nr. 150 SeühattSsavL 185. Jahrgang Zreitag.ZO.Zuni 1933 Erschein« tägltd), autz« Sonntag» unb Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monat$*Be$ngsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr,. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschlüfle anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Eichen. potzfcheckkonio: firanffurt am Dlain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Dmd und Verlag: Vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steinöruderet R. Lange in Siehrn. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Mnnaqme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, aus wärt» 10 Reichspfennig; für Ne» klameanieigen von 70mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Tdyriot; für ben übrigen Teil Ernst Diumschein und für öenAn» zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Darre und Schmitt die Aachsolger Hugenbergs in den Land- wirtschasts- und Wirtschastsmimsterien des Reiches und Preußens Reichskanzler Adolf Hitler in Neudeck. — Die beiden neuen Reichsminister ernannt. — Nie Personalunion mit Preußen bleibt. — Gottfried Keder wird Staatssekretär. Neu deck, 30. Juni. (IBIS.) Amtlich. Reichskanzler Adolf Hiller ist am Donnerstag um 17.30 Uhr im Kraftwagen vorn Flugplatz Marienburg kommend in 7! eudeck eingetroffen. Lr wurde von dem Herrn Reichspräsidenten vor dem Portal des Hauses Neudeck herzlich begrüßt. Anschließend folgte eine etwa zweistündige Besprechung des Reichsprä- fidenten und des Reichskanzlers über die gesamte politische Lage. Der Reichskanzler bleibt als Gast des Reichspräsidenten in Neudeck. Amtlich wird ferner mitgeleilt: Reichspräsident v. Hindenburg hat auf Vorschlag des Reichskanzlers dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichswirtschaftsminisier Dr. hu gen berg die erbetene Entlassung aus feinen Aemtern erteilt und den Generaldirektor der Allianz-Verficherungs-AG. Dr. Kurt Schmitt zum Reichswirt- fchaftsminifter, sowie das Mitglied des Landtages . Dr. Malter Darrt, z u m Reichsminifier für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Der Reichspräsident hat ferner den Staatssekretär im Reichswirtschastsminisle- rium, Dr. Bang, einstweilen in den Ruhe- stand versetzt und zum Staatssekretär im Reichswirtschaftsmini st erium das Mitglied des Reichstages, Diplvm-Jngenieur Gottfried Feder ernannt. Zu der Ernennung der neuen Reichsminister verlautet noch von amtlicher preußischer Seite, daß Reichsernährungsminister Dr. Malter Darre auch zum preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forften und Reichswirtschaftsminisier Dr. Kurt Schmitt auch zum preußischen Minister für Mirt- schaff und Arbeit ernannt werden wird. Es verlautet noch weiter, daß der Staatssekretär im Reichsernährungsminisierium von Rohr-Demmin vorläufig im Amte bleiben wird. Der neue ReiKsernährunqsminister. Mit Richard Walter Darri hat das Amt des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft nunmehr eine der einflußreichsten und aktivsten Persönlichkeiten des neuen Deutschland übernommen, die das uneingeschränkte Vertrauen des gesamten deutschen Bauernstandes besitzt. Richard Walter Darri wurde am 14. Juli 1895 in Belgrano in Argentinien geboren. Er studiert» Landwirtschaft und erwarb landwirtschaitliche Praxis in Oberbayern, Hessen und Oldenburg. In den Jahren 1928 bis 1929 war er der deutschen Gesandtschaft in Riga zur Wahrung ostpreußischer landwirtschaftlicher Belange zugeteilt und wurde dann Hauptschriftleiter der „Nationalsozialistischen Landpost" und Herausgeber der Monatsschrift „Deutsche Agrarpolitik". Im März 1933 wurde Darre von der großen Mehrheit der Bauernschaft aller Landesteile Deutschlands als Führerder neuen Bauernfront verlangt und bann auch Anfang April 1933 von der Reichsführergemeinschaft des Deutschen Bauernstandes einstimmig zu ihrem Leiter a u 5 gerufen Der .Gesamtausschuß des ReichsVerbandes der Landwirtschaftlichen Genossenschaften wählte Darre ebenfalls einstimmig zum Präsidenten. Schließlich übertrug auch der Deutsche Landwirtschaftsrat im Mai Darre die Präsidentschaft. Auch im Deutschen Landhandelsbund hat Darr6 das Präsidium inne. Der neue Reichswirtschafisminister. Kurt Schmitt wurde am 7. Oktober 1886 in Heidelberg geboren. Er studierte Jurisprudenz und promovierte zum Dr. jur. Er wandte sich dem Versicherungsfach zu und brachte es schon in jungen Jahren zum Generaldirektor der Allianz. Als diese Gesellschaft mit dem Stuttgarter Verein unter der Firma Allianz und Stuttgarter Verein Versiche- rungs°AG. fusionierte, wurde er der Generaldirektor dieser Gesellschaft. Er ist Mitglied der Industrie- und Handelskammer Berlin und war bis 1928 Mitglied des vorläufigen Reichswirt- schaftsratcs. Seiner außerordentlichen Fähigkeiten wegen wurde er auch als Aufsichtsrat in beinahe alle führenden Versicherungsfirmen Deutschlands berufen. Schmitts schnelles Eingreifen für die Verbindlichkeiten der in Schwierigkeiten geratenen Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- AG. wurde allgemein bewundert und anerkannt. Seit längerer Zeit gehört Dr. Schmitt zu den wenigen Wirtschaftsführern, die sich zum Nationalsozialismus bekannt haben. Wie der neue Wirtschastsminister sein Amt ansieht, geht aus folgenden Sätzen hervor, die er in dem alten Jahresbericht des von ihm geleiteten Allianz-Konzerns angefügt hat: Dienst am Volk und Crwerbsinteresse des ^Internehmers sind keine Gegensätze. Volkswirtschaftliches Verantwortungsgefühl und kaufmännischer älnter- nehmungsgeist schließen sich nicht aus, sondern müssen sich vereinigen. Gottfried Keder. Str neue Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Gottfried Feder wurde am 27. Januar 1883 in Würzburg geboren. Rach Absolvierung des humanistischen Gymnasiums studierte er in München, Charlottenburg und Zürich und legte 1905 das Diplomexamen als B a u i n g e n i e u r ab. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Konstruktionsingenieur bei einer Eifenbetonfirma, machte er sich im Jahre 1908 selbständig und legte dabei eine weit ausgreifende Unternehmertätigkeit im In- und Auslande an den Tag, speziell in Bulgarien, wo dis Mehrzahl der größeren Staatsbauten von ihm projektiert und ausgeführt wurde. Im Jahre 1917 widmete er sich eingehend Studien finanzpolitischer und volkspolitischer Art und gründete bald darauf den Deutschen Kampfbund zur Brechung Berlin, 29. Juni. (MTB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministeriurn Fritz Reinhardt richtete heute durch Rundfunk an alle Volks- genossen und Bolfsgenoffinnen den folgenden Aufruf: Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Revolution ruft alle Volksgenossen und Volksgenossinnen auf, freiwillige Spenden zur Förderung der nationalen Arbeit zu leisten. Die Spende kann in bar, durch Zahlkarte, Postscheck- Überweisung oder Banküberweisung geleistet werden. Für die Entgegennahme der Spende ist das Finanzamt zuständig. Der Spender muß also den Spendenbetrag bei der Kasse des Finanzamtes einzahlen oder durch Zahlkarte, posifchecküberweisung oder Banküberweisung auf das Postscheckkonto des Finanzamtes überweisen. Arbeiter und Angestellte können ihren Arbeitgeber bitten, bei der nächsten Lohn- ober Gehaltszahlung einen bestimmten Betrag einzubehalten und für sie als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit an das Finanzamt abzuführen. Die nächste Gehaltszahlung fällt bei den meisten Angestellten und Beamten auf den morgigen 30. Juni. Ls sollte kein Ange st etiler und kein Beamter unterlassen, morgen vormittag sofort zu veranlassen, daß von seinem Gehalt ein bestimmter Betrag als freiwillige Spende einbehalten und für ihn an das Finanzamt abgeführt wird. Mo die Berücksichtigung dieses Munsches aus technischen Gründen nicht mehr möglich sein sollte, ist es Sache des Angestellten oder Beamten, den Spendenbetrag durch Zahlkarte, Postschecküberweisung ober Banküberweisung noch am 30. Juni dem Konto des Finanzamtes zuzuleiten. der Zinsknechtschaft. In ausgedehnten Vortragsreisen und in vielen Borschüren und Büchern trug Feder seine Ideen in das Volk hinein, wodurch Adolf Hitler ihn kennen lernte. Von dieser Zeit ab sind Hitler und Feder stark verbunden. Feder schrieb bald darauf das für die Nationalsozialistische Partei grundlegende Werk „Der deutsche Staat". Nach dem 11.