Samstag, 5 0. Dezember 1935 183. Jahrgang Nr. 305 Erstes Blatt Annahme oen Anzeigen für die lagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe ffir Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 200/„ mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Erschein» lagttch. aaßo Sonntags and Feiertags Vetlagen. Die 3lluftnertt Gietzener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» monats«Be$ngsprets: Mi» 4 ‘Beilagen NM l-8b Ohne Illustriert« . 180 Zustellgebühi . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelne» Nummern tnfolq« höherer Gewalt. 5erafprechanfchlüst« anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger (Heften. Postscheckkonto: zronlfun am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS vnv Verlag: vrühl'fche Universtlütr-Vuch- enö Steinörndcrei B. Lange in Sieben. Zchristlettung und Geschäftsstelle: SchnMaße 7. DasIahr deutscher (Schicksalswende. 1933. Don Ernst Graf zu Reventlow, Mdl^. Eine auch nur einigermaßen gründliche Erörterung der Geschehnisse des Jahres 1933 würde ein Buch beanspruchen, denn der Inhalt dieses Jahres für die Deutschen ist von einer kaum je dagcwesenen Größe. Außerdem sind die Ereignisse, die großen wie die kleineren, einander so schnell gefolgt und wirken sich so unaufhörlich aus, daß nur sehr wenige von allen denen, die in ihrem Beruf oder sonstiger Tätigkeit aufgehen, vermögen, sich Rechenschaft über alle die grundstürzenden und grundlegenden Ereignisse des Jahres 1933 zu geben. Wäre jeder Abschnitt der deutschen Revolution mit Blutvergießen eingeleitet worden, wie es sich der richtige Revoluzzer nicht anders vorstellen kann, aber in diesem herkömmlichen Sinne ist ja die Deutsche Revolution nicht eingeleitet worden, also auch keine „ordentliche" Revolution. Um so tiefer greifend ist die tatsächliche Umwälzung. Adolf Hitler gelangte am 30. Januar auf verfassungsmäßigem Wege zum Kanzlerposten, verfassungsmäßig auf dem Wege neuer Wahlen erweiterte er am 12. März derart seine Grundlage, daß er, ebenfalls verfassungsmäßig, die nötige Ellenbogenfreiheit besaß, um an die Grundlegung und den Aufbau des nationalsozialistischen Staates zu gehen. Ein politisch, wirtschaftlich und sozial jammervolleres Erbe ist von einem Staatsleiter wohl selten übernommen und angetreten worden. Riesige, immer weiter wachsende Erwerbslosigkeit, schlechteste wirtschaftliche Lage, auch nach außen, alles mit entsprechender Auswirkung auf die finanzielle Lage, deklarierter Bankerott des parlamentarisch e n S y st e m s , in das politische Leben übersetzt durch die sogenannten „autoritären" Kabinette, dadurch autoritär, daß sie im Volke nichts oder so gut wie nichts hinter sich hatten. In einem gewissen Lähmungszustande sahen die Regierungen und ein Teil der anderen Parteien her unvermeidlich erscheinenden großen Wirtschaftskatastrophe entgegen, hinter der noch drohender die Katastrophe allgemeiner Zersetzung, blutt- gen Bürgerkrieges stand und auch der „Mam- ttnie", wie die ultramontanen . Parteien in immer lauterer Wiederholung ankündigten. Und über allen diesen Zuständen und schlimmen Aussichten lag die Stimmung der Hoffnungslosigkeit: es hilft ja doch alles nichts! Sofort nach seinem Regierungsantritt faßte Adolf Hitler die unmittelbar drohende große Gefahr an, die Gefahr des Marxismus und verkündete als sein Ziel dessen Ausrottung; eine gewaltige Aufgabe, über die der Führer sich, wie seine Ausführungen zeigten, von Anfang an keinerlei Täuschung hingegeben hat, zehn Jahre setzte er als Termin an, auf weite Sicht arbeitend wie immer. Mit der Beseitigung der Kommunistischen Parte, begann es, die Sozialdemokratische folgte, die demokratische Asphaltpresse verschwand, und heute, schon seit Monaten, können wir sagen: es gibt in Deutschland kein Blatt, welches in der Lage wäre, auf Umsturz und Zersetzung zu arbeiten. Diese Tatsache allein ist von geradezu unermeßlicher Bedeutung für die deutsche Gegenwart und Zukunft, fein Land der Welt kann sich der gleichen Säuberung und Sauberkeit rühmen. Wir möchten wohl wissen, ob dies in irgend einem Lande der Welt ohne blutige Auseinandersetzungen möglich gewesen wäre. Es ist ja überhaupt das Wesen dieser Deutschen Revolution, daß sie die tiefftgreifenben Umwälzungen vollzieht, ruhig und zielbewußt und ohne daß das alte Gebäude krachend gesprengt worden wäre. Eine einfache großzügige Maßnahme machte der ebenfalls großen Gefahr des von den „Internationalen" geförderten deutschen Partikularismus ein' ür alle Male ein Ende: das Statthalter- Gesetz. Ohne weiteres Aufsehen veröffentlicht und lurchgeführt, verdient seine Tragweite ganz be- onders hervorgehoben zu werden. Gewiß, das Statthaltergesetz wird kaum das letzte Wort der inneren Neuordnung des Deutschen Reiches fein, aber es gewährleistete mit einem Schlage d i e Unzerstörbarkeit ber Reichseinheit und ihre lebenbige Verkörperung in ber Person des Reichskanzlers „nb Führers, bei reibungsloser Durchführung auf einem nur organisch zu nennenden Wege. Mit aller Kraft und allen denkbaren Mitteln, einer nie bagewesenen Initiative unb größtem Erfolge ging Adolf Hitler ber Erwerbslosigkeit zu Leibe unb zugleich nahm er bie Ausgabe in bie Hanb, ben deutschen Arbeiter nicht allein in ben Staat sonbern auch in bas innere Volksleben ein5 zugliebern. Der 1. Mai würbe in granbiofem Auftakt als ber Tag ber nationalen Arbeit zum Jahresfest des gesamten deutschen Arbeitertums mit ber Parole: „Ehret bie Arbeit unb achtet den Abeiter." Ein früher immer vergebens erwartetes Wort sprach Adolf Hitler aus, als er sagte: Endlich müsse her Dünkel ber Gebilbeten gegenüber bem Arbeiter aufhören unb bie Ueberhebung, bie körperliche Arbeit als etwas Minderwertiges anzusehen: es komme nicht darauf an, was man arbeite, sondern wie man arbeite. Dem 1. Mai folgte die Uebernahme der Gewerkschaft und ähnlicher Organisationen durch Partei und Staat, die Organisation der „Deutschen Artz e t t s s r v n t" begann, ein kühner Schritt auf un- Aeujahrswünsche für das deutsche Volk. Reichsnährstand an der Jahreswende. Reichsbauernführer Darrs an die deutsche Landwirtschaft. Berlin, 30. Dez. (VDZ.) Der Reichsbauern, führer unb Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft D a r r ö weist in der „RS.-Land- post" darauf hin, daß es fast traumhaft anmutc, was das verflossene Jahr dem deutschen Bauerntum gebracht habe. Wenn ber Anfang des Jahres noch voller Verbitterung und Verzweiflung für ein deutsches Bauernherz war, so bedeute sein Ende hoffnungsreichen Aufblick in eine befere deutsche Zukunft, in der das deutsche Bauerntum wieder ben ihm gebührenbeu Ehren- platz einnehmen wird. Wir wollen, so schreibt Mini- ter Darrs, am Ende dieses Jahres nicht vergessen, was wir alles Adolf Hitler verdanken, wie wir auch in Zukunft niemals vergessen werden, baß er es gewesen ist, ber das beutsche Bauerntum vor ber brohenben Verelenbung gerettet hat. Wir wollen uns heute nicht Rechenschaft über bie bisherigen grunblegenben Gesetze nationalsozialistischer Bauempolittk ablegen. In bas neue Jahr gehen wir in bem zuversichtlichen Glauben an unsere gerechte Sache unb an unseren Sieg, ber uns so gewiß ist, wie bas Licht über bie Finsternis siegen muß unb bas Leben über ben Tob. An die deutschen Arbeiter. Berlin, 30. Dez. (TU.) Staatsrat Walter Schuhmann, ber Leiter ber NSBO. unb bes Gefamtverbanbes ber beutschen Arbeiter, erläßt laut „NSK." folgenben Aufruf zum Jahreswechsel: „Deutschland, das Land des Nationalsozialismus, ist das Land des Friedens geworden. Bolschewismus, Marxismus und Liberalismus, bie bas beutsche Volk in unzählige Parteien unb Interessengruppen zerklüfteten, sinb überrounben. Das, was Stänbe unb Schichten früher ooneinanber trennte, ist ausgefchaltet. Das Gemeinsame, bas alle aneinander bindet, der Gemeinnutz, ber Wille, für das Gesamtwohl au wirken, bas Prinzip des sozialen Rechts und sozialen Ausgleichs sind die Grundsätze des nationalsozialistischen Zusammenschlusses und der friedlichen, zähen Aufbauarbeit, die das neue Deutschland kennnzeichnet. Mit bem Rechte dessen, der im eigenen Hause Frieden schuf, fordert das deutsche Volk Frieden auch in der Welt. Wie das nationalsozialistische Deutschland die Existenz- und Gleichberechtigung der anderen Nationen anerkennt, fordert es Gleichberechtigung auch für s i ch. Die Staatsmänner der anderen Länder, die für den Frieden wirken wollen, mögen diese Grundsätze 3um Leitmotiv ihres Handelns machen, wenn sie Erfolge erzielen wollen. Das ist mein Neujahrs- wunfch, der Wunsch aller deutschen Nationalsozialisten, der Wille der deutschen Arbeiter unb bes gesamten beutschen Volkes unter seinem Führer Adolf Hitler." RöhmsAeujahrsbesehlandieSA. Die SA auch im Jahre 1934 der Sendbote unseres Glaubens an Deutschland. 