Nr. 77 Zweites Blatt Hreitag, 31. März 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Reichskanzler und Staatspräsident Ehrenbürger von Gedern. / Gedern, 30. März. In ihrer gestrigen Einung ehrte die hiesige Gemeindevertretung einstimmig den Reichskanzler Adolf Hitler und den hessischen Staatspräsidenten Pros. Dr. Werner durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Gedern. weitere Ehrungen der nationalen Führer. • Burkhards (Kreis Schotten,', 30. März. Der hessische Stacllspräsik-nt Pro*. Dr. Werner wurde in dankbarer 2l erlern u g fe'.neZ verständnisvollen Eintretens <ür die -c-duiDirtfujaft von dem Gemeinderat unseres Dorfes einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. ' Ober-Seemen (Krs. Schotten), 30.Mürz. Der Gemeinderat unseres Ortes beschloß, den Reichskanzler Adolf Hitler in dankbarer Würdigung seiner unvergänglichen Verdienste um die Wiedererweckung des nationalen Gedankens in Deutschland zum Ehrenbürger unseres Ortes zu ernennen. LehrervereinS-Kundgebung für die nationale Negierung in Hessen. rl. S t o ck h e i m , 29. März. In einer Sitzung des Vorstandes des Kreislehrervereins Büdingen berichtete der Kreisobmann, Lehrer V i e r h e l l e r - Düdelsheim, über die Lage des Hess. Landes-Lehrervereins nach dem Rücktritt seines seitherigen Obmanns, Rektor Reiber- Darmstadt, und des gesamten Vorstandes. In allen Teilen des Landesvereins sollen in Kürze Reuwahlen stattfinden, damit bei der auf den 14. Mai verlegten Vertreter- Versammlung in Vilbel in allen Kreis- und De- zirlsvereinen Männer an der Führung sind, die das Vertrauen der Lehrerschaft, sowie der Regierung haben. An den Leiter des hessischen Schulwesens, Herrn Oberschulrat Ringshausen, ging folgende Entschließung ab: „Sehr geehrter Herr Oberschulrat! Eine dr.ngliche Ausschußsihung des Kreis- Vereins Büdingen des Hess. Landes-Lehrervereins beschäftigte sich mit der Umwandlung der Leitung des Gesamtvereins und aller seiner Telle. Die Lehrerschaft des Kreises, die in ihrer überwältigenden Mehrheit von jeher auf betont nationalem Boden steht und in ihren Reihen viele, auch Ihnen bekannte alte und neue nationale Kämpfer hat, begrüßt die neue Leitung des hessischen Schul- wesens, und es wäre ihr dringend erwünscht, toenn der Hess. Landes-Lehrervere n, dessen Vorstand nunmehr zurückgetreten ist, mit der neuen Regierung in Fühlung käme, damit neue, klare Verhältnisse geschaffen würden mit dem Ziel, die große nationale Einheitsorganisation aller Lehrer auch in Hessen zu schaffen. Wir bitten den Herrn Oberschulrat, diese Entwicklung auch in Fühlung mit neuen, geeigneten Männern des Hess. Landeslehrervereins von der Regierungsseite her nachdrücklichst zu fördern. Mit deutschem Gruß! Der Vorstand des Kreisvereins Büdingen, gez.: Vierheller, Ganh, Häuser, Schnierle, Kutt, Koch, Roth, Knau s." Oberbürgermeister-Wechsel n Darmstadt WSN. Darmstadt, 30. März. Auf Grund der Verordnung zur Sicherung der Verwaltung in den Gemeinden vom 20. März 1933 wurde mit sofortiger Wirkung die Amtszeit des Oberbürgermeisters Mueller und des Bürgermeisters Delp (SPD.) in Darmstadt für beendet erklärt. Mit der kommissarischen Versehung der Dienstgeschäfte wurde beauftragt anstelle von Oberbürgermeister Mueller Oie Besetzung der KruppschenWerke in Essen. 3ur Erinnerung an den ZI. März 1923. Äon Professor Dr. Grimm. Das erste Angriffsziel des französischen Einbruchs in das Ruhrgebiet war die Industrie. Poincare hatte geglaubt, daß es der ^friedlichen Ingenieurkommission", die er unter dem Schutz von kriegsmäßig ausgestatteten Divisionen ins Ruhrgebiet entsandt hatte, mit leichter Mühe gelingen werde, den Widerstand der Industriellen zu brechen und damit das wirtschaftliche Herz Deutschlands seiner „Pfänderpolilil" dienstbar zu machen. Der Mainzer Prozeß gegen Thyssen und die Übrigen Vertreter des Ruhrbergbaus hatte aber gezeigt, daß Poineare sich in dieser Rechnung getäuscht hatte. Seitdem hatte Poineare die Taktik geändert. Der zweite Angriff war gegen die Beamten gerichtet. Beamte aus allen Verwaltungen wurden vor die Kriegsgerichte gestellt und in großer Zahl verurteilt oder ausgewiesen. Die französische Politik hoffte, hierdurch einen Keil zwischen die „preußische" Beamtenschaft und die rheinische Bevölkerung zu treiben, so den Widerstandswillen zu lähmen und darüber hinaus auch die weiteren Ziele einer separatistische Politik zu erreichen. Im März aber ging man auch gegen die Industrie wieder energischer vor. Es kam zu zahlreichen Werksbesehungen. Die Arbeiterschaft protestierte. Jedesmal, wenn eine Industrieanlage beseht wurde, ertönten die Sirenen und die Arbeiter strömten zusammen. Solche Demonstrationen kamen z. B. am 10. März 1923 in den Thys- senwerken in Hamborn, am 12. März in Hörde, am 19. März bei Mannesmann und Rheinmetall in Düsseldorf, am 22. März 1923 bei Orenstein & Koppel, am 23. März auf Reumühl, am 26. März auf „Schlägel und Eisen", ferner auf Deutsch-Luxemburg und anderen Werken vor. Die französischen Tesa^ungebeh.rden sahen keinen Anlaß zum Einschreiten, und die Demonstrationen verliefen ohne wesentlichen Zwischenfall. Am 