e Donners?-? W-Mrz (955 185. Jahrgang Nr 76Kvüvaussabe Forischreitende Arbeit des Reichskabinetts Neubildung Der Reichsetat ng Der Reichskanzler über die Abwehrakürn m er sten in der das ganze Volk einmütig sein en Pre'3 )er Rolle Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels Hal der Presse seinen Reichsminister Dr. Goebbels und den des Vereins deutscher Zeilungsverleger vollkommene Uebereinstim- 3ungtti an Politik, müsse. Zwischen Vertretern Presse zur nationalen Disziplin. Der Minister gab dem Wunsche nach einer von gegenseitigem vertrauen getragenen Zusammenarbeit Ausdruck und sprach die Hoffnung aus. daß diese Zusammenarbeit sich schon in kurzer Zeit viel enger und erfolgreiche rge st alten werde als seither. Die deutschen Zeitungen könnten, so betonte der Minister, sicher sein, in der Erfüllung ihrer Aufgaben und auch in einer sachlichen Kritik nicht behindert zu werden, sofern sie nur der nationalen Aufbauarbeit Deutschlands mit allen Kräften dienen. ■7IJV iatalog RM.iJO. Die presse im Dienst der Nation. Reichsminisier Goebbels sichert der deutschen presse engste Zusammenarbeit zu. machten. Es war auch nicht vorgesehen, daß die Mitglieder in bestimmten Zeiten ausgewechselt wurden. Deshalb ist der vorläufige Reichswirtschafts, rat naturgemäß stark überaltert. Auch daraus ergab sich die Notwendigkeit, ein neues Gremium zu schassen. Die neue Körperschaft wird wesentlich kleiner und deshalb beweglicher sein. Das Ausscheiden aus dem neuen Reichswirtschaftsrat wird erstmalig durch das Los bestimmt. Bei der Zusammensetzung der Mitgliederschaft wird natürlich auf die Berufs st ände und die Gliederung des Reichs Rücksicht genommen werden. Wann der en d g ü l t i g e Reichswirtschafts- rat geschaffen wird, ist eine Frage, die auf das engste mit dem gesamten Neubau des Reiches zusammenhängt. Deshalb ergab sich naturnotwendig der vorläufige Charakter auch der neuen Dr* ganisation. 4, car«" dl* B*‘ IriefumtehHfl«. Po,t" urteil Wir bieten » » 7, Anruf Nr. W' IN" in Die Gleichschaltung in Landern und Gemeinden des Reichswirischastsrats. allem in der Form, daß in Massenversammlungen und durch Radio sogar gegen amerikanische Staatsbürger deutscher Abstammung gehetzt w.rd. Der Reichsinnenminister legte in der Mini,..r- besprechung den Gesetzentwurf über die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vor. Dieser Gesetzentwurf sieht eine Vereinfachung der Landesgesehgebung überhaupt vor und bestimmt im besonderen, daß die Volksvertretungen der Länder mit Ausnahme des Preußischen Landtags aufgelöst und neugebildet werden. Diese Reubildung erfolgt nach dem Verhältnis des Ergebnisses der letz- tenReichstagswahl, und zwar werden die Stimmen zugrundegelegt, die sich am 5. März innerhalb jedes einzelnen Landes ergeben haben. Für die neu zu bildenden Landtage wird eine Mandatshöchstziffer vorgesehen. Ferner sollen Bestimmungen getroffen werden, durch die dieselbe Gleichschaltung in den Gemeindeselbst verwaltungskör'^ erschaft en erfolgt. Auch hier wird das Ergebnis des 5. März a l s Schlüssel zugrundegelegt, und ebenso werden je nach der Größe der Gemeinden auch Höchstzahlen für die Mandate bestimmt. In unterrichteten Kreisen rechnet man mit der Möglichkeit, daß dieses Gesetz noch bis Ende der Woche auch dem Reichsrat zur Kenntnis gebracht wird, so daß es am 1. April in Kraft treten kann. Im Laufe des Monats April wird dann die politische Gleichschaltung in den Volksvertretungen der Länder und Gemeinden praktisch durchgeführt werden. - er Ueß Ä fber«01 ir Wd.» b Wirtschaftsrat durch Verordnung des Reichspräsidenten oder auf Anordnung der Reichsregierung gebildet werden. In diese Sonderausschüsse können auch Persönlichkeiten mit vollem Stimmrecht berufen werden, welche nicht Mitglieder des Reichswirtschaftsrates sind- Zusammensetzung, Aufgaben und Befugnisse dieser Sonderausschüsse werden jeweils durch den Reichspräsidenten oder die Reichsregierung bestimmt. Der Hauptmangel des bisherigen „vorläufigen" Reichswirtschaftsrates lag ja darin, daß er volle 13 Jahre bestanden hat. Er wurde 1920 gebildet. Damals wurde das Vorschlagsrecht Körperschaften zugebilligt, die im Laufe der Zeit verschwunden find, oder die nur noch e i ii Scheindasein führten, trotzdem aber von der Benennung von Mitgliedern Gebrauch Wie wir in Ergänzung des amtlichen Berichts Mitteilungen über die heutigen Kabinettsberatungen noch erfahren, bezieht sich die Ankündigung von Maßnahmen zur Vermeidung von Härten, die sich aus der Aufhebung des Wohnungsmangelgesehes ergeben könnten, in erster Linie darauf, daß bei Aufhebung eines Mietverhältnisses den Mietern eine „den ilmfläntTcn nach angemessene Räumungs- f r i st" gewährt werden soll. Diese Räumungsfrist kann auch unter Umständen verlängert werden. Außerdem sind aber auch Schuhbestimmungen für den Vermieter vorgesehen, wenn sich aus der Verlängerung der Räumungsfrist für ihn er- heb'.iche Belästigungen ergeben. Die Garantieermächtigungen, die in der amtlichen Mitteilung erwähnt werden, beziehen sich auf alte Kredite, für die schon früher Garantien geleistet wurden, und zwar handelt es sich um 75 Millionen für den Außenhandel, 39 Millionen für die Getreidebewegung und 74 Millionen für die Seefahrt. Was nun die Etatsfragen anlangt, so find die sachlichen Ausgaben auf ein Fünf - telderAnsähedesvorjährigenEtats begrenzt. Von dem neuen Voranschlag, der bereits erheblich gesenkt ist, darf nicht mehr als ein Viertel für das Quartal ausgegeben werden. Von Interesse ist auch die ausdrückliche Betonung, daß eine Kürzung der personellen Ausgaben nicht vorgesehen ist. Damit wird erneut unzweideutig den von Zeit zu Zeit immer wieder auftauchenden Gerüchten übet eine neue Senkung der Beamtengehälter die Spitze abgebrochen. Allerdings sollen Beamte in Zukunft nur dann noch Nebenbeschäftigungen auSüben können, wenn im freien Arbeitsmarkt für diese besonderen Aufgaben keine geeigneten Personen gefunden werden können. Das ist an sich eine Bestimmung, die schon früher galt, ohne jedoch streng durchgeführt zu werden. Sie wird jetzt sehr genau zur Anwendung gebracht werden. Der neue Neichswirischafisrai. Berlin, 29. März. (WTB.) Das Reichs- labinett verabschiedete am Mittwoch das Gesetz über Abänderung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates Damit wird der bishe.ige vorläufige Reichswirtschaftsrat mit sosortiger Wirkung aufgelöst. An seine Stelle tritt ein neuer vorläufiger Reichs- wirtschafksrat, in welchen der Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung b i s z u höchstens C 0 Mitglieder berufen wird. Die Mitglieder werden für vier Iahte ein» • berufen. In jedem Jahr, vom Ende des Jahres 1934 an, scheidet ein Viertel der Mitglieder aus und kann durch neue Mitglieder erseht' werden. Wiederberufung ist zulässig. Das Gesetz regelt im übrigen die Bildung von Ausschüssen in neuartiger Weise. Reben den ständigen und nichtständigen Ausschüssen, die nur aus Mitgliedern des Reichswirtschastsrates bestehen können, und außenstehende Persönlichkeiten nur als Sachverständige zuziehen dürfen, können ständige oder nichtständige Sonderausschüsse beim Reichs- Oer GdA. für em Zusammenwirken aller Kräfte. Berlin, 29. März. (TU.) Die leitenden Körperschaften des GdA. nahmen auf einer Reichskonferenz eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Die auf unserem Volke lastende Gesamtnot und das Ringen um außenpolitische Freiheit erfordern das Zusammenwirken aller im Reiche vorhandenen Kräfte. Diese Erkenntnis zwingt auch im Wirtschaftsleben zu G e m e i n s ch a f t s - arbeit zwischen den gewerkschaftlichen Berufsorganisationen und den Arbeitgeberverbänden. Das Ziel ist die Verständigung über die von beiden Seiten jeweilig angemeldeten Ansprüche. Den Spitzengewerkschaften und Spitzenverbänden der Wirtschaft erwächst die Pflicht, alle staatlichen Bestrebungen zur Behebung der wirtschaftlichen Not und der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit mit allen Kräften z u unter st ätzen. In strengstL^^ar- teipolitifcher Neutralität wird der in Zu'- tunft mit ganzer Kraft den deutschen Angestellten und der Nation dienen/ Neuordnung des Afabundes. B e r 1 i n, 29. März/ (CNB. Eigene Meldung.) In einer erweiterten Vocstandsfitzung des Bundesvorstandes des ^Allgemeinen Freien Angestelltenbun'des wurden die für den Weiterbestand der Gewerkschaften erforderlichen Maßnahmen erörtert Der Vorstand bekannte sich zu Der Kabinettssihung ging eine Ministerbesprechung voran, in der eingangs Reichskanzler Hitler erklärte, daß die Vorgänge in Braunschweig vollkommen geklärt seien und daß der Zwischenfall im beiderseitigen Einvernehmen b <> igelegt worden sei. Weiter sprach der Reichskanzler über die Abwe hr - Maßnahmen gegen die jüdische Greuelpropaganda im Auslande. Er betonte, daß diese Abwehr organisiert werden mußte, weil sie aus dem Volke selbst heraus kam und ohne Organisierung leicht unerwünschte Formen angenommen hätte. Gegenüber dieser Gefahr wies der Kanzler darauf hin, daß die Abwehr durch die Organisation f e st in derHandmaßgebenderIn stanzen, also vor allem der Führung der RSDAP., sei. Es werde verhindert werden, daß eSzuDelä- stigungen persönlicher Art und zu Gewalttätigkeiten komme. Das Iudentum müsse aber anerkennen, daß ein jüdischer Krieg gegen Deutschland das Iudentum in Deutschland selbst mit voller Schärfe treffe. Der Kanzler wies darauf hin, daß auch heute wieder eine Reihe von Rachrichten aus dem Auslande vorliegen, die den Fortgang derHehe gegen Deutschland beweisen. So wird aus London gemeldet, daß dort immer noch in großer Anzahl Kraftwagen mit Plakaten umherfahren, die zum Boykott gegen Deutschland ausfordern. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Bewegung gegen Deutschland organisiert sei. Aehnliche Meldungen kommen auch h:ute wieder aus Reuyork. Auch dort geht die Boykotthetze gegen Deutschland weiter, vor Das Zimmer des Herrn Staatspräsidenten ziert seit einigen Tagen ein großes wirkungsvolles Oelgemälde mit dem Porträt des Reichskanzlers Adolf Hitler. Das Bild stammt von dem bekannten Darmstädter Künstler Professor Bayer, einem der Künstler, die durch ihre nationale Einstellung sehr viel Zurücksetzungen erfahren hatten. Empfänge beim hessischen Staatspräsidenten. WSR. Darmstadt, 29. März. Die Pressestelle der hessischen Regierung teilt mit: Der hessische Staatspräsident Dr. Werner empfing im Laufe des heutigen Tages die Vertreter b;w. Führer folgender Organisationen: Derkehrsver- cinigung Darmstadt, Evangelischer Bund, Krieger- kameradschaft Hassia, Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Vertreter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Vereinigung der Hessischen Gartenbaubetriebe, Hessische Zigarrenher steiler von Gießen und Umgegend. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberheffen Cnttf nn6 verlos: vrühl'iche Unioelftlätr-vuch- und Stcinörudetei R. fange in Sieben. Schriftleitung und S-lchüstrstelle: StfrnUtnfo >. Aw' dem Grundsatz ^ ^ektivv ertrag es fo^ wie zur U n avPRi* 9 i Q t e i t gegenüber allen politisa, n Parteien und brachte den festen Willen zum Ausdruck, auch sür die Zukunft die sozialen und wirtschafllichen Interessen der Angestellten mit unverminderter Kraft wahrzuneh-* men. Der bisherige Bundesvorsitzende Reichstagsabgeordneter A u f h ä u s e r ist angesichts der politischen Lage auf eigenen Wunsch von seinem Amte zurückgetreten. Der Vorstand beschloß ferner, eine organisatorische Neuordnung mit dem Ziele anzustreben, daß das Schwergewicht in die einzelnen Berufsverbände verlegt werden soll. Zu diesem Zwecke ist ein Organisationsausschuß aus drei Vorstandsmitgliedern gebildet worden. Bis zu der von der Reichsregierung geplanten Neuregelung des Gewerkschaftswesens wird der stellvertretende Bundesvorsitzende Wilhelm t ä h r die Geschäfte des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes führen. Aus den Spuren kommunistischer Zersehungsarbeii. Eine große Gprengstoff- orgamsation aufgedeckt. Recklinghausen, 29. März. (WTB.) Der politischen Polizei in Recklinghausen ist es gelungen, eine umfangreiche Spreng st offorgani- sation der KPD. festzustellen. Diese Organisation trug den Ramen „Apparat". Stützpunkte waren u. a. in Bottrop, Mülheim, Oberhausen. Die Mitglieder der Sprengstofforganisation wurden in längeren Kursen von führenden Kommunisten unterrichtet und haben hierbei genaue Anweisungen für die Sprengung von Brücken, Gebäuden und Straßen erhalten. Als Beteiligte sind bisher in Bottrop 25 und in Oberhausen 5 führende Kommunisten fe st genommen worden, die geständig sind. Im Bahndamm Bottrop-Recklinghau- s e n wurde vergraben eine Milchkanne mit 40 als Handgranaten geladene Staufferfett-Büchsen, große Mengen Detonit und Ammon-Salpeter, 6 Eierhandgranaten, ein großer Sack mit 66 mit Sprengstoff gefüllten Staufferfett-Büchsen, 12 Rohrstücke für Eierhandgranaten, eine Zinkkassette mit einer Pfunddose Detonit, eine 10-cm-Granate mit Zünder, 3 Handgranaten gefunden, lieber der Fundstelle hatten die Kommunisten in geschickter Weise eine Grasnarbe gezogen, die der Umgebung genau ongepaßt war. Unübersehbar und fürchterlich wäre die Katastrophe gewesen, wenn durch irgendeinen Umstand die Sprengstoffe im Bahndamm zur Explosion gekommen wären. Nach den getroffenen Feststellungen wurden die Staufferfett- Büchsen durchweg von der Zeche Rheinbaben in Bottrop gestohlen. Ein ganz besonders gefährliches Material sind die gefüllten Staufferfett-Büchsen, verheerend ihre Sprengwirkungen. Bemerkenswert ist, daß die Rührigkeit der Bottroper KPD. von russischer Seite durch Schenkung einer roten Fahne anerkannt wurde. Diese Fahne trägt in Deutsch und Russisch die Inschrift: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch, höher die Fahne des Kampfes für eine proletarische Revolution". VsreMes Gift-Attentat auf die Düsseldorfer SA. Grausige Pläne der Kommunisten aufgedeckt Düsseldorf. 29.März. (CNB.) Die nalional- sozialistische Düsseldorfer „v o l k s p a r o l e“ bringt einen amtlichen Bericht, wonach die KPD. die Absicht hatte, durch Liu führen von Gift in die Gemeinschaftsküchen der NSDAP, die gesamte Düsseldorfer SA. zu vergiften. Die Düsseldorfer politische Polizei erhielt Kennt- nis, daß die KPD. in der nächsten Zeit einen' Angriff auf die NSDAP, mit Gift und Spreng st off plane. Die Herkunft des Giftes wies nach Köln, wo es der Polizei gelang, 3,5 Kilogramm Lyannatrium und 0,125 Kilogramm Kupfervitriol zu erfassen. Die Hälfte dieser Giftmenge würde genügen, um ganz Düsseldorf zu vergiften. Die Giftmengen stammen von einem gewissen August h i l l g r a s. der als Galvaniseur bei einem preß- und Röhrenwerk in Köln beschäftigt war. 3n der Kölner Wohnung des hillgraf wurden außer Chemikalien und Lehrbüchern eine Anzahl Mitgliedsbücher der KPD. und deren Unterorganisalio- nen, die sämtlich auf den Namen des hillgraf lauteten, gesunden. 3n der Angelegenheit wurden sechs Personen verhastet. EmAeniralkomsteeMrOrganisiemWdttAbwehr- aktivn gegen die Erenchetze. München, 29. März. (£11.) Der mit der Schaffung und Leitung des Zentralkomitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze beauftragte Reichstagsabgeordnete Julius Streicher hat am Mittwoch die Arbeit ausgenommen. Zum stellvertretenden Borsihenden des Zentralkomitees berief er den Schriftleiter des antisemitischen Wochenblattes „Der Stürmer", Karl Holz in Nürnberg. Dem Zentralkomitee gehren ferner an Robert Ley, Stabsleiter des Führers in der obersten Leitung der Parteiorganisation: Adolf Hünlein, Stellvertreter des Chefs des Stabes der SA-: Heinrich Himmler, Reichsführer der SS.; Reinhold M u ch o w, Stellvertreter des Leiters der nationalsozialistischen Betriebszellenleitung: Hans Oberlindober, Leiter der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung: Jakob Sprenger, Leiter des nationalsozialistischen Beamtcnbundes: Walter Darre, Leiter der Agrarpolitischen Abteilung der RSDAP-: Dr. v. Rente ln, Reichsführcr Der erste Schritt zur deutschen Einheit. Oie Gründung des Zollvereins am 30. Marz 1833. „lind ihr andern deutschen Sachen, Tausend Dank sei euch gebracht! Was kein Geist je konnte machen, Ei! Das habet ihr gemacht: Denn ihr habt ein Band gewunden Hm das deutsche Baterland, Und die Herzen hat verbunden, Mehr, als unser Bund, dies Bänd!" So besang Hoffmann von Fallersleben den deutschen Zollverein, dessen einzelne Handelsartikel er als die ersten Zeichen einer deutschen Einheit verherrlichte. Diese wirtschaftliche Gründung, die von Preußen ausgeht und deren Schlußstein am 30. März 1833 gelegt wurde, ist stets als der erste Schritt zur nationalen Vereinigung dcs deutschen Volkes gepriesen worden. Dadurch, daß sich Oesterreich von diesem Verein ausschloh, wurde zum erstenmal klar, daß das neue Deutsche Reich nur unter Preußens Führung geschaffen werden konnte. Das hat mit aller Deutlichkeit einer der Hauptsörderer des Gedankens, der preußische Finanzminister Motz, in seiner Denkschrift ausgeführt, in der er erklärt, der Deutsche Bund habe wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen, die das ganze Deutschland zerrütten müßten, denn es sei dadurch ein Handelskrieg entstanden, „der weit schlimmer war, als ein Krieg der Waffen nur je hätte sein können". Wenn diese jedes natürliche Leben erstickenden Zollschranken erst gefallen sein würden, dann sei auch der Weg für eine weitere Einigung gebahnt. „Wenn es staatswissenschaft- liche Wahrheit ist", so schloß er, „daß Zölle nur die Folge politischer Trennung ve-schiedener Staa- ten sind, so M^-es auch Wahrheit sein, daß Ziffer Staaten zu einem Zoll- und z Handelsverband zugleich auch Einigung zu einem und demselben politischen System mit sich führt." Der e'gentliche Vorkämpfer dieser Idee war aber bet geniale Friedrich List, der durch seine leidenschaftliche, immer wieder verkannte Tätigkeit den Zollverein-Gedanken dem Volke nahezubringen wußte. 