Nr. 281 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 30. November 1933 ttr|(t)etnl taglld). außa feonntaqs unb Feiertag» Beilagen; Vie 3Duftriert« Gießener Familienblätter Heimat >m Bild DieSdioD* Monats Bezugspreis: Mu 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühi . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahlnach» eichten Anzeiger Gieße». poftschecttonio: firanffurt am Blain 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unwersitär§-Vuch- und Zteindruckerei K. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag Dorfes, Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für Öen übrigen Teil Ernst Blumschein und tür Öen Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen. Das Rabattgesetz. Von £)r. Wilpeim F>ischDick. Wie das Reichswirtschaftsmiaisterimn inzwischen durcy die Tagespreise berannlgegeven hat, wurde in der Styung oes Relchskabinens vom 14. 'jtooember 19ö3 ein Gesetz über d i e Preisnachlässe, das sogenannte Rabattgesetz, beschlossen. Der wesentliche Fnyalt dieses Geseyes betrifft d i e Ein- fchräntung des Barzahlungsrabattes wie ausdrücklich betont roiro „im Verkehr mit dem letzten Verbrauche r", also offen,ichtlich nicht den Rabatt von Wiederverkäusern. Die Neuregelung geht also nicht den Großhandel an, sondern den Einzelhandel, und diesen auch nur ^sofern, als er nicht sozusagen Großhandel im Kleinen betreibt, also an Wieberverrauser winzigen Ausmaßes, wie z. B. Hausierer, liefert. Der Ginzelyanoel ist im allgemeinen nie ein Freund des Rabattes gewesen, lieber diese Tatsache unO Die Grunde dafür kann man sich sehr gut unterrichten, wenn man die in den Fahren 19z9 und 1930 bei E. S. Müller Ü- Sohn veröffentlichten Verhandlungen des „Ausschusses zur Untersuchung der Erzeugungs- und Absatzbedingungen der deutschen Wirijchaft", Unterausschuß für Gewerbe, Fn- dustrie, Handel und Handwerk, ansieht, von dem aus vielerlei Geschäftszweigen jeweils vier bis sechs Männer der Praxis, Geschäftsinhaber, Berbands- fyndici usw. vernommen wurden. Dieser Ausschuß — das spricht diesmal für den Wert der Erhebungen — steht seiner Zusammensetzung nach keineswegs in dem Verdacht einer besonderen Emzelhan- delsfreundlichkeit, denn sein Vorsitzender und als solcher Leiter der Vernehmungen, war kein anderer als Georg Bernhard, dessen enge Beziehungen gerade zur schlimmsten Konkurrenz des Einzelhandels, nämlich zum Warenhausgewerbe, bekannt sind. Wie ein roter Faden aber zieht sich durch alle Aussagen die Bekundung hindurch, daß man das Rabattsyftem nirgends liebte, es nur gezwungenermaßen mitmachen zu müssen glaubte, um sich der Konturrenz zu erwehren. Allerdings nicht der Konkurrenz der Warenhäuser, sondern eines Teiles der Emzelyandelgeschäfte selber, nämlich der ausgesprochenen Abzahlungsgeschäfte, die, ebenfalls nach dieser Vernehmung, die einzigen waren, die den Kundenrabatt als selbstverständlich einrechneten, weil er zu ihrem Geschäftssystem, wie noch zu erläutern sein wird, gehört. Eine scheinbare Ausnahme ist noch zu verzeichnen, nämlich der von den Inhabern der Konfektionsgeschäfte, auch von Den sonst gänzlich rabatt- unfreundlichen, bereitwillig immer zugestandene Nachlaß für Schneiderinnen. Aber dieser Rabatt bildet tatsächlich, wohl auch im Sinne des Gesetzes, nur eine scheinbare Ausnahme, da er kaum unter den Begriff „Verkehr mit dem letzten Verbraucher" fallen dürste, handelt es sich doch hier um Material oder Zutaten, also um Wiederverkauf wie beim Hausierer, nur mit dem Unterschiede, daß die Schneiderin eine gesuchte Kundin für den Einzelhandel ist, während der Hausierer wieder als Konkurrent betrachtet werden muß, von dem man am liebsten feststellen würde, daß er nicht existiere, de>- sen Existenz aber, soweit er reell ist, nicht angefochten werden kann, den man also in Kaus nimmt. So wie die Dinge liegen, nimmt man — oft wird er in den Verhandlungen nicht erwähnt — an seinem Verdienst durch Lieferungen teil, und indem man ihn als Kunden behält, hat man einen gewissen indirekten Einfluß auf die Gestaltung dieses Konkurrenzgewerbes, was wiederum im eigenen Interesse liegt. Rabatte in diesen beiden Fällen Dürften ja auch wohl als Mengenrabatte gelten können, Die nach Dem Gesetz „auch ferner zugelassen sink», sofern' sie nach Art unD Umfang, sowie nach Der verkauften Stückzahl oDer Menge als Handels- üblich abzusehen" sinD. Es wirD also auch in Zukunft z. B. möglich fein, Drei Zigarillos ä 7 Pfennig zu 20 Psennig zu verkaufen. Das, was Das Gesetz will, betrifft offensichtlich nicht Diese Art Der Preis- kalkulation, sonDern ausDrücklich Den Barzahlungsrabatt, Der ja etwas ganz anDeres ist, nämlich eine Vergütung f ü r nicht in Anspruch genommenen KreDit. Das Verhältnis wird sofort klar, wenn man wiederum darauf hinweist, daß die Abzahlungsgeschäfte, bei denen das Kreditgeben zum Geschäftssystem gehört, den Rabatt bei sofortiger Barzahlung oder bei früherer, als sie in Den Kalkulationen vorgesehen ist, als selbstverständlich ansehen, während Der sonstige EinzelhanDel, Der Den KreDit a l s .Ausnahme betrachtet, ober wenigstens betrachten möchte, ihn nicht liebt, weil er als Faktor in Den Vorkalkulationen nicht enthalten ist, also vom VerDienst abgeht. Da Der EinzelhanDel überhaupt möglichst aus Der KundenkreDitwirtschaft herauskommen möchte, was sich roieDerum Daraus erklärt. Daß er selber in Der heutigen Zeit mit KreDitschwierigkeiten zu kämpfen hat, begann er auch Den Kampf gegen Den Barzahlungsrabatt, Der zu Diesem neuen Gesetze geführt hat Da es n: jt möglich sein wirD, Das Abzahlungsgeschäft an sich zu beseitigen, so Drängt er Doch auf reinliche Scheidung Der MethoDen unD Damit auch auf Befreiung von Bindungen, in Die sich viele feiner Angehörigen Dem Konkurrenzkampf zufolge einließen, unD Die Die Grenze zwischen Abzahlungsfirmen unb anberen vielfach verwischt haben. Bezeichnenb ist in bem Gesetze auch Der Passus, nach bem „Sonderrabatte ober Son- Derpreife, bie wegen der Zugehörigkeit z u bestimmten Verbraucherkreifen, Berufen, Vereinen ober Gesellschaften eingeräumt werben, nicht mehr zulässig finb." Das richtet sich offenbar gegen bisher gelegentlich abgeschlossene Verträge zwischen Verkaufsfirmen unb Vereinen ober Dritten Firmen zugunsten von Deren Mitglie- Dern, Angestellten ober Arbeitern. Von einem „Mengenrabatt" kann hier nach dem Gesetze nicht Ehautemps auf fern Weg zu Notverordnungen. Das Kabinett wünscht keine politische Debatte.-Verwaltungsreform und Kürzung der Beamtengehalter sollen dekretiert werden. Paris, 28. Noo. (WTB.) In Den Wcmbel- gangen ber Kammer beschäftigt man sich eingehend mit dem Finanzplan ber Regierung unb mit bem Schicksal, bas dem Kabinett Ehaute m p s beschieden fein wird. Es verlautet, daß die Regierung am Samstag nach Verlesung der Regierungserklärung nicht, wie sonst üblich, sich bereit erklären wird, die Interpellation über bie allgemeine Politik anzunehmen, bie bann mit einer Abstimmung über bie Vertrauenstagesorbnung abgeschlossen zu werben pflegt, sonbern baß sie bie politische Debatte b i s nach Verabschiebuna bes Finanzge - setzentwurfes verschoben wissen will. Währenb bie der Regierung freundlich gesinnten Parteien diese Absichten unterstützen werden, dürften bie Rechtsparteien sich biesem politischen Ausweichen wibersetzen. So hat ber Abgeorbnete T a r- b i e u verlauten lassen, baß er in die Debatte eingreifen unb ben Stanbpunkt vertreten werbe, baß Die Finanzsanierung eine Debatte sowohl politischen als auch finanziellen Inhalts notwenbig mache unb daß man unter diesen Umständen d i e politische Seite der Frage nicht einfach in den Hintergrund verweisen könne. Nichtsdestoweniger ist zu vermuten, daß d i e Mehrheit der Kammer bem Wunsch ber Regierung ft a 11 g e b e n wirb, wenn biese bas beschleunigte Verfahren zur Beratung ber Finanzgesetze beantragen wirb; möglicherweise bürste burch eine solche Abstimmung auch ber Wunsch ber Regierung nach Vertagung ber politischen Debatte auf später erfüllt werben. Ueber bie Finanzsanierungsabsichten ber Regierung verlautet gerüchteweise, baß Die Negierung, nachdem alle Finanzsanierungsgesetze an dem Paragraphen über die Beamtengehaltskürzung gescheitert sind. Die notroenDigen Maßnahmen, nämlich Verwaltungsreform unD Herabsetzung Der Beamtenzulagen, Diesmal einfach Durch Dekret vornehmen und sich für diese Maßnahmen e r ft später Die Billigung Der Kammer holen wolle. Ein Versuch, Diese Frage auf Dem Wege Des Dekrets zu regeln, wurDe schon früher einmal unternommen, aber von Der Kammer vereitelt. Da sich inzwischen schon herausgestellt hat. Daß auf Dem orDentlichen gesetzlichen Wege eine Lösung nicht zu erzielen wäre, besteht in gewissen parlamentarischen Kreisen Die Annahme, Daß Die Zeit Dazu herangereift sei. Diese Dekretlösung jetzt mit Erfolg zu versuchen. Klarheit über alle Diese Fragen Dürfte aber erst Der Samstag bringen. ♦ Die interessanteste Figur in Dem Notkabinett Ehautemps ist zweifellos Herr H e r r i o t, Der sich bei Der Gelegenheit roieDer in ben Kampf um bie Ministersessel eingeschaltet hat. Achtunbvierzig Stun- ben vor bem Sturze Sarrauts erklärte er zwar noch, baß seine Partei einen neuen Anwärter für Das MinisterpräsiDium nicht mehr zur Verfügung stellen wolle, weil sie keine Lust habe, sich in Dieser Form abnutzen zu lassen. Aber als es