Zreitag, 29. Dezember (933 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 304 Dritter Blatt Das Saus der Deutschen Rechtsftont. Das Haus Regentenstraße 4 in Berlin wird in Zukunft Sik der Deutschen Rechtsfront sein, in der alle am Rechtsleben beteiligten Personen organisatorisch zusammengefaßt sind. Napoleons „Berlins" in Berlin. !■■■■ ■U1I..JHJMUHI ........... .........................""" 4-4 « x< L ; Napoleons Reisewagen, nach dem Ort der Erfindung seiner Konstruktion „Berlins" genannt, ist jetzt im Hof des Zeughauses in der Reichshauptstadt aufgestellt worden. Der Wagen, der für die Verhältnisse vor 120 Jahren überaus schnell war, wurde in der Schlacht bei Belle Alliance samt den Orden und dem Degen Napoleons erbeutet. Die Nachkommen des Fürsten Blücher stellten das historische Erinnerungsstück dem Zeughaus zur Verfügung Aus der provinzialhaupistadt. Kirchenrat Strack t- Am Mittwochabend verstarb im Alter von nahezu 88 Jahren der Dekan und Pfarrer i. R. Kirchenrat Karl Strack in Gießen. Mit seinem Heimgang verliert unsere Stadt einen Bürger, dem in weitesten Kreisen aufrichtige Verehrung wegen seiner vielfachen Verdienste um die Allgemeinheit und wegen seines allezeit hilfsbereiten und von vorbildlicher' christlicher Nächstenliebe geleiteten Wirkens entgegengebracht wurde. Kirchenrat Karl Strack wurde am 18. Februar 1846 in Ober-Rosbach als Sohn des dortigen Pfarrers Dr. Karl Strack, der später Pfarrer in Großen- Buseck und in Lang-Göns und Dekan des Dekanats Gießen war, geboren. Seine erste pfarramtliche Verwendung fand Kirchenrat Strack in Langstadt (Starkenburg), hierauf war er in Londorf tätig. Im Jahre 1873 wurde er Pfarrer in Obbornhofen, wo er bis zum Jahre 1886 wirkte. Dann wurde er Pfarrer in Leeheim. Von 1890 ab war er Pfarrer in Leihgestern, wo er bis zu seinem lieber- tritt in den Ruhestand im Jahre 1914 eine reich- gesegnete pfarramtliche Tätigkeit entfaltete. Von 1900 bis 1912 stand er als Dekan an der Spitze des Dekanats Gießen. Bei der Wahrnehmung der Dekanatsgeschäfte kamen ihm seine hervorragende verwaltungstechnische Begabung, seine vortrefflichen Eigenschaften als Seelsorger, sowie sein edler Charakter in Verbindung mit ausrichtigem Wohlwollen und großer Herzensgüte gegenüber allen, die mit ihm in Berührung kamen, sehr zu statten Unbeschränktes Vertrauen und herzliche Zuneigung seiner Gemeinden und Amtsbrüder erleichterten ihm , überall die Erfüllung seiner mit größter Gewissenhaftigkeit wahrgeno. .menen Pflichten. Seine vielfachen Verdienste fanden im Jahre 1910 durch seine Ernennung zum Kirchenrat die nach außen hin bekundete Anerkennung seiner oorgefehten Behörde. Als herzensguter und treuer Mensch, der seinen Nächsten stets mit gutem Rat und selbstloser Tat behilflich war, beschränkte er fein Wirken nicht nur auf die Geschäfte des Pfarramts, sondern er war darüber hinaus auch in wirtschaftlichen und sozialen Fragen eifrig um seine Gemeinden bemüht. Bis in die jüngste Zeit hinein bekundete sich das Vertrauen, das er sich auch in seinem letzten pfarramtlichen Wir- kungsorte Leihgestern erworben hatte, noch häufig darin, daß er von seinen Leihaesterner Gemeinde- angehörigen als gewissenhafter Berater in Anspruch genommen wurde Seine soziale Hilfsbereitschaft entfaltete er auch während seines Ruhestandes in reger Weile zum Besten vieler Mitbürger in Stadt und Land. In jahrelanger Tätigkeit stellte er als Mitglied der Kreisschulkommission, als Vorstandsmit- alied der Bezirkssparkasse Gießen, als Rechner des Oberhessischen Vereins für Innere Mission und als Vorsitzender des Vereins Oberhessisches Damenheim in Gießen seine Kraft uneigennützig und vorbildlich in den Dienst der Allgemeinheit. Seine Gießener Burschenschaft Germania zeichnete ihn schon vor vielen Jahren durch die Ernennung zum Ehrenmitglied aus. Von schwerem Leid wurde der von bestem nationalen Geist erfüllte Mann während des Weltkrieges heimgesucht. Zwei Söhne und ein Schwiegersohn wurden ihm als Opfer des Krieges entrissen Trotz dieser schweren Schicksalsschläge lebte er ungebeugt und allezeit tatbereit der Erfüllung seiner Pflichten zum Besten feiner deutschen Volksgenossen weiter Mit reger Anteilnahme stand er namentlich auch noch im hohen Alter im kirchlichen