Nr. 124 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 50. Mai 1933 Lrlchein, lägttch, auhn Sonntag» und Feiertags Beilagen: Die Dnuftrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat, .Bezug,prelr: Mil 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten »njelger Sieben. Postscheckkonto: Srantfnrl am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Onid und Verlag: vrühl'sche Univerfilälz-Vuch- und Steinbruckerei H. Lange in Glehen. Schriftleltung und Geschästzstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Gange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tkgriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbfür denAn« zeigenteil i. B. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Landnöten. Das Danziger Wahlergebnis verspricht ein Markstein in der Entwicklung der Ostfrage zu werden, denn die Bevölkerung der Freien «ladt Danzig ist und bleibt der Märtyrer des 'Beitrages oon Versailles. Es schien durchaus so, als wurde der wirlschastliche Druck, der seit Jahren aus dem Geben der deutschen Bevölkerung lastete, allmählich eine Zermürbung des nationalen Bewußtseins her- vorbringen. Das Wahlergebnis zeigt keine Spur einer Zermürbung, sondern eine Konzentration der nationalen Kraft dieses alten deutschen Gemein, wesens. , m Die Wahl hat der Nationalsozialistischen Partei einen überwältigenden Sieg gebracht. Mit 51 v. H. der abgegebenen Stimmen und 38 Mandaten haben sie einen vollständigen Erfolg errungen. In einem Danziger Wahlschausenster wurde eine Fridericus- sigur mit der Unterschrift gezeigt: „Der hätte sich nicht gleichschalten lassen!" Nun hat sich eine Mehrheit des Freistaates doch für diese Gleich- s ch a 11 u n g ausgesprochen. Damit ist selbstverständlich noch keineswegs gesagt, daß diese Gleich- schaltung sich über staatsrechtliche und Völkerrecht- liche Begrenzungen Hinwegsetzen kann. Der nationalsozialistische Führer in Danzig, Dr. Rausch- ning, der künstige Senatsprasident, hat sich un- mittelbar nach dem Bekanntwerden des Wahlsieges zu der Notwendigkeit bekannt, die Verfassung und die bestehenden Verträge zu halten. Er hat in einer Ansprache vor der Presse keinen Zweifel darüber gelassen, daß er keinerlei außen polit i s ch e Experimente zu unternehm-n gewillt ist. Dan- »jg wird die Verträge halten, es wird aber eben- o seine Rechte wahren, und wir dürfen mit lern Versuch einer Verständigung mit Polen rechnen, ofern d i e polnische Regierung ihrer- e i t s die Folgerungen aus diesem Wahlergebnis 3l*Die innere Lage Danzigs erfordert größte Aufmerksamkeit, denn die polnische Politik ist in erster Linie auf eine Zermürbung der inneren Widerstandskraft der deutschen Bevölkerung des Freistaats gerichtet. Danzig muß am Leben bleiben, um, wenn die Zeit gekommen ist, wieder zurückzukehren ins Reich. Die Danziger Wirtschaft vegetiert, aber sie hat den Willen, ihre Zukunft nicht zu verkaufen. Danzig steht noch immer mit dem Rücken gegen die Mauer und wird nicht nachgeben. Es will nicht nur fein, es will auch deutsch sein. Die polnische Politik hat daher eine sichtbare Niederlage erlitten. Es erweist sich eben, daß das nationale Bewußtsein stärker ist als die Not. Die Gefahr einer Polonisie- rung unter der Hand ist endgültig überwunden. Das Deutschtum steht fest in seinem Willen zu einem deutschen Leben. Ueber den deutsch-österreichischen Konflikt wird uns aus Wien geschrieben: Ist es wirklich erst zwei Jahre her, daß Deutschland und Oesterreich gemeinsam den Gedanken einer Zollunion verfochten und sich vorübergehend stark genug glaubten, ihn gegen den Widerstand der Siegerstaaten durchsetzen zu können? Zwei Jahre, und in dieser kurzen Zeit hat sich eine völlige Verschiebung des Verhältnisses der beiden Länder zueinander voll- zogen, die jetzt schon über die Abkühlung hinaus bis hart an die Grenze einer offiziellen Feindschaft der Regierungen gediehen ist. Deutschland hat in der Abwehr zur Grenzsperre gegriffen, und die Regierung Dollfuß überlegt nun ihrerseits, ob sie nicht darauf wieder mit einem Einfuhrverbot aller deutschen Waren antworten soll, in der Hoss- nung, daß sie dadurch Deutschland zur Nachgiebigkeit zwingt. Allerdings ein Trugschluß Die deutsche Einfuhr nach Oesterreich ist zwar größer als umge- kehrt, aber innerhalb des gesamten Rahmens des Erports bedeutet für Deutschland der Handelsverkehr mit Oesterreich nur einen Bruchteil dessen, was für Oesterreich die Ausfuhr nach Deutschland darstellt. 'riic Zuspitzung des Kampfes ist also auch wirt- fchustlich ein sehr zweischneidiges Schwert, sie ist es vor allem auch national, und deshalb darf man doch erwarten, daß die Regierung Dollfuß es sich doppelt und dreifach überlegen wird, ehe sie zur Freude des gesamten feindlichen Auslandes die Tonart noch weiter verschärft. Denn schließlich kann auch der Bundeskanzler sich nicht im Unklaren darüber fein, daß er nur eine schwache Minderheit Oesterreichs hinter sich hat. Richt einmal die Christlichsoziale Partei folgt ihm. die Jugend steht beinahe geschlossen gegen ihn, und er hat wiederholt Minister auswechseln mui- fen, die seinen Kurs nicht mehr unterstützen wollten. Bleiben eigentlich nur noch die Austromarxi- ft en, die ihn aus Angst vor Hitler als das kleinere liebel wenigstens mittelbar stützen. Wir zweifeln nicht daran, daß Herr Dollfuß, als er seine Regierung begann, eine ganz andere Linie verfolgte. Wir nehmen an, daß er gegen feinen Willen auf die antideutsche Bahn gedrängt worden ist. Aber um so notwendiger ist es, daß er auf die Gefahren aufmerksam gemacht wird, die auf diesem Wege für ihn und für ganz Oesterreich liegen. Es ist ein falsches Schlagwort, daß Deutsch-Oesterreich sich dagegen wehrt, eine deutsche Kolonie zu werden: von der Sorge sind wir frei, und sie ist unaktuell gegenüber der Tatsache, daß wir französische, holländische und Schweizer Kontrolleure bereits im Lande haben, dagegen keinen einzigen Reichsdeutsch en. Es wäre also wirklich dringender, daß die Regierung sich dagegen wehrt, ihr Land zu einer Kolonie des Völkerbundes zu machen, es wäre dringender, wenn sie ihre bewußt deutsche Grundeinstellung betont, anstatt daß sie in Genf mit den Feinden Deutschlands zusammengeht und sich gegen eine Entöstcrreicherung wehrt, die ihr von niemandem zugemutet wird. . 38000 Mann Schutzpolizei sollen auf die deutsche Heeresstärke angerechnet werden Deutschland meldet gegen diesen Beschluß des Genfer Effektivausschuffes Protest an. G e n f, 29. 2UaL (IDIB.) Das Technische Komitee des Lffektioausjchusses hat heute die Beratungen über die Anrechnung der Polizeistarken mit der Annahme eines Berichtes abgeschlossen, der von allen ' lolizeisormationen f a fl einzig und allein der deutschen Schutzpolizei militari- chen Charakter beilegt. 39000 Wann der deutschen Schutzpolizei sollen bei der künftigen Festsetzung der deutschen Lsfektioflärke angerechnet werden. Außer der deutschen Schutzpolizei sind als militärisch verwendungsfähig lediglich noch bezeichnet worden der in verschiedenen Ländern bestehende Grenzschutz sowie die militärisch ausgerüstete Gendarmerie. Zu diesem Bericht hat der deutsche Vertreter General v. Schönheinz eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: Die deutsche Delegation legt einen allgemeinen Vorbe halt gegen die Mehrheitsbeschlüsse des Komitees bezüglich der Bewertung der Polizei ein, weil das Komitee sich bei seinen Entscheidungen nicht immer in gleicher Weise an die festgelegten Kriterien gehalten und einzelne Fälle nach verschiedenem Maßstab behandelt hat. Der Gang des Verlaufes des Beratungen hat gezeigt, daß das Komitee in seiner Mehrheit sich nicht von rein technischen Gesichtspunkten leiten lieft, sondern öaft ausgesprochen politische Gesichtspunkte maftgebenö gewesen sind. 3n zahlreichen Fällen hat der Ausschuß davon abgesehen, das Zutreffen dieses oder jenes Kriteriums für eine Polizei als Beweis für ihren militärischen Charakter und damit für ihre Anrechnung auf die Effektivstärken anzunehmen. Es sind Polizeikategorien ausgeschlossen worden, die mit KollLktivwafsen in zum Teil erheblichen Mafte ausgerüstet sind- Es sind weiter Polizeikräfte ausgeschlossen worden, die militärisch organisiert bzw. nach militärischen Grundsätzen ausgebildet oder mit zahlreichen Transport- usw. Material versehen find. Diese Beschlüsse trugen zumeist in gewissem Umfange der besonderen Lage des betreffenden Landes und den Umständen Rechnung, unter denen diese Polizeikräfte ihren Dienst versehen haben. Dieses Verfahren ist nicht in gleicher weise auf alle Staaten angewendet worden. So ist z. v. bei Beurteilung der deut- schen Polizei den besonderen Verhältnissen Deutschlands nicht Rechnung getragen worden, weder die seit 15 Jahren bestehende innerpolitische Lage und die sich daraus ergebenden Ausgaben der Polizei, noch die rechtliche Stellung der Länderpoli- z e i k r ä f t e. noch die Tatsache, daß d i e Wehrmacht im Verhältnis zur Levölkerungs- zahl in Deutschland viel schwächer ist. als bei den anderen Staaten, daß sich in großen Landesleiten überhaupt keine Truppen befinden und der Rückgriff auf das Heer bei inneren Unruhen in diesen Landesteilen völlig ausgeschlossen ist, noch die Tatsache der großen Bevölkerungsdichte, der besonders hohen Zahl großer Städte und dichtbevölkerter Industriegebiete ist berücksichtigt worden. Diese Tatsachen sind vom rein techni- schen Standpunkt aus ausschlaggebend für die Beurteilung des Charakters der Polizei. Von der Forderung ausgehend, daft das Abkommen zu einer für alle Staaten in gleicher Weife gerechten und tragbaren Lösung führen muft, ist die deutsche Abordnung leider gezwungen gewesen, eine Reserve einzulegen. Der deutsche Vorbehalt, der eine vernichtende Kritik an der ganzen Tätigkeit des Komitees bar» stellte, rief zunächst eine geheuchelte Entrüstung hervor. In der Debatte griffen insbesondere die Vertreter Frankreichs und Amerikas ein. Der deutsche Vertreter lieft sich aber nicht beruhigen, sondern ging nochmals ausführlich auf die besonderen Verhältnisse Deutschlands ein. Er stellte feft daß im Verhältnis