Nr. 281 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 50. November (955 Raffenhygienische Fragen vor der SA-Reserve. Oer Führer der oberhefsischen Aerzie, Sturmsührer 0r. Kranz-Gießen, (pncht vor rund 1000 SA-Kameraden über die rasienhyqienischen Ausgaben des deutschen Volkes. — Gutes geistiges Rüstzeug zum Kampf für das Werk des Führers. Gießen, den 30. November 1933. Gestern abend versammelt« sich der Sturm- b a n n i d e r S A. - R e s e r v e 1 1 6 im Cafä Leib, um einen Vortrag anzuhören, der diesen politischen Soldaten Adolf Hitlers das geistige Rüstzeug zum Kampfe für das Werk des Führers und Volkskanzlers an die Hand geben bzw. es noch verstärken sollte. Etwa tausend Kameraden der SA.-Reserve hatten sich unter dem Kommando ihrer Sturmführer eingefunden und füllten den Saal des Eaf6 Leib bis auf den letzten Platz. Der Abend stand unter der Leitung des SA.- Reserve-Sturmbannführers S o l d a n (Gießen), der mit den Kameraden seines Stabes auf der Bühne Platz nahm, wo im Verlaufe der Kundgebung auch der mit der Führung der SA.-Reserve-Standarte beauftragte Sturmbannführer M ü n k e r (Gießen) erschien. Sturmbannführer Soldan-Gießen betont nach seinen Begrüßungsworten, daß der Abend den dienstjungen SA.-Kameraden die Möglichkeit geben soll, die Weltanschauung des Nationalsozialismus kennenzulernen, damit sie sich eingehend mit dem Sinn und dem Ziel der nationalsozialistischen Bewegung befassen können. Jeder SA.-Kamerad möge das, was er hier hört, in sich aufnehmen, es in sich verarbeiten und weiterverbreiten, damit das Ziel unseres großen Führers erreicht wird. Der Führer der NS-Aerzieschafi Oberheffen Är. Kranz-Gießen spricht hierauf über das Thema: „Unsere rassenhygienische Aufgab e". Die Geschichte des rassischen Verfalls unseres deutschen Lölkes hat mit der Machtergreifung Adolf Hitlers ihren Abschluß gefunden. In letzter Minute sandte uns ein gütiges Geschick einen Führer, der — Held, Genie und Staatsmann zugleich — die Volkes verstand, seinen schlummernden rassischen Instinkt weckte und mit einer neuen Weltanschauung ein neues Jahrhundert, ja vielleicht ein neuesJahrtausenddeutscher Geschichte eingeleitet hat. Als ein ganz Großer hat unser Führer in das Rad der Geschichte eingegriffen. Er hat die Saite des Blutes im deutschen Volke zum klingen gebracht und den Anfang geschaffen für die unzerstörbare Volksgemeinschaft eines nordisch bedingten deutschen Herrenvolkes. Die Voraussetzungen sind nunmehr geschaffen. Durch einen zähen, opferbereiten und blutigen Kampf der SA., der Getreuesten unseres Führers, ist die Macht im Staate errungen worden. Jetzt gilt es, die vielen, die bisher abseits stunden und das gewaltige Geschehen einer Zeitenwende nicht begriffen, zu gewinnen und zu aufrichtigen und opferbereiten Mitkämpfern zu e^ziehen, ihnen den Abgrund zu zeigen, von dem uns unser Führer zurückgerissen hat und ihnen klar zu machen, wofür ein S ck l a g e t e r fiel, wofür ein H o r st Wessel abgeschlachtet wurde, wofür ein Herbert Nor - k u s sein junges Blut und Leben hingab. Mit der Erringung der Macht ist unsere Auf. gäbe nicht erfüllt, jetzt müssen wir unsere Ideen in die Tat umsetzen. Ungeheure Aufgaben und Pflichten erwachsen vor uns, die wir aber genau so zwingen werden, wie wir das vergangene materialistisch.liberalistische Zeitalter in die knie gezwungen haben, wenn wir treu sind unserem Führer und von unserem Wege keinen Schritt abweichen. Ein beinahe tragisch zu nennendes Geschick hat unsere Generation in diese Zeitenwende gesetzt, bat uns in den Schrecken des größten aller Kriege und auch in der Schmach der Nachkriegszeit großwerden und formen lassen. Wir haben aber dafür den Umbruch erkämpfen helfen und ein neues Morgenrot schauen dürfen. Was wir für unsere Arbeiten und Kämpfe verlangen, sind nicht wirtschaftliche Vorteile, sondern einzig und allein die Gewißheit, daß nach uns glückliche und gesunde Geschlechter kommen mögen, die das vollenden, was wir begonnen haben. dern weil die alten Leute älter werden. Darin liegt die nur scheinbare, die trügerische Zunahme unseres Volkes begründet. Wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, werden in wenigen Jahrzehnten bei uns mehr Greise vorhanden sein, als Kinder geboren werden. Was dann aus unserem Volke wird, sollte jedem klar sein. Ein anderes wachsendes Volk wird dann nicht vor unseren Grenzen Haltmachen, wenn es weih, daß in Deutschland so viele Greise wohnen. Betrachten wir die Fruchtbarkeit unserer Nachbarvölker! Die Beoölkerungszahl geht auch in Frankreich zurück, trotzdem hatte man dort im Jahre 1930 noch eine höhere Geburtenziffer als in Deutschland. In Frankreich wird der leere Lebensraum von fremden Völkern (Negern usw.) ausgefüllt. Daher ist S ü d f r a n k - reich schon weitgehend bastardisiert. In Marseille allein sind heute schon 25 000 Schulkinder, die aus Ehen zwischen Schwarzen und Weißen stammen. Frankreich ist sich darüber klar, daß die Neger auf einmal ihre Ansprüche anmelden werden. Dos französische Volkstum wird eines Tages verschwunden fein. Von