Leben unserer Gemeinde und der hessischen Evangelischen Landeskirche, wie er auch auf außerkirchlichem Gebiet stets ein tatfroher und opferbereiter Volksgenosse blieb. Dabei war der ehrwürdige Mann, der durch sein wallendes weißes Haar eine charakteristische Erschei- nung im Straßenbild unserer Stadt war, stets von herzlicher Freundlichkeit und vorbildlicher Bescheidenheit des Wesens erfüllt, die ihm neben seinen Werken viele weitere Freunde und Verehrer gewannen. Das Andenken an den nach reich gesegnetem Wirken in die Ewigkeit abberufenen Seelsorger wird in Gießen und in seinen früheren Wirkungsorten für immer in besten Ehren fortleben. Veränderungen in der medizinischen Fakultät der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Wegen Erreichens der Altersgrenze mußten in den letzten Monaten nicht weniger als fünf Lehrstühle neu besetzt werden. Die Chirurgie vertritt jetzt Professor Dr. A. Fischer, geb. 1892 in Berlin, zuletzt a. o. Professor in Frankfurt. Er ist vor allem durch seine Arbeiten über die Chirurgie der Bauchorgane, sowie über Unsallverletzungen bekannt. Der neue Direktor der Medizinischen Klinik ist Professor Dr. H. B o h n e n f a m p , geb. 1892 in Windischholzhausen bei Erfurt, zuletzt a. o Professor für physikalische Therapie und pathologische Physiologie in Würzburg, der sich durch physikalisch und mathematisch begründete Arbeiten über den Stoffwechselumsatz des Gesamtkörpers, insbesondere des Herzens, ausgezeichnet hat. Die Kinderklinik hat Professor Dr. WI. Duken übernommen, geb 1889 in Brake in Oldenburg, zuletzt a. o. Professor in Jena; er hat sich vor allem mit den Fragen der kindlichen Tuberkulose beschäftigt, hat in Jena mit felbftgemorbcnen Mitteln eine vorbildliche Kindertuberkulose-Klinik Die Beisetzung der Todesopfer von Lagny. , . , ........——. .................iniiiiiiiwmnuwiuw»n»iuuu»n»>»1 '■W'j'-.UWz j-z- 1. - In der Empfangshalle des Pariser Ostbahnhofs fand in Gegenwart des Präsidenten der Republik eine ergreifende Trauerfeier für die am Weihnachtsvorabend so furchtbar ums Leben gekommenen Opfer der Eifenbahnkatastrophe von Lagny statt. gegründet, hat sich außerdem auf dem Gebiete der Jugend- und Gefundheitsfürforge große Verdienste erworben. Er war zuletzt Leiter der Neuorganisation der Erwachsenenbildung in Thüringen und hat jetzt die Leitung des Lehramts für politische Er- ziehung in Gießen übernommen. In die Psychiatrische Klinik ist Professor Dr. H. Hoffmann eingezogen, geb. 1892 zu Leer (Ostsriesland), zuletzt a. o. Professor in Tübingen. Er beschäftigte sich vorzugsweise auf dem Gebiet der Dererbungsforfchung und Konstitutions- lehre. Seine Untersuchungen über die Nachkommenschaft von Geisteskranken sind grundlegend für die Sterilisationsgesetzgebung. Endlich hat auch die Anatomie in Professor Dr. H. Becher, geb. 1896 in Remscheid, einen neuen Leiter gefunden, der schon bisher als Pro- feftor in Gießen tätig war. Seine Arbeiten über Entwicklungsgeschichte und Feinbau des Körpers zeigen das Bestreben, die allgemein-biologischen Zusammenhänge zu erfassen und die praktisch-medizinische Verwertbarkeit anatomischer Befunde herauszuheben. Die genannten jungen Lehrkräfte, zusammen mit den altbewährten Lehrern der anderen medizinischen Fächer, sowie der jetzt eingeführte neue Lehrplan für das medizinische Studium lassen hoffen, daß Gießen seinen guten Ruf als Lehrstätte der Heilkunde auch im neuen Deutschland bewahren und festigen kann. Am Neujahrstag Flagaen heraus' Nach altern Brauch setzen am Neujahrstag erstmalig wieder sämtliche Behörden die Flaggen. Die Bevölkerung wird aufgeforbert, sich dem Vorgehen der Behörden anzuschließen. Oer Umtausch von Weihnachtsgeschenken Es ist eine bekannte Tatsache, daß nach den Weihnachtsfeiertagen in den Ladengeschäften reger Umtauschbetrieb einsetzt, der für die Geschäftsinhaber so- wohl wie für das Publikum viel Aerger im Gefolge hat, der sich ober bei gutem Willen und Loyalität sehr wohl reibungslos abwickeln könnte Die meisten Weihnachtseinkäufe dienen nun einmal Gefchenk- zwecken, und der Geschenkgeber kann nicht immer wissen, ob er gerade das Richtige getroffen hat, ober ob der Beschenkte nicht von anderer Seite den gleichen Gegenstand in mehreren Exemplaren erhalten hat. Die