31. März, am Karsamstag 1923, fand eine ähnliche Demonstration in den Kruppwerken in Essen statt. Gegen 7 Uhr morgens wurden die großen Automobilhallen der Kruppschen Werke von einer französischen Kampfgruppe, einem Offizier und elf Mann besetzt. Versuche des Heber seitherige Leiter des Polizeiamts in Mainz Amtsgerichtsrat Dr. Barth (M. d. L), anstelle des Bürgermeisters Delp der seitherige Bürochef des Staatskommissars für das Polizeiwesen in Hessen Derwaltungsobersekretär Wilhelm H a u g (M. d. L.) Der seitherige Leiter des Polizeiamts in Offenbach Dr. Landmann wurde mit der kommissarischen Leitung des Polizeiamts in Mainz beauftragt. Mit der kommissarischen Leitung des Polizeiamts Offenbach wurde Rechtsanwalt Dr. Käß in Mainz betraut. Weitere Beurlaubungen bei der Offenbacher Stadrverwaltung. WER. Offenbach, 30. März. Auch am gestrigen Tage wurden weitere Beurlaubungen bei der Stadtverwaltung ausgesprochen. Davon wurden u. a. der Direktor des Elektrizitätswerkes Lemke und der Betriebsamtmann Langenbeck von der Straßenbahnverwaltung betroffen. Außerdem wurden am Schlachthaus die beiden jüdischen Tierärzte Dr. Strauß und Dr. Wolfstein ihrer Aemter enthoben. Veränderungen im Mainzer Verwaltungs- und Wirtschaftsleben WER. Mainz, 30. März. Im Zuge der Maßnahmen zur Llmorganisation der Mainzer Verwaltung ist dem Direktor der Städtischen Musikhochschule Hans Gal, sowie dem Stadtfürsorgearzt Dr. Marquard die Kündigung ausgesprochen worden. Auch eine Anzahl j ü - bischer (Beamter und Angestellter der Stadt, sowie mehrere Aerzte im Städtischen Krankenhaus sind beurlaubt bzw. gekündigt worden. Der Präsident der Mainzer Industrie» und Handelskammer Ludwig Meyer ist von seinem Posten zurückgetreten. Den Rücktritt weiterer Ausschuhmitglieder erwartet man für die nächsten Tage. ZnS Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Offenbach, (0 März. (WER.) Der frühere Direktor des Offenbacher Arbeitsamtes Z s ch e ch, der bei der SPD. eine führende Rolle spielte, ist aus der Schuhhaft ins Offenbacher Untersuchungs-Gefängnis übe.geführt worden, da Unn-gvana^giCikn Dotgct.-u.^n sein sollen. Die Akten sind der Staatsanwaltschaft in Darmstadt die die Untersuchung leitet, übermittelt worden. DerbreitervonGreuelmärchenverhastet WER. Mainz, 30. März. In der vergangenen Rächt wurde der ehemalige S e p a r a t i st Leo Bendlto Steigerwald aus Mainz nach seiner Ankunft aus Frankreich auf dem hiesigen Hauptbahnhof verhaftet. Er steht unter dem dringenden Verdacht, an der Verbreitung derGreuelnachrichten beteiligt zu sein. WSR. F r a n k f u r t a. M., 30. März. Gestern wurden hier zwei ausländische Iuden, und zwar der 38jährige Markus Reumann, russischer Staatsangehöriger, Grünestraße 19 wohnhaft, sowie der 22jährige Rumäne Alexander Sternberg, ebenfalls Grünestraße 19 wohnhaft, wegen Verbreitung von Greuelnachrichten durch Beamte der Abteilung I A festgenommen. Bei der Haussuchung wurde stoßweise belastendes Material gesunden. In letzter Zeit hatten sie Rachrichten nicht nur in Frankfurt a. M., sondern auch in Schweden und Rumänien verbreitet, daß jüdische Passanten auf offener Straße verprügelt würden und die Polizei sich dabei passiv verhalte. Aus dem beschlagnahmten Material geht weiter hervor, daß sie den Reichskanzler Adols Hitler beschimpft und im Ausland auf das gröblichste verächtlich gemacht haben. Die beiden standen auch mit ausländischen Zeitungen in engster Verbindung. Reumann und Sternberg werden dem neugebildeten Sondergericht vorgeführt. triebsrates, die Franzosen durch Verhandlungen zum Abzug zu bewegen, blieben erfolglos._ Da wurden, entsprechend einer schon früher mit der Betriebsleitung getroffenen Vereinbarung, die Sirenen gezogen, und die Arbeiter verliehen die Betriebe und zogen zum Protest vor der Automobilhalle auf. Das militärische Kommando hatte den Befehl, in der Automobilhalle eine Kommission zu erwarten, die die Beschlagnahme von Automobilen durchführen sollte. Diese Kommission blieb aber aus. Stundenlang lieh man die kleine Kampfgruppe ohne Rachricht und ohne Befehl. Die Soldaten fühlten sich offenbar nicht bedroht. Sie hatten telephonische Verbindung mit einer alliierten Kontrollkommission, durch die sie leicht Hilfe und Weisungen erhalten konnten. Aber sie machten davon keinen Gebrauch. Die Menge vor der Halle wuchs immer mehr an, bewahrte aber die Ruhe. Die Anklageschrift selbst muhte zugeben, daß sich auf Seiten der Deutschen einige Personen ehrlich bemühten, die Masse der Kundgeber ruhig zu halten. Die Sirenen waren schon abgestellt und die Menge begann bereits, sich zu verlaufen. Das geschah das Furchtbare. Der Führer der Soldaten hatte offenbar die Rerven verloren. Der Leutnant hatte vor bem Eingang bet Halle einen Strich gezogen, ben keiner der Kund- geber überschreiten dürfe. Als einige Betriebsratsmitglieder, darunter der Arbeiter Müller, an die Menge Worte der Beruhigung richten wolllen, drängten die weiter Zurück stehenden nach dorn, um besser zu verstehen, und so wurden die vorne Stehenden vorgestoßen und der Strich wurde überschritten. Da gab plötzlich der Leutnant den Befehl, aus