diesem Rassegesichtspunkt aus betrachtet, wird manches klar. Frankreich will bei dieser Lage, daß es Deutschland nicht gut geht. Das ist auch der tiefere Sinn des Versailler Diktats: die rassische Vernichtung unseres Volkes! Denn sonst wird ja Deutschland das mächtigste Volk in Europa werden! von diesem Gesichtspunkte aus muß man die große Sendung unseres Führers betrachten, daß er als erster Staatsmann Europas die unge- heure Bedeutung der Rassenkunde begriffen und in die Tat urngeseht hat. In Italien ist heute unter der Führung Musso- linis wieder ein wachsendes Volk zu sehen, das seinen Ueberschuß dorthin bringen wird, wo leere Räume entstanden sind. Polen heute mit einer Einwohnerzahl von 30 Millionen, hat sich in den letzten Jahrzehnten um 20 Prozent ver- mehrt. Wenn das so weitergeht, wird Polen im Laufe der nächsten Jahrzehnte auf annähernd 60 Millionen Menschen kommen. Wir dagegen werden auf 50 ober 40 oder gar 35 Millionen zurückgehen. Ob uns der deutsche Osten dann weiter gehören wird, wenn ein junges, wachsendes Volk der Polen dort steht und wir ein Volk von Greisen sein werden? Und sehen wir auf die Asiaten! China hatte im 18. Jahrhundert 149 bis 157 Millionen Einwohner, im Jahre 1923 waren es 436 Millionen. Aehnlich ist die Entwicklung in Japan. wenn in unserem Osten der slawische Einbruch erfolgt ist, dann wird der asiatische Despotismus folgen und Europa verloren sein, von diesem Gesichtspunkt aus gesehen hat unser Führer eine rassische Sendung für das ganze Abendland zu erfüllen. Wenn gesagt wird: „Wir Haden so wenig Kinder, weil es uns wirtschaftlich außerordentlich schlecht geht", so ist das nur bis zu einem gewissen Grad richtig, in der Mehrzahl der Fälle aber nur eine bequeme Ausrede. Die Geburteneinschränkung haben diejenigen begonnen, denen es wirtschaftlich noch gut geht, die andern haben es nur nachgemacht. Unsere Großeltern waren wirtschaftlich schlechter gestellt als wir und hatten trotzdem mehr Kinder. Schuld an unserem Geburtenrückgang ist nur der Verlust unseres Rassegewissens, der Individualismus und Materialismus, die Bequemlichkeit, der Luxus, der Mangel an Volk- und Rassenbewußtsein. Wir müssen wieder dahin kommen, daß die deutsche Frau ihr Glück findet in einer großen Zahl von gesunden Kindern, daß sie mehr Freude hat an einem rassischen Kind in der Wiege, als an einem rassigen Mercedes-Benz. Es darf so wie bisher nicht weitergehen, denn sonst hätte die Sendung Adolf Hitlers und der Kampf der SA. nichts genützt. Wir müssen pro Familie im Durch sch nitt 4 Kinder haben, wenn wir unseren Bestand des volks- körpers erhalten wollen. Rur ein wachsendes Bolt hat Anrecht auf Lebensraum, ein sterbendes Volk hat dieses Anrecht nicht! Wichtig ist aber nicht allein die Volkszahl, sondern auch der Volkswert. Im Kriege sind die besten, die wertvollsten deutschen Menschen ge- fallen. Das sind Verluste, die nie wieder einzubringen sind. Im Hinblick auf diese Opfer ist es ganz sinnlos, wenn unsere Gegner sagen, wir rüsteten zum Kriege. Wir wissen, was Krieg heißt, wir wissen, daß wir in einem neuen Krieg wieder die Besten des Volkes verlieren würden, daß das für uns den rassischen Tod, den Untergang unseres Volkes und den Untergang des Abendlandes überhaupt bedeuten würde. Wir wollen ein wehrhaftes Volk fein, aber wir wollen keinen Krieg! Was ist Nationalsozialismus? Wenn Sie mich fragen: „Was ist Nationalsozialismus?", so kann ich darauf antworten: Rakionalsozialismus ist nichts anderes als in die Tat umgefehte Rafsenkunde. Der Rationalsozialismus baut auf den Raturgesehen auf. Er Zieht die Ruhanwendung aus den biologischen Erkenntnissen. Er ist nichts anderes als die Zusammenfassung logischer Folgerungen aus den ewigen Gesehen der Ratur. Daher sind wir Wecker und Verkünder eines natur- gegebenen Selbsterhaltungstriebes unseres Volkes. eher unserer Weltanschauung steht das große Wort unseres Führers: „Gemeinnutz geht' vor Eigennutz!" Nach diesem Wort geht das Wohl der Gesamtheit unseres Volkes vor dem Wohl des Einzelnen. Daher haben wir das Wohl der Volksgemeinschaft unserer Nation zu pflegen. Wir müssen in erster Linie Gesundheitspflege des ganzen Volkes treiben, erst in zweiter Linie Gesundheitspflege des Einzelnen. Jeder von uns ist nichts anderes als das, was er von feinen Vorfahren ererbt hat. Daher müssen wir auch Pflege der Erbmasse, der Erbgesundheit treiben. Die Pflege der Erbgesundheit ist entscheidend für die Zukunft unseres ganzen Volkes. Darüber hinaus ist die Wesensart, die kulturelle Begabung und Leistung eines Volkes bedingt durch die rassische Zusammensetzung eines Volkes und durch seine Rassenseele. Für die Leistung eines Volkes ist immer verantwortlich ein gewisser Rassenbestandteil. Diesen Rassenbestandteil — und für unser Volk ist es der nordische Rassenanteil — zu pflegen ist eine der Hauptaufgaben des Rationalsozialismus. Deshalb auch Rassenhygiene. Das vergangene marxistische und liberalistische Zeitalter hat die Sorge um das Wohl des Einzelnen außerordentlich übertrieben. Darüber ist beinahe unser Volk zu Grunde