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Ä ”?nb >* ^-August 1933 ebung wurden Sttoinnt gezogen l718 92274 274884 saasäiss S S 3,0,09 MÖ68 366419 388871 155888 200437 258561 301597 363010 112446 172529 200889 275719 325291 364052 94835 37975 00888 62911 211 5949 15528 27229 MT®-’ -inM 77 11020 12806 15104 0 31399 32201 37101 0 60845 63300 65956 5 88099 88653 90038 4 98447 99362 99787 07729 110613 119033 44452 149605 151503 70255 176042 178360 96125 200983 201141 20311 220335 225979 43436 244878 261188 79279 285167 285595 13744 296225 297811 14160 305264 306160 1004 322750 323811 7553 342257 347674 )979 390419 391664 3000 wiMg wurden Eewmnr , gezogen 122882 258683 118684 40635 i 199847 i 269133 127490 67149 207645 280900 ,2539 1 66526 1986 169610 260348 180178 221778 263308 304395 335682 365907 381999 119264 153448 172563 191321 257461 279506 315718 355239 377260 154292 175269 198463 258493 300464 323093 359395 378558 378699 30891 32741 35663 41578 i 102679 107448 116568 145618 166988 167996 203347 207461 215003 264520 267714 272471 305795 315104 323241 337750 349167 359168 154408 W® ’Ä’W "Ttmoo' s™ * 'Sm «i<* §66 iu lt 400 W' ,23 4:435 485 >6 35 44 157 87 ,92 ,36 ,57 ,51 932 953 ,71 Zranlsmt a-M- T" 29Ä“fl 58,Y 59,73. 13,37 16-395 168,83 22-S 67,27 58-Z 59. 13,41 I69,f3 22, 67,53 69,06 34,83 ,34 ,09 ,83 806 246 305 ,71 lioten- ®tib Tw 47,95 12,42 । 3rir_ - 48,05 12,44 3,053 169,57 67,57 60,11 69,37 13,45 0,932 7,943 58,61 22,11 16,475 81.18 35,04 81.88 0,801 0,246 5,305 12,73 Hr. 202 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 50. August 1955 Eriche,ni tögltd), autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblättei » Heimat im Bild Die Scholl» Ulonat$:Beiugsprei$: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Rranffurt am Blain 11686. MehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'fche Universttüir-Buch- und Steinöruderet R. Lange in Gießen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur- Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein unöfür denAn- zeigenteil t.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Der Nürnberger Parteitag. Eine Entwicklung. Don Gras Ernst zu l^eventlow, MdR. Mit dem Wort und Begriff: Entwicklung, wird viel gedankenloser Mißbrauch getrieben. 3m sogenannten parlamentarischen Leben Deutschlands war es für schuldbewußte Parteien geradezu ein Brauch geworden, das schlechte politische Gewissen mit der Entschuldigung zu bemänteln: Gewiß, das wäre besser gewesen, aber so ist nun einmal die Entwicklung! — Sie alle waren entwicklungslos, Entwicklung war ihnen etwas Feindseliges und Unheimliches; kein Wunder! Für den Nürnberger Triumphtag der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei von Entwicklung zu sprechen, bedeutet freilich keine Banalität. Entwickeln kann sich nur etwas, was „gewickelt" vorher vorhanden war. Wenn ein einziger Mann in dreizehnjährigem Kampf die Deutschen, nach Jahrhunderten vergeblicher Bemühungen und Kämpfe, auf geradem Wege in lawinenartigem Wachsen, ohne sich je beirren zu lassen, dem großen Endziel: ein wirkliches Volk zu werden. entgegenführt, so ist das Tlrteil nicht übertrieben, sondern nüchtern und sachlich: Dieser Mann hat entwickelt, was in den Deutschen lag und was vor ihm noch niemand hat entwickeln können; und er ist sich von Anfang seiner Laufbahn an des Endersolges immer intuitiv sicher geblieben. Nicht umsonst hat Adolf Hitler in seinen Reden seit 3ahr und Tag die Tugend der Beharrlichkeit immer wieder mit stärkstem Nachdruck betont. Die Beharrlichkeit. die nicht mit Terminen rechnet — das zu tun war der verhängnisvolle Fehler in den Zeiten des deutschen U-Bootkricges —, sondern eben das Ziel verfolgt, ohne sich darum zu kümmern, in welchem Augenblick es erreicht sein werde. Die Beharrlichkeit aber hatte als Ergänzung jene einzigartige persönliche *21 n- ziehungs- und Einfluhkraft Adolf Hitlers auf die Menschen der verschiedensten Art und Schichten. — Tlnd dieses nicht zum wenigsten war diejenige Kraft, welche befruchtete ustd entwickelte, antrieb und führte und auch das höchstgefetzte Ziel als unbedingt sicher, und jedes Opfer als selbstverständlich erscheinen lieh. Das alles beweist die Geschichte der Partei auf jedem Blatt. Don Adolf Stöcker, der ein großer Redner und ein tapferer Mann war. sagte Bismarck: seine rednerischen Erfolge zerflatterten ihm. weil er nicht die Gabe habe, sie organisatorisch zu befestigen; ein Wort, das sich voll bestätigt hat. Adolf Hitler zeigte von Anfang an die sehr seltene Bereinigung der rednerischen und organisatorischen Gabe und dazu die Fähigkeit, organisatorische Talente und Willen zu sammeln, an die richtigen Plätze zu stellen, ihnen die Generalrichtung zu weisen, im Einzelnen freie Hand zu lassen, sie verantwortlich zu halten. Organisation in ihrer Vollendung bedeutet aber lebendige Entwicklung, nämlich Organismus. Gewiß hat es auch andere gewaltige und glän- zeirde Organisationen gegeben, aber sie verloren oie Seele — wenn anders sie eine hatten, — hatten noch eine Zeit lang Leerlauf und brachen dann zusammen. Die Seele der nationalsozialistischen Bewegung dagegen ist immerlebensstärker geworden und schickt sich an. zur Seele des ganzen deutschen Volkes zu werden; ein Vorgang, eine wahrhafte Entwicklung, wie Deutschland sie noch nie sah, weder in der Reformation, noch 1870 71. And die große technisch musterhaft organisierte Bewegung des internationalen Sozialismus ist letzten Endes an der deutschen Seele gescheitert, die Hitler gesammelt. geweckt und geführt hat im Zeichen des nativ n a l e n Sozialismus. An der Spitze von einer handvoll Menschen verkündete er: Nieder mit den Novemberverbrechern! Heute hat er dieses Wort eingelöst; ohne daß Adolf Hitler und seine Bewegung sich im mindesten darüber unklar wären, daß dieser zerschmetternde Sieg, um zum ruhigen gesicherten Dauerzustand zu werden, der Gewinnung der Seele des ganzen deutschen Volkes für den nationalsozialistischen Gedanken bedars. Der vernichtende Schlag aber durch die Machtmittel des neuen Staates hat die Bahn für die lebendige Entwicklung und die in ihr liegende Eignung der deutschen Seele durch den nationalsozialistischen Gedanken freigemacht. Der größte Triumph des lebendigen Entwicklungsgedankens und seiner deshalb unwiderstehlichen Kraft bleibt die Legalität des nationalsozialistischen Weges zur Macht, die seit 1925 unverbrüchlich und klar überlegt innegehalten worden ist. Die Geschichte zeigt als eine beinah immer wiederkehrende Erscheinung, daß vor Revolutionen die bisherigen Inhaber der Macht eine merkwürdige Blindheit für die ihnen drohende Gefahr bewähren: wenn Adolf Hitler immer wieder erklärte und in Leipzig beeidete, daß er nur mit legalen Mitte l n kämpfe und weiter zu kämpfen entschlossen 'sei, so glaubten ihm die politischen Gegner gerade dieses nicht und schnüffelten um so eifriger nach illegalen Akten und Vorbereitungen Sie begriffen nicht die Größe, ja Unwiderstehlichkeit der legalen Gefahr durch den Nationalsozialismus rur sie und mußten mit einemmal wahrnehmen, als es zu spät war, daß die eigene Verfassung ihnen zur Fallgrube geworden war. Nicht lange vorher noch hatten die Führer der SPD. Deutschlands und Oesterreichs auf dem Wiener Parteitage finster drohend geschworen, sie würden „ihren Staat auch mit Mitteln der Gewalt gegen jeden Die russisch-polnische Freundschast. Radek begründet den Moskauer Gesinnungswandel. Warschau, 29.Slug. (WTB.) Die Moskauer Jswestija sowie die Warschauer of- iziöse Gazeta Polska veröffentlichen einen übereinstimmenden Leitartikel Karl N a- d e k s über die Außenpolitik der Näteunion. In diesem Artikel stellt Radek fest, daß die Räteunion die Wiederher st ellung Polens begrüßt habe. Marx und Engels hätten bis zum letzten Augenblick ihres Lebens für die polnische Unabhängigkeit gekämpft, was letzten Endes auch Legten ange- trebt habe. Slber erst der Zusammenbruch des Zarentums und die Katastrophe der Hohenzol- lern und Habsburger, ferner der Sieg des rus- ischen Proletariats über das nationalistische russische Bürgertum hätten die Vorbedingung für die Wiederherstellung Polens geschaffen. Nur die Blinden sähen nicht, daß ich ein Kampf um die Neunerlei- ung der Welt vorbereitet. Die Räteunion ei weit davon entfernt, die Grenzen als Götzensymbol zu betrachten, die der imperialisti- che Krieg gezeichnet habe. Sie wisse, wieviel Völker unter dieser Grenzziehung litten, aber gleichzeitig sei sie der Ueberzeugung, daß ein neuer Weltkrieg die Lösung dieser Frage nicht herbeizuführen vermöge. * Die Warschauer halbamtliche Agentur Iskra bemerkt zu der Aeußerung Radeks, es könne jetzt mit aufrichtiger Genugtuung festgestellt werden, daß die Räteunion gegenüber Polen feine Eroberungsabsichten habe. Entgegen den Strömungen des Zarentums könnte das Rätesystem sogar der mächtigste Bundesgenosse Polens gegen ein nationalistisches Ru ßland werden, das naturgemäß ein Gegner Polens sein müßte. Einen Vorgeschmack dafür gäben die russischen Nationalisten, die unter dem Banner des Hitterisrnus ständen. Die offiziöse Gazeta Polska wiederum meint, daß sich dieser Stimmungswandel in Räterußland erst habe vollziehen können, nachdem firf) (Stalin g e g en ü b e r Trotzki durch- gesetzt und nachdem in Deutschland der Nationalsozialismus die Negierung übernommen und die Sowjets die Selbständigkeit der polnischen Slußenpolitik durch den Abschluß des Nichtangriffspaktes gefestigt hätten. Mißtrauen in Paris. Die revolutionäre Grundtendenz der russischen Politik. Paris, 29.August. lWTB.) Der „Ternps" warnt heute davor, aus der Neuorientierung der russischen Außenpolitik — das Blatt weist hin aus die französisch-russischen Annäherungsbestrebungen, wie sie in der Reise Herriots und in dem bevorstehenden Propagandaflug des Luftfahrtministers E o t zum Ausdruck kommen — übereilte Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Sowjetunion bleibe eine revolutionäre Macht mit dem allgemeinen Umsturz a l s Endziel. Nur habe sie gegenwärtig mit großen Schwierigkeiten im Innern zu kämpfen. Sie sehe ihre Situation im Fernen Osten durch die japanische Expansionspolitik bedroht und fühle auch die Drohung, die das nationalsozialistische Deutschland für sie bedeute. Aus allen diesen Gründen wünsche sie, einige Jahre Atempause zu gewinnen. Daher das Bestreben Rußlands, seine Grenzen im Nahmen des Möglichen durch eine Reihe von Nichtangriffspakten zu schützen und daher auch sein Wunsch nach politischer und möglichst finanzieller Unterstützung in Europa. Es wäre jedoch verwegen, vorläufig in dieser Entwicklung der Sowjetpolitik etwas anderes erblicken zu wollen, obwohl sie von der allgemeinen internationalen Lage aus betrachtet jetzt das Interesse nicht entbehre. OieGründefürdieDerstarknng der japanischen Flotte. Tic Rüstungen der Andern sind schuld. Tokio, 29. Slug. (IU.) Ein Vertreter des japanischen Marineministeriums äußerte sich eingehend über die Gründe, die die japanische Regierung bestimmt haben, bi e Flotte z u verstärken. Zunächst wies er die ausländischen Meldungen über ein Wettrüsten zwischen Amerika und Japan zurück, insbesondere die Gerüchte über eine angebliche Kriegsgefahr. Japan habe vielmehr keineswegs die Absicht, besondere Maßnahmen gegen andere Seemächte zu treffen, es sei denn, daß es dazu gezwungen werde, falls seine Rechte geschmälert oder seine nationale Existenz bedroht sei. Japan, das mit einigen Vorbehalten den Londoner Flottenvertrag angenommen habe, fei aber nicht in der Lage, d i c Seerü ft ungen anderer Völker zu übersehen, die bisher von keiner Seite bedroht worden seien. Wenn Japan auch neue Schiffe baue, so ist es dazu gezwungen durch die Flottenbauprogramme der anderen Mächte. Japan bereite keinen Krieg vor, sondern wolle sich nur gegen Ueberra- schungen schützen. Roosevelt hält an der Inflation fest. Riesenwerbungen für den nationalen Wiederaufbau. Hydepark (Neuyork), 28.August. (WTB.) Der Gouverneur der Bank von England Montagu Norman und der Gouverneur der Bundesreserve-Bank von Neuyork Harri- s o n trafen auf dem Wohnsitz des Präsidenten Roosevelt ein. Außer ihnen waren noch andere Gäste zum Tee geladen. Später zog sich der Präsident mit den beidenn Battkiers zu einer Besprechung zurück. „Times" meldet, man nehme an, daß Montagu Norman die Absicht gehabt habe, Präsident Roosevelt auf die Gefahren eines Entwertungswettlaufes der Währungen hinzuweisen und ihn davon zu überzeugen, daß eine gewissermaßen zeitweilige Stabilisierung des Dollars die wirtschaftliche Erholung in den Vereinigten Staaten eher fordern als behindern werde. Man glaube jedoch nicht, daß der Präsident sich auf eine Aende- rung seiner Währungspolitik cinlassen werde, bevor er einen besseren Ucbcrblick üher die Ergebnisse des Feldzuges für die wirtschaftliche Erholung habe. Er habe stets die Ermächtigung, die Inflation vorzunehmen, als seine stärkste Trumpf karte betrachtet, auf die er schwerlich verzichten werde, bevor er überzeugt sei, daß das Spiel auch ohne sie gewonnen werden könne. Auf Veranlassung der Regierung hat eine Riesenwerbewoche für den nationalen Wiederaufbau (National Recovery-Administration) begonnen. 1,5 Millionen freiwillige Helfer gehen von Haus zu Haus, um die Hausfrauen, wie überhaupt alle Verbraucher zu verpflichten, nur in solchen Geschäften zu kaufen, die das blaue Adlerzeichen aushängen und den Regierungs-Code hinsichtlich der Mindestlöhne und der begrenzten Arbeitszeit angenommen haben. Für alle Städte sind Riesenkundgebungen angesetzt, auf denen hervorragende Negierungsmitglie- der Reden halten werden. Tie Werbung für die Maßnahmen der Regierung wird mit allen erdenklichen Mitteln in die Wege geleitet. Der Administrator für den nationalen Wiederaufbau, Johnson, gibt bekannt, daß die Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich in dem bisher noch strittigen Punkt des Brannkoh- lencodc, nämlich der Anerkennung der organisierten Bergleute, geeinigt haben. Hiermit sind die Eodeschwierigkeiten auch der letzten Großindustrie beseitigt. General Johnson ist mit der Prüfung der Pläne eines großzügigen Feldzuges, der unter dem Motto „St auf jetzt!" durchgeführt werden soll, beschäftigt. Die Verbrauchcrschaft soll sich verpflichten, Waren für zwei Milliarden Dollar zu kaufen. 