7N ü n d) e n, 30. Dez. (TU.) Die Oberste SA.-Füh- rung gibt folgenden Reujahrsbefehl bekannt: Die SA. hat ein stolzes, schickfalsrei- ch e s Jahr hinter f i ch. An ber wenbe der Jahre 1932 unb 1933 noch verfemt unb verfolgt, find am 30. Januar die Berliner Stürme durchs Brandenburger Tor in bie Reichshauptstadt eingezogen. In den ersten sechs Blonaten des Jahres haben in allen Marken des Reiches die Stürme der SA. das siegreiche Banner der deutschen Revolution gehißt. viele neue Kampfgenossen find in diesem Jahre zu uns gestoßen, teilweise aus Lagern, in denen früher nicht unsere Freunde standen. Wir haben sie mit Offenheit unb Aufrichtigkeit in unsere Reihen ausgenommen. Wir sehen nicht zurück, sondern nur vorwärts, wir fordern von unseren jungen Kampfgenossen nur, daß sie m i t gleichem Glauben, mit gleicher Hingabe und mit gleicher Treue für Führer und Bewegung, und damit für Volk und Vaterland sich bis zum Letzten einsehen. In einer überwältigenden Heerschau hat am 3. September 1933 in Nürnberg die SA. ihre Geschlossenheit und Disziplin unter Beweis gestellt. Das Jahr 1933 wird für alle Zeiten das Jahr des Sieges bleiben. Die Parole für das Jahr 1934 heißt wieder Kampf. Es gilt den Sieg zu erhalten, das Erreichte zu festigen und zu verankern. Die SA. wird fein der Garant des Sieges der Revolution und der Sendbote unseres Glaubens an Deutschland, bis auch der letzte Volksgenosse mit uns freudig einstimmt in den Ruf der SA., den die gesamte SA. dem Führer entgegenjubelt: Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland! Der Ches des Stabes: Gez.: Röhm. An die hessische GA. Ncujahrsbefehl des Gruppenführers. Wit Stoll blicken wir auf den Kampfabschnitt des Jahres 1933 zurück, wir haben alle restlos unsere Pflicht getan. Hand in Hand marschieren wir den neuen Ausgaben des kommenden Jahres entgegen. Das unauslöschliche, grenzenlose vertrauen zum Führer, unsere Kameradschaft und unser nationalsozialistischer SA.-Geist, die uns von Sieg zu Sieg geführt haben, werden auch in Zukunft unsere Richtlinien fein. Wöge das Jahr 1934 unserem deutschen Volke und seinem Führer Adolf Hitler Glück und eine gesunde Weiterentwicklung bringen. Der Führer der Gruppe Hessen. Gez.: Becker le, Gruppenführer. betretenes Gebiet, mit dem Ziel ber vollstanbigen Ausschaltung bes Klassentums, bem Ziel auch ber organischen Auffassung unb Glieberung ber arbei- tenben Volksgenossen jeglicher Art. Ziel: sozialer Friebe, volkgenössisches Gefühl ber Zusarnrnenge- Hörigkeit, persönliche unb soziale Hebung ber bisher Unterbrückten; Gesichtspunkt für alle: engste Verbundenheit bes Einzelnen mit bem Wohl bes Ganzen. Mögen auch hier noch Formen wechseln, so bleibt das Ziel: Befreiung ber Arbeit unb bes Arbeiters aus bem Jnteresientum unb aus ber Herrschaft bes Gelbes. An biefes ungeheure Werk schließen sich an bie geplanten unb schon in Angriff genommenen Maßnahmen für bie Ausfüllung ber Freizeit bes Arbeitertums unb in ber Folge ber gewaltige Plan einer Altersfürsorgeversicherung für alle arbeitenben Volksgenossen; bas Gesetz hierzu würbe vor wenigen Wochen erlassen. In feiner März-Rebe erklärte Adolf Hitler bie unbedingte Notwendigkeit, den deutschen Bauern zu retten und ein für alle Mal wieder fest mit seiner Scholle zu verwurzeln. Durch tief einschneidende aber immer organische wirtschafts- politische ÜNaßnahmen unb burch das Erbhofgesetz ist die Regierung Hitler diesen Weg gegangen, in ber ausgesprochenen Erkenntnis, baß in einer Wirtschaft beinah alles ersetzt werben kann, nicht ober ber Sauer, währenb Liberalismus und Marxismus den Bauern als ein reaktionäres Ueberbleibfcl betrachteten, das sobald wie möglich verschwinden müsse. Dem Parlamentarismus und damit auch ben Parlamenten haben die vergangenen Monate ein Ende gemacht. Die Landtage werden nicht mehr zusammenberufen, nur der Reichstag besteht noch, in ihm wird aber nicht mehr „parlamentiert'\ Die Parteien sind verschwunden, nur die NSDA p. bleibt unb ist zugleich ber Staat. Die Parlamentskrankheit wird nicht wiederkommen, der Führer- g e b a n k e beherrscht unb burchdringt unb gliedert das neue Deutschland. Eines ber größten Hinber- nisse zur Volkwerdung der Deutjchen »ft mit dem Parlamentarismus aus dem Wege geräumt worden. Vorn Ausland wurde das Kabinett Hitler vielfach mit dem Ruf begrüßt: Hitler, das ist der Krieg! In einer ganzen Reihe feiner Reden hat Adolf Hitler mit einer nicht zu überbietenden Eindringlichkeit erklärt: Umgekehrt! Der Nationalsozialismus ist der Friede, und die Wahlen vom 12. November haben ergeben, daß das ganze deutsche Volk hinter seiner Friedenspolitik fleht. Auch in jedem ihrer Einzelakie ist Adolf Hitlers Außenpolitik unausgesetzt auf den Frieden gerichtet gewesen. Die eklatantesten Beweise sind wohl die neuen Beziehungen mit Polen und Hitlers Angebot an Frankreich, um bie sich bie internationale Polittk ber kominenben Monate drehen wirb. Der schon in Adolf Hitlers Mai-Rede angekündigte Austritt Deutschlands aus bem Versailler Völkerbunb war der bahnbrechende Schritt für die Möglichkeit freier diploina- tischerUnterhandlungenund Gespräche. So befindet sich am Ende des Jahres 1933 die Behandlung der außenpolitischen Probleme im Fluß. Die Lage Deutschlands ist unb bleibt schwierig, sie kann burch andere Mächte zur Gefährlichkeit gesteigert werden, aber zum erstenmal seit langer Zeit ist es mit Schwanken und Planlosigkeit in Deutschland zu Ende, der deutsche Staat Adolf Hitlers w e i ß w a s er tn i 11. . Gin entscheidendes Jahr war 1933, eines der großen geschichtlichen Jahre. Erfüllung hat es nur der Anstrengung und dem Sehnen gebracht: endlich den Nationalsozialismus zum Siege zu bringen und seinen Führer an die ihm gebührende öteUc zu fetzen, weitere Erfüllung war bei dieser furchtbaren Erbschaft nicht möglich, aber, wie dieser sehr summarische Ueberblick zeigt, ist man mit gewaltiger Tatkraft, mit einer Unstimme guten Willens überall dabei, die Grundlagen für die deutsche Zukunft zu legen. Jede einzelne der genannten Maßnahmen geht auf lange Sicht, ist grundsätzlich unb praktisch sorgfältig durchdacht, für alle Deut- fchen gilt nur: tätige Mitarbeit! Am Tor des neuen Zahres. Von JRuM Paulsen. Das Jahr geht um, ber gaben rollt sich sausend ab. Ein Stündchen noch, das letzte — heut. Und stäubend riefelt in sein Grab, Was einstens war lebendige Zeit. Mit diesen Worten ber Annette von Droste ist ber Melancholie bes Zeitvergehens, bes Jahresenbes schmerzlicher Ausdruck gegeben. Und wohl ist es fo, daß wir alle gegen diese Tage hin der Vergänglichkeit des irdischen Dinges besonders tief gedenken. Aber in Wahrheit geschieht all unsere Erdentage entlang nichts anderes als dieses Hinabrieseln ber Zeit unb dessen, was sich in ihr begibt. Wenigstens sieht es fo aus, wenn wir nur nach der einen Seite blicken. Da geschieht immer nur, und geschieht und geschieht und dann ist es vorbei. Hinabgetaucht ins unendliche Meer und vergessen. Was heißt da altes und neues Jahr!? Der Strudel der Zeitlichkeit schlägt über unserem Kalender und unserer tickenden Uhr zusammen. Was sind diese winzigen Maßstäbe als kümmerliche Not- Schwimmgürtel im Ozean der Zeit! Bescheidene Orientierungsmarken! Und mancher hat schon Aer- gernis an seiner Uhr genommen und wollte ihr die stählernen Zähne ausreißen, mit denen sie bie Stunden zerbeißt. Vergebliches Wüten! Der unaufhaltsame Fluß gleitet weiter, auch wenn alle Uhren stille stünden. Was bleibt uns da als in der Abfolge des Geschehens einen Sinn zu suchen, der darüber hinaus ist? Den Sinn, der nicht von ber Vergänglichkeit unb bem rafenben Gange bes Sekunbenzeigers berührt wird? Aber freilich, dieser Sinn liegt nicht hier, nicht in der Spanne, die wir selbst erleben, dieser Sinn liegt jenseits davon, liegt im Ganzen, im Großen, im Ueberindividuellen. Wir können ihn nur mit unserer innersten Innerlichkeit erfassen, mit unserem Glauben, eben deshalb, weil er über unsere Zeit hinausgreift. Muß etwa darum der Einschnitt der Jahreswende