Nr. 229 Erstes Blatt 183. Jahrgang 5amstag,30. September 1933 Lrlchein» tägltd), cmtza Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholl« monats-BejugspTels: MU 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse nnter Sammelnummer 225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giesten. poftschecttonto: Kranliurt am Main 11686. MetzenerAiMiger General-Anzeiger für Oberhessen vrmk und Verlag: vrühl'sche UniverlttSls-vuch' »nd Ztetnvruckerel H. Lange in Sieben. Schnstlettung nnv Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Lheftedakteur: Dr. Friede. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Zum Ehrentag des deutschen Bauern. Gruß an den deutschen Ackersmann. Don Or. Keienburg. Wer nicht den Sinn des Bäuerlichen begriffen hat — so wie man etwas mit dem Herzen begreifen muß — der weiß auch nicht um den tiefsten Sinn der Nation, denn der Ackerer ist das ä l t e st e Symbol des seßhaften Wirkens zum Wohle der Allgemeinheit und zwischen Saat und Ernte vollzieht sich der Ablauf jedes fruchtbaren Daseins, im Leben des Einzelnen wie im Leben der Völker. Nur eine Zeit, die verwaschenen Allerweltsbegriffen nachjagte und sich zugunsten eines internationalen Trugbildes im Niemandsland von der eigenen Scholle entfernte, konnte diese staatserhaltende und volkbildende Eigenart des deutschen Bauern vergessen. Mehr noch: sie schuf einen künstlichen Gegensatz zwischen Stadt und Land und machte den Bauern friedlos, indem sie seinen Hof und seinen Erbacker a l s „W a r e" behandelte. Mit Grauen denken wir an die Jahre zurück, wo der durch Spekulationen künstlich gemästete Dollar jahrhundertealten Besitz an sich riß und der Mann mit dem Hammer durch das Sterben der kleinen Bauernwirtschaften ging. Nichts war so sinnlos und verbrecherisch am Körper des eigenen Volkes wie diese noch unvergessene aktive ober passive Gewalttat an einem ursprünglich wertvollsten Volksgenossen. Doppelt hell im Licht sehen wir daher auch von dieser Seite aus das Werk der nationalen Erhebung: den deutschen Bauern als Stand und wirkende Kraft wieder herausgestellt zu haben. * lieber den Leidensweg des Bauerntums auszusagen — von der Tragödie der Bauernkriege an bis in die letztlichen Verzweiflungskämpfe gegen die Ueberfremdung, die schlimmer wütet als Pest und Krieg — über dieses große opservoll durchgestandene Ringen zu sprechen, das wird eines Tages Angelegenheit eines Chronisten sein. Wir Gegenwärtigen, die wir den Neubau unseres Reiches erleben, reuen uns am Lebendigen und Werdenden und püren mit Dank und mit Stolz die Wiedererweckung des bäuerlichen Gei st es, der aus uralter Erbmasse im Blute eines jeden von uns steckt. Es gab vielleicht keine Zeit, wo aus Selbstbesinnung und inbrünstiger Versenkung das Lieb ber Scholle, ber Bobenverbunbenheit, unb ba- mit ber Heimat so mächtig cmporschwoll wie in unseren Tagen. Nie waren Künbung unb Dichtung so vom Bäuerlichen bewegt, nie würbe eine Tradition so verantwortungsbewußt fortgesponnen, die einstmals schon in Goethe gipfelte und zu einer großen, zukunftweisenden Vision gerann: wird doch auch der alternde Faust Landmann und Siedler und erachtet die Arbeit mit dem Spaten als letzte Lebensweisheit unb höchstes Daseinsglück. Der „A u f b r u ch zum L a n b e" liegt in uns selbst, nicht in bilettantischen Nachahmungen freilich, jonbern in ber Einprägung bes beutschen Bauern- ibeals in Herz unb Sinne. Viele Züge, bie bas Wesen unserer gesamten Nation ausmachen, erkennen wir in diesem Silbe; ben Durchsatz bes Eigensten, bie Zähigkeit unb ben Zornmut um eine gerechte Sache, bie Wehrhaftigkeit, bie Treue vor sich selbst unb vor einer höheren Macht, bie Gott unb Volk heißt unb heimlicher Mittelpunkt aller Deutschen ist, mit bem Namen Vaterlanb. Oft unb in vielen Gesichten finb wir biefen ewig bäuerlichen Zügen begegnet. Wir erinnern uns an bie Karne- raben bes Krieges, bie ben Pflugsterz mit ber Waffe vertauschten unb ben fremben Acker hinfort mit Granaten pflügten, nie hörten wir ein Wort ber Klage von biefen schweigsamen, schwerblütigen Männern, aber wir wußten, bie Fremde fraß an ihnen unb sie würben noch einsilbiger unb in sich gekehrter, wenn im März ber zerrissene Acker an zu buften fing ober sich im reifen Sommer spärliches Korn auf ben Halmen wiegte. Da rührte sie bas Vererbte, bas Anvertraute in ihnen: baheim ber Acker, ben bas Weib mit bem alten Knecht unb etlichen Kriegsgefangenen bestellte. Es war viel Sorge in ihnen über bies unb bas, was anberen gering erscheinen mag, über ein bißchen Vieh, ein wenig Gerät, ein Stückchen Lanb. Wir aber konnten ihnen nichts abnehmen, bie Mißachtung jebes noch so kleinen Anspruches wäre ihnen als eine Veruntreuung erschienen. (Denn: zeigt mir ben rechten Bauer, ber sich nicht als Statthalter Gottes fühlte auf feiner Scholle.) lieber ollem aber ftanb eine ferne Verheißung: „Wenn mir Heimkommen..." Nicht allzu viele tarnen heim unb sie kamen nicht auf trächtiges Felb, vom Frieden gesegnet, sondern von einem Krieg in den anderen, aus den Schützengräben in den großen „Orlog" gegen Bedrückung, Verständnislosigkeit, Undeutschheit, Verhetzung unb Bonzentum. Wieber begegneten wir ben alten Kameraben aus bem Felbe. Ihre Mienen waren sinster, sie roanberten im Morgengrauen burch bie Wälber, in bie Finanzämter bes Systems, vor bie Schalter volkssrember Bürokratie, ben Buckel voller Sorgen unb bie Augen im Dreck. Manche gingen außer Lanbes, anbere verbluteten schweigenb, mancher spielte ben Knecht, wo er früher zu sagen ge- habt hatte. Dennoch ging ihr Geist nicht unter. Ewig ist ber beutsche Acker wie bie beutsche Zuversicht unb ihre unzerstörbaren Mächte bürfen beute eine neue Sonne grüßen. So grüßen auch wir dich, deutscher Ackersmann, Träger altvererbter Werte, reiner Sitte und wurzel- tiefer Volkheit. Wenn irgendetwas unsere Augen verhangen hatte in dem widrigen Dunst der Jahre, die hinter uns liegen, so tun wir es heute ab und grüßen euch klaren Auges und guter Vorsätze voll. Wir bekennen heute, an eurem Ehrentage, da die Nation durch ihre berufenen Vertreter unser aller Dank an euch abstattet, daß wir brüderlich neben euch st e h e n und nicht ablassen wollen vom Geiste des deutschen Ackerers, in oolksverbundenem Wirken und Trachten um Fülle und Bestand ber beutschen Ernte. Spruch am Erntedankfest. Don Oiemar Moering (BOS.) Wir pflügen, wir säen. Wir graben, wir mähen. Wir bienen der Erde Mit treuer Gebärde — Herr, schirm Haus und Herd uns vor Not! Dein Herr, ist der Wein und das Brot. Du sendest die Wolke Dem dürstenden Volke, Du strahlst aus der Sonne, Du sprichst aus bem Bronne — Der Herr gibt uns Speise unb Trank: Preiset ben Herrn! Dem Herren sei Dank! Bewahr, Herr, bie Scheuer Dor Wetter unb Feuer! Die Aehren, die Reben, Du hast sie gegeben — Der Herr gab’s mit segnender Hand. Knie vor dem Herren, o Land! Zu ihm von den Stufen Der Hügel wir rufen, Zu ihm von den Türmen Die Glocken, sie stürmen, Sie jubeln mit ehernem Klang: Preiset den Herrn! Dem Herren sei Dank! Das DM Äeich ein Reich ans Mi unb Roden. Don Reichskommissar Erwin Mehner, Sonderbeauftragter für bäuerliches Brauchtum, für Snte und Gesittung im Reichsernährungsministerium. Wenn wir das diesjährige Erntedankfest in großartigem Ausmaß als „Tag des deutschen Bauern" begehen, so hat das seine eiaene Bewandtnis. Es soll nicht nur ein Festtag des deutschen Landstandes sein, sondern ein Dankfest ber ganzen Nation, eine Kunbgebung gleichzeitig ber nationalsozialistischen Regierung, bie in bem Bekenntnis zum Bauerntum als bem Lebensquell unb ber Grunbfeste allen Volkstums gipfelt. Auf bem Bückeberg bei Hameln wirb an diesem ersten Gilbhart (Oktober) 1933 ber Führer allen Volksgenossen verkünben, was es bebeutet, ein gesunbes Bauerntum zu besitzen unb weich' kostbares Gut ber Staat in seinem Bauernstanb zu betreuen hat. An seiner Seite wirb ber Reichsbauernführer unb Reichsernährungsminister 2) a r r 6 als Treuhänber bes beutschen Reichsbauernstanbes stehen unb bas Gelöbnis ablegen, baß biefer beutsche Lanbstanb für immer unb ewig in unmanbelbarer Gefolgschaftstreue zum Führer stehen wirb, komme was kommen mag. Das Wort vom Dritten Reich, bas ein Bauernreich sein muß, wenn es Bestanb haben soll unb nicht vergehen wie die Reiche der Hohenstaufen und Hohenzollern, ist in die Herzen von Millionen deutscher bäuerlicher Menschen eingebrannt und wirkt fort in ihnen als lebendige lieber« Zeugung. Der Landstand und mit ihm die ganze Nation hat wahrlich Grund, Dankfeste zu feiern, denn bie entscheibenben Schritte zur Errettung aus bem Elenb fmb getan. Die umstürzenben Gesetze finb erlassen unb in Kraft getreten, bie mit einem Schlage Deutschlands Ernährunaswirtschaft aus ben Fängen bes liberalistisch-kapitalistischen Wirtschaftssystems befreit unb unter eine organische Wirt- schaftsorbnung gestellt haben. Noch ist es nicht abzusehen unb zu ermessen, welch' umwälzenbe Auswirkung auf bie gesamte Volkswirtschaft biese Gesetze haben werben. Eins aber ist gewiß: Sie werben bem Gesamtvolk zum Segen gereichen! Späteren Zeiten mag es vorbehalten bleiben, rückschauenb bie geschichtliche Bebeutung ber neuen unb enb- gültigen Bauernbefreiung burch bie Regierung Hitler abzuwägen unb aufzuzeichnen. Uns sei erlaubt, ben Sieg zu feiern, ben bie Beharrlichkeit bes Bauern baoongetragen hat. Bauerngeist wirb ben Hänblergeist ablösen, ber zum Fluch unseres Volkstums bie Herrschaft in Deutschland an sich gerissen hatte. Das Blut hat das Gold überwunden. Der Staat aus Blut unb SBoben wächst stolz empor — eine neue Ewe (Epoche) beutscher Geschichte ist eingeleitet. In ganz Deutschlanb wirb bas Erntebankfest unter lautem Jubel begangen unb bie alten überlieferten Bräuche werben babei wieber zu ihrem Recht kommen. Das beutsche Volk besinnt sich auf sich selber unb holt bas gute Brauchtum ber Väter hervor, oerbinbet es mit bem vom Nationalsozialismus geprägten Stil zu einer lebenbi« gen Einheit. Aus biefer Verschmelzung bes Herkommens mit bem Neuen wirb sich eine boben- ft ä n b i g e unb eigenwüchsige Kultur entwickeln, welche enblich herausführt aus bem Zeitalter ber Bilbung unb bes Wissens in ein Zeitalter schöpferischer Lebensgestaltung unb ber Tat. Das Brot zum Leben ist unserem Volke gesichert. Der Mensch aber lebt nicht von Brot allein. Der Hunger ber Seele muß auch gestillt werben können. Das Erlebnis ber Volksgemeinschaft im Nationalsozialismus unb bas Erlebnis ber Stimme bes Blutes, ber beutschen Rasse als einer Bauernrasse bilben bie Voraussetzungen zu einer wahrhaft völkischen Kulturbilbung. Es wirb eine Bauern- kultur fein. Bauer und Heimaizeiiung. Zum Grntebantfeft kommt auch die Heimatzeitung mit einem festlichen Herzen. Sie fühlt sich mit bem Bauern unb seiner Familie eng verwachsen als Binbeglieb zwischen Stabt unb Dorf, zwischen Technik unb Scholle. Für ben Bauern hat bie Heitmatzeitung besondere Bedeutung. Er lebt nicht in ber dichten Masse wie der Städter, er ist den großen Ereignissen ber Zeit mehr entrückt. Sein Hof ist seine Welt, unb seine Gebauten unb Wünsche umkreisen bas Stuck Erde, bas er bebaut unb aberntet, damit Stabt unb Laub Nahrung haben. Wenn sein Leben auch mehr in ber Einsamkeit ber Natur steht, ist er aber doch ©lieb bes Volkes, durch Blut unb Schicksal mit ber Umwelt verbunden. Was nützt ihm seine harte mühselige Arbeit, wenn das Volk, dem sie bienen soll, leidet unb verarmt? Er muß daher Anteil nehmen an dem großen Ringen bes Volkes, für bas er bie Früchte sät unb erntet, er darf sich nicht ab- kehren von dem Kampf ums Dasein, ben bas ganze Volk durchzuführen hat, denn sonst wird er mit in bas Unglück gerissen. Die Heimatzeitung iist der tägliche Besucher, derKunde ausder Welt bringt, aus ber engeren Heimat, aber auch von dem großen Äampffelb ber Politik unb Wirtschaft. Still unb ohne zu stören, ist er zur Hanb, wenn bie Familie von ber Arbeit nach Hause kommt unb Zeit unb Muße finbet, sich mit ben Vorgängen außerhalb ber vier Wänbe zu beschäftigen. Eine große Organisation arbeitet zusammen, um diese Stunde ber Lektüre, der Beschaulichkeit, nicht nur angenehm, sondern auch niützlich zu machen. Der Leser erfährt die Marktpreise feiner Erzeugnisse, die Veranstaltungen, die für sein persönliches Leben oder feine Berufsarbeit von Bedeutung sind, alle wichtigen Ereignisse, bie sich in der näheren und weiteren Umgebung abgespielt haben, er sieht plötzlich ganz Deutschlanb vor sich, wie es um seinen Aufstieg unb um seine innere Gesunbung ringt, er erkennt feine Verbunben- heit mit bem Erleben des Volkes, unb plötzlich ist diese Stunde erfüllt von bem heiligen Feuer, bas sein Volk ersaßt hat. Auch für Entspannung finbet er in seinem Heimatblatt lehrreichen und fesselnden Lesestoff. Die Zeitung ift bemüht, bie Stunde, bie ihr gehört, zu einer besonders schönen Feierstunde zu machen. Zeitung und Bauer gehören zusammen. Ebenso wie das Heimatblatt unermüdlich für das Wohlergehen bes Sauernftanbes kämpft unb um Verständnis wirbt für feine Sorgen unb Leistungen, muß aber auch ber Bauer z u seiner Zeitung stehen unb ihr burch treue Gefolgschaft helfen. Er bars diesen treuen Freunb nicht von ber Tür weisen, wenn er einmal weniger Zeit für ihn bat, denn dieser Verbindungsmann zwischen dem Bauernhof unb der Welt kann feine für den Bauern nützliche Aufgabe nicht durchführen, wenn sie auch nur vorübergehend unterbrochen wird. Wenn wir am heutigen Erntedankfest allen unseren Freunden auf dem Lande für ihre Anhänglichkeit danken und ihre Arbeit segnen, sind wir stolz auf diese Zusammengehörigkeit; denn auch wir wollen säen unb ernten, wenn auch auf geistigem Gebiete, damit sich Brot und Geist zum Wohle unseres Volkes vereinen. Ltrstand her Nation. Völker mögen Kriege verlieren, Staaten mögen unter frember Tributknechtschaft stehen, Stäbte mögen in Flammen aufaehen: niemals ist bie Zukunft einer Nation bebroht, solange ihr Bauern- t u m gefunb unb stark ist. Zu Beginn bes 30jähri- gen Krieges zählte Deutschlanb 20 Millionen Einwohner. Zum Schluß lebten in ben verwüsteten Gauen bes Reiches noch 10 Millionen Menschen. Von biefen waren aber bie meisten d e u t s ch e Bauern, unb sie retteten bas Reich, inbem sie aus ber mütterlichen Fruchtbarkeit ber Erbe emporwuchsen zu einem Volke, bem Bach unb Beethoven, Goethe unb Schiller, Fichte unb Hegel, Gnei- senau unb Scharnhorst entsprotzten. Wir alle reichen mit unseren Wurzeln in bas Bauerntum zurück, wir alle werben uns heute wieber bieser Verbinbung bewußt, unb - für uns alle ist unser Wissen um bie Herkunft aus ber Scholle eine Verpflichtung für Gegenwart unb Zukunft. Das Bauerntum ift ber Urftanb ber Nation. Das Bauerntum ift ber ewige Jungborn, aus bem sich bie Kräfte ber Rasse erneuern. Die Zeit einer Vergötzung bes Verstanbes unb ber äußerlichen Zivilisation hat sich von biefen ewigen Wahrheiten entfernt. Den Bauer focht bies jeboch nicht an. Er bestellte feinen Acker, er begrünbete seine Familie, er tat seine Pflicht. Damit siegte er über bie tönenben Worte ohne Inhalt unb den menschlichen Leerlauf der Großstädte. Er redete nicht von Naturverbundenheit, denn er besaß sie. Er machte keine großen Worte von Pflichterfüllung, denn das Tagewerk war Selbstverständlichkeit. Er erhob keine Ansprüche über bas Maß bes ihm zustehenben Rechtes hinaus, benn bas Leben in ber Gemeinschaft bes Dorfes war ihm Sinn genug. Nur als ber Geist ber Stabt nach ben Lebensrechten bes Bauern griff, setzte er sich zur Wehr. So ftanb ber Bauer am frühesten unb geschlossensten hinter ber Haken- kreuzfahne bes neuen Staates. Unb als es so weit war, mußte ber Novemberstaat kapitulieren. Das Fest ber beutschen Ernte ist ber Dank ber Nation an ben Bauern, baß er immer unb immer wieber das Reich gerettet hat. Gerettet hat, weil er einmal bie biologische Urzelle barstellte, bie niemals oerbarb unb heute so gefunb ift wie sie vor Jahrtausenben war, zum anbern aber auch, weil ber Geilt ber solbatischen Opferbereitschaft immer im wehrhaften Bauerntum zu Hause war. Nirgenbwo ist vielleicht ber Geist biefes wehrhaften Bauerntums besser geschilbert worben, als im „Werwolf" von Hermann Löns. Hier haben wir bas Hohelieb bes beutschen Bauern, bem bie Deutsche Zukunft anvertraut ift. Denn ber neue Staat hat bie Ehrenschulb ber Nation eingelöft unb ben Bauern in ben Mittelpunkt bes Rettungswerkes gestellt, bas alle Stänbe zu neuer Blüte führen soll. Der Segen ber Erbe wirb über einem Volke walten, bas feine Verbunbenheit mit Blut unb Boben niemals verliert. Die beiben gekreuzten Aehren unb bie rote Mohnblume, die morgen am 1. Oktober jeder Deutsche auf der Brust trägt, sollen Sinnbild fein dieser Verwurzelung. Das Fest, das morgen in Stabt unb Lanb gefeiert wirb, soll Bekenntnis sein zum täglichen Brot auf unserem Tische unb zum Blut unserer Ahnen. Symbol unb Bekenntnis aber bürfen nicht nur Aeußerlichkeit bleiben, fon- bern aus ihnen muß emporwachsen bie Ver- pflichtung zur Tal unb zum unmittelbaren Einsatz. Jebes Fest, bas ber neue Staat feiert, ist schließlich mehr als eine Angelegenheit ber Stimmung unb bes Gefühls, fonbern es ist ber feierlich betunbete Wille zur Volksgemeinschaft. Diese Volksgemeinschaft unb Schicksalsgemeinschaft ist gleichzeitig eine Brot- unb Notgemeinschaft aller beutschen Stänbe. Praktischer Sozialismus heißt, aus biefem Geist ber Brotgemeinschaft heraus einem jeben Volksgenossen bas zu sichern, was ber beutsche Boben zur Fristung unseres Daseins be- schert. Die Ernte ist eingebracht, nun gilt es, aus ben Gaben ber Ernte ben Kampf gegen Frost unb Hunger aufzunehmen. Immer noch finb viele Millionen Deutscher arbeitslos. Fast alle finb sie bie Söhne ober Enkel von Bauern, benen bie Scholle zu eng geworben war. Das Werk bieser Rettung wirb im Winter tm Kampf gegen Not unb Kälte bestehen. Wenn ber Frühling bann wieber kommt, wirb es nicht mehr genügen, bie Symptome ber Not, fonbern b i e Ursachen ber Not zu bekämpfen. Dem Bauern muß neues Lanb erschlossen werben. Der Ar- beitsbienst, jene Verbinbung von Bauerntum und Arbeitertum, wird immer mehr in die Aufgabe hineinwachsen, die Großstadtentwicklung des letzten Jahrhunderts rückgängig zu machen und neuen Siedlungsraum für die heute arbeitslosen und in ben Stäbten zusammengepferchten Bauernenkel zu gewinnen. Hier wirb sich ber eigentliche Dank an ben beutschen Bauern als ben Urftanb ber Nation unb ben Jungbronnen bes Volkes zu bekunben haben. Gewatti-ges hat bie neue Regierung bereits für bie Brotgemeinschaft aller beutschen Stänbe getan. Größeres wirb bie Zukunft noch zu bringen haben. Lassen wir für einen Tag bas Werk unserer Hänbe ruhen unb finb wir im Geiste ganj beim beutschen Bauern unb ben Quellen seiner Straft Wenn bann bie Glocken ausgeläutet haben, unb wenn bann ber Werktag wieber beginnt, so soll uns ber Geist bes beutschen Bauerntums, ber ber Geist unserer Ahnen ift, die Kraft zum Durchhalten ver- leihen. Deutschland wird liegen, wenn es gelingt, die bäuerlichen Werte unaustilgbar in das Herz eines jeden Volksgenossen zu säen. Deutschland in Gens. Die politische Herbstsaison am Genfer See hat begonnen. Die 14. Völkerbundsoersammlung ist auf am» Mengetreten und müht sich redlich, ihre politische Bedeutungslosigkeit hinter übergroßer Geschäftigkeit zu verbergen. Wesentliche Dinge werden nach wie vor in dem kleinen Gremium des Völkerbundsrats verhandelt und gelangen entweder überhaupt nicht oder erst sorgfältig zugeschnitten und mundgerecht gemacht vor bas Forum der Versammlung. So vergeht immer erst eine Weile, bis die Arbeiten der Versammlung überhaupt einmal in Fluß kommen. Das wurde diesmalig besonders sinnfällig, da nicht einmal die politische Generalaussprache, die sonst einen jeden Tagungsabschnitt der Völkerbundsversammlung einzuleiten pflegt, ohne wiederholte Ankurbelungen in Gang kommen wollte. Dazu brach- ten die Delegierten ihre fertigen Manuskripte von daheim mit und füllten damit die Spanne, bis die diplomatische Fühlungnahme hinter den Kulissen die aktuellen politischen Fragen debattereif gemacht hatte. Traditionsgemäß hat denn auch der Präsident des Völkerbundsrats, Norwegens Außenminister M o - winkel, die Versammlung mit einer Ansprache über grundsätzliche Probleme der Weltpolitik eröffnet. Mit nachdrücklichem Ernst wies er auf die großen Sorgen hin, die namentlich die kleinen Staaten wegen der offenbaren Zuspitzung der weltpolitischen Lage bewegen, und mit anerkennenswertem Mut nannte er das Kind beim Namen, wenn er das ungeklärte deutsch-französische Verhältnis, namentlich in der Abrüstungsfrage, als eine der wesentlichen Ursachen der politischen Unsicherheit und damit auch des Darniederliegens der europäischen Wirtschaft hin-' stellte. Die Aussprache ist dann allerdings über- raschend schnell ins Stocken geraten. Man wählte einen britischen Kolonialen, den Südafrikaner Ter Water zum Präsidenten, die Aufstellung der Rednerliste machte aber schon Schwierigkeiten. Erst nach einer Pause raffte sich der britische Staatssekretär Sir John Simon auf, den Bann zu brechen. Der österreichische Bundeskanzler Dollfuß folgte ihm — bemerkenswert sachlich und zurückhaltend, dann fiel die Versammlung wieder in tiefes Schweigen. Die gespannte Atmosphäre der Dölkerbundsstadt, das Ahnen um entscheidende Verhandlungen hinter den Kulissen läßt es niemandem ratsam erscheinen, aus der Reserve herauszutreten, bevor nach irgendeiner Richtung hin Klarheit geschaffen worden ist. Nichts illustriert besser als dieses Verstummen, wie sehr der Meinungsaustausch der Großmächte alle reinen Völkerbundsangelegenheiten zurückdrängt. Von diesen sind einige immerhin recht wichtig. Danzig, seit Bestehen der Dölkerbundsinstitution ständig Kläger in Genf, kann diesmal eine Vereinbarung mit Polen über die Ausnutzung des Danziger Hafens durch die polnische Wirtschaft vorlegen, die in freier Vereinbarung beider Staaten zustande- gekommen ist. Ein Erfolg des neuen nationalsozialistischen Kurses in der Freien Stadt, der zwar nur durch großes Entgegenkommen möglich wurde und noch sehr viele berechtigte und in den Verträgen wohlbegründete Wünsche offen läßt, aber doch ein erster Schritt ist, mit Polen zu einem modus vivendi zu kommen. Für den von seinem Posten zurückgetretenen Danziger Dölkerbundskommissar R o st i n g der seiner Zeit für den verstorbenen Grafen Granina nur aushilfsweise eingesprungen war, ist indessen noch kein Nachfolger gefunden. Don der französischen Mächtegruppe wird anscheinend erbittert gekämpft, um diesen wichtigen Posten in die Hand zu bekommen, während Danzig, das mit dem Italiener Gravina und dem Dänen Rosting gut gefah- ren ist, begreiflicherweise danach strebt, einen „neutralen" Kommissar zu erhalten, von dem es einen wirklichen Schutz feiner ihm vertraglich gewährten Rechte erwarten kann. Die Organisation des Völkerbundes selbst berührt die Frage der Zusammensetzung des Völkerbundsrats. Sie hat ja schon einmal beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu einer regelrechten Krisis geführt, als damals auch Spanien und Brasilien einen ständigen Ratssitz für sich beanspruchten. Man hat sich Dann mit einem Mittelding, den zwei halbstündigen Sitzen, beholfen, die zwar auch nur auf drei Jahre besetzt werden, aber sofort wieder wählbar sind! augenblicklich werden sie von Polen und Schweden eingenommen. Die fünf ständigen Sitze haben nach Artikel 4 der Völkerbundssatzung „die Vertreter der alliierten und assoziierten „Hauptmächte" einzu- nehmen. An Stelle der Vereinigten Staaten, die ja bis heute noch dem Völkerbund ferngeblieben sind, hat Deutschland den fünften ständigen Ratssitz inne. Die Zahl der n i ch t st ä n d i g e n Ratssitze, ursprünglich vier, ist auf sieben erhöht. Ihre Besetzung geschieht satzungsgemäß durch Wahl der Völkerbundsversammlung, aber nun keineswegs in freier Wohl, sondern nach stillschweigend beachteter Regel in der Weise, daß sie unter bestimmte Staatengruppen aus- geteilt werden. L-atHn-Amerika erhielt bisher drei Ratssitze, die Kleine Entente, die britischen Dominions, die asiatischen Staaten und die „neutralen" Mächte je einen Ratssitz. Dieser Schlüssel läßt eine Reihe Mitgliedsstaaten, die keiner der genannten Gruppen angehören, unberücksichtigt, sie haben keine Aussicht, jemals in den Rot gewählt zu werden. Dagegen hat vor allem Portugal Sturm gelaufen und auch durchgesetzt, daß ein Ausschuß der Versamm- lung nunmehr vorschlägt, vorerst provisorisch für die -neue Periode von 1933 bis 1936 einen neuen nicht ständigen Ratssitz zu schaffen, eine endgültige Regelung aber noch aufzuschieben, bis das Verhältnis Japans zum Völkerbund geklärt ist, dos jo seinen Austritt erklärt Hot, aber noch der Satzung noch zwei Jahre Bedenkzeit hat. So hat auch der Völkerbund seine Sorgen, aber bas laute Klappern des groß aufgezogenen Apparats kann nicht darüber Hinwegtäuschen, daß er im Grunde nur die Folie abgibt für eine ständige zwanglose Fühlungnahme der Großmächte, deren Außenminister hier in den Hallen und Teezimmern der Genfer Hotels die großen gemeinsamen Probleme vertraulich und unverbindlich durchsprechen, während in der Völkerbunds- Versammlung die Reden der Kleinen plätschern. Deutschland hat diesmal dem großen Diplomaten- treffen durch die Entsendung seines Pro- pagandaministers eine besondere Note gegeben. Die nationalsozialistische Regierung, die fast überall in der Welt auf einen Wall von unverhohlenem Mißtrauen und eiskalter Abneigung gestoßen ist, hat die erste Gelegenheit benützt, um den Stier bei den Hörnern zu packen. Als erster national- sozialistischer Minister hat Herr Dr. Goebbels neben den andern deutschen Delegierten in der Dolloersammluna Platz genommen, und sein selbstverständliches Auftreten ließ nirgendwo die Lust zu Anfeindungen aufkommen. Der Reichspropagandaminister trat dann schnell an seine eigent- liche Aufgabe heran. Mit Mut und Entschlossenheit hat er sich der internationalen Presse gestellt und die Sache des neuen Deutschland ht einem Gremium Gleiche hechle und gleiche Pflichten für alle Mächte. „Abrüstung von allen unter der Kontrolle aller."— Keine Nationen zweiten Ranges.— . Keine Ausnahmegesetze. Gegen venGeistvonVersailles Eine Stimme der Vernunft in Frankreich. Paris, 30. Sept. (IDIB. Funl'spruch.) In der radikalen „Bolonte“ findet sich heute ein auffehen- erreigender Artikel über die Entwicklung der politischen Verhältnisse in Europa in der Nachkriegszeit. In dem Artikel heißt es u. a.: Die Deutschen haben, von ihrem Standpunkt aus sehr gute Gründe, um den Geist von Versailles zu verfluchen. Aber der Europäer, der eine wirkliche und dauerhafte v e r - ständigung wünscht, hat noch besseren Grund, den Geist von Versailles zu verfluchen. Der ungeheure Fehler derer, die diesen Geist gewollt und aufgezwungen haben, bestand darin, zu glauben, daß man sowohl für den Frieden arbeiten und dabei doch die Gewinne aus dem Kriege behalten könnte. Was könne man von der Abrüstungsdebatte erwarten, solange der Versailler Geist noch die Atmosphäre vergiftet. Ist es eigentlich auf Grund entscheidender Beweisstücke und durch übereinstimmende Schlußfolgerungen von Geschichtsforschern aller Länder erwiesen, daß man Deutschland dieallelnigeSchuldamKriege zuschieben kann? Deshalb sollte sich dann Deutschland einem Ausnahmegesetz fügen? Weshalb sollte es nicht die moralische und materielle Gl e i ch h e i t verlangen, die man ihm, streng genommen, schuldig ist? Wenn Deutschland es ablehnt, auf der Grundlage einer Unterscheidung zwischen Siegern und Besiegten weiter zu verhandeln, dann wird es bei der kommenden Debatte eine Stellung einnehmen, aus der es niemand vertteiben kann. Die einzige Lösung, so schließt der Artikel, ist: Keine Ausnahmegesetze mehr, keine Kationen zweiten Ranges mehr, weder Sieger noch Besiegte, gleiches Recht für alle Staaten, gleiche Pflichten für alle, Abrüstung von allen unter der Kontrolle aller. „Figaro" wendet sich gegen die Möglichkeit einer Rüstungskontrolle. Das Blatt schreibt, die Kontrolle spiele nur darauf an, Frankreich von seinen Alliierten zu trennen und Zwischenfälle heraufzubeschwören, aus denen Deutschland bann Ruhen ziehen würde. Könne man sich etwa vorstellen, daß Vertreter des nationalsozialistischen Deutschlands ei ne Inspektionsreise durch die französischenkasernen unternähmen? könne man sich vorstellen, daß französische Offiziere in nationalsozialistischen Arsenalen eine Inspektion vornehmen werden? Man finde wohl, daß es nicht genügend konsliktsmög- l i ch k e 11 e n zwischen den beiden Ländern gebe, und man habe^wohl das Bedürfnis, künstlich Gelegenheiten für einen casus belli zu kultivieren? — Dazu ist zu sagen, daß die Einrichtung einer permanenten Kontrolle selbstverständlich für Deutschland das Recht einschließt, auch die französischen Rüstungen zu kontrollieren. Wenn eine Kontrolle in Frage kommt, bann nur in gleicher Form für alle unb in voller Gegenseitigkeit. * Der ausführliche Kommentar, den das „Journal" den Genfer Ausführungen von Dr. Goebbels widmete, konnte gestern nur verstümmelt roieber- aegeben werben. Das Blatt schreibt: Das letzte Wort Dr. Goebbels vor feiner Abreife aus Frankfurt a. M. fei gewesen, baß man jetzt in Genf sehen werde, was ein Leutnant Hitlers an Stelle Strefe- manns machen könne. Der „Journal-Berichterstatter erklärt, dieser Leutnant Hitlers habe genau dasselbe gesagt, was Stresemann gesagt hätte. Wie hätte es auch anders fein können? s Stresemann habe es auf Revisionen abgesehen, und niemand werde glauben, daß die Revolution stattfand, um einen Umschwung in entgegengesetztem Sinne herbeizuführen. Stresemann habe der List vor der Gewalt den Vorzug gegeben. Niemand werde behaupten, daß Deutschland zur Gewalt seine Zuflucht nehmen könne, wenn es sich als entwaffnet und von einer Welt von Feinden umgeben proklamiere. Dr. Goebbels greife also auf die List zurück. Die charakteristischste Formel seiner Rede sei eine Zweideutigkeit. Nach der französischen Fassung sagte er: „Das neue Deutschland könne keinen Vertrag unterzeichnen, der unmöglich d u r ch z u f ü h r e n ist. Dagegen ist es entschlossen, die Verträge, die es unterzeichnet hat, zu erfüllen, wenn sie durchführbar sind." Diese Uebersetzung verrate den Sinn des deutschen Textes, in dem erklärt werde, daß Deutschland entschlossen sie, die m -»räge, die es unterzeichnet habe, zu achten, aber ienn es sie a l s durchführbar ansehe, lance sei sehr scharfsinnig: Das neue Deutsch, nne nur die Zukunft und ignoriere die frühe- Verpflichtungen. Der Versailler Vertrag werde als durch Sie Ereignisse überholt angesehen. Es handele sich also darum, das neue Abrüstungsabkommen auf d e m Fuße der Gleich- h e i t abzuschließen. Jetzt wisse Frankreich Bescheid. Die Korrespondentin des „O e u v r e" schreibt, derjenige, den die Deutschen den deutschen Richelieu nennen, habe einen ungeheuren Eindruck gemacht. Die ,T)euvre"-Korrespondentin beschreibt Dr. Goebbels als einen Menschen des deutsch-italienischen Typs, als gewiegten Redner, als klassischenTypus des revolutionären Intellektuellen. Sie vergleicht seine Beredsamkeit mit der eines Savonarola und eines Marat. Oie deutsche Forderung in Genf. Oer Reichsaußenminister berichtet in Berlin über seine Besprechungen. Genf, 29. Sept. (ERB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat sich nach Ber- l i n begeben, um über die Ergebnisse seiner Genfer Besprechungen dem Reichskanzler und den Kabinettsmitgliedern Bericht zu erstatten. In dem seit der vorigen Woche hier geführten Gedankenaustausch zwischen den fünf beteiligten Großmächten über die Vorbereitungen für den Abschluß einer Abrüstungskonoention sind einige erhebliche Fortschritte erzielt worden. Im Vordergründe der Auseinandersetzungen steht die deutsche Forderung, daß dem Deutschen Reich d i e Gleichberechtigung hinsichtlich der Verteidigungswaffen bereits w ä h r en d der ersten Laufzeit der Konvention zu- aestanden werden mülle. Deutschland verlangt die Abrüstung der schweren Waffen. Soweit die Abschaffung dieser Waffen nicht in einem gewissen Zeitraum erfolgt, besteht Deutschland darauf, daß die von den anderen Mächten zu ihrer Verteidigung für notwendig gehaltenen Waffen auch Deutschland zugestanden werden. Die Hauptdifferenz besteht darin, daß Frankreich und England diese Forderung in der er st en Periode der abzuschließenden Konvention nicht erfüllen wollen. Deutschland sieht in diesem Punkte keine Möglichkeit eines Nachgebens. Der deutsche Außenminister hat diese Auffassung den Ver- tretern der anderen Möchte gegenüber deutlich zum Ausdruck gebracht. Deutschland kann nicht zugemu- tet werden, die praktische Verwirklichung der Gleichberechtigung erneut hinausgeschoben zu sehen. Unbeschadet aller Vereinbarungen, die etwa hinsichtlich der Laufzeit der Konvention getroffen werden könnten, bleibt der Anspruch Deutschlands als gerechtfertigt besteben, die effektive Gleichbe» rechtiguna yinsichtlich der Verteidigungswaffen bereits in der ersten Laufzeit zu erhalten. Dieser eindeutige und dem Sinn und Wortlaut der Verträge entsprechende deutsche Standpunkt er- fährt naturgemäß besonders in der französischen Presse die gewohnte Ablehnung. Dabei wird hier und da die Taktik angewendet, durch Veröffentlichung angeblicher Einzelheiten derdeutschenFor. öerungen Stimmung zu machen. So wird davon gesprochen, Deutschland wünsche Erkunbungsflug- zeuge, Jagdflugzeuge und Fliegerabwehrgeschütze zu besitzen. Der Sinn dieser im gegenwärtigen Zeitpunkt präliminarer Erörterungen erfolgenden Veröffentlichungen besteht nur darin, über d i e grundlegenden Tatsachen hinwegzu- täuschen. Nicht auf angebliche Details, nicht auf Einzelheiten in der Kontrollfrage, nicht auf völlig unmögliche Sanktionsforderungen kommt es an, sondern einzig und allein darauf, daß der Welt mit Der endlich erfolgenden Durchführung der Gleich- berechtigung und dem Abschluß einer tatsächlichen Abrüstungskonoention jenes Bewußtsein ruhiger Sicherheit wiedergegeben wird, dessen sie im Augenblick einer schweren Wirtschaftskrisis mher denn je bedarf. Or. Goebbels erstattet dem Reichskanzler Bericht. Berlin, 30. Sept. (IDIB. Funkspruch.) Reichsminister Dr. Goebbels erstattete gestern abend gleich nach seiner Rückkehr dem Herrn Reichskanzler einen ausführlichen Bericht über die Lage in Genf, über seine dort geführten Besprechungen und über die dabei gewonnenen Eindrücke. Enge Verbindung -er Armeen -er Kleinen Eniente. London, 29. Sept. (121.) Anläßlich des Besuchs des französischen Generalstabschefs General w e y - g a n d in Prag schreibt der „Lvening Standard" zu der angeblich beabsichtigten engen Verbindung der Armeen der Tschechoslowakei, Rumäniens und Südslawiens, daß diese eine grundlegende Aenderung des militärischen Gleichgewichts in Europa bedeuten würde. Die kleine Entente würde dadurch eine Armee erhalten, die sogar größer als die französische fein werde. Das Blatt berechnet die stehenden Armeen Südslawiens, Rumäniens und der Tschechoslowakei zusammen auf 593 504 Mann, während die stehende französische Armee 578 900 Wann betrage. Außerdem hätten alle drei Staaten der kleinen Entente die allgemeine Dien st pflicht, ihre ausgebildeten Reserven seien somit nur durch die Zahl der kriegsfähigen Männer begrenzt. Die Heere seien wohlausgerüstet mit Tanks und moderner Artillerie und verfügten zusammen über 1887 Kriegsflugzeuge. Oollsuß spricht mit Benesch unb Titulesm. Innsbruck, 29. S^pt. (TU.) Auf dem Bahnhof Wörgl hatte Bundeskanzler Dollfuß, der sich auf der Rückreise aus Genf be- findet, am Freitagfrüh eine längere Unterredung mit dem tschechoslowakischen Außenminister verfochten, das mit wenigen Ausnahmen bis zum heutigen Tage aus Uebelwollen ober Verständnislosigkeit das deutsche Volk und seine nationalsozialistische Regierung maßlos berleumdet hat. Herr Dr. Goebbels wird der letzte sein, der sich der trügerischen Hoffnung hingibt, als ob feine Rede nun den Eisblock geschmolzen hätte, der Deutschland in der öffentlichen Meinung der Welt umgibt. Aber es wäre schon ein außerordentlicher Erfolg, wenn die in Genf versammelten Journalisten aller Länder eingesehen hätten, daß die nationalsozialistische Idee als Staatsprinzip des neuen Deutschland sich nicht mit einer Handbewegung abtun läßt, daß die Wucht der Ereignisse in Deutschland, der seelische Wandel im deutschen Volk und die gewaltigen, jedem unvoreingenommenen Zuschauer in die Augen springenden Anstrengungen von Volk und Regierung, aus eigener Kraft sich wieder hochzureißen und ein neues, dem deutschen Volkscharakter eigentümliches Haus zu errichten, schon eines sorgfältigen Studiums wert sind. Herr Dr. Goebbels hat nicht unterlassen, der Welt sehr eindringlich die Gefahren vor Augen zu führen, vor die der Nationalsozialismus den Westen bewahrt hat, als er die kommunistische Seuche in Deutschland mit Stumpf und Stiel ausrottete. Schon um dieses für die gesamte abendländische Kultur geführten Kampfes willen hätte das neue Deutschland die Achtung und Anerkennung der Welt verdient, die ihm stattdessen mit Argwohn, Mißtrauen und Ablehnung begegnet. Und weiter hat der Minister darauf hingewiesen, daß Deutschland nach dieser Auseinandersetzung für seine innere Gesundung den Frieden braucht, aber auch den Frieden will, weil es nur im Frieden die Möglichkeit eines gesamteuropäischen Wiederaufbaus aus den Ruinen des Krieges und der Wirtschaftskatastrophe sieht. Und grabe bas nationalsozialistische Deutschland dessen autoritäres Regierungsprinzip stabile 23er- höltnisse im Innern garantiert, muß der Welt,als zuverlässiger Mitarbeiter willkommen sein, wenn die Welt es ehrlich mit ihm meint unb ihm im Rat ber Völker die gleichberechtigte Stellung gibt, auf bic es feiner geschichtlichen Leistungen, seiner Größe unb seiner Bedeutung für ben gesamten Erdball nach ein Anrecht hat. Der Reichspropaganba- minifter hat auch bie Gelegenheit genützt, in einer Besprechung mit bem schweizerischen Bunbesrat Motta bie gänzlich unsinnige Fabel von ben pangermanistischen Zielen ber beutschen nationalsozialistischen Revolution richtig zu stellen. Die Bemerkung, daß die europäische Politik ohne die Schweiz In ihrer gegenwärtigen Form zugleich als Bindeglied und Eckpfeiler dreier großer Nationen gar nicht mehr auskommen könnte, trifft tatsächlich den Nagel auf ben Kopf. Die starke Beunruhigung, bie einige Grenzzwischenfälle, noch mehr vielleicht aber bie volitische Tätigkeit ber neu entftanbenen „Fronten in ber Schweiz hervorgerufen haben, wirb mit ber ganz einbeutigen Erklärung bes beutschen Propagandaministers wohl bald abklingen. Das junge Deutschland hatte mit Dr. Goebbels in Genf feinen beredtesten Anwalt sprechen lassen. Wir wissen, Rom wurde nicht an einem Tage erbaut und die um Deutschland getürmte Mauer von Neid, Haß und Unverstand, wird nicht mit einem Schlage in Schutt und Trümmer sinkens aber wenn die offenen unb ehrlichen Worte bes Ministers hier unb ba zum Nachdenken unb Ueberprüfen angeregt haben, ist für uns schon viel gewonnen. Dr. Goebbels beutete auch in einigen Sätzen bas Problem an, um bas, wie so oft schon in Genf, auch biesmal sich alles breht: bie Abrüftungs- frage. Sie ist ja zum Grunbproblem des europäischen Friedens überhaupt geworden, ohne sichtbare Fortschritte einer großzügigen Lösung entgegen gibt es für den von Fiebern geschüttelten Erdteil keine Vertrauensbasis, auf der sich ein wirtschaftlicher Neubau gründen ließe. Die Abrüstungsfrage ist stehen geglichen bei der grundsätzlichen Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung in dem Fünfmächteabkommen vom 11. Dezember 1932 und dem in Genf als Grundlage der künftigen ersten Abrüstungs-Konvention einstimmig angenommenen Macdonald-Plan vom März dieses Jahres. Auch Deutschland hatte ihm zugestimmt, obwohl er mit der für Deutschlandbarin vorgesehenen fünfjährigen Uebergangsperiobe von Deutschland ein außerordentliches Entgegenkommen verlangte. Der Plan sah weiter sofortige Begrenzungen unb Herabsetzungen ber Heeresstärken unb bes Kriegsmaterials, sowie bie Einführung bes gleichen Heeresfystems einer kurzfristig bienenben Miliz für alle kontinentaleuropäischen Armeen vor. Um ber Uebernahme binbenber Abrüstungsverpfllchtungen sich weiterhin zu entziehen, ist bann Frankreich auf den Dreh verfallen, mit deutlichem Hinweis auf die politische Umwälzung in Deutschland eine einseitig auf Deutschland abgestellte Kontrolle zu verlangen, bie nachzuprüfen hätte, ob Deutschlanb tatsächlich seinen ihm im Versailler Diktat auferlegten Entwaffnungsverpflichtungen nachgekommen ist — was ja schon bie Pariser Botschafterkonferenz 1926 festgestellt hat — unb inzwischen auch nicht heimlich ausgerüstet hat — was eine unverschämte, durch nichts zu beweisende Verdächtigung ist. Erst nachdem diese Kontrolle vier Jahre wirksam gewesen ist, soll für die erste Etappe ber Abrüstung ber Grab der Herabsetzung ber Rüstungen bestimmt werben. Das ist Frankreichs Plan, für ben es in ben bekannten Pariser Besprechungen bie Zustimmung Englanbs, Amerikas^ unb Italiens zu gewinnen suchte. Das ist ihm nicht gelungen, in Paris ist bie von Herrn Paul-Boncour gewünschte Einheitsfront nicht zustanbe gekommen, mit bereu Hilfe man bann in Genf Deutschlanb isolieren unb unter Druck setzen wollte. Das ist nicht gelungen. Wenn auch Englanb wohl sich bem französischen Stanbpunkt recht weit- gehenb genähert zu haben scheint, so hat man sich in ßonbon boch wohl nicht verhehlen können, baß an einem solchen für Deutschland ganz untragbaren Ultimatum, bas allen früheren Zusagen Hohn sprechen würbe, bie ganze Abrüstungskonfe- renz zwangsläufig scheitern muß. Die Briten haben stch also ben Gebauten einer Kontrolle während einer vierjährigen Probezeit zu eigen gemacht, bie hochgerüsteten Mächte sollen inbessen bie Verpflichtung übernehmen, währenb biefer Frist nicht weiter zu rüsten, unb sollen sich der Kontrolle ebenfalls unterwerfen. Nach dieser Probezeit soll dann die etappenweise Abrüstung, wie sie ber Macbonalb- Plan ziffernmäßig festgelegt hat, einsetzen. Deutschlanb soll sofort eine gewisse Erhöhung ber Effektiv- beftänbe seiner Verteidigungswaffen gestattet sein, unter ber Voraussetzung, baß bie Kontrolle keine Verstöße gegen bie Versailler Entwaffnungsbestimmungen ergibt unb im Einklang mit ber Vereinheitlichung ber Heeressysteme. Es ist nicht klar, wie weit über biese neue Lesart nun eine Einigung zwischen Frankreich unb Englanb erzielt ist, von Italien unb ben Vereinigten Staaten ganz zu schweigen. Paul-Boncour hat kurz vor Baron Neuraths Rückkehr nach Berlin mit biefem eine Unterhaltung gehabt, aber über einen Austausch der beiderseitigen Ansichten dürfte man nicht hinausgelangt sein. Der deutsche Grundsatz kann nur immer wieder der sein, wie ihn der Reichskanzler in seiner großen Friebensrede vor bem Reichstag einbeutig formulierte: Zustimmung zu jebem Maß ber Abrüstung,unb Kontrolle, bas gleichmäßig auf alle Mächte angewendet wird. Gleiches Recht, gleiche Sicherheit unb Freiheit für Deutschland sind die unverrückbaren Ziele der deutschen Politik. Sl$ä dem 3 J " S . 15 »0« «.re-IW den heu «* *$te'K bet. C j N'cheliev ?entin beftirpiM »8 gtüdreije aus @enf be- igfrüh eine längere Unterredung slowakischen Auhenmlnlste äSSä1'* “*»2 -ttriei WeÄüen \u gewinnen äs'und Stallens Sv » nicht gelungen, QMtsfront rt ancnn auch England SKsSuntt recht wert- 'Si'Si-S—,s cheilern E-während inten e%..RLn gemacht. d> Probezeit -u Z & $erpfI,4 ßcrteii>19unÄ hie ÄontroW j 15*crtiller EntwaßnEin, )ie ®er'Sang *n'LM,wie “nb ä •• rfS* -eereE^t nun em „ jf/, von neue ^ (anb e f ' zu W- daß durch den Einzelhandel Warenhauses verschwinden und durch Einführung von mehr Qualitätsware Millionen deutscher arbeitsloser Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot zurückkehren. Die Deutsche Arbeitsfront begrüßt den Kampf des Handwerks und des Handels um ihre Eristenz und wünscht der Gießener Braunen Messe vollen Erfolg unter dem Motto: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! das Minimum herabgedrückt wurde, daß durch immer größer werdende Massenbestellungen, Rationalisierung und Einführung des laufenden Bandes, Millionen unserer deutschen Volksgenossen arbeitslos gemacht wurden. Möge es auch dem Handel gelingen, dem Publikum die Ueberzeugung zu geben, daß nicht die Billigkeit, sondern die Qualität der Maßstab für den Einkauf der Hausfrau sein muß. Dann wissen wir, ■ <> -V K u 1L ft' Ä Das Hauptportal der Gießener Dolkshalle. Stadt und „Braune Messe". Bon Bürgermeister Or. Seid, Gießen. Der wirtschaftliche Niedergang der letzten Jahre hat Handel und Gewerbe schwere Opfer auferlegt. Das Absinken der Warenpreise und des Umsatzes brachte erhebliche finanzielle Verluste und lähmte den Unternehmungsgeist, der ja schließlich die Grundlage jeden wirtschaftlichen Strebens und Erfolges ist. Mit dankbarer Anerkennung ist es daher zu begrüßen, daß die NS Hago mit frischer Tatkraft durch die „Braune Messe" die Initiative zu neuer Belebung der Wirtschaft geben will. Diese Warenschau gibt insbesondere dem heimischen Handel und Gewerbe Gelegenheit, breiten Kreisen der Bevölkerung zu zeigen, was sie zu leisten vermögen. Die hier gebotenen Werbungsmöglichkeiten gehen über den sonst gegebenen Rahmen durch die außerordentlich große Zahl der Messebesucher, die aus Stadt und Land zu erwarten sind, weit hinaus. Diese, die verschiedenartigsten Wirtschaftszweige umfassende Veranstaltung gibt dem Besucher einen interessanten Ueberblick über die Leistungsfähigkeit von Handel und Gewerbe. Die Stadt Gießen hat ein lebhaftes Interesse an dem restlosen Gelingen der „Braunen Messe". Bietet sie doch Gelegenheit, die Einrichtungen der Volkshalle, die für solche Zwecke unter starker finanzieller Beteiligung breiter Schichten der Bevölkerung geschaffen wurde, nutzbringend zu verwerten. Es ist weiter zu hoffen, daß infolge des zu er- wartenden Masfenoerkehrs auch die Straßenbahn regyi Zuspruch finden wird, der für sie als Zuschußbetrieb besonders erwünscht ist. Von weit größerer Bedeutung ist jedoch die Erwartung, daß diese Veranstaltung den Anlaß zu einer Belebung der Wirtschaft und damit zu einer Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit gibt. Denn die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit ist der finanzielle Träger von Reich, Staat und Gemeinden: gerade die vergangenen Jahre haben die schicksalhafte Verbundenheit von Wirtschaft und öffentlichen Körperschaften bewiesen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß nur die Gesundung der Privatwirtschaft die katastrophale Arbeitslosiakeit wirksam zu beseitigen vermag, die m ihren Auswirkungen nicht nur den einzelnen Menschen geistig und körperlich zermürbt, sondern auch die Finanzen der Gemeinden durch Steuerausfälle und Wohlfahrtslasten in erheblichem Maße ständig bedroht. Die starke Beschickung der Ausstellung ist der sichtbare Ausdruck dafür, daß die in Frage kommende Geschäftswelt ihr Bestes getan hat und daß sie in der Lage ist, allen berechtigten Anforderungen hinsichtlich Güte und Auswahl der Ware zu entsprechen. Jeder einsichtige Verbraucher sollte es deshalb in seinem eigenen Interesse vorziehen, durch Einkauf am Platze die Leistungsfähigkeit der einheimischen Geschäfte zu erhalten und zu steigern. Es muß daher von unseren Mitbürgern erwartet werden, daß sie durch regen Besuch und umfangreiche Einkäufe zum restlosen Gelingen der „Braunen Messe" beitragen. Jeder deutsche Volksgenosse muß es — getreu dem Vorbild unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler — als seine Ehrenpflicht betrachten, nach bestem Können durch Förderung der „Braunen Messe" Arbeitsrnöglichkeiten zu schaffen, um unsere darniederliegende Wirtschaft zu beleben und dadurch die Not unserer arbeitslosen Volksgenossen zu lindern. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg' Die Landwirtschafiswiffenschafi auf der Braunen Messe. Von Hrivaidozent Or. G. O. Appel, Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz. Seine Kultur und seine besondere Stellung im Kreise der Völker verdankt der Deutsche in allererster Linie seiner Rasse, und koenn es sich um Zeitabschnitte besonderer Blüte handelt, dann seiner Führung. Im Abstand zu diesen großen bestimmenden Tatsachen gibt es weiter eine Reihe anderer maßgebender Gesichtspunkte, au denen mit in erster Linie die deutsche Wissenschaft gehört. Wo blieben sonst die Erfolge unserer Technik, unserer Landwirtschaft, wenn wir die Wissenschaft nicht hätten! Mit Technik und Landwirtschaft habe ich nun gerade zwei Gebiete herausgegriffen, bei denen man den praktischen Erfolg sofort erkennt, also Vertreter der angewandten Wissenschaften. Aber auch die sogenannte reine Wissenschaft, die nicht das Glück hat, ihre erarbeiteten Werte sofort in praktische Erfolge umsetzen zu können, ist ein wichtiges Glied in der Kette bis zum praktischen Erfolg. Man kann wohl sagen, und das trifft für viele Erfolge in der Landwirtschaft zu, daß die angewandte aus der reinen Wissenschaft, z. B. der Botanik, schöpft und die angewandte erarbeitet auf Grund der ihr eigenen Kenntnisse das wissenschaftliche Ergebnis, welches der Berater der Praxis und die Praxis selbst aufgreift. Wie wäre es denn sonst denkbar, wenn heute der Bauer, draußen auf seinem Acker durchaus dem modernen Stande der Landwirtschaftswissenschaft angepaßt, von der Assimilation der Pflanze oder der Bakterienflora im Boden und anderen Dingen spricht. Irrwege allerdings, auf welche sich in den letzten 14 Jahren vor allem einige Richtungen der reinen Wissenschaft verlaufen hatten, dürfen und dursten nicht Vorkommen. Auch die Wissenschaft hat der Führung zu gehorchen, denn sic ist nicht Tummelplatz einzelner Gelehrter, sondern ein wertvoller Besitz des deutschen Volkes. Unser Führer und Kanzler mit seinem Reichs- ernährungsminister stellt den deutschen Bauer an eine besondere Stelle im Volk. Die Pflicht der Landwirtschaftswissenschast ist es, die Ausgaben zu erfüllen, welche in dieser Richtung liegen und die heute schon dem deutschen Volk und auch dem Vertreter der Landwirtschaftswissenschaft hinreichend bekannt sein sollten. Sie hat ihre große Ausgabe zu erfüllen, und Aufgabe jedes einzelnen muß es fein, an feiner Stelle mit Opferfreude und Begeisterung als ein Teil des Ganzen zu schaffen. Wir Vertreter der Landwirtschaftswissenschaft haben ja nunmehr die Grundlage hierfür, wir stehen an verantwortungsvoller Stelle. Wenn ich mich jetzt der Ausstellung zuwcndc, so will ich über die Einzelgebiete unserer Wissenschaft in entwicklungsgeschichtlicher Reihenfolge berichten. In der Zeit, als der Germane sein Nomadenleben aufgab und seßhaft wurde, liegen die Anfänge einer Tierzucht. Wenn wir ein Blick in die Ausstellung des Tierzuchtinstitutes „Oberer Hardthof- vornehmen, so müssen wir einen gewaltigen Sprung in die Neuzeit machen. Denn es sind hier neue und dringende Fragen, die dein Besucher vor Augen geführt werden. Das deutsche Ei, das deutsche Fett, die Zucht und Rassenfrage unserer Haustiere. Nach- dem Jagd und Weidewirtschaft im Vordergrund gestanden hatte, kommt der Acker- und damit der Pflanzenbau zu seinem Recht. Aus diesem Fachgebiet zeigt das entsprechende Institut die Entwicklung des Pfluges, um auf die Bodenbearbeitung hinzuweisen. Wie auch das tägliche Brot mit der Arbeit dieser Forschungsrichtung im Zusammenhang steht, zeigt das Gebiet der Pflanzenzüchtung. Hier ist zu sehen der zunehmende Ertrag der Zuckerrüben, des Weizens und der immer besser werdenden Backsähigkeit. Auch der Samenkontrolle mit ihrer Bedeutung ist gedacht. Das Institut für Wirtschaftslehre des Land- b a u e s beweist in graphischen Darstellungen die Tatsache, daß die Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes aus eigener Scholle im Jahre 1933 nunmehr nahezu erreicht worden ist. Die ausgestellten Produkte des Universitäts-Versuchsgutes „Unterer Hardthof" zeigen der Hausfrau, daß sie beim Einkauf deutsche Erzeugnisse kaufen kann und kaufen soll. Sie arbeitet dann in ausschlaggebender Weise an der Rettung des deutschen Bauernstandes. Die Agrikulturchemie mit den beiden Abteilungen dös Gießener Institutes bringt verschiedene Wege der Bodenuntersuchung, weist in einem Gemälde auf den Feldversuch hin und zeigt in scherzhafter Form die Hauptpflanznährstosfe mit ihrer Bedeutung für das Leben der Pflanze. Die Tierernährung ist durch Darstellungen und Tafeln sachgemäßer Fütterung unter weitgehender Verwendung wirtschaftseigener Futterstoffe vertreten. Besonders sehenswert ist die Ausstellung richtiger und falscher Weide und Weidetechnik. Eme besonders schwierige Aufgabe fällt der Wetterkunde und der landwirtschaftlichen Klimaforschung zu. Die hiesige, Zweitälteste Wetterstation Deutschlands hat den verschiedensten Fragestellern Auskunft zu geben. Die Landwirtschaft, der Wein-, Obst- und Gartenbau wollen über Frost, gutes und Die Volkshalle mit Gestühl bei großen Konzerten. Reinig Glas- und Porzellanwaren, hochwertige Stahlwaren- und Besteckhaus Bleikristallwaren, Geschenk'Artikel Kreuzplatz 3 Inh.: W. Menges Gegr. 1873 Schuhe< elegarrt. Braune Messe Stand Nummer 76 dCtÄ 3946 D 5978 A Seltersweg Nr. 30 Fernspr. Nr. 3369 Wer Wertouf gute Kleidung legt stets nur,0Ki^i'^a,~ Schuhe trogt? Was die Mode an neuen Modellen geschaffen hat, wird Ihnen unsere Ausstellung auf der Braunen Messe Stand Nr. 32 zeigen Sonderabteilung für Jagd u. Fischerei „T1, BrauneMesse:StandNr.161 und 162 Staatsquellenvertrieb Bad-Nauheim Germania - Brunnen Das Mineral-Tafelwasser von Weltruf Besuchen Sie uns auf der „Braunen Messe“ vom 30. September bis 8. Oktober 1933 in der Volkshalle Gießen, Stand 39 Einige Bezirksvertretungen sind noch zu vergeben Hauptniederlage Gießen: Fritz Heinzerling, SchrffenbergerWeg 32,Telef. 3259 Jetzt gilt es handeln! Schaffe Dir ein eigenes Heim! Arbeit Deinen Volksgenossen 1 — Besuche unsern Ausstellungsstand Nr. 150 c auf der Braunen Messe. 5987 d Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot e. G. m. b. H. Ludwigsburg/Württ. Auskunft erteilt: Ing. Th. Hickel, Gießen, Am Nahrungsberg 37 und diese hervorragenden Marschstiefel zeigen wir Ihnen in einer besonderen Ausstellung auf ,der Braunen Messe, Stand 32 5977 A M k-r,-- „„eich' '/Mldie, 'M dar. oQ. StP*-. stow J Ä"#» Mieden. ^A-bil/l kn*!& Orüntien. r* *£n MÄ ter »flrii bir W «"Ä“ S b» 3al)I l* 5? «>*'«?£/ tt". jur Die funHÄ ^em 11-Xn ßevtung SSÄ*^± BöS prMeien, Pralatur n,.- ljt> jn dem non >yn> %Ä«$ol °i« im» m™ Pff S**Ä lap»*r teoon merben non unb . tunaen 18 Mitgliedern bestehen. Oie evange .begrüßt den , Berlin, 29.Sept. sZ 'Kundgebung kam es am [ liner Dom, wo die et Nerlins den Reichsbis zahlreichen großen Fackel ' abteilungen zum Dom ge ; bischos um 20 Uhr in 5 sämtlicher Ministerien, l der Behörden und Dertre dem Portal des Doms e der vieltausendköpiigen ' begeisterte chochruse entc der Generalsuperintendcr rer der Evangelischen 31 Iugendsichrer Danntm unb bie Pfarrer Ibemel, Pfarrer 2r. o. Berg > ! NihsbWj, da^ 16000 । Mädels vor ihm aajmeah Nach einünhalMMarr der Aeichsbischof ach mt wo er zunächst von Dr. alsdann von Pfarrer h Deutscher Studenten uri Plärrer Jakubski fi Kirche und die Heilsarm Vertretung des Bischofs geschaffene evangelische den und von D. Stan SW- Jugend. Der Rc die deutsche Jugend und aut aus den B)eg geben vertrauen und Beri Zwischen Gut und Böse Eiland rufe sie auf z Sodann betete «unser und sprach 8000 helleuchtenden A '°che Siegchül entgegen. Der berufsstä des LZM s?5$i »ttiyS» ■Ä\?Ss b. .Webet b *!« Ne'chsverbandes 5 pftÄ »° SsrtsP ■"‘"-Sy Gardinen 6022 A Rau, Ernst, Wohnungseinrichtungen, Polsterroerk. statten, Brandplatz (gegenüber dem Alten Schloß). Reformhaus Reuform für gesundheitliche Lebensund Nährmittel, Kosmetik, Kreuzplatz 5. Reinig, A., Stahlwaren- und Besteckhaus, Waffen- handlg., Schleiferei und Messerschmiede, Optisches Institut, Seltersweg 30. Reuter, E., Zigarrenhaus, Pfeifen, Tabake, Neuen Baue 11. Reuter, E. 0., Wäscheausstattungsgeschäft, Seltersweg 61. Rüdiger, Rudolf, Spenglerei, Installation, Radio, Heizungen. Walltorstraße 35. Röhr, C.» & Co.. Betten-, Wäsche- und Leinenausstattungshaus, Webrahmen zum Handweben, Bahnhofstraße 44. Rohrbach, Gustav, Kunstmaler und Graphiker für Handel, Gewerbe, Industrie u. Verkehr, Stephan- straße 34. Ruhl & Fetzer, Bosch-Dienst, Barta-Dienst, Schau- zenstraße 3. Ruhl, Aug. jun., Photo- und Radiohandlung, Plock- straße 12. Sauer, Hermann, & Eo., Kohlen- und Landesprodukte, Walltorstraße 48. Schmidt, Brüder, Inh.: Hch. Guthardt, Fachgeschäft für Haus- und Küche, Seltersweg 77. Schmidt, Karl, Schlossermeister, Bau- und Waagenschlosserei, Löberstraße 19. Schmiltgall, Ludwig, & Co., Feinmechanische Werkstätte, Metallgießerei, Wirtschastsbüfetts und Zubehör, Wernerwall 7. Schunck, Carl, Elektrotechniker, Technisches u. Haushaltungsgeschäft, Groh- und Kleinhandlung, Bahnhofstraße 64. Schwarz, E., Gartenbauarchitekt, Am Kugelberg 2. Seelbach, (Bebt., Gardinen, Betten und Polstermöbel, Seltersweg 20. ______________ Die Gießener Aussteller der Vraunen Reste Auf Grund ihrer eigenen Angaben veröffentlicht. Nachträge erdeten. Der Zauernstaud auf der „Vraunen Reffe" Von Dr. Rudolf Becker, Gießen. Wünsche und Hoffnungen des Gartenbaues. Don Rudolf (Schneider, Gießen. Wenn jahrelang dem deutschen Gartenbau Versprechungen gemacht wurden, die darauf hinaus- liefen, daß sich der deutsche Gärtner selbst helfen müsse, so ist doch nunmehr durch den gewaltigen Umbruch der gesamten Nation vieles anders geworden. . .. In fast allen deutschen Städten wird für die Berufsstände auf die verschiedenste Art geworben, und man hat dabei den deutschen Gartenbau als einen der bedeutendsten Berufsstände nicht vergessen. Er ist es auch gewesen, der neben der deutschen Landwirtschaft für die Ernährung des deutschen Volkes während der Kriegsjahre durch völlige Umstellung vieler Betriebe unter größten Opfern eingetreten ist. Nach dem Kriege nahm der Berufsstand einen scheinbaren Aufstieg. Heute durchkämpft der Gartenbau durch die Mißwirtschaft der Nachkriegszeit eine seiner schwersten Krisen. Es ist deshalb heute nötiger denn je, daß für den deutschen Gartenbau und feine Erzeugnisse geworben wird. Der Auslandsmarkt hat es in den vergangenen Jahren verstanden, die deutschen 2ßaren stark zurückzudrängen, trotzdem der. deutsche Gärtner in der Lage war, den Inlandsbedarf fast völlig zu decken. Durch die modernen Kultureinrichtungen, die überall zum Teil unter erheblichen Opfern entstanden sind, ist der deutsche Gartenbau in der Lage, jederzeit hochwertige Gemüse, Früchte und Blumen in hervorragender Qualität.für den Be- darf des gesamten Volkes zu erzeugen. Wenn trotzdem das Ausland noch erhebliche Mengen feiner Gartenbauerzeugniffe bei uns auf den Markt wirft, die durch das günstigere Klima in besserer Aufmachung angeboten werden, so sollten sich doch die deutschen Hausfrauen heute dazu entschließen, die gute und frische einheimische Ware vorzuziehen. Von allen Erzeugnissen des Gartenbaues gerat zur Zeit eines in den Hintergrund: die deutsche Blume. Warum lehnt man sie ab? Gehört sie nicht in Freud und Leid zu uns Menschen? Trotz der wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit sollte man sich ihrer nicht entwehren. Schon zu allen Zeiten war es bei allen Kulturvölkern Sitte, ihren Toten die letzte Ehre und Dankbarkeit und den Hinterbliebe- fieri Mitgefühl durch sie zu erweisen. Für die deutsche Blume, die im Leben des Menschen bei Freud und Leid immer unentbehrlich sein sollte, wird auch gelegentlich der „Braunen Messe" von unseren Berufsangehörigen geworben werden. Der gesamte deutsche Gartenbau erhofft von der überall schlagartig einfetzenden großen Werbetatig- Feit und durch alle Maßnahmen, die die Regierung Adolf Hitlers im Verein mit den Verbänden durchführt, nicht nur den Wiederaufstieg unseres Berufsstandes, sondern unsers ganzen deutschen Volkes. Saufparfaffen und Arbeitsbeschaffung Man schreibt uns: Im Einklang mit den Arbeits- beschaffungsmahnahmen der nationalen Regierung ist es dem Preußischen Justizminister Kerrl in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien und dem Reichsverband deutscher Bausparkassen gelun- gen, den deutschen privaten Bausparkassen ein Darlehen von rund 100 Millionen Reichsmark zu er- wirken. Zehntauscnde arbeitsloser Bauhandwerker werden hierdurch Arbeit und Brot erhalten, rund 10 000 Bausparer werden bald mit dem Bau des ersehnten Eigenheimes beginnen können. Dieser Entschluß der maßgebenden Stellen bedeutet eine rückhaltlose Anerkennung des Spar- willens und der Sparkraft der deutschen Bausparer und der Bedeutung der Bausparkassen für den Auf- bau der nationalen Wirtschaft. Den gegebenen Maßstäben entsprechend erhält die Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot, die älteste deutsche Bausparkasse, auf Grund ihrer unbestreitbar größten Stiftungen einen beträchtlichen Teil dieses 100-Mil- lionen-Kredites. Der Ausstellungsstand dieser größten deutschen Bausparkasse auf der „Braunen Messe" zu Gießen wird Freunden und Interessen- ten der Eigenheimbewegung einen übersichtlichen Einblick vermitteln. schlechtes Wetter Bescheid wissen. Die Flieger, der Sport, der Ausflügler und Sommerfrischler kann ebenso wie der Bauer in den meisten Tagesze.tun- au ergründen. Leider hat der Mensch nicht nur mit gesunden Tieren und Pflanzen zu tun, denn diese finö ebenso wie der Mensch selbst von Krankheiten geplagt. Nach dieser Richtung zeigt die Beten- närhygieneundTierseuchenforschung zahlreiche Krankheiten aus dem Institut unserer hessifchen Universität. So sind ansteckende Rinder-, Pferde-, Schweine-, Pelztier-, Geflügel- und Bie- nenkrankheiten, unter denen die Maul- und Klauenseuche, die Tuberkulose und der Schweinerotlauf besonders heroortreten, zu sehen. Als Beispiel für die gute Wirksamkeit der Schutzimpfungen gegen eine Reihe von Tierseuchen wird der Wert der Rotmuf- impfung in überzeugender Weise bargestellt. oum Schluß meiner Ausführungen komme ich auf den entwicklungsgeschichtlichen Gedankengang zuruck und weise noch auf den jungen Bruder der Tierheilkunde, auf den Pflanzenschutz, hm. Es gilt nicht nur Werte zu schaffen, sie müssen bis zum Verbrauch in gleicher Menge und Gute erhallen bleiben. So ist es Aufgabe der Abteilung für Pflan- zenkrankheiten, für Lehre und Forschung baran zu arbeiten, daß wir die Riesenverluste durch Pflanzen- krankheiten von zwei Milliarden im Jahr mindestens zur Hälfte verringern. . Für die Zukunft muß es Aufgabe der Landwirt- schaftswiffenschaft mindestens fern, Nachwuchs zu chulen, der zu Führern der deutschen Landwirt- chaft heranwächst, und Forschungsarbeit zu leisten, auf die der deutsche Dauer zurückgreift und die ihm in seinem schweren Daseinskampf hilft. Teppiche tmd Polsftermobel stets vorteilhaft, preiswert und in größter Auswahl bei sich der Bauer draußen in der Praxis wenden' kann, wenn er Rat und Auskunft über iraendwelchö ihn interessierende Fragen haben will; sollen doch auch gleichzeitig durch die Berufsvertretung die praktischen Ergebnisse der Wissenschaftssorschung bet Bauernschaft übermittelt werden. Vertreter sind hier das Landwirtschaftsamt Gießen mit der Obft- bauinspektion IV Gießen-Friedberg, die Hessische Hauptstelle für Pflanzenschutz, sowie das Tierzuchtamt Gießen. Das Landwirtschaftsamt, als die Zentrale für bie Berufsberatung im Kreise, bringt aus ber Fülle [eines Arbeitsbereiches nur ein Moment: Die Bedeutung des Saatgutes für die Bauern. So kann nach den umfangreichen Sortenanbauverfuchen der Bauernkammer und anderer Stellen fein Landwirt mehr daran zweifeln, daß durch die Auswahl der richtigen, dem Boden und Klima angepaßten Sorte allein schon der Ertrag ganz bedeutend gesteigert werden kann. Welche Getreidesorten, welche Kartoffelsorten für die hiesige Gegend zum Anbau in Frage kommen, zeigt die Ausstellung. Es ist so nicht nötig, daß der Bauer im Dunkeln tastet und erst versuchen muß, welche Sorte sich für ihn, für feine Verhältnisse sich am besten eignet; diese Arbeit ist ihm abgenommen. Selbstverständlich muß bas Saatgut auch einwandfrei fein, wenn es die Entwicklung der Pflanzen und den Ausfall der Ernte günstig beeinflussen soll. Ein Hinweis auf die „Saatstelle G.m.b.H« Darmstadt" zeigt dem Bauern eine ®e»uasqueUe, die dem Käufer von Saatgut Gewähr gibt, nicht nur Driginalfaat, sondern auch vor allem die! billigere erste oder zweite Absaat von Driginalfqatgut zuverlässig beziehen zu können. Nicht umsonst heißt der Spruch: „Wie die Saat, so die Ernte". Nu» sortenechte und fortenreine Saat, Saatgut von guter Abstammung gibt Gewähr, daß gesunde und reichliche Ernte entsteht. Alle Betriebe, in denen dis angebaute Pflanzensorte in der Ertragsfähigkeit, oder in der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Witterungseinflüsse nicht genügen, in denen das Saatgut infolge fchlechten Erntewetters in, seiner Keimkraft gelitten hat ober durch Unkrautfamen oder Schmarotzer wertlos geworden ist, werden zu Saatgutwechsel schreiten müssen. In Verbindung mit dem Landwirtschaftsamt hak die Obstbauinspektion eine Reihe von Obstsorten zur Ausstellung gebracht, um allen Landwirten und Obstzüchtern zu zeigen, welche Apfel-, welche Birn- sorten in hiesiger Gegend zum Anbau zu empfehlen sind. Leider hat Platzmangel nicht erlaubt, weiter« Obstarten zu zeigen. Welche Bedeutung ein richtig durchgeführte» Pflanzenschutz für die Erzeugung großer und einwandfreier Ernten hat, zeigt die Hessische Haupt' stelle für Pflanzenschutz eindrucksvoll an DbfU Wem sollte dies nicht einleuchten, wenn er nebeneinander schorfiges und schorffreies Obst sieht; letzteres nur zu erreichen durch sachgemäße Schädlingsbekämpfung. Groß ist der Prozentsatz der Ernte, der fahr- aus jahrein Krankheiten und Schädlingen zum Opfer fällt. Es wäre nicht zu verantworten, solchen Schäden an der Volkswirtschaft tatenlos zuzufehen. Es mahnt die Ausstellung, daß, wie es jetzt schon im Weinbau der Fall ist, auch der Bauer, Garten- bescher und Obstzüchter in seine Kulturmaßnahmen die erforderlichen Pflanzenschutzarbeiten aufnehmen muß. Daneben sehen wir noch Präparate von Kartoffelkrebs, einer Krankheit unseres Kartoffelbaues, die leider immer weiter um sich greift. Auch das Tierzuchtamt konnte nur auf ein Teilgebiet Hinweisen; es zeigt in einer Tabelle, wie groß der Einfluß der Milchkontrolle auf die Lei- stung ist. Staunend erkennt der Beobachter, wie es möglich ist, durch einwandfrei durchgeführte Kontrolle verbunden mit fachgemäßer Fütterung und Haltung den Milchertrag Der einzelnen Kühe in die Höhe schnellen zu lassen und ihn auf der Höhe zu halten. Zum weiteren Ausbau der Kontrolle soll angeregt werden; denn ohxie Kontrolle verliert man den Ueberblick über den Stall, man kann die Fütterung nicht den Leistungen anpassen unb keine Zucht nach Leistung treiben. Der „Rährstand" ist von allen Berufsständen der wichtigste; er ist es, auf den sich der neue Staat aufbauen wird, er ist es auch, der den Jungborn darstellt, aus dem alle anderen Berufe stets neue Lebenskraft fchöpfen. Ist es da ein Wunder, wenn von Staats- und Berufsvertretungsseite alles getan wird, um der schwer um ihre Existenz kämpfenden Bauernschaft helfend zur Seite zu stehen und sie vor dem Untergang zu bewahren? Auch an der „Braunen Messe" zu Gießen wird der Nähr st and als geschlossenes Ganzes sich beteiligen, und es ist zu begrüßen, daß alle Stellen, die die Berufsvertretung der Bauernschaft barftetten, sowie bie Stellen, bie bie Mittel unb Wege zur Förberung finben sollen, gemeinsam aus- stellen; es ist boch so möglich, ein geschlossenes Bilb zu geben von bem Arbeitsbereich bes Bauernstandes, wenn selbstverstänblich auch bei ben beschränk» ten Raumverhältnissen ber Aufgabenbereich ber einzelnen Institute nur angebeutet werben kann. Der interessierte Beobachter wird nun fragen: „Welche Stellen kommen hier in Frage?" Die Beantwortung finben wir in einer Uebersicht aller Institute unb Stellen, bie bie Bauernschaft zu för» bem haben. Diese Uebersicht befindet sich am Eingang zum Ausstellungsraum bes Bauernstanbes. Wir sehen hier auf ber einen Seite biefer Tabelle bie Stellen bargestellt, beren Aufgabe es ist, neue Mittel unb Wege zu finben, helfenb ber Bauernschaft zur Seite zu stehen, bargestellt burch die Lanbwirtschaftlichen Institute unserer Universität Auf ber anberen Seite biefer Uebersicht finben wir bie Bauernkammer mit ihren Unterorganifationen. Sie stellt bie eigentliche Berussoertretung ber Bauernschaft bar, unb ihre Stellen sinb es, an bie Kreiling, Heinrich, Tapeten, Linoleum, Polstermöbel, Bahnhofstraße 29. Kühne, Berlhold, Spezialgeschäft für Reifeartikel, feine Leberwaren unb Sportartikel, Seltersweg 26. Lang & wiederstein, Porzellan-, Glas- unb Stein- gutwaren, Kristall- u. Luxuswaren, Mäusburg 14. Leib, Carl Ludwig, Kunsthanblung, Dergolderei, Firmenschilber unb Autolackiererei, Kirchstraße 2. Leisler, Rudolf, Möbelgeschäft unb Polfterwerkstätte, Neuenweg 23. Lenz, Lisa, mob. Teppichkunst u. Hanbarbeiten, Am Riegelpfab 32, Atelier Frankfurter Str. 19, Gartenh. Lenz, Friede norm. Joh. Lenz, Bau- unb Möbel- schreinere!, Frankfurter Straße 117. LiebigTNuseum, Gießen, Ausstellung: Nachbilbg. o. bemalten Apothekengläsern, Kopie ber Totenmaske von Justus v. Liebig. Loewer & Vechslein, Porzellan-, Glas-, Haus- unb Küchengeräte-Groß- unb Kleinhanblg., Neustabt 4. Mahnkopp, Else, Haushaltungsartikel, Glas, Porzellan, Spielwaren unb Kinberwagen, Bahnhofstr. 