8000 Wann Hilssvolizei für Oesterreich. London, 30. Aug. (7VTB. Funkspruch.) „IRor- ning Post" berichtet über den bevorstehenden Abschluß einer Vereinbarung zwischen Großbritannien, Frankreich und Italien, die Oesterreich zur Ausstellung einer Hilfspolizeigruppe von 8000 Vlann für die Dauer eines Jahres ermächtigt. Die kleine Entente habe ihr Einverständnis dazu erklärt. Die Blätter heben besonders den zeitweiligen Eharakter dieses Zugeständnisses hervor. „Daily Telegraph", der die tatsächlichen Verhältnisse in Oesterreich anscheinend nicht kennt, sagt, der einzige Zweck der Maßnahme sei, Oesterreich in die Lage zu versehen, sich gegen den „Felo- zug von Gewalttätigkeiten österreichischer National- sozialisken" zu verteidigen. Nach Ablauf von zwölf Monaten werde kein Grund für die Verlängerung der Vereinbarung bestehen. Eine solche Aenderung der österreichischen Wehrverfassung werde möglicherweise von der Abrüstungskonferenz herbeigeführt werden, aber diese Frage habe mit dem gegenwärtigen Zugeständnis nichts zu schaffen. Verstärkung der Tirol.r Garnisonen. Innsbruck, 29.August. (WTB.) Mehrere Tiroler Grenzorte sollen in der nächsten Zeit zur Verstärkung des Grenzschutzes militärische Garnisonen erhalten. Nach St. Johann wird ein Bataillon Infanterie aus Wien gelegt. Die bereits in Kufstein befindliche Kompanie Feldjäger aus dem Burgenland wird auf ein Bataillon verstärkt. In N e u 11 e und Schar n i tz wird Militär stationiert werden. Eine Warnung vor Kredtt- hergabe an Dollfuß. Paris, 29. Ang. (CNB.) „Liberte" hält die innen- und außenpolitische Lage Oesterreichs für so verzweifelt, daß jede weitere finanzielle Hilfe zwecklos sei. Das Blatt rechnet unter Berufung auf gewissenhafte Beobachter mit einem Zusammenbruch der 91 egierung Dollfuß in kurzer F r i st. Die Absichten Mussolinis, von dem man eine Gegenwirkung erwarte, seien nach wie vor geheimnisvoll und unerforschlich. In Oesterreich herrschten Entmutigung und Elend. Allgemeine Niedergeschlagenheit schwäche den Widerstandwillen der Bevölkerung von Tag zu Tag mehr. Unter diesen Umständen würde die Hergabe von Geld und eine Senkung der französischen Zolltarife zu nichts dienen. Die „faschistischen Angriff" verteidigen. Es kam kein Angriff, aber unwiderstehlich nahm die „geprägte Form, die lebend sich entwickelt", den Platz ein, der ihr zukam, — jeder neue Schritt, den die Partei, geführt von Adolf Hitler tat, erfolgte im Rahmen der Weimarer Verfassung. Es war das allgemeine gleiche und geheime Wahlrecht, der Stolz und die Freude jedes Weimar-Republikaners, das Adolf Hitler und feiner Bewegung mit dem März 1933 die uneingeschränkte Macht für die Vollziehung der deutschen Revolution in die Hände legte. Gerade diese Tatsache war für die Marxisten so besonders schmerzvoll. _ Man konnte da nicht den alten Spruch anwenden, daß Bajonette gute Tinge seien, niemand aber auf ihnen sitzen könne, und dahinter die hoffnungsvolle Andeutung, daß nach den Gesetzen des Völkerlebens in kurzer Zett die Gewaltherrschaft des Bajonetts der „stimme der Mehrheit" weichen werde; aber dieie und andere beliebte Sprüche paßten nicht und gingen an der Wirklichkeit weit vorbei. Hitler und seine Leute saßen nicht auf Bajonetten, sie brauchten keine Bajonette, sie hatten das Volk nicht zu fürchten, denn das Volk war bet ihnen, hatte sie durch den Stimmzettel auf den Schild erhoben und bekundete, nicht zum wenigsten durch die Märzwahlen, daß es mit dem alten System und seinen Vertretern nichts mehr zu tun haben wollte. Ein größerer Triumph des nationalsozialistischen Gedankens ist nicht vorstellbar, denn dieser Wahlsieg bedeutete neben der Begeisterung für Hitler und feine Hauptmitarbeiter den Beweis einer Summe von Hoffnung und Vertrauen auf eine deutsche Zukunft unter Adolf Hitlers Führung, im Zeichen des nationalsozialistischen Gedankens, wie ihn n o ch niemals ein großes Volk hatte. Und diese Tatsache ist es auch gewesen, die im Auslande so ungeheuren Eindruck machte: daß das deutsche Volk tatsächlich hinter Adolf Hitler stand, von seinem Gedanken und seinem Wollen durchdrungen war und alle, tatsächlich alle seine Hoffnung auf ihn vereinigten; feine vage in die Luft gebaute Hoffnung, sondern gegründet auf das Vertrauen zu dem beharrlichen und gradlinigen Kampfe und der Reinheit der Ziele Hitlers und feiner Partei, der Partei, welche vom Anfang bis zum heutigen Tage sein eigenstes Werk, die Verkörperung seiner Intuition und seines Willens ist. Jahrzehnte und aber Jahrzehnte hindurch hörte man von Parteiführern und Zeitungen im Tone des listigen Entdeckers einer neuen Wahrheit: wir müssen die Jugend haben! Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft! Keine der alten Parteien hat die Jugend bekommen, sie blieben alle alt, und soweit sie Jugend hatten, ließen sie diese erst zum Einfluß zu, wenn sie aufgehört hatte, die Jugend zu fein. Wiederum erkannte und verwirklichte Adolf Hitler das natürliche Lebensgesetz und schuf die Nationalfozialistische Deutsche Arbeiterpartei als eine Partei der Jugend schlechthin: sie „hatte" nicht die Jugend, sondern sie war die Jugend und damit trägt sie d i e Zukunft in sich. Was bei jeder früheren Partei lächerliche Dtenommage gewesen wäre: von ihrer Zukunft auf Generationen hinaus zu sprechen, das bedeutet für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eine einfache und anschauliche Tatsache: diese Jugend, die wir in Nürnberg sehen werden, aus allen Schichten zu einem lebendigen, begeistert und zäh wollendem Ganzen geworden, bedeutet deutsche Zukunft aus Generationen hinaus und diese Millionen wissen und wollen, daß deutscher Sozialismusund Deutschland eins werden. Hilfsaktion hatte auf politischer Grundlage erfolgen müssen. Die italienische Politik aber habe einen derartigen Plan, weil er von Frankreich gekommen sei, zunichte gemacht und versuche nun, ihn zu eigenen Gunsten wieder aufzunehmen. Man müsse sich fragen, ob Italien Erfolg haben werde. „Da wir nur noch eine Zuschaucrrolle spielen", so schließt das Blatt, „wollen wir Freikarten haben und unsere Plätze nicht bezahlen." Oer nationalsozialiftffche Gauleiter von Tirol aus dem Gefängnis befreit. Innsbruck, 80. Aug. (TU.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist am Mittwoch gegen 1 Uhr nachts der seit dem 12. Juni, dem Tage des Anschlags auf Dr.Stcidle im Gefängnis des Innsbrucker Landgerichts befindliche nationalsozialistische Gauleiter von Tirol und Voralberg Franz Hofer durch einige Männer nach einem Kampf mit den Gefängnisbeamten gewaltsam befreit und in einem bc- reitgohaltencn Kraftwagen fortgeschafft worden. Ein Gcndarmerieposten am Brenner versuchte, das Auto durch Rufe anzuhalten, doch fuhr dieses mit unverminderter Schnelligkeit weiter. Gendarmen sandten dem Auto mehrere Schüsse nach. Gegen 5 Uhr wurde das Auto ohne Insassen etwa eine halbe Stunde vor der italienischen Grenze am Brenner aufgefunden. Man stellte am Wagen an verschiedenen Stellen Schuß- fpuren fest und auch im Wagen fand man Blutflecke. Auch auf der Strecke wurden Blutspuren gefunden. Man nimmt daher an, daß einer der Insassen durch die Schüsse verletzt worden ist. Im Auto fand man die Personaldokumente des Gauleiters Hofer und einige Kleidungsstücke, außerdem eine Aktentasche mit einem zwischenstaatlichen Führerschein und einen Triptyk für Deutschland, Italien und die Schweiz. Die Grenze gegen Italien wurde hermetisch abge- chlossen. Man glaubt, die Flüchtenden, wenn ie sich nicht schon auf italienischem Boden be- inden, noch fassen zu können. Nicht nur in Innsbruck, sondern auch in ganz Tirol wurden zahlreiche Führer der NSDAP, wegen dieses Vorfalles verhaftet. Schwere Kerkerstrafe im Prozeß wegen des Kremser HandgranatenanschlagS. Wien, 29. Aug. (TU.) Im Prozeß wegen des Kremser Handgranatenanschlags wurde Herbert Mosel zu 12 Jahren schweren Kerkers und Heinrich Mosel, sein Bruder, zu 6 Jahren schweren Kerkers verurteilt. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende den Einfluß politischer Strömungen auf die Angeklagten als den wichtigsten mildernden Umstand. Beide Angeklagte behielten sich Bedenkzeit vor. Das Urteil wurde von den Zuhörern ruhig ausgenommen. Das große Aufgebot von Sicherheitsbeamten fand nicht den geringsten Grund zum Einschreiten. Die G e s ch w o r e n e n b a n k war nach der neuen Notverordnung mit sechs Geschworenen beseht. Bereits im Verlauf des Prozesses behielt sich der Verteidiger aus diesen formalen Gründen die Möglichkeit der Nichtigkeitsbeschwerde vor. 2Rintden wird österreichischer Gesandter tn Hom. Wien, 29. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Nach einer Meldung der Politischen Korrespondenz wird der bisherige österreichische Gesandte in Rom, Dr. Lothar Egger-Möllwald zum österreichischen Gesandten in Paris ernannt. An seiner Stelle wird der Landeshauptmann von Steiermark, Universitätsprofesfor Dr. Anton N i n t e l e n, Gesandter in Nom. Eine volkssoziaüstische Selbsthilfe der Pfalz. N e u st a d t a. d. Haardt, 29. Aug. (TU.) Hier sprach am Dienstag vor den Bürgermeistern der pfälzischen Städte, den Kreisleitern der PO., den Kreisbetriebszellenleitern sowie vor Vertretern der Wirtschaft Gauleiter B ü r ck e l über die praktische Durchführung der oolkssozialistischen Selbsthilfe der Rheinpfalz. Im Vordergrund der Aktion steht nicht das Almosen, sondern die bindende Verpflichtung der einzelnen Spender gegenüber der vorgesetzten Dienststelle, die ermächtigt wird, einen b e - stimmten Betrag vom Lohn oder Gehalt einzubehalten und an die Sparkassen zugunsten der Selbsthilfe abzuführen. Daneben läuft eine Büchse n sammlung. Firmen, die sich der Aktion anschließen, wird gestattet, das Ehrenzeichen der Volksselbsthilfe auf Briefbögen, Waren usw. anzubringen. Um das Prinzip der Freiwilligkeit in gewisse Bindungen zu bringen, wird eine volkssozialistische Ehrenlegion gebildet, deren Satzungen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Bereits jetzt, noch ehe die Organisation der Selbsthilfe in allen Einzelheiten errichtet ist, sind Spenden bis zu 300 Mark im Einzelfalle eingelaufen. Die Betriebe Ludwigshafen und Oppau der IG.-Farben spendeten einen Betrag von 210 000 Mark. Die Organisation der Selbsthilfe wird am Mittwoch systematisch einsetzen. Bei der Besprechung wurde betont, daß die Leistung der Kreisleiter danach bemessen wird, welche Arbeit sie im Dienste der Selbsthilfe leisten. Es gelte nicht Almosen zu sammeln, sondern ein neues Denken in die Wirtschaft hineinzutragen. Am 0. September, 13 Uhr, läuft die Frist ab, bis zu der die Aemter, Betriebe, Verbände, Vereine und Bünde ihre Verpflichtungsscheine abgegeben haben müssen. Keine Schwarzarbeit bei Znstand- setzungsarbeiten. Berlin, 29. Ang. (VdZ. Funkspruch.) Der Neichsarbeitsminister weist in einem Schreiben an die Landesregierungen darauf hin, daß die R e i ch s z u s ch Ü s s e für die Instandsetzung von Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden nur dann eine starke Auswirkung für das Baugewerbe erzielen könnten, wenn dabei jegliche Schwarzarbeit ausgeschaltet würde. Er habe daher die Berücksichtigung von Regiearbeiten ausgeschlossen. Dem Ziel der Maßnahme würde es widersprechen, wenn ein Grundstückseigentümer oder seine Angehörigen für die Dauer des Umbaues oder der Instandsetzung von dem Handwerker als Pflichtorbeiter eingestellt würde Hierdurch Der Bremer Lahusen-prozeß. Scharfe Angriffe der Staatsanwaltschaft. - Oie Ablehnungsanträge der Verteidigung zurückgewiesen. Bremen, 30. Aug. Nach einer Panse erklärt die Staatsanwaltschaft im Lahusen- Prozeß, sie halte den Antrag der Verteidigung aus Ablehnung der drei Treuhand Sachverständigen für nicht begründet. Nach zwei Jahren sei für die Staatsanwaltschaft endlich die Gelegenheit gekommen, den Mund aufzutun, um zu den Unwahrheiten, Verdrehungen, Vorwürfen und Beleidigungen Stellung zu nehmen. Die öffentliche Meinung sei getrübt, getäuscht und irregefsihrt uorcen. G. Carl Lahusen. Es sei gewisiermaßen eine Massenpsychose em- getreten. Die Psychose sei soweit gegangen, daß die Entschuldigungen der Angeklagten, lediglich Kapitalflucht getrieben zu haben, bis heute ohne eine Bemerkung hingenvmmen worden seien, obwohl über den kleinsten Devisenschieber geschrieen werde. Die Staatsanwaltschaft warte bis zur Stunde vergebens auf das Material, das angeblich die Verteidigung seit langem haben wolle und durch das „lawinenartig die Beschuldigungen hinweggefegt" würden. Wenn dieses Material im Besitze der Verteidigung sei, so sei es nach Ausfassung der Staatsanwaltschaft eine unverantwortliche Pflichtverletzung, wenn die Verteidigung dem Gericht das Material nicht zur Verfügung stelle und zulasse, daß die Angeklagten nach langer Haft noch auf der Anklagebank sitzen. Der Staatsanwalt wandte sich dann gegen die Diffamierung der Sachverständigen der Treuverkehr, die nur ihre Pflicht erfüllt hätten. Sie hätten allerdings nichts Gutes finden können. Nur ein Zu- fall habe Licht in die Angelegenheit Lahusen ge- bracht, denn bei seinem Ausscheiden habe G Karl Lahusen eine Anzahl Briefe vernichtet Kurz vor dem Konkurs der Gesellschaft In Holland gelang es einem Sachverständigen der Treuoerkehr jedoch, dort wichtige Briefe aufzufinden und zu photographieren, durch die die Geheimkonten aufgedeckt wurden, von denen nur die beiden Angeklagten etwas wüßten. Es fei nicht nur mit Spionen und Spitzeln, sondern auch mit Detektiven gegen die Treuverkehr gearbeitet worden. Ein Berliner Detektiv hatte beispielsweise den Auftrag, Material gegen die Treuoerkehr zu fammeln. Bestimmtes Material sollte sogar durch Diebstahl aus dem Geiheimarchio einer Berliner Bank bejschafst werden Ein Verhängnis sei es für die Verteidigung, daß der Staatsanwaltschaft die Zwischenbilanze n in die Hände gefallen seien, in denen Jahre hindurch persönliche Aufstellungen gemacht wurden, aus denen sich die immer größer werdenden Verluste bei der Nordwolle ergäben und die mit eigenhändigen Vermerken der Angeklagten versehen seien, in welcher Weise man