einem bereitgestellten Maschinengewehr zu feuern. Das Ganze war das Werk von Sekunden, und sofort lagen Hauken von Menschen in ihrem Blut. Dreizehn Tote und zahlreiche Verwundete waren zu beflogen. Den Soldaten geschah nichts. Sie zogen unbehelligt ab. Unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung wurden die Opfer zu Grabe getragen. Ganz Essen trauerte um die Toten: das war im besten Sinne eine Volksgemeinschaft, die sich ohne Unterschied der Partei und des Glaubens zusammen- gefunben hatte, ber gemeinsamen Trauer Ausdruck zu geben. Die französische Militärjustiz aber schritt ein. Richt gegen die Verantwortlichen. Der Leutnant, der das Blutbad angerichtet hatte, wurde öffentlich belobt. Es ging um das Prestige, das noch immer der Feind Gerechtigkeit war. Statt dessen ließ Wirtschaft. Frankfurt still und uneinheitlich. Frankfurt, 31. März. (WTB. Drahtmel» düng.) Die heutige Mittagsborfe eröffnete in großer Geschäftsftille. Die Kulisse übte aus mannigfachen Gründen stärkste Zurückhaltung, während die Kundschaft der Börse fast völlig fern blieb. Gegenüber der erneut schwachen Meldungen aus dem Ausland blieben verschiedene günstige Momente wie die weitere Zunahme der Spareinlagen im Reiche und die Erklärung, daß kein weiterer Rückgang in der industriellen Beschäftigung mehr eingetreten ist, fast ohne Wirkung. Die Stimmung war recht unsicher und die wenigen Kurse, die zunächst zur Notiz kamen, lagen meist schwächer, da noch einige Verkäufe offenbar zu Geldbeschaffungs- Zwecken für den heutigen Quartalsultimo erfolgten. Denen nur wenig Aufnahmeneigung gegenüber- ftanb. Die durchschnittlichen Kursrückgänge betrugen etwa 1 v. H. Mehr rückläufig waren einige «pezialwerte wie IG., Deutsche Erdöl, Bekula, Siemens, Ilse Bergbau Genuß, bei denen Abschwächungen von 2 bis 3,50 v. H. zu verzeichnen waren. Auch AEG. (minus 1,75 o. H.), AG. für Verkehrswesen (minus 1,90 v. H.), Mannesmann (minus 1,50 v. H.), Rheinstahl (minus 1,25 v. H.) und Zement Heidelberg (minus 1,25 v. H.) eröffneten recht matt. Unverändert zur kräftig erholten Abendbörse setzten Reichsbank, Norddeutscher Lloyd, Stahlverein, Gelsenkirchen und Otaoi Minen ein. Etwas fester lagen Felten, Gesfürel, Goldschmidt und Gebr. Iunghans mit Erhöhungen von 1 bis 1,50 v. H. Nach ben ersten Notierungen unterlagen die Kurse, insbesondere einige Spezialwerte, mehrfachen Schwankungen, später traten schließlich auf kleine Interventionen wieder Erholungen ein, wobei teilweise die Anfangsnotierungen um 0,50 bis 1 o. H. überschritten wurden. Der Rentenmarkt unterlag bei kleinem Umsatz stärkeren Schwankungen. Altbesitz, die gestern abend kräftig erholl waren, verloren zum ersten Kurs 2,50 v. H., Neubesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 12 bzw. 80,25 o. H. unverändert. Später unterlagen auch hier die Kurse mehrfachen Schwankungen bei eher nach unten gerichteter Tendenz. Goldpfandbriefe und Kommunalobligationen waren noch etwas angeboten und etwa 0,50 bis 1 v. H. niedriger. Auch Stadtanleihen gaben überwiegend 1 bis 2 v. H. nach. Staatsrenten und Jnduftrieobligationen lagen ruhig. Ebenso der Auslandsrentenmarkt. Tagesgeld war zum Ultimo mit 4,50 v. H. (4 v.H.) stark gesucht. Berlin uneinheitlich, später leicht befestigt. Berlin, 31. März. (WTB. Funkspruch.) Nach der freundlicheren Frankfurter Abendbörse war die Stimmung auch an der heutigen Vorbörse wesentlich beruhigter, da man die technische Abwicklung des Ultimos mit dem gestrigen Tage als erledigt ansah. Es lagen zwar zu Beginn des offiziellen Verkehrs an einzelnen Märkten noch Verkaufsorders vor, doch fand die herauskommende Ware glatt Unterkunft, wenn auch die Kursgestaltung nicht immer einen einheitlichen Charakter zeigte. Es ergaben sich Besserungen bis zu 2,5 o. H. gegen die gestrigen Schlußnotierungen, Lahmeyer tonnten sogar um 3,25 v. H. anziehen und Schuckert um 2,75 v. H. Als anregendes Moment war die Frühjahrsenllastung auf dem Arbeitsmarkt zu bezeichnen, ferner die Zunahme der Einlagen bei den Sparkassen sowie die internationalen Rohstahlverhandlungen in Paris. Dagegen verstimmte etwas der Rückgang des Ruhrkohlen- absatzes im Monat März. Die schwächeren Meldungen von den Auslandsbörsen blieben ganz ohne Einfluß auf die hiesige Tendenz. Rheinische Braun- kohlen, bei denen bekanntlich heule die Generalversammlung ftattfinbet, büßten 2 v. H. ein. Farben lagen zunächst ziemlich fest, doch stellte sich der An- fangskurs zirka 2 v.H. unter die Vorbörse, jedoch fast 1 v. H. über gestern. Montanwerte waren mit wenigen Ausnahmen durchweg fester, während Braunkohlenpapiere schwächer notierten. Erwähnenswert waren noch RWE. sowie Schubert & Salzer, Deutsche Atlanten, Süddeutsche Zucker, Wintershall und Spritaktien, die ziemlich schwach lagen. Anleihen waren gleichfalls beruhigt und bis zu 1 v. H. fester. Im Verlause der Börse war die Kursgestaltung bei ruhigem Geschäft zunächst nicht einheitlich. doch konnte sich später meist eine leichte Befestigung durchsetzen. So waren Siemens, Farben, RWE., Schultheis und andere Werte bis zu 1,5 v. H. über Anfang. Wettervoraussage. Die kühlere Luft