lUoniag, öU. Januar 1935 185. Jahrgang Nr. 2'> Erstes Vlatt DiedeuMeKnseimSpiegeldesAuslandes Oie Kabinettskrise in Frankreich einflussungsversuchen. zu steuern. I Reihe von emacht, als I nicht mehr anschlagen. .. Es ist durchaus möglich, daß die Verärgerung des Senates diesmal nicht wieder im Sande verlauft, sondern sich zu Forderungen und Taten verdichtet Sollte dies nicht geschehen, kann sich die akute Steife in ein chronisches Leiden verwandeln, das noch mehrere Kabinette, m mehr oder weniger rascher Folge und in der „Blüte ihres Daseins" ins Grab bringt. Der Schrei nach einer starken Führung ist dos Losungswort, das auch in Paris nicht mehr verstummen wird. Oaladiers Bemühungen. Keine großen Veränderungen. P a r i s . 30. Ian. (023. Funkspruch.) Nach einer Auslassung der „haoas" über die Regierungskrise wird D a l a d i e r aller Wahrscheinlichkeit nach e l n fast ausschließlich radikales Mini st e rium bilden, wesentlich sei, daß Daladier die Unterstützung Herr io ts erhalten habe, der viel- leicht dos Luftfahrtministerium übernehmen werde, da er den Wunsch geäußert habe, in diesem Augen- blick noch nicht als Außenminister in den Quai d'Orsay znrückzukehreu. Außenminister würde Reichskanzler a. D. von Popen wurde zum Stellvertreter des Reichskanzlers und zum Reich» rowmifsar für das Land Preußen berufen; Arelherr von Reurath wird Reichsaußeu- «luister; Staatsminister a. D. Dr. Z r i ck. M. d. 2t, Reichs- Innenminister. Generalleutnant von Blomberg Reichswehr- Minister; Graf Schwerin von Krosigk Reichsfinonz- »inisier. Geheimrat Vr. hugenberg,M d. R.. Reichs- wirt,chaftsminister und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft; Fran; S e l d t e Reichsarbeitsminister; Frei her von Elh-Rübenach Reichspost- wiuisler und Reichsverkehcsminister; Reichstagsprösident Göring Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Reichskommissar für den Luftverkehr. Göring wurde gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Innenministers betraut; Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- Klameanieigen von 70 um Breite 35 Neichspsenmg. Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Vr. Friede. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und llr denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel iämtlich >n Gieren Der Reichspräsident hat h i t l e r ; u m R e' ch * - konzler ernannt und auf dessen Vorschlag die Leichsregierung wie folgt neu gebildet: Oie Kabinetisliste. Berlin, 30. Januar. (OB. Funkfprnch.) Der Reichspräsident empfing heule vormittag Aoolf Hitler sowie den Reichskanzler v. Popen ju einer längeren Besprechung. plötzlich eine Protestabordnung des Allgemeinen Arbeiterverband es auf der Bildfläche erschien und im Namen „Seiner Majestät des Wählers" alles wieder umwarf. Die Regierungsmehrheit platzte daraufhin mit hörbarem Knall und das Ergebnis war das Ginschwenken der Sozia 11sten zur Rechtsopposition. Man muß ganz ausdrücklich feststellcn. daß Paul-Boncour letzten Endes nicht an seinen Feinden, sondern a n einen wankelmütigen Freunden von Links gescheitert ist. Angesichts der mitz- billigenden Haltung der Straße verlor auch Leon Blum jeden Geschmack an der „trockenen politischen Vernunft" und lieh die Zugel schleifen. Einen Fraktionszwang gibt es m Frankreich nicht doch war cs nur natürlich, dah die mühsam gebändigte Gruppe w.e ein Bienenschwarm aus» brach und dem Kabinett das Vertrauen ver- (Erleieriags Betiogen V,e Illustriert. (Bienenr. Fomilienblotte, Heimat mBild D,e Scholl. monatt:6eiugsprci$: •jjlit 4 Beilagen ‘BIS 1 