versuchen müsse, die Millionenverluste zu verbergen. Wenn er, so betonte der Erste Staatsanwalt, all das Material früher gehabt hätte, über das er jetzt verfüge, dann würden nicht nur zwei Angeklagte, die Brüder Lahusen, sondern drei oder vier weitere Angeklagte auf der Bank sitzen. Die Angabe der Verteidigung, die Treuverkehr habe bei der Sache 500 000 Mark verdient, sei irreführend. Er warnte die Verteidigung, durch Anträge die Verhandlung zu gefährden. Rechtsanwalt Dr. Schmidt erwiderte auf diese Ausführungen, daß man den Eindruck haben könne, am Schluß der Verhand- l u n g zu stehen, wenn man dieses „Plädoyer des Staatsanwalts" — so müsse er die Rede bezeichnen — gehört habe. Der Antrag der Verteidigung bezweifle lediglich die Objektivität der Sachverständigen. Der Vorsitzende verlas sodann eine Drahtnachricht von Dr. Lütgebrune, in der dieser mitteilt, daß er aus sachlichen und persönlichen Gründen insbesondere mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand verhindert sei, in dem Verfahren aufzutreten. Aus der Nachricht ging aber nicht hervor, ob Dr. Lütgebrune sein Amt als Verteidiger völlig niedergelegt hat oder ob er nur zeitweilig verhindert ist. Das Gericht zog sich sodann zur Beratung der Ablehnungsanträge zurück. Der Antrag, die Angeklagten aus der Schutzhaft zur Untersuchungshaft zu bringen, wurde abgelehnt. Das Ablehnungsgesuch der Angeklagten gegen die Treuverkehrssachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit wird als unbegründet zurückgewiesen. Das Ablehnungsgesuch der Verteidigung gegen sämtliche Angestellten der Treuverkehr wegen Besorgnis der Befangenheit wird gleichfalls abgelehnt. würde die Beschäftigungslosigkeit der Bauhandwerker nicht verringert und ein solches Vorgehen wäre eine Umgehung der Bestimmungen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Für die Berechnung der Höhe des Zuschusses könnten nur die dem Grundstückseigentümer tatsächlich entstandenen Kosten in Betracht kommen, die durch Rechnungen des Handwerkers nach gewiesen werden müßten. Die Berücksichtigung einer Kostenersparnis, die der Grundstückseigentümer durch eigene Mitarbeit oder Mitarbeit seines Personals erzielt, würde dem mit der Hergabe von Neichszuschüssen verfolgten Zweck widersprechen Die akademische Zagend im neuen Staat. Kultusminister Rust besichtigt die Frankfurter Universität. Frankfurt a. M. (WSN.) Der preußische Kultusminister Rust stattete der Universität und der Studentenschaft einen Besuch ab. Der Minister wurde von Bürgermeister Linder und dem Kurator der Universität Dr. Wisser durch die Institute der Universität geführt. Namentlich ist dabei auch die Neueinrichtung der Akademie der Arbeit im nationalsozialistischen Sinne behandelt worden. Nachdem der Minister das Senckenberg-Museum und das Haus der Studentenschaft besichtigt hatte, fuhr er in die Volkssportlager der Frankfurter Studentenschaft in Oberursel und Hohemark. In dem einen Lager waren die Studenten gerade zu sportlichen Hebungen angetreten, während in dem andern Lager ein Schulungskursus abgehalten wurde. Der Minister führte aus, daß es nicht darauf ankäme, das Programm der Partei zu begreifen und sich dazu zu bekennen, sondern vielmehr komme es an auf den Sozialismus der Tat. Den könne jeder nur erwerben, wenn durch kameradschaftliches und einfaches Zusammenleben d i e m e n s ch l i ch e n Bindungen und Voraussetzungen geschaffen würden. Er freue sich, daß die akademische Jugend ein so gänzlich anderes Gesicht habe, wie zu seiner Studentenzeit. Es gebe keine falsche Romantik mehr, sondern nur den Willen, den Staat Adolf Hitlers bauen zu helfen. Bei diesem Staatsaufbau komme es sehr darauf an, welche Hochschulbildung die Jugend des Volkes habe. Er habe die Gewißheit, daß die akademische Jugend neuer Prägung allen Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht werden würde, und er wünsche nur, daß der Führer einmal vor diesen Studentenreihen in den Lagern stehen könne, um zu sehen, was seine Lehre und seine Persönlichkeit aus der deutschen Jugend gemacht haben. Der Minister verließ das Lager mit einem „Weitermachen!" Eine neue Verfaffung für die bayerischen Universitäten. München, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Kultusminister S ch e m m hat für die bayerischen Universitäten eine neue Verfassung erlassen, die, wie in anderen deutschen Ländern, die Universität u n • ter die Führung des Rektors stellt, der vom Minister auf Vorschlag des Senats 1 der Universität ernannt wird. Der Rektor ernennt seine Vertreter. Der akademische Senat wird Führerrat des Rektors. Die Senatoren werden vom Rektor ernannt. Auch künftig werden — selbstverständlich wie bisher unter der Oberleitung des Staates — die wissenschaftlichen Belange der Universität von den Fakultäten in kollegialer Beratung verwaltet. Die Dekane ernennt der Rektor. Die Dekane ernennen ihre Vertreter und die Ausschüsse der Fakultäten Deutsch-Ostairika soll britisch bleiben. Wie man in England ein Bölkerbunds- mandat auffatzt. London, 29. Aug. (TU.) Vor der Handelskammer von Mombassa in Uganda hielt Sir John Sandeman Allen, der von dort aus eine Reise durch Ostafrika unternehmen will, eine Rede über die Stellung des Mandatsgebietes Tanganjika. Er erklärte, daß sich die englischen Kaufleute in Ostafrika keine Sorge um die Zukunft dieses Gebiets zu machen brauchten, denn das englische Mandat habe Dauercharakter. Tanganjika sei daher genau so britisch wie irgend ein anderes Protektorat. Der Redner ging ferner auf wirtschaftliche Fragen ein und betonte sehr scharf die Notwendigkeit einer engen Wirtschaftsunion zwischen den unter englischer Flagge stehenden Ländern Ost- afrika einschließlich Tanganjikas. Das Zollabkommen zwischen Kenya, Uganda und Tanganjika müsse weiter ausgebaut werden. Die Rede Sir John Sandeman Allens hat angesichts seiner Stellung als Präsident der englischen Handelskammern und als Vizepräsident des Vereinigten parlamentarischen Ausschusses für einen engeren Zusammenschluß der ostafrikanischen Besitzungen Englands einen sehr starken Eindruck gemacht. Kleine politische Nachrichten. Der Nationalsozialistische Reichsverband der deut- scheu Arbeitsopfer ist unter der neuen Bezeichnung „Gesamtoerband Deutscher Arbeitsopfer in der Deutschen Arbeitsfront" als geschlossenes Ganzes der Deutschen Arbeitsfront eingegliedert worden. An seiner Organisation wird nichts geändert werden. Der bisherige Leiter des Verbandes Diplomkaufmann Friedrich Ebeling ist, von Dr. Ley in seinem Amt erneut b e st ä t i g t und in den Kleinen Arbeitskonoent berufen worden Das Reichsgericht verurteilte xroct kommunistische Funktionäre, Walter Oldehofs (Bremen) und Dietrich Wiers (Emden), wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu je drei Jahren Zucht- haus und fünf Jahren Ehrverlust. — Bei Oldehofs war eine große Menge belastenden Schriftmaterials, das sich mit der SA. und SS. sowie mit der Reichsmarine befaßt, beschlagnahmt worden. Die Angaben über die Marine stammten von dem Mitangeklagten Wiers. Argentinien hat den Führer der argentinischen Delegation, Bretton, telegraphisch ermächtigt, das Londoner Weizenabkommen zu unterzeichnen. Aus Oer provinzlalvauptstavt. Die übrige Tagesordnung der gestrigen Stadtratssitzung. Nach der Verabschiedung des Voranschlags werden noch folgende Vorlagen glatt genehmigt: Jilial- und Warenhaussteuer. Die Filialsteuer und die Warenhaus- teuer werden für das Rj. 1933 in Höhe von 200 vom Hundert der allgemeinen Gewerbesteuer erhoben. Den Entwürfen der beiden Ortssatzungen wird zugestimmt. Vergnügungssteuer. Dem Entwurf einer neuen Steuerordnung über die ab 1.Juli 1933 zu erhebende Vergnügungs- ft e u e r in der Stadt Gießen wird zugestimmt. Die plocksche Stiftung. Der Voranschlag der Plockschen Stiftung für das Rechnungsjahr 1933, der in Einnahme und Ausgabe mit 2782,05 Mark abschließt, wird genehmigt. Line neue Ortsbausahung. Dem abgeänberten Entwurf der Ortsbau- fatzung für das Gebiet zwischen der Eisenbahn Gießen—Fulda, Licher Straße, Landes-Heil- und Pflegeanstalt und dem alten Steinbacher Weg wird zugestimmt. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. a) Vergebung der Rohbauarbeiten zur Errichtung von 14 Kleinwohnungen am Anne« röder Weg. b) Neubefestigung der Klinikftrahe zwischen dem Wetzlarer Weg und der Frankfurter Straße; hier: Vergebung der Arbeiten und Liefe- I rungen. c) Kanalbauarbeiten zum Ausbau der e Siedlun ar echts der Licher Straße unterhalb der Bahn Gießen—Fulda. Die Erd- und Kanalbauarbeiten zum Ausbau der Siedlung rechts der Licher Straße unterhalb der Bahn Gießen—Fulda werden art die Firma Arbeitsgemeinschaft Abermann & Rinn in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 12 273,50 Mark vergeben. Feuerlöschordnung der Stabt Gießen. Der oorliegenben Feuerlöschorbnung für bis Stadt Gießen wird zugestimmt. Mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Feuerlöschordnung wird die Ortsfeuerlöschordnung vom 12. Juli 1892 aufgehoben. An die deutschen Bauern! Der Kampfbund für Deutsche Kultur hat J sich die Aufgabe gestellt, am deutschen Rhein | und seinen Nebenflüssen ein großes deutsches Erniedank-Feft zu veranstalten. Das Fest soll dem deutschen Bauern beweisen, daß seine mühevolle Arveit um die Ernährung des Volkes von der Stadtbevölkerung dankbar geehrt wird. Um diese Ehrung symbolhaft für das ganze Deutsche Reich zu gestalten, wird am Deutschen Eck in Koblenz der Altar des deutschen Volkes ansgcbant, an welchem die Früchte des Bodens gesegnet ( werden. Jede Gemeinde, welche sich beteiligen will, bringt in einem Erntewagen ihre Gaben m eine nahe Stadt, welche die Erntewagen in feierlicher Weise empfängt. Am nächsten Tage werden die Gaben im Schiff stromauf- bzw. -abwärts nach Koblenz zum Deutschen Eck gebracht. Die Erntewagen sollen prächtig geschmückt sein, um die Aufmerksamkeit des ganzen Stadtvolkes auf sich zu ziehen. Alte Trachten sollen hierbei im Vordergrund stehen, damit das Alte, Gute auch wieder rein äußerlich zu Ehren gebracht wird. Alle Gemeinden, welche einen Erntewagen an die zuständige Sammelstelle (s. unten) entsenden wollen, mögen sich bis zum 5. September mit dem Kampfbund für Deutsche Kultur, Reichsleitung, z. Zt. Frankfurt a. M., Hotel Frankfurter Hof, in Verbindung setzen, der weitere Weisungen erteilt. Kampfbund für Deutsche Kultur. Der Beauftragte der Reichsleitung: gez. Habel. Sammelorte: Ludwigshafen, Mannheim, Speyer, Worms, Neustadt a. d. H., Frankfurt a. M., Rüsselsheim a. M., Mainz, Wiesbaden-Biebrich, Bingen, Rüdeshcim, Kreuznach, Hanau a. M., Bach ar ach, St. Goar, Boppard, Ober- und Niederlahnstein, Koblenz, Traben-Trarbach, Cochem, Trier, Bad Ems, Limburg, Gießen, Marburg, Neuwied, Andernach, Remagen, Bad Neuenahr, Honnef, Königswinter, Bonn, Bad Godesberg, Bern- castel-Cues Aufruf au die Bürgerschaft der Stadt Gieße«! Am 10. September findet in G i e ß e n ein Aufmarsch des Jungvolkes, Jungbann I, statt. Die Jungen kommen größtenteils von auswärts und brauchen an diesem Tage Mittagessen. Wir bitten daher die Gießener Bürgerschaft um vollste Unterstützung! Alle Jungen müssen zum Essen untergebracht werden! Sie kommen dann etwa zwischen 12 und 13 Uhr in ihre einzelnen Quartiere. Es wird bestimmt keiner, der einen Jungen zum Mittagessen angenommen hat, vergessen werden. Unsere Gießener Jungvölker werden in den nächsten Tagen in den Häusern die Anmeldungen sammeln und dankend ent- ‘ gegennefjmen. Unterstützen Sie uns also, bitte, so gut als möglich, daß jeder Junge an diesem Tage sein Mittagessen erhält. Im voraus besten Dank! Heil Hitler! Stamm Welfen, Gießen-Stadt. Der Stammführer (m. d. F. b.). K. Stroh. Oie Landhilfe im Muter. Die Presse st elledesLandesarbeits- amtes Hessen teilt uns mit: Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wird erst bann wirklich zum Erfolg, wenn es gelingt, Rückschläge zu vermeiden und den Arbeitslosen in langfristige Beschäftigung zu bringen. Hierzu kann und muß vor allem auch die Landwirtschaft weitgehend beitragen. Durch die Landhilseaktion wird insbesondere der kleinbäuerliche Betrieb in diesem Sommer und Herbst nachhaltig unterstützt. Der { Dauer hat eine zusätzliche Arbeitskraft bekommen und den Darlohn hat er durch den Landhelfer- nid)t dafür s nimmt- qft der / Hlark 7 hält,de-; wirte, dle LondE haben, s-0 dauer von Llnterbrea Helfer,em Lanölv'rh stehen, v'6 Winter art 50 J Dem na-D-M Diente Sus diesem Jubilars mi Farben «« Deutschlands SeiiNene den festliche von der ,-Öe den Kreisen der Rerchöb Äls Ve Frankfurt ger e* des Gene die herzl denen sich furt ansch amtmann den Wort! „Zu 50jähr che ich Ich v Anerk gesells Die ns! In eine Landen lars herv Bemühung als gebon hessischen i zwischen i das Engst Ter Le Oberbahn Jubilar )i das Wort tonte, daß wesen sei, und dem ' wirken u> zwischen 5 fen. Reichsba teile die übergab de mung, in । -wischen bei herrscht, den Nr die S bayn-AWei ausgabe u Inspektor ! abfertigunc hinaus wi persönliche Für die schlichten k Verbo Die Po uns mit: Mehrfac Beschwert« während d markte W Konzession 6en. Diese verboten i Birte, di ® a lt wirt -u behcrbe Tie glej gegen Prj und zum : fvstar in oo unö somit betreiben. A Um feine A wsttsgewech bestehe, Net . 1856: der M gebot tz. Maler Lunchen g M-s "'aus z ■ "erkauft-!? unter 'S nur S* Si UK »A ÄafflS ber Ug vi Obecheffen • «WemI m Ausbau btt ' Strahl ulbo. zum Betriebe einer haben das Recht, Gäste werden auch erhoben C3 a st wirtschaft besitzen, gu beherbergen. Die gleichen Klagen gegen Privatpersonen, gelten zum Ausbau her Straße unterhalb ”‘evn „8""« Rinn in Gießen 12213^0 Mark £ Stabl Tiehen. ö^ortnrntg für bie Ml Mit bem läge bei ‘O^orbnung wirb bie 12. \Juti 1892 aufge» Daten für Mittwoch, .10. August. 