Rechtslage beim Umtauschgeschäft ist wenig klar Das Bürgerliche Gesetzbuch schweigt, soweit es sich um den Umtausch nicht zusagender Waren handelt. Hat der Käufer erklärt, er kaufe nur zu Geschenkzwecken und Überlasse die enbgültige Wahl dem Beschenkten, so hat dieser das Recht zum Umtausch Rennen die Geschäfte selbst eine Frist zum Umtausch, so erlischt nach Ablauf dieser Frist das Recht zum Umtausch Das Publikum muß sich damit abfinden, daß der Umtausch nur immer gegen Ware erfolgen kann, und darf dem Einzelhändler nicht zu- muten, daß er das Geld herausbezahlt, ober eine etwaige Preisbifferenz in bgr zurückgibt Würbe ber Geschäftsmann von biesem Grundsätze obweichen, dann könnte er es erleben, daß der Kunde ein paar Wochen wartet und sich den betreffenden Gegen stand im Inventur-Ausverkauf zu ermäßigtem Preise zulegt, wodurch der Ertrgg des mühevollen Weihnachtsgeschäftes eine Minderung erleiden würde. Derselbe Fall würde eintreten, wenn der Verkäufer Gutscheine für zurückgegebene Ware ausftellen würde. Man verüble es ihm daher nicht, wenn er auch das ablehnt, und vermeide es besser überhaupt, an ihn derartige Zumutungen zu stellen. Beide Teile werden am besten fahren, wenn sie auch auf diesem Gebiete dem Grundsatz huldigen: leben und leben lassen! Oer Christbaum als Futterbaum. Wenn der Christbaum ins neue Jahr geleuchtet hat, wird er nach altem Brauch abgeschmückt. Er sollte bann nicht, wie es wohl meist ber Fall ist, im Hofe ober im Schuppen hinbernb Herumliegen, son- bern beni Vogelschutz bienftbar gemacht werden. Leicht läßt er sich zu einem Futterbaum Herrichten. Er ist bann bie Nachbildung eines von Jnsekteneiern unb »laroen bichtbesetzten Nabelbaumes und wirb von allen Insekten- unb förnerfrcffenben Winter- oögeln gern angenommen. Der Christbaum wirb zu biesem Zweck im (Barten in ben Baben eingegraben, ober bei starkem Frost zwischen Steinen befestigt. Dabei ist zu beachten, baß sich Katzen unb anberes Raubzeug an Iben Baum nicht anschleichen können. Nun erhitzt man in einem Gefäß ein Kilogramm Fett, am besten halb unb halb Rinber- unb Hammeltalg. Pserbetalg sollte trotz seiner Billigkeit keine Ver- roenbung finben, ba er zu sehr erhärtet unb deshalb von ben Vögeln nicht abgepickt werben kann. In bie flüssige Masse schütte man 200 Gramm Hanf, 100 Gramm Mohn, 200 Gramm Hafer, baoon bis Hälfte gequetscht, je 50 Gramm Sonnenblumen- ferne, getrocknete Holunderbeeren unb zerkleinert« Nußschenkel, rühre gut durcheinander unb bringe bie Mischung in möglichst heißem Zustanbe löffelweise auf bie Aeste ber Tanne. Dabei muß eine Hilfskraft zugegen fein, um bas ablaufenbe Fett aufzufangen. Wer sich bie einzelnen Bestanbteile bet Futtermifchung nicht beschaffen kann, nehme nut Hans. Entgegen früherer Vorschrift sollen bie Ge> wichtsmengen von Fett unb Zugaben ziemlich gleich sein. Der Talg soll bie Körnermischung nur zusam- menhalten. Auch einzelne Fichtenzweige lassen sich so zu einer natürlichen Futterquelle bereiten unb bieten, an bem Fenster befestigt, reichliche Gelegen, heil zu interessanten vogelkunblichen Beobachtungen. Blau- unb Kohlmeisen, Kleiber, Baumläufer, Gold- hähnchen, Specht, Finken unb Ammern finben sich bald am gedeckten Tisch ein, unb hier kann man auch ben seltensten unb schönsten Zugvogel unserer Heimat, ben Seibenschwanz, ab unb zu zu Gesicht bekommen. Winb, Regen unb Schneefall können d»m Futterbaum nicht nachteilig werben, bagegen versagt er, wenn Rauhreif ober Glatteis eintritt. Deshalb sollten auch noch wettersichere Futterhölzer und Meisenglöckchen aufgehängt werben. Ganz kleine Fichtchen befestige man nach bem Uebergießen am Gartenpfosten, ober am Fensterbrett. Suchen wir so bie Winternot ber gefieberten Sängerfchar zu linbern, fo. wirb uns biefe im kämmenden Frühjahr und Sommer um fo mehr mit ihren lieblichen Weifen erfreuen. Dank für Weihnachtsfreude. Aus ben Kreisen ber Sozialrentnerinnen ber Stabt Gießen geht uns ein Brief zu, in bem ber Dank für bie ben Sozialrentnerinnen bereitete, Weihnachtsfreude zum Ausdruck gebracht wird. Es heißt in bem Schreiben u. a.: „Allen, bie sich am Werke ber Winterhilfe für uns beteiligten, fei es bie Kreisleitung, bie SA. ober bie Bürgerschaft unserer Stabt, bie sich für uns bemühten, um