörte den starken Schlag seines Herzens. Einen Augenblick ging es durch ihren Sinn: „Hatte er nicht Recht? Bleibe bei ihm! Lasse dir genügen an dem einen großen Erfolg! Das wahre Glück kann dir nur der Geliebte schenken! Suche es nicht draußen im Lärm der Welt, wo du doch nicht Wurzel fassen kannst! Deine ganze Veranlagung zieht dich zur Stille und Zurückgezogenheit." Was waren das für Stimmen? Wollte man sie betören, umgarnen, da sie ihren Weg doch schon fest vor sich sah? „Magussi, Geliebte, Liebe, wir wollen vergessen, was gestern war! Ich will an dein Unrecht gegen mich nicht mehr denken!" „Eduard, mir Vorwürfe darüber zu machen, ist begründet, und ich nehme sie geduldig hin, obwohl die Beweggründe zu meinem Schweigen nicht schlecht waren! Frage die Fürstin, der ich mich in meinen Gewissensnöten anvertraut! Und ich gestehe dir, daß sie mir den Rat gab, mich dir zu offenbaren — doch der Mut fehlte mir." „Weil du wußtest, wie ich dachte!" „Ich m u ß singen, Eduard, es ist mir Lebensbedürfnis!" „Du sollst singen, so viel du willst, Magussi — an deinen Freunden wirst du genug dankbare Zuhörer haben." „Daß ich es so nicht gemeint, Eduard, weißt du! Ich will ernst schaffen und wirken in einem großen Kreise!" „An einer Bühne?" Ohne Zögern kam die Antwort: „Ja, Eduard!" „Und du hast schon bestimmte Pläne?" „Nein, Eduard! Der Direktor des Stadt- thcaters bot mir eine Anstellung hier an, und am Nachmittag ließ sich auch ein Theateragent melden —" „Und — ?" Der eigentümliche Ton seiner Frage fiel ihr auf. „Was meinst du, Eduard?" „Ich meine, ob du schon irgendwie eine bestimmte Zusage gemacht hast?" „Noch nicht! Natürlich mußte ich mich doch erst mit dir darüber unterhalten! Nur habe ich dem Direktor versprechen müssen, am Sonntag nochmals in der neuen Oper zu singen!" „Nein, Magussi, das kann ich nicht zugeben!* sagte er rasch und erregt. „Ich bitte dich, dem Direktor in diesem Sinne Mitteilung zu machen!" t t „Ich bedaure, Eduard, das rst ganz unmöglich,- sonst wäre, die Vorstellung in Frage gestellt!" entgegnete sic in bestimmtem Tone. Wieder kam ihm die Erinnerung an jenen Brief ohne Unterschrift und damit der Gedanke an den Kapellmeister. Quälend, peinigend. „Ist es wegen des Direktors oder wegen des Komponisten, daß du dich für die Oper so einsetzest?" Er hatte diese Frage stellen müßen, obwohl ihm Scham darüber kam. Vorwurfsvoll sah sie ihn an. „Eduard, es ist deiner nicht würdig, so zu sprechen! Ich verstehe gut, zwischen deinen Worten zu hören, — du erniedrigst dich und mich damit! Es freut mich, daß ich mit dazu beitragen konnte, dem Werk eines wahren Künstlers zum Erfolg zu verhelfen! Bruno Halling ist ein großer Künstler! Er hat mir viel gegeben, auch das sage ich offen und frei." Ueber Eduards Gesicht zuckte es in mühsam verhaltener Qual. Begütigend legte sie die Hand auf seinen Arm, „dennoch hast du nie- mals Veranlassung zur Eifersucht oder zum Mißtrauen — er gilt mir nur als Mensch und Künstler — als Mann gar nichts." Lange sah er sie an. „Ich will dir glauben, Magussi, weil du alles vom Standpunkt deines Idealismus siehst! Aber ob e r auch so rein denkt wie du? Alles Unreine und Unschöne ist dir bisher ferngeblieben,- doch wenn du einmal Kulissenluft atmest, wird es sich dir sehr bald nähern, und hilflos wirst du ihm gegenüberstehen,' denn du bist im Grunde keine starke Natur!" Er nahm ihre beiden Hände. „Magussi, wenn du mich liebst, wie du mich glauben ließest, dann gib deine abenteuerlichen Pläne auf — suche deine Befriedigung in unserem Hause! Ich liebe dich ja so unbeschreiblich, daß ich dich mit nichts teilen kann." „Solche Liebe ist Egoismus, Eduard! Sieh, wie viele berühmte Künstlerinnen — Sängerinnen und Schauspielerinnen — sind die besten Hausfrauen gewesen, voller Befriedigung und Glück, weil sie sich nach ihrer Veranlagung ausleben und auswirken durften! Tausendmal will ich dir es danken, wenn du mich den Weg gehen lässest, den ich gehen muß." „Und wenn ich es nicht kann, Magussi, weil es meinem ganzen Denken und Empfinden widerstrebt?" (Fortsetzung folgt.) Im Alter von 65 Jahren. Gießen, den 30. August 1933. 