Ur. 176 Erstes Blatt
Montag, Zl. 3uW55
185. Jahrgang
Eindrucksvolle Bekenntnisse zum neuen Staat
jchen Kirche die Einheit u n
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DerKamps gegen die kommuMchenSlaaissemde
und der Hitlerjugend aufmarschiert waren. Polizeipräsident Änofe begrüßte die Gäste in italienischer Sprache als das
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aus einem Fenster der zweiten Etage des Prä- sidiumgebäudes auf den Hof. Er war sofort t o t. Foerding hatte nach seinem eigenen Geständnis sich der DorbereitunazumHoch- v e r»r a t schuldig gemacht und hat wohl aus Furcht vor der zu erwartenden hohen Strafe Selbstmord verübt. Mit einer großen Anzahl ebenfalls festgenommener Kommunisten stand er im Flur des Präsidiums und bot in ruhigem Tone darum, am Fenster frische Luft schöpfen zu dürfen. Man gewährte ihm dies, und ehe es zu verhindern war, sprang Foerding vor den Augen seiner überraschten und entsetzten Genossen durch das Fenster auf den Hof.
Erfolgreicher Zugriff b'er Leipziger Polizei.
Leipzig, 29. Juli. (WTB) Durch die Politische Abteilung des Polizeipräsidiums war festgestellt wor- den, daß in der Nähe Leipzigs die verbotene KPD. unter getarntem Namen fortbesteht. Es wurde daraufhin am 15. Juli die Durchsuchung eines Landortes durchgesührt, wobei die Kartei, die Mitgliedskarten und die Mitgliedsbücher der KPD., die erst in der letzten Zeit neu ausgestellt worden waren, gefunden wurden. 20 Personen, unter denen sich Kuriere der KPD. befanden, wurden fest genommen. Daß diese Mitglieder im Besitz von Waffen gewesen waren, wurde festgcstellt, die Waffen bei der Durchsuchung jedoch nicht gefunden. Die Erhebungen ergaben, daß dieWaffennach anderenOr- ten gebracht worden waren, wo sie auch i n Schornsteinen ein $fe mauert gesunden worden sind. Daraufhin konnten iw Stadtgebiet 50 Personen fest genommen werden. Weiter befinden sich 12 Personen in Haft, die Mitglieder einer der KPD. unterstehenden, staatsfeindlichen Organisation sind. Alle festgenommenen Personen haben restlos gestanden, daß sie sich bis zu ihrer Festnahme am Neuaufbau der KPD. beteiligt haben. Eie haben sich somit des Hochverrats schuldig gemacht und werden dem Neichsanwalt zur Aburteilung zugeführt werden. Am 27. Juli wurden im Stadtgebiet zwei Kuriere der KPD. festgenom- m e n, die Beitragsmarken und Flugschriften bei sich hatten. Bei ihrer Dernehmung ergab sich.
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Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«: für Feuilleton Or. H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.K2mmel sämtlich m Gießen.
Stuttgart ehrt den Kanzler.
Stuttgart, 30.Juli. (TU.) Nach der Ankunft des Reichskanzlers auf dem Cannstattcr Wasen übergab beim Aussteigen Oberbürgermeister Dr. S t r ö • l i n dem Kanzler den Ehrenbürgerbrief der Stadt Stuttgart mit dem Gelöbnis der Treue. Während der Vorführungen wurde dem Reichskanzler vom Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n und vom Stadtrat Kroll das Goldene Buch der Stadt vorgelegt, in das der Kanzler und die übrigen Ehrengäste sich eintrugen.
Franz Seldte zum SA.-Obergruppen- führer ernannt.
Berlin, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Oberste Stabschef der SA., Ernst Röhm, hat unter dem 26. d. M. folgendes Telegramm an Reichsarbeitsminister Seldte gesandt: „3d) freue mich. Ihnen mitteilen zu können, daß der Führer Sie heute mit dem Dienstgrad eines SA. - Obergruppenführers unter Zuteilung zum Stabe des Obersten SA.-Führers belieben hat.
Gleichzeitige Mitgliedschaft verboten.
Eine Anordnung des ReichsjugendführerS
Berlin, 29. Juli. (END.) Der Juyend- führer des Deutschen Reichs gibt bekannt:
„Die gleichzeitige Mitgliedschaft von Hitler- jungen und Mitgliedern des Bundes Deutscher Mädel in konfessionellen Jugendorganisationen führt zu ständigen Tlnzuträglichkeiten, da sich die konfessionellen Organisationen nicht auf ihren eigentlichen kirchlichen Aufgabenkreis beschränken.
Ich verbiete daher mit sofortiger Wirkung die gleichzeitige Mitgliedschaft der Mitglieder der nationalsozialistischen Jugendorganisationen. Ich behalte mir ausdrücklich vor. meine Maßnahmen abHuändern, wenn sich die konfessionellen Jugendorganisationen aus ihren eigentlichen Aufgabenkreis beschränken.
Baldur v. S ch i r a ch, Jugendführer des Deutschen Reichs.
Reichskonkordat
und katholische Organisationen.
Berlin, 29. Juli. (OBSQ3.) Die Reichs- regietung geht bei der Anwendung des Artikels 31 des Reichskonkordats von folgenden Gesichtspunkten aus:
Die katholischen Organisationen und Verbände, die in Absatz 1 aufgeführt sind, sollen ihr Eigenleben völlig in sich leben können. Der Staat hat ihnen gegenüber keine weitergehenden Einmischungsbefugnisse, als sie sich aus der allgemeinen Treuepflicht der Staatsbürger gegenüber dem Staat an sich ergeben.
Die katholischen Organisationen, die in Abs. II aufgeführt sind, können, müssen aber nicht in sämtliche Verbände (Dachorganisationen) ein- geertmet werden. Die Einordnung darf nicht ihr Vereins» und verbandsmäßiges Eigentum und Eigenleben ausschließen. Die Mitglieder der katholischen Organisationen dürfen irgendeinen rechtlichen Nachteil in Schule und Staat aus ihrer Zugehörigkeit nicht erfahren.
Oie italienischen Jung-Faschisten in Leipzig.
Leipzig, 29. Juli. (WTB.) Von München kommend, trafen mehr als 400 italienische Avanguar- disten mit ihren Führern am Samstagnachmittag in Leipzig ein. Die offizielle Begrüßung fand am Abend auf dem Handballfeld der Polizcikaserne
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2g, Juli. Die Stimmung der näherrückende Ä- aber einen sehr nachteiti- so daß die seither nur it säst zum Erliegen kam, r den nowendigsien M Zufuhren in deuW ir Ausländer waren sie Frischeier verlangte man ch« Landeier etm 8 bis üe Frischeier 8 bis 9,50 Frankfurt a. M.
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Oer Kronprinz über Hitler: „Eine Persönlichkeit vom Format
Mussolinis".
London, 31. Juli. (TU.) Der deutscheKron- r r i n 3 kommt im Verlauf seiner im „Dunday IDispatch" erscheinenden Erinnerungen auf das reue I) e u t s ch l a n d und Hitler zu sprechen. Mach einer kurzen Schilderung Mussolinis schreibt der Kronprinz: „Kein Land ist jemals von Ausschüssen, Kommissionen oder Raten gerettet worden. Die Hoffnung der Welt liegt bei großen Persönlichkeiten. Anstatt unsere ganze Findigkeit auf die Schaffung neuer Maschinen zu lenken, laßt uns menschliche Motoren suchen, wie Mussolini.
Deutschland — ich spreche auf Grund persönlicher Beobachtungen und Eindrücke — hat das Glück, am Steuer seiner Regierung in Adolf Hiller eine Persönlichkeit vom Format Mussolinis zu haben. 14 Jahre lang rang Hitler um die Seele Deutschlands, indem er seine ganze und volle geistige, moralische und körperliche Kraft einsehte. Hillers Leistungen sind meiner Meinung nach eine absolute Garantie, daß er trotz der großen Schwierigkeiten, die ihm im Wege stehen, das große Ziel erreichen wird, das er sich als Staatsmann gesetzt hat. Hitlers kühner und erbarmungsloser Kampf gegen den Marxismus Hal Deutschland mehr als irgend etwas anderes vom Marxismus gerettet. Venn das Gespenst der roten Gefahr jetzt gebannt ist, dann ist diese Tatsache von der größten Wichtigkeit und Bedeutung für Europa, für Amerika und für die ganze zivilisierte well.
Noch sei Deutschland an den Felsen der Schande ton Versailles geschmiedet, aber Gott habe in Hitler den Führer geschickt, um die N o t zu meistern.
Generalmajor von Amann, der Vertreter les Reichs-Kyffhäuserbundes, hob die enge Verbundenheit des Rei ch s kr ieg e r- tundes mit dem VDSt. hervor und verlas ein Begrüßungstelegramm des Führers des Kyffhäuserbundes, General der Artillerie von Horn.
Der Reichsstatthalter in Anhalt und Braunschweig L o e p e r gab ein Bild von der deutschen Entwicklung und betonte, daß das Volk im Dritten Reich in Gehorsam und Disziplin zu seinem Führer stehen müsse. Das deutsche Volk sei bereit, mit Hitler jeden Weg zu gehen, auf den er es führe.
Der Schöpfer des neuen Studentenrechtes. Midah sie ihren Dienst von einem in der Nähe Leipzigs liegenden Ort aus durchführten. Durch rasches Zugreifen der Politischen Abteilung war es möglich, in dieser Sache sechs Männer und eine Frau festzunehmen, die neue KPD.-Marken bei sich hatten.
Verhaftungen in Schlesien.
Breslau. 30. Juli. (TU.) Der Breslauer Staatspolizei ist es gelungen, eine weitverzweigte KPD. -'Organisation in und um Breslau auszuheben. Nicht weniger als 14 Rädelsführer wurden verhaftet. Bei fast sämtlichen Festgenommenen wurden Schuß-, Hieb- und Stichwaffen, sowie Munition und zahlreiches kommunistisches Zersetzungsmaterial vorgefunden und beschlagnahmt. Unter den Festgenommenen bestand ein reger Waffenhandel. Unter ihnen waren auch Terrorgruppen ge- bildet. Als Leiter dieser staatsfeindlichen Organija- tion konnte ein erst seit dreiviertel Jahren aus Polen nach Breslau eingewanderter Kommunist festgenommen werden.