95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterschemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt jternfnred)an(d)lüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift lür Drahtnach- nchlen 2ln;eiger ftienen Postscheckkonto: j>ronlki rt an klloi" H686. ganzen Nacht schwankte die Waagschale auf und ab und bis zur sechsten Vertra,:ensfrage hatte es fast den Anschein, a's ob das Kabinett siegreich bleiben würde. Hinter den Kulissen des Plenar- saalcs. d. h. in der Wandelhalle und m den Konferenzzimmern, tagten ununterbrochen Par- teipolitische ^Konventikel und selbst von außen her fehlte es nicht an energischen Be- GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen sei verantwortlich für den Sturz des Kabinetts Brüning und Hindenburg werde es kaum >emals vergessen, dah er Popen als Ersatz eines von Schleicher gegen ihn gerichteten politischen Angriffes habe fallen lassen müssen. „Morning Post" macht die wirtschaftlichen Schwierigkeiten für die schwankende politische Lage in Deutschland verantwortlich. -Die Amtszeit Schleichers sei zu surz gewesen, um die Entwicklung einer weitsichtigen KAchaftspolttik zu erlauben, die er vielleicht beabsichtigte. „Morning Post" bezeichnet die Lage als äußerst verworren und bezweifelt, daß Hugenberg und Hitler imstande sein werden, sich eine Mehrheit zu sichern. Times" erklärt, Schleicher sei behindert gewesen durch die populäre deutsche Vorstellung, daß ein General mit Schnelligkeit und S i ch e r - h c i t handeln muß. Er habe es nicht verhindern können, daß der Plan einer Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und Gregor Straßer vor seinem Reifwerden bekannt wurde. Eine Hitler-Regierung mit einer R e i ch s t a g s m e h r- heit sei die am wenigsten gefährliche Losung. Auch News Chronicle" hält eine Regierung mit nationalsozialistischen Ministern früher ober fpa er für unvermeidlich. „Daily Expreß dagegen glaubt an eine Diktatur Popen, die einen sozialistisch- kommunistischen Generalstreik zur Folge haben würde. Der Reichskommiffar für die Arbeitsbeschaffung Dr. (Betete wurde in seinem Amte bestätigt. Das Justizministerium bleibt vorläufig noch offen. Reichskanzler Hitler wird, wie wir hören, noch heute Verhandlung en mit dem Zentrum und der Bayerischen Volksparte, auf- nehmen. Vas neue Kabinett tritt zu seiner e r st e n Sitzung heute nachmittag 5 Uhr zusammen. Or. Lammers - Staatssekretär der Reichskanzlei. Berlin, 30. Jan. (ERB. Funkspruch.) Wie wir erfahren wird der Ministerialrat im Reich^mimste- rium des Innern, Dr. L a m m e r s , zum Staatssekretär der Reichskanzlei und der natio- nalsozialistische Reichstagsabgeordnete Funk zum > Leiter der P r e s s e a b t e l l u n g der Reichs reqierung ernannt werden. Die Ernennungen sind aus rein formalen Gründen noch nicht im Zusammenhang mit der Kabinettsbildung erfolgt, stehen aber bevor. Funk war früher führendes Mitglied der Schriftleitung der „Berliner Borsenzellung . Die Besprechung bei Hindenburg Berlin, 30. Ian. (CND.-Funkspruch ) Der Ernennung des Kabinetts ging eine gemeinsame Besprechung beim Reichspräsidenten voraus, an der vor allem Herr vonPapen, Adolf Hit« Paul-Boncour und Finanzminister CHeron muhten von Zeit zu Zeit in den Hinter- arunden verschwinden, um die Lage in der Etappe" zu prüfen und den Sozialisten gut zuzureden. Leon Blum bemühte sich im Schweiße feines Angesichts, seine Gefolgschaft bei der Stange zu halten und sie ganz sachte auf den Weg des Kompromisses zu Schon hatten die Sozialisten eine Zugeständnissen an die Legierung gemacht, _ 1 er und Geheimrat Hugenberg Teilnahmen. Die Besprechung begann in der zwölften Mit- tagsstunde: sie hatte das Ziel, einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen der Gruppen der Harzburger Front zu finden, über die heute vormittag eine Einigung noch nicht vorhanden war. Schwierige Fragen waren nach Auflassung politischer Kreise zum Beispiel die Einglie- deruna der SA., die Lösung der Preu- henfrage und die Besetzung einiger Reichsmini st erien. Vereidigung des Kabinetts Hitler. B e r l i n , 30. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat heute die durch das Reichsministergesetz vorgeschnebene Vereid.- gu nq des Reichskanzlers Adolf Hltler und der Mitglieder der neugebilbeten Regierung vorgenommen. Eine Erklärung des Zentrums. Berlin, 30. Jan. (ERB. Funkspruch.) Von feiten der Zentrumspartei wird parteiamtlich fest- aestellt, daß der Beauftragte des Reichspräsidenten, Herr vonPapen.mitihrin keiner Weise in Verhandlungen cingetreten ist, und daß auch zwischen den Nationalsozialisten und der Zentrumspartei keinerlei Verhandlungen wegen der nunmehrigen Regierungsbildung stattgefunden haben. weigerte. Nachträglich erklärte man, daß die Regierung Paul-Boncour ohnehin nur eine Verlegen heitslösung gewesen sei, doch wird es sich vermutlich Herausstellen, daß der ''Scrle9eubeiten und Uebergänge kein Ende ist. Jeder zukünftige Finanzminister muß ungefähr dort ansangen, wo Cheron aushörte und muß sich dazu noch un wesentlichen der gleichen Mittel bedienen, wie sein ebenso mutiger wie unpopulärer .Vorgänger. -Die parlamentarische Zusammensetzung ändert sich nicht, die zur Verfügung stehenden Manner bleiben di gleichen und das Defizit ändert sich nur inso ern, als es von Stunde zu Stunde anwachst. Die Millionen rollen in den Abgrund und icder Haushalt bleibt eine offenkundige Farce. wenn man die Locher in den Staatsstrümpfen nicht stopft. Chöron »st zunächst einmal „abgcwruckt.", doch es geht leider nicht um den Mann, sondern um die Sache Man wird vermullich versuchen, den Generalberichterstat ter ßamoureuj (vielleicht auch Vonnet, Professor Rist oder Flandin) für den verwaisten Posten zu gewinnen — cs ist aber kein Geheimnis, daß niemand danach lechzt, sich an den verfahrenen Finanzen das politische Genick zu brechen. Auch die Schar der Bewerber um das Amt de, Ministerpräsidenten ist so klein, wie man das in der dritten Republik noch nie erlebt hat. Vielleicht gelingt es dem Präsidenten der Republik den Führer des linken Flügels der Rabikalsozialisten, D a j lädier, zur Uebernahme der Verantworckung zu keilen", doch kann dieser Mann — nach seiner politischen Vergangenheit — eigentlich nur mit dem Linkskartell, d.h. der eben geplatzten Kombination, regieren. Es ist ihm kaum zuzu- trauen, daß er — im --inne des Staatspräsidenten und des Senats - die Wendung nach rechts findet und mit einem Kabinett der nationalen Konzentration an der parlamentarischen Oberslache auf- taucht. Im Hintergründe stehen einige Senatoren und vielleicht auch H e r r i o t und man muß allem Anschein nach mit einer langen Krise rechnen. _ Bezeichnenderweise hat der fast gleichzeitige R u ck- tritt der deutschen Regierung m Pan» zu Komentaren geführt, die °on gewissen „Parallelerscheinungen" sprechen. Besonders tn Kreisen des Senats ärgert man sich über die Haltung d" Kam mer und redet ganz offen von einem Versa aen d c s Parlamentarismus. Die Kammer habe bewiesen, daß sie ernsten Schwierigkeiten überhaupt nicht gewachsen sei und - bildlich gesprochen - wie ein Klotz die Bewegungen des staatsorganlsmus hcmmc. In diesem Zinne handele es^sich gor Nicht mehr um eine Krise der verantwortlichen poltt schen Leitung, sondern um eine Krise des Parlamentarismus, in