uns eine Weihnachtsfreude zu bereiten, fei herzlichster Dank gesagt. Dank sei aber auch unserem großen Führer Adolf Hitler gesagt, ber bies große Hilfswerk ins Leben rief." Oer Sudwestfunk itn Dienst des Winterhilfswerks. Der Südwestfunk wirb in ben fommenben Wochen jeweils Frcitagabenbs um 22.30 Uhr Kurzvorträge bringen, bie sich mit bem Winterhilfswerk befassen. In ber Reihe biefer Kurzvorträge spricht zunächst am heutigen Freitag, 29. Dezember, um 22.30 Uhr ber Leiter ber Landesstelle Hessen-Nassau bes Ministeriums für Volksausklärung unb Propaganda, (Baupronaganbaleiter Müller-Scheib t, über „Das Winterhilfswerk als Ausbruck völkischer Ka- merabschaft." Oer Postdienst um die Jahreswende. Das Postamt Gießen gibt für bie Tage ber Jahreswenbe bie Regelung bes Postdienstes wie folgt bekannt. Der Schalterbien st wirb am Sonntag, 31. Dezember (Silvester), wie auch am Neujahrstag wie an Sonntagen gehanbhabt. Ain Sonntag wirb beim Zweigpostamt Neuen Bäue währenb ber Zeit von 9 bis 13 Uhr zum Frei- Markenverkauf offengehalten. Die Briefkastenleerung erfolgt am Sonntag wie an Werktagen, am Neujahrstag wie an Sonntagen. Die Orts - Briefzustellung geschieht am Silvestertag wie werktags (zweimal), am Montag mit einer Zustellung, notfalls mit einer weiteren Zustellung. Die Orts-Gelbzu st ellung (ohne Postaufträge) wirb am Sonntag wie an Werktagen gehanbhabt, am Neujahrstage fällt die Zustellung aus. Eine Paket-Zustellung am O r t erfolgt nur am Sonntag in ber Zeit von 8.30 bis 13 Uhr. Die Landzustellung erfolgt an Silvester wie an Werktagen (ohne Poftaufträge) unb am Neujahrstage mit einer Briefzustellung nach allen ßanborten. Verzollungen sind währenb der beiden Tage nicht möglich. „Profit 1934!" itn Stadttheater. Aus bem Stabttljcatcrbureau wird uns geschrieben: Für die letzten Stunden des Jahres 1933 hat auch ber Spiel plan bes Stabttheatcrs eine befonbere Note angenommen. Unter dem Motto: „Prosit 1934!" bereitet bie Sntenbaiu für alle Theaterfreunde, die mit Humor unb Laune und in luftigster Stimmung vom alten Jahre Abschied nehmen und als Lebensoptimisten das neue Jahr 1934 begrüßen wollen, einen großen bunten Abend vor. aussrau kauft nur t! Die deu Der wohlsahrlszuschlag der Richord-lvagner- wohlfahrtsbrlesmarken ist zum Vesten unserer Metro* steu im Volke bestimmt. Darum fördere ein jeder die Verwendung der Marken! 2ln diesem Reigen abwechslungsreicher Darbietungen beteiligt sich fast das gesamte Personal des stabt« theaters unter der Leitung von Paul Nieren, Kapellmeister Fritz C u j t und Ballettmeister Theo B ä u l k e. Im Rahmen der Darbietungen sei nur erwähnt, daß eine kabarettistische Kurzweil aufgezogen wird, die die beste Grundlage einer fröhlichen Silvester- und Neujahrsstimmuna Platz schafft. Es kann daher kaum noch Zweifel herrschen, wie und wo man die vorletzten Stunden des alten Jahres zu verbringen beabsichtigt. Die beste Vorbereitung von 20 bis 22.30 Uhr im Stadttheater Gießen. Kleine Preise von 0,50 bis 2,50 Mark. Deutsches Obst, deutsches Gemüse! Belgische, Burgunder und spanische Weintrauben Pfirsiche, Birnen und Aepfel aus Amerika und Au« stralien, aus Paris und Brüssel, Zwetschen aus Serbien, Apfelsinen und Orangen, Datteln, Bananen und Feigen aus Italien und Spanien, aus Klein- Sten und Nordafrika, zierlich ausgestellt in den chausenstern, laden verlockend zum Kauf ein. Ebenso bietet man schon in den ersten Monaten des Jahres Kartoffeln aus Malta, Kopfsalat aus Südfrankreich, Blumenkohl aus Holland usw. an. Und obgleich es schon seit Jahren heißt: „Wir wollen deutsches Obst und Gemüse, weil es deutsch ist und von deutschen Züchtern stammt, weil der Ertrag der deutschen Landwirtschaft und dem deutschen Nationalvermögen zugute kommt", so werden die fremden Waren immer noch gekauft. Es muß allenthalben heißen: Fort mit dem welschen Zeug, fort mit den Produkten der uns feindlich gesinnten Völker Unsere deutschen Produkte sind haltbarer, kerniger, wohlschmeckender, aromatischer, kräftiger und gesünder. Vorgegoukelt hat man uns die bessere Qualität, das schönere Aussehen der fremden Waren, und oer- leumdet hat man die gute Beschaffenheit des deutschen Obstes. Sind nicht die deutschen Weintrauben besser als die ausländischen: geht ein Wein über