-November-Putsch 1923 mußte auch Feder längere Zeit nach der Tschechoslowakei in die politische Verbannung gehen. Nach der Freilassung Hitlers organisierte Feder intensiv eine rege Versammlungstätigkeit für die NSDAP, und erhielt dazu das Amt als Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats und die Leitung der I n • genieurtechnifchen Abteilung übertragen. Nach der nationalsozialistischen Revolution wurde Feder zum Vorsitzenden des Reichsbundes der Deutschen Techniker ernannt, eine Organisation, die über eine Million Mitglieder auf- weist. Ls sollte auch fein Arbeiter, der morgen oder übermorgen feine n ä ch st e Lohnzahlung erhält, unterlassen, morgen vormittag feinen Arbeitgeber zu bitten, von der Lohnzahlung einen bestimmten Betrag einzubehalten und als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit für i h n an das Finanzamt weiterzuleiten. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen, sondern Unternehmer, Angehörige eines freien Berufes oder Rentner sind, überweifen, soweit es noch nicht geschehen ist, einen Betrag als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit morgen oder übermorgen auf das Konto des Finanzamtes. Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Revolution erwartet, daß alle deutschen Männer und Frauen den Begriff der Volksgemeinschaft erfassen. Mer sich zur deutschen Volksgemeinschaft bekennt, der muh bereit fein, von feinem Einkommen freiwillig einen Betrag zur Förderung der nationalen Arbeit zu spenden. Die Spende wird verwendet zur Beschaffung von Arbeit für solche Volksgenossen, die bereits feit Jahren ohne Arbeit und ohne Einkommen sind. Ein Mindestbetrag ist nicht vorgeschrieben. Auch der M e i n ft e Betrag, der als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit gegeben wird, bildet einen Teil der Hilfe zur verminde- rung der Arbeitslosigkeit und damit des sozialen Elends. Volksgenossen und Dolfsgenoffinnen! Spendet, spendet alle, spendet sofort! Der neue Reichshaushaltsplan. Berlin, 29. Juni. (WTB. Funtjpruch.) Die Reichsregicrung Hot in der Kobineltssigung am 27. Juni das Reichshaushaltsgesetz für 1933 verabschiedet, das heute im Reichsgejegblatt verkündet wird. Der Reichshaushaltsplan ist ausgeglichen und schließt in Ausgabe und Einnahme mit rund 5,9 Milliarden Reichsmark ab. Im Reichshaushaltsplan für 1932 waren die Ausgaben und die Ein- nahmen mit je rund 8,2 Milliarden veranschlagt. Die tatsächlichen Ausgaben betrugen im Rechnungsjahre 1932 nur insgesamt 7,9 Milliarden und die tatsächlichen Einnahmen 7,3 Milliarden. Die unterschiedlichen rund 600 Millionen RM. stellen den Fehlbetrag für 1 9 3 2 dar. Darin sind 420 Millionen Reichsmark für außerordentliche Schuldentilgung enthalten. Die tatsächlichen Ausgaben im Jahre 1932 betrugen 7,9 Milliarden, die für 1933 veranschlagten Ausgaben betragen nur 5,9 Milliarden. Der Unterschied von rund 2 Milliarden erklärt sich daraus, daß die Anteile der Länder an den Reichssteuern — Ueberweisungssteuern — im Reichshaushalt bisher auf der Einnahmenseite im Gesamtaufkommen der einzelnen Reichssteuern und auf der Ausgabenseite als Steuerüberweisungen an die Länder erschienen und infolgedessen nurdurch- laufende Posten darstellten. Dieses bis 1932 bestandene B r u t t o s y st e m ist bei der Aufstellung des Reichshaushalts für 1932 aus Zweckmäßigkeitsgründen abgelöft worden durch ein Ne11osyftem. Die laufenden Anteile der Länder an den Reichssteuern werden auf beiden Seiten des Reichshaushalts nicht als Einnahmen und Ausgaben des Reichs, sondern gesondert aufgeführt. Dieser durchlaufende Posten der lieber- weisungssteuern ist für 1933 veranschlagt mit 1,6 Milliarden Reichsmark. Die restlichen 0,4 Milliarden Reichsmark ergeben sich aus tatsächlichen Minderungen von Ausgabeposten. Nie Einnahmen. Das auf der Einnahmefeite erscheinende Aufkommen an Steuern ist unter Zugrundelegung des tatsächlichen Aufkommens in den letzten Monaten und unter Berüctsichtigung einer gewissen Belebung der Wirtschaft geschäht worden. Der nach Abzug der Länderanteile dem Reich verbleibende Anteil an Steuern und Zöllen beträgt dieser Schätzung gemäß für 1933 rund 5,1 Milliarden. Der nach Abzug der Länderanteile dem Reich verbleibende Anteil an Steuern und Zöllen betrug im Rechnungsjahre 1932 im Voranschlag 5,4 in Wirklichkeit 4,9 Milliarden Mk. Im Rechnungsjahr 1933 wird demnach ein um rund 200 Millionen Mark höheres Aufkommen an Steuern und Zöllen erwartet als das tatsächliche Aufkommen in l 1932 betragen hat. Zu den übrigen Einnahmen ist zu bemerken, daß für 1933 wie im Vorjahre ein Erlös aus d e m V e r k a u f v o n V o r- zugsaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft in Höhe von 100 Millionen Reichsmark und beim Reichsernährungsministerium neu eine Einnahme aus der Bewirtschaftung der Oelfrüchte in Höhe von rund 70 Millionen Mark vorgesehen ist. Die übrigen Derwaltungseinnahmen usw. laufen fast unverändert wie in den Vorjahren. Schafft Arbeit und Brot! Ein Aufruf des Staatssekretärs Meinhardt für die Spende zur nationalen Arbeit. Nie Ausgaben. Aus der Ausgabenseite erreichte der Reichshaushalt für 1932 nach Abzug der Länderanteile an Ueberweisungssteuern die Summe von 6,2 Milliarden. Im Haushaltsplan 1933 erreichten die Aus- gaben nur 5,9 Milliarden. Darin sind 130 Millionen für Sonderüberweisungen an d i e Länder enthalten, so daß die Reichsausgaben in Wirklichkeit nur rund 5,8 Milliarden betragen. Das sind rund 400 Millionen Reichsmark weniger als im Rechnungsjahr 1932. In größere Posten zusammengefaßt, verteilen sich die Ausgaben wie folgt: Versorgung der Kriegsopfer und ihrer Millionen Hinterbliebenen 1040 Zivil- und Militärpensionen 270 Kriegslasten 425 Besoldungen (einschließlich der Reichswehr 700 Arbeitslosenhilfe und Arbeitsbeschaffung 520 Sozialversicherung 520 Wohlfahrtswesen (einschließlich 150 Millionen Reichsmark für Fettoerbilligung) 200 Wohnungswesen 100 Ankauf von Vorzugsaktien der Dresdner Bank 100 Verzinsung und Tilgung der Reichsschuld 520 Abdeckung der Fehlbeträge früherer Jahre 100 Besondere Maßnahmen aus dem Gebiete der Ernährungswirtschaft 140 Schutzpolizei der Länder 190 Der Rest von nicht ganz einer Milliarde verteilt sich auf die gesamten übrigen Bedürfnisse des Reichs. Die von der Regierung der nationalsozialistischen Revolutiost vorgenommenen organisatorischen A«ide- rungen kommen im Haushalt insbesondere dadurch zum Ausdruck, daß die neu geschaffenen M i n i st e r i e n erstmalig erscheinen, und zwar das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda als Einzelplan Va und das Reichsluftfahrt- minifterium als Einzelplan XVI. Das Propa - fiandamini st erium erfordert für seine viel- eitigen Aufgaben insgesamt rund 14,2 Millionen Mark Ausgaben. Diese stellen jedoch keine Neu - b e l a ft u n g dar, denn der größte Teil wird durch eigene Einnahmen aus dem Rundfunk gedeckt, im Rest handelt es sich um Ausgaben, die bisher in den Einzelplänen anderer M i n i ft e r i e n enthalten waren. Bei dem Haus- hakt des Reichstages tritt infolge Verringerung der Abgeordneten (Kommunisten, Sozialdemokraten und Staatspartei) eine Ersparnis von über einer Million Reichsmark ein. Der Haushalt der Reichsschuld erfordert u. a. rund 220 Millionen für die Auslösungsrechte der Anleiheablösungsschuld (Altbesitzanleihe). Für die Abdeckung von Fehlbeträgen aus früheren Rechnungsjahren sind rund 100 Millionen vorgesehen, für die Inanspruchnahme des Reiches aus Garantien 35 Millionen. Für die Einlösung von Verbindlichkeiten, die das Reich anläßlich der Bankenkrise im Juli 1931 übernommen hat, haben u. a. 102 Millionen für den Erwerb von Vorzugsaktien der Dresdner Bank eingestellt werden müssen. Schließlich ist noch ein sog. Globalabstrich von 50 Millionen, der durch Sparmaßnahmen im Lause des Jahres erreicht werden soll, vorgesehen. Nie Aussichten. Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Revolution nimmt für 1933 einen in sich ausgeglichenen Haushaltsplan vor. Voraussetzung dafür, daß der Plan Wirklichkeit bleibt, ist, daß die Belebung von Arbeit, Wirtschaft und Finanzen eintritt, wie sie von der Auswirkung des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom l.Juni 1933 erwartet werden kann, und daß die Steuerpflichtigen ihre laufenden Steuerverpflichtnn- gen pünktlich erfüllen und etwa vorhandene Rückstände sobald wie möglich abtragen. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, so ergibt sich zwangsläufig eine Verbesserung der Haushaltslage auch der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände. Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Revolution ist en*- schlossen, die öffentlichen Haushalte in Deutschland in Ordnung z u bringen. Sie erwartet, daß sie dabei die verständnisvolle und tatkräftige Mitwirkung aller Kreise des deutschen Volkes finden wird- Oie Mitarbeiter des neuen Reichsernahrunasministers. Berlin, 29. Juni. (ERB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Reichsernährungsminister Walther Darre die Führung des Reichs st andes der Deutschen Landwirtschaft, in dem alle Spitzenverbände zusammengesaht sind, b e i b e h a l t e n. Sein Stellvertreter, der praktisch die Geschäfte führen wird, wird der Präsident des Reichslandbundes M e i n b e r g werden. 3m Reichsernährungsministerium wird außer dem persönlichen Adjutanten des neuen Reichsernäh- rungSministers, dem Herrn v-Zeppelin, ein besonders verantwortungsvolles Arbeitsgebiet der preußische Landtagsabgeordneie der RSDAP. Herbert Backe erhalten, der bereits Leiter der Hauptabteilung lRcichssührergemeinschaft des deutschen Bauerntums) im Rahmen der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung ist. Backe ist Domän.npächter und Diplomlandwirt in Hornsen bei Alfeld a. d. Leine. Er wurde am 1. Mai 1896 zu Batum im Kaukasus geboren, in Rußland erzogen, wurde während des Krieges von den Russen in einem Gefangenenlager interniert und kam dann nach Deutschland, wo er als Arbeiter tätig war. Nebenbei studierte er Landwirtschaft Es wird nur sein, wenn die den ernsten zu verhandeln, erfüllen und im in Göttingen, war dann landwirtschaftlicher 2e- amter, von 1924 bis 1927 Assistent an der technischen Hochschule Hannover, dann Domänenpächter. Staaten, auf die es ankommt, Willen haben, hier wirklich Mit vierzehn Jahren hatte Toni van E y k als Kätchen von Heilbronn am Berliner Deutschen Theater ihren sensationellen Erfolg. Sarah B e r n a r d spielte mit sechzig Jahren den jungen Dänenprinzen Hamlet. Laube fand am Burgtheater bei seinem Di- rektionsantritt „überalterte" Schauspieler vor: so war zum Beispiel der jüngste der Karlsschüler acht- undvierzig Jahre alt. * Das kostbarste Kleid trug auf der Bühne wohl Katharina Schratt in einer Aufführung von „Maria Theresia" am Dolkstheater in Wien: es entstammte dem Hausschatz der Habsburger, zu denen sie besondere Beziehungen hatte. Der Schauspieler Paul Hartmann legte in „Juarez und Maximilian" am Wiener Burgtheater ein Originalkleid des Kaisers Maximilian an. Ein krasses Gegenstück zu „Hamlet" im Frack, „Fliegender Holländer" im Sweater und „Der Widerspenstigen Zähmung" in Motorraddretzl Wie im altchinesischen und altjapanischen Theater, so mußten notgedrungen im Fronttheater des Weltkriegs die weiblichen Personen von Männern gespielt werden. Dagegen hatte Paris schon 1664 ein Theater, in dem alle Rollen ausschließlich von Frauen gegeben wurden. Am Wiener Carltheater sah man in Nestroys „Lumpazivagabundus" die Gall- m e y e r als den Schuster Knieriem, und auch beide anderen Handwerker, den Tischler Leim, den Schneider Zwirn, hatte man mit weiblichen Komikern besetzt. Die Clara Ziegler stellte den Romeo, Sarah Bemard Napoleons Sohn auf der Bühne dar: in der Oper aber müssen wegen der Stimmlage Fidelio, Glucks Orpheus und der Rosenkaoalier von Frauen gesungen werden. Dagegen bleibt natürlich „Charleys Tante" eine Männerrolle. Goethe verhängte über Demoiselle Maß wegen unerlaubten Auftretens auf einer fremden Bühne einen Zimmerarrest von achi Tagen unter militärischer Bewachung. Am Mannheimer Theater wurde Anna Elisabeth T o s k a n i, die erste Amalia in Schillers „Räu- bern", „wegen Widersetzlichkeit" zu einer Wochengage Strafe verurteilt, die der Staatsminister sogar bestätigte. Durch diese Strafkasse, die jeden „Eon- traventionsfall" mit mindestens zwölf Groschen ahndete, wurden dann arme Kollegen unterstützt. Staaten sprechen, die seit 14 Iahren auf die Einlösung der Verpflich. lung zur allgemeinen Abrüstung, auf die wiederher st ellnng ihrer na- tionalenSicherheltwarten. Nicht nur oon ihrer Seite, sondern allenthalben wird man, davon bin ich überzeugt, gegen die Konferenz den Vorwurf erheben, daß eine derartige Vertagung der Anfang für einen Ver- zicht auf die Durchführung ihrer Aufgaben ist. mit anderen Worten: ein Begräbnis erster Klasse der Konferenz bedeutet. Ich mache nachdrücklich auf die e r n st e n F o l g e n aufmerksam, die zu befürchten sind, wenn das Mißtrauen gegenüber dem Willen der Konferenz durch Zusammenarbeit und Verständnis zu einem Ergebnis zu gelangen, weiter um sich greift. ihre Abrüstungsverpflichtung zu Interesse des Zustandekommens einer Konvention Entgegenkommen zu beweisen, so wie dies Deutschland bereits getan hat. Die Regierungen, die den Vorschlag des Bureaus gutheihen, übernehmen damit eine schwere Verantwortung. Deutschland hat jedenfalls alles nur Mögliche getan, um die Konferenz zu ihrem Ziel zu bringen. Aus allen vorgebrachten Gründen muß ich mich demnach gegen den Vorschlag des Bureaus auf Vertagung der Konferenz aussprechen." Die Konferenz ist jetzt in einem Stadium, in dem es nicht mehr möglich ist. mit ausweichender Taktik und Hinhalten weiter zu kommen. Ihr Ende kann nicht mehr lange hinausgeschoben werden. dann ein gutes Ende Die verschiedensten Methoden zum Memorieren haben sich die Schauspieler zurechtgelegt: vor dem Schlafengehen, am frühen Morgen, während des Spazierens im Freien lernen sie auswendig: andere, wie der verstorbene Albert Steinrück, wie Leopold von Ledebour, schreiben den Text ab, einmal, zweimal, dreimal, so oft, bis er im Gedächtnis sitzt- Dagegen ist ein außerordentliches Gedächtnis- Phänomen der Münchener Schauspieler Basil, der eine darzustellende Partie nur einmal durchzu- lesen braucht, um sie dann fast ganz herzusagen. Von Mittag bis zum Abend hat er oft große Rollen in dringenden Fällen übernehmen können. Die Abrüstungs-Konferenz vertagt sich bis zum 16. Oktober. Segen den entschiedenen Widerspruch Deutschlands. Oie „Göttliche Komödie" auf einem Stock. Kein anderer Rationaldichter ist wohl im breiten Volke so bekannt wie Dante unter den Italienern. Die einzigartige Bedeutung, die dieser Schöpfer der italienischen Sprache und Dichtung in der Kultur des Landes besitzt, kommt auch darin zum Ausdruck, daß viele einfache Leute ganze Gesänge der „Gött- lichen Komödie" aufsagen können. Ein rührender Beweis für diese Dante-Liebe ist die Arbeit eines einfachen Bauern aus der Provinz Reggio Emilia. Giacomo Ferrari, der ein originelles Verfahren gefunden hat, um seine Liebe für den großen Dichter zu offenbaren. Seit seinem 25. Lebensjahr ist er ein Krüppel, und die langen Stunden erzwungener Muhe hat er darauf verwendet, um auf einem zwei Meter langen Stock die Hauptfzenen des unsterb- lichen Gedichtes einzuschneiden. Jedem, der sein Werk sehen will, führt er diese Kunstleistung mit den nötigen Erklärungen vor. Indem er langsam den Stock dreht, läßt er an den Augen des Beschauers 51 Szenen vorüberziehen, die die bekanntesten Vorgänge des Werkes darstellen. Es haben auf dem Stock mehr als 150 Gestalten Platz gefunden. Er deklamiert bei jeder Szene die entsprechenden Verse, und seine eigenartige „Dante-Schau" findet soviel Beifall, daß die Spenden der Besucher ihm einen Lebensunterhalt gewähren. Das Stück mit den meisten Sprechrollen bleibt wohl Goethes „Faust 11". In Bronnens abendfüllendem Schauspiel „Ostpolzug" ist nur eine männliche Rolle zu besetzen, die das ganze Stück trägt. In dem Einakter „Die geliebte Stimme" von