3n seiner Denkschrift vom Fe- bruar 1820 führte er nut meisterhafter Klarheit aus daß durch die Zölle Handel Gewerbe und Ackerbau der Deutschen gelahmt seren: „Man des Kampsbundes des gewerblichen Mittelstandes: Dr. Hans Frankl!., Leiter des nationalsozia i- stischen Iuristenbundes: Dr. Gerhard Wagner, Leiter des nationalsozialistischen Aerztebundes; Willi Körber, Vertreter des Reichsjugendführers: Dr. Achim Gercke, Leiter der Abteilung nationalsozialistische Auskunft der Reichsleitung. Die Kanzlei des Zentralkomitees befindet sich in München. Kommunistische Drahtzieher in London. London, 29. März. (TU.) Der Verdacht, daß die Boykottbewcgung in England gegen deutsche Waren in engem Zusammenhang mit dem Kommunismus stehe, hat sich bestätigt. Cs konnte festgestellt werden, daß die Kommunistische Partei in der Vorwoche ein geheimes Schreiben an die Kommunistische Partei Großbritanniens gesandt hat, zwingt sich zu Produktionsarten, die der Ratur des Landes, zu dessen Vorteil der Zwang statt- findet, nicht angemessen sind, und beschränkt sich dagegen in eben denjenigen P^ouktionszweigen gegenseitig, welche seiner Ratur entsprechen." Er erwartet einen außerordentlichen Aufschwung für die deutsche Wirtschaft davon, daß jeder Fabrik-Unternehmer sich dann an 30 Millionen Menschen wenden könne. Die vielbeklagten Zustände jener Tage sind uns heute ganz unvorstellbar. Wer vor 100 Jahren in Deutschland Handel treiben wollte, mußte sich durch das Labyrinth von 38 Zolloerordnun- g e n hindurchwinden. Selbst Preußen war kein eineinheitliches Zollgebiet, sondern hatte 67 verschiedene Tarife, $u denen bann noch die unendlich vielen städtischen Zölle tarnen. Wollte man von Hamburg nach Wien reifen, so mußte man 10 bis 12 verschiedene Zollgebiete passieren und ebenso oft Durchgangszoll bezahlen. Goethe hat es oft ausgesprochen, wie notwendig es sei, daß diese hemmenden Schranken zu Fall gebracht würden, hat aber das endliche Gelingen nicht erlebt. Nachdem 1818 die Zollschranken innerhalb Preußens aufgehoben und an die Landesgrenzen verlegt worden waren, konnten sich die andern deutschen Staaten einer Abmachung mit Preußen nicht mehr entziehen. Trotzdem waren noch große Hindernisse zu überwinden, die besonders von England kamen, das den neuen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auszufchalten suchte. England, das ja damals in Deutschland Hannover beherrschte, brachte 1828 die mitteldeutschen Staaten, Braunschweig, Sachsen, Kurhessen, Oldenburg u. a., zu dem Mitteldeutschen Zollverein zusammen, der den Zusammenschluß von Nord und Süd verhindern sollte. Aber Preußen zersplitterte diesen Zollverein, dessen Gebiet durch die Straße von Bamberg nach Langensalza umgangen werden konnte, und wußte 1829 Bayern und Württemberg zum Abschluß eines Zollvertrages mit Preußen zu bringen. Dann sprang auch Kurhessen ab und danach Sachsen. Am 24. März 1833 konnte der Nachfolger des Finanzministers Motz, Maaßen, der sich schon als Generalsteuerdirektor um die Verfassung des Zollgesetzes verdient gemacht hatte, mit Bayern und Württemberg den Deutschen Zollverein gründen, den dann am 30. März die thüringischen Staaten, Kurhessen und Sachsen beitraten. Nun konnten auch Baden, Nassau und die damals noch freie Stadt Frankfurt am Main nicht mehr Zurückbleiben. Außerhalb des Zollvereins befanden sich bann nur noch das englische Hannover, das sich mit Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe DieNegierungsverhandlungeninDanzig gescheitert. Oie NSOAp. kündigt schärfste Opposition gegen das Kabinett Ziehm an. Danzig. 29. März. (TU.) Der Präsident des Danziger Senats, Dr. Ziehm, hat dem Frak- tionssührer der Rationalsozialisten, Greiser, schriftlich mitgeteilt, daß die derzeitigen Regierungsparteien (Deutschnationale, Zentrum und Block der liberalen Mitte) beschlossen hätten, daß zu einem Wechsel in der Besetzung des Danziger Senats Präsidenten ein sachlicher Grund nicht vorliege. Die Regierungsparteien hätten zwar nach wie vor den Wunsch, die Rationalsozialisten in d i e Regierung hineinzunehmen, jedoch müsse auch in einer solchen umgebildeten Regierung Dr. Ziehm (Dntl.) das Amt des Präsidenten weiterführen. Die Regierungsparteien könnten es nicht verantworten, daß in der heutigen Zeit auf die Erfahrungen Dr. Ziehms verzichtet werde. Damit sind die grundsätzlichen Bedingungen der Rationalsozialisten, die als stärkste Partei Danzigs die Führung der Danziger Regierung — insbesondere die Besetzung des Danziger Präsidentenpostens und des Postens des Innensenators — verlangten, von den gegenwärtigen Regierungsparteien abgelehnt. Auf eine Anfrage Dr. Ziehms bei der RSDAP., ob die Verhandlungen über die Regierungsbildung nach dieser Ablehnung der Regierungsparteien als gescheitert zu betrachten seien, wurde ihm dies bestätigt. Don der Gauleitung der RSDAP. wird bekanntgegeben, daß die Rationalsozialisten nach Ablehnung ihrer grundlegenden ^Bedingungen durch die Regierungsparteien von heute ab gegen die Regierung Ziehm in allerschärf st e Opposition treten werden. Ganz abwegig sei die Begründung der Ablehnung der nationalsozialistischen Bedingungen durch die Regierungsparteien. Es heiße darin u. a., daß die Regierungsparteien es nicht verantworten könnten, auf die eingehende Kenntnis Dr. Ziehms in allen vertraglichen Rechtsgrundlagen der Freien Stadt Danzig zu verzichten, wobei besonders auf die Genfer Erfolge angespielt werde. Diese Begründung sei insofern gar nicht stichhaltig, als die Rationalsozialisten Dr. Ziehm die Stelle des stellvertretenden Präsidenten an- geboten hätten und ihm in dieser Eigenschaft auch die auswärtigen Angelegenheiten unterstellen wollten. Von nationalsozialistischer Seite wird erklärt, daß die RSDAP. angesichts dieser Herausforderung einen großangelegten Propagandafeldzug gegen den Beschluß der Danziger Regierungsparteien einleiten werde. worin sie zur Organisierung der Iudenschaft zur Bekämpfung des Hiller-Regimes aufforderte. Die Kommunistische Partei Großbritanniens ist der Aufforderung ihrer deutschen Genossen gefolgt und hat sich unter Ausnützung der allgemeinen Erregung der Iudenschaft zu Propagandazwecken den Teil der in London lebenden Iuden ausgesucht, die meist polnischer und russischer Abstammung ist und für die Kommunistischen Versuche empfänglich ist. Es ist ihnen aber bisher nicht gelungen, die Doykott- bewegung auch auf andere jüdische Kreise, wie Finanz-, Warenhäuser usw. auszudehnen, da unter diesen zahlreiche meist mit den deutschen Verhältnissen besser vertraute Iuden sind, die von der Doykottbewegung im Auslande d i e ernstesten Rückschläge für die in Deutschland lebenden Iuden befürchten, llnter kommunistischem Einfluß ist unter der Iudenschaft eine schwarze Liste aufgestellt worden, auf der diejenigen in London lebenden Deutschen gesetzt sind, die in näheren Beziehungen zu nationalen Parteien in Deutschland stehen. GdA. uni) OHV. gegen die ausländische Gräuelhetze. Berlin, 29. Mörz. (WTB.) Der Gewerk- schaftsbund der Angestellten sandte a n seine Auslandsortsgruppen und an die ihm befreundeten Auslandorganisationen Telegramme folgenden Inhalts: Die maßlose Greuelpro- paganda in der Auslandspresse schädigt das Ansehen des deutschen Volks und stört die wirtschaftlichen Beziehungen. Das deutsche Wirtschaftsleben einschließlich aller jüdischen Unternehmungen ist ohne Störung. Einzelüberariffe, die mit der Umwälzung verbunden waren, sind jeweils sofort oonderRegierung verhindertund nie gebilligt worden. Tretet der Greuelpropaganda im Interesse Deutschlands und zur Verhinderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen für viele tausends Ange fte llte mit aller Kraft entgegen. Mobilisiert alle Freunde Deutschlands zur Abwehr. Die Auslandabteilung des DHV. teilt u. a. mit: Der Deutschnationale Handlungsgehilfe n v e r b a nd, der als größter Angestelltenverband der Welt über alle Erdteile verbreitet ist, hat vom ersten Auftreten der Hetz- und Greuel- nachrichten an durch Kabel und Luftpostverkehr seine Auslandmitglieder und Auslandvertretun- zum Mitteldeutschen Steueroerein zusammenschloß, und die drei Hansestädte. Der Zollverein sollte zunächst für die Dauer von 20 Jahren wirksam sein: durch ihn fanden sich 25 Millionen Deutsche auf einem Gebiet von mehr als 400 000 Quadratkilometer zur wirtschaftlichen Einheit zusammen. Am 1. Januar 1834 fielen die Tausende von Zollschranken, durch bi? Deutschland bis bahin zerteilt war. Treitschke hat bie „folgenschwere Neujahrsnacht" bes Jahres 1834 geschildert, die den Anbruch einer neuen besseren Zeit verkündete: „Mit dem letzten Glockenschlage des alten Jahres hoben sich die Schlagbäume. Die Rosse zogen an; unter Jubelruf und,Peitschenknall ging es vorwärts durch das befreite Land..." Oberhessischer Kunffverein. Die gestern eröffnete