Nr. 150 Erstes Blatt 183. Jahrgang 5reitag, 30. Juni 1933 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig; für Re* klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reickspfennig, Platzvorschnst 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An. zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Erlche>n> «Ügltch, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, Biegen« Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, monats-Beingspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert, , t.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ___ _ _ MM General-Anzeiger für Oberhessen • Polftherffonto: 1 •II Stcniinn om mein 11686. Vrvik »n» Verlag: vrül)l'!ch« Univerftlälr-Vuch- und St' ck a r d t wird zum Staatssekretär ernannt, Landgerichtä- rat Jäger wird zum Ministerialdirek- t o r ernannt. Oie Eingliederung der evangelischen Kirche. Berlin, 29. Juni. (WTB.) Amtlich. Um dem einmütigen Wunsche des ^evangelischen Kirchenvolkes und der Kirchenregierungen nach baldiger Schaffung der einigen Deutschen Evangelischen Kirche so schnell wie möglich zur Erfüllung zu verhelfen, hat der Reichs Minister des Innern nunmehr die beschleunigte Prüfung alter Fragen angeordnet, die die Eingliederung der neu z u gestaltenden evangelischen Kirche in das öffentliche Recht des Reiches zum Ge- ?enstande haben. Er hat zu diesem Zweck den irchenpolitischen Referenten des Deichsmini- steriums des Innern OberregierungÄrat Dr. Eonrad beauftragt, unverzüglich die Verbindung mit dem Deutschen Evangelischen Kirchenbund und dem Bevollmächtigten des Reichskanzlers Wehrkreispfarrer Müller aufzunehmen. Verbot der Internationalen Bibelforscher. Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der preußische Minister des Inneren hat die Internationale B i b e l f o r s ch e r-V e r e i n i g u n g einschließlich ihrer sämtlichen Organisationen im Gebiete des Freistaates Preußen aufgelöst und verboten, weil die genannten Organisationen unter dem Deckmantel angeblicher wissenschaftlicher Bibelforschung eine unverkenn- bareHetze gegen d i e christliche Kirche und den Staat betrieben haben. In ihrer maßlosen Agitation leistete die Internationale Bibelforscher-Vereinigung in hohem und gefährlichem Maße kulturbolschewistische Zersetzungsarbeit. Der Kampf der verbotenen zehntausend schaffende Hände der Förderung und Psege des innerdeutschen Fernverkehrs zu dienen haben. Aber sieht man einmal auf die Ausgangs- und Endpunkte der einzelnen Durchgangsstrahen, so beweist ein Blick auf die historische Landkarte, daß es auch heute wieder die uralten Bahnen sind, die in einer Zeit von anderthalb Jahrtausenden sich herausgebildet und erhalten haben. Die ältesten Straßenverbindungen in Deutschland verliefen in den beiden Hauptdiagonalen Rord-Süd und Ost-West. Das moderne Projekt sieht auch wieder diese zwei Hauptverbindungswege vor und folgt in großen Teilen denaltenHeer-und Handelsstraßen des frühesten und späteren Mittelalters. So berührt die Fernstraße von Hamburg nachDasel auf ihrem Weg durch das Hannoversche und Hessische und weiter im Süden bei uns im Oberhessischen und Badischen eine der ältesten mittelalterlichen Straßen, deren einzelne Teile sogar auf die Strahenanlagen aus der Zeit der Römer zurückgehen. Die geplanten Kü st en st raßen von Tilsit nach Dan- z i g und von Hamburg nach Hannover weisen auf die Zeit der Hanse hin, und die drei Ost-Westrerbindungen mit ihren Abweichungen in der halben Diagonale der Himmelsrose folgen den zroßen Handelsstraßen des mittelalterlichen Han- >elsverkehrs, so auf der Strecke von Frank- urt-M. überHanau, Fulda.Weißen- els und Leipzig bis weiter nach Bres- l a u dem bekannten Königsweg, auf dem die schweren Lastzüge der Fugger von Leipzig nach Frankfurt rollten; zweifellos könnten bei näherem Studium auf