Cocteau spielt nur eine Frau. Das erinnert an den berühmten Verwandlungs- kunstler F r e g o l i, der in einer Komödie alle Rollen darstellte. Den kürzesten Dramentitel trägt wohl Schön- Herrs Schauspiel „Es". Das Wiener Kärtnertortheater spielte Ende des achtzehnten Jahrhunderts eine Komödie von Raute n st r a u ch , die sich „Kirikarikanarimanaschari- roari" nannte, sowie eine Pantomine des Münchener Ballettmeisters Constant, die den Titel trug: „Girigaricanarimanarischariwari", was wohl für den Besucher schwer zu merken war. Schon G r y p h i u s hat ein Stück, das von einem Großsprecher handelt, „Horribiliscribifax" benannt. Recht komisch heißt auch eine Komödie von Adolf Bäuerle, 1825 aufgeführt, „Gisperl und Fisperl". Giradi tritt das erste Mal in einem Stück von Nestroy auf, das den Titel „Tritsch-Tratsch" führt. Zeitschriften. Von der bekannten Zeitschrift „Der Ratur- forscher". die wir bereits mehrfach an dieser Stelle in Einzelheften besprochen haben, liegen uns zwei vollständige Jahrgänge gebunden vor: Der Raturforscher. Vereint mit Ratur und Technik. Jahrgang VIII, 1931/1932. Herausgegeben bis Juli 1931 von Prof. Dr. W. Schoenichen, dann von Dr. Oskar P r o ch n o w. 448 Seiten. Jahrgang IX, 1932/1933. Herausgeaeben von Dr. Oskar P r o ch n o w. 480 Seiten. Hugo Der- rnühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. (136/137.) Die beiden stattlichen, gediegen und geschmackvoll gebundenen, drucktechnisch hervorragend ausgestatteten Bände stellen eine wahre Fundgrube für den Raturfreund dar, für den wissenschaftlich gebildeten und forschenden, wie für den interessierten Laien. Die Fülle des allgemeinverständlich und überaus abwechslungsreich dargebotenen Stoffes ist erstaunlich. Von besonderem Wert ist das reiche Abbildungsmaterial, auf dessen Auswahl und reproduktionstechnische Anordnung ganz besonders Gewicht gelegt wurde. So bilden die beiden Bände geradezu den Grundstock einer naturwissenschaftlich-technischen Bibliothek: ihre Anschaffung kann dringend empfohlen werden. Wesentlich ist ferner, daß der Stoff bei aller für den durchschnittlich gebildeten Laien zugeschnittenen Darbietung stets unbedingt wissenschaftlich fundiert und in seinen Ergebnissen zuverlässig ist. Es ist natürlich angesichts der hier gesammelt vorliegenden Ausbeute zweier vollständiger Jahrgänge unmöglich, auch nur annäherungsweise einen Lleberblick über die inhaltliche Reichhaltigkeit der beiden Bände zu geben; nur einige wenige, besonders interessante Stichworte aus dem Register seien angezogen und mögen diesen Hinweis beschließen: Abstammungslehre; Arktisfahrt: Bisamrattenzucht: Darmverstimmungen: Eiszeitmensch; Fledermaus; Goethe als Raturforscher; Haushund; Luftbild; Robelpreisträger; Obstverwertung; Rundfunk; Tierschutz: Ursprung des Menschen; Weinbau; Zuckerkrankheit; Atlantis-Problem; Elefantenzucht; Getreidebau, vorgeschichtlich; Honig; Krebserkennung; Musik, elektrische; Pflanzenschutz; Rassenbildung; Sterndeutung; Tomate: Uhu: Wetteransagen: Zeitgedächtnis der Dienen. Aus dieser flüchtigen, stichwortmäßigen Registerauswahl mag man schon ermessen, was die hier gesammelt vorliegende Zeitschrift dem Leser zu bieten vermag. — ...... — Das neue Heft des „2 n s e l s ch i f f e s (Sommer 1933) wird eingeleitet mit einer Auswahl aus dem kürzlich erschienenen Bande „Briefe aus den Jahren IGO? bis 1914“ von Rilke; wir werden in anderem Zusammenhang noch auf das Buch zurückkommen. Gerade heute von vielfältigem Interesse ist Friedrich v. Cochenhausens Aufsatz über Schlieffen (Vorwort zu einem neuen Jnselbändchen: „Gneisenau" von Schlieffen). Ueber den deutschen Mystiker Eckhart schreibt Friedrich Schulze-Maizier. Zur Wiedergabe der ersten Auflage von Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“ bringt das „Jnselschiff" einen Rückb'.ck auf die Entstehungsgeschichte des berühmt gewordenen Bilderbuches. „Marie und ihre Liebhaber" heißt ein Abschnitt aus dem Roman „Brabanter Volk" des holländischen Dichters An- toon Coolen, den der Insel-Verlag in Deutschland einführt. Ferner findet man etliche Abschnitte aus einem bedeutenden Denkmal früher deutscher Prosa, dem „Ackermann aus Böhmen" des Johannes von Saaz, ein schönes Gedicht. „Das Ohrenspiel Abdallahs", von Liliencron nnb einiges aus den Gesprächen Friedrichs des Großen mit seinem Vorleser und Sekretär Henri de Catt. Das mit gewohnter Sorgfalt ausgestattete Heft wurde von Karl Weißer redigiert. Französische Verdächtigungen Scharfe Zurückweisung durch Nadolny. Die Vertreter der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs erteilten dem Vertagungsvorschlag in kurzen Begründungen ihre Z u ft t m m u n g. Während die Vertreter ter Vereinigten Staaten und Großbritanniens sich darauf beschränkten, sachlich die Gründe darzulegen, die für ihre Haltung bestimmend waren, konnte es sich der Vertreter Frankreichs M a s s i g I i nicht versagen, in seinen Ausführungen teils offene, teils versteckte Angriffe gegen Deutschland zu richten. Die wahren Schwierigkeiten der Konferenz beständen nach französischer Auffassung in dem gegenwärtig bestehenden Widerspruch zwischen Worten und Taten. Die öffentliche Meinung verlange Garantien, daß die bestehenden internationalen Verpflichtungen voll und ehrlich eingehalten würden. Die französische Regierung könne nicht zu- lassen, daß das Scheitern der Abrüstungskonferenz Dorroeggenommen werde. Es bestünde in der öffentlichen Weltmeinung der Eindruck, daß gegenwärtig keinerlei Garantie für die Einhaltung des künftigen Abrüstungsabkommens bestände. Die Verantwortung für ein Scheitern der Konferenz werde nicht bei den Regierungen liegen, die für die Vertagung eingetreten feien, sondern bei jenen, die gegen den Geist der Abrüstung handelten. Nur, wenn in den nächsten drei Monaten oon den Regierungen Zeichen ernsten Willens zur Aufrechterhaltung des Friedens erbracht würden, konnte an einen positiven Ausgang der Konferenz gedacht werden. Votfchafter Nadolny entgegnete auf diese Verdächtigungen, wenn jetzt schon an der Einhaltung des künftigen Abrüstungsabkommens von Frankreich gezweifelt werde, so hätten weitere Verhandlungen keinen Das Schicksal des Zentrums. Vor dem Entschluß zur Selbstauslösung. Berlin, 29. Juni. (TU.) Im Laufe des Donnerstag haben zwischen führenden Persönlichkeiten der Zentrumspartei Beratungen über das weitere Schicksal des Zentrums statt- gefunden. Vorausgegangen find diesen internen Beratungen in den letzten Tagen unverbindliche Besprechungen zwischen einer Reche von Zentrumsführern und maßgeblichen Persönlichkeiten der Reichsregierung und der NSDAP., die sich auf die gleiche Frage bezogen. Nach der Entwicklung der letzten Tage, besonders nach der Auflösung der Deutschnationalen Front, ging die Auffassung in der Zentrumsführerbesprechung dahin, daß die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes schwerlich länger z u verantworten sei, um so weniger, als die Selbstauslösung der Stadtoerordnetenfraktion des Berliner Zentrums und ähnliche Vorgänge im Reich bereits in die neue Richtung weisen. Beschlüsse find am Donnerstag noch nicht gefaßt worden. In Zentrumskreisen glaubt man jedoch auf Grund der bisherigen Fühlungnahme mit den maßgebenden Stellen der NSDAP, zu einer ähnlichen Vereinbarung gelangen zu können, wie sie die Deutschnationale Front erzielt hat. Praktisch würde das also die S e I b ft a u f I ö J u n g der Zentrumspartei und das Hospitieren der Zentrumsabgeordneten im Reichstag, in den Landtagen und den Gemeindeparlamenten bei der NSDAP, bedeuten. Man kann annehmen, daß nach der Rückkehr des Reichskanzlers aus Reu- d e ck sofort eine Fühlungnahme aufgenommen werden wird. Ein Empfang des Zentrumsführers Reichskanzler a. D. Dr. Brüning bei Reichskanzler Adolf Hitler, von dem man vielfach gesprochen Hatz . dürfte zwar noch nicht erfolgt sein, doch glaubt man, daß um einen solchen Empfang von Seiten des Zentrums n a ch g e sucht Worten ist. Die Verhandlungen über ein Reichs- k o n k o r d a t dürften es der Zentrumspartei noch leichter machen, sich selbst aufzulösen. Wie verlautet, weilt als Vertrauensmann ter Zentrumspartei