neue Ausstellung im Kunstverein, die nur bis zum kommenden Montag einschließlich zugänglich sein wird, ist von einer sonst kaum erlebten Aktualität: nach der verbrecherischen Brandstiftung im Reichstags- gebüude in Berlin wird es für viele von Interesse sein, einen Blick in die Werkstatt des 1912 verstorbenen Architekten Paul W a l l o t zu werfen, aus dessen Händen die Pläne zu dem riesigen Bauwerk hervorgegangen sind. In ihren Einzelheiten wird sich die aus Privatbesitz stammende Ausstellung allerdings überwiegend an den Baufachmann wenden, der sich sachverständig in das Studium der maßstäblichen Details, der Grundrisse, Ansichten und Schnitte vertiefen mag und so ein imponierendes Bild von der künstlerisch-technischen Leistung des Erbauers und seiner Mitarbeiter erhalten wird. Eine Anzahl zeitgenössischer Aufnahmen aus der Cntstehungs- aeit des Reichstagsgebäudes (1884/94) runden das Gesamtbild der Ausstellung ab. Sochschulnachrichlen. Geh. Degierungsrat Prof. Dr. Cdnrund Stengel in Marburg konnte am 29. März ein seltenes Jubiläum begehen: vor 60 Iahren wurde der Gelehrte, Restor der romanischen Philologie, in Marburg zum Ordinarius ernannt, wo er nahrzu 45 Iahre gewirkt hat. Geh. Rat Stengel, am 5. April 1845 in Halle geboren, begründete 1875 das Marburger romanische Seminar und lebt seit 1913 im Ruhestände. Bon seinen Arbeiten seien genannt: -Das altfranzösische Rolandslied", „Private und amtliche Beziehungen der Brüder Grimm zu Hessen" und die „Romanische Verslehre". gen eingehend über die tatsächliche Lage unterrichtet, so daß diese Ausländsdeutschen in eine wirkungsvolle Abwehr, gestützt auf gute, stets zu belegende Unterlagen, eintreten konnten. Schaufenstereinschlagen bedeutet Schädigung des deutschen Dolksvermögens. Berlin, 29. März. (WTB.) In den letzten Tagen kam es wiederhold zu Ausschreitungen, in deren Verlauf bei zahlreichen jüdischen Geschäften Schaufensterscheiben eing^schlagen wurden. Von der Regierung wird darauf hingewiesen, daß bei solchen Handlungen die wirklich Geschädigten nicht die betreffenden jüdischen Firmen sind, sondern die deutschen Versicherungsgesellschaften und daß dadurch letzten Endes deutsches Dolksver- mögen mutwillig Vernich tet wird. Kleine politische Nachrichten. Die Reichsregierung beschloß, die wöchentlichen Zulagen, die im vergangenen Winter zur oersicherungsmäßigen Arbeitslosen-Un- t e r st ü tz u n g und zur K r i s e n u n t e r st ü tzung gewährt wurden, auch über den 1. April 1933 hinaus zu zahlen. Amtlich wird festgestellt, daß die n ä ch st e Volks-, Berufs- und Betriebszählung im Iuni d. I. stattfinden wird. Die letzte Volks-, Berufs- und Betriebszählung wurde 1925 vorgenommen. Der Vorstand des Deutschen Handwerks- und Gewerkammertages richtete eine Entschließung an die Reichsregierung, in der erklärt wird, daß sich die beruflich» Spitzenvertretung des Handwerks der nationalen Regierung restlos zur.Verfü- g u n g stellt. Das deutsche Handwerk erhoffe in wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht iie An rk nn nj de.- Selbst, erwaltu.rg i nö Se.bst- Deranttoortung der Handwerkswirtschaft. Oer Auflagenstempel in Italien. Eine der schwierigsten Fragen, die von jeher das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Autoren und Verlegern oft gestört hat, ist die Kontrolle über die Auflagenhöhe und den tatsächlichen Absatz eines Verlagswerkes. Damit der Verleger nicht mehr Stücke eines Buches drucken kann, als vertraglich mit dem Verfasser verabredet ist, wird von dem „Verbände italienischer Schriftsteller und Verleger" seit einiger Zeit eine praktische Methode der Abstempelung mittels Trockenstempels durchgeführt. In jedem Falle, wo das gefordert wird, muh der Verleger sämtliche Titelblätter der ganzen hergestelten Auflage in das nächstgelegene Büro des Verbandes schicken, und dort erfolgt eine genaue Zählung und Abstempelung, über die eine offizielle Bescheinigung dem Verleger und dem Schriftsteller zugestellt wird. Die Abstempelung, die pro 1000 Stück nur 4 Mark kostet, muß vom Autor bezahlt werden. Da der Verband in allen größeren Städten solche Abstempelungsstellen eingerichtet hat, erwachsen dadurch dem Verleger keine großen Unbequemlichkeiten. Zeitschriften. — „Das Insel schiff." Eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlages. Aus dem von Karl Weißer redigierten Frühiahrshest feien die folgenden Beiträge hervorgehoben: unter der Ueberschrift „Vom Hiesigen" lesen wir einen tiefsinnigen Abschnitt des Buches „Heber Gott" von Rainer Maria Rilke: sehr aufschlußreich für Dichten und Denken des Verstorbenen. Dann die im Iahre 1912 geschriebene, wundervolle Einleitung Hosmannsthals zu den ..Deutschen Erzählern", die jetzt in einer neuen Ausgabe erscheinen. Friedrich Schnack, unseren Lesern aus zahlreichen Beit ä- gen bekannt, ist mit seinen Büchern in den Insel- Verlag übergegangen; von ihm bringt das Heft ein Bildnis, drei Gedichte aus der feinen lyrischen Sammlung „Das blaue Geisterhaus" und ein Kapitel aus dem von der Schönheit des sommerlichen Frankenlandes erfüllten Roman „Die Orgel des Himm.ls". Höchst interessant der berühmte Rach- ruf Merimees auf Henri Behle-Stendhal, dessen 150. Geburtstag vor kurzem begangen wurde. Ein Kapitel — „Das Verhör" — aus dem „Leben des Grafen Federigo ©onfalonieri“ von Ricarda Huch, das der Insel-Verlag in einer Reuausgabe an die Spitze einer billigen Buchreihe stellt. Eine Auswahl der frommen Sinnsprüche des „Cherubinischen Wandersmanns" bildet den Beschluß. Aus der Provinzialhauptstadt von Gießener Zrühjchrs-Pserdemarkt 1933 Luise von Preußen. Oer Lebens- und Leidensweg einer edlen Königin. Von Irene Hagedorn. Der Gießener Frühjahrs-Pferde- i markt, der gestern auf dem Gelände an der Rodhcimer Straße stattfand, gestaltete sich zu einem Ereignis, das weite Kreise der Devöl- . kcrung in Stadt und Land anzog. An Pferden wurden insgesamt 217 auf den Markt gebracht, Fohlen wurden 31 gezählt. Unter den Tieren sah man wieder erstklassiges Material. Die Preise bewegten sich auf der Höhe des Herbst-Pferde- marktes des vorigen Jahres. Für gute, schwere Tiere wurden bis zu 1200 Mark verlangt, mittlere Tiere kosteten 700 bis 900 Mark, leichtere 'Tiere mußten mit 500 bis 700 Mark bezahlt werden. Der Handel vollzog sch zunächst sehr schleppend, wurde später aber etwas reger, ohne jedoch großes Ausmaß anzunehmen. Mit dem Pferdemarkt war wieder eine Prämiierung verbunden, zu der diesmal eine Anzahl Tiere weniger gestellt wurden, als im Vorjahre. Die Preisrichter hatten ein schweres QInit. Als Preise standen wieder etwa 2000 Mark zur Verfügung. 3m Anschluß an den Pferdemarkt' und die Prämiierung sand ein Reitturnier statt, das dem diesjährigen Markt eine besondere Rote verlies). Auf dem Wiesenplan hinter dem Schlachthof war eine Reihe von Hindernissen aufgebaut worden, die für die Reiter einen recht schwierigen Kurs darstellten und etwa zweimal genommen werden muhten. Von den Reitern sah man zum Teil ausgezeichnete Leistungen. Reben den Siegern des Wettbewerbs vermochten besonders auch die Soldaten zu gefallen, von denen einige fehlerlos ritten. Das überaus zahlreiche Publikum folgte den Wettbewerben mit gespannter Aufmerksamkeit und sparte nicht mit dem Veifall. Militärmusik trug zur weiteren Unterhaltung bei. Die Reichswehr wartete außerdem mit einem glänzend gefahrenen Diererzug auf, während Mitglieder des Vutzbacher Reitervereins im „S ch l e i f e n r a u b" einen spannenden sportlichen Wettbewerb boten. Den Abschluß des Turniers bildete eine Ansprache des ersten Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen, Apotheker Schwieder, der allen dankte, die die Durchführung des Turniers ermöglichen halfen. Die Siegerehrung nahm einen würdigen Verlauf und beschloß das Turnier in glücklicher Weise. Den Siegern wur- den wertvolle Ehrenpreise zuteil. Oie Ergebnisse der Prämiierung. Reitpferde (unter dem Reiter gezeigt): 1. Wilhelm Eifer, Muschenheim: 2. Rudolf Koch, Trais-Münzenberg; 3. Eugen Dietz, Griedel: Medaillen erhielten Heinrich Hofmann, Bergermühle; Ludwig Schömbs, Gießen; Paul Hoffmann,, Hof-Güll. Wggenschläge (paarweise): 1. 3uL Kaufmann, Rieder-Weisel. Schwere Arbeitsschläge (paarweise): 2. Preis 3uL Kaufmann, Rieder-Weisel; 3. Aug. Frensdo f, Gießen. Leichte Arbeitsschläge (paarweise): 1. August Frensdorf, Gießen; 2. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel; Anerkennung: Hermann I Goldschmidt, Marburg. Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1. r. Oie Jugend. Qlm 10 März 1776 wurde dem Prinzen Friedrich Karl von Mecklenburg-Strelitz und seiner Gemahlin, der heiteren Hessen-Darmstädtischen Prinzessin Friederike, ein Töchterchen geboren und auf den Ramen Luise getauft. Riemand ahnte wohl, daß sie einstmals Preußens Geschicke lenken sollte und daß ihr Unsterblichkeit beließen sein würde. Sie wuchs im Kreise der Geschwister auf. Der frohe Ton in dem elterlichen Palais zu Hannover machte alle fünf Kinder zu sonnigen Geschöpfen. Leider sollte das Fa- milienglück nicht von langer Dauer fein. Eine Fieberepidemie war ausgebrochen, und die Mutter starb, als Luise eben sechsjährig war. Der Vater war über den Verlust der geliebten Frau so erschüttert, daß er zunächst alles gehen ließ. Doch bald kam die Erkenntnis, daß man seinen Rachkommen gegenüber Verpflichtungen hat. Er warb um die Schwester Friederikes, die junge Charlotte, die seinen Kindern die Verlorene ersehe. Rach ein und einem halben 3ahr starb auch sie. Prinz Karl h t sich nie mehr ganz von diesem zweiten Schicksalsjcy.^g erholt. Er wurde einsam, nahm Abschied vom Heeresdienst und versuchte, auf Rei'en ein wenig Trost zu finden. Die Kinder übergab er der Obhut der Schwiegermutter. Prinzessin Georg war geborene Pfälzerin. Ein fröhliches, resolutes Temperament, das den Hauplwert auf alles Kerndeutsche legte und das Höfische gern vernachlässigte. Eine Schweizer Lehrerin, ein weiches Geschöpf, welches von ihnen geliebt aber nicht respektiert wurde, unterrichtete die Mädchen. Alle häuslichen Tugenden wurden gepflegt, doch sie verstand es nicht, einen Dil« dungsplan aufzustellcn, der eine Grundlage des Wissens wurde. Zeitlebens hat Luise unter dieser mangelnden Ausbildung zu leiden gehabt. — Die Großmutter gestattete ihren Enkelkindern den Verkehr mit den vornehmen bürgerlichen Familien, und Frau Rat Goethe war die erklärte Freundin der beiden jungen Prinzessinnen. Zur Krönungsfeier des Kaisers Leopold II. weilte die Erzieherin mit ihnen in Frankfurt, wo sie im Hause der Frau Aja Wohnung nahmen. Die übermütigen Mädchen entdeckten im Hof eine Wasserpumpe und trieben ihr Spiel damit. Auf das Entsetzen des Fräuleins sagte Frau Rat: „3ch hätte mir eher den ärgsten Verdruß aus den Hals kommen lassen, als daß man sie in dem unschuldigen Vergnügen gestört hätte, das ihnen nirgend woanders als in meinem Hause vergönnt ist." Man beschloß, für das Jahr 1791 die Konfirmation Luisens und Friederikens vorzu- bereiten. In dieser Zeit der seelischen Lockerung .und Cinfübru"' in das Wort Gottes wuchsen bc de so fest zusammen, daß sie sich dem gemeinsamen großen ^.icbnid nie mehr ganz entziehen lonnlen. Der Darmstädter Stadtpfarrer Licht- Hammer übernahm das Amt der Einsegnung. Die freier fand alle Verwandten versammelt, nur Schwester Therese, die bereits vermählt war. fehlte in dem Kreis. Luise schrieb ihr unter dem Eindruck, den sie empfangen, folgenden Brief: „Cott segne Dich und mich, edelste der Schwestern und Freunu.nnen. Vollbracht ist das Werk, das uns auf unferm ganzen Leben glücklich machen soll, gelobet ist Gott ewige und unverbrüchliche Treue, und Gott, der unfern Schwur horte, wird uns auch ewig beistehen, ihn zu hallen. Gib mir auch Deinen Segen, liebe, beste und zärtlichste Schwester, stehe mir immer mit Deinem guten Rat bei und bitte Gott, daß er mich stärke zur Erfüllung aller meiner Pflichten. Heute morgen empfing ich und Friederike mit der Großmama und der Psälzgräfin das Heilige Abendmahl aus der Hand des edlen Lichthammer. Was da bei mir vorging, das läßt sich wohl empfinden, aber beschreiben läßt es sich nicht. Urteile nach Deinen Gefühlen und nach Deinem Herzen, gute, liebe Therese, und Du wirst in dem Herzen Deiner Luise lesen können, denn ob freilich wohl unser Temperament nicht überein» stimmt, so kommen wir doch in den Hauptsachen ganz überein, und ich werde versuchen, Dir noch ähnlicher au werden." Doch diese tiefen Gedanken beherrschten sie nicht immer. Ihr Temperament war viel zu heiter, und sie selbst damals wohl noch zu oberflächlich, um nicht Freude an Geselligkeiten, Puh, Spazierfahrten und Tändeleien zu finden. Wir ersehen daraus nur, daß ein Kern vorhanden ist, der einmal die schönsten Früchte tragen sollte. Das Leben ging feinen gewohnten Gang weiter, ungetrübt von Schicksalswendungen tollte die Jungfer Husch, wie man sie im Familienkreise nannte, herum, bis eines Tages eine jähe Wandlung eintrat. 3m Oktober 1792 müssen sie vor den Heeren der Franzosen fliehen. Verlassen ist der Darmstädter Hof. Sie finden Aufnahme bei der Schwester, die in Hildburghausen verheiratet ist. Hierher tarn auch der Vater Prinz Karl und Therese mit ihrem Gatten. Als man im Jahre darauf heimkehrte, verließ man ein Haus, welches ihpen zur zweiten Heimat geworden war. Auf der Rückreise machte man in Frankfurt Station, und hier tarn der ent#- scheidende Augenblick für Luisens ganzes späteres Leben. Vor dem Theater traf sie mit dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. zusammen, der so entzückt war von der Schönheit und Anmut der beiden Schwestern, daß er seinen Söhnen zu einer Verbindung mit diesem Fürstenhause riet, obwohl damit kein politischer Zweck verbunden wurde. Schon am Tage nach der Bekanntschaft wird ein Ball arrangiert, und Friederike und Luise werden mit den Königsföhnen zusarnmengeführt. Der Kronprinz wählt Luise, und Prinz Louis entscheidet sich für die Jüngere. Es war keine himmelhochjauchzende Liebe, dafür war die Zeit zu kurz, die man ihnen gab, um sich kennenzulernen. Doch hatte Luise sofort das Gefühl, diesem Manne vertrauen zu dürfen. Sie empfand aufrichtige Freundschaft für ihn. Friedrich Wilhelm war von Ratur sehr scheu und langsam in seinen Entschlüssen. Doch der Vater drängte. Die Werbung wurde angenommen. Am 24. April fand in Darmstadt die Verlobung statt. Rur wenige Tage konnten die Paare zusammensein. Roch war Krieg im Land, und die Männer mußten zurück zu den Truppen. Das Belagerungsquartier der Armee war auf das linke Rheinufer verlegt worden, und hier sehen wir die Prinzessinnen verschiedentlich Besuche ab» statten. Hier ist es auch zu einer Begegnung mit Goethe gekommen, der die beiden Mädchen mit Engeln an Reinheit und Schönheit verglich und so bezaubert von ihnen war, daß er diesen Augenblick nie vergessen hat. Die Trennung überbrückte ein lebhafter Briefwechsel. Luise war oft voll llebermut, der Kronprinz ernst und gemessen", wie es feinem Temperament entsprach. Lind doch sollten sie sich durch die Erschließung ihrer Gedanken um sehr 'Diel näher kommen, und es befällt sie manchmal eine weihevolle Ahnung, daß sie das Leben eines Herrscherpaares mit allen Pflichten führen werden, und daß sie noch viel Erfahrung und Reife sammeln müssen. Der Krieg wurde zu einem Belagerungsfeldzug, der sich unerträglich in die Länge zog. Schließlich setzte mau die Hochzeit fest, um die Paare endlich vermählt zu wissen. Berlin als Landeshauptstadt sollte die Ehre haben, daß auf seinem Boden die Feierlichkeiten stattfanden. Der Abschied von der Heimat wurde Luise unendlich schwer. Sie liebte dieses heitere Stückchen Erde, das ihr so viel Sonne und Lebensfreude gegeben hatte und mit bangendem Herzen begab sie sich in die Fremde. D ch die Reise durch Deutschland wurde ein unerh.rter Triumphzug. Die Schönheit und Liebenswürdigleit machte die Prinzessinnen überall 3U Lichtgestalten. Am 21. Dezember traf man in Potsdam ein, und am nächsten Tage erfolgte die feierliche Einholung. Der Jubel der Bevölkerung wollte kein Ende nehmen. Geschmückt sind alle Straßen, Blumenregen überschüttet sie, die ganze Stadt ist auf den Beinen, um an diesem erhabenen Schauspiel teilzunehmen. Wi^ Luise in einer Gemütsauswallung ein Kind an sich zieht, welches ihr bei Abschluß der Fahrt einen Strauß überreicht, und es impulsiv auf den Mund küßt, da weiß die Bevölkerung von Berlin, baff sie sich nicht geirrt hat, und daß ein warmer, gütiger Mensch einmal ihre Königin sein wird. Man sehnte sich nach einem Herrscherpaar, das auch in seinem Familienleben mit gutem Beispiel voran» ginq und damit die Kraft und die sittliche Gr« st a r k u n g ins Land brachte, die es groß machen sollte. Am Heiligenabend des Jahres 1793, nachmittags um sechs Uhr, wurde im Weißen Saal des Schlosses die Trauung vollzogen. Luise war nun, siebzehnjährig, noch fast ein Kind, die Gemahlin des preußischen Kronprinzen. Sie wurde auf einen Posten gestellt, der für ihre Jugend viel zu schwer war und in den sie erst lana« sam hineinwachsen mußte. Während der Feierlichkeiten empfand sie noch nichts von der Last, die sie auf ihre Schultern nahm. Sie tanzte und war froh und glücklich. (Fortsetzung folgt.) und 2. August Frensdorf, Gießen; 3. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel. Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. und 3. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel; 2. und 4. August Frensdorf, Gießen; Anerkennung: Julius Kay, Hungen; Julius Kaufmann, Rieder-Weisel. Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1. Louis Häuser, Rieder-Weisel; Karl Gebhard, Ziegenberg; 2. Jean Wild, Rockenberg: 3- Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; Heinrich Dreut, Griedel; Anerkennungen erhielten: Wilhelm Ohly, Rieder-Weisel; Adam Hofmann, Langsdorf; Heinrich Wallbott XII., Garbenteich; Ehr. Schmidt, Birklar; Willy Ries, Rieder-Weisel; Adam Häuser, Rieder-Weisel; H. I. Hildebrand, Rie° der-Weisel; Louis Klein, Wohnbach; Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; Heinrich Dreut 11., Griedel; Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; Rich. Becker, Trais-Horloff. Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. Gustav Weber, Ober-Hörgern; 2. Walter Weber, Ober-Hörgern; 3. Otto Walter, Trais- Münzenberg; Anerkennungen erhielten: Wilhelm Eifer, Muschenh im; Eugen Strasheim, Griedel; A bert Tröster, Gr ede. (2 Anerkennungen). Schwere Arbeitsschläge (paarweise): 1. Louis Klein, Wohnbach; Rich. Becker, Trais- Horloff; 2. Heinrich Dreut II., Griedel. Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; 3. Adam Hofmann, Langsdorf; Karl Schäfer, Inheiden; Anerkennung: W. Leidig, Gröningen. Leichte Arbeitsscyläge (paarweise^: 1. Gustav Weber, Ober Hörgern; 2. Wilhelm Eifer, Muschenheim; 3. Albert Tröster, Griedel; Anerkennung: Heinrich Hofmann, Bergermühle; Eugen Strasheim und Hermann Vissel, Griedel. 3jährige Fohlen (Arbeitsschläge): 1. Adam Hofmann, Langsdorf; 2. Georg Rühl, Langsdorf; 3. Heinrich Bill, Rieder-Weisel; Anerkennung: Johann Bork, Lützellinden; Karl Weisel, Gambach; Karl Schäfer, Inheiden. 3jährige Fohlen (Wagenschläge): 1. Albert Strasheim, Griedel; Karl Bopf II., Lang- Göns; 2. K. Pfannmüller, Dorf-Gill; 3. Ph. Winter, Ostheim; Anerkennung: Albert Bopp, Griedel; Heinrich Seipp, Treis-Münzenberg; Artur Haub, Rieder-Weisel. 2jährige Fohlen (Arbeitsschläge): 1. Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; 2. W. Ehr. Haub, Rieder-Weisel; 3. Wilhelm Kohlheyer II., Hungen. 2jährige Fohlen (Wagenschläge): 1. H. K. Strasheim, Griedel; 3. Georg Hildebrand, Rieder-Weisel. Zucht st Uten mit Saugfohlen (Arbeitsschläge)' 1. Adam Hofmann, Langsdorf, 2. Heinrich Dreud II., Griedel; 3. Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; Anerkennung: Hch. Wallbott XII., Garbenteich; Ehr. Schmidt, Birklar; W. Ehr. Haub, Rieder-Weisel. Zucht st Uten mit Saugfohlen (Wagenschläge): 1. Eugen Strasheim. Griedel; 2. Karl Bopf II., Lang-Göns, 3. G. H. Bender, Dorf-Gill; 4. Hermann Vissel, Griedel; 5. Gustav Schmidt, Griedel. Z u ch t st u t e n (erkennbar tragend, Arbeits- I schläge): 1. Wilhelm Ohly-Rieder-Weisel, Louts | Häuser-Rieder-Weifel; 2. Jean Wild-Rockenberg, 2. H. Hildebrand-Rieder-Weisel; 3. Adam Ho»- mann-Langsdorf, Adam Häuser-Rieder^Weisel; Anerkennung: Ehr. Schmidt-Birklar, W Ehr. Haub-Ricder-Weisel, Jakob Krausgnll VIIl.-Olic- der-Weisel. Zuchtstuten (erkennbar tragend, Wagen- schlägc): 1. G. H. Dender-Dorf-Gill; 2. Albert Tröster-Griedel; 3. Albert Tröster-Griedel; 4. Wilhelm Faber-Kirch-Göns: 5. Robert Schepp- Griedel; 6. Ph. Winter-Ostheim: 7. Wilhelm Koch Ill.-Villingen: 8. Gustav Schmidt-Griedel; Anerkennungen: Bürgermeister Seim-Roßberg, Artur Haub-Rieder-Weisel, Karl Rühl-Eberstadt, Wilhelm Bingcl-Grüningen, Hermann Jhring jun.-Lich und Ad. Sauerbier-Butzbach Oie Preisträger des Reitturniers. Jagdspringen der Klasse^: 1. A. Walker, Verein Friedberg ; 2. Eugen Dietz, Verein Butzbach; 3. Eugen Volk, Verein Butzbach; 4. Reinhard Eifer, Verein Wettertal; 5. Walter Rumpf, Verein Butzbach; 6. Heinrich Jäger, Verein Wettertal. , Jagdspringen der Klasse L : 1. Obergefreiter Euler, Bataillon; 2. Llnteroffizicr Fischbach, Bataillon; 3. Obergefreiter Treiber (Hauptmann von Stockhausen); 4. Obergefreiter Adam; 5. Stabsgefreiter Llrmitzer; 6. Stabsgefreiter Urmitzer; 7. Obergefreiter Adam; 8. Eugen Dietz, Verein Butzbach; 9. Heinrich Schudt, Verein Rabenau; 10. H. Walter, Verein Friedberg. Buntes Allerlei. Muffolini als Logelfreund. erfaffen und Capri V sen, daß er einige Maßnahmen für den Vogelschutz I l&Jlxfport Siadie-Fußball Greßen-Wehlar gegen Kupheffen Marburg. Aus Anlaß des Jugendopfertages, den der Westdeutsche Spielverband am kommenden Sonntag im ganzen Verbandsgebiet veranstaltet, findet auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe (Spielvereinigung ILO)) ein interessantes Städte-Wett- spiel statt. Die Vereine von Gießen und Wetzlar stellen eine kombinierte Mannschaft und treten gegen die 1. Elf der Kurhessen von Marburg an. Man erwartet einen spannenden Kampf, dessen Ausgang aber ganz davon abhängig sein wird, wie sich die kombinierte Mannschaft zusammenfindet. Der Reinertrag des Spieles kommt der Jugendarbeit des WSV. zugute. VfB. Gießen. VfB. 11 — Laubach 1 4:2. Ein typisches Spiel um die Punkte! Die Grün- Weihen waren jederzeit überlegen, das Resultat hätte bei besserem Stürinerspiel höher ausfallen müssen. Beide Mannschaften gaben sich in bezug auf Schnelligkeit nichts nach. Gegen Schluß artete das Spiel etwas aus. Die Grün-Weißen erhielten drei Elfmeter zugesprochen, von denen nur einer verwandelt werden konnte. VfB. Steinbach I 4:1. Auch dieses Verbandsspiel konnten die DfVer für sich entscheiden. Man sah keine überragenden Leistungen, jedoch wurde mit aller Hingabe gekämpft. Der Sieg der Grün-Weihen war verdient. Spielvepeinigung 1900 Gießen. Iugendfpiele. Die 1. Jugend spielte gegen Aßlar 3.1 5:2 (5:1). Vorweg sei gesagt, dah ein älnentschieden das richtige Resultat gewesen wäre. 1900 fand sich nie recht zusammen. In der ersten Halbzeit gab sich die Elf noch große Mühe und konnte fünf Tore vorlegen. Aßlars Sturm verstand sich nicht und konnte nur eine Chance ausnutzen. In der 2. Halbzeit fiel 1900 durch sein planloses Spiel völlig ab. Zum Glück war die Verteidigung und der Tormann auf der Höhe. Die Gäste lagen stets im Angriff, konnten aber nur einmal einsenden. Die 2. Jugend blieb gegen Wiesect 6:2 (2:1) Sieger. Beiden Mannschaften mangelte es am Spielsystcm. Der Platzverein war kräftiger und konnte sich besser durchsetzen. 1900 war viel im Angriff, kam aber nur zu 6 Toren. Den meisten Stürmern fehlte die Liebersicht. Die Wiesecker machten es nicht besser. Wichtige Beschlüsse der Deutschen Turnerschast. Der Vorstand der Deutschen Turnerschaft hat zur Frage der Aufnahme von Mitgliedern von Vereinen des Arbeiter-Turn- und Sport-Kartells folgende Richtlinien erlassen: 1. Ganze Vereine des bisherigen Arbeiter- Turn- und Sportkartells dürfen nicht ausgenommen werden. 2. Bei Einzelmitgliedern, die nachgewiesener- maßen vorher im Arbeiter-Turn- und Sportkartell Mitglied waren, muh bei ihrem Eintritt in einen DT.-Verein vorher die schriftliche Anerkennung der Satzung der DT., insbesondere des § 2, verlangt werden. 3. Der Vorstand warnt die Vereine vor überstürztem Handeln in der Aufnahme solcher Einzelmitglieder und weist hin auf die Gefahr der Zellcnbildung und der Äeberfremdung. Zum Tragen politischer Abzeichen und Llnifor- men in der DT. wird wie folgt Stellung genommen: Das Tragen von Uniformen der SA., SS. oder des Stahlhelms bei Versammlungen und Veranstaltungen von Vereinen der DT. ist selbstverständlich gestattet. Was die Frage der Beibehaltung der alten schwarz-rot-goldenen Vereinsfahnen einzelner Turnvereine anbelangt, so ist sich der Vorstand darin einig, dah derartige alte Vereinsfahnen selbstverständlich weiter behalten werden können, dah es sich aber zur Vermeidung von Mißdeutungen empfehlen wird, dem betr. Verein nahezulegen, ein Fahnenband in schwarzweißrot an der alten Vereinsfahne zu befestigen oder eine zweite Fahne in den Reichsfarben daneben zu führen. Gießen Mitglied in WSV. und DSB. Der Olympische Sportclub Gießen hat fein Probejahr (als Voraussetzung für die Aufnahme im WSV. und DSB.s mit Erfolg beendet. Der WSD. und die DSB. (Deutsche Sportbehorde) haben den OSC. vor kurzem ausgenommen und damit seine Leistungs- und Lebensfähigkeit anerkannt. Als deren jüngstes Mitglied wird er, wie man uns mitteilt, auch in der Folgezeit versuchen, dem deutschen Sport und damit dem Daterlande zu dienen. Gemletumen im Lahn-Nünsberg-Gau. In der Rabenau-Volkshalle zu Londorf kam am Sonntag das Geräte-Wetturnen im Lahn- Dünsberg-Gau zur Durchführung. Die Beteiligung daran war sehr stark. Die Leistungen standen auf hohem Riveau. Besonders die Mittelstufe der Turner wartete mit ausgezeichneten Leistungen auf. Die Leitung des Wettkampfes lag in den Händen von Gauturnwart Keller (Rodheim) und Wagner (Lollar). Die Kämpfe begannen bereits am Vormittag mit dem Turnen der Turnerinnen-Unterstufe, der Turner-Unterstufe und der Turner-Mittelstufe. Bei den Turnerinnen dominierten die Mitglieder des Wiesecker Turnvereins. Sie belegten alle ersten Plätze. Anneliese W e h l i n g errang in der Unterstufe den ersten Sieg. In der T u r n e r - Unter st u f e stellte wieder Wilhelm Werner (Wieseck) den ersten Sieger. Er imponierte besonders durch seine tadellose Haltung. Die Turner-Unterstufe hatte einen Siebenkampf zu bestreiten. Die Turner der Mittel st ufe traten zum Reunkampf an und muhten Wilhelm Schmidt (Waldgirmes) den Sieg überlassen. Auf den nächsten Plätzen folgten C. H e i h und C. Weller, beide von Wieseck. Die