feiner überspitzten ausgearteten Form. Wenn es nicht gelinge, die S t a a t d a u^o r 11 a t zu stärken und die Demagogie in ihre schranken zu verweisen, dann seien zum Beispiel inanzpoll- tische Fragen überhaupt nicht mehr zu losen. Selbst der parlamentarische Führer der Rechten, T a r - bleu, forbert eine Verfassungsreform unb weiß dem oppositionellen Zuzug von links, aus grundsätzlichen Erwägungen, keinen Dank, auch in der alten Republik Frankreich liegt die „Demokratie auf dem Krankenbett unb bie üblichen Heiltranklein wollen Pariser Betrachtungen. Paris. 29.San. (WTB.) Zur Regierungs» krise in Deutschland äußert sich der TemPs, der Rücktritt des Reichskanzlers v. Schleicher habe niemanden überrascht. Nichtsdestoweniger seien die Bedingungen und Umstände, unter denen die deutsche Regierungskrise sich äußere, ein Beweis für einen tiefgreifenden Wirrwarr innerhalb der deutschen Politischen Kreise. Die politischen Aussichten senseits des Rheins blieben dunkel. Fast täglich verloren die Elemente mit denen man die großen mter- nationalen Probleme nutzbringend prüfen konnte, an Einfluß. Mit welcher Reichsregierung werde man es morgen zu tun haben, und was wurden die Abkommen wert sein, die man mit ihr in Genf abschliehen könnte? — „Journal d e s Debats" benutzt den Anlaß, um seiner Einstellung entsprechend gegen Deutschland Stimmung zu machen. Deutschland sei von einem offenen verfassungsmäßigen Regime weiter ent- fernt als je. Deshalb sei es em Storungselement in Europa. Im Schatten von Berlin konnten die schlimmsten Komplotte geschmiedet werden. - I Daris Soir" schreibt uw. Die französische I Regierungskrise ist vielleicht nicht leicht zu lofcn, aber viel schwieriger ist die Lage m Berlin. Das I Blatt wirft die Frage auf, ob die Ministerkrisc in Deutschland sich nicht in eine Prasidenten- I krise umwandeln werde. Oie Meinung in England. London, 29. Ian. (TU.) Die englische Presse stellt bie Frage, ob es $ a p en gelingen wirb cm neues Kabinett mit einer ReAstagsmehrheit zu bilden, ober ob es zu einer Regierung H11 (er kommt. Die Bilbung einer Koalitionsregierung oon Zentrum, Deutschnationalen unb ^°twna soziallsten wirb zwar vom „Evemng etanbarb all, äußerst unglaubhaft bezeichnet, aber im letzten ^ugenMick fei in Deutschland alles möglich- Der iberale „Star" begrüßt es, daß Hindenburg eine Diktatur Schleicher verhindert habe und sagt. Hindenburg hat wieder einmal wie em Zeisen die beut’ - sche republikanische Verfassung verteidigt --^uter melbet, bah Schleicher d e n se Iben Met Hobe »um Opfer gefallen sei, bie er selbst g e g e n ^eine Vorgänger angeroanbt habe. Schleicher Drahtbericht unseres i.-Berichterstatters Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, 29. Januar 1933. Rach sechswöchigen finanzpolitischen Leiden ist ä ® , hinett Vau 1 - Boncour am Samstag 6 ilbr eines unsanften Todes gestorben. Die treffendste Bezeichnung wäre in diesem Falle wohl verblichen", denn die Herren aus der Re- oierungsbank - die in Pans die erste Reihe der Abgeordnetensitze einnehmen - sahennach 2Qstun- diger Dauervcrhandlung und unzähligen nerven aufreibenden Abstimmungen so bleich aus, wie eine gekalkte Wand. 3a, man hatte fast bas Gefühl dah Paul-Boncour nach der froh war, die Stätte seiner Leiden und fruchUosen rednerischen Bemühungen zu verlassen. Auch ein hart getroffener Ehrgeiz halt der körperlichen Er müdmig auf die Dauer nia-t stand. Wahrend der Italienische Blätterstimmen. Rom. 29. Ian. (ERD.) Die gleichzeitige Regierungskrise in Deutschland und in Frankreich Habet m Italien stärkste Beachtung. Man sieht darin weniger eine