ungefeiert vorübergehen? Mitnichten! Aber fein starkes Licht kann er nur aus dem Glauben an ben Sinn empfangen. Dann gerabe beleuchtet unsere Seele bas ablaufenbe Jahr mit Dankbarkeit unb bas kommenbe mit Hoffnung, unb die kleinen irdischen Dinge verlieren ihre Unscheinbarkeit. Sie glänzen wunderbar auf unter dem Gefühl ber Ewigkeit. Matthias Claubius, zwar ein unmoberner Mann, aber ein sehr feiner Dichter von bauernber Gültigkeit, kam wunderbar in das neue Jahr, wie er selbst erzählt: „Neujahrsmorgen auf dem Stein am Wege denk ich dran, daß ich in dem vergangenen Jahr die Sonne so oft hab aufgehn sehn, und den Mond, daß ich fo viele Blumen und Regenbogen gesehen, unb so oft aus der Luft Odem geschöpft und aus dem Bach getrunken habe." Das ist Dankbarkeit aus schlichtem Gemute. Allerdings ist es für den Stadtmenfchen etwas schwer, diese einfachen Genüsse auch nur zu erleben. Aber wer ein bißchen aufmerkt, der kann sich doch diese scheinbar alltäglichen Dinge als immer neue Wunder verschaffen. Und dann ist er schon ein wenig enger in ben großen göttlichen Zusammenhang aufgenommen. Wir grüßen darum alle lieben Wanderer, die draußen unter dem Sternenhimmel das suchen, was außerhalb unserer Menschenzeit liegt. Doch was helfen alle Bemühungen solcher Art, wird mancher einwenden, wir können zwar das unerbittliche Gesetz ahnen, aber dunkel ist vor uns die Zukunft ausgebreitet. Wir wissen nichts, als daß nach einem Jahr wieder dieselbe Wende ist .mb zum dritten Mal nach aber einem Jahr und so fortan. Aber, was jedes Jahr denen, die es erleben, an Einzelfchickfalen, an Raub und Gabe bringt, das bleibt verhüllt. Das ist zweifellos wahr; aber wer will denn auch ernstlich den Schleier heben und vorzeitig in den Strom reißen, was noch in Ruhe ist? Wir kommen ja ohnehin, fo ober fo, an unsere Schicksalsaugen- blicfc heran, gewissermaßen blinb. Wir können ober auch umgekehrt sagen: sichtlos unb nebelhaft kommt die Zukunft auf uns zu, aber in jedem Augenblick der Begegnung erzeugt das Aufeinanderprolien Licht. Freilich nicht so, daß wir jemals wüßte-,, was im nächsten Moment geschieht, aber bie Magie unseres Schreitens unb des Schicksalsschrittes bringt eine Gegenwart hervor, bie wir mit zu gestalten berufen sinb. Der vom Glauben gespeiste Wille erwacht bann und läßt uns die Aufgaben anpacken, die unser Gewissen uns zuraunt. Es wäre töricht, zu verlangen, daß uns etwa vorhergesagt wird, wann uns ein gefährlicher Ziegelstein auf das Haupt fällt, oder ob wir das große Los gewinnen. Vor dem Tor des neuen Jahres gebühren uns Glaube, Liebe, Hoffnung. Auch bie Philosophie, wenigstens bie Spstempyilosophie versagt hier. Earttste, ein scharf bentenber Mann, aber burch rounberbares Erleben zum Glauben erweckt, gewann aus bem Glauben einen erstaunlichen Tat willen, während er bie Philosophie als vergeblich ablehnte. Er erzählt von seiner Bekehrung, wie er sich aus Angst unb Unruhe aufrafft: „Das ewige Nein hatte gesagt: .Siehe, du bist vaterlos, aus- gestoßen, und bas Weltall ist mein (bes Teufels)', worauf mein ganzes Ich antwortete: „Ich bin nicht dein, sondern frei und hasse dich auf ewig!" Solch starkes Ja, das trotzig festgehalten wird, was auch die Zukunft bringe — bas wär's, was uns bas neue Jahr bringen sollte. Was ist denn solches energisches Wollen des Guten anderes als zranoois ponce s Rückkehr nach Verl n. Liebe!? Kein Mensch ist für sich allein in die Welt gestellt, und da sind viele Tausende um chn, deren Herz einem ungeöffneten Tor gleicht. Dieses gilt es zu öffnen. Aber wie beginnen wir das? Wo ist der Schlüssel, der da aufschließt? Dieser Schlüssel ist das Wissen um die Seele des andern und die Rücksicht aui diese andere Seele. Scheinbar ein schwierig Ding, da doch jeder Mensch so fest an sich gebunden ist? Aber -s muß nur immer einer den Anfang machen Sonst gehts wie Fritz Reuter in ergreifendem, nur allzu wahrem Bilde schildert: „Es schiebt sich manchesmal zwischen zwei Herzen ein dünnes Brett, und jedes Herz hört das andere seufzen und weinen, und das dünne Brett hat auf jeder Seite eine ftlinfe, die einer bloß anzurühren braucht, und was die Herzen zeichiedcn hat, schiebt sich zurück, aber keiner will die Klinke zuerst anrüyren, und die beiden Herzen meinen weiter." Wenn das schon bei zwei sich nahen Herzen vorkommt, wie schwer muß es dann fein, au> die Klinken zu drücken, an den Brettern, die Zwischen die einander Fernerstehenden geschoben sino! Aber irgendwo wollen wir beginnen Der Schlüssel is, ja ein Zauberschlüssel wie jener mystische Türoffner im Faust. Mephisto sagt: Hier diesen Schlüssel nimm' Faust zweifelt: Das kleine Ding? Sein Geselle ermuntert ihn: Erst saß ihn an und schätz ihn nicht gering! Da wundert sich Faust: Er wächst in meiner Hand! Erleuchtet, blitzt! Und Mephisto schließt: Merkst du nun bald, was man an ihm besitzt? Was sich noch sonst hinter dem noch geschlossenen Tor des neuen Jahres berge, alles Gute erhält erst Wert, alles Widrige läßt sich erst tragen, wenn wir einander die Herzen auftun. Die Liebe als der Schlüssel zu den Herzen aber wächst ro-e jener der Goethischen Dichtung, mit dem Versuch, mit dem Gebrauch. Nur nicht stehen bleiben vor dem verschlossenen Tor! Der Sinn des Geschehens kann nur durch Tat im Strome ersaßt werden. Das gilt für |ebe Zeit. Wir würden sonst vor der Tür Der Zukunft zu bloßen Lobhudlern vergangener Zeiten werden. Die lebendige Geschichte liegt v o r u n s, nicht Himer uns. Damit soll keinem ruchlosen Optimismus das Wort geredet sein, als müsse es uns immer besser gehen: aber ebenso verkehrt wäre der Pessimismus: Es wird ja doch immer schlechter. Menschenwürde tut uns not, wie sie ein reizend naives Berschen vom alten Wandsbeker Boten aus- spricht mit der Ueberschrift: „Täglich zu fingen:" Ich danke Gott und freue mich Wie's Kind zur Weihnachtsgabe, Daß ich bin, bin! Und daß ich dich. Schön menschlich Antlitz habe!" Mit diesem Spruch ins neue Jahr! Der Fronlkamerad des Führers in Deutschland einaetroffen. Bremerhaven, 29. Dez. (TU.) Am Freitaq- mitlag traf mit dem Hapagdampfer „Homburg" Adolf Hitlers Kriegskamerad Weftenkirchner. der in Amerika arveitslos war und dem der Führer die Ueberfahrt nach Deutschland ermöglicht hatte, hier ein. Er wurde von seinem Freund und Frontkameraden Huber, der mit dem Führer zusammen über 4'/2 Jahre im Felde gestanden hatte, empfangen. Der Kreisleiter der Abteilung „Seefahrt" der NSDAP überreichte Weftenkirchner im Auftrag der Ausländsabteilung unter lieber- bringung von Grüßen einen Blumenstrauß. Westenkirchner fuhr mit feiner Frau nach Berlin weiter, wo er vom Führer empfangen wird. In einer Unterredung gab Weftenkirchner feiner großen Freude darüber Ausdruck, daß es ihm durch die Hilfe feines ehemaligen Frontkameraden, des Reichskanzlers, möglich geworden fei, mit feiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Was Adolf Hitler feinerzeil im Felde gewesen fei, der Su t e Kamerad, das fei der Kanzler auch noch eute geblieben. 1915 feien Hitler und er m i t b e in gleichen Regiment ins Feld gezogen und als Meldegänger hätten sie Freud und Leid miteinander geteilt. Hitler und Weftenkirchner wurden beide am 5. Oktober 1918 durch Gas vergiftet Oft habe er, >o erklärte Weftenkirchner, Hitler im Feuer beobachtet. Hitler kannte keine Furcht. Er war immer der erfte, wenn es galt, als Meldegänger schwierige Aufträge zu erledigen. Wenn alles mutlos wa.', war er es, der uns aufrichtete. Hitler hat immer treu an seiner Idee gehangen und war von ihr restlos überzeugt. Sichtlich bewegt erklärte Westenkirchner, er hätte wohl nie mehr feine Heimat wiedergefehen, wenn er nicht das Glück gehabt hätte, der Frontkamerad Adolf Hitlers zu fein Nun freue er sich, wieder in Deutschland für sich und feine Familie fein Brot zu verdienen. Sein Kriegskamerad Huber habe de- reit-, einen Arbeitsplatz für ibn gefunden 3n Bor-, lin treffe er auch feinen früheren Kameraden Amann und freue sich auf die Stunde, in der er endlich dem Führer die Hand drücken dürfe, um ihm zu danken. Bei feiner Rückkehr habe er in Bremerhaven einen vollkommen veränderten und starken Eindruck von dem heutigen Deutschland bekommen. Er sei stolz auf das Werk seines Führers mb Kameraben Aböls Hitler. Oank des Führers an die Ausländsdeutschen. Berlin, 29. Dez. (WTB.) Die Reichskanzlei teilt mit. Zahlreiche Reichsdeutsche im Auslande, die am 12. November keine