bann so weit war, sprang Ehautemps Dann doch in Die Bresche, unb auch Herriot lieh gnäbig seine Unterstützung, zweifellos boch nur in Der Sorge, Daß er sonst für längere Zeit ausgeschaltet roerDen könnte, Denn er ist klug genug, um zu sehen, Daß Die Art, wie Die französische Politik in Den letzten Monaten gemacht ober vielmehr nicht gemacht würbe, notwenbig nach rechts Drängt, Daß Die ganze Entwicklung wie- Der auf T a r b t e u zubrängt. TarDieu ist nicht Der Mann, wenn er Die Gewalt einmal in HänDen hat, sie Dann so rasch roieDer abjugeben. Er roirD jeDe Gelegenheit benutzen, um — vielleicht sogar mit Hilfe einer Auflösung — Die Macht Des Linkskartells enDgültig zu brechen. Davor hat Herriot Angst, Denn Dann ist feine Rolle ausgespielt. Er will also im Blickfelbe bleiben. Wahrscheinlich hofft er, sich so unentbehrlich zu machen, baß Das große Duell mit TarDieu zunächst wenigstens zu seinen Gunsten ausgeht. Daß er mindestens in einer künftigen Rechtsregierung an maßgebenber Stelle im Kabinett verbleibt. ^ebenfalls ist mit bem Einfluß Herriots auf bie französische Außenpolitik in nächster Zeit sehr stark xu rechnen, unb bas- ist bei ber ganzen boftrinären Art feiner Einstellung sicherlich kein Vorteil. Seine Ernennung zum Wortführer Frankreichs beim Völkerbunb gerabe in biesem Augenblick ist ja auch mehr als eine Demonstration. Aber bie französische Politik will baburch zu erkennen geben, baß sie um jeben Preis am Völkerbunb festhält unb nicht baran Denkt, die starke Position aufzugeben, die sie sich dort erobert hat, selbst wenn die Verhandlungen mit Deutschland in Gang kommen sollten. Auf der anderen Seite aber meldet sich auch wieder England zum Wort. Die englische Haltung zeigt genau das Bild, das wir in den letzten Fahren gewohnt sind: In Worten ein unverkennbares Wohlwollen gegenüber einer deutsch-französischen Aussprache, aber gleichzeitig die große Sorge, daß bei einer solchen Aussprache etwas Positives herauskommen könnte. Deshalb hat Baldwin sich auch schleunigst bemüht, einen Knüppel zwischen die Räber zu werfen. Er hat mancherlei Aner- kennenbes über bie moralischen Forberungen Deutschlanbs gesagt, aber im selben Atemzuge zu verstehen gegeben, baß Englanb ben Franzosen keine allzu großen Opfer zumute, sonbern bie Lösung in einem kleinen Entgegenkommen an Deutschlanb, etwa in ber Formulierung ber „kontrollierten Abrüstung" sähe. Paris wirb bissen Wink verstehen und daraus herauslesen, daß England wieder näher an Frankreich hcranrückt, seine Unterstützung den Franzosen also geradezu anbietet, nur um dadurch zu verhindern, baß ber beutsch- französische Gegensatz begraben werden könnte und bann Englanb in eine Isolierung gebrängt würbe, bie ihm unbequem ist. Wettrüsten in der Lust. England droht mit Ausbau der Luftflotte, wenn die Andern nicht abrüsten. L o n b o n, 29. Nov. (TU.) Die Bestrebungen für einen stärkeren Ausbau ber englischen Luftflotte kamen am Mittwoch in einer Oberyausanfrage bes Herzogs von Southerland zum Ausbruck. Er fragte, ob bie Regierung angesichts der jetzigen Lage eine Verstärkung der englischen L u s t m a ch t beabsichtige. Früher seien ber Aermel- kanal unb bas Meer bie Grenzen Englanbs gewesen. Heute sei es Die Luft. „Wenn LonDon zerstört roirD, Dann roirD EnglanD zerstört." Der Herzog schlug vor, Daß jeDe größere englische Stabt ein eigenes Luftgeschwader für Ver - teiDigungszroecke bilDen solle. Eine starke englische Lustmacht roürDe Das stärkste Beweismittel fein, Das England in Den FrieDensverfammlungen Europas aufweifen könnte. Großbritannien habe feit Dem Krieg feinen Luftetat um 8 Prozent verringert, währenb Frankreich Den feinigen um 112 Prozent erhöht habe unD Die Vereinigten Staaten um 108 Prozent. DeutfdjlanD besäße Die raschesten HanDelsftugzeuge Der Welt. Alle müßten Darauf hinarbeiten, einen neuen Krieg zu verhindern, aber sollte ein neuer Krieg kommen, so Dürfte EnglanD wenigstens nicht hilflos fein. LorD LloyD fragte, ob es zutreffe, Daß Amerika Drei Millionen PfunD für Die Verstärkung feiner Luftflotte ausgeben wolle unb Daß Rußland innerhalb Der nächsten zwei oDer Drei Fahre D i e stärkste ßuftmadjt Der Welt bauen wolle. Er hoffe, Daß Die Regierung Schritte unternehmen roerDe, um Die gegenwärtig äußerst gefährliche Lage zu verbessern. Im Namen Der Regierung erklärte Lustfahrtminister Lord Londondeny: „es bestehe kein Zweifel, Daß Die Luftfahrt Den Menschen Die Macht gebe, Krieg in einem bisher ungeahntem Ausmaß zu führen, ein Rüstungswettrennen Der Staaten müsse auf alle Fälle oermieDen roerDen. Es sei möglich, Daß Die Abrüstungskonferenz mit einem FDealismus an ihre Aufgabe herangehe, ber unter ben gegenwärtigen Umftänben nicht zu verwirklichen sei. Aber ein Geist, ber ein solches Ziel erstrebe, müsse begrüßt werben. Es würde eine Riesenkatastrophe fein, wenn keine Vereinbarungen über eine endgültige Rüstungsbegrenzung erreicht werden sollte und zwar in einem Ausmaß, Das bie Erfordernisse ber Verteidi - g u n g befriebige unb einem möglichen Angreifer Die Angriffsmittel verweigere. Lord Londonderry wies Dann darauf hin, daß Lnglandnach demSriegediegrößte Luftflotte besessen habe, jetzt aber erst an fünfter Stelle unter ben Großmächten stehe. England besitze annähernd 850 ftriegs- flugieuge, Frankreich rund 1650, Rußland habe nach den vorliegenden Informationen 1400 bis 1500 Flugzeuge, Amerika zwischen 1000 und 1100 und Italien ebenfalls zwischen 1000 und 1100. Das englische Beispiel habe unglücklicherweise in keinem Lande Nachahmung gesunden. Dies sei ein Weg, den England nicht mehr länger gehen könne: Wir müssen Die ReDe sein, Da Die größere Menge ja nicht vorn „letzten Verbraucher", sonDern allenfalls fiktiv von einer Vermittlerinstanz abgenommen roirD. Praktisch Darf man übrigens nach Den genannten Aussagen im Untersuchungsausschuß Den Prozentsatz Dieser Art von Verkäufen im Rahmen Des Gesamtumsatzes nicht überschätzen. Er ist vielfach lächerlich gering. Ein SonDersall, von Dem noch nicht ersichtlich ist, ob für ihn eine Sonderregelung vorgesehen ist, — Die AnkünDigung Des Reichsroirt- schaftsministeriums sagt nichts Darüber — wäre Der bisher in weitem Umfange geübte Preisnach - l a ß in DerKonfektion für Schauspielerinnen. Man möchte ihn befonDerer Beachtung empfehlen, falls nicht Diese Frage Durch eine Regelung im Theaterwesen gegenstandslos werden sollte, nach der die Künstlerinnen für Gesellschaftskostüme nicht mehr selber aufzukommen brauchen. Von solch einer Regelung ist gelegentlich die Rede gewesen, aber es ist sehr fraglich, ob sie zur Durchführung gelangt. Es ist ja bekannt, wie schwer gerade die Angehörigen dieses Berufes wirtschaftlich zu kämpfen haben, unb baß sie zu fo reichlichen Anschaffungen gezwungen finb. Hier sollte also, wenn auch bie Käufe nicht gleichzeitig, sonbern nacheinanber getätigt werben, von einem echten Mengenrabatt gesprochen werben. An biesem Punkte hat sich ein Wiberstanb ber Kaufmannschaft bisher nirgenbs geltenb gemacht. Er ist nicht ben Mißstänben, sondern einer schönen alten Sitte zuzurechnen, bildet eine Art Mücenatentum, das bem Handel nach wie vor zur Ehre gereichen würde. Die grunblegenben Bestimmungen, nach denen auch in Zukunft Barzahlungsrabatt gewährt werden Darf, finb folgenbe: 1. Der Rabatt Darf nur bei wirklicher Barzahlung erteilt roerDen und drei Prozent des Gegenwertes von Ware oder Leistungen nicht ü b e r ft e i g e n. Das gilt auch für Die Rückvergütung Der Konsumvereine, Die Damit einen Vorsprung vor Dem Einzelhandel verlieren. Das bedeutet nach Der Beseitigung Der I steuerlichen Vorteile, Die unter Dem früheren Re- I gime Der Konsumverein genoß, Den zweiten Schritt auf Dem Wege Der Beseitigung von Konkurrenz- methoden. Denen Der Einzelhandel bisher wehrlos ausgeliefert war. Für Die Abzahlungsgeschäfte mag sich diese Verminderung des Satzes vielleicht dahin auswirken, daß noch seltener als bisher Der KreDit vor Ablauf Der an sich zulässigen Frist abgebeett wirb, aber biefer Fall ist selten, Da ber Käufer biefer Firmen ja gerabe ben langfristigen Strebit zu suchen pflegt. Das Abzahlungsgeschäft muß ja auch notwenbig, wegen ber Zinsverluste, Die es einzukalkulieren hat, höhere Preise berechnen als Das Barzahlungsgeschäft. Da Diese Spanne Durch MinDerung Des Rabattes in Zukunft weniger als bisher ausgeglichen wirb, mag es sein, baß ber Teil Der Kundschaft, Der auf Den KreDit keinen Wert legt, fürderhin seinen Bedarf in Barzahlungsgeschäften billiger ersteht, wodurch aber ein ernstlicher Ausfall für Das Abzahlungsgeschäft kaum zu befürchten ist. 2. Dieser Nachlaß Darf nur als sofortiger Rabatt bei Der Barzahlung auftreten, oDer i n Der Form von Gutscheinen (Sparmarten), Die aber in bar einzulösen finb. Es geht also nicht an. Diese Gutscheine unter Der BeDingung auszugeben, Daß sie nur für Waren roieDer in Zahlung genommen werden, wodurch sich ja auch Der wirklich geleistete Rabatt für Den Verkäufer roieDer oerminDern roürDe, Da Die Spanne zwischen Einkaufs- unD Verkaufspreis hier ins Gewicht fiele. Ob praktisch für Den Rabatt roieDer Waren genommen roerDen, ist vielmehr in das Belieben Des Käufers selber gestellt. Der Rabatt behält also zwar seinen Wert für Den Kaufmann als Werbemittel, aber fo entschwindet auch Der leiseste Schatten Des Verdachtes, als beabsichtige Die ihn geroährenDe Firma Damit einen Druck auf Die Entschlußfreiheit Des Käufers in bem Sinne, Daß dieser bei Realisierung seines Guthabens veranlaßt werden könnte, Waren zu erstehen, deren er zur Zeit nicht bedarf. Diese Bestimmung dient also ausgesprochenermaßen dazu, die vornehme Haltung des echten Kau,mannes zu wahren, Der es a-lehnt, feinen Umsatz anDers als Durch Die Güte feiner Waren unD feiner BeDienung zu steigern. 