rin’rf Mitt Verla-: vriihl'sche Unlverfi,si;-Vllch. «nd Slelndnickerkl n. kan,t in Siletzei. Sd-rfftleitiing UN) s-schäftrftelle: zchnlirale 7. Oie Parteien über die Lage in Berlin verboten fiX mi. Sni‘m a J,-a."sc Dali erULrt und zu Kundgebungen für Sonntag M Sanuar u =6er Derhandlungsfuhrung beauftragt auf mehreren Plätzen innerhalb des Stadtbezirk Tnl ti/^ o k 1,16 mn b'° .°°rderft« Linie der anfgefortcit. ®™ä6 Artilel ?23 Mf 2 der 2 * mit bcr gefamten Leichsberfaffung verbiete ich Megen unmitte" Autorität der Praftdialwurde in barer Gefahr für die öffentliche Sich-rh-tt a l. Berlin. 26. Ian. (EBB.) Der Polizei- Präsident hat folgende Erklärung erlassen: ..In einem heute abend verbreiteten kommunistischen Flugblatt wird zum Politischen Massenstreik und zum General st r ei t Lanayine von Anzeigen für die lagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und 'ür den An. zeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Echo der presse. berliner preffestimmen zur l^egierungskrisis. Der Stand am Sonntagabend. Ein offiziöser Bericht. Berlin, 29. Jan. (ERB.) Reichskanzler a. O. von Popen hat am Samstagabend und am Sonnlagvormittag die Verhandlungen fortgefühlt, mit denen der Reichspräsident ihn gestern mittag beauftragt hat. Bisher find sie n o ch n i ch t, u e i n e m Abschluß gekommen, die in manchen Kreisen gehegte Hoffnung, daß sich bereits bis Sonntag mittag ein Reberblick gewinnen lassen werde, hat sich also nicht erfüllt. Die D.nge find aber immerhin bis zu einem Zwischenbericht des Herrn von papen beim Reichspräsidenten gediehen, der für Sonntag nachmittag in Aussicht genommen war. Klarheit wird sich erst im Laufe des Rlontags gewinnen lassen. Herr von Papen hat seine Verhandlungen bisher vor allen Dingen auf die Nationalfozia- l i ff e n und die Deutschnafionalen erstreckt. Aber auch mit dem Zentrum ist, allerdings auf indirektem Dege, Fühlung genommen worden. Diese Verhandlungen dürfen jedoch nicht verwechselt wer- denmifparallelgehendenBemühungen, die vom Zentrum und der Bayerischen v o l k s p a r l e i ausgehen und offenbar das Ziel haben, eine direkte Verständigung dieser beiden Parteien mit den R a f i o n a l s o ; i a l i st e n herbeizuführen. Hitler verhandelt demnach also nach zwei Richtungen, und es wird sich zeigen müssen, welcher dieser beiden Befprechungs- komplexe im Laufe der Entwicklung schließlich die Oberhand gewinnt. Jm Vordergründe steht aber weiter der Auftrag des Herrn von papen. D-r Hauptteil des Sonntags war von Besprechungen innerhalb der n a t i o n a l f o , i a l i st i s ch e n Führerschaft ausgesüllt. Den Rationalfozia- listen liegen ganz bestimmte Vorschläge vor, die auch die Billigung der Deutsch- nationale n gefunden haben, und zu denen Herr Hitler sich zunächst äußern muh. Jn unterrichteten Kreisen hofft man, daß diese Antwort noch im Lause des Abends erfolgt, so dah dann im Lause des Montags in weiteren Besprechungen die erhoffte Klärung erzielt werden könnte, vorläufig überwiegt aber m parlamentarischen Kreisen doch noch eine stark zurückhaltende Beurteilung gegenüber allen optimistischen Erwartungen einer schnellen positiven Lösung. Gegenüber den zahlreichen Gerüchten, die über die Verhandlungen und auch die Haltung des Reichspräsidenten im vmlauf sind, kann man nur fefl- ftclkn, dah es dem Reichspräsidenten daraus ankommt, die deutsche Politik, wenn irgend möglich, aus dem Stadium der Verfafsungv- experimente herauszubringen. Deshalb hat er die neuen Verhandlungen mit Adolf Hitler in Gang gebracht. Adolf Hitler hatte es im No- vembcr abgelehnt, persönlich den versuch einer D e l, rheitsbildung zu machen. Der Reichspräsident hat seht Herrn vo n papen mit dieser Aufgabe betraut, wobei das Ziel dasselbe geblieben ist. Die ganzen gegenwärtigen Verhandlungen drehen sich um die Frage, ob ein Koalition s k a b i n e t t unter Hitlers Führung unb Mitarbeit oder Tolerierung des Zen trums zu erreichen ist. Diese Frage muh zu- nächst geklärt werden, und solange treten auch alle anderen Möglichkeiten und Kombinationen ganz naturgemäß in den Hintergrund. Papens Verhandlungen noch im Gange. Zwischenbericht beim Reichspräsidenten. - Heute erneut Empfang Papens vorgesehen , Berlin, 29. Ian. (Sil.) Die Berliner Presse bc 0 .eingehend mit den Vorgängen, die zum Rücktritt des Kabinetts Schleicher führten und mit den Möglichkeiten der weiteren Entwick» nD^ gegeben sind. Der „Angriff (RSDAP.) fordert, wie früher so auch jetzt d i e rla *?■! fur dols Hitler. Das Blatt befaßt fid) ausführlich mit der programmatischen Rundfunkrede Schleichers, der er in allen Punkten die völlige Tatenlosigkeit des Kabinetts ge- genübcrftellt. „Arbeit schaffen" sollte nach der Rundfunkrede der einzige Programmpunkt sein. Der Reichsarbeitsbeschaffungskommissar geriet alsbald mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther in den schärfsten Konflikt, der damit endete, daß das ganze Arbeitsbeschasfungsprogramm zerstört und wirkungslos gemacht wurde. Gegen die staatsfeindliche kommunistische Bewegung habe Schleicher drakonische Ausnahmebestimmungen an» Seörobt. Aach dem Blutbad in Dresden erwog Schleicher Ausnahmebestimmungen gegen das gesamte Volk und die gesamte Presse. Schleicher habe gezeigt, dah er zur Führung der Regierung nicht fähig sei und mit seiner ziellosen Korn- promihpolitik falsche Wege gehe. Wie habe er dafür auch noch besondere Bollmachten verlangen können? Der „T a g' (deutschntl.) schreibt: Eine Dauer- 1 r 1' ® toje die vom Uebergang vom Kabinett 3um Kabinett Schleicher das Debakel eines politischen Rückzuges der Präsidialgewalt und der Idee der autoritären Staatsführung vor dem neudeutschen parlamentarischen System kann die Ration nicht mehr tragen. Der Kampf der leben- den Generationen um Deutschlands Freiheit wäre oor jenem Weg gewarnt werden, der von einem augenblicklichen Notstand feinen Ausgang nehme und geradeaus, in den Abgrund führe. „Der Deutsche" (Christliche Gewerkschaften) spricht von einer unerhörten Herausforderung. Hitler und seine Bewegung würden wie im vergangenen Iahr nur als Hilfstruppe für eine Elique von Großagrariern Hugenbergs, Papens und Schachts benutzt. Die Berhandlungen. die Papen aufnehmen soll, sind überflüssig. Sie werden an der Tatsache nichts ändern, daß die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes einen MucS, der von Papen geführt wird, leidenschaftlich und erbittert ablehnt. Ieht erst beginnt der r'S2?-i Kumpf des Volkes gegen die offensichtlichen Diktaturpläne der Krisentreiberclique. Die „V o s s i s ch e Ze i tu n g" (dem.) fordert, das; jede parlamentarische Lösung unter den Moroen fern Reichstag. h..'SerlJn'«>2^3an- (WTB.) Wie das Hauptbureau des Reichstags mitteilt, fällt die Reichstags filz ung, die für Dienstag vorgesehen war, "u s. Der A e l t e st e n r a t ist für Dienstag um 15 Uhr einberufen worden. Proteste Oer Linken. Berlin, 28. Jan. (VDZ.) Gegen die Absage der auf Dienstag angesetzten Reichstagssitzung fjat der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagssraktio n in einem Brief an den Reichstagspräsidenten Göring P r o t e ft erhoben. 3n öemjöriefe wird darauf hingewiesen, dah in der letzten Sitzung des Aeltestenrats ausdrücklich ein Wiederzuf ammentreten des Aelte - N.enrats vereinbart worden sei für den Fall, daß dis Dienstag irgendwelche besonderen politischen Er- eignitze einträten. Diese Abmachung habe den Sinn gehabt, daß in einer neuen Sitzung des Aeltesten- r a t s Beschlüsse über die Plenarsitzung und eine etwaige Aenderung der Tagesordnung gefaßt wurden Unter diesen Umständen hätte nur der h; 4re ern r a * das Recht gehabt, eventucll oie Plenarsitzung vom Dienstag abzusagen. Die So- zialdemotraten sind daher der Auffassung, daß der tpna^\ent feine Befugnisse überschritt Jr ”,. gäbe und beantragen, eine Sitzung des h J Vn ?,enrats spätestens für den Vormittag Oes 3 0. g a n u a r einzuberufen. nn hL '*LA1 unistische Reichstagsfraktion hat an den Reichstagspräsidenten Göring ein Schreies 9Cmd)tet' in dem sie ebenso wie die Sozialbemo rraten Protest gegen die Absetzung der für Diens- verloren, wenn jetzt die Entschlußkraft der höchsten Leitung versagte. Die „D AZ." meint, obwohl der Rücktritt des Kabinetts Schleicher vorherzusehen war, habe er -bei den Parteien und auch in der Wirtschaft grobe Erregung ausgelöst. Die Ungewißheit, was an die Stelle des bisherigen Kabinetts treten fall, das ja in feiner Mehrheit aus erprobten Fachleuten bestand und dessen Programm bei seinem Amtsantritt die Zustimmung überraschend weiter Kreise gesunden hatte, laste auf allen Beteiligten. Das Blatt stellt die nationalsozialistische Ansicht, daß nur eine Regierung Hitler in Frage komme, den Verhandlungen zwischen den Harzburger Gruppen gegenüber und meint, daß die Schwierigkeiten vielleicht noch größer geworden seien, weil nun auf den Parteiführern der Rechten die Verantwortung laste, sich möglichst noch vor dem Zusammentritt des Reichstages über eine gemeinsame Front zu verständigen. Rach der bisherigen mehrfachen , und Herrn^von Popen bestünde zroischen^be!den | Kommiuusten-KunOgebungen bereits weitgehende Liebereinstimmung Hinsicht- ' — lich der einzelnen Phasen des Weges. In der „Täglichen Rundschau" schreibt Zehrer u. a.: Die Verantwortung für den Sturz des Kabinetts Schleicher trage allein der Reichspräsident. Dadurch, dah der Reichs» Präsident Herrn von Papen, gegen den sich, wäh- rend er Kanzler war, das ganze Volk erklärt | tag vorgesehenen Penarsitzuna des Reichstags einlegt und die Einberufung des Aeltestenrats für Montag vormittag fordert. Kalckreuth fordert präsidialregierung. Dresden. 