Möglichkeit hatten, ihre Stimme abzugeben haben ihre Zustimmung zu dem von der Reichsregierung verfolgten Zielen Dem Herrn Reichskanzler a u f schriftlichem Wege übermittelt. Wenn auch diese Erklärungen nicht als Wahlstimmen gewertet werden können, so sind st« doch ein erfreulicher Beweis der engen Verbundenheit Der Reichsdeutschen im Auslände mit der geeinten deutschen Nation und des Vertrauens zu Ihrer Führung. Für dieses Treuebekenntnis und die Damit bekundete Anteilnahme an den Geschicken des deutschen Vaterlandes spricht der Führer auf diesem Wege den fern der Heimat lebenden deutschen Volksgenossen seinen Dank aus. Oie Kirchen flaqgen am Aeujahrettage Berlin, 29. Dez. (WTB.) Der Evangelische Oberkirchenrat hat, entsprechend dem Vorgehen des Reiches, die Anordnung getroffen, daß am Neu - jahrstag und amReichsgründungstag jeden Jahres die evangelischen Kirchen und die kirchlichen Gebäude zu beflaggen sind Neben brr Kirchenfahne unb ben Hoheitszeichen des Reiches, schwär,weißroten und Hakenkreu. I sahnen, kann auch noch die fianbesflagge gt- zeigt werden. Oie französische ^brüftungsden Paris, 29. Dez. (WTB) Ministerpräsident Chautcmps, der heute abend Paris verläßt, um einige Urlaubstage in einem Winterkurort ju ocr* bringen, empfing vormittags Bot,ch>uster F r a n = xois Poncet, mit Dem er über das der Reichsregierung zu überreichende Meitzorandum sprach Wie man an zuständiger Stelle versichert, wird Die|e» Memorandum, an dessen Fertigstellung Außenminister Paul-Boncour gegenwärtig arbeitet, gleichzeitig auch den Regierungen von Lon- Don und Rom sowie den übrigen an dem Abrüstungsproblem interessierten Kabinetten für Kenntnis gebracht werden. „Paris Soir" zufolge steht noch nicht fest, daß oas französische Dokument die positiven Vor schlage der französischen Regierung enthalten wird. Entscheidend werde es sich darauf beschränken, festzustellen, daß die durch Francois Poncet übermittelten deutschen V o rjchläge unannehmbar seien und den für Frankreich annehmbaren Verhandlungsrahmen anbeuten, lieber ben von Ministerpräsibent Ehautemps erwähnten Abrüstungsplan werde Botschafter Francois Poncet wahrscheinlich dem Reichskanzler keine Vorschläge unterbreiten. — „Echo de Paris" verzeichnet Das Gerücht, Daß Botschafter Francois Poncet Das für Die Reichsregierung bestimmte Memorandum noch nicht mitnehmen werde, da es möglicherweise seine endgültige Fassung erst erhalte, sobald die französischen Minister mit Sir John Simon nach dessen Rückkehr aus Rom erneut Fühlung genommen hätten. „Mati n". der schon kürzlich der französischen Politik vorgeworfen hatte, im Schlepptau anderer Mächte hinter einem Sicherheitsphantom herzulaufen, ironisiert nun das zähe Festhalten Frankreichs an der Kontrollforderung. Frankreich wolle wieder den Genfer Abrüstungsweg gehen, den Weg der Geschwätzliebhaber £ o n b o n , 30. Dez. (WTB. Junffprudj.) ..Times" begrüßt die Rede Des Präsidenten Roosevelt als ein willkommenes Zeichen, daß er geneigt fei, die amerikanische Zusammenarbeit mit fremden Ländern eher zu vergrößern als einzuschränken. „Times" sagt: kürzlich hat die deutsche Regierung ihren Nachbarn eine Reihe von Nichtangriffspakten angeboten, und Die Abneigung, sich dieses 2fnqebot zunutze zu machen, hat sicher enttäuscht. Dies ist nur eines von vielen Zeichen, daß Die weit Pakten und Erklärungen etwas zweifelnd gegenüber- steht. Tatsächlich sind die Abrüstungserörterungen bereits über Die Hauptpunkte Der Vorschläge Roosevelts hinausgegangen Eine Beseitigung erAngriffswaffen würde eine Veränderung des gegenwärtigen Machtverhältnisses bedeuten, die Beseitigung sei ein unmittelbarer Vorteil für Deutschland, ebenso wie die andere von Präsident Roosevelt gestellte Forderung, daß jeder Staat dasRecht haben solle, feineeigenen Grenzen mit unbeweglichen Verteidigungsmitteln zu befestigen, hier handelt es sich um ein Recht, das nach allgemeiner Ausas- fung zu m Wesen der nationalen Souveränität gehört. (Sine Unterredung mit Dem Re chsauhennnnister Berlin, 29. Dez (TU.) Kurz vor Weihnachten erteilte der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem Berliner Korrespondenten der „Newyork Times", Guido E. Endc- ris, ein Interview, das jetzt erschienen ist. Es heißt darin u. a.: Die Abrüstungskonferenz hat sich als unfähig erwiesen, eine Lösung des Abrüftunasproblems herbeizuführcn und den moralisch und rechtlich begründeten Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung und gleiche Sicherheit zu verwirklichen. Außerdem hat das völlige Berfagen des Völkerbundes in der Abrüstungsfrage Klarheit darüber geschaffen, bah dieser zur sachgemäßen und gerechten Regelung schwieriger, den Frieden Der Welt beeinflussender politischer Fragen überhaupt nicht geeignet ist. Diese Erkenntnis hat uns genötigt, die Abrüstungskonferenz und den Völkerbund zu verlassen. Die deutsche Haltung bedeutet für Die anderen Staaten die Aufforderung, endlich aus Den jahrelangen Abrüstungsverhand- lungen das Fazit zu ziehen und auf Grund der politischen Realitäten ihre Entscheidungen zu treffen. In ihrem aufrichtigen Friedenswillen wünscht Die deutsche Regierung nach wie vor zu einer 23 er- ständigung mit den anderen Staaten über die Rüstungsfrage zu gelangen. Die Hoffnung, daß jetzt eine Vereinbarung auf Der Grundlage einer wesentlichen Rü st unas Verminderung der hochgerüsteten Staaten aufgebaut werden könnte, hat sie aber aufgegeben. Unsere Forderung nach allgemeiner Abrüstung bleibt be ft eben, aber wir müssen leider fesfstellcn, bah sie In der gegenwärtigen Zeit nicht ;n verwirklichen ist. Die Erfahrungen der letzten acht Jahre haben zu beut- Uch gezeigt, daß Die hochgerüsteten Staaten, be- fonDers Frankreich, nicht willens find, wirklich abzurüsten. VeDauerlicherweise muß Deshalb Die Tatsache Des bisherigen Nichtabrüstungswillens Der hochgerüsteten Staaten zum Ausgangspunkt Der weiteren Verhandlungen gemacht werben. Die Wünsche, die wir unter Diesen Umständen vertreten muffen, sind außer ordentlich maßvoll. Sie bezwecken, Deutschland einMlndestmaß an befenf locr m i - litärischer Sicherung zu geben, aus Das schrrst noch nicht terhggefctilf? und Schimärenjäger. Es könne wohl erklären: „Wir gehen mit Den Bestimmungen der Verträge einig!" — aber es Dürfe, wenn er sich unD andere nicht täuschen wolle, niemals behaupten: „Wir sind mit England einig!*; denn mit England fei über den wichtigsten Punkt, nämlich über die Schaffung einer internationalen mit Sanktionen versehenen Rüstungskontrolle keine Einigung erzielt worden und werde auch nicht zu erzielen sein. Seit 14 Jahren sei das französische Volk mit Pakten gefüttert unb mit Konferenzen getränkt worden. Man treibe in Frankreich die beiden ihm einzig noch verbleibenden Kulte: den Kult der Formel und den Kult des Fetifchs. Es fei hinter dem Sicherheitsphantom hergelaufen und laufe jetzt hinter dem Kontrollphantom her. Wie lange noch werde es im Schlepptau anderer einem Schatten nachjagen? Italienische Kritik. Rom, 29. Dez. (ENB.) „lener e" bezeichnet die Haltung Frankreichs in der Abrüftungsfrage als Verzögerungstaktik. Man stehe wieder vor dem üblichen französischen Manöver, mit dem konkrete Probleme in ab ft rotten Diskussionen erstickt und in einer Atmosphäre der Un= schlüssigkeit abgetötet werden sollen. Angesichts dieser Taktik müsse man sich noch einmal fragen, ob Frankreich wirklich den Frieden wolle oder ob es nicht nur vom Frieden spreche, um zur gegebenen Zeit ein Alibi zu haben. „S t a m = p a" wendet sich ebenfalls gegen die französische Taktik, die man nur durch ben Wunsch erklären könne, die bireften Besprechungen mit der Wilhelm- straße illusorisch zu machen, um gegebenenfalls allein auf Deutschland die ganze Schuld für ein endgültiges Scheitern der Abrüstungskonferenz abwälzen zu können. Ls handelt sich tatsächlich um einen Anachronismus, wenn es Deutschland verboten fein soll, Flugabwehrgeschühe zu haben oder nach Belieben defensive Befestigungen anzulegen. Auch in dieser Beziehung handelt es sich darum, ob Deutschland Gleichberechtigung haben soll. Der Reichskanzler hat Der Welt zu verstehen gegeben, Daß er nicht Daran Denkt, zu einer allgemeinen Abrüstungskonferenz zurückzukehren, bevor die Frage der Gleichheit in eine? Deutschland befriedigenden Weife gelöst ist. Darunter versteht er nicht zahlenmäßig Gleichheit in der Mannschafks- ffärfe oder mengenmäßig Gleichheit