ter Erzbischof von Freiburg Gröber in Rom, um dort auch Fragen, die mit der Zentrumspartei zusammenhängen, zu besprechen. Genf, 29. Juni. (TU.) Der Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz Domrerstagvo mittag zusammen, um den Vorschlag oer Vertagung der Konferenz b i S 8 u m 16 Oktober entgegenzunehmen. s.n °n begründ Den 2°-lchl°g nut dem K cb e i t e r n der Londoner chung. Die Lage ter Konferenz sei £rrut tee gleiche wie bei der ersten Vertagung der Kon ferem anfangs Juni. Die Gegensätze m den großen grundsätzlichen Fragen bestanden ui^ verändert fort. Henderson verlas Wbet eine 13 Punkte umfassende Liste der Haupt ftreitfragen, die vor allem Kontrollfragen, Sa tionen, die militärische Luftfahrt L,anks schw e Artillerie, Kolomaltruppen, den europay^en Sicherheitspakt und anderes aufwerst. Henderson ließ jedoch die vorgeschlagene Einberufung des Hauptausschusses zum l 6- Oktober offen und er klärte, daß der Hauptausschuh erst dann wieder zusammentreten könne, wenn: in,den j eÖ t ein etzenden privaten Dfsprechun- a e n praktische Ergebnisse erzielt worden seien. Er beabsichtige, bereits rn der nächsten Woche in direkte ^erhandlun gen mit den Regierungschefs der Mächte einzutreten. Botschafter Nadolny erklärte, er halte es für seine Pflicht, den deutschen Standpunkt in aller Offenheit darzulegen und gegen den Ve r t a g u n g s v o r s ch l a g Stellung zu nehmen. Der Fehlschlag, in London Besprechungen herbeizuführen, habe nicht an der deutschen Regierung gelegen, bie j e per deit zu Besprechungen zur Verfügung gestanden hätte. Run solle die Konferenz vertagt werden, bis die zweite Lesung genügend vorbereitet sei. Jetzt solle der Präsident von Regierung zu Regierung reifen und mit den einzelnen Kabinetten verhandeln. Er z w e i f l e daran^ daß dieseArt derVerhandlungen in kurzer Zeit einen Erfolg bieten können. Rachdem die Besprechungen in London nicht zustande glommen seien, habe die Konferenz jetzt nicht nur das Recht, sondern die Pflichtz die Vorbereitung für öte zweite Lesung durch ihre Organe w i e d e r s e l b st in die Hand zu nehmen. Das Büro könne, wenn es sich mit gutem Eifer und Willen seiner Aufgabe widmen würde, eine sehr nützliche Arbeit leisten. Cs gäbe in dem britischen Entwurf eine ganze Reihe von noch v f fe - nen Fragen mehr technischer oder luristtscher Ratur, die einer politischen Entscheidung nicht bedürften. Aber auch die noch offenen Fragen mehr politischen Charakters könnten während ter Vorbereitung der zweiten Lesung eher hier durch Besprechungen von Delegation zu Delegation gefordert werden, als durch Reisen von Kabinett zu Kabinett. Er bedauere es somit außerordentlich, daß das Büro beschlossen habe, dem Hauptausschuh die sofortige Vertagung bis 16 Oktober vorzuschlagen. Wenn die Generalkommission diesen Beschluß billige, so bleibe ein wesentlicher Teil der Konferenz, die nun schon zwölf Monate getagt habe, über drei Monate liegen. „Es wird den Völkern" — so sagte Nadolny—, „die die Ergebnisse der Abrüstungskonferenz mit Ungeduld erwarten, nun nicht klar gemacht werden können, weshalb es einer solchen Vertagung bedarf, damit die Regierungen sich über die Hauptfragen der Abrüstung, die seit 14 Jahren im Artikel 18 der Völkerbunds- sahung vorgesehen ist, die von vornherein die Aufgabe dieser Konferenz war und die hier seit eineinhalb Jahren behandelt wird, endlich schlüssig werden. Ich will gar nicht von den abgerüsteten Theater. Von Professor Emil pirchan. „Wer meines Stabes Spitze fürchtet, streiche im /Rin^e' nichts", schrieb Richard Strauß zu einem iiber|anbten Taktstock, der im Berliner Theatermuseum zu sehen ist. In der Ende Dezember 1932 eröffneten riesigen Neuyorker „Music Hall" spielte man alle Akte „Carmen" — zusammengestrichen auf fünfundoier- zig Minuten. „Was gestrichen ist, kann nicht durchfallen", ist die Parole vieler Regisseure. Oie Nolle der Bayrischen Volkspartei. Enthüllungen des Kultusministers Schemm Eggenfelden, 30. Juni. (CNB. Funkspruch.) Im Rahmen einer großen Eltern- und Lehrerkundgebung sprach am Donnerstagabend Kultusminister Sche mm über das Thema „Die Religion im neuen Staat". Der Minister führte etwa aus, ter Nationalsozialismus sei unzertrennbar mit dem Christentum und der Religion verbunden. Ihn davon loslösen zu wollen, hieße ihn zerstören. Die Kreise, die das große Geschehen der Gegenwart nicht begreifen wollten, seien i n ihrem Grundwesen Feinde des Vaterlandes und des Christentums. Dazu gehörten auch diejenigen, die hinter Schloß und Riegel säßen, weil ihnen urkundlich habe Landesverrat nachgewiesen werden können. Auf Grund unserer Beobachtungen und Haussuchungen — erklärte der Minister — ist ihnen die Werbin- düng mit den Feinden des Nationalsozialismus in Oesterreich nachgewie- f e n, aber auch bie Verbindung mit Frankreich und der Tschechoslowakei. Das wesentlichste ist aber ein umfangreiches Dokument, das einen ganz klaren Kriegsplan gegen den Nationalsozialismus enthält. Sinn. Im -.amen der Reichsrcgierung er- klärte er, daß das künftige Abrüstungsabkommen, wenn es einmal von allen Möchten unterzeichnet und ratifiziert worden sei, von der deutschen Nation treu und loyal eingehalten werden würde. Der Vertreter Ungarns schloß sich den grundsätzlichen Ausführungen des deutschen Vertreters rückhaltlos an. Auch ter Vertreter Italiens, Marchese di Soragna, erklärte aus« drücklich, daß Italien sich mit der Vertagung lediglich unter der Bedingung ab- finden könne, daß gemäß den Feststellungen, di« Botschafter Radolny getroffen habe, die Machte sich nunmehr feierlich verpflichten, sich auf die in Aussicht genommenen Verhandlungen einzulassen und diese in einem Geiste zu führen, der einen positiven Erfolg der Konferenz ermögliche. Der Präsident der Abrüstungskonferenz stellte sodann fest, daß der Vertagungsvorschlag des Präsidiums einstimmig gegen die Stimme von Deutschland bei ungarischer Stimmenthaltung angenommen worden sei. Die Sitzung endete mit einer Dankeskundgebung des Hauptausschusses für den zum l.Juli ausscheidenden Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drum- mond. Die von über 70 deutschen Städten, Gemeinden und Verbänden bei der Abrüstungskonferenz eingegangenen und vom Präsidenten übermittelten Protest telegram m e gegen den Abwurf von Hehmaterial durch fremde Flugzeuge wurden vom Präsidenten Henderson im Hauptausschuß mit keinem Wort erwähnt. Oie Adolf-Hitler-Spende auch für das Handwerk Ehrenpflicht. Berlin, 29. Juni. (VDZ.) Der Reichskommissar für den Mittelstand, Dr. W i e n b e cf, hat in einem Rundschreiben bie Regierungen ter Länder gebeten, ber Durchführung ter Sammlungen für bie Hiller- Spente b u r d) bie Innungen von den Innungs-Aufsichtsbehörden keine Schwierigkeiten bereiten zu lassen. In dem Rundschreiben heißt es u.-a.: Die Beteiligung des selbständigen Handwerks an ber Abolf-Hitler-Spenbe ist eine Ehren- pflicht, der sich k e i n H a n d w e r k e r , der dazu in ber Lage ist, entziehen sollte. Bedenken gegen die vorgesehene Einschaltung ber Innungen bei der Aufbringung der Spende, die etwa aus den Vorschriften der Gewerbeordnung hergeleitet werben konnten, müffen m. (5.,gegenüber bem hohen Ziel zurücktreten. Kunst und Wissenschaft. Die Goethemedaille für Geheimrat Jrobenius. Der 60. Geburtstag von Geheimrat Leo F r o * benius brachte dem bekannten Afrikaforscher • und Kulturphilosophen eine Fülle von Ehrungen aus aller Welt. In Frankfurt fand eine von den Freunden des Afrika-Instituts und der Frankfurter Universität veranstaltete Feier statt, bei der dem Jubilar eine „Huldigung Afrikas" dargebracht wurde in Gestalt eines Gratulationszuges echt afrikanischer Masken, denen sich der afrikanische Tierbestand des Zoologischen Gartens anschloß. Bei der akademischen Feier überreichte der LIniversitätskurator Amtsgerichtsrat Wisse r dem Jubilar im Ramen des Reichspräsidenten und des Reichsinnenministers mit einem Handschreiben v. Hindenburgs dieGoethe- Medaille. Zugleich sprach er namens des preußischen Kultusministers und des Frankfurter Llniversitätsrektors Frobenius den Dank für seine Verdienste um die Wissenschaft