33. Marx, hch., Glaserei, Bilbereinrahmung, Anfertig, sämtlicher Patent-Schiebefenster, Löwengasse 5. Mettenheimer, Hermann, Inh. W. Menges, Groß- unb Kleinhanblung in Glas- unb Porzellanwaren, Kreuzplatz 3. Mobs, P. Josef, Feinseifen- unb Parfümeriefabriken, Gießen unb Aßlar. Moeser, wilh„ G. m.b. h^ Tabakwaren-Groß. unb Kleinhanblung, Seltersroeg 38. Reumeier, Fran;, Schuhwaren, Sportschuhe, SA.- Ausrüstungen, Sonnenstraße 20. Riederhausen, E. 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Das von Reichs- bischof Ludwig Müller auf der ersten Deutschen Evangelischen Nationalsynode zu Wittenberg be- rufene G e i st l i ch e Ministerium der Evan- gelischen Reichskirche ist vorläufig in der Kirchen- kanzlei in Berlin untergebracht, wo auch zur Zeit der Sitz des Reichsbifchofs stch befindet. Die Frage der zukünftigen Residenz des Reichsbischoss wie auch der Geistlichen Ministerien ist noch nicht ent- schieden. Ein Mißverständnis hat zu der Annahme geführt, der Reichsbischof wolle seinen dauernden Ausenthalt in Wittenberg nehmen. Schon aus rein technischen Gründen, vor allem aber wegen der notwendigen Fühlungnahme mit den Regie- rungsstellen wird der Reichsbischof mindestens einen erheblichen Teil des Jahres in Berlin residieren. Im Vordergründe steht jetzt die Versos» sunggebung für die ebanaelischen Landes- k i r ch e n. Auf diesem Gebiete sind bereits von der einstweiligen Leitung der Reichskirche Richtlinien aufgestellt worden. Diese Richtlinien stützen vor allem stark die Bekenntnisgrundlage, die auch durch Verfassungsänderung nicht angetastet werden darf. Die Landeskirche gliedert sich in Bistümer, Landes- probsteien, Prälaturen, Kreise und Gemeinden. Der Landesbischof leitet die Bistümer. Er wird von der Landessynode gewählt und führt den Vorsitz in dem von ihm zu berufenden Landeskirchenamt. Dieses Landeskirchenamt besteht außer dem Landesbischof noch aus einem theologischen und einem juristischen Mitglied. Bischof und Landeskirchenamt haben gemeinsam das Recht der Gesetzgebung. Die Landessynode soll aus mindestens 30 Mitgliedern bestehen. Zwei Drittel davon werden von und aus den Gemeindevertretungen gewählt. Der Kirchenvorstand soll aus nicht weniger als sechs und nicht mehr als 18 Mitgliedern bestehen. Oie evangelische Lugen- . begrüßt -en Reichsbischof. Berlin, 29. Sept. (TU.) Zu einer imposanten Kundgebung kam es am Freitagabend vor dem Berliner Dom, wo die evangelische Jugend Berlins den Reichsbischof Müller begrüßte. In ! zahlreichen großen Fackelzügen waren die Iugend- abteilungen zum Dom gekommen. Als der Reichs- f bischof um 20 Uhr in Begleitung von Vertretern ! sämtlicher Ministerien, des Auswärtigen Amtes, der Bshörben und Vertretungen des Auslandes vor dem Portal des Doms erschien, erschollen ihm von der vieltausendköpfigen Menge auf dem Domplatz i begeisterte Hochrufe entgegen. Neben ihm standen I der Generalsuperintendent Caro, der Reichsfüh- rer der Evangelischen Jugend Dr. Stange, der Jugendführer Dannemann, Bischof Peter und die Pfarrer Themel, Schliep und Tausch. Pfarrer Dr. v. Berg- Potsdam meldete dem Reichsbischof, daß 16 000 evangelische Buben und Mädels vor ihm aufmarschiert sind. Nach eineinhalbstündiyem Vorbeimarsch begab sich der Reichsbischof auf die Freitreppe des Schlosses, wo er zunächst von Dr. v. Berg begrüßt wurde, alsdann von Pfarrer Hoff für den Kampfbund Deutscher Studenten und Deutscher Christen, von Pfarrer Jakubski für die Freie evangelische Kirche und die Heilsarmee, von Bischof Peter in Vertretung des Bischofs Hossenfelber für die neugeschaffene evangelische Kirche auf deutschem Boden und von D. Stange für die Deutsche Evan- i gelische Jugend. Der Reichsbischof wandte sich an ! die deutsche Jugend und erklärte, daß er zwei Dinge J mit auf den Weg geben wolle. Das seien: Gott- ; vertrauen und Ve r a n t wo r t u n g s ge f ü h l. Zwischen Gut und Böse sei kein Kompromiß. Der Heiland rufe sie auf zum Kampf für das Gute. Sodann betete er mit der Jugend das Vaterunser und sprach den Segen über sie. Aus 18 000 helleuchtenden Augen scholl ihm das dreifache Sieg-Heil entgegen. Oer berufsständische Aufbau -es Han-werks. Berlin, 29. Sept. (Vdz.) Die Spitzenorganisationen des deutschen Handwerks haben beschlossen, ihre Vereinfachung und Zufammenle- gung umgehend durchzuführen. Der Reichsoerbandoes deutschen Handwerks wird q u f g e I ö ft. An seine Stelle tritt als Gesamtspitzenorganisation des deutschen Handwerks der Reichs st and des deutschen Handwerks. Bis zu seiner gesetzlichen Verankerung in der ständischen Wirtschaftsordnung soll der Reic^stanb die Rechtsform des eingetragenen Vereins erhalten. Das Präsidium des Reichsstandes und die Mitglieder des bisherigen Vorstandes des Reichsverbandes wurden beauftragt, die Satzung des Reichsstandes mit den einzelnen Gruppen zu schaffen und einer Vollversammlung des Reichsstandes bis zum 15. November 1933 vorzu- legen. Die gesamte Handwerkspolitik wird ab 1. Oktober 1933 durch den Reichsstand des deutschen Handwerks wahrgenommen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Funktionen, Rechte und Pflichten, die der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag hat. Van der Lubbe gesteht, -en Reichstag in Brand Oer Zeuge Bienge bleibt wegen Ver-achts -er Teilnahme unverei-igt. „Leipzig, 29. Sept. (WTB.) Gleich nach Eröffnung der heutigen Verhandlung wird der Zeuge Arbeiter Paul Bienge unter Aussetzung der Vereidigung über die Gespräche vor dem Neuköllner Wohlfahrtsamt vernommen. Der Vorsitzende hält dem Zeugen alle die Bekundungen vor, die Panknin und auch van der Lubbe über den Inhalt des Gespräches vor dem Wohlfahrtsamt gemacht haben. Bienge erklärt fast auf jeden Borhalt, solche Worte seien dort nie gefallen. Er habe davon nichts gehört, er habe auch kein Wort mit van der Lubbe aewechselt. Insbesondere bestreitet der Zeuge, gesagt zu haben, Reichstag und Schloß brauchten wir sowieso nicht mehr. Auch die Aeußerung, man müsse SA. - Leute mit Benzin begießen und anzünden, erklärt der Zeuge für eine grobe Unwahrheit. Es fei lediglich von der KPD. gesprochen worden, die jetzt vielleicht mit der SPD. zusammengeben sollte. So genau könne er das aber nicht sagen, da er seit feiner Militärzeit ziemlich schwerhörig sei. Der Zeuge verneint ferner, daß er eine Aeußerung van der Lübbes wie etwa „So rnusch komme", gehört habe. Er bestreitet auch die weiteren Angaben des Zeugen Panknin, daß er nach dem Gespräch van der Lubbe zu sich aerufen habe. Die Behauptung, daß von Brandstiftungen die Rede gewesen sei, bezeichnet der Zeuge als unwahr. Er sei niemals Mitglied der KPD. gewesen. Lediglich im vorigen Oktober, als er keine Arbeit hatte, will er einen Zettel von der Roten Hilfe genommen haben. Einer Häuserschutzstaffel habe er nicht angehört. Der Oberreichsanwalt weist darauf hin, daß der Zeuge in einem früheren Protokoll davon gesprochen habe, daß jetzt endlich Maßnahmen ergriffen werden*müßten. Der Zeuge verneint auch dies, gibt aber bann zu, daß davon die Rede war, es müßten gegen die Not der Arbeitslosigkeit Maßnahmen ergriffen werden, um diese zu beseitigen. Der Oberreichsanwalt beantragt, Bienge nicht zu vereidigen, weil er als Mittäter, An- stifter oder Gehilfe in Frage kommen könnte. Der Oberreichsanwalt macht aber darauf aufmerksam, daß Bienge trotz der Nichlvereldi- gung sich der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung aussehe, weil unwahre Angaben zur Entlastung eines Angeklagten in diesem Falle eine Begünstigung darstellen könnten. Der Zeuge Bienge erklärt darauf, er habe keinen Grund, seine Aussage irgendwie zu berichtigen. Denn andere etwas anderes gejagt haben, so müssen sie die Unwahrheit gesagt haben. — Als Senatsbeschluß wird dann verkündet, daß Bienge wegen Verdachtes der Teilnahme uno&rei* dlgt bleibt. Van -er Lubbe und -ie KPO. Als nächster Zeuge wird dann der Angestellte Janecke vernommen. Er gibt zu, früher Mitglied der KPD. gewesen zu sein, im Juli 1932 aber wegen persönlicher Differenzen aus der Partei ausgeschieden zu sein. In der Kommunistischen Zelle, deren Leiter er war, wurde niemals die Frage des Terrors behandelt, im Gegenteil seien die Zellenmitglieder gegen den Terror gewesen. Es habe sich lediglich in der Zelle um eine marxistische Schulung gehandelt. Die KPD., erklärt der Zeuge, wolle zwar den Umsturz, aber nicht durch Terror, sondern durch Wirtschaftskämpfe. Der Zeuge gibt bann an, später roieber Berbinbung mit ber Partei gesucht zu haben. Der Vorsitzenbe ersucht nun van ber Lubbe, ber wie gewöhnlich zusammengesunken auf feinem Stuhle hockt, aufzuftehen, weil jetzt bas Zusammentreffen bes Zeugen Janecke mit van ber Lubbe erörtert werben soll. Der Zeuge roenbet sich zu van ber Lubbe unb ruft ihm laut zu: „M a r i n u s , tennft D u m i ch b e n n nicht? Ich habe Dir boch zu essen gegeben. Der Angeklagte van ber Lubbe hält ben Kopf nach wie vor gesenkt unb schweigt. Vorsitzender (zum Zeugen): Hat sich van der Lubbe früher auch so verhalten? Janecke: Damals war er sehr lustig unb gesprächig. Eine vornübergebeugte Haltung hat er freilich auch bamals schon gehabt. Vom Gespräch vor bem Wohlfahrtsamt hat ber Zeuge Janecke nichts gehört. Er hat nur beobachtet, baß van ber Lubbe in einem Kreis von mehreren Personen ftanb unb baß man sehr erregt sprach. Auf bie Frage, ob van ber Lubbe sich als fiom- munisl ausgegeben habe, erklärte ber Zeuge, er habe gesagt, baß er In kommuni st ischem Sinne tätig sei und bah er etwas machen wolle, wir haben ihn gefragt, ob er irgendwelche Ausweispapiere habe unb ob er Mitglied ber Partei sei. Das hat van ber Lubbe verneint. Wir fragten ihn, was er überhaupt wolle und welche Richtung er vertrete. Darauf erwiderte van der Lubbe dann: 3n Deutschland gibe es keine solche Partei, die meine Meinung vertritt. Ls gibt nur eine Organisation, und das wäre im Sinne der AAU. Angeklagter lorgler : Ls handelt sich um die Allgemeine Arbeiter-Union, eine syn- dikalistische Organisation. gesteckt zu haben. Vorsitzender: worin unterschied sich denn van der Lubbe von Ihnen in den Auffassungen? Zeuge: Darin, daß er keine Parteidiszl- plin halte, daß er nicht nach den Führern sah, son- dern im Gegenteil verlangte, daß man nlchtmehr abwarten dürfe, sondern etwas machen müsse, weiter bestätigt der Zeuge Janecke, daß van der Lubbe besonders die Ideen der Arbeiter- Union vertreten habe. Janecke verwahrt sich bann gegen ben Vorwurf, daß er ben Plan eines UeberfaUes auf das Neuköllner Wohlfahrtsamt ausgeheckt habe. Tatsächlich sei ein gewisser Hintze der Mann gewesen, oer ihn unb anbere zu einem solchen Ueberfall anstacheln wollte. Janecke beutet an, baß Hintze, ber wegen krimineller Verbrechen schon im Zuchthaus gesessen habe, vielleicht als Spitzel gewirkt habe. Er, Janecke, sei zunächst verhaftet, aber balb entlassen worben. Das sei für ihn ein Glück gewesen, benn bie Reichstagsbranbstiftung sei währenb seiner Haftzeit erfolgt. Dimitroff fragt bann ben gestern vernommenen Zeugen Panknin, ob er seiner beutschnatio- nalen Parteileitung van bem Gespräch vor bem Neuköllner Wohlfahrtsamt Mitteilung gemacht habe. Zeuge: Jawohl. Es wirb bann ber Kellner Starker vernommen. Er gibt zu, bis etwa November Mitglieb ber KPD. gewesen zu sein. Das Gespräch am Wohlfahrtsamt hat ber Zeuge nicht mitangehört. Er saß in bem Lokal von Schlaffke, als Janecke mit van ber Lubbe eintrat. Van ber Lubbe habe bann bei ihm gegessen unb geschlafen unb sei am nächsten Tage gegen Mittag roieberge- kommen, um sich zu verabschieben. Nach biefem Zeitpunkt hat ber Zeuge van ber Lubbe nicht mehr gesehen. Er habe Lubbe zunächst für einen Kommunisten gehalten, aber aus politischen Gesprächen bann erkannt, baß van ber Lubbe nicht Som- m u n i ft, ja nicht einmal Marxist gewesen sei, weil er eine politische Theorie entwickelt habe, bie mit bem Marxismus nicht vereinbar sei. Auf eine Frage bes Zeugen, in welcher Partei van ber Lubbe (eine Ansichten verwirklicht sehen würbe, habe van ber Lubbe bamals geantwortet, eine solche Par- tei gäbe es nicht, aber am nächsten komme feinem Jbeal noch bje AAU. Lanbgerichtsbirektor P a r i f i u s weist barauf hin, baß ber Zeuge in feinen früheren Vernehmungen nichts barüber befunbet habe, baß van ber Lubbe sich zur Arbeiter-Union bekenne. Es fällt mir weiter auf, erklärte Parifius, baß Ihre Aussagen in biefer Beziehung fast wörtlich mit ber Aussage Janeckes übereinftimmen. Der Zeuge Starker be- WTB. Moskau, 29. Sept. (Telegrafenagentur ber Sowjetunion.) Der bevollmächtigte Vertreter ber Sowjetunion in Tokio I u r e n e f f gab gegenüber dem japanischen Außenminister H i r o t a im Auftrage der Sowjetregierung eine Erklärung ab, in Der auf die Gesetzwidrigkeit der am 24. September erfolgten Verhaftung von verantwortlichen Sowjet-Ange ft eilten ber Ostchinabahn burch japanisch - man- bschurische Polizei - unb Grenzbeamte hingewiesen wird, dureneff sagte weiter, baß biese Maßnahmen, unwiberleglichen Angaben zufolge, ben Beginn ber Durchführung eines be- tailliert ausgearbeiteten Planes bar- stellten, ber in Charbin auf mehreren Sitzungen bei ber japanischen Militärmission unter Beteiligung höchst verantwortlicher japanischer Leiter der mandschurischen Verwaltung angenommen worben sei, unb stellte nötigenfalls Die Veröffentlichung ber Dokumente in Aussicht. Die japanische Regierung trage bie Verantwortung für bie Durchführung bes Planes eines Anschlages auf bie Sowjet- rechte der Ostchinabahn und die daraus entstehenden Folgen Japan rüstet. „Tokio im Aktionsradius russischer Bombenflugzeuge." Tokio, 29. Sept. (TU.) Die beträchllichen Rüstungen Sowjetrußlands als Ergebnis des ersten Fünfjahresplanes werden von dem Sprecher des japanischen Kriegsministeriums als Hauptgrund für bie geplante Einsetzung von 620 Millionen Pen in ben nächstjährigen japanischen Heereshaushalt angegeben. Der Sprecher wies barauf hin, baß bie japanischen Militärbehörben entgegen Presseberichten nicht beabsichtigen, die Armee um vier Divisionen zu vermehren. Sie betrachtet es aber als unumgänglich notwendig, Materialanschaffung auf „Nachkriegsgrundlage" zu machen, um bie Berte i b l g u n g Manbschukuos in Übereinstimmung mit bem zwischen Japan unb Manbschukuo am 19. September 1932 abgeschlossenen Abkommen sicherzustellen. Der Sprecher erklärte alsbann, baß bie Heu- tige russische Armee weit stärker sei, als bie Armee bes zaristischen Rußlands. Die Sowjetarmee, bie bereits auf „Nachkriegsgrunb- lage" organisiert fer, fetze sich aus 75 Infanterie- Divisionen unb 13 Kavallerie-Divisionen mit einem Mannfchaftsbeftand von 1300 000 (Friedensstärke) zusammen. Außerdem sei die Sowjetarmee mit 2200 Flugzeugen, 1500 Tanks und einer großen streitet jedoch, in ber Pause sich mit Janecke über dessen Vernehmung unterhalten zu haben. Lanbgerichtsbirektor P a r i s i u s : Nach meinen Informationen sollen Sie zwei bis breiJahre in Hollanb gewesen sein, zeitweise auch als Kellner ber Bahnhofswirtschaft in Leyben. Der Zeuge bestreitet bas. Die Frage bes Rechtsanwaltes Dr. Sack, ob van ber Lubbe gesagt habe, bah er in Hollanb Mitglieb ber Allgemeinen Arbeiter- Union sei, verneint ber Zeuge. Van -er Lübbes Geständnis. Der Vorsitzenbe forbert nun ben Angeklagten van ber Lubbe auf, frank unb frei zu erzählen, roie er cs gemacht habe. Van ber Lubbe schweigt unb hält ben Kopf gesenkt. Es entspinnt sich bann ein längeres Frage- unb Antwortspiel zwischen bem Vorsitzenben unb van ber Lubbe, bei Dem ber Angeklagte entroeber gar keine ober wibersprechenbe Auskunft gibt. Schließlich fragt bet Vorsitzende: Haben Sie bas Reichstagsgebäube in Brand gefleckt, van der Lubbe sagt ganz leise: Ja. Dann haben Sie den Entschluß dazu gefaßt, fragt der Vorsitzende weiter, van der Lubbe antwortet: kann ich nicht sagen. Der Vorsitzende schildert auf Grund der in ber Voruntersuchung gemachten Angaben des Angeklagten ben Weg, ben van ber Lubbe genommen hat. An ber Karte markiert ein Gerichtsangestellter mit einem langen Stab ben jeweils vom Vorsitzenben bezeichneten Punkt. Sie sind also, so führt ber Vorsitzenbe aus, nachbem Sie kurz vor 9 Uhr am Reichstag angekommen waren, rechts von ber großen Auffahrt nach Ueberfteigung bes Gelänbers an ber Außenseite bes Gebäubes emporgeklettert unb finb nach Ueberroinbung ber Brüstung auf ben Balkon vor Dem ersten Fenster bes Reftaurations- raumes im Hauptgeschoß angelangt. Im weiteren Verlauf ber Sitzung gibt bann ber Vorsitzenbe ein ganz ausführliches Bilb bes sogenannten Branb- roeges. Der Vorsitzende schließt: Sie haben am Schluß Ihrer Vernehmung angegeben, daß Sie glauben, zur Durchführung ber ganzen Branb- legung etwa 15 bis 20 Minuten a e • braucht zu haben. Die Proben, bie baraufhln unternommen mürben, haben bie Möglichkeit beftätigt, baß man in biefer Zeit ben Branb- weg machen unb bie Branbstiftung ausführen kann. Das wollte ich heute zur Klarstellung bes Branb- roeges bem Angeklagten vorhalten. Er ist biesen Vorhaltungen gefolgt unb bat ihre Richtig- feit beftätigt. — Nächste Sitzung Mittwoch. Anzahl von Einheiten für die chemische Kriegsführung versehen. Der mandschurische Zwischenfall habe naturgemäß eine Spannung zwischen Sowjet- rußland und Japan hervorgerufen. Die im fernen Osten zusammengezogenen Sowjettruppen seien 10 Divisionen stark mit 300 Tanks unb mehreren bunbert Flugzeugen, unter denen sich schwere Bombenflugzeuge befänden, deren Aktionsradius bis Tokio unb Osaka reiche. Gefährliches Anwachsen -er Streikwelle in USA. Ter nationale Wiederaufbauplan bedroht. Washington, 29. Sept. (TU.) In amtlichen Kreisen ist man angesichts ber im ganzen Canbe zunehmenben Streikwelle ernstlich besorgt, insbe- fonbere wegen ber Durchführung bes nationalen Wieberaufbauprogrammes (NRA.). Etwa 100 000 Arbeiter streiken im Staate Pennsylvania i m Braunkohlenrevier sowie in ber Pittsburger Stahlinbustrie. Die Zahl ber Streikenben in ber Newyorker Konfektion unb in ber Seibeninbuftri'c sowie Der M a - l e r unb Dekorateure beträgt runb 75 000. In Detroit haben 15 000 Arbeiter ber 21 u t o ■ u n b Maschineninbustrie bie Arbeit nicbergelegt. Aehnliche Melbungen liegen auch aus bem übrigen Lanb vor. Man befürchtet, baß ber Streik in ben Schlüsselinbustrien Kohle unb Eisen sich über bas ganze weite Gebiet ber Vereinigten Staaten aus- behnt. Zwischen ben Streikenben, ber Polizei und Streikbrechern ist es in Pittsburg unb Pennsyl- vanien zu zahlreichen Zusammenstößen gekommen. Der Gouverneur von Pennsylvanien, Pinchot, ist angesichts ber ernsten Streif läge im Braun- f vhlenrevier nach Hybeparf geflogen, um bem Präsidenten Roosevelt Bericht au erstatten und sich mit ihm über bie zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Die mit ber Durchführung bes Wieberauf- bauprogrammes (NRA.) beauftragten Beamten bemühen sich verzweifelt, bie gefährliche Streikwelle einzubämmen., Man hofft in Washington auf ein Eingreifen Roosevelts. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsführer bes Kampfbunbes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, hat, wie bie NSK. mitteilt, ben Präsibenten bes Bunbes beutscher Architekten, Professor Eugen Honig, in bie Reichs- leitung bes Kampfbunbes beutfche Kultur berufen. Wachsende Spannung im Fernen Osten. Ein Zwischenfall in Mandschukuo. — Russischer Protest in Tokio. L *n der sn, ^bringt ^rtenonbauoettuck?. Q?n ter Sten»» , . rauchen ber K durch bi» »S Landwirt •teste die S.Jum Anbau in Älfl!«t und tun beben >hn, für men. diese Ar- 5 he Sntmiditon Ä„em< be! Ernte günHÜ'Qn‘ Jauern eine ^°tgut Gewähr VL dern auch vor ZJT* le ÄMarrf n, dir biüi. UM . von gu. L gt/imbe unb t W Betriebe, in Denen die ne m ber Ertragssähiakeit. Weit gegen KranklKen r A in denen Achten Grnttmetters in en hat oder durch Unhaul/ ir wertlos geworden ist, wen schreiten müssen. dem Landwirtschaftsamt hat eine Reihe von Obftforten zue um allen Landwirten unb », welche Apsel-, welche Sim- jenb zum Anbau zu empfehlen tzmangel nicht erlaubt, weiteret g ein richtig dmchzeführtek ie Erzeugung großer und ein, hat, zeigt die hessische Haupt« >utz eindrucksvoll an Obst, Wem suchten, wenn er nebeneinander freies Obst stehl: letzteres nur sachgemäße Schädlingsbekämp- frozemjatz der Ernte, der jahr- lheiten und Schädlingen zum nicht zu verantworten, solchen tsroirtjd/aft tatenlos zuzusehen. ’Hung, daß, roie es jeßt schon iftr aud) ber Sauer, @ar/en> : m seine Kulturmatznahmen nzenschutzarbeiten ausnehmen vir noch Präparate von Kar- ntheii unseres Kartosselbaues, ter um sich greift. tarnt tonnte nur auf ein Im« s zeigt in einer Tabelle, wie >er Milchkontrolle auf die Lei- erkennt der Beobachter, wie cs einwandfrei durchgesührle Könnt sachgemäßer »rung und rtrag der einzelnen Kühe in die asten und ihn auf der hohe zu ren Ausbau der Kontrolle soll mghnefalroü.n.rterfwt r den Stall, man kann Die Leistungen anpassen und kein- W«s tarleuifthe Bauer in harter Ärbeif Ich «fff, tauft bic Hausfrau inl 5S3ii»iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii| Rein arisch in Führung und Personal • Eigenes Kapital । Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniljiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiun Ich könnte auch „billig, billig um jeden Preis« schreien. 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ErnteLanktage hat es in Deutschland immer gegeben, seitdem es dort ein Germanentum gibt, denn Germanentum heißt Bauerntum, und dessen wichtigster Höhepunkt im Auf und Ab der Zeit heißt Ernte. Und wie das Bauerntum jenseits von Preisberechnung und persönlicher Bereicherung steht, so ist auch der Erntetag jener Zeitpunkt, an dem sich die inneren, seelischen Gebalte dieses einzigartigen Standes und seine tausendfältige Verbundenheit zum Boden offenbaren. Nirgendwo sonst auf dieser Welt decken sich Rasse und Stand so wie im deutschen Bauerntum, denn nur bei der nordischen Rasse hat sich das unbedingte Verflochtensein des Menschen mit der Natur herausaebildet. So konnte es dazu kommen, daß der Ackeroau beim Germanentum zu einem Kult wurde, wie denn auch nur ein bäuerlich denkender Mensch wahrhaftig religiös sein kann und die notwendige Ehrfurcht für das Göttliche aufbringt. Daher ist ein Erntedankfest grundsätzlich nicht eine Angelegenheit des Landwirts, sondern des Bauern. Es ist der Tag, an dem sich unbesehen von Menge und Zahl die urgermanische Einheit von Bauer, Boden und Schöpfer kundtut als heiligstes Symbol für dos Verhältnis des germanischen Menschen zur Scholle. Es ist selbstverständlich, daß auch der Landwirt sich genau Rechenschaft gibt über die finanziellen Ergebnisse seines Betriebsjahres. Dies ist aber nicht das Entscheidende in Hinsicht auf die Volksgemeinschaft. Wenn irgendein Unternehmer seinen Gewinn ober Verlust rechnerisch feststellt, so ist das kein Anlaß, der vom ganzen Volk festlich begangen werden soll. Es hat noch nie eine Generalversammlung gegeben, die das ganze Volk direkt anging. Gerade hier sehen wir den ungeheuren Unterschied zwischen Unternehmer und Bauer. Deshalb kann auch nicht jedermann einen wirklichen Erntedanktag abhalten. Ein guter Rechner kann Voranschläge aufstellen, er kann ein Projekt rationell durchführen und Bilanzen ziehen. Das alles ist Sache eines guten Unternehmens und eines guten Landwirts. Erntetage aber als Ausdruck der unbedingten Verwurzlung des Menschen mit der Scholle und des Dankes für deren Früchte kann nur ein bäuerlich denkender Mensch begehen. Deshalb hatte der liberalistische Staat und eine dazu gehörige liberalistische Bevölkerung für solche Tage kein Verständnis. Jetzt aber feiert das gesamte Volk, und der Staat selbst hat die Durchführung des Erntedanktages in die Hand genommen. Dies zeigt den ungeheuren Wandel, der eingetreten ist, und beweist den Gleichklang von Bauerntum und organisierter Volksgemeinschaft. Es beweist ferner, daß dieser Staat ein Bauern st aat ist und dem Bauern gibt, was ihm gebührt: Den ersten Platz. In der Tat ist durch den Nationalsozialismus zum ersten Male in der Geschichte Deutschlands der unbedingte Gleichschritt von Staat und Bauerntum hergestellt worden. Auch der letzte weiß den Wert des Landstandes zu würdigen. Das gesamte Volk sieht in ihm die Sicherung der Ernährungsgrundlage und, biologisch, die Sicherung der Rasse. Daß aber der Erntedanktag auch in den Städten gefeiert wird, zeigt, daß auch dort sich die liberalistischen Nebel verflüchtigt haben und man sich anschickt, wieder bäuerlich zu denken. Ein Zeichen, daß der bäuerliche, also germanische Geist mit der nationalsozialistischen Revolution die Städte erobert hat. Die kurze Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft hat bereits vermocht, die Bauernhöfe aus der kapitalistischen Verstrickung herauszureißen. Der Bauer weiß, daß seine Scholle wirklich ihm und seinem Geschlechte gehört. Der Ernte- danktag ist deshalb der Tag bäuerlichen Dankes an den Führer. Wenn am Sonntag sich Hunderttausende von Bauern an der altgermanischen Thingstätte auf dem Bückeberg im Herzen Niedersachsens versammeln, wenn Millionen deutscher Volksgenossen im ganzen Reich den Tag des Brotes miterleben, so dankt der deutsche Bauer in gläubigstem Vertrauen seinem Bauernkanzler, denn er weiß, daß biefer es war, der ihm sein Bauerntum wiedergegeben hat. Das Winterhilfswerk am Erntedanktag. Ein Aufruf an den deutschen Bauern. Berlin, 29. Sept. (WTB.) Die Vorbereitungen für den Erntedanktag auf dem Bückeberg bei Hameln sind beendet. Alles ist gerüstet für den Aufmarsch der 500 OOO, der ein Bekenntnis des neuen Deutschlands zum Bauerntum und seiner Kraft werden soll. An dich, deutscher Bauer, aber richten mir die Frage: Bist auch du selbst recht gerüstet? Wir meinen mit unserer Frage nicht die äußeren die zu jedem rechten Erntefest gehören. Wir fragen: Bist du auch innerlich recht gerüstet, würdig, den Erntedanktag zu begehen? Du kannst nicht ehrlich ja sagen, wenn du nicht für das Winterhilfswerk deine Gabe b e r e i k g e st e l l t hast. Der ist des eigenen Brotes nicht wert, der nicht bereit ist, zu teilen mit dem Darbenden. Dem Erntedank ist leeres Wortgetöne wenn er nicht durch helfende Tat bestätigt wird' Deutscher Bauer! Du hast einst das gehässige Geschwätz liberaler und marxistischer Zeitungen über den Egoismus des Bauern als bitteres ‘ Unrecht empfunden, das Dir die Zornesröte ins Gesicht trieb. Das Bekenntnis des ganzen deutschen Volkes zum Bauerntum am Erntedanktage ist eine Rechtfertigung, wie sie schöner und eindrucksvoller nicht denkbar ist. Die Bauern- spende für das Winterhilfs-werk ist die Bestätigung auf dieses Bekenntnis. Wieder fragen wir: H a st Du das Deine schon getan, damit diese Antwort so ausfällt, daß sie auch den letzten noch Schwankenden überzeugt? Wenn nicht, noch i ft es Zeit, das bisher Versäumte nachzuholen. Wer schnell gibt, gibt doppelt. Hast Du aber bereits Deine Pflicht getan, so weißt Du vielleicht einen Nachbarn, der noch säumte Rede ihm ins Gewissen. Jede leere Hand i ft ein Schandfleck für das ganze Dorf. Alle müssen geben, damit allen geholfen werde. Die deutsche Schicksalsgemeinschaft kann auf keinen verzichten. Devffcher Protest gegen die Ausweisung denischer presievertreier ans der Sowjetunion. Berlin, 29. Sept. (WTB.) Im Zusammenhang mit der Ausweisung der deutschen Pressevertreter in Moskau aus der Sowjet-Union, gegen die der deutsche Geschäftsträger in Moskau sofort Protest erhoben hat, hat das Auswärtige Amt an die Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in Berlin heute nachstehende Verbalnote gerichtet: Das Auswärtige Amt beehrt sich, der Botschaft der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken auf die Verbalnote vom 22. und 23. dieses Monats enbes mitzuteilen: ie Tatsache der Nichtzulassung kommu- nistischer und sozialistischer Pressevertreter zum R e i ch s t a g s b r a n d p r o- in Leipzig war der Botschafter der UdSSR, bereits am 20. dieses Monats bekannt, denn sie hat in ihrer Verbalnote vom 20. dieses Monats gegen die endgültige Mitteilung der Nichtzulassung Protest erhoben. Ueber die Gründe, die das Reichsgericht zu einem Ausschluß von Pressevertretern genannter Richtung veranlaßten, wurde die Botschaft der UdSSR, durch ein Schreiben des Herrn Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes am 21. dieses Monats unterrichtet. Da Herr Bespalow, der Vertreter der amtlichen Sowjetrussischen Telegraphenagentur, und Frau Keith, Vertreterin des offiziösen Blattes „Iswestija" sind, mußten die beiden genannten Persönlichkeiten zum mindesten von der Tatsache der Nichtzulassung unterrichtet fein, als sie nach Leipzig fuhren. Die Reise konnte also nur den Zweck haben, die vom Reichsgericht ausgesprochene Richtzulassung zu umgehen. Die beiden Pressevertreter setzten sich durch diese Reise dem verdacht aus, auf einem ungesetzlichen Wege die Teilnahme am Reichstagsbrandprozeß zu erreichen. Das verhallen der Genannten in Leipzig und deren Berichterstattung aus Leipzig, die in tendenziöser weise den Tatbestand der Beweisaufnahme e n t st e l l t e n, verstärkten den bereit» bestehenden verdacht und führten zu einer vorläufigen Festnahme. Schon nach einigen Stunden jedoch erfolgte die Freilassung. Der Polizeipräsident in Leipzig wie auch die Reichsregierung haben sofort ihr Bedauern aus- gespr och e n. Eingehende Ermittlungen sind unverzüglich eingeleitet worden. Nach Abschluß dieser Ermittlungen wird das Auswärtige Amt die Botschaft der UdSSR, von dem Ergebnis unterrichten. In einer Note des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten an den deutschen Geschäfts- träger in Moskau vom 26 d. M. hat die Regierung der UdSSR, den Vorfall in Leipzig zum Anlaß genommen, um ganz allgemein aufbie Rechtsstellung der Vertreter der Sowjetpresse in Deutschland einzugehen. Das Auswärtige Amt hält es für notwendig, hierzu folgendes festzustellen: Seit Atonalen hat die Berichterstattung der Vertreter der Sowjetpresse zu schwer st en Beanstandungen Anlaß gegeben. Die Berichterstattung, insbesondere die der amtlichen und halbamtlichen Pressevertreter, entbehrt nicht nur die zu erwartende übliche Korrektheit, sie war vielmehr stets in tenden- ziösester weise gefärbt und enthielt fortgesetzt starke Angriffe gegen da» deutsche Volk, die deutsche Regierung und leitende Staatsmänner. Zu wiederholten Walen ist die Regierung der UdSSR, auf das Unhaltbare dieses Zustandes aufmerksam gemacht und um Abhilfe gebeten worden, ohne daß hieraus irgendwelche Schlußfolgerungen gezogen worden wären. Die bereits seit Monaten in Aussicht gestellte Abberufung von Frau Keith ist nicht erfolgt. Inhalt und Form der Berichterstattung der Berliner Vertreter der Sowjetpresse überschreiten in sich steigender Weise jedes erträgliche Maß. Trotzdem sind die sowjetistischen Pressevertreter in Deutschland nicht einer diskriminierenden Behandlung unterworfen worden. Wenn in letzter Zeit Pressevertreter Gegenstand unliebsamer Vorkommnisse waren, so muß in Betracht gezogen werden, daß die soeben dargelegte Tendenz ihrer Berichterstattung zu einer großen (Erregung der öffentlichen Meinung in Deutschland geführt hat, die von dieser Berichterstattung durch ständigedeutschsprachige Rundfunksendungen aus der Sowjetunion Kenntnis erhielt. Andererseits muß festgestellt werden, daß die in Moskau lebenden deutschen Pressevertreter zeitweilig nicht einmal ohne besondere Genehmigung amtlicher Stellen der Sowjetregierung Moskau verlassen durften. Ihre Berichterstattung unterliegt einer ständigen Kontrolle. Der Nachweis einer tendenziösen Berichterstattung dieser deutschen Pressevertreter, die auch nur im entferntesten mit der der sowjetischen Pressevertreter verglichen werden könnte, ist nicht zu erbringen. Ihr Grundsatz, durch eine sachliche Berichterstattung den freundschaftlichen Beziehungen beider Länder zu dienen, ist von den deutschen Pressevertretern stets beachtet, van den sowjetischen Pressevertretern in Berlin oft verletzt worden. Auf Grund dieses ganzen Sachverhalts vermag das Auswärtige Amt eine Berechtigung für die von der Regierung der UdSS. getroffenen Maßnahme nicht anzuerkennen. Die Repressalie gegen die deutschen Pressevertreter in Moskau kann keine Begründung finden in einem Vorfall, für den d i e Berliner Sowjet-Korrespondenten felbft d i e Deranwortung tragen. Die Ausweisung der deutschen Pressevertreter aus der Sowjetunion ist aus presserechtlichen Gründen unoer- st ä n d l i ch und stellt für die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder eine schwere Sela ft u n g dar, für die die Regierung der UdSSR, die alleinige Verantwortung trägt. Die akademistheZugeud im neuen Staat. Oer neue Weg der Oeuischen Gtudenienschast. Berlin, 29. Sept. (TU.) Der vor kurzem zum Führer der Deutschen Studentenschaft ernannte Reichsführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Dr. S t ä b e I, erklärte in einer Unterredung u. a., daß er vom Reichsinnenminister auf feinen neuen Posten berufen worden sei, um die großen Unklarheiten, die über d i e Zuständigkeit t e n zwischen dem NSDSTB. und zwischen der Deutschen Studentenschaft bestanden, zu beseitigen. Bei der Deutschen Studentenschaft handele es sich um eine Zwangsorganisation, die die gesamte Masse der deutschen Studenten organisatorisch zusammenfaßt. Im Gegensatz hierzu bilde der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund die Gemeinschaft einer weltanschaulich gebundenen zielbewuhten Minderheit, die die Führer für die Erziehungsarbeit der gesamten Studentenschaft im Sinne der deutschen Revolution zu stellen habe. Diese Führer sollen durch besondere Führungsschulungslager, sowie durch die Kameradschaftshäuser, in denen sich Studenten und Arbeiter zu gemeinsamer Arbeit vereinigen, herangebildet werden. Die studentischen Korporationen seien nur anzuerkennen, wenn sie ihren Mitgliedern die Zugehörigkeit zu einem der dem Stabschef der SA. unterstellten Verbände zur Pflicht machen. Andererseits würden Zwangsmaßnahmen irgendwelcher Art gegen ftu- dentische Verbände nicht geduldet werden. Die politische Schulung der Bünde werde dem Wei- spngs- und Aufsichtsrecht der jeweiligen örtlichen Studentenschaften unterstehen. Ein Zwang zur Errichtung privater Kameradschaftshäuser seitens der Korporationen werde nicht ausgeübt werden. Als wichtige Aufgabe bezeichnete Dr. Stäbe! die Schaffung eines engen Arbeitsabkommens zwischen dem NSDStB. und der NSBO., um den Studenten die notwendige Achtung vor jeder Arbeit beizubringen. Den gleichen Zweck verfolgt die Schulungsarbeit der Fachschaften, die in enger Verbindung mit den Berufsverbänden durchgeführt werden soll. Studentische Kundgebung für Stabschef Röhm. Friedrichshafen, 29. Sept. (TU.) Donnerstag nachmittag kehrte das Luftschiff „Graf Zeppelin" mit den Führern der SA. und SS. und maßgebenden Persönlichkeiten des Reichsluftfahrtministeriums von einer Instruktionsfahrt über Oberbayern nach Friedrichshafen zurück. Bei der Landung begrüßten die Führer der studentischen Verbände, der deutschen Burschenschaft, der Verbände der Turnerschaft auf deutschen Hochschulen, der Deutschen Sängerschaft, des Allgemeinen Deutschen Burschenbunoes den Stabschef Röhm und erklärten ihm, daß sie in einer Front mit dem Führer und Kanzler des Reiches bereit feien, ihre ganze Kraft ohne Kompromiß für den unverfälschten nationalsozialistischen StaatHausbau und die nationalsozialistischen Erziehungsziele einzusetzen. Die geistige und soldatische Zusammengehörigkeit von SA.