in der Ausrüstung, sondern qualitatioe Gleichheit, in die das Recht auf den Besitz der gleichen IDaffenarten einaeschlossen ist, die andere Nationen haben. V7?nn die deutschen Vorschläge nicht in allen Einzelheiten annehmbar sind, so sollten sie doch eine Grundlage für diplomatische Verhandlungen bilden. Es ist zu hoffen, daß die französische Antwort nur Abänderungen Der deutschen Vorschläge, nicht aber eine Verwerfung enkhalien wird. es angesichts Der gewaltigen Rüstungen feiner Nachbarn nicht verzichten kann. Diplomatische Besprechungen hierüber finD im Gange. ZDtr führen Diese Direkten Verhandlungen im Geiste Der Verständigungsbereitschaft und Des ausrich- tigen Friedenswillens, wenn unsere Verhandlungspartner sich von dem'etben Geiste leiten (affen, steht zu hoffen, daß eine Einigung zu- ftandekommt An Dem Anspruch Deutsch- iandsauf gleiches Recht und gleiche Sicherheit wird aber Die deutsche Regierung mit aller Energie und mit Der Urbeug- samkeit f e st h a 11 e n, Die ihr Das Bewußtsein verleiht, eine gute unD gerechte Sache zu vertreten unD Den geschlossenen willen Des Deutschen Volkes hinter sich zu Haden. Deutschland verlangt nur eine Defensiv- a r m e e in einer Hohe, daß eine Bedrohung ande- rer otaaten gar nicht in Frage kommen kann. Was die SA. und SS. betrifft, so handelt es fid) hier um eine rein politische Drgani- s a t i o n, die nur innere Aufgaben zu erfüllen hat unb für die Zwecke einer Kriegführung weder ausgebildet, noch ausgerüstet ist. Die zweieinhalb Millionen Mitglieder Der SA. und SS., Die alle Altersklaffen vom 18. bis zum 70. Lebensjahr um- taffen, find zur innerpolitifdjen Abwehr her marxistisch-bolschewistischen G e - fahr in Deutschland beftinimt unb unentbehrlich Wie Reichskanzler Aböls Hitler wiederholt in seinen Reden erklärt hat, lehnt es Deutschland n i ch t ab, den nichtmilitärischen Eharakter der SA. unb SS. im Falle bcs Zustandekommens einer Vereinbarung über bie Rüstungsfrage einer internationalen Kontrolle zu unterstellen, falls alle Staa ten entsprechende Verpflichtungen übernehmen. Deutschland ist bereit, eine internationale Kontrolle für die Durchführung eines Abkommens über die Rüstungen zu übernehmen, fofern diese Kontrolle für alle Staaten gilt unb völlig paritätisch burchgeführt wirb. Nach unserer Ansicht ist Deutschland an erster SteUe berechtigt, über mangelnde Sicherheit zu klagen. Trotzdem hat sich Deutschland bereits in ber Kundgebung der Reichsregierung bei unserem Austritt aus Der Abrüstungskonferenz bereiterklärt, mit allen Staaten N ' chta n g r iffspakte abzuschlleßen, um auch auf diese Weise ben u n - bedingten FrieDenswillen Deutschlands zu bekunden. Times fotberi Verhandlungen auf Grund der deutschen Vorschläge. Das Ziel der deutschen Adrüstungspolilik. Abrüstung der hochgerüsteten (Staaten oder ein Mindestmaß an defensiver militärischer (Sicherung für Deutschland. Wie Frankreich die Rede Roosevelts aus'eat. Pans. 30.Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Un- terfiaatsfelretär im französischen Außenministerium, deTefian, erflärte einem Vertreter Des Newyork Herald , daß die große .Hebe Roosevelts die voll- ft c Unter st ützung Frankreichs finde. Die französische Regierung fei besonders erfreut darüber, baß Roosevelt die feiner,jeit von Herriot über die Dringlichkeit einer internationalen R ü ft u n getan t r o U e abgegebene Erklärung wiederholt habe. Frankreich sei bereit, fid) einer solchen Kontrolle z u unterwerfen. In der Rede Roosevelts sehe Frankreich ferner eine völlige Billigung feiner Politik in Der Abrüftungsfrage. Frankreich fühle sich g e ft ä r f t in der Haltung, die die Regierung angenommen habe, in dem sie die deutschen Forderungen auf Ausrüstung ablehnte Argentinien unter Belagerungszustand. Aufruhr in Santa K6 und Rosario. Buenos Aires, 29. Dez. (WTB.) Reuter. In mehreren Orten Der Provinz Santa F e gelang es aufrührerischen Elementen, die Gewalt an sich zu reißen, sie wurden aber von Militär und Polizei vertrieben, die die Lage wieder in der Hand haben. Ein in Buenos A i res unternommener Aufruhroersuch ist gescheitert. Die Polizei nahm bie Führer Der unruhigen Elemente fest, bevor sie ihren Plan, sich der Regierungsgebäude zu bemächtigen, in die Tat umfetzen konnten. In der Hauptstadt herrscht Ruhe. In Rosario hatten Anhänger des ehemaligen Präsidenten I r i g o y e n von einem Kraftwagen aus Bomben gegen bie Kaserne geschleudert und diese zu stürmen versucht. Sie wurden mit Gewehrfeuer empfangen Dabei find 200 Personen getötet und viele verletzt worben. 80 Aufständische wurden feftgenommen. lieber die gesamte Republik ist der Belagerungszustand verhängt worden. Nach einer Meldung bcs Marineministeriums versuchten Aufrührer sich eines bei Paso de los Libres liegenden Schiffes zu bemächtigen, wurden aber mit Verlusten zurück- geschlagen Die Regierung der Provinz Santa FS hat bie Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Alvear angeortmet. Ziehung her 2.Arbel'tshesMungslottme Berlin, 29. Dez. (WTB.) Die Ziehung Der 2. Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung fand öffentlich unb unter notarieller Aufsicht statt. Reichsfchatz- meifter Schwarz eröffnete die Ziehung mit einer kurzen Ansprache Vor einem Vierteljahr, führte er u a. aus, habe ich am gleichen Platz die Ziehung der 1. Lotterie eröffnet. Der Opfermille weiter Volksschichten unb bie Kraft unserer Organisation haben einen Erfolg gebracht, der alle Ergebnisse früherer Lotterien weit in Öen Schatten stellt Allen denen, die dazu durch ben Kauf eines Loses beigetragen haben spreche ich an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus. Dem Führer aber werde ich mit Stolz melden, daß feine Absicht, | die ihn veranlaßte, diese Lotterie ins Leden zu rufen, voll erreicht worden ist. Diese Absicht i war, Tausenden von Volksgenossen Ar- j beit z u geben unb mit ihrer Arbeit Werke von bauernd"m Wert nach seinem Willen zu schaffen. Die Geschichte wird einst das Jahr 1933 als bas Jahr der deutschen Schicksalswende bezeichnen Nach der Ansprache begann die Ziehung. Auf bie Lose, die in zwei Abteilungen, A unb B mit je 3 Millionen Stück zur Ausgabe gelangten, kamen insgesamt 283 058 Gewinne, gestaffelt von 3 Mark bis zu 75 000 Mark und zwei Prämien zu je 25 000 Mark zur Ausschüttung. Insgesamt gelangten 1 500 000 Mark zur Auslosung. Schon eine halbe Stunde nach Beginn wurde das große Los gezogen. Der Hauptgewinn von 150 000 Mark entfiel auf Doppellos 1 527 916. die Prämie von 50 000 Mark auf Doppellos 609 740, 30 000 Mark auf Doppeltes 1512 471, 20 000 Mark auf Doppellos 1 773 504, je 10 000 Mk. auf 1 430 860 und 740 576, je 5000 Mark auf 1 284 535, 1 735 458, 1 051 152 und 2 427 915. Die amtliche Gewinnliste erscheint am 8. Januar 1934. 0tr NeichsbunD Der Deutschen Beamten. Berlin, 29. Dez. (TU ) Der Führer der Deutschen Beamtenschaft und Leiter des Amtes für Beamte, Pg. Neef, erklärt im „Völkischen Beobachter", daß das Amt für Beamte eine Gliederung der PO. fei, an Deren Spitze er stehe. Im Amt für Beamte feien alle beamteten Parteigenossen zufammengefaßt. Nach der bestehenden Dienstanweisung Der PO. müßten sämtliche beamteten Parteigenossen dem Amt für Beamte angeboren. Die Gesamtheit Der deutschen Beamtenschaft einschließlich Der beamteten Parteigenossen werde im Reichsbund der Deutschen Beamten erfaßt, der Die vom Reichsinnenminister Dr. Frick amtlich anerkannte Einheitsorganisation der Beamtenschaft fei. Der Reichsbund sehe feine Hauptaufgabe in der Erziehung der Beamten zu vorbildlichen Nationalsozialisten. Die Richtlinien hierfür gingen allein vom Amt für Beamte der NSDAP, aus. $u den weiteren Aufgaben des Reichsbundes gehörten die Beratung und Unterstützung der Regierung in allen beamtenpolitischen Fragen, ferner die sachliche Fortbildung der Ge- iamtbeamtenfdjaft, die Erhaltung und der Ausbau der wirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen. Der Reichsbund der Deutschen Beamten sei Dem Amt für Beamte politisch unterstellt. — Die Mitgliedschaft zum Bund NSDJ., dem übrigens nur Parteigenossen angehören dürften, käme nur für juristische Beamte wie Richter, Staatsanwälte und Verwaltungsjuristen in Frage. Diese müßten jedoch gleichzeitig dem Reichsbund Der Deutschen Beamten angehören. Zweites Gesetz über den landwirtschaftlichen Dollftreckungsschutz. Berlin, 29. Dez. (ERB.) Im Reichsgefetzblatt wird das „Zweite Gesetz über den landwirtschaftlichen Dollftreckungsschutz" veröffentlicht. Nach ihm stehen ben landwirtschaftlichen Grundstücken Landarbeitereigenheime sowie Grundstücke gleich, die einem landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen ober gärtnerischen Nebenbetrieb ober der Fischerei dienen. Eine Zwangsversteigerung eines Grundstückes ist außer den Bestimmungen der Ver- .K il-9 Wnsi fit der au! d/n den \ * HAI d°s den $oQ fchMNS ftlei Reichs fvnchi) -Men Tiber - Jiinifl' des Deut W öbv 9l $11 ai Eiserne 3m ® jföifdjei schen A wenftök Le Wahlen einen S ynb30C Billa Butafi ans de jum Dpi König (, 0q§ j h Ä ?