29. Ian. (TU.) Auf der Haupt- tagung des Sächsischen Iunglandbundes sprach am Samstag in Dresden der Präsident deS Reichslandbundes Graf Kalckreuth. Er wies daraus hm, daß jetzt der Augenblick gekommen sei, wo die Landwirtschaft mit aller Ener- Ertchein» täglich, nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat m Bild Die.Scholle Monotr-Bezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. liernfvrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift tür Drahtnach- richten Anzeiger Liehen, pofischeckkonto: KrantfiNomMai" 11686. iir.2,> 185.3atrg«ng (Itorfdg, 50.3 , rung der Deutschen Staatsvartei x 45 1 ” ? • • '5an< (lLRB.) Die Sozial- beide vom Volk gewählt sind, haben jetzt bic un- ,m 1_ßl^t9artcn r.cmc Massen- veräußerliche Verantwortung, eine Regierung der Gr^Berl ns mnrfCn ,nner^aIb demokratischen.Autorität zu schaffen und durch- ’S- marschierten die Massen in ge- zusehen, denn es ist kein Vertrauen ien- lchlossenen Zugen unter Mitsuhrung roter Fahnen seits der Verfassung Wenn d^r Staat w vieler Transparente nach dem Lustgarten, bei heilloser Verschärfung aller Gegensätze erst Kundgebung begann. Der einmal zum Spielball der Revolution wird dann Q3erlin der Sozialderno- 9e6t M- gr«i6=it Nation M | sozialisten auf dem Bülowplah als Provokation und erklärte, daß Berlin rot sei. „Berlin ist rot", das werde auch die Parole der SPD. für 1933 sein. Die Regierungsführungen feit dem Sommer 1932 unterzog er, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, einer scharfen Kritik. Die Vorgänge in der Wilhelm st raße seit gestern seien Alarm für die Eiserne Front, für öie Gewerkschaften und die republikanischen Verbände. Es gehe, so behauptete er, um die Staatsburgerrechte und die sozialen Errungenschaften, die das Volk mit allen Mitteln verteidigen werde. Im Kamps um Sein oder Richtsein werde die Einheitsfront des Proletariates geboren. 3n einem Appell an die Kommu- nisten forderte der Redner, ihre Klassenpflicht zu erkennen. Zum Schluß meinte Künstler, es könne der Tag kommen, an dem Berlin für ganz Deutschland entscheide. Dieser Tag müsse die Arbeiterschaft einig finden. Sie Kundgebung selbst verlief ruhig. Wegen Singens verbotener Lieder wurden 4 Demon- st r a t i 0 nszüge der SPD. und außerdem dreikommunistischeDemonstrations- 8''ae, die sich trotz des Verbotes des Pokizei- P äs deuten formiert hatten, ausgelöst. Insgesamt wurden 35 Personen zwangs- gestellt. Aufzüge und Versammlungen unter freiem Hmunel Der Ä P D-, sowie ihrer Hilfs-und Nebenorganisationen für Sonntag. 29.1 -.nuar." Reichsbannersührer fordert Neuwahlen. Mannheim, 29. San. (WSN.) Das badische Reichsbanner hielt am Samstag und Sonntag seine diesjährige Gaugeneralversammlung ab, Deren Kundgebung im Nibelungensaal die Anwesenheit des Reichsbannerbundesführers Höltermann aktuelle politische Bedeutung gab. Angesichts der Möglichkeit einer Betrauung H i t- l e r s mit der Reichskanzlerschaft erhob der Bundesführer die Forderung nach Neuwahlen im Reiche. Auch die Frage des 20. Suli solle zugleich durch Preußenwahlen dem Volke erneut zur Entscheidung vorgelegt werden. Der Redner warnte davor, dem deutschen Volke das Wahlrecht zu nehmen oder zu schmälern. Er verwahrte sich auch dagegen, daß mit keinem politischen Mandat beauftragte Personen sich aktiv in die Politik einmischen würden. Zwei Kundgebungen gegen SlaalsnoWnd. Erklärung des Kabinetts Sraun. Berlin, 28. San. (DDZ.) Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, hat der preußische Ministerpräsident Dr. Braun namens der preußischen Staatsregierung an den Reichskanzler zugleich in seiner Eigenschaft als R e i ch s k o m m i s s a r für Preußen ein Schreiben gerichtet, worin er u. a. ausführt, in einem Teil der Presse werde öffentlich zum Hochverrat aufgefordert, ohne daß, soweit ihm bekannt, die zuständigen Stellen gegen diese durch §85 StGB, mit Zuchthaus bis zu zehn Sahren bedrohte Handlung einschritten. Der preußischen Staatsregierung sei durch Die geltenden Ausnahmevorschriften Die Möglichkeit genommen, Die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Sie weise daher die Reichsregierung und den Reichskommissar dringend auf diese Notwendigkeit hin. Nach §81 StGB, werde wegen Hochverrats bestraft, wer es unternehme, die Verfassung des Reichs oder eines deutschen Landes gewaltsam zu ändern. Durch diese Vorschrift seien nach der Gerichtspraxis gegen gewaltsame Eingriffe geschützt die Rechte der gewählten Organe der Willensäußerung, insbesondere der Reichstag. Sn Artikel 23 der Reichsverfassung seien die Fristen genau festgelegt, innerhalb Deren Der Reichstag im Falle einer Auflösung wieder Lunlp32gj;cpoL uoßiqupjj 19Q (pD& ;;ir;usmmvjn8 des Reichsgerichts könne der Reichspräsident auch auf Grund des Artikels 48 über derartige Vorschriften der Reichsverfassung n'. )t hinweggehen. Die Berufung auf einen Staats- Notstand sei rechtlich unzulässig. Wenn öffentlich dazu ausgesordert werbe, Der, Reichspräsident möge den Reichstag nach Hause schicken und vorläufig nicht wieder zusammentreten lassen, sei das eine Aufforderung zum Hochverrat. Solche Aufforderungen müssen mit den zulässigen polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln unterdrückt werden, wenn nicht neue Verwirrungen im Rechtsbewußtsein des Volkes Die schwierigsten Folgen herbeisühren sollten. Der dr.es des Zenttumsführers. Berlin, 28. Jan (TU.) Die „Germania" veröffentlicht Den Brief, Den Der Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat K aas, unter dem 26. d. M. an Reichskanzler von Schleicher gerichtet hat und der auch Dem Reichspräsidenten zur Kenntnis gebracht worden ist. Der Brief ist von der Z e n t r u m s f r a f t i o n des Reichstages und Dem geschäftsführenDen ParteivorstanD gebilligt worden Prälat Kaas warnt eindringlich vor „einer sogenannten notstandsrechtlichen Verschiebung des Wahltermin s", die etnen Verfassungsbruch mit all den Konse- quenzen rechtlicher und politischer Natur darstellen ivurde. Von einem echten Staatsnot st and könne gar nicht geredet werden, sondern höchstens von einem Notstand des Regierungs- f i) st e m s. Eine verfassungswidrige Hinausschiebung des Wahltermins müsse als ein Abgleiten in unverantwortbare Möglichkeiten bezeichnet werden. Seine politischen Freunde so erklärt Prälat K a a s, würden Daher, wenn Diese Frage ihrer Beratung unD Beschlußfassung unterbreitet roerDen sollte, ohne jcDen Zweifel Die Beschreitung solcher Wege a b ° lehnen u N'd verurteilen Oie Kabinettskrise in Frankreich. Oaladier im Vordergrund. Paris, 29. San. (WTB.) Der Präsident Der Republik, Lebrun, hatte mit Dem Kriegsminister des vorigen Kabinetts, SalaDier, eine UnterreDung, Die von 16.25 Tlhr bis 17 Tlhr französischer Zeit Dauerte. Beim Verlassen des Ely- fee erklärte DalaDier der Presse: Der Präsident Der Republik hat mir Den Auftrag Der Regierungsbildung angeboten. Sch habe diesen Auftrag angenommen. Sch kenne Oie bestehenden Schwierigkeiten Der gegenwärtigen Stunde, aber ich glaube, daß Dereu Lösung eine Frage des Willens unD Der Energie ist. Für Da lädier wird es nur zwei Möglichkeiten Der Regierungsbildung geben, entweder ein Kartell, in dem die Sozialisten vertreten sind, oder die K o n z e n t r a t i o n, d. h. alle. Parteien der Kammer unter Ausschluß der Gruppe Marin und der Sozialisten. Sollte es Ma- lädier gelingen, ein lebensfähiges Kabinett aufzustellen, so wird man nach Ansicht gut unterrichteter Kreise darin Den bisherigen Ministerpräsidenten Paul-Boncour als Außenminister wiederfinden. Eine Erklärung Lavats Paris, 29. San. (WTB.) Zu Den von Präsident Lebrun empfangenen Persönlichkeiten gehörte auch Der Senator Laval, Der nach Dem Verlassen Des Elysees Den Sournaliften u. a. erklärte. Wenn Die Lage wegen Der Wirtschaftskrise unD wegen Der zu crgreifenDen Maßnahmen heikel sei, Dann toerDe Die Mehrheit ein um so größeres VerDienst haben, wenn sie Das finanzielle Heil des Landes sichere. Wenn Die Me hrheit Goeihe-Bund. Lichtbildervortrag von Paul Eipper. Der schwäbische