fast allen der geplanten Fern- traßen die Beziehungen bis in die ältesten Zeiten der Geschichte hinein festgestellt werden. Richt zuletzt werden so auch heute wie damals diese großen Verbindungswege für den friedlichen toirt- chaftlichen und kulturellen Güteraustausch zwi- chen Deutschland und seinen Rachborvölkern und ve'.ter als Durchgangsstrahen für die europäi- chen Staaten ihre große und wertschaffende Bedeutung behalten. -pf. Durch das Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und auch durch den Arierparagraphen, sehen sich Hunderttausende plötzlich in der Lage, Rachweise für ihren Militärdienst während des Weltkrieges beschaffen zu müssen. Sind die Militärpapiere, und das ist überwiegend der Fall, im Laufe der Rachkriegsjahre vernichtet worden oder verloren gegangen, dann muß versucht werden, eine amtliche Bestätigung des Frvnterleb- nisses zu bekommen. Diese kann für die preußischen und hessischen Truppenteile nur vom Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber in Spandau, einer Zweigstelle des Reichsarchivs, erlangt werden, während weiter Rachweiseämter für die bayerischen Truppen in München, für die sächsischen in Dresden und für die württembergischen in Stuttgart bestehen. Seit Wochen wird hier eine gewaltige Arbeit geleistet. Beim Zentral- nachweiseamt in Spandau laufen täglich 2500 bis 3000 Anträge ehemaliger Kriegsteilnehmer aus allen Teilen des Reiches ein, die durchweg dieselbe Bitte enthalten: Zusendung einer Kriegsdienstbescheinigung oder eine Bestätigung, daß der Absender an der Front war und an diesem oder jenem Gefecht teilgenommen hat. 51nt> bestimmt wird sein Rame in einer der 135 000 Kriegsstammrollen zu finden sein, die in den nach tausenden zählenden Regalen untergebracht sind. Aber das Suchen in diesen Stammrollen, die die Weltkriegshistorie der preußischen Armee darstellen, ist schwierig und so müssen 125 Beamte und Hilfskräfte seit Wochen im „Sachgebiet Stammrolle" angestrengt arbeiten, während früher hier nur 50 Menschen tätig waren. Denn es sind nicht nur die schriftlichen Anträge. Täglich kommen noch zwischen 100 und 200 Personen um ihre Anträge persönlich ab- zugeb-n. Diese müssen auf den Antragszetteln die für die Suche notwendigen Fragen beantworten als da sind: die für den Truppenteil und bis zur kleinsten Einheit, der letzte militärische Dienstgrad, der letzte Truppenteil und die wann erfolgte Entlassung. Alle noch im Besitz des Antragstellers vorhandenen Militärpapiere, der Entlassungsschein etwa oder auch Feldpostkarten erleichtern die Arbeit des Beamten außerordentlich. Die Antwort auf einen Antrag kann durchschnittlich erst in vier Wochen gegeben werden. Während dieser Zeit suchen die Beamten und ihre Hilfskräfte tagtäglich in den unzähligen Regalen und vor ihnen baut sich Tag für Tag das ganze furchtbare Geschehen der vier Jahre von neuem auf. Fronten, Schlachtfelder nehmen in den Dokumenten greifbare Formen an. Die Suche beginnt gewöhnlich bei der letzten Formation, der der Antragsteller angehörte, aber mitunter, wenn z. B. der Entlassungsschein fehlt, wird sein Rame nicht gefunden, und als letzter Ausweg bleiben dann Die Kriegstagebücher der Formationen, die im Reichsarchiv in Potsdam aufbewahrt werden. Die Antragsteller sind in der Hauptsache Beamte, Juristen und Aer^te. Fast nie ist es leicht, ihre Wünsche zu erfüllen. Oft findet sich erst nach wochenlangem Suchen ein Anhaltspunkt, der weitere positive Rachforschungen ermöglicht, viele sind nicht ordnungsgemäß entlassen worden, andere haben bei kleinen Einheiten, wie Abhör- ftationen und Mehtruppen Dienst geleistet und deren Rümmer lange vergessen. Auch bei Aerzten erwachsen große Schwierigkeiten. In den Lazaretten wurden die Eintragungen in die Stammrolle nicht immer genau Dorgenommen, oft wurden Aerzte abberufen, in ein