-Mann, Student und Akademiker werde noch stärker als bisher in nationalsozialistischer Gemeinsamkeit mit allen revolutio- nären Kräften und wahrhaften Volksgenossen in Erscheinung treten. Der Stabschef zeigte sich hocherfreut über die Gefolgschaftserklärung der studentischen Verbände. Er begrüßte die neue Kameradschaft, die gemeinsam in der Zukunft sich bewähren werde. Mit Handschlag verabschiedete er sich dann von jedem einzelnen Führer der Verbände. Korporationen und Kameradschafishaus. Berlin, 29. Sept. (TU.) Am 29. September fand im Reichsministerium des Innern unter Vorsitz des Staatssekretärs Pfundtner eine Sitzung über die Frage der Errichtung von studen- tischen Kameradschaftsyäusern und insbesondere über das Verhältnis von Korporationen und Kamerad sch a f t shaus statt. An der Sitzung nahmen Vertreter der Hochschulländer, der vom Reichsminister des Innern ernannte Führer der Deutschen Studentenschaft Dr. Stäbe!, die Führer der Korporationsoerbände, Vertreter des SA.-Hochfchulamtes, des Deutschen Studentenwerkes und der Hochschulen statt Die Sitzung ergab die allseitige Zustim - mung zu den grundsätzlichen Darlegungen, die Staatssekretär Pfundtner für den Reichsinnenminister und Dr. Stöbet für die Deutsche Studentenschaft über die Frage machten. Danach wird das K a m e r a d s ch a f t s h a u s als eine dem nationalsozialistischen Willen der Studenten entsprechende Form des staatspolitischen und wissenschaftlichen Dienstes und der körperlichen und charakteristischen Stählung v o l l b e j a h t. 3m kommenden Semester soll die äußere und innere Gestalt des Kameradschaftshauses aus den bereits vorliegenden Erfahrungen zunächst organisch weiter entwickelt und i n er ft er Linie mit Den Studenten, die zum Arbeit»- und S A. - D i e n st für die neue Erziehungsform besonders aufgeschlossen sind, vorbildmäßig verwirklicht werden. Die Korporationen sollen unter Wahrung ihrer Selbständigkeit ohne Zwang von s i ch aus die Aufgabe durchführen, den Kameradschaftsgeist des nationalsozialistischen Studententums, der sich in dem Gedanken des Kameradschaftshauses ausdrückt, in ihrem Kreise weitgehend zu verwirklichen. Ferner wurde durch Erklärungen des Reichsinnenministeriums, des Führers der deutschen Studentenschaft und des Vertreters des SA.-Hochschulamtes feftge- stellt, daß im kommenden Semester eine klare Ordnungder von feiten der Deutschen Studentenschaft, des SA.-Hochschulamtes, des Kameradschafts- Hauses, der Korporationen und der Hochschulen an den Studenten zu stellenden zeitlichen Ansprüche stattfinden wird. Diese Ordnung wird die Erfüllung aller Forderungen gewährleisten, die im nationalsozialistischen Staat an den Studenten gestellt werden müssen, ihm andererseits aber auch die Durchführung seines Studiums und öie Betätigung innerhalb der Korporation ermöglichen. Der Eintritt in die einzelne Korporation bleibt wie bisher der freien Entschließung des einzelnen über- lassen. Sin nationales Aufsorstnngswerl Berlin, 28. Sept. (TU.) Der deutsche Wald kann den Bedarf unserer Wirtschaft und unseres Volkes an Gütern des Waldes zu normalen Zeiten nicht ganz decken. Anderseits aber besitzen wir noch Millionen Hektar ertragloses unbebautes Land, das zum großen Teil forstwirtschaftlich zu Nutzen ist. Aus diesem Grunde hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, D a r r 6, ein nationales Aufforstungswerk eingeleitet. An der Neuschaffung von Wäldern soll sich sowohl der öffentliche als auch der private Waldbesitz beteiligen. Träger der Arbeit sollen Kör- oerschaften des öffentlichen Rechts, gemischtwirtschaftliche Unternehmungen und Landwirtschaftskammern sein. Der aufforftungsroillige private Grundbesitz muß einen der genannten Kreditträger einschalten. Die Anträge für Kreditgewährung Für Aufforstungen müssen bis zum 31. 12. 1933 an Die Deutsche Rentenbankkreditanstalt eingereicht werden. Die Durchführung der Arbeit kann erfolaen als Notstandsarbeit mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes oder ausnahmsweise auch im freien Ar- beitsoerhältnis, soweit der Darlehensbetrag 10 000 Mark nicht übersteigt. Mit der Arbeit muß nach Bewilligung des Darlehens unverzüglich begonnen werden. Sie muß bis zum 1. Juli 1934 beendet fein. Aufgeforstet werden können in erster Linie Oedland, unbrauchbares Ackerland, sowie frühere Waldflächen, die durch Insekten, Feuer, Sturm usw. vernichtet wurden und vom Besitzer mit eigenen Mitteln nicht wieder aufgeforstet werden können. Bei der Aufforstung ist unter allen Umständen zu vermeiden. Daß Wälder gegründet werden, die infolge nichtsach- aemäher Zusammensetzung, durch Witterungseinflüsse und Schädlinge besonders gefährdet sind, vor allem also reine Nadelwälder. Es ist vielmehr an- zustreben, daß Mischwald gebaut wird, der vor allem auch aus Bäumen bestehen soll, die Deutschland nicht in ausreichender Menge und Beschaffenheit besitzt. Bei Aufforstungen, die vorwiegend mit Nadelhölzern geschehen, müssen die notwendigen Vorkehrungen gegen Feuersgefahr' getroffen werden. Aus aller Welt. Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Weimar. Im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft fand in Wei- mar die 124. Hauptversammlung statt. Landrat a. D. v. Keudell erinnerte daran, daß die deutschen Bauern besonderen Grund hätten, dem Führer aus tiefster Seele zu danken. Denn seit Bismarck sei noch niemals von einem deutschen führenden Staatsmann ein solches Bekenntnis zum Bauernstand errungen, und noch niemals seien den Worten auch solche gesetzgeberischen Taten gefolgt. Sodann wies der thüringische Ministerpräsident Marsch ler auf die Notlage der im Thüringer Wald und auf den Höhen der Rhön wirtschaftenden Landwirte hin und umriß die Bemühungen Der thüringischen Regierung, praktische Agrarpolitik zu treiben. Den Haupt- vortrag hielt Professor Dr. Brinkmann (Bonn- Poppelsdorf), über „Die Selbstversorgung Deutschlands als Arbeitsziel der deutschen Landwirtschaft". Zur vollen Selbstversorgung, so führte der Redner aus, fehlten uns heute noch rund 20 v. H. des gegenwärtigen Bedarfes. Mit den wechselnden Konjunkturen und der jeweiligen Anpassung des Betriebes an sie sei es heute vorbei. Von Dem Wahn der Weltgebunoenheit seien wir zurückgeführt worden zu Dem Bewußtsein der Bodenoerbundenheit. Durch ev-bloc-Annahme erfolgte die Wahl zum Präsidenten und zum Hauptausschuß. Vorsitzender des Vorstandes bleibt Rittmeister Dr. v. Wedsky. Zwischenfall bei einer Hauptmann-Aufführung in London. Bei der englischen. Uraufführung von Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang" im Londoner Shaftesbury-Theater, in der Werner Krauß in Der Hauptrolle gastierte, ist es, wie aus London berichtet wird, zu Störungen gekommen. Als der Vorhang hochging und der erste Schauspieler, den man fälschlich für Werner Krauß hielt, zu sprechen anfangen wollte, setzte von den Galerien ein Sprechchor mit Schmährufen gegen das neue Deutschland ein. Gleichzeitig wurden Flugblätter in das Parkett geworfen. Auch Stinkbomben wurden geworfen. Es Dauerte Minuten, ehe eine junge englische Schauspielerin sich vor Dem niedergelassenen Vorhang Gehör verschaffen konnte. Sie wies darauf hin, daß es für dreißig englische Schauspieler eine hohe Ehre sei, mit diesem großen deutschen Künstler zusammen spielen zu dürfen, und forderte die Ruhestörer auf, das Haus zu verlassen. Die überwältigende Mehrheit der Zuhörer unterstützte die Schauspielerin mit lautem Beifall. Nachdem die Galerie von den Störenfrieden geräumt worden war, konnte das Stück feinen Anfang nehmen. Aerzliche Führerlagung in Eisettach. Der Führer der deutschen Aeuzteschaft, Kommissar Dr. Wagner, München, hat die (Bauobmän- ner Des NSD.-AerztebunDes, Die staatlichen Gesundheitskommissare und die Beauftraften bez den Landes- und Prooinzialverbänden zu einer wichtigen Besprechung nach Eisenach berufen. Eine Reihe bedeutender aktueller Fragen wird Gegenstand interner Beratungen fein. Während der Tagung findet heute (Samstag) abend eine große öffentliche Versammlung statt, in deren Mittelpunkt eine Rede von Dr. med. W. Groß, dem Leiter des Auf- tlärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege stehen wird. Grohfeuer vernichkel elf Gebäude. In Schwabhausen bei Tauberbischofsheim vernichtete ein Großfeuer sechs Wohnhäuser und fünf Scheunen. Zahlreiche Löschmannschaften von Schwabhausen und Umgebung sowie Die Motorspritzen von Tauberbischofsheim und LauDa bekämpften das riesige Feuer, ohne jedoch viel aus» richten zu können. Eine Anzahl Schweine und Hühner, reiche Getreide- und Futteroorräte und zahlreicher Hausrat wurden ein Opfer der Flam» men. Aus Öer Pwvinzialhauptffaöt. Oes deutschen Volkes Erntedank. Von Superintendent Lic. Borrmann. Erntedankfest — wahrlich: wenn durch dieses Wort schon immer ein Strom von Freude floh, heute hören wir ihn besonders stark rauschen. Ist es doch in den meisten Gegenden unseres Vaterlandes eine sehr gute Ernte gewesen, die der Landmann ein» brachte. Wir werden nicht zu darben brauchen in diesem Winter Wir werden auskommen und hoffentlich noch über haben. Da steigt der Dank zu dem Geber dieser guten Gabe aus dem Herzen auf die Lippe: Du gabst uns Brot, wir danken dir, Herre Gottl Ja, wir beugen uns vor dem uralten Wunder des Lebens, das durch Gottes Güte sich uns jedes Jahr neu offenbart. Daß die Samenkörner die Erde durchbrechen, daß die Halme wachsen und reifen, das ist ewiges Naturgesetz und doch in jedem Jahre ein neues Wunder vor unseren Augen und stellt uns darum jedes Jahr aufs neue Gottes Schöpfer- güte vor die Seele. • Aber zugleich mit der Erkenntnis von Gottes Allmacht ergreift an jedem Erntedankfest das Gefühl unserer menschlichen Ohnmacht von uns Besitz. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unserer Hand." Gerade der Landmann spurt in jedem Jahr aufs neue seine ganze Abhängigkeit von Gottes Segen. Denn nicht der Mensch laßt zur rechten Zeit die Sonne scheinen und zur rechten Zeit Regen kommen auf den durstigen Acker. Nicht der Mensch ist letzte Instanz, sondern Gott. An seinem Segen ist alles gelegen. So führt gerade Die Naturverbundenheit den Menschen, der nicht ganz auf- und untergeht in der Oberflächlichkeit des Alltags, zur Gottverbundenheit. Aber das deutsche Volk hat an diesem Erntedankfest für mehr zu danken als nur für die gute Ernte. Die Saat treuen, unermüdlichen und unerbittlichen Kämpfens um Deutschlands Erhebung reifte zur Ernte. Wofür der treue Ekkart unseres Volkes, dessen 86. Geburtstag wir morgen feiern werden, unser Reichspräsident, in seinem langen und gesegneten Leben so erfolgreich kämpfte, das nahm oer Führer des neuen Deutschland, unser Volkskanzler, auf und führte es zum siegreichen Ziel: Wir sind wieder e i n Volk, e i n deutsches Volk, das den alten deutschen Tugenden der Treue, der Sitte, des Glaubens und der Pflicht nachleben will; wir sind geworden und wollen es immer mehr noch werden: eine Schicksalsgemeinschaft, auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Darum vereinigen sich heute am Erntedankfest, dem Tag des deutschen Bauern, Stadt und Land, Nährstand und Wehrstand, symbolisch zu eindrucksvoller Feier der Einigkeit, die dann im Alltag sich bewähren wird. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen. Volksoer- b u n d e n h e i t, die wir erlebten und erleben, führt darum immer wieder letzten Endes zur Gottoer- bundenheit. Damit ist schon der dritte Dank angedeutet, den das deutsche Volk abstatten muß. In weiten Kreisen ist religiöses Fragen und Suchen wieder aufgewacht, wo sonst alles Fragen nach ewigen Werten erstickt zu sein schien im oben Materialismus. Das Volk fragt wieder nach der Kirche und nach dem, was Die Kirche zu bringen hat, nach dem alten und jetzt wieder so zeitgemäßen Evangelium von Gottes Gnade. Und die Kirche, einem Hunderttorigen Theben gleich, tut alle ihre Tore weit auf für ihr Kirchenvolk und geht wirklichkeitsnah und diese Zeit wie den neuen Staat bejahend hinein ins deutsche Volk mit der Lebensbotschaft von Gottes ewiger Vaterliebe. Für diese Erntegabe neuer Gottverbundenheit Gott zu danken, das ist ein köstliches Ding. Darum danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und feine Güte währet ewiglich. Aller Dank muß letzten Endes zur T a t werden. Was ein schönes ^Lied fordert: ,,... daß wir die Liebe, von der wir leben, liebend an andere weitergeben", das soll Wahrheit werden auch bei des deutschen Volkes Erntedank. Wenn wir darum zu danken haben für eine gute Ernte, so wollen wir diesen Dank zur Tat werden lassen durch beji tatkräftigen Kampf gegen Hunger unb Kälte. Hier Dankopfer bringen, bas ist deutsche und christliche Ehrenpflicht zugleich. Und wenn wir danken dürfen für Deutschlands nationale Erhebung, so soll dies unser Dank mit der Tat sein, daß wir von nun an noch treuer, noch fester, noch zuversichtttcher uns einreihen in die deutsche Volksgemeinschaft und im Alltag weiterkämpfen, jeder an seinem Platz, für eine immer feftere Volksverbundenheit. Endlich: Wenn wir danken können für Gottes Wort, das Frucht brachte in unserem Herzen, so daß wir fester wurden im Glauben und gewisser darum auch auf unserem Lebensweg, so wollen wir dadurch unseren Erntedank abstatten, daß wir uns geloben, auch in den schwersten Tagen von Gott nicht zu lassen und durch unser Leben seine Liebe anderen zu verkündigen. Es ist das Lutherjahr, in dem wir stehen. Und wir geloben als Erntedank gegen Gott, eins der köstlichsten Lutherworte durch unser Leben in Zukunft wahrzumachen: Jetzt muß einer dem andern ein Christus werden! Dank der NSOAp. an die städtischen Beamten. Die Kreisleitung Gießen der NSDAP, hat an die Bürgermeisterei Gießen folgendes Schreiben gerichtet: Den Beamten der Stadt Gießen spreche ich meinen Dank aus für das große Interesse, das sieanderErhaltungdesTheaters dadurch gezeigt haben, daß sie fast durchweg ein A b o n n e- ment genommen haben. Ich hoffe, daß sie damit ein Ansporn und ein nachahmenswertes Beispiel für die übrigen Beamten meines Kreises geworden sind. Heil Hitler! Dr. Harth, Kreisleiter. Kindergarten auf der Braunen Messe. Auf dem Ausstellungsgelände der Lie- bigshöhe befindet sich auch ein Kindergarten. Kinder der Ausstellungsbesucher finden dort täg- lich von 14 bis 19 Uhr Beaufsichtigung und Be- schästigung (außer Sonntag, 1. Oktober). NS.-Frauenschast Gießen-Süd. Die Mitglieder werden gebeten, am Erntedankfesttag die Kranken unb Alten in ihrer Nachbarschaft zu besuchen und ihnen durch Mittagessen, Blumen oder sonstige Gaben eine Freude zu bereiten. Ferner wird gebeten, auch die Pfleglinge in den Krankenhäusern nicht zu vergessen. AS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen stehen. Ausführung der Arbeiten wurden er- nur Gießener Handwerker in An- reulicherweise geschrieben: Gießens zu Vom Konzertverein wird uns Heil Hitler! K l ö ß, Kreiswalter der NSV. Oer neue Direktor der Chirurgischen Klinik. Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. Der ordentliche Professor an der Universität Frank- urt a.M. Dr. Albert Wilhelm Fischer hat den Ruf an die Universität Gießen als Nachfolger des verstorbenen Geh. Medizinalrats Professor Dr. Pop- pert und Leiters der Chirurgischen Klinik angenommen. — Unser Bild zeigt Professor Dr. Fischer. Wechsel in der Leitung des Universitäts-Sekretariats. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Herr Reichsstatthalter hat den Bürodirektor an der Landesuniversität Gießen, Wilhelm Erle, auf feth Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und in besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 ab in den Ruhestand versetzt. unserer Stadt aus diesem großzügigen Umbau erhielt, verdient alle Anerkennung. Die gesamten Umbauarbeiten wurden nach dem Entwurf und unter Leitung des Architekten Baurat S ch u hm ad) er vorbildlich und glücklich ausge- ' ührt. Für die Ausführung der Arbeiten wurden er» Das Bestreben, die musikalische Kultur erhalten und zu fördern gab Veranlassung, ein besonders sorgsam ausaewähltes Programm für den Winter aufzustellen. Bei großem Entgegenkommen unserer Künstler ist in langer vorbereitender Arbeit alles aufgeboten worden, Die Bedeutung eines solchen Kulturfaktors, wie ihn der 140 Jahre bestehende Konzertoerein darstellt, durch den hohen Stand seiner Darbietungen zu kennzeichnen. Wir wenden uns nun aber auch an alle musikalischen Kreise Gießens und darüber hinaus an alle kulturell inter- efsierten Menschen mit der Bitte um kräftigste Unter- stiitzung und Werbung! Nur wenn alle bereit sind, unsere Konzerte zu besuchen, wenn sich Alle zusarn- menfinden und zu uns stehen, nur dann kann das Fortbestehen des Konzertoereins als gesichert ange- sehen werden. Helfe ein jeder von feiner Seite, kommend und werdend, dann wird das, was in den An alle Ortsgruppen- und Zellenwalter der NS.-volkswohlsahrt des Kreises Gießen. Auf Anordnung des Gauwalters der NS.-Volks- Wohlfahrt findet am Sonntag, !. Oktober, die aus Anlaß des Eintopfgerichtes angefetzte Haussammlung nicht statt. Desgleichen hat die für die Stadt Gießen am Montag, 2. Oktober, bestimmte Hausse, rnrnlung ebenfalls zu unterbleiben. Lediglich in den Gastwirtschaften und Hotels wird am Sonntag ge- ammelt. Für die Stadt Gießen kommt diese Sammlung nicht in Frage, da mit der Leitung der Gastwirtevereinigung hierüber eine besondere Vereinbarung getroffen wurde. Gleichzeitig wird an die Einsendung einer namentlichen Liste der gebildeten Arbeitsauschüsse für das Winterhilfswerk 1933 bis 1934 erinnert. Jeder Zellenwalter hat für feinen Ort einen Arbeitsausschuß nach den bereits mitge- teilten Richtlinien zu ernennen. An alle Ortsgruppen und Zellenleiter der TkSDAP. des Kreises Gießen. Ich erinnere an die Bestätigung der bei der Reichsführung der NS.-Volkswohlfahrt erfolgten Bestellung der vom Reichsministerium für Propa- ganda und Volksaufklärung herausgegebenen Bro- schüren. Letzter Termin 2. Oktober 1933. Heil Hitler! Kloß, Kreiswalter der NSV. Die Ortsgruppenwalter haben ebenfalls zu dem festgesetzten Termin ihren Mitarbeiter st ab (Ortsgruppenwalter-Stelloertreter und Ortsgruppen- tafl'enroalter) namentlich zu melden. Die Einhaltung der Termine über die geforderten Unterlagen ist unbedingt erforderlich. Am Sonntag, 8. Oktober, findet in allen Orten des Kreises Gießen ein allgemeiner Sammeltag statt, lieber die Ausgestaltung dieses Tages ergehen noch besondere Richtlinien. Die Amtswalter der NSV. setzen sich sofort mit den Ortsgruppen- und Zellenleitern der Partei, sowie den Führern der SA., SS., HI-, dem JV„ dem BDM., der Frauenschaft in Verbindung, daß nach Möglichkeit an diesem Tage keine Beran- taltung einer dieser. Untergliederungen statt- findet. Der 8. Oktober soll ganz im Zeichen des Kampfes gegen Hunger und Kalte Schlußgebet spricht Pfarrer Lenz. Der Choral „Nun danket alle Gott" beschließt den Gottesdienst. Die Choräle werden von der Militärkapelle gespielt. Oie Gießener SA am Erniedanksest- Sonniag. Zur morgigen Feier des Erntedankfestes stehen die SA. - Stürme des Standortes Gie - 3 em Sonntagmorgen 8.30 Uhr geschloffen zum Abmarsch auf dem Lanbgraf-Philipp-Platz mit der Spitze an der Senckenbergstraße. Der Abmarsch er- olgt 8.45 Uhr durch folgende Straßen: Sencken- bergstrahe, Moltkestraße, Kaiser-Allee am Schützen- Haus vorbei zum Sportplatz aus dem Trieb. Dort marschieren die SA.-Stürme im Anschluß an die Reichswehr zum Feldgottesdienst auf. Die Fahnenabordnungen nehmen links und rechts des Altars Aufstellung, die Kapelle und der Spielmannszug bleiben bei der SA. Beim Altar wird die Reichswehrkapelle spielen. Um 9.30 Uhr beginnt der Feldgottesdienst. Nach dem Gottesdienst marschiert die SA. zum Landgraf-Philipp-Platz zurück. Morgens vor der Aufstellung wird die S t a n- barte feierlich beim Standartenführer (Marburger Straße) abgeholt und nach der Rückkehr nach dem Landgraf-Philipp-Platz ebenso feierlich wieder zum Standartenführer zurückaebracht. Nachmittags besuchen die Gießener SA.-Stiirme die politischen Veranstaltungen anläßlich des Erntedankfestes nach folgender Anordnung in den Orten: Annerod 11/116, Klein-Linden und Leihgestern R. 11/116, Wieseck 12/116, Großen-Linden 17/116, Heuchelheim 14/116, Rödgen 18/116, Hausen und Watzenborn: Motörsturm. Doch ein Sonderzug nach Hameln. Der Landes-Propagandastelle ist es durch Verhandlungen mit der Reichsbahndirektion nun doch gelungen, einen Sonderzug nach Hameln fahren zu assen. Er fährt am Sonntagfrüh ab F r an ff urt Hbf. 3.00, Hanau 3.45, Fulda 5.21 Uhr. Der Sonderzug fährt nach Tuendem bei Hamelrr und kommt dort 10.44 Uhr an. Rückfahrt ab Tuendem bei Hameln Montag 14.40 Uhr, Frankfurt a. M. an 22.43 Uhr. Nachtquartiere in Tuendem stehen- zur Verfügung. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt ab Frankfurt am Main beträgt 7 Mark (75projentige Preisermäßigung). Diese 75prozentiae Preisermäßigung versteht sich auch von allen Abgangsstationen im Umkreis von 100 Kilometern zu den Zusteigsta- tionen. Beschützt den Neuling! Die Zahl der Arbeitslosen fällt, die Zahl der Beschäftigten steigt. Leider nehmen aber auch die Betriebsunfälle zu. Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit muß sich der neueingestellte Sirbeiter erst umstellen, mit Den Betriebsräumen und Den Arbeitskameraden vertraut werden und sich mit dem ungewohnten Stoff und Werkzeug einarbeiten. Dadurch wird der Neuling von den möglichen Betriebsgefahren abgelenkt und ihnen stärker ausgesetzt, als der „alte" Arbeiter. Deshalb müssen Be- triebsleiter, Meister und Kollegen jeden Neuling auf die eigenartigen Betriebsgefahren Hinweisen, ihn über Unfallvorschriften und Schutzvorrichtungen belehren. Nach der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit trifft ein Unfall den Neuling doppelt hart. Deshalb schützt und schirmt den neuen Kameraden! Llnierstützt den Konzertverein! und L u d w i g K a i s e r (Kassel). Als Chorkonzert das Weihnachts-Oratorium von Bach, endlich zwet Orchester-Konzerte. , nr, , , , 'Näheres über die verbilligten Abonnements bei unserem Rechner, Herrn Ernst Challier, Neuen- weg 10 und in den Anzeigen. Film -Uraufführung in Gießen. In einer besonderen Festvorstellung wirb am fom- menben Montag, 2. Oktober , im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Film in öer juö Deut- scheu Uraufführung gezeigt, der sicherlich von vielen Kinobesuchern mit großer Spannung erwartet wurde. Der Universal — Dr. Fanck — ©ron« land-Expeditionsfilm „SOS Elsberg" führt m die interessantesten Teile Westgrönlands und zeigt inmitten einer fesselnden Handlung die Arktis in ihrer ganzen Schönheit, die vom Photographen mit Meisterschaft in künstlerischen Bildern festgehalten wurde. Die Regle des Filmes führte Dr. Arnold Fanck, der dem Gießener Kinopublikum schon feit Jahren durch seine vorzüglichen Filme „Wunder des Schneeschuhs", „Stürme über dem Montblanc", „Der heilige Berg" usw. gut bekannt ist. In dem neuen Film sind Leni Rief en stahl, Ernst Uöet (der mit phantastischen fliegerischen Leistungen aufwartet), Gustav D i e ß l, Sepp R i st und Walter Ri ml die Träger der Hauptrollen. Der Freund des guten Filmes wird es nicht versäumen,, dieses bedeutende Filmwerk anzusehen. Umbau des Hotels „Prinz (Sari* vollendet. Der Seltersweg hat nach der Fertigstellung des Umbaues des Hotels „Prinz Carl" nicht unerheblich gewonnen. Die Front des Hotels hat nach durchgrei- fenber Umänderung, insbesondere des Erdgeschosses, eine der Neuzeit entsprechende Note bekommen; durch Wegfall der Balkone und Anbringung von breiten, lichtbringenden Schiebefenstern wurde der Hotelcharakter bestens gewahrt. Durch die einfache, sachliche und vornehme Ausgestaltung der Fassade mit der ansprechenden Beschriftung, und dem würdigen Eingang, wird die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden unwillkürlich auf das Haus gelenkt. Auch im Innern sind die Hotelräume einfach, gediegen und in ihrer Farbenwirkung geschmackvoll ausgestattet. Der Besitzer, Herr B e u ch e r t, der nunmehr auch Bier vom Faß in seinem Lokal zum Ausschank bringt, dürfte durch diese Erweiterung bei seinen Gästen alle Anerkennung finden. Vorbildlich erscheint die Lösung der Büfetteinrichtung. Die eingebauten großen Verbindungstüren (Harmonika- küre) ermöglichen es, den Erfordernissen entsprechend die Reinlichkeiten zu unterteilen. Die Beleuchtungsfrage wurde sehr gut gelöst; desgleichen die Ent- und Belüftung der Räumlichkeiten. Alle Räume werden durch Zentralheizung erwärmt. Herr Beuch e r t hat bei dem Umbau auch besonderen Wert auf hygienisch einwandfreie Ausgestaltung öer Toilettenräume Wert gelegt. Neben der Eingangshalle, die durch eine eichene Holzvertäfelung der Wände, und durch die geschickte Lösung der Portierloge auffällt, liegt ein Konferenz- und Gesellschaftszimmer, das in gleichem Charakter wie die Hotelräume ausgestattet lst. Durch die Neuherrichtung der Hotelräume sind diese nunmehr auf dieselbe zeitgemäße Basis gebracht worden, wie die Hotelzimmer. Der wirtschaftliche Antrieb, den das Handwerk und das Gewerbe 1 pruch genommen. Frachtermäßigung für landwirtschast» liche Siedlung. Auf Antrag des Reichsernährungsministers D a r r 6 hat sich die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft bereit erklärt, für die Beförderung aller Güter, soweit sie unmittelbar als Baustoffe für die Arbeiten zur Schaffung neuer Bauernhöfe (landwirtschaftliche Siedlungsvorhaben) gebraucht werden, eine Frachtermäßigung in Höhe von 20 o. H. zu gewähren, und zwar unabhängig davon, ob diese Arbeiten im Rahmen eines der Arbeits- befchafsungsprogramme der Reichsregierung durchgeführt werden. Die näheren Bestimmungen über die Erlangung dieser Frachtermäßigung werden im Tarif- und Verkehrsanzeiger der Deutschen Reichsbahngesellschaft veröffentlicht. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 30. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing (gelb), das Pfund 7 bis 8, (grün) 6 bis 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römifchkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 5 bis 7, Rosen- kohl 25 bis 30 Pf., Feldsalat —,80 bis 1,— Mark, Tomaten 8 bis 10 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Pilze 25, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Falläpfel 6 Pf., Pfirsiche 40, Brombeeren 30, Preißelbeeren 28 bis 30, Aepfel 10 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 5 bis 7, Honig 40, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60, Gänse 75 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 55, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 15, Lauch 3 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Volkshalle, ab 11 Uhr, Braune Messe. — Caf6 Leib, 20.15 Uhr, Fahnenweihe der Ortsgruppe Gießen- Süd der NSDAP. — Hotel Prinz Carl, abends, Familienkonzert. — Deutscher Stenografenbund, Bergschenke, Vereinsabend. — Ausstellungsräume der Möbelfabrik Karl Hahn, Löberstr. 17, Möbel- Sonderschau. — Lichtspielhaus Gießen: „Lachende Erben" mit Heinz Rühmann und Lien Deyers. — Z a*g e s f a l e n ö e r für Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Schwarzwaldmädel".— Volkshalle, 10 bis 20 Uhr, Braune Messe. — Os- waldsgarten, Beginn der Herbstmesse. — Kraftpost- Gesellschaftsfahrt durch das Weiltal, Abfahrt 8 Uhr, Hauptpost. — Ausstellungsräume der Möbelfabrik Hahn, Löberstr. 17, Möbel-Sonderfchau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lachende Erben". — Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, die schon seit Jahren jeweils in den Wintermonaten mit interessanten Vorträgen aufwartet, eröffnet demnächst, und zwar am Donnerstag, 5. Oktober, die Vortragsreihe für das Winterhalbjahr 1933/34. Vorgesehen sind folgende Bürodirektor Erle trat im Jahre 1898 als Finanzaspirant bei dem Universitätssekretariat ein und wurde am 25. April 1903 als Sekretariatsassistent planmäßig angestellt. Am 17. Juni 1911 erfolgte seine Ernennung zum Universitätssekretär. Die Amtsbezeichnung wurde später in Obersekretär, dann in Inspektor bzw. Oberinspektor umgewandelt. Mit Wirkung vom 3. Dezember 1928 wurde er xum Bürodirektor ernannt. Neben seinem Amt hat sich Bürodirektor Erle im gemeinnützigen Dienst der Oesfentlichkeit mit ganz besonderer Hingabe der deutschen Turnerei gewidmet. Von 1911 bis zum Herbst 1932 stand er als erster Sprecher an der Spitze des Turnvereins von 1846 Gießen, ferner ist er Vorstandsmitglied in einigen anderen Vereinen. In dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um das deutsche Turnen wurde er zum Ehrenmitglied des Turnvereins von 1846 und bei [einem Scheiden von der Führung des Vereins zu Dessen Ehrenvorsitzenden ernannt. Ferner ist er Inhaber des Ehrenbriefes des Mittelrheinkreises der DT. und des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschaft. Sowohl in den Kreisen der Universität, wie auch in der Gießener Bürgerschaft und besonders bet den Turnern in Stadt und Land erfreut sich Herr Erle großer Wertschätzung und allgemeiner Beliebtheit. Fahnen heraus! Es sei noch einmal Daran erinnert, daß die Stadtverwaltung und die Veranstalter der „Braunen Messe" die Bürgerschaft bitten, während der „B r a u n e n M es s e" die Straßen der Stadt durch Beflaggen der Häuser festlich zu schmücken. Die Stadt hat in ihrem Bereich, insbesondere auch vom Bahnhof her, die Flaggen bereits hissen lassen. Hoffentlich wird der Aufforderung zum Flaggen allenthalben entsprochen. Oer Crntedank Festgottesdienst. Am morgigen Erntedankfesttag wird ein Erntedankfestgottesdienst auf dem Trieb an der Volkshalle stattfinden. Beginn 9.30 Uhr. An dem Gottes- dienst nehmen unsere Garnison, die Gießener SA. und die uniformierten Amtswalter der hiesigen Ortsgruppen der NSDAP, teil. Der Gottesdienst wird mit dem Choral „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet. Hierauf folgt die Predigt von Pfarrer Lenz. Nach dem Choral „Lobe den Herrn" folgt die Predigt von Pfarrer Dr. H e m m e s, an- chließend der Choral „Wir treten zum Beten". Das beiden letzten Jahren so schwer gefährdet worden ist, zu neuer Blüte sich erheben können! Der Besuch unserer Konzerte wird um so eher möglich sein, als alle Preise, sowohl für das Abonnement, als auch für den Einzelbesuch der Konzerte, auf ein möglich st niedriges Maß zurückge- ührt worden sind, so daß auch bei wirtschaftlich chwierigen Verhältnissen der Konzertbesuch er- chwinglich sein Dürfte. Vorgesehen sind folgende Solistenkonzerte: V!o- linabenb mit Professor Havemann, Klavierabend mit Professor WikhelmBackhaus, Orgelahend mit Professor Günther Ramin, Kammermusikabend mit dem Wendling-Quartett, ein Reger-Abend mit- Professor Fritz Stein (Berlin) otizen- Volks- ine * Inoe W U »Wffi, ** sÄK tzWL DW MW -M- cha's.i Jahre"Ertrage" ft«??* fr* ^5 J ®ie6e, «^Vrli^t'. ■■pajj L^'Z2 A d>° ärttis ‘ ite*nS S.fe SÄ '^p Rist M »kW10®«!. Der Der|äumen. - n. UM die einfa^,, Haltung be r SfaffaL jlW unb bim wür. WamMf bet Sor» " .das Hous gelenkt, otelraume elchch,«. ®’r,u3 *aer Arbeiten wurden er« er Handwerker in An- sürlandwirtschast' rdlung. leichsernährungsministers Nische Reichsbahn-Gesell« die Besorderuna aller >lbar als Baustoffe sür unq neuer Bauernhöfe ngsoorhaben) gebraucht igung in hohe von 20 war unabhängig davon, men eines bet Arbeite« r Reichsregierung durch- eren Bestimmungen über i». ,ei,marttV«'se. ÄSSZ fe io, ben 8 M w ' 15 bl5 0, * Kw* £äk11 '■ A'n n 10 en 6upPen‘ ^/'rkÄbiS^"' 15 Lauchs °bi5 b^ 20, N* erie 5 vis w lieber- 6944A V V - ----------- । ————— Der Kenner trinkt dasAe Gießener Brauhaus-Pils Gartenwerkzeuge Erich Zimmermann, Rechtsanwalt. Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse Telefon 3403 adelten Landschweins 5834D 6057 A Henko Ae&t» löafcAef & PWllc feinem unserer erzeugt Besuchen Sie während der Braunen Messe in Biegen unsren Ausstellungsstand Nr. 19/20 Blumenzwiebeln wie Hyazinthen, Tulpen, Narzissen, Crocus, Schneeglöckchen, Scilla für Zimmer- und Freilandkultur Zur Bekämpfung des Frostspanners an Obstbäumen la Raupenleim und Unterlagepapier Leimring „Fix-Fertig" Derjenige, der diese Bauernrechte zu Vorteil ausbeuten will, ist ein Verräter Revolution. Ebenso soll nicht mehr Milch werden, als zum jetzigen Zeitpunkt. Vorträge: Donnerstag, 5. Oktober: Dr. Walther Bruns (Neubabelsberg) über „25 000 Kilometer durch Sibirien": Donnersta " “ Dr. Wilhelm Credner ( Den heffen-naffam'schen Bauern zum Erntedankfest. | Saatroggen Original Breustedt's Schladener (PetkuserTyp) Saatweizen Original Breustedt's Extra-Dickkopf Karsten's Dickkopf Nr. 5, erste, anerkannte Absaat Ich gebe hierdurch bekannt, daß ich meine Praxis von Ludwigstr. 