ersten drei erreichten verschiedene Male die höchste Wertung. In der Turnerinnen-Oberstufe war die Beteiligung weit schwächer als in der Unterstufe. Mit klarem Vorsprung wurde Lina Erb (Wieseck) Erste. Mit besonderem Interesse sah man dem Auftreten der Oberstufe entgegen. Ueberraschend kam hier der Sieg des alten Kämpen Hofmann von Lollar, der die Jugend eindeutig hinter sich ließ. Er turnte mit bewundernswerter Sicherheit. Seine beste Leistung war die Kürübung am Reck. Schmidt (Waldgirmes) gefiel ebenfalls sehr. Leider konnten die Turner Ferber (Waldgirmes) und B i e r a u (Lollar) nicht dabei sein, da sie sich bereits am Vormittag beim Training Verletzungen zugezogen hatten. Der Gauvorsihende D a u- p e r t beschloß mit der Siegerverkündigung die Veranstaltung. In seiner Ansprache begrüßte er den nationalen Aufbruch und mahnte zur Mitarbeit an der Zukunft Deutschlands. Der eigentliche Sinn Jahnschen Geistes müsse nun wieder in den Vordergrund treten. Die Ergebnisse. Turner-Unterstufe (Siebenkampf): 1. Wilh. Werner, Wieseck, 131 P.; 2. Wilh. Moos, Lollar, 118: 3. Ernst Pfeiffer, Lounsbach, 113: 4. Karl Weimer, Waldgirmes, 112: 5. Albert Lepper, Waldgirmes, 111; 6. Friedrich Vogel, Staufenberg, 108: 7. Karl Scherer, Wieseck, 107; 7. Karl Kümmel, Wieseck, 107; 8. Wilhelm Brück, Garbenheim, 103; 9. Rudolf Junker, Wieseck, 100; 9. Gustav Stamm, Waldgirmes, 100; 10. Wilhelm Eisenhut, Wieseck, 98; 11. Helmut Lich, Londorf, 97: 12. Ernst Böcker, Waldgirmes, 96; 13. Erwin Römer, Wieseck, 95; 14. Gustav Schimpf, Kesselbach, 94; 15. Walter Martin, Leihgestern, 93: 16. Ewald Schmidt, Waldgirmes,92: 17. Heinrich Rühl, Staufenberg, 91; 18. Erich Klinkel, Lollar, 90; 19. Ernst Ferber, Waldgirmes, 89; 20. Karl Jung, Waldgirmes, 83; 20. Ewald Klas, Waldgirmes, 83; 20. Albert Ferber, Waldgirmes. 88; 21. Wilh. Hasselbach, Rodheim, 87; 22. Karl Algeyer, Lollar, 85; 22. Heinrich Appel, Londorf, 85; 22. Willy Hasselbach, Londorf, 85 P. Turner-Mittelstufe (Reunkampf): 1. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes, 164 P.; 2. Karl Heih, Wieseck, 159; 3. Karl Weller, Wieseck, 153; 4. Hans Mank, Wieseck, 144; 4. Paul Becker, Waldgirmes, 144: 5. Richard Schaum, Leihgestern, 142; 6. Ernst Zecher, StaufeVerg, 139; 7. Richard Bepler, Kinzenbach, 138; 8. Heinrich Belte, Ahbach, 136; 9. Heinrich Kraj., Staufenberg, 134; 10. Albert Best, Waldgirmes, 133; 11. Heinrich Braun, Staufenberg, 130; 12. Wilhelm Müller, Wieseck, 129; 12. Heinrich Muskat, Atzbach, 129; 13. Adolf Amend, Garbenheim, 121; 14. Wilhelm Zöller, Leihgestern, 120; 15. Wilhelm Schmidt. Kesselbach, 119; 15. Ewald Leib, Kinzenbach, 119; 16. Karl Rupp, Garbenheim, 118; 16. Karl Vogel, Staufenberg, 118; 17. Hans -Althaus, Leihgestern, 116; 18. Wilhelm Krauskopf, Rodheim, 115; 19. Albert Schmidt, Waldgirmes, 114; 20. Karl Hillgärtner, Londorf. 111 P. Turnerinnen-Unterstufe (Sechskampf): 1. Annelise Wehling, Wieseck, 101 P.; 2. Erna Dech, Wieseck, 100; 3. Elli Schmidt, Wieseck, 99; 4. Minna Jung, Wieseck, 94; 5. Gertrud Dech, Wieseck, 93; 6. Anni Wirbelauer, Wieseck, 92; 7. Elli Felde, Staufenberg, 91; 7. Irma Braun, Wieseck, 91; 8. Lisbeth Koob, Wieseck, 89; 9. Lotte Parlow, Lollar, 87; 10. Irma Schneider, Wieseck, 86; 11. Elli Dietz, Lollar, 80; 12. Elli Moos, Staufenberg, 78 Punkte. Turnerinnen-Oberstufe (Siebenkampf): 1. Lina Erb, Wieseck, 125 P.; 2. Lina Grün, Lollar, 106; 3. Auguste Möser, Wieseck, 103; 4. Anna Pausch, Wieseck, 97 Punkte. Turner-Oberstufe (Neunkampf): 1. Wilhelm Hofmann, Lollar, 168 P.; 2. Schmidt, Waldgirmes, 147; 3. Heinrich Römer, Wieseck, 146; 4. Rudolf Rohrbach, Leihgestern, 142; 5. Waldemar Grote, Lollar, 136; 5. Ernst Deibel, Lollar, 136; 6. Ludwig Hettche, Lollar, 135; 7. Otto Bender, Rodheim, 134; 7. Ludwig Lepper, Waldgirmes, 134; 8. Karl Velten, Leihgestern, 133; 9. Ludwig Olemotz, Londorf, 136; 10. Karl Schaum, Leihgestern, 123 Punkte. Geräiemannschastskampf Kelsterbach- Grafenhausen - Waldgirmes. Zu einem Mannschaftskampf weilte am Samstag die Mannschaft von Waldgirmes in Kelsterbach (Main-Rod-Gau). Die Mannschaft des Gastgebers gewann den Kampf überlegen vor Waldgirmes und Gräfenhausen. Waldgirmes sah sich gezwungen, die Reise mit Ersatz anzutreten und hatte außerdem verschiedene Versager. Das Schlutzergebnis des Kampfes lautete: 1. Turnverein Kelsterbach mit 463 Punkten. 2. Turnverein Waldgirmes mit 427 Punkten. 3. Turnverein Gräfenhausen mit 405 Punkten. Kurze Sporinotizen. Ein Uebungsspiel zwischen einer schwach aufgestellten Frantfurter Stadtmannschaft und einer aus Teilnehmern am gegenwärtigen DFB.-Kursus in Frankfurt gebildeten DFB.-Nachwuchself endete mit 3:2 (1:1) zugunsten bt*r DFB.-Mannschaft, in der Stührk (Eimsbüttel), Rohwedder (Eimsbüttel), Leupold (Fürth), Conen (Saarbrücken) und Hohmann (Benrath) besonders gefielen. Das e r ft e Spiel der Glasgow Rangers auf deutschem Boden wird am 17. Mai in Berlin vor sich gehen, und zwar gegen eine Berliner Der- bandself. Wirtschaft. 100 Jahre Bezirkssparkaffe Nidda. * Ridda, 28. März. Die Dezirksspar- taffe Ridda kann in diesem Jahre als erste Sparkasse in Oberhessen auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Rachdem schon am 25. August 1832 die Gründung der Kasse auf Veranlassung des damaligen Kreisrats Seitz in Ridda beschlossen worden war, trat man nach langwierigen Verhandlungen am 15. April 1833 zur eigentlichen Gründungsversammlung zusammen und gab dem Institut die Bezeichnung „Spar - und Leihkasse für den Kreis R i d d a“. Die Sparkasse umfaßte ursprünglich die ehemaligen Landgerichtsbezirke Ridda, Schotten und Ortenberg, nach denen sie getrennt verwaltet wurde. Im Jahre 1848 erfolgte dann die Trennung der drei Bezirke in selbständige Kassen. Der Jubiläumstag soll am 18. April feierlich, aber mit Rücksicht auf die Zeitverhält- niffe im engsten Kreise, begangen werden. * Mainzer Aktienbierbrauerei Mainz. Die Mainzer Aktienbierbrauerei in Mainz bleibt für das am 31. Oktober 1932 beendete Geschäftsjahr zum ersten Male seit sieben erträgnisreichen Jahrzehnten (abgesehen von einem Jnslationsjahr) dividendenlos (im Vorjahr 3 Prozent Dividende). Infolge der verfehlten Bsiersteuerpolitik habe sich die Bevölkerung des Absatzgebietes dem Weingenuß zugewandt. Bei dem für die Gesellschaft zuständigen Landesfinanzamt Darmstadt fei der Hektoliterrückgang am stärksten von ganz Deutschland. * Siegerländer Eisenstein-Verein, Siegen. Die ungünstige Wirtschaftslage hat im abgelaufenen Geschäftsjahr noch eine Verschärfung erfahren. Gegenüber dem Vorjahre ist die Förderung im Erzbergbau von 960174 Tonnen auf 513 618 Tonnen zurückgegangen. Der Versand von 584 499 Tonnen überstieg die Förderung um 70 881 Tonnen, was eine Senkung gegenüber dem Vorjahre von rund 35 Prozent bedeutet. Auf Grund der Verordnung vom 8. Dezember 1931 gingen die Preise für Siegerländer Rost unter Vorkriegsstand. Zusätzliche Mittel zur Erhaltung der noch betriebsfähigen Arbeitsstätten verhüteten einen weiteren Rückgang im Beschäftigungsgrad der Gruben. * Doppelschichten bei Hanomag. Die außerordentlich rege Rachfrage nach Hanomag- Automobilen hat so stark zugenommen, daß sich das Werk, wie dessen Leitung uns mitteilt, veranlaßt sieht, mit sofortiger Wirkung Doppelschichten einzulegen. Begehrt wird nicht nur der viersitzige 23°?8°Wagen als Limousine und Kabriolett. sondern auch der billige 18°?8°Typ. Cs ist Vorsorge getroffen, dah die Produktion in der nächsten Zeit noch weiter erhöht werden kann. * KarlsruherLebensversicherungs- bank A. - G. Rach Zuteilung von weiteren 1 Million Mk. an die im Vorjahre neu gebildete Reserve für etwa kommende Abschreibupgsbedürf- nisse aller Art und nach weiterer Zuweisung von 300 000 Mk. an den Gebäudeerneuerungsfonds und direkten Abschreibungen von 543 378 Mk. (im Vorjahre 534192 Mk.), beträgt der Jahresüber- schuh 5 655 330 Mk. (im Vorj. 5 610 477 Mk.). Satzungsgemäß fließen hiervon an die Gewinnreserve der Versicherten 5 089 797 Mk. (5 049 429 Mark). Zahlungen wurden geleistet u. a. für fällige Versicherungen 5,5 Millionen Mk. (5,2), für Rückkäufe 3,4 Millionen (1,8), für Gewinnanteile an Versicherte für das laufende Versicherungsjahr 4,3 Millionen Mk. (4,0), für Derwaltungskoften 3,36 Millionen Wk. (3,85). Aus dem Rettorein- getoinn von 565 533 Mk. wird u. a. vorgeschlagen: Zuweisung an den Gebäudeerneuerungsfonds 200 000 Mk., der damit 1 Million Mk .erreicht. 10 Prozent Aktionärdividende 240 000 Mk. wie im Vorjahre, auhersatzungsmäßig an die Gewinnreserve der Versicherten 95 499 Mk., diese erreicht damit 20,28 Millionen Mk. (19,36). Die Versicherten erhalten die gleichen Dividendensätze wie im Vorjahre. ZrankmrierAbendbörse kaum behauptet Frankfurt a. M., 29. März. Das Geschäft an der Abendbörse war sehr ruhig. Vereinzelt konnte man Realisationen feststellen, doch war das heraus- kommende Material nicht sehr groß und sand ziemlich glatte Aufnahme. Die Berliner Schlußnotierungen konnten sich zunächst ungefähr behaupten. Im Verlaufe kam eine größere Verkaufsorder in IG. Farben zur Abwicklung, die bei der herrschenden Ge- schäftsstille den Kurs um 1,50 v. H. drückte. Auch auf den übrigen Marktgebieten nannte man meist von 0,25 bis 0,50 v. H. schwächere Kurse. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen angeboten, besonders Neubesitz, die fast 0,50 v. H. nachließen. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen blieben knapp gehalten, während Schutzgebiete zunächst voll behauptet waren, später aber gleichfalls abbrätfetten. Reichsbahn-VA. gingen um 0,25 v.H. zurück, wogegen Stahlverein-Bonds 0,40 v. H. höher notierten. Festverzinsliche Werte lagen ruhig und soweit Notierungen zustandekamen schwächer. Neubesitzanleihe 12,90 bis 12,80, Altbesitzanleihe 76,25, Schutzgebietsanleihe 8,-30, bprozentige Stahlverein 75,75, 6prozentige Franks. Hyp. Bank Gold, Reihe 1 bis 15, 88,50, Reichsbahn-VA. 99,13 bis 99, Reichsbank 147,25, Gelsenkirchen 65,50, Har- pener 87,25, Klöcknerwerke 59,50, Mannesmann 68,75, Rheinstahl 32,75, Stahlverein 43, Aku 37,25, AEG. 31,25, Cement Heidelberg 64, Deutsche Erdöl 98,75, Daimler 29, IG. Farben 128 bis 126 50, Ges- fürel 92, Holzmann 52,50, Lahmeyer 128, Rütgers- werke 51, Siemens 157, Südd. Zucker 160, L. Tietz 29, Hapag 20,75. Nachbörse : IG. Farben 126,75, Neubesitz 12,75, Schutzgebiete 8,20. Frankfurter we rcidebörse. Frankfurt a. M., 29. März. Die heutige Getreidebörse lag fast nahezu geschäftslos. Obgleich das Angebot kaum zugenommen hat, nannte man im freien Markt meist schwächere Preise, wobei man auf die Schwäche des Berliner Marktes verwies. Die Mühlen ließen fast jegliche Kaufneigung vermissen, zumal das Mehlgeschäft sehr gering sein soll. Futtermittel lagen ebenfalls geschäftslos bei unveränderten Preisen. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mk.: Weizen 210 bis 211, Roggen 171,50 bis 172,50, Sommergerste 180, Hafer 145 bis 147,50, Weizenmehl südd. und niederrhein. Spez. 0 30 bis 31,25, Roggenmehl 60vroz. Ausmahlung 23,50 bis 24,50, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 8,40 bis 8,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichybankdiskont 4 oH Lombardzinsfuß 5 o. H. Z)afum 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1921 6% ehem.7% Di. ReichSanl. v. 1929 5%% Doung.Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mii Auslos.-Rechren . ........ Desgl. ohne AnSlo>.»Rechte ...... 6% eße in. 8% Hess. Bolköstaat 1922 (rürfsaölb IO2%) ........... Oberhessen Provinz. Anleihe mit Auslos.-Rechten ....... Deutsche Komm. Sammelnd i.An leihe Seriel mit Auslos.-Nechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem, 7% granlf Hyp.-Ban! Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 5>/2% ebem. 4'/;% Franks. Hyp. Banl»Liau.-Pfandbriese ..... 614% ehem. 4'/2% Rheinische HUV.-Bank-Liqu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. Landespsand brlesanstali, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand brtefanstalt. Pfandbriese R. 10 4% Oösterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrenle ... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl von 1913 ...... 5% abgefl. Goidmexikaner von 99 4% Türkische gollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn^lnleihe Serie I............ 4% desgl. Serie 11 ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 t^%Ruman.oercinh.Rentev.!913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier............... Frankfurt a. 2)1. | Lernn Schluß- kurs Schluß!. Abend- börs- Schluß- lurd Schluß!. Mittag» bSrfc 28.3. 29.3. 28.3. 29.3. 84,75 84,5 84,75 85,2 97,4 96,5 96,75 — 83,5 82 83,5 82 77,75 76,25 77,75 76 13,55 12,8 13,3 13 37 85,9 86,25 85,5 78 — - — 74 73,4 — 73,75 90 88,25 — — 89,5 — — - 90,25 39,75 — 90 88,75 — 91 .1 91 91 91 — 91 — 13,25 _ 1,25 — 1,3 — — — —— —— — — — —— — — _ - - 8,5 6,4 6,45 6,15 5,2 4,9 5,25 5 — — 5,9 5,6 6 — 5,9 5,6 7,6 7,5 — 7,5 11 — — 11 6.275 5,775 6,15 5,9 26,65 26,13 26,5 26,4 .Ttanuur. u. ja. «öenm Schluß« für» Schluß!. Abend- bö'le Schlußkurs Schluß! Miitaq- bßrfe Datum 28.3. 29.3. 28.3. 29.3. Himburg-Amerika-Pakei ..... Hamburg-Südam. Dampsjchiff. ( 21,25 20,75 21,25 20,75 0 —— — 42 —— Hansa Tampfschiss........... 0 —— — 35,5 —r Norddeutscher Lloyd ......... A K. sür Verkehrswesen Akt. .. 0 22,25 21,13 22 21,75 0 53,4 51,5 51 52 Berliner Handelsgescllschast.... 4 99,9 97,4 99 Commerz» und Privat-Bank... 0 53,5 53,5 53,5 —— Deutsche Bank und Disronto» Gesellschast................ 0 70 70 70 —• Dresdner Bank.............. 0 61,5 61,5 61.5 — Neichobank ................. 1 148,25 147,25 148 147,5 A-E.G...................... 0 34 31,25 33,25 31,13 Elektr. Lieserungegeiellschast ... 5 86 85 86 ’ 83 Licht und Straft ........ 6 104,5 103,5 104,5 104 gellen & Guilleaume ........ 0 62,5 61 62,5 61,5 Gesellschaft für Elektrische Unter» nehmungen ............. 1 94 92 93,5 92 Rheinische Elektrizität ........ 6 95,5 94 93,5 Echuckeri L Co. ............ 0 100,65 98,5 100 98,5 Siemens L Halske ........... ß 157 157 156,25 158,5 127,5 Labmeher L Co.............. 10 132 128 132 Buderus ................... 0 56,75 56 57 56,5 Deutsche Erdöl ............. 4 98,25 98,75 97,75 98,25 Gelsenkirchener .............. 0 67 65,5 66 65,5 Harpener ............ 0 88 87,25 87,25 87 5 Hoesch Eilen—Köln-Neuessen.. 0 66 65,65 Ilse Bergbau ............ 7 —— 168 169,25 169 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 116 111,5 113 111,5 Klöcknerwerke .......... 0 60,5 59,5 60,5 59,75 ManneSmann-Nohren........ 0 70,75 68,75 70,5 69,25 Mansselber Bergbau......... 0 28 27,5 28,4 27 Lberschles. Kokswerke......... 0 80,25 78,75 Phönir Bergbau............. 0 44,25 —— 44,9 45 Rheinische Braunkohlen ...... 10 203,5 207.5 204 207,5 Rheinstahl.................. o 84,5 82,75 83,75 82,75 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börf ■ Schluß» kurs Gchlußk. 2711.100» bör c Datum 28.3. 29.3. 28.3. 29.3. Bereinigte Stahlwerke........ u 43,5 43 43,751 43,4 Olavi Minen ............... 0 18,65 17,75 18 18 Kaliwerke Aschersleben........ 6 133 132 131,5 132 Kaliwerke Westeregeln........ Kaliwerke Salzdetfurth....... 6 132,5 133 133 134 9 — 200 198,5 200 3 ®. Färben-Industrie....... 7 132 126,5 131,4 128,5 ScheideansiaU............... 10 167,25 — —» Goldschmidt ................ 0 54 53,75 54,25 54,5 RitlgerSwerke............... 0 52 51 51,4 51,75 Metallgelellschaft............. 0 — 37 38,5 37,5 Philipp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... Lementwerk Karlstadt......... 0 54 52,5 55,75 52 4 68 64 0 — —— — Wayß & Frevtag ............ 0 6,13 6,5 — — Schultheis Patzenhoser........ 0 __ _ 113,5 113 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 38,5 37,25 38,75 37,4 Bemberg ........... 0 51,5 56,75 50 51,4 50 Zellstosi Waldhof ............ 0 53,5 56 53,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 —— 26 28,13 27,13 Dessauer GaS ............ 7 — — 117 114.75 Daimler Motoren............ O 29,5 29 29,65 29,4 Deutsche Linoleum .......... O 42 40,13 42 40,25 Crenftetn & Koppel ......... 0 49,13 48,65 Leonhard Tietz ............. 6 30,5 29 30,75 29 Lhade...................... 12 126,5 126,5 126,5 125 Gntzner.................... O 34,75 34,75 35 33,75 Mamkraftwerke Höchst a.M. .. 4 74,5 74 Süddeutscher Zurker ......... 8 1kl 160 161 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. 28. März 29. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung <"eih Srie Gelb tfrie Helfingiors. 6,334 6,346 6,324 6,336 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Prag...... — — — —— Budapest ... — — — —» Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,98 169,32 169,08 169,42 Oslo ..... 73.38 73,52 73,38 73,52 Kopenhagen. 63,94 64,06 63,94 64,06 Stockholm.. 75,87 76,03 75,82 75,98 London ..... 14,33 14,37 14.33 14,37 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neunork .... 4,191 4,199 4,196 4,204 Brüssel .... 58,43 58,55 58,46 58,58 Italien..... 21,53 21.57 21,53 21,57 Paris..... 16,465 16,505 16,475 16,515 Schweiz ... 80,85 81,01 80,91 LI,07 Spanien.... 35,26 35,34 35,26 35,34 Danzig ... 81,87 82.03 81,87 82,03 Japan ..... 0,899 0,239 0,901 0,899 0,901 Rio öe Jon. 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,195 5,205 5,145 5,155 13,05 13,07 13,04 13,06 Banknoten. _________Berlin, 29.März Amerikanische Noten...... Geld 4,18 3rief_____ 4,20 Belgische Noten.......... 58,30 58,54 Dänische Noten ......... 63,57 63,83 Englische Noten ......... 14.29 14,35 Französische Roten....... 16,435 16,495 Holländische Noten....... 168,71 169,39 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 21,51 73,20 21.59 73,50 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten ............... 2,46 2,48 Schwedische Noten....... 75,65 75,95 Schweizer Noten......... 80,73 81,05 Spanische Roten......... 35,13 35,27 Ungarische Noten........ — —