deutschen Rhein-, Mosel- oder Main-Wein?, ein Apfel, eine Banane oder Apfelsine des Auslandes über das Aroma und den gefunden Säuregehalt eines deut- fchen Apfels? Dem deutschen Volk fortan nur beutdeutsches Gemüse, wenn sie auch mit den ersten Frühsorten einige Zeit länger warten muß, 8e hat ja für die an Frischgemüsen arme Zeit ihre onserven (Bohnen, Spargel usw.), und unsere Gärtner liefern heute ihre Erzeugnisse auch schon früh genug auf den Markt. Ebenso geht es mit den Blumen. Wenn das deutsche Volk in dem Verlangen nach deutschen Erzeugnissen einig ist, dann müssen sich die Händler und Züchter nach der Stimme des Volkes richten und dem Geschmack und Begehr des Volkes Rechnung tragen. Weihnachtliche Veranstaltung des Bundes Königin Luise. Unter starker Beteiligung fand gestern im Saale des Stahlhelmheimes eine weihnachtliche Veranstaltung der Ortsgruppe Gießen des Bundes Koni- flin Luise statt, deren erster Teil am Nachmittag nsbesondere den Kindern gewidmet war. Ein gemeinsames Lied der Kinder leitete die Feier em. Ein Vorfpruch, von einem kleinen Mädchen vor- getragen, ging der Begrüßung durch Frl. W e b e«r voraus, die gleichzeitig allen denen dankte, die durch Spenden und eifrige Mitarbeit die Veranstaltung unterstützten. Nachdem Frau Appel ein Weihnachtslied gelungen hatte (am Klavier: Frau Del- bermann), und die Kinder mit Kaffee und Gebäck bewirtet worden waren, gelangte ein Lichtertanz zur Aufführung, der von etwa 60 kleinen kerzeniragenden Kindern ausgeführt wurde. Die Kleinen waren mit allem Ernst bei der Sache. Im Anschluß daran folgte die Verpflichtung der „Korn- blürochen", die nach entsprechender Probezeit auf- Senommen wurden. Nachdem Frl. Weber die liädchen in ernsten, mahnenden Worten auf die Pflichten aufmerksam gemacht hatte, die die „Korn- blümchen" zu erfüllen haben (Treue und Gehorsam dem Bunde gegenüber, Liebe und Folgsamkeit im Elternhause, gutes Benehmen in der Oessentlichkeit usw ), wurde den Mädcben das kleine Bdndes- adzeichen des Königin-Luise-Bundes überreicht. Ein von den Neuverpslichleten gelungener Vers eines Bundesliedes beschloß den feierlichen Akt. Nach einer Pause wurde bann noch ber von Mitgliebern des Bundes gestiftete und mit dem Zeichen des Bundes prächtig gestickte Wimpel überreicht. Die weiteren Stunden des Abends waren den Erwachsenen gewidmet, die sich inzwischen zahlreich eingefunden hatten. Die stellvertretende Führerin, Frau Rath, begrüßte die Mitglieder und die Gäste und schilderte in einer Ansprache die Gegenwart mit rückhaltloser Bejahung, kennzeichnete gleichzeitig die Aufgaben der Mitglieder des Bundes, stellte die von den Männern im Kamps um die Freiheit des Vaterlandes gebrachten Opfer als Vorbild bar und schloß mit einem Treuegelöbnis zum Vaterland und seinen Führern Das gemeinsame Lied „O du fröhliche" leitete über zu einem kleinen Tanzspiel „Zwcraenfpuk", das, rote auch ber vorhergegongene Lichtertanz, von den Damen B i ck e l h a u p t und De Ibermann mit viel Liebe einstudiert und von den Kindern in prächtiger Weise aufgefübrt wurde. $rau Appel trug durch weitere gesangliche Darbietungen zur Verschönerung des Abends bei. Ein kleines schelmisches Tanzduett wurde mit großem Beifall ausgenommen und mußte wiederholt werden. Nachdem eine Verlosung die Teilnehmer noch enige Zeit in Atem gehalten hatte, wurde die Feier durch eine kurze Schluhansprache der stellvertretenden Führerin mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg, auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und das deutsche Vaterland geschlossen. Eine Ccbrifl über den Arbeitsdienst Vom Gauoresseamt wird mitgeteilt: Die vielfachen schriftlichen Anfragen über den Arbeitsdienst haben dahin geführt, daß eine kleine Schritt verfaßt worben ist, bie unter dem Titel: „D a s i st M r b e l lebte n ft — was soll er" erscheint Ihr Verfasser ist ber Leiter des Ausklärungs- und Picsseamts beim Staatssekretär für den Arbeitsdienst Die Schrift ist also von dem zuständigen Sad)(' -rbe Iieschrieben Der Öffentlichkeit wird empföhle, sich n dieser Schrift über den Arbeitsdienst zu .■ n fieren. Taten für Freitag, 29. Dezember. 