Heimatlazarett und dann in ein anderes Frontlazarett. Don Bedeutung ist hierbei der Rachweis, ob der Arzt in einem Seuchenlazarett Dienst getan hat, da dieser dem Frontkämpfer gleichgestellt wird. Einen bitteren Rachgeschmack hat es, wenn man erfährt, daß es zahlreiche Leute gibt, die jetzt nachträglich um die Verleihung eines Kriegsdienstordens bitten. Diele für sich sprechenden Anträge werden grundsätzlich abschlä - g i g beschieden und nur Anträge auf Erneuerung von Ordensbesihzeugnissen werden den zuständigen Stellen weitergeleitet. Verbände richtete sich darüber hinaus gegen die Elemente des völkischen Gemeinschaftslebens, deren Pflege und Förderung der heutige Staat sich zur besonderen Aufgabe gemacht hat. Eine Mesentrauung im Berliner Osten. Berlin, 29.3uni. (CAB.) Am Sonntag werden in der Lazaruskirche zu gleicher Zeit etwa 50 Paare getraut werden. Die Männer, die alle Angehörige der ASDAP. und der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" sind, tragen braune Uniform. Der Einmarsch der Hochzeitspaare in die Kirche erfolgt unter Vorantritt der Fcchnen- abordnungen der ASDAP., die von dem Pfarrer und den Kirchenältesten angeführt werden. Aach der kirchlichen Trauung begeben sich die Hochzeitspaare mit ihren Gästen in das Böhmische Brauhaus in der Landsberger Allee, wo bei Konzert und künstlerischen Vorträgen eine gemeinsame Hochzeitsfeier ganz großen Stiles durchgeführt werden wird, zu der über 1030 Einlaßkarten ausgegeben werden. Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den Kührerrat des NeutschenBeamtenbundes Berlin, 29. 3uni. (WTB.) Der Ehrenpräsident der deutschen Beamtenschaft, Reichsstatthalter Sprenger, erstattete am 27.3uni mittags dem Reichskanzler Bericht über die im wesentlichen vollendete Aeuor- ganisation der deutschen Beamtenschaft im Deutschen Beamtenbund. Bei dieser Gelegenheit ließ sich der Kanzler d e n Führerrat des Bundes vorstellen. Auf die Worte des Reichsstatthalters Sprenger, der kurz ben Entwicklungsstand des Deutschen Beamtenbundes und der AS.--Beamtenabteilung darlegte, das unbedingte Einverständnis mit der Ausscheidung aller ungeeigneten Elemente aus dem Beamtentum erklärte und das Versprechen ablegte, die Organisation der Beamten in Kürze zu dem erwünschten Instrument der Staatsführung zu machen, antwortete der Kanzler mit einer Ansprache, in der er auf Grund eines kurzen geschichtlichen Rückblicks das Schicksalhafte der gegenwärtigen Zeitenwende und die Hot» Wendigkeit, alles dem Gedanken der Vereinheitlichung und Vereinfachung unterzuordnen, hervorhob. Es sei die Aufgabe der nationalen Revolution, das Erbübel der deutschen Zerklüftung zu überwinden und, ob in kurzer oder längerer Zeit, darauf komme es ihm nicht an, die nationale Volksgemeinschaft zu schaffen. Er begrüße, daß der Zusammenschluß der deutschen Beamten gelungen sei. Berührte Wünsche und Fragen würden mit den dafür in Frage kommenden Stellen der Lösung zuzuführen sein. Unzerstörbare Geschlossenheit des Bauernstandes. Berlin, 29. Juni. (WTB) Die Pressestelle des Amtes für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: Heute vormittag fand unter dem Vorsitz von R. Walter DarrS eine Sitzung der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauern st andes statt. In dieser Sitzung wurde seitens aller Verbände einstimmig und ausdrücklich dem Vorsitzenden Dr. Walter Darrö, als dem Reichsbauernführer die Vollmacht erteilt, die einheitliche Organisation des landwirtschaftlichen Berufsstandes i m Sinne echten Führertums zu gestalten. — Die „Nationalsozialistische Landvost" wurde zum offiziellen Zentralorgan des landwirtschaftlichen Berufsstandes bestellt. Oie Grundverbände der Arbeiter in der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 28.Juni. (CAB. Funkspruch.) Das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Aunmehr