1856:. der Nordpolfahrer John Roß in Lon- k»on gestorben lgeboren 1777); — 1863: Henry Ford geboren tsicbzig Jahre alt); — 1928: t»:r Maler und Bildhauer Franz v. Stuck in München gestorben lgeboren 1867). ä)iÜ stromauf- bzw. im Deutschen 6d gelösten prächtig ge- Ausmerksamkeit bc5 sich zu ziehen. Alte bei im Vordergrund zute auch wieder rein ich! wird. je einen Erntewagen elfteste (f. unten) ent» h bis zum b. septem- !nb für Deut)che. ung,r- ranksurter yos, >t weitere Weisungen -eMe Kultur. lt Reichsleitung: B,Ä 'M*56 m Bauern! Rutsche Kultur hat am deutschen Rhein ein großes deutsches w ’t soll dem deutschen ne mühevolle Aroeit olles von der Stadt- hrt wird. olhast sür das ganze . wird Koblenz der Altar wsgebaut, au wel- Bodens gesegnet Oekanatstaa des evangl. Dekanats Hungen. )( Lich, 24. Aug. Heute Vormittag wurde im hiesigen Stiftischen Gemeindesaal der D e - kanatstag d es evangelischen Dekanats Hungen abgehalten. Er wurde mit einer Andacht, gehalten von Pfarrer H o tz - Villingen über 4. Mose Kap. 11 Vers 16 ff. eingeleitet. Nach Verlesung des Bescheids der Kirchenbehörde auf die letzte Tagung gab Stiftsdechant Kahn als Dekanstelloertreter im Auftrag des Dekanatsausschusses wichtige Ergänzungen zu dem gedruckt vvrliegeudu N e ch e n- schaftsbericht über den kirchlichen und religiös-sittlichen Zustand der Dekanatsge- memöen in den Jahren 1931 und 1932. Im Anschluß an den Bericht wurde besonders von den weltlichen Abgeordneten eine größere S o u n t a g s h e il i g u n g in unseren Gemeinden und mehr Rücksichtnahme seitens der Bereine und Verbände auf die gottesdienstlichen Zeiten gefordert. Bei den Wahlen für den Dekanatsaus- schuß wurden einstimmig die bisherigen Mitglieder Landwirt Altvater-Melbach, Bürgermeister Müller-Bellersheim und Bürgermeister Zimm er-Villingen wieder- und Rektor Erb-Lich neugewählt. Als Stellvertreter wurden auf Antrag der Versammlung von dem Leiter berufen: Kaufmann Köhler- Hungen, die Landwirte A l w o h n - Wölfersheim, Boller- Gambach und Karl Maurer I.-Müuzenberg. Pfarrer Lenz-Münzenberg sprach daun in einem ausgezeichneten und mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Die Landeskirche und die politischen Weltanschauungen der Gegenwart". Nachdem der Redner die für unser Volk und unsere Kirche verderblichen Folgen der Weltanschauungen des Liberalismus und Marxismus aufgezeigt hatte, entwickelte er aus tiefstem inneren Verstehen und persönlicher Anteilnahme die geschlossene Weltanschauung des Nationalsozialismus und die Aufgaben, die die Kirche dieser Bewegung und damit unserem Volke gegenüber hat. Die Kirche darf nicht an unserem Volk vorübergehen, sie hat ein freudiges Ja zur nationalsozialistischen Bewegung zu sprechen und in lebendiger Berührung mit dem Aufbruch unseres Volkes zu bleiben. Sie hat aber auf Grund ihres göttlichen Auftrags auch die Pflicht, Volk und Bewegung immer wieder vor den Herrn der Kirche zu stellen, das Sendungsbewußtsein zu stärken und Gottes Herrschaftsanspruch anzumelden. Das biblische Evangelium des gekreuzigten und auferstandenen Herrn ist in artgemäßer Verkündigung zu bezeugen, die Bußpredigt darf nicht unterschlagen werden, aber auch die Gnadenpredigt nicht fehlen. Die Zukunft unseres Volkes hängt ab von seiner Stellung zu Gott, die Gottesfrage ist die entscheidendste Frage. In unerschrockenem Zeugenmut hat die Kirche zu Gott zu rufen und den Dienst an Volk und Vaterland auszurichten. Unter dem tiefen Eindruck der gewissenschärfenden Ausführungen des schon lange in der Bewegung stehenden Redners beschloß die Versammlung von einer Aussprache abzusehen. Nur die Fragen nach der Heiden- u n d I u d e n m i s s i o n wurden auf Wunsch noch beantwortet und geklärt. Zum Schluß der Tagung wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: ,.Der Dekanatstag beschließt, die hohe Kirchen- behörüe wolle mit den zuständigen staatlichen Stellen verhandeln, damit die ländlichen Organisten und Chordirigenten, soweit sie Staatsbeamte sind, ihrem Dienst erhalten bleiben, ohne daß ihre Bezüge an die Hauptstaatskasse abzuliefern sind. Wir befürchten sonst eine Schädigung des kirchlichen und kulturellen Lebens auf dem flachen Lande." Ebenso einstimmig beschlossen die Mitglieder des Dekanatstags, auf die Hälfte ihrer Tagegelder zugunsten der Spende für die nationale Arbeit z u verzichten. Es konnten 54 Mark überwiesen werden. In einer der Tagung vorausgehenden kurzen Konferenz beschlossen die Geistlichen des Dekanats, bis auf weiteres mindestens 1 v.H. ihres Gehaltes für die Spende der nationalen Arbeit sich abziehen zu lassen. Tagung der Hessischen DolkSmisswn in Langsdorf. oo Langsdorf, 29. Aug. Sonntag und Montag fand in unserer Gemeinde die diesjährige Arbeitstagung der Hessischen Volks- Mission statt. Am Sonntagvormittag versammelte sich die Jugend vom 10. bis 17. Lebensjahre in der Küche, um von Pfarrer Dörr (Büttelborn) zu hören, um welche Aufgaben es sich bei diesem jungen Zweig kirchlicher Arbeit handle. Am Nachmittag fand sich eine sehr stattliche Gemeinde zum Festgot- tesdienste ein, den der Direktor der Inneren Mis- sion in Hessen, Pfarrer Röhricht (Darmstadt), leitete. Er führt u. a. aus, daß der Glaube, der die Volksmifsion tragen müsse, Wille, Tat und Leben sei. In der Nachoersammlung erzählten die beiden Redner des Vormittags von den Erfahrungen in der Arbeit der Volksmission, besonders an den gefährdeten und dem Glauben entfremdeten Massen - Aus dem Stadttheaterbüro wird uns g schrieben: „Arbeit! Dienst! Pflicht!", Bolks- icick in 3 Akten von Heinrich Bartholo- 11 "" s , das am gestrigen Tage vor fast aus- v erkauftem Hause im Stadttheater Gießen kvinn« <>« ^p^H.ettung des Intendanten, Fvinns König, seine Erstaufsührung erlebte, kommt am morgigen Donnerstag auf Grund s«r zahlreichen Kartennachfragen um 20.15 Uhr nochmals 8ur_ Aufführung. Kartenvorverkauf nwr an öer Theaterkasse und in den Borve'-- .«ufs,teilen: Schokoladengeschäft Huntemann, s rltervweg, und Berkehrsverein, Seltersweg. Piene der Platze von 0,30 bis 1,50 RM. Menitunöen von 10 bis 13 Uhr, Donnerstag außerdem von 16 bis 17 Uhr. Ende gegen Wettervoraussage. Durch die kräftige Erwärmung wird das kontinen- täte Hoch an seiner Westseite allmählich abgebaut, 0 daß sich ein Tiefausläufer südlich Vorarbeiten kann. Gleichzeitig steigt aber von Westen her der Luftdruck wieder an, wodurch die Zufuhr ozeanischer 2uft begünstigt wird. Unter diesen Umständen werden ich lokale Gewitterstörungen herausbilden, nach deren Auftreten sich aber der hohe Druck von Westen her über bas Festland ausbreiten und die Schönwetterlage erneut Herstellen wird. Aussichten für Donnerstag: Nach lo- kalen Gewitterstörungen mit vorübergehender Abkühlung wieder Herstellung der Schönwetterlage. Aussichten für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, warm, vereinzelt noch Gewitterneigung. unseres Volkes Der Montag brachte sachliche Beratungen. Pfarrer Kornmann (Laubach) sprach über Die Frage: „Vor welche Aufgaben stellt uns der Arbeitsdienst?" Der Vortragende wies nach, daß die Kirche durch den Arbeitsdienst im neuen Deutsch, land nicht nur eine seit langem schmerzlich vermißte Gelegenheit gefunden habe, Einfluß auf die heran- wachsende Jugend zu gewinnen, sondern daß ihr auch die große Aufgabe gegeben sei, die Arbeit des Staates mit Den Kräften des Evangeliums zu vertiefen. Die eingehende Besprechung des Vortrages brachte manche förderliche Anregung. Mittags wurde in der Dorstandssißung ein Rückblick auf die Arbeit des letzten Winters gegeben, wobei besonders Mis- sionar Walther (Gießen) von erfreulichen Erfahrungen berichten konnte. Beim Blick auf die Aufgaben der allernächsten Zukunft wurden die mit Der Rassenfrage in Zusammenhang stehenden Probleme berührt und Der Aufbau Der Volksmifsion in Der im Entstehen begriffenen großhessischen Kirche ins Auge gefaßt. Zum Abschluß Der Gesamttagung hielt Pfarrer Knodt (Bad-Nauheim) eine Bibelstunde. Landkreis «Kicken. * Annerod, 29. Aug. Heute morgen gegen 10 Uhr ereignete sich auf der Straße Gießen —Annerod ein Unfall. Ein Radfahrer, der in rascher Fahrt aus einer Schneise auf die Straße einbiegcn wollte, brachte einen Motorradfahrer, der im gleichen Augenblick die Straße an dieser Stelle passierte, erheblich in Gefahr. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, bog der Motorradfahrer gcistesgegen- wärtigwärtig auf die linke Straßenseite aus und fuhr dabei in den Straßengraben. Er erlitt Hautabschürfungen im Gesicht, der Radfahrer blieb unverletzt. Das Motorrad wurde beschädigt. "Aus der NSDAP. Die Amtswalter der Ortsgruppe Gießen-Nord versammeln sich am morgigen Donnerstag, 20 Uhr, bei Nohl, Ederstraße 6, zur Begleitung der Fahne und der Teilnehmer am Reichsparteitag in Nürn- bcr0* — Die NS.-Frauenschast Gießen hält am heutigen Mittwoch, 20.30 Uhr, im Cafe Äe .einmalige gemeinsame Singprobe p?". ^chester der vier Ortsgruppen zum Kreis-Frauenschaftstreffen ab. — Eine Mit- g leder-Versammlung der NS.-Frauenschaft Fetzen-Ost findet am morgigen Donnerstag, 10/J0 Uhr, im Schützenhaus statt. * E in Siebzigjähriger. Am morgigen Donnerstag, 81. August, kann der Besitzer des Braunen Hauses in Gießen, Herr Gustav -trinf aus, Seltersweg 50, in bester körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Herr Trinkaus, dessen freundliches Wesen ihm in weiten Kreisen der Bürgerschaft Sympathie und Wertschätzung einbrachte, ist eine markante Persönlichkeit des Gießener Mittelstandes, die sich durch zähe und freudige Schaffenskraft, aber auch durch solide Geschäftsführung aus kleinen Anfängen emporgearbeitet hat. Als Besitzer des Braunen Hauses hatte der alte Herr in den letzten Jahren bei den unruhevollen Demonstrationen der damaligen Linksparteien manche Stürme mitzubeftchen, die ihn aber von seiner durch das Braune Haus gekennzeichneten politischen Einstellung nicht im geringsten abgebracht haben. ** Gießener Lebensretter an d e r Ostsee. Ein auf der Wanderschaft befindlicher Schreinergehilfe, der dieser Tage zum erstenmal in der Ostsee bei Stolpmünde badete und nicht auf die Brandung achtete, geriet in die Gefahr des Ertrinkens. Er rief um Hilfe. Ein Einwohner unserer Stadt, Herr Ernst Müller (Angehöriger der Familie M ü ll e r von der Badeanstalt), der als Badegast am Strande weilte, kam, trotzdem er durch ein steifes Bein sehr behindert war, dem Hilferufenden sofort zu Hilfe und hielt ihn über Wasser. Nachdem noch einige andere Badegäste herbeigecilt waren, konnte der Ertrinkende auf das Land gebracht werden und war bald wieder so weit hergcstellt, daß er sich bei seinem Retter bedanken konnte. ** Auszeichnungen für treue Tierpfleger. Der Tierschutzoerein für Hessen gewährt, wie in Den vergangenen Jahren, auch in diesem Jahre eifrigen Förderern des Tierschutzes und treuen Tierpflegern, Diplome und Geldgeschenke. In der jüngsten Ausschußsitzung wurden auf Vorschlag genehmigt für: 53 Gendarmerie- und Polizeibeamte 33 Diplome und 265 Mark Geldgeschenke, 41 treue Tierpfleger 41 Diplome und 200 Mark Geldgeschenke, ;n drei Fällen für besondere Verdienste 3 Diplome und 20 Mark Geldgeschenke. Im ganzen wurden also 97 Personen mit 77 Diplomen und 485 Mark Geldgeschenke bedacht. Auszeichnungen erhielten u. a.: die Gendarmericmeister Wendel (Reiskirchen) und Jäger (Butzbach); die Gendarmeriehauptwachtmei- fter Wahl (Herchenhain), Philippi (Schotten) und Becker (Laubach). Die Hauptwachtmeister Boll (Gießen) und Jung (Lich) sowie der Polizei- hauptwachlmeister Nies (Gießen). Ferner wurden mit Auszeichnungen bedacht der Knecht Wilhelm Burg (Zeilbach) und der Knecht Karl Suhl (Ortenberg), der Gespannführer Nikolaus Spam er (Hof Saasen), Der Knecht Louis Becker (Unter- Schmitten) und der Knecht O. B e ck e r (Schotten). ** Geschäftsjubiläum. Schuhmacher- meister Johannes Glitsch, Lindenplatz 12, ein aus Dirlammen (Kreis Lauterbach) gebürtiger Oberhesse, kann auf das 40jährige Bestehen feines Geschäftes zurückblicken. Meister Glitsch arbeitete acht Jahre lang selbständig in seiner Heimatgemcinde, um dann im Jahre 1901 nach Gießen überzusiedeln. Noch heute betreibt er zusammen mit seinem Sohne das Geschäft und erfreut sich des Vertrauens feiner Kundschaft. ** Fettverbilligungsscheine. Vom Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: „Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine für den Monat September erfolgt an die seitherigen Bezugsberechtigten ab sofort bei den zuständigen Fürsorgestellen des Wohlfahrtsamts." ** Rundfunkvortrag über d i e Freizeit im Freiwilligen Arbeitsdienst. Immer wieder kommen Fragen aus der Oeffentlichkeit, ob die im Arbeitsdienst stehenden jungen Menschen sich in ihrer Freizeit vollkommen selbst überlassen bleiben oder ob auch hier seitens der Führung irgendein Einfluß ansgeübt wird. Auf alle diese Fragen wird in einem Zwiegespräch geantwortet, das am heutigen Mittwochabend um 20.40 Uhr zwischen Dr. Decker, M. d. R., Lehrer an der Reichsschule des deutschen Arbeitsdienstes, und Oberfeldmeister Scheidt, einem alten Praktiker des Arbeitsdienstes, ebenfalls Lehrer an der gleichen Schule, über den Berliner Sender stattfindet. ** Gleichschaltung des Männer- baüevereins. Der Männerbadeverein hielt im „Postkeller" eine Generalversammlung ab, in der die Gleichschaltung des Vereins vollzogen wurde. Der seitherige 1. Vorsitzende, Herr Gg. Todt, begrüßte die Versammlung und gab den Rücktritt des Vorstandes bekannt. Der mit der Gleichschaltung beauftragte Ortsgruppenlciter Pg. Herrn. Thomas beauftragte Pg. Karl M ö l l mit der Vcrsammlungsleitung, welcher in eindrucksvollen Worten Sinn und Ziel des Führergedankens unseres Volkskanzlers erörterte. Wie überall, so müsse sich auch hier alles Partei- und vercinspolitische Geschehen dem ziel- bewußten Willen unseres Führers unterordnen. In diesem Sinne wurde Pg. Herrn. Thomas zum 1. und Pg. K. Möll zum 2.Vorsitzenden bestimmt. Zu Rechner und Schriftführer wurden die Pg. Karl Zimmer und Fritz Jaeggle sowie zu Beisitzer die Pg. Karl Andreas, Karl Müller und Fritz Weber ernannt Die Kassenprüfung wurde den Pg. Kurt S ch ü ß l e r und K. Waag übertragen. Dem seitherigen ersten Vorsitzenden, Herrn Gg. Todt, der den Verein 23 Jahre leitete, wurde in Anerkennung seines Verdienstes der Ehrenvorsitz übertragen und ihm und dem scheidenden bisherigen Vorstand für seine Arbeit gedankt. Es folgte anschließend eine Beratung der im Rahmen des Ar- beüsbeschaffungsprogramms auszuführenden Erneuerungsarbeiten. Des ferneren wurde eine Senkung der Beiträge, namentlich für Familien mit größeren Kindern, angekündigt und die Anschaffung einer