Regierungskrise als vielmehr eine Krise des Regimes wenn nicht sogar eine Staatskrise. Freilich seien die Ursachen des Zerfalls der demokratischen und parlamentarischen Regierungsform m Deutschland und in Frankreich grundverschieden. — „Eorriere della Sera" schreibt, das parlamentarische System biete trotz seiner vielgerühmten Elastizität keine, weitere Entwicklungsmöglichkeit. — „Stampa bedauert, daß nicht fch°n zur Zeit Bruni n g s eingesehen worden sei, daß ohne Eütler oder gar gegen ihn in Berlin nicht regiert werden könne Man habe so m Deutschland für Monate und Jahre Aufbaumoglichkelten verpaßt. um immer wieder zum gleichen Aus- gangspunkt zurückzukehren. rm, p,rlfla: BrfiblW Unw°,M.r-v°A. Gestern vormittag fand im Kaufmännischen Vereinshaus. Rvrdanlage, ein Derusswettkampf der deutschen Angestelltenjugend, durchgeführt vom Iugendbund im Gewerkschaftsbund der Angestellten, statt. Die örtliche Veranstaltung stand unter dem Protektorat von Oberbürgermeister Dr. Keller, Regierungsrat Dr. B u e s (Vorsitzender des Arbeitsamtes), Dr. Rottenbacher (Berufsberater des Arbeitsamtes). Syndikus Dr. Zeidler (Handelskammer), Berufsschullehrer A. Wehrheim, Berufsschullehrer Hei der, Vogtsche Handelsschule, während dem Reichsehrenausschuh der Reichsarbeitsminister angehörte. Die Veranstaltung, die bezweckte, die berufliche Tüchtigkeit des kaufmännischen Rachwuchses zu erproben, war von einer stattlichen Anzahl von Teilnehmern besucht. Es stellten sich dem Wett- kampf-Ausschuh 17 Jungens und 15 Mädels. Gearbeitet wurde in zwei Leistungsklassen, und zwar Klasse I für Teilnehmer aus Kontoren. Klasse II für Teilnehmer aus Ladengeschäften. Diese Leistungsklassen waren eingeteilt in Gruppen für Lehrlinge auS dem ersten, zweiten und dritten Lehrjahr. Eine weitere Leistungsklasse sah erschwerte Aufgaben für junge Angestellte vor. Die Prüfungsarbeiten waren dem praktischen Leben entnommen und dadurch eine Gleichstellung mit der beruflichen Praxis gewährleistet. Für die Erledigung der Arbeiten batte man eine Zeit von zwei Stunden zur Verfügung gestellt. Als besonders erfreuliches Ergebnis konnte festgestellt werden, daß die erste fertige Arbeit bereits innerhalb 55 Minuten abgegeben wurde. Kurz vor Schluß der Veranstaltung hatten sämtliche Teilnehmer ihre Arbeiten vollendet. Der Derufskampf wurde durch den 1. Vorsitzenden un Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ludwig Zecher, mit einer kurzen Ansprache eröffnet. in der er u. a. sagte: Berufswettkampf bedeute in schwerer Zeit eine ernste Tat. Millionen junger Menschen seien ohne eigene Schuld arbeitslos. Die Rot drohe die Kraft zu lähmen, aber man dürfe den Boden nicht unter den Füßen verlieren. Der Wille zum Leben bedeute Kampf. Als großes Ziel aber stehe vor uns: Deutschland mutz leben, und es gelte zu kämpfen für den Aufstieg unseres Volkes. Das Leben der Zukunft, das auch der persönlichen Entfaltung wieder Raum gebe, werde nicht bequem sein. Es fordere Können und Zähigkeit, Härte deS Willens und Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten. Heute gehe es um die berufliche Schulung des jungen Menschen. Die Jugendzeit müsse dazu benützt werden, sich das Rüstzeug für die Zukunft zu erringen. Die Jugend müsse mitgestalten an der Zukunft. Tüchtig im Berufe, tapfer im Leben, treu unserem Volke müsse die Losung fein. Zum Schluß dankte der 2. Vorsitzende allen Teilnehmern für ihre Mitarbeit und wies auf die Preisverteilung und Siegerverkündigung hin. Außer den von der Ortsgruppe Gießen gestifteten Preisen kamen Preise von der Gau- und Reichsleitung zur Verteilung. Taten für Montag, 3v. Januar. 