54O6Ü Lichtspielhaus • Gießen 5405 D Klein-Linden, den 30. August 1933. B403D [Verschiedenes [ CT Von der Reise zurück | Mietgesuche | Dazu: ein auserwähltes Beiprogramm und die neue Ufa-Ton-Woche 5389 C Schrift! .Angeb. unt. 03081a. d.Gieß.Anz. gesucht. Schr. Ang. u. 05080 a.d. G.A. Bahnhofsnähe ges. Ita-mi (Das Glück kommt nur einmal im Leben....!) nach dem bekannten Bühnenstück „Sprung in die Ehe“. Weitere Hauptrollen: Paul Hörbiger, Paul Heidemann, Margarete Kupfer, Liesel. Schaak, Fischer-Köppe Ab heute Donnerstag: Ein entzückendes 6roO-Lustspiel mit Franziska Gaal ein Budapester Lustspielstar! DANKSAGUNG. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, des Kirchen- und Posaunenchors, und die vielen Kranzspenden sprechen wir allen hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Familie Wilhelm und Ludwig Theiß L. Germann und Frau. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1, September, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Kleine sehr ruhige Familie (2 Pers.) sucht zum 1.10.33 Sc4-Zim.-Wing. möglichst mit Bad. Tcyriftl.Angeb.unt. 5404Da.d.Gieß.Anz. Dr. Wilhelm Trautmann Reg.-Medizinalrat I Zimmer oni Küche rod)er (1900) bei den studentischen Weltmeisterschaften in Turin. In den ersten Septembertagen werden die Augen der Sportwelt auf die Weltkampfspiele der Studenten in Turin gerichtet sein. Fast alle Kontinente haben ihre Besten gemeldet. Es wird auf dem Gebiete der Leichtathletik, des Schwimmens, Ruderns und Fußballs gekämpft. Tas weitaus größte Interesse wird natürlich wieder die Leichtathletik für sich in Anspruch nehmen. Tie deutsche Leichtathletik- Expedition unter Führung von D r. von Halt und Direktor Söllinger iTarm- stadt) stützt sich auf eine Reihe bewährter Kräfte. Mit berechtigtem Stolz darf es Gießen als Sport- und Universitätsstadt erfüllen, daß Eugen E l d r a ch e r in die deutsche Vertretung für die Kurzstrecken eingereiht worden ist. Als weitere Sprinter sind bestellt P f I u g und Müller (beide Berlin) sowie Bent (Bochum». Hoffen wir, daß die von dem 1900er in Öen letzten Wochen gezeigte Leistungssteigerung anhaltender Natur ist uns daß er in der Lage fein möge, die deutschen Farben bei der starken internationalen Konkurrenz gut zu vertreten. Schuh- und Polizeihundeprüfungen in Wieseck. Der Schutz- und Polizeihundeoerein Wieseck 1926 veranstaltet am kommenden Sonntag, 3. September, eine öffentliche Schutz- und Polizeihundeprüfung. Vormittags 8 Uhr wird Spurarbeit am Wiesecker Weg gezeigt, am Nachmittag, von 14 Uhr an, werden auf dem Sportplatz an der Waldeslust Gehorsamsübungen und Sicherheitsdienst oorgeführt. Segelflieger abgestürzt. Hirzenhain, 30. Aug. (WSN.) Ter 20jährige Vermessungstechniker Georg M ö r - scher aus Siegburg a. d. Sieg, der zur Zeit in Hirzenhain einen Segelfliegerkursus absolviert, stürzte bei Simmersbach ab. Mit einem Oberschenkelbruch und anderen schweren Verletzungen wurde er in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Frauenturnen im Bezirk Hessen der DT. Weitere Ergebnisse. Vierkampf, Turnerinnen. Volkstümlicher Vierkampf (90 Bewerberinnen, 44 Siegerinnen): 1. Erika Röh- mig, Mtv. Gießen, 84 P.; 2. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 82; 3. Marta Arabin, Tv. Wetzlar, Lieselotte Nüber, Tv. Wetzlar, Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, Tilli Reinheimer, Tgm. Friedberg, Anneliese Schwarz, Tgm. Friedberg, 76; 4. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 75; 6. Erna Petermann, Tv. Nidda, 70; 9. Kalbe Bath, To. Heuchelheim, 67; 14. Hildegard Pappe, Tv. Lich, 62; 16. Christine Schmidt, Mtv. Gießen, 60; 17. Emma Ruckstuhl, Mtv. Gießen, 59; 20. Anna Lehmann, Tv. Nidda, Wilma Schleenbecker, Tv. Kinzenbach, Ida Fett, To. Großen-Linden, 55. Iugendturnerinnen, Oberstufe. Zehnkampf (57 Bewerberinnen, 42 Siegerinnen): 1. Minna Port, Tv. Alsfeld, Erika Schneider, Tv. Wetzlar, 176 P.; 2. Erika Wiegand, Tv. 1846 Gießen, 171; 3. Minna Lotz, Tv. W i e f c rf , 164; 8. Hedwig Döll, Mtv. Gießen, Marie Schmidt, Tv. Lich, 156; 9. Käthe Wissig, Tv. Lich, 155; 11. Frieda Flick, Tv. Freienseen, 149; 13. Paula Schäfer, To. Lich, 147; 14. Hilde Würtz, Tv. Krofdorf, 146; 16. Ilse Schneider, To. Krofdorf, 144; 18. Marie Will, Tv. Krofdorf, 142; 19. Marta Menges, Tv. Großen-Linden, 141; 20. Thea Walz, Tv. Lich, 140; 21. Elisabeth Schweizer, Tv. Her- mannftein, Emmi Grau, Tv. Treis a. ü. L., Anna Schnabel, Tv. Groß-Eichen, Erna Bach, Tv. Heuchelheim, 139; 22. Marie Heidt, Tv. Lang-Göns, 138; 23. Hildegard Seibert, Tv. Wieseck, 137; 24. Marie Weber, Tv. Gr.- Linden, 136; 25. Emma Keller, Tv. Freienseen, Marie Griebel, Tv. Hermannstein, Hilde Blaß, Tv. Krofdorf, 135. Iugendturnerinnen, Unterstufe. Achtkampf (119 Bewerberinnen, 94 Siegerinnen): 1. Hildegard Huisgen, Tv. Wetzlar, 161 P.; 2. Annemarie Kröck, Tv. 1846 Gießen, 146; 8. Ruth Winttelin, Tv. 1846 Gie - ß en , 144; 4. Emmi Ellermeier, To. 1846 Gießen, Gretel Kreiling, Tv. Heuchelheim, Erika Bill, Tv. Hermannstein, 138; 5. Hedwig Schneider, Tv. 1846 Gießen, 135; 6. Anneliese Zoll- mann, Mtv. Gießen, 134; 7. Anna Sack, Tv. Heuchelheim, 133; 10. Marie Engelhardt, Tv. 1846 Gießen, Emmi Reinstädtler, Tv. Heuchelheim, 130; 11. Marta Benderoth, Tv. 1846 Gie- Stiefel aus und Stiefel nieder... Erlebnisse mit Deutschen in der Welt. Uon Joses Ponten Im Jahre 1909 ging ich in Neapel in eine dunkle Schenke. Der Wirt fragte mich ein bißchen aus, und als er gehört hatte, daß ich aus der Ferne, aus Aegypten, kam, legte er mir ein Schreibebuch vor mit der Bitte, mich darin einzutragen Ich legte einige Seiten in dem Buche um und stieß auf deutsche Berse, die lauteten: Ich blattre in dem Buche und suche, suche, suche Verwandte und Bekannte. Ich sinde keinen mehr. Peter Schmuhl, Deserteur. Stiefel auf und Stiesel nieder, Wer gibt mir meine Heimat wieder? Die Zeilen dieses oersemachenden armen Teufels, des Deserteurs Peter Schmuhl — natürlich hieß er anders —, trafen mich mitten in die Seele und erschütterten mich so, wie es selten der Vers eines großen Dichters getan hat: Stiefel auf und Stiefel nieder ... Im heißen Amerika erzählten mir Indianer, daß sie einmal einen großen Häuptling hotten, der Me- non hieß, was in ihrer Sprache „der Schweigsame" bedeutet, und daß Menon rote Haare gehabt habe. Ich beruhigte mich nicht dabei und konnte in Erfahrung bringen, daß Menon ein flüchtiger Mann gewesen war, Johann Selling geheißen hatte und wahrscheinlich aus Iserlohn flammte. „Der SchweigIm Norden Amerikas, im Lande der Siouxindia- ner, fand ich die Frau des Siouxindianers „Stehender Bär", aber sie hieß eigentlich Gretl Hopfengarten und war in Wien geboren. Als ich sie traf, war sie schon alt, hocherrötend suchte sie in ihrer Erinnerung nach Worten der Sprache ihrer Jugend, und es kam noch eine leidliche deutsche Unterhaltung zustande. Der „Stehende Bär", ein Riese und schöner Indianer, lächelte dazu. In der Gegend der Mississippimündung, wo es heiß und feucht ist und wo man Reis pflanzt, wies uns ein Neger in ein Haus, wo Deutsche wohnen sollten. Wir gingen hinein, — und die Farmerin fiel meiner Frau um den Hals, sie war ihr Kindermädchen gewesen. In dem Hause und in der Gegend ßcn, Gretel Berg, Mtv. Gießen, Irmgard Krahl, Tv. Großen-Linden, 129; 12, Anneliese Georg, Tv. 1846 Gießen, Margot Küthe, Tv. 1846 Gießen, 128; 13. Marie Blasini, Tv. Lich, Elfe Kampf, Tv. 1846 Gießen, 127; 14. Anni Rcuschling, Mtv. Gießen, 126; 15. Irmgard Neidet, Tv. Heuchelheim, Gertrud Schmidt, Mtv. Gießen, Marta Rinn, Tv. Heuchelheim, 16. Käthe Schmalz, Mtv. Gießen, Erna Sack, Tv. Heuchelheim, Christel Herbert, Tv. 1846 Gießen, Friedel Haus, Tv. 