Hakenkreuzfahne be- chlossen. Außerdem wurde der Vorstand zur Vornahme von Satzungsänderungen ermächtigt und die Einführung des Arierparagra- bclfer eintritt. Die Arbeitsämter werden den Landwirten dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es ist Ehrenpflicht der Landwirtschaft, zu verhindern, daß von den 14 050 bis 15 000 hessischen Landhelfern ein nennenswerter Teil im Winter arbeitslos wird. 50 Zähre im Eisenbahndienst. Dem Vorsteher des Bahnhofs Gießen, Reichsbahnamtmann Dörr, wurde gestern nachmittag anläßlich seiner 50jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn eine Jubiläumsehrung seiner Behörde dargebracht. Aus diesem Anlaß war das Dienstzimmer des Jubilars mit Tannengrün, Blumen und den Farben und Symbolen des nationalen Deutschlands auf das Prächtigste geschmückt. Verschiedene schöne Geschenke fügten sich in Öen festlichen Rahmen und legten Zeugnis ab von der Beliebtheit, der sich der Jubilar tu Den Kreisen der Beamten und des Personals der Reichsbahn erfreut. .Als Vertreter der Reichsbahndirektion Frankfurt war Oberbahnrat Landenberge r erschienen, der dem Jubilar im Namen des Generaldirektors Dr. Dorpmüller die herzlichsten Glückwünsche übermittelte, denen sich auch die Neichsbahndirektion Frankfurt anschloß. Gleichzeitig wurde Reichsbahnamtmann Dörr eine Ehren-Nrkunde folgenden Wortlauts überreicht: „Zur Feier des Tages, an dem Sie eine 50jäOrige Dienstzeit vollendet haben, spreche ich Ihnen meine besten Wünsche aus. Ich verbinde damit den Dank und die Anerkennung der Deutschen Reichsbahu- gesellschast für die geleisteten treuen Dienste, gez. D o r p m ü l l e r." In einer kurzen Ansprache hob Oberbaurat Landenberger die Verdienste des Jubilars hervor und schilderte gleichzeitig feine Bemühungen, in Hessen tätig zu sein, da er als geborener Grünberger sich immer seiner hessischen Heimat, dem Ueberbrückungsgelände zwischen dem Norden und dem Süden, auf das Engste verbunden fühlte. Ter Leiter des Betriebamtes I Gießen, Oberbahnrat Wilke, griff, nachdem er dem Jubilar seinen Glückwunsch dargebracht hatte, das Wort „Ueberbrückung" auf, indem er betonte, daß Amtmann Dörr stets bemüht gewesen sei, zwischen der Verwaltung einerseits und dem Personal anderseits überbrückend zu wirken und so ein harmonisches Verhältnis zwischen Verwaltung und Personal zu schaffen. Reichsbahninspektor Lockemann übermittelte die Glückwünsche des Personals und übergab dem Jubilar ein Bild mit einer Widmung, in der das herzliche Verhältnis, das zwischen dem Personal und dem Vorgesetzten herrscht, deutlich zum Ausdruck kam. Für die Beamtenvertretung sprach Reichs- bayn-Asfistent Reusch, für die Fahrkartenausgabe und die Gepäckabfertigung Ober- inipcftor Kliffmüller, für die Güterabfertigung Oberinspektor Schad. Darüber hinaus wurden Amimann Dörr zahlreiche persönliche Glückwünsche zuteil. Für die Ehrungen dankte der Jubilar mit fchlichten herzlichen Worten. Verbotene Kremdentzeherbegung. Die Polizeidirektion Gießen teilt und mit: pcn angenommen. Pg. Thomas schloß die Versammlung mit einem Treugelöbnis für unseren obersten Führer und mit dem Horst- Wessel-Lied. Gesellige Unterhaltung hielt- die Mitglieder noch einige Zeit zusammen. ** Der Ma n n mit den falschen Ma r k st ü den. In Frankfurt a. M. ist verschiedentlich ein Mann beobachtet worden, der alte, außer Kurs gesetzte Markstücke an den Mann zu bringen versucht. Wenn er auf das falsche Geld aufmerksam gemacht wird, entschuldigt er sich damit, daß er schlecht sehe und sich vergriffen habe. Auf diese Weise hat er schon eine ganze Reihe außer Kurs gesetzter Markstücke untergebracht. Vorsicht! Zlaschenpost auf der Oder mit marxistischen Hehschr.sten. Ratibor, 28. Aug. (TU.) Die in der Tschechoslowakei sitzenden marxistischen Draht — T a g e s k a l e n d e r für Mittwoch - VAB., 20.30 Uhr „Hindenburg", Zusammen- Vereinshaus, 9 bis 19 Uhr, Ausstellung der Kelkheimer Möbelfabrik. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Un- IduID vom Lande . — Aus dem .... zuschuh ohne weiteres aufbringen können. Es ist nicht meh-r als recht und billig, weim der Dauer dafür auch im Winter die Verpflichtung übernimmt, den Landhelfer durchzuhalten. 3ft der Zuschuß auch im Winter um ein paar Mark niedriger, so sind die Aufwendungen des Landwirts in dieser Zeit auch nicht so hoch. Dafür hält der Landwirt seine angelernte Arbeitskraft. Es liegt darum im eigenen Interesse der Landwirte, die nicht schon in kluger Voraussicht ihren Landhelfervertrag auf 12 Monate abgeschlossen haben, schleunigst die Verträge bis zur Gesamtdauer von einem Jahr zu verlängern, damit keine Unterbrechung in der Beschäftigung der Land- m jungen. ' B Snne, S iau5|feuet )ie tjn« ' en. rl5'Q6unflai euer, ‘[hing. pichen Stif. Mutig. °"b°ch°r »g Z r Stadt Gieße»! W ®i|eniMn tl>M fit Meaerei«1? 3fr SB# gÄ>lle’ 8-rf»-8'u A 3r^ 9clin& -- M llr. Nachdruck verboten! 23. Fortsetzung. W t Wiederholung des Pokksstückes 5378 D Schulstraße 7/9 - Ruf 2251 5315 D im Burghof! 05051 05073 a. AMI« Q den 5386C mitteilen: 1. 2. öU 3. billig-, verkauf, osoir Ludwigstr. 40, Laden. Zu erfragen i.d.Ge- •eeeatt*e®eee schäftsstelle d. G. A. Sind Preisoeränderungen und welche, insbesondere Erhöhungen, seit dem 1. Januar 1933 eingetreten oder sonstige Bedingungen geändert worden? Liebigstraße 66 Friedensstr. 2 Telephon 3685 4—5-Zimm.Wohn. m.komvl. Bad, Balkon, l.Stock, 3.1.10. z.verm. Näh.Haas, Schubertstr.2,lloü07i i Berichte, die nicht bis spätestens am 1. September dem Kreisamt Lauterbach oorliegen, werden auf Kosten der Säumigen telephonisch eingeholt werden. Laden worin sehr gutgehendes Lebensmittelgeschäft betriebenwird zu verm. Schr.Ang. u. 05054 a. d. G. 21. Erstklassige Getränke. Vorzügliche Hausmacherwurst. Frisch geschlachtet. Es ladet freundlichst einPaul Nicbergall. 4-Pfund-Laib 0.55 Neues Sauerkraut Pfund 0.15 Vollheringe 10 Stück 0.30 Fruchtbranntwein Liter 2.20 An die Bürgermeistereien des Kreises. Der Herr Staatssekretär wünscht eine sofortige Mitteilung der z. Z. in den Landgemeinden gültigen Backlöhne. Sie wollen uns daher umgehend bis spätestens 1. September l. 3., evtl, telephonisch folgendes an hi be Ei be ob. tl bü ko ÖQl Eh „Eduard!" I Mit Beklommenheit gewahrte sie sein blas- ] ses erstarrtes Gesicht. Die Arme um seinen Hals legend, bot sie ihm den Mund zum Willkommkuß. Er schloß wie in heftigem Schmerz die Augen und preßte die Lippen zusammen. Ihren Mund berührte er nicht. Er bog den Kopf zur Seite. Sie wurde blaß,' matt lösten sich ihre Arme von seinem Halse. Kaum war sie imstande, eine Frage nach dem Verlauf der Fahrt zu stellen. Er folgte ihr in das Eßzimmer. „Du hast mit dem Essen gewartet, Magussi? Es wäre nicht nötig gewesen, da ich mit Vater bereits im Speisewagen zu Abend gegessen habe!" bemerkte er, „ich habe keinen Hunger mehr! — Tee —? Ja, eine Tasse Tee trinke ich, bitte —" Es war wohl mehr der Form wegen und um etwas Zeit zu gewinnen, daß er den Tee, den sie eben aufbrühte, nicht verschmähte. Drei Minuten vergingen in quälendem Schweigen. Mit flüchtig dankender Verneigung nahm er die nach seinem Geschmack zurechtgemachte Tasse Tee aus ihren Händen entgegen und trank sie schnell aus. Seine Augen ruhten mit schmerzlichem Ausdruck auf der geliebten Frau. Die Sehnsucht nach ihr verbrannte ihm das Blut, — aber er hatte es nicht über sich gebracht, den Mund zu küssen, der ihn belogen! Belogen? Nein, gelogen hatte sie wohl nicht — nur geschwiegen, verhängnisvoll geschwiegen! Und dieses Schweigen war schwerwiegender als eine Lüge gewesen — es kostete sein ganzes Glück! Was hatte sie ihm angetan! Noch immer konnte er es nicht fassen! So leer war ihm der Kopf — wie ausgepumpt, zermartert vom Denken und Grübeln! Als er um die Mittagsstunde ins Hotel zurückgekehrt, hatte ihm der Portier die Post unter der sich auch ein Brief von Magussi befand, ausgehändigt. Er saß ihm Speisesaal, auf den Kommerzienrat wartend, und las seine Briefe. „Nein! Nein!" Satte er es laut gerufen? Es schien wohl fof verwundert schauten die Anwesenden auf ihn! Er mußte sich geirrt haben — das war doch unmöglich, was er da gelesen! Magußr auf der Bühne, ohne daß sie ihm etwas davon gesagt? Und mit diesem Geheimnis aus dem Herzen hatte sie viele Wochen neben ihm leben können? Sein Vertrauen zu der geliebten Frau kam ins Wanken,' unwillkürlich erinnerte er sich des anonymen Briefes, der ihm jetzt in anderer Beleuchtung erschien. Sicher war doch mehr daran, als Magussi zugegeben! Immer wieder starrte er auf die steilen „Ach, Lilo, davon weiß ich nichts! — Es war der Leander der Oper — kein Mann war es." „So denkst du! — Ob aber dein Mann deinen Gedankengängen folgen wird? Ich fürchte, Magussi, sein Groll ist groß. Was er wohl sagt?" Ja, was er wohl sagen wird! Der Gedanke daran war der bittere Tropfen in Ma- gussis Freudenbecher. Und je mehr der Tag vorrückte, desto beklommener wurde ihr zumute, obwohl ihr jede Stunde Abwechslung brachte — Blumen, Briefe, Besuch, — daß sie kaum zu Besinnung kam. 16. Kapitel. Behagliche Wärme durchzog die Wohnung. Im blumengeschmückten Eßzimmer war der Tisch mit einem Imbiß hcrgerichtet. Mit Ungeduld erwartete Magussi den Gatten, der jede Minute da sein konnte. Da der Zug erst spät eintraf, hatte sie ihn nicht am Bahnhof erwartet,' Eduard liebte es überhaupt nicht, wenn sie ihn abholte — den Begrüßungskuß wollte er ihr ohne Zeugen auf die Lippen drücken. Magussi hatte längst die Abendzeitungen gelesen, 'fcie ihre Leistungen ausführlich würdigten neben der Besprechung der Oper. Sie war ein wenig müde geworden, obwohl sie nach Tisch gut geschlafen,' aber der Tag hatte ihr doch so viel an Ungewöhnlichem und Unruhigem gebracht, daß sie beinahe Verwirrung spürte. Und das Schwerste stand ihr nun noch bevor! Jeden Augenblick sah sie nach der Uhr. Wie langsam doch der Zeiger vorrückte! Endlich — sie fuhr beinahe erschreckt zusammen — hörte sie das wohlbekannte Signal des väterlichen Kraftwagens: mit unregelmäßigem Schlag hämmerte ihr Herz gegen die Rippen, daß ihr das Atmen beinahe unmöglich wurde; sie mußte sich einen Augenblick setzen, ehe sie den Spirituskesiel unter dem silbernen Teekessel in Brand setzte. Ob der Vater mit heraufkam? Sie lauschte — nein! Der Wagen fuhr schon wieder weiter! Mit einem kleinen Gefühl der Erleichterung erwartete sie den Gatten in der Diele. Die Wangen brannten ihr vor Erregung. bung des vorhandenen Vermögens. Kreis Lauterbach. Betr.: Die Bildung der Backlöhne in Landgemeinden. Wie hoch ist z. Z. der Backlohn für das Backen von einem Laib Brot? Welche Bedingungen gelten dabei? Wir laden unsere aktiven und passiven Mitglieder mit Angehörigen f. Sonntag, den 3.September 1933, nachmittags 4 Uhr, auf die Karlsruhe ein. Für ein abwechslungsreiches Programm — auch für Kinder — ist bestens gesorgt. »»s»o BniietWt @elangoeteloe.B. 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Anzusehen v. 2—4 Uhr tägl. 05059 Hitlerwall 12 II. bei un w be: Vc E° Le fü' bik Di nö bli all St uni kaufte die Morgen- und Abendblätter seiner Stadt,' unter Kunst und Wissenschaft fand er sofort, was er suchte! Mit gefurchter Stirn, die Augenbrauen zusammengezogen, las er den Bericht über die Oper des Komponisten Halling, die als ein Meisterwerk hingestellt wurde. Dann natürlich wurden auch die Künstler genannt, mit besonderer Erwähnung die Sängerin der Hero, die helfend cingesprungen und dadurch die Uraufführung der Oper gerettet hatte! Eine Stimme höchsten Lobes gab es nur über Gesang, Spiel, Erscheinung der Dame — „— natürlich, wie die Vorzüge eines Rennpferdes hcrvorgehoben! Lieber wäre mir gewesen, man hätte sie heruntergerissen, daß ihr jede Lust und jeder Mut zu weiteren Versuchen genommen wäre und sie sich gründlich geschämt hätte!" sagte der Komerzienrat ingrimmig,' die Zeitung knitterte in seiner Hand. Er kannte den Doktor Weniger, den Kritiker der „Allgemeinen Nachrichten" als strengen, sachlichen, unparteiischen und vielseitig gebildeten Mann, der niemand zu Ge- sallen schrieb. Und wie dessen Urteil lautete das der anderen Blätter. „Das Schlimmste, was uns nach diesem noch widerfahren konnte, mein Junge! Das stärkt und hebt ihr Selbstgefühl noch mehr." — Trübe nickte Eduard seine Zustimmung. Die Kehle war ihm wie zugeschnürt und aus dem Nattern des Zuges glaubte er höhnend zu hören — „vorbei — vorbei!" Sonst wurde ihm das Herz weit und groß, sah er sein Haus nur schon von weitem — heute war ihm ängstlich und beklommen zumute, als er aus dem Auto stieg, das den Kommerzienrat weiterführte. Für den Bruchteil einer Minute flog es ihm durch den Sinn: „Finde dich ab und erhalte dir dein Glück! Denn Magussi ist dein Glück!" Aber sein ganzes Empfinden empörte sich gegen dieses Eingeständnis! Er war ein Mann, der nicht gegen seine Ueberzeugung handeln und leben konnte! Magussi beobachtete heimlich den Gatten; sie sah, wie es in ihm arbeitete und rang. Wie gern hätte sie ihre Hand auf die seine gelegt, hätte sie gestreichelt, — aber ihr Trotz hielt sie zurück. Nochmals abgewiesen werden wie vorhin, da er sie zur Begrüßung nicht geküßt? Nein! Schmerzlich empfand sie noch die Enttäuschung, weil sie Sehnsucht danach gehabt. Warum sprach er noch immer nichts? Sein Schweigen quälte sie. Um sich etwas zu tun zu machen, goß sie sich eine Tasse Tee ein. Sie bot dem Gatten gleichfalls an; doch er dankte mit einer knappen Handbcwegung. „Wenn du nichts mehr essen willst, kann das Mädchen ja den Tisch abdecken" (Fortsetzung folgt.) Gtadtiheater Gießen Donnerstag, den 31. August 1933, abends 8.15 Uhr In unseren Siedlungen 5381D Karl-Vogl-StraOe 15 und im Kugelberg 31 sind ein 5- bzw. 4- bis 5-Zimmer-Ein- familenhaus zu vermieten. Meldungen, die sofort erfolgen müssen, sind zu richten an Herrn Rud. Hahn, Lrebigstr. 89. Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b. H. gleichmäßigen Schriftzüge Magussrs, die rhm in diesem Augenblick so furchtbar weh getan. Bald danach kam der Schwiegervater, der ihm sofort ansah, daß etwas Außergewöhnliches geschehen sein mußte. . Auf dessen Frage reichte er ihm den Brief. „Magussi hat wohl den Verstand verloren! Gut, daß wir heute abend nach Hause kommen! Man wird ihr zeigen, wer zu bestimmen hat!" sagte der Kommerzienrat in seiner knappen bestimmten Art, seinen Ingrimm unterdrückend; er war furchtbar erregt. Beide Serien mußten ihre ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um nach außen hin eine unbefangene Miene zu zeigen. Von den auf- getragenen Speisen berührten sie kaum etwas. „Ganz frei von Schuld kann ich dich nicht sprechen, Eduard! Du hast deiner Frau zu viel nachgegeben! Du hättest die Zügel straffer fassen müssen!" bemerkte der Kommerzienrat. „Damit ich Magussi ganz verlor, Vater? Du weißt nicht, wie unsere Ehe anfangs kühl und förmlich war! Schritt für Schritt habe ich nur Magussi erst erobern müssen, — wav tut man der geliebten Frau nicht alles zuliebe. „Hoffentlich wirst du ihr noch heute zeigen, wer der Herr ist! Doch wir wollen für jetzt diese unerquickliche Angelegenheit ruhen lassen, da mir zu den Besprechungen mit C. A. Walter & Sohn unsere ganze Kräfte nötig haben." , _ _ Y,t. Selbstbeherrschung war von jeher Selbstverständlichkeit für Eduard Weiser gewesen; aber so schwer wie heute war es ihm noch nie geworden, sich zusammenzuraffen. Indessen durfte er sich vor dem Schwiegervater nicht gehen lassen, der trotz des in ihm kochenden Zorns mit eiserner Ruhe alles Geschäftliche bis zur Abfahrt des Zuges erledigte. Die Herren hatten ein Abteil für sich. Schonungslos verurteilte der Kommerzienrat die Tochter auch da, wo Eduard noch ein Wort der Entschuldigung fand. Mehr als er sich selbst eingestehen wollte, litt er ja unter der Entfremdung, die seit Magussis Verlobungstag zwischen ihm und der Tochter bestand. Denn obwohl ihre Ehe glücklich geworden war, hatte Magussi die Härte und Tyrannei des Vaters, der sie zur Heirat gezwungen, nicht vergessen können! Seit jenem Tage hatte sie nie mehr die kindliche Zärtlichkeit, die ihn immer so sehr beglückt, für ihn gehabt — und — für wen arbeitete und schaffte er denn, wenn nicht für das einzige, geliebte Kind? Es hatte ihm sehr weh getan, daß Magussi auch in ihrem Frauenglück ihren Trotz nicht überwinden konnte. Im geheimen hatte er dennoch immer noch auf eine Aenderung gehofft, vielleicht durch ein Enkelkindchen, — nun aber war das vorbei! Auf den Stationen wurden die neuesten , Zeitungen angeboten. Der Kommerzienrat Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart. MeMe Donnerstag früh eintreffend! Schellfische o. Kopf Pfund 0.45 Filet Pfund 0.45 Kabeljau Pfund 0.35 lieh und Verbrauch ‘‘«9 QuaVitätsmarkel [Vermietungen | Schöne 6-Zimmer-Wohn. m. Bad, Veranda u. 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Sonntag, den 3. September anläßlich desKirchweihfeftes Tanzmusik Garage zu vermiet. Schristl.Angeb unt. d.Gß.Anz. Garage in zentraler Lage zu vermieten. Schrift!. Ang. unt. 4966 D a. d. G. A. | Mietgesuche | 2-Zimmerwolinung mit Küche evtl, auch Mansarde f. baldigst z.miet.ges. Schr. A. unt. 05052 a. d.G.A. Ehepaar! ruh.Miet.) sucht 2 Zimmer und Küche. Schriftliche Angeb. unt. 05063 an den Gießener Anzeiger, j Stellenangebote | Wir suchen W-Wnöe für Herren-Hosen in Streifen u. blan, wie Breeches, braun und schwarz und andere Artikel. Sofort hob. Barverdienst. Ang. unt. Ca548 an Heinr. Eisler, Hamburg 3. ••€••©»••••• Aelteres, solides Mädchen zum 1. Okt. gesucht. Frau Kolb 05048 Sdireibmaschifls s. gut arb., Mk. 30, abzug.Asterweg44I Gut erhaltenes Gsßa billig zu verk. 050-0 Ebelstraße 30 H.I. |Verschiedenes| 2000 Mark per l. Oktob. zu leihengesucht, dasselbe kann als I. Hypothek auf größeres Anwesen sichergestellt werden. Pünktliche Zinszahlg. zugesich. 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Tas deutsche Studentenlcben, das im Weltkriege durch den restlosen Einsatz der deutschen Studentenschaft eine Bewährung und Krönung erfuhr, nahm leider in großem Maße nach dem Kriege seinen Fortgang in einem trägen und uninteressierten Geiste des Liberalismus. Aber als der nationale Sinn in Deutschland wieder festeren Boden faßte, da war es wieder die SSt., die sich energisch sür die Ideen Adolf Hitlers einsetzte. Der erste deutsche Stubentag, auf dem man Nationalsozialisten als Vertreter sah, war vor vier Jahren in Hannover, wo sie jedoch noch in verschwindender Minderheit waren. In nächsten Jahre 1930 war schon eine größere Zahl von nationalsozialistischen Studenten in Breslau zu sehen und ein Jahr später drangen die Nationalsozialisten auf dem Grazer Studententag bereits in den Vorstand der DSt. ein. Bald nach dem Studententag von Graz übernahmen die Nationalsozialisten die Führung in der DSt. und zeigten im Jahre 1932 aus dem Königsberger Studententag, daß ein an- derer Wind in der DSt. weht. Was in Königsberg begonnen wurde, fand eine würdige Fortsetzung auf dem 16. deutschen Studententag in Aachen, denn jetzt konnte die DSt. aus ihrer Oppositions- ftellung gegen das vorige System herausgegeben und sich mit aller Straft einschalten in den Kreis aller aufbaubereiten Kräfte für ein nationalsozialistisches Deutschland. Der 1. Deutsche Studententag nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland fand in drei Teilen statt. Zuerst war ein mehrtägiges Schulungslager in Monschau, bann verschiebens Äunbgebungen in ber alten Kaiserstabt Aachen unb anschließend war eine Fahrt nach dem Studentenfriebhof Langern a r ck unb burch Flanbern. Wie ''chon erwähnt ging bem Stubententag in Aachen ein Schulungslager in Monschau voraus, über bas ich hier zunächst kurz berichten will. * In Autobussen ginge am frühen Morgen von Aachen, bem Treffpunkt aller Teilnehmer, fort, unb auf ber reichsbeulschen Straße, bie öfters burch belgisches Gebiet führt, gelangten wir nach Monschau (Montjoie), einem stillen Eiselftäbtchen hart an ber Westgrenze. Balb herrschte reger Betrieb auf ber alten Burg, bie trutzig über bas Rurtal emporragt, denn alle Führer ber örtlichen Stubentenfdjaften unb bie Amtsleiter waren hier zur ernsten Arbeit versammelt. Otad) kurzem Frühstück wurden alle Teilnehmer in Gruppen eingeteilt unb bie Quartiere bezogen, wer nicht in Zelten Platz sand, mußte seine Lagerstätte auf bem Stroh in ber Jugenbher- berge suchen. Kurz vor Mittag trat bas ganze Lager im Viereck um ben Fahnenmast an, unb Böllerschüsse oertünbeten, daß bie Arbeit unb ber Dienst begann. Unter Gesang stieg bas rote Hakenkreuzbanner am Mast empor, und der Führer der DSt. cand. phil. Gerhard Krüger hielt die Eröffnungsansprache, in ber er besonbers betonte, baß wir Stubenten auch immer ber einfachen Männer in ber SA. unb SS. eingebent fein sollten, bie mit uns Schulter an Schulter für das nationalsozialistische Deutschland gekämpft und geblutet hätten. Nach der Ansprache des Führers begannen gleich bie Vorträge, bie in ber Höhle ber Burg ftattfanben. Es tbaren zunächst Vorträge über Lanb unb Leute, Leden unb Treiben im Monschauer Gebiet. Dann kamen bie Amtsleiter ber DSt. zu Wort unb gaben bie neuen Richtlinien für bie zukünftige Arbeit ber DSt. bekannt. Auf bas Einzelne all biefer Vorträge näher einzugehen erlaubt ber Rahmen biefes Rückblickes nicht. Was uns hier interessiert, ist bas, vor aller Welt klar zu stellen, baß ber Arbeiter der Stirn nichts anberes ist als der Arbeiter der Faust, unb baß sich beibe gleich achten unb verstehen müssen. Wie ganz anders war doch dieser Stndcnten- lag! Schon rein äußerlich konnte man merken, daß es diesmal ein rein nationalsozialistischer Studententag war, denn alles nach außen hrn Wirkende wurde bewußt vermieden, und alle Teilnehmer waren im schlichten Braunhemd erschienen. Auch gab es keine parlamcntarttche Abstimmungen mehr mit langen Aussprachen, denn die Studentenschaft hat sich ja in ihrer neuen Stildentenvcrsassung unzweideutig zum Führcrprinzip bekannt, und so stand das ganze Lager im Zeichen echter soldatischer Zucht und Ordnung. Es sollte ja hier ein neuer Typ des deutschen Studenten gezeigt werden, der zwar noch nicht vollkommen ist, dem aber trotzdem die Begriffe „Gemeinschaft", „Unterordnung" und „Berantwortung" nicht mehr fremd waren. So war auch der ganze Dienst im Lager soldatisch geregelt. Gemeinsame Zeiteinteilung, gemeinschaftliches Essen und Ruhen, gemeinsame Arbeit, gleiche Erlebnisse förderten schnell die in der SA. und in der SS. uns bekannte Kameradschaft. — Ganz kurz will ich mal den Verlauf eines Tages im Monschauer Lager schildern. Morgens früh 6 Uhr: Wecken und Antreten zum Frühsport. Im strammen Lauf gings die Burg herunter, durch Monschau durch, in das schöne Rurtal. Am Rand des Baches wurde eine Viertelstunde Gymnastik getrieben, dann war Schwimmen in dem kalten Gebirgsbach. Nachdem man nun so richtig wach geworden war, marschierten wir mit frohem Gesang zurück zur Burg. Hier mußte man sich schnell anzichen, sein Lager in Ordnung bringen, Stiefel putzen und dann wurde zur Morgenfeier angetreten und die Flagge wurde wieder gehißt. Anschließend war Kaffeefassen und nach dem Frühstück fanden dann die Vorträge und Einzelbesprechungen statt, teils in der Höhle der Burg, teils auf irgend einem alten Turm oder in irgend einer Ecke im Freien. — Ein Trompetensignal gab bekannt, daß die „Küchenbullen" mit ihrer Arbeit beginnen wollten, und so ging man in Reihen an den „Fleischtöpfen von Monschau" vorbei, wo man seinen „Schlag' Esten in Empfang nahm. Gleich nach diejer „Arbeit" mußte man das Eßgeschirr wieder in tadellosen Zustand versetzen, was infolge Wastermangels nicht ganz einfach war. Nach dem Esten war meist eine kurze Ruhepause. So gegen 15 Uhr begannen dann wieder die Referate, die bis gegen 18 Uhr dauerten. Dann war meistens Appell im schattigen Burghof, wo der neue Dienstplan von dem Lagerleiter De t e ring bekannt gegeben und die eingetroffene Post verteilt wurde. Vor dem Abendbrot versammelten wir uns noch mal eine halbe Stunde in der Höhle zur Singstunde. Darauf wurde das Abendessen gefaßt und anschließend war entweder wieder ein Vortrag oder ein gemütlicher Lagerabend bei Kaffee in der Höhle, oder es war mal für zwei Stunden Ausgang runter nach Monschau. Vorher wurde erst die Fahne wieder militärisch eingeholt, dann gings gruppenweise hinab in die Stadt. Da um 23 Uhr meistens Zapfenstreich geblasen wurde, sammelten wir uns wieder eine Viertelstunde vor 23 Uhr an irgend einer Stelle in Monschau, und zurück gings in die Burg, wo innerhalb von zehn Minuten alles in größter Ruhe war. Es war sicher nicht leicht, ungefähr 300 Studenten in der Gewalt zu halten, aber es klappte alles wie am Schnürchen. Tag und Nacht wurde Wache am Burgeingang geschoben und so opferte manch einer drei Stunden seines Schlafes. Keiner durfte das Weichbild der Burg verlassen ohne Urlaubsschein vom Lagerleiter,' überhaupt war, wie schon oben erwähnt, alles soldatisch aufgezogen, deshalb war für die meisten das Leben und Treiben auf der Burg eine reine Lust. Hie und da sah man mal einen lieben Kommilitonen, dem ein solches Leben noch etwas fremd war, aber bald gewöhnte er sich auch ein. — Eine nette Lehre für kommende Teilnehmer an Studenten- tagen war der Anblick der Kameraden, die statt mit Tornister mit Reisekofsern im Lager ein- trasen und denen hier entsprechend gehuldigt wurde. Es ist ein für alle Mal vorbei, daß der Student zu Studententagen fährt im Zivilanzug, mit Mütze und Band, und in feudalen Hotels absteigt, um dann an den .Kongressen in irgendwelchen Stadtsälen teilzunehmen. Solche Bilder gehören nun endgültig der Vergangenheit an. — Allzu schnell war der letzte Tag in Monschau herbeigekommen. Am Donnerstagabend wurde zum letzten Male die Lagerfahne feierlich eingeholt, dann gings noch mal runter ins Städtchen, wo eine gemeinsame Kundgebung mit der Bevölkerung stattsand. Anschließend hatte man Gelegenheit, mit den einheimischen SA.-Kameraden eine gemütliche Stunde zu verbringen. Punkt 24 Uhr, ab in die Falle und am Freitagmorgen 4 Uhr war Wecken und gleich darauf fuhren wir per Lastauto nach Aachen, dem anderen Orte unserer Tagung, aber nicht ohne noch mal einen Blick auf bas fdjlafenbe Monschau geworfen zu Jjaben. In Aachen waren wir in der Talbot-Turn- hallc alle untergebracht, das Aachener Stu- dentenhaus sorgte hervorragend für gute und reichliche Verpflegung, und die gleiche Disziplin wie im Monschauer Lager galt auch hier in Aachen. Ter erste Vortrag in Aachen wurde im Saale des alten Kurhauses von Herrn Professor Bacumler, der ja den nationalsozialistischen Studenten schon als alter Kämpfer und Förderer bekannt war, über das Thema „Staat und Reich" gehalten. Gegen Abend war dann der feierliche Empfang der Deutschen Studenten im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit Begrüßungsansprachen des Herrn Oberbürgermeisters und des Rektors der Technischen Hochschule Aachen. Ter Führer der Deutschen Studenten dankte im Namen aller anwesenden Kameraden für den freundlichen Empfang und wies noch einmal kurz auf den Sinn des diesjährigen Studententages hin. Wir Studenten wollen sozialistisch fein und kennen nur einen Begriff „deutscher Arbeiter". Anschließend wurde das alte historische Rathaus mit feinen Sehenswürdigkeiten und Schätzen besichtigt. Am folgenden Tag war morgens Freizeit, die die Teilnehmer zur Besichtigung des Aachener Domes und der Stadt benutzten. Am Nachmittag sprach in Vertretung des preußischen Kultusministers Tr. Rust, der wegen der Führertagung nicht abkommen konnte, Herr Ministerialrat Dr. Haupt vom preußischen Kultusministerium zu der Studentenschaft über: „Die Verpflichtung des deutschen Studenten im neuen Reich". — Am Sonntag, dem 6. August, beteiligten sich alle Tagungsteilnehmer und die Aachener Korporationen bei i der Einweihungsfeier des Krieger- e h re nm als der Stadt Aachen, daran schloß 1 sich ein gemeinsamer Umzug durch die Stadt Das Kameradschastshaus. Neue Wege der studentischen Erziehungsarbeit. - Keine Kaserne. - Das Ende des bürgerlichen Lebensstils. Von Dipl. rer. pol. Ludwig Frih, Gießen. (Nachdruck verboten.) Auf dem letzten Deutschen Studenten- tag in Aachen, Anfang August 1933, der auch nach außen hin das Bild des neuen, durch die SA. geprägten Typ des deutschen Studenten abzeichnete. wurde die Frage der Neugestaltung des studentischen Lebens durch die Errichtung von K a- meradschaftshäusern lebhaft erörtert. Diese neue Einrichtung wird