Ätt '"wine- oern des Braun zu begegnen. Die Versuche, die Angelegenheit zu unterdrücken, waren jedoch vergeblich, da inzwischen weite Kreise davon erfahren hatten. Der saarländische Separatistenführer Waltz, der vor einiger Zeit nach einer Unterschlagung von 20 000 Franken von seinen eigenen Gesinnungsgenossen überführt wurde, dürfte nunmehr vor Neid erblassen, daß sein Kollege Braun ihn auch hierin wiederum übertraf. Marxistischer Änterschlagungsskaridal im Saargebiei. Die Persönlichkeit des Ermordeten. B u k a r e st, 29. Dez. (XU.) Ministerpräsident Duca entstammte einer alten Bojarenfamilie. Er studierte in Varis die Rechte und widmete sich nach seiner Rückkehr ausschliehlich der Politik. Mit 28 Jahren wurde er Abgeordneter öer L l - beraten Partei. Enge Freundschaft verband ihn mit Ionel B r a t i a n u. Während des Weltkrieges trat er nicht besonders in Erscheinung, jedoch steht auch sein Name auf der Gedenktafel im Bukarester Militärmuseum, die alle Minister nennt, die Rumäniens Eintritt in den Weltkrieg beschlos- sen haben. Duca hat ein Alter von 52 Jahren erreicht. In der Kammer hat er sich vor allem auf volkswirtschaftlichem und sozialem Gebiet betätigt. Von Anfang an war er Mitglied der L, berat e n Partei, zu deren hervorragendsten Führern er bald gehörte. Mehrfach hatte er Minister- Portefeuilles inne, so das Unterrichtsministerium, das Ministerium des Innern und das Ministerium des Aeußern. Auf dem Gebiete der Außenpolitik widmete er sich mit Eifer dem Ausbau der Kleinen Entente, die in ihm den Anreger ihrer periodischen Zusammenkünfte sieht. Nach dem Ableben Vintila Bratianus trat Duca im Dezember 1930 an die Spitze der Liberalen Partei. Im Oktober 1930 gab Duca auf einer Parteikonferenz in Czernowitz Erklärungen über die Minderheitenfrage ab, die damals Aufsehen erregten. Duca erklärte u. a.: Wir sind uns vollständig klar darüber, daß die im Staate lebenden vier Millionen Minderheiten Anspruch aus Gerechtigkeit und brüderliche Behandlung haben. Mas wird nun? Wird eine autoritäre Regierung das Nudcr erflreifcn? Das Urteil im Lahusenprozeß. (Sari Lahusen zu fünf Jahren Gefängnis und Heinz £of)ufen zu 28/4 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Bilanzverschleierung und Untreue. zur „Deutschen Arbeitsfront" und zur nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude sprechen • Der Reichsminister für Luftfahrt hat angeordnet, daß vom 31. Dezember 1933 19 Uhr bis 1. Januar 1934 8 Uhr sämtlichen Angehörigen der deutschen Luftfahrt das Tragen der DL.- Bekleidung außerhalb der Privatwohnung ver- boten ist. Der frühere sächsische Ministerpräsident Heidt ist nach längerer Krankheit gestorben. Heidt wurde 1909 als Sozialdemokrat in den Sächsischen Landtag ge- wählt 1919 wurde er Arbeitsminister, 1920 bis 1923 Finanzminister, 1924 bis 1929 Min.sterpräsident. 1926 gründete er mit 22 sozialdemokratißhen Land- tagsabgeordneten, die mit ihm aus der Partei ausgeschlossen worden waren, die Alte Sozialdemokratische Partei. ftunfl und WiffenschaN Hanns Iahst beantragt Beurlaubung. Wie wir erfahren, ist der Dramaturg des Staat- lichen Schauspielhauses in Berlin, Hanns I o h st, bis zur endgültigen Regelung der allgemein schwe- benden Fragen der Staatstheater um einstweilige Beurlaubung eingekommen. B u k a r e st, 30. Dez. (TU.) Die Ermordung des Ministerpräsidenten hat in ganz Rumänien einen ungeheuren Eindruck gemacht, der um so nachhaltiger ist, als politische Anschläge in diesem Lande in der Vergangenheit so gut wie unbekannt gewesen sind. Der Tod Ducas wird den Verfall des parlamentarisch-demokratischen S y - st e m s um so mehr beschleunigen, als die na- t i o n a l z a r a n i st i s ch e P a r t e i, die bisher d>e Geschicke des Landes leitete, in völliger Auf- löfung begriffen ist und deren Gegenspieler, d i e Liberale Partei, jetzt ihren Kopf verloren hat, weil mit Duca das geistige Erbe der Bratianus endet. Was werden wird, läßt sich zur Stunde nicht voraussagen. Zunächst ist der Unterrichtsminister Angele scu mit der einstweiligen Leitung der Geschäfte beauftragt worden. Da aber bekannt war, daß die Liberale Partei die letzte parlamentarische Reserve des Systems war, ist es nicht ausgeschlossen, daß nunmehr eine seit langem erwartete autoritäre Regierung in Rumä- nie» die Geschicke des Landes leiten wird. Auf alle Fälle ist mit Bestimmtheit mit den schärfsten Maßnahmen gegen alle rechtsradikalen Strömungen zu rechnen. Ein außenpolitischer Kurswechsel wird kaum eintreten, weil der Steuermann zwar von Bord gegangen ist, aber der Kurs der alte bleiben wird. Duca wird auf Staatskosten auf seinem Gute beigesetzt werden. Die Trauer über seinen Tod ist auch im Lager seiner politischen Gegner allgemein. Die In Bukarest anwesenden G e - sandten erschienen im Ministerpräsidium, um ihr Beileid auszudrücken. Desgleichen kondolierten sämtliche oppositionellen Parteiführer, bei der Liberalen Partei wie auch bei der Witwe des ver- ftorbenen Ministerpräsidenten. Der rumänische Mmsterpräsident Duca einem Revoiveratteniat znm Opfer gefallen. Weittragende innerpolitische Folgen für Rumänien. Bremen, 29. Dez. (TU.) 3m Lahusenprozeß wurde am Freitag folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte C. La Husen wird wegen Bergeisens gegen § 240 Ziffer 3 und § 244 der Konkursordnung, wobei zugleich ein vergehen gegen §314 Ziffer 1 des HGB. begangen ist. und wegen vergehens gegen § 312 des HGB. in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von 5 3 ahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe von insgesamt 50 000 Mark verurteilt. Der Angeklagte Heinz Lahusen erhält wegen eines vergehens gegen § 240 Ziffer 3 und § 244 der Konkursordnung, wobei zugleich ein vergehen gegen §314 Ziffer 1 des HGB. begangen wurde und wegen vergehens gegen § 312 des HGB. in zwei Fällen eine Gefängnisstrafe von 2 3 ahren, 9 Monaten und eine Geldstrafe von insgesamt 20 000 Mark. An Stelle der Geldstrafe tritt für je 100 Mark ein Tag Gefängnis, bei C. Lahusen jedoch höchstens 1 3ahr. Die Angeklagten tragen die Kosten des Verfahrens, soweit sie verurteilt find. Der Angeklagte C. Lahusen wird freigesprochen von der Anklage des Betruges. Die insoweit entstandenen Sonderkosten trägt die Staatskasse. Bei C. Lahusen wird ein 3ahr der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Hein; Lahusen wird die Untersuchungshaft in voller höhe auf das Strafmaß angerechnet. In der Begründung des Urteils im La- Husen-Prozeß führte Landgerichtsdirektor Töwe u. a. folgendes aus: Beide Angeklagten find schul- big befunden eines Vergehens der Bilanzverschleierung. Im Jahre 1926 ist zweifellos die Bilanz in der Form, in der stille Reserven herein- genommcn wurden, verschleiert und gefälscht worden. Im Jahre 1928 sind Rückvergütungen in sehr erheblichem Maße hereingenommen in hohe von 20 Millionen Mark. Es handelt sich auch hier allein um fingierte Forderungen. Die Bi- lanz des Jahres 1928 ist gefälscht bezüglich ihrer Liquidität. Bankschulden in höhe von 33 Millionen Mark seien als solche nicht ausge- wiesen. Das eigentliche Katastrophenjahr ist das Jahr 1929. Der Hauptvorwurf besteht darin, daß die Angeklagten 25 Millionen Mark Rückvergütungen von der hum herübernahmen, die gleichfalls rein fingierte Forderungen darstellten, bei denen aber auch mit aller Deutlichkeit klar wird, daß diese 25 Millionen Mark aus dem Nichts geschöpft wurden. Die Frage, ob die Singeflag- ten durch einen übergesetzlichen Not st and gedeckt gewesen seien, ist durchaus zu verneinen. Gerade der Fall Nordwolle hat gezeigt, daß Unwahrheit und Fälschung der Bilanzen ein oollig ungeeignetes Mittel sind, eine im Abstieg befindliche Gesellschaft vor dem Untergang zu retten. Durch die Darstellung in ihren