1846 Gießen, Lotte Kopp, Tv. Klein-Linden, Ilse Weiberling, Tv. 1846 Gießen, Anni Volkmann, Tv. Heuchelheim, 124; 17. Ilse Paulatich, Tv. 1846 Gießen, 123; 18. Anni Wirbelauer, Tv. Wieseck, Marie Weigel, Tv. Klein-Linden, Gertrud Weber, Tv. Lich, 122; 19. Erna Schmidt, Tv. Krofdorf, 121; 20. Elli Bebling, Tv. Heuchelheim, Elfe Ludwig, Mtv. Gießen, Elisabeth Isheim, Tv. Grüningen, Hilde Feuser, Tv. 1846 Gießen, 120; 21. Gretel Degen, Tv. Großen-Linden, Liesel Henkelmann, Tv. Heuchelheim, 119; 22. Pauline Faber, Tv. Großen-Linden, Hilde Leib, Tv. Krofdorf, 118; 23. Emmi Junker, Tv. Großen-Linden, Emmi Schöttler, Tv. Großen- Linden, Anneliese Lamm, Tv. 1846 Gießen, Else Röhrig, Tv. Lich, 117; 24. Anni Freitag, Tv. Heuchelheim, Tilli Rinn, Tv. Klein-Linden, Hildegard Mohr, Tv. Gambach, Liselotte Pä- lickc, Tv. 1846 Gießen, 116; 25. Elli Stamm, Tv. Groß-Eichen, Ida Dern, Tv. Großen- Linden, Marie Burgard, Tv. Klein-Linden, Lore Bücking, Tv. 1846 Gießen, Lina Seitz, Tv. Heuchelheim, Käthe Prünncr, Mtv. Gießen, Margarethe Seim, Mtv. Gießen, 115; 26. Emmi Bender, To. Heuchelheim, Marie Hofmann, Tv. Heuchelheim, 114; 27. Irma Bender, Tv. Grüningen, Lina Volkmann, Tv. Heuchelheim, 113; 28. Meta Albach, Tv. Groß-Eichen, 112; 29. Irmgard Schupp, Tv. Großen-Linden, 111; 30. Emmi Steinmüller, 110; 31. Else Busch, Tv. Gambach, 109; 32. Lina Rinn, Tv. Heuchelheim, Anneliese Beinhorn, Tv. Großen-Linden, Wilhelmine Frischhorn, Tv. 1846 Gießen, 108. Sondervorführungeu. Es wurden 21 Vereinsriegen bewertet und zwar: 1. Rang: Tv. Nieder-Wöllstadt (12 Teiln., rhythmische Gymnastik); Tv. Krofdorf (9 Teiln., schwunghafte Stabübung); Tv. Großen-Linden (6 Teiln., Keulenübungen); Tgm. Friedberg (8 Teiln., Bewcgungsgruppe); T. u. Spv. Marburg (18 Teiln., Bodenübungen in Gesprächen die Leute nicht nur deutsch, sondern sie sprachen das Plattdeutsch unserer Heimat, der Umgegend von Aachen, das von Geilenkirchen und Heinsberg, und ihre Knechte, die Neger, suchten es zu lernen. Auf einer kleinen, halb tropischen Insel in einem Meere, das ich nicht nennen will, traf ich einen einsamen Robinson, der in einer Hütte mit zwei kleinen Vögeln lebte und sich vom Fischfang nährte. Als aber beim kleiderzerreißenden Streifen durch den verwachsenen und verdornten Inselurwald meine Begleiter etwas zurückblieben (oder hatte der Robinson mich von ihnen fortgelockt?), begann der Mensch, der vorher nur spanisch und englisch gesprochen hatte, unter seinem Riesenhute hervor deutsch zu flüstern. Er mußte einmal, einmal deutsch sprechen, wenn auch nur zwei erhaschte Minuten lang, er mußte sein Herz entladen: er war ein deutscher Adeliger, Schuld klebte an seinen Händen, er bestrafte sich selbst mit Verbannung und Einsamkeit. In Marokko machte ich mich an die Fremdenlegion heran, die französische und spanische. Da lernte ich Männerschicksale kennen, vornehmlich deutsche! Ein Mann stammte aus Schwabing. 60 bis 70 v. H. der Legionäre sollen Deutsche sein. 30 000 deutsche Legionäre dürfen heute unter der glühenden Sonne Afrikas für die Sache Frankreichs schwitzen, kämpfen, bluten und sterben. Franzosen, sagten die Legionäre, seien nur wenige in der Legion. Ich will nicht reden von den vielen blonden Jungens, die einem in den Balkanländern, in Aegypten, Tunesien und Sizilien über den Weg laufen. Ich will aber reden von der spanischen Bäuerin, die- ich, weil sie so blauäugig ist, nach ihrem Namen frage. Die Sefiora hat einen deutschen Namen, kann ihren Namen kaum aussprechen, aber sie und viele Leute jenes Dorfes in Andalusien wissen noch, daß die Vorfahren in geschlossenem Zuge aus Deutschland zur Zeit König Karls gekommen sind. Man sagt, daß der Deutsche im Auslande nichts Eiligeres zu tun habe, als feine Muttersprache zu verleugnen. Man frage aber seine eigene Erfahrung, wie der Mund sich auf eine fremde Sprache ein- ftellte, wenn man sie lange hat sprechen müssen und richtig hat sprechen wollen. Der allein und auf sich Angewiesene, im fremden Sprachmeere Lebende, wird seine Muttersprache verlernen, wenn er durch viele Jahre keine Gelegenheit hat, sie zu sprechen. Aber ist traf nicht nur jene geschlossen wohnenden und also Aachener Deutsch redenden Rheinländer am unteren Mississippi, sondern auch im Staate Wis- sellfchaftsform); Tv. Wetzlar (11 Teiln., Grup- pen-Grotcske); Tv. 1846 Gießen (12 Teiln., Gemeinturnen an drei Barren). 