der Wehrmacht zur Bevölkerungszahl in Deutschland nur 1 * , ausgebildete Soldaten aus 1000 Einwohner fallen, bei Polen dagegen 7, Frankreich 8, Belgien 8‘ 2. Tschechoslowakei 91/» Soldaten. In den Beratungen über die vormilitärische @ e n f, 29. Mai. (TU.) Ueber die Bestimmung des Angreifers in einem internationalen Streitfall tarn es im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz zu einem scharfen Zusammenstoß. Die französische Staatengruppe verlangte auf Grund des vom Sicherheitsausschuß ausgearbeiteten Vorschlages eine scharf u m r i f f e n e Bestimmung des Angreifers. Der von Politis ausgearbeitete Vcr- tragstext stützt sich bei Auszählung der Angriffsfälle auf einen ursprünglichen sowjetrussischen Antrag. Dieser aus der bekannten sowjetrussischen Befürchtung vor militärischer Einkreisung oder wirtschaftlicher Blockade entstandene Vorschlag ist nun von der französischen Staatengruppe übernommen und im Sinne der französischen Sicherheitspoliuk ausgebaut worden. Dagegen wiesen die Vertreter Englands, Italiens, Deutschlands und Ungarns übereinstimmend auf die großen Gefahren einer genau formulierten Bestimmung des Angreifers hin, die zu einer väl- ligen Umkehrung der tatsächlichen Schuldsrage führen könne. Sie verlangten eine elastische, allen möglichen Verhältnissen Rechnung tragende Bestimmung. Paul-Bvncvur bezeichnete jedoch den vorliegenden Vertragstext als d e n E ck st e i n des gesamten Sicherheitsbaues und schloß mit der drohend klingenden Erklärung, daß bei Ab- Be r 1 i n, 29 Mai. (CNB.) Heute vormittag Haven in den Räumen der Reichsbank unter dem Vorsitz des Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht die Irans- ferbefpredjungen begonnen. An ihnen nehmen Vertreter sowohl der ausländischen Gläubiger kurzfristiger deutscher Kredite als auch der Emissionshäufer für die langfristigen deutschen Auslandan- leihen teil, und zwar aus sechs Ländern, näm'ich Amerika, England, Frankreich, Schweden, Holland und der Schweiz. Die Transferbesprechungen sind von der Reichsbank ausgenommen worden, um die Vertreter der Auslandgläubiger über die deutsche Devisenlage, die sich infolge der rückläusi - gen Tendenz des deutschen Außenhan- d e l s und des daraus folgenden geringeren Anfalls oon Exportdevisen dauernd verschlechtert hat, aufzuklären und die Möglichkeck-n zur Beseitigung der sich aus der deutschen De- oifenfituation ergebenden Transferschwierig. feiten zu erörtern. In unterrichteten Kreisen rechnet man für diese Besprechungen mit einer Dauer oon einigen Tagen. Reichsbanlpräsident Dr. Schacht eröffnete die Transferzusammenkunft mit einer Ansprache, in der er darlegte, wie es zu der Transferirise kam, die ihre letzte Ursache i n d e n Reparationen habe. Die ausländische Kreditgewährung an Deutschland nach der Stabilisie- Ausbildung beschloft der Ausschuft, den Arbeitsdienst in Bulgarien gleichfalls bei der Berechnung der Effektivstärken in Rechnung zu stellen, obwohl das Internationale Arbeitsamt ausdrücklich festgestellt hatte, daft diesem Arbeitsdienst kein militärischer C h a r a k t e r zukomme. Man hat den Eindruck, daß für diese Feststellung nicht zuletzt das Bestreben maftgebenö gewesen ist, sich schon jetzt eine Plattform zu schaffen für die Beurteilung des in Deutschland in Bildung begriffenen Arbeitsdienstes. lehnung des Vorfchlags die e r n ft e st e n Befürchtungen für das weitere Schicksal der Konferenz bestünden. Dem italienischen Vertreter gelang es, die Unhaltbarkeit und Zweckwidrigkeit der Vorschläge des Sicherheitsausschusses nachzuweisen. Es sei unmöglich für die Regierungen, so scharf um- riffene Verpflichtungen einzugehen, die größte Risiken in sich trügen. Die Angreiferbestirnmung berücksichtige in feiner Weise die Herausforderung, die im politischen Leben eine große Rolle spiele. Ein zum Angrisf entschlossener Staat werde es immer verstehen, zunächst einen Angriff des Gegners auf sich herbeizuführen. Nach stundenlanger Aussprache wurde von dem sowjetrussischen Vertreter, der von der gesamten französischen Staatengruppe mit Lob und Bant saft überschüttet wurde, verlangt, eine s o - fertige Abstimmung herbeizusühren. Gegen diesen Versuch, eine Entscheidung oon großer politischer Tragweite zu erzwingen, wandten sich jedoch die Vertreter einer Reihe von Staaten, so daß schließlich Präsident Henderson den üblichen Weg der privaten Besprechungen empfahl und I die endgültige Entscheidung aus die zweite Lesung des Sicherheitskapitels des englischen Plans I verschob. rung habe die Wiederauffüllung der Rohstofflager, den Wiederaufbau der Exportorganisation und die Vergröfterung der Gold- und Devisendecke der Reichsbank ermöglicht. Die Tatsache, öaft Öie Auslanökreöite größtenteils in Form von Waren nach Deutschland hereinströmten, ffanö im Gegensatz zu Öen Bestrebungen Öer Repa- rationspolitiler, öaft DeutschlanÖ semerse ts seine Reparationslast durch einen oerftärtten Warenexport aböeden sollte. Da sich das Ausland gegen den Export sträubte, sei nichts anderes übriggcblicbcn, als öie Auslanökreöite z u Reparationszahlungen zu verwenden. Dies an sich völlig verfehlte System brach nach öer amerikanischen Oktoberkrise 1929 zusammen Der Zusammenbruch öer Oester- reichischen Kreöitanstalt gab bann Öen Anstvft zur Kündigung öer kurzfristigen Auslanökreöite und zur Einführung der Devisenzwangswirtschaft. Die Stillballeabfynmen hätten aber, so führte Dr. Schacht weiter aus, die Beendigung der Katastrophe nur verschoben. Dank der Amerifafrlse seien über 10 Milliarden Reichsmark an Kapital und Zinsen aus Deutschland abgeflof- s e n. Die Devisenzwangswirtschaft habe zu einer völligen Lahmlegung des gesamten Handels und damit zu einer weiteren Verringerung der Devisenbestände geführt. Cs sei nicht Ausgabe der Reichsbank, iftee Devisen- und Goldreserven Die Bestimmung des Angreifers. Rußland und der französische Staatenblock versuchen eine Lleberrumpelung. Die berliner ÄansserbesprechmWii eröffnet. ReichSbankpräsident Dr. Schacht erläutert den ausländischen Gläubigern Deutschlands Devisenlage. Der plötzliche Tod Marga v. E tz d o r f s, die eine öer tüchtigsten deutschen Fliegerinnen war, ruft toieöer öie Erinnerung an Öen vor- bildlichen Eportgeist wach, Öer so manchen Ramen mutiger Frauen bekannt machte. Man öenlt an Öen großen Flug nach Tokio, Öen Marga v. Etz- Öorf am 18. August 1931 antrat unö in elf Tagen zum Staunen öer ganzen Welt glatt durchführte, man erinnert sich öer groften Leistungen Elli Beinhorns, Öes Riesenflugs Amy Johnsons, öer kühnen Ozeanüberquerung Öurch Wift Earharöt. Immer toieöer überraschten öiese Frauen öurch ihre energische tatkräftige Arbeit und ließen öie Welt staunen über öie programmsichere Festigkeit, mit öer sie sich ihrer einmal gestellten Aufgabe entleöigten. Gewöhnlich führte ein Zufall zur fliegerischen Laufbahn, zum Erfolg, zum Weltruhm, aber auch zum Schicksal, öas mit kalter Todeshand Öen Schlußstrich unter öie himmelstürmende Flugbegeisterung zog. Bei Marga von Etzdorf war es ein Freiflug, den sie als Reunzehnjährige im Jahre 1926 gewann. Die Eindrücke bei diesem ihrem ersten Fluge ließen das junge Mädchen nicht mehr los, bis sie einen Monat spater sich zur Fliegerschule in Staaten anmelöete. Im August 1927 war sie geprüfte Flugzeugführerin und fest entschlossen, den Fliegerberus zu ergreifen. Mit dem Kunstflugschein, den sie sich kurze Zeit später erwarb, sah man sie oft als Reklamefliegerin oder im Mittelpunkt grofter Flugtage. Aber ihr Sinn stand nach Höherem. Sie wollte als Frau, unö eben weil sie Frau war, Pionierarbeit leisten, um so der deutschen Sportfliegerei ihren Anteil Arbeit zu zollen. So erwarb sie sich 1930 ein eigenes Sportflugzeug, chr berühmt ge- wordenes „Kiek in die Welt". Nach einem Rundflug mit Begleiter über Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Sofia, Konstantinopel, Bukarest, Warschau machte sie, jetzt ohne Begleiter, ihren ersten Flug nach den Kanarischen Inseln. 1931 folgte der Fernflug nach Tokio. Jedesmal hatte sie insofern nicht die reine Freude ihrer großen Leistung, als sie sowohl auf ihrem Rückflug oon den Kanarischen Inseln als auch vor ihrem Start in die Heimat in Bangkok mit der Maschine verunglückte. In Bangkok erlitt sie damals schwere Verletzungen, aber sie ließ sich nicht entmutigen und arbeitete in aller Stille weiter. Im Frühjahr 1933 erhielt sie vom Deutschen Luftsportoerband das Sportfliegerabzeichen in Gold, oom Aero-Klub in Deutschland die Auszeichnung des Ehrenbechers. Run hat sie, die 26jährige mutige Frau, ein allzu früher Tod der Reihe der in der Welt Populärsten Fliegerinnen entrissen. 3n aller Stille war sie von Staaten aus abgeflogen, die Oeffentlich- keit wuftte nichts von ihrem Vorhaben, voll Hoffnung, ein neues Ruhmesblatt in die Annalen der deutschen Sportfliegerei zu heften. Allein das Schicksal dachte anders. Marga v. Etzdorf muftte fallen, aber sie fiel wie eine echte deutsche Frau, in stiller Arbeit, im zähen Willen, dem Vctter- Icmde zu dienen, und als leuchtendes Beispiel treuer Pflichterfüllung und selbstloser Aufopferung. Sie wollte jetzt so wenig wie bei ihren ersten Flügen keine Vorschußlorbeeren, still und bescheiden machte sie sich davon, diesmal leider für immer, aber ihr Ruhm, ihre frauliche Tapferkeit lebt weiter und wird in der Reihe ihrer Kameradinnen unvergessen bleiben. , iiiii Taten 1265: Der ita, geb- - 1431: Di verbrannt. - 18 in Groot Zunder M ff im Äam dem Auerwehr, Mitteilung. Mein einget« und mit einem S Ausgaben Vollstreck zu t Hinblick aus^ MndieSm^ nen Saume zu - Tagest Ltadttheater, 20 Donnerstag". - Ur. .Hotel Hc Paddlergilde @j wr Uniberfitä Mchauer,FilW und I Mosstrahe: Olud...