hat bereits das Festland erreicht und gestattet das Wetter etwas wechselhaft. Dabei ist das Barometer von Westen her angeftiegen, so daß wieder Beruhigung eintreten wird. Allerdings wird durch die immer noch zufließende Westluft weiterhin vorübergehend wechselhafte Bewölkung hervor- gerufen. Für allzu lange Zeit scheint die Hochdruckwetterlage aber diesmal nicht gesichert zu fein, da roeftlv' von Irland bereits Anzeichen einer neuen Störung vorhanden sind. Aussichten für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm und meist trocken. Aussichten für Sonntag: Wolkig bis heiter, tagsüber etwas wärmer und trocken. Lufttemperaturen am 30. März: Mittags 18 Grad Celsius, abends 9,2 Grad Celsius: am 31. März morgens 4,9 Grad Celsius. Maximum 18,2 Grad, Minimum minus 1.6 Grad, Riederschläge 0,2 Millimeter, Sonnenscheindauer fli/3 Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 1. April. Johanneskirche. 14 Uhr: Beichte für die Konfirmanden der Johannes- und Militärgemeinde uni) deren Angehörigen; Bfr. Ausfeld. Aufklärung eines abscheulichen Mordes Lpd. Frankfurt a. M., 30. März. In der Nacht zum 1. März wurde in der Kasinostrahe im Stadtteil H ö ch st der 33jährige Kraftfahrer Josef Dieser, Scharführer der SS., durch einen Pistolenschuß in den Kopf getötet. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, als Täter den Schreiber Heinrich O ck e r t, geboren am 28. Mai 1902 in Zelle, Mitglied des Reichsbanners, zu ermitteln. Odert wurde am Tage nach der Tat von Gesinnungsgenossen nach der Schweiz geschafft. Dort ist er auf Ersuchen der Frankfurter Kriminalpolizei fe ft genommen worden, lieber feine Auslieferung ist noch nicht entschieden. Auch der Begleiter des Ockert bei der Tat wurde der französische General Iacguemot am Tage nach der Tat die Kruppschen Direktoren Dr. Bruhn, Hartwig und O e st e r 1 e n, die nichts mit dem Vorfall zu tun hatten, und später auch den Arbeiter Müller, zuletzt sogar Krupp von Pohlen und Halbach selbst verhaften und vor das Kriegsgericht stellen. Die Anklage lautete auf Störung der öffentlichen Ordnung, Komplott und Organisation des Widerstandes. Das Urteil war denn auch dementsprechend. Fünfzehn Iahre Gefängnis gegen Krupp von Bohlen und Halbach, ähnliche Gefängnisstrafen gegen die Direktoren, sechs Monate Gefängnis gegen den Arbeiter Mütter, der die Menge ausgewiegelt haben sollte, dazu entsprechend hohe Geldstrafen. Ein Schrei der Entrüstung ging durch das ganze Land. Aber auch im Auslande wurde die Aufmerksamkeit auf die unhaltbaren Zustände im Ruhrgebiet hingelenkt. Der Vorfall in der Kruppschen Fabrik und das drakonische Urteil gegen Krupp und die Direktoren und den Arbeiter hatte eine große Bedeutung. Sie bildeten einen 'Abschnitt in der Entwicklung des großen Ringens, das sich damals an Rhein und Ruhr abspielte. Hatte Poincare im Thyssenprozeh Milde walten lassen, um die Industriellen zu gewinnen, so wollte er jetzt durch Gewalt und Härte den Widerstand brechen. Das Urteil im Krupp-Prozeh fällt zusammen mit dem Todesurteil gegen Schlageter. Besonderen Eindruck hatte die Art und Weise gemacht, wie man Krupp von Dohlen und Halbach verhaftete. Er befand sich damals in Berlin, um an wichtigen Sitzungen des Staatsrates teil« zunehmen. Da erreichte ihn eine Vorladung vor das Kriegsgericht, wo er als „Zeuge" vernommen werden sollte. Diese Vorladung war nur ein Vorwand, ihn nach Essen zu locken. Seine Verhaftung war schon von vornherein beabsichtigt gewesen. Krupp von Bohlen war gewarnt worden. Aber er entgegnete den Warnern, daß er selbstverständlich nach Essen zurückfahren werde. Er wolle nicht durch sein Fernbleiben irgendwie den Eindruck erwecken, als ob er die Direktoren für schuldig halte. Sieben Monate mußten die CBerurteilten im Gefängnis zubringen, zuerst in Werden, später in Düsseldorf, bis das Mikumabkommen ihnen die Freiheit wiedergab. Zehn Iahre sind feit den Vorgängen des Jahres 1923 verflossen. Der Ruhreinbruch gehört der Geschichte an. Gerade deshalb sind wir berechtigt, uns die Vorgänge von damals, von denen wir heute bereits genügend Abstand festgenommen, da er an dem Vorfall jedoch nicht beteiligt war, wurde er inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Flucht Ockerts geschah mit Hilfe der Rechtsschutz st eile der Eisernen Front in Frankfurt, und zwar durch Vermittlung des Rechtsanwalts Dr. Ernst Siegfrieb Strauß. Recytsanwatt Strauß ist f l ü ch 11 g und konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Die Flucht Ockerts wurde mit dem Auto des bei der sozialdemokratischen „Volksstimme" als Mitarbeiter beschäftigten Journalisten Beckmann bewerkstelligt. Das Auto wurde von dem Kaufmann Christian Haack, der gleichfalls festgenommen wurde, gesteuert. Auch Haack ist Mitglied der SPD. und der Eisernen Front. haben, in die Erinnerung zurückzurufen. Richt um Haß oder Rachegefühle zu erwecken, sondern um die historische Bedeutung der Geschehnisse zu begreifen, die sich damals abgespielt haben. Man versteht den Duhrkampf nur, wenn man ihn in den größeren Rahmen des Jahrtausende alten Ringens um den Rhein stellt, das das Kernstück der französischen „klassischen", „historischen" oder „traditionellen" Politik darstellt. In Versailles war diese Politik in dem Programm eines Clemenceau, eines Poincare und eines T a r d i e u neu erwacht. Sanktions- und Pfänderpolitik sollten noch einmal den Erfolg bringen, der in Versailles nicht direkt erreicht war: die Zerschlagung des Deutschen Reiches und die Abtrennung der Rheinlands von Deutschland. 