2. Rang: Tv. Klein-Linden (8 Teiln., Volkstanz); T. u. Spv. Griedel (9 Teiln., Springen am Pferd); Tv. Groß-Eichen (10 Teiln., Barren); Tgm. Laubach (7 Teiln., Barren); Tv. Freienseen (6 Teiln., Gcmcin- schaftsübungen am Barren mit ungleichen Holmen); Tv. Lich (11 Teiln., Bodenübungen); Mtv. Bad-Nauheim (10 Teiln., Keulen- und Freiübungen»; Tv. Lauterbach (6 Teiln., Stabübungen); Tv. Trais a. d. L. (12 Teiln., Neigen); Tv. Wieseck (6 Teiln., rhnthmische Hebungen); Mtv. Gießen (7 Teiln., Barren); Tv. Heuchelheim (12 Teiln., Freiübungen); Tv. Klein-Linden (10 Teiln., Keulenübungen); Tv. Grünbcrg (9 Teiln., Freiübungen). Sportfest des Arbeitsdienstlagers Gedern. Don schönstem Wetter begünftiat, gestaltete sich das Sportfest in Gedern zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges. An dem ersten Tage fanden vor einer großen Zuschauermenge im „Großen See" bei Gedern die Schwimmwettkämpfe statt, aus denen folgende Sieger hervorgingen: 10 0 Meter Crawl: 1. Preis Kaiser, Arbeitsdienstlager Schotten; 2. Sdjorr, Arbeitsdienstlager Gedern. 100 Meter Brustschwimmen: 1. Preis Wenzel, Arbeitsdienstlager Gedern; 2. Schlitt, Arbeitsdienstlager Burkhards. 10 mal 5 0- Meter-Staffel: 1. Preis La- germannschaft Gedern. Diese Mannschast erhielt den von der Gemeinde Gedern gestifteten Wanderpreis. 2.Pr. Lagermannschast Burkhards; 3.Pr. Lagermannschaft Eichelsachsen. Das Wasserballspiel gewann Gedern gegen die komb. Mannschaft Schotten-Eichelsachsen mit 4:2 Toren und errang der Sieger somit den Wanderpreis der Gemeinde Wenings. Am folgenden Tag um 6 Uhr war großes Wecken. Punkt 8 Uhr begannen die Ausscheidungskämpfe im Fuß- und Handball auf dem Sportplatz des Tv. Gedern. Der Sportplatz sowie der anschließende Festplatz waren mit über 70 schwarzweißroten und Hakenkreuzfahnen und unzähligen Girlanden geschmückt. Die Ausscheidungskämpfe in Fuß- und Handball, an denen 15 Lagermannschaften beteiligt waren, dauerten bis gegen 13 Uhr. Um 14 Uhr marschierte unter Vorantritt des Musikzuges des ©ruppenffammlagers Büdingen ein großer Festzug mit mehreren Spielmannszügen und der Stadtkapelle Gedern durch die Straßen der Stadt, die mit den Farben der nationalen Erhebung festlich geschmückt waren, zum Sportplatz, wo ein Vorbeimarsch an den Führern des Arbeitsdienstes statt- faud. Am Zug beteiligten sich sämtliche Arbeitsdienstabteilungen der Gruppe Oberhessen-Süd, ferner die NSDAP. Ortsgruppe Gedern mit ihren Untergliederungen und die Gederner Vereine. Der Nachmittag war ausgefüllt mit den Entscheidungskämpfen der Fuß- und Handball-Pokalspiele sowie leichtathletischen Kämpfen, bei denen Tausende von Zuschauern zugegen waren. Den 1. Preis und Wanderpreis des FC. Alemannia Gedern errang im Fußballpokalspiel die Lagermannschaft Gedern. Zweiter Sieger im Fußball wurde die Lagermannschaft Büdingen. Den 1. Preis und den von Dr. Bach, Gedern, gestifteten. Wanderpreis bei den Handballpokalspielen konnte ebenfalls die Lagermannschast Gedern erringen. Zweiter Sieger im Handball wurde die Lagermannschaft Schotten. Oie Ergebnisse der leichtathletischen Wettkämpfe. Vierkampf (10er-Mannschaft): 1. Sieg Gedern mit 585 Punkten. Es fiel -somit der von der Gruppe Oberhessen-Süd gestiftete Wanderpreis (Pokal) an Gedern; 2. Sieg Burkhards a) mit 578 Punkten; 3. Sieg Eichelsachsen mit 484 Punkten; 4. Sieg Babenhausen mit 474 P.; 5. Sieg Glashütten mit 464 P.; 6. Sieg Schotten mit 457 P.; 7. Sieg Ober- Lais mit 336 P.; 8. Sieg Burkhards