“ ^icßcnel /Ziehen, fuhgcn Woche, butter Ho, T 5 bis io SV*% i bis 7- b°s Du ZU LI 35. &; Ange Hahnen b'sSoAT 60 i i- M Sattoffe »n ÄoH1 Sr-n-Lau in den »2 anreg nach Jer. jekt nflj)in di Ideen. ui § 1 oiu SgÄ,*' rung die s,' s?ze verband CT der Helmut i M e len Ä«te Shfe « Äfijtt 6°tti^b.reit8 penfiome Unter beftnd. gnlerelle betun gtnte tobrperf« Leiter C«M'J Lehrer Karl Lehrerin Paul Lehrer Adam Lehrerin ckdw Rektor Iohanr Lehrer Philipp Lehrer Wilheli Lehrer Wilheb Rektor f)crmt Austavsburg, Techn. Lehren Lehrer Jos. J Lehrer Heinn Lehrer Philip Techn. Lehrer vberstudienra: Michelstadt, Vberstudienra Bensheim, Studienrat fl schule Mainz, studienrat D heim, unter Ber studienrat', Studienrat l Friedberg, Studienrat R Bad-Nauheim, nung „Oberstud Oberreallehrei Alzey, Oberreallehrer Oberreallehrer Oberreal/ehreri schule Worms. Der Abschied oi meiner Bersügunp bigen Feier zu u Darmstadt, den Der Hess. Mimst, In Berd Frankfurter Str. 52 • Telephon Nr. 2847. in GIESSEN; Motorwagen-VerkaufsgesellschaftmJbJI er Zuverlässige! Die Allgemeine Finanz!e- rungs C. m. b. H. und die Opel Automobil-Versiehe- rungsA.G.erleichternlhneo. Anschaffung und Betrieb. 1 Liter und 1,2 Liter Vien zylinder, 1,8 Liter Sechszylinder und Regentmodclle PREISE VON RM 1890 BIS RM 3950 ab Werk. Mit gutem Grund! Seine Konstruktion ist millionenfach bewährt, - wurde unter allen denkbaren Bedingungen rücksichtslos erprobt. Dieser Konstruktion verdankt der Opel das unübertroffene Maß an Sicherheit, Widerstandskraft und Energie. 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Juli fälligen Golddiskontbunk- kredites die Reichsbankreserve unter 3 00 Millionen gesunken, die Deckung mithin auf 8 o. H. gefallen ist. Es bestehe Gefahr, daß die Reichsbankreserve auf Rull -zusam- menschrunipfe. Dr. Schacht schloß: „Wenn wir die Dinge weiter laufen lassen, kommt die Reichsbank in Gefahr, den Verkauf von Reichsmark im Auslande nicht mehr verhindern zu können, d. h. wir kommen mit Sicherheit in ein offizielles Disagio der Reichsmark hinein und erleben eine neue Entwertung der Reichsmark, die eine noch größere Katastrophe bedeuten würde als die von 1923, eine Katastrophe, die die Reichsbank weder zuzulassen, noch zu verantworten gewillt oder in der Lage ist." * Die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten haben in unterrichteten Kreisen einen außerordentlich günstigen Eindruck hinterlassen. Man begrüßt es insbesondere, daß die Leitung der ^Reichsbank die Dinge nicht treiben läßt, sondern ihrerseits die Initiative ergriffen und die Gläubiger auf den E r n st der deutschen Devisenfituation hingewie- sen hat. Man bezeichnet die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten als eine geradezu befreiende Tat. Die eindeutige Erklärung, daß die Reichsbank eine KatastropA, ähnlich der des Jahres 1923, nicht zuzulassen und zu verantworten gewillt ist, dürfte in Verbindung mit der ernsten Mahnung an das Ausland, auch seinerseits in die erforderlichen Maßnahmen einzuwilligen, ihre Wirkung nicht verfehlen. Vor Paraphierung des Viermächtepakts. Einigung zwischen allen Beteiligten. London, 29. Mai. (111.) In London wird bestätigt, daß eine Einigungüberden Musso- linischen Viermächtepakt zustandegekom- men ist, und daß a u ch D e u «s ch l a n d s e i n e Z u- siimmung zu dem letzten Textentwurf gegeben hat. Man erwartet, daß, falls die Aussprache in der französischen Kammer ohne Zwischenfälle verläuft, die Paraphierung des Vertrages am Dienstag in Rom ftaltflnden wird. Englische Stellen machen nunmehr keinen hehl daraus, daß England sich mit der Einbeziehung eines Hinweises auf den Sanktionsartikel 16 des Völkerbundsstatuts in den Mussolinipakt einverstanden erklärt hat. Die Nachricht, daß dem Pakt ein Protokoll beige- fügl werden soll, in dem die französischen Vorbehalte in Bezug auf seine Verpflichtungen gegenüber seinen Verbündeten enthalten sind, scheint sich n i ch t zu bewahrheiten. Auch in pariser gut unterrichteten Kreisen rechnet man mit Bestimmtheit damit, daß die Paraphierung des Viermächtepaktes späte- stens am Mittwoch mittag erfolgen wird. Eine Stunde später ist die Veröffentlichung des Wortlautes gleichzeitig in den vier beteiligten Hauptstädten vorgesehen. Ministerpräsident Daladier soll am Montagnachmittag in den Wandelgängen der Kammer erklärt haben, daß die A n t e r z e i ch - nung des Vertrages aber nicht vor dem 9. Duni stattfinden werde. Reichsbifchof von Bodelschwingh über seine Absichten und Pläne. ^Berlin, 30. Mai. (ERB. Funkspruch.) Der neue Reichsbischof v. Bodelschwingh äußerte sich bei einem Presseempfang über seine Absichten und Pläne. Die Kirche solle die Sprache unserer Zeit reden, sie solle dienen, zum Kampf und wenn es fein müsse, auch zum Leiden bereit sein. Es müsse eine Verbindung zwischen Wort und Tat gesunden werden. Im übrigen werde er dafür rücksichtslose Sauberkeit im kirchlichen Leben einkehre. Er sei entschlossen allen Kreisen in der evangelischen Kirche, vor allem auch der ©laubensberoeauna „Deutsche Christen" d i e brüderliche Hand zu reichen. * — Wie das VDZ.-Bureau meldet, sind zur Wahrnehmung der religiösen Belange des neuen Staates beim Rundfunk bei oen einzelnen deutschen Sendern besondere Gremien geAus der Provinzialhauptstadt ten ließ, obgleich die beiden nicht mehr im deutschen Pen°Klub sind, da war die Absicht der Versammlungsmehrheit enthüllt. Es war eine Selbstverständlichleit, daß unter diesen Umständen d i e deutschen Vertreter nach einer mannhaften Abrechnung mit den Franzosen den Kongreß verliehen. Wenn der Pen-Club sich zu einer Gruppe der marxistischen Internationale entwickeln soll, so haben Dichter und Schriftsteller des nationalsozialistischen Deutschland in ihm nichts mehr zu suchen. Aus aller Welt. »üjähriges Lrdensjubiläum des Benedit- tincrabts Albanus Schachleiter. In Feilnbach bei Bad Eibling wurde am Sonntag der bekannte Benedikterabt Aldanus S ch a ch l e i t e r aus Anlaß feines 50jährigen Ordensjubiläums von der Bevölkerung in sinniger Weise geehrt. Die Feier gestaltete sich zu einer großen Treuekundgebung für den Abt. In ihr nahmen SA., Stahlhelm, Hitlerjugend, NSBO. u. a. m. teil. Staatsminister Esser überbrachte dem Jubilar den Dank der bayerischen Staatsregierung für sein mannhaftes Eintreten für die nationale Bewegung. Nach weiteren Glückwünschen hielt Abt Schachleitner eine Dankrede, worin er die Anwesenden aufforderte, sich durch nichts veranlaßt zu sehen, aus der Kirche auszutreten. In ehrenden Worten gedachte der Priester der Helden des Weltkrieges und Der für die nationale Bewegung Gefallenen. Der Abt rief auf zur GefolgschaftfürAdolfhitler, dessen persönliche Glückwünsche ihm eine außerordentliche Freude bereitet hätten. Mit dem Deutschlandlied, dem Horst-Wessel-Lied und einem Sieg-Heil! auf den Reichskanzler schloß die Feier. . Die Sühne für den Altonaer Blutfonntag. In dem Prozeß wegen der Vorgänge am Altonaer Blutsonntag beantragte Erster Staatsanwalt Beh - bildet bzw. noch in Vorbereitung, die den Namen Kirchenpolitische Ausschüsse führen. Für den Deutschlandsender und die Funkstunde Berlin wurde ein gemeinsamer Kirchenpolitischer Ausschuß gebildet, der zugleich die Z e n t r a 1l e 11 u n g der Ausschüsse für die übrigen Sender wahrnimmt. An der Spitze des Zentralausschusses steht der Reichskulturreferent der Glaubensbewegung „Deutsche E h r i st en " Alfred Bierschwale. Einheitsfront des AahrungS- und Genußmittelhandels. Unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Reichsstandes des deutschen Handels W i l d t (RSDAP.) hat am Sonntag eine eingehende Besprechung der den Rahrungsmittelhandel vertretenden Organisationen stattgefunden. Sämtliche Vertreter des Rahrungsmittelgroßhandels, des Rahrungsmitteleinzelhgndcls und der Rah- rungsmittel-Einkaufsgenossenfchaften verlangten die Durchführung der nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung. Hm die Einheitlichkeit der nationalsozialistischen Auffassung zu bekräftigen, beschlossen die vertretenen Organisationen, sich für die Dauer in aderengfter Gemeinschaftsarbeit zusammenzuschließen und alle Fragen des Berufsstandes stets gemeinsam zu vertreten. 3n Zukunft werden die Einkaufsgenossenschaften des Lebensmittelhandels mit dem Rahrungsmittelgroßhandel in der Waren- beschaffung für den Einzelhandel in Anerkennung der volkswirtschaftlichen Bedeutung und Rotwendigkeit des Großhandels Zusammenarbeiten. .Zum Schluß sprachen die Vertreter des Rahrungsmittelhandels den alten Vorkämpfern des Handels, dem Präsidenten Dr. v. Renteien und dem Vizepräsidenten Erich Wildt vom Reichsstand des deutschen Handels ihr Vertrauen aus, da sie in ihnen die Sachwalter nationalsozialistischen Geistes im Sinne Adolf Hitlers erblicken. Wer bars das Fettgel- nehmen? Berlin, 29. Mai. (VdZ.) Verschiedene Organisationen des gewerblichen Mittel st andes haben beantragt, daß den Großbetrieben des Einzelhandels, insbesondere den Warenhäusern und Einheitspreisgeschäften verboten werde, die Gutscheine zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung in Zahlung zu nehmen. Das Reichsarbeitsministerium wird, um eine einheitliche Handhabung zu gewährleisten, in den nächsten Tagen einen Erlaß herausgeben, der diesen W ü n • f ch e n des gewerblichen Mittelstandes Rechnung trägt. Die- Konsumvereine dürsten jedoch von dem Verbot nicht betroffen werden, nachdem die Deutsche Arbeitsfront die Organisation der Konsumvereine übernommen hat. Kleine politische Nachrichten. Reichspäsident v. Hindenburg empfing Vizekanzler v. Papen zum Vortrag, ferner den Reichswehrminister General der Infanterie von Blomberg ebenfalls zum Vortrag. * In Hamburg wurde der Kampfring junger Deutschnationaler auf Grund der Ver- ordnung des Reichspräsidenten vom 28. Fpbruar 1933 am Montag verboten und aufgelöst. Die Dundesführer des Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und die Führung des Stahlhelm-Studentenringes „Lange marck" haben nach gemeinsamer Aussprache Vereinbarungen über kameradschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere auf dem Gebiete des Wehrsports, getroffen. Kunst und Wissenschaft. Die Deulschen verlassen den Kongreß des Pen-Klubs. Der Pen-Klub ist eine internationale Vereinigung der Dichter und Schriftsteller (Poets, Essayists, Novellists P. E. N.). Er hat jetzt inRa - g u f a getagt. Es war zu erwarten, daß bei dieser Gelegenheit der Versuch unternommen würde, das neue Deutschland vor der Weltöffentlichkeit bloßzustellen. Man hat