3. Fn derselben Richtung liegt die Bestimmung, daß die Einlösung des Rabattes von keinem höheren Umsatz als 50 Mark abhängig gemacht werden darf. Der Rabatt darf also nicht das Ziel erkennen lassen, den Kunden an Die Verkaufssirma zu binDen, selbst wenn er sich anDers» wo besser bebient glaubt. Ein Einkauf im Werte von 50 Mark, ber also z. B. in einem Kolonialwarengeschäft für bie Versorgung eines Haushaltes nur währenb einiger Wochen ausreicht, gibt bem Kunben Gelegenheit, sich ein Urteil zu bilden, ob er gut ober schlecht beliefert wirb, unb erhält fo feine Entschlußfreiheit in vollem Umfange aufrecht. 4. „Vereinigung nachlaßgewährender ©eroerbetrei» benber (Rabatt-Sparvereine u. bgl.) bürfen Gutscheine nur ausgeben, sofern sie sich alljährlich einer unabhängigen Prüfung durch einen sachverständigen Prüfer unterziehen." Alles in allem darf man feststellen, daß das Gesetz, das am 1. Fanuar 1934 in Kraft tritt, im Sinne der Wirtschaftspolitik des neuen Staates dazu angetan ist, durch allgemein verbindliche Regelung, also burch eine soziale Maßnahme, A u s • wüchse bes Konkurrenzkampfes z u beteiligen unb boch damit gerade die natürliche und gesunde Konkurrenz zu entfesseln, indem jedem, auch Dem kleinsten Unternehmen, Die ehrliche Chance geschützt wird. Es entspricht Der Eigengesetzlichkeit Des HanDels durchaus und sieht auch eine Ueber» aangszeit bis zum 31. März 1934 vor für Die Ein» föfung von bereits ausgegebenen Gutscheinen, die an sich den Bestimmungen nicht entsprechen. Die Autorität Der Regierung verbietet ferner ausbrütf» lich nunmehr alle Eingriffe nicht behörDlicher Stet« (en in Die Rabattgeroährung. Die Zeit ber Unklarheiten auf biesem Gebiete ist vorbei. Ab- lichen --- 2 7 ---OCICU9 . chene Jtunbigungen gelten als zurückge- Das gefd)[of|ene Abkommen ist mit vier- I nommen. ff i f u I e r u n g des Reichstags. Die Sitzung findet in den Räumen der Krolloper statt. wie schon beim letzten Reichstag wird auch diesmal der Wahlakt durch Zuruf erfolgen, nachdem durch die Neufassung der Geschäftsordnung diese Möglich- keit ausdrücklich vorgesehen ist. L» ist mit Sicherheit anzunchmen, daß Ministerpräsident Göring wieder zum Präsidenten des Reichstages, Der Zeuge Krlminalsekretär 8 rosig (Düs- seldorf) erklärt: Am 25. und 26. Februar d.I. hat in Remscheid eine Konferenz de, Kampsbunde» gegen den Faschismus stottgefunden. an der ungefähr 1000 Funktionäre trttnahmen. Der Reichslciter Vizepräsidenten neugewähtt werden, da die bisherigen Vizepräsidenten Esser (Zentrum), igcn zu gefährden, gegen Maßnahmen von Graef (Dnl.) und Zörner (NSDAP.) dem neuen Reichstag nicht mehr angehören. Aus dem gleichen Grunde wird auch das Büro zahlreiche Veränderungen aufzuweisen haben. Die Frage, ob sich der Reichstag nach erfolgter Konstituierung sofort wieder vertagt, steht zur Zeit noch offen. Obschon der alte Reichstag gegenüber den früheren Parlamenten aus der Systemzeit ein völlig an- deres Aussehen zeigte — nach der Ausschaltung der marxistischen Abgeordneten und der Demokraten telsährlicher Kündigungsfrist zu einem Quartals, lchluh, frühestens aber zum 31. Dezember 1934, kündbar 3m übrigen werden die Parteien über die Umgestaltung des Kassenarztrechts weiterverhandeln, insbesondere über die Abgabe von Sach- leistungen und über die Regelung des vertrauens- ärztlichen Dienstes. Das Abkommen gibt der Kossen- ärztlichen Vereinigung Deutschlands die Möglichkeit, bei der H o n o r a r v e r t e i l u n g soziale und beoölkerungspolitische Gesicht»- punkte zu berücksichtigen Es gibt den Kassenspitzenoerbänden die Möglichkeit, für eine durchgreifende Vereinfachung der Verwaltung Sorge zu tragen. Scharfe Maßnahmen gegen Dre'flffeioerunaen Berlin, 29. Roo. (TU.) wie der Parlamentsdienst der lelegraphen-Union vom Reichstagsbureau erfährt, ist der neugewählte Reichstag zu seiner konstituierenden Sitzung für Dienstag, den 12. Dezember, 15 Uhr, einberufen. Line besondere Tagesordnung liegt nicht vor, jedoch erfolgt in dieser Sitzung, die vom bisherigen Reichstogspräsidenten Göring geleitet wird, die Kon- Kriege der Fall fei, könne der erwähnte Zeitraum von vier Jahren beträchtlich verkürzt werden. ,/Kegulterte Rüstungen." London, 30. Noo (MTV. Funkspruch) 3m Um Einheitliche zentrale Leitung der AMandsvor Bereitungen durch die KPS. Kein Austritt aus den Verbänden der Deutschen Arbeitsfront. Ser Reichstag zum 12. Dezember einberufen. Minister Präsident Göring wird die konstituierend. Sitzung n der Äroi oper lei en. des Kampfbundes, Oskar Müller, soll dabei folgende Ausführungen gemacht haben.- An dem Tage, wo wir losschlagen, werden Paläste brennen, während der Rede Müller, soll ein Kurier erschienen sein; Müller soll darauf erklärt haben, er habe äußerst wichtige R o ch r i ch t e n und den Auftrag, sofort nach Berlin zurückzureisen. Müller befindet sich in Schuhhast. Der V o r s ih e n d e regt daraufhin an, Müller als Zeugen zu vernehmen. Der Untersuchungsrichter beim Reichsgericht, Landgerichtsrat Lösche, ist auf Grund des umfangreichen Materials zu der Ueberzeugung gekommen, daß hinter den zahlreichen kommunistischen Einzelorganisationen ein einheitlicher Wille der Parteileitung zur Organisierung der Revolution stand. Bis in die kleinsten Ortsgruppen hinein habe es Arbeiterwehren und Rote Wehren gegeben. Daß es sich hier nicht um harmlosen Sport handelte, ergebe sich aus Rundschreiben, in denen diese Wehren als unerläßliche Mittel für die Vorbereitung und Durchführung der Revolution bezeichnet werden. Ausdrücklich wird er- klärt, daß der Bürgerkrieg keinerlei Rück- ichtnahme kenne, daß die gegnerischen Führer im Moment des bewaffneten Aufstandes sofort zu liquidieren seien. Zahlreiche Kommunisten hätten zugegeben, daß die Wehren den gewaltsamen Umsturz oorzudereiten hatten. Rechtsanwalt Dr. Seuffert fragt als stellvertretender Verteidiger des Angeklagten Torgler, ob dem Zeugen bei seiner Beschäftigung mit Hochoerratsverfahren der Name Torgler als Angeklagter oder Zeuge vorgekommen sei. Zeuge Lösche: 3d) hotte den Namen erwähnt, wenn er bei den Dingen, die hier vorgetragen sind, vorgekommen wäre. Mir ist dieser Name aber aus meiner sonstigen Tätigkeit gut bekannt. 3d) habe erft vor einiger Zeit ein Flugblatt beschlag- nahmen müssen, das hochverräterische Absichten verfolgt und das den Namen Torgler trägt. Oberreichsanwalt: 3d) kann dasselbe sagen, denn ich habe noch mehr Flugblätter beschlagnahmt. «Dimitra ff wünscht eine klare Auskunft dar- über, ob der Reichstagsbrand nach Auffassung des Zeugen der Auftakt zum bewaffneten Aufstand sein sollte. Der Zeuge erwidert, in feinen Voruntersuchungen sei davon nicht die Rede gewesen. Die KPD. habe auch so vorsichtig flC. arbeitet, um solche Dinge auf diesem Wege vor- her zu verbreiten, denn sonst wäre eine solche Aktion sofort zur Erfolglosigkeit verurteilt gewesen. Weiter^rhandlung Freitag. Wie die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront mitteUt, herrschte bereits am ersten Tage der Neuaufnahmen in die Deutsche Arbeitsfront ein riesiger Andrang in sämtlichen Büro» der Gaubetriebszellenabteilung und der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront, so daß diese für den Publikumsoerkehr schließen mußten. Dasselbe wird bereits von den örtlichen D i e n st st e l l e n der N S B O. berichtet, wo allein in einer Ortsgruppe Hunderte von Neuaufnahmen getätigt wurden. Unternehmer, wie auch nichtorganisierte Arbeiter drängen sich förmlich zum (Eintritt. Dauernd, am ganzen Tage werden Auskünfte verlangt und gegeben. Die gleichen M ldun- gen liegen auch au» Darmstadt, Wiesbaden, Hanau und Mainz vor. Wien, 29. Nov. (TU.) Wie die „Neue Freie Preise" aus Kitzbühel meldet, wurden gestern auf Der (Eggenalm gemeinsam von einer osterreichischen und einer deutschen Kommission Erhebung e'n gepflogen. Es wurde eine Vermessung des Grenzoer. l a u fs Dorgenommen, deren (Ergebnis dahin geht, haß sichReichswehrsoldat Schuhmacher, als ihn die tödliche Kugel traf, auf d-eutschem Boden befunden hat. Die Blutlache befindet sich, wie fest- aeslellt wurde, auf deutschem Boden in einiger (Entfernung von der Grenze. Wie die Landesleitung Oesterreichs der NSDAP, mitteilt, hoben sich die Mitglieder der österreichischen Grenzpatrouille, die Schuhmacher erfdwHen, gerühmt, daß sie Angehörige der „P e n z - platte" sind. Diesen Namen trägt die sogenannte Gausturmkompanie der Heimatwehr Gotting bei 3nnsbruck. 3n der ersten Doppel- "ihr dieser Kompanie marschieren nämlich die zwei Brüder Penz, neben ihnen ihre Freunde Venigni und Neuhauser. 3eber von ihnen ist schwer vorbestraft. 