gegangen. Wir Nationalsozialisten glauben nicht an die frühere Redensart: „Geht es dem Einzelnen gut, dann auch dem Volke". Dem Einzelnen kann es nur gut gehen, wenn es d e m ganzen Volke gut geht. Die Minderwertigen wurden bisher groß- gezogen, und man sorgte auch noch dafür, daß sie sich fortpflanzen konnten. Die Gesetze der Natur hat man außer Acht gelassen. Man muß sich dar- über entsetzen, wie früher Ehen geschlossen wurden. Man hat nicht nach der Gesundheit der Eheschließenden und chrer Vorfahren gefragt, sondern nach dem Geldbeutel. Man hat auch nicht nach dem Rassischen gefragt. Durch solche Eheschließungen ist nicht nur Unglück in den Ehen entstanden, wenn die minderwertigen Kinder kamen, sondern auch wirtschaftliche Opfer in unerhörtem Ausmaß waren zu bringen, für die dann meistens der Staat aufkommen mußte. Das Leben ist nichts anderes als ein steter Wechsel am Werden und vergehen. Der Sinn des Lebens ist nichts anderes als die Fortpflanzung und Erhaltung der Art. Wir sind, was wir unseren Vorfahren verdanken, unsere Kinder sind das, was sie uns verdanken. In diesem Sinn werden wir unsterblich sein, wenn wir das Erbgut von unsren Vorfahren gesund erhalten und auf unsre Nachkommen übertragen. Früher wurde gesagt: „Ein Volk muß eines Tages einmal untergehen, genau wie der einzelne Mensch." Wir Nationalsozialisten stehen nicht auf diesem Standpunkt. Der aus vielerlei Organen und Zellen zusammengesetzte Einzelmensch muß eines Tages sterben, weil die verbrauchten Organe und Zellen nicht durch neue ersetzt werden können. EinVolk braudjt aber nicht zu sterben, weil es die einzelnen Zellen und Menschen durch die Fortpflanzung immer wieder ersetzen kann. Es gibt daher keinen biologischen Völkertod, sondern nur einen Rasseselbstmord. Die alten Kulturvölker sind untergegangen, weil sie gegen die ewigen Gesetze der Natur verstoßen hatten: weil sie in den hochwertigen Volksschichten die Kinderzahl herabsetzten, die Minderwertigen aber ihre Kinderzahl erhöhten und infolgedessen die Minderwertigkeit sich stärker fortpflanzte: weil sie sich mit wesensfremden Rassen vermischten. Wir Nationalsozialisten haben das erkannt und sagen: Unser Volk braucht nicht zu Grunde zu gehen, wenn es nicht will! Ein Volk geht nur dann zu Grunde, wenn es den Willen zum Leben verliert. Deutschlands VevMenmgsbeweglW im Kreise der europäischen Völker. In Deutschland hat leider das Zwei-Kinder-System allmählich überall Eingang gefunden. Im Jahre 1876 kamen in Deutschland auf je 1000 Einwohner über 42 Geburten, im Jahre 1931 aber nur noch 15 auf je 1000 Einwohner. Diese Zahlen bedeuten, daß wir ein schrumpfendes und sterbendes Volk geworden find. Im Jahre 1890 kam auf jede dritte Frau im gebärfähigen Alter ein lebendes Kind, im Jahre 1910 nur noch auf jede vierte Frau, 1925 nur noch auf jede siebente und 1930 nur noch auf jede achte Frau ein lebendes Kind. E s fehlen uns jetzt bereits jährlich 300000 Kinder zur Erhaltung des Bestandes unseres Volkskörpers! Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist nach vorsichtigen Schätzungen jährlich auf rund 500 000 zu bemessen. Wenn wir nur die Hälfte davon als wertvolle Menschen annehmen, dann können wir uns vorstellen, welchen Aderlaß das für unser Volk jedes bedeutet. Dieser erschreckende Rückgang unserer Geburtenzahl ist auf völkischem Gebiet van ausschlaggebender Bedeutung. Welche Folgen hat dieser Rückgang für unsere Wehrkraft! Wenn das so weiter geht, wird Deutschland im Jahre 1975 nur noch die Hälfte der heutigen waffenfähigen Menschen haben. Zwar hat unsere Bevölkerungsziffer in den letzten Jahren noch zugenommen, aber nicht dadurch, daß mehr^ Kinder geboren werden, sonDie Zukunst unseres Volkes. Die Zukunft unseres Volkes liegt in den Kindern. Unter dem früheren System hat man den Verbrechern und Idioten Paläste gebaut, in kümmerlichen Wohnungen aber sind unsere wertvollen Arbeiterfamilien verhungert. Heute kostet in Deutschland ein Strafgefangener jährlich 1200 Mk. Menschen mit angeborener Blindheit kosten den Staat 26 000 Mk. für ihre Ausbildung. 10 000 Schwerverbrecher kosten jährlich 10 Millionen Mk. Das Geld für diese Minderwertigen muß aber auch der Arbeiter opfern. An Unterhaltungskosten stehen pro Kopf und Tag zur Verfügung: für einen Verbrecher 3,50 Mark, für einen Geisteskranken 4,50 Wart, für einen Fürsorgezögling 4,85 Mark, für einen Krüppel 6 Mark, für einen Taubstummen 6 Mark — dagegen für einen gesunden deutschen Arbeiter 2,50 Mark, für einen qualifizierten Angestellten 3,50 2Nark. Der preußische Staat gibt jährlich aus: für einen normalen Volksschüler 125 Mark, für einen Hilfsschüler 573 Mark, für einen bildungsfähigen Geisteskranken 950 Mark, für einen blind- und taubgeborenen Schüler 1500 Mark. Und dabei war die Fortpflanzung der Minüerwerti- gen bisher stärker als die der Gefunden! Die Sorge um die Erhaltung unseres nordischen Erbgutes muß im Mittelpunkt unserer Politik stehen. Nordisches Blut ist das Bindeglied aller Deutschen. Das deutsche Volk ist heute immer noch ein nordisches Volk, über 50 Prozent