im kommenden Wintersemester 1933 34 bereits auch an der Hessischen Landesuniversität Gießen verwirklicht werden und der Universität wie der Studentenschaft seinen Stempel aufdrücken. Ein neuer studentischer Typ wird geschafsen, der sich in wesentlichen Punkten von dem, in unserer harten, kämpferischen, etwas unsentimentalen Zeit überwundenen, romantisch schwärmerischen Typ des deutschen Studenten „Alt-Heidelberger" Prägung wohltuend abhebt. Man hat von dem „Ende des bürgerlichen Studenten" gesprochen. Wir weinen diesem Typ, der eine wandelnde Aufforderung zum Klassenkampf und Bolschewismus war, keine Träne nach. Die neuen Studenten, die im nächsten Winter in die Hochschule eintreten werden, sind zum Teil schon durch den Arbeitsdienst gegangen und haben eine gute praktische ethisch-soziale Schulung genossen. Das Kameradschastshaus stellt eine Fortsetzung der Erziehungsarbeit des Arbeitsdienstes dar. Es ist zunächst für das erste, evtl, auch für das zweite Semester vorgesehen. Da leider schon bedenkliche Berwässerungsversuche sich bemerkbar machen, nzuß von vornherein Klarheit geschaffen werden. Zunächst ist das Kameradschaftshaus keine Kaserne. Dem Einzelnen soll genügend freie Zeit zu wissenschaftlichen Studien gegeben werden, die bis zu einem gewissen Grade sogar von der Führung des Kameradschaftshauses beaufsichtigt und kontrolliert werden. Denn der neue Student muß sich stets darüber im klaren sein, daß er letztlich nicht auf Grund eines mehr oder weniger reich dotierten Monatswechsels studiert, sondern daß er vom deutschen Bolk auf die Hochschule geschickt wird, um hier seine Fähigkeiten zum Nutzen des deutschen Dolkes zu entfalten. Das Studium auf der Hochschule, die der Staat mit seinen Mitteln unterhält, ist ein Stipendium der Nation, der Volksgenossen schäft, dessen sich der einzelne erst würdig erweisen muh. Der Dienstplan im Kameradschaftshaus hat Ähnlichkeit mit dem des Arbeitsdienstes: morgens 7 Ahr gemeinsames Auf stehen, Antreten zur Frühgymnastik, dann Waschen, Anziehen, Bettenmachen, um 8 Ahr gemeinsamer Morgenkaffee, dann volle Hausruhe für diejenigen, die im Hause arbeiten, die anderen gehen zur Aniversität. Am 13 Ahr gemeinsames Mittagessen, nachmittags frei für wissenschaftliche Arbeit. Nach dem gemeinsamen Abendbrot folgen an einzelnen Tagen Arbeitsgemeinschaften, Singabende, Spielabende, SA.-Dienst usw. Die Belegschaft des Kamerad- schaftshauscs nimmt, soweit möglich, geschlossen an allen Veranstaltungen der Studentenschaft usw. teil. Ganz besondere Bedeutung und Sorgfalt wird der politischen Erziehung beigemessen werden. Die Form der Arbeitsgemeinschaft bietet unter den vorhandenen gemeinsamen Lebensbedingungen ideale Möglichkeiten. Diese Erziehung muß eine klare politisch-geistige Haltung der einzelnen Studenten zum Ziele haben. D'e D.leg- schast des Kameradschastshauses, auf dem auch die studentischen Amtswalter und nach Möglichkeit die Mitglieder der Dündischen Kammer der Studentenschaft wohnen werden, wird ein ständi - ges revolutionäres Element auf der Hochschule bilden und alle reaktionären Gegenströmungen im Keime ersticken. So kann das Kameradschaftshaus ein Schritt auf dem Wege zur sozialistischenHochschule sein. Die Aufteilung und Zusammenfassung in einzelne Kameradschaften zu 10 bis 15 Mann unter einem Kameradschaftsführer wird die Gefahr der „Kaserne" überwinden und die Gemeinschaft lebendig erhalten. Gleichzeitig wird die Bildung von Kameradschaften die bündische Gruppierung der Studentenschaft fördern. Wenn der Student Arbeitsdienst und Kameradschastshaus durchlaufen bat, dann soll ihm bald die Freiheit gegeben werden, in der er sich bewähren muß, immer im Rahmen der durch die Gemeinschaft vorgezeichneten Möglichkeiten. And die studentischen Korporationen? Sie müssen wohl oder übel auf manche liebgewordene Einrichtung verzichten und sich ein» gliedern in die große Erziehungsarbeit. Darüber hinaus werden die Korporationen nach wie vor die Möglichkeit haben, ein eigenes Leben zu entfalten und ihre Angehörigen besonders sorgfältig im Geiste des neuen Deutschland zu erziehen. Grundsätzlich faim jedoch für die Korporation der junge Student erst dann ganz zur Verfügung stehen, wenn er die große Gemeinschaft des Kameradschastshauses mit den gleichen Bedingungen für alle, die bei den Korpara- tionshäufern naturgemäß nicht gegeben sind, erlebt hat. Einige Korporationen sind schon dazu übergegangen, ihre Häuser sv umzugestalten, daß ihre gesamte Aktivitas im dritten und vierten Semester auf den Häusern in straffer Ordnung ähnlich dem Kameradschaftshaus zusammengefaht wird. Es wird dem jungen Studenten die Möglichkeit gegeben, die Gemeinschaft zu erleben. Die liberale Vorstellung des einzelnen als Ausgangspunkt und Wertmesser ist damit überwunden. Die Belegschaft des Kameradschastshauses tritt nur in Gruppen auf, nur die Gesamtleistung wird gewertet, auch beim Sport. Wer sich nicht in die Gemeinschaft einfügen kann, wird als Fremdkörper abgestoßen und von der Hochschule ausgeschlossen werden. Das Kameradschaftshaus ist eine der Formen und Möglichkeiten der Erziehung der jungen Menschen zur Volksgemeinschaft, zur Aeberwindung des gerade auf der Hochschule früher so allmächtigen Standesdünkels und der Bildung einer einheitlichen geistigen Elite, die dazu berufen sein wird, die Neugestaltung unseres politischen, wirtschaftlichen und völkischen Lebens entscheidend zu beeinflussen. • In Gießen wird im kommenden Wintersemester im neuen Studentenhaus (Hindenburghaus der Gießener Studentenschaft) ein Kameradfchafcshaus geschaffen werden, das in mancher Beziehung vorbildlich genannt werden kann. Das Studentenhaus wird dadurch feiner eigentlichen Bestimmung, der studentischen Gemeinsckaft zu dienen, zugeführt. Gleichzeitig wird auch die Aniversität in ihrem Weiterbestand gesichert, denn in Zukunft sollen die jungen Studenten nur noch solchen Hochschulen zugewiesen werden, die bereits Kamevadschaftshäufer besitzen. Dies ist um so wesentlicher, als die jetzt auf die Hochschule kommenden Kriegsjahrgänge eine nicht unbedeutende Verminderung der Studentenschaft zur Folge haben werden. an. Am Sonntag mn 17 H6r sand bann im alten Kurhaus die Festsitzung statt. Das städtische Orchester umrahmte durch seine mit großem Beifall aufgenommenen Darbietungen würdig die Reden des Nachmittags. Im Mittelpunkt stand der groß angelegte grundsätzliche Vortrag des Führers der Deutschen Studenten Gerb. Krüger über: „Die politische Verpflichtung der Studentenschaft". Dieser Vortrag, der in allernächster Zeit ja im Wortlaut in den studentischen Blättern zum Abdruck kommt, will ich hier nicht im Auszug wiedergeben, denn jedes Wort roav von solcher Wichtigkeit und Echtheit, daß es nicht möglich ist, dieses Referat in kurzen Sätzen wiederzugeben. Aber eins sei hier betont, diese Ausführungen ließen jeden Be- sucher der Festsitzung klar erkennen, daß Krüger eine Führerpersönlichkeit der studentischen Jugend ist. Ans der Festsitzung sprachen noch der Vertreter der bulgarischen Studentenschaft und der Oberpräsident von, Rheinland. Am Abend fand dann als Abschluß ein gemeinsamer Fackelzug mit der RSBO. statt, der versinnbildlichen sollte, daß der Arbeiter der Faust sowohl als der Stirn nichts anderes sind als deutsche Arbeiter, nur muß bei dem einen der Haß endgültig fallen und bei dem anderen der unbegründete Standesdünkel restlos verschwinden. Mit dieser Kundgebung auf dem historischen Platz zwischen Dom und Münster schloß der 16. deutsche Studententag ab. Flandern-Fahri. Im Anschluß an die Aachener Tagung fand dann eine Langemarck- und F l a n - d c r n f a h r t statt. Nachts ging es mit einem Sonderzug von Aachen ab und nach 6stündiger Fahrt kamen wir über Courtrai, Comines in Ypern, dem Ausgangspunkt der Flandernrundfahrt, an. Gleich am Bahnhof merkte man, daß man in dem ehemaligen Kriegsgebiet eingetroffen war, denn vor dem Bahnhof stehen noch Kanonen und ein Tank ans dem Weltkrieg. Auch auf der späteren Rundfahrt sah man in verschiedenen Städten und Dörfern noch Tanks und verrostete Geschütze. Nach kurzer Frühstückspause ein Gang durch Ypern selbst. Vor allen Dingen wurde die auf den Trümmern der zerschossenen Kirche wieder aufgebaute Kathedrale und das Tuchhaus besichtigt, ferner das Ehrentor, das die Engländer für ihre gefallenen Soldaten an dem Stadtausgang errichtet haben. Von Bpern wurden die Teilnehmer mittels Reiseomnibussen zuerst nach Langemarck, dem Wallfahrtsort der deutschen Studenten, gebracht. In dem Ehrenhof des Heldenfriedhofs fand eine gemeinsame Gedächtnisfeier mit Kranzniederlegung statt. Der Führer der DSt. sprach zu den Versammelten und ermahnte uns zur treuen Pflichterfüllung: er betonte, daß es im neuen Deutschland nicht auf die Leistung eines Einzelnen, sondern auf die der Gesamtheit ankomme. So, wie kein Kreuz auf dem Langemarck- sriedhof den Namen eines Gefallenen trägt, so müssen alle Kreuze als Ganzes für die Größe der Leistung und des Opfers betrachtet werden. Der Kriegerfriedhof in Langemarck ist ein Stück Deutschland mitten in Feindesland und ist in mustergültiger Ordnung gehalten, überhaupt kann man das von allen deutschen Heldenfriedhöfen, die wir in Belgien besuchten, sagen. Die englischen Friedhöfe sind ebenso in schöner und würdiger Verfassung. Von Langemarck fuhren wir über Poelcapelle und durch den abgemähten Houthulster Wald nach Dixmuiden. Hier besichtigten wir den Todeskessel und das gewaltige Flamendenkmal. Don Dix- muiden gings über Doesinghe am Gasdenkmal vorbei nach Kemmel. Aus dem Kemmeler Berg wurde das Ehrenmal und die bärtigen Friedhöfe besucht. Gegen Abend kamen wir wieder in Bpern an, wo wir jetzt Gelegenheit hatten, uns mit der Bevölkerung zu unterhalten. Auf unsere Frage, was sie eigentlich jetzt von Deutschland und Adolf Hitler hielten, antworteten alle: Hitler will den Krieg wieder. Gleich brachten sie Zeitungen an, in denen man Hitler hinter einem Grabstein sehen konnte mit den Armen voller Waffen. Wir versuchten, ihnen den Irrtum auszureden und machten ihnen klar, daß kein Wort davon wahr fei, sondern daß sie nur von Juden verhetzt wären. Einige beschwerten sich direkt über die unerfreuliche Zunahme von jüdischen Geschäftsleuten in der letzten Zeit in Belgien, denn die Juden würden auch hier den Einzelhandel allmählich zugrunde richten. Sofort beim Unterhalten konnte man merken, ob man einen Wallonen oder Flamen sich gegenüber hatte, denn die Wallonen sind kurz und barsch, während die Flamen, die ja größtenteils antibelgisch eingestellt sind, sehr freundlich zu uns Deutschen waren. Der äußere Eindruck der neu aufgebauten Städte und Dörfer ist sehr schön, aber als Deutscher vermißt man sehr im Innern der Häuser und besonders im Innern der Hotels eine peinliche Sauberkeit und Ordnung. Ein für uns Deutsche nicht alltägliches Erlebnis sei hier noch festgehalten. Zuerst tranken wir zur Erfrischung vor einem Hotel in Bpern ein Glas Bier, das wir auf unserer ganzen Tour durch Flandern nirgends kalt antrafen, und zahlten dafür 1,25 6fr.; beim Essen mußten wir im Innern des Lokals für dasselbe Bier 2,00 bfr. zahlen. Es soll in Belgien so Brauch sein, daß an einem Tisrch ohne Tischdecke das Bier billiger ist, als an einem bedeckten Tisch. Roch eins sei aus Bpem erzählt; dort werden alle Wägelchen von Hunden gezogen, sei es nun der Wagen eines Milchmannes oder die Karre eines Dienstmannes. — Nachdem man noch einige Postkarten aus Belgien nach der Heimat geschrieben hatten ging es so langsam wieder nach dem Bahnhof zu, und unser Sonderzug brad)te uns alle wieder wohlbehalten nach dem doch schöneren Deutschland. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß der diesjährige Studententag mit feinem Lager in Monschau, mit seinen Kundgebungen in Aachen und mit der Langemarck- und Flandernfahrt eine wohlgelungene Veranstaltung der DSt. war, die eindeutig bewies, daß ein neuer Geist in der studentischen Jugend eingekehrt ist und daß unser ganzes Leben und Stteben nur einem Manne in Deutschland gilt, nämlich unserem Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler. Rheinland in Kelten Diebe, Vaieflandsverräter,Zuchthäusler und Deserteure errichten Urheberrecht: Damme rt-Pressedienste, Berlin W. 85. Am 80. September jährt sich zum zehnten Male der Tag, an dem in Düsseldorf bewaffnete Strolche, vaterlandslose Gesellen die Stadt „eroberten" Tie mißhandelte, entwaffnete Polizei mußte diesem Höllenspuk tatenlos zusehen, denn alle zehn Meter sorgte ein französischer Soldat mit entsichertem Gewehr für den Schutz dieser Banditen. Diese Schurken aber nannten sich Bürger der „Autonomen Rheinischen Republik"! Es beginnt schon 1919 ... Der Weltkrieg ist beendet. In lähmender Stille liegen die weiten zerschossenen Trichterfelder im Norden und Osten, Westen und Süden. Millionen Deutsche sind den Tod für ö/ls Vaterland gestorben. Für ihr Deutschland. Aber dies Deutschland ist nicht mehr. Dieses Deutschland liegt breit und wehrlos auf der Erde — gcdemütigt, wie kaum ein Land zuvor gedcmütigt wurde. Europa hat genug Blut geopfert, genug Donner gehört. Europa will Frieden. Nur ein Land mag sich nicht versöhnen, will den Haß verewigen. Ein Greis sieht seine Lebensberufung darin, das stolze Nachbarvolk zu vernichten. Es zu hetzen und zu quälen, bis es sich willenlos unterjochen läßt. Clemenceau rechnet: Besitzen wir das Rheinland, diesen Landstrich voller wertvollster Bodenschätze mit einer gewaltigen Industrie, besitzen wir das Rückgrat Deutschlands — dann wird es kein Deutschland mehr geben. Fiuis Germaniae! In Paris gibt es im schönen Seine-Quartier ein prächtiges Rcgierungsviertel, das wichtige Aemter enthält. Wichtiger in dieser Zeit aber ist ein unscheinbares Haus, einfacher ausgestattet als seine Umgebung, Bureau Deuxieme. Hier wird man den Pfeil schmieden, der in das Herz Deutschlands treffen soll. Das Mittel: eine freie, von Frankreich und Deutschland „unabhängige" Rheinrepublik. Ist diese famose Republik am großen Strom aber erst einmal „unabhängig" — nun, Frankreich wird sich diesen Siegespreis nicht entgehen lassen. Und der Quai d’Orsay gibt Geld in dicken Bündeln. Man wird deutsche Verräter