Das Polizeipräsidium in Beuthen teilt mit: In der Nacht zum Samstag wurden im Polizeiamtsbezirk Beuthen 16 Kommunisten wegen des dringenden Verdachts der Vorbereitung zum Hochverrat in Schutzhaft genommen. Elf der Festgenommenen wurden in der Wohnung eines Kommunisten in Beuchen bei einer Geheimver- [ammlung ertappt und verhaftet. Einige Stunden später wurden weitere fünf Kommunisten in Miechowitz unter den gleichen Umständen sest- genommen.
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Die deutsche Kirche muß in erster Linie die großen Massen wieder zu erfassen suchen. Geistige Kräfte, resultierend aus dem Vertrauen zu Gottes Wirken in der Zukunft, sie reißen den Menschen aus den irdischen Sorgen heraus und verleihen dem Leben einen mächtigen Auftrieb. Dieses Werk aber können nur Menschen meistern, die innerlich frei, geprüft und diszipliniert den Stampf des Glaubens gerümpft haben. Die Kirche wird den neuen Menschen im neuen Staat wieder geiftig untermauern, den Glaubens- und Kampfkameraden im Volk schaffen und das Vaterland wieder zu großen Leistungen befähigen, das mit Gott den Weg in die neue Zeit gehen wird.
Die Hugenotten im neuen Reich.
Frankfurt a. M., 30. Juli. (WSN.) In der hiesigen französisch-reformierten Kirche findet am 30. und 31. Juli die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Hugenottenoereins, sowie eine Tagung der Freien Deutschen Hugenotten-Synode statt. Nach einem Festgottesdienst hielt im Rahmen einer Kundgebung der Freien Deutschen Hugenotten-Synode l^nioersitätsprofessor D. Cordier-Gießen einen Vortrag über „Die Bedeutung unserer Hugenotten-Tradition für den Neuaufbau des deutschen Kirchenwesens". In der Gegenwart, in der es gelte, Hand anzulegen zum Neuaufbau der Kirche, seien folgende drei Punkte zu beachten: Der Staat verlangt von der evangeli-
Fast 1OO Verhaftungen in Hamburg.
Hamburg, 29. Juli. (WTB.) Nach wochenlangen Beobachtungen ist der Staatspolizei und dem Kommando z. b. B. ein vernichtender Schlag gegen den Bezirk Wasserkante der Kommunistischen Partei gelungen. Das Kommando z. b. B. war in den Besitz des neuesten kommunistischen Organisationsplanes für diesen Bezirk gekommen. Daraus ging hervor, daß der gesamte Parteiapparat in sehr geschickter Weise neu a u f g b a u t war. Die politische Leitung des gesamten Bezirks hatte der ehemalige Landtagsabgeordnete Walter Dud- d i n s, der von dem Zentralkomitee der KPD. in Berlin seit etwa acht Wochen mit der Leitung des Bezirks Wasserkante beauftragt war. Dud- dins wurde fe st genommen. Auf Grund der bei ihm gefundenen Aufzeichnungen gelang es. den größten Teil der politischen Leiter der einzelnen Stadtteile ebenfalls dingfest zu machen. Weiter konnte der Leiter des gesamtenKurierdienstes und der größte Teil der gesamten Kuriere fefigenom- me n werden. Insgesamt sind durch die Fest- nahmen 93 maßgebende Funktionäre der Kommunisten unschädlich gemacht worden.
Aushebung einer Zelle der KpO. in Schwerin.
S ch w e r i n i. TI., 29. Juli. (WTB.) Wie der Polizeibericht meldet, ist es der hiesigen Kriminalpolizei gelungen, einer neuen k o m m u n i st i f ch e n Zellenbildung auf die Spur zu kommen, die es sich zum Ziele gesetzt hatte, durch Verteilung kommunistischer Flugblätter und Sammlung von Geldmitteln den nationalsozialistischen Staat zu untergraben. Insgesamt wurden vier Personen verhaftet, die sich nunmehr wegen hochverräterischer Umtriebe zu verantworten haben. Ob noch weitere Personen hiermit im Zusammenhang stehen, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.
Selbstmord eines kommunistischen Funktionärs.
Recklinghausen, 30. Juli. C1B31Q3.) Der 31jährige kommunistische Funktionär Heinrich Foerding aus Coesfeld sprang am Sonntag
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General-Anzeiger für Oberhessen
vnnk tiitö Verlag: vrühl'sche Unwerfikälr vuch- und Steinönidcrei H. Lange in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.
nisterialrat Dr. Haupt vorn preußischen Kultusministerium. erklärte, daß die Jugend noch viele Schlachten zu schlagen habe.
Dr Steinacher, der Führer des DDA. betonte, daß
die 30 Millionen Ausländsdeutschen in hikler nicht nur den deutschen Reichskanzler, sondenz den Führer des deutschen Volkstums sähen.
An den Reichspräsidenten und den Reichskanzler wurden Telegramme gesandt. Das Telegramm an den Reichspräsiden- t e n hat folgenden Wortlaut:
„Dom Kyfshäuserfest, das wir in treuer Verbundenheit mit unseren Kameraden von SA., SS. und Stahlhelm zum ersten Male im neuen Deutschland begehen, entbietet der Kyffhäuser- Verband der Vereinigung Deutscher Studenten seinem greifen Ehrenmitglied das Gelöbnis alter Treu e.“
An Reichskanzler Adolf Hitler wurde folgendes Telegramm gesandt:
„Die Parole des VDSt-, der heute mit SA., SS. und Stahlhelm zu einer gewaltigen Kyff- Häuser-Kundgebung antrat, heißt heute nach einem halben Jahrhundert nationalen, völkischen und sozialen Kampfes nunmehr:
„Mil Goll für Adolf Hiller und den deutschen nationalen Sozialismus!"
Die große Kundgebung klang aus in einer Gefallenen-Gedenkfeier für die Toten des großen Krieges und des Dritten Reiches.
Oie Ziele der künftigen Reichskirche.
„Die Kirche steht zu Adolf Hitler."
Heidelberg, 29. Juli. (WTB.) Der Verein deutscher Studenten zu Heidelberg beging am Samstag sein 50jähriges Stiftungsfest. Anläßlich dieses Jubelfestes war als Alter Herr des Vereins auch Wehrkreispfarrer Müller, aufs herzlichste begrüßt, nach Heidelberg gekommen, um in einer akademischen Feier die Festrede zu halten, in der er in eingehenden Darlegungen die Ziele der künftigen Reichskirche umriß. „Wir wollen", so führte der Wehrkreispfarrer ungefähr aus, „mit Adolf Hitler keinen Kult treiben, der, i n Kameradschaft mit dem Volk verbunden, als ein Stück von uns langgehegte Hoffnungen verwirklicht hat. Das Geheimnis feiner Persönlichkeit erklärt sich aus dem großen Gottvertrauen, das nur den Wenigen gegeben ist, die in Wahrheit alle tiefen Probleme geistig durchleben, innerlich geläutert wurden und der unerschütterlichen Ueberjeugung sind, daß schließlich doch das Erhabene, Reine und Edle obsiegen wird.
Die Kirche stehl zu diesem Führer, und sie wird ihn in seinem Ringen gegen artfremde Rassen vollauf unterstützen.
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Unter diesen Umständen scheint es mir um so bedauerlicher, daß sogar heute noch weite Kreise der englischen Oessentlichkeit eine ogllkornrnen falsche Auffassung von Hitler, seiner Persönlichkeit, feinen Leistungen und feinen Zielen haben. Ich schreibe dies den falschen Informationen zu, die absichtlich von deutschen Linkskreisen ausgestreut werden. Ich hoffe, und ich bin überzeugt, daß in kurzem die übrige Welt ihr Urteil über Hitler revidieren wird im selben Maße, wie sie es von Benito Mus- | o l i n i getan hat."
Gtudenien -Kundgebung auf dem Kyffhauser.
Kelbra, 30. Juli. END.) Der Khsf- häuser-Verband der (Bereinigung Deutscher Studenten hielt am Samstag und Sonntag in der Kysfhäuser-Stadt Kelbra, 52 Jahre nach dem ersten Kyffhäuser-Fest, seine diesjährige große Kyffhäuser-Kundgebung ab. Eemeinsam mit der Vereinigung Deutscher Studenten aus allen Teilen des Reiches und des deutschen Volksgebietes marschierten Tausende von SA -Männern und Stahlhelmern. Am Sonn» tagnaebmittag zogen die Kolonnen der SA., der SS. und des Stahlhelms zum Kyfshäuser- Denkmal, um in einer großen Kundgebung
die Verbundenheit aller Volksschichten mit den deutschen Studenten
äii Betonen. Die Kundgebung wurde eröffnet mit einem Feldgottesdienst. Die Predigt hielt Wehrkreispfarrer Müller, der direkt von Besprechungen mit dem Führer kam. Wehrkreis- Pfarrer Müller sagte, der Führer habe ihm über die nationale Erhebung gesagt, daß sie zuletzt doch nichts anderes sei als ein großes Wunder Gottes. An die Kommilitonen richtete Wehrkreispfarrer Müller die Mahnung, in der kommenden Zeit sich zu bewähren als fanatische Kämpfer für Vaterland und Gott.
Als nächster Redner sprach Staatsrat Ober- Präsident K u b c, der Führer des VDSt- Diese Kundgebung, so sagte er, habe einen besonderen Grund. Während die früheren Generationen der VDSt.er sich zum Deutschtum bekannten unter ier Parole ..Wit Gott für Kaiser und Reich!", laute heute die Parole: „Mit Gott für Hitler und den Nationalsozialismus!".
Ls dürfe für den Studenten keine Trennung von dem Arbeiter der Faust mehr geben. Diese Tagung sei keine akademische, sondern ein volks- bekenntnis. Das deutsche Studententum habe die Aufgabe, der Nation die geistigen Offiziere zu stellen.
heit, die er bisher bei der evangelischen Kirche vermissen mußte. Der Staat fordert, daß er es nicht mit einer Vielheit von Kirchen zu tun hat; er möchte vielmehr einer geschlossenen Einheit gegenüber- stehen. Zweitens taucht in Verbindung damit das Problem des Führers auch für die K i r ch.e auf, das Problem des R e i ch s b i s ch o f s, der die Kirche vertreten soll, und drittens die Frage nach einer Kirche mit Volksverbundenheit, kurz die Frage nach einer deutschen Kirche. Die neue, die geeinte und gefestigte evangelische Kirche mit dem Rcichsbjschof an der Spitze soll dem Staat für sein nationales Wollen gewissermaßen ihr Sannum geben, sie soll d i e S e e l e a b- geben für b i e große politische Bewegung, für das vaterländische Geschehen, das sich abfpielt vor unseren Augen. Die katholische Kirche habe sich durch das Reichskonkordat ihre Rechte sichern lassen.