nordisches Blut fließt noch im deutschen Volkskörper. Die Volksgemeinschaft ist nur möglich in dieser alle umschließenden Blutsgemeinschaft. Der Rasienbegriff bildet für uns den Anfang und Ausgang aller Grundwerte völkischen Lebens. Ras- senmischung bedeutet Rassen-Seldstmord und Dolks- tod. Die Rassenmischung können wir uns nicht leisten. In diesem Zusammenhang ein kurzes Wort zur Judenfrage. Die Juden sind fein reinrassiges Volk, es ist daher falsch, von einer jüdischen Rasse zu sprechen. Der große Blutsanteil des jüdischen Volkes ist der vorderasiatische. Diesen Blutsanteil können wir nicht brauchen. Wir als Nationalsozialisten fühlten uns verpflichtet, dieses Problem, das auck Bismarck nicht anzufassen wagte, in Angriff 3U nehmen. Denn der jüdische Einfluß bei uns war schon hunderprozentig. In Berlin waren von 3450 Rechtsanwälten 1925 Juden, in Frankfurt am Main von 659 Rechtsanwällen 432 Juden. 30 Pro- zcnt der deutschen Universitätsprofessoren waren jüdischer Abstammung. In Berlin waren schon im Jahre 1928 von den Aerzten 52 Prozent Juden, die führenden Anstalten waren fast alle in jüdischen Händen. Die Berliner Theaterleiter waren zu 80 Prozent Juden. 75 Prozent aller in den letzten Jahren aufgeführten Theaterstücke stammten von Juden. Diese Angaben sollen keine Aufforderungen zu Pogromen fein, sondern nur eine notwendige Feststellung mit dem Ergebnis: Der jüdische Anteil am deutschen Volk beträgt 2 Prozent, infolgedessen darf der jüdische Einfluß im deutschen Volke auch nur ein zweiprozentiger, nicht aber ein hundertprozentiger sein. (Starker Beifall. Oie Weckung des Raffegewiffens. Raffenpflege heißt Pflege des Raffengewissens. Wir muffen zurückkehren zu den Gesetzen der Na- tur und einen gesunden, ausreichenden Nachwuchs bekommen, wir müssen dem Individualismus entsagen und zur Volks- und Rassengemeinschaft werden. Natürlich spielt dabei die wirtschaftliche Mög- lichkeit eine Rolle, aber nicht die ausschlaggebende. Der völkische Staat Adolf Hitlers wird dafür sorgen, daß auch wirtschaftlich für die Kinderreichen gesorgt wird und diese Opfer von den Kinderarmen getragen werden. Das minderwertige Erbgut müssen wir aus unserem Volke ausscheiden, es darf sich nicht weiter fortpflanzen. Das ist völkische Notwendigkeit, völkischesNot- wehr recht. Wir wollen, daß diese Menschen durch die Sterilisierung an ihrer Fortpflanzung ge« bindert werden. Die Mischung mit unerwünschten Kaffen muß vermieden werden. Wir müssen bereits in den Familien Rassenhygiene treiben, jeder ein« 3clne mufj seine Verpflichtungen in rassischer Hin- ficpt kennen. Durch die Bindung des Blutes werden wir ein geeintes nationales und rassenftolzes Volk werden. Unsere Nachkommen werden uns dankbar sein dafür, daß wir diesen Grund gelegt haben. Auf dieser Grundlage wird das deutsche Volk seinen Platz an der Sonne wieder erringen, seine Sen« bung in der Welt erfüllen, und unsere Kinder werden ein unsterbliches Herrenvolk sein. In unseren Grenzen werden dermaleinst glückliche und gesunde Menschen wohnen Rassenhygienisch denken heißt glauben an Deutschlands Zukunft, Rassenhyglene treiben heißt Deutschlands Zukunft erkämpfen Helsen. । Gelingt uns die innere und rassische Erneuerung unseres Volkes, dann haben wir wirklich das Dritte Reich erkämpft, das Reich der deutschen Nation und der tausendjährigen Zukunft. Die SA. war von jeher der erfolgversprechende Trager der nationalsozialistischen Weltanschauung und em Werkzeug, auf das sich der Führer in allen Sagen verlassen konnte. Sie hat ein Recht darauf stolz ZU fein, an der Nahtstelle eines neuen Jahr- tausends bestimmend und entscheidend mitgewirkl zu haben. Ihr alle, die Ihr das braune Hemd tragen durst, seid immer dessen eingedenk, daß Ihr Ratio- nalsozialisten der Tat seid und daß es kein große- res Gluck gibt, als unserem herrlichen deutschen Volk zu dienen. Ihr steht am Webstuhl eures Volkes und habt eine geschichtliche Aufgabe zu erfüllen, wie sie noch keinem Geschlecht vor Euch gestellt war, die auch keinem deutschen Geschlecht mehr gestellt wer« den wird, wenn Ihr sie nicht erfüllt. Seid Eurer Verantwortung bewußt, denn Ihr seid die erprobten Garanten der Ideen unseres herrlichen Führers und die Garanten der deutschen Zukunft. (Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Sturmbannführer Goldan dankte dem Redner für feinen lehrreichen und In« tereffanten Vortrag. Weiter erinnerte er daran, daß der Führer bereits im Jahre 1919 das Versailler Schanddiktat als den unerhörtesten Wahne sinn, der jemals geschehen ist, charakterisiert, daß er dieses Schanddiktat als den Tod des deutschen Vol- kes und ganz Europas bezeichnete, und schon damals mit dem kleinen Häuflein von sieben Getreue« den Kampf gegen diesen Wahnsinn aufnahm. Der Redner erinnerte weiter an die vielfachen Leiden und Bedrückungen, die der Führer und seine Kämpfer bis zum November 1923 zu erdulden hotten, wie Ihr Befreiungswerk vom 9. November 1923 schmählich verraten und vereitelt wurde, dem Führer und feinen Mitkämpfern Festungshaft und neue Leiden in unerhörtem