1832: Der Buchhändler Johann Friedrich Freiherr Cotta o. Cottendorf in Stuttgart geft. (geb. 1764). — 1836: Der Afrikareifende Georg Schwein- Sin Riga geb. (geft 1925). — 1926: Der Dichter er Maria Rilke in Paris geft (geb. 1875). ‘-Kornoiwcii. — Tageskalender für Freitag: Stabt- theater, 19.30 bis 22.30 Uhr, „Anneliese von Dessau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Zarewitsch". — Lstoria - Lichtspiele, Seltersweg: „Der weiße Adler". — Damen-Vereinigung 1884/1934 20 Uhr, „Thüringer Hof", Hammstraße 7,'Besprechung. — Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr — nicht wie irrtümlich anaegeben 20 Uhr — als 12. Vorstellung im Freitag-Abonnement die (Erfolgs-Operette „Anne- liefe von Dessau" von Kehler-Winterberg. Spielleitung: Heinrich Hub; musikalische Leitung: Ka- pellmeister Fritz Cujä: Dperettenpreife. Ende: 22.30 Uhr. — Samstag, 30. Dezember, von 15 bis 17.30 Uhr das luftige Märchenspiel mit Gesang und Tanz: „Schneeweißchen und Rosenrot" von Hermann Steiler. Leitung: Karl Volck, Franz K e r z i s n i k, Hannah Spohr. Kleine Preise von 0,30 bis 1,50 Mark. *• Die „Heiligen zwöl s Nächt e". Seit uralter Zeit spielen die zwölf Nächte eine wichtige Rolle für die Zukunft. Sie beginnen am 25. De- Aerober und dauern bis zum 6. Januar. Nach dem überkommenen Glauben des Volkes hat jede Nacht ihre Vorbedeutung für den entsprechenden Monat eines Jahres. Was man danach in den zwölf Nächten träumt, geht in Erfüllung und trifft mit dem betreffenden Monat ein. Jeder Tag ist an sich wieder eine Vorbedeutung für das Wetter in den einzelnen Monaten des folgenden Jahres. Je eifriger der „wilde Jäger" jagt, desto fruchtbarer soll das kommende Iayr werden, und je länger die Eiszapfen werden, desto länger auch der Flachs. In den zwölf Nächten sollen die bisherigen häuslichen Arbeiten ruhen, denn es ist heilige Zeit. Weder Wagenrad noch Spinnrad sollen sich um- drehen, es darf auch nicht gewaschen, gebacken, nicht geputzt und gefegt werden, sonst kommt Unheil ins Haus. Den Gipfelpunkt der zwölf Nächte bildet der Silvesterlag, den Abschluß der Drei- königstag. Von da ab geht das Jahr auswärts, der Tag wächst zunächst um einen Hahnenschrei, dann um einen Männerschritt und zuletzt —Ende Januar — um eine ganze Stunde. ** Das Jahr 1934 ist ein Gemeinjahr, es zählt also 365 Tage. Es beginnt und endet mit einem Montag. Was die christlichen Feste betrifft, fo fällt Fastnacht auf den 13. Februar, Ostern auf den 1. April und Pfingsten auf den 20. Mai. In vielen neuen Kalendern find auch schon die nationalen Festtage, der Festtag der Arbeit und der Deutsche Erntedanktag, eingetragen. Das Jahr 1934 wird der Erde insaefamt zwei Sonnen« und zwei Mondfinsternisse bringen, von denen in Mitteleuropa allerdings nur die erste teilweise Mondfinsternis am 30. Januar gesehen werden kann; Denn die bann am 13./14. Februar folgende totale Sonnenfinsternis ist nur auf der östlichen Erdhälfte sichtbar, die am 26. Juli stattfindende teilweise Mondfinsternis ist nur in südlichen Breiten zu beobachten, und die ringförmige Sonnenfinsternis des 10. August ist in erster Linie eine Angelegenheit für Südafrika. Rechnen mir zu den Finsternissen auch noch die Sternbedeckungen durch den Mond, so sind hier eine Venusbedeckung am 10. April und dieselbe Erscheinung für Merkur am 14. Juni zu erwähnen, von denen allerdings nur die Venusbedeckung in Süddeutschland sichtbar fein wird. Das Siebengestirn (Plejaden) wird während des Jahres am 16. April, 31. August und 24. Oktober bedeckt. ** (Ein Siebzigjähriger. Der Maler- und Weibbindermeister Pyil. Wagner, Licher Straße 13, kann am heutigen Freitag in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar geht noch heute seinem Berufe nach. Er ist seit 40 Jahren selbständiger Handwerksmeister und ebenfalls seit 40 Jahren treuer Leser des „Gießener Anzeigers". ** Gin Fünfziger. Von der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung werden wir um die Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Dieser Tage beging der hiesige Kunst- und Afrika-Maler Wilhelm Stephan, Darorostraße 24, feinen 50. Geburtstag. Als alter Afrikaner nahm er von 1904 bis 1908 an dem Herero- und Hottentotten-Auf- stand in Sübroeftafrifa und an den entscheidendsten Gefechten teil. 1905 erhielt er für einen besonderen Patrouillenritt, bei dem er zusammen mit drei