Schriftsteller Paul Eipper, der eine Reihe schöner und liebenswerter Bücher über Tiere geschrieben hat und den Lesern des „Gießener Anzeigers" auch, durch zahlreiche Beiträge im Feuilleton bekannt geworden ist, hielt gestern abend in der Neuen Aula einen Lichtbilderoortrag über das Thema „Ai eine Freundschaft mitTiere n". Er sprach zwar nach dem Manuskript, aber es war keine gelehrte Abhandlung, und sollte auch keine fein, sondern ein unfeiectidjer und unakademischer Bericht über seine Erlebnisse und Beobachtungen mit Tieren, zahmen und „wilden", in aller Welt. Eipper betonte, daß zu dem lebendigen und nahen Vcihältnis zum Ttergejchöpf, wie er es pflegt, nichts weiter gehört als Liebe, Geduld und eine „Tier- besessenheit", die freilich wohl angeboren sein müsse; er sprach vom oft nachgeahmten Titel eines seiner bekanntesten Bücher — „Tiere sehen dich an" — und vom eigentlichen Sinn dieses und aller seiner Werke: das Tier nicht als „Objekt" anzusehen, son, dem als lebendiges und beseeltes Geschöpf, das die gleiche Daseinsberechtigung hat wie Der Mensch Boni Tierschutz ferner, der ein wesentliches Element unserer Kultur sei und auch eine Angelegenheit persönlichen Mutes. Endlich vorn Sinn und der Aufgabe Der moDernen Zoologischen Gärten, Die von manchen leider mit Unrecht als eine Art von Zuchthäusern angesehen würden. Die folgenden Erzählungen, in Denen man Person und Bild des Vortragenden zurücktreten lassen möge hinter der Man- nigsaltigkeit tierischen Lebens, wollten Die FreuDe am Tier wecken und Die Liebe zu ihm, auch Die Zuhörer und Beschauer von einigen eingewurzelten 'Vorurteilen unD meist geDankenlos übernommenen Schlagworten befreien, von einer unangebrachten Vermenschlichung z B. unD von Der ungerechten Einteilung in gutartige unD bösartige Tiere Die Schilderungen Des AbenDs befaßten sich übermiegenD mit fremden, exotischen, landläufig,5wilden" Tieren, doch gedachte Eipper zuvor noch mit einigen Worten seiner Hauskameraden daheim: der Katzen, Denen von jeher seine besonDere Liebe gegolten hat, Der riesigen gelben Dogge „Senta" unD sogar Der in seinem Garten heimisch geroorDenen Dicken Kröte, Die sich so an Den Hausherrn gewöhnt hat, Daß sie ihn im Sommer auf einem Stein hockenD erwartet unD sich, was ihr wohltut, mit Der Gießkanne beregnen läßt. Der Dann folgenDe Bildbericht von Eippers zahllosen Streiszügen Durch Die Zoologischen Gärten Des europäischen Kontinents war eine FreuDe für jeDen, Der sich nur ein wenig Sinn für Schönheit, Charakter und Ausdruckssähigkeit im vielgestaltigen TierparaDies bewahrt hat. Die Folge Der herrlich klaren und naturnahen Photos reihte sich aneinanDer zu einem Panorama aus Der großen Arche Noah und zur sinnfälligsten Bestätigung Der warmherzigen, von unendlicher Liebe unD tiefem VerstänDnis für Die ihm befreunDeten Geschöpfe zeugenDen Schil- Derungen Eippers. Ganz zwanglos unD ohne lehrhafte Betonung empfing Der Zuhörer und Beschauer auch unter Der HanD eine kleine „Gebrauchsanweisung", beherzigenswerte, in jahrelanger Erfahrung und ausDaucrnDer Beobachtung gewonnene Verkehrsregeln für Dey Umgang mit Tieren aller Art, aus aller Welt, wilDen unD zahmen, großen unD kleinen, gefieDerten, | hwimmenDen, vierbeinigen, jungen unD alten, Müttern unD Kindern. Man kann sie nicht alle aufzahlen; aber sie kamen uns in Eippers einfacher unD überzeugenDer SchilDerung für ein paar Augenblicke nah, murDcn auch uns lieb unD vertraut, Die wir ftaunenD unD entzückt von soviel Anmut unD lebenDiger Schönheit vor Den LichtbilDern faßen: Die Löwenbabys unD Die Tigersäuglinge, Der neugeborene Elefant unD Das Berliner GiraffenkinD Kathrinchen im Kreise seiner Familie; Der scheue Kudubock, Der höchst mertmürDige unD seltene Schuhschnabelstorch Abu Marküb; weißes Kälbchen unD Eselfohlen, Das MufflonkinD, vier Stun- Den alt, Der See-Elefant Goliath, enormer Fettwanst, Das mutterlose Rhejusäffchen in Den schützenden Armen seines Vaters; und zuletzt Die unerhört ausDrucksvollen PorträtftuDien Der Schimpansen unD Drangs unD Des Gorillas, mit Dem Eipper eine ebenso verantwortungsvolle wie heitere Schlafwagenreise in Den Berliner Zoologischen unternommen hat. Die Hörerschaft folgte Dem Vortrag mit angespannter Aufmerksamkeit unD Dankte mit herzlichem Beifall für einen schönen unD genußreichen AbenD —y— Pompeji war Hasenstadt! lleberraschende Ergebnisse neuer Ausgrabungen. Von Dr. Gustav W. Eberlein, Hom. Pompeji, EnDe Januar. Die römischen Historiker unD Archäologen gerieten in Bewegung, als aus Neapel Die Kun De kam, man habe Den Hafen Der TotenstaDt aufgefunDen, Denn Die Begleitumstände schienen Darauf hinzudeuten, Da& Der Hafen nicht, wie man bisher glaubte^ ein Flußhafen war, sonDern an Der Küste lag, am Meer 9ns Auto geworfen unD los! Die Straße nach Neapel ist ja nicht mehr, wie noch vor fünf Jahren, eine Schuttmoräne, sondern geteert und gepflegt, und von Neapel führt sogar eine nach Dein Muster auf 3-neue auswciche. werde sie ihre Ohnmacht eing^standen haben, und die pinzufrieden- heit des Landes werde Dann so groß sein, daß man doch wohl neue Methoden ins Auge fassen muffe. Darüber werde man aber erst bei der nächsten M i n i st e r k r i f e sprechen. Kundgebung gegen Gteuererhöhung. Paris. 28. San. (WTB.) Der National- verband der Steuerzahler hat hbute nachmittag in einem großen Pariser Lokal eine Kundgebung gegen die neue große Steue Belastung veranstaltet. Die Polizei hatte einen umfangre.chm Ordnungsdienst or- ganiftCLt um jeden Versuch einer Straßenkund- geoung zu unterbinden. Es sind mehrere leichte Zwischenfälle zu verzeichnen. polnische Währung auf Goldbasis. Warschau, 28. San. (Sil.) Wie die offiziöse „Gazetta Polska"^ berichtet, besteht die Absicht, den politischen Zloty ausschließlich auf Gold und nicht mehr — wie bisher — auf Gold, Devisen und Valuten zu basieren. Eine entsprechende Satzungsänderung der Bank Polski ist bereits im Aufsichtsrat der Bank beschlossen worden und soll auf der Generalversammlung am 9. Februar genehmigt werden. Aus aller Welt. Rücktritt des Berliner Funkintendanten. Wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, hat der kommissarckche Sntendant der Berliner Funk- stunde. Dr. Friedrich D u s k e. seinen Auftrag der Reichsrundfuntgesellschaft zurVersügung gestellt. Wie Die „Vossische Zeitung" berichtet, kommen als Nachfolger u. a. Ernst Hardt aus Köln, der Generalmusikdirektor Max v. Schillings und der Münchener Sntendant Dr. Kurt v. B o e ck m a n n in Frage. Wie von zuständiger Seite versichert wird, sind für eine Nachfolgeschaft noch keinerlei Entscheidungen getroffen worden. Grohfeuer in Dessau. Sn Dessau brach in dem Mittelgebäude der Berlin - Anhaltischen Maschinenbau - AG. ein Feuer aus, das sehr schnell um sich griff. Nach vierstündiger Tätigkeit hakle die Feuerwehr den Brand lokalisiert. Eine Abteilung, in der Rohmaterialien für Gasmesser bearbeitet werden, wurde vernichtet. Es. handelt sich um einen Nebenzweig des Unternehmens. Die Entftehungs- ursache für den Brand ist unbekannt. Schlohbrand bei Winterthur. Das in Privuiveiitz ocfinoituic Su)loß Schwan» degg bei Winterthur wurde von einem Groß- feuer heimgesucht, das den großen, im 18. Sahrhundert errichteten Westbau des Schlosses vollständig e i n ä s ch e r t e. Ein plebergreifen des Feuers auf den noch aus dem 12. Sahrhundert stammenden Turm und Rittersaal konnte verhindert werden. Das Mobiliar wurde in der Hauptsache gerettet. Die Entstehung des Brandes ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß man im Dachstuhl mit der Lötlampe eine eingefrorene Wasserleitung auftauen wollte. Die Pfleglinge, die von der Anstalt für Epileptische in Zürich sich in Familienpflege im Schlosse befanden, konnten in Sicherheit gebracht werden. Tschechoslowakische Gesandtschaft in Washington durch Feuer zerstört. Das in der Majjaa-uncts-Nvenue, eine der vornehmsten Straßen Washingtons, gelegene tschechoslowakische Gefandtichastsgebäude ist durch ein Grohfeuer zerstört worden. Der Brand kam in den oberen Stockwerken, wahrscheinlich durch einen ochornsteinscyaden, zum Ausbruch. Der tschechosiowalFche Gesandte war n.chl anwe.end; im Hause befanden sich nur zwei Dienstboten. Ein Krastdroschkenführer, der an der Gesandtschaft vorbeifuhr, entdeckte als erster den Brand. Als die Feuerwehr erschien, stand daö Gebäude bereits in großer Ausdehnung in Flammen. Fast das gesamte Aktenmaterial der Gesandtschaft, ferner wertvolle Gemälde, Tapissyrien usw. sind Der — Rom mit Dem StranD oerbinDehöen — Via del Mare gebaute Autobahn nach Pompeji. Unmittelbar vor Dem Eingangstor, Der Porta Marina, springt man heraus. Porta Marina! Wie viele Millionen von Besuchern sinD hinDurchgegangen, ohne Den Tornamen bis zur letzten Konsequenz DurchzuDenken? Zwei Minuten entfernt schlagen jetzt Die Spitzhacken in Die Lava, genauer