47 nach Horst-Wessel-Wall (Westanlage) 1 Ecke Frankfurter Straße (Erdgeschoß) verlegt habe. Auftrieb: 8 — 9 Uhr Prämiierung: 9—11 Uhr 11 Uhr Beginn der Versteigerung Anfragen an das Tierzuchtamt der Hess. Bauernkammer in Gießen Der Alicefrauenverein vom Roten Kreuz Zweigvereln Gießen macht bekannt, bah am 4. Dezember d. I. wiederum eine Ehrung der Hausangestellten die b Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre in einem Hause gedient haben, stattstndet. Es ist dies eine hochherzige Stiftung und wird zum sechstenmal gefeiert. Die Unterzeichnete bittet die betreffenden Dienstherrschaften, schriftliche Anmeldungen mit polizeilicher De- stätigung der Daten an ihre Adresse zu gehen zu lassen Die Listen für das Jahr 1933 werden am 1. November geschlossen. 6037D Wilhelmine Kramer,i.Vorsitzende,LubVigspl.io'^ In dem herrlichen Land am Rhein, am Main und am Neckar feiert morgen das ganze deutsche Volk den Bauerntag. Wir Bauern danken unserem Dolkskanzler Adolf Hitler, daß er seinem Reichsbauernführer R. W. Darrö die Voll- machten gegeben hat, um das deutsche Bauerntum aus dem Kapitalismus und Liberalismus herauszuführen in eine neue Zeit. Das gesamte deutsche Volk freut sich mit dem Bauern, denn es weiß, daß der Bauer die Ernäh- rungsgrundlage für alle schafft. Aber wir Hessen- nassauischen Bauern Haden noch einen besonderen Grund zu feiern: durch die zielbewußte Arbeit unseres Gauleiters und Neichsstatthalters Sprenger sind Zwei Gebiete, die zusammengehören, auch zu- fammengefommen. Rhein, Main, Neckar schließen uns eng zusammen. So haben auch wir in unserer berufsständischen Dr- ganisation die Zusammenfassung der hessischen und nassauischen Bauern zum hessen-nassaui- schen Bauernstand vorgenommen. Die Führer dieses Berufsstandes kennen keinen Unterschied der Gebiete, sondern sie werden mit ihrer ganzen Kraft die Einheit und die gegenseitige Ergänzung fördern. So steht dieses große deutsche Ernte- d a n k f e st im Zeichen der nationalsozia- l i ft i schen Revolution. Die letzten Gesetze, die den Reichsernährungsminister ermächtigen, den Aufbau des Reichsnährstandes vorzunehmen, die Erzeugung, ^en Absatz, sowie die Preise und Preisspannen landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu regeln, wenn dies unter Würdigung der Belange der Gesamtwirtschaft und des Gemeinwohles geboten erscheint, sowie das Gesetz über den Zusammenschluß von Mühlen, geben dem deutschen Bauer Rechte. Aber ebenso groß, größer sind seine Pflichten, seine Pflichten dem deutschen Volke gegenüber, feine pflichten für seinen Berufsstand. auszusehen hat, darüber brauche ich sicher den zuständigen Herren nichts zu sagen. Der Verputz in der Kapelle ist noch dazu an vielen Stellen schadhaft. Dieser Zustand trägt auch nicht gerade zur Verschönerung des Bildes bei, aber vielleicht nimmt die Verwaltung Veranlassung, gelegentlich der dringend notwendigen Ausbesserung auch gleich den oben bargelegten Wünschen Rechnung zu tragen. Für Menschen mit Gefühl unb nur ein wenig Geschmack ist der Aufenthalt in ber Kapelle wegen ber geschilderten Mängel zur Zeit wirklich eine Tortur, über die die schönste Ansprache des Pfar- ig, 9. November: Prof. (München) über „Geo- graphische Reisen und Forschungen im Süden Chinas"; Donnerstag, 7. Dezember: Dr. Franz Kühn (Kiel) über „Die wirtschaftliche Differenzierung Argentiniens in ihrer Abhängigkeit von Natur und Mensch": Donnerstag, 11. Januar: Dr. Paul Rohrbach (München) über „Afrika 1933 und die deutsche Kolonialfrage": Donnerstag, 8. Fe- bruar: Prof. Dr. Hermann L a u t e n f a ch (Gießen) über „Reifen in Korea". Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. Denkt immer daran, daß das Volk und ihr selbst I wieder gesunden könnt im gemeinsamen Zu- sammenhelfen. Und so darf kein Bauer aus | rers, bte feinste Harmonkum-Musik und der vollendetste Chorgesang nicht hinweghelfen können. B. (Eine Bitte aus dem IDehlarer Deg. Tiit Freuden werben es alle Anwohner der unteren Klinikstraße begrüßen, daß diese Strohe jetzt endlich in einen vernünftigen Zustand gebracht wird. Sämtliche ^Einwohner des oberen Stadtviertels roaren ber Stadtverwaltung dankbar, wenn auch der Bürgersteig im Wetzlarer Weg bis an die neu eingerichtete Kirche der Petrusgerneinde in solcher We.se hergestellt würbe. Einer für alle. ber für ben ganzen Stanb geltenben Regelung für sich befonbere Vorteile gewinnen wollen. Und so werden wir auch nach diesem Erntedank- fest uns derer erinnern, die heute noch arbeitslos find. Was ist unser Opfer, gemessen an der politischenleiblichen Not dieser Volksgenossen? keiner soll diesen Winter hungern ober frieren. Wir hessen-nassauischen Bauern sinb National- sozialisten unb werben mit Begeisterung ben armen Volksgenossen helfen. Voll froher Zuversicht blicken wir auf Abolf Hitler, voll Vertrauen folgen wir unserem Reichsbauernführer! Bauern, wir sinb bie Grundlage ber beutfdjen Nation, deshalb wollen wir bescheiben unseren Dienst am Volke tun. (Einer für Alle, Alle für (Einen. Heil Hitler I Lanbesbauernführer Dr. Wagner, Oie Verordnung über preise für Getreide. Im Reichsanzeiger vorn 29. September ist die vom gleichen Tage batierte Verorbnung über Preise für (Betreibe veröffentlicht. Für ben Verkauf von inländischem Roggen burch ben Er- Zeuger sind neun Preisgebiete festgesetzt worden mit gestaffelten Pressen von 140 bis 158 Mark je Tonne, sür Weizen 11 Preisgebiete, in denen sich die Preise gestaffelt von 175 bis 193 Mark je Tonne stellen. Diese Preise gelten jedoch nur für ben Fall, daß bie Lieferung im Monat Oktober 1933 zu erfolgen hat. Erfolgt spätere ßieferung, so treten hierzu je Tonne folgende Zuschläge: bei Roggen im November 1933 1 Mark, im Dezember 3 Mark, im Januar 1934 6 Mark, im Februar 8 Mark, im März 10 Mark, im April 12 Mark, im Mai 15 Mark und im Juni 18 Mark: bei Weizen: im November 1933 1 Mark, im Dezember 2 Mark, im Januar 1934 4 Mark, im Februar 5,50 Mark, im März 7 Mark, im April 9 Mark, im Mai 11 Mark unb im Juni 13 Mark. Die Preise gelten für gefunbe, trockene Ware von durchschnittlicher Beschaffenheit der Ernte 1933. Die Verordnung enthält im übrigen die Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz, lieber die Abwicklung handelsrechtlicher Lieferungsgeschäfte bestimmt die Verordnung, daß die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschäftsabteilung, mit Zustimmung des Reichsernährungsministers eine besondere Regelung treffen kann. Kaufverträge, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung abgeschlossen worden find, bleiben vorbehaltlich der vorstehenden Vorschrift unberührt. Das Gesetz zur Sicherung ber Getreidepreise vom 26. d. M. tritt mit bem 1. Oktober 1933 in Kraft. Mit dem gleichen Tage tritt auch diese Der- orbnung in Kraft. Saatbeizmittel: Germisan,Uspulun und Ceresan Prospekte und Herbstpreisliste zu Diensten 6043A Samenhaus Heinrich Hahn, Gießen *• Anlagenkonzert finbet morgen, Sonntag, 1. Oktober, von 10.45 bis 11.45 Uhr burch bas Musikkorps bes I. (Hess.) Gren.-Batl. unter Leitung von Dbermufifmeifter Krauße in ber Sübanlage statt. Die Musikfolge ist: 1. Die Himmel rühmen bes Ewigen Ehre.', P. o. Beethoven: 2. Ooertüre zu Schillers: Wallensteins Lager, Fr. Rosenkranz: 3. Zwei Stücke aus: Sigurd Jorsalfar, a) Nordland- volk, b) Königslieb, E. (Brieg; 4. König Heinrichs Aufruf unb Gebet aus ber Oper Lohengrin, R. Wagner; 5. Großer Kriegsmarsch, Hymne unb (Bebet aus ber Oper: Rienzi, R. Wagner. ** Besuchszeiten ber Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß (Branbplatz) unb das Völkermuseum int Neuen Schloß (Landgraf- Philipp-Platz) sind am Sorntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet. Das Kriegsmuseum ist bis auf weiteres geschlossen. ** Abschiedsvorstellung Liesel Sell n g. Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Das beliebte Mitglieb unseres Ensembles, Liesel Beling, wird mit Beginn der Spielzeit Gießen verlassen, um ihren Filmverpflichtungen in Berlin nachzukommen. Die Intendanz hat es ermöglicht, der begabten Künstlerin den Weg zu ebnen und hat Frl. Beling daher zunächst auf mehrere Wochen beurlaubt. In der Operette „Schwarz- waldmädel" am Sonntag, 1. Oktober, wird die Künstlerin zum letzten Mal die Rolle der Bärbel spielen, um bereits wenige Tage später dieselbe Rolle im gleichnamigen Tonfilm zu übernehmen. Wir entlassen die Künstlerin nur ungern aus unterem Verbände und hoffen, sie in einigen Wochen wieder in unserer Mitte auf der Bühne begrüßen zu können. "SpendenfürdasWinterhilfswerk. Als Spende zum Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34 hat die Firma GießenerBrau- baus und Spiritusfabrik A. & W. Benning- hoff in Gießen den Betrag von 1000 RM. an die Gauführung Hessen-Nassau der NSDAP, abgeführt. Ferner hat die Altersvereinigung 1882/1932 auf das Konto der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen 50 Mark als Spende für ben „Kampf gegen Hunger und Kälte" einge- zahlt. •* e t r a 6 e n f p e r r u n g s - a d) r i th t e n, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Clud E. V. (A. v. D.), Gießen: Wegen Ausführung von Gleisarbeiten wird der Uebergang am Bahnhof Groß- färben an ber Provinzialftraße Großkarben — Kloppenheim am 3. Oktober von 6,30 bis 16 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Selzerbrunnen. Die Sperrung ber Strecke Simtshausen — Münchhausen im Zuge ber Straße Marburg — Frankenberg ist aufgehoben. *♦ FettverbiUigungsscheine. Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine für den Monat Oktober erfolgt an die seitherigen Bezugsberechtigten ab sofort bei den zuständigen Für orgestellen des Wohlfahrtsamts. Heute schon muß ich sagen, daß kein Bauer im Herbst und Frühjahr mehr Getreide anbauen darf, als im Vorjahr. Ich werde eine strenge “ ' wachung der Anbauflächen durchführen. Famslien-Drucksachen Verlobung san zeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Gewerbeschule Gießen Abteilung für: Baugewerbe Schreinergewerbe Malergewerbe Metallgewerbe. Schuhmacherfachschule. Staat!. Abgangsdrüfung Meisterprüfung. 5692 d SemesterbeginnTAovember Auskunft durch d. Direktion, Liebigstr, 16. Zenlral-Eherversleiiennig in fließen, am Freitag, dem 6. Oktober, au! dem Städtischen Viehmarktplati an der Margaretenhtttte Zum Auftrieb kommen 20 Eber des deutschen Edelschweins und 30 Eber des ver- " Sturz vom Fahrrad ins Schau- f e n st e r. Gestern kurz nach 20 Uhr ereignete sich an der Ecke Seltersweg —Wolkengasse ein Unfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Eine Radfahrerin kam dort in schnellem Tempo den Seltersweg herauf und wollte in die Wolkengasse ein- biegen. Bei ber raschen Fahrt konnte sie bie Kurve nicht richtig nehmen, sie sauste auf ben Bürgersteig, stürzte vom Rab unb flog unglücklicherweise in bas große Schaufenster bes Schokolabengeschästs von Weiht. Zum Glück kam bie Rablerin mit einigen leichten Schnittwunben noch glimpflich bavon, Dagegen würbe bie große Schaufensterscheibe etwa zur Hälfte zertrümmert. Der Vorfall hatte eine größere Menschenansammlung zur Folge. ** D e r Gießener Wochenmarkt beginnt vom nächsten Dienstag ab um 8 Uhr unb enbet um 14 Uhr. ** Viehmärkte in Gießen. Nächsten Dienstag ist hier Rinboieh- (Nutzvieh-) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt. Strafkammer Gießen. Ein Arbeitgeber aus Griebel hatte feinem schon früher abgeurteilten Gehilfen längere Zeit ein Arbeitsverhaltnis bescheinigt, bas überhaupt nicht beftanb. Aus diese Weise wollte der Ange- klagte dem Gehilfen die Arbeitslosenunterstützung verschaffen. Vom Amtsgericht in Butzbach wurde er deshalb zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. In der gestrigen Berufungsverhandlung wurde das Urteil des Vorgerichts insofern abgeändert, als das Gericht wegen des schon vorgeschrittenen Alters des Angeklagten eine Geldstrafe von 150 Mark am Platze fand. Wegen Körperverletzung wurde der aus Rod- heim v. d. H. stammende L. K. vom Amtsgericht in Friedberg zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die gestrige Berufungsoerhandlung ergab, daß der Angeklagte den in demselben Hause wohnenden K. anläßlich eines Streites blutig geschlagen hatte. Der Staatsanwalt beantragte, die Berufung zu verwerfen. Das Gericht erkannte entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts. Der Angeklagte erhält fünf Jahre bedingten Strafaufschub. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter bieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Blängel auf bem Neuen Friedhof. Unser Neuer F r i e b h o f ist wunberschön, ebenso bie baulichen Anlagen mit ber Kapelle, namentlich jetzt im Schmuck bes herbstlichen Weinlaubs. Bedauerlich ist, baß man bie gärtnerische Anlage im Vorhof entfernt unb burch eine wenig schon wirkende Kiesfläche ersetzt hat. Das Kreuz in Form lebenber Blumen inmitten ber grünen Rasenfläche wirkte boch früher so feierlich unb bildete eine Zierbe Des ganzen Friedhofs. Schlimmer noch allerbings ist es mit bem Innern der Kapelle bestellt. Namentlich bei Hellem, sonnigem Wetter kann infolge der weißen Verglasung ringsum keine rechte Feier- ftimmung aufkommen. Der Blick nach der Nische, in welcher der Geistliche seines Amtes waltet, ist manchmal, namentlich für Menschen mit empfindlichen Augen, geradezu eine Qual. Wie schön wäre es, wenn Die Fenster, wie das doch auch sein sollte, ringsum, mindestens aber in der Nische und nach der Sonnenseite, bunt verglast wären. Dann das sonstige unschöne Aussehen der Wände mit dem gelben und blauen Kalkfarbenanstrich, der mir für oiefen besonderen Zweck absolut unangebracht erscheint. Solche Farben sind für Vorplätze, Treppen- 1)0^6!^ ®afd)tücf)en und dergleichen bestimmt. Wie eine Kirche, und namentlich eine Friedhofskapelle, 1.229JS! Nachdruck verboten! 12. Fortsetzung. in seit 50 Jahren Bremer Qualitäts-Kaffee Klipps Kaffee Jetzt mit Sammelbildern: 5867 V Mit Schomburgk querdurch Afrika Nur zu haben in Fachgeschäften des Einzelhandels Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt 05660 Erntedanktag 05691 Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, den 2S. September 1933. Bürgermeisterei Gießen 05616 gP ft. & 2 2 2 2 2 W >A- (Messe) in Giefeen 5876 D » >» » ■*> >$■ An die Bevölkerung der Stadt Gießen! tigte, schnell zu bannen, griff Marlene in die Tasten, zauberte eine Kette von schönen Tönen daraus hervor. Die unheimliche Stimmung wich. Nun setzte ihr Gesang ein. Sie sang mit halber Stimme. Sie wollte Achim von Malten nicht stören, gedämpfte Musik wirkt auch beruhigender als laute. Kleine, fast verschollene Lieder sang sie, Volkslieder, die einem immer seltener begegnen. Nebenan saß Achim von Malten dicht an der Tur und hörte zu. Er war vorhin bei seiner Mutter gewesen und hatte sie erst verlassen, nachdem Auguste Helm gegangen war, um Marlene zu holen. Er hatte die weiße Reiterin nicht gesehen; aber die schrillen Pfiffe gellten in seinen Ohren noch jetzt nach wie heller Spott. Er glaubte nicht an den Spuk; doch die bösen Ereignisse, die mehrmals dem Erscheinen der weißen Reiterin gefolgt waren, schienen ihm eine unangenehme Zukunftsaussicht. Er lauschte dem halblauten Singen, und immer froher, immer sicherer fühlte er sich. Wenn Marlene Werner das Lied auch nicht sang, so dachte er doch daran: . . . Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt! Ihm fiel die weiße Reiterin wieder ein. Er hatte sie nicht gesehen; aber heute hatte sie seine Mutter erschreckt. Irgendwie mußte damit aufgeräumt wer- den. Jemand wagte, Unfug zu verüben aus seinem Gebiet. Er wollte morgen früh mit Roberta Olbers reden. Sie schoß ja famos, und seine Fertigkeit würde sich nach'ein paar Schießübungen auch wieder einstellen. Wenn sich die weiße Reiterin noch einmal zeigte, würde er sie anrufen und ihr Halt gebieten. Folgte sie der Aufforderung nicht, mußte er schießen. Eben sang Marlene Werner: Gv. GiadimrMon •Löberstr.l4.,l.Okt.,8V-Uhr,Vortrag: „Saat und Ernte“. 05399 Gießener Konzertverein KONZERT IE Winter 1933/34 1. 5.November 1933, Aula: Prof. Dr.h. c. Gustav Havemann (Violine) 2. 23. November 1933, Stadtkirche: Prof. Günther Ramin (Orgel) 3. 7. Dezember 1933. Stadtkirche: Chorkonzert J. S. Bach Weihnachtsoratorium 4. 7. Januar 1934, Aula: Das Wendlingquartett 5. 25. Januar 1934, Stadttheater: 1. Orchesterkonzert 6. 4. Febr. 1934. Aula: Reger-Abend Prof. Fritz Stein, Ludwig Kaiser (Klavier) 7. 27. Februar 1934, Theater: 2. Orchesterkonzert 8. 11. März 1934, Aula: Prof. Wilh. Backhaus (Klavier) Wir laden zum Abonnement auf aUe 8 Konzerte ein 60a8D Preise: 1. Platz Mk. 18.— 2. Platz Mk. 12.— Die Ausgabe der Abonnements er- folgt auf Wunsch in Raten. Der Mitghedsbeitrag (Mk. 6.—) wird in Abzug gebracht. Anmeld, und jede gewünschte Auskunft i. der Musik.- Hanolg. E. Challier, Neuenweg 10. Am Sonntag, dem 1.Oktober 1933 Erntedankfest auf der Waldeslufi Die beste Grotzlautsprecherübertra- gung und sonstige Ueberraschungen Abends: Deutsche Tänze ---- 6070 D Besucht den Herbstmarkt Zur Giefiener Herbstmesse! Achtung! Bin wieder mit großem Lager in Apoldaer Strick- und Wirkwaren eingetroffen. Damen-Westen, Herren -Westen, Damen- Pullover, Boleros für Damen, Rollkragen für Damen und Kinder, Herren-Pullover, Kinder-Pullover, Golfjacken, 05664 Walter Schleicher / Anoldaer SlridkwarenlaürUiation Stand nur auf dem Oswaldsgarten (Ecke) Stimmungsskapelle Seide! mit Sänger WlßnCF und dem beliebt. Fanfarenbläser Ali Didc | Lichtspielhaus Gießen Nur noch heute und Sonntag der lustige Ufa-Film vom Rhein eoeoC Lachende Erben Hauptr.: Heinz Rühmann — Lien Deyers Im Beiprogramm: Reichsparteitag in Nürnberg! Fezt-Premiere SOS Eisberg ZurGiefeener Herbftmeffe Mache meine verehrte Kundschaft von Gießen und Umgegend darauf aufmerksam, daß ich wieder mit einem großen Lager Baroiei Klöppelfpitzen, Stickereien eingetroffen bin Beste Qualitäten! Niedrigste Preise! Martin Brackeisberg Stand nur auf dem Oswaldsgarten! 05993 O doch! Besser als alle Männer, die ihr bisher im Leben begegnet. Sie strich sich über die Stirn. Was für Gedanken waren das! Wie durfte sie sich darin verlieren! Ein bißchen Freundlichkeit des Schloßherrn besagte gar nichts, und eine so blendende Erscheinung war sie nicht, daß sie ein Männerherz auf den ersten Blick gewann. Nur keine Eitelkeit! Nur keine Einbildung! Ihr Spiel, ihr Gesang waren ihm sympathisch und besonders seiner Mutter. Dafür war er vielleicht ein bißchen freundlicher gegen sie als gegen Olga. Wenn es sich nicht überhaupt völlig um einen Irrtum handelte. Lächerlich war es, sich den Kopf mit einer Hoffnung zu belasten, die sich nie erfüllen würde. Erst seit gestern gegen Abend befand sie sich im Schloß, und schon ging ihr die Phantasie durch. Auch die Olgas schlug Purzelbäume. Ein Schwamm, oollge- sogen mit kaltem Wasser und über dem Halswirbel ausgedrückt, würde die Phantasie schon in die Flucht schlagen. Sie hielt sich die Schläfen, hinter denen es plötzlich zu arbeiten anfing wie kleine Räderwerke. Sie dachte an Achim von Malten, und ein nie gekanntes Gefühl erfüllte sie. Es war, als zwänge sie jemand auf die Knie nieder. Sie konnte sich einfach nicht wehren. Da sank sie vor einem Stuhl hin, und ihre Hände legten sich wie im Gebet auf das Polster. Sie war sich sofort darüber klar, sie mußte nun bald von hier fort. Sie durfte nicht hierbleiben mit dieser jäh erwachten Liebe für einen Mann im Herzen, der sich seine Frau bestimmt aus ganz anderen Gesellschaftskreisen holte als aus den ihren. Es klopfte schon wieder, und ehe Marlene noch aufspringen und „Herein!" rufen konnte, hörte sie Auguste Helms Stimme: „Sind Sie noch auf, Fräulein Werner?" Ein etwas erstauntes „Ja!" war die Antwort. „Sind Sie noch angezogen?" lautete die zweite Frage. Wieder erklang ein etwas erstauntes „Ja!". „Dann ist's ja gut!" Auguste trat mit der ihr eigenen Wichtigkeit und Würde ein. „Die Gnädige verlangt nach Ihnen. Die weiße Reiterin hat sie sehr aufgeregt. Natürlich hat sie die Pfiffe gehört und die weiße Reiterin gesehen. Asthma und Aufregung vertragen sich nicht. Das ist, als ob man Petroleum in stumpfe Glut gießt; gleich brennt's lichterloh. Die Gnädige möchte also noch ein paar Lieder von Ihnen hören. Sie ist ganz verliebt in Ihre Musik. Es ist allerdings fast zwölf Uhr; aber darauf kommt es ja nicht an." Der Naturforscher Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher" ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten derNaturwissen- schäften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u.Werbeblätter kostenlos Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Frau von Malten saß im Lehnstuhl ihres Wohnzimmers, und es duftete ganz eigen im Zimmer. Leichte graue Nebel schienen über allen Gegenständen zu liegen. Die alte Dame erklärte: „Ick habe Räucherpulver einatmen müssen, danach wird mir immer besser, und die Atemnot läßt nach." Sie machte eine bedauernde Bewegung. „Es tut mir sehr leid, daß ich Sie noch so spät habe stören lassen; aber ich habe die Vorstellung, wenn Sie mir ein paar liebe, weiche Lieder singen, kann ich heute nacht Ruhe finden." Sie zog den flauschigen Morgenrock fester über die Brust zusammen, als friere sie, und fragte leise: „Was meinen Sie zu der weißen Reiterin? Ich bin nicht abergläubisch; aber was man mit eigenen Augen sieht, kann einen doch wohl zu anderer Meinung bringen. Vor einem Jahre zum Beispiel ließ sie sich auch sehen. Gleich hinterher, noch in derselben Nacht, brannten zwei unserer großen Scheunen bis auf den Grund nieder. Brandstiftung! Nervös macht so etwas. So töricht es ist. Ich muß jetzt immerzu denken: Was wird diesem Erscheinen der weißen Reiterin folgen?" „Oh, gnädige Frau, das sollten Sie nicht denken. Der Brand der Scheuen war Zufall." Die Stimme der Schloßfrau wurde ganz leise: „Vor zwei Jahren, kurz vor dem schrecklichen Mord, soll sie sich auch haben blicken lassen. Roberta Olbers hat mir später gelegentlich erzählt, sie wäre spät vom Dorfe mit dem Jagdwagen nach hier unterwegs gewesen, und da hätte sie die weiße Reiterin dicht an sich vorbeisausen sehen. Sie wäre wie rasend gefahren, um sie einzuholen; aber es wäre gewesen, als ob das Vferd gar nicht den Boden berührte mit seinen Hufen, als ob es dicht über der Erde hinflöge." Marlene schüttelte den Kopf. „Fräulein Olbers macht eigentlich gar nicht den Eindruck eines Menschen, der sich vor Gespenstern fürchtet, als ob sie daran glaube. Ich habe den Spuk von Mallstein gesehen, zusammen mit der Barönesse und Frau Helm, und weiß nicht recht, was ich dazu sagen soll; aber so unheimlich die Sache im Augenblick auch war, jetzt glaube ich, trotzdem ich den Spuk sah, doch nicht daran. Irgendeine Erklärung muß sich dafür finden." Sie schob mit Auguste, die im Zimmer geblieben," den Armstuhl an die Tür zum Musikzimmer und nahm dann vor dem Flügel Platz. Ein Blick glitt noch hinüber zu dem großen Bild der weißen Reiterin, und sie schauerte fröstelnd zusammen bei der Erinnerung an das spukhafte Erlebnis vor vorhin. Ihr war, als blickten sie die kalten, befehlenden Augen der einstigen Herrin von Maltstein höhnisch an, als spotte ihr hochmütig herber Mund: Was weißt denn du, was es alles zwischen Leben und Tod gibt, und wie viele Rätsel noch weit hinter dem Tod für euch Menschen liegen! Um das unheimliche Gefühl, das sich ihrer bemäch- M $• Ssakol man^e,K/D9i sten ist i-h J erinne« □'meine" S ««Hm 9*, üi< x« 1 «m |d)i« 4 u fiöt’t, und e Mhe Kle un^rel meUwuch'S3 gvdtür denen M mil *»«««» weich" 5chokoladesiguren m tropfte braun au Wechnachlsoaum b \ fammengebundenen Ä m U und das Dunne F'k bigermeife, wenn es Tannennadeln. Der < nicht so poesielos, wi DraDt unb gi?i9run 9 aebaute. . , Jn der heißen re. ter ist, regnet es a meist, und wenn in Leu kann das Thermometer unter Null sinken. Alle Gonnenauigang wieder gen des Juli aus der x tersuhren, leuchteten ö gebirge im weihen c 9 Grad Mich vom Ai nischen Hochland, war e unter Drei WollDecken n nigen lagen, noch 2! Windhuk, freilich ein h gar einige Schneeflocken Die SüDtominente r s e r. Die einzige Ausna Südamerika. In Südchil zehn Monate im Jahr, Chile herrscht die mässe hier in Siidwesl. Dan < Kilometer landeinwärts Wüste. Längs der Käs aus dem Südpolarmeer ihm kühlt sich die vom Lust ab. Das Land aber Meer, lieber bem Tleer brauen Ijäuiig Diebel, abe bas warme ßanb lammt, M M mehr Feuchtigkeit als Ngen Mder^uWager dem Meer, vn der Narm wie nie; sonst wären aut ter südlich in Der Wüst schon lange sämtlich ins Den. Genau so steht es Nordchile, wo auch der Dillerenabsall entlangftn Auch die Menschh kugel trug ursprünglich G-prage. Südafrika wo M Hottentotten haben, ganz anders al Negerstämme oeit, Dillenburg . i-----_. den 30. September 1933 Lang-Gons Autofahrten Kilometer 15 Pf. Telephon 2375. ass?? K. Lorenz. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH la Gemahlen, Dungkalk la Torfmull la Torfstreu ob Lager und frei 'Naus uezw. Garten zu billigsten Preisen empfehlen seosD q)alc auf — die Frucht teilt sich von selbst —, und nun saugt man die rötliche, von hellen Körn- I RKn durchsetzte Masse aus der grünen Hülle. An- | Nach einem Einbruch in einer Londoner Villa wurde lediglich ein Badeanzug vermißt. Trotzdem mußten natürlich alle an der französischen Küste landenden Kanalschwimmer einem eingehenden 23er- hor unterzogen werden! * ...Ein Wissenschaftler erklärte kürzlich, Tinte könne zu zahlreichen guten Zwecken verwandt wer- den. Das sollte man doch mal unseren Romanschriftstellern mitteilen. * Die Fußabdrücke werden von der Polizei in Ceylon jetzt zur Identifizierung von Verbrechern verwandt. Vorsichtige Spitzbuben gehen in Ceylon seitdem nur noch auf Stelzen. In Amerika ist ein Instrument erfunden worden, das zuvor nie gehörte Laute hervordrinqt. Ich finde daran nichts Besonderes. Die sollten mal den Laut- sprechet meines Nachbarn hören! * ^Assessor Wightman teilt der wissenschaftlichen ®elt mit, er habe das Zwischenglied zwischen der Pflanzen- und der Tierwelt nunmehr enbgültiq ae- funöen. Er hat sich vermutlich in einem Restaurant Hackbraten bestellt. * mS TT Fuell an der Südküste Frankreichs schossen beide Teilnehmer in die See. Es wird behauptet, feiner von ihnen habe daneben getroffen. * Ein ausländischer Filmstar ist nach London qe- sich «^weigert, ein Interview zu geben. Wie schrecklich: Nun werden wir nie erfahren, bafe ie London entzückend findet, daß sie von der englischen Polizei begeistert ist und daß sie vielleicht einmal hier einen Film drehen will. Zeitschriften. heri^schan^ •. der ^^Techn*11, WSK In Cornwall hat eine Henne ein Ei gelegt, das "ach der einen Richtung acht Zoll im Umfang hat und nach der anderen sechs Zoll. Sonst pflegen Hennen anständiger zu sein, d. h. sonst legen sie gewöhnlich Eier, die in einen normalen Eierbecher paffen. * Eine Zeitung berichtet von einem winkenden Fisch. Der tfifd) muß wohl diese beklagenswerte Gewöhn- heit angenommen haben, während er diesen Sommer an den Badestränden unserer Seebäder vorbei- schwamm. * Ein Räuber, der einem Bankier fünftausend Dollars abgenommen hatte, gab ihm fünfzig für feine Reiseunkosten zurück. Das zeigt deutlich den Unterschied zwischen einem Räuber und unserer Pensionswirtin im Winterkurort. Die Tschechen-Front. Don unserem Ehr.-Äerichtersiatter. Prag, im September 1933. „Die, Tschechoslowakei hat einen einzigen wirtschaftlichen Ausdehnungsdrang: Die Donau!" Schon in den Tagen des Zusammenbruches der Habsburger Monarchie schienen die Tschechen nur den einen Wunsch zu haben: Möglichst viel Donau! Auch mitreden können, auch Donau st aat sein, das war die Parole. Prag, das goldene Prag, sollte dem alten Wien den Rang ablaufen. Und dieser Plan verlor in der Folgezeit auch nur dann an Gefährlichkeit, wenn die amtliche österreichische Politik einen wirklich deutschen Kurs steuerte. Die gegenwärtige Lage in Oesterreich besagt also genug. Man kennt in Prag den Trumpf, den man durch die Anliegerschaft der Tschechoslowakei an der Danau in der Hand hat. Gerade weil die Tschechoslowakei wirtschaftlich nicht unbedingt auf den Donauweg, auf eine Orientierung zur Donau hin, angewiesen ist, gerade weil über die Moldau und die durch das Friedensdiktat internationalisierte Elbe der tschechische Jndustrieexport am bequemsten und auch um billigsten über Hamburg geleitet werden kann, ist die Stellung der Tscheche! an der Donau so besonders wichtig. Dieser Strom kann nur für p o - litische Zwecke ausgewertet werden. Und Frankreich erhält durch den allezeit ergebenen Herrn Benesch einen entscheidend wichtigen Stützpunkt an einem der bedeutendsten Ströme Europas. In Rumänien und auch in Südslawien mag die Stimmung für Frankreich schwanken, die Stimmung der Massen in diesen Ländern mag kein Fels fein, auf dem Frankreich bauen kann. Die Tschechoslowakei ist stets willfähriges Werkzeug. Paris und Prag, beide haben dasselbe Ziel: Verhinderung einer engen Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und Deutschland. Dagegen sieht man nur eine Möglichkeit: Oesterreich durch eine planmäßige, von Deutschland deutlich abgesetzte Donaupolitik ein und für allemal vom Reiche zu trennen und wieder in einen mchtdeutschen Jnteresienkreis, nämlich den der alten Donaumonarchie, einzubeziehen. Daher der Tar- d i e u - P l a n , der Deutschland ausschließt, daher das Liebeswerben der Tscheche! um Italien, darum die hundertprozentige Unterstützung des Dollfuß- Regimes und darum nicht zuletzt eine alles bisher Dagewesene Überbietende 2 eutschenhetze und fangs schmecken frische Feigen verwunderlich, ganz anders als die getrockneten. Aber bald schmeckt man sich ein, bald lernt man es, die saftige Frucht mit zwei Bissen herauszuholen. Und so pflückt man nad) dem Mittagessen seinen Nachtisch einfach von den Zweigen. Und dann die Kastanien! Auf allen Wegen liegen diese kleinen, stacheligen, gelben Igel umher, teils schon geplatzt, so daß die dunkelbraunen Kastanien blank poliert aus dem dicken Pelz heroorschauen. Man braucht sich nur zu Wen, sie aufzulesen — bald hat man die Taschen voll und trägt eine Mahlzeit nach Hause. Hier gibt die Natur sie nicht in winzigen Tüten für zwanzig Pfennig, sondern sie stopft dir auch die Mütze voll, und schenkt dir alles umsonst. Vor den Häusern blühen noch Astern und Dahlien: rot, gelb, blau, violett, weiß und lachsrosa. In den dunklen Bögen der Loggien hängen aufgereiht die gelbkörnigen Maiskolben und reifen in der Sonne. Bis zu den Knöcheln versinkt man im raschelnden braunen Blättermeer. Gebückte Weiberchen rechen das dürre Laub zusammen und schleppen es, hochgetürmt, in spitzen Tragkörben heimwärts. Ziegen meckern. Ein alter zottiger Bock schaut mit bernsteingelben weltentrückten Augen über die Mauer: Pan im Herbst. Eine Eidechse hängt gekrümmt, regungslos wie aus Bronze, an der warmen Steinplatte in der Sonne. Die Singvögel sind verstummt. Dann und wann knallt es. Der Tessiner geht auf die Jagd. Was gibt es noch für Geräusche? Das Schnattern der gemästeten Gänse, Hühnergegacker, das Glockengeklimper der weidenden Kühe. Und plötzlich, wild und aufgeregt, das kollernde Gegackel des Truthahns. Tief im Tal rattert die kleine Ponte-Tresa- Bahn und verschwindet pfeifend im Tunnel. Hell und fröhlich wie ein Posthorn tutet der Autobus in das leuchtende Land. Der moosgrüne Gipfel des Boglia ist jetzt braungebrannt. Hingelagert im Faltenwurf der Hänge und Schluchten stehen die Berge im Sonnendunst. 3m Nachmittagslicht hat das Gebirge Furchen bekommen, immer tiefer graben sich die dunkelvioletten Schatten in die rosig schimmernden Felsen. Herbstfeuer schwelen, beißende Rauchschwaden ziehen über Öen abgeernteten Maisacker. Die Sonne neigt sich. Kaum ist sie hinter dem Hügel von Biogno untergetaucht, weht es eisig vom Gebirge. Schnell wie es Tag wurde, wird es Nacht, lieber Dem Generoso zieht schon der schmale Mond mit seinem weißen, rundgewölbten Segel auf. Die "eihe des Salvatore steigt flimmernd in den nächtlichen Himmel. Jetzt ist es Zeit, die Fensterläden zu schließen, das Feuer im Kamin zu entzünden, die Kastanien len narkt ' 58160 Oiebeo UsversA‘^“^aUS, die Südslawien - dasMerbabel des Volkan Von unserem D.-Berichierstatter. «ei, js "*"“l " c Men. Wen» Ju$ schon öq di- ™n”ai’ nitz. '-SLrr •*2S Hutter böen hätten, fertig * er auf. 5i6en >«-! »«lene bie •ye stand und p(öb. "'!che zuriutglitt bie im ertQ0U>er5ÄX ^Nachdem sieL 0 ? 9anVl)tem tiefen Lben h°nbMeii h er Nimton MailensL, Q5 ®lud59efüt)[ aus, da; erfüllte, daß sie erschüttert "Ä™1 ung folgt.) Rumänien Gegner jeder Revision im Südosten Don unserem H. T.-Lei ichierstatter. im 78. Lebensjahre. In tiefer Trauer: vom Trauerhause Marktstrabe 14 aus statt 6059 D 6012 D Garbenteich, 29. September 1933. Die Beerdigung findet Montag, 2. Oktober, nachm. 3 Uhr statt 05698 Freie Innung des Fahrrad- und Ndhmasdiinen-Bewerhes für Stadt und Landkreis Sieben 5975 D Daten für Samstag, 3V. September. 1857: der Dichter Hermann Sudermann in Mat- zicken geboren (gestorben 1928); — 1863: der Admiral Reinhard Scheer in Oberkirchen, Hessen- Ra au, geboren (gestorben 1928); — 1883: Preußischer Kultusminister Rust geboren. Es wächst in Südslawien und seinem großen Völkergemisciß die Ueberzeugung, daß man nur dann — abgesehen von allen Möglichkeiten und Gefahren, die die Zukunft politisch in sich birgt — nur dann weiterkommen kann, wenn man seiner wirtschaftlichen Sendung in Europa gerecht wird. Und wenn man heute mit offiziellen Vertretern Südslawiens spricht, so kann man natürlich noch nicht erwarten, daß sie einem die Dinge bereits beim rechten Namen nennen. Aber die Dinge liegen so: Serbien ist zusammen mit Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: 6034C Dienstag, den 3. Oktober 1933, Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von 7—8 Uhr vormittags. Mittwoch, den 4.Oktober 1933, Schweinemarkt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 30. September 1933. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr.Seid. Familie Friedrich Ludwig Reuschling Familie Johann Philipp Reuschling IL Ferdinand Reuschling nebst Enkeln und Urenkeln. Heuchelheim, den 29. September 1933. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Oktober, mittags 2 Uhr, Lieber Leben und Tsd der Völker entscheidet ihre Fruchtbarkeit Von Prof. Or. meb. ph. Kuhn und Or. med. H. W. Kranz, Gießen. Für die liebevolle Anteilnahme an unserem Schmerz sowie die Ehrung unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Karl Krailing sage ich im Namen aller Hinterbliebenen hierdurch herzlichsten Dank. Margarete Krailing. Gießen, im September 1933. Assmann, Obermeister Bornemann, Schriftführer Gestern mittag entschlief sanft nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Reuschling Landwirt ZuHtviehversleigerung in Lauterbach am Mittwoch, dem 11. Oktober 1933. Zum Auftrieb gelangen 30 auf Körperform oorbesichtigte Leistungsbullen des hessischen Fleckviehs. 6039D Beginn der Versteigerung 11 Uhr vormittags. Besonders starkes Angebot in älteren, sprungfähigen Bullen, die sofort zur Zucht Verwendung finden können. Gemeinden und Prioatzüchter sind zum Besuch der Veranstaltung und Ankauf wertvoller Zuchttiere hierdurch herzlichst eingeladen. Bukarest, im September 1933. Als Siegerstaat hat Rumänien natürlich au einer territorialen Neuordnung der Dinge im Donauraum nicht das geringste Interesse. Im Gegenteil: Unzählige Male haben amtliche und halbamtliche Stellen, Berufene und Unberufene, feierlich verkündet, jede Aenderung der Gebietsver- teilung bedeute für Rumänien den Krieg. Rein militärisch betrachtet ist dabei in Rechnung zu stellen, daß Rumänien heute aus einer großen Zahl von Gründen nicht in der Lage i st, mit Aussicht auf Erfolg Krieg zu fuhren. Aber die Abneigung Rumäniens gegen eine Revision ist zu beachten. Die b e s s a r a b i s ch e F r a q e ist gegenwärtig ebensowenig akut wie Die der Dobrudicha. Die Achillesferse Rumäniens ist Siebenbürgen, das von Ungarn losgetrennt wurde. Aber freiwillig wird Rumänien auch im Rahmen eines der unzähligen Donauraumreformpläne in eine Erenzrevision zugunsten Un- aarns nicht willigen. Dabei ist gerade eine solche wirkliche rumänisch-ungarische Verständigung eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine friedliche Neuordnung hes Donauraumes. Aus diesem Grunde werden nun Versuche gemacht, Rumänien durch w i r t s ch a f t l l ch e Z u - o e st ä n d n i s s e umzustimmen. Aber hier ist man allmählich zu der Ansicht gelangt, daß diese Versuche alle sehr kostspielig sind, und daß es deshalb das beste sei, sich politisch und wirtschaftlich abzukapseln. Darum der Uebergang zur Autarkie, darum die Einstellung der Schuldenzahlungen an das Ausland. Rumäniens ganzes Interesse konzentriert sich auf die Frage: „Wie werde ich zu guten Preisen meine Ernte lo s?" Aber auch diese Frage ist in diesem Jahre nicht besonders eindrucksvoll, weil die Ernte sehr schlecht ausgefallen ist und für den Export größere Devisen kaum vorhanden Fahrrad-Reüaraturen nur beim Fachmann! WARNUNG! Der Fahrradhandel lehnt es ab, Reparaturen an Rädern auszuführen, die nicht aus einem Fachgeschäft stammen Rumänien das natu r l ich e Din d e g li e zwischen dem mitteleuropäischen Raum, Zwischen dem Donauraum und jenem Geb'-t, das sich m der von Deutschen gebauten Bagdad-vayn, oie !mst an Mitteleuropa brechen, wennalle Donau- staaten also auch Südslawien, eingedenk sind ihrer wirtschaftlichen Mission: Bindeglied zu sem zw.° schen Nordmeer und Indischem Ozean. NMi miiniWot Mit jf dijprp K°mmandUg«MschaftLich ihr-vorzüglichen WUll'l'l' 5939 D _______ iiiiiiiiiiiiieiiiiiiiiw Kauft Fahrräder nur im Fachgeschäft! Nur der Fachmann ist in der Lage, Sie einwandfrei zu beraten und Ihnen für Ihr Geld auch den entsprechenden Gegenwert zu liefern. — sind Der Ausfall an Devisen spielt aber keine be- sondere Rolle, weil das Transfer-Moratorium Rumänien von seiner Schuldenzahlungspflicht ent- ^Jnfolgedessen läßt sich heute der Standpunkt Rumäniens zur Neuordnung der Dinge 'M Donauraum auf eine einfache Formel bringen: „Es 1 oll alles bleiben, wie es ist". Mit Frankreich und der Kleinen Entente im Bunde glaubt es seine Gren- len genügend gesichert zu haben. Mit einem deutsch- österreichischen ^Anschluß rechnet man, ohne ihn zu fürchten, und mit Deutschland glaubt man im nächsten Jahre irgendwie „ins Geschäst zu kommen, lind sollte sich die fvanzösisch-italienische Gegensätzlichkeit in irgendeiner Form zuspitzen, dann ist man gewillt, sich bedenkenlos auf die Seite jener Macht zu schlagen, die am meisten zu bieten hat. Aus diesem Grunde wird Rumänien, wie bisher, weiterhin zu lawieren versuchen und sich vorläufig nicht aktiv an einer Neuordnung der Dinge im Donauraum beteiligen wollen. Rumänien hat beim Friedensschluß den großen Fehler begangen, sich aus Kosten seiner Verbündeten — der Russen — und seiner Gegner — Ungarn und Bulgarien — gleicherweise zu bereichern. Infolgedessen ist es auf dem Donauschachbrett zum Objekt der verschiedenen wirkenden Kräfte geworden. Daraus erklärt sich die passive Rolle Rumäniens. Und doch bleibt die eine große Wahrheit bestehen, die durch nichts aus der Welt zu schaffen ist: Es geht ein gerader Weg von der Nordsee und vom Baltischen Meer hin nach dem Südasien Europas und weiter hin zur Levante. Auf diesem Wege liegt aber nach wie vor Rumänien, und seine Sache wird es sein, dadurch, daß es die notwendigen Folgerungen aus einer solchen Lage zieht, vom Werkzeug, das es heute ist, zum mitbestimmenden Faktor von morgen zu roerbcn. ■ - v MM, ? Wir entnehmen den folgenden Aufsatz mit Genehmigung des Verlages I. F. Lehmann, München, dem Buche „Von deutschen Ahnen für deutsche Enke l". (Geh. 1 Mark.) Das Buck) will jeden Volksgenossen für die Zukunft seines Volkes mitverantwortlich machen und in ihm die Liebe und den Stolz zu seiner Rasse wecken. Die Geschichte lehrt, daß den Kampf ums Dasein letzten Endes nicht dasjenige Volk gewinnt, das vielleicht zunächst auf wirtschaftlichem Gebiet als Sieger heroorzugehen scheint, sondern auf die Dauer dasjenige, welches über die größte K i n d e r z a h l verfügt. Die ursprünglich rassereinen nordischen Griechen und Römer starben aus, weil sie zu der Unsitte der Geburtenverhütuno übergingen und weil sich das volksmordende Laster der gleichgeschlechtlichen Liebe allmählich einbürgerte. Die Folge des dadurch bedingten Sittenverfalles und Geburtenrückgangs ro»r, daß sich minderwertige Völker, die sich durchaus nicht auf der Kulturhöhe von Griechenland und Rom befanden, schließlich in die Sitze der Herren setzten. Als Gegenbeweis dient die Geschichte der Chinesen, die bekanntlich das älteste Kulturvolk der Erde sind und schon Jahrtausende vor Christi Geburt bis aus den heutigen Tag eine sehr hohe Kultur besitzen. Von diesem Kulturvolk können gerade wir Deutsche auf rassenhygienischem und bevölkerungspolitischem Gebiet viel lernen; während nämlich alle anderen Völker gerade dann, wenn sie auf der Höhe ihrer Kultur standen, ihre Kinderzahl eingeschränkt und sich dadurch ihr eigenes Völkergrab gegraben haben, hält der Chinese wie vor Jahrtausenden auch heute noch an der Sitte reichen Kindersegens unverbrüchlich fest. Und nicht nur die armen und mittleren Volksschichten haben in China eine große Kinderschar, sondern gerade die reicheren und wohlhabenderen Kreise setzen ihren Stolz darein, möglichst viel Kinder zu besitzen. Bedingt ist dies durch die Konfuzische Lehre, welche die kindliche Ehrfurcht und eine machtvolle Ahnenoerehrung entwickelt hat. Jedem Chinesen sind seine Ahnen heilig. Das Hauptgebot die- I ser Verehrung verlangt, daß jeder C h i n e j e eine große Nachkommenschaft hat. Je zahlreicher die Nachkommenschaft des Chinesen ist, desto mehr ist die Fortsetzung seiner Ahnenreihe gesichert, die ihm die Lehre oorschreibt. Damit ist gleichzeitig der Vorteil verbunden, daß der Chinese mit stolzer Zuversicht und großer Freude auf sein Alter blickt. Es steht ihm nicht bevor als etwas Unsicheres, Schreckliches und Grauenhaftes, wie vielen bei uns, sondern er weiß, daß die Liebe seiner Nachkommen ihn bis zum Tode umgeben wird und daß ihn seine Kinder hegen und pflegen werden. Wie anders ist dies heutzutage bei uns! Die alten Leute gelten vielfach als eine Last. Die Kinder und Kindeskinder warten oft nur auf den Augenblick, an dem die alten Leute die Augen schließen, um die lästigen Mitesser los zu werden oder um sie zu beerben. Haben wir nicht allen Grund, uns vor den Chinesen zu schämen, deren Sitten wir manchmal in unberechtigtem Dünkel belächeln?'. In der Hauptstadt Peking kommen heute noch auf eine Frau der unteren Klassen durchschnittlich 6,5 Geburten, bei den oberen Klassen ist die Geburtenzahl sogar noch größer. Wie ungeheuer groß die Bedeutung der Geburtenziffer ist, soll noch folgendes Beispiel veranschau- lichen: Nehmen wir an, daß die Rasse A durch- schnittlich in jeder Geschlechterfolge 3 Kinder während die Rasse B durchschnittlich in jeder Geschlechterfolge 4 Kinder zeugt, d. h. (Rasse A : Rasse B — 43% : 57% der Gesamtbeoölkerung), dann hat die Rasse A in der zweiten Geschlechterfolge 9, die Rasse B dagegen bereits 16 Kinder (36%: 64%). In der dritten Geschlechterfolge, d. h. nach knapp 100 Jahren, beträgt die Verhältniszahl von Rasse A und Rasse B bereits 30%: 70%. Nach 300 Jahren aber stellt die Rasse A nur 7°/o, die Rasse B dagegen 93% der Gesamtbevölkerung des betreffenden Landes. Bekanntmachung. Der Wochenmarkt beginnt von Dienstag, den 3. Oktober 1933, an um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. 60380 Gießen, den 30. September 1933. Bürgermeisterei Gießen. I.V.: Dr. Seid. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllll Marbarg (Lahn) Dr. Möllers Privallehranstalten Schule und Schttlerhelm in ges. Waldlage. Indiv. Erziehung u. SchuhingVI-OLVor- beugunggeg Zeitverlust.OII-Beifeu.Abi- tur. Daneben: alle Handels Schulfächer für kaufm.u. gewerbL Berufe. Beste Empfehlungen. Prosp.u. Erfolgverzeichnisse frei lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Süßer FrQhtraubenmost täglich frisch geleit., während der ganz. Weinlese, ca. 5 bis 6 Wochen, im Ausschank u. über die Straße vorr. 6032D Fragen Sie Ihren Arzt, was eine Traubenkur bedeut. Weinstube Nnais-Häuschen, Walltoritraße 32. HSDKBeMen Schlafzlm, Polster, SUibl- matr-an Jeden,Tel 1z. Kai.tr. EiaemnbLelfabrik Suhl/Tä. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Briegel IV. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß heute abend 9 Uhr meine liebe Frau, meine liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Margarethe Briegel, geb.Leicht nath langem schweren Leiden sanft entschlafen ist Lollar, im September 1933. 60 ' D 60UV Nachdem wir unseren lieben, teueren und unvergeßlichen Gatten, Vater und Schwiegervater Herrn Jakob Becker zur letzten Ruhe gebettet haben, drängt es ums für die aufrichtige Teilnahme, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sowie für das Geleit zur letzten Ruhestätte unseren innigsten Dank auszusprechen. In tiefer Trauer: Marie Becker Herta und Erich CarlS. Für die vielen wohltuenden Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgange unserer Heben, unvergeßlichen Entschlafenen Frau Elisabeth Thomas geb. Pfaff sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen L. Thomas Gießen, den 30. September 1933. ' " 6i <$00^ rtii$ Der ML - aebende" ® * unm leabare W jin ßonbe reichu” 1 Lertunb^t. Mine versehe *fl'£S»oOä' in* jtauflüMi I E-Eä®, ieb'te w®*" durchsieht.. . (jegt Sein Nachbar ist «ne ®‘. aejiiegen. Nicht mehr jo I braungebranntes . Wir sprechen wenig nutet ""^allmählich wird die her Fahri Wcr-.®'r fK So geraten auch em'ge Be Fahrteindrücke m das J zwilchen die teuren Md gewichen, erst jetzt spurt ma internationalen, durch vier c reist. „Die Aufschriften ... Mein Gegenüber lächelt. „Natürlich haben Sie rech rung merkt allmählich auch planmäßig daran, zu erzwin internationalen Strecken aus tschechisch gehalten werde „Aber das Land ist deutjc „9n der soeben durchfahr Man könnte die deutsche Gr meter vvrjchieben, ohne de ihrem Volkstum zu rauben. Er wird plötzlich ernst ..Wir beißen uns hi bessere Zeiten kommen. 21h Oesterreich Denen jagen S sollen' (Fine halbe Sfunbe fpä/er Dir hatten uns in letzter M schämt ob richres DermmM der Redakteur eines \ubetenbe Zwei Kollegen a\\o. Nn k treffen. Mir gingen ferne Kopf. vraba 1 Es steigen viel Deutsche englische Touristeiigruppe ! Wiche Gesprächssetzen slie des großen Bahnhofes Mein Abteil füllt sich ra ow, asthmatische Frau n SÄ' Rosiern, dann Ekt unschwer als Oester den Nebenahteilen t £ob des Aon Alfred Hugqe oj®ehr ba glaubt, es fei Ackerfurchen mit dem (Lri ZM Unöme?'£ftateÄÄ'nöer^n wenn bie jaden rVacfei No/ au für ein nn en. Sprock 8/Iucht tjaben umT !°"nen^ Maut sch^r gleich vor tot bot ff f- heMt und hU^^ublinn heu{'9e Te d°nkt 6n bei der 2frb lÄ? 'N toA ?°"esr l*Nt und heroorb Z 'st der F ^an hinter heran: hk. jeit aur »Ä -1 Sßir bl r9e,'en: bet £ grauer cJe,nerti 's N tu ff! jul Kr. 229 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Samstag, 30. September 1933 Ein Volk — ein Mich. Tatsachenbericht von einer Fahrt durch das deutsche Oesterreich. Don Udo Wolter. Der junge, reichsdeutsche Journalist Udo Wolter fuhr — mit Billigung der maßgebenden Stellen — nach Oesterreich, um auf einer Studienreise unmittelbare und unwiderlegbare Eindrücke von den Kämpfen und Spannungen im Lande zu sammeln. Hier ist der erste große Tatsachenbericht über Oester- reich und seinen Leidensweg. 1. Leber die tschechische Grenze. Der Zug rattert und stößt. Die tschechoslowakischen Wagen sind nicht sehr gut. Draußen zieht eine freundliche, von langgezogenen Hügeln sanft unterbrochene Landschaft vorüber. Kleine Städtchen, sauber und schmuck, Dörfer, Gms- höfe fliegen vorbei, verschwinden schnell. Aber noch immer sind die von dem Abteil aus sichtbaren Aufschriften der Kaufläden und Gasthöfe deutsch. Fährt man durch fremdes Land? Man vergißt es fast, nur die amtlichen Aufschriften an den Stationsgebäuden erinnern einen wieder daran und ab und zu die ungewohnte Uniform des tschechischen Schaffners, der durch die Gänge geht und die Fahrkarten durchsieht. Ueber eine Stunde liegt die Paß- und Zollrevision an der deutschen Grenze bereits hinter uns. Mein Nachbar ist eine Deutscher, in Bodenbach zu- aestiegen. Nicht mehr |o jung. Aber ein straffes, braungebranntes Gesicht. Wir sprechen wenig miteinander. Ab und zu fällt ein Wort. Ganz allmählich wird die Unterhaltung im Laufe der Fahrt flüssiger. Wir sprechen über dies und das. So geraten auch einige Bemerkungen über meine Fahrteindrücke in das Gespräch. Draußen sind inzwischen die deutschen Aufschriften den tschechischen gewichen, erst jetzt spürt man, daß man in einem internationalen, durch vier Staaten führenden Zuge reist. „Die Aufschriften ..." Mein Gegenüber lächelt. „Natürlich haben Sie recht. Die tschechische Regie- rung merkt allmählich auch etwas. Sie geht jetzt planmäßig daran, zu erzwingen, daß alle von den internationalen Strecken aus sichtbaren Aufschriften tschechisch gehalten werden." „Aber das Land ist deutsch?" „In der soeben durchfahrenen Strecke — gewiß. Man könnte die deutsche Grenze gut zwanzig Kilometer vorschieben, ohne den Tschechen etwas von ihrem Volkstum zu rauben." Er wird plötzlich ernst. .W ir beißen uns hier schon durch, vis bessere Zeiten kommen. Aber Sie gehen doch nach Oesterreich Denen sagen Sie. daß sie sich beeilen sollen " ffinc halbe Stunde später stieg der Mann aus Wir hatten uns in letzter Minute, ein wenig beschämt ob unseres Versäumnisses vorgestellt. Es war der Redakteur eines sudetendeutschen Blattes. Zwei Kollegen also. Ein sonderbares Zusammentreffen. Mir gingen seine Worte nicht aus dem Kopf. Vraba Vraa? Es steigen viel Deutsche zu, dann eine größere englische Touristengruppe Auch polnische und französische Gesprächsfetzen fliegen durch das Lärmen des großen Bahnhofes Mein Abteil füllt sich rasch. Zwei Tschechen, eine dicke, asthmatische Frau mit großen Pappkartons und riesigen Koffern, dann ein Deutscher, an dem Dialekt unschwer als Oesterreicher erkennbar. In den Nebenabteilen beginnen die Engländer, meist junge Kerls — wahrscheinlich irgendeine europareisende College-Klasse — einen eintönigen aber melodischen Sing-Sang anzustimmen: „Ahoi . . . Ahoi ..my baby ... Auf die Dauer geht auch das aus die Nerven. Mit einer energischen Bewegung schließt die dicke Frau die Abteiltür. Die Langeweile der endlosen Fahrt legt sich schwer über die Passagiere. Die beiden Tschechen beginnen einzunicken, die Frau folgt. Der Oesterreicher blättert in seiner Zeitung. Als er sie beiseite legt, bitte ich sie mir aus. Ein österreichisches Blatt: „Die Stunde". Es ist immerhin aufheiternd, wieder einmal etwas über „Nazimord" und „Braune Pest" zu lesen. Die Me- lodie dieser Berichte klingt noch aus fernen Tagen leise in den Ohren. Später sollte ich erfahren, daß ick ein regierungstreues, aber in der Hauptsache docy als Sensations- und Boulevardzeitung aufgezogenes, von französisch - tschechischemGelde aus- gehaltenes Blatt in die Hand bekommen hatte. Mein Mitreisender ist ein österreichischer Beamter, der in Teplitz zur Kur war und nun nach Wien heimkehrt. Er hat sich inzwischen den „Angriff" durchgesehen, den ich mir mitgebracht hatte. Eine kleine Spannung ist bereits gegeben und wir sind schon Gegner, ehe wir reckt miteinander gesprochen. Wir haben uns durch unsere Zeitungen legitimiert „Sie sind Sudetendeutfcher?^ Also in Gottes Namen denn ... „Berliner." Richtig! Er stutzt. „Aber Sie sagten doch ... Sie wollen doch nach Wien." „Gewiß." „Kommen Sie denn nach Oesterreich hinein?" „Ich hoffe ...", lächle icy. Dieses Lächeln irritiert ihn. „Sie sind Nationalsozialist?" „Mit Ihrer gütigen Erlaubnis." Vielleicht ist das unvorsichtig. Aber der Mann hat, wie man ohne weiteres merkt, für den National- sozialismus nicht viel übrig und ich sehe keinen Grund, ihn deshalb zu schonen. Meine Offenheit kommt ihm zu unerwartet. Er wechselt das Thema und versucht es jetzt auf jovialem Wege. „Man erzählt ja schöne Sachen von euch da draußen" Ich nehme das Sensationsblättchen in die Hand. „Man ..., das sind Eure Zeitungen." Ich weise auf einige blutrünstige Ueberschriften ... „Es muß doch etwas Wahres daran sein. In Oesterreich liegen die Verhältnisse übrigens ein wenig anders." Was soll ich darauf erwidern. Ich schweige. „Wir haben hier keine Sehnsucht nach euch." Jetzt bricht die offene Gegnerschaft durch. „Ihr zieht den Geist des Krieges und der Unversöhnlichkeit hoch ..., preßt die Kinder in Uniform ..." Eine halbe Stunde geht das so. Meine Erwiderungen finden kein Gehör. Der Mann ist zu sehr in seiner Presse befangen Ich verliere langsam die Ruhe. „W irbauen ein neues Reich, Herr. Wir haben eine Revolution gemacht, einer neuen Idee zum Siege verholfen. Wir sind nicht gesonnen, Aus- bau und Durchführung dieser Idee von den Heimlichen im Lande, dem Gegner im Dunkel, trüben zu lassen." Die Auseinandersetzung droht in Zank auszuarten. Ich möchte das vermeiden. So benutze ich eine Gesprächspause, um das Abteil zu verlassen. Als ich xurürffebre, hat sich der Mann beruhigt. Nur an der Grenzkontrolle in Lundenburg paßt er angestrengt auf, ob der Beamte mich nicht mit meinem Paß zurückweift. Er ist sichttich enttäuscht, als dies nicht geschieht. Aber gesprochen hat er kein Wort mehr mit mir. „Lausbübereien", vor denen man Angst hat. Wien taucht in der Ferne auf, ein großes Lichtermeer, überlagert von einem hellen, rötlichen Dunstkreis. Langsam überquert der Zug die Donau und kreist in einer großen Kurve der Stadt entgegen. In einem kleinen Wiener CafS sehe ich die Tageszeitungen durch. Es ist fast stets das gleiche. V e r • leumbungen über das neue Deutschland, manchmal so ungeheuerlich, voll sich überschlagendem Wutgeschrei, voll versteckter Angst vor der Zukunft, voll arotesfer Bemühungen um die Erhaltung des bestehenden Systems, daß die Ausdrücke und Beschimpfungen, mit denen man den Nationalsozialismus angreift, oftmals jedem Scham- und Anstandsgefühl in Das Gesicht schlagen. Es ist ü b e l st e Kolportage, was man über die neuen Führer des Deutschen Reiches berichtet. Der Ober serviert mir auf einem kleinen Tablett zwei Glas Wasser nach. Das geschieht bereits zum zweiten Mal und scheint hier Sitte zu fein. Im Lause der Tage soll ich mich bann auch daran gewöhnen, daß man hier stundenlang in den Cafös sitzt, plaudert, in den hunderterlei Zeitungen und Zeitschriften schmökert, seine Korrespondenz erledigt und Geschäftsabschlüsse tätigt. Ganz anders ist das, als in Berlin, wo man hastig seine Tasse Kassee trinkt und dann wieder in fein Büro eilt ... Auf dem Wege zum Hotel gelange ich durch Straßen, in denen kleine, rechteckige Blätter mit roten Hakenkreuzen über das Pflaster treiben. „Lausbübereien" nennen es die anderen, deren Presse ich soeben durchgesehen. Man nimmt diese „Lappalien" so wichtig, daß man ihnen bis zu anderthalb Druckseiten widmet. Beweisen doch diese kleinen Lebenszeichen der verbotenen Partei, daß der Kamps trotz aller Unterdrückung weitergeführt wird. (Fortsetzung folgt) Das Erdbeben in den Abruzzen. In den Abruzzen in Mittelitalien ereignete sich ein schweres Erdbeben, durch das zahlreiche Ortschaften verwüstet wurden. Die Bewohner verließen panikartig ihre Häuser, doch sind glücklicherweise die Opfer der Katastrophe bei weitem nicht so hoch, wie bei der Erdbebenkatastrophe in derselben Gegend vor drei Jahren. Erntedankfest und Kirmes. Das Herbstfest des deutschen Bauern. Von Dr. Friedrich Spreen. Das Erntedankfest auf dem Bückeberg bei Hameln wird zum ersten Mal Stadt und Land bei einer Feier vereinen, die uns das Wesen des deutschen Bauerntums offenbart. Damit wird an das Hauptfest angeknüpft, das der Landmann von altersher im Herbst zum Dank für die glückliche Einbringung der Ernte zu begehen pflegt. Dieses Erntefest trägt jetzt meistens den Namen Kirmes, d. h. im Niederdeutschen „kerken-misse", was ursprünglich die zur Kirchweih gelesene Messe, dann den an diesem Tag abgehaltenen Markt bedeutet. Mancherorts ist diese Feier ihres kirchlichen Charakters entkleidet, zum bloßen Jahrmarkt und zur ausgelassenen Tanzbelustigung herabgesunken. Im Grunde aber steckt in Der Kirmes die Vereinigung des kirchlichen und weltlichen Erntefestes. Das Erntefest schloß sich zunächst unmittelbar an die Ernte an und ist auch heute noch mit dem Einfahren des letzten Wagens verknüpft. In feinen Bräuchen bewahrt es die Erinnerung an ein heidnisches Opfermahl und an einen Fruchtbarkeitskult, wie er sich besonders in dem Mittelpunkt der weltlichen (Erntefeier, in Erntekranz und Erntekrone, in Erntetanz und Erntespiel darstellt. Auch der Dankgottesdienst Lob des Ackers. Von Alfred Huggenberger, GOS. Wer da glaubt, es fei eine leichte Sache, die Ackerfurchen mit Dem Karst umzubrechen unb zu lockern. Damit Die Keime Der untergepflügren Kartoffeln sich rechtzeitig unD unoerfümmert ans litTie Gotteslicht heraufaroeiten können, Der weiß wohl auch nicht. Daß es KinDerhänDe mit Schwielen gibt. UnD wer noch nie beim Hacken mit Dabeigeroefen ist, wenn Die zarten Sprößlinge endlich mit Mühe unD Not aus Dem BoDen gekrochen finD und befchei- deutlich für ein paar fonnenhungrige Blättlein Platz gesucht haben, um sogleich vom frech auffchießenden nfraut schwer bedroht unD beDrängt zu werben, Der hat auch Die freuDige Genugtuung nie erlebt, die Dem MüDling bei Der Arbeit zuteil roirb. Man denkt an Das harte Gotteswort: „Dornen unD Disteln soll Dein Acker heroorbringen! „Aber man schafft, unD wenn man hinter sich blickt — siehe, da ist Der Fluch von Der ErDe weggenommen! Komm in Drei, vier Tagen wieDer, Dann kannst Du schon Den Dank Der erlösten Pflänzlein einheimsen: sie haben sich in Der Frühsommersonne glückhaft entfaltet; jeDer liebe Tag zeitigt ein Blatt, em Zweiglein. Der noch vor kurzem kahle Acker ist von weitem wie ein Dunkelgrünes KleefelD zu schauen. Die Zeit zur Behäufelung rückt schnell heran: keine StauDe, Die nicht ihr eigenes, wohlabgezirkeltes Geviert an lockerem ErDreich zugeteilt bekäme. So, was an uns liegt, haben wir getan. Auch Der Wettersegen ist nicht vergessen: Wir haben einen Mut, Herrgott, Du meinst es gut, Behüt' Den Acker vor Guß und Stein, Unser Können ist klein. Habt ihr euch schon einmal ein blühendes Kar- toffelfelD recht angesehen? Aus Dem Hölzliacker ist jetzt ein einziges Blumenbeet geworben. Die große Einsamkeit ist erfüllt von bem Wunber. Selbst ber alte Grenzstein vermag sich zu freuen. Er ist ja von feiner Wichtigkeit tief burdjbrungen, er weiß nicht, baß er in feinem kleinen Schaubezirk nur als ein grauer Stein angesehen ist. Kein Zweifel: der Acker blüht nur ihm zulieb, bie Lerchenlieber schweben nur ihm zu Ehren vom frühen Morgen bis zum späten Abenb im Sonnenhimmel über Den nahen Weiherwiesen Auch ein Stein muß feine Feste haben. September. Die Buchen am WalDrande ziehen gemach ihr buntes HerbstkleiD an. Eichhörnchen wagen sich aufs offene Feld heraus: Dem Letien- bimbaum auf dem Hölzliacker gilt ihr zögernd ge- 1 wagtes Werben. Sie zernagen unb vergeuden frech Die herrlichen Birnen, es ist ihnen ja nur um Die braunen Kerne zu tun. Sieh — was trottet Dort für eine kleine Karawane mit Karst unD Karren Daher? Macht euch heim in euer Reich, ihr kleinen Schlemmer unD Erzschelme! Jetzt wollen Die ernten? Die gesät haben! Ja, Da finD sie, Bauer unD Bäuerin, KinD unD Kegel. Da finD wir, die rechtmäßigen Eigentümer Des Hölzliackers. DD er will sich so ein Eichhorn am EnDe gar mucksen unD auf fein Recht pochen? Augenblicks ginge ich heim, Den Kaufbrief holen, um gutes Gelb vom Notar mit Schnörkeln unb Siegel gültig gemacht. Es ist alles in ber obersten Truhe ber Kommode, ich wäre balb wieder da. So da kannst du lesen, wenn du lesen kannst! Alles schwarz auf weiß! Im Jahre soundso. Von da an hat auf bem Grenzacker niemanb einen Stein mit Recht umkehren bürfen. Mein Vater kann aus ihm eine Wiese machen, eine Weizenmauer, ein Haber- selb, einfach, was ihm beliebt. Unb es mag einer zehnmal im Vorbeigehen bie Nase rümpfen und sagen: „Was liegt an so einer' abseitigen Hunger- zelg, wo sich Füchse unb Hasen Gutnacht wünschen?" Er beweist bamit nur, baß mit ihm nicht viel los ist. Mein Vater hat gesagt: „Es kommt nicht barauf an, wo ober wie ein Acker ist, es kommt Darauf an, ob er einem anbern gehört ober mir." Was wahr ist, muß man wohl gelten lassen: Der Herbst hat unferm Hölzliacker recht unfreunblid) zu- gesetzt, er hat allen Sommerhochmut von sich tun müssen. Die Kartoffelstauben finb gelb unb le» bensmübe geworben; viele finb sogar schon ganz eingetrocknet. Arme Herrlichkeit, was ist aus bir geworben? Was ist als Lohn für unsere saure Arbeit übriggeblieben? Wart nur erst, bis bie blanken Kärste ihr Werk tun! JeDer Streich, ber bie scheinbar brache Erbe aufbricht, bringt ein Wunber zutage: aus jeber Samenknolle finb zehn unb mehr geworben, aus klein groß, aus verschrumpft glatt unb neu. Wie fie herauskugeln, so recht kartoffelmäßig eigensinnig in Form unb Größe. Die eine Staube schenkt erstaunlichen Ueberfluß, bie anbere hat sich schein- bar weniger Mühe gegeben. Aha — eine ausgenagte Schale: ba ist ein Mäuslein zu Gast gewesen! Auch allerlei wunberliche Gebilbe kommen zum Vorschein. Hier ein Mann mit brei Köpfen, aber ohne Beine; ba eine Wurst, auf ber einen Seite hat sie ein richtiges Menschengesicht, mit Augen, Nase unb Munb, auf Der anDeren ein zierliches Sau» schwänzlein. Dann wieDer kommt eine Glücksknolle heraus, oDer es finD gleich Drei ganze Persönlichkeiten als Drillinge miteinanDer verwachsen. Wir Kinder legen eine kleine Sammlung an, die uns viel Kurzweil macht. Jeder neue Fund wird von seinem Entdecker als Eigentum angesprochen. Wie lustig, wenn man so ganz im vollen Ernst sagen kann: Morgen oerschmause ich eine tartoffelne Wurst — morgen werde ich ein Menschenfresser! Langsam aber sicher wächst Die Zahl Der gefüllten Säcke. Sie stehen schön in Reih und Glied, ber Stolz unb bie Freude bes braven Ackers. Der graue Grenzstein vergißt nicht, sich auf ben Segen seiner Felbbreite auch etwas zugute zu tun. Wenn er zählen könnte, so bürste er mit gleicher Genug- tung wie wir feststellen, baß unser Nachbar Stoller, Der mit seinem Völklein auf Dem Langacker Drüben schafft, vier Säcke weniger hat. UnD nun kommt Der Höhepunkt Des Tages: wir Dürfen Die Dürren unD welken Stauben Zusammentragen, Der alte Brauch Des Herbstfeuers soll nicht abgehen. Unter Jubel unD Hallo roerDen im nahen Holz Falläfte und dürres Reis gesammelt, ein ganzer Stoß. Stollers Dünne Rauchsäule soll sich neben der unfern nicht melDen, bei uns müssen ganze Wellen emporsteigen. UnD eine richtige Dauerglut muß entstehen: gibt es auf Erben etwas Feineres als bie ersten Bratkartoffeln aus Dem Ackerfeuer? UnD gehört es nicht zum Herbsttag wie Die ziehenden Vögel, daß von jeDer Zeig Die Wolke eines Dankopfers aufsteigt? Auch Der Hölzliacker hat wahrhastig seine Sckulbigkeit getan, es soll ihm nichts abgehen an Eyren, wenn er auch vor heimlicher Wonne fast nicht weiß, was er für ein Gesicht machen soll Tiger-Panik in indischen Dörfern. In verschieDenen Dörfern Mittelinbiens finD Die Bewohner Durch Die plötzlichen Ueberfälle menschen- freffenber Tiger in solche Furcht versetzt, baß sie bes Nachts nicht mehr zu schlafen wagen. Immer roieber roirb bas Vieh überfallen unb von ben Bestien in ben benachbarten Urroalb geschleift. Die Bauern selbst finb biefer Gefahr gegenüber machtlos, ba es ihnen verboten ist, Tiger zu töten. Vom Fuße ber Panch Deoli-Berge roirb eine merfroür- bige Geschichte berichtet. Die von einem heftigen Kampf zwischen einem Tiger unD einer Rinberherbe erzählt, bei Dem Die RinDer Sieger blieben. Das Vieh grafte auf ben Wiesen an ben Bergabhängen, als plötzlich ein großer Tiger aus bem Dickicht her- oorfprang unb eine Kuh nieberschlug. Anstatt aber bie Flucht zu ergreifen, roenbete sich Die ganze Herbe in geschlossenem Angriff gegen Das Raubtier unD setzte ihm mit Den Hörnern energisch zu. Der Tiger ließ Darauf von Der Kuh ab unD roanDte sich in großen Sätzen roicDer Dem Dickicht zu Ein furchtbares Erlebnis hatte ein Arbetter aus Palior namens Bagwan Daß, Der zu PferDe nach einem benachbarten Dorf ritt. Ein junges Fohlen, Das nebenher lief, würbe von einem Tiger überfallen. Der aus Dem Dickicht heraussprang unD vor Den Augen Des Reiters in Das Unterholz fortgesetzteppt. Hochschulnachrichten. Auf Den Lehrstuhl für Gynäkologie unD Geburtshilfe an ber Universität R o st o ck würbe zum 1. Oktober b. I. Professor Dr. Gustav H a s e l h o r st von ber Universität Hamburg berufen. Die ao. Professoren an ber Universität Rostock Dr. Herbert Buscher (Anglistik) unb Dr. Hans- Jürgen Seraphim (Volkswirtschaftslehre) sind zu Ordinarien ernannt worden. Nach der neuen Hochschuloerfassung in Baden, Die mit Dem 1. Oktober in Kraft tritt, roerDen Die Rektoren vom Unterrichtsministerium ernannt. Der baDische Kultusminister hat nunmehr Die (Ernennungen vollzogen. Zum Rektor Der Rupprecht-Karl- Unioerfität in Heibelberg rourbe ernannt ber Derzeitige Dekan Der juristischen Fakultät Professor Dr. Wilhelm Groh, zum Rektor Der Albert- LuDwig-Universität in Freiburg Der Derzeitige Rektor Professor Dr. Martin HeiDegger unD zum Rektor Der FreDericiana, Der babischen Technischen Hochschule in Karlsruhe, Der Derzeitige Rektor Professor Dr. Kluge. Das Ministerium für Wissenschaft, Kunst unD DolksbilDung hat auf GrunD Des Gesetzes zur Wie- berherstellung bes Berufsbeamtentums folgenben Lehrkräften an ber Universität Köln bie Lehrbefugnis entzogen: bem Honorarprofessor Dr. Lin- bemann (Sozialpolitik), bem ao. Professor Dr. Pleßner (Philosophie) unb bem Privatbozenten Dr. Laßlo (Innere Mebizin). Professor Dr. Max Waldhard, Drbinarius für Gynäkologie unb Direktor Der Universitäts- Frauenklinik in Zürich, ist im Alter von 66 Iah- ren g e ft o r b e n. Er stammte aus Bern unD kam im Jahre 1909 als Direktor Der Frauenklinik nach Frankfurt a. M. Von Dort rourDe er 1920 nach Zürich berufen. Professor Dr. Hans Weißer von ber Universität Kiel hat eine ao. Professur für Nationalökonomie in ber Universität Philabelphia (USA.) angenommen. Im Alter von 92 Jahren starb in (Eorboba (Argentinien) ber Zoologe Professor Wilhelm Schultz, ber als 22jähriger nach Argentinien gegangen war, auf vielen Forschungsreisen Die Dortige Fauna untersucht unD 35 Jahve Janaan h«; Universität Cordoba gelehrt hat, _ folgte bald nach der Ernte, wurde dann auf den folgenden Sonntag und schließlich auf den folgenden Kalendersonntag verlegt. Bald mischten sich im Ernteschlußbrauch christliche mit heidnischen Zugen. So wurden beim Einfahren des letzten Fuders neben lustigen Volksliedern geistliche Gesänge an- gestimmt; nach eingebrachter Ernte versammelte sich die Gemeinde auf einem S)of, um unter Gesang, Gebet und Posaunenschall Gott zu danken, wie dies aus Westböhmen berichtet wird; die Kinder zogen mit brennenden Kerzen und dem Erntekranz zur Kirche, um den Kranz auf dem Altar niederzuleaen ufw. Andererseits drangen Elemente des Dolks- brauches in den Gottesdienst ein. Auf dem Altar der bekränzten Kirche wurden Früchte des Feldes aufgestellt, die eine Art Opfer für die Dorfarmen bedeuteten. Der Kranz an der Kanzel ward mit aus Aehren geflochtenen oder aus Holz geschnitzten Sensen und Rechen geziert. Von den am Altar angebrachten Aehren nahmen die Bauern einige mit, um sich eine reiche Ernte im nächsten Jahre zu sichern. Danksagunasumzüge fanden statt, bei denen weißgekleidete Mäocken, Früchte und Aehren tragend, im Zuge mitscyritten. Uraltes Bauernfest. Das christliche Hauptfest im Herbst war die Kirchweih, die zur Erinnerung an den Tag der Weihe des neugebauten Gotteshauses begangen und deshalb meist in den Herbst verlegt wurde weil in dieser Jahreszeit die Feldarbeit beendet war, und man sich nach den schweren Monaten Muße und Vergnügen gönnen konnte. Die Kirchweih oder Kirmes, der fröhliche Abschluß des Wirtschaftsjahres, verschmolz schließlich mit dem Erntedankfest und das ganze reiche Brauchtum floß zusammen in der Gestaltung und Verschönerung dieser Festzeit. Die Kirmes ist das beliebteste und vielseitigste Fest der Bauern, ein Gemeinde-, Sippen- und Familienfest. Es wurde früher in jedem Dorf und Dörfchen abaehalten, wie das Sprichwort sagt: „Es ist keine Kirche so klein, des Jahres muß einmal Kirmes drin fein." Dabei wirkte stark die Erinnerung an ein heidnisches Herbstfest mit, und die ausgelassene Lustigkeit erregte Anstoß, so daß die Geistlichen, auch Luther, dieses Volksfest oft heftig angegriffen. In den oro- testantifchen Ländern Niederdeutfchlands starb dar- auf die Kirmes ziemlich aus und wurde durch den Herbstjahrmarkt