Gin- geborenen 260 Kilometer zurücklegte, um seine Kameraden vor dem Tode des Verdurstens zu retten, das Militär-Ehrenzcichen am schwarz-weißen Band und die hessische Tapferkeitsroedaille. Später lernte er bei der Vermessung des Landes das Gebiet vom Oranje bis Kunene fenn°n. Als Mitglied ber Vereinigung für koloniale Wiebergewinnung hat er — so wirb in ber Zuschrift weiter erklärt — in ber Deftentlichkeit durch Vorträge für den kolonialen G"danken geworben B°sonders seine ©lei- bergbilber, sowie feine afrikanischen Gemälde sind der Bevölkerung Gießens und darüber hinaus bekannt. ** Städtische Drennholzversl eigerungen ttnden am Dienstag, Donnerstag und Freitag nächster Woche statt Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hmgeroiefen. •* Die Papierwarengeschäste sind am Sonnlaa geschlossen Die Ortsgruppe Gie- ßen des Reichsbundes deutscher Panier- und Schreib- roarenhänbter macht im heutigen Anzeigenteil herauf aufmerksam, daß die Pavierwarenaeschäfte am Sonntag, 31. Dezember, geschlosien sind. Gs empfehle sich deshalb, sich mit Neujahrskarten. Scherz- ortikeln ufro. vorher zu versorgen Aus die Anzeige sei b-sond'rs aufmerffam gemacht Weihnachtsgratifikation bei B ä n- ninger GmbH Wie uns aus Kneifen der Belegschaft der Firma Bänninger GmbH, mitgeteilt wird, wurde den Arbeitern und Angestellten dieser Firma aus Anlaß des Weihnachtsfestes eine Gratifikation gewährt. “ Bewerbungen um Einstellung bei ber hessischen Landespolizei vorläufig zwecklos. Das Staatspresiearot teilt mit: G« liegt Z Zt eine derart große Zahl von Bew-rbungs- gesuchen um Einstellung in die Landesposizei vor, daß weitere Bewerbungen in nächster Zeil keine Berücksichtigung finden können. Die Einstellungen In die Lanbesvollzei erfolgen zum 1 April und 1 Oktober eines jeden Jahres. Zu geeianeter Zeit wird in ber Prelle bekanntgegeben werben, wann Be. werbungsgefuche roieber angenommen werden kön- I neu unb in welchem llmfonoe die Einstellung er» I ’olgt- Für diesen Fall sind künftig alle B werbunas- • gesuche an die Landespolizeischule Darmstadt, Holz- Hofallee 36, zu richten. Es wird ausdrücklich darauf hinaewiesen, daß die Einstellungen nicht in der Reihenfolge des Einganges der Gesuche erfolgen, lonbern einzig und allein nach der Geeignetheit. !B?barf an Bewerbern mit höherer Schulbildung (Abiturienten) ist auf längere Zeil gedeckt, so daß auch hinsichtlich dieser Einstellung weitere Anforderung in der Presse abzuwarten wäre. * Der Mandolinen - und Guitarren- Verein „Neapolita" Gießen wird unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Hans Sonntag, am Montag, 1. Januar, von 16 bis 18 Uhr bei dem Nachrolttagskonzert im Südwestdeutschen Rundfunk, Frankfurt a. M. mitroirfen. ** Weihnachtsfeier in der Herberge zur Heimat. Am Heiligen Abend wurde den in ber Herberge zur Heimat eingekehrten Wanderern eine Weihnachtsfeier bereitet, bie allen Teilnehmern Freude machte. Dank der Opsenvilligkett der Gieße« ner Bürgerschaft war es möglich, daß die Heimatlosen auch in diesem Jahre wieder reichlich beschenkt und gut verpflegt werden konnten. yjausoater Loh hielt eine kurze Ansprache, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß allen Arbeitsfähigen recht bald wieder Gelegenheit gegeben sein möchte, in geordnete Verhältnisse zu kommen und sich durch her Hande regelmäßige Arbeit ihren Unterhalt zu verdienen. Wenn es bann auch noch möglich sei, bie alteren und arbeitsunfähigen heimatlosen Wanderer in entsprechenden Heimen unterzubringen, dann könne bie Innere Mission dies« Aufgabe der Betreuungsarbeit als erledigt ansehen. Obecheffen. Landkreis (Htetzen * W i e s e ck, 28. Dez. Nach oorausgegangener Hauptprobe des Märchenspiels „Peterchens Glücks- sahrt" in 3 Bildern, das am ersten Feiertag nachmittags im Draunschen Saale für die Jugend gegeben wurde, fand am gleichen Abend die Weihnachtsfeier des Turnvereins 1862 e. V. W i c f e ck im Dereinslokal statt. Schon por Beginn der Veranstaltung war der Saal dicht beseht. Die Gesangs-Abteilung des Turnvereins, unter Leitung ihres bewährten Chormeisters Etz e l m ü (l e r (Rödgen), eröffnete den Abend mit den beiden vorzüalich zu Gehör gebrachten Chören „Gebet" (aus: Dem Nachtlager von Granada) und „Weihnachtsglocken". Als Einlage wurden