Ausmaß erwuchsen, dennoch der Kampf von ihnen mit ungebrochener Zähigkeit und Energie weitergeführt wurde, bis er zum siegreichen Abschluß kam Da» deutsche Volk fei feinem Führer und^olk»- kanzler für das große deutsche Befreiungswerk allezeit tiefsten Dank schuldig. Nunmehr gelte es, die zwei Millionen Nein-Sager vom 12. November noch auszumerzen, und soweit er sich dabei um Kommunisten handele, sie mit rücksichtsloser Schärfe zu bekämpfen. Dabei sei es be- | sondere Pflicht der TA., den s)ebe( an der richtigen | Stelle anzusetzen, um kommun st ischenDolks- und v o terla n dso erra t e 1 n f0r allern a l u n s ch ä d l i ch zu machen. Den Dank an den Führer und Bolkskanzler für feine Großtaten zum Besten des deutschen Volkes brachte der Redner in dreimaligen, mit großer Begeisterung auf- genommenen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer zum Ausdruck Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Horst-Wesiel-Liedes gesungen. vor Beginn der Versammlung und nach den Reden erfreute die T A. - R e s e r o e -K a p e l l e unter ihrem Kapellmeister Herrmann durch schneidige Märsche und ausgezeichnete Konzertmusik, die dos hohe Können der trefflichen Musikerschar eindrucksvoll bewiesen. Den prächtigen Darbietungen wurde mit Recht stärkster Beifall gespendet. Daß die TA.-Reserve kurz vor Schluß des Abends noch gemeinsam ihr SA.-Reserve-Marschlied fang, versteht sich von selbst. Der Abend war für alle Teilnehmer ein erhebendes Erlebnis, dos noch lange in bester Erinnerung bleiben wird. Gereiieie Naturdenkmäler. Ein Bo k und fein Wild werden vor dem Aussterben bewahrt. Bon Herzoa D von Leuchtenberg. Der Verfasser dieses Aufsatzes ist kürzlich von einem mehrjährigen Aufenhalt in Amerika und Kanada zurückgekehrt. Indianer und Büffel: Wir kennen die traurige Geschichte eines stolzen Volkes und seines wichtigsten Zagdtieres, die beide vom weißen Mann solantze erbarmungslos bekämpft und verfolgt wurden, bis sie kurz vor dem völligen Aussterben standen. Erfreulicherweise hat man aber in Amerika gerade noch rechtzeitig die Notwendigkeit erkannt, für die Erhaltung dieser beiden „Naturdenkmäler" etwas zu tun und sie vor der völligen Vernichtung zu bewahren. Schon seit längerer Zeit besteht eine Gesetzgebung, die den Indianern wenigstens die Erhaltung des kümmerlichen Bolksrestes, der von ihnen noch übrig geblieben ist, ermöglicht; man hat ihnen bekanntlich eigene Reservationen angewiesen und ist auch sonst bestrebt, sie auf jede Weise zu unterstützen und so wenigstens einen kleinen Teil der Schuld abzutragen, den die amerikanischen ,Fko- lonifatorcn" auf sich geladen haben. In den meisten Reservationen haben heute die Indianer freie Schule für ihre Kinder, In denen sie mit großer Sorgfalt erzogen werden und zu völlig gleichberechtigten Bürgern des Staates heranqebildet werden. Außerdem wird sehr viel für die Gesundheit der Indianer getan; bei Erkrankungen genießen sie die ärztliche Behandlung in Krankenhäusern und durch eigens für sie angestellte Aerzte völlig umsonst. Endlich läßt sich naturgemäß auch die Kirche das Schicksal der Indianer angelegen sein — heute ist der weitaus größte Teil von ihnen getauft und besucht (selbstverständlich ebenfalls umsonst) die Kirchen. Daneben hat freilich der Medizinmann — der Arzt und Priester zugleich zu sein siegt, seine Macht durchaus nicht vollkommen verloren — und in vielen Fällen beten die Indianer ebenso gläubig in der Kirche, wie sie anderseits Ihre alten Kultge- b r ä u rh e beibehalte n. Durch die Taufe bekommt Der Indianer einen christlichen Namen; da- n^ben werden aber in den meisten Fällen die indianischen Bezeichnungen beibehalten, die auch heute noch ebenso lang und blumenreich sind, wie wir es von den ^ndianergeschichten her kennen. An feste Häuser haben sich die in den Reservationen lebenden Indianer nur zu einem ziemlich geringen Teil gewöhnen können: häufig leben sie noch ebenso in Zelten wie ihre Vorfahren und nur einige besonders „Fortschrittliche" haben sich Blockhäuser gebaut. Ein indianisches Zelt ist übrigens eine keineswegs allzu primitive Behausung: die Zelte sind sest und sehr geräumig gebaut und bieten durchaus genügenden Schutz vor den Unbilden der Witterung. Ihren Lebensunterhalt bestreiten die Indianer teils durch Iaad und Fischerei, ferner spielt die Viehzucht (Pferde und Kühe) eine große Rolle, und endlich verschaffen sich die indianischen Stämme häuiig nicht unbeträchtliche Neb-neinnahmen durch verkauf selbstgefertigter Decken, Schuhe usw. an die zahlreichen Touristen, vielfach bekommen sie übrigen» von der Regierung einen gewissen finanziellen Zuichuß (in Kanada sind es 20 Dollar pro Jahr), soweit sie in den Reservationen leben; dieser Zuschuß stellt einen gewissen Ausgleich dafür dar, oaß der ehemals ausschließlich den Indianern gehörige Boden von den Weißen „enteignet" word"n ist. Daß Och die Regierung besonders um den Gesund- heitszustand der Indianer kümmert, ist schon deshalb notwendig, weil vielfach unter ihnen schw re Ernährungskrankheiten auftreten die Indian"r noss-n sich