die warnenden Stimmen überhört, die sich gegen den Versuch einer Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder wandten. Besonders dankbar müssen wir die älnterstühung hervorheben, die die Schweizer, österreichischen und holländischen Abordnungen den deutschen Vertretern zuteil werden ließen. Dabei kam es zu einem bezeichnenden Zwischenfall. Während der Ausführungen des Schweizer Vertreters machte ein Franzose den Zwischenruf: „ilnö Wilhelm Teil?" Der Franzose bekam eine ausgezeichnete Antwort: »Wilhelm Teil sprach nicht französisch, mein Herr." Die Mehrheit der Versammlung in Ragufa sprach allerdings französisch. Der Vorsitzende, H. G. Wells, und die Vertreter Frankreichs, Polens, Belgiens und anderer Trabanten, machtenfranzösischePo- l i t i k im Pen-Klub hinter der Maske der sogenannten Geistigen der Welt. Als man gar noch Ernst Toller und Schalom A s ch als Vertreter der deutschen „Emigranten" auftreten und Heh - red en gegendasneueDeutschland halrens wegen gemeinschaftlichen Mor- des und versuchten Mordes, Aufruhrs und Landfriedensbruchs gegen b i e fünf Angeklag - t e n Lütgens, Tesch, Wolff, Moller und Wolters d t e Todesstrafe. Der Strafantrag für die übrigen Angeklagten erfolgt wegen Beihilfe zum Mord und versuchten Mord, sowie schweren Aufruhrs und Landfriedensbruchs. Es wurden beantragt für Wendt, Diehl, Lühnstäden und llhle je 15 Jahre Zuchthaus, gegen Herwig und Sengespeik je 10 Jahre Zuchthaus und gegen Kuhl- mann, Jacob und Wolgast je fünf Jahre Zuchthaus. — Mit dem Urteil ist nicht vor Samstag zu rechnen. Lin nationalfozialistisches Institut für Sfänberocfen. Anläßlich der Schlageter-Gedenkfeier trat am Sonntag der G a u w i r t f ch a f t s r a t der RSDAP. Düsseldorf zu einer Sitzung zusammen, zu der auch Industrielle, der Regierungspräsident, Staatssekretär a. D. Schmid und der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Wagenführ erschienen waren. Der Wirtschaftsbeauftragte der RSDAP., Dr. Klein, wies auf die umfassenden berufsständischen Vorarbeiten hin, die besonders im westdeutschen Industriebezirk, von Düsseldorf ausgehend, geleistet worden seien. Die Ergebnisse der bisherigen Arbeiten verpflichteten dazu, die neue Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung aus dieser Zelle zu entwickeln, die als Muster für ganz Deutschland dienen solle. Dr. Klein gab dann die Gründung eines nationalsozialistischen Instituts für Ständewesen in Düsseldorf bekannt. Autounglück in den Karpathen. — Sieben Tote, 28 verletzte. In ber Nähe von Sinaia in den Karpathen ereignete fick ein schweres Automobilunglück. Ein Autobus mit 35 Insassen stürzte in einen Abgrunb. Sieben Personen würben getötet, die übrigen schwer verletzt. feit haben, an ber Psingsttagung des deutschen Volkes teilzunehmen. Nachmeldungen, sowie etwaige Abmeldungen müssen sofort, spätestens bis 1. Juni 1933, bei dem hessischen Fahrtleiter, Dr. Simon, Offenbach, Kaiserstraße 31, vollzogen werden. Nun auf zur Tat! Deutscher Einheitswille und deutsche Organisationsgabe werden auch die augenblicklichen, aus den-Zeitverhältnissen erwachsenen Schwierigkeiten sieghaft überwinden und die Passauer Tagung zu eindrucksvollster Kundgebung gestalten. Volk-Heil! Generalversammlung desGleibergvereln- Der Gleibergverein hielt am Samstag auf Burg Gleiberg seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der 2. Vorsitzende Direktor Menken, begrüßte die Erschienenen, insonderheit galt sein Gruß Regierungsassessor E n g f e r, Wetzlar, als den Vertreter der preußischen Staats-Aufsichtsbehörde, und Oberforstmeister R i c o l a u s , Gießen, dem Vorsitzenden der in ihren Zielstrebungen dem Gleibergverein gleich- gearteten Heimatvereinigung Schiffenberg. Des weiteren führte Direktor M e n k e n aus, daß die sonst übliche Rechnungsablage des vergangenen Iahres bereits in der vor einiger Zeit stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung erledigt worden sei, so daß sich die Versammlung lediglich mit dem Hauptpunkt der Tagesordnung: Zukunftsaufgaben des Vereins, zu beschäftigen habe. Tleber dieses Problem referierte in eingehender Weise der Schriftführer Ed- ler v. G r a e v e. Das Aufgabengebiet des Vereins solle eine Erweiterung erfahren insofern, als nicht nur, wie bisher, der Erhaltung der Burgruine Aufmerksamkeit geschenkt wird, sondern daß der Verein eine Heimatvereinigung im besten Sinne des Wortes darstelle, die ihr oberstes Ziel darin sehe, auf dem alten schönen Gleiberg eine Stätte der Erbauung und völkischer Erweckung und Erziehung zu schaffen, um sich damit einzugliedern in die große deutsche Arbeitsgemeinschaft positiver Aufbauarbeit. Der Redner unterbreitete der Versammlung zweierlei Voraussetzungen für die kommenden Aufgaben, einmal entsprechende Abänderung der Sahungsparagraphen und zum andern auf der Burg vorzunehmende Mmbauarbei- ten. Der sehr baufällige Teil im ersten Stock des Albertusbaues sollte nicht, wie bereits projektiert, zu Fremdenzimmern ausgebaut werden, sondern zu Tlnterkunftsräumen für Schulungslehrgänge aller Art hergerichtet werden, um Behörden, Organisationen und die weitesten Kreise der Bevölkerung daran zu interessieren. Für die Arbeiten selbst soll das Iugendnotwerk in Anspruch genommen werden. Ungefähr 20 junge Handwerker werden unter fachmännischer Aussicht den Ausbau tätigen. Vorstandsmitglied Mohr erläuterte den Tlm- bauplan näher. Danach ist ein Schulungs- oder Tagungsraum mit Zugang von dem Vorplatz aus m der Gröhe von 9,50 x 6,20 Meter vorgesehen, weiterhin ein kleiner Raum für die Verwaltung, ein Waschraum und anschließend die Schlafräume für 22 Betten mit in die Wand eingebauten Spin- Arbeit undBrot für die ältesten Kämpfer der NSDAP. Gauleiter Sprenger veröffentlicht einen Ausruf zur Beschaffung von Arbeit und Brot für die ältesten Kämpfer Der NSDAP. In dem Ausruf heißt es: Der Staat und die Kommunen, in erster Linie aber die Unternehmer, müssen es als ihre hervorragendste Aufgabe anfehen, die langjährigen Kämpfer um die Wiedergewinnung der äußeren Freiheit wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Die Arbeits- Möglichkeit ergibt sich aus der Beschaffung von Arbeit im öffentlichen Dienst, alfo der Kommunen, des Staates in Durchführung des Arbeitsdienstes, den durch den Arbeitsdienst hervorgerufenen Auftrieb in den Unternehmungen und ferner dadurch, daß diejenigen, die gegen die nationale Erhebung durch Wort, Schrift und Tat gekämpft haben, von den Arbeitsstellen entfernt werden. Die Ortsgruppen melden die Parteigenossen mit Mitgliedsnummern 1—200 000 und suchen im Benehmen mit den zuständigen Stellen insbesondere auch mit den Prioat- unternehmen diese Parteigenossen unterzubringen. Die Kreisleiter überwachen die Aktion und melden binnen vier Wochen den Erfolg ihrer Maßnahmen. Ich behalte mir vor, den Kreis der in Arbeit zu Bringenden nach eingehender persönlicher lieber- Prüfung zu erweitern. Die psingsttagung des VDA. Der hessische Landesführer des VDA., Staatsrat Block, gibt bekannt. Die politischen Ereignisse der letzten Tage und die Haltung gewisser Kreise in Oesterreich haben die Reichsleitung des VDA. veranlaßt, die Pfingst- tagung des VDA. von Klagenfurt nach Passau zu verlegen. Sämtliche Einladungen und Zusagen gelten nunmehr für Passau. In Passau wird das Klagenfurter Programm mit kleinen Abänderungen zur Durchführung kommen. Nähere Mitteilungen ergehen in kürzester Frist. Ich fühle mich eins mit der Reichsleitung in dem festen Willen, in der alten deutschen Bischofsstadt Zeugnis abzulegen von der Einheit und Ganzheit des deutschen Volkes. Mit dem Blick nach Osten und in unlöslicher Verbundenheit mit dem deutschen Volke Oesterreichs wird sich der VDA. zur Wahrung der deutschen Sendung in den Alpen- und Donauländern, zur Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen in der Welt bekennen. Insbesondere rechne ich damit, daß die Schul- gruppen an ihrer Pfingstfahrt festhalten und statt der vorgesehenen Wanderungen im österreichischen Alpengebiet solche in die südöstlichen deutschen Grenz- lande unternehmen (Böhmer- und Bayrischer Wald, Donaudurchbruch, Regensburg, München, Oberbayern). Ich rechne auch damit, daß die vom hessischen Kultusministerium für die Klagenfurter Tagung gewährte Ferienverlängerung unter den neuen Umstanden aufrechterhalten bleibt, und werde die Zustimmung Der Regierung einholen. Ich hoffe sogar daß infolge der kürzeren Anreise und der damit verringerten Kosten noch mehr Hessen die Möglich- Öen. Durch die Inanspruchnahme de- Iugendnot- Werkes hält sich der Kostenanschlag in niedrigen Grenzen. Aach eingehender Besichtigung des tüt den Ilmbau in Frage kommenden Räume- und nach einer anregenden Aussprache über das Projekt und der damit in Verbindung stehenden Ideen, nahm die Versammlung solgenden Zusatz zu 8 1 der Dereinssatzungen einstimmig an: .Es ist besondere Ausgabe des Vereins, im Besitz der Burgruine Gleiberg, völkischen, heimatkundlichen und volksbildenden Zielen zu dienen." Ebenfalls gebilligt wurde der vom Vorstand vorgeschlagene Umbauplan. Im weiteren Verlaus der Verhandlungen wurde eine Anzahl wertvoller Anregungen gegeben, mit deren Durchführung sich der Vorstand besassen wird. 3m Hamen des Vereins stattete Direktor Al e n k e n dem Brandmeister der Dleibergcr Feuerwehr, Kaufmann Ä. Leib, herzlichen Dank ab für sein zielbewuhtes Handeln beim kürzlichen Brand der alten Linde unterhalb der Burg. Mit der Mitteilung, dah mehr neue Mitglieder in den Verein eingetreten als alte ausgetreten wären, und mit einem warmen Appell, die neuen Ideen und Ausgaben des Gleibergvereins in weiteste Dolkskreise au tragen, schloß der Leiter mit einem Hinblick auf den Gleibergtag im Iuli, mit dem man die Einweihung der bis dahin neu geschaffenen Räume zu verbinden gedenkt. Pensionierung als nationale Tat. Unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns treten weiter folgende Lehrpersonen in den Ruhestand. Rektor Ludwig S ch ü tz, Darmstadt, Lehrer Karl M ü h I h a n , Eppelsheim, Lehrerin Paula Schneider, Griesheim, Lehrer Adam S chm i t t, Ober-Ingelheim, Lehrerin Hedwig W e st b o m k e , Seligenstadt, Rektor Johannes Deister, Jügesheim, Lehrer Philipp Zimmer, Offenbach a. M., Lehrer Wilhelm T r i n k a u s , Offenbach a. M., Lehrer Wilhelm Uhl, Büches, Rektor Hermann von der Heydt, Mainz- Gustaosburg, Techn. Lehrerin Berta K o r e 11, Gießen, Lehrer Jos. H e 11 m e i ft e r , Friedberg, Lehrer Heinrich Burk, Wieseck, Lehrer Philipp Keim, Dortelweil, Techn. Lehrerin Martha Hartfuß, Gr.