1649: Hinrichtung Karls I. von England vor dem Palast Whitehall in London; — 1781: der Dichter Adalbert von Chamisso in Boncourt in der Champagne geboren; — 1889: Kronprinz Rudolf von Oesterreich in Meyerling gestorben. tiSoinvi4,icn. — Tageskalender für Montag. Verein der Freunde des Humanistischen Gymnasiums; Alter« tum-wissenschaftliche Fachschaft: 20.30 Uhr, Stuben- tenhaus, Leihgesterner Weg, Lichtbilderoortrag über „21us der Welt des spätantiken Zauberwesen". — VDA.: 20.15 Uhr, Hotel Hindenburg, Vortragsabend und Jahresversammlung. — Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein: 20 Uhr, Neue Aula, Lichtbildervortrag Paul Eipper „Meine Freundschaft mit Tieren". — Akademische Auslandstelle der Universität: 20. 15 Uhr, Hörsaal des KunstwissenschaslUchen Instituts, Vortrag über „Modern Tendencies in English Education". — Freiwillige Gotische Feuerwehr: 20 30 Uhr, bet Kamerad Dippel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Mamsell Nitouche". • ** Ein Rohrbruch in der Wasserleitung machte sich heute früh an der Ecke Schulstraße und Wagengasse bemerkbar. Dort trat im Keller eines Hauses Wasser auf, das offenbar nur von einem Schaden in dem Zuleitungsrohr herrühren konnte. Ausbrucharbeiten, die alsbald vorgenommen wurden, ergaben, daß das Wasser bereits bis unter die Asphaltdecke der Fahrbahn emporgedrungen war. Zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen wird an der Beseitigung des Schadens gearbeitet " DieHessische Aufbauschule Fried- b e r g macht im heutigen Anzeigenteil auf die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die AufbausHule aufmerksam. Die Ausbaufchule führt begabte. fleißige und gesunde Jungen, die mindestens 7 2 ahre die Volksschule besucht haben, in 6 Jahren zur Reifeprüfung. Das Reifezeugnis der Schule berechtigt zu allen akademischen Studien und zu allen Berufen, für die das Bestehen der Reifeprüfung Vorbedingung ist. Auswärtige Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen können, finden im Schülerheim der Anstalt Wohnung und Verpflegung. ** Winterfest der 1. Kompanie unseres Bataillons. Unter starker Beteiligung der Bürgerschaft veranstaltete die 1. Kompanie unseres Bataillons, die Traditions-Kompanie des Leibgarde-Inf.-Rgts. Rr. 115, am Samstagabend ihr Winterfest in den Räumen der „Liebigshöhe". Mit dem Parademarsch der „langen Kerls", schneidig wiedergegeben von der Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusik--: meister Krauhe, wurde der Abend eröffnet. Ein Vorspruch (Sprecher Feldwebel Bodenstein) schilderte die Geschichte des Leib-Jnsan- terie-Regiments während dreier Jahrhunderte und schloß mit einem hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft; der Dorspruch, in beschwingter dichterischer Form dargeboten und musikalisch, untermalt, wurde sehr beifällig ausgenommen. Sodann begrüßte der Kompanie-Chef, Hauptmann von Herff, die zahlreichen Gäste, besonders die Vertretungen der Krieger vereine, der ehemaligen Leibgardisten aus Frankfurt und aus Oberhessen sowie der Sportvereine. Er wies u. a. darauf hin, daß die Veranstaltung erneut zeige, wie stark die Gießener Bürgerschaft mit der Reichswehr verbunden sei. Das Wort „Gott. Ehre, Vaterland" gelte auch heute noch, und die Traditionskompanie werde diesen Wahlspruch in Ehren halten. Der Redner erinnerte sodann an die Reichsgründung, sprach vom Wirken Bismarks und erinnerte an den Weltkrieg, in dem Deutschland gegen eine Welt von Feinden stand und das Feldheer der Heimat die Schrecken des Krieges in den schlimmsten Auswirkungen ersparte. Das Diktat von Versailles habe die Einheit