nur sehr langsam an die normalen Deköstia,innen an. weil sie jahrelang aewöhnt gewesen, ihren Nahrungsbedarf fast ausschließlich von ihrem wichtigsten Iagdtier, dem Büffel zu decken. Der rapide Rückgang der indianischen Bevölkerung hängt sehr eng damit zusammen, daß mit dem Vordringen Der Weißen die Büffel au Tausenden und Abertausenden erlegt und schließlich fast ausgerottet wurden, so daß den Indianern diele Nahrung kaum mehr zur Verfügung stand. Seit einiger Zeit, mit besonderer Intensität aber in den Jahren nach dem Kriege, wird daran gearbeitet, den Büffel wieder anAufieoeln, in den vereinigten Staaten und in Kanada sind riesige Düffel- »arte eingerichtet worden, in denen die Tiere in freier Wildbahn leben und sorgfältig geschäht werden. Der Abschuß des Büffels ist auch außerhalb dieser Schongebiete überall in Amerika völlig verboten. Diese Maßnahmen haben sich erfreulicherweise außerordentlich gut bewährt, und heute kann man in Den großen Schutzgebieten schon wieder zahlreiche Büffelherden beobachten — wenn sie natürlich auch nicht entfernt an jenes Bild heranreichen. Das Die kanadischen Steppen mit ihren Zehntausenden von Büffeln noch vor etwa 50 Jahren dem Beschauer boten. Immerhin — es geht wieder aufwärts mit Dem Büffel unD Die Gefahr des Sius- sterbens scheint endgültig gebannt zu sein: man hat sogar durch staatlich Beauftragte Büffel ab- schießen lassen müssen, weil sich die Tiere so stark vermehrten, daß ihnen ihr eigentliches Schutzgebiet au klein wurde und sie in die unter Kultur stehenden Gebiete herüberzogen, wo sie natürlich erheblichen Schaden anrichteten. Es sind übrigens mehrfach versuche unternommen worden, durch Kreuzungen zwischen Büffel und Hauskuh eine besonders wertvolle Mischrasse zu züchten. Diese mit großen Mitteln unternommenen versuche müssen jedenfalls vorläufig als fehlgeschlagen gelten, weil die Kreuzungs- Produkte schlecht schmeckendes Fleisch aufwiesen und nur relativ wenig Milch gaben, vielleicht gelingt es aber den noch immer fortgesetzten Bemühungen in dieser Richtung doch noch, die Schutzmaßnahmen für den Büffel auch wirtschaftlich nutzbar zu machen. Buntes Allerlei. Saae mir was Ou riechst ... Der Geruchsinn spielt eine wichtige Rolle bei Erregungen und Erinnerungen. Der amerikanische Psychologe der Eolgate-Unioerfität, Prof. Donald A. Laird, erhebt daher die Forderung, daß Aerzte und in erster Linie Psychiater auf die Untersuchung der Geruchseigenart ihrer Patienten mehr Aufmerksamkeit verwenden müßten und daß auch die Lehrer aus den Reaktionen ihrer Schüler auf Gerüche viel für die Erkenntnis ihres Charakters lernen könnten. Seine Studien, die er an dem Geruchsinn von 254 hervorragenden Personen an- gestellt hat, führten zu dem Ergebnis, daß das Erinnerungsvermögen, vor allem das an roeihurürf- liegende Zeiten, durch nichts so gestärkt roiro, wie durch den Geruch. Laird führt merkwürdige Bespiele für diese Arbeit des Geruchssinnes an. So schreibt eine Dame: „Als ich 25 Jahre alt war, wurde Ich eines Nachmittags beim Lesen eines Buches plötzlich von zahlreichen Erinnerungen an meine Kindheit überfallen, die mir vorher ganz entschwunden waren. Besonders erinnerte ich mich an die Bücher, die ich als kleines Mädchen gelesen hatte. Ich konnte zunächst in dem Inhalt des Buches, das ich gerade las, feinen Grund für dieses plötzliche Auftreten so lebhafter Erinnerungsbilder erkennen. Da fiel mir auf, daß die Druckerschwärze einen angenehmen Geruch ausströmte. Ich sah nun vorn im Buch nach und fand, daß e» in London gedruckt war. Ich hatte nur englische Bücher gelesen, und ich habe seitdem gefunden, daß -der englische und der amerikanische Druck sehr Der- schieden riechen. Oesters habe ich von nun an beobachtet, Daß in London gedruckte Bücher bei mir Äinötjeitserinnerunqen auslösten." Eine andere Dame, eine Schriftstellerin, schreibt: „Mit fremden Städten verbinden sich für mich ganz bestimmte Geruchsempfindungen. Der Geruch von Paris ist ähnlich wie Ahorn, vermischt mit den von rauchendem Hol,;. London riecht feucht, dumpfig wie eine alte Kiste Mit Der Vorstellung von Spanien verbindet sich für mich ein Geruch von Orangenblüten und frischem Holz, das in der Sonne trocknet. Geruch ist eine der wichtigsten Quellen, aus denen sich meine Dorstellungswelt nährt." Eine andere Dame berichtet, daß der Geruch der Seife, die sie vor 31 Jahren bei einer Ueberquerung des Atlantischen Ozeans benutzte, ihr sofort das Bild des Dampfers „Äaifer Wilhelm II.", auf dem sie fuhr, oors geistige Auge bringt. Jeder der Untersuchten hat bestimmte derartige Assoziationen, und Laird glaubt, daß die Verschiedenartigkeit des Charakters sich daraus erkennen läßt. Oer längste Roman der Welt. Wie die Chinesen in ihren Enzyklopädien die bändereichsten Werke der Weltliteratur geschaffen haben, so Dürfen sie sich auch rühmen, in ihrer erzählenden Literatur alle übrigen Literaturen an Umfang einzelner Werke zu übertreffen. Ein Buch, das als der längste Roman der Welt bezeichnet wird, ist jetzt Aum erstenmal in einer englischen Bebersetzung erschienen. Das