3m Kampf an der Ruhr ist uns der Rhein erhalten geblieben. Das ist die Bedeutung des passiven und aktiven Widerstandes an Rhein und Ruhr, daß es das erste große deutsche „Rein" nach dem Kriege war, ein Rein Im richtigen psychologischen Augenblick, ein Rein mit allen Konsequenzen. Unö dieser Kampf um Frankreichs „ewige These", die „fixe Idee der Geschichte Frankreichs", wie es Waurice Darres genannt hat, ist zu einem deutschen Sieg geworden. Das hat der französische Pressechef der Rheinlandarmee, Vial-Wazel, in feinem lesenswerten Buch „Der Rhein ein deutscher Sieg" selbst zum Ausdruck gebracht. Der Tag von Essen und der Krupp-Prozeß bildet den Höhepunkt der Gewaltperiode. Der Druck fremder Militärgewalt konnte sich nicht stärker fühlbar machen Wieder hatte Poincare sich verrechnet. Die Gewalt richtete sich im letzten Grunde gegen ihn selbst und seine Politik. Die Rhein- und Ruhrpolitik Poincares wurde im Mai 1924 vom französischen Volk selbst verworfen. In den Wahlen des Jahres 1924 stürzte das französische Volk Poincare. Das Ruhrgebiet wurde frei und mit ihm die Rheinlande. Der erste Schritt zur (Bereinigung der Politik von Versailles war damit getan. Die Vernunft siegte über die Gewalt, weil das deutsche Volk zusammenstand und durch Opfer und einmütiges Zusammenhalten der ganzen Welt das Unrecht und die Unhaltbarkeit der Politik von Versailles offenbarte. Der Ruhrwiderstand hat uns zuerst den Weg gezeigt, den wir gehen müssen, wenn wir uns und Europa von dem Albdruck von Versailles befreien wollen. Das gibt uns das Recht, dieses Widerstandes von 1923 heute zu gedenken. Oie stummen Gäste von Zweilinden Noman von Anny vonpanhuys. C< pyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Nun, gar so stumm scheinen sie doch eigentlich gar nicht zu sein, die seltsamen Herrschaften, Justi", spöttelte der Mann, „übrigens erinnere ich mich jetzt, du hast mir früher mehrmals davon gesprochen. Aber man vergißt solche Dinge. Also gehören die wortlosen und körperlosen Gäste von Zweilinden zur Klasse der Poltergeister, scheint mir." Seine Frau lachte: „So ist es! Allzu oft machen sie sich hier ja gerade nicht mausig, es vergeht zwischen ihren verschiedenen Gastrollen immer geraume Zeit. Aber es heißt, sie treten stets dann auf, wenn Zwei linden ein Unglück droht. Dann hört man vorher im Bankettsaale Schritte mehrerer Menschen, obwohl man niemand sieht, danach werden Stühle gerückt, obwohl sich kein Stuhl bewegt, und schließlich klingen feine Gläser aneinander, so, als wenn man vor dem Trinken eine Gesundheit ausbringt und mit den Gläsern anstößt. Damals, zur Zeit Kraft Erdmann von Zweilindens, soll man die unsichtbaren Gäste ost gehört haben, und kein Mensch hätte sich schließlich mehr hier sehen lassen, steht in der alten Kirchenchronik, in der es auch heißt, er sei ein eigentümlicher Mann gewesen, der Kraft Erdmann, der bessere Freundschaft mit den Sternen und dem Getier gehalten als mit den Menschen. Verschiedentlich im Laufe der langen Zeit wollen Glaubwürdige den sonderbaren Spuk vernommen haben, ich aber habe ihn, so sehr ich mich als Kind und auch später dafür interesiierte, niemals gehört." Dieter von Welten lachte: „Ein origineller Spuk, er fällt völlig aus dem Rahmen der weißen Frauen und grauen Nonnen und ollen Ritter. Ich würde mich freuen, wenn die sogenannten stummen Gäste von Zweilinden, die ja eigenllich genug Radau machen, uns einmal das Vergnügen bereiten würden. Mir wären sie hochwillkommen! Dann rückte das Paar zusammen und begann eine eifrige Flüsterunterhaltung. Sie drehte sich um die Erbschaft. In den Augen der beiden brannte die Gier nach dem Reichtum, den Konrad von Zwei- Lnben hinterlassen. Wenn sie dieses Geld erst hätten! Das war ihr einziger Wunsch, diese Gier nach der reichen Erb- s )aft Nur Geld zu einem angenehmen Leben. Dann konnte ihnen doch alles andere ganz gleichgüllig sein. 5. Als zum Esten gerufen wurde, rief man auch V-ttina. Sie entriß sich gewaltsam ihrem Gram. Sie n dtUe stark sein, Mills zuliebe. Vielleicht erschien er noch gegen Abend, und sie durfte ihm nicht mit dick verweinten Augen begrüßen. Ihr Schmerz war der seine, ihr Schmerz tat ihm so weh wie ihr, weil er sie liebte. Sie wollte auch etwas essen, sie mußte doch einmal in die Gewohnheiten des Alltags zurück. Sie betrat den Bankettsaal ein wenig zögernd. Lieber hülle sie ja noch im Speisezimmer gegessen als hier, obwohl es ihr weh tat, den Platz des Vaters leer zu sehen. Wer hier unten überfiel sie die Erinnerung an den Spuk der Mitternachtsstunde, als sie aus den Armen des Liebsten gekommen. Wenn Sie auch wollte, sie konnte nicht mehr mit ein paar beliebigen Erklärungen über das Erlebnis Hinwegkommen, denn am nächsten