hat das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront unter seinem Leiter M u ch o w die Verschmelzung der einzelnen Verbände des Gesamtverbandes der Arbeiter in die fachlich neu gegliederten 14 Grundverbände abgeschlossen. Diese Verbände heißen jetzt: Deutscher Arbeiterverband des Baugewerbes, Deutscher Arbeiterverband des Bergbaues, Deutscher Arbeiterverband des graphischen Gewerbes, Deutscher Arbeiterverband der ö f - fentlichen Betriebe, Deutscher Arbeiterverband des Aahrungsmittelgewerbes, Deutscher Metallarbeiter-Verband, Deutscher Fabrikarbeiter -Verband, Deutscher Holzarbeiter - Verband, Deutscher Textilarbeiter- Verband, Deutscher Tabakarbeiter - Verband, Deutscher Steinarbeiter- Verband, Deutscher Lederarbeiter - Verband, Deutscher Landarbeiter - Verband, Deutscher Heimarbeiter - und -arbeite» rinnen- Verband. Damit ist der Grundstock zur llebernahme der anderen kleinen und kleinsten Verbände geschaffen worden. Keine Auflösung des OHV. Berlin, 29. Juni. (TU.) Wie der „Zeitunhs- dienst" erfährt, hat der Führer der Deutschen Arbeitsfront den bisherigen Vorsitzenden des DHV., M i l tz o w (Hamburg) abberufen. Zum Nachfolger sei der bisherige Personalchef des DHV., A. H a i d t, bestellt. Diese aus rein politischen Gründen notwendig gewordene Umbesetzung stehe in keinerlei Zusammenhang mit der durch die Beauftragten der DAF. vorgenommenen gründlichen Ueberprüfung der Finanzverhältnisse des Verbandes und seiner Einrichtungen. Die Prüfungskommission habe sich davon überzeugt, daß die Verwaltung der Finanzen und aller Anlagen nach besten kaufmännischen Grundsätzen erfolgt sei und zu keinerlei Beanstandungen Grund vorliege. Die Finanzlage des Verbandes fei nach wie vor gut. Eine Auflösung des T)HV. fei nicht beabsichtigt. Darüber yabe eine Aussprache zwischen dem Führer des DHV. und dem Führer des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter, Walter Schumann, dem fälschlicherweise solche Aeußerungen zugeschrieben wurden, Klarheit geschaffen. Es sei der feste Wille der Deutschen Arbeitsfront und ihres Führers, die Organisation des DHV. für alle Zukunft zur Grundlage und Auffangstellung für die deutschen männlichen Kaufmannsgehilfen auszugestalten. Or. Ley zur Krage der Konsumvereine. B e r l in , 29. Juni. (CAB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Leh hat zur Frage der Konsumvereine einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Für mich waren zwei Dinge maß- Oie erste Fahrt des „Gorch Kock". — Das neue Segelschulschiff „Gorch Fock" hat seine Werft in Hamburg verlassen und ist durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal in seinem künftigen Heimathafen Kiel eingetroffen. Das Schiff wurde als Ersatz für die mit 69 Kadetten, untergegangene „Niobe" gebaut. Krisenstimmung in London. England zwischen den Währungsfronten. - Was will Washington? Berlin, 30. Juni. (CNB.-Funkspruch.) Es ist in London nicht gelungen, die Weltwirtschaftskonferenz ersprießlich weiter arbeiten zu lassen, „als ob" die Währungsfrage geregelt wäre. Die Spekulation hat sich inzwischen der Angelegenheit bemächtigt und gestern einen Dollarrückgang herbeigeführt, der eine beträchtliche Nervosität verursacht und die Stabilisierung wieder akut gemacht hat. Bei der unentschiedenen Haltung Englands und der entschiedenen Stellungnahme Amerikas gegen eine vorläufige Stabilisierung, handelt es sich um ein Wettrennen beider Länder auf dem Weltmarkt, das bald zum Stillstand kommen muß, wenn nicht andere Länder sich ihm in kopfloser Hast anschließen und alle internationalen Austauschbeziehungen völlig zerrüttet werden sollen. Die europäischenGoldstandardländer sehen diese Gefahr besonders deutlich und suchen deshalb Macdonald zu einer klaren Entscheidung für die Goldwährung zu gewinnen. Dieser Entscheidung