Werk, das den Titel „Alle Menschen sind Brüder" führt, hat in Der englischen Ausgabe 1300 eng beDrutfte Seiten und eine Gänge, Die etwa das zehnfache eines Durch- schnittsromans ausmacht. Dabei ist diese Riesen- geschichte von der Uebersetzerin, Der Dichterin Pearl Buck, die lang in China gelebt hat und von Der auch bei uns einige Bucher Erfolg gehabt haben, noch stark gekürzt worden. Der BersaNer Dieser aus dem 13. Jahrhundert stammenden Erzählung, Die im Original als „Shui Hu Chan" bekannt ist, ift in Dunkel gehüllt, aber von Anfang an war Das Werk von einem düsteren Geheimnis umgeben. Ein chinesischer Gelehrter berichtet, daß das Buch so böse sei, daß ein Fluch Dem Verfasser auferlegt wurde, demzufolge seine Nachkommen durch drei Generationen taub und stumm fein sollten, und da drei Generationen Der Nachkommen des Lo Kuan Chung taub und stumm waren, so ist er oft als der Schöpfer des Werkes erwähnt worden. Die Erzählung beschäftigt sich mit den Abenteuern einer Bande von 108 Männern, die aus der Gesellschaft ausgestoßen werden und in einem Gebirge Zu- flucht nehmen, indem sie eine eigene Gemeinschaft mit merkwürdigen Gesetzen und Gebräuchen begründen. Der Fluch lastete übrigens auf Dem Buch durch die Jahrhunderte, denn obwohl es heimlich sehr viel gelesen wurde, war doch die Lektüre zu verschiedenen Zeiten in China verboten Pearl Buck erwähnt ein Beispiel aus dem Jahre 1799. in dem ein kaiserlicher Erlaß die Zerstörung aller vor- handenen Eremplare anordnete und befahl, daß, wenn trotzdem das Buch noch weiter vervielfältigt würde, der verantwortliche Beamte sein (Behalt für sechs Monate verlieren, wenn er das Buch aber selbst lese, ein ganzes Jahr lang kein Gehalt bekommen solle. Wirtschaft. Frankfurter Börse. 2ni(lag»börfe: schwankend. 3 r*n t f u r t a. M., 29. Noo. Der Beginn der Mittagsbörse stand im Zeichen größerer Käufe in Neubesitzanleihe, Deren Auftraggeber indessen nicht zu ermitteln war. Neubesitz eröffneten mit 16,75 um 20 Pfennig über gestern abend, zogen aber bald bis auf 17,10 an. Späte Reichsschuldbuchforderungen paßten sich der Bewegung mit plus 0,25 v H. an. Dagegen waren Altbesitz zunächst vernachlässigt und 0,25 o. H gedrückt, konnten aber diesen Verlust nach Den ersten Kursen wieder einholen. Von InDustrie-Obligationen waren Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. niedriger, auch Stahlverein-Bonds lagen rückläufig. Besonderes Interesse zeigte sich wieder für Auslandrenten, insbesondere für Rumänen, Türken und Mexikaner, die 0,25 bis 0,40 v. H. gewannen. Die Aktienmärkte wiesen bei Eröffnung im allgemeinen weichende Tendenz auf. Mit dem Ultimo dürfte dies aber nur insoweit Zusammenhängen, als die Spekulation Gewinn« mitnahm. Nach Ausführung der Orders kam aber wieder eine freundliche Stimmung zum Durchbruch. Das Kurs- Niveau hat sich um etwa 0,50 v. H. nach beiden Seiten verschoben, von Montanpapieren lagen nur Phönix 0,25 v. H. fester, eine größere Einbuße verzeichneten Deutsche Erdöl (minus 2 v. H.). von Clektrowerten gaben Gessürel 1,75 v. H., Siemens 0,75 v. H. und Bekula 0,65 o. H. nach, während Rhein. Elektro 1,25 v. H. und Felten 0,50 v. H. gewannen. IG.-Farben eröffeten 0,65 o. H. gedrückt, konnten sich aber bald wieder auf 128,25 o. H. erholen. Als gebesiert sind noch Aku (plus 0,50 v. H.) und Zellstoff Aschaffenburg (plus 2,25 v. H.) zu ermähnen, Dagegen verloren Waldhof 0,5 o. H. von ihrem gestrigen Gewinn. Der Verlauf brachte verschiedentliche Schwankungen. An den Aktienmärkten wurde es nach der erstenBörsenstunde sehr ruhig und die Erholung, Die nach Eröffnung teilweise eingetreten war, wurde vielfach rückgängig gemacht. Fest Iggen Kaliaktien, ferner waren Aku um weitere 0,90 o. H. auf 37,65 v. H. erhöht. Dagegen lagen besonders IG.-Farben 127,65 bis 128,25 bis 126,50, Reichsbank 173 bis 170,50, Licht 6-Kraft 101,50 bis 100, Phönix 43,50 bis 42,25 v. H., Buderus 72,50 bis 71,50, Gelsen- kirchen 56,50 bis 55,25 und Deutsche Erdöl 105,50 bis 106,50 bis 105 schwach Auch Neubesitz konnten ihren Gewinn nicht voll behaupten und gingen bis auf 16,85 v.H. zurück. Am Psandbriesmarkt mären Goldpsandbriefe fast sämtlich unverändert, während Äommunal-Dbliga- Honen vereinzelt etwas anzogen. Stadtanleihen lagen im engen Rahmen uneinheitlich, Staats- und Länderanleihen unverändert. — Tagesgeld war stärker gesucht und wurde um 0,50 v. H. auf 3,75 v. H. erhöht. Abenddörse: zurückhallenD. Nach den lebhaften Schwankungen der Mittagsbörse machte sich an der Abendbörse eine gewisse Unlust bemerkbar, die sich in verstärkter Zurückhaltung äußerte. Berschiedentlich mag auch noch etwas Material aus Gewinnmitnahmen herausgefommen sein, so daß Momente, wie die Festigkeit des Dollars und der Neuyorker Bors«, unbeachtet blieben. Die meisten der wenigen Papiere, die zunächst zur Notiz kamen, lagen auf Berliner Schlußnioeau behauptet. Später neigte die Haftung jedoch eher nach unten, und die Kurse bröckelten meist etwas ab. Zellstoff Aschaffenburg verloren !,$> v. H., andererseits waren Aku um 0,50 v. H. und Reichsbank um 1 v