Mittag war ihr Vater ermordet worden. Sie glaubte jetzt an die stummen Gäste von Zwellinden, die Unheil verkündeten. Sie nahm Platz, und der Diener servierte lautlos. Man sprach nicht viel während des Essens. Bettina würgte von allem ein paar Bissen hinunter und hörte still zu, wenn Justine von Welten und ihr Mann ein paar Worte über das herrliche Wetter oder über die Speisen wechselten. Da der Diener anwesend war, fiel es Justine von Welten nicht ein, das Thema zu berühren, das ihr jetzt das wichtigste und interessanteste schien, das schöne Thema der Erbfolge. „Warum sind die Läden halb zu?" wandte sich Herr von Welten an den Diener. Der Diener erwiderte höflich: ,Zch glaubte, die Sonne würde die Herrschaften vielleicht belästigen. Sie scheint gerade auf die Tafel hier." „Unsinn", erwiderte Dieter von Welten, „machen Sie die Läden weit auf, Sonne und Luft sollen voll herein." Es fiel ihm nicht ein, Bettina zu fragen, ob ihr diese Anordnung recht wäre. Gestern, ja sogar heute vormittag hätte er es noch getan, aber nun er wußte, sie war nicht trie Erbin, die er bisher in ihr gesehen, hielt er jede besondere Rücksicht für überflüssig. Das einzige, was ihm an Bettina noch imponierte, war, daß sie die Frau des Grafen Speerau werden würde. Der Diener erfüllte sofort den gegebenen Befehl, aber er beugte sich ein bißchen ungeschickt aus dem Fenster, um die Läden vollends zu öffnen, und stieß sich dabei ziemlich stark an die Ellenbogen. Tölpel! dachte Frau Justine, aber ihr tat der energische Stoß, den der Diener erhalten, ja nicht weh. Sie ließ sich noch einmal den Kalbsbraten reichen, es schmeckte ihr ausgezeichnet. Bei der Aussicht, bald eine sehr reiche Frau und die Herrin hier zu werden, schmeckte ihr alles gleich noch einmal so gut. Der Diener hielt die Schüstel, und Frau Justine legte sich ein paar Scheiben des Bratens auf den Teller. Bettina dachte unwillkürlich, wie konnte nur eine Frau, deren Bruder man heute zu Grabe ge» tragen, so großen Appetit entwickeln. In diesem Augenblick erklangen plötzlich Schritte, tappten durcheinander über den Fußboden.________ Die drei am Tisch vergaßen bas Weiteresten und tarrten sich an. Die Schüstel, die der Diener hielt, ing an sich zu bewegen, so sehr zitterten die Hände les Mannes, weil nun Stühle gerückt wurden, ganz nahe, als schöbe man ein paar der leeren Stühle hier an der Tafel zurecht. Und jetzt klangen feine Kelche aneinander, obwohl weder Herr von Welten noch seine Frau oder Bettina Claudius ihre Gläser berührten. Der Diener Anton trat zurück und stellte die Schüstel auf den Kredenztisch. Er sah kreidebleich aus, und Frau Justine fragte ärgerlich: „Was ist Ihnen denn nur?" Er stotterte: „Gnädige Frau müssen es doch auch gehört haben, ich meine die Geräusche, und gnädige Frau kennen doch sicher die Sage von den stummen Gästen von Zwellinden." Frau Justine wechselle einen Blick des Einverständnisses mit ihrem Mann, sah Bettina warnend an und erwiderte: „Sie müssen geträumt haben, mein Lieber, ich habe gar nichts gehört, ich war nur verblüfft über Ihr Benehmen und ebenso ist es meinem Mann und Fräulein Claudius ergangen." Man durfte den Dienstboten nicht zugeben, daß doch etwas an dem Spuk war. Sie wollte noch einen Satz hinzufügen, doch schon bei der ersten Silbe stockte sie, denn wieder vernahm man das helle Glüserklingen. Frau Justine hatte graufahle Wangen, und Bettina sagte mit zitternder Stimme: „Anton hat ganz recht, es ist auch zum Erschrecken. Warum wollen wir uns denn etwas vormachen, wenn wir doch alle dasselbe gehört haben." Sie erhob sich. „Ich bitte um Verzeihung, aber ich bin seelisch durch den Tod meines Vaters schon so sehr herunter, daß ich mich davor fürchte, den Spuk vielleicht noch einmal hören zu müssen." Dieter von Wellen lachte so laut, daß es scharf von den Wänden widerhallte. Oh, wie häßlich war das laute Spotllachen in einem Trauerhause! Bettina drückte ihr Taschentuch vor die Augen und entfernte sich hastig, als wäre sie auf der Flucht. — „Gehen Sie auch gleich", rief Justine dem Diener zu, „sonst werfen Sie vor Angst noch das ganze Geschirr hin. Wir bedienen uns allein weller. Aber eins bitte ich mir aus, machen Sie durch den Mumpitz nicht das ganze Personal konfus. Erfahre ich, daß Sie Ihre Einbildungen als Wahrheit weitererzähllen, werden Sie nicht mehr lange in diesem Hause angestellt sein. Und jetzt gehen Sie." Anton ließ sich das nicht zweimal sagen, er verschwand schleunigst. Wenn er über den gräßlichen Spuk nicht reden sollte, auch gut, er konnte schweigen. Das Ehepaar aber sah sich an, und der Mann fragte leise: „Was hältst du von der Geschichte? Glaubst du, daß sich jemand hier einen dummen Witz mit uns erlaubt hat?" Seine Frau zuckte die Achseln. „Wie kann ich das wissen? Ich weiß nur, daß man diese Geräusche, die wir eben gehört haben, wenn ich nicht irre, laut Kirchenchronik schon btt Jahrs 1740 gehört haben will." „Quatsch", brummte Dieter von Wellen etwas un- galant; doch gleich daraus blickte er betroffen feine Frau an, denn schon wieder stießen feingeschliffene Gläser mit Hellem Klang aneinander, dann wurden Stühle gerückt.