gesagt in Die zu einer sanDsteinähn- lichen Masse zusammengepreßte 'Asche, unD Die Spaten Decken vorsichtig Schicht auf Schicht ab, blättern Das Buch Der zwei Jahrtausende langsam zurück, Blatt um Blatt. Immerhin, es geht schnell vorwärts, Professor M a i u r i ist Da, Der moDerne Schatzgräber, neben ihm Professor 9 a c o n o , Der einmal ein interessantes Buch über Den Hafen von Pompeji geschrieben hat unD nun mit begreiflicher Erregung Das Urteil Darüber aus erster HanD erwartet Wir stehen in Der „localitä Boltaro“, an Dem gleichnamigen Kanal, Der Die gleichen Aufgaben haue, wie jetzt Der Kanal Mussolinis in Den Pon- timschen Sümpfen: Das Gebiet trocken zu legen, Die Malaria Damit zu vertreiben unD Der Bewässerung Des neugewonnenen AckerlanDes zu Dienen. Hier münDete nämlich Der Samus, ein unbotmäßiger, immer revolutionäre Massen mit sich reißenDer, Das LanD verwüstenDer, zielloser Bergfluß, Der Die Geographie Derart in UnorDnung gebracht hat, Daß wir mit Bestimmtheit nur dieses eine wissen: Der heutige Sarno fließt anDerswo ins Meer. Es scheint, Daß Das furchtbare ErDbeben vom 5. Februar 63, Dem Pompeji zum Opfer fiel, unterstützt von Dem Vesuv ausbruch, Dm am 24. August 79 Der StaDt Den Rest gab und sie In s ins Grab bettete. Den Flußlauf ab- bogen, wahrscheinlich ist sogar Das wilde, weite Mün- Dungsgcbiet, Das Delta Durch Die vulkanischen Aus- wurfmassen ;ebilDet worDen. Seit Der Neuzeit liegt jedenfalls frompZi zwei bis Drei Kilometer lanDem wärts, mau vergaß allmählich seinen Küstencharakter, auch Das neue Pompeji fieDelte sich Dich! neben Der verschütteten Stadt an, unD wohl Die meisten Gläubigen, Die zur wundertätigen MaDvnna von Pompeji pilgern, bclummen Das blaue Meer nur aus Der Ferne zu feheck. 9m letzten Drittel Des achtzehnten 9ahrhunDerts versucht man erst Den Sarno zu korrigieren. Das be= ginnenDe neunzehnte ZahrhunDert sieht Kanalisationen, unD Der erste Blick Des zwanzigsten fällt in ausgegrabene große Räume, in Denen man — mächtig? Anker finDet. Sie ließen sich bis heute im 'U-- tionalmustzum bemunDern, ohne zu verraten, ob sie zum letztenmal in Fluß- oder Meerwasser nieDer- rasselten. Die Archäologen steigen nun Dort hinab, wo oie Anker lagen. Bescheidene Mauern tun sich änj, sie durch Feuer oder Wasser zerstört worden. Die in unmittelbarer Nähe liegende österreichische Gesandtschaft blieb vvm Feuer verschont. Schwere Bobunfälle in Oberhof. Bei der Thüringer Vtererbovmeifterschaft in Oberhof raste der Bob „Leipzig" in der Kronprinzenkurve in voller Fahrt über die Böschung und wurde zertrümmert. Sämtliche Snsassen erlitten erhebliche Verletzungen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Führer Otto S ch u ch a r d t (Leipzig) trug einen Armbruch davon, der Bremser Karl Gerlofs einen Oberschenkelbruch. Am schlimmsten wurde der Mitfahrer Rudolf Gerlofs betroffen, der einen schweren Schädelbruch, einen Oberarm- und Ober- schenkelbruch erlitt. Etwas später verunglückte der Bob „Friedrichsroda". Hier erlitt der Fahrer Friedrich aus Friedrichsroda Rippen- und Armbrüche. kalte und Wolfsplage in Rumänien. Sn ganz Rumänien ist die Temperatur im Laufe der letz.en Näch.e erneut flau gefallen. Es wurden vielfach 35 Grad Kälte gemessen. Aus allen Teilen des Landes kommen Alarrn- meldungen; zahlreiche Menschen sind auf den Landstraßen von Wölfen angefallen und getötet worden. Mehrere .Soldaten der Grenzwache sind auf ihren Posten erfroren aufgefunden worden. Schwerer Sturm an der amerikanischen Atlantikküste. An der amerikanischen Atlantcktüste von Neuschottland bis Florida herrscht xcin aup^.ordentlich starker Sturm. Bei Halifax überschwemmte eine Sturmflut einen Teil der Stadt und zerstörte hunderte von Wohnhäusern. Zahlreiche Familien wurden von jeglicher Zufuhr abgeschnitten. Mehrere ausfahrende große Dampfer mußten schleunigst in die Häsen zurück- kehren, um besseres Wetter abzuwarten. Die Transatlantikdampfer werden mit mehrtägiger Verspätung ankommen, da sie gegen die gewaltigen Welken schwer anzukämpfen haben. Todesurteil für Raubmörder. In Magdeburg wurden die Arbeiter Träger, Meißner und Bartels vom Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode und zu dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Träger erhielt außerdem wegen Raubes und Körperverletzung eine Zuchthausstrafe von 12 Fahren. Die 'Angeklagten hatten im November v. 9. die Stadt Genthin durch ihre Taten in große Aufregung versetzt. Sie hatten es auf alte alleinstehende Frauen abgesehen. 9n einem Fall wurde die 70 Fahre alte Witwe Maefer auf bestialische Weise durch Erwürgen ermordet unD beraubt. Fn einem anDeren Falle wurDe Die 81jährige Frau Hahn überfallen, gewürgt und ihrer geringen Jarschaft beraubt Schmugglerbande gefaßt. Den Beamten Der ZollfahnDungsstellen Bremen und Papenburg unD Den örtlich zustänDigen Zoll- und LanDjägerbeamten ist es gelungen, eine großan- legte Schmugglerorganisation, Die sich über Das Gebiet Der preußischen Kreise Aschen- burg unD Hümmling sowie über Das Gebiet Des olDenburgischen Amtes Cloppenburg erstreckte, aus- zuheben unD unfchäDlich zumachen. Die Mit- glieDer Der Schmugglerorganisation einschließlich Der Großabnehmer, insgesamt 35 Personen, konnten ermittelt unD überführt roerDen. Es konnte Den Tätern bisher Der Schmuggler von 95 Zentnern hochzollpflichtiger Waren, hauptsächlich von Feinschnitt-Tabak unD Kaffee, nachgewiesen roerDen. Die Waren rourDen Dann von den Großabnehmern ate gesetzt. Es konnten noch zwei Zentner Tabak und Kaffee beschlagnahmt werden Man nimmt an, daß es sich bei den hinterzogenen Abgaben uni einen Betrag von insgesamt etwa 7 0 0 0 0 0 Mark handelt. Schissszusammenstoß im Hasen von Lissabon. Der deutsche Dampfer „Kepler" ist bei der Einfahrt in den Hafen von Lissabon mit einem portugiesischen Dampfer zusammengestoßen. Das deutsche Schiff erlitt eiyige Beschädigungen und muhte zur Vornahme der erforderlichen Ausbesserungsarbeiten ins Dock geschleppt werden. haben nicht Den Schmuck Der reichen Wohnhäuser, doch sind Die Farben unD Fresken noch gut erhalten, erstaunlich gut, waren sie Doch Wasser unD Feuchtigkeit ausgesetzt. Sechzig Zentimeter tief stehen Die Dachpfeiler noch im Wasser. Fetzt fährt Der Spaten durch Die Decke eines Nebenraumes — Licht fällt wieder ein nach 1854 Fahren, kahle 'Mauern. Weiter, weiter! Plötzlich wird in Der Mitte ein riesiger Weinbehälter bloßgelegt — allerhanD Werkzeuge kommen zum Vor- Ichein — Dinge, wie man sie noch heute in einer Dfteria braucht. Wissen Sie, wo wir sind? 9n einer Hafenlchenke, in einer Matrosenkneipe! Wasserarbeiter her! Pumpen! Pumpen! Das Wasser, Grund- oder Meerwasser, gleichviel jetzt, machte seine Beute verteidigen, man muß Dem Lindwurm Das Maul stopfen. Unter verfaulten Geräten ziehen braune HänDe etwas' Winziges, UnDefinierbares hervor, Das sich nach Der Reinigung als ein Ohrring erweist, bald Darauf gesellt sich Der zweite hinzu — jetzt kommen nacheincmDer fünf goldene Ringe — und jetzt eins, zwei, Drei — Skelette. Man bringt sie in Die benachbarte Mühlenkapelle. Weiter! Weiter! Sieben Meter tief — Das Wasser gewinnt an Stärke, Die Menschen müssen zunächst einmal weichen. Aber M a i u r i ist seiner Sache schon sicher. Er erinnert an Die reichen Gold- unD 9uroelenfunDc, Die im Fahre 1899 an Dieser Stelle gemacht rourDen, und zieht nun Den Schluß, Daß Die unter Dem Wüten Des Vulkans flüdjtenDen Bewohner ihre Schätze auf Die Schiffe retten wollten, als ihnen Der Ajchenregen Den Weg abschnikt. Die Hafenschenke befindet sich außerhalb Der StaDtmauer, Die Lage Der neuauv- gegrabenen Häuser zueinanDer läßt keinen Zweifel mehr Darüber auftommen, Daß hier nicht ein weit ins LanD hineingcschobener künstlicher Flußhafen Die Stadt zu einer SeeftaDt machte, sonDern Daß Pompeji seinen natürlichen Seehasen hatte, unmittelbar vor Der Küste ähnlich wie Anzio oDer Pvito- fino. Für Den Sch.ffahrtsverkehr roirD er freilich nicht von großer BeDeutung gewesen sein, Dafür waren Die geschätzteren großen Buchten im Golf von Neapel zu nahe. Seine BeDeutung, möchte man sagen, hat er — erst heute gefunDen, wo er unsere Vorstellung von Der alten ProoinzstaDt entscheidenD änDert. W'r werDen jetzt Die Straßen unD Gassen Der wunDer- vollen GriechensieDlung etwas anders und reicher beleben, zu Der Garnison Sullas stoßen Makrojen, Die auffallenden Kulte und Laster in gewissen Straßen treten in Das schwelende Licht von Hafenkaschemmen. Fn einem solchen Viertel, wissen wir nun, wurde die brühmte Herkulesstatue Lysipps gefunden. Die Instandsetzung von Wohngebäuden. Oie Irichilin:en für die Verwendung derZuschüffe des Reichs. Don der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt wird uns mitgeteilt: Der Rcichsarbeilsminister hat den Länderregie, rur.gen mit Schreiben vom 24. Januar 1933 mit* geteilt, das) die Reichsregierung