-Umstadt, Oberstudienrat B i e b e r i ch an der Oberrealschule Michelstadt, Oberstudienrat Geißler an der Aufbauschule Bensheim, Studienrat Karl Schmidt an der Oberrealschule Mainz, Studienrat D ö b e r t an der Aufbauschule Bensheim, unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Ober- (tubienrat", Studienrat Balser an der Augustinerschule Friedberg, Studienrat Räder an der Ernst-Ludwig-Schule Bad-Rauheim, unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Oberstudienrat", Oberreallehrer B u m a n n an der Oberrealschule Alzey, Oberreallehrer B a rf am Gymnasium Bensheim, Oberreallehrer K e 11 e r am Gymnasium Dieburg, Oberreallehrerin Reuter an der (Eleonoren- schule Worms. Der Abschied vorgenannter Lehrpersonen ist nach meiner Verfügung vom 8. Mai 1933 mit einer würdigen Feier zu umrahmen. Darmstadt, den 27 Mai 1933. Der Hess. Minister für Kultus und Bildungswesen. In Vertretung: Ringshausen. Taten für Dienstag, ZN.Mai. 1265: Der italienische Dichter Dante in Florenz geb — 1431: Die Jungfrau von Orleans in Rouen verbrannt. — 1853: Der Maler Vincent van Gogh in Groot Zundert in Brabant geb. VornoNzcn. — Tageskalender für Dienstag Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „Die Rächt zum Donnerstag". - Bund der Lahnfreunde, 20.30 Uhr, „Hotel Hopfeld". Monatsversammlung. — Paddlergilde Gießen, 20.30 Uhr, großer Hörsaal der Universität: Vorführung des Frentz- Reischauer-Filmes „Wildwasserparadiese in Oesterreich und Iugoslawien". — Lichtspielhaus, Bahnhotstraße: „Vielleicht bist du das große Glück.. ." Wietzener Wochcnmarktprclse. • Gießen. 30. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 130, Koch- butter 110, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Käse 5 bis 10 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer 15 Ps. das Pfund, Gelbe Rüben, neue 15 Pf. das Bund, Rote Rüben 10. Spinat 10 bis 15, Spargel 25 bis 50, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln. alte 3, neue 12 bis 14, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40 bis 50, Obstmus 40 bis 45, Iunge Hahnen 70 bis 90. Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Rüsse 60 Pf. das Pfund, Eier, inländische 8 Pf' Blumenkohl 40 bis 60. Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 12 bis 15, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25 Pf das Stück, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund,' Kartoffeln 2,30 Mk. pro Zentner. • • Dienstjubiläum bei der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Uni- r-ersität Gießen wird mitgeteilt: Dem Sekretär Karl Ritter bei der Verwaltung des Vorlesungsgebäudes wurden zur Vollendung seiner 40- jährigen Dienstzeit von der Hessischen Staatsregie, runa die besten Glückwünsche ausgesprochen, cte verband damit den Dank und die Anerkennung der Hessischen Regierung für die gegifteten treuen Dienste. Auch die Landesumversitat hat sich den Glückwünschen angeschlossen. . * • Dienstjubiläum in b e n Ä 11 n t f c n. Der Operationsgehilfe Karl F r i s ch k orn begeht am 31. Mai als Angestellter der Universitätskliniken bzw. der Universitäts-Hautklinik Gießen sein 25jährigeS Dienstiubiläum. Herr Frisch kornis seit 1905 in der Krankenpflege und seit 1908 bei den Kliniken beschäftigt. Er ist als Suverlass^er, gewissenhafter, stets hilfsbereiter Mensch bei Vor- gesetzten, Mitarbeitern und Patienten sehr ge- rbeitsjubiläum Der Aufseher und Sortiermeister Heinrich I a n z in den Gailschen Tonwerken. wohnhaft Schiffenberger Weg 23. kann heute auf eine 40jährige ununterbrochene Tätigkeit in den Gailschen Tonwerken zurückblicken. Dom Tage seines Eintritts in den Betrieb. dem 30 Mai 1893. ab hat sich der Iubilar durch seine vorbildliche Pflichterfüllung und einwandfreie Arbeitsleistung, wie auch durch seine vortrefflichen menschlichen Eigenschaften bei der Werkleiiung, seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern allgemeine Wertschätzung erworben. Die Hessische Etaatsregierung lieh dem Jubilar durch ein Schreiben des Hessischen Innenministeriums ihre Glückwünsche übermitteln, ferner gratulierte das Kreisamt Gießen, ebenso wurden dem Iubilar von der Firma und den Mitarbeitern Ehrungen bereitet- " Sd)ulper|onalien. Der Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Gießen, Otto Kinkel, wurde aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Juni 1933 in den Ruhestand versetzt. — Der Schulrat am Kreisjchulamt Lauterbach, Heinrich Lorentz, wurde ebenfalls auf fein Nachsuchen und unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste, sowie unter besonderer Würdigung Des im nationalen Interesse bekundeten Dpferfin- nes mit Wirkung vom 1. Juni ab in den Ruhestand versetzt. * * Konzert Pros. B a ck h a u s findet nicht statt! Vom Gießener Konzertoerein wird uns geschrieben: Wie früher mitgeteilt wurde, war beabsichtigt, das ausgefallene 8. Konzert des letzten Winters, das Klavierkonzert von Prof. Wilhelm B a ck h a u s, im Mai stattfinden zu lassen. Alle dahingehenden Unterhandlungen haben sich aber leider infolge Unglücklicher Verkettungen zerschlagen. Prof. Backhaus hat nun zugesagt, (ein Konzert mag- lichst im Anfang des kommenden Konzertwinters stattfinden zu lassen. Um die Abonnenten für das ausgefallene 8. Konzert zu entschädigen, ist ein Kar- tenaustaufd) für das am 6. Juli stattfindende Konzert, Beethovens 9. Symphonie, vorgesehen, falls von einzelnen Abonnenten nicht eine andere Regelung gewünscht wird. Schriftliche Mitteilung hierüber wird noch an alle Mitglieder des Konzertvcr- c.ns erfolgen. Näheres auch bei Herrn Chauier, Neuenweg 10. ** Zwei Pfingst-Autogefellschafts- führten veranstaltet die Reichspvst am Sonntag, den 4. und Montag, 5 Juni Zur Edertal- fperre am Pfingstsonntag über Marburg-Herz- Hausen-Waldeck-Bad Wildungen. Abfahrt 7 Uhr morgens vom Hauptpostamt, geht die Fahrt in bequemen Postautobussen. Die Ankunft in Hcrzhausen erfolgt fo rechtzeitig, daß zu einer Bootsfahrt auf dem Edersee Anschluß besteht, die Teilnehmer treffen sich dann wieder in Waldeck. Mittags Besichtigung der Sperrmauer und des Staubeckens mit anschließender Fahrt nach Bad Wildungen, daselbst längerer Aufenthalt. Die Ankunft in Gießen erfolgt gegen 22 Uhr. Die bekannte Burgenfahrt über Kö- nigsberg-Hohensolms. Greifenstein-Braunfels findet am Pfingstmontag statt, Abfahrt 9 Uhr ab Haupt- poft, an sämtlichen Orten ist Aufenthalt vorgesehen. Rückkehr gegen 19 Uhr. Beide Fahrten erfreuen sich großer Beliebtheit. Rechtzeitige Anmeldung ist zu empfehlen. Näheres im heutigen Anzeigenteil. ** DerRechnereiner Spar- undDar - lehenskaffe verschwunden. Seit 3. Mai ist der Rechner Ernst Keller von Weitershain, der die Kassengeschäfte der Spar- und Darlehenskasse Weitershain führte, spurlos verschwunden. Mittlerweile vorgenommene Prüfungen der Kaffe und der Bücher haben Verfehlungen in der Kaffe in Höhe von etwa 2000 Mk. ergeben. Ferner wird dem verschwundenen Rechner zum Vorwurf gemacht, daß er Kredite auf eigene Faust gewährt habe. Für die Mitglieder des Spar- und Dar- lchenskasfenvereins sollen als Ersatz für die Ausfälle genügend Sicherheiten vorhanden sein. ** Unfall mit der Schußwaffe. Am Sonntag ereignete sich auf der Höhe am Saubringer Paß ein Unfall. Zwei junge Leute, der eine aus Allen-Duseck, der andere aus Mainzlar, waren zusammen auf dem Weg. Auf der Höhe gab der eine einen Schuß aus feinem Revolver ab, wobei ihm anscheinend die Waffe entfiel. Als er sie wieder aufheben wollte, schien er an den Abzug gekommen zu fein, denn es löste sich ein Schuß, und die Kugel traf den anderen in den Hals. Die Kugel blieb stecken. Der Verunglückte nahm in Akten-Buseck erste Hilfe in Anspruch und wurde dann durch die Freiwillige Sanitätskolonne des Roten Kreuzes in Gießen nach der Chirurgischen Klinik gebracht. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 29. Mai. Die erste Verhandlung des diesmal unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Dr. H a n s u l t tagenden Schwurgerichts richtete sich gegen die Dienstmagd Anna Pitz aus Steinbach wegen Kindestötung. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Heep. Die ganze Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus dem öffentlich verkündeten Urteil ging hervor, dah die Angeklagte am 28. März d. I. in Gießen unehelich geboren hat. Das Kind lieh sie nach der Geburt unter der Decke Hegen, so dah es erstickte: die Leiche warf sie in den Mülleimer. Bei der Leerung des Müllautos wurde das tote Kind gefunden und der Polizei übergeben, durch deren Rachsorschungen die Angeklagte in kurzer Zeit als Täterin ermittelt wurde. Dem Antrag des Oberstaatsanwaltes entsprechend erkannte das Schwurgericht unter Zubilligung mildernder Umstände und unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf eine Gefängnisstrafe von zwei Iahren und drei Monaten. Wettervoraussage. Die Luftdruck-Gegensätze sind im allgemeinen sehr gering, wobei über Deutschland noch verschiedenartige Lustzusuhr herrscht. Somit bleibt auch das Wetter zunächst noch veränderlich, so dah weiterhin wechselhafte Bewölkung und einzelne Riederschläge zu erwarten sind. Mit dem Herannahen eines neuen Tiefs über Irland wird durch Bildung eines Zwischenhochs kurze Beruhigung zustandekommen und vor allem Temperaturanstieg einsetzen. Da die Störung jedoch später feucht-milde Luft vorschiebt, wird die Bewölkung wieder zunehmen und erneute Riederschlagstätigkeit aufkommen. Vorhersage für Mittwoch: Teils bewölkt, teils aufheiternd, etwas wärmer, einzelne Niederschläge. Vorhersage für Donnerstag: Feucht- wa-.mes Wetter, nach vorübergehender Beruhigung erneute Verschlechterung. Lufttemperaturen. Am 29. Mai: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 11,2 Grad, am 30. Mai: morgens 10,8 Grad: Maximum 17 Grad, Minimum 10 Grad. Niederschläge 21,2 Millimeter «onnenscheindauer i Stunde. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 29. Mai: abends 16 Grad, am 30. Mai: morgens 12,5 Grad Celsius. Den Stell fürs neue Sommerkleid von No wach! Der schöne Anzug 19 Sonderklasse sind herrlich und erst die Forml Sie KOHLER Gießen. Seltersweg 3581 A Hausfrauen! - Achtung! barte. 3615v 3620 A Xu Pfin&ften ? Uläschf 1.35 1.50 DAMENSTWMPFE 3600 A 3530 A UUMWW 3. B.^€ä.sj0ex JC-HII UCKER. ~ -AM OSWALDSGARTEN ■ -> ? ■ . ... ..______ müssen da hineingeschlüpft sein, um ein begeisterter Jnteressent zu werden. Alle sichtb. Futterstoffe sind aus K’seide in Modellanzügen. Jeder ein Kunstwerk aus Meisterhänden. Die Stoffe schon Juni, Juni, Juni, z.Kombination miteinerSommer- promenadehose Damen-Schlüpfer, Matt-Charmeuse, la. Qualität......... Damen-Unterkleid, mit Motiv, besonders preiswert....... Nachschau: Mittwoch, 14. von 16 bis 16.30 Uhr; 3. Impftermin: Mittwoch, 14. von 15 bis 16 Uhr- Nachschau: Mittwoch, 21. von 16 bis 16.30 Uhr. Holzfällen? Nehmen Sle Abermann Mittwoch, 31.5. 33 20 Uhr im Gaf6 Leib Skagerakfeier des Marincvereins Teilnahme mitFah- nen uno Standarten UIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIJ Billige Zische Kabeljau o. K. Pfund ab 22 Pf. Schellfisch o. K. Pfund ab 35 Pf. Filet von Kabeljau Pfund ab 35 Pf. empfiehlt 862sD '21. Koch Nachfolger DZänsbnrgl6,Tel.3612 OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIP 24.- 34.- 38 EISDXBetten Schlaf zlm, Polster, Stahl- matr.an Kiaenmö Mittwoch, 31. 5. 33 20 Uhr Skagerakfeier deS Marinevereins Teilnahmem.Stan- Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen Pflanzen und Unkraut jäten allein genügt nicht, um reiche Ernte zu halten. Die Pflanzen haben Durst — was wachsen soll, braucht Feuchtigkeit! Deswegen wässert Fritz auch Tag fürTagdie jungen Gemüse mit der milden Brause einer Schneider-Gießkanne, die Stauden und Blumenbeete mit dem Strahl eines langen Gartenschlauchs und den Rasen mit einem selbsttätigen Spren- ger.Seine Mähmaschine sorgt dafür,daß die Halme immer frisch geschnitten sindu. der Rasen wie ein samteuer,dunkelgrünerTep- pich glänzt. Sie sollten’s ihm nachmachen. Stadttheater Gießen. ssksD Mittwoch, 31. Mai 19.30 — 22.30 Uhr 32.(letzte)Mittwoch- Abonnement Gewöhnliche Preise Lebte Vorstellung der Spielzeit! Schlageter Schauspiel von Hanns Johst. Amtsverkündigungen aus den oberhessischen und preußischen Kreisen. Kreis Gießen. Am 7. Juni 1933 findet abermals eine Schweinezwischenzählung statt. Verbunden mit dieser Zählung ist die Ermittlung der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. März 1933 bis 31. Mai 1933. 3622C Die Leitung der Zählung ist dem Lan- desstatistifchen Amt in Darmstadt übertragen. Die Ausführung liegt den Hessischen Bürgermeistereien ob. Eine Vergütung für die Mitwirkenden wird von Staats wegen nicht geleistet. Die erforderlichen Zähllisten und Gemeindebogen werden den Bürgermeistereien durch das Landesstatistische Amt unmittelbar zugehen. Diejenigen Bürgermeistereien, die bis zum 1. Juni d. I. nicht im Besitz der Zählpapiere sind, haben sich mittels Fernruf (Darmstadt 2657) oder telegraphisch an das genannte Amt zu wenden. Auf dem Gemeindebogen und der Zählliste sind Anweisungen aufgedruckt, aus denen zu ersehen ist, wie die Zählung im einzelnen durchzuführen ist. Die ausgefüllten Zähllisten und die Urschriften der Gemeindebogen sind spätestens bis zum 12. Juni 1933 an das Hess. Landesstatistische Amt in Darmstadt abzusenden. Der Termin mutz pünktlich eingehal- ten werden. Reinschriften und Abschriften der Zähllisten brauchen nicht angefertigt zu werden, doch sind von dem Gemeindebogen Abschriften zu den Akten der Bürgermeistereien zu nehmen. Die örtlichen Ergebnisse der Zählungen dürfen keiner anderen Behörde als dem Landesstatistischen Amt übermittelt werden: den Viehbesitzern ist ausdrücklich zugesichert, daß ihre Angaben nur statistischen Zwecken dienen, keinesfalls aber zur Bemessung von Steuern oder Gebühren Verwendung finden dürfen. Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen er bei dieser Zählung aufgefordert wird, nicht erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe -bis zu 10 000 RM. bestraft. Sakko-Anzüge 28■ " 38.- 48.- 58 in grau, silbergrau und grau gestreift. Eine Auslese schönster Neuheiten. Die Anzüge sind zum Teil mit besonders weiten Hosen geschnitten und haben 2reihlge Weste. 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Es wird eine Umlage erhoben, zu welcher auch die Ausmärker herangezogen werden. 36090 Obbornhofen, den 29. Mai 1933. Hess. Bürgermeisterei. Kammer. Das Gegebene zum Frühjahr Oie Preise sind ganz besonders günstig Damen-Schlüpfer, Kunstseid.- 4 aa Crepe, modern. Pastellfarben LUU Damen-Hemdchen, Kunstseid.- 4 An Crepe.................... LUU Damen-Hemdhose, Kunstdeid.- 4 aa Crepe, vorzügliche Qualität.. LUU Eine MMlWglNlSMüll bringen die .Vova'-VretzW-VaWoumoell ,W0DU‘-BQtüüm-5tauöfQuge[. 38 In- und Auslandpatente. Aufsehenerregend u. konkurrenzlos auf der ganzen Welt in Konstruktion und Preis. Tägl.bis Pfingsten Vorführungen von 9—7 Uhr. — Eintritt frei! Kein Kaufzwang. 03312 LadenGelterswegS Generalvertreter gesucht. Beneliz-VorslelM der Mitglieder des Sladtlhealers Gießen „Krieg im Frieden“ Lustspiel in 5 Akten 3«isv von G. v. Moser und Fr. v. Schönthan Freitag, den 2. Juni 1933 20.15 bis 22.45 Uhr Gewöhnliche Schauspielpreise! Mittwoch, den 31. Mai 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 36231) 1. Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, Kas- senschränke, Sofas, 2 Rohrsessel, Nähmaschinen, Kleiderschränke, 1 Photo- graphion, Grammophone, 1 Radio, Warenschränke, 1 Personenwagen (Wan- derer), Rasierklingen, Parfüm, Lackptn- sel, 2 Schreibmaschinen (Ideal u. Erika), 1 Chaiselongue mit Decke, 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Pianino, 1 Flurgarderobe, 1 Bücherschrank, 1 elektr. Ständerlampe, 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Schreibtisch mit Stuhl. 2. Bestimmt: 3 Vorhänge, 2 Roulleaus. 3. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 1 Personenwagen (Bren- nabor, 59/20 PS, Nr. 22 288), 1 Per- sonenwagen (Citroen, 4-Sitzer, Motor Nr. 8573, 6/25 PS). Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Dillkreis. Die Herren Bürgermeister werden von dem Landrat ersucht, den Beteiligten nahezulegen, die Lagerung von Heu und die Aufstellung von Getreidegarben in der Nähe von Eisenbahnen möglichst einschränken und nicht länger auszudehnen als zum Trocknen unbedingt nötig ist, um die Gefahr einer Entzündung durch Funkenflug der Lokomotiven oder durch Fahrlässigkeit der Reisenden zu verhüten. TRIBIPH deutscher Die gestrige Premiere ein Sieg; der Leistung;! Heute Dienstag die letzten 2 Vorstellungen nachm. 3 und abends 8 Uhr Bevorzugen Sie v. allem die N achm.-V orstellg. Sie entgeh.dem Andrang zu der Abendvorstellg. und zahlen bei genau gleich. Programm für Kinder u. Erwerbslose nur halbe Preise (ausgen. Galerie! Auch in der letzten Ahend- vorsteUnny das vollständige große Programm! KRONE-ZOO Größt, reisender Tierpark d. Welt Gewaltige Gruppen v. Tieren a. allen Lflndern: 26 Elefanten,tOORaubtiere, 250 Pferde usw.. insgesamt 800Tiere Heute geöffnet 9 Uhr bis Dunkelheit Raubtierfütterung 11 Uhr 3511 u KRONE Gießen Teleph. 2559 Bekanntmachung Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Mittwoch, 31. Mai, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau: Mittwoch, 7. Juni, von 16 bis 16.30 Uhr; 2. Impftermin: Mittwoch, 7. Juni, von 15 bis 16 Uhr; \ * RC 23» Fußleidenden steht iederzeit besonders ausgebildete fach- ----------------------- kundige Bedienung kostenlos zur Vertilgung ■________________3613 A der elegante,fußgerechte Schuh5 tferkaufssfellei « Dienstag, 50. Mai 1953 Nr. 124 Zweites Statt Giehener Anzeiger (weneral-Anzerger für Gveryeffeiy Heitksstaltbalter (Sprenger in Gießen Ein Hitler-Mädel überreicht dem Herrn Reichsstatlhaller bei seiner Ankunft auf dem Landgraf-PhiNvo- Plotz einen prachtvollen Rosenstrauß £ r - .....-' grüßend) bei der Mfechrt vom Landgraf» Reichsstatthalter Sprenger (im Auto stehend und die SA. arühend) Philipp-Platz nach dem Flughafen. t M M M <* Wv* ■ */• Reichvstalthalter Sprenger beim Abschretten der Front der Polizei, Gendarmerie und einer Ab- ordnung der Hilfspolizei, nachdem Dr. Kayser (in ZivU links neben dem Statthalter) dem Herrn Reichsstatthaltcr die Polizei, Gendarmerie und Hi'fspolizei zur Stelle gemeldet hatte. Neben dem Polizei- direklor links Standartenführer E n g m a n n. In der zweiten Reihe oischen dem Reichsstatthalter und dem Polizeidirektor Kreisleiter Dr. Harth, daneben Kreispropagandaleiter Hopfenmulle r. Kreislsrter Dr. Harth bei seiner Ansprache an den Reichsstatthalter. Vor dem Rednerpodium von rechts nach links: Major und-Bataillonskommandeur von Wachter, Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. Ieß, der Kanzler der Landesuniversität Prof. Dr. Rudolf He r z o g, Oberbürgermeister Dr. Keller, Provinzialdirektor Graef, komm. Beigeordneter Rechtsanwalt Luley. Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Giehen. - . Reichsstatthalter und Gauleiter S p r e n g e r nimmt die Begrüßungsansprache des Kreisleiters Dr. Harth entgegen; hinter dem Reichsstatthalter Mitglieder der nationalsozialistischen Gießener Stadtratsfraktion. Reichsstatthalter Sprenger Ehren, bürger von Bad Homburg. Bad Homburg, 28. Mai. (WSR.) Die Stadt- Verwaltung hat den Reichsstatthalter von Hessen, Gauleiter Jakob Sprenger, zum Ehrenbur- ger der Stadt Homburg ernannt. 1 n. Ren tenmarft lagen von Deutschen Anleihen Altbesitz insgesamt 1 bis 1,50 vH. hoher, ^„besitz und späte Reichsschuldbuchlorderungen waren dagegen kaum verändert. Goldpfandbriese lagen etwa 0,25 o. H. höher. Liquidakionspsand- briefe und Kommunalobligationen lagen ruhig. Werte 0,50 v. H freundlicher (rieriroaruen »huici* ter sehr unregelmäßig, wobei die Deränderungen bis 1 u. H. betrugen. Lechwerke Augsburg lagen 1 50 v. H. fester, Kunstfeideaktien lagen ruhiger und nur behauptet. Im übrigen eröffneten ^unghans 1,50 v. 5).. (Lontigummi 0,65 vH- uud Reichsbank 0 50 v. H. höher. Späterhin ließen Zellstoff Wald- hof und Akkumulatoren je 0,50 v. H und von Schiffahrtswerten Norddeutscher Lloyd 0,25 o. J). Frankfurt freundlich Frankfurt, 30.Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Mittagsbörse verzeichnete noch keine nennenswerte Belebung, da sowohl die Kundschaft, als auch die Kulisse im Hinblick aus die schwebenden außenpolitischen fragen noch Zuruckhal ung bekun- bete. Trotzdem war die Stimmung .m Anschluß an die Abendbörse weiter gebessert Am Montanmarkt setzten Harpener 1,50. Rheinstahl und Phönix fe 0.5 > v. H- fester ein, während Mannesmann 0,40 v H. Klöcknerwerke 0,90 o. H. und Laurahutte 0,o0 v H nachgaben. Bon Chemiewerten eröffneten OW S) Deutsche Erdöl 1,50 v. H. und die übrigen te 0 50 vH freundlicher Elektroaktien tendier- Oer Giahthelmtag in Gießen. Am vorgestrigen Sonntag nahm der Stahlhelmtag in Gießen anläßlich der Einweihung des Gießener Stahlhelmheimes, über die wir gestern schon berichteten, mit Wehrsportkärnp- pfen seinen Ansang. Aach Unterbrechung durch einen Feldgottesdienst wurden die Kampfe fortgesetzt. Bei diesem Wettbewerb haben besonders der Dillkreis. Laubach und Gießen gut abge- schnitten. DerIeldgotteSdienst auf demTneb vereinigte von 8.30 Uhr ab eine stattliche Cte- meinte im feldgrauen Rock, dabei auch das Offizierkorps und eine Kompanie unseres Bataillons, und viele Manner und Frauen aus der Bürgerschaft zu einer erhebenden Andacht. Mit Begleitung ter Stahlhelmlapelle sang die Gemeinte zunächst den Choral .Eine feste Burg ist unser Gott". Hierauf predigte der evangelische Garnisonpfarrer LandesNrchenrat Ausfeld über das Wort aus dem 2. Timotheusbrief, Kapitel 1, Bers 7: „®ott hat uns nicht-gegeben ten Geist ter Furcht, sondern ter Kraft und der Liebe und ter Zucht". Er bezeichnete diesen Sonntag als Rüsttag auf Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes Dieser Geist ist aber nicht ein Geist ter Furcht, denn Furcht ist das Zeichen ter Knechtschaft, ter Unfreiheit und der Unselbstän- digkeit. Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben. Wo ter Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Der Glaube macht furchtlos. Der Geistliche erinnerte in diesem Zusammenhänge an sinngemäße Worte des Dichters ter Freiheitskriege. Ernst Moritz Arndt, und des Eisernen Kanzlers, Fürsten Bismarck. Unser Heil ruht einzig und allein auf dem, was Christus, unser Herr und Heiland, für uns getan hat. Seine vollkommene I Gerechtigkeit, nicht unvollkommenes Menschen- werk. ist ter Felsgrund, auf dem wir unser Leben ausbauen. 3n solchem Glauben wird man innerlich stark und sest durch Gottes Geist, den Geist ter Kraft. In ter Predigt wurde sodann die Stählung ter körperlichen Krakt als etwas notwendiges. etwas Gott wohlgefälliges, als eine Pflicht bezeichnet. Christen sollen auch körperlich stark werten, um ihren Mann zu stehen, wenn das Baterland ruft. Der Gott, der Eisen wachsen lieh, , der wollte keine Knechte. Er hat uns zur Frei- ; heit berufen, auch zur äußeren Freiheit. Aber । wir alle wissen, daß dazu mehr gehört als bloß | körperliche Kraft, nämlich kraftvolles Wollen, ; Kraft zum Kamps gegen Versuchung und Sünde, Charakterfestigkeit, in ter man sicher, ruhig und selbstverständlich seinen Weg. den W?g der Pflicht, gebt, unbekümmert darum, was uns dafür wird, ohne Menschenfurcht und ohne Menschengefälligkeit. Kraft aber ohne Liebe ist Gewalt, ist Rücksichtslosigkeit, ist Roheit. Wahre Kraft ist mit ter Liebe verbunden Ihr Ziel ist nicht, sich selber durchzusetzen, sondern andern zu dienen, im Volk, im Vaterland, in der Kirche Gott hat uns auch den Geist der Liebe gegeben, ebenso den Geist der Zucht. Ein Christ muh lernen, sich selbst in Zucht zu nehmen, in die heilige und heiligende Zucht des Geistes Gottes. Eine Vorstufe dazu kann und soll all das sein, was wir als militärische Zucht und Erziehung kennen und schätzen. Rach dem Choralgesang „Ich bete an die Macht ter Liebe", wiederum von der Stahlhelmkapelke begleitet, predigte der katholische Militärgeistliche. Pfarrer Or Hemmes. „®te Rose stand im Tau, es waren Perlen grau. Als Sonne sie beschienen, wurden sie zu Rubinen." An dies prachtvolle Ritornell Schumanns wird man erinnert, nachdem die Sonne der Verklärung über Albert Leo Schlageter aufgegangen ist, ter vor zehn Jahren auf der Golzheimer Heide sein Leben für Deutschland gelassen hat. Unsre Herzen sind noch voller Begeisterung, so daß ich zu Anfang ter Rede einige Worte dem großen Sohn der deutschen Erde gewidmet haben möchte. Er ist einer von den vielen Helten-Kameraden. Aber die eigenartigen, ergreifenden Umstände seines Todes heben ihn als Typus des deutschen Helten heraus, allen zur Bewunderung und Rach- ahmung Die Einzelheiten sind ja bekannt. Kurz: glühende Vaterlandsliebe, reines lauteres Soldatenherz und tiefer Gottesglaube, das ist unser Altert Leo! Der Grund aber seiner ganzen Größe ist der Gottes glaube, der zugleich Gegenstand unsrer nachfolgenden Ausführungen sein mag. - Kameraden! Es gab eine Zeit, daß eine organisierte Gottlosentewegung Millionen und Olbetmillionen in unsrem Vaterland« dem Abgründe zutrieb. Gott fei's gedankt, daß dieser Spuk zerstoben ist. Das neue Heim unsres Staates wird allenthalben auf das Fundament des Gottesglaubens aufgebaut. So wol en toir auch in dieser feierlichen Stunde gelegentlich der Heim - Weihe desStahlhelms.der viele Taufende Helden in seinen Reihen zählt, uns durchdringen von Ehrfurcht und Anbetung vor dem allweisen und allmächtigen Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde. Der Redner gab sodann einen sehr interessanten Gottesbeweis aus der Orönurtg unseres Sonnensystems. dessen Wiedergabe wir uns wegen Raummangels versagen wüsten Er lchloß hieraus mit folgenden Worten: Ich spreche hier von Männern, die wurzelno in Oer mtiiukuen -traöition, nach gewaltigen Erlebnissen des Krieges mit zäher Energie alle Kräfte um die Wietererneuerung des religiösen deutschen Volkes eingesetzt haben. Jawohl. wie ter Held, der jetzt durch alle deutschen Gaue gefeiert wird, Altert Leo Schlageter, durchdrungen war von tiefem Gottesglauben, so wollen wir ihm nachahmen und durch keine Stürme und Gesahren abirren von tief innerlichem, kindlichem Glauben an den sürsehenten Gott. Das ist unser Gelöbnis gelegentlich ter Heim-Weihe des Stahlhelms, das ist zugleich unser religiöser Willkomnigruß zum Besuche des Herrn Reichs- statthalters! Mit feierlicher Choralmusik fand ter im schönen Frühsonnenschein besonders stimmungsvolle Gottesdienst seinen Abschluß. Ein Platzkonzert der Stahlhelmkapelle auf dem Hindenburgwall in der Zeit von 11 bis 12 Uhr fand bei ten guten instrumentalen Darbietungen unter Leitung von Musikmeister Schleuse starkes Interesse und dankbare Anerkennung ter Zuhörer. Oer Aufmarsch der Gtahthelmformatipnen am Rachmittag erfolgte vom Oswaldsgarten aus unter Führung des Stahlhelm-Lantesführers in Hessen, Kapitän a. D. Weiße, über den Wer- nerwall, den Hitlerwall, durch die Landgrafenstraße, Landgras-Philipp-Platz, Kanzleiberg, Son- nenstraße, Seltersweg, Frankfurter Straße, Lie- bigstraße, Bahnhofstraße, Löwengasse, Goethe* straße, Ludwigstraße, Kaiserallee zum Trieb. Die zahlreichen feldgrauen Kolonnen des Stahlhelm, die in prächtiger militärischer Marschdisziplin die Straßen durchschritten, überall von einer großen Menschenmenge mit herzlicher Sympathie begrüßt, machten einen sehr guten Eindruck und legten bestes Zeugnis ab von ter trefflichen Erziehungsarbeit im Geiste unserer ruhmreichen kaiserlichen Armee. In Gegenwart einer gewaltigen Menschenmenge fand nach der Ankunft auf dem Trieb ein schneidiger Vorbeimarsch ter Kolonnen vor dem Landesführer Kapitän a. D. Weiße statt. Bei dieser Gelegenheit konnte man sich erneut erfreuen und begeistern an dem eindrucksvollen Bild dieses Vorbeimarsches ter alten Soldaten und der von ihnen in gute Schulung genommenen jungen Stahlhelm-Generation. Oer Ausktang des Tages. 3m Anschluß an ten Vorbeimarsch vor dem .Landesführer fand am Rachmittag im Saal und im Garten ter „Liebigshöhe" ein kameradschaftliches Zusammensein mit Gästen und Angehörigen statt, bei dem die Stahlhelmkapelle unter Leitung von Musikmeister S ch l e u f e gut musizierte. Bei dielem Zusammensein sprach der Lantes- führer Kapitän a. D. Weihe den Wehrsportgruppen Dank und Anerkennung aus und hob dabei hervor, daß in der Wehrsport-Ausbildung noch viel Arbeit zu leisten sei. Am Abend vereinigte man sich auf der „Sie- bigshähe" wieder ;u einigen geselligen Stunden, bei denen sämtliche Räume der Liebigshähe überfüllt waren. Der Gauführer Dr. Dehner hielt eine Begrüßungsansprache. Der Bauersche Gesangverein unter Leitung von Professor Dr. T e m e s - oary erfreute die Besucher mit hervorragenden Gesangsdarbietungen, die außerordentlichen Beifall fanden. Lebende Bilder mit selbstverfaßten erklä- renden Gedichten von Kameradschaftsführer Wei- n a n d y und Wanderlieder der Iugendaruppe Scharnhorst boten ebenfalls eine schöne Abend- Unterhaltung. Mit Tanz fanden die Stunden, die in allen Teilen wohlgelungen waren, ihren Abschluß. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 II — DSC. I 2.-6 (0:2). 