b) mit 332 Punkten. Einzelwertung im Mannschafts- Dierkampf: 1. Preis und Wanderpreis des Gaues erhielt Wiener, Arbeitsdienstlager Burkhards mit 77 Punkten; 2. Preis Veith, Gedern, 70 P., 3. Pr. Albrand, Burkhards, 68 Punkte; 3. Pr. Maurer, Gedern, 68 P.; den 4. Pr. mit 67 P. erhielten Kunkel, Burkhards, und Bartelmai, Babenhausen, den 5. Pr. mit 66 Punkten Heinrich, Gedern; Rüb, Gedern; Heep, Burkhards; den 6. Pr. mit 64 Punkten Mundsdorf, Gedern, Hering, Eichelfachfen, Schmidt, Burkhards, und Burghardt, Schotten. Im 400-Meter- Lauf wurde 1. Sieger Stalinsky, Glashütten, 2. Sieger Dluzack, Babenhausen, und 3. Sieger Jörg, Burkhards. Im Langlauf (zirka 6000 Meter) siegte Stalinsky, Glashütten; 2. Sieger wurde Horst, Her- chenhain. Trostpreise erhielten Wöll, Schotten; Fren» ser, Glashütten; Laukhargt, Schotten, und Jakob, Herchenhain. Die 4 mal 100- Meier • Pendelstaffel gewann die ^-Mannschaft von Burkhards in 51,2 Sekunden; 2. Sieger wurde die 6-Mannschast von Burkhards in 52,4 Sek.; 3. Sieger wurde die Mannschaft von Gedern in 53,2 Sekunden. Um 20 Uhr begrüßte var der Preisverteilung der kommissarische Bürgermeister Beyer, Gedern, den Führer des hessischen Arbeitsdienstes Bezirksführer Faatz, den Gruppenführer von Oberhessen-Süd Schmidt, den Gruppenführer von Starkenburg- Süd von Preuschen, den Gruppenführer von Davidson und alle anderen Führer des freiwilligen 'Arbeitsdienstes, .sowie die Mannschaften und hieß sie in der Stadt Gedern herzlich willkom- men. Alsdann sprach Ortsgruppenleiter Klein- Gedern über die Bedeutung des Arbeitsdienstes. Bezirksführer Faatz schilderte Zweck und Ziel des Sportes im Arbeitsdienst und erwähnte u. a., daß hier kein Jagen nach Rekorden beabsichtigt sei, sondern daß durch den Sport die Jugend körperlich ertüchtigt werden soll, denn nur in einem gesunden Körper könne ein gesunder Geist wohnen. Sodann nahm Bezirksführer Faatz die Verteilung der Preise vor. Außer einer schönen Ehrenurkunde erhielt jeder Preisträger einen Ehrenpreis, wozu wertvolle Gegenstände gestiftet waren. Gegen 22 Uhr wurde das große Feuerwerk abgebrannt, das sich zu einem großen Schauspiel gestaltete. Die Kapelle des Gruppenstammlagers Büdingen spielte anschließend zum Tanz auf. Erwähnt sei noch, daß der Führer des Arbeitsdienstlagers Gedern Feldmeister K ü r - ner mit seinen Unterführern und Mannschaften dieses Sportfest sehr gut vorbereitet hatte. Die Durch- führung der sportlichen Wettkämpfe funktionierte tadellos. Handball im 7. Kreis der OT. Lützellinden I — Groß-Rechtenbach I 8:4 (4:3). Die Gäste spielten mit großem Eifer, und man sah bis Halbzeit die Gastgeber immer nur mit knappem Vorsprung. Die Gastgeber zeigten nicht das ge« wohnte Spiel und konnten sich erst nach Halbzeit etwas besser zusammenfinden. Kurze Sporinoiizen. Charles Hoff, einst der beste Stabhochsprin- ger der Welt, ist durch einstimmigen Beschluß des Norwegischen Leichtathletik-Verbandes wieder zum Amateur erklärt worden. ♦ M i t einem neuen Rekord wartete unser Speerwurfmeister W e i m a n n (Leipzig) bei den Danziger Volkssporttagen auf. Weimann erreichte eine Weite von 73,50 Meter und überbot damit seine erst vor kurzem aufgestellte Bestleistung um fast einen Meter. * Tennismeister des Reichsheeres wurde im Einzel Leutnant Pachaly, der im Endspiel Leutnant von Tippelskirch 6:1, 6:1, 7:5 besiegte. konsin den bayerischen Farmer, der nie in Deutschland gewesen, dessen Großvater schon in Amerika geboren war. Er sprach echt bayerisch und hatte sich mit Hilse der Zeitung eine Frau aus Bayern kommen lassen — das ganie Dorf mit dem französischen Namen Le Roy beftano eben aus Bayern. So fand ich in Nebraska und Kalifornien Wolgadeutsch sprechende Leute, denn Wolgadeutsche wohnen dort zum Beispiel 150 000 in einem besonderen Stadtteil der kalifornischen Stadt Fresno. Wir unterhielten uns miteinander von „unserer Wolga". Eines Tages legte ich in Neuyork einem