aus. Darauf kennzeichnete Prof. Walter F. Otto in einem längeren Vortrag die wissenschaftliche Bedeutung von Frobenius. Glückwunschtelegramme waren u. a. von dem Reichsarbeitsminister S e l d t e, aus dem Auswärtigen Amt, aus dem Preußischen Kultusministerium, dem Innenministerium eingegangen. __________________ Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r. Aus der Provinzialhauptstadt fördert die deutsche Luftfahrt! Oer neue Oherspielleiter des Hessischen Landestheaters. WSR. Darmstadt, 29. Juni. Der bisher am Thalia-Theater Hamburg tätige Heinz Stieda wurdd als Oberspielleiter und Fred Schröer, Frankfurt a. M., als Spielleiter und für Chargen an das Hessische Landestheater in Darmstadt verpflichtet. Schöffengericht Gießen. Gießen, 28.Juni. Wegen Rückfallbetrugs in vier Fällen hatte sich der wegen Betrugs vielfach vorbestrafte Händler Adolf Holler aus Friedberg zu verantworten. Er war aus der Strafanstalt Preungesheim, wo er zur Zeit Strafe verbüßt, hierher verbracht worden. Wie schon oft, hatte er sich durch falsche Vorspiegelungen, wie z. B. er brauche Geld, um eine Obstsendung einzulösen, Geld erschwindelt, und zwar Beträge von 3, 10, 20 und 22 Mark. Er war umfassend geständig, so daß Zeugenvernehmungen nicht nötig waren. Seine Behauptung, aus Rot gehandelt zu haben, wurde durch seine eignen Angaben widerlegt. Rach dem gerichtsärztlichen Gutachten ist er Alkoholiker, willensschwach und degeneriert, aber verantwortlich. Er erhielt eine Gefamt- iiefänanisstrafe von achl Monaten. Die übrigen an- tehenden Fälle waren schon vor Beginn der Ver- »andlung auf andere Tage verlegt worden. ** »Kampffront der Deutschen Volkswirt e." Der Landesverband Hessen und Hessen-Nassau im Akademischen Volkswirte- bund — Reichsbund Deutscher Diplomvolkswirte — veranstaltete am Mittwoch, im Hen- ningerbräu, Frankfurt a. M., seine erste Sitzung nach der Eingliederung in die Deutsche Rechtsfront. Der Beauftragte der Bundesführung für den Bezirk des Landesverbandes Hessen und Hessen-Nassau, Diplomvolkswirt Dr. Knopp, berichtete über den zentralen und bezirklichen Neuaufbau der allein anerkannten Stanoesorga- nisation der Bolkswirte, dem Reichsbund Deutscher Diplomvolkswirte. Bemerkenswert ist der Ausbau des Bcrtrauensmännersystems durch Gründung von Ortsgruppen in den wichtigsten Städten des Bezirks, u. a. auch in Gießen. O»e O.ensträume des Reichsstatthalters in Hessen befinden sich nunmehr Darmstadt, Neckar- st r a ß c 7, Fernruf 5001, Nebenstelle 202. Für alle Zuschriften: Postschließfach 266. Es wird dringend ersucht, bei der genannten Anschrift nur Anliegen oorzubringen, die den Reichsstatthalter betreffen. Die Anschrift der Gauleiters Sprenger ist nach wie vor Frankfurt a. M., E l b e st r a ß e Nr. 61. Vaterstadt die Zeit seines Ruhestandes zu verbringen. " Platzkonzert zur Luftfahrt- Werbewoche. Gestern abend fand auf dem Hindenburg.Wall ein Platzkonzert zur Lust- sayrt-Werbewoche statt, das einen großen Zu- horerkreis fand. Die Kapelle der hiesigen Reichs- wehr konzertierte unter der Leitung von Ober- musikmcister C. K r a u ß e und brachte ein gediegenes Programm au Gehör. Die Darbietungen fanden aufmerksame Zuhörer. Sebr starkes Interesse fanden auch die vier Segelflugzeuge der verschiedenen Typen, die von der Ortsgruppe Gießen des D2V., durch die Segelsliegergruppe des Bataillons und durch den SA.-Fliegersturm ausgestellt wurden. Die Flugzeuge, die mit sehr großer Sorgfalt gebaut sind, boten vor dem grünen Hintergrund einen prächtigen Anblick. Werbemarsch für die Luftfahrt* Werbewoche. Am morgigen Samstag veranstaltet die Hitlerjugend und das Jungvolk einen Werbemarsch für die Luftfahrt-Werbewoche durch die Stadt nach dem Flughafen. Die Aufstellung erfolgt auf dem Drandplah, der Zug marschiert von dort durch die Sonnenstraße, Seltersweg, Hindenburgwall, Gartenstrahe, Lud- wigsplatz, Kaiserallee nach dem Flughafen. Außer den Segelflugveranstaltungen finden für die Zuateilnehmer ein Ballonwettbewerb und ein Modellflugzeugwcttbewerb, zu dem die Modellflugzeuge gestellt werden, statt. Eine Ehrung des Ministerpräsidenten Or. Werner. Der Vorstand der Hauptstelle der Technischen Not- Hilfe hat dem Ministerpräsidenten Professor Dr. Werner die goldene Nothelfebnadel mit Kranz mit folgender Urkunde überreicht: „Mit dankbarer Anerkennung gedenkt der Vorstand der Verdienste, welche Sie durch Ihr tatkräftiges Eintreten bei der Durchführung der Bestrebungen der technischen Nothilfe nicht nur um diese selbst, sondern auch unmittelbar um die Allgemeinheit erworben haben. Der Vorstand überreicht Ihnen als äußeres Zeichen feiner Anerken- nung die goldene Nothelfernadel mit Kranz. Möge bei Ihnen die Erinnerung an die Gelegenheiten, bei denen Sie die gemeinnützige Tätigkeit der technkjchen Nothilfe wertvoll unterstützten, stets wachbleiben." Provinzialausschuß-Sihung. In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Prooin- zlolausschusfes kamen folgende Gegenstände zur Beratung: Die Klage des Bezirksfürsorgeoerbandes Karlsruhe-Stadt, vertreten durch das städtische Fürsorge- amt A in Karlsruhe, gegen den Bezirksfürforgever- band des Kreises Friedberg wegen Anerkennung der Kostenerstattungspflicbt für Heinrich Engelhardt wurde als unbegründet kostenpflichtig zurückgewiesen. Einem Antrag der Gemeinde Groß-Karben auf teilweise Enteignung eines Grundstücks in der Gemarkung Groß-Karben für Straßenzwecke wurde entsprochen. Der Prooinzialausschuß setzte die Entschädigung für die in Frage kommenden Grundstücke entsprechend einem Gutachten der Lokalkommifsion auf 1,10 Mark für den Quadratmeter fest. Die Klage des Kaisers Kaffeegeschäft GmbH., Vier- sen, gegen den Bescheid des Areisamts Gießen vom 12. April 1933 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Spirituosen in der Verkaufsstelle Gießen, Mäusburg 5, wurde vom Provinzialaus- fchuß kostenpflichtig abgewiesen. Daten für den 30. Juni. 1503: Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen in Torgau geboren: 1522: Der Humanist Johannes Reuchlin in Bad Liebenzell gestorben: 1789: Der französische Maler Horace Bernet in Paris geboren: 1807: Der Dichter Friedrich Theodor Bischer in Ludwigs- bürg geboren: 1853: Der Archäologe Adolf Furtwängler zu Freiburg i.Dr. geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Ober- hessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 15 bis 17 Uhr: Ausstellung „Vorformen künstleri- fchen Schaffens". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". — Hubertus: 17 bis 19 Uhr, Kugslschießen. Gießener Künstler an das Hessische Landestheater verpflichtet. Neben Fräulein Beatrixe Döring, über deren Verpflichtung an das Hessische Landestheater in Darmstadt wir gestern berichten konnten, sind nunmehr auch Jochen Hauer als schwerer erster Held und das frühere Mitglied des Gießener Stadttheaters Ludwig Link mann als Cha- rakterkomiker sowie Ernst Heck für Chargen verpflichtet worden. Nach Gießen zurückgekehrt. Amtsgerichtsdirektor Funk, zuletzt Vorstand des Amts- aerichts Worms und Vorsitzender der dortigen Kammer für Handelssachen, ist nach 45jähriger Dienstzeit nach Gießen zurückgekehrt, um in seiner m land. Man wisse eben zu genau, daß der ernstliche Wehrwille eines Volkes zehnmal mehr fei, als eine schwerbewaffnete Negerlruppe. Kundgebung der Gießener Studentenschaft gegen das Mai von Versailles. nur die Möglichkeit, deutsches Recht nach außen zu verteidigen. Bevor ein 70-Millionen-Dolk gewaltsam zugrunde gerichtet werde, wolle man lieber die Heimat mit dem letzten Blutstropfen verteidigen. Deutschland sei heute von bis auf die Zähne be- waffneken Gegnern umgeben und habe nicht einmal die Möglichkeit, sich gegen böswillige Angriffe zu verteidigen. Wäre in Deutschland tatsächlich .m Geheimen ausgerüstet worden, so wäre es nie möglich gewesen, daß zwei fremde Flieger über Berlin die Hetzschriften auch nur eine Minute lang hätten abwerfen können. Da aber, wie es ja bei jedem entarteten Volke begreiflich ist, die Angst vor dem zwar wehrlosen aber gesunden und hochwertigen Volke immer ins Unendliche steige, zittere Frankreich trotz Festungen, Kampfflieger, Tanks