- Frau Justine erhob sich überstürzt. „Ich muß bekennen, ich habe jetzt auch genug, es ist verdammt ungemütlich) in der Gegenwart dieser Gäste, die man nicht sieht, die kein Wort sprechen und doch so deutlich ihr Vorhandensein dokumentieren." Ihr Mann schob ebenfalls seinen Stuhl zurück. Obwohl er noch kurz vor dem Essen zu seiner Frau geäußert, er möchte die stummen Gäste von Zweilinden gern kennenlernen, und sie wären ihm hochwillkommen, war ihm jetzt doch nicht wohl zumute. Er brummte: „Ich werde die Geschichte gründlich untersuchen und dem Unfug schon auf die Spur kommen." Seine Frau wollte antworten, doch sie schwieg entsetzt. . Schleunigst entfernte sich bas Ehepaar; sie fürchteten, der Spuk könne wieoerkehren. In ihrem Zimmer auf dem Bett aber lag Bettina und meinte bittere Tränen. Ihre Nerven waren völlig überreizt. Sie sann, das vorige Mal hatten die stummen Gäste von Zweilinden wirklich Unglück angetünbigt; wer weiß, was sie für ein neues Unglück meldeten. Ihr Herz schlug ganz matt, von einer dumpfen Angst gequält, und sie empfand, zum erstenmal, was sie bisher noch nie gekannt, Furcht vor dem Leben. Sie war froh, daß Wulf Speerau heute gar nicht kam, und sie verließ ihre Zimmer nicht mehr. 6. Am nächsten Vormittag erschienen auf dem Gute zwei Herren vom Amtsgericht in der Kreisstadt in Begleitung des Bürgermeisters vom Dorfe Zwei- linden und legten vor alle Räume Siegel, damit sie nicht mehr betreten werden konnten. Bettina durfte ihre Zimmer zunächst behallen, auch den Weitens ließ man ihr Logierzimmer, und die Dienerschaft durfte chre Stuben weiterbewohnen, aber außer der Küche und Speisekammer war sonst alles gesperrt worden. W 1. Juli, das war in fünf Wochen, würde die Dienerschaft enllasten r erden, und auch Bettina und das Ehepaar mußten sich dann andere Unterkunft suchen, bis die Erbschaftsangelegenheit geklärt sein würde. Der all« Inspektor Ernst Flügge aber durfte auf seinem Posten bleiben, damit der Gutsbetrieb keinen Schaden erleiden konnte. Flügge sollte die Verwal- tung weiterführen wie zu Lebzeiten seines Herrn. Am Spätnachmittag dieses Tages kam Wulf Speerau, er wollte ein bißchen horchen, ob Bettina noch nicht wußte, wann die Testamentseröffnuna stattfinden würde. Gewöhnlich fand sie bald nach der Beerdigung des Erblasters statt. (Fortsetzung folgt.) Weht warten! "iwjSeÄ*'S’'Ä CD Lichtspielhaus • Gießen Ab heute Freitag zeigen wir Ihnen zu dem neuen Ufa-Film Ich und die Kaiserin mit Conrad Veidt, Lilian Harvey, Mady Christians Sonderaufnahmen der Ufa a am 21. März 2221 C Ferner Bühnenechan u. neue Ufa-Tonwoche I Schokolade-Osterhasen Schokolade-Ostereier Oster-Tafel-Schokolade und Pralinen nur aus dem Tha-Ga-Laden Sie finden eine Riesen-Auswahl Beginn: Vorm. 10 Uhr n. nachmittags 2.30 Uhr. mud Eintritt 0.40, Schüler u. Arbeitslose 0.20 Beschäfts-Drucksachen ^e1c^,9*n ßrlefbiattei Briefumschläge Postkarten bei BrQhl. Schulstraße 7 Geschäftskarten 2. Hallen- WW-Wikk der Gießener Tnrnerschaft am Sonntag, S. Avril 1933 SklWM'lM'MSMlmelll e.V., Gießen. 2205 d Die Mitglieder werden hiermit zu der am Samstag, dem l.Slvril d.J.,S0Uhr, im Hotel Kobel, Liebigstr., stattsindenden Zchreshauplveksammlung freundl. eingeladen. Der Vorstand. E. Frieder Konzert- und Kapellmeister aus Aachen gastiert ab 1. April im Cafe Amend __________2230D Mnitlall sämtlicheSorten MW« IdtM 1 eine Schülermütze die immer flott aussieht und sich gut trägt, ist sein ganzer Stolz. Solche Schülermützen finden Sie vorrätig in jeder Klasse undWeite bei n: Marktsiraöe 24-26 |\ICnWl Neuen Baue 3 liefert billigst 22170 Thams&ßarfs-Niederlage Markt 8 GIESSEN Markt® 2215 A Stärkere Wer ist der DerFuß gibt nach.wenn der Schuh nicht paßt Um das zu verhüten, tragen Hunderttausend» nur Den fußgerechten eleganten Schuh fertig nach Maß Fußleidenden 8,eht l®d8rMlt besonders ausgebildete facb- । .1 । ■ ■ kundige Bedienung kostenlos zur Verfügung 2176 A SMeWki Steinstr.73,Tel.3681 Feinkost zum Abendbrot Fleischsalat mit Mayonnaise Heringsalat mit Mayonnaise 14 Pfund 3j Pf. Fste. Oelsardlnen Dose v 26Pf an Fettheringe 1. Tomaten, . 40 Pf. Heringe 1. Mayonnaise, D. 40 Pf. Bismarck beringe Rollmops. Hering in Gelee, Dose von 25 Pi. an Fe theringei. verschieden.Soßen Nordseekrabben Japan-Krebse Bors d’oenvre ThnntiScb in Oel nSW. 2144D Feinste Thüringer n. Braunscbw. Wurstwaren Viele Sorten Käse Pumpernickel Berg. Soiwars- broi.Knäkebrot alles stets risch Heinrich Driesch Seltersweg 70 Fernruf 2481 rundet ihre persönliche Assistentin um in den Tagen vom 3. und 4. April 1933 wieder kostenlose Beratungen zu erteilen und die neuesten und einfachsten Heimbehandlungen zu zei en, die ihrenTeint jugendfrisch und zart, Ihre Augen klar und strahlend machen. — Sie wird Ihnen viele interessante Tricks verraten. Telefonische Anmeldung erbeten unter 2706 Drogerie Kreuzplatz 10 __________________2210 A Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Som. tag, 2. April, vorm. 11 Uhr, läuft der große nationale Filin Vaterland und Reitertag 1932 Hannov Hierzu ladet ein der Kavallerie-Verein Gießen e.