ersetzt. In den anderen Teilen Deutschlands aber hat sie sich erhalten, als „Plankfest" der Thüringer, „Körbe" der Franken, .Kirbe" ober Kibbe" der Alemannen, ,Kirba" oder ,Kirta" der Bayern und Oesterreicher. Das Fest dauert jetzt gewöhnlich einen bis drei Tage; früher währte es wohl gar eine volle Woche oder eine Nachfeier fand am folgenden Sonntag statt. Umständliche Vorbereitungen gehen voraus. Die Burschenschaft des Ortes tut sich zusammen, Platzburschen oder Kerbmänner, die die nötigen Sammlungen veranstalten, sich mit den Gastwirten in Verbindung setzen, für die Ordnung und einen guten Verlauf des Festes sorgen. Sie werden dabei von „Platzjungfern" unterstützt. Mancherorts wird das Recht, die Kirmes zu veranstalten, meistbietend von der Gemeinde versteigert. Auch die Mädchen des Dorfes werden für die Festzeit ausgelost und verauktioniert, und die aus diese Weise oder durch Wahl vereinigten Paare bleiben zusammen, namentlich beim Tanz. In den Häusern wird gewaschen und geputzt, gebraten und gebacken, Vieh und Geflügel geschlachtet, Bier und Schnaps angeschafft, Berge von Kuchen und Fladen, die in eigenartigen Formen an den verschiedenen Orten her- gestellt sind, häufen sich auf. Denn die Kirmes ist ja eine Gelegenheit, bei der es hoch hergeht und bei der die aus der ganzen Umgegend zusammenströ- menden Freunde und Gäste freigebig bewirtet werden. Das Gesinde hat in dieser Seit ausgedehnte Freiheit, darfs sich wohlsein lassen; die Armen werden reich bedacht. Doch auch auf ernste Dinge richten sich die Gedanken. Wie dies vielfach bei Erntefesten der Brauch ist, vergißt man der Verstorbenen nicht, besucht ihre Gräber und glaubt sogar, daß sie am Tanz unsichtbar teilnehmen. Das Fest beginnt gewöhnlich mit einer Vorfeier, bei der noch einmal alles für die großen Tage besprochen und angeordnet wird. Früher ritt auch wohl der bekränzte Kirmesbitter von Haus zu Haus und lud zur Feier ein, oder von der Kanzel wird Mitteilung vom Beginn der Kirmes gemacht. In Bayern ist der Kirmessonntag das Fest der Burschen, die dann „die Spendierhosen anhaben", während am Montag die Mädchen ihren Sparstrumpf unter dem Strohsack hervorholen und die Burschen freihalten. Schimmelreiter und Kerbebaum. Nun ist der Festtag da. Vom Turm herab flattert die Fahne und die Glocken läuten zum Gottesdienst. Ueber die frischgekehrten Straßen zieht die Gemeinde in manchen Gegenden in feierlichem Zug zur Kirche. Die Umzüge gemahnen in den lustigen Vermummungen, die man anlegt, an die Fastnacht. Die lustige Person fehlt nicht, Hanswurst und Pritschmeister treiben Ihre Scherze, Sch1 ™ J* *} ’ reiter und Äirmesbar werden umjubelt. Die Musikanten ziehen von Haus zu Haus, brm- aen Ständchen und sammeln Oaben ein; auch die alten firauen die Hirten und die Knechte oeran- ftalten Bittgänge, bei denen sie Eier, Speck, Kuchen oder auch Seit) empfangen. Die Belustigungen wer- sen neben allerlei Jahrmarktstrubel noch uralte fiormen auf. Hammel und Hahn, zwei Srnnbilder der Fruchtbarkeit, die zum Erntefest gehören stehen im Mittelpunkt. Ein Hammel oder em Hahn wird ausgelonzt und dann geschlachtet, wobei dte Er- innerung an ein altes Opfer nachklingt. Ring kämpfe werden veranstaltet. Auch em Hahnenschla- gen findet statt. Eine besondere „Belustigung> ist die ^Kirmesschaukel". Wie hier gewisse Maibrauche wie» der ausgenommen werden, die den Frühlings- mit dem Herbstbrauch verknüpfen, so ist dies auch bei dem „K i r m e s b a u m" (,Kerbebaum ) der Fall, der dem „Erntemai" entspricht. Dieser Baum, meist eine Fichte, der den Mittelpunkt beim Tanz auf dem Anger und bei manchen Wettkämpfen bildet, ist schon lange vorher heimlich aus dem Wald geholt, mit Kränzen, Blumen, Bändern, auch wohl mit Eiern, Würsten, Weinflaschen behängt worden. Die Jugend klettert bann hinauf, um bie Gewinne zu erhaschen. Die ganze Fülle ber Kirmesfreuben entfaltet sich am Nachmittag bes ersten Tages beim Tanz, und dieser wirb bann am nächsten Tag eifrig fortgesetzt, entroeber auf bem Gemeinbeplatz ober häufiger im Wirtshaus. In buntem Zuge schreiten bie Paare bahin, jeber Bursch von seinem Mädchen mit dem Kirmesstrauß von Blumen und Flitter- golb geschmückt. Dabei bevorzugt man bie alten Volkstänze mit Ihren altertümlichen Weisen. Der Wirt eröffnet bisweilen den Tanz mit einer aus Garben hergerichteten, mit Bänbern geschmückten Erntepuppe. Bei allerlei „Hänseltänzen" wirb Schabernack getrieben, unb manchmal gibt gar einer ben alten Siebensprung zum besten. Von ber Decke bes Tanzsaales hängt bie Erntekrone herab, bie in feierlicher Form „abgetanzt" wirb, indem man sich um sie herumdreht. Oie Kirmes wird begraben. Den Schluß der Kirmes bildet das komisch- feierliche Begraben; es ist das Sinnbild dafür, daß nun von Lust und Tanz Abschied genommen werden muß. Das Bedürfnis nach Anschaulichkeit, das im Volksbrauch herrscht, führt zu einer Verkörperung ber Kirmes; sie wirb etwa durch eine Puppe dargestellt, die während ber Feier irgenbroo sichtbar angebracht ist; im Rheinland heißt sie „Zacheies". Diese Puppe wird unter Weh- klagen in bie Erbe verscharrt, verbrannt ober auch ins Wasser geworfen, mit ber Hoffnung, baß sie im nächsten Jahr fröhliche Urftänb feiern möge. Bisweilen übernimmt auch ein lebenber Bursche bie Rolle der Kirmes; er heißt bie „Kirbe-Sau". Bei biefer Schlußfeier schüttet man hie unb ba Branntwein in ein Loch, vergräbt ein Glas ober eine Flasche mit Wein, Schnaps ober Bier, ein Stück Kuchen, den Kopf des geschlachteten Hahnes unb anberes in ber Erbe. Damit ist das Herbstfest bes beutschen Bauerntums zu Enbe unb bie Aussicht auf bas künftige bereits eröffnet, denn zu Beginn der nächsten Kirmes wird das eingegrabene Symbol feierlich wieder hervorgeholt. Wirtschaft. Beirat für Energie-Wirtschaft. Durch Verordnung des hessischen Staatsministers vom 26. September 1933 wirb zur Beratung ber Gestaltung auf bem Gebiete ber Energie-Wirtschaft ein Beirat gebilbet, ber aus bem hessischen Staats- minifter unb ben von ihm zu ernennenben Mit- gliebern besteht. Die deutschen Sparkassen im August. Für die Spareinlagen bei den deutschen Spar- faffen ergab sich im Monat August ein Einzah- lungsüberschuß von 50,2 Millionen Mark. Die Einzahlungen verminderten sich gegenüber bem Vormonat um 7,6 Millionen Mark auf 417,3 Millionen Mark, bie Rückzahlungen um 44,6 Millionen Mark auf 367,1 Millionen Mark. Das günstige Ergebnis ist in ber Hauptsache barauf zurückzuführen, baß sich bie Einzahlungen gegenüber bem Vormonat bei beträchtlich gesunkenen Auszahlungen nur wenig oerminberten. Abgesehen von bem aus jahreszeitlichen Grünben günstigen Monat Januar 1933 konnten bie beutschen Sparkassen im August ben höchsten Ueberschutz ber Einzahlungen über bie Auszahlungen seit ber Krise erzielen. Diese auswärts gerichtete Tendenz zeigte sich in allen preußischen Provinzen und deutschen Ländern, ein Zeichen dafür, daß das wachsende Vertrauen zu den Sparkassen sich wieder allgemein durchgesetzt hat. Einschließlich 1,4 Millionen Mark Zins und 3 Millionen Mark Aufwertungsgutschriften stieg der Spareinlagen» beftanb auf 10 545,4 (10 489,9 Ende Juli) Millionen Mark unb überschritt bamit mieber ben Stanb vom Dezember 1930. Die Giroeinlagen einschließlich dem sächsischen Gironetz wiesen mit einer Steigerung um 52,7 Millionen Mark auf 1422,6 Millionen Mark den höchsten Einlageüberschuß seit ber Krise auf. Auch bei ben Giroeinlagen trat in allen Bezirken eine Steigerung ein. * * Neueinstellungen bei Nora-Rabio. Infolge ber günstigen Auswirkung ber Funkausstellung hat die Nora-Radio G. m. b. H. ihre Belegschaft ab 1. 8. um etwa 700 Mann erhöht. Weitere belangreiche Neueinstellungen sind zu erwarten. Frankfurter Börse. IHlffagsbörfe: sehr still. Frankfurt a. M., 29. Sept. Die Ausführungen Dr. Goebbels in Genf machten einen günstigen Eindruck, zu einer Belebung bes Geschäftes trugen sie aber nicht bei, fo daß bie bereits an ber gestrigen Abenbbärfe herrfchenbe Geschäfts stille auch im heutigen Mittagsverkehr wirksam blieb. Die Kulisse übte im Hinblick auf den Ausfall der morgigen Berliner Börse und im Zusammenhang mit bem Quartalsultimo weiter Zurückhaltung, während bie Kunbschaft nur mit minimalen Aufträgen gekommen war. Verschiebentlich erfolgten kleine Glattstellungen zum Wochenschluß, boch war die ©runbftimmung nicht unfreundlich. Die Kurse zeigten erneut ein uneinheitliches Bild, wobei aber die Veränderungen wieder nur klein waren. Ueberroiegenb um 0,50 bis 1 v. H. fester lagen Montanaktien, darüber hinaus gewannen Gelsenkirchen und Harvener je 1,25 v. H. und Mannesmann 1,90 v. H. Von Chemiewerten setzten JG.- Farben 0,38 v. H. unb Dt. Erböl 0,75 v. H. niebri- ger ein, Rütgerswerke unb Metallgesellschaft waren leicht erhöht. Am Elektromarkt gaben Siemens nach der jüngsten Befestigung 1,25 v. H., Bekula 0,50 v. H. nach, während Lahmeyer um 1 v. H. erholt waren. Von sonstigen Werten eröffneten Holzmann 1 v. H. höher, ferner ist die weitere Befestigung von L. Tietz um 1,50 v. H. auf 14,25 v. H. bemerkenswert. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Veränderungen im Ausmaß von 0,25 bis 0,50 v. H. — Im Verlaufe hielt bie Geschäftsstille an, doch zeigten bie Kurse größtenteils keine Veränbe- rungen gegenüber bem Anfang. Montanwerte waren z. T. weiter erhöht, auch Siemens zogen 0,75 v. H., Lahmeyer nochmals 1 v. H., Reichsbank 0,75 v. H. an, während Holzmann von 60 auf 58,25 v. H. zurückgingen. Chadeaktien kamen mit 156 um 2 Mk. höher zum Kurs. JG.-Farben schlossen mit 116,50 nach 116,75 unb anfangs 116,25 v. H. Der Rentenmarkt zeigte für deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchforderungen, Stahlverein- Bonbs unb Reichsbahn-VA. bis zu 0,38 v. H. niebri- gere Kurse, Neubesitz waren später um 10 Pf. auf 11,20 erhöht. Golb- unb ßiquibationspfanbbriefe sowie Kommunal-Obligationen blieben meist unoer- änbert, auch Staats- unb Länberanleihen wiesen nur unwesentliche Abweichungen auf. Dagegen waren Stabtanleihen etwas angeboten unb meist 1 v. H. schwächer, stärker gebrückt waren 6 v. H. Darmstabt von 1928 mit minus 2,50 v. H. aus 67 v. H. Von fremben Werten lagen Anatolier unb Tehuantepecs je 0,13 v. H. höher, fest waren Schweiz. Bunbesbahn-Anleihen, bie bis zu 3 v. H. anzogen. — Tagesgelb war zum Ultimo stark gesucht und wurde um 0,50 v. H. auf 4,50 v. H. erhöht. Abendbörse: still. Die Abendbörse hatte nur schwachen Besuch zu verzeichnen unb verkehrte in außerorbentlich stiller Haltung. Vereinzelt erfolgten noch kleine Glatt- ftellungen, so baß bie Berliner Schlußkurse nicht immer voll behauptet blieben. Etwas Angebot bestaub in Siemens, bie um 1,75 v. H. auf 144,75 v. H. nachgaben. Ferner bröckelten bei Eröffnung IG. Farben um 0,40 v. H. unb Aku um 0,25 v. H. ab, bagegen konnten sich Deutsche Erböl um 0,25 v. H. erhöhen. Auch der R e n t e n m a r k t lag sehr ruhig. Neubesitz gaben um 5 Pfg. nach, während Altbesitz, anleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen, sowie Stadtanleihen meist unverändert waren. 33,25, Rheinstahl 73, Stahlverein 32,25, Reichsbahn- VA. 99,75, Norddeutscher Lloyd 11,13. Maittzer Getreidemarkt. Mainz, 29. Sept. Bei ruhigem Geschäft waren die Preise gehalten, Käufer unb Verkäufer verhielten sich abroartenb. Es notierten (Großhcmbels- Einstanbspreis per 100 kg loko Mainz): Weizen 19,25, Roggen 16,00, Hafer 13,75 bis 14,25, Braugerste 18,50 bis 19,00, 3nbuftriegerfte 17,50 bis 18,00, Malzkeime 11,75 bis 12,25, Slidd. Weizenmehl Spez. 0, 29,15, Roggenmehl, 60proz. Ausmahlung, 23,00 bis 23,50, Weizenkleie, fein, 9,40 bis 9,75, do. grob 10,10 bis 10,50, Roggenkleie 9,25 bis 9,50, Weizenfuttermehl 11,00, Biertreber 15,25 bis 15,50, Soyaschrot 15,00, Trockenschnitzel 8,60 Mk. Mannheimer Klein-Biehmarkt. Mannheim, 29. Sept. Auftrieb: 104 Kälber, 26 Schafe, 651 Schweine, 810 Ferkel unb 1 Ziege» Es kosteten: beste Mast- unb Saugkälber 39 bis 42, mittlere Mast- unb Saugkälber 34 bis 38, geringe Kälber 29 bis 32, geringste Kälber 25 bis 28 Mark; Fettschweine über 300 Pfund 50 bis 53, vollst. 240 bis 300 Pfund 49 bis 52, vollst. 160 bis 200 Pfund 48 bis 51, fleischige 120 bis 160 Pfund 44 bis 47 Mark; Ferkel bis 6 Wochen 6 bis 8, über 6 Wochen 10 bis 13. Läufer 13 bis 18 Mark. —i Marktoerlauf: Kälber, Schweine unb Ferkel ruhig. Kölner Buttermarkt. Köln, 29. Sept. Bei sehr ruhiger Tenbenz waren bie Preise wenig oeränbert. Es notierten: Deutsche Markenbutter 133 bis 136, Deutsche Molkereibutter 1. Qualität 132, bito 2. Qualität 127, dito 3. Qualität gestrichen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 1. Oktober. 16. Sonntag nach Trinitatis. Erntedankfest. Stabtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgerneinde; Pfr. Mahr. — Johan- neskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheirner; 11: Kinberkirche für die Lukasgerneinbe; Pfr. Bechtolsheirner; 20i Missionsstunbe im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle bes Alten Friedhofs. 9.30: Kandidat Geißler; 11: Kinberkirche für bie Luthergerneinbe; Kandidat Geißler. — Petruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Dör° sarn; 11: Kinderkirche für bie Petrusgerneinde; Pfarrassistent Dörsarn. — Saal ber Reuen Krippe. 11: Kinberkirche für bie Johannesgerneinbe; Pfr. Ausfelb. — Feldgottesdienst auf dem Trieb. 9.30: Pfr. Lenz. — Wieseck. 9.30: Erntedankfest; Chorschule; Kollekte. — Alten-vuseck. 11: Erntedankfest; Pfr. Sattler (Wieseck); Kollekte. — Grohen-Buseck. Deutscher Erntebanktag. 10.30: Festgottesbienst; Posaunenchor; Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Festgottes, dienst; Kollekte; 20: Liturgische Erntefeier; Kinder- chor; Grntefpiel; Lichtbilder; Kollekte. — Steinbach. 10: Erntedankfest; Mitwirkung des Frauenchors und ber Konfirmanden; Kollekte. — AIbach. 12.30: Erntebankfest; Kollekte. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 9.30: Festgottesdienst unter Mitwirkung bes Kirchenchors und mit Darbietung eines Erntefestspiels durch eine Gruppe Konfirmanden; Kollekte für die NS.-Volks- Wohlfahrt. Der Festgottesbienst findet in ber großen Turnhalle statt. 13: Erntebankfestbeklamatorium burch eine zweite Konfirmanbengruppe in ber Kirche; Kollekte für die Wiederherstellung ber evangelischen Kirche in Deckenbach. — Kirchberg. 10: Erntebank- fest; Kollekte für bie Winternothilfe; 11: Christen- lehre für bie konfirmierte männliche Jugenb. — Lollar. 13: Erntedankfest; Kollekte. — Wahenborn- Steinberg. 8.30: Erntedankfest; Pfr. Steiner (Hausen); Kirchenchor; Kollekte. — Grüningen. 8.30: Pfr. Reusch (Leihgestern); Kollekte. — Lich. 9.30: Stifts- dechant Kahn; Erntespiel; Kirchengesangverein; Po- saunenchor; Kollekte. katholische Gemeinden. Samstag, 30. September. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 1. Oktober. Rosenkranzfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion ber Männer unb Jünglinge und ber Mitglieber bes Katholischen Kaufmännischen Vereins; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt. — Rosenkranzandacht ist Montag, Mittwoch unb Freitag 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag 18 Uhr. — Grünberg. 9.45: Messe mit Pre- bigt. — Hungen. 17.30: Vortrag unb Andacht. — Laubach. 10: Hochamt, mit Prebigt; 14.30: Christenlehre unb Anbacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Pre- bigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schatten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 4- Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, 6. Oktober. Gießen. 7.30 Uhr: Amt mit Segen. — Lich. 6.15; Segensmesse. Oeffentlicher Sonnfagsbienft Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leie* son 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließsachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr.Mehl, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. med. Kockerbeck. Apotheke: Pelikanapotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H-, Lombarbzinsfuß 5 v. H. Jranffun a. 2JI. Berlin Schluß- für« Schluß». Abend- börse Schluß- furd Schluß». Ulittag» börse Datum 28-9. 29.9. 28-9. 29.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 84,73 85 85 85 6% etjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 98,9 98,6 98,5 98,25 654% Doung-Anieihe von 1930 .. 86,25 85,4 86 85,75 Deutsche Ant.-Abios.-Schuid mit 79,9 79,65 79,75 AuSlos.-Rechtea ............. 79,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 11,15 11,15 11,13 11,2 6% eljem.8% Hess. Bollsstaat 1929 81,1 trückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 80 — 81,5 82,5 82,5 82 — 654% Hess- LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Ligut......... 84,75 85 — —• Oberhessen Provinz-Anleihe mit 72 72 Auslos.-Rechten ............. — —■ Deutsche Komm. Sammelabl. An- 74,5 74,4 74,4 74,13 leihe Serie 1 mitAuSlos.-Rechlen 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 84 84 — — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi» 1936 84 84 — — 654% ehem. «54% Franks. Hyp^- Bank.Ll<,u..Psandbrtese....... 84,75 84,5 — — 654% ehem. «54% Rheinische Hyp.-Bank.Llau ^Goldpse..... 86,5 86,25 — — 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 85,5 85 85,5 85,5 6% ehern. 7% Pr. Lmdesptand. briesanstalt, Psandbriese 8t. 10 85 85 85 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 86,75 86,75 86,75 I 86,75 «% Oesterreichssche Goldrente.... 4,20% Oesterreichssche Silberrente 0,70 0,76 0,80 10,13 0,75 «°/o Ungarische Golbrente ------- «% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,15 4,6 5,5 5,1 4,9 4,2 4,5 4,9 6,15 4,4 5,6 «54% desgl.von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 5,5 «% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 5,05 4,7 5,05 Serie 1..................... Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurS Schluß». Abmdbörse Schluß» kurs Schluß», mittag» börse Dalum 28-9- 29-9. 28.9. 29.9. 4% deSgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 «k%RumSn.verelnh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampsschlss. 0 Hansa-Dampsschlss...........o Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prlvat-Bank... 0 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ............... 12 A.E.G...................... 0 Bekula.....................0 Elektr.LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.EIektr.nnternehmung. 6 Rheinische ElekMzität ........0 Schuckert L Co...............6 Siemen« L Halike............ Lahmeyer L Co............. 10 Buderu» ................... Deutsche Erdöl.............. Gelsenkirchener.............. Harpener................... Hoesch Essen—Köln-Neuessen .. Mse Bergbau ............... 51fe Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke............... Mannesmann-Röhre« ........ 4,85 4,5 2,5 25 10,5 11,25 44 45,5 37 141 18.25 113 90 41 89,5 146.5 110 64 96,5 46 80,75 - 126 95 51,75 61.5 4,9 2,8 4,5 2,5 25,25 10,25 11,13 40 42,5 45 36.5 141,25 18,5 112^5 90,5 41,5 144,75 112 64.5 96,25 47 82 94,5 52 52,5 4,9 4?5 2,65 25,1 10,25 22,25 18,5 11,5 40.5 84 44 45,5 37 141,4 17,9 113 72,25 90,25 41,5 72,9 88,5 146,75 110 64.5 95.25 45,75 81 53 126 95,5 51,13 61 5 4,4 2,55 25 10,25 22 20,25 11,13 40,13 84,75 43 45 36,5 140,9 18,13 113,25 72,5 90,25 41,75 73,65 79 90 146,5 112,25 65 96 47,25 82,25 55 129 95,25 63,5 52,65 Franllurt a. M. Serlln Schluß» »urS Schluß», Abend» börse Schluß» für« Schluß». Minag- börse Datum 28-9- 29-5. 28.9- 29-9- Mansselder Bergbau....... KokSioerke................ . 0 . 0 22 23,75 22,25 67,13 23,75 68,25 Phönix Bergbau........... . 0 31,5 33,25 31,5 33.13 Rheinische Braunkohlen .... 10 180,5 — 179.75 182 Rhetnstahl................ . 0 72,5 73 73 73,13 Bereinigte Stahlwerke...... . 0 31 32,25 31 32,13 11 Otavi Minen ............. . 0 11 11,25 11 Kaliwerke Aschersleben...... .. b —- 111 111 113 Kaliwerke Westeregeln...... — 112 113 111 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 160 — 158 157 3. G. Farben-Industrte..... Scheideanstalt............. .. 7 .. 0 116,65 169 116,5 169 116,25 116,4 Goldschmidt .............. .. 0 41 40,5 40-25 40,5 Rütgerswerke ............. .. 0 46,5 47,5 46,75 47 Metallgelellschast.......... .. u 52,5 52,5 52,5 52,5 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 0 .. 0 .. 0 59 73 5Z 58,25 Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. .. 0 .. 0 .. 0 28,75 39,25 29 38,5 91,5 29 38 91,5 29,25 38,5 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 33 32,75 32,5 32,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 20 — 20 18,75 Dessauer GaS ............. .. 7 — — 100,75 99,7b Daimler Motoren.......... .. 0 24,25 24,25 24 24,13 Deutsche Linoleum......... .. 0 39,25 39.5 38,5 39,5 Orenstein & Koppel....... .. 0 — — 27 26,5 Leonhard Tietz........... .. 0 12,75 14,25 1 2,25 14,13 Chadc ................... ..10 —— — 154 157 Aecumulatoren-Fabrik..... .. 0 160 160,5 Contt-Gummt............. .. 0 133 133,5 133 133,5 Gritzner................. Mainkrastwerke Höchst a.M. .. | 16,65 .. < 55 1 55,5 1 —■ Eüddeusscher Zucker...... .. 1 156 166,25 156,76 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 28-September 29-September Amtliche Dloticrung Amtliche Geld Notierung Srie> Geld Sric Helsingsor».. 5,754 5,766 5,754 5,766 48.D 48,1 48,05 48.15 Prag....... 12,405 12,425 12,415 12.435 Budapest ... Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,03 169,37 169,08 169,42 Öölo....... 65.68 Kopenhagen. 8 39 58,51 58,14 58,26 Stockholm... 67.38 67.52 67,13 67,27 London..... 13,07 13,11 13,02 13,06 Buenos Aires 0,963 0,96/ 0,963 0.967 Reuyorl.... 2,777 2,783 2,747 2,753 Brüssel..... 58.44 58,56 58,42 58,54 Italien..... 22,09 22,13 22,08 22,12 Paris...... 16,40 16,44 16,40 16.44 Schwei- .... 81,17 81.33 81,17 81,33 Spanien.... 35,06 35,14 35,01 35,09 Danzig..... 81,62 81,78 81.62 81,78 Japan...... 0,769 0,771 0,766 0,768 Rio de Jan. . 0,230 0,232 0,230 0,232 Jugoslawien. 5,295 5,305 5,295 5,305 Lissabon .... 12,68 12,70 12,68 12,r- Banknoten. Aerlln, 29.September Geld Äries Amerikanische Roten.............. 2,70 2,72 Belgische Noten.................. 58,26 58,50 Dänische Noten ................. 57,88 58,12 Englische Noten ................. 12,98 13,04 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,36 168,66 16,42 169,34 Italienische Noten................ 21,96 22,04 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, fc 100 Schilling 65,27 65.53 Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 66,97 80,99 67,23 81,31 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 34,88 35,02 Der Mrd an dem SA-Mim Handwerk voraus mit Lorenz -„Supercelohei ur den Herbst Stoffe von Bernard 0.64 1.98 6042 A M k""'/ '«■ ilWfcM Xtf* -g.etplenm Sportflanelle, 80 cm breit, in vielen neuen Dessins..... d, "2^0 2*8 fl,8 ir.se I6r6. lfl 86 21.$ 65,2? 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Inden. 10: Totlesdienst: Mchelheim. 9.30: Fest, ig des Kirchenchors unb nleiestfpiels durch eine leite für bie M.-Mts- inst findet in bet großen niebankfestbeilamalorium ibcngtuppe in der Kirche,' tetlung der evangelischen lirchderg. 10: Erntebank, iernothilfe; 11: Christen. ‘ männliche Jugend. - Kollekte. - Watzenborn- Efeft; Pfr. Steiner schau. - Grüningen. 8.30: Pfr, kte. - Lich. 9.30: Stifts. Kirchengefangvereln: Po. gemeinden. September, r; Seid/te. ofentran jfeß. T. Messe-, Ro\x\m\ix\\on unb bet MWieber bes a %ete\ns; 8: Komma- W-, 11: Messe mit Pre- )t ist Montag, Mittwoch lenstag, Donnerstag unb berg. 9.45: Messe mit Pre- Sßortrag und Andacht. — Predigt! 14.30: Ehristen. h. 7.30: Hochamt mit Pre« Andacht. - Nidda. 8.30: Schotten. 10.30: Hochamt 4. Oktober. e. ..Oktober. mit Segen. - Lich. 6-l->. ;onnlagsdtenst. 751, nur tn dringenden |on 2244/45, Notruf W geschrankter Schalterdienst ;ür Schließfochobholer 1 e: Telefon 2500. )r. Wolf. .ftodeM .Frankfurt a. M., 29. Sept. (WSN.) Zu Beginn der heutigen Sitzung erklärte der Angeklagte Reitinger, daß er kein Kommunist im üblichen Sinne gewesen ei; er habe den Armen helfen wollen und habe ogar auch durchreisende Nationalsozialisten unter tützt. Der O b e r st a a t s a n w a l t meinte hierzu, daß das wohl geschehen sei, um die Leute besser bespitzeln zu können. Es wird dann der Zeuge Bogt vernommen, der unbeeidigt bleibt. Er kam, als er in der Tatnacht seine Frau am Zirkus abholen wollte, in die Schießerei in der Langestraße, -ans Handwerk war schon meberyeschossen und Beamte des lieber- fallkommandos riefen, ob die Nationalsozialisten Waffen gehabt hätten. Logt zählte dann auch zu den Verhafteten und kam ins Westendheim, wo er Reltinger gegenübergestellt wurde. Spuren von Mißhandlungen habe Reitinger, der bei den Verhandlungen geraucht habe, nicht besessen. Vogt, der nur vorübergehend festaenommen war, bat Reitinger im Hinblick darauf, daß er, Vogt, Familien- vater sei, die reine Wahrheit zu sagen, und da habe Reitinger eingestanden, fünfmal in der Lange- strahe geschossen zu haben. Vogt erkannte Reitinger als denjenigen wieder, der in gebückter Stellung nach der Tat über die Langestrahe lief. Lr habe dann später Götte, Horn und Reitinger getroffen und der sehr erregte Reitinger habe erklärt, daß er glaube, geschossen zu haben und der Mann tot sei. Reitinger habe noch gesagt: „Wer was verrät, der fällt". Der Angeklagte Götte hatte stets behauptet, daß er seinen Arm in einer Binde getragen habe, Vogt aber erinnert sich, daß das in der Blutnacht nicht der Fall war. Götte hatte ferner behauptet, daß er erst seit 1932 mit der KPD. in Verbindung stand, der Zeuge Vogt aber weiß zu bekunden, daß Götte schon 1926 bei den Kommunisten war, und zwar als Trommler. Reitinger bestreitet, daß er Vogt bedroht habe. Verschiedene Zeugenaussagen deuten darauf hin, daß Gotte, Reitinger und auch Horn einer Ter- Waschstoffe: Flockköper, ungebleicht, gute tragfähige Quali- fi OO Schlafanznjrflanelle, 70 cm breit, unzählige herr- 0 90 liehe Muster in nur guten Qualitäten... p. m 0.45,0.36, (J.ÖZ Flockköper, gebleicht, 80 cm breit, mehr als 3000 m agemci, in allen Preislagen und nur bewährten Qua- H/IO htäten............................ 0.60,0.56, 0.48, U.HZ - Schttrzensiamosen, 116 cm breit, unzählige neue O /IO Muster............................ 0.95, 0.76, 0.68, U.So srES TtsT 48.05 12.415 3,0*7 Ä SS 13,02 0,963 ,7*7 58.42 22.08 16,40 81.17 35,01 81.62 0,766 0,A 5,295 12,68 Mantelstoffe: Mantelstoffe, engl. Geschmack, 150 cm br., schwere 0 7fi Strapazierqualitäten........................ m ö. 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Fung wurde in den Kreis- ausfchuß des Kreises Biedenkopf berufen. — In unserem Orte wurde dieser Tage mit dem Bau eines Brandweihers begonnen, der auch als Badeanstalt benutzt werden soll. Dieser dop- pelte Zweck der neuen Einrichtung unserer Gemeinde wird für die Einwohnerschaft sicherlich sehr segensreich sein. — In einer allgemeinen Bauern- Versammlung unseres Ortes wurde für die Ernte- dan kiest feier am nächsten Sonntag ein gehaltvolles Programm aufgestellt. — In der Nachbargemeinde Runzhausen stürzte ein Mann beim A e 0 f e l p f l ü ck e n vom Baum unb erlitt dabei so erhebliche Verletzungen, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. rorgruppe angehörten. Wichtig ist die Aussage eines SA.-Mannes, der im Westendheim Wachdienst hatte und sich mit Reitinger unterhielt. Als er ihm vorhielt: „Sie haben sich Ihr Leben schön versaut, wie konnten Sie so etwas schaffen", habe Reitinger geantwortet: „Ja, ich weiß es selbst, ich möchte mir die Gurgel herausreißen. Ich dachte die kommunistische Reooluion kommt, da habe ich als erster geschossen." Es folgt dann die Vernehmung des Elektromonteurs Johann Weber, der im Verdacht der Begünstigung steht und nicht beeidigt wird. Der Zeuge, der sich um die Aufnahme in die KPD. bemüht hat, will gesehen haben, wie ein Nationalsozialist schoß. Als er Willi Handwerk als den Schügen bezeichnet, entsteht große Bewegung im Sitzungssaal und der Vorsitzende betont, daß das noch kein Mensch bekundet habe und diese Aussage im Widerspruch mit den andern Aussagen stehe. Der Zeuge hat die Polizei aufmerksam gemacht, daß ein Nationalsozialist geschossen habe und will dann freiwillig mit der Polizei gefahren sein. Er hat dann au Protokoll gegeben, daß er bestimmt annehme, daß Hans Handwerk von seinem Bruder erschossen wurde. Der Vorsitzende sagt dem Zeugen, daß er unverantwortlich leichtsinnig gehandelt habe, und daß er dem Mörder Vorschub leistete. „Sie haben es auf dem Gewissen, daß man den Mörder erst wo anders gesucht hat." Der Zeuge hat der Polizei ferner angegeben, daß ihm erzählt worden sei, ein Nationalsozialist habe mit beiden Füßen auf einem Revolver gestanden, damit ihn die Polizei nicht finde. Der Oberstaatsanwalt hält den Zeugen dringend verdächtig, mit dabei gewesen zu sein, und das Gericht beschließt, Weber nicht zu beeidigen. Weber wurde in S ch u tz h a f t genommen, um vor Angriffen aus der entrüsteten Menge im Flur gesichert zu sein. Dann folgte die Vernehmung einiger unbeteiligter Augenzeugen. Die Verhandlung wird am Samstag fortgesetzt. Ueber den Termin der Tatortbesichtigung wird sich das Gericht noch schlüssig machen. zungsanlage finanziell ermöglicht haben, herrscht große Freude darüber, daß sie im kommenden Winter ihre Gottesdienste in einer gut durchwärmten Kirche haben dürfen. § Daubringen, 29. Sept. In diesem Jahre war hier die Bautätigkeit wie selten in einem Nachkriegsjahr recht lebhaft. Vier Wohnhäu- ser wurden errichtet und teilweise schon bezogen. Außerdem wurde eine Scheune erbaut und eine Reihe Um- und Anbauten ausgeführt. Gegenwärtig wird eine starke Vergrößerung des Saales der Wirtschaft „Zum blauen Hecht" vorgenommen. Die Handwerker, insbesondere die Bauarbeiter, hatten genügend Arbeit. Eine Anzahl Häuser unseres Dorfes haben auch einen neuen Anstrich erhalten. Eine Zierde ist die alte Schule geworden, die nach einer notwendia aewordenen Renovierung weiterhin als Unterkunft für die Kleinkinderschule, den Gemeinde- ratssaal und die Schwesternwohnung verbleibt. — Bei der Versteigerung des Gemeindeo b- st e s wurden recht hohe Preise erzielt. Das Ange- bot war nicht genügend. Die meisten Obstliebhaber konnten ihren Bedarf nicht decken. Je nach der Sorte und Qualität stellte sich der Zentner am Baum durchschnittlich auf 8 bis 12 Mark. Die «?nernte brachte ebenfalls nur mittleren Er- uch hierbei dürste der Zentner auf 6 bis 8 Mark kommen, in Einzelfällen sogar bis 10 Mark. Das Pflücken muß der Steigerer selbst vornehmen. * Lich, 29. Sept. Nach einer Veröffentlichung der Bürgermeisterei und der Ortsgruppe der NSDAP, wird der Tag des Deutschen Bauern am kommenden Sonntag in würdiger Weise im Rahmen der Ortsgruppe hier durchgeführt. Die Rundfunkübertragungen, Volksfest unb Tanz finden in der hiesigen Turnhalle und in Steins Saalbau statt. Der Festzua stellt sich um 14.30 Uhr am Bahnhofsplatz auf unb marschiert um 15 Uhr durch bie Stabt. Es ist Vorsorge getroffen, baß in ben Festzug Gruppen unb Festwagen eingereiht werden, benen ber Sinn „Von ber Saat bis zur Ernte" zugrunbe gelegt ist. Das sonst üblicherweise auf ben 1. Oktober, fallende K i r ch w e i h f e st ist mit Rücksicht auf ben von ber Reichsregierung angeorb- neten Erntebanktag um eine Woche perle gt worben. — Gestern nachmittag verunglückte ber Lanbwirt Heinrich Märle unb seine Ehefrau bei ber Einbringung von Kleeheu burch Sturz von b e m belabenen Ernte- wagen an ber Nieberbessinger Straße. Der Unfall würbe baburch herbeigeführt, baß bie Pferbe an ber Wegkurve scheuten unb burch schnelles Einbiegen bes Wagens in eine anbere Fahrtrichtung bie Eheleute von bem belabenen Wagen geschleu- bert würben. Hierbei trug ber Ehemann einen Beckenbruch bavon unb mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden. Die Ehefrau erlitt lediglich eine Gesichtsverletzung. * Hungen, 29. Sept. Zu dem Bericht über denHungenerPrämiierungsmarkt wird uns berichtigend mitgeteilt, daß nach dem Prämiierungsverzeichnis für Vogelsberger Rinder Prinz Ludwig zu Solms-Li ch, Hofgut Mühlsachsen, den 1. Preis unb Wilhelm Fach, Nieber-Bessingen ben 2. Preis erhielt. Weitere Tiere waren in biefer Klasse nicht vorhanden, so daß auch andere Aussteller hier keine Preise erhalten konnten. Kreis Büdingen. * Nidda, 29. Sept. In einer gut besuchten Versammlung, zu ber zahlreiche Personen aus ben Orten ber Umgegenb erschienen waren, würbe eine Viehverwertungsgenossenschaft für Nibba unb Umgegenb gegrünbet. Die Versammlung würbe von dem hiesigen Ortsgruppen- fetter der NSDAP., Philippi, geleitet. Die auf- flärenben Vorträge hielten Lanbwirtschaftslehrer Frech - Darm st abt unb Oberrevisor Hart- mann« Gießen. Als Zweck der Genossenschaft wurde vor allem betont, daß es sich darum handele, den Zwischengewinn der jüdischen Händler auszuschalten unb bie Verbienstspanne ber Landwirtschaft zugute kommen zu lassen. Der Vorstand der Genossenschaft und der Aufsichtsrat wurden unter Mitwirkung der Vertrauensleute des Agrar- politifchen Amtes der NSDAP, gebildet. Dem Vorstand gehören an: H. Koch-Kohden 1. Vor- sitzender, Bürgermeister U b I II.-Borsdorf 2. Vor- sitzender unb Herr W 0 l s- Wallernhausen. Mit- glieber bes A u f s i ch t s r a t s finb: H. E r k-Nibba, Ferbinanb Weiß- Ober-Wibbersheim, H. Keller- Geiß-Nibba, Wilhelm Kaiser- Unterschmit- ten, 21. Schwab- Fauerbach unb G. Ockel - Michelnau. Zu ber neu gegrünbeten Genossenschaft melbeten sich sofort fast 100 Personen als Mit- glieber an. Neueinstellung in der Ofenindustrie bei Gladenbach. leinen Aerufskall^' Wn Meinung keine2 rrSS *n ^etraiji S?eteitigung ml ?donu^Äb71,1 öerbe Wir zeigen neue Herbst-Mäntel mit echten Pelzen 64.- 59.- 48.— Hebr.lmheuser am Marktplatz in einer derartig großen Auswahl, wie Sie es bei uns kaum vorher gesehen haben. Besuchen Sie uns - es lohnt Elegante Mäntel in modischen Stoffen, garniert............ Klein-Torpedo Die stabile oollwert. Schreibmasck.,schon für monatl.8,75^, bei Barzahlg. hoher Rabatt. [5438D Niederhausen Bürobedarf Bahnhofstr. (gegen- über Sotel Schütz) Mit Pelz besetzt in neuen Formen, aus 42.- 35.- Sport-Mäntel ohne Pelz, in vielen modernen Stoffen, in allen 6rößen......................... 32.- 29.- 25.— 23.- tragechten Stoffen 30.- 25.- la viWe-M fÜLMR billigst l LRübsamen/Fernruf 3659 6024V lautsprecher. 