einen weiteren Betrag von 50 Millionen Mark für die Instandsetzung von Wohngebäuden usw. zur Dersügung stellt. Das Schreiben besagt etwa folgendes: Die Bereitstellung des Betrages von 50 Millionen Mark zu Reichszuschüssen für die Instandsetzung von Wohngebäuden, die Teilung _ von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnungen hat sich als starker Anreiz zur Vornahme von Instand- fehungs- und llmbauardeiien erwiesen und damit neue Arbeilsmögtichkeiten für das Baugewerbe, insbesondere dos Bouhand- weck. geschaffen. Rach den Mitteilungen der Länder kann bereits vielfach Anträgen nicht mehr entsprochen werden, da die Mittel erschöpft sind. Der besondere Vorleit der Maßnahmen liegt darin, daß gerade in den Wintermonaten Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Die Reichsregierung hat daher beschlossen, erneut einen Betrag von 50 Millionen für derartige Reichszu- schüsse zur Berfügung zu stellen, von dem den einzelnen Ländern ein anteiliger Betrag zugeteilt ist. Falls sich ergibt, daß in dieser Höhe ein Bedarf in einem Lande nicht besteyt, behalt sich der Rcichsarbeilsminister vor, den Restbetrag einem anderen Lande zur Dersügung zu stellen. our die •-ocrgcoung der Mittel gelten die bis- herigcnBest.mmung n m t folgend:nAcnd.rungen: 1. Jüc die Instandsetzung von Wohngebäuden kann ein Reichszuschuß bereits gewährt werden, wenn die Kosten für das einzelne Grundstück wenigstens 100 Rw. betragen. Die Herabsetzung ist erfolgt, um auch dem kleineren insbesondere dem landwirtschaftlichen HauSbesitz in mittleren und kleineren Gemeinden in stärkerem Umfange als bisher die Zuschüsse zugute kommen zu lassen. 2. Die Arbeiten müssen spätestens am 1. Juli 1 933 vollendet sein. Durch die Acndcrung soll im Interesse der Arbeitsbeschaffung verhindert werden, daß die Durchführung der Arbeiten über einen langen Zeitraum erstreckt wird. Die vorstehenden Acndcrungen gelten auch für die Derteilung d^s etwa noch vor- han'-enen Restes der zunächst bereitgestcllten Mittel. 3. Rach den Bestimmungen vom 17. September 1932 dürfen Zuschüsse nur für größere Instand-' „Ait-Gietzen." Zweiter Vortrag von Oberkriegsgerichtsrat Koch. Am Freitagabend fand der zweite gutbesuchte Dortrag^abena der Matthäusgemeinde statt. Mannigfachen Wünschen folgend, sprach Ober. kriegsgeri''->tsrat Koch noch einmal über „Alt- G c en". Pf i rcrM a h r sprach einte t nde Torte. Sodann erzählte Ober.riegsgerichtIrat Koch und ergänzte bei seinen Ausführungen in einzelnen Teilen seinen ersten Dortrag. Er sprach zunächst von Pfarrer G l a u b r e ch t, der in seiner Rovelle .. D i e W i n l e l s a> u l e" die Gießener Verhältnisse zu Beginn des 19. Jahrhunderts schilderte und insbesondere von den Schulvcrhä.tnissen der damaligen Zeit sprach. Damals habe es sogenannte W.nkelschulcn gegeben, deren Lehrer nicht immer geprüft gewesen seien. Auch in der Wehsteingasse habe, geleitet von Magister Schab, eine solche Winkelschule bestanden. Die Person des Magisters Schab habe er (der Redner) gesch chtlich verfolgen können. Der Schulmeister sei ein gebürtiger Wiesecker gewesen. Roch verschiedene andere Rovellen, die in der Stadt Gießen spielten, seien gesch'.chtlich zu verfolgen gewesen. In weiteren Ausführungen kam der Dortragende auf die Geschichte einiger Gießener Familien zu sprechen. Interessant sei es, festzustellen, daß Oeser. ein gebürtiger Gießener, blutsverwandt m i t G o e t h e war. Don der Lahn, über die er in seinem ersten Dortrag verschiedenes erzählt habe, sei ebenfalls .einiges nachzutragen. Im 17. urf' '8. Jahrhundert feien viele Holzflöße von holl indischen Flößern vorbeigeführt word..i und brachten der Skadt durch Zoll und Schleusenziehgelder manche willkommene Einnahme. In Gießen habe sich auch eine M ü n z st ä t t e befunden und zwar während der Jahre von 1692 bis 1702. Münz- meister sei ein gewisser Rebhuhn gewesen. Einige ausländ.sche Münzgehilfen seien hier beschäftigt gewesen. Auch Falschmünzer trieben ihr Unwesen. Besonders erzählte man sich von einem adeligen Falschmünzer, der hauptsächlich Heller, allerdings keine hessischen, fabriziert habe. Sein Komplice sei später im Leiningischen gefoltert und hingerichtet worden, nachdem er zuvor feinen Kameraden verraten hatte. Diefer aber entzog sich der Strafe durch Flucht. Die Gießener Bevölkerung habe schwer unter Seuchen zu leiden gehabt. Die Derhältnisse in der Stadt in hygienischer Hinsicht ließen besonders noch im 17. Jahrhundert sehr viel zu wünschen übrig. Seuchen konnten sich also leicht ausbreiten. So war im 16. und im 17. Jahr- hunde.t die Pest häufiger, gefürchteter Gast in der Stadt. 2m Jahre 1551 habe die Pest am schlimmsten gewütet. Pestjahre seien au.e.dem die Jahre 1575, 1576, 1583, 1588, 1597 und 1599 gewesen. Das Jahr 1635 brachte abermals den „Schwarzen Tod": weit über tausend Einwohner fielen der Seuche zum Opfer. Ganze Familien wurden dahingerafft. Die nahe Stadt Lich habe seinerzeit die Zuwanderung aus Gießen ve.boten. Die durch die Pest dezimierte Gießener Bevöl.erung sei aber überraschenderweise immer wieder ra ch ergänzt worden. Insbesondere seien aus Westfalen sehr viele Leute zugewandert und heirateten in der Stadt. Diele Familien in unserer Stadt hätten somit westfälische Dorfahren. Besonders aus dem Ort Hattingen zogen auffällig vee Leute nach Gieß.n. Aus dem Bergischen Land seien außerdem Leinwanokrämer zugewan- dert. 2m 2ahre 1797 habe Gießen nur 3959 Einwohner gezählt. sehungsarbeiten gegeben werden. 2n der Praxis find bereits kleinere 2nstandseyungsarbeiten dann berücksthtigt worden, wenn fie aus wirtschaf.lichen Gründen glei^zeitig mit größeren durchgesüyrt werden. Einer derartigen Ausdehnung der Bestimmungen wird zugestimmt. Der Reichsarbeitsminister ist ferner damit einverstanden, daß auch die völlige Jnslandschung einer leeren Wohnung als größere Jnslandsehungsarbeil angZchen wird. Hiermit wird für Hausbcfih und Ausbaugewerbe eine Lücke ausgefüllt, die die seitherige Bestimmung gelassen hatte. Als ein besonderer Dorzug der Maßnahme wi.d bezeichnet, daß durch sie gerade in den Wintermonaten Arbeit geschaffen toLb. Bei der gegenwärtigen Lage des Arbeils- marckes wird entscheidender W.rt darauf gelegt, daß auch für die Derteilung der Mittel im Einzelfalle d.eser Gesichtspunkt maßgebend ist. Für die Bewilligung eines Zuschusses darf nicht der Tag des Eingangs des Antrags maßgebend sein, sondern der Zeitpunkt, in dem der Hausbesitzer nach seiner Erklärung mit den Arbeiten beginnen will. Jür die lausende Aktion ist daher bereits bestimmt, daß in erster Linie Anträge berücksichtigt werden mü'sen, bei denen sofort oder innerhalb kurzer Zeit mit den Arbeiten begonnen werden fall. 2n dem Dorbescheid ist die Zusage des Zuschusses nur unter der Bedingung zu erteilen, daß die Arbeit in der angegebenen Zeit auch tatsächlich begonnen wi.d. Die Einhaltung dister Bedingung ist nachzuprüfen. 2ft fie nicht e füllt, so ist der B:trag einem anderen Antrag- ste.ler zuzuteilen. Zu berücksichtigen sind daher zur Zeit nur Arbeiten, die im Winter durch- gcsührt werden können, also vor allem Arbeiten im 2nneen der Gebäude. Bei der Derle'.lunz der neuen Mittel sind die mit der Dergebung im Einzelfalle beauftragten Stellen nochmals daraus hingewiesen, daß unter allen Umständen unverzüglich für diejenigen Arbeit n ein Zuschuß zugesagt wird, die sofort begonnen werden sollen. Solange Anträge auf einen Zuschuß für derartige Arbeiten noch vorliegen, dürfen andere Anträge keinesfalls berücksichtigt we'den. 2m 2nteressc de: Arbeitsbeschaffung m. ß unbedingt erreicht We den, daß sich die Wirku.ig der Zuschüsse besonders in den nächsten Wochen geltend macht. Daher ist auch besonders zu überwachen, daß bei der Derteilung der Mittel nach dem dargelegten Grundsatz verfahren wird. 2nteressant sei es, zu erfahren, daß schon im 2 a h r e 1 692 im Rathaus Theater gespielt worden sei, und zwar von Mark- g.ä l.ch Badenschcn Durlachschen Hoslomödianlen. Die Studenten hielten im Rathaufe Konzerte ab. Durch die Studenten sei immer viel Unruhe in de: kl.inen Stadt gewesen, denn jene zogen nach der damaligen Sitte stets bewaffnet durch die ',bt, suchten Händel und zogen rasch und bei jede.' Geleg nhstt vo.n Leder. Auch unter den ^u.ge.n uaö Soldaten habe es manchen tätlichen Streit gegeben. Diel Rühmstches wisse man von einem Gießener Rentmeister, dem Konrad B r e i d e n st e i n, der zu ammen mit anderen G.eßenern den Versuch mcd)ie. den Landgrafen Philipp den Großmütigen im Jahre 1550 aus der Gefangenschaft in Mecheln zu befreien. In weiteren Ausführungen erzählte der Dortragende noch von dem Wirlen des Landgcasen Philipp des Großmütigen, der ein ausgezeichnete: Landesvater und weitschauender Fürst gewesen sei. Mit einigen kleinen ergötzlichen Erlebnissen Gießener Bürger im nahen Städtchen Lich beschloß der Redner feinen mit großer Aufmerksamkeit verfolgten CBorttag. Pfarrer Mahr beendete mit Worten des Dankes den interessanten Abend. $tarnotr>cn. — Aus dem Stadttheater-Bureau wird uns geschrieben: Morgen 20 11 br als 17. Borstellung im Dienstag-Abonnement das Lu t- spiel: „2:2 unentschieden' von Lichtenberg (Spielleitung: Karl H e Y f e r): gewöhnliche Preise. Cnce 22 Uhr. — Arn Mittwoch, 1. Februar, in dieser Spielzeit zum erstenmal die Operette: „Drei- mäderlhaus". 