Der Redner warf dann die Frage auf, ob cs von der Hugenotten gemeinde nicht unbescheiden sei, wenn sie auch tätigen Anteil zu nehmen verlange an den Bestrebungen zur Bildung der evangelischen Einheitskirche, und verneinte dies. D i e Kirche bedürfe eines gefunden (Eigenlebens. Immer, wenn man die Kirche uniformieren wollte, fei sie erstarrt. Christus selbst stelle die Geschlossenheit der Kirche dar, aus den Menschen habe er aber keine Schablonen gemacht. Man dürfe also keine Kirche bei den Verhandlungen um die Bildung der großen geeinten Kirche ausschließen. Der Redner ging bann ausführlich auf die innere Struktur der Hugenottengemeinde ein.
statt, wo Ehrenstürme der SA.
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Aus -er Provinzialhaupista-i
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32. Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
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Keinen Schritt kam er ihr entgegen. Alles oder nichts! Anderer, härterer Wesensart war dieser Mann als Georg von Vandro, unbeugsam unbe- einflußbar, und bezwingend, weil er sich selbst be. Zwang. '
War er fern, so vermißte sie seine lebensvolle Gegenwart. Und war er bei ihr, so band ihr Scheu und eine seltsame, früher nie gekannte Unsicherh. den Mut. *
Anschließend an den Empfang fuhren die italienischen Gäste zum Dölkerschlachtdenkmal, wo Ehrenstürme der SA. und SS. Aufstellung genommen hatten. Sn geschlossenem Zuge ging es dann zum Gelände der Technischen Messe, wo in der riesigen Maschinenhalle Regierungsbaurat Dr. Stege- m a n n über die Leipziger Messe und die Be- ziehungen Italiens zur Messe sprach. Für die begleitenden Offiziere und Pressevertreter fand im Weißen Saale des Zoologischen Gartens eine Abschiedsfeier statt. Am Montag reisen die Gäste nach Dresden weiter.
Dünaburg. Lieber seine weitere Teilnahme an den Kämpfen in Rußland, Rumänien und Frankreich hat er vor einiger Zeit anschaulich und ausführlich im Runkfunk berichtet: „Mit der 76. R.-D. durch Rumänien". Rach verschiedenen Kommandos wurde er Kompagnieführer und im Sommer 1918 in den furchtbaren Kämpfen, im Westen Bataillonsadjutant.
Er nahm an etwa 50 Kampfhandlungen teil, wurde noch mehrmals verletzt und ist Inhaber der EK. 1. und 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Rach dem Kriege studierte er bei Prof. Dr. Karl Bücher in Leipzig Zeitungs- und in München bei Prof. Dr. Kutscher Theaterwissenschaft. 1920 griff er in der Broschüre „Maximilian Harden, der geheimnisvolle Gewaltige" diesen einflußreichen Juden erfolgreich an. Die Broschüre erlebte eine Auflage von 30 000 Exemplaren. Im „Leipziger Spektakel" schilderte er in drastischer Weise die s e l b st- erlebten Kommuni st engreuel. Mü l - ler-Scheld ist auch ein ausgezeichneter Rezitator. Er war der erste, der Remarques „Im Westen nichts Reues" angriff und den Feldzug gegen den nationalen Schund und Kitsch einleitete. Als Politiker hat er sich im Gau Hessen-Äassau- Süd und weit über dessen Grenzen hinaus einen geschätzten Ramen gemacht. Er war SA.-Führer und stellvertretender Kreisleiter. Als Wahlredner wurde er von überallher verlangt. An den gefährlichsten Punkten, in den verstocktesten Gemeinden sprach er mit größtem Erfolg.
Seine bilderreiche Sprache, seine volkstümliche Einstellung, seine tiefe Kenntnis der Psyche des einfachen Mannes, feine politische Leidenschaft und sein persönlicher Mut gewannen dem Nationalsozialismus viele Herzen.
Daß die RSDAP. in vielen Wahlbezirken seines Gaues schon in frühen Zeiten die absolute Mehrheit hatte, war mit ein Verdienst von Mül- ler-Scheld. Durch dos Bertrauen des Gauleiters und jetzigen Reichsstatthalters Sprenger wurde er im September 1932 auf den verantwortungsvollen Posten des Gaupropagandaleiters berufen, wo er sich als glänzender Organisator bewährte, so daß er boih 1. Juli an vom Reichsminister Dr. Goebbels zum Landesleiter für Volks- aufklärung und Propaganda für die Regierungsbezirke Wiesbaden, Kassel und Großhefsen ernannt wurde. Der Sitz seiner Verwaltung ist Frankfurt a. M. schr.—
verfolgt werden. Es ist daher angebracht, Aufforderung nicht nachzukommen, sondern Ballon und die angehängten Schriftstücke der nächsten Polizeibehörde abzugeben.
Motorradfahrer jagt in SA.Kolonne. — Ein Toter, sechs verletzte.
Wie bekannt, ist der frühere Gaupropagandaleiter der RSDAP. im Gau Hcssen-Rassau-Süd, Müller-Scheld, zum Leiter der Landes st elle Hessen-Rassau und Frei- staat Hessen für Volksaufklärung undPropagairda ernannt worden. Die feierliche Einführung . in fein Amt findet in Kürze statt: voraussichtlich wird Reichsminister Dr. Goebbels der Feier beiwohnen. Landespropagandaleiter Müller-SchelL, der im 38. Lebensjahre steht, ist der Sohn eines jetzt im Ruhestand lebenden Hauptlehrers und wurde in dem Taunusort Grebenroth geboren. Seine Jugendzeit verlebte er in der Industriegemeinde Oberscheld (Dillkreis).
hier stellte sich auch aufrichtiges Mitempfinden ein für den schweren Beruf des im Scheldetale heimischen Bergmanns und Hüttenarbeiters, fühlte er sich innerlich verbunden mit den Sorgen und Nöten dieses harten, von Gefahren umgebenen Berufs der schwer um ihre Existenz ringenden Bewohner.
Wenn sich Pg. Müller-Scheld schon frühzeitig mit dem nationalsozialistischen Ideengut vertraut machte, um schließlich ein überzeugter Kämpfer und glänzender Organisator auf dem wichtigen Gebiete der Propaganda und Volksaufklärung zu werden, so waren es wohl nicht zuletzt die vielseitigen Eindrücke, die ihm die Jugendzeit in Oberscheld vermittelten. Auch heute noch nimmt Pg. Müller-Scheld regen Anteil an den Vorgängen in Oberscheld und unterhält rege Beziehungen zu seinen Schelder Jugendfreunden.
Lieber seine Jugend- und Kriegszeit dürften nachstehende Ausführungen von Interesse fein: Kaum das Gymnasium in Dillenburg verlassen, brach der Weltkrieg aus.
Mit feinen beiden Brüdern meldete sich Müller- Scheld 1914 beim Infanterie-Regiment 116 in Gießen als Kriegsfreiwilliger.
Schon Ende Oktober erhielt er in dem mörderischen Gefecht bei Le Quesnoy in Rordfrank- reich einen Schuß durch die rechte Lunge und Riere, . Dort dem er sich aber im Lazarett in Hamm wieder erholte. Im Frühjahr 1915 kehrte er zur Front zurück, nahm im Herbst desselben Jahres an einem Offizierskurs im Lockstedter Lager teil und kam anschließend als Vizefeldwebel zum Reserve-Infanterie-Regiment 254 nach
Selbstmord
des früheren Bochumer Oberbürgermeisters.
Der frühere Oberbürgermeister von Bochum, Otto R u e r, der im 56. Lebensjahr stand, hat sich in seiner Wohnung in Berlin m i t V e r o n a l vergiftet.
Kronfeld auf dem Flug von Straßburg nach Paris verschollen.
Der österreichische Segelflieger K r o n f e l d ist am Freitag 6.42 Llhr auf dem Flughafen in Straßburg gestartet, um sich im Schleppflug nach Paris schleppen zu lassen, wo er am Freitag gegen 11 Llhr hätte eintreffen müssen. Am Samstagvormittag war man in Paris und in Straßburg ohne jede Nachricht über den Verbleib Kronfelds. Man nimmt an, daß er unterwegs eine Zwischen- oder Rotlandung vorgenommen hat.
verdächtige Kinder-Ballons.
Von zuständiger Seite in Stuttgart wird mitgeteilt: In verschiedenen Gegenden des Landes, hauptsächlich im Schwarzwald und auf der Alb, sind in der letzten Zeit sehr häufig niedergegangene kleine Kinderballons aufgefunden worden, an denen eine Karte befestigt war. Auf dieser Karte wird an die Finder die Aufforderung gerichtet, bestimmte vorgedruckte Fragen zu beantworten und die ausgefüllte Karte an eine bestimmte Adresse abzusenden. Es besteht der Verdacht, daß damit bestimmte Zwecke
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Roman von Helma von Hellermann.
Mutige Tat eines deutschen Matrosen.
Beim Zusammenstoß zwischen einem Motorboot und einem Ruderboot in der Nähe der zur Zeit im Hafen von Helsingfors liegenden deutschen Torpedo- bootssiottille fiel ein Mann aus dem Ruderboot ins Wasser. Der Obermatrose Nitsch vom Torpedoboot „Wolf" stürzte sich ins Wasser und brachte den Ertrinkenden ans Land.
Eine Viertelmillion Pilger in Trier.