H. erhöht. Am Rentenmarkt herrschte die gleiche Situation, insbesondere ließ das Geschäft in Neubesitz stark nach, und diese Anleihe notierte mit 16,70 bis 16,40 um 30 Pfennig niedriger. Altbesitz tarnen mit 90,75 unverändert zum Kurs, soäte Reichsschuldbuchsorderungen gaben um 0,40 v. H. nach. Neubesitz 16,70 bis 16,40, Altbesitz 90,75, Schutzgebiete 8,45, Reichsbank 171 bis 171,25. Harpener 85, Phönix 42,50, Rheinstahl >6, Aku 38 bis 38,25, Hemberg 44,50 bis 43,75, IG - Farben 126 bis 125,50, Gessürel 86,50, Zellstoss Aschaffenburg 36,75, Zellstoff Waldhof 50 bis 49,75, Reichsbahn-VA. 107,50, Lloyd 11,90. Frankfurter wetretvebörsc. Frankfurt a. Ti., 29. Noo. Die feste Stimmung hielt zwar an, au nennenswerten Preiserhöhungen ist es indessen nicht mehr gekommen. Bon Brotgetreide war Roggen weiterhin bevorzugt, doch lag auch Weizen etwas angenehmer. Das Angebot war allgemein knapp Mehle lagen ruhig und unverändert, Futtermittel blieben bei knappem Angebot feft Es notierten: Weizen 194, Roggen 170, Braugerste 181 bis 183,50, Hafer 142,50 bis 145. Weizenmehl SpcA. 0 mit Austauschweizen 28,75 bis 29,65, do. ohne Austauschweizen 27,25 bis 28,15, Roggenmehl 0 bis 60proz 23,50 bis 24. do. südd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,75 bis 10,85, Rog- genfleie 10,35 bis 10,60 Mark. Allgemeintendenz: stetig. frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. TL, 30. Noo. Dorauftrieb: 69 Rinder, 1093 Kälber, 607 Schafe, 567 Schweine. Es kosteten Kälber 20 bis 37 Mark, Schafe 16 bis 26, Schweine 44 bis 49 Mark. — Marktverlauf: bei allen Biehgattungen langsam. Allgäuer Butter« und .Käsebörfe. Kempten, 29. Nov Allgäuer Molkereibutter 1. Qualität 125 (zuletzt 125), dito 2. Qualität 123 (123), Landbutter 116 (116). Rahmeinkaui mit 43 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123). Allgäuer Weichkäse mit 20 o. H. Fettgehalt, grüne Ware, 23 bis 26 (23 bis 25). Markttage: freundlich. Allgäuer Emmenthaler mit 45 o. H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Marktlage: ruhig. Die Preise sind Er- zeugerverkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. Sprecununden der Älcva'tion. 1130 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beichlossenen Dividende an. — TeidjsbanfDistont 4 v H Lombardzlnsfuß 5 o. H frrannur ri fitr C*'.u|i!. et-tub. C*d>IUR- tur# Pliifo* Mrfe Oatum n. ti 29-11 28.11 2911. •% T-#ui1<*)f KdcboanlellK o 1927 •% fhf m.7% Ti «cldxonl. d. 19j‘j Dounfl-’flnlrtbf oon 1930 Seutidw ?lrti..eblöl.-6diul6 mit ilu.-lul -tRrdjkn ohne eiuelv, Rechte •% rb#tn tf% HeN »olltNoat ifltg (rückzadld ioj%) •% Dell tianfetbanl Tarmfiabl Gl-ld R \ 3 • dell Vant-H^C-apotbfttn* dank eartnftaot «taut ObtdKllen -tiruoliu-anlrtSr mit fluilol.-iNrdirtn ®fui|d* flom« SammelaN Sn- letbr eerie l alt Auloi.-Siectuen •% cbein 8% Frankl OOP.-Öanl «olDoft. 15 untunbbar 6t# >SU S% eben. T% frranfi fnp .«an! •olftple. 1« u I 61? 11)34 654% ehem < ' ifl bWM Banf-etflu -x: *iw e 654% ebem Hbdntldw V« P-iHant-v w u. 6% ebem 8% i’t tfanbrlDfanfr ortrfanftalt, 8|an ob riefe N 19 •% edcrn. 2% l brtefanftalt. tllanobnele K. 10 CtrurrauTldi iSrrwtmunathiri 4% C Beroda» eennjw........ 4 ÄiMntnrtrtt ...... o ■' . - r-rtma-MUtwi........« 5.2 3,9 6,5 3.4 24.75 H.25 12 54,5 86,5 47 56,5 59,5 173 22 1235 93.5 101 19.5 90 92 7.25 '44.5 «15 72 >07.5 56 87 105 59.5 65.25 5,3 4,1 6,7 3.4 25 11.9 55 86,25 46.25 55 59 171,25 — >22.13 93.5 100 49 86.5 93,25 96.25 143 114.5 71,5 105,5 55.25 15 — 105 58 63.29 5.2 3.2 24,9 10.9 11,9 54.13 86,25 47 56 59.5 172 2175 122.5 93.5 '00.5 49 88.75 91.5 97 '44.5 115 72,75 106.5 55.65 86.9 65.5 103,5 59.5 64.7» 5.5 4,15 6,5 3.3 25.25 10.9 24.4 11,75 58.75 86 46.5 55 59 170,25 22 122.4 93.5 99.25 49,25 87,13 93 96,25 143 114.5 71,5 104.26 M.13 85 64,65 104 57.75 63 5 ^ranirun a. FI 8enu <*®iuS- hirt ed>iuüt. Mbenb- b4r<- ur« IRma* bSrl« ■Datum 28.11. 29-11. 28.11. 29.11. mldt ...............0 «ütgertroerfe ............ 0 26,25 43 88.13 36,5 13 118,5 118.5 151 128,25 179.5 47,75 54.75 25 42,5 195 86 36 12.75 119 118 25 155 125.5 179 48 53.5 25,9 85.9 42.5 194,5 87.75 36,13 12.65 118 117.5 150,5 127,5 471 M.75 25.4 84.4 42,5 86 35.65 12.5 119 118.5 153.5 '26 48.75 53.25 62 75 63 63 63,5 Obtltvv Hol-mann........... < Äeaierutvcd Herbelbertz ......0 1 s 1 85 “i? 85 SdmUVtt «asenbof« ...... • •2Uu (ÄUflememe tunMdSt) .. t Betnberg < fierftcli eafbbof ...........0 Zellt!,'« filSaffeefaite .......0 teilauet Gas ’ Totaler iRotottu ............ < ieut’tfte Linoleum ........... < Crm'trtn A •oepd .......... t Seonbarb Hetz ...... 0 Hase .................10 eetuaulamtrn^oScÄ ....... 0 isnrt^nenn......... • 36,25 42.5 50 4.5 — L 16.5 44,5 175 144.25 38.25 43,75 49,75 38.75 314 44,5 >6.5 1454 174 144,5 93,25 35.75 41.9 49.5 91,9 37.75 44,5 50 114.75 33.13 44,5 32.75 16,4 144,25 175 144.5 113,75 31,5 44.5 32 16 145.5 >74 143,75 eninet...............— oi 22.13 - 224 224 tRainfraftoede a_WL*.. 4 €0b6rud6et findet ......... 1 69.25 1179.75 374.5 I m3 175 Devisenmarkt Berlin — Jrankfnri a. 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