3nsgesamt haben die vier bisher fünfeinhalb 3ohre schweren Kerkers und 12 3ahre «n . ? nter Jid)- übrigen, etwa zwei Dutzend . Mitglieder blefer Kompanie, haben „nur" 19'/r 3ahre I An alle Angestellten! Frankfurt o. SR., 29 Nov. (DTB) Der Gesamtverband der Deutschen Angestellten, Bezirkslei- rung Hessen teilt mit: Anläßlich der Anordnung ro sichrer» der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. R. Ley, berzusolge bie Ausnahme in bie Berbanbe der DAF. mit sofortiger le’ferr‘ wirb, sind in der Prelle irreführenbe ,jeftüeUungen verbreitet worben. Gs roirb u. a. behauptet, daß im Rahmen der neuen organisatorischen Maßnahmen bie Berbänb* «LW“"9 verfallen würben. frfJn h !° 9ie Mitgliebschaft bei Berufs- unb Wirt- chaftsorganisationen, welche in bie Deutsche Arbeitsfront eingegüebert finb. 2. Durch Aufnahme in bie Deutsche Arbeitsfront burch bie Dienststellen ber NSBO. 3. Durch UR 11 a lie bjdjaft in gesetzlich anerfann- t c n <5 t a n b e n , bie ihren Eintritt in bie Deutsche Arbeitsfront erklärt haben. Millionenspende ber Deutschen Arbeite tronf für das Dinterhilfswerl. Berlin, 29. Nov. (CNB.) Die Deutsche Arbeitsfront hat, wie wir von unterrichteter Seite erfahren heute beschlossen, dem Winterhilfswerk zu 2Öeifj- nachten eine Spende von 1 Million Reichsmark ZU überweisen. terhaus führte Baldwin u. a. aus: Der Herbei- fuhrung einer allgemeinen Abrüstung auf den Stand Deutschlands stehen außerordentlich große Schwierigkeiten entgegen. (Eine Beschränkung der Rüstungen mit Abschaffung der schweren Angriffswaffen würde bedeuten, daß Deutschland die von ihm gegenwärtig a u f gegebenen Waffen erlaubt würden bis zu ber in ber abzuschließenben Konvention fest- gesetzten Grenze, wahrend diejenigen Länder, die diese Grenze überschritten hätten,' bis zu dieser h e r u n t e r z u g e h e n hätten. Eine fo(d)e Form ber Rüstungsbeschränkung würbe einen Angriffskrieg unendlich viel schwieriger machen als in der Vergangenheit. „Morning Post" schreibt, bie deutsch-französischen Bespreuungen wurden in London mit lebhaftem Interesse beobachtet. Baldwin und Sir 3ohn Simon hatten klar zu verstehen gegeben, daß nach Ansicht der britischen Regierung „regulierte Rüstun - gen" jetzt bie einzige Lösung blieben, und daß m biesen Begriff eingeschlossen sei, dah Deutschland Erlaubnis erhalte, seine Wehrmittel sowohl hinsichtlich ber Mannschaftsstärke wie bes Materials zu erhöhen. Es bestehe Grunb für bie Annahme, baß eine repräsentative französische Regierung keinen Einwand erheben würde, auf einer solchen Grundlage zu oer- handeln. zurückzuweifen. Er handele lediglich'aus^ch! örmagungen. Der Vorsitzende bezeichnet Di- mitroffs Verhalten als grobe Ungehörigkeit Der jenat beschließt sofort die A b l e h n u n g des Beweisantrages. a ich und nicht Aur Sache gehörig zur ückgewie- sen werden. Nur eine Frage Dimitroffs, welche ©runbe für bie Verhaftungen nach dem Reichstagsbrände angegeben worden feien, wird vom Senat zugelassen. Kriminalrat Heller er- Hart her Zweck ber Verhaftung ber kommunistischen Funktionäre habe barin gelegen, d i e uRaffen führerlos zu machen unb allgemein oorbeugenb zu wirken, um Gewalt- Maßnahmen von vornherein zu u n • t er bi n ben. Als sich Dimitroff bamit nicht zufrieden gibt, betont ber Vorsitzenbe energisch, die Polizei und Behörden hätten allgemein die Auffast ung gehabt, daß ein ko m m u n i ft i s ch e r Auf- |t an d kommen würde. Damit seien die Festnahmen vollkommen erklärt. Kerker unb Arrest abgesessen. Diese Strafen erhielten bie Heimatwehrmänner, bie heute als „Hilfspolizisten" bienen, für Diebstähle, Einbrüche, Staub« unb Notzuchtbelikte unb bergt. Mitglieber ber Penzplatte haben auch in ben letztenJEagen unter Führung bes Othmar Steidle, eines Sohnes bes Tiroler Sicherheitsbirektors, wie- berholt 3nnsbrucker National soziali- st en zusammengefangen, im Auto an entlegene Orte geführt, ihren Opfern Maschinen- unb Rhyzinusöl emgegoffen unb sie bann irgendwo aus dem schnellf ährenden Auto geworfen. 3m österreichischen Landtag wurde Der Landeshauptmann darauf hingewiesen, daß unter den Heimwehrleuten, die jetzt „als Polizeiorgane auf bie Bevölkerung losgelösten unb aus öffentlichen Mitteln erhalten werden", zahlreiche Verbrecher finb. 3n Hirtenberg, Atzgersborf, Döhlau unb Pottenstein finb von ben nunmehr staatlichen Heimwehrschutzkorps bei 90 Mann 30 wieder- holt unb schwer Dorbeftraft. Bei biefer langen Aufzählung rief einer ber nieberösterreichi- schen Lanbesräte: „Das ist ber neue österreichische Stanbeftaat. 3eber Stanb verwaltet sich selbst, auch ber Stanb ber Verbrecher!" .s'vch der Mittagspause legt ber Angeklagte Di- mitroff ein en neuen Beweisantrag vor. 21(5 der Oberreichsanwalt bittet, diesen Antrag als unerheblich abzulehnen, wirft Dimitroff dem Ober- reichsanwalt vor, er habe Angst vor seiner Frage. Der Oberreichsanwalt ersucht, diese Unterstellung, daß er aus Angst die Ablehnung des Antrages * rc ■ . e V • . . . ° Berlin, 29. Nov. (WTB.) Der Rcichswirl- fchaftsminister hat eindringlich bie Wirtschaft ermahnt, die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitebcfchaffung unb Wirtfch.iftsbelcbung nicht burch Preissteigerungen zu 3n Verfolg dessen ist er ............... Verbänden, durch die Preise erhöht worden finb, in einer Reihe von Fällen eingeschritten, um bie Preise wieber auf ben früheren Stanb zu- rückzufuhren. Soweit einzelne Wirtschaftszweige dem Verlangen ber Re chsregierung auf Beibehal- tuna bes alten Preisstandes nicht entsprochen haben, beabsichtigt ber Reichswirtschaftsminister mit den schärfsten Mitteln Vorzüge he n. (Er hat bereits die Marktregelung eines Verbandes für nichtig erklärt und hat weiter heute die marktregelnden Verbände für Messingrohre, Schnellautomaten, stahl, geschweißte Stahlrohre, Kohlebürsten, Schleismittel, gewisse Sorten von Dachpappe, ersucht, die Preiserhöhungen binnen kürzester Frist rücfgä ngig zu machen, andernfalls er schärfste Maßnahmen, bie unter Umftänben bis Zur Aufhebung ber Marktregelung gehen werden, ergreifen wirb Was für bie Warenpreise gilt, muh auch für bie Preise f ü r handwerkliche und sonstige gewerbliche Qei ft ungen gelten. Der Reichswirtschaft». Minister hat sich entschlossen, ein Verdingung», fartell der BauwIrts cha f t wegen Geföhr. düng des Gemeinwohles für nichtig zu erklären, da bei einer Regelung den an der Verbindung Beteiligten durch das Kartell übersetzte Preise vorgeschrieben und die Geheimhaltung der Vereinbarung zur Pflicht gemacht worden mar. Beschlüsse des Verwaltungsrates der Reichsbahn. flünbiflunfl.frifteu für Rcichsbahnarbkiter verlängert. Berlin, 29. Noo. (WTB.) Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn befaßte sich am 27. unb 28. November mit ber finanziellen und Ber- kehrsentwicklung bei ber Reichsbahn. Einer geringen Abnahme bes Personenverkehr» im Vergleich zu 1932 steht eine Steigerung bes Güterverkehrs gegenüber. Die Tarifermößt- 3ungen seil 1929 haben in ben Güterverkehr»» in- nahmen eine Verringerung um rund 550 Miü. Mk., bas heißt um 16 Prozent herbeigeführt. Der Verwaltungsrat genehmigt bie inzwischen erfolgte Aenberung ber Personalordnung für bie Reichsbahnbeamten, mit ber lang gehegte Wünsche ber Beamtenschaft er- Leipzig, 29. Noo. (WTB.) Kriminalsekretär V r o s i g sagt aus, baß in Düffelborf eine Gift- rolonne gebildet worden war, die den Auftrag hatte, das Essen in den SA-Küchen bei einem eventuellen Aufstand zu vergiften. Die be- fchlagnahmten Giftmengen hätten nach dem Gut- X" der Sachverständigen ausgereicht, UM 000 Menschen zu vergiften Gegen die Beteiligten ist Anklage wegen versuchten Massen- morde» erhoben worden. 3n einer Geheimsltzuna beschlossen, ben Sekretär der .Ä?' Düsseldorf zu e r s ch i e ß e n und die Er- chießuna dann den Nationalsozialisten in Die vchuhe zu schieben. Der Täter wurde in ber Unfl sQll89cl0JL Gs allgemein baoon 5i\ Äen;Mroühr?rn' h«r «plante kommunistische Aufftanb in ber entmilitarisierten Rone des Rheinlanbes beginnen sollte 0 »D-r Angeklagte Di mit r o s f stellt wieber einige GS. .fc« ausgeschlossen unb abfurb. Der Zeuge erwidert dar- auf: Am 28 Februar 1933 wurde da» Gift b <. [dilagnahmt. Ein kommunistischer Galvaniseur hatte es in dem Betrieb gestohlen, in dem er bekräftigt war. Der Mann war früher Bezirksleiter des Spartakusbundes im Bezirk Niederrhein. Bei ihm fand man Mitgliedsausweise der KPD ber Roten Hilfe, RFB. usw. " Der Angeklagte Dimitroff richtet wiederum eine Zulle von Fragen an sämtliche Kriminalbeamten Aad) kurzer Beratung de» Senates teilt ber Vor fifocnbe mit, daß bie Fragen Dimitroffs als unerhci Aenberung des Kaffenarztrechls. Berlin, 29. Noo. (WTB.) Am 28. November 1933 oerhanbelten bie Spitzenoerbänbe ber Aerzte unb Krankenkassen im Reichs- arbeitsminifterium unter bem Vorsitz bes Staatssekretärs Dr. Krohn über Henberungen bes Kos- senarztrechts. Es würbe ein Abkommen zur D e r- einfachuna ber bestehenben Honorar- regelung deschlosien. (Eine weitere Bestimmung sichert ben unverzüglichen Abschluß ber noch rückständigen OefanUDcrtrage. Kündigungen der Gesamtverträge finb bis $um 30. Juni 1934 nicht zu- lässig. Der Reichsarbeitsminister kann diese Frist dis zum 31. Dezember 1934 verlängern. Bereits ausgesprochene ÄünbL daher, wenn auch mit Sträuben, die Politik der einseitigen Abrüstung aufgeben, deren weitere Verfolgung bei dem gegenwärtigen unglücklichen Zustande der internationalen Angelegenheiten nicht nur zwecklos, sondern auch gefährlich für uns sein würde." Die englische Regieruna habe in Genf angeboten, lebe gewünschte Maßnahme zur Erzielung einer wirksamen Abrüstung zu unternehmen, wenn anbere Staaten basfelbe tun würden. „®ir können unsere gegenwärtige Unterlegenheit nicht weiter ertragen und wenn bie Gleichheit nicht durch Herabsetzung erzielt werben kann, bann muß bas Gegenteil eintreten, bann würben wir feine anbere Wahl haben, als auszu- r ü ft e n. Die angemessenen Schritte, um dafür zu sorgen, baß bas englische Weltreich in ber Luft minbeftens so stark i ft w i e irgenb ein anberer großer Staat, werden von ber Regierung geprüft." 