galten die zahlreichen Konferenzen des gestrigen Tages, in denen Frankreich und Holland besonders hervortraten. Es hat sich herausgestellt, daß der Vertrauensmann Roosevelts, Professor M o l e y , auch nicht in der Lage ist, der Konferenz die erhofften Zusicherungen zu geben. Die Spannung konzentriert sich nun aus das Ergebnis der Rückfragen, die er unter dem Eindruck der ausgesprochenen Londoner Krisenstimmung an das Weiße Haus richten wird. Da die amerikanische Politik sich ganz eindeutig und nachdrücklich auf das bekannte Preiserhöhungsprogramm im Inland e, das mit einer Exportoerbilligung Hand in Hand gehen muß, festgelegt hat und die amerikanischen Vertreter in London noch in den letzten Tagen die Währungsfrage als nicht vordringlich bezeichnet haben, find die Aussichten der Konferenz als sehr ungünsti g zu beurteilen. Die ergebnislose Vertagung zweier Weltkonferenzen wäre freilich ein schlechtes Vorzeichen für den Gedanken der internationalen Zusammenarbeit überhaupt und ein Prestigeverlust für England, das die beiden Präsidenten bestellt hat. * Wie „Daily Telegraph" schreibt, sind die Bemühungen Frankreichs und der Vertreter der Goldwährungsländer, von Macdonald eine moralische Unterstützung für ihre Lage zu erhalten, ergebnislos geblieben. England wolle keine Partei in dem Währungsstreit zwischen Amerika und Europa ergreifen, sondern a l s Vermittler wirken. Dasselbe Blatt meldet, daß unter den Goldwährungsländern Frankreich, Italien, Schweiz, Holland usw. etwas wie eine Revolte gegen die gegenwärtige ungeregelte Währungslage ausgebrochen sei, und daß Amerika für die Verzögerung der Konferenz verantwortlich gemacht werde. gebend: Erstens: daß was faul ist, abzustoßen und unverzüglich zu liquidieren. So sind denn im Laufe dieser Zeit nicht weniger als fünfzig K on s u m v e re i n e liquidiert worden, und eine größere Anzahl steht noch in Liquidation. Zweitens erkannte ich, daß die Konsumvereine wohl eineBasis abgeben könnten, um dem schöpferischen Handwerk ein gesichertes Absatzgebiet zu geben. So habe ich denn meinen Mitarbeitern den Auftrag gegeben, einen Plan auszuarbeiten, wie der Gedanke der Förderung des schöpferischen Handwerks in Verbindung mit den Konsumvereinen zum Wohle des Volkes eine glückliche Lösung finden kann, auch schon deshalb, weil die Konsumvereine im letzten Weltkrieg einen außerordentlichen wehrpolitischen Wert als Verteilerorganisation hatten. Ich habe verfügt, daß innerhalb von acht Tagen möglichst alle Stellen mit überzeugten Aationalsozialisten zu besetzen sind. Oie Deutsche Krauenfront. Berlin, 30. Juni. (WTB.) Der Stabsleiter der PO. der NSDAP, hat folgende Verfügung erlassen: Die Deutsche Frau en front ist bürd) einen revolutionären Akt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei geschaffen worden, um den Gegnern auch diese organisatorische Macht aus der Hand zu nehmen und die Frauenverbände unter die Führung der nationalsozialistischen Bewegung zu stellen. Die Deutsche Frauenfront umschließt grundsätzlich alle Frauenverbände. Die Reicharbeitsgemeinschaft Deutscher Frauenverbände ist eine Organisation im Reichsinnenministerium. Um eine enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium zu ermöglichen, hat die Führerin der Deutschen Frauenfront als Referentin Frau S i b e r entsandt. Frau Siber bleibt gleichzeitig Referentin der Deutschen Frauenfront. Die enge Verbundenheit von nationalsozialistischer Bewegung und Staat macht es zur Selbstverständlichkeit daß die Frauenfront als Schöpfung des Nationalsozialismus ausschlaggebend in der Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Frauenoerbände vertreten ist. Korruptions-Skandal um den GpO- Reichskanzler Bauer. B e r l i n, 29. Juni. (CAD.) Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurden der Geschäftsführer der Wohnungsfürsorge-Gesellschaft Magistratsbaurat Dr. Schallenberger und der frühere SPD. - Reichskanzler Bauer verhaftet sowie die Bücher bei über 30 gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaften und Bau- firmen beschlagnahmt. Es besteht der dringende Verdacht, daß Schallenberger entgegen den Interessen der Stadt zahlreiche Grundstücksgesell- schaften zum Aachteil der Stadt absichtlich erheblich begünstigt und hierfür in sehr erheblichem •Umfange Schmiergelder erhalten hat. Bauer soll die Mohnungsfürforge-Gesellschaft durch Vor- lage falscher Unterlagen getäuscht haben, um höhere Hauszinssteuer-Hypotheken zu erhalten. Durch betrügerische Manipulationen soll es der Gesellschaft gelungen sein, nicht nur Schulden in Höhe von 700 000 Mt abzudecken, sondern noch darüber hinaus Ueberschüss^ von mehr als 7 5 0 0 0 0 Mark zu erzielen. Der Schaden, der der öffentlichen Hand durch diese Korrup- tionsangelegenheit entstanden ist, geht in viele Millionen und läßt sich zur Zeit noch nicht voll übersehen. Viehpreife und Fleischpreis. Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der Reichs- kommissar für Preisüberwachung gißt bekannt. In zahlreichen Zuschriften wird von Landwirtschaft und Verbrauchern Über das Mißverhältnis zwischen den Viehpreisen und den Preisen des Fleischergewerbes Beschwerde geführt. Bei der außerordentlichen Verschiedenheit sowohl der Konsumgewohnheiten wie der relativen Preisbewertung einzelner Fleischteile in den verschiedenen Gegenden läßt sich eine wirksame zentrale Beeinflussung und eine allgemein brauchbare Regelung der Preisbildung nicht durchführen. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat den Eindruck, daß sich im allgemeinen d i e Verdienste des Fleischergewerbes, wenigstens in den größeren Städten, in denen die Konkurrenz Auswüchse verhindert und in denen öie Preisbildung von sachverständiger behördlicher Stelle überwacht wird, in vertretbaren Grenzen halten. Die Beschwerden beziehen sich fast ausschließlich auf die Preisbildung in Klein- und Mittel st ädten und aus dem flachen Lande. Verbraucher und Landwirtschaft sind der Auffassung, daß die hier niedrigeren Gestehungskosten des Fleischergewerbes den Konsumenten nicht in dem Maße zugute kommen, wie es die heutige Aotzeit erfordert. Die oorgebrachten Klagen müssen sowohl im Interesse der notleidenden Landwirtschaft.und Verbraucher wie aber auch im Interesse des mit diesen Beschwerden angegriffenen und beschuldigten Fleischergewerbes geprüft werden. Den einzigen Weg zur Beruhigung der Bevölkerung durch Klarstellung der Verhältnisse sieht der Reichskommissar für Preisüberwachung inderDurchführungoon Probeschlachtungen in Gegenwart von '23er- tretern der Landwirtschaft, des Fleischergewerbes und der Klage führenden Verbraucher mit folgender behördlicher Durchprüfung und Auswertung der Ergebnisse. Die Ergeb- niste können bei der erwähnten großen Verschiedenheit der Verhältnisse nur örtliche Bedeutung haben. Sie werden aber geeignet sein, die heutigen Spannungen und Gegensätze zu vermindern. Ein Geschenk Hamburgs an den Ministerpräsidenten Göring. Berlin, 29 Juni. (TU.) Der Senat der P rIl " sestadt Hamburg überreichte hiXnfc t>C Klein-Linden, 29. Juni. Dieser läge fand in der Gastwirtschaft „Zum Deutschen Hof" eine außerordentliche Generalversammlung des G e - fangoereins „Eintracht" statt, in der bie Gleichschaltung bes Vereins vorgenommen wurde Zum Vorsitzenden wurde Wilhelm Rinn (Stahlhelm) gewählt, der dann die Sangesbrüber Philipp 9 u n g XX zum 2. Vorsitzenden, Wilhelm Gilbert (DHV.) zum Schristwart, Wilh. Jung zum Kassenwart und Heinr. Bechtold (NSDAP.), Karl G l a u m (NSBD.) und Rich. L u h (NSB0) 3ii weiteren Vorstandsmitgliedern ernannte. Zum Ehrenvorsitzenden wurde der bisherige Vorsitzende August Böcking gewählt. Es wurde sodann be> schlossen, dem Hessischen Sängerbund bei- xu tret en. Der offizielle Teil der Versammlung sand seinen Abschluß mit einem „Sieg-Heil'" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg unb ben Volkskanzler Aböls Hitler unb durch ben gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes. Aktion gegen die ehemaligen Separaten in Mainz WSN. Mainz, 29. 