kaufen, wird Deutsche gegen Deutsche hetzen — warum soll das Werk, der Grande Nation einen fetten Landstrich einzuverleiben, nicht gelingen? Es wird schnell gearbeitet, die erste Gelö- summe ist bereits an deutsche Verräter gelangt. Am 7. März 1919 treffen sich abends im großen Sitzungssaal der „Kölnischen Volkszeitung" eine Anzahl höchst ehrenwerter Bürger und schreiben im Verlauf ihrer Sitzung eine Resolution: Entschließung! Rheinland, Nassau und Rheinheffen müssen ein einheitliches Staatsgebilde darstellen. Der Anschluß der Rheinpfalz, von Westfalen und Oldenburg ist dringend erwünscht. Wir sind überzeugt, daß wir mit unserem Verlangen dem Völkerfriedeu eine Brücke bauen. Die aus freier Selbstbestimmung erfolgte Vereinigung der Länder am Rhein zu einem westdeutschen Freistaat wird eine „Friedensrepublik" sein. Sie bietet die nötige Gewähr für den Frieden Europas, bildet einen Damm gegen bolschewistische Ueberflutungen und sichert die friedlichen Beziehungen zwischen Westen und Osten. Daher wollen wir die sofortige Errichtung der „Westdeutschen Republik" und erwarten von den zuständigen Stellen die unverzügliche Zulassung einer Volksabstimmung in den beteiligten Gebieten. Unterschriften. Manch einer der Unterschreiber ahnt nicht, daß das Original einmal in französischer Sprache abgefaßt war. Landesverräter Nummer 1! In Wiesbaden gibt es einen jungen, sehr eleganten Staatsanwalt. Monokel. Weichliches Gesicht mit Augen, die niemanden fest anzublicken vermögen. Ein Freund gewisser „Damen" und Eigentümer eines Rennstalles. Nebenbei an fragwürdigen industriellen Spe- eine Republik. kulationcn beteiligt: Herr Doktor Adam Dorten. Herr Dorten besitzt wenig Ehrgefühl und noch weniger Vaterlandsliebe — aber weite Taschen, wenn es sich um Geld handelt. Also wird Herr Dorten von französischen Agenten gekauft, um „spontane Volkserhebungen für ein freies Rheinland" zu organisieren. Deutschland aber liegt wehrlos. Mit einer Regierung, die hilfslos, fast verbrecherisch die Dinge treiben läßt. Deutschland, das heißt: Schwindsucht und Lebensmittelkarten, erkaltete Hochöfen und eine verwilderte Jugend. Frankreich aber hat Geld und eine vorzügliche Organisation, dieses Geld an die richtigen Stellen zu leiten. Eine dieser Empfangs- stellcn für den Zustrom von Tausendfranknoten heißt Wiesbaden, Villa Dorten. — Auf dem Lande entfaltet sich an jedem Abend eine rege Propaganda —die man durch Drohungen offenster Art und Weise noch wirksamer zu machen versteht. Da gibt es eine famose „Willenserklärung"! Willenserklärung! Ich..., geboren am..., Ort, Kreis..., verlange auf Grund des anerkannten Sclbstbe- stimmungsrechts der Völker, daß das Rheinland ein unabhängiger Staat werde, unabhängig von Frankreich und Deutschland, sowie von jeder anderen Macht. Ich erkläre mich bereit, diese Forderung auf Ansuchen des Völkerbundsrats zu wiederholen, beziehungsweise zu bestätigen. Datum. Unterschrift. Das französische Original würde man im Quai d’Orsay finden. Mit diesem Schein kommt dann eines Abends ein vertrauenerweckend aussehcnüer Mann zum Bauern und redet ihm gut zu, diese schöne Urkunde zu unterschreiben, weil sie ja einer guten Sache diene. Sollte er aber wider Erwarten Bedenken hegen, müsse er ausgewiesen werden — denn Menschen, die gegen eine gute und nützliche Sache sind, verlören jedes Recht, im schönen, bald unabhängigen Rheinland zu wohnen. — Wenn man auf solche Art ausgefordert wird, besinnt man sich meist nicht lange. Denn die Familie will Brot. Und so malt dann der Bauer mit schwerer Hand seinen Namen unter den Wisch. Er weiß nicht, daß er in diesem Augenblick zum Verräter wurde, eine Stimme mehr schafft für die Franzosen, die schon jetzt die zukünftigen Bürger der Republik sorgfältig notieren. Wie das aber schon mit Verrätern ist: der größte Teil des übergebenen Geldes verschwindet in weiten Taschen. Der Rest der Summe reicht nicht für eine großzügige Propaganda. Die Bevölkerung ist nicht sehr freiheitsdurstig und verhält sich teilnahmslos... Landesverräter Nummer 2! Den Bemühungen der Agenten ist es indes gelungen, einen neuen Verräter zu finden, einen gewissen Herrn Smeets, von Berus Arbeiter, während des Krieges Krankenträger. Er ist mit einer Lothringerin verheiratet, die aber Französin geworden ist. Ihrem Familienanhang ist es gelungen, den ehemaligen „Soldatenratsgenossen" in Verbindung mit den in Frage kommenden französischen Kreisen zu bringen. Seine Aufgabe ist, sür eine „Rheinische Republikanische Unabhängigkcitspartet" Reklame zu trommeln. Smeets aber ist nichts als eine unbegabte Verbrechernatur, der schließlich von deutschen Reichsbehörden wegen verschiedener Vergehen verhaftet wird. Die Franzosen verlangen Auslieferung, aber selbst den Amerikanern wird das Spiel etwas zu bunt. Hören wir darüber das Urteil des Oberkom- mandierenöen der amerikanischen Besatzungstruppen, Henry T. Allan: Tagebucknotizen. 6. Dezember 1921: „Tirard teilte mir mit, daß eine Sitzung im Hause Rolins, der unpäßlich ist, stattfinden würde, „um eine politische Angelegenheit zu besprechen, für die Juristen nicht erforderlich sind." Natürlich meinte er den Fall Smeets, über den zwei Vollsitzungen und eine Ausschußsitzung stattgefunden haben... Smeets ist ein windiger Journalist, der für die Nheinrcpublik in seiner Zeitschrift „Die Rheinische Republik" eintritt. Er ist von deutschen Behörden auf deutschem Boden verhaftet und verurteilt worden, und zwar wegen Vergehen gegen deutsche Staatsangehörige in mehreren Fällen, die einwandfrei erwiesen sind. Jedes Vorgehen Tirards in dieser Sache steht sonach im Widerspruch zu dem Geist unserer Anordnungen und zu den Rechten, die Deutschland durch Artikel V des Rheinlandabkommens zugebilligt sind..." 8. Dezember: „Wir hatten heute eine zwei- undcinhalbstündige Sitzung der Oberkommission über den Fall Smeets... Ich legte meine Ansichten schriftlich als Einspruch gegen das Schriftstück Rolin-Tirard nieder und verlangte ausdrücklich, daß er zu den Akten genommen würde. Ich verabscheue diese Politik, die unsere Anordnungen, den Rechtsstanbpunkt und unser Gefühl für Treu und Glauben den politischen Forderungen zum Opfer bringt,- ... Die Kommission erklärt, daß sie Smeets nur aus dem Gefängnis befreit hat und kein Urteil über seine Schuld ausspricht, die erst festzustellen wäre... Inzwischen aber geht das öffentliche Leben seinen „ruhigen Gang". Mißliebige Beamte werden ausgewiesen. Allmorgendlich gellen die Hellen Töne der Clairons durch die Straßen. Deutsche Polizeibeamte müssen die Trikolore grüßen. Passanten haben die Gehsteige zu verlassen, wenn ein französischer oder belgischer Offizier entgegenkommt. Die Reichsbahn int besetzten Gebiet befördert französische Soldaten. Die Industrie geht allmählich zugrunde. Hungernde Kumpels revoltieren, und eine ferne Regierung in Berlin hat andere Sorgen. Das öffentliche Leben vollizeht sich in „Ruhe und Ordnung!". (Fortsetzung folgt.) Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 unterliegt Ockershausen auf eigenem Platz 1:5 (1:2). 1900 lieferte zu Hause wieder einmal eine große Ucberraschung. Die Begegnung der Ligamannschaft gegen Marburg-Ockershausen erinnerte lebhaft an das vorjährige erste Meisterschaftsspiel 1900 — Frohnhausen, das 1900 den Meistertitel kostete. Wohl traten die Blau- weißen mit mehreren Ersatzleuten an, jedoch auch der Gegner hatte zwei Ersatzmänner in seinen Reihen. Die Gießener fanden sich schneller und bestürmten ungestüm das Gästctor. Ungenaues Zusammenwirken, überraschend schwache Schußleistungen und eine große Dosis Pech verhinderten aber jeden Erfolg. Allmählich fanden sich die Gäste, sie waren recht eifrig und schnell, so daß eine Ueberrumpelung der Gießener Abwehr die Folge war. Hofmann glich aber in einer unübersichtlichen Lage bald aus. Einer der wenigen Ockershäuser Eckbälle wurde zum 2:1 für die Gäste verwandelt. Die Hiesigen forcierten das Tempo, hatten auch zahllose Chancen. Das Glück war aber auf Seiten der Gäste. Mit 2:1 wechselte man die Seiten. Die Einheimischen hatten nach dem Wechsel starken Rückenwind zum Bundesgenossen und setzten sich im Gästestrafraum fest. Die Marburger Vorstädter zogen fast die ganze Elf in die Abwehr. Daß unter diesen Umständen die Gießener nur sehr schwer ankommen konnten, versteht sich von selbst. Das gleichzeitige Aufrücken der Gießener Verteidiger sollte der Mannschaft zum Verhängnis werden. Als Lippert bei einer verunglückten Abwehr zu Fall kam, war der Gäste-Rechtsaußcn auf und davon. 3:1. Die Hiesigen stellten um, die Leistungen wurden noch schlechter. Der rechte Flügelstürmer der Gäste wiederholte seinen Alleingang und erhöhte auf 4:1. Ein weiterer Durchbruch brachte durch den Mittelstürmer einen fünften Treffer. Inzwischen waren auch 1900'8 Stürmer unermüdlich tätig, scheiterten aber am Ockcrshäuser Zerstörungsspiel. Als die Blau-weißen auf neun Spieler zusammengeschmolzen waren, schwanden alle Aussichten auf Verbesserung des Resultats. Tas Spiel wurde jederzeit fair geführt. Der Spielleiter Miller- Wetzlar hatte ein leichtes Amt. Münchhausen I — 1900 II 0:0. Dieses schöne und faire Gesellschaftsspiel in Münchhausen (Kreis Marburg) endete unentschieden. Es wurde nur in einer verkürzten Spielzeit ausgetragen. Die Gießener hatten stets etwas mehr vom Spiel. Der Halbrechte vergab eine totsichere Chance zum Sieg. Diesem Spiel voraus ging ein Pokalspiel der Klasse A: 1900 II — Sarnau I, das die Gießener überraschend hoch mit 6:1 (Halbzeit 1:0) verloren. Im letzten Moment mußte noch der gute Rechtsaußen ersetzt werden, zudem hatte man im Tor einen erkrankten Hüter. Die Blauweißen erzielten zwar nach dem Seitenwechsel durch Verwandeln eines Foulelfmeters den Ausgleich, der undisponierte Hüter ließ aber manchen haltbaren Ball passieren. Der Sieg der sehr guten Sarnauer, die Meister der II. Bezirksklasse im ehemaligen Gau Marburg sind, war verdient. 1900 III — Daubringeu I 2:2 (2:1). Ein Spiel mit außerordentlich schwachen Leistungen beiderseits. Die Mannschaften waren sich gleichwertig. Das unentschiedene Ergebnis wird beiden Teilen gerecht. Hier und da wurden die Grenzen des Erlaubten überschritten. Wirtschast. Sranffurf uneinheitlich. Frankfurt a. M., 30. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die Auslassungen Dr. S ch a ch t' s anläßlich eines Interviews, wobei er u. a. erneut die Stabilität der Reichsmark betonte, verliehen der heutigen Mittagsbörse einige Anregung, wenn auch infolge der wieder recht klein gewordenen Publikumsbeteiligung das Geschäft stärker zusammengeschrumpft ist. Die Kulisse verhielt sich weiter reserviert, wohl auch in Anbetracht des Ultimos, da bekanntlich erst danach wieder neue Kauflimite des Publikums an die Börse gelangen. Die Stimmung war trotz der Schwäche einiger Spezialpapiere als nicht unfreundlich zu bezeichnen, doch war die Kursgestaltung gegenüber der etwas leichteren Abendbörse uneinheitlich. Im allgemeinen hielten sich die Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Darüber hinaus lagen auf Berliner Abgaben Contigummi 3,25 o. S). und Elektrische Lieferungen 3 v. H. schwächer. Am Montanmarkt ließen Buderus 1,75 v. 5)., Klöcknerwerke 1,5, Rheinstahl 1,25 v. H. und die übrigen Werte bis zu 0,90 v. H. nach, außer Stahlverein, die 0,5 v. H. gewannen. Elektrowerte eröffneten ebenfalls überwiegend etwas leichter, nur AEG. waren um Bruchteile eines Prozentes freundlicher. IG. waren im Tausch gegen andere Werte erneut 0,5 v. H. schwächer, dagegen Scheideanstalt 0,25 v. f). höher. Bon sonstigen Spezialaktien setzten Tietz 0,90 v. S). fester, anderseits Süddeutsche Zucker 1 v. H., Bemberg 0,75 v. H., Daimler 0,65 d. H. niedriger ein, während Schiffahrtspapiere, AG. für Verkehrswesen und Zellstoff Waldhof gut behauptet waren. Am Renten markt lagen Alt- und Neubesitz etwas ruhiger und bis zu 0,13 v.H. niedriger, erstere später jedoch wieder leicht erholt. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben zu 79,75 v. H. unverändert. Fest und lebhaft lagen Amnestie-Anleihe, die um 0,75 v. H. auf 100,25 v. H. anzogen. Stahlvereinbonds gaben 0,75 v. H. nach, Reichsbahnvorzugsakticn waren gehalten. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe ziemlich unverändert, Liquidationspfandbriefe waren hingegen noch gefragt und meist etwas fester. Stadtanleihen waren zum Teil schwach, besonders Mainzer, die zirka 1 v.H. einbüßten. Staatsanleihen lagen im ganzen wenig verändert. Von fremden Werten notierten Mexikanische- Anleihen etwas höher, dagegen Bosnier Eisenbahn nach längerer Pause zirka 1 bis 2 v. H. niedriger. An den Aktienmärkten war der Verlauf uninteressant. Die Kurse waren gegen den Anfang ziemlich unverändert, vereinzelt nochmals etwas leichter, jedoch Aku 1,25 v. H. fester. Lebhaft ging es dagegen am Markte der Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen zu, die je 0,50 v. H. anzogen. Neubesitz blieb vernachlässigt. Amnestieanleihe lag unverändert. Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 3,25 v. H. erhöht. Nachruf! Durch einen unerwarteten Unglücksfall wurde am 27. August 1933 unser lieber Kollege Dr.meil. Beori SchmMe aus unseren Reihen gerissen. Wir bedauern auts tiefste den Verlust unseres lieben, stets hilfsbereiten Kameraden, unseres pflichtbewußten und befähigten Mitarbeiters. Die Aerzte der chirurgischen Universitäts - Klinik Giefeen. __________________________________________________________5377 D la DünHalk (die Grundlage billigst • jeder Düngung) ***™2**. 3 C. ßübsam en / Femral 3659 Haben Sie schon unsere Siedlungshäuschen an der Licher Straße gesehen? Fragen sie Abermann Billige Seelische! Seelachs o.K. Pfd. 30 PL Kabeljau,, „ „ 32 „ Sehe Itisch ,. „ 42 „ Grüne Heringe „ 25 „ Fsl. Niels Pfd. 45 u. 38 „ Donnerslaß Markt Ecke Senckenbergstr. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße 7 Hartbrennholz, ofenfertig, v.Wag.5Ztr. 5 NM. Anmachholz ver Wagen 6 RM. Lauspäne perWagen 4.50 RM. frei ans Haus. Holz für Erwerbs!, p. Ztr. 50 4 abHof.FLVkllhöfer Marb.Str.24. snuD Mercedes Kleinschreibmaschine nur 172.- RM. schon für monatl. RM.7.90 Franz Vogt & Co. 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