des Reiches nicht zerstören können, das Reich solle und müsse auch in Zukunft bestehen. Die Reichswehr wolle nach Kräften ihre Aufgabe erfüllen, das Vaterland zu schützen, dem Daterlande zu dienen. Mit einem dreifachen Hoch auf daS deutsche Vaterland und den Reichspräsidenten von Hindenburg, sowie mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied fand die sehr beifällig aufgenommene Ansprache ihren Abschluß. Im weiteren Verlause des Abends wartete die Gesangsabteilung der Kompanie mit einigen frisch gelungenen Liedern auf; dankbarer Beifall belohnte die Sänger. Sodann sah man noch Hebungen im Bodenturnen, die sehr gut gefielen. Zum Schluß des offiziellen Programms gelangte ein lustiges, geschickt in Versen gefügte» Theaterstück zur Aufführung. Der Rest des Abends war dem geselligen Beisammensein und Tanz gewidmet. ** Kulturfilm aus dem südlichen Eismeer. Dr. Kohl-Larsen fuhr mit Frau und Kameramann in den Jahren 1928/29 in das südliche Eismeer, um die Eisverhältnisse Süd-Georgiens zu studieren. Neben der wissenschaftlichen Arbeit hatte man es sich aber auch zur Aufgabe gemacht, einen Kulturfilm mitzubringen. Die Tierwelt am Rande des südlichen Eismeeres war dankbares Objekt für den Kameramann. Vom Walfischfänger aus verfolgt- Ml «en an ^Leben. ' ollen auf di« 9 hin. Mieten Arichz. N«t ,e Dian Spt Mit Ivurdr. Mami LÄ Md lahmen °r > bedeute Z uns: impfen der laltun» a sein, tz. bevor dem Dichter r Chain. >olf oon Verein Aller. Stuben- og über en". — isabend Verein Mlder- ch mit Uniet;. iiasiiichen indes in e Feuer, mstsver- offtraßej! ferlei. hulftrahe m Keller nur von ierrühren mommen bis unter igen war. :h an der §ried* auf die ie W führt be« die min* t haben, fezeugnis hen 6tu» Destchen iswariige n können, mng und ile un» -Beteili* I. Korn« ns-Kom* 115, am Säumen irsch der von bet jcrmulil4 eröffnet, loben* b-Insan* Hunderte Ausblick Ster nommen. Haupte Lfte.br* rrvereine, tfurt unb , Ec wies ig erneut ft mit Ser rt ,M i und die splvch in iSann an en Zis* in dem en stand den des gen er* Die ®jn* en, das bestehen- re 2luf* >en, dem reifache» nDe'E ,wie «"l lieb savd che ih^ Abends ?anie ®‘! dankbare- sah <' sehr Sut :ogrr3d) nehme das Erbe an, Harry, ich will ein Heim für arme Krüppelkinder errichten. Dann habe ich endlich einen Lebenszweck gefunden. Siehst du: jetzt freut mich das Erbe meines Großvaters doch!" Er kam langsam auf sie zu, erkannte zum so- undfovielten Male, was er sich selber zugefügt, als er Pia übersah, Pia, die heute schlank und graziös vor ihm stand, ohne den Stock, an dem sie sich jahrelang dahingeschleppt hatte — durch seine Schuld! Jetzt war er dicht bei ihr. Seine Stimme klang abgerissen, heiser: „Pia, was für Seelengröhe und Herzensgute besitzest du! Aber du bist schön, Pia, und reich! Du wirst doch sicher auch einmal heiraten? Es — wäre doch auch der richtige Weg für ein junges Mädchen. Lleberlege dir das mit dem Kinderheim gründlich. Es gehört große Entsagung dazu, sich ganz und gar für fremde Menschen aufzuopfern." Ihre Blicke ruhten ineinander. In Pias blauen Augen lag die ganze große Liebe, die sie für Harry von Achern empfand. Ohne dah sie es wuhte, offenbarte sich in diesem Augenblick ihr« Liebe dem Blick des Mannes. Er rih ihre Weißen Hände an seine heißen Lippen. „Pia, ich habe die Hölle in meiner Ehe gefunden. Warum konnte es nicht anders sein? Pia, ich liebe dich!" Hatte er es wirklich gesagt? Er fragte nicht mehr danach, was recht and unrecht war, er sah nur Pia in ihrer süßen Reinheit und dachte an seine zerrüttete Ehe. deren Riß täglich tiefer klaffte. Pia aber blickte ihn entsetzt