und schweren Geschützen vor dem fast wehrlosen Deutsches zu dieser freiwilligen Erniedrigung nie gekommen. Als Beispiel dafür führte der Redner die große französische Aktion gegen die Universität Halle im Jahre 1806 an. Als die Franzosen die Schließung der Universität anordneten, richteten viele Professoren ein unterwürfiges Bittgesuch an den Kaiser, das der Dekan der medizinischen Fakultät unterschreiben sollte. Dieses Gesuch konnte aber nie abgesandt werden, da dieser, der Unioersitätsprofessor Dr. Reil erklärte, er könne als deutscher Mann so etwas nie und nimmer unterfertigen. Wenn 1919 Männer an der Spitze gestanden hätten, wie jener im Falle Halle, so wäre es zu Versailles nie gekommen. Jetzt nütze aber kein Jammern und Klagen, sondern nur ein Arbeiten und Handeln. Wenn Deutschland außenpolitisch erstarken wolle, so müßte vorerst im Innern Ordnung geschaffen fein. Ein Volk, das im Inneren zerrissen, und in Klassen und Parteien gespalten ist, können außenpolitisch nie Forderungen stellen. Man bettle nicht um ein Recht, sondern ein Recht müsse man sich erkämpfen. Man wolle keineswegs einen Angriffskrieg, sondern Am Mittwochabend fand in der Neuen Aula der Universität im Rahmen der politischen Schulungsabende der Gießener Studentenschaft eine Kundgebung gegen Versailles statt. Der Führer der Gießener Studentenschaft stuck, jur. H. I. Adam eröffnete den Dorttagsabend und hieß die Herren Dozenten, die in großer Anzahl erschienen waren uyd die gleichfalls zahlreich vertretenen Kommilitonen herzlich willkommen. Er gedachte in kurzen Worten des Diktates von Versailles, das die Studenten niemals anerkennen könnten. Mit besonderer Freude begrüßte er den Redner des Abends, Ingenieur W a 11 uj d) c f aus Salzburg, und erteilte ihm das Wort. Pg. Wal - tuschet wurde lebhaft begrüßt und begann seinen Dorttag: „Das Versailler Diktat und der Anschlußgedanke an Oesterreich". Der Redner führte u. a. folgendes aus: Heute jähre sich wieder der Schandtag, an dem die verantwortungslosen pazifistischen Vertreter des einstigen Deutschlands den Vertrag von Versailles unterzeichneten. Der langen Arbeit eines Erzbergers fei es gelungen, einen Abgeordneten nach dem anderen zur Unterschrift unter das Gewaltdiktat zu be- wegen. Wenn sich auch zuerst selbst die Sozialdemo, traten für die Unannehmbarkeit des Vertrages ausgesprochen hätten, und ein Scheidemann den bekannten Ausspruch von der „verdorrten Hand" machte, so sei es doch bereits am 23. Juli gelungen, eine Mehrheit von 237 Stimmen (Zentrum, Sozialdemokraten, Demokraten und USPD.) zusammen- zubringen, von der Paris sofort verständigt worden sei. Am 28. Juni 1919 sei nun im Spiegelsaal von Versailles in dem am 18. Januar 1871 die feierliche Gründung des Deutschen Reiches erfolgte, der Vertrag von Versailles von den deutschen Vertretern unterzeichnet worden. Man möge nur nicht behaupten wollen, so fuhr der Redner fort, daß die Unterzeichnung dieses Diktates eine unabwendbare Sache gewesen sei — hätten eben damals an der Spitze des Staates nicht der Sozialdemokrat Müller und der Zenttumsmann Bell gestanden, sondern deutsche Manner, so wäre Deutschland sei heute wieder einig und habe einen Führer, der ihm wieder zum Rechte verhelfen werde. Man wiße genau, daß es noch ein hartes Ringen sein werde, doch für die Heimat zu kämpfen sei und bleibe das Ziel jedes deutschen Mannes. Wenn man eine Verständigung und einen gesicherten Frieden anstrebe, so heiße dies aber noch lange nicht, daß sich das deutsche Volk entrechten lassen wolle. Zwei Millionen deutscher Manner seien für Deutschlands Freiheit und nicht für Deutschlands Sklaverei gefallen. Ein Langemarck wäre überflüssig und wertlos gewesen, wenn mir den Geist der Kriegsschuldlüge nicht bis auf das Mester oekämpfen wurden. Deutschland fei weder schuld nock mitschuldig am Kriege. Heute zögen die „Enthüllungen" eines Kautzky und Eisner nicht mehr, denn heute wisse jedes Kind, daß Frankreichs systematische Bündnispolitik seit Beginn der französisch-russischen Beziehungen aus Rache hinziele. Wenn er, der Redner, als deutscher Österreicher hier zu diesem Anlaß spräche, dann solle dies zeigen, daß für das neue Deutschland die künstlichen Grenzen nicht aep ten könnten. Für deutsche Belange habe eben icocr deutsche Mann zu kämpfen. Die Haltung der heutigen österreichischen Regierung zeige nur zu genau, daß Frankreichs Einfluß das bestimmende Element fei, um unter allen Umständen das Erwachen auch in Oesterreich zu verhindern. Der Deutsche Oesterreichs kämpfe heute genau fo schwer, wie jedes andere deutsche Grenzoolk um seine deutsche Kultur. Die Rede wurde mit großem Beifall aurgenommen. Der Führer der Studentenschaft dankte dem Redner für feine Ausführungen und verlas im Anschluß daran eine Protestkundgebung. Die Kundgebung wurde mit dem Gesang des vierten Verses des Deutschlandliedes geschlosten. Geschichten ans aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Der Staat als Ehcvermittler. , (ft.) Tokio. Wohl überall in der Welt wird die Maßnahme der deutschen Reichsregierung, das Heiraten durch Gewährung von Darlehen zu erleichtern, Aufsehen erregt haben. „Bon den Deutschen sollte unsere Re- aierung lernen!" so sagt jetzt mancher hierzulande. Immerhin verdient es gerade die japanische Regie- rung nicht, daß man ihr Interesselosigkeit gegen das Familienleben Nachsaat. Im Gegenteil — sie ist ständig bemüht, die Zahl der Eheschließungen zu erhöhen, und da, wo es notwendig ist, wendet sie auch dazu ganz moderne Mittel an. Tokio beispielsweise widmet sich dem Problem der Eheschließung auf recht sachliche Art. Der Magistrat der otabt unterhält neben vielen anderen Bureaus nach euro- päischem Muster auch eines, das nur dazu bestimmt ist, Ehen zu stiften. Dort geht der japanische Junggeselle, der des Alleinseins müde ist, zur (Eintragung in das Register der Eheanwärter hin. Das japanische junge Mädchen „von heute" tut des- gleichen. Es ist nun einmal Eigenschaft aller Behörden, daß sie neugierig sind, und daher fragt auch diese städtische Stelle aus den Bewerbern alles Mögliche und Unmögliche heraus. Darüber hinaus läßt es die Anwärter auf einen glücklichen Ehestand ärztlich untersuchen, im Bedarfsfälle auch photographieren, und nun erst beginnt die Vermittlungstätigkeit. Auf Grund besonderer ärztlicher Gutachten werden die Bewerber und Bewerberinnen durch das Ehevermittlungsamt einander oorge- schlagen. Nach amtlichem Ermessen paßt eben jener Jüngling zu dieser Jungfrau, und nach diesem Prinzip werden die Bewerber miteinander bekanntgemacht. Nachdem unter amtlicher Nachhilfe auch die wirtschaftlichen Fragen besprochen und geregelt sind, gelingt es — wie der Bericht des Magistrats von Tokio besagt — in den meisten Fällen, schon beim ersten Zusammentreffen eine festere Verbindung zu treffen, die fast immer zur Ehe führt. Bei den wählerischen Bewerbern sind oft drei und noch mehr neue Zusammenstellungen notwendig. Alles das wird gern und kostenfrei vom Magistrat unternommen; nur eine Garantie für Eheglück wird nicht gegeben. Soweit vorgeschritten ist man nicht einmal im sonst so modernen Japan. Das Gewissen. (w.) N e u y o r k. In einer Neuyorker Schule hat sich kürzlich folgendes ereignet: Der Lehrer Alfred Milton war dafür bekannt, daß er gerade die Jungens zwischen neun und zwölf Jahren, jene oft so schwer zu behandelnden Kinder, ausgezeichnet anzupacken verstand. Mit Beispielen aus dem täglichen Leben regte er ihr Interesse an und sand dann immer den geeigneten Uebergang zu jenem Gebiet, über das er mit den Kindern sprechen wollte. Um dieser seiner vorzüglichen Eigenschaft willen nahm er im Kollegium eine^beoorjugte Stellung ein. Manchmal freilich reagierten die Kinder anders, als er beabsichtigte. Und er war großzügig genug, diese kleinen Unterbrechungen als heitere Episoden selbst weiter zu erzählen. Neulich gab er diese zum besten. „Ich wollte den Kindern die Begriffe von Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit an einem Beispiel demonstrieren. Unter allgemeiner Aufmerksamkeit der Klasse erzählte ich folaendes Beispiel: ,Als ich vor vielen Jahren genau