21m Sonntag trafen 21 Pilgersonderzüge in Trier ein, die zusammen 35 000 Wallfahrer beförderten. Mit fahrplanmäßigen Zügen, mit Omnibussen und Autos dürften außerdem noch weitere 10 000 bis 12 000 Pilger in Trier eingetroffen fein. Am Samstag besuchten 22 364 Gläubige den Heiligen Rock, am Sonntag waren bis um 20.30 llhr 37 000 Personen vorübergezogen. Insgesamt betrug die Pilgerzahl in der vergangenen Woche rund 2 4 0 0 0 0#
In der Nacht zum Sonntag fuhr auf der Schönebecker Elbbrücke ein Motorradfahrer von hinten in eine SA. -Kolonne, die sich gerade in Marsch gesetzt hatte. Der 31jährige SA.-Mann Hermann Hummel aus Schönebeck wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus st a r b. Der 19jährige SA.-Mann Fürst erlitt einen Nervenchok, sein Zustand ist bedenklich. Fünf weitere SA.-Leute trugen Kopf- und Beinoerletzungen davon, die jedoch nicht so schwerer Natur zu sein scheinen. Alle Verletzten wurden ins Krankenhaus geschafft. Die SA.-Abteilung befand sich auf der Rückkehr von einem Karnerad- fchaftsabend. Auf der Elbbrücke hatte der Sturmführer noch einmal halten lassen, als im Rücken der Abteilung der Motorradfahrer sich näherte. Er fuhr zunächst auch vorschriftsmäßig an der haltenden Abteilung vorbei, muß aber dann die Gewalt über die Steuerung verloren haben, denn die Maschine war plötzlich in den drei ersten Gliedern der Abteilung.
Das Kind als Zukunst.
„Wenn Eltern Kinder wohl erziehen und ihnen guten Namen lassen, so ist's genug, so ist es mehr, als Geld uni Gold in Kasten fassen."
Unsere Tage haben den Wert des Kindes wieder in neues uni lebendiges Licht gerückt. Das Kind ist Geschenk des Himmels, Lohn der Liebe und Verpflichtung an Vergangenheit und Zukunft. Geboren aus dem Blute längst vergangener Geschlechter, tritt es in das Leben seiner Eltern, lebt aus ihm. Sein Ruf nach Erfüllung, sein Verlangen nach Inhalt sind Pflicht und Recht zugleich.
Kindesseele und Kinderherz sind wie Quellen, in denen wir selbst wieder jung und froh werden, Labsal und Erfrischung finden, Zuversicht uni Glauben schöpfen an unsere eigene Kraft, an unsere gesunde Zukunft. Im Kinde baut sich die Brücke von unfern Vätern über uns hinweg in die Bezirke der Nachfahren. Grund und Nährboden schaffen wir durch uns über das Kind für Wachstum und Gedeihen neuen Glückes und neuer Volkskraft. So werden wir zu Gründern der Zeit und ihres ewigen Schaffens, so weht uns aus des Kindes Brust der Atem der Ewigkeit entgegen.
Welch freudiges Bewußtsein, so Mitschöpfer zu werden am Weltenbau, am Weltgeschehen! Aber dieses Gefühl und Bewußtsein der Freude und des berechtigten Stolzes trägt zugleich die Pflicht in
eingeschenkt. Die Kehle war ihr wie zugeschnurt. Gleich nach Beendigung des Mahls erhob sie sich.
„Wenn ich morgen fahre, gibt es noch allerhand vorzubereiten", entschuldigte sie ihren schnellen Auf- bruch.
„Du nimmst Marie mit und Werner!" bestimmte Steinherr. Da war sie gut aufgehoben für die nächste Zeit. Jetzt aing es hier hart auf hart. Die Forderungen der Leute waren unsinnig: aber er gab nicht nach — und wenn es zum äußersten kam.
Wie finster das braune Gesicht aussah! Kaum fand es einen freundlichen Blick für die junge Frau, iie leise dem Gatten gute Nacht wünschte.
*
Als jedoch am nächsten Morgen Wera blaß und übernächtig im dunklen Reisekostüm vor ihrem Manne stand, um Abschied von ihm zu nehmen, nahm er sie mit einer jähen Bewegung in die Arme und druckte sie fest an sein Herz.
„Komm mit roten Backen uni blanken Augen wieder, kleine Frau", sagte er weich, „und Got! schenke uns ein frohes Wiedersehen!"
Das klang so bewegt! Betroffen fragend sah sie c'w r ■ auL schon schob er sie fort von sich, loste feine Hand aus der ihren, die sie unbewußt festgehalten. '
"g teicC Kind, es ist spät und der Weg zum Bahnhof lang!" Wenn sie nur erst fort und in Sicherheit mar! Der alte Richter war bei Morgen- grauen dagewesen. Unruhen standen bevor.
Gleich darauf flog der große Maybach, den nun ein anderer, stämmigerer Führer lenkte, die lange ^lUee hinunter, der Stadt entgegen. Fast leer mar IX faum bin Fuhrwerk begegnete ihnen. Was sich drohend im Anmarsch befand, kam von den Werken, jenseits von Schloß und Park.
Wera Steinherr saß sehr still, den Kopf gegen öas Polster gelehnt, uni sah mit müden, glanzlosen Augen über die Felder und Wiesen, die in hellen Morgensonnenschein getaucht dalagen. Erst als sie Die Vororte erreicht, zwang sie sich, ein freundliches Wort an den alten Diener uni die kleine Jungfer zu richten, deren Mitnahme sie höchst überflüssig sand. Das lange Schweigen hatte das muntere, junge Ding schon bedrückt.
(Fortsetzung folgt.)
junge faschistische Italien und brachte auf den Duce ein Sieg-Heil auf, das brausend aufgenommen wurde. Gauleiter und Landtagspräsident D ö n i ck e hieß die Gäste im Namen der Leipziger Nationalsozialisten willkommen. Für die italienischen Gäste dankte der Führer Commandante Cen- turione G i g l i.
2lm Sonntagvormittag wurden die italienischen Gäste vom Rat der Stadt im Festsaal des neuen Rathauses empfangen und von Bürgermeister Dr. Loser herzlich begrüßt. Für die Gäste erwiderte Commandante Centurione Gigli.
sich, verantwortungsbewußt das Geschenk „Kind' zu verwalten. Wenn wir zu Hause in der Familie die frohe Kinderschar am Tische oder in lustiger Gesellschaft auf dem Spielplätze sehen, lacht uns der Tag doch in neuer Helle an. Strebendes, drängen- des Leben schlägt uns ia entgegen und, wenn wir daran denken, daß aus diesen Kleinen einmal Große werden, wird uns klar, daß das Kind Pflicht unh Ruf ist. Im gleichen Augenblick, da wir im jungen Geschlecht das kommende Volk sehen, begreifen mir aber auch die Berufung, die uns Aeltere erfüllen muß bei Erziehung und Betreuung unserer Kinder.
Die Kinderstube ist die Keimzelle für den Kultur- ftaat, für die Größe und Höhe unserer sittlichen Volkskraft. Was hier gesät, wird in Jahren schon, aber noch mehr in Jahrzehnten, geerntet. An uns liegt es also, all das an guten Wünschen und starken Hoffnungen so im Kinde zu verankern und zu vereinigen, daß es später noch, wenn die Eltern längst nicht mehr sind, bei ihnen zu Gaste sein kann. Der Tisch zu Hause, der Tisch der Jugend, wird zur Vorratskammer für die kommenden Jahre. Wurde dem Kinde in seinen frühen Tagen nichts vorgesetzt an Bewußtsein und Verantwortungsgefühl, an Achtung vor dem Ueberfommenen und Stolz auf das eigene Schaffen, kann es auch später nicht zurückgreifen auf das Erbe, auf die geistige Mitgift von daheim. Also, was heute geschafft, wird morgen wirken, was unser Name enthält, wird auf bas Kind übertragen in derselben Stärke weiterleben, Erbgut und blutvolles Vermächtnis unserer selbst.
Wahrhaft königlich sah die schlanke Frau in dem Schleppgewand aus silberüberrieselten Spitzen aus, und als sich einer nach dem anderen der Herren herandrängte, um sich über ihre Hand 3" beugen, als ein Lächeln bas schöne, stolze Gesicht zu hinreißender Lieblichkeit verklärte, sah es aus, als ob eine gnäbige Fürstin ihre Untertanen begrüßte. Aeußerlich gelassen, aber mit geheimer Befriedigung gewahrte Steinherr, wie man seiner jungen Frau huldigte, wie bie Blicke ber anwesenden Damen gespannt jede der anmutigen Bewegungen, den Sitz des Kleides, den Tonfall der weichen, etwas tiefen Stimme kontrollierten. Sehr stolz war er auf die Frau, die feinen Namen trug, die Frau, die Not und Armut gekannt, und nun die Würde des Reichtums mit einer Selbstverständlichkeit und Sicherheit trug, die nur dem geborenen Herrenmenschen eigen.
„Kleine Wera", dachte er weich, sie beobachtend „wann lehrt Liebe dich, um Liebe zu bitten?"
Aber als Wera sich nach ihrem Manne umsah, stand er bei der reizenden Frau des Gastgebers einer sprühlebendigen Brünette, die ihn o fensicht' lich anschmachtete, und hatte keinen Blick für sie. Ein feiner, stechender Schmerz durchzuckte sie. Entglitt ihr Magnus ganz, nun er wieder im Kreise seiner Freunde war? Allzu leicht verlor man, was man nicht ganz besaß...
Wera, die die Stille früher so sehr geliebt, empfand sie jetzt inmitten aller Dienerschaft in ihrem großen Hause oft als bedrückend und beschäftigte sich viel und eingehend mit Aenderungen und Verschönerungen der prunkvollen, aber kalten Räume, zu denen ihr Mann ihr die Erlaubnis willig gewährte. Unter ihren Anordnungen wurden Wunder geschaffen. Hier ein Möbelstück mehr, dort eins weniger, zart abgetönte Wandbespannungen und Teppiche, Blumen in Schalen und schlanken Kelchen, ein paar köstliche Bronzen — und ein bezaubernd schönes Heim entstand.
Aber Magnus Steinherr bemerkte es kaum.
Gnadenakt des Reichsstatthalkers in Bayern.
Der Reichsstatthalter in Bayern hat zwei So» desstrafen i n lebenslängliche Zuchthausstrafen auf dem Wege der Begnadigung umgewandelt. Er hat die Todesurteile gegen die Brüder Georg und Johann W i 11 m a n n aus Stephansposching bei Deggendorf in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. Die beiden waren wegen des Mordes an der Landwirtsehefrau QSittmann verurteilt worden.
„(Bord) Fock" in Sroinemünbe.
Am Samstag um 15 Uhr lief das Schulschiff „G o r ch F o ck" in Swinemünde ein und machte unter stürmischer Begrüßung der Bevölkerung am Bollwerk fest. SA., SS. und Hitlerjugend bildeten Spalier. Im Namen der Stadt begrüßte Stadtver- ordnetenoorsteher S ch m i d t den Kapitän der „Gorch Fock". Er überreichte ihm als Geschenk der Stadt Swinemünde eine silberne Vase.