an. Ihre Hände streckten sich abwehrend aus. „Harry, du darfst so nicht sprechen. Siehst du, wie gut es ist, dah ich jetzt weiß, wohin. Riemals kann ich nun länger unter deinem Dach bleiben. Du gehörst Edelgarde — und ich — liebe einen Mann, der mir nie etwas fein kann. So find wir Leidensgefährten." Er hörte aus dem Doppelsinn ihrer Worte heraus, dah sie einen anderen liebte, und lachte plötzlich laut heraus. „Pia, was ist die Welt für ein Rarrenhaus! Warum hängt man bloß an diesem armseligen bißchen Leben? Aber du hast recht, Pia, ich habe mir ja selbst mein häusliches Glück gegründet Was für ein Rarr bin ich doch, dah ich mein Glück nicht schätzen kann! Lind es ist gut so, dah du fort von Achern gehst. Ich kann Dir nicht zurnuten, dieses Glück noch mit anzusehen. Richt wahr, Pia, ich bin doch sehr glücklich geworden? Du kennst doch Edelgarde auch?" Wie wahnsinnig sah er aus. Seine dunklen Augen glühten sie an. Sein heiher Atem strich über sie hin. Pla wich vor ihm zurück. Sie fürchtete sich plötzlich. Dah er sie liebte, daran konnte sie nicht glauben. Er hatte nur Zuflucht bei ihr gesucht, wie wohl der stärkste Mann in einer grenzenlosen Enttäuschung Zuflucht bei einer anderen Frau sucht, die ihm Verstehen entgegenbringt. (Fortsetzung folgt.) Jetzt Kehraustage Das sollten Sie nicht versäumen, es sind wirklich verführerische Preise. Unsere modernen Sachen ob Anzug, Mantel oder Hose naben trotz oer volks ümlich niedrigen Preise: „Das gewisse Etwas *. Wenige Minuten in unseren Verkaufsräumen und Sie merkens schon. ctsa KÖHLER Herren- und Knaben-Bekleldung GIESSEN Seltersweg 17 ME Heizungsingenieur r. Bezirksarbeit gesucht mit begutachteten, stark benötigten Erzeugnissen. D.R.P. ang. u. 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Auch wenn es draußen noch so kalt und unfreundlich ist, sorgt Ihre Nase dafür, daß die Luft eines gemäßigten Klimas in Ihre Bronchien gelangt Die reichlich durchblutete Nasenschleimhaut hat nämlich die Fähigkeit, die zu kalte oder zu trockene Atemluft zu erwärmen, zu durchfeuchten und von Staub und Bakterien zu befreien. Darum soll man durch die Nase atmen. N- s Atmet man nämlich durch den Mund, so gelangt die Luft kalt, trocken und unfiltriert in Rachen und Lungen. Es entsteht jene abnorme Trockenheit des Rachens, die nicht nur lästig ist, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Mund- und Rachenschleimhäute herabsetzt und leicht zu Erkältung und Infektion führt Schnupfen, Halsentzündung, Heiserkeit, Kehlkopf-und Rachenkatarrh oder noch Ärgeres sind die Folgen. Bewahren Sie sich davor, indem Sie durch die Nase atmen und WYBERT nehmenI Wybert-Pastillen regen die Speichel- Sekretion an, wirken beruhigend und überziehen die Atemwege mit einer erfrischenden, reizmildernden und schützenden Schicht. Aus reinen Naturprodukten hergestellt, werden Wybert auch vom empfindlichsten Magen ausgezeichnet vertragen. Große Dose mit ca. 400 Wybert... 90 Pf. Kleinere Dose für die Tasche .... 45 Pf. ; Ehe qe. )ct* f2in? ta9te nicht , «n SIH tieser an. Ihr« Liehst bu, ^jemals $ Weihen. llJoe einen L 6t> sind Nm* durch °che na». 5$ “jäj j? Wr dnz ä?fS* ,Ut fremde nllle es M'ck ih^ )te ^iben tet Dvrte and lachte iarrenhauS! armselig«, i. Pia, ich ®lüd ge. .doch, daß Und es ist • 3ch kann > mik an. sehr glück- tbe auch?" ne dunklen Aem strich ächtete stch konnte sie chk bei ihr m in einer bei einer n entgegen. tihp ien gesucht. hnhofstr.17. . ttheater ießen. m»d ag.31.Jan.. -22 Ubr nstaMonn. inlicbe Preise nenlschiedcn ?[ in 3 Elften Lichtenberg. s n* 19 id n. t ! 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