2n der Inszenierung Paul W r e - des wird von Balettmeister Ewald D ä u l k e und Frau ein Sextett getanzt, das sonst fast immer gestrichen wird, obwohl es Melodien aus der Komposition „Deutsche Tänze" enthält, außerdem wird der ungekürzte „Militärmarsch" der Aufführung den Auftakt geben. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Walter Moe hl. Die Borstellung ist die 17. Mittwoch-Abonnements- Vorstellung und zu Operettenpreisen. Spieldauer von 19.30 Uhr bis 22.30 Uhr. — Das Austauschgastspiel der Koblenzer Bühne findet am Donnerstag, 2. Februar, statt. Die Gäste bringen das Schauspiel: „Gestern und Heute" von Christa Winsloe zur Aufführung. Der Film „Mädchen in Uniform" entlehnte fein Drehbuch der Handlung dieses interessanten Schauspiels. Das Gießener Gastspiel bekommt eine besondere Rote durch die Mitwirkung von Hedwig Schlichter, Berlin, die sowohl im Film, als auch bei den über 100 Ausführungen des Stückes an den Barnowsch- Bühnen in Berlin in der Rolle des Fräulein von Kesten größte Erfolge errang. Das Gastspiel ist außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen: Abonnenten erhalten die Dergünstigung der ermäßigten Schauspiclpreise. Rundfunlgul- scheine haben Gültigkeit. Svieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Bortrag eines englischen Pädagogen. Heute, 20.15 Uhr, Dortrag von Pros. C. W. D bis im Januar 1698 aus Rom unb Paris bie Anerkennung ber Königswürbe eintraf — nunmehr hatte August festen Loben unter ben Füßen. Dafür aber regle sich 'Angst unb Entsetzen im heimatlichen Sachsen, als hier bie Kunbe von bes Kurfürsten Uebcrtritt zum katholischen Glauben unb seiner Königskrönung ein- traf. Man fürchtete, baß bas ganze Land zum Re- ligionswechfel gezwungen werben würbe. Aber diese Furcht war unnötig, der Kursürsl von Sachsen ließ auch weiterhin seine Untertanen selig werden in welchem Glauben immer sie wollten — aber der König von Polen brauchte Geld ... und die nach dieser Richtung hin ausschweifenden Angstträume ber Sachsen waren mehr als berechtigt. Zunächst einmal verlangte ber neugebackene König binnen vierzehn Tagen aus Sachsen sechzehn Tonnen Golbes falls man es nicht zu „Extremitäten" kommen lassen wolle. Sobann ging ein toller Amts schacher los: alle wichtigen Beamtenposten würben ncubesetzt mit zahlungskräftigen Jnbivibuen, deren Zahlungen in die Taschen des Kursürsten-Königs flössen. Daneben versetzte der hohe Herr seine Juwelen für eine 'Million Gulden in Wien, pumpte non ben sächsischen Stählen unb Stäuben riesige Summen, oerpfänbete einen Teil seiner Einkünfte als Polenkönig verpfändete einige Herrschaften, einige Aemter, einige Burgen, einige Abteien, ganze Provinzen — kurzum, machte zu Geld, was schon kaum noch zu Geld zu machen mar. All diese Summen Honen nach Polen, zum großen Teil als Bestechungsgelder für immer noch opponierende Adlige, Geistliche, bann für bie Kronarmee — schlecht gerechnet hat den ehrgeizigen Wettiner schon noch wenigen Monaten die polnische Krone die damals orz geheuerkiche Summe von fünf Millionen Talern gekostet Der König geriet in tolle Geldnöte, schrieb die oerzweifellslen Brandbriefe an alle Well, vor allem an die maßgeblichen Instanzen seines „geliebten Landes Sachsen", durch welch geliebter- Land ein Schauder des Entsetzens ging ob ber Erkenntnis, was es für den Geldbeutel des ärmsten Einzelnen bedeutete, daß sein Kurfürst nebenbei ! irgendwo in der Welt König geworden war ... I (Fortsetzung folgt.) Aus ber provinzialhaupistabi. König, Kriegsmann, Herkules... Zum 200.Todestage Augusts des Starken am ^.Februar. Don Maximilian pallanca. SJ.Jport Fuh- und Handball in Gießen. Der gestrige Sonntag brachte bei prächtigem Winterwetter lebhaften Sportbctrieb. 3m Mittelpunkt des Interesses stand das Spiel VfB. I. - Dottenhorn I.. das mit einem über Erwarten sicheren Sieg der Grünwcihen endete. Das Ergebnis lautete 7:1 für VfB. Die 2. Elf des VfB. die in Lollar gegen die dortige I. nur mit acht Mann antrat, muhte eine Niederlage von 14:2 Toren hinnchmcn. Die 3. Elf verlor gegen VfR. Butzbachs 2. Mannfcbaft knapp mit 2:1. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 hatte das fällige Vcrbandsspiel gegen Breidenbach auf dem Platz des Gegners auszutragen. Die Blauwcißen erlitten eine (von manchem insgeheim befürchtete) Niederlage, die mit 5:2 Toren etwas zu hoch aussiel. Die Tabelle hat nun eine Aenderung erfahren. Die 1. Elf des BfB. steht mit 13:7 Punkten vor 1900 mit 12:8 Punkten an der Spitze. Das Spiel der Ncserve gegen Ettingshausen I. fiel aus, die 3. Elf konnte gegen Niederweisel einen Sieg buchen. Handball-Lokalderby 1846 — 1900. Auf dem Aniversitätssportplah trafen sich die 1. und 2. Mannschaften des Turnvereins 1846 und der Spiclvercinigung 1900. Die 2. Elf des Turnvereins konnte mit 4:2 Toren siegreich sein, im Spiel der 1. Mannschaften unterlagen ebenfalls die Spiclvercinigungsleute mit 7:5 Toren, nachdem der Kampf noch zwei Minuten vor Schluß 5:5 stand. Der Kampf streifte häufig die Grenzen dös Erlaubten. FuhbaU in Hessen-Hannover. Borussia Fulda Pokalsieger. Die Spiele be; Sonderklasse endeten fast alle mit LIeoerraschungen. So konnte Kurhessen Kassel nur mit 1:1 spielen und mußte einen wichtigen Punkt an die Kasseler Turn abgeben. Hermannia Kassel fertigte den ST. 03 Kassel mit 5:2 ab und die ersatzgeschwächten Marburger Kurhessen schlugen Göttingen 05 sicher mit 3. 0. Pokalsieger wurde Borussia Fulda: die Borussen warfen im Endspiel die Spvg. Göttingen leicht mit 6: 0 aus dem Nennen. Die Tabelle der Sonderklasse führt nach wie vor Borussia Fulda mit 22:2 Punkten vor Kurhessen Kassel (20: 6), SC- 03 Kassel und Kurhessen Marburg (je 14:12) Punkten an. * Borussia Fulda — Spvg. Göttingen 6:0 (1:0). Die Borussen schlugen trotz mehrerer Ersatzleute die Gött'nger sicher. 3n der ersten Halbzeit wollte es allerdings nicht recht klappen, so daß nur ein Tor von Pletsch die Ausbeute war. Auch Göttingen hatte Gelegenheit zu Toren, aber einmal verfehlte der Stürmer drei Meter vor der Torlinie den Ball. Nach dem Wechsel stellte Borussia den Sturm vorteilhaft um und damit den Sieg sicher. Kammcrl, Meisel und Pletsch waren die Torschützen. Bei Göttingen gefiel am besten der linke Berie.diger, die Mannschast war eifrig und vo - allem fair. Oie süddeutschen Endspiele. FSV. Frankfurt und München 60 Tabellenführer der Abteilungen. Alle acht vorgesehenen Spiele konnten zur Abwicklung kommen. Es gab nicht einmal größere Lleberraschungen. 3n der Abteilung 1 gcrb es im interessantesten Spiel des Tages zwischen SpBgg. Fürth und Bayern München ein 1:1 <0 1). Die 6000 Zuschauer sahen bei Fürth die Hintermannschaft und bei den Gästen den Angriff als besten Mannschaftsteil. Ein zweites, für den Gast nicht gerade angenehmes Unentschieden brachte das 1:1 (0:0) Spiel zwischen FK. Pirmasens und 1. FC. Nürnberg. Die 10 000 Zuschauer sahen ein Spiel, wie man es in gleicher Schönheit schon seit Jahren nicht mehr in der Pfalz gesehen haben will. Die Punktverluste seiner gefährlichsten Rivalen und ein eigener 3:0-Sieg über Phönix Ludwigshafen verhalf dem SB. München 60 zur Tabellenführung. Die Münchener waren stets leicht überlegen und erzielten einen verdienten 3:0(1:0)'Sieg. Woldhof schlug den ent- tärschenden FC. Kaiserslautern 5:0. Die Münchener „Löwen" führen nun in der Tabelle mit 6:0 Punkten vor SpBgg. Fürth 6:2, 1. FC Nürnberg 5:3, SB. Waldhof 4:6, Bayern München 3:3, Kaiserslautern und Phönix Ludwigshafen je 3:7, FK. Pirmasens 2:4 Punkte. In der Abteilung II setzte der Fuhballspv. Frankfurt auch diesmal seinen Siegeszug fort. Nach fünf Spielen weisen die Bornheimer 10:0 Punkte, löt4 Tore und einen Borsprung von vier Punkten vor ihren Tabellennächsten auf. Gestern siegten die Frankfurter in Mainz über den Hessenmeister Mainz 05 vor 7000 Zuschauern sehr sicher mit 4:1 (1:0). Eintracht Frankfurt mußte verschiedene Grippekranke ersetzen. Die Sturmführung lag diesmal bei dem Läufer Hugo Mantel. Trotzdem lieferte die Eintracht ein überraschend gutes Spiel, das ihr mit je zwei Treffern von Lindner und Behning auch einen verdienten 4:2 (3:1)-Sieg über Wormatia Worms eintrug. 