3m Unterhaus würbe die Frage gestellt, welche Zeit bie englische Regierung zu einer Berftär- fung ber Luftstreitkräfte um 10 G e - s ch w a b e r benötige. Der Unterstaatssekretär für Luftfahrt, Sir Philipp Sassoon, erroiberte, baß es schwierig sein würbe, eine genaue Antwort zu erteilen. Alles hänge von ben Umstänben ab. (Eine Verstärkung in dem oorgeschlaaenen Maße könne in vier 3ahren burchgeführt werben. Hierzu fei auch der Bau neuer Flugplätze und bie Ausbildung von Fliege rpersonal notwendig. 3n einem Notzustano, wie es in einem Reichswehrschühe Schumacher auf deutschem Boden erschossen. Einwandfreie Feststellung der Grenzveriehung.- Die österreichische Heimwehr Lintersch.upf für Verbrecher. hatten sich auch die übrigen,Fraktionen des Zentrums, der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei aufgelöst — wird dieser Reichstag doch erst recht eigentlich ein wahres Spiegelbild der neuen deutschen Volksgemeinschaft -----sein. Dem neuen Reichspartament gehören nur Män- geroahlt roerben wird. Dagegen müssen die, ner arischer Abstammung an. Auch Frauen sind in »<.<« ». ihm nicht mehr zu finden. Heber 600 von 661 I geordneten tragen das Braunhemd. füllt werden. Cr ermächtigt ferner die Hauptverwaltung zu folgenden Maßnahmen im Interesse der Arbeiterschaft: Die Kündigungsfristen für die Reichsbahnarbeiter sollen angemessen verlängert werden und an Arbeiter mit lang- jähriaer Dienstzeit gestaffelte Treueprämien gewährt werden. Die Abzahlung dieser Treueprämien an die an Frage kommenden Arbeiter soll noch vor Weihnachten erfolgen. Unter Berücksichtigung des Grundprogramms und der zusätzlichen Arbeiten wird die Reichsbahn im Jahre 1933 rd. 1 4 0 0 M i l l. M k. f ii r A r b e i t s - befchaffungen (einfchl. der Löhne der Bahn- unterhaltungs- und Werkstättenarbeiter) ausgeben. Auch für das Jahr 1934 sind im ganzen 1 400 Mill. Mk. vorgesehen. Um im Winter 1933/34 der Arbeitslosigkeit erfolgreich zu begegnen, wird die Reichsbahn noch ein besonderes Winterprogramm zusätzlicher Arbeiten im Betrag von 25 Mill. Mk. durchführen. Die Arbeiten werden sofort in Auftrag gegeben. Der größte Teil dieser Auftrage kommt den mittleren und kleineren Handwerksbetriebe nstzugute, da es sich vorwiegend um Jnstandsetzungsarbeiten und Herrichtung von Bahnhofsgebäuden, Wohn- Hausern und Werkstättenbauten handelt. Darüber hinaus hat die Reichsbahn für zusätzliche Arbeiten im Jahre 1934 noch weitere 40 Mill. Mk. vorgesehen. Der Arbeitsdienst dre große naHona’e Erziehungsschule Eine Kundgebung in Potsdam. Berlin, 29. Roo. (TU.) Die erste programmatische Kundgebung der Reichsschule des Deutschen Arbeitsdienstes, deren endgültige Räume jetzt nach Potsdam verlegt worden sind, fand gestern unter großer Beteiligung der Potsdamer Bevölkerung und in Anwesenheit oes Staatssekretärs für Arbeitsdienst, Reichsarbeitsführer Hierl, statt. Die Kundgebung atmete den Geist, der in der Verpflichtung von Potsdam liegt, wo der deutsche Sozialismus seinen ersten Ausdruck fand, dem ein großer König seine Prägung gab. Der große Feldherr war aber zugleich auch der große Kolo- Nlsator und Schövfer der Bolkskraft durch das Bauerntum. Diese Aufgabe der Landge- «in n u n g, die seit mehr als 200 Jahren vernachlässigt worden war, im Sinne Friedrichs des Großen fortzu führen, hat der Deutsche Arbeitsdienst übernommen. In den Ausführungen des Reichsinspekteurs der Führerschulen, Dr. Decker, MdR., tarnen diese Gedankengänge besonders zum Ausdruck. Der Arbeitsdienst will nicht nur daran arbeiten, Raum und Brot zu schaffen, sondern vor allen Dingen will er erziehen zur Gemeinschaft der Tat und des Dienens. Nickt eine zweitklassige Reichswehr, nicht Waffe der Wirtschaft sei der Arbeits- dienst, sondern die gewaltige Erziehungs- schule, die den neuen Menschen des 20. Jahrhunderts formt, der die Grundlage bilden werde des Dritten Reiches. Frontsoldaienhilfe des Kyffkäuserbundrs. Berlin, 29. Noo. (TU.) Der Deutsche Reich skriegerbund „Kyffhäuser" errichtet zur Förderung und Unterstützung der ehemaligen Frontsoldaten die „F r o n t s o l d a t e n h i l f e". Außerhalb des Rahmens der amtlichen Versorgung und der Kriegsopferfürsorge umfaßt die Frontsol- datenhilfe des Kyffhäuserbundes alle im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen Frontsoldaten, unabhängig von der Mitgliedschaft zu Kriegervereinen des Kyffhäuserbundes. Das Wesen der Front- foldatenhilfe besteht darin, durch persönliche Vermittlung, Fürsprache, praktische Ratschläge Schwierigkeiten, die der Antragsteller allein nicht zu mei- stern vermag, zu beseitigen, so daß der Zusammenhalt der Frontsoldaten hier in Form kamerad- 1 schaftlicher gegenseitiger Hilfeleistung, wie dies der besten Fronttradition entspricht, ihren praktischen Ausdruck finden soll. Die Front- soldatenhilfe gewährt, wie ausdrücklich betont wer- den muß, keine Barunterstützungen. Des- gleichen^ findet eine organisierte Stellenvermittlung Neugestaltung des Deutschen Roten Ereure«. Berlin, 28. Nov. (TU.) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, von Winterfeldt- Menkin, hat nach Zustimmung durch die Reicksregierung für das Deutsche Rote Kreuz eine neue Satzung errichtet. Die Satzung soll im Sinne der Grundsätze des nationalsozialistischen Staates zur strafferen Zusammenfassung aller Organisationen und Kräfte führen, die sick im Jahre 1921 zu der Vereinigung „Das Deutsche Rote Kreuz" zusammengeschlossen haben. Das Deutsche Rote Kreuz gliedert sich danach künftig inLandesvereine, die denReichs- ftatthalterbezirken entsprechen. Alle Landesvereine und Vereinigungen vom Roten Kreuz führen in Zukunft als Glieder in der Gesamtorganisation den Namen „Deutsches Rotes Kreuz" mit dem Zusatz der eigenen Bezeichnung des Landes- oder Zweigoereins. Mit dieser einheitlichen Bezeichnung und Gliederung kommt durch die neue Satzung die Einheitlichkeit des Führerqedankens zum Ausdruck. Das Deutsche Rote Kreuz steht unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten. Organe sind: der Präsident, der Präsidialrat, der Große Rat. Sie bilden zusammen die Hauot» verwaltuna. Der Präsident wird vom Reichs- Präsidenten auf vier Jahre berufen; den Stellvertretenden Präsidenten ernennt der Reichsminister des Innern. Der Präsident beruft seinerseits die beratenden Organe der Hauptverwaltung und die Präsidenten der Londesvereine. Für die wichtigsten Aufgabengebiete werden Reichs- walter eingesetzt. Die Satzungen der Landesvereine und aller ihnen Nachgeordneten Vereinigungen bedürfen der Genehmigung des Präsidenten des Deutschen Rote Kreuzes. Die Aemter im Deutschen Roten Kreuz werden ehrenamtlich versehen mit Ausnahme derjenigen der Beamten und Angestellten der Hauptverwaltung und der Nachgeordneten Vereinigungen. Präsident von Winterseldt-Menkin hat nach Errichtung der neuen Satzung des Deutschen Roten Kreuzes der Reichsregierung sein Amt zur Verfügung gestellt. Herr von Winter- feldt, der im 69. Lebensjahr steht, hatte schon vor längerer Zeit den Entschluß gefaßt, die Leitung des Deutschen Roten Kreuzes In jüngere Hände zu legen. Er betrachtete es jedock als seine Pflicht, vorher noch die Neugestaltung und die Ein- Fiederung des Deutschen Roten Kreuzes in den nationalsozialistischen Staat zu Ende zu führen. Nachdem diese durch die neue Satzung vollzogen ist, hat er jetzt der neuen Reichsführung, zu der er sich aus innerstem Herzen bekennt, die zielsichere Lösung der Nachfolgerfrage und die Wahrung der Stellung und Entwicklung des Deutschen Roten Kreuzes übergeben. Das geistlicheMinistenum derOeuifchen Evangelischen Kirche zurüctoeireten v e r l i n, 29. Jtoo. (DTv.) wie der Evangelische Pressedienst amtlich meldet, ist das geistliche Mini, sterium der Deutschen Evangelischen Kirche zurück- getreten. De- Reichsbischof hat die Rück- krittverklärung angenommen und die Mitglieder des geistlichen Ministerium» gebeten, bis zur Neubildung ihre Aemter weiterzuführen. Eme Entschließung der G auvensbewequng in( rß Hessen Frankfurt a. M., 30. Nov. Eine Reihe füh- render Persönlichkeiten der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" von Groß-Hessen versammelten sich gestern in Frankfurt a. M. zur Aussprache über die Gesamtlage. Als Ergebnis dieser Beratuna ist folgendes Telegramm an den Herrn Reichsbischof Müller, Berlin, abgesandt worden: „Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" in Groß-Hessen stellt sich in einer in Frankfurt a. M. am 29. November abgehaltenen Versammlung ihrer Führer geschlossen hinter den Herrn Reichsbischof als den Schirmherrn der Glaubensbewegung. Um des Zusammenhaltens der großen Bewegung willen löst sie sich von der Reichsleitung in Berlin und fordert sofortigen Rücktritt des Reichsleiters und grundlegende Umgestaltung der Reichsleitung. Gleichzeitig versichert Me Glaubensbewegung „Deutsche Christen" Groß-Hessen dem Herrn