1900s zweite Garnitur konnte sich auch diesmal nicht, ähnlich wie vor acht Tagen, zu einer einheitlichen Leistung aufraffen. Im Feldspiel waren sich,die Gegner gleichwertig, der OSC. allerdings eifriger. NWMMU Ein vaterländischerRoman vonHansVietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 10. Fortsetzung. Nachdruck verbotenI Werdet ihr je wiederkommen, herrliche, be- glückende Dinge des Lebens? Ihr, schöne Feste, rau- schende Abende in der Oper, zauberhafte Tage am Meer? Bretagne — du mit deinen meerumtobten Felsen; Alpen, ihr mit euren schneegekrönten Häuptern — werden wir euch wiedersehen — Ren6 und ich? ... Die Furie des Krieges sprang jäh in alles Glück, zerriß, was schön und heilig war. Wohl könnte man vergessen, jetzt noch — aber es wird kein Ende sein ... Blut und Tod lauern. Verachtung, Haß und Rache fordern ihr grausames, unerbittliches Recht. Sie weiß, daß trotz allem die Freundin an ihrer Seite den Tag erwartet, an dem ihr Volk den Schritt tut, den Schritt der kommen muß, um Frankreich, ihre Heimat, um Napoleon, ihren Kaiser, mit Feuer und Schwert zu Boden zu zwingen. Und Ren6 wird von ihrer Seite müssen, ausgeliefert den Schergen der. Vergeltung. Sie kann nicht mehr weinen, ihr Schmerz findet keine andere Zuflucht, als sich an die kurzen Tage des noch bleibenden Glückes zu klammern. Hilflos, ohne Rettung, treibt man dem Meer der Tränen und des Unheils entgegen ... Ein Zuruf schreckt die Frauen aus ihren schmerzlichen Gedanken. Der Kommissar Rambeaux mit seinen Begleitern zu Pferde, zieht tief den Hut vor den Damen. Sein „Bon jour, mesdames!“ klingt spitz und voll lauerndem Erwarten. Jeannette dankt kühl. Maria von Löbau grüßt mit einem kurzen Nicken, den Blick abgewandt. Mit bösen Augen sieht ihr der Kommissar nach. Diese Person ist ihm in ihrem unbeugsamen Hochmut schon längst verdächtig. Man wird eine Gelegenheit finden müssen, sie zu ducken. Auch diese neue Freundschaft der beiden Frauen ist höchst seltsam. Die Sache bedarf der aufmerksamsten Beachtung ... Die Frauen haben den Blick bemerkt. Jeannette weiß von ihrem Mann, was es mit dem Kommissar für eine Bewandtnis hat und auch Maria kennt diesen unerbittlichen Aussauqer der Gemeinde. Wo dieser brutale Mensch auftaucht, begleiten ihn Furcht, Schrecken und Haß. Wer in seine Hände fällt, dem kann nur Gott noch gändig sein ... I 1L Wenig später betritt Rambeaux das Arbeitszimmer des Hauptmanns Lefevre. Der Kommissar ist noch verschlossener als sonst. Etwas wie Müdigkeit und besorgter Ernst spiegeln sich in seinem Wesen., Er versucht sichtlich, seinen Besuch so kurz als möglich zu gestalten. Ohne auf die Förmlichkeiten des Hauptmanns einzugehen, entnimmt er der schwarzen Ledertasche Akten und Verordnungen und beginnt mit seinem Vortrag. Seine Stimme ist gedehnt und erwartend. „Leider muß ich Ihnen auch heute wieder das Mißfallen des Oberkommandos ausdrücken, Herr Hauptmann ..." Er macht eine Pause, die eine Antwort erfordert. „Ich habe darauf nichts zu erwidern, Herr Kommissar, als daß ich meine Pflicht tuel" Rambeaux sieht den Hauptmann an, dann sagt er nachdenklich: „Wir wissen, wie es steht. Aber trotzdem müssen wir unter allen Umständen dafür Sorge tragen, daß die Bestände der Besaßungsarmee unter keinen Umständen leiden oder gar zurückgehen." Lefevre unterbricht ihn: „Was möglich ist, tun wir ohnedies. Ich habe die geeigneten Leute Tag und Nacht auf den Beinen — aber es gibt hier schon Ortschaften, in denen keine Ratte mehr etwas finden wird. Die Herren vom grünen Tisch haben gut reden ..." Rambeaux will den Hauptmann beschwichtigen. „Ihre Erregung ist begreiflich, Herr Hauptmann. Aber Befehl ist Befehl, und ich sage Ihnen nochmals: Wie Sie Ihre Ration stellen, ist Ihre Sache." „Die letzten Befehle lauten," erwidert scharf Le- feore, „daß, wenn irgend möglich, von jeder Gewalt gegen die preußische Bevölkerung Abstand genommen werden soll! Ich handle nach dem Befehl! Ich habe oft genug in den letzten Wochen mit knapper Not offenen Aufruhr unterdrücken müssen. Bedenken Sie bitte meine exponierte Lage — ich hafte für das Wohl meiner Leute. Verzweiflung kennt keine Gesetze und keine Furcht mehr — wenn ich allein hier die Gewalt ausspielen soll, so ist das ein Trumpf, der eines Tages viel Blut kosten wird." . Rambeaux blickt nicht auf. Er hat Lefevre wohl verstanden. Ueberlegend blättert er mechanisch in den Akten. Er hat gehört, was er befürchtet hat. Ueberall das gleiche Bild: das Land, die Bevölkerung, ist aus- gebeutet bis aufs Letzte. Und überall lodert heimlich der Aufruhr. Da nützen keine Befehle mehr, da nützt kein Appell an Ehrgeiz und Pflichtgefühl der Führer — wo nichts zu holen ist, ist Gesetz ebenso ohnmächtig wie Gewalt. Hauptmann Lefevre ist ans Fenster getreten und sieht hinaus in den Schloßhof. Dort macht sich eine Requisitionspatrouille fertig unter Führung des Korporals Landry, der kein Pardon kennt. Ein Zivilbeamter vom Stabe Rambeaux' begleitet ihn. Lefevre kennt ihre Methoden — der stärkste Haß und Wille brechen vor dieser Brutalität zusammen. Die Bauern geben ihr letztes Korn, mit dem sie kärglich genug ihr eigenes Leben fristen, um diesen Henkern zu entgehen. „Herr Hauptmann," sagt der Kommissar aus der Tiefe des Zimmers, und Lefevre wendet sich um, „ich hoffe, daß trotz allen Hindernissen nichts unversucht bleiben wird, auch in Zukunft der Pflicht voll zu genügen. Gewalt ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Haben Sie berechtigten Verdacht, daß an irgendeiner Stelle die Besatzungsbehörde arglistig getäuscht worden ist, so greifen Sie schonungslos zu »und statuieren Sie ein Exempel." Rambeaux' Stimme wird wieder schneidend. „Noch sind wir Herren eines Landes, dem fein Pardon gegeben werden darf, solange noch ein Atemzug geheimer Rebellion in ihm lebt!" Der Kommissar reicht dem Hauptmann ein Befehlsformular hinüber. „Unsere Lage ist zwar schwerer denn je — aber gerade deshalb müssen wir die Faust erhoben halten und wenn es not tut, zupacken. Ich bitte Sie, diesem Geheimbefehl Ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Oberkommando hat sicherste Nachrichten, daß gerade in diesem Teil Schlesiens die geheimen Verschwörungen und Rüstungen in vollem Gange sind. Es ist unsere unumgängliche Pflicht, die Augen offenzuhalten, es ist Selbsterhaltungstrieb, wenn wir die Rädelsführer der Militärjustiz überliefern." Lefevre begegnet dem Blick Rambeaux'. „Ich bin kein Spitzel, Herr Kommissar, ich bin gewohnt, in offener Schlacht dem Feinde ins Auge zu sehen — aber das hier . . ." Rambeaux' Gesicht bekommt einen bösen Zug. Er kennt diesen Widerstand der Feldsoldaten gegen die geheime Polizei. Sie sind schon immer Rivalen gewesen. Oft genug haben er und seine Leute die unverhohlene Verachtung der Offiziere zu spüren bekommen. „Hier handelt es sich nickt, gegen Kanonen zu kämpfen, Herr Hauptmann, hier heißt es, das schleichende Gift des Aufruhrs, das in unserem Rücken lauert, unschädlich zu machen, Verschwörung und Sabotage im Keim zu ersticken. Lesen Sie Ihren Befehl!" Seine Stimme wird trocken vor Aerger. „Die Armeepolizei ist Tag und Nacht auf den Beinen, um das liebel mit der Wurzel auszurotten, aber wir find machtlos, wenn wir nicht der vollen Unterstützung des Militärs gewiß sind. Vergessen Sie nicht, daß wir uns in einem Lande befinden. dessen ganzer Haß unserer Nation gilt! Diese Klein» arbeit gegen einen Feind im Dunkeln ist im Augenblick unsere notwendigste Aufgabe. Verstärken Sie die Außenposten, lassen Sie Meldung machen über jeden, auch den geringsten verdächtigen Vorfall. Richten Sie einen besonderen Fahndungsdienst ein für die preußischen Meldereiter und Kuriere. Das Oberkommando hat hohe Prämien ausgesetzt." Rambeaux holt ein neues Blatt aus seinen Akten. „Es ist uns bekannt, daß der Kurier Hauptmann Döllnitz Anfang des Monats aus Berlin wiederum unter falschem Namen abgereist ist. Er soll sich auf dem Wege hierher befinden. Man vermutet in ihm mit Sicherheit einen der gefährlichsten Parteigänger des preußischen Unterhändlers Stein in Petersburg." Der Kommissar macht eine bedeutungsvolle Pause. Lefevre hat Mühe, seine Bewegung bei dem Namen Döllnitz zu verbergen. Rambeaux' lauernder Blick läßt ihn nicht los. „Es find sogar gewisse Anzeichen dafür vorhanden, Herr Hauptmann, daß dieser Kurier sich hier auf Schloß Löbau an einem der Weihnachtstage aufgehalten haben soll." Seine Stimme hat einen irritierenden Klang. „Sie sehen also, wie gut es gewesen wäre, schon damals auf das genaueste Informationen erhalten zu haben, bann wäre dieser Fang wohl sicher geglückt und der Sache des Feindes unermeßlicher Schaden erwachsen — man wird das zu guter Zeit nachholen müssen." Lefevre erhebt fick) nervös, als wolle er die Sitzung abbrechen. Die Sache wird ihm unheimlich. Weih dieser Mensch von seinem Vergehen? „Ich werde meinen Leuten strengste Anweisung geben, dieser Kurier ist Offizier wie ich — wenn er in meine Hände fällt, werde ich meine Pflicht zu tun wissen, Herr Kommissar!" Auch Rambeaux hat sich erhoben. „Die Belohnung ist der Mühe wert, Herr Hauptmann!" Er sieht ihn mit einem merkwürdigen Blick an. Dann trommelt er leise mit seinen Fingern auf die Eichenplatte des Schreibtisches. „A propos — ich sah vorhin Ihre Gattin mit der jungen Baronesse auf der Straße nach Breslau . . ." Rambeaux hebt den Kopf und sucht herausfordernd die Gestalt Lefevres,.....ich würde Ihnen — ganz freundschaftlich! — raten, diese Verbindung der Damen, die schon recht weit gediehen zu fein scheint, auf das rascheste zu unter- binden. Es könnte immerhin sein, daß böse Zungen deswegen üble Nachreden führen." Hauptmann Lefevres Gesicht bekommt einen harten Zug. „Ich wüßte nicht, wem diese Freundschaft zweier Frauen so unangenehm sein könnte. Meine Frau ist eine Zivilperson wie jede andere und kann schließlich tun und lassen was ihr beliebt . . (Fortsetzung folgt.) Helfer der Hausfrau Seit Generationen bewährt sich Schwanpulver m dem bekannten roten Paket als wertvolle, treue Hilfe der Hausfrau für alle Wäsche, für alle Abseifarbeiten in Küche und Haus. Schwanpulver schont Wäsche und Hände. Es beseitigt staunend leicht allen Schmutz. Sparsam und billig war Schwanpulver immer. Darum für Wäsche und Haushalt: Ibison Herrschaftliche 7-3immer-Wohn. mit Bad, Balkon, l.Stock,i.frei.Lage, Nähe Universität, zu vermieten. osais Näheres A. Becker, Keplerstraße 9, Telephon 3804. Schone 03316 3-3imm.-lBoön. zu vermieten. Näh. Bahnhofstraße 26. 2-Zimnier-WohnuDg mit Küche an ruh., besseresEhevaarod. alleinstehendeTame zu vermieten. Schriftl. Angeb. u. 03605 a.d. Gieß.A. Leeres grobes Zimmer mit separatem Eingang zu vermieten. Asterweg 6t» I. 0330« | Mietgesuche | 2-3-Zimmer-Wohnung mit Küche in gutem Hause ges. Schriftl. 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