3n Karlsruhe besiegte der KFB. im Lokalderby Phönix 1:0 (0:0), während in Stuttgart die Kickers wieder einmal über Union Bückingen mit 4:2 (2:2) siegten. Frankfurt ehrt seine deutschen Meister. Der Magistrat der Stadt Frankfurt nahm am Sonntagvormittag im Bürgersaal durch Bürgermeister 'Dr. Schlosser die Ehrung der Frankfurter deutschen Meisterinnen und Meister vor. Fünfzehn deutsche Meistertitel sind im abgelaufenen Jahre in der Leichtathletik, im Turm- und Kunstsvringen. im Gewichtheben, Fechten, Kegeln, Golf, Faustball und im Nadball nach Frankfurt gefallen. Leider ließ sich die Ehrung der Titelhalter nicht in der gewünschten Weise vornehmen, da die Mehrzahl von ihnen infolge Grippe-Erkrankung der Feier fernbleiben mußte. Deutsche HaUen ennis-Meisterschasten. Deutsche Meister im Hallentennis wurden G. v. Cramm (Herren-Einzel), Lolotte Payot (Da- men-Einzel), v. Cramm Maier (Herren-Doppel), von Stuck-Reznicek Horn (Damcn-Doppel), Adamos, Leseur (Gemischtes Doppel). 3m Endspiel des Herren-Einzels schlug v. Cramm den Franzosen Landry 6:1, 7:9, 6:1, 6:2, während bei den Damen zum Schluß Frl. Payot über Frl. Horn-Wiesbaden mit 6:3, 2:6, 6:2 siegte. SchneUaufmeisterschast des Münchener E. Ä. Sandtner läuft neue deutsche Bestzeit. Guste Leistungen zeigte der Nachwuchs bei den Bereins-Schnellaufmeisterschaften des Münchner E. B. auf dem Kleinhesselohersee. Der neue deutsche Meister, Willy Sandtner, der außer Konkurrenz mitlief, erzielte über 3000 Meter in 5:19,3 eine neue deutsche Bestzeit. Allerdings dürfte dieser Rekord keine Anerkennung finden, da diese Höchstleistung auf einer 250»Meter°Bahn erzielt wurde, nicht auf der vorschriftsmäßigen 400-Meter-Bahn. Die neuen Dereinsmeister sind: 500 Meter: Donaubauer und Hille 54,4 Sek. in totem Rennen: 150 Meter. Donaubauer 5:55,3. Damit holte sich Donaubauer zum siebenten Male den Titel. Schwedische Ringer in Süddeutschland. Eine schwedische Ringer, die in den schwedischen Ländermannschasten gegen Deutschland und Frankreich gekämpft hatten, waren am Samstagabend Gäste süddeutscher Vereine. 3n Zweibrücken trat Europameister Tuvesson bei gutem Besuch gegen verschiedene Ringer aus Zweibrücken, Pirmasens, Dudweiler und Thaleischweiler an. Gegen Goubatz (Pirmasens) erlitt der Schwede eine Schulter-Niederlage: die übrigen Kämpfe konnte er durch Schulter- oder Punktsiege für sich entscheiden 3n der Entscheidung siegte der deutsche Meister Fischer (Zweibrücken) nach 15 Minuten durch Punktentscheidung über Thuvesson. Der gleichfalls anwesende Schwede Cadier trat nicht an. In Ludwigshafen gingen die Schweden Svenson und Nilsson auf die Matte. Deutschlands Schwergewichtshosfnung Homfischer lieferte dem Schweden Nilsson einen großen Kampf und verlor knapp. Seine unerreichte Klasse stellte Europameister Svensson gegen Ehret (Ludwigshafen) und den deutschen Polizeimeister Sievert (Darmstadt) unter Beweis. Beide mußten sich Schultersiege gefallen lassen. Umrahmt waren die Kämpfe der Schweden durch ein Febergewichtsturnier und einige Boxkämpfe, die gleichfalls großen Anklang fanden. Frankfurts Sechstagefeld komplett. Mit Ausnahme einer 13. Mannschaft, die noch verpflichtet werden muß, ist das Frankfurter Sechstagefeld jetzt komplett. Das vom 3. bis 9. Februar dauernde Rennen wird von folgenden Paaren aufgenommen: S-)ön Buschenhagen, Leh- mann-Maczynsli, Sieh! Reiländer, Ehmen Rieger, Broccardo-Guimbretiere, Richli-Tieh, Rausch- Pijnenburg, Bresciani-Severgnini, Dinale-Wals, Schäfer-Altenburger, Zims-Öestreich. Kurze Sportnotizen. Rausch-Hürtgen starteten am Sonntag zum letztenmal gemeinsam beim 100-Kilometer-Mann- schasts-Rennen in Stuttgart. Sie gestalteten diesen Start auch zu einem letzten Erfolg. Den zweiten Platz besetzten Ehmer-Rieger. Im Städte -Ringkampf Stuttgart — Paris, der vor 1200 Zuschauern in Stuttgart ausgetragen wurde, siegten die Schwaben mit 10:5 Punkten. Schwäbischer S k i m e i st e r wurde Fritz G a i s e r , Baiersbronn. Im Sprunglauf erzielte der Sieger Sprünge von 40, 39,5 und 42,5 Meter. Mac Grath, die erst 17jährige australische Tennishosfnung, erzielte bei den Meisterschafts- kämpfen in Melbourne einen sensationellen 6:2-, 2:6-, 8:6-, 7:5-Siea über den Weltranglisten-Ersten Ellworth Vines, USA. Norwegen gewann den Länderkampf im Eis- Schnellaufen und damit die Revanche für Lake Placid 1932 gegen Amerika in Oslo durch Siege in allen Einzelwettbewerben^ganz überlegen. Die Stadt Saarbrücken hat jetzt beschlossen, der „wilden" Profibewegung die städtischen Plätze Ludwigspark und Kieselhumes zur Berfügung zu stellen. Damit haben Barner und Co. im Süden Fuß gefaßt. * Rapid Wien konnte im letzten Spiel auf eng» lischem Boden die zur ersten' Liga zählende Mannschaft von Leicester City vor/15 000 Zuschauern mit 3:1 (0:0) schlagen. Barwa, der' vorjährige deutsche Meister im Eis-Schnellausen, wurde wieder leicht Berliner Meister. Sechstage-Sieger inBrüssel wurde dis deutsch-holländische Mannschast Schön-Pijnen° bürg, die in der letzten Stande noch eine Bahnlänge gewinnen konnte, vor den Belgiern Charlier- Deneef. * I Die „letzten Vier" wu/den bei den deutschen Hallen-Tennismeisterschaften im Herreneinzel und Gemischten Doppel ermittelt, Die ungarische Fußballelf, die am 5. Februar in Frankfurt den Kampf gegen Süddeutschland bestreitet, siegte am Donnerstag in Bordeaux in einem Städtespiel überlegen mit 5:0. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt zeigte in der abgelaufenen Woche kein wesentlich verändertes Bild. Vereinzelt zogen die Preise leicht an, im großen und ganzen blieben sie aber unverändert, wobei das kalte Wetter, das für den Fleischabsah günstig ist, und die merklich geringeren Zufuhren von Einfluß waren. Das Geschäft war aber in Anbetracht des bevorstehenden Ultimos meist nur mittelmäßig, zum Teil sogar schleppend, so daß verschiedentlich Ueberstand verblieb. Am Rinder markt betrug der Auftrieb 1603 (gegen 1658) Stück. Rach schleppendem Geschäft blieb Ueberstand. Ochsen gaben 1 Mark nach, Dullen, Kühe und Färsen blieben unverändert. Ochsen al) 24 bis 27, a2) 21 bis 23, hl) 18 bis 20; Dullen a) 24 bis 26, b) 20 bis 23; Kühe a) 21 bis 23, b) 18 bis 20, c) 15 bis 17, d) 12 bis 14; Färsen a) 26 bis 28, b) 23 bis 25, c) 20 bis 22. Die Zufuhren bei K äck b e r n betrugen 1666 gegen 1778 Stück. Das Geschäft war bei bc- haupteten Preisen mittelmäßig. Kälber b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 22 bis 26. Am S ch a f m a r k t gestaltete sich das Geschäft in dieser Woche schlechter, so daß der Auftrieb von 479 gegen 501 Stück nur zu 1 bis 2 Mark nachgebenden Preisen geräumt werden konnte. Schafe a) 21 bis 23, b) 18 bis 20, c) 14 bis 17. .. , . Für Schweine verlief das Geschäft relativ gut, die Preise waren meist von 1 bis 2 Mark hoher. Die Beschickung von 4600 gegen 5186 Stück wurde nach mittelmäßigem Handel ausverkauft. Schweine b) 36 bis 38, c) 36 bis 39, d) 35 bis 38, c) 34 bis 37. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. An der Frankfurter Getreidebörse setzte sich Oie Abschwächung bei sehr geringem Umsatz weiter fort; das anhaltende Frostwetter blieb weiterhin ohne belebenden Einfluß, im Gegenteil, das Angebot hat sich aus verschiedenen Marktgebieten trotzdem verstärkt. Weizen war aus Rheinhessen und Unterfranken in gröhern Mengen von der Landwirtschaft ungebeten. Der Preis für Weizen ging um 4 Mark auf 198 bis 199 Mark per Tonne zurück. Am Roggenmarkt war das Angebot ebenfalls etwas größer, doch bot hier der bessere Mehlabsatz einen gewissen Ausgleich. Die Notierung schwächte sich jedoch um 1 Mark auf 162,50 Mark je Tonne ab. Braugerste und Hafer waren schleppend, lediglich beste Ausstichware fand bei den Brauereien etwas Beachtung, bei Hafer war nur bester Weißhafer mäßig gefragt. Die Preise blieben unverändert und stellen sich für die Tonne wie folgt: Braugerste 180 bis 182,50, Hafer 130 bis 135 Mark. Futter- und Industriegerste hatte ebenfalls nur sehr geringes Geschäft bei weichenden Preisen. Im Freiverkehr wurde etwa bei 170 bis 175 Mart gehandelt. Trotz ermäßigter Forderungen um 0,25 Mark verlief das Weizenmehlgeschäft sehr schleppend, während in R o g g e n m e h l der Absatz etwas gebessert war und der Preis mit 22,25 bis 23,25 per 100 Kilo in ^Nark unverändert blieb. Weizenmehl, südd. und Niederrhein., notierte je 28 bis 28,75 Mark. Am Futtermittelmarkt trat die im Hinblick auf die sinkenden Temperaturen erwartete Belebung nicht völlig ein. Die Preise zeigten verschiedentlich aber weitere Erhöhungen von 0,10 bis 0,15 Mark. Es notierten: Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 7,85 bis 8, Sojaschrot 10,30 bis 10,75, Palmkuchen 8,65 bis 8,75, Erdnußkuchen 12,25 bis 12,50, Treber 10,75 bis 10,85 Mark. Infolge des Frostwetters wurden Abschlüsse für Kartoffeln nicht bekannt. frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 28. Jan. Das scharfe Frostwetter führte in der vorigen Woche zu einer wahren Hausse. Die Neuproduktion hat sich um die Hälfte der Vorwoche verringert. England und Spanien kaufen mangels genügender Eigenproduktion'zu jedem Preis, was einer der Hauptgründe für die starke Aufwärtsbewegung der Preise, die durchweg um 1,5 bis 3 Pfennig anzogen, war. Das Geschäft war auf umfangreiche Vorkäufe des Einzelhandels ziemlich lebhaft, wurde aber gegen Ende der Woche etwas ruhiger. Bei Anhalten der starken Fröste müsse mit weiteren Erhöhungen gerechnet werden. Cs notierten in Pfennig per Stück loko Frankfurt a. M.: Bulgaren 9 bis 9,25, Jugoslawen 9 bis 9,25, Holländer 9 bis 11,5, Flandern 9,75 bis 10, ungestempelte bayerische Landeier 8,75 bis 9,5, deutsche Frischeier je nach Größe 9,5 bis 12,5. Buntes Allerlei. Rost zerstört Mllionenwerte. 