Reichsbischos ihre treueste Ergebenheit und ihren Dank für sein Eintreten für Bibel und Bekenntnis. gez. Landesleiter Prob ft." 3n den deutschen Rennoniten- dörsern pemisylvaniens. Starke Eindrücke Botschafter Luthers. Washington, 29. Nov. (WTB.) Der deutsche Botschafter Dr. Luther ist von einer Wochenendfahrt durch die Mennanitendörfer im Staate Pennsylvania, wo noch zahlreiche Siedlungen in ihrer alten deutschen Art bestehen, nach Washington zurückgekehrt. Dr. Luther, der auch einer gottesdienstlichen Handlung beigewohnt hat, äußerte seine Ueberraschung und Freude darüber, wie r e i n sich dort die schwäbische Mundart erhalten habe. Auch außerhalb des Gottesdien- stes werde in den Bauernhäusern durchweg deutsch gesprochen, und überall sei der Vertreter Deutschlands herzlich begrüßt worden. Dr. Luther besuchte auch das Franklin- und Mar- shall-College, die erste in den Vereinigten Staaten für Deutsche gegründete Hochschule und war Gast im Hause des Professors Schiebt, des 75 Jahre alten Nestors der deutschen Lehrer und Gelehrten in Amerika. Mit dieser Reise durch die deutschen Siedlungen verband Dr. Luther einen Besuch i n R e a d i n g bei den bekannten Förderern des deutschen Ansehens in Amerika, den Herren Janssen, Oberländer und Thun. Em Ausruf des Führers der SA« Reserve II. Berlin, 29. Noo. (TU.) Der Oberstlandesführer der SA. -Reserve II gibt laut NSK. bekannt: -Hch bin durch Verfügung des Obersten SA.-Füh- rers vom 2. November 1933 zum D b e r ft I a n • desführer der SA. -Reserve II ernannt worden. Für meine Aufgaben sind mir alle Organisationen, Vereine, Verbünde usw. von Angehörigen der alten Wehrmacht und ihrer Kriegsformationen unterstellt. Alle bestehenden Organisationen, Vereine, Verbände, Bünde usw. haben ihre Anschrift dem Oberstlandesführer der SA.-Reserve II, Berlin W 57, Nollendorfplatz 9III, mitzuteilen, unter Angaben des Vorstandes, der Mitgliederzahl und ob Anschluß an irgendeine Organisation bereits besteht. Der Oberstlandesführer, gez. Reinhar d." Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland Dr. Steinacher zur Entgegennahme eines Berichtes über die Neuorganisation und die Arbeit des VDA. • In einem Erlaß erklärt der Reichswehrminister, es liege im Interesse der Wehrmacht, die Volksdeutsche Arbeit des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande zu unterstützen und mit den örtlichen Gruppen des Verbandes enge Zusammenarbeit zu pflegen durch Vorträge der Gruppenleiter über Volkstumsarbeit, Auslandsdeutschtum usw. Der Minister hat auch keine Bedenken dagegen, wenn zur Vereinfachung der Werbung Truppenteile oder Besatzungen ihren geschlossenen Beitritt zum VDA. erklären. * In der Presse befanden sich in diesen Tagen Mitteilungen, nach denen mit dem 21. Dezember 1953 eine Mitgl »edssperre für den Reichs- nähr st and eintrete. Die Pressestelle des Reichsbauernführers teilt hierzu mit, daß Mitteilungen diesen oder ähnlichen Inhalts nicht den Tatsachen entsprechen. Die Erwerbung der Mil- gliedschaft zum Reichsnährstand liegt nicht im Ermessen des einzelnen, da das Reichsnährstandgesetz eine vollständige Eingliederung aller Mitglieder des Landstandes oorschreibt. * Der spanische Justizminister Boeella Asensi ist zurück getreten. Unterrichtsminister Barnes hat das Amt des Justizmmisters übernommen. Prälat Testa, den der Heilige Stuhl zu feiner besonderen Information über d i e kirchlichen Verhältnisse im Saargebiet entsandt hat, ist in Saarbrücken eingetroffen und hat im Heiligen-Geist-Krankenhaus Wohnung genommen. Aus aller Well. Der 500 000. Volksempfänger für den Führer. Die Deutsche Funkindustrie hat beschlossen, vom Volksempfänger VE 3 01 das fünfte Hunderttausend aufzulegen. Dem Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, wird der 500 000. Volksempfänger als Ehrengabe von der Funkindustrie überreicht werden. Don 501 000. Volksempfänger soll der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, erhalten Aufforderung an olle deutschen Schriftsteller. Der Reichsverband Deutscher Schriftsteller teilt mit: In Durchführung des Kulturkamrnergesetzes haben sich alle deutschen Schriftsteller zur Ein- glieberunß in dieReichsschriftturns- tatnmer beim Reichsverband Deutscher Schriftsteller eV., Reichsleitung, Berlin W 50, Nürnberger Straße 8, anzumelden. Diese Meldepflicht betrifft alle Arten schriftstellerisch Schaffender mit Ausnahme der für die Reichspressekammer zuständigen Schriftleiter und Journalisten. Es haben sich zu melden alle Buchautoren und alle belletristischen Mitarbeiter bei Zeitungen und Zeitschriften, wissen- schaftliche und Fachschriftsteller, Filmschriftsteller, Uebersetzer, Lyriker, Textdichter, Bühnenschriftsteller, Funkschriftsteller und Kritiker aller Art. Die Meldung hat bis zum 15. Dezember zu erfolgen. Sieben Tote bei einer Zelluloid-Explosion in Speyer. Ein folgenschweres Brandunglück ereignete sich in Speyer. In der Aufbereitung der dortigen Zelluloid-Fabrik entstand plötzlich eine furchtbare Explosion. Eine mächtige Stichflamme schlug durch die Fenster des Werkes, über eine Werkstraße hinweg, in ein etwa 20 Meter enfernt liegendes anderes Werksgebäude. Eine andere Stichflamme durchschlug die Wand zu dem angrenzenden Naphta- Trockenraum. Hier gerieten die Rohmaterialien in Brand und verursachten eine weitere Explosion, die einen Teil der Mauer eindrückte und das Dach- gebält in Brand setzte. In der Aufbereitung erfolgte später eine dritte Explosion, wobei ein Rührkessel in die Luft flog. In der Aufbereiterei fand man drei Arbeiter tot vor; außerdem sind vier weitere Arbeiter ums Leben gekommen, doch hat man die Leichen bisher noch nicht finden können. Die Urfache des Unglücks ist noch nicht festgestellt. Nachwehen des Sklarek-Skandals. In Berlin findet zur Zeit ein Prozeß gegen den ehemaligen Berliner Stadtrat B e n e ck e statt, der angeklagt ist, während feiner Amtszeit sich der schweren passiven B e st e ck u n g schuldig gemacht zu haben. Benecke hat bereits in dem Riesenprozeß gegen die Sklareks eine Rolle gespielt. In der Beweisaufnahme wurde jetzt zunächst der Buchhalter der Firma Sklarek, Lehmann, über Zu- Wendungen der Sklareks an den Angeklagten, Der auf Gerichtsbeschluß übrigens aus der Haft entlassen worden ist, gehört. Lehmann gibt folgende Aeußerung des Willi Sklarek aus dem Jahre 1929 wieder: „Eben ist Stadtrat Benecke da und spricht über die Kosten der Amerikafahrt, machen Sie mal tausend Mark für ihn fertig". Leh. mann erklärte ferner, er habe zu den Brüdern Skla- rek gelegentlich Bedenken geäußert, daß vielleicht der Vertrag der Firma Sklarek mit der Stadt Berlin nicht verlängert werden könnte. Er fei aber beruhigt worden, er brauche sich keine Sorgen zu machen, die Sklareks hätten ihre Freunde beim Magistrat. Leo Sklarek hätte dabei die Namen der Stadträte Gäbel und Benecke genannt. Als nächster Zeuge wurde aus dem Zuchthaus Luckau Willi Sklarek vorgeführt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er irgendwelche Zuwendungen an Stadtrat Benecke gemacht habe, erwiderte dieser, er habe Benecke im Auftrage feines Bruders Max einen Reingewinn von 1000 Mark für feine Frau in einem verschlossenen Umschlag übergeben. Willi Sklarek betätigte sick dann als „Fachmann" auf dem Gebiet der Konsektion und prüfte einen Ulster und eine Hose, die der Angeklagte Benecke von der Firma Sklarek bezogen und zur heutigen Verhandlung mitgebracht hat. Willi Sklarek erklärt nach der Prüfung der Kleidungsstücke, das Schneideratelier habe tatsächlich einen zu hohen Preis verlangt. Er, Willi Sklarek, habe Benecke für einen wohlhabenden Mann gehakten, den man überhaupt nicht bestechen könnte. Benecke fei immer sehr zurückhaltend gewesen, und er habe ihn darum für einen Antisemiten gehalten. Auch Leo Sklarek wurde aus dem Zuchthaus Luckau vorgeführt. Leo Sklarek konnte sich nicht'besinnen, mit Benecke näher zusammengekommen zu sein. Er habe sich lediglich um seinen Rennstall gekümmert und nichts mit Geschäften zu tun gehabt. Das habe alles sein Bruder Max getan. Beide Sklareks blieben unvereidigt. 