durch die beiden Schüler Gebr. Lotz zwei passende Weisen auf der Violine vor- getragen, die beifällig ausgenommen wurden. Die bann folgenben Singspiele und Volkstänze, sowie das im Mittelpunkt steheside Singspiel „Peterchens Glücksfahrt" (wobei insgesamt 50 Schülerinnen mit- wirkten) gefielen besonders gut und fanden reichen Beifall. Den Herren Lehrer H e Iler und Frauen- turnroart Reeh, bie bie Einschulung der nicht leichten Aufführungen übernommen hatten, gebührt für das gute Gelingen volle Anerkennung. Jugendturner Alfred Goebel trug (wie schon des öfteren) in geschickter Form einen sehr schönen Prolog „Deutsche Weihnachten 1933" vor, worauf der Ber» einsführer D a u p e r t eine fesselnde, dem Abend gewidmete Ansprache hielt. Zum Schluß seiner Ausführungen konnte er noch einige Ehrungen vor. nehmen. Gr überreichte zunächst dem Männertum- wart Bettln (ber in Stuttgart den 33. Sieg errang) eine Ehren-Urkunde und streifte nochmals die hohen Verdienste dieses Deutschen Turnfest-Siegers. Welter erhielt der stellvertretende Führer und Ghrenrottglied des Vereins August Lotz mit Worten des Dantes für feine unermüdliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Turnerei den Gau-Ehrenbnef. Den Turnern Schoffmann, Kreiling I., Oswald, Röhl, Werner und Hugo Kreiling, die an den diesjährigen Gauveranstaltungen preis- gekrönt teilgenommen hatten, wurden ebenfalls Diplome ausgehändigt. Befonders^zu erwähnen ist noch, daß der musikalische Teil ganz in den Händen der Jugend lag. Schülerin Grna Oswald am Klavier, welche auch alle theatralischen Aufführungen begleitete, sowie bie Schüler Groß und Lotz mit Violine, legten Zeugnis baoon ab, baß sie bereits eine sehr gute Schulung haben. Die Feier fanb mit bem Gesang von zwei Volksllebern, sowie bem interessanten Barrenturnen ber aktiven Turner einen schönen Abschluß. 8 A 11en - Buseck, 28. Dez. Unter überaus starker Beteiligung der Gemeinde und der Lehrerschaft der umliegenden Orte wurde heute unser langjähriger Lehrer Schmidt zur letzten Ruhe bestattet. Unter Zugrundelegung des Bibelwortes „Gin treuer Mann wird viel gesegnet" schilderte Pfarrer Naumann in ergreifenden Worten, wie der so unerwartet Heimgegangene als Gatte und Vater unaufhörlich von der Sorge für die Seinen erfüllt war. In demselben Maße habe er auch als Lehrer gewirkt unb sich durch seine vortressllchen Eigenschaften und sein stets freundliches, zuvorkommendes Wesen die Liebe unb Wertschätzung ber ganzen Ge° meinbe erworben. Auch als langjähriges Mitglied der Kirchenvertretung habe der Verstorbene segensreiche Arbeit geleistet. Was den Heimgegangenen ganz besonders ausgezeichnet habe, fei seine unvergleichliche Treue unb Gewissenhaftigkeit sowohl in privaten, als auch dienstlichen Angelegenheiten gewesen. Im Anschluß an die Trauerrede legten Kränze nieder: Bürgermeister Kahl für die Oe- meinbe, Lehrer Ranft für bie Schule und bas Lehrerkollegium, Geroelnberechner L e p p e r für ben Schulvorstanb, Lehrer G b e f m a n n, Beuern für ben Bezirksverein Großen-Buseck bes NS -Lehrer» bunbes unb ein Drbensbruber bes Guttempler- orbehs Auch diese hoben in ihren ehrenden Nachruten die Treue, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft des Verstorb-nen hervor, bem ein unverlöschliches Andenken gesichert sei. — Lehrer Schmidt kam Im Jahre 1888 als junger Schulverwalter in unteren Ort unb hat 38 Jahre ununterbrochen zum Segen ber Ocmeinbe hier gewirkt. Iro Jahre 1926 trat er teils aus Gesunbheitsrücksichten, hauptsächlich aber iro Jnteresie bes Iunalehrernachrouchses in ben wohlverdienten Ruhestand. Der arößte Teil der heutigen Ginroo^nerfthaft ist durch feine Klaffe geaangen unb wirb ihres heimgeganaenen Lehrers stets in Treue unb Ddnfbarfeit gebenden. *Großen-Bufeck, 28. Dez. Dieser läge wurde einer der ältesten Einwohner unseres Ortes. Herr Heinrich Harbach, unter großer Anteilnahme ber Bevölkerung z u Grabe getragen. Der Verstorbene wirkte viele Jahre in ber Gemeinde, wie auch (zuletzt als Ehrenvo'-sitzender) in der Kirchen- gemeindevertretung. Der (Breis war noch am 12. November zur Wahlurne gegangen, um seine Stimme für Adolf Hitler abzugeben. ch S a a l e n , 28 Dez. In unserem Orte wurde dieser Tage eine Milchgenossenschaft gegründet, ber