2n Essen findet in diesen Tagen eine Fachschau für Bau- und Werkzeugschuh statt, die in allen Industriezweigen und bei den Behörden intensive Unterstützung findet. Diese Unterstützung wird begreiflich, wenn man hört, welche Werte durch Rost und ähnliche Einslüsse zerstört werden. Jährlich gehen nach statistischen Berechnungen in der gesamten Welt auf diese Weise lIMil- lionen Tonnen Eisen und Stahl zugrunde, die einen Wert von 1,4 Milliarden Mark darstellen. Die Deutsche Reichsbahn gibt bei normalem Verkehr zur Behebung der in ihren Verkehrsanlagen entstehenden Schäden, die auf chemische oder physikalische Angriffe zurückzuführen sind, jährlich etwa 50 Millionen Mark aus. Ein großes chemisches Werk mußte vor noch nicht langer Zeit jährlich etwa 2 Millionen Mark zur Wiederinstandsetzung von zerstörten Detonbauwerken auswenden. Oie Pferde sterben nicht aus. Der Fortschritt in der Automobilisierung und Elettrifizierung des Verkehrs hat auch in Deutschland in den Nachkriegsjahren naturnotwendig zu einer erheblichen Einschränkung der Pferde- haltung geführt, die in der Verminderung des deutschen Pferdebestandes feit 1913 um 413 700 zum Ausdruck kommt. Der Rückgang des Pferdebestandes gegenüber der Vorkriegszeit um rund 11 Prozent ist allerdings, angesichts der Entwicklung der Autohaltung nicht als übermäßig hoch zu bezeichnen, ein Zeichen dafür, daß in einer Reihe von wirtschaftlichen Unternehmungen der Pferdezufuhrbetrieb auch heute noch rentabel ist. Der Gesamtbestand an Pferden betrug int Jahre 1932 in abgerundeter Summe 3393000 Stück Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. firanirun a. 2)1. 2)eriui Schluß« für« Schiupt. Abend- börf- Schluß« turtf Schluß!. Mittag- börse .Datum 27 1. 28.1. 27.1. | 28.1. 6% Teuddie Mieldteanlefhe v. 1921 80,25 80 80,5 80 1% ehern.7% Tt.Reichsaill.v. 1929 96,4 95.75 96 95,6 Doung-Anleihe von 1930 .. 82,5 83 82,6 Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld ml' Auslos.-Rechten ........... 68,4 67,13 68,3 67,5 Sesfll. ohne Auolos.-Rechte...... 8,95 8,75 9 8,8 G% ehern. 8% Heft. Botksstaat 1929 trückzablb 102%) ......... 77,75 78,25 78,25 Lberhesjen Provinz.Anleihe mi: Auoloi.-Rechten ............ 67 — Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Serie 1 mit Ausioj.-Rechten 62,5 62,65 63 63,75 0% ehern. 8% Franks. Htiv.-Banl Goldvse. 15 untünobar bis 1935 86,5 85,9 6?',, ehern. 7% ftranlf. Hyp.-Bant Gvldpse. 1G unkündbar bis 1938 86,25 _ _ _ &'/.% ehern. 4,//’/o Franks. Hyp. Bank-Lian.-Psandbriese ..... 86,5 86,65 _ _ byt% ehern. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 87 86,75 _ _ 6% ehern. 8% Pr. Landespfand bdefanftalt, Psandbriefe >R. 19 85,5 -- 85 85,5 6% ehern. 7% Pr. Landeopsand bnefanflalt, Pfandbriefe R lf> 85 85 4% Oesterreichilche OJolbrente... — - _ — <1,20% L österreichische Silberrente 1,4 1,4 1,4 1,45 <1% Ungarische Goldrente .... —— — —- —— 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — —— — — ->'/-% desgl. von 1913 ..... —— — —— — 6% abflcft. (Holbmcrilaner von 99 6,65 6,65 6,75 — 4% Türkische Sollanleihe von 1911 5 4,9 5 5 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe Serie 1 ......... — — 5,5 3,5 4% desgl. Serie II ........... 5,5 5,4 5,55 5,4 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,9 7,1 7,1 — 4!4%RumSn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. — 10,65 10,75 10,75 5,7 5,825 5,75 5,8 3%% Anatolier............... 24 23,75 24 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a 2TL Banknoten. .vian. ui। .. »vi. oerim Hranksurt a.M. 3erlln Schluß« kurs Schwill. Abend- bchse Schlußkurs Schluß!. Mittag« börse Schlußkurs Schlugt. Abend- b»rs- Sch uß- kuro Schluß!. Mi lag« 6«rj_ Dalum 27-1. 28.1. 27.1. 28.1. Dalum 27.1. 28.1. 27-1. 28-1- Hamburg Ameiika-Patei ..... < Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 Hansa Dampsschiss........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 -21.0. für Verkehrswesen Akt. .. 0 BerlinerHandelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und DiSronto- Gesellschast................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................. 1 A.E.G......................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 5 Licht und Kraft .............6 Selten & Guilleaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unter« nehmungen .............. 4 Rheinische Elektrizität ........5 Echuckert & (So..............0 Siemens & Halske........... ' Lahmetier & Co..............10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Ellen—Köln-Reuessen.. o Äse Bergbau .............7 Ilse Bergbau Genüsse........7 filödnerroerfe ...............0 18 18 43.25 97,5 53 72,75 61,75 157,5 31 80,5 96,5 56 79 99 88 126 119,5 46,75 88 58,75 82 145 191,75 45 18,25 18,4 42,5 98 53 72,75 61,75 156 30 79 95,75 55,75 79 98.5 85.75 124,5 118,75 46,4 87 57.5 82,5 44,75 18,25 31 18,4 43 98 53,5 72,75 61,75 157,75 30,9 80 98.75 56,5 79,75 99 87,5 126 119,75 46,75 87,75 58,25 82 52,75 144,5 101,75 44,9 17,9 44 31 18,13 42,75 97,75 53,5 72,75 61,75 157 29,75 78,13 95.5 55,13 79,75 98 86,25 124 118,5 46,75 87,25 57 82 52 145 101,5 44,4 Vereinigte Stahlwerke........u Claoi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Llesteregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......k 3. (9. Farben-Jndustrie.......1 Scheideanstalt...............10 Goldschmidt ................0 Rülgerswcrke ............... 0 Melallgeicllschast.............0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Zementwerk Karlstadt.........0 Wayß & Frctftag............0 Schultheis Patzenhofer........0 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... o Bemberg...................0 Zellstoss Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsdie Linoleum ..........0 Lrenstetn L Koppel ..........0 Leonhard Tietz.............. 6 Lhade......................12 33,5 16,5 113 116 105 153 37,75 42 37,25 49,25 52 4,5 37,25 44 50,5 27,5 20.75 39,25 42 140 33,75 16,5 112 114 171 104,25 153 36,4 41,5 37.5 48,5 52 4,5 37,75 44 50.13 27,5 20 39,25 42 33,75 16,25 113 115,25 171,5 105,4 37 42,25 37,4 49,75 4,9 101,4 37,25 44,13 50,75 27,5 112,4 21,13 39 40 42,13 140 33,5 16,65 112 113 171,25 103,9 37 42 37,75 z 5 102,25 37 44,5 49,75 28,75 111,4 20,25 39 40,13 42 139,75 Mannesmann-Röhren........9 MauSselder Bergbau.........0 Lberschles. ftokrwerke.........0 Pdünlr Bergbau.............0 Rheinische Braunkohle» ...... 10 Rheinstahl..................0 60,75 25 34 187,5 73 60 25 34 186,5 71,5 61 25 69,75 34 187,13 73 59,4 25 69,9 33,9 186 71,25 Gritzner....................0 Maiukraslwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ....... t 30,5 88,5 142.5 31,5 68 1 31,65 142-25 30,5 142 27.3anuar 28.Januar Amtliche ereil' Kotierung | »rle Amtliche -Kotierung Geld Srle1 Helsingsoro. 6,294 6,306 6,294 6,306 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52,05 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,18 169,52 169,23 169,57 £r.|0....... 73,13 73,27 73,08 73,22 Kopenhagen. 71,53 71,67 69,93 70,0/ Stockholm... 77,37 77,53 77,37 77,53 London ..... 14,26 14,30 14,26 14,30 Buenos Aires - 0,858 0.862 0,858 0,862 Reu York .... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel.... 58,40 58,52 58,42 58,54 Italien..... 21,52 21.56 21,52 21,56 Paris..... 16,425 16,465 16,42 16,46 Schweiz... 81.32 81,48 81,36 81,52 Spanien.... 34,45 34,51 34,45 34,51 Danzig.... 81,90 82,06 81,90 82,06 Japan..... 0,879 0 881 0,879 0,881 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,566 Lissabon... 13,97 13,99 12,97 12,99 Äertln, 28-Januar Geld “ErleT Amerikanische Roten......... 4,20 4,22 Belgische Roten.................. 58,26 58.50 Dänische Roten .........-...... 69,56 69,84 Englische Roten ........ ........ 14,22 14,23 Iranzösische Roten--------------- 16,38 16,44 Holländische Roten ............. 168,86 169,54 Italienische Roten.............. . 21,46 21,52 Norwegische Roten ............. 72,90 73,20 Deutsch Cefterrcui 100 Schilling — Rumänische Roten ...... ......... 2,46 2,48 Schwedische Roten 77.20 77,50 Schweizer Roten. . ........... 81,18 81,50 Spanische Roten............. 34,31 34.45 Ungarische Rote»............. —