18 verschüttete Bergleute gerettet. In einem Abbaubetrieb der Grube „Carolus Magnus" in Palenberg bei Aachen fiel in der Morgenfchicht ein Bruch, durch den ein Teil der dort beschäftigten Leute, Im ganzen 18, abgeschnitten wurden. Nachdem die Rettungsarbeiten den ganzen Tag über angedauert hatten, konnte die Aachener Bergbehörde mitteilen, daß alle 18 eingeschlossenen Bergleute am Abend unversehrt geborgen worden sind. Autounglück bei Tübingen. — Drei Ardelts- dnnstsreiwillige getötet. Auf der Staatsstraße Tübingen — Stuttgart ereignete sich in der Nähe von Tübingen ein schweres Unglück, dem drei junge Menschenleben zum Opfer fielen. Vier Angehörige eines Arbeitsdienstlagers waren mit einem Handwagen unterwegs, als sie von einem Lieferwagen von hinten anyefahren wurden. Dabei erlitten drei der jungen Männer so schwere Verletzungen, daß zwei von ihnen wenige Minuten nach dem Zusammenstoß st a r b e n und der dritte kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus verschied. Der Führer des Lieferwagens kümmerte sich nicht um die Opfer, sondern suchte in Richtung Stuttgart das Weite. Zehn verletzte bei einem Zugzusarninenstoß. Bei Pfullendorf in der Nähe von Konstanz stießen beim Rangieren einige Wagen so heftig auf den Pfullendorfer Personenzug auf, daß von den Reisenden zwei erhebliche und acht leichtere Verletzungen erlitten. Der Unfall ist auf das 23er- sagen der Bremsen infolge dec herrschenden Kälte zurückzusühren. Zwei Erdrutsche In Neapel. Infolge der schweren Regengüsse der letzten Tage lösten sich vom Hügel Ecchia in Neapel größere Erdmassen und stürzten aus ein mehrstöckiges großes Wohnhaus an der darunter liegenden Straße. Das wurde teilweise zum E i n st u r z gebracht und fast völlig verschüttet. Bei den sofort em- setzenden Rettungsarbeiten konnten zehn Personen aus den Trümmern gezogen werden, von denen einige zum Teil schwer verletzt waren. Gegen Abend wurden noch zwei Bewohner des Hauses vermißt. Der italienische Kronprinz weilte längere Zeit an der Unglücksstelle. Ein anderer Erdrutsch in einer Vorstadt Neapels überraschte eine Gruppe von Arbeitern beim Tunnelbau, wobei einer getötet und einer schwer verletzt wurde. Autounglück in Frankreich. — Zwei lote, sieben Schwerverletzte. Bei Cornpiögne fuhr ein Personenkraftwagen i n eine Gruppe Rekruten, die von einer In- struktionsstunde in die Kaserne zurückkehrten. Zwei Mann wurden auf der Stelle getötet und sieben schwer verletzt. Deutsch-englisches Expeditionsschiff verunglückt. Der Schoner „Mynonie R. Kirby", der vor zwei Tagen von dem englischen Hafen Falmouth zu einer Expeditionsfahrt nach der Süd- f e e ausgelaufen war, ist in der Nähe von Brest in einen schweren Sturm geraten und von der Besatzung verlassen worden. Ein Deutscher, Karl Berke, früherer Vorsitzender des Hockeyklubs Rot-Weiß Köln, und ein Engländer, Mr. Gibson, hatten die Expedition ausgerüstet. Die Besatzung bestand außer dem englischen Kapitän aus lauter Deutschen. Hundert Meilen westlich von Brest wurde der Schoner von einem gewaltigen Sturm ergriffen und derart umhergeschleudert, daß bald beide Masten über Bord gingen. Der Hilfsmotor versagte den Dienst, so daß das Schiff in der stürmischen See hilflos umhertrieb. Die gesamte Besatzung konnte gerettet werden. Das Wrack treibt auf dem Meer. Schiffsbrand im Rotterdamer Hafen. Auf dem 10 678 Tonnen messenden Motorschiff „Jndrapoera" des Rotterdamschen Lloyd, Das augenblicklich an der Lloydkai in Rotterdam liegt, brach auf dem Vorderteil des Promenadendecks ein Brand aus. Der Feuerschein war weit bis in die Stadt und deren Umgebung sichtbar. Nach zwei Stunden war man des Feuers fast gänzlich Herr geworden. Ein Teil des Promenadendecks, der Gesellschaftsraum, die Kommandobrücke sowie die Kajüten des Kapitäns und des Ersten Offiziers find vollkommen ausgebrannt. Auch wurde bedeutender Wasserschaden angerichtet. Das Feuer wurde vom Lande aus mit 25 Rohren bekämpft. Die Ent- stehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Man hält es für möglich, daß er im Maschinen- raum ausgebrochen ist. Menschen tarnen nicht zu Schaden. Lynch-lvelle über Amerika. Ganz Amerika wird im Augenblick von einer Welle der Lynchjustiz überschwemmt. Noch ist der seinerzeit gemeldete Fall von San Jos6 nicht vergessen und die Gerichtsverhandlung in Decatur steht vor der Tür; jetzt mußten sich 300 Mann von der Nationalgarde, die auf Befehl des Gouverneurs in Salisbury (Maryland) vier Rädelsführer des am 18. November an einem Neger vollzogenen Lynchaktes verhaftet hatten, gegen Taufende wehren, die die Verhafteten befreien wollten. Obwohl die Nationalgarde mit Tränengas gegen die erregte Menge vorging, dauerte der Kampf einen ganzen Tag. Schließlich mußte die Nationalgarde sich nach Baltimore zurückziehen. Der Gouverneur hatte die Nationalgarde aufbieten müssen, weil sich die örtliche Staatsanwallschaft der Verhaftung der vier Leute widersetzte. — In St. Joseph (Montana) griffen 4000 Bewohner das Ortsgefängnis an, um einen wegen Belästigung eines weißen Mädchens verhafteten 19jährigen Neger zu lynchen. Die Ortspolizei konnte den Angriff unter Zuhilfenahme von Tränengas zunächst abweifen, aber schließlich der immer wieder angreifenden Menge nicht mehr widerstehen. Die Menge drang in das Gefängnis ein und hängte den Neger auf. Atlantikflüge der Deutschen Lufthansa. Der Domier-BMW. „Taifun" der Deutschen Lufthansa startete von Bathurst (Brit.-Gambien) an der afrikanischen Westküste zu einem Fluge nach dem mitten im Atlantik befindlichen Flugstützpunkt „Westfalen". In sieben Stunden 40 Minuten war nach Zurücklegen von 1320 Kilometer das Ziel erreicht, und das Flugboot konnte bei hoher Dünung auf das Schleppfegel des Dampfers „Westfalen" genommen werden. Der Dvrmer-BMW.-Wal „Passat" der Deutschen Lufthansa, der sich bereits auf der „Westfalen" befand, wurde sodann mittels des Heinkel-Grvßkatapults gestartet und flog nach Natal in Brasilien. Der Flug über 1680 Kilometer vom Flugstützpunkt „Westfalen" bis nach Südamerika dauerte 9 Stunden 40 Minuten. Die ganze 11 e b e r- querung des Atlantik von Westafrika bis Südamerika hat also insgesamt 17 Stunden 20 Minuten in Anspruch genommen. Neun Menschen durch Erdrutsch getötet. Durch einen riesigen Erdrutsch bei Manizales in Columbien wurden neun Menschen getötet. Mehrere Personen werden noch vermißt. Der Erdrutsch wurde durch einen verheerenden Gewitterregen verursacht. Wettervoraussage. Durch den Tiefausläufer, welcher sich über Süddeutschland erstreckt, hat sich feuchte milde Luft eingemischt, die leichtere Schneefälle verursachte. Nach Beseitigung der Stvrungsreste wird das kontinentale Hoch über Rußland durch seine absinkende Luft die Wolkendecke auflösen, so daß dadurch eine Zunahme des Frostes in Aussicht steht. Aussichten für Freitag: Nach anfänglich noch leichten Schneefällen allmählich Bewölkungs- rückgang, kälter, Nachtfrost. Aussichten für Samstag: Wolkiges Wetter mit Nachtfrvftzunahrne, leicht wolkig, sonst auf» heiternd. Lufttemperaturen am 29. November: mittags 2 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 30. November: morgens 0,5 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. November: abends 1,9 Grad; am 30. November: morgens 1,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm. nur irdie NIVEA mild, leicht schäumend, gant wundervoll Im Geschmack. 2051 grosse Tube 27 Fortsetzung Nachdruck oerbotrnj Qualitätswaren 7kc 67t t Bücher von den .36 der Sie zu nichts verpflichtet. m»A Dr.Thompsons •chon le kleinsten Riten unseren vorzüglichem Kaffee; Mk. 2.«, 2.40 und 3.» da« Pfund. Versuchen Sie beliebte Sorten su ZtschZentrale Marktlaube JedenFreltegvormilL irische Seefische und Fisch-Filets Ioh. Derhey Telefon 2295. • ,« Hurral Das ist die Lösung! Endlich gibt es eine Gewähr für stets absolut richtig belichtete Photos. Keinerlei Ausschuß mein- — alle Bilder tiptop durch den neuen Belichtungsmesser. Der .Ombrux“ ist führend. Er zeigt die richtige Belichtungszeit automatisch in Sekunden an. Alles andere ist heute überholt — das ist die lang gesuchte Lösung. Machen Sie einen praktischen Versuch, Es erneuert Blut und Körpersäfte bei regelmäßigem Gebrauch. Der Erfolg ist verblüffend. 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Er vermochte sich kaum mehr zu beherrschen. „Sag, Dick, nxis du gemeint hast!" flüsterte er kaum hörbar. „Daß--du der Täter bift!" „Dick!" „3a!" nickte dieser völlig niedergeschmettert von dem Entsetzen, das ihm aus Grudes Augen entgegenschrie. „Und deshalb — weil Ich des Glaubens war, du hast es getan--* „Hast du die Schuld auf dich genommen — — hast gesagt, du wärest es gewesen", stöhnte Grude auf. — — „Dick! — Dick! — Nie könnte ich das gutmachen, was ich an dir verbrochen habe. Denn was ich von dir glaubte, das ist noch viel, viel schlechter--* :,Was denn noch?" Ls wurde Montrey immer ängstlicher zumute. Er kannte sich nimmer aus. Es war dumm gewesen, daß er sich überhaupt auf eine Erklärung eingelassen hatte. „Die Madlen hat mir vor ihrem Sterben von einem gesprochen, mit dem sie mich hintergangen hat." „Der bin ich net g'wes'n!" sagte Montrey und lachelle müde. „Du weißt ja eh, daß s' mich nie leid'n hat mög'n. Gar nicht aussteh'n hat's mich können. 3d) bin ihr zu ehrlich g'wes'n und zu grob. Da hältst dir doch wirklich keine schwere Stund mach'n brauch'n deshalb." Grude hatte beide Hönde vor das Gesicht gedrückt, ließ sie fallen und legte den Koof gegen Montreys Schultern. Schüchtern fuhren dessen Finger über die zuckenden Achseln des Freundes hin. „Nur eins noch. Dick: Was ist es dann mit den Handschuhen, die du doch als die deinen bezeichnet hast?" „3a", meinte dieser mit einem ratlosen Kopf- schütteln, „herüber mußt mir schon du eine Aus- Körung geben, Felix! Wie du damals nachts heim- kommen bist, hab ich sie auf der Gangtoilette a'fund'n. So mit die Blutspritzer, wie sie waren. Ich hab mir gleich gedacht, daß da etwas Entsetzliches passiert sein muß, und hab's zu mir g'nom- men, daß keiner einen Beweis gegen dich hat. Des- weg'n hab ich ja auch deine Kleider, die Schuh und den Mantel aus dem Schlafzimmer g'holl. Ader gar nix mehr fjat einen Blutfleck'n dran fl’habf. Bloß die Handschuh, die hab'n so übel aus- ü'schaut. — 3ch bitt dich, Felix, was hött ich mir sonst denken soll'n, als daß du mit ihr in Streit kommen bist und sie niederg'schlag'n hast, ober sonst was." j .Und bann hast du alles ganz einfach auf dich genommen?* , Einfachste Lebensformen desTler- u. Pflanzenreichs. Niturgeschichte der mikroskopischen Sflfl- wisserbewohner von F. Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr. w. Schoenlchen vollständig neu bearbeitete Auf- Uge.Mitüber 1500 Abbildungen 2 Binde in Halbleder geb. RM 38.-, Neue Ganzleinen.Ausgabe RM. 30.— Die Infusorien des Süß wessen und Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung In deren Biologie. Von Prof. Dr. J. Lepsi. Mit 550 Abbildungen. Gebunden RM. 4.- Muflo Berm Ohler Verlag Bln-Llchterfelde Kokos geraspelt Aprikosen, kalW. Sultaninen Hartweixengrleö Linsen, neue Ernte WolBo Bohnen, handverlesen Mortgrieß . Moccarom K HartgrieQ-Schnittnudeln K Haferff ock en ju einem kurzen Besuch in her Mariahilferstraße eintraf, sah bei seinem Eintreten, daß Montreys Hand in der von Lena ruhte. »Hast du schon gewußt", sagte Dick, „daß die Thnsta in Kalkutta ist?" „Das schon", lächelte Wellenberg. — „Aber das andere noch nicht.--Daß du so ein Duckmäuser bist und dem Felix die Lena wegkaperst, wo er sie doch so notwendig braucht." Lena wollte die Tür gewinnen. Ader es glückte •i)r nicht, denn Montrey hatte rasch den Arm um fie gelegt und hielt sie fest. „Schau, Kinderl, das is net rechL Gestern nacht bist mir um den Hals gc- fall n, und heute tätft dich schämen mit mir." „Das ist ja nicht wahr! — —* n.‘^m id? s dolt zurück", sagte er zer- ii?^hrUn, wenn du heiratest?" fragte Wellenberg lächelnd. „Ich beiß halt wieder in den feuren Äpfel und Sl in 6n«lan6 «n. °d - Beschäftigung für mich hob'n." n/hm»n bu ^?i)l krinen »uftrag über- nehmen. Dick? sondierte Grude „Das denn für einen?" Ä.Qlr“tta sohrst und Christa bei- bL 34 bi0re,te 1°' dah Christa nicht von Ham- aber fo efi, Sieier. d°s l.nnnod, monate aHg bauen«. Benn sie sich nun Iüg un7 S ,fUr,'^VP,C1 “lrt r" Sdjluff, lelbft nod) tränt. Ich Mochte Ihr gern jemanti >ur ffnt- tajtung schicken. Da habe ich denn an dich «dacht Tnd. und an — Sie, Lena. — Wirst du nach Kol-' kulla fahren?" -.Noch Sibirien, wenn du's haben willst!" „Und Sie kommen mit, Lena, und helfen Ham- stead pflegen?" „Gern", sagte diese und streckte ihm die Hand ent- gegen. „Danke!" Er ging rasch aus dem Zimmer. Lena packte die Koffer für die Reife nach Kalkutta. Im Sprechzimmer saß Grude in sich zusam- mengesunken in seinem großen Schreibtischstuhl und horchte auf das, was ihm Dick noch zu sogen hatte, ^jch reife nur unter der einen Bedingung — — Grude fuhr auf, als er jetzt herausfließ ..Ich w^ß. was du verlangst. Aber ich kann nicht!--Ich rann nicht, sag ich dir!" schrie er. „Du mußt!--" „Nein! Cs hält mich sonst nichts, als dos! Ober glaubst du, daß ein Mensch erträgt, was ich ertragen habe, wenn ich auch dieses eine nicht mehr haben darf?" „Du gehst zugrunde dabei!" sagte Montrey voll Erbitterung. „Äch weiß es! Ja! Aber was liegt daran?" „Schäm dich!" rief Montrey, von feinem Stuhle aufspringend. „Wie kannst du so etwas überhaupt denken, geschweige denn, daß du's laut werden läßt. Es liegt nichts daran, sagst du. Du hast ein Kind!" „3d!" „Und in Kalkutta sitzt das Mädchen, das--* .Kein Wort mehr, Dick!" (Fortsetzung folgt.) [Vermietungen | IZlNMkMll. mit Bad u. Balkon, 1. Stock, zu norm. Vs?» Frkft.Str. 113. Schönes großes Zimmer mit kl. Kllcbe, leer oder möbl. an 1 ob. 2 “Damen zu oerm. Ädjr. Ana. u. 06756 an den Wieh. An,. | Mietgesuche | Mbl.Zlmmer mit Zentralheizung, in arischem Haufe v. berufstätig «vemi =£11?', L, aefuckt. ^Jift'. Ang. unter 06757 an den i*i. -21. grauen manchmal versieben, nicht wahr?" Diewald zog an feiner ausgegangenen Zigarre und bekam von Montrey ein neues Zündholz gereicht. „Wenigstens kommt jetzt Ordnung in die Sache", fuhr er erleichtert weiter. „Es ist nicht immer am Platz, Vorsehung spielen zu wollen, Herr Hauptmann. Wenn Sie die Handschuhe nicht an sich genommen hätten, würde der Herr Doktor ohne weiteres angegeben haben, ^vielo' und ,wes- halb* sie mit Blut besudelt sind. Nun hat es eben einen so großen Umweg gebraucht. „Dieser Umweg aber hat mir gezeigt, was Freundschaft ist", warf Grude ein und wurde rasch von Montrey unterbrochen. .Letzt bist mir aber still, Felix! Ich hab ja bloß ein bisserl wettmachen woll'n, von meine Schuld'», die ich bei dir hab. Aber ich bin hall ein Pech- oogl. Alles geht mir baneb’n." Grude begleitete den Anwall noch bis zur Türe. Lena kam zu Montrey hereingeschlüpft und sagte: „Das hat die Post soeben gebracht. Es ist von Christa." Dick hiell chre Hand fest und legte feine Wange gegen die ihre, während er zugleich die Hand nach dem Expreßbrief ausstreckte. „Sie wird ihm kondolieren, sonst nichts!" „Glaubst du, daß es sehr häßlich ist, wenn wir den Brief zuerst aufmachen?" ,La, aber Schatz!, warum denn?" fragte er erstaunt. „Ick habe solche Angst", gestand sie, nahm ihm das Kuvert aus der Hand und versteckte es in [einer Tasche, denn Grudes Schritt kam eben wieder den Gang zurück. Montrey begriff Lenas Angst nicht. Er machte aber ferne unschuldigste Miene, als der Doktor ein- trat und fragte: „Daß die Christa nix hören laßt? Weißt keine Adresse von ihr, Felix?" „Doch!" war Grudes Erwiderung. „Sie ist zur Zeit mit Hamstead in Kalkutta." „Dann is begreiflich", meinte Dick. „Da braucht ein Brief schon eine schöne Weil, bis er herkommt." Und als Grude ans Telephon gerufen wurde, zog er das Kuvert aus seiner Tasche und lachelle „Schau, Kinderl, bas is jetzt wieder eine Angst um nix g'wes'n. Er weiß ja, wo sie ist. Wir leg'n ihm halt den Brief auf den Kaffeetisch am Nach- mittag. Die paar Stund'n muß er sich halt jetzt noch geduld'n." Der Brief aber, den Grude neben seiner Tee- taffe fand, als er sich nachmittags eine kurze Pause gönnte, lautete: Lieber Felix! Madlens tragisches Ende hat mich aufs tiefste erschüttert. Meine Gedanken sind immer um dich. Mein Kommen ist jedoch unmöglich, denn Cecil Hamstead liegt schon feit Wochen am Fieber und bedarf dringend meiner Pflege. Ich kann und will ihn nicht im Stiche lassen. Er hat hier sonst niemand als mich. Und er hat so viel an mir getan. Gott gebe dir nach all dem Leid, das du er- fahren mußtest, nun endlich das Glück, das du °"d>°nst. Thnsta. _ schweigend reichte Grude den Brief Dick hin- über. Der las ihn und nickte. Wellenberg, der eben | Kaufgesuche | Grundstück für Eigensteimbau )u kaufen gef. AuS- nistrl. schritt!. Preis- ang. unter 7235D an den Gieß. Ang. Gebrauchten Metzger-oder Federwagen gesucht.Schr.Ang.u. 06730a.d.Gieß.Anr. 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Es Dauerte auch kaum eine Viertelstunde, als sich für Dick die Zellentüre öffnete und er an Grudes Seite die Stufen hinabschritt und mit ihm auf die Straße trat, die jetzt zu dieser nächtlichen Stunde still und verlassen lag. Sie sprachen erst fein Wort. Nur Grude hiell den Arm fest in den Montreys gehakt, als fürchte er, ihn sonst im Dunkeln zu verlieren. Lena stieß einen Schrei aus als die Flurtüre sich öffnete und Montrey von Grude über die Schwelle geschoben wurde. Sie tat, was in der nächsten Minute nicht mehr gutzumachen war, warf beide Arme um seinen Hals und brach in Schluchzen aus. Dick hiell ganz still, streichelte nur über ihr Haar und sagte beschwichtigend: „Schau, Maderl, schau — jetzt hast mich ja wieder. Ich hab alleweil g’meint, es gibt niemand, dem ich abgeh'. Derweilen is gar net wahr. — Wein' dich nur aus, Kinderl, das muß auch sein." Grude, der erst völlig sprachlos gestanden hatte, tat das Einzige, was in einer solchen Stunde zu tun war. Er trat in sein Sprechzimmer und klappte die Türe hinter sich zu. Zwei Menschen, die sich umfangen hielten, brauch- ten keinen Dritten, der ihnen dabei zusah. • Rechtsanwalt Diewald kam am nächsten Morgen mit einer großen Neuigkeit. Er hatte den geheim- nisDoüen Drillen gefunden und alles zu Protokoll genommen, was dieser ausgesagt hatte. „Das ist ja ganz unmöglich!" rief Grude dazwischen. ,Zch habe chn ja selbst in der Garderobe meiner Frau verbunden und gesehen, wie er nach Hause fuhr." „Ganz richtig!" Diewald machte sein pfiffigstes Gesicht. „Aber das haben Sie nicht gesehen, daß er von dort noch einmal zurückfuhr und den ver- hängmsvollen Schuß auf Ihre Frau abgab. Aus wahnwitziger Eifersucht, wie er mir gestand, daß fte Ihnen eine Unterredung im Teeraum gewährte. Es liegt alles ganz klar. Er hat nichts von der Verhaftung des Herrn Montrey gewußt, da sich Wundfieber bei ihm einftellte, das ihn ins Bett zwang. Er läßt Sie bitten, zu ihm zu kommen, wenn es Ihnen ein nicht zu großes Opfer ist, Herr Doktor." „Hat er auch das andere eingestanden?" ,^ch weiß von keinem anderen", sagte Diewald. „Aber ich kann mir denken, was Sie meinen. Wenn er schon eifersüchtig war, wird ihm Frau Madlen sicher nicht gleichgültig sein.--Ich halte chn überdies für schwindsüchtig." .Hochgradig", stimmte Grude zu. „Es ist mir unbegreiflich--" Gute Laute zu verkaufen. <*74» Zu erfragen in der Geschäftsst. d. G.A. EW1?;“1 Betten Schlaf« ui, Pobtar. stahl- Hotel Prinz Carl Morgen Freitag, den 1. Dezember 1933 Metzelsuppe (Schweine eigener Mast) 06748 Im Ausschank: Gießener Brauhaus-Biere! [Verschiedenes! Außer Betrieb gestellte AUTOS können billigst untergestellt werden. wm Groß Garage am Aulweg Witwer Mitte 50er, ebne Anbang, Geschäft-- mann, möchte sich wieder oerbciraten: altere Person, auch Witwe ohne Anb., am liebst. Ihn betrat. Zckr.Ana. U.7237D a. d. (Siebener An». Braun weiße- woll. 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