9uni. Die Staatspolizei unternimmt zur Zeit eine Aktion .gegen die ehemaligen Separatisten. Die Aktion ist noch nicht abgeschlossen. Die Polizei warnt vor jeder Einzelaktion, da sie die 9nschutzhaftnahme der in Frage kommen- den Personen auf ordentlichem Wege vornimmt. Briefkasten der iHcöoffwn. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schristleltung.) C. p., Tvolkengasse. Wenden Sie sich an die Wechselabteilung eines Bankinstitutes, das 9hnen über Die Zinsen unb bie Spesenhöhe Auskunft geben wirb. Zunächst haften Sie nach Wechselrecht burch 9hre Unterschrift. Die Frage, ob Sie betrogen ober bewuchert worben sind, kann hier nicht beantwortet werben. TB. 2H. 9hr Sohn ist nur verpflichtet, bie Prämie für bie niebere Gefahrenklasse zu entrichten, in beren Hohe auch ber geschuldete Betrag rechtzeilia an die Gesellschaft zu bezahlen gewesen wäre. .-Zahlen Sie diesen niedrigeren Satz unverzüglich ein. Ob Sie es bei einer geringen Differenz zu einem Prozesse kommen lassen wollen? Sachlich stehen Sie durchaus im Recht. De—Bc. 1. Die Miete hat nur Sachen, bie Pacht auch Rechte zum Gegenstanb, ber Mieter erhält die Sache nur zum Gebrauch, z. B. eine Wohnung, der Pächter auch zum Fruchtgenuß, z. B. ein Landgut. Miete und Pacht können nebeneinander bestehen. 2. Wenn Sie eine Pension übernehmen wollen, so wenden Sie sich am besten an den Verkehrsverein bes betreffenben Ortes oder an den Bund Deutscher Verkehrcoereine Der hiesige Verkehrsverein wird 9bnen gewiß seine Unterstützung gewähren. Alles weitere erfahren Sie bann am Sitze 9hrer künftig in Aussicht genommenen Wirkungsstätte. Wir raten 9hnen ab, ohne genaueste persönliche Erkundigung zumal in heutiger Zeit ein mit hohem Risiko verbundenes Unternehmen zu beginnen. Wcttcrvoraussaqe. Der Luftdruck steigt über dem Festlande allmählich an, so daß die Störungstätigkeit weiter zurückgeht. Somit breitet sich hoher Druck östlich aus und wirb beruhigenb auf die Wetterlage einwirken. Die kalte Luftzufuhr, wodurch vorerst noch Bewölkung auf- kommt, wird mit der Zeit durch das lief über Zsland abgeschnitten, so baß bie Temperaturen höhere Werte annehmen können. Daher läßt auch die Nie- derschlagstätigkeit nach und zeitweise tritt Ausheite- rung ein. Aussichten für Samstag: Teils wechselnd wolkig, teils aufheiternd, allmählich etwas wärmer, meist trocken. Aussichten für Sonntag: Weitere Beruhigung der Wetterlage wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 29.9uni: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 12,2 Grad; am 30.9uni: morgens 12,4 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 11,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. 9uni: abends 15,2 Grad, am 30.9uni: morgens 13,1 Grad Celsius. — Niederschläge 8,5 mm. — Jupra. Bal|on Meisterwerke der dumop Motorrad _ „ Ballon Es handelt sich um große Mengen schöner moderner Kleider und Mäntel in ausprobiert guten Qualitäten zu besonders niedrigen Preisen Kleider Entzückende Sommerkleider aus $eidenieinen, Baumwoll-Georgette in sommerlichen Farben, wie weiß, bleu, grün, rot usw., besonders preiswert.................KM. 9.75 Fesche Sommerkleider aus buntem Matt-Krepe und Borken-Krepe, sowie Sommer-Complets, gute Paßformen ................ nur RM. 15.00 Elegante Georgette-Kleider aus bedrucktem Georgette und einfarb. Sport-Kleider aus ä jour................................................... Matt-Krepe .......RM. 19.75 Mäntel Sommer-Mäntel aus englischartigen Stoffen, gute Qualitäten und tadelloser Sitz, alle Größen.................................................nur RM. 15.00 Sommer-Mäntel aus reinwollenem Shetland u. englischartigen Stoffen, auch schwarz und marine.....................................................RM. 19.75 Sommer-Mäntel aus besten reinwollenen Stoffen, englisch gemustert, Shetland und schwarz, besonders preiswert...................................RM. 25.00 Gießen Modehaus Nowack Auswahlen schnellstens! Fernsprecher Nr. 3048 Seltersweg 81 4210 A NORD-WEST SCHUHE Schon zu diesen Preisen erhalten bei uns deutsche Wertarbeit S i e 03948 4244D vergeben werden: 4241C trautes. 4239 A Für die kühle Witterung verkaufen wir ab morgen preiswerte Unterzeuge für Herren: für Damen: 50 das Ist Zum Aussuchen im 1. Stock aufgestellt! 4243 A .... auch aparte Dekorstoffe hab" ich für Sie 4058 A GIESSEN schön; doch nicht, wer.n’s Ihre Tapete tutl Diese —das Kleid Ihres Heims! — sollten Sie öfters wechseln ... dann wohnt es sich- schöner, es ist gesünder und gar nicht teuer...ich berate Sie gernl Tapetenhaus Hch.Hochstätter FllRIpidpnHpn Steht jederzeit besondere ausgebildete fach- I uyiciucimcii kundige BQd|enung kostenlos zur Verfügung Hemdhosen, echt ägypt. Mako, fein gestr.od.K’seide-lnterlock, in weiß u. zarten Farben, St. 3.— Prinzeßröcke. K’seiden - Charmeuse. voll lang, maschenfest, mit schönen Motiven, in allen Farben und Größen ... St. 3.— [Verschiedenes Hühneraugen Warzen,HornbaUen ueieitigt reitlos auch in den hartnäckigst. (TäUen lotsicher uni. iMqt innerh 5-6 Tn. HQbneraugen-Kapid <5'biUi nut Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht.. Selterswen 69 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde eingetragen: 4250D Am 23.Juni 1933 bei der Firma Rund- funkhaus Gießen G. m. b. h. in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 27. 3uni 1933 bei der Firma Spar- und Vorschuhverein, Akliengesellschast in Großen-Linden: Die durch Artikel VIII der Verordnung des Reichspräsidenten vom 19. September 1931 den Aufsichtsrat betreffenden und außer Kraft getretenen §§ 9—14 der Satzung sind durch Beschluß der Generalversammlung vom 3. September 1932 in der alten Fassung neu beschlossen worden. Gießen, den 28. Juni 1933. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Für Ausführung von klein- und IHittel- pflaster auf der Hrovinzialstrahe Bob Salz- Hausen—Nidda: a) die Lieferung von 2650 qm Klein- und 2650 qm Mittelpflastersteinen, 750 lfd. m Basalt- und 900 lfd. m Kunstrandsteinen, 900 t Flußsand oder Sand aus verlassenen Flußbetten, 600 Sack Zement, 350 cbm Ba- saltkleinschlag, 250 cbm Basaltsplitt, 50 cbm Basaltsand und 650 cbm Basaltbruchsteinen; b) die Ausführung von 2650 qm Klein- und 2650 qm Mittelpflaster, 1650 lfd. m Randsteinsetzen, 5300 qm Vorprofilierung und 3000 qm Kurvenüberhöhungen und -Verbreiterungen. Die Vergebung der Lieferungen und Arbeiten in Losen bleibt vorbehalten. Angebotsoordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Montag, den 3.3uli 1933, nur vormittags, bei Herrn Bauinspektor Brenner in Nidda, Ludwigstrahe 23, erhältlich. Die offenliegenden Bedingungen sind bei dem Genannten einzusehen. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen portofrei bei uns (Gießen, Hitler-Wall 37) bis zum Montag, dem 10. Juli 1933, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 29. Juni 1933. Prooinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Tüchtiges, ehrliches Hausmädchen nicht unter 18 Jahre sofort gesucht, ««u Dr. Herrmann Hindenburg. Wall 19. Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Wege herzlichst Otto Schmidt und Frau Emmi, geb. Burk Heuchelheim, den 30. Juni 1933 Verkäufe Falthßot-Einßr letztes Modell, zu verk. Schrift!. Ang. u. 03960 a.d. G.A. Unterhosen, echt ägypt. Mako od. kräft. B’wolle, lang od. Knie-