Amerikaner in mittleren Jahren die Hand auf die Schulter und sagte zu dem Ueberraschten: Halloo, boy, do you remember — nämlich, daß wir zwei aus einem Mutterleibe kommen? Es war mein jüngerer Bruder Jakob, der jetzt Roy heißt. Als junger Bursche war er von zu Hause ausgerissen Und war verschollen. Er konnte kaum noch deutsch sprechen, und er erzählte mir auf englisch von seinen Wanderungen und Fahrten in Australien, Hinterindien und Südamerika, vor deren Farbenreichtum ich kleinlaut wurde. Ich hatte auch einige Länder gesehen und Völker beobachtet und brachte das vor. Aber mein Bruder behauptete, meine Länder- und Dölkerkenntnis sei die eines akademischen Reisenden und überhaupt recht gering, ich sei wohl eher ein deutscher Stubenhocker zu nennen. Wir trennten uns wieder, der eine sagte: Good bye, brother, und der andere: Auf Wiedersehen, Brüderlein — wir werden uns wohl eines Tages irgend wo in der kleinen Welt wieder begegnen. Damals hatte ich herausgefunden, daß im dichterischen Schrifttum der Reiseroman eine große Rolle spielte. War nicht die „Odyssee" Homers ein Reisern man, Wolframs „Parzival", der „Don Ouichotte", Swifts „Gulliver", Goethes „Wilhelm Meister"? Gerade mit dem Reiseroman sind wir in der allergrößten Weltliteratur. Natürlich, da das Epische Bewegung schildern will — wie vorteilhaft, wenn sie schon im Stoffe liegt! Ich konnte mir in jener Unterredung unter der Erde in der Neuyorker Untergrundbahn nicht versagen, Roy auf die geistigen Erlebnisse, wie sie aus meiner Art zu reifen kämen, hinzuweisen, und daß Homer und Goethe wahrscheinlich auch ... aber er schnalzte ungeduldig mit dem Finger und fragte, ob ich zum Beispiel imstande sei, in einem Tage tausend halbwilde Pferde zu brennen? Nein, mußte ich zugeben, bas fei ich nicht.. Zeitschriften. — 3m Verlag Neue Nation, Berlin-Schöneberg, erscheint im ersten Jahrgang „DiedeutscheFrau- enfront“, Offizielles Organ der deutschen Frauenfront, herausgegeben von Lydia Gottschewski; Schriftleitung Marie Diers, Dr. Else Vorwerk, Eleonore Bartling. Die Zeitschrift, deren erstes Heft iCUuguft 1933) uns vorliegt, ist in erster Linie für die Führerinnenschulung bestimmt; sie steht, wie die Schrift- leitung in einer kurzen Einführung betont, in bewußtem Gegensatz zur alten liberalistischen Frauenbewegung und in bedingungsloser Gefolgschaft zum Führer Adolf Hitler. 3m gleichen Sinne kennzeichnet das Geleitwort von Lydia Gotts ch e w s k i die Aufgaben der Frau im neuen Staat. Dr. Emmy Wagner umschreibt in übersichtlicher Schilderung Sinn und Aufgabe der deutschen Frauenfront. Die übrigen Aufsätze verfolgen den großen Gesichtspunkt in Einzelthemen; so schreibt u. a. Eva von Schröder über die AS-Wohlfahrt, Dr. Else Vorwerk über Würde und Wert des Hausfrauenberufs, Dr. Emmy Wagner über den nationalen Mutterdienst, Magdalene Heil über die Landsrau im nationalsozialistischen Aufbau. Die straff geleitete, gut und schlicht ausgestattete Zeitschrift dient in allen Teilen ihres 3nhalts der einheitlichen 3dee der nativ- nalsozialistischen Bewegung und versteht es, die drängenden Probleme im Sinne der Führung und immer im Hinblick auf die praktische Auswirkung im Lebenskreise der deutschen Frau anschaulich und wegweisend zu gestalten. Berichte, Bekanntmachun- gen und Besprechungen runden den 3nhalt des vielseitigen ersten Heftes ab. Hochschulnackrichten. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Derussbeamtentums wurde den folgenden Dozenten an der Universität Heidelberg die Lehrbefugnis entzogen: den ordentlichen Honorarprofessoren Albert Fraenkel (Tuberkulose), Walter Lenel (Mittlere Geschichte), Siegfried L o e w e (Pharmakologie), und Leopold P e r e l s (Deutsches Privatrecht), dem nichtplanmähigen a. o. Professor Ludwig Schreiber (Augenheilkunde), und den Privatdozenten Raymond Kli- b a n s k h (Philosophie), Hans Laser (Pathologie), Walter Pagel ^Pathologisch« Anatomie und Geschichte der Medizin), Fritz 2tern(Haut- und Geschlechtskrankheiten), und Ernst Witeb- sky (Jmmunitätslehre und Serologie). KYHWiUStR TEQ1NIKUM für Jngemeur« und Werkmeister 6AD fR AN KEN MAUSEN Cmfe «.aitee/e AnewiTfurHuqietxibeu. Kirche und Schule weiht worden war. Diesen Ta Wirtschaft Gerade an heißen Tagen xWI Flugbelrieb im Fliegerlager | Empfehlungen| Verkäufe I Rohdeläniier Hühner Verbilligte Kartoffelstöcken für Geflügelhaltungen. Vom 7. bis 18. September haben wir 12 Erholungstage mit täglich vier Mahl» z iten zu demPauschalvreiS von Mk.25.- f. d. volle Pension ohne jeglich. Zuschlag. Christi. Erholungsheim 5402D FlensiinRerhof, Post Mücke (Vogelsb.) lichen und überaus stark besuchten Gottesdiensten der hessische Landesjugendsonntag begangen. Die kirchlich organisierte Jugend (Mädchcnverein), die politisch organisierte Jugend (SA., SS., I. V., HI-, B. d. M. u. a.) und die nicht organisierte Jugend war mit vielen Erwachsenen in hellen Scharen zum Gottesdienst erschienen. Die Predigt rief zu einem reinen Leben im Gehorsam unter Gottes Wort zum Dienst am Volk und Vaterland und zu Ehren Gottes auf. — Nachmittags nahmen 6 Vertreter der Ortsgruppe der NSDAP. Münzenberg an der Nü rn- bergbesichtigung in Butzbach teil, wo Münzenberg mit der ihm für Nürnberg zugestandenen Vertreterzahl überragend vertreten war. 25 jähriges Jubiläum der Kirche zu Leihgestern. Ingenieurschule Jlmenau i.™ Maschinen- u. Elektrotechnik. Auto-u. Flugzeugbau. LahrfnbrikförPraktikanten.WerkmeisterBbteiiung. gebiete nicht ganz behauptet waren. Stahlvereinbonds notierten 0,40 v. H. fester. Goldpfandbriefe lagen stimmungsmäßig höher, kurs- mäßig kam es nicht recht zum Ausdruck, während Liquidationspfandbriefe meist nur knapp gehalten blieben. Stadtanleihen lagen ruhig, Mainzer erneut schwächer. Von fremden Werten bröckelten Mexikaner und Bosnier etwas ab. An den Aktienmärkten war der Verlauf sehr still und die Kurse bröckelten infolge der Farbenschwäche (Minus 1 v. H.) überwiegend weiter leicht ab, etwas mehr Süddeutsche Zucker mit Minus 1,5 v. H. Holzmann, Neichsbank und Bemberg waren leicht befestigt, Rheinische Elektro Mannheim mit 83,75 v. H. unverändert. Deutsche Anleihen blieben gut gehalten. Die Amnestieanleihe lag sehr fest und etwa 1 v. H. höher. Tagesgeld war zum Ultimo gesucht und wurde um 0,75 auf 4 v.H. erhöht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Aug. Auftrieb: 130 Rinder, 965 Kälber, 163 Schafe, 1002 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 37, geringere Saugkälber 27 bis 31, geringe Saugkälber 22 bis 26; Schafe: beste Schafe 26 bis 29, mittlere Schafe 20 bis 25; Schweine: vollfler- schige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43,50, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 43,50, von etwa 160 bis 200 Pfund 39 bis 42 Mark. — Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Schafe rege, geräumt und Schweine schleppend, geringer Ueberstand. la Suppaohülw u.SchlachlhähDcheD hal billig zu verlauf. GeslügelhofTeeg Am Hahrungsberg 16, I. wählt worden. Der Kirchenvorstand in Trais-Münzenberg besteht aus zwei wiedergewählten und vier neugewählten Mitgliedern, und zwar wurden wiedergewählt: Bürgermeister Gilbert G 0 rr V. und Konrad Walter, neugewählt: Otto Schmidt, Heinrich Karl, Gilbert Bender L, Karl Walter. Von den 12 Kirchengemeindevertretern sind 6 wiedergewählt und 6 neugewählt worden. Die feierliche Einführung und Verpflichtung der neugewählten Kirchenvorsteher erfolgte in starkbesetzten Gotteshäusern. Zu Abgeordneten im Dekanatstag wurden gewählt in Münzenberg: Karl Maurer I. (Stellvertreter Fritz Schäfer) und Trais-Münzenberg: Gilbert Gorr V. (Stellvertreter Konrad Walter). — Am 27. August wurde in beiden Gemeinden in fest- iF.salite-Tpockenbaapjatte f.'Trennwände. Deck. usw. Schall, Wärme und Feuchtigkeit isolierend. Verlangen Sie Angebot. 4927D E. H. Müller, ließen. Tel.2332 das herrlich