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Die Neigung des Publikums zu Einkäufen in Warenhäusern und Massenartikelgeschäften ist bei dem wieder erwachten Sinn für die Anschaffung von Qualitätswaren zu annehmbaren Preisen durch den selbständigen Einzelhandel geschwunden. Der Käuferzug zum Geschäft des Mittelstandskaufmanns ist dafür im gleichen Verhältnis gewachsen. Ebenso wichtig wie das Angebot bester Waren- qualitäten zu zeitgemäßen Preisen ist für den Geschäftsmann auch das Erfordernis, die Bevölkerung mit dem Vorrat seines Lagers bekanntzumachen. Diese Erkenntnis muß den Geschäftsmann dazu führen, die Werbung für fein Geschäft ebenfalls als eine besonders vordringliche Aufgabe zu betrachten. Er darf dabei nicht in den Fehler verfallen, seinen Werbefeldzug nur aus zwei oder drei gelegentlichen Empfehlungen im Verlaufe eines Jahres bestehen zu lassen und dabei zu -glauben, nun habe er in seiner Propaganda genügend getan. Wenn der selbständige Geschäftsmann des Mittelstandes in richtiger Weife für fein Unternehmen werben will, dann muß er sich die Reklamearbeit der bei ihm und auch bei vielen andren Volksgenossen sonst nicht beliebten großen Kaufhäuser zum Vorbild nehmen, d. h. er muß fick einer systematisch e n , planvoll durcygeführten und ständigen Kundenwerbung befleißigen. Als erfolgreichstes Werbemittel wird er immer in erster Linie die Zeitungsanzeige in Betracht ziehen müssen, denn auf dem Wege über die Heimatpresse kommt er in aussichtsreichster Weise an die breitesten Bevölkerungskreise in Stadt und Land heran. Die Zeitung als stummer und doch so beredter Werber, der als Vertreter des Geschäftsmannes kein Auto und keine Bahn, keine Reisespesen und keine Provisionen beansprucht, ist der sicherste Helfer seines Auftraggebers bei dem Streben nach Absatzsteigerung, Verbreiterung der Geschäftsbasis und verbesserten Existenzmöglichkeiten. Dieser Weg der Werbung ist auch der b i l l i g st e, weil die Unkosten im Verhältnis zu den Erfulgsmöglichkeiten immer nur als gering zu bezeichnen sind. Eine derartige Werbetätigkeit hat aber noch den Vorteil, daß sie stets den Erfordernissen der jeweiligen Lage angepaßt, also individuell gestaltet werden kann und dadurch nicht untergeht in der Flut von Werbungen der verschiedensten Art, die heutzutage das kaufende Publikum überschwemmt. Im Einklang mit einer solchen individuellen Werbung auf der Grundlage der breitesten Publikation muß für den werbepsychologisch richtig handelnden Geschäftsmann die Ausgestaltung feiner Schaufensterauslagen und seiner Geschäftsräume stehen. Wie das Publikum heute zu der Berichterstattung der Zeitungen über die Ereignisse des Tages die Darstellung im Bild als unentbehrliche Ergänzung fordert, so muß sich auch der Geschäftsmann vor Augen halten, daß die Käufer seine Angebotswerbung durch wirkungsvolle Darstel- lung für das Auge veranschaulicht sehen wollen. Je gefälliger und je vielseitiger die Schaufenster und die Verkaufsräume hergerichtet sind, desto stärker wird die Wirkung der Waren als Blickfänger auf das kaufende Publikum fein. Auch hierbei kann nur die beste Qualität der Waren bei vorteilhaftestem Preisangebot von vornherein der aufmerksamen Beachtung und der größten Aussicht auf Erfolg sicher sein. Unbedingte Solidität alles geschäftlichen Han- delns, strengstes Vermeiden eines üblen Aveißer- tums und die Wahrung der beruflichen Standesehre find dabei ebenfalls unerläßliche Bedingungen, die gerade in der Zeit des deutschen Wiederaufbaues im Geiste des hohen Gedankengutes beS'neuen Reiches besonders streng beachtet werden müssen. Die W a h - runa der guten Sitten auch im g e - sch östlichen Wettbewerb muß in Zukunft wieder mehr zum Gesetz der allgemeinen Moral werden. Wer sich gegen dieses ungeschriebene Gesetz vergeht, muß damit rechnen, daß er nicht nur bei feinen Berufskollegen, sondern auch in der öffentlichen Meinung keine gute Position haben wird. Hinzu kommt, daß der Geschäftsmann sich allezeit als guter deutscher Volksgenosse, als ein wertvolles Glied der großen schicksalsverbundenen deutschen Volksgemeinschaft fühlen und bewähren muß, die ihm ihre Gesetze auch für den Berufs- und Daseinskampf als Richtschnur für sein Handeln auferlegt. Als weiteres Mittel der Werbung kommt für die Geschäftswelt die Beteiligung an Ausstellungen in Betracht, bei denen der heimischen Wirtschaft unter Betonung der Bodenständigkeit von Handel, Gewerbe und Handwerk Gelegenheit geboten wird. Zum Geleit. Oer Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger: Oie „Staune Messe" soll überall der Brennpunkt des Werbefeldzuges für deutsche Waren und deutsche Erzeugnisse sein. Oer Führer hat erst kürzlich bei der Tagung der Generalvertreter der Wirtschaft mit Nachdruck betont, daß die deutsche Wirtschaft nur unter einer ganz bestimmten Äedarfshöhe bestehen kann. Diese Äedarfshöhe ist im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte widernatürlich gebrütet. Möge die „Äraune Messe" ihren Zweck und ihre Erfüllung darin sehen, die vom Führer gedrandmarkte systematische Äedarfseinschränkung zu überwinden. Allen beteiligten, Ausstellern wie Äesuchern, wird die allgemeine Wirtschaftet« belebung um so schneller auch persönlich zugute kommen, je nachdrücklicher jeder einzelne stch des Grundsatzes: „Gemeinnutz vor Eigennutz" befleißigt. Heil Hitler! Sprenger Der Schirmherr der Ausstellung. Oer hessische Staatsminister: Oie hessische Staaisregierung schließt sich dem Wunsche des Herrn Neichsstaft- Halters in Hessen, Gauleiter Sprenger, an und wünscht ebenfalls, daß die „braune Messe" überall brennpunkt sein möge im Kampf um die Wiedereroberung aller durch Not und Verrat verlorenen Absatzgebiete. Oie Vielseitigkeit und Qualitätsarbeit d?r rhein-mainischen Unternehmungen und Handwerksarbeit wird diesen Kampf erleichtern. An der Unterstützung durch die Staatsbehörden soll und wird es nicht fehlen. Voraussetzung aber ist ein reger Unternehmergeist, selbstloses Dienen im Kampf der großen Arbeitsschlacht und denkbar weitgehendstes soziales Verständnis für die Erschließung aller Möglichkeiten einer allgemeinen Kaufkraffsteigerung. Zung. werbend vor die Oeffentlichkeit zu treten. Wer als Geschäftsinhaber im Rahmen einer solchen Warenschau, wie sie vom 30. September bis 8. Oktober als „Braune Messe" in der Dolkshalle in Gießen zu sehen ist, um den Zuspruch des Publikums wirbt, muß darauf bedacht fein, daß die ausgestellte Ware in vollem Gleichklang mit der Qualität seiner Ware im Rahmen des alltäglichen Verkaufsgeschäftes steht. Der Kunde wird bei dem Besuch einer solchen Wareirschau und Verkaufsmesse von dem Gedanken geleitet, daß er in dem Ausstellungsstand der Firma einen maßgeblichen Ausschnitt aus der Leistungsfähigkeit des Unternehmens im alltäglichen Geschäfts- verkehr zu sehen bekommt. Rach diesem Maßstab wird er fein Urteil und seinen Entschluß bestimmen. nicht nur für die Zeit der Ausstellung, sondern auch für die dauernde Einschätzung des ausstellenden Unternehmens. Daher trägt jeder Geschäftsmann mit feiner Beteiligung an einer derartigen, auf dem Grundsatz der Qualität aufgebauten Ausstellung eine hohe Verantwortung für die Bewertung feines Geschäfts und für feinen Berufsstand. Ein derartiger Ausschnitt aus dem Geschäftsbetrieb soll aber auch Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit, sowie die Be- reit-schaft des Geschäftsinhabers zur Anpassungsfähig- keit an die Wünsche der Kundschaft im Einverney- men mit fachgerechter Aufklärung und Beratung des Kunden über die vorteilhafteste Art der Bedarfsdeckung offenbaren. Hierbei übernimmt der Ge- schäftsmann gewissermaßen die Aufgabe eines Treuhänders der Kundschaft, die sich bet passender Gelegenheit gerne wieder der guten Dienste erinnern wird, die der Geschäftsmann leistet. Aus dieser Betrachtung der Dinge ergibt sich, daß der Aussteller sich nicht allein das Erfordernis des Augenblicks, also das Geschehen während der Ausstellungswoche vor Augen halten darf, sondern daß er sich allezeit bewußt sein muß, wie stark die Wirkung einer solchen Warenschau für sein Geschäft weit über d i e Ausstellungszeit hinaus Jein wird. Der eigentliche Sinn einer derartigen Aus- stellung ist ja auch allein in einer solchen Wirkung auf weite Sicht zu erblicken, denn die Ausstel- luna stellt gewissermaßen das Sprungbrett des Geschäftsmannes zur weiteren Auswärtsentwickelung feines Unternehmens dar. Wer durch Qualität der Waren und Reellität des kaufmännischen Handelns am besten von diesem Sprungbrett auf den Weg zuk Gunst des Publikums kommt, der kann auf die Dauer den wirksamsten Erfolg einer solchen Warenstau verbuchen. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet muß man Ausstellungen, wie wir sie in Gießen im September 1926 als Ausstellung „Gartenbau und Elektrizität", im Jahre 1927 als „Gewerbeausstellung" hatten und jetzt wieder als „Braune Messe" erleben, nicht nur als Werbemittel, sondern zugleich auch als wertvollen Erziehungsfaktor auf dem Gebiete der Wirtschaft betrachten. Damit ist nicht eine Erziehung im landläufigen Sinne gemeint, die der rechte Geschäftsmann mit klar erkannter Verantwortlichkeit vor seiner Kundschaft und gegenüber feinem Unternehmen nicht nötig yat, sondern es ist vor allem daran gedacht, daß eine Schau wie die „Braune Messe" die Aussteller zu der tieferen Erkenntnis der wirtschaftlichen und werbepsychologischen Gesetze im eigenen Beruf führen soll, um den neuzeitlichen Wettbewerbsbedingungen zum Nutzen aller, also auch zum eigenen Vorteil, noch mehr als bisher entsprechen zu können. Wie der neue Geist in unserem Volke, der durch den nationalen Umbruch erfreuliche Geltung erlangt hat. nicht die schrankenlose Wirksamkeit des einzelnen Individuums sanktioniert, sondern den Gemeinschaftsgedanken als beherrschenden obersten Faktor verkündet, so ' deutsch- ?le.3olge 'gedrängt 'er mehr Un6 ■Mfe, fo JJ*« M m t l 4)11 ncue Wt fc N mit der Kusbfit MM Sä H'V™ N wiederum \\{ eine De. nen Boden surüdjuae. 'ck und die höchste Ehre arin,umseinerAr> ; )u werden. Möge ' Zeit verstehen, sich von machen, wieder die alte ringen und die deutsche Grundsatz: ,chas Hand- en. k gegeben sein, auf der n, daß nicht die Billigkeit keit des Handwerks ist, Fleiß zu den besten Tu. hären und es gewillt ist, Mt kommen zu lasten, gend wiederum die Aus- die sie braucht, um ihren n, zum Nutzen des Mater- SÄS** Me.üebiM bwiS* f Prei^*'' »WH* ‘SÄ.*** Frdr. 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In ihm hat die rhein-mainische Presse einen Führer erhalten, zu dem sie sich beglückwünschen kann, zumal er auch der Vertrauensmann der Gau- lertung ift Brennstoff Torf -Kartoffeln Hermann Sauers Lo. Walftorstraße 48 / Fernsprecher 2274 Gründung des „Rhein-Main- Verbandes Deutscher presse". Der Leiter des Gaupresseamts Woweries Führer. Oie Aoi ist immer noch groß! Auch Ou mußt kämpfen gegen Hunger und Kälte! Erfülle deine soziale pflicht! Keßler, Ludwig, Töpferei, Wieseck, Möserstraße 8. Lepper, Philipp, Schreinerei, Möbelanfertigung, Wieseck, Grabenstraße 30. Die Gießener Aussteller her Braunen Bieste Auf Grund ihrer eigenen Angaben veröffentlicht. Nachträge erbeten. u. Reinigungsmittel Persil, Sil, Henko, Ata u.Imi, Vertr.: Wilh. Lange, Thomastraße 27. Maggi-Gesellschaft tn. b. h.» Berlin W 35 und Sin- gen/Hohentwiel. Rosbacher Brunnen, Nieder-Rosbach v.d.Höhe, Post Friedberg. Töllner, $t., G. m. b. H., Bremen, Vertr.: Hch. Aug. Horst, Gießen, Alicenstraße 16. 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Winlerhoff, Drogerie, Drogen, Chemikalien, Parfümerien, Hygiene-Artikel, Kreuzplatz 10. Blumen am Erntedanktag. Doller Zuversicht vertraut der Landwirt und Gartner im Frühjahr dem Boden das Saatgut an, "0^.vielen Wochen harter Arbeit und oftmals ernster Sorge um das Gelingen ernten zu können. Roch in letzter Stunde kann Unwetter alles zerstö- ren. Darum schaffen in der Erntezeit jung und alt von früh bis spät, und wenn dann alles vollbracht Stark, Karl, Polstermöbel, Wieseck, Alicestraße 19. Schnell, Georg, Schuhmaren und Maßschuhwaren, Völzing, L., Sattlermeister und Hoflieferant, Werkst. Lollar, Hauptstraße 94. f. kunstgewerbl. Sattlerarb., Groß-Felda. Die Heranbildung junger Bauernsöhne zu ttich- tigen Wirtschaftern zählt mit au den Hauptaufgaben, die sich der neue Staat gestellt hat. Es kommt darauf an, daß in Zukunst den einzelnen Bauern- gittern Männer vorstehen, die den Lebenskampf bestehen können. Wie groß der Einfluß des Be- suches einer landwirtschaftlichen Schule ist, zeigt eine Tabelle, die das Landwirtschaftsamt ausae- hängt hat. Sie mahnt aber auch die Eltern, die Gelegenheit nicht zu versäumen und ihren Söhnen eine gediegene Fachausbildung geben zu lassen. Der Landbewohner wird mit Stolz' auf all das sehen können, was der Bauernstand'für das Volkswohl leistet, aber auch dem Städter soll gezeigt werden, was der Bauernstand im Volksganzen auch für ihn bedeutet. Wolff, Heinrich, Schuhhaus, Seltersweg 4. Zurwonne, Schuhhaus, Mäusburg 12. Gemeinschafts-Aussteller Backer-Zwangsinnung, Gießen. hüte und Mühen. Stamm, Conrad, Kreuzplatz 12. Häuser, Georg, Bahnhofstraße 1. Lehrmund, Julius, Bahnhofstraße 65. Oberlies, Caroline, Marktplatz 19. Richter, Rudolf, Marktstraße 24/26. Schuchardt, W. & G., Seltersweg 44. Steil, Marie, Kreuzplatz 6. Wehger-Innung, Gießen. Uhrmacher, Juweliere, Uhren, Gold- und Silber- roaren. Brück, Carl, Kreuzplatz 8. Marx, Hch., Seltersweg 34. Philipp, Julius, Bahnhofstraße 48. Reufch, Wilhelm, Seltersweg 65. Schmidt, Carl, Bahnhofstraße 10. Schmidt, Otto, Marktstraße 1. Trebbe, August, Marktstraße 22. Zwangs- (pflicht-) Innung der Waler- und weiß- bindermeister. enger Verbindung mit Schrlststellerei und Presse. Schon als Dreizehnjähriger erlebte Doweries, daß ein nationalsozialistisches Weihnachtsspiel aus der Feder seiner jugendlichen Begeisterung erfolgreich auf die Bühne kam. 1924/25 war er Mitarbeiter des bekannten nationalsozialistischen Kulturpoliti- fers Dr. Hans Severus Ziegler, Hauptschriftleiter des „Nationalsozialist" in Weimar und des „Thüringer Lolkswart". Als Mitglied der Reichsjugendführung der Hitler-Jugend war Woweries Herausgeber eines „HJ.-Korrespondenzdien- stes" für die nationalsozialistische Reichspresse, außerdem Schriftleiter der „Hitlerjugendzeitung Sturmjugend" und der .Lungen Front, Führerblätter der HI.". Im Rhein-Main-Gebiet betätigte sich Woweries seit 1929 zuerst in Offenbach als Nachfolger des derzeitigen Regierungsrats G u t t e r e r (Berlin), dann als Mitarbeiter des von Gottfried Feder herausgegebenen .Hessenhammer". Im März 1930 wurde er vom Gauleiter Sprenger nach Hessen-Nassau berufen und übernahm 1931 die Leitung des Gau-Presseamts. Das „Frankfurter Volksblatt hat seine meist scharfe Feder bekannt gemacht. Woweries ist ferner Herausgeber der „NS.-Briefe", Schulungsblätter für das Rhein- Main-Gebiet, die sich in einer überraschenden Aufwärtsentwicklung befinden. Die rhein-mamische Presse, deren Führer nunmehr Woweries geworden ist, wird seiner Ernennung freudig zustimmen. Sie hat den Gau- Presseamtsleiter als einen zwar zielfesten, aber auch WSN. Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Ueberwinduna der Mainlinie, die am Dienstag auf wirtschaftlichem Gebiet mit der bedeutsamen Gründung des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages erstmalig sichtbar zum Ausoi gekommen ist, hat jetzt auf dem Gebiete Daten für Sonntag, 1. Oktober. 1386: Gründung der Universität Heidelberg. — 1826: der Maler K. o. Piloty in München geboren (gestorben 1886); — 1833: Wilhelm o. Hahnke, preußischer Feldmarschall in Berlin geboren (gestorben 1912); — 1845: der Maler und Zeichner Adolf Oberländer in Regensburg geboren (gestor- den 1923); — 1879: Eröffnung des Reichsgerichts in Leipzig. Bausparkasse Gemeinschaft der Jreunbe Wüstenrot, G.m.b.H., Sitz Ludwigsburg (Württ.). Ausk.:Ing. Th. Hickel, Am Nahrungsberg 37. Bollmann, Carl. Thüringer Matratzen-, Schoner- decken- und Polstermöbelfabrik, Gotha. Brennfletf, Willy, Solia-Universalküchenmaschine im Kugellager, Frankfurt a. M., Augsburger Str. 26. henkel & Cie., Düsseldorf, allein. Herst, d. bet. Wasch- ist und Gott seinen Segen dazu gab, dann ziemt es nicht nur den bodenbebauenden Berufen, sondern dem ganzen deutschen Volk, zu danken. Das ist der Sinn des Erntedanktages, der allen deutschen Volks- genossen wieder zur selbstverständlichen und gern ge- übten Pflicht werden soll. Zeigt die Verbundenheit mit dem Lande, indem Ihr nicht nur alle das offizielle Abzeichen Aehre und Mohn tragt, sondern auch dadurch, daß eure Schaufenster und eure Wagen mit deutschen Blumen geschmückt werden. Natürlich mit IM, enden Blumen, die auf der heimatlichen Scholle erblühten und die es noch in Hülle und Fülle gibt! Die leuchtenden Farben der Herbstblumen verkünden den Dank des Volkes für ein gutes Erntejahr. Oas Obst in der Familie. Daß Obst kein Genuß-, sondern eines der wichtigsten Nahrungsmittel ist, wird jeder Arzt bestätigen. Kinder, deren Gefühlsleben noch unverdorben ist, sind ausnahmslos obsthungrig. Es sollte, wo Kinder vorhanden sind, zur Regel werden, daß fein Tag vergeht, an dem nicht Obst in irgendeiner Form auf den Tisch kommt, und wäre es auch nur ein Apfel kurz vor dem Schlafengehen. Obst reinigt infolge der Fruchtsäure die Zähne, beugt durch reichen Kalkgehalt Zahnerkrankungen vor und ist eines der besten Mittel gegen die Folgen der Ueberernährung durch Fleischnahrung und Süßigkeiten. Aelteren Leuten, die Obst in frischem Zustande nicht mehr vertragen können, bietet Obst in gekochtem Zustande die gleichen gesundheitlichen Vorteile. Kurz unir gut, es gibt zur Erhaltung der Gesundheit kein billigeres und angenehmeres Mittel als Obstgenuh. Obst im Keller ist ebenso wichtig, wie der Einkauf von guten Speisekartoffeln, und ein gutes Mittel, um den einheimischen Obstbau zu fördern und die Auslandseinfuhr von Obst zu vermindern. Doch nicht jeder besitzt die geeigneten Räume, in denen Obst sich bis zum Frühjahr hält. Darum sei auf die Einlagerung in trockenen Torfmull aufmerksam gemacht, denn einer ober die andere Kiste kann man leicht aufstellen. Es gibt aber noch ein anderes Mittel, um sich Obst für die Wintermonate zu sichern, nämlich den Abscyluß von Lieferungsoerträgen mit als reell erprobten Obstzüchtern auf den Lande über bestimmte später zu liefernde Mengen. Auf diese Weise könnte vielleicht beiden Teilen oft ein Dienst erwiesen werden. so gewiß darf der gemeinschaftliche „Rhein-Main- Verband Deutscher Preise" meiner Anerkennung und Unterstützung sicher sein." Hierauf gab der Führer der rhein-mainischen Presse, Woweries, die einstweiligen Richtlinien des neuen Verbandes bekannt: Seine Ansprache schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Dr. D e b u s begrüßte den neuen Führer des Rhein-Main-Derbandes Deutscher Presse. Der neue Verband habe damit eine Persönlichkeit als Führer, die in enger Verbindung zu unferm Gauleiter und Stellvertreter des Kanzlers stehe. Es wurden dann folgende Telegramme aoaefandt: „Herrn Dr. Dietrich, Haus der Deutschen Presse, Berlin. Dom Geist des Kanzlers und seines Presseführers erfüllt, stellten sich hessische und nassauische Pressevereine im „Rhein-Main-Derband Deutscher Presse" gemeinsam unter Führerorinzip. Gaupresseamt Hessen-Nassau." „Reichskanzlei, Berlin. Hessische und nassauische Presse liquidierte ihr partikulares Vereins- leben und beseitigt einstimmig die Mainlinie im ,Rhein-Main-Derband Deutscher Presse'. Gaupresseamt Hessen-Nassau." Der Führer des neuen Rhein-Main-Derbandes Deutscher Presse, Leiter des Gaupresseamts der NSDAP. Woweries, war nicht nur in frühester Jugend Aktivist im Dienst der nationalen Er- Hebung, sondern er stand immer zugleich auch in Pressewesens ihre Fortsetzung gefunden, einer heute im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a. M. ftattgefunbenen Sitzung der Vorsitzenden des Der- «ins Frankfurter Presse, des Landesverbandes Hessen des Reichsverbandes der deutschen Presse und des Vereins Nassauischer Redakteure wurde die Gründung des Rhein-Main-Verbandes Deutscher Presse vollzogen und zum Führer Verbandes der Leiter des Gaupresseamts der NSDAP. Woweries bestimmt. Bei dieser Gelegenheit wurde folgendes Schreiben des Reichs st atthalters, Gaulei- ter Sprenger, verlesen: „Das Echo, welches sowohl der Gau-Parteitag Hessen-Nassau, als auch der am 26. d. M. vollzogene Zusammenschluß der beiden Industrie- und Han- belsfammern von Frankfurt und Darmstadt in der gesamten rhein-mainischen Presse gesunden hat, bestätigt meine Annahme, daß auch die Presse unseres Gebiets der neuen aufstrebenden Initiative zu folgen bereit ist. Ein Zusammenschluß der noch einzeln bestehenden Pressever- bände ist seit Jahren bereits als notwendig erkannt worden, lieber die Gründung der inzwischen ast vergessenen .Arbeitsgemeinschaft' ist es seither edoch nicht hinausgekommen. Ein von national- ozialistischer Initiative und von jüngerer Tatkraft getragener, der Zeit entsprechender Zusammenschluß der rhein-mainischen Presse wird von vornherein unter andern Entwicklungsmöglichkeiten stehen, als eine in liberalistischer Zeit geborene .Arbeitsgemeinschaft'. Das neue Pressegesetz wird dafür eine bedeutsame Bestätigung fein. So sehr ich von den Vertretern der hessisch-nassauischen Presseoerbände die geschlossene Bereitwilligkeit zur gemeinschaftlichen und gemeinnützigen Zusammenarbeit erwarte. Braune Messe: Stand Nummer 61 Arbeiten ans meiner Werkstatt sind ausgestellt in der 59350 „Brannen Messe" Stand 29 Ich bitte um Ihren Besuch! 6008 A Stand der Braunen Messe Fahrräder und Stand 73 zeigt Spezialartikel von Wilhelm Herr Luch- u. 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So ist es nicht nur im bürgerlichen Haushalt, sondern auch in deutschen Gaststätten. Die Trauben kommen aus Spanien, die Weine aus Frankreich, das Gemüse 5 } aus Algier und die Früchte aus den Tropen. Dazu 'werden vaterländische Reden gehalten, und niemand merkt den Mißklang. Der deutsche Lrntedanktag, der am 1. Oktober von allen deutschen Volksgenossen in allen deutschen Gauen gefeiert wird, muh mit dieser Unsitte gründlich aufräumen.' An diesem Tage wollen wir nicht nur für die uns von der heimatlichen Scholle bescherte reichliche Ernte danken, wir wollen uns auch dieser Gabe würdig erweisen, sie lieben und schätzen lernen. Das kann am besten dadurch geschehen, daß wir sie bevorzugt auf den deutschen Tisch bringen. Oft hört man den Einwand, daß eine Werbung für deutsche Erzeugnisse unsere Handelsbeziehungen zu dem Ausland schädige. Das ist ein grundsätzlicher Irrtum. Deutschland ist ein Staat, der besonders auch als warenveredelndes Land nach wie vor auf Ein- und Ausfuhr angewiesen bleibt. Um die wirtschaftlich notwendige Ausfuhr der durch deutsche Kopf- und Handarbeit veredelten Waren auf- rechtzueryalten, brauchen wir dringend die zum Einkauf unentbehrlicher Rohstoffe notwendigen Devisen. Es ist daher ein Gebot gesunder volkswirtschaftlicher Sparsamkeit, wenn wir uns von der Einfuhr entbehrlicher Auslanderzeugnisse freimachen, um die Einfuhr u n - entbehrlicher Rohstoffe ermöglichen zu können. Auch das deutsche Gaststättengewerbe braucht, wenn es sich auf seinen. Speisekarten für die bevorzugte Verwendung heimischer Erzeugnisse einsetzt, nicht anzunehmen, daß durch eine derartige Werbung etwa berechtigte Empfindungen auslan- bischer Gäste irgendwie verletzt werden. Schon vor Jahren wurde in den englischen Gaststatten eine Karte verteilt, die unter Bezugnahme auf eine Mahnung des Prinzen von Wales die Gaste auf- sorderte, so weit wie möglich Nahrungsmittel zu bestellen, die auf den britischen Inseln oder den Dominions erzeugt sind. Andere Länder kennen ähnliche Formen der Werbung für ihre heimischen Erzeugnisse. Es wird ja auch nichts gegen das Auslanderzeugnis gesagt, sondern lediglich das eigene deutsche Erzeugnis mit gebührender Achtung in den Vordergrund gerückt. Einer solchen Werbung dient auch die Arbeit des „Volkswirtschaftlichen Aufklärungsdienstes", der zentralen Werbestelle für deutsche Ware, m Sonderheit dessen Werbemaßnahme für den deutschen Erntedanktag. Er hat dem deutschen Gaststättengewerbe für diesen Tag eine Siegelmarke zur Verfügung gestellt, die unter dem Motto: „Deutsche Ernte auf den deutschen Tisch" in gefälliger und anspruchsloser Form für deutsche Erzeug- nisse wirbt. Dieser Tag gehört dem deutschen Bauern! Was er in harter unö mühevoller Arbeit im steten Kampf mit den Naturmächten gewinnt und der deutschen Volkswirtschaft zuführt, das allein darf an diesem Tage und auch in aller Zukunft auf den deutschen Tisch gebracht werden. Die Werbung für dieses Ziel darf aber nicht Aufgabe Einzelner fein. An diesem Ziel müssen alle, muß das ganze deutsche Volk mitarbeiten! Sonntag, 1. Oktober: Lrntedanktag 1933. 6.30 Uhr: Reichssendung: Wecken. Morgenkonzert. 7.45 bis 8: Von Berlin: Reichssendung: Eröffnung des Erntedanktages. Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels. 8.45: Evangelische Morgenfeier^ Ernte-Dank. 9.30: Weihestunde. Ernte-Dank. 10 bis 10.40: Dom zu Münster: Katholische Morgenfeier: „Wir bringen unsere Gaben". 10.45: Reichssendung: Ankunft der Bauernführer aus dem ganzen Reich in Sonderflugzeugen auf dem Tempelhofer Feld. 11: Reichssendung: Empfang der Bauernführer durch den Reichskanzler in Gegenwart des Reichspropagandaministers u. des Reichsernährungsministers. 12: Schloßplatz, Stuttgart: Platzkonzert. 13: Von Berlin: Reichssendung: Orchesterkonzert. 13.45: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Erntsdank. Ein fröhliches Spiel von Hans Fr. Blunck. 14.30: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Weserfahrt nach Bodenwerder. Eine heitere Szene von Bernhard Flemes. 14.45: Reichssendung: Winzerlieder. 15.05: Von Hamburg: Reichssendung: Hermann-Löns-Lie- der. 15.25: Don Hannover: Reichssendung: Hörbericht von der Ankunft des Führers auf dem Flugplatz. 15.45: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Der Segen der Bauernschaft. Ein chorifches Erntefest von Hans Jürgen Nierentz. 16.20: Von Breslau: Reichssendung: Leichte Musik. Bauernschwank. 17: Aus Hameln: Reichssendung: Große Bauern- kundgebung zum Deutschen Erntedanktag 1933 auf dem Bückeverg bei Hameln a. d. Weser. 17.40: Rede des Reichsministers Darrö. 18: Von Hannover: Rede des Führers. Deutschlandlied; Horst-Wessel- Lied; Großer Zapfenstreich; Gebet; Schlußbericht über den Ausgang der Kundgebung. 18.45: Festkonzert des Südfunk-Orchesters (Württ. Landes-Sym- phonie-Orchester). 19.30: Aus Duisburg: Deutsche Meisterschaften im 50-Kilometer-Gehen. 19.45: Von Köln: Sportvorbericht. 20 bis 3: Reichssendung: Ringsendung Königsberg, München, Leipzig, Stuttgart, Deutschlandsender, Berlin: Konzert zum Ernte- „Gedenkmünze zur deutschen Schicksalswende." Adolf-Hitler-Gedenkmünze. Unter dem Losungswort „Zum Jahre deutscher Schicksalswende" haben die Bayerische und die Preußische Staatsmünze zu Ehren des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler eine kunstvoll gestaltete Ge- denkmünze ausgeprägt, die in diesen Tagen der Öffentlichkeit übergeben worden ist. Dieses, von Professor Oskar Gloeckler, Obersturmbannführer und Sportreferent bei der Gruppe Berlin-Brandenburg, entworfene Gedenkstück, das erfreulicherweise eine deutsche Beschriftung aufweift, enthält auf der Vorderseite ein hervorragend gelungenes Bildnis des Führers und Kanzlers, das fein charakteristisches Profil in seltener Klarheit und Schärfe zum Ausdruck bringt. Die Rückseite dieser aktuellen und wertvollen Sonderprägung ist der nationalen Einigung und Erhebung des deutschen Volkes gewidmet; sie zeigt in sinnbildlicher Form das kraftvolle Muffliegen des alten preußischen Adlers, der sich seiner Fesseln entledigt und so gleichsam das ganze deutsche Volk zum freiheitlichen Aufbruche mahnt. Der von der Reichslettung der NSDAP, genehmigte Vertrieb dieser Gedenkmünze, die in Fünf- markstückgröße, Silber zu 6,— RM., in Bronze zu 3,— RM. einschließlich eines Etuis abgegeben wird, erfolgt durch die meisten Banken Spar- und Dar- lehnskaffen sowie Staatlichen Lotterie-Einnahmestellen des Reiches; sie kann auch unmittelbar von der Hauptvertriebsstelle, dem Bankhaus Joh. Witzig & Co., München, bezogen werden, welche für alle Stellen auch Werbematerial kostenlos zur Verfügung hält. Möge diese wertvolle Ausgabe' weitestgehende Verbreitung im deutschen Volke finden, zumal chr Reinertrag auch mit dazu beitragen soll, den mannigfachen vaterländischen Aufgaben unserer Zeit zu dienen. danktag. 20: Von Königsberg: Konzert des Kleinen Funk-Orchesters. 21: Von München: Von Tenne und Tanzboden. Eine bayerische Stunde. 22.30: Von Leipzig: Dorfgeschichten. 24: Baurekirbe. 1: Vom Deutschlandsender: Nachtmusik. 2 bis 3: Von Berlin: Nachtmusik. Montag, 2. Oktober. Reichssendung: Zum Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg. 6.30: Tagesspruch. Anschließend: Frühkonzert. 10.10 bis 10.50: Schulfunk. — Reichssendung: Gedenkstunde anläßlich des 86. Geburtstages des Siegers von Tannenberg. 12: Mittagskonzert. 16: Nachmittagskonzerr des Rundfunk- Orchesters. 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: „Georg von Frundsberg, der Begründer der deutschen Infanterie" (Dr. von Seeger). 18.35: „Braune Messen", Vortrag von Dr. Julius Schnorr, Direktor der Messe- und Ausstellungsgesellschaft Frankfurt am Main, Leiter der ersten „Braunen Messe" in Frankfurt a. M. 19: Vom Deutschlandsender: Reichs- sendung: Stunde der Nation. Ewiges Deutschland. Hörspiel von Otto Heinz Jahn. 20: Griff ins Heute. 20.10: Unterhaltungskonzert. Volksmusik. 20.50: O. H. L. Männer und Ereignisse in der Leitung der deutschen Heere. Hörfolge. 21.30: Klaviermusik. Werke von Johannes Brahms. 22.20: Du mußt wissen. 22.45: Unterhaltungskonzert. 23: Nachtmusik. Dienstag, 3. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. 7.15: Frühkonzert. 10 bis 10.30: Schulfunk. Das deutsche Land — die deutsche Welt. 1. Verlorenes Land: Elsaß. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 16: Ein bunter Nachmittag. 18: Italienischer Sprachunterricht von Lino Masala und Otti Franck. 18.20 bis 18.35: (SF., WF.) Aus der Not- I Kinderstube der weiblichen Abteilung eines Arbeitsamtes. Bericht von Emma Diehl, Frankfurt a. M. 18.35: „Die deutsche Wandlung 1921 bis 1933 in den I Augen eines Engländers", Vortrag von Rolf GarNundfunkprogramm. bin er. 19: Von Berlin: Reichssendung: Stunde der Station. Johannes Brahms. 20: Vom Deutschland» sender: Vortrag des Reichsbundes für deutsche Sicherheit. 20.10: Aus dem Saalbau Ulm: Großer Johann-Strauß-Abend. 22.40 bis 23: Abenümusik des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Sym» phonie Nr. 5 E-9)toU. 23 bis 24: Nachtmusik und Tanz. Das Orchester und die Tanzkapelle. 0.15 bis 1( Von deutscher Seele. Mittwoch, 4. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. 7.15: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Erinnerungen alter Segelflieger". 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 16: Nachmittagskonzert. 18: Deutsch für Deutsche. Dr. Karl Holzamer: „In- und auswendig". Eine Kriegserklärung an den Buchstaben. 18.20: „Rasse ist entscheidend , Vortrag. 18.35: Zeitfunk. 19: Von Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation. Das ist der deutsche Arbeiter: Schiff unter Dampf. Spiel von Ludwig Lüttjohann. 20: Griff ins Heute. 20.10: Bunt ist die Welt. Eine Spielerei mit Schall- platten aus aller Welt. 21.10: Ciaconna Gotica, von Cornelius Döpper. 21.30: Bruder Tier. Eine Sendung von Tierliebe und Tierschutz zum Welttierschutztag. 22.20: Du mußt wissen! 22.45: Unter« Haltungsmusik. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. 1.45 bis 2.45 (Deutscher Kurzwellensender): Ewiges Feuer. Vom heimlichen jungen Deutschland. Donnerstag, 5. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. 7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 16: Nachmittagskonzert. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.20: „Das Organische im Bildungs- und Werkprozeß", Vortrag von Albrecht Leo Merz. 18.35: „Arzt, Sport und Wehrsport", Vortragsart Priv.-Doz. Dr. Lampert. 19: Von Hamburg: Reichssendung: Stunde der Nation. Sinfonische Tänze für großes Orchester. Aus Manuskripten norddeutscher Komponisten. 20: Griff ins Heute. 20.10: Wibbels Auferstehung. Komödie in vier Auszügen von Hans Müller-Schlösser. 22: Du mußt wissen! 22.45: Unterhaltungsmusik. 23 bis 24: Nachtmusik des Württ. Landes-Symphonieorchesters. 24 bis lt Nachtmusik. Freitag, 6. Oktober. 6.05 Uhr: Frühkonzert. 7.15: Frühkonzert. 12t Mittagskonzert I. 13.35: Mittagskonzert II. 16: Nachmittagskonzert. Italienische Oper. Deutsche Meister. 18: Englischer Sprachunterricht. 18.20: „Treibt Familienforschung". 18.35: „Der Gedanke des Studentischen Kameradschaftshauses", Vorttag. 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. Deutscher Abend der Berliner Liedertafel. Dem Andenken von Hugo Kaun. 20: Griff ins Heute. 20.10: Rhein-, Mosel-, Lahn- und Nahelieder. 20.30: Die Sprache des deutschen Soldaten. Hörfolge von Harald Trinius. 21: Ungarische Musik. 22.20: Du mußt wissen. 22.45 bis 24: Tanzmusik. 0.15 bis 1: Zum Schicksal des deutschen Geistes. Samstag, 7. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 1. „Vergeßt die Taten der Flotte nicht!" Erlebnisse an Bord SMS. Emden. Von Hans Lindner-Emden. 2. „Scapa Flow." Eine Nachdichtung. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 15.15: Lernt morsen. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Saar. 18.20: Wochenschau. 18.25: Stegreifsendung. 19: WF. Aus der Karthäuserkirche, Köln: Reichssendung: Stunde der Nation. 20. Deutsches Bachfeft in Köln. Abendmusik. Werke von Joh. Seb. Bach. 20: Griff ins Heute. 20.10: Die bessere Hälfte. 21.10: Aufgepaßt, jetzt gehts los! Bunte Stunde von Fritz Ganß. 22.20: Du mußt wissen. 22.45: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Unterhaltungs- und Tanzmusik. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten. Weidemanns Qualitätsschuhe Braune Messe, Stand 129 Radio Braune Messe Stand 164 M. H. Brinkmann Gießen Größte Erfahrung verbürgt beste Bedienung 6068D Gute Federbetten sind Gold wert!! Hygienisch einwandfreie Betten fördern die Gesundheit Echtfarbige Inletts, Federn und Bezüge kaufen Sie am besten in unserem Spezial-Geschäft. Sie haben die Gewißheit, für Ihr gutes Geld auch wirklich etwas Gutes zu erhalten Bettenhaus C. 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