Bilanzen haben die Angeklagten eine Atmosphäre von Unwahrheit geschaffen, die geeignet war, die Öffentlichkeit in ihrer Allgemeinheit zu täuschen. Ein Betrug zum Nachteil der Danat- schlag glückte, Bergdoll wurde ins besetzte Gebiet entführt und sollte den Amerikanern ausgeliefert werden. Die deutschen Vorstellungen verhinderten dies. Seither lebte Bergdoll im Neckartal. Nunmehr traf aus Washington die Nachricht ein, daß Präsident Roosevelt den Deutschamerikaner Bergdoll amnestiert hat, womit diese unliebsame Affäre aus der Kriegszeit erledigt ist. 3apan im Freudentaumel. — Namengebung des Thronerben. Die Freudenfeiern anläßlich der Geburt des Thronerben begannen am Freitag früh in ganz Japan. Im königlichen Palast fand nach altem Brauch die Namengebung des Thronerbens statt. Punkt 11.15 Uhr (Tokioter Zeit) wurde der Name verkündet. Akihito Tsuyu No Miya heißt der junge Erdenbürger: der Name bedeutet übersetzt etwa „Nachfolge der erleuchteten Güte". In Tokio prangen alle Straßen und Gebäude im Flaggenschmuck. Sämtliche Banken und Büros sind geschlossen. Als die an der Küste vor Anker liegenden Kriegsschiffe den königlichen Salut abfeuerten, brachten Tausende von Japanern, die im Hitiya-Park versammelt waren, begeisterte Hochrufe auf die kaiserliche Familie aus. Zwei Eisenbahner tödlich überfahren. Bel Heiligenstadt (Eichsfeld) wurden ein Rottenmeister und ein Bahnunterhaltungsarbeiter, die das Einfahrtgleis eines Eilzuges nach einem aus- fahrenden Güterzuge überschreiten wollten, von der Lokomotive des Eilzuges erfaßt und sofort g e • tötet. Bukarest, 29. Dez. (WTB.) Mnisterpräsidenl Duca fiel heule um 22.20 Uhr osteuropäischer Zeit auf dem Bahnhof Slnaja einem Attentat zum Opfer. Als er von einer längeren Audienz bei König Carol in den Zug steigen wollte, um nach Bukarest zurückzukehren, wurde er von einem Studenten durch vier Schüsse in den Kopf n i e d e r g e st r e ck t. Cr war auf der Stelle tot. Sein Begleiter, der Abgeordnete Dr. C o st i n c - fcu, wurde verletzt. Der Attentäter wurde sofort fest genommen. Der Ministerpräsident war auf dem Bahnhof in Begleitung des Finanzministers Constantin Bratta n u , des protokollchefs im Ulinifterptäfibium Dlachide und des Abgeordneten C o st i n e f c u , sowie von zwei Geheimpolizisten gekommen. Bon drei Stuben ten, die ihn erwarteten, sonderte sich der eine rückwärts ab und schoß den 2H i n i - sterpräsidenten in den hinterkops. Einer der Begleiter des Attentäters lieh einen Pa - pier böller explodieren, was die Anwesenden glauben lieh, dah eine Handgranate geworfen worden war. Die Attentäter versuchien in der ausbrechenden Panik zu entkommen, und begannen an den Gleisen entlang zu laufen. Zwei Polizeigehilfen setzten ihnen nach. Die Befolgten verschoben ihre letzten Patronen und verletzten hierbei noch einen der Po- ttzeiagenten. Erst als sie die IHunilion verschoben hatten, konnten sie von dem unverletzt gebliebenen Polizisten fest genommen werden. Die Menge, die gleichfalls an der Befolgung teilgenommen hatte, wollte die Attentäter lynchen. Der Ministerpräsident, der lebbs zusammengebro- chen war, wurde in den wcrtesaal gebracht. Der bcroeigeeilte Bahnarzt tonnte nur noch den Tod fest.lellen Auf Wunsch des Königs wurde die Leiche ; des Ministerpräsidenten in das königliche Schloß in Sinaja gebracht. Kultusminister A n g e l e s c u als ältestes Mitglied des Kabinetts wurde telegraphisch nach Sinaja gerufen. Ls wird angenommen, daß er mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut werden wird. Wer waren öie Attentäter? Bukarest, 29. Dez. (TU.) Es handelt sich um drei Attentäter. Der Mörder heißt Nikolaus C o n ft a n t i n e j c u. Er ist 23 Jahre alt und Student der Jurisprudenz. Er erklärte, ohne besonderen Auftrag gehandelt zu haben. Der Wunsch nach Beseitigung des Ministerpräsidenten wäre innerhalb der Studentensch.ift schon lange laut geworden. Grund dafür sei, daß Duca Freimaurer gewesen sei. Die zwei andern an dem Attentat auf Duca beteiligten Personen, sind ein Casshausbesitzer Johann Cali- m a t i aus der Kleinstadt Purtuciaga, und Johann Dorubenimaja. Seine Beschäftigung ist bis jetzt nicht bekannt. Er wohnte zuletzt im Hotel Ex- celfior in Bukarest. Die Mitteilung des Ministerpräsidiums, daß es sich bei dem Attentäter um ein Mitglied der aufgelösten Eisernen Garde handeln soll, legt die Vermutung nahe, daß die Tat als R a ch e - a k t aus politischen Motiven zu werten ist. Die Eiserne Garde ist eine rechtsradikale Organisation. Im Wahlkamps zu den Parlamentswahlen kam es zwischen Mitgliedern biefer radikalsten der rumänischen Rechtsparteien und den Behörden zu Zusammenstößen Am 9. Dezember faßte der Ministerrat den Beschluß, die Eiserne Garde aufzulösen. Die Wahlen in der zweiten Hälfte des Dezember brachten einen Sieg der Regierungspartei, die mit 54,93 v. h. und 300 Mandaten durchs Ziel ging. Wettervoraussage. Ein Ausläufer des Mittelmeertiefs hat sich bis zur Ostseeküste ausgedehnt und bei langsamem Temperaturanstieg besonders im Osten Deutschlands Regenfälle verursacht. Auch unser Bezirk wird davon berührt werde», so daß mit einer Wetterverschlechterung zu rechnen ist, um so mehr, als auch der neue Wirbel im Raume zwischen Island und Irland an Energie gewinnt. Das nordöstliche hoch sowie der Druckanstieg von der Biskaya her werden also vorerst ohne Bedeutung für unser Wetter sein. Aussichten für Sonntag: Dunstig, meist bewölkt, strichweise Niederschläge, in de» höheren Gebieten noch als Schnee auftretend, Temperaturen um Null schwankend. Aussichten für Montag: Etwas milder, sonst keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags — 0,8 Grad Celsius, abends 0,5 Grad: am 30. Dezember: morgens 0,3 Grad. Maximum 0,8 Grad, Minimum — 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends —0,6 Grad: am 30. Dezem.» ber: morgens —0,5 Grad Celsius. Amtliche Vintersportnachrichten. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schnee- fall, —7 Grad, 25 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulver. Sportmöglichkeit gut — Tribera: Bewölkt, — 2 Grad, 12 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulver, Ski und Rodel mäßig. A l p e ». G a r m i s ch - P a r t e » k i r ch e n: Leichter Schneefall, —4 Grad, 39 cm Schnee, 3 bis 5 cm Neuschnee, Pulver: Sportmöglichkeit sehr gut. — Oberstdorf: Leichter Schneefall, — 4 Grob, 25 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, Pulver: Sportmöglich. 1 kett sehr gut. Aus aller Welt. Weihnachtsfeier der Deutschen Landsmannschaft. Die Deutsche Landsmannschaft hat, wie vom Presse- amt der DL. milgeteilt wird, irn Hause der Landsmannschaft „Guilelrnia" in Berlin eine für ihr« örtlichen Gliederungen beispielgebende kameradschaftliche Weihnachtsfeier abgehalten. Eingeleitet wurde der Abend durch einen fesselnden, von persönliche» Erlebnissen durchsetzten Vortrag des Be- arbeiters der Grenz- und Auslandsfragen Dipl.- Jng Vollmann über die von ber Landsmannschaft irn letzten Sommer durchgeführten Grenzfahrten und ihre Bedeutung für die Zukunftsentwicklung des Volkes und Landes. Der Studentenpfarrer Bronifch-Holtze sprach schlicht und eindringlich zur landsmannschaftlichen Jugend und brachte die echt deutsche und landsmannschaftliche Tugend der ewigen Sehnsucht zum höheren nahe. Todesopfer eines Beichsbannerüberfalls aus dem Iahre 1932. Der SS -Mann Werner Rosin in Lübeck ist jetzt an de» Folgen der schweren Verletzungen g e - starben, die ihm im Jahre 1932 von politischen Gegnern zugefügt worden sind. Damals waren mehrere SS-Männer von einer großen Anzahl Reichsbannerleuten überfallen und schwer mißhandelt worden. Als einen Tag darauf der SS. Mann Rosin die Familie seiner Braut besucht hatte, wurde auch er auf dem Heimweg von einer starken Ansammlung politischer Gegner gestellt, die ihm zahlreiche Messerstiche beibrachten. Diese Verletzungen haben jetzt zum Tode geführt. Die Täter, die damals nicht ermittelt werde» ko»»ten, weil die Schuldige» durch Meiueide gedeckt worden waren, sind vor kurzem feftgefteUt worden. Die Ermordung des finnischen Obersten Asplund. Die Hausangestellte des Obersten Asplund in helsingsors, Jenny An11ila, die zu der in Finnland aufgedeckten Spionageorganifation gehörte, hat eingestanden, Oberst Asplund, der Leiter der staatlichen finnischen Pulverfabrik war, im Jahre 1932 vergiftet zu haben. Das Ende der Affäre Bergdoll. In