Flüchtig glitt sein Auge über die neugeschaffene Traulichkeit, die jeden Besucher entzückte.
™^In-2ßerr gab es Schwierigkeiten. Die großen Auftrage hatten viele Neuanstellungen bedingt, und diese Fremden beanspruchten nun höheren Gewinn- anteil, als ihnen zukam. Da murrten sie, begannen
Hetzen, mit Streik zu drohen. Täglich gab es jetzt Streit zu schlichten, denn die Unzufriedenheit griff wie eine ansteckende Krankheit auch auf die älteren Arbeiter und Angestellten über. Umsonst entließ Stemherr die schlimmsten Krakeeler, berief den Betriebsrat zu vertraulicher Aussprache. Unmöglich war, was die Schreier verlangten.
„Wenn sich das Werk nicht mehr rentiert, leidet ihr alle darunter", mahnte er. „Erhalten die Arbeiter der unteren Stufe mehr, so muß euer aller Anteil dementsprechend erhöht werden. So viel Ueberschuß aber wirft daZ Werk nicht ab."
Sie nickten, bekümmert, aber nur halb überzeugt. Und die Nörgler vermehrten sich.
35. Kapitel.
Die ersten Frühlingstage tarnen und mit ihnen Die lauen, sternenleuchtenden Nächte, in denen tausend Düfte dem Schoß der aufbrechenden Erde entquollen und das Menschenherz sich weitete in unnennbarer Sehnsucht.
Voll dumpfer Unrast war der Schlaf der einsamen Frau im Herrenhause. Oft stand sie auf trat ans offene Fenster und schaute hinaus in die Mondessilberhelle, von unendlicher Traurigkeit beschwert Nichts half es mehr, an Georg zu denken, sich im Geist in die kurze Glückszöit mit ihm zurückzuver- etzen. Georgs Nähe war nicht mehr fühlbar- je sehnsüchtiger sie nach iflfr verlangte, je ferner schien er. Es war, als habe er ihr einen neuen Weg ge- roufen, mbem er sich von ihr getrennt, und auf diesem Wege stand ein anderer und wartete daß sie sich zu ihm fand. '
Der Motorradfahrer, ein Bäckermeister, wurde oon der Polizei verhaftet.
Absturz am Iungfraujoch.
Zwei führerlose Touristen sind auf der Tvur nach dem Iungfraujoch im Rottalsattel abgelt ü r z t und vom Schnee fast eineinhalb Meter hoch zugedeckt worden. Während einer der Tou- risten unter den Schneemassen liegen blieb, konnte sich der andere befreien und versuchte, sich troz gebrochener Rippen nach dem Iungfraujoch zu schleppen, um dort Hilfe zu holen. Der Dorsal war beobachtet worden, und Rettungsmannschalten waren bereits unterwegs, die den zweite, Touristen noch lebend bergen konnten. Außer einem Rippenbruch war er ebenfalls ohne Schaden davongekommen. Bei den Verunglückte, handelt es sich um zwei Augsburger, einer Rechtsanwalt und einen Rechtsstudenten.
Lustmord in Wilhelmsburg.
2n Wilhelmsburg wurde in der Nähe der alten Feuerwache die in Wilhelmsburg wohnhafte um»:, ehelichte Luise Brohm, geboren am 1. April 1911, ermordet aufgefunden. Die Leiche war an bei Hunden gefesselt. Nach den bisherigen Feststellungei der Mordkommission liegt L u st m o r d vor. Ai die Ergreifung des Mörders wird eine hohe V« lohnung ausgesetzt werden.
Start des Dalbo-Geschwaders durch Anwetter verzögert.
Wie aus Shoal Harbour (Reufundland) bv richtet wird, wird infolge des Llnwetters das auf Neufundland herrscht, der Start des Balbö geschwaders voraussichtlich auch am Montag nod nicht stattfinden können. Die Wetterstationcr melden Regen, Wind und Rebel. Auf dem Meeu herrscht Sturm und schwerer Seegang. Dir Bevölkerung von Shoal Harbour schenkte Balbi einen jungen Reufundländer Hund, worüber der, General sichtlich erfreut war.
Weltflieger Mattern In Neuyork.
Der amerikanische Weltflieger Mattern ift mit einem kanadischen Flugzeug in Reuyork ein« getroffen.
Gegen 40 000 Dollar Lösegeld freigelafsen.
Wie aus Albany (LISA.) berichtet wird, wurdr der am 7. Juli entführte 24jährige Johnny O'Connell, der Sohn einer politisch einflußreichen Reuyorker Familie, nach Zahlung von 4 0 0 0 0 Dollar Lösegeld von seinen Entführern freigelassen. Die ursprüng- liche Forderung der Banditen war eine Viertel Million Dollar. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung der Entführer auf, die jedoch bisher ergebnislos blieb. Die amerikanische Oeffentlich- keit verlangt angesichts der täglich zunehmenden Cntsührungsseuche endlich durchgreifende Maßnahmen der Behörden.
Freundschaftlich und doch getrennt lebten sie nebeneinander her. „Er will mich ja gar nicht", dachte sie und hatte plötzlich die Augen voller Tränen. „Er sieht gar nicht, daß ich versuche, ihm ein Heim zu schaffen, lebt nur für das Werk, ür die Arbeit. Was kann eine Frau solchem Manne sein?"
„Alles oder nichts!" tönte feine Stimme in ihrem Ohr. Alles...? .
Mutlos, mit hängenden Schultern ging Wera Steinherr durch das große Haus, in dem sie sich immer noch mehr als Gast, denn als Hausfrau fühlte, wanderte durch den Park, der an allen Ecken und Enden zu grünen begann, hinaus nach dem kleinen Gartenhaus, das leer und verlassen inmitten der Waldesruhe stand. Nur die Vögel sangen so süß wie damals, als sie hier Georg von Vandros Weib geworden. —
Steinherr bemerkte die Schwermut, die sich wie ein trüber Schleier über Weras Wesen gesenkt, und schob sie auf den Frühling.
„Es wäre gut, wenn du mal ein paar Wochen fortkämst, andere Luft atmetest", meinte er eines Tages beim Abendessen, als ihre Mattigkeit ihm besonders auffiel. „Wie wäre es mit einer Kur in Marienbad? Es ist sehr schön dort."
Die dunklen Augen schweiften an ihm vorüber zum offenen Balkon, auf dessen Brüstung eine Amsel saß und ihre süße, herzbewegende Weise in den sin- kenden Tag hinausflötete. „Wenn du es für gut hältst..." Sie wollte liebenswürdig fein; aber es klang nur müde.
«Doch, ich glaube, es täte dir ganz gut. Hollenbachs fahren morgen nach Berlin, da könntest du eigentlich gleich rnitfahren, wenn es dir paßte. Die wären glücklich, dich ein bißchen zu betreuen", fügte er, schnell nachdenkend, hinzu. Heute früh war es zu einer offenen Schlägerei auf dem großen Vorhof des Werks gekommen. Wer weiß, was geschah ... „Die nächsten Tage gibt es nämlich so Diel zu tun, daß ich mich dir leider wenig widmen kann, da könntest du gerade so gut mit Hollenbachs reifen."
„3a, gewiß, wie du meinst!" Bleischwer lag es der Frau auf dem Herzen: Magnus bedurfte ihrer nicht, ja, er schien geradezu erleichtert, daß sie einwilligte in die sofortige Abreise. Mit größter Mühe zwang sich Wera, die süße Speise fertig zu essen, das Glas Rotwein zu trinken, das ihr Mann ihr selber
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auf den Stopf der
Werbesahri desTISKK.durchOberheffen
1928
1929
1930
1931
1932
Mk. könnte befel« der Reichsverord-
Gießen Worms Offenbach Darmstadt Mainz
584 550 1
555 341 , 486 490 „
271 405
219 082 „
Darmstadt Mainz Offenbach Worms Gießen
437 „
der Stadt Gießen von
zogen ist — betrugen im
1930 (Rechnung)
1931
1932 (Voranschlag)
1933
Jahre
5,6 Millionen RM.
4,9
4,6
4,2
Aus dem Gebiete der städtischen Real- steuern kann bei der Grundsteuer unter Beibehaltung der bisherigen Steuersätze mit einem um 40 000 Mk. höheren Steucrerträgnis gerechnet werden. Andererseits bleibt bei der Gewerbesteuer die Steuereinnahme um etwa 50 000 Alk. gegenüber dem vorjährigen Voranschlag zurück, da nach Alitteilung des Finanzamtes die Steuerwerte vom Gewerbeertrag sich vermindert haben.
Die Ablieferungen der städtischen werke (Llek- trizitäts-, Das-, Wasserwerk) an die Sladtkasse sind mit insgesamt 763 295 R2TI. etwas höher wie im vorjährigen Voranschlag; die geringeren Ablieferungen des Gaswerks und des Wasserwerks werden durch die größere Ablieferung des Elektrizitätswerks mehr als ausgeglichen.
Bei Abschluß der Gesamteinäahmen und Gesamtausgaben verbleibt im Voranschläge ein Fehlbetrag von 142 767 Alk., der sich durch die nach Aufstellung des Voranschlages beschlossenen Einsparungen für den Rest des Rechnungsjahres 1933 auf rd. 1 1 8 000 Alk. vermindert. Cs betragen die Fehlbeträge in den Städten
Die Bürgermeisterei hat jetzt den Etadtrats- mitgliedern und der Presse den Haushaltsvoranschlag der Stadt Gießenfür das Rechnungsjahr 19 3 3 übermittelt. Dazu hat Oberbürgermeister Dr. Kell e r ..Vorbemerkungen zum Voranschlag" beigesügt, die folgenden Wortlaut haben:
Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1933 schließt in der Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe ab mit 5 487 195 Alk-
Die Gesamtausgaben sind um 494 566 RM. geringer als im Vorjahr vorgesehen; damit sind die in den letzten Jahren verfolgten Mah- nahmen größter Sparsamkeit weiter fortgesetzt worden. •
Die Ausgaben der Stadt Gießen — ohne die Ausgaben für die Wohlfahrtspflege, deren Höhe durch die jeweilige Wirtschaftslage bedingt und darum der Einwirkung der Stadtverwaltung ent*
680 RM.
644 „
575 „
458 ,,
Nie Finanzlage der Stadt Gießen
Cftne Uebersicht der Stadtverwaltung zum neuen Voranschlag.
Woli A irtb erfreute die Turnerschac durch einen schönen Segelflug über dem Eannftutter Wajen und landete dann mitten aus der Festwiese.
ausgleichen.
Die Stadtverwaltung lehnt es jedoch ab, von der durch die Reichsverordnung vorn 31. Rlärz 1933 gebotenen Möglichkeit einer Realsleuererhöhung
Gebrauch zu machen.
Es darf erhofft werden, daß der nicht erhebliche voranschlagsmähige Fehlbetrag im Lause des Rechnungsjahres beseitigt werden wird infolge von Mehreinnahmen, die sich angesichts des zunehmenden Aufschwungs des Wirtschaftsleben- von selbst ergeben werden.
Wettervoraussage.
Sehr rasch ist vom Atlantischen Ozean nach den britischen Inseln eine neue Störung vorgedrungen. Deren Riederfchlagsseld sich bereits bis nach Nord- srankrcich erstreckt. Auch unsere Wetterlage wird durch das Drucksallgebiet beeinflußt, so daß unter südwestlichen Winden zunächst Eintrübung, Erwärmung und Niederschläge auftreten. Alsbaldiger Nachschub kühler Luft wird dann die Wolkendecke wieder aufreißen, etwas wechselhaftes Wetter verursachen und gleichzeitig zur Bildung von gewittrigen Schauern führen.
Aussichten für Dienstag: Zunächst Eintrübung mit Niederschläaen, wärmer, dann wieder wechselnd wolkig, südwestliche Winde.
Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, etwas kühler, einzelne teils gewitterhafte Schauer, westliche bis nordweft- liche Winde. „ .
Lufttemperaturen am 30. Juli mittags 19,2 Grad Genius abends 14,2 Grad: am 31. Juli: morgens 13,6 Grad. Maximum 20,8 Krad, Minimum 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 30. Juli: abends 24,3 Grad; am 31. Juli: morgens 17,7 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3„mm. — Sonnenscheindauer 9H Stunden.
Es ist für die Finanzlage ... -
großem Vorteil und hat das Anwachsen der schulden verlangsamt, daß auch in den letzten schwierigen Jahren die nötigen Rücklagen in die E r - neuerungsstöcke der städtischen Betriebe vorgenommen worden sind, so daß
lustigen, die die Durchfahrenden freudig begrüßten. Grünberg war besonders geschmückt. Jede Straße, säst jedes Haus zeigte die Flaggen des Dritten Reiches. Helle Begeisterung lag aus allen Gesichtern und Heilrufe klangen aus jedem Fenster aus Tür und Tor. Während der Fahrt waren die Korps Lollar, Londorf, Grünberg und Gedern zugestoßen.
Unb nun wand sich schier endlos die Reihe der Kraftwagen durch die kurvenreichen Straßen des Vogelsbergs nach dem Hoherodskopf, dem Zielpunkt der Fahrt, zu. Rach einer kurzen Rast auf dem Berge tarn es zu einer machtvollen
Kundgebung am Hitler-Gedenkstein, dem Platz, von dem aus Adolf Hitler im Jahre 1932 Oberhessen aufrief. Rachdem Adjutant L o t h das angetretene ASKK. gemeldet hatte, begrüßte Dezirksführcr L oj) r jLfl die an der Fahrt teilnehmenden Gäste und führte u. a. folgendes aus: „Zum letztenmal wird Sturmsignal geblasen!" Ost habe man dieses Lied gesungen. Es zittere durch unser Blut, wenn man es singe oder fingen höre. Immer muhten die Männer im Braunhemd zu neuem Sturm antreten. Immer wieder sei die große Volksbewegung unterdrückt und beschimpft worden. Immer wieder ertönte aber das „zum letztenmal" und die braune Schar eilte unaufhaltsam von Sieg zu Sieg. Dem Marxismus habe man den Rachwuchs genommen, die deutsche Frau bekannte sich au Adolf Hitler. Ucbctall erklinge Horst Wessels Sturmsignal. Das Volk sei ausgestanden von seinen Leiden und schüttele die Ketten ab.
Deutschland komme wieder zu Ehren, weil es sich zu dem Arontsoldaten Adolf Hitler bekannte.
Auch das Krastsahrwesen sei auferstanden. 3m Gegensatz zu den Automobil-Klubs ringe es mit ver Motor-SA., der SA. und SS. für Deutschlands Geist und Freiheit und nur für Deutschland. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer schloß der Redner seine Ansprache Sodann intonierte die RSKK.-Kapelle das Horst-Wessel- Lied, in das die Menge begeistert einstimmte. Anschließend trug der Heimatdichter Georg H e ß in humorvoller Weise eine von ihm verfaßte Lobeshymne auf Oberhessen, den Vogelsberg und das Hüttenberger Land, sowie ein von ihm verfaßtes Lied für die Standarte 116 vor, die beide mit großem Beifall ausgenommen wurden. Rach einem gemütlichen Beisammensein, bei lustigen Vorträgen und den Klängen der RSKK.-Kapelle wurde die
Heimfahrt angetreten, die über Sch otten und Laubach zunächst nach Lich führte.
Es war ein prächtiger Anblick, wie sich die erleuchteten Wagen unb Krafträber, einer enblofen
Bericht der Staatspolizeistelle G'etzen
Don der Gendarmerie wurde ein Freiwilliger aus dem Arbeitsdienstlager Großen-Buseck scstgenommen und in das Polizcigesangnis einge- liefert, weil er bn Lager kommunistisch agitierte. Strafverfahren ist eingeleitet
* Ein Mann aus Gießen wurde festgenommen, weil er durch Aeußerungen in kommunstischem Sinne dem Publikum Anlaß zum Aergernis gegeben hat.
Ein 16 Jahre alter Russe, der sich auf Wanderschaft befindet, wurde zur Nachprüfung seiner Persönlichkeit in Polizeihaft genommen.
hitlerjungen fanden beim Spielen am Eulenkopf 77 Schuß Jnsanteriemunition, die in einer alten Zeitung verpackt, jedenfalls von dem unbefugten Besitzer in einem alten Graben verscharrt waren.
Von der Gendarmerie und Kriminalpolizei in letzter Zeit beschlagnahmte Schußwaffen, Seitengewehre unb Munition konnten in größerer Anzahl wieder an die Abteilung Ma- terial in Darmstadt abgeliefert werden.
In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurden Straßenpassanten, Motorradfahrer usw in Gießen und Umgegend durch Beamte der politischen Polizei nach Flugblättern kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, daß die revidierten Personen über die Ausweise der Kriminalbeamten nicht orientiert sind. Wir weisen nochmals daraus hin, daß die Kriminalbeamten sich durch ihre Dienstmarke ausweisen, und dieser Ausweis vollständig genügt.
•• WegenUnterschlagung tm Arbeitsdienstlager verhaftet. Der Polizeibericht meldet: Am Somstagmittag wurde hier der 23- jährige Kaufmann Walter Beckmann' aus Versmold (Krs halle a. d. S) wegen Unterschlagung von 800 Mark die er im Arbeitsdienstlager Kieker- doch bei Bielefeld begangen hatte, in haft genommen Beckmann hatte aus der Kasse der Arbeits- dienstlagerkantine, die er verwaltete, 400 Mark entnommen und außerdem unberechtigterweise 400 Mk. mit einem Scheck erhoben. Darauf ging er flüchtig In einem hiesigen Hotel, wo er sich einlogiert hatte, konnte er ermittelt werden.
Erweiterung der Gewährung von Ehestandsdarlehen.
Zu den Bestimmungen über die Gewährung < von Ehestandsdarlehen ist jetzt eine zweite am 3. Juni 1933 in Kraft getretene Durchführungsverordnung erschienen, bie den Kreis ber Darlehensberechtigten erheblich erweitert. Ehestandsdarlehen werden in Zukunft auch dann ge'vahrt, wenn das mindestens sechsmonatige Arbeitnehmerverhältnis der künftigen Ehefrau ganz oder teilweise in die Zeit zwischen dem 1. 3um 1928 und 31. Mai 1931 fällt. Dabei darf kein Teil des sechsmonatigen Arbeitnehmerverhältnisses in die Zeit vor den 1. Juni 1928 fallen. Die Voraus- setzung für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens ist auch dann gegeben, wenn die Ehe m der Zeit vom 1. Juni 1932 bis 3. 2um 1933 geschlossen worden ist, bie Ehefrau noch in einem Arbeitnehmerverhältnis steht, das bereits mindestens sechs Monate währt, unb wenn bie Ehefrau dieses Arbeitnehmerverhältnis vor der Auszahlung des beantragten Ehestandsdarlehens aufgibt. Ehestandsdarlehen werden nicht gewährt, wenn einer der beiden Ehegatten zur Zeit der Antragstellung an Infektionskrankheiten ober sonstigen, das Geben bedrohenden Krankheiten leidet Ein Zeugnis eines beamteten Arztes hierüber ist beizubringen. Die Ausstellung der Zeugnisse ist für die Ehegatten kostenfrei.
Turnverein 1846:
Empfang der Turnfestsieger.
Der Turnverein 1846 empfängt heute abend die Mitglieder des Vereins, die im Rahmen des Deut- scheu Turnfestes in Stuttgart siegreich waren. Um 18 Uhr treffen sich die Mitglieder des Vereins an der Turnhalle und marschieren gemeinsam zum Bahnhof, um die aus Stuttgart zurückkehrenden Turnfestteilnehmer abzuholen. Der Sonderzug von Stuttgart trifft 18.45 Uhr in Gießen ein. Der Rückmarsch mit den Turnfestsiegern bewegt sich durch die Bahn- hosstraße, durch die Neustadt zum Werner-Wall. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
VornoNzeu
— Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unter falscher Flagge" mit Charlotte Susa und Gustav Fröhlich.
— Vorführung der Töpferkunst. Don heute ab ist während der nächsten Taae bei der Firma Mettenheimer (am Kreuzplatz 3) Ge legenheit gegeben, das Töpserhandwerk, jenes Handwerk, das auf eine tausendjährige Tradition zuruck- blicken kann, in praktischerxVorführung kennen zu lernen. Eine junge Kunstgewerblerin zeigt.an der Töpferscheibe, wie sie aus Klumpen rohen roten Tons schöne Vasen und Tovfe durch die Geschicklichkeit ihrer Hände entstehen laßt. Mit dieser Vorführung der schätzenswerten Handwerkskunst ist gleich zeitig eine kleine Schau keramischer Gegenstände verbunden, die ebenfalls einiges Interesse für sich beanspruchen darf. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht.
** Die Leitung der Gießener Werke in einerHand. Nach einer Anordnung der Bürgermeisterei Gießen hat der Leiter des Städtischen Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn, Direktor S t o l t e , mit Wirkung vom 1. August ab, auch die Leitung des Gas- und Wasserwerkes und des Volks- bades übernommen. Der bisherige Leiter des Gas- und Wasserwerkes und des Volksbades, Direktor Braubach, tritt in den Ruhestand.
* Der neue Kirchenvorst and der Lukasgemeinde. Bei der Kirchenvorstands- wahl, die gestern in der Lukasgemeinde statt- gefunden hat, wurden durch die Gemeindevertretung die seitherigen Mitglieder Juwelier Karl Roll, Oberforstmeister i-R. Dr. Emil S ch ü z, Reichsbahnamtmann Christian Dörr, Oberpostsekretär i-R. Oskar Bock, Kaufmann Heinrich Erle und Architekt Ludwig W e h r u m wiedergewählt. Die drei zuerst Genannten wurden gleichzeitig als Mitglieder des Gesamtkirchen- Vorstandes wiedergewählt.
*• In den Ruhe st and getreten. Am heutigen Montag tritt Herr Heinrich Rocker aus Rödgen infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand, nachdem er der Stadt Gießen über 40 Jahre lang als städtischer Baumwart treue Dienste geleistet hat.
** Amtsoor st eher-Besprechunaenim Bezirk der Oberpostdirektion Darm- stad t.' Von der Oberpostdirektion Darmstadt mirb mitgeteilt: Im Verlauf der vergangenen Woche nahm der mut Leiter der Oberpostdirektion Darmstadt,
Rach Mitteilung des Ministeriums des Innern kann bie Stabt Gießen für das Dechnungsiahr 1933 mit einer ilebertoetfung von 216 744 Mk. rechnen. Die zu erwartende Besserung ber Wirtschaftslage, insbesondere bie zunehmende Ern- gliederung von Lohnsteuerpflichtigen in Den Arbeitsprozeß, rechtfertigen bie EinstellmA eines etwas höheren Betrages in den Voranschlag.
(Einen noch stärkeren Rückgang zeigen die Ueber- roeifungen des hessischen Staates aus der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz.
Es wurden ber Stabt Gießen seitens bes hessischen Staates für Wohnungsbauzwecke überwiesen im Jahre:
Oberpostrat Jacobi, Gelegenheit, mit den Post- amtsvorstehern der drei hessischen Provinzen in Darmstadt, Mainz und Gießen gemeinsame Bespre- chungen abzuhalten. Oberpostrat Jacobi eröffnete die Tagungen mit einem kurzen Rückblick auf die große Zeitwende und wies auf die Aufgaben und Pflichten der Berufsbeamten im dritten Reich hin. Gegenstand der Erörterungen war vor allem die Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, ferner wichtige Angelegen- heilen des Betriebs- und Verwaltungsdienstes. Der Leiter der Oberpostdirektion faßte die Ergebnisse der Besprechungen zum Schluß zusammen und beendete die Tagungen mit einem Treugelöbnis zum Reichspräsidenten von Hindenburg und zum Dolks- kanzler Adolf Hitler.
Mieterjubiläum. Reichsbahnfekretar Ludwig Sann wohnt am morgigen 1. August fett 30 Jahren im Hause von Frau Architekt I. Stein W w e., Seltersweg 85. Die lange Dauer des Mietverhältnisses ist ein Zeichen besten Einverneh- mens zwischen der Hausbesitzerin und dem Mieter.
die Stabt zur Zeit über Lrneuerungsrucklagen von insgesamt mehr als 2 Millionen RM.
verfügt.
Auch in Zukunft muß es das vornehmste Bestreben der Finanzpolitik der Stadt sein, eine Steigerung der Schuldenlast zu vermeiden. Nach dem Willen der Stadtverwaltung sollen die Schulden mit Wirkung vom 1. April 1932 ab „stabilisiert fein. Dies ist nicht nur durchgeführt, sondern es ist auch erreicht worden, daß in dem Zeitraum von April 1932 bis April 1933 die Schulden um 300 000 RM. vermindert worden sind.
Aus ber Linnahmeseite bes Voranschlags ist bemerkenswert, baß bie ber Stabt Gießen überwiesenen Anteile an ber Reichseinkommen, unb körperschastssteuer in ben letzten Jahren sehr zurückgegangen sinb.
Es wurden der Stadt überwiesen im Jahre:
Das Jubiläum ehrt beide Teile in gleichem Maße. Die Vermieterin übermittelte dem Mieter aus Anlaß des Jubiläums eine Ehrung.
" Ganöcßfiellc H e s f e n - R a s f a u für Volksaufklärung und Propaganda. Die Geschäftsstelle der Landesstelle Hclsen- Aassau für Vollsaufklärung und Propaganda befindet sich ab Dienstag, 1. August 1933, in der Bü.gerstr.h 9-11 zu Frankfurt am Main, 3. Stock tints. Telephon 33 331. Empfang von Besuchen nur noch telephonischer oder schriftlicher Anmeldung.
"Schriftverkehr mit den Behörden. Das Kreisschulamt Gießen weist in einer Bekanntmachung im längsten Amtsoerkündigungsblatt darauf hin, daß Eingaben an bas Hessische Kultus- minifterium bie Aufschrift: „An das Hessische Staatsministerium, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum" tragen müssen und aus der ersten Seite nur zur Hälfte beschrieoen sein dürfen. Es darf nur Normalsormat verwandt werden.
Das NSKK. Oberbesfen veranstaltete gestern eine großzügige Werbcsahrt durch Oberhessen. Das NSKK. hat sich aus kleinsten Anfängen heraus in zäher Kleinarbeit zu einer machtvollen und starken Formation entwickelt, die jedoch ihren Höchststand an Mitgliedern wohl noch nicht erreicht haben dürfte. Das NSKK. hat mit seiner gestrigen Werbesahrt bewiesen, daß es nicht nur gewillt ist, alle diejenigen, die noch abseits stehen, in seine Reihen aufzunehmen, sondern auch seinen Platz in der deutschen Kraftfahrt zu verteidigen und zu behaupten.
Oie Auffahrt.
Pünkllich um 11.45 Uhr fuhren die ersten Wagen in Richtung Ludwigstraße—Ludwigsplatz auf. Die Aufmarschleitung lag in Händen von Bezirksachu- tant Hartmann Loth, deren Durchführung in mustergültiger Ordnung und tadelloser Disziplin sich vollzog. Angefahren waren vier Korps von Gießen, ein Korps von Lich und ein Korps von Lang-Göns. Nachdem sämtliche Wagen aufgefahren und in schnurgerader Linie ausgerichtet waren, ließ Adjutant Loth die NSKK.-Männer antreten, die einen vorzüglichen Eindruck machten unb den Beweis erbrachten, daß die „Benzinkutscher" nicht nur gut fahren, sondern auch gut marschieren können. Unter den Klängen der NSKK.-Käpelle schritt dar- aufbin Bezirksführer Kohr e s die Front der NSKK.-Männer ab, Die er mit einem „Heil!" begrüßte. Dann hielt der Bezirksführer eine kurze Ansprache an das USKK: „Das NSKK. steht am Beginn seiner vierten Fahrt durch das Standarten- gebiet 116. Es gilt, eine kleine Feuerprobe zu bestehen. Das NSKK. wird alle sich ihm bietenden Schwierigkeiten mit dem alten 116er-Geist der Ordnung und Disziplin, der Exaktheit und bes Gehorsams überwinden. Heil Kameraden!" Dann ging es an bie Fahrzeuge.
An der Fahrt nahmen teil Standartenführer Lutter, Standartenadjutant M ü n k e r, Vertreter der Motorstaffel 116, die Standerabordnung der aktiven Motor-SA. M 1/116 mit Sturmführer Weber, der Vertreter des Po- idirektors Oberinspektor Hofmann, Ver- tcr der Kreisleitung, sowie Vertreter der SS.- Standarte. Zahlreiche Zuschauer hatten sich zu der Auffahrt eingefunden, die mit lebhaften Heil- rufen das ASKK. begrüßen.
Bald waren die Straßen erfüllt von dem Motorengeknatter der Motorräder und Kraftwagen. Während es zunächst leicht regnete, ließ der Wettergott aber bald lachenden Sonnenschein erstrahlen.
In mustergültiger Fahrbisziplin ging es burch bie Straßen Gießens nach Lollar zu, an ber herrlichen Burg Staufenberg vorbei, durch bie Rabenau über Lonborf nach Grünberg.
Die Ortsstrahen, vorzüglich gesichert durch SA. und Gendarmerie, waren gesäumt von Schau-
Bei der Ausgabeseite des neuen Voranschlags ist hervorzuheben, daß seit Jahren zum ersten Male ein Rückgang der Ausgaben für die Wohlfahrtspflege zu verzeichnen ist, die bei vorsichtiger Schätzung rund 42 000 Mark geringer angesetzt werden können. Hier kommen die verdienstvollen Maßnahmen zur Auswirkung, die Reichskanzler Adols Hitler zwecks Beseitigung der Arbeitslosigkeit energisch und mit großem Erfolge in die Wege geleitet hat. Auch die teils schon erfolgten, teils werter zu erwartenden Maßnahmen zur Senkung der Zinsen beeinflussen die Ausgabeseite des Voranschlags in günstigem Sinne, da die für die Verzinsung der Kapitalschulden aufzuwendenden Beträge sich vermindert.
Der Schulbenstand der Stabt Gießen ist mit runb 9 Millionen RM. beim vergleich mit anberen Stäbten ein nichtiger.
Es betragen in den 5 größten hessischen Stäbten die Schulden aus den Kopf der Bevölkerung in
Mainz - 689 RM.
Worms - 539 „
Offenbach -- 517 „
Darmstadt -- 497 „
Gießen - 248 „
Dabei ist von Interesse, daß die Stadt Gießen, die heute den niedrigsten Schuldenstand aufweist, im Jahre 1914 den h ö ch st e n Schuldenstand zu verzeichnen hatte Denn es betrugen in 1914 die Schulden auf den Kopf der Bevölkerung in
Der Fehlbetrag von 118000 tigt werden durch Anwendung .. nung vom 31. März 1933. welche eine Erhöhung der Realsteuersätze um höchstens ein Fünftel über den Landesdurchschnitt zuläht. Diese Erhöhung würde für die Stadt Gießen eine Mehrein- - nähme an Rcalsteuem von 153 000 Mk. ergeben, mithin den Fehlbetrag von 118 000 Mk. mehr al8
Bevölkerung
5 400000 RM.
59,79 RM.
4 300 000 „
30,29 „
3 200 000 „
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118 000 „
3,03 „
1928
574 000 Mk.
1929
546 000 .
1930
423 600 ,
1931
61600 „
1932
61 600 .
leuchtenden Kette gleich, durch die Straßen wanden. Sn Lich empfing eine dicht gedrängte Menschenmenge die Fahrer. Nach kurzer Rast ging es weiter nach Gießen, wo mit der letzten Wagen- parade auf Oswaldsgarten die Werbefahrt ihr Ende fand.
Wirtschaft.
Frankfurt still.
Frankfurt a. M., 31. Juli. (WTV. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche war das Geschäft nur klein. Die Umsätze waren weder sehr zahlreich, noch wiesen sie größeren Umfang auf. Daß diese Loge, wie schon mehrfach erwähnt, auf die sommerliche Stille zurückzuführen ist und nicht auf irgendwelche retardierende Momente, geht daraus hervor, daß sehr wenig Material herauskam und die Stimmung demzufolge freundlich blieb. Die Veränderungen waren indessen sehr gering, sie bewegten sich meist innerhalb einer Spanne von 0,75 Prozent nach oben, vereinzelte Rückgänge betrugen bis zu 1 Prozent. Wenig einheitlich war der Montanmarkt, an dem Buderus 2,39 Prozent, Vereinigte Braunkohlen 1 und Klöcknerwerke 0,50 Prozent gewannen, andererseits jedoch Phönix 1 uüd Mansfelder 0,65 Prozent nachgaben. Von Spezialwerten lagen Rütgerswerke 0,87, AEG. 0,75 Proz., Siemens u. Farben 0,13 Proz. höher. Auch Zement Heidelberg, verbesserten sich um 0,75 Prozent. Einen 0,50 pro» genügen Rückgang hatten AG. für Verkehr aufzuweisen. Sm Verlaufe der Börse waren einige bemerkenswerte Veränderungen zu beobachten, Schiffahrtswerte neigten jedoch eher etwas nach unten.
Der Rentenmorkt war gleichfalls freundlich gestimmt. Altbesitz lagen behauptet und konnten sich im Verlaufe um 0,25 Prozent befestigen. Reubesitz waren 7 Pf. fester, späte Reichsschuld-
Frankfurter Schlachtvrehrnarkt.
Frankfurt a. M., 31. Sult. Auftrieb: 1134 Rinder (380 Ochsen, 104 Bullen, 335 Kühe,
296 Färsen), 366 Kälber, 28 Schafe, 3270 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen, voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 28 bis 31 Mk., (ältere) 24 bis 27, sonstige vollfleischige 20 bis 23; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 24; Kühe: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 16 bis 19, gering genährte 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 28 bis 32, vollfleischige 25 bis 27, fleischige 20 bis 24. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 35 bis 39, mittlere Mast- Und Saugkälber 30 bis 34, geringere Saugkälber 25 bis 29, geringe Saugkälber 18 bis 24. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 39 bis 42, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 42, von etwa 160 bis 20) Pfund 39 bis 42, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 41 Mk- — Markt- verlauf: Rinder ruhig, geringer Lieberstand; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine mittelmäßig, geräumt.
Da Zweifel zu bestehen scheinen, in welchen Orten Milchabsatzgenossenschaften zu errichten sind, wird bemerkt, daß dies in allen Orten zu geschehen hat, wo Milch in Verkehr gebracht wird, sei es um mittelbar von dem Erzeuger an den Verbraucher — auch ab Hof — oder an Händler oder an Molkereien. Hierbei sei bemerkt, daß es dem Milchoer- sorgungsoerband Vorbehalten ist, künftig das Zutragen von Milch durch Erzeuger an Verbraucher von der Genehmigung der Milchabsgtzgenossenschaft abhängig zu machen.
5. Die Genossen einer Milchabsatzyenossenschaft sind auch weiterhin befugt, selbst darüber zu entscheiden, in welcher Weise sie die von ihnen gewonnene Milch im eigenen Betrieb verwerten wollen.
6. Genossen einer Milchabsatzgenossenschaft, die ab Hof an Verbraucher abgeben, haben zu Beginn jeder Woche der Milchabsatzgenossenschaft die in der Vorwoche abgesetzte Milchmenge anzugeben.
7. Die B i l d u n g von Milchabsatzgenossenschaften ist nur im Benehmen mit den zuständigen Genossenschaftsoerbänden zulässig. Die Einrichtung von Sammel ft eilen bei den Milchabsatzgenossenschaften bedarf meiner Genehmigung.
8. Solange von dem Milchversorgungsverband eine Neuregelung der Milchpreise nicht erfolgt ist, verbleibt es bei den seither festgesetzten Preisen.
9. Um eine Uebersicht zu gewinnen, welche Milchmengen zur Zeit von den Milchabsatzgenossenschaften erfaßt werden können, haben sämtliche Genossenschaften bis zum 15. August d. I. dem Milchversorgungsverband mitzuteilen, welche Milchmengen im ganzen von den Genossen erfaßt werden können, und für welche Milchmengen zur Zeit Absatz besteht.
10. Nach Errichtung des Unterbaues des Milch- versorgungsverbandes und der Aufnahme der Tätigkeit der von diesem einzusetzenden Organe wird alsdann die Regelung des Milchverkehrs und der Verwertung der Werkmilch im Verbandsgebiet im einzelnen in Angriff genommen.
Milchoerforgungsverband Hessen.
Der Beauftragte: Birkenholz, Dipl.-Landwirt.
Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein.
Vorläufige Regelung des Mtlchavsayes im Verbandsgebiet des Milchversorgungsverbandes Hessen.
Der Milchversorgungsverband Hes - s e n gibt im Nachstehenden folgende Bestimmungen zur vorläufigen Regelung des Milchabsatzes im Verbandsgebiet des Milchversorgungsverbandes Hessen bekannt:
1. Nachdem der organisatorische Unterbau des Milchversorgungsverbandes Hessen durch die Errichtung von Milchabsatzgenossenschaften auf der Erzeugerseite im wesentlichen beendet ist, haben die gebildeten Milchabsatzgenossenschaften alsbald ihre Tätigkeit aufzunehmen. Mit Rücksicht darauf, daß in den Lieferungsbeziehungen erst eine Aende- rung vorgenommen werden kann, wenn auch auf der Seite der Molkereien und Händler und in den Hauptverbrauchsorten die organisatorischen Vorarbeiten beendet sind, kommt für die neugebildeten Milchabsatzgenossenschaften zur Zeit nur ein Milchabsatz im Rahmen der seither von den einzelnen nunmehr zusammenge- schlossenen Erzeugern getätigten Lieferungen in Frage. Die neugebildeten Milchabsatzgenossenschaften haben daher zunächst von ihren Genossen nur soviel Milch aufzunehmen, als notwendig ist, um den seitherigen Lieferungsoerpflichtungen ihrer Genossen nachkommen zu können. Hierbei haben die Milchabsatzgenossenschaften darauf Rücksicht zu nehmen, daß sie die Milch in erster Linie von denjenigen Erzeugern einziehen, die seither Milch in Verkehr gebracht haben.
2. Vorstehende Regelung greift nur insoweit Platz, als es sich um Milch handelt, die seither von Erzeugern an eine Stadtmolkerei, an Händler oder Verbraucher unmittelbar abgesetzt wurde. Besteht für eine Milchabsatzgenossenschaft die Möglichkeit der Belieferung einer ß a n b = molkerei, steht nichts im Wege, daß über den Rahmen der seither getätigten Lieferungen diese Molkerei beliefert wird.
3. Insoweit Milchabsatzgenossenschaften noch in Bildung begriffen sind und erst in einigen Tagen ihre Tätigkeit aufnehmen können, greift auch für diese nach Aufnahme ihrer Tätigkeit die Regelung unter Ziffer 1 und 2 Platz.
4. Da, wo sich der Bildung von Milchabsatzgenossenschaften noch gewisse Schwierigkeiten bieten, so daß in Kürze mit der Aufnahme der Tätigkeit dieser Genossenschaften nicht zu rechnen ist, werden die Bürgermeistereien gebeten, hiervon umgehend dem Milchversorgungsoerband Hessen, Frankfurt a. M., Bethmannstr. 50 I, schriftlich Mitteilung zu machen.
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Gießen, den 25. Juli 1933. 4866D
Hessisches Amtsgericht.
Verdingung.
Die Ausführung der folgenden Arbeiten zum Um- und Erweiterungsbau der Bezirkssparkasse Gießen soll auf Grund der Reichsoerdingungsordnung vergeben werden: ‘ 4861V
1. Inneneinrichtung (Möbel und Gestühl).
2. Tresoreinrichtungen und eiserne Schränke.
3. Beleuchtungskörper.
4. Verschiedene Bronzearbeiten.
5. Telephon-, Uhren- und sonstige Schwachstromanlagen.
6. Einbau einer Förderbandanlage.
7. Jnstallationskörper (Spiegel usw.).
8. Fensterdekorationen.
Wegen des Umfangs der zu liefernden Arbeiten bleibt die Genehmigung des Vorstandes bzw. Aufsichtsrates der Bezirkssparkasse Gießen vorbehalten.
Leistungsverzeichnisse können, solange der Vorrat reicht, von der örtlichen Bauleitung, Herrn Architekt B. D. A. Hamann. Gießen, Bergstraße 11p, bezogen werden. Daselbst liegen die zugehörigen Zeichnungen zur Einsicktnahme aus. Die Oeffnung der verschlossenen und mit Anschrift und Titelbeschriftung versehenen Angebote findet am TNontag, dem 7. August d. 3., vormittags 10 Uhr, im Bureau des Herrn Architekten Hamann statt.
Gießen, den 29. Juli 1933.
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