so ein kleiner Junge gewesen war wie ihr, tarn ich einmal an einem Obststand vorbei, dessen Besitzer wahrscheinlich gerade eine kurze Besorgung machte. Die Straße war vollkommen leer, niemand war zu sehen, und die schönen Birnen »achten mich verlockend an. Ehe ich es recht wußte, odtte ich eine von diesen Birnen, die mir doch nicht gehörten, in der Hand. Wie ein Verbrecher lief ich mit dieser Birne in der Hand um die nächste Straßenecke und atmete erst auf, als ich drei bis vier Querstraßen hinter mir hatte. Dann sah ich mir mit gemischten Gefühlen die gestohlene Birne an. Sie brannte geradezu in meinen Händen. Ich wollte sie verzehren. Doch kaum hatte ich sie mit meinem Mund in Berührung gebracht, als mich ein -seltsames Gefühl befiel. Ich konnte nicht anders, ich lief zu dem Obststand zurück, umkreiste ihn und legte in einem unbeobachteten Augenblick die gestohlene Birne wieder in ihren Korb zurück. Dann atmete ich wie erlöst auf. Wer von euch kann mir nun sagen, was mich gezwungen hatte, diese gestohlene Birne wieder an ihren Platz zurückzutra- gen — na, was meinst du, Tom?' Tom schrie über die ganze Klasse hin: „Sie hatten eine faule erwischt, Herr Lehrer!" Sensationeller Borkampf. w. — New-Jersey. Wunderlich ist nicht etwa die Geschichte vom Boxer Tom Rizzi, die in ähnlicher Art schon zu verschiedenen Malen dagewesen ist — wunderlich ist vielmehr die des Impresario Corrh, die Amerika einigermaßen in Staunen versetzt hat. Der amerikanisch-italienische Borer Tom Rizzi hatte angekündigt, daß er gesonnen sei, zwei beliebige Gegner seiner Boxerklasse hintereinander nicht nur zu bekämpfen, sondern auch zu schlagen, und das hatte nicht nur in New-Jersey, sondern in allen Staaten die richtige Wirkung gehabt. Der Impresario Corrh verfehlte nicht, die große Reklametrommel zu schlagen, und so war denn der Tag des Kampfes in den Sportkalendern rot angestrichen. Man schloß die irrsinnigsten Wetten ab und tobte viele Minuten lang, als Rizzi seinen ersten Gegner in sieben harten Runden einwandfrei L o. schlug. Rach einer Viertelstunde Erholungspause ttat Rizzi gegen den zweiten Gegner an, frisch und elastisch, als ob er eben aus dem Bade käme. Der Kampf war schwer. Aber ein ungeheurer Hieb streckte den Partner in der sechsten Runde zu Boden. Das Publikum war außer Rand und Band. Die Begeisterung überstieg alle Grenzen. Da hatte der Impresario Corrh einen unglücklichen Gedanken: er wollte dem Sieger in seinem Um* kleideraum gratulieren. Aber wer beschreibt sein Erstaunen, als er einem verdoppelten Rizzi ac- genüberstand: er fand zwei Zwillingsbrüder, die sich aufs Haar glichen... Und nun beging Corrh die größte Dummheit seines Lebens. Er schimpfte und forderte seine 10 000 Dollars Vorschuß zurück. Aber die halten die Brüder schon aus- gegeben. Und nun hob in der engen Kabine ein Kampf an, der sich so ungleich gestaltete, daß sogar das Publikum die Schreie des Impresarios hörte. Das Rätsel des Erfolges wurde offenbar. Corrh mußte sich aufs Podium begeben und die Tatsache verkünden. Was machte das Publikum? Cs lachte — es lachte so, wie es noch bei keinem Chaplin-Film gelacht hatte. Und nach diesem Amüsement bedachte es, daß es ein amerikanisches Publikum sei, dem Zeit Geld ist — und forderte die Eintrittspreise zurück. So kam der ungeschickte Impresario um sein Geld. Gewinner waren das Publikum, daS sich gratis halbtot gelacht hatte, -und die italienischen Zwillinge, denen die Engagementsanträge von diesem Kampfe an für eine gute Weile nur so zuflogen. Die Sache mit dem Zolltarif (es.) Stockholm. Mit vielem Fleiß und mit einem umfangreichen Wissen von den Bedürfnissen der Menschheit sind die Zolltarife ersonnen worden, die gedruckt und zu einem netten Bande vereinigt /2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese ..... b>/,% ebem.S'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Goldpse. ... 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand brieianstalt. Psandbriese R. 1« Verrechnungskurs 4% Oesterrelchsiche Kolbrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 84,5 90,4 77.1 75,5 11,2 77,5 68 81,5 84 67 75 81,75 81,75 84,25 84 82 82,5 86 1,15 5,6 ' 5,25 10,4 6,3 84,25 90,15 77,75 74,9 11,05 81 84 68 82,75 83 82 82,25 86 6,13 5,6 5,5 11,25 6,1 — 84,25 90,25 77,5 75,5 11,2 75,25 68,4 82,75 86 6,35 5,8 5,4 10,75 6,2 P 84,13 90 78 75,13 11,15 74 68,25 86 16,25 1,13 6,25 5,9 5,65 11,3 6 - 4% desgl. Serie II ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . 3%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Pakei ..... < Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 Hansa Dampsschiss...........0 Norddeutscher Lloyd .........O A.G. sür Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschast................c Dresdner Bank..............O Reichsbank .................1 A.E.G......................( Elekll. Lieferungsgesellschaft... ? Licht und Kraft .............t Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter» nehmungen...............j Rheinische Elektrizität ........b Schuckert L Co..............o Siemen« & Halske........... f Lah me yer & Co..............io 5,9 9,75 4,7 27,25 16,5 17,75 46 91 50,5 57 46 141,75 24,5 88 104,25 53,5 90,5 105,5 158 122 74 114 59,13 98 156 116 54,5 65.5 6,05 5,65 4,55 27,8 16 17,25 44,5 91 50,25 57 46 143,25 23,75 87 104,5 54 89,5 98 106,5 122,5 115 58,5 96 159 115,5 64,75 6,3 9,9 4,7 27,4 16,25 28 22,13 17-65 45 91 50,75 57,75 46 142,25 23,9 88 104,5 54,5 91 98 105 159 123,4 74,25 113,75 58,25 98,25 64,65 158 115 54.5 65,75 6,13 9,9 4,6 28 16,25 22,5 17,25 45 91 50,75 57 46 144 24 87,5 105,5 53,13 90 106,75 159,5 123,25 73,75 115,25 58,5 96,75 65,75 159 114.25 53,13 65 Mansfelder Bergbau.........O Kokswerke ..................O Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Hoelnftahl ................c Bereinigte Stahlwerke........u Olavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Calzdetsurth.......P 3 ®. Farben-Indusirie.......7 Scheideanstall...............io Goldschmidt ................o Rütgerswerke ...............o 24 36,5 208 92,5 36,25 17 128,5 129 170 130,75 171,5 48,25 61 60,5 57 81 79 39,5 50,5 44,5 20,5 31,25 48 37,5 187 24,75 64,75 151.5 23 35,5 209,5 91,5 35,5 17 128 129,5 171 129 170 48,25 60,5 57,25 80,5 79 39,5 51,25 44,25 20,5 29,75 18 182,5 25 62,25 152,5 22,13 80 36,25 210 91,75 36 17 128,5 127 171.5 130,75 47,5 61,13 60 = 118,75 39 50 44,5 21 112,25 30,75 48 45,25 19,13 186,25 24,75 151,75 22 79,25 35,75 209,5 91,5 35,13 16,9 128,5 129,5 171 130 48,4 60,5 59 57,25 118,75 40 51 43,5 21 112,5 29,75 47,75 44,25 18,25 182,5 — 152 Kopenhagen Stockholm.. London..... Buenos Alle- Neu pork ... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz... Spanien... Danzig.... Japan..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... Metallgelellschaft.............f Philipp Holzmann...........o Zementwerk Heidelberg ......« Cememwerk Karlstadt.........o Schultheis Patzenhoser........o Wu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg...................o Zellstoss Waldhos ............o Zellstoff Aschaffenburg .......o Dessauer @a8...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Orenftein L koppel ..........0 Leonhard Tietz ..............6 Chade........................ Britzner..................... Malnkraslwerke Höchst a.M. ... « Süddeutscher Zucker ......... Berlin. 29-Iuni Geld Brief Amerilanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ... ........... • Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................ Ungarische Role» ............... 3,225 58,78 63,52 14,265 16,55 168,96 22,11 71,66 73,45 81,14 35,23 3,245 59,02 63,78 14,325 16,61 169,64 22,19 71,94 73,75 81,46 35,37 Deutsche Erd« .............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Voesch Eisen—Köln-Neu essen.. 0 Ölfe Bergbau ..............7 3l(e Bergbau Genüsse........7 Kiöcknerwerke ...............0 > ManneSmann-Röhre»........ 0 4% Ungarisckse Staatsrente v. 1910 4>/2% desgl. von 1913......... 5% abgeil. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollan'leihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 . ...............