^ Vorverkauf bei Kamerad Hey d, Seltersweg. So Id a n Seltersweg. und Theo Schneider, Kirchenplatz 5. Preise der Plätze: 3. Platz 0.40 Mk., 2. Platz 0.60 Mk.. , 1. Platz 0.80 Mk.. Rang und Loge 1 Mk. azoeD ä Sonntag, 2. April ist mein Geschäft zum Verkauf von 1 bis 6 Uhr geöffnet KÖHLER Herren- und Knabenkleider WWW GIESSEN ■ Seltersweg 2220 A Bleyle’s Damen- und Kinder-Kleider neueste Formen Westen für Damen, Herren und Kinder Klubjacken für Damen Sweater-Anzüge und Pullover Knabenhosen Mädchen-Träger-Röcke Julius Schulze Gegründet 1859 Kreuzplatz Fernspr. 2774 2203 A Hannov 2. April .Kleider und Kind” । pull<>ver n Gießen e.\ •sweg. So Id an Kirchenplatz 5 2. Platz W» Mk . ' lofstraße 3e nationale Filin land ER enKlelder Itersweg E. te««. °us btm Gute ber Kreisstadt in S?r'e Twei. ^egrl, bmnil fit n. Wächst behalten ogierzimmer, unb weiterbewohnen, immer war sonst das war in fünf "lassen r erben, °°r mußten sich 5 die Erbschasts- e aber durste auf Sujsbetrieb teinen !Ee die Dermal, iten seines Herrn t-ages kam Ms °r-E°ä & ^S) «E 8 £8 a a 5 WZL 2mm - f <“53 Z4L j5\o. :8.a.toa ««ec a E-g E a eS4 a a c 2} 89 ID Es« in , ■5 e f= £ c e E« Stfc-r = — cno 5E N-— 2-, E a « A -« *c£Q; 2- E E 05 8^ = - _-~ a®S E«2 ß ‘®*s©ÄÄgg g^Ea=. 2- 2 | E _ E ±- 64 o _ g = ^8 m :3 in 2. ps? 2 a 3 8 «§ 64 ~ e £Ä B §a % S-EID = 2 2 ,EB~€ Q "3 Q E«£c E^g 2 e ' 2 C E E E E E — Q e 2 8 m g5« £2®eE toSXD-E 2 2 53 3 E-- e« b“EI"b«s "e Eq^^^o = 8 — ' 3 QXD ~v CS p — 0 3. . ± -E- c, .u «-2. g er» g> —' ■*- c g^eWe e'e^; ■e 3 -- a ö«e: E p —13. E >-A=- E8 SiD-iE-cg: *** O^-y ° E- If p 84*^5” “ e 2* *3 3 — x-, A ° Q , K 5 a^iD (D-E® O =C ,,£= E 3. 3.3 OE 2 2-M zti) 3 | E 2^ -^3-Z .«-£B I Sg^®S E 8-2 2 ■ e>:c :C — m in S 2 E “ö._ a «u 3 2Sc£ä^oC=S' 5.5,5^-=^^gÄf» ®2*?qC*o Cv-E-' 2 c5 3%S?S E^ic?. w O> w- E- a .E 8.. w 7$^ —ä g «g 3 (D 2 = feE §EÄ'L8 äng»P ■—■ E _ p- -e-.c • ®* Mi *- p. —-b o»5 “~ E.'m — Ä o 5 «3 £:==-= ZZZ_____ SM8^fc ,«8= = E = = M E 3 3«-- — m€ eA«€ in — ä E 2“ »8§8bs H8a-H E e M 8« “ r\ -F 3 e N S 8 E 5 2 :?®I£e ~ _ «X s m«(D E55 - =*-«=■ 3 _ E £3 a e = 8 E H § at ?.« 24 es E E m te) tt) EZ £S?IDZ sS4£.is? cö .-2 a a a M52Äo 5 3 =3 7?E ««N .SS) 8t»ä O _ 1- cx ö E 03 8 3 a ID E 8 «E e m^- Ä» E E ID aa A 8 e E^ E = J •e 8 § o S) 64 3$ 51 tecy 64 s 53 67 A 53 a -=3 8 = 8 £3 E E S K -s e a e = 53 ° cy A M 2 O o C 8 e es m S — e 53 2 to £ ä E 3 c 3 to m E 3 a S) iS?.®' O E 8 ~ Z.K« I^to'a 5 f.E E = = e ’M 3-2 O 2^ E = .67 s a, OS . _J M p-^ E ~ e a 3i^-- — a Q^sS ä£3- .-^oy _ = x> z a ® m^” ■2 E .a e 6,« »» o ex S) 0^3- = ^ ?M^-K e O 5*.o _. 2 05 3 GQ o 53 *«72 -, E -5" «x — Ce^fFgf M ° ES3 “eA M o 9 3 5 « - 5 a1— 3 *« 8 M E 61 S 8 or y p ' 61 o. 5 § Z5 2.3 3 ** 3 u» er «2. »S- 3 ro »"o 51.® <3--er c: « = 3 <3 -31 3 ra »3 = S;3-r= c __ 3 « 3 3 5!® ■»3 S 3 3 Z-5" 8 Ä g-u> 5- ti 6lo5 ” = « er §• 5 2 P5 „ HA 2 *« 3 3 S— 2 <=• -•3 5 5m § 3. * « ... 3*3r el o L3- ro 3 -3! 3 « er 3: (5) 2 2. A2.' ctcp S'öftaS'ßg A' 3 0'8 3 6 8 33 2 3« 8 « = 2 5 8 31 B 3 Z83 a-=- - 3 a- 3 5 2 2- s" ($12 »ca° 33 s 3-5 5 o* 3 5 5 y 8 3 = o 6"1 3 5 o 3 « M2 3 g3 cp F 3s läABS c 3 g 3 3 «• 2 <5'«'S 3-5 « o =51 3 ?J) 5,3 §.ö s 3 3 3 cr> 5 ä ro = =, ui 3 er 3 5. 5S 5 Q ro" : ~ 3 3 332. Sri« « | a u> Gl 5 3" 3 « ^3^Z3= = 2 p." 3 3 «-er 53 8 -8 p. 2 33 p-o ö'g'S’3 EC3 « Gl 3 — ‘ @5" 3c5 ö er 3- _ wso 3(P ~ o GS u> -S*e 33 8 3 3-5 "p" "3 tS S Glo ö 3:3 2.2. ■= P « o- 8 "2, 8 3 p S 3 3 S3 3 Gl« —• m «« bi« 3« a □ ßi 3 5 ^Z«^=5 = 2o = 2 3 « S 0 3 3 “3 Ul I* — ' JLO 3 — - «0^2. zf, G12 3 w—.p-301 - 3 = -—3^ 3 8 « a 3 §S^°'3=: - 3 ti 3 3 s p §3 3 « Gl 3 ■3. « p p: -I J3P 3Cp‘ Zd 5. cs* re « K*5 S 3 — Po O = er p o 5 3 o 8 er' 2-S 2 3 or ;ro, p ui M (70. Ö 1 ro O « JE» 3^ A~ 9>„ 3i sZ-S 3 3 3 3 o i, 3: U* 3 P o" "o" 5 3 p m — ' °2.gS. o U- or 3 3, er (O « 2 2. 3 _o,_ co 3 5'615 ;« 3-e — o 2. • 3 ; er = 3c°3 LS 61-.3: = -■<2 2 er L 2.0 S 3 2-T 43 o 3 o 's o m ö or 8 3 " gH e'cp — 3 • §I 3- o p or

o :a;< M «W-4-S- 3 =.^5 3 « -I 3 ui" ro 3" 3 3 2 3 <3- - u> 3 ö=3 3 3=2 8" 3 CS 3 er o 3 =. c?öZ“ er Z 0 O r- a Q «5gia«g* 3 = o g 3 4S«;3 5 3 «3 Ä 0-3. 5- er t5 — • X’ä* ? 3^o 3A 3: _ A 3 3 —, 3 ö'Z 3 3. 2. —3. g23^«Ou. '„CS _ “a*ö-3ÄW8 3 3.sag:S-. Er 5)^0 — 2 O. O-A-S 0 cr^ 5, « = 3"^ o er 3 er 3 LS 3 5" 2 3' « 3 3 or5S-23 °Zo"s^^ "O C 3- S 5 3 ; = er o 'CP 13 -t 3 3 3 P: 3 P —. Q. 3 —• — 2C 33« « Z 2-0-3- ' „-So 3 *3 CO = ro « O m, —-■ er 3 3 o P 3. 3 o 35 ®3 ® P= 3 CP « s"= o 3 ZA or 2C p 5 • O CP -• Ul -5 8- r-l p : 3 8 5 ? CM 1 3 ZrZ ° 3 pr £5 3 ' 2*3 3 o er er 3 8 « 3.-3 CP 3 .CP ■ « er-3 WZ.^ 3 3i. ^©S'-S’S 3-S—-o g 5 ^.5" I "Z-LZZ.Z' - »—3 « o er 3- i-z « 3 o 3 2 @61- 3 3 CP 3 er* P 3’ o ui 8 614 3 8 KA3 2.3— i3 f^'8 5 3 ^3 = 2 A2 5 = 3 pW' *— er ' o5ere 9 A. «3 «•*< ħ 3 g’^iScrS -L8 3? 3 3 er ’ 3: «3 G1S 61 CP 3 o -W e 3 p LS to ® 3'5 Ul s cs <=> K> 3 8 3 - - y CP P 3 5 2. SZ'^ 0 2- — 3 3 3 Ul ÄS D 53 8 :-3 =*- y 3 0 p-3 3 61 öS 'S, & R» W 5 Q CP e 3 3 p 3 3 O 3 CP 3 S o 3 p 8 er cp 3 p3o-5- W p p o p :■ p op 3 p o 3 CP CP o C 1» 3 3 3 P :cp 0 2 61 3 S‘ p 3 CP CP 61 3 CP Ul 61 3 c p* 3 P uT CP 3 3 er er e 31 'S CP 3 3 iW a L Ui . 3 5° a; H3 3| 7« 3 p 07 3 3 CP 3 8 er s’«- CB D . 2. n" ro O o 3 e 5