der Nachkriegszeit hat der Fall des Deutschamerikaners Grover B e r g d o 1 l, der sich geweigert hatte, im amerikanische» Heer Kriegsdienst zu tun und deshalb wegen Fahnenflucht verfolgt worden war, einiges Aufsehen erregt und sogar xu einem diplomatischen Schritt Deutschlands in Washington geführt. Auf Bergdolls Ergreifung — in Amerika waren in Abwesenheit eine schwere Strafe und die Dermögensbeschlagnahme über ihn verhängt worden — wurde eine hohe Belohnung ausgesetzt. Amerikanische Detektive versuchten Bergdolls mit Gewalt habhaft zu werden, einer von ihnen wurde beim Eindringen in Bergdolls Zimmer In Eberbach von ihm e r s ch o s s e n. Ein zweiter Anbau? ist nicht erwiesen. Es ist nicht nachgewiesen, daß die Angeklagten bei Erlangung des Kredites im Herbst 1929 sich bewußt unwahrer Vorspiegelungen bedient hätten, daß es solcher Vorspiegelungen auch nur bedurft hätte, um diesen Kredit zu erlangen. Es bleibt allerdings die für den Angeklagten G Carl Lahusen beschämende Tatsache, daß er sich von dem Zeugen Goldschmidt einen Lügner und Betrüger hat neunen lassen müssen. In einem weiteren Sinn trifft diese Bezeichnung auf den Angeklagten auch zu, und er war sich damals, als ihm diese Worte ins Gesicht geschleudert wurden, vollkommen bewußt, daß er die Bilanz des Jahres 1929 in einer ungeheuerlichen Weise gefälscht hatte. Es muß zu Lasten der Angeklagten feftgefteUt wer- den, daß sie sich auch b/e r Untreue s ch u ld i g gemacht haben. G. C. Lahusen hat Aktien auf seinen Namen und auf seine Rechnung gekauft, wie er behauptet zu Stützungszwecken. Er war in ferner Weise befugt, die Differenz, die durch das Sinke» des Kurses entstand, einfach auf di« Nordwolle zu überbuche». Er hat sie zweifellos bewußt g e ■ chädigt in höhe von über 1 Million Mark. Wenn man bezüglich der Untreuehanblun- gen nach einem Motiv der Angeklagte» forscht, braucht man keineswegs anzunehmen, daß sie plötzlich und unerwartet ihren ganzen Charakter geändert hätten, als sie zu solchen Entnahmen geschritten sind. Gewinnsucht braucht mau nicht an- ,ui nehmen, es war das ungemessene Streben des Angeklagten G, Carl Lahusen nach Macht, seine schrankenlose Selbstüberhebung, traft deren er sich schließlich für den einzigen Repräsentanten der Nordwolle angesehen hat. Wen» G. Carl Lahusen ausführt, daß die Lahusens und die Nordwolle identisch gewesen seien, gelte das auch im ungünstigen Sinne für ihn Er hat schließlich vollkommen vergessen, daß er Verwalter fremden Vermögens war. Er hat das Nord» wollevermögeu und sein eigenes Vermögen einfach identifiziert und ist so dazu gekommen, das Gefühl für Mein und Dein vollkommen zu verlieren. Sein Bruder Hein,; ist auch hier (Befolgst mann gewesen. Berücksichtigt man die höhe der veruntreuten Beträge, sowie die außerordentliche Schädigung, die die Nordwolle gerade in schweren Jahren durch das handeln der Angeklagten erlitt, so erscheint die ausgesprochene Strafe als eine noch milde Sühne. Mit Rücksicht auf die höhe der erkannten Strafen hat das Gericht be-fchlosfeu, die Angeklagten ungeachtet der geleisteten Sicherheit von einer Million Mark wieder zur Untersuchungshaft zu bringen, da bei der höhe der erkannten Strafen die Sicherheit zur Abwendung des Fluchtverdachtes nicht ausreiche. Vom der Staatsanwaltschaft wurde mitgeteilt, daß der bremische Senator für Inneres und Justiz verfügt hat, daß die Angeklagten mit dem Augenblick der Urteilsverkündung aus der Schutzhaft entlassen werden. Don der Verteidigung wurde keine Erklä- rung abgegeben. Wie verlautet, wird die Verteidigung aber im Hinblick auf das nach ihrer Auffassung zu hohe Maß der Strafe Revision beim Reichsgericht anmelden. ländischen Wirtschaft gegen sie verhängten Anzei- genboykott vom Internationalen Gewerkschaftsbund in Paris große Entschädigungen. Im Juli ds. Js. wurde eine Gesamtsumme von 350 OOOFrankenanBraun gezahl t, vom Juli ab ein monatlicher Zuschuß von 20 000 Franken. Diesen monatlichen Zuschuß hat Braun s e 11 Juli nicht abgeführt, sondern in seine eigene Tasche gesteckt. Er hat also bisher 100 000 Franken zum Schaden seines Blattes unterschlagen. Am 11. Dezember kam es zu einer stur- mischen Aufsichtsratssitzung seines Blattes in Saarbrücken, an der Braun nicht teilnahm und Geschäftsführer Klopfer von der „Volksstimme dem Aufsichtsrat von den Unterschlagungen Brauns Kenntnis gab. Braun erfuhr davon und begab sich sofort nachParlszum Büro des Jnternatio- nalen Gewerkschaftsbundes, um die Angelegenheit zu ordnen. Als Klopfer davon erfuhr, reifte er Braun nach, um in Paris den Vertujchungsmanö- urbnung vom 26. Mai auch d an ne in zu st e l - l e n, wenn die Nichterfüllung der Verbindlichkeit auf « u ß ergewöhnlichen Ver uften durch Unwetter, Viehseuchen usw beruht. Die Vorschriften der Verordnung vom 26. Mai bleiben mit der Maßgabe weiter in Geltung, daß der dort auf den 1. Februar 1934 bestimmte Zeitpunkt am den 1. April 1934 festgesetzt wird. — Ferner enthält das Reichsgesetzblatt eine «»«ortnunfl über den Vollstreckungsschutz m landwirtschaftlichen Ent- schuldungsvefahren" kleine politische Nachrichten Reichsminister Dr. G o e b d e l s spricht am Sonntag, 31. Dezember (Silo e st er) von 18.30 bis 18 45 Uhr über alle deutschen Sender. * Reichsjugendführer Baldur von Schi rach spricht zur deutsche» Jugend am 1. Januar 1934 'zwischen 11 und 11.15 Uhr. Die Ansprache geht über alle deutschen Sender. * Ministerialrat Dressler-Andreß, der Leiter des Deutschen Rundfunks, und Dr Ley, der Führer der DAF., werden am 1. Januar 1934 um 18.30 Uhr über den Deutschlandsender, um 19.öu Uhr über alle anderen Sender außer Stuttgart Saarbrücken, 29. Dez. (TU.) Im Saargebiet ist es zu einem großen politischen Skandal um den Marxisten- und Separatistenführer Max Braun den Herausgeber des berüchtigten Sudelblattes „Deutsche Freiheit" und der „Volksstimm< gekom- men, ber auf das ganze Gefüge der saarländischen SPD. übergegriffen hat. Aus Kreisen der Sozialdemokratie des Saargebietes, die bisher hinter Braun standen, verlautet schon seit einigen Tagen, daß Braun in eine große Unterschlagungsangelegenheit verwickelt sei und seine Stellung nur zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt habe. Es wurden schwere Anschuldigungen gegen Braun erhoben, und seine sofortige Entfernung gefordert. Inzwischen sind diese Dinge auch in der Öffentlichkeit bekanntgeworden. Es bestätigt sich, daß Braun tatsächlich große Unterschlagungen zum Schaden seines Blattes „Volksstimme" begangen hat. Die „Volks- fiimme" erhielt als Ausgleich für den von ber faar» Statt Karten 3f? r e Verlobung geben bekannt Gießen, Silvester 1933 07210 Berlin S 42, Gitschinerstraße 83 Gießen, Settersweg 73 28. Dezember 1933 7877 D Neujahr 1934 Remscheid 072 3 Kein Laden 857D 78750 Statt harten! Zhre Verlobung geben b e f d n n f Lollar, Silvester 1933 07213 Statt Starfen! Bergisches Kraftfutterwerk G. m. b. H. Düsseldorf-Hafen 4. A KYWHÄUHR TECHNIKUM EH JH. \ Joqeniewfe und Werkmeister* 5. BAD ffiANKENMAUSQI big flvqpiatt 6. -Dollexistenz— Ü.-'Um 1. 2. WeUeieUatrade »4*1. 3, Das ^efliigdfuttßk. in luhtigä. lusammensetuing 2. 3. ^ydi'a Kadesch Walter Geißler Marie Iiih Carl Simon Serlin.ZReinirfenborf W 3 Scharnwcberstraße 140 Bürgermeisterei Gießen. 3. 23.: Bartholomäus. Gießen Marburger Str. 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Atm >i ~7>s:3L) an 6 i'hcl .Inbett.Südlag.'ind 2-3 sehr sc« Zimm, leer oder möbliert levil. mit Küchenbenutzung), auf? ergew. bill.abzug. In Frage kommen nur Einzelmieter. Schr.Ang. u. 07244 a.d.Gtz.Anz. Zentral geleg., be- schlagnabmefreie Parterre Wohnung 2Zimmer und Küche los. o. spät. z. venu. Schr.Ang. u. 79090 a. d.Gieh. Anzeiger. Neue und Rebraucbte Klaviere empfiehlt zu RünetiRen ZahlunRsbedtURun^en ®e°rc Ebert, Klaviermacher Gteüen. Ludwüstr 5p, Teleph. 2403 Lagerraum zirka 30—40 qm. trocken, Erdgeschoß, i. Zentrum d. Stadt zu mieten gesucht. Schr. Ang. u. 07231 an den Gietz, Anz. Maßgebendem niedenächnschcm Haus hi» tet zielbewuhten. getvandten Hen/n Wahendom Watzenborn Hermann-Görmg-Straße 2 - Ludwigstraße 32 Silvester 1933 ^-Hirz Selteroweg 22 Nahmen Kunsigewerbe Verschiedenes! LeupinCreme und Seife seit Jahr.bewähitb, Flechte - Hautjucken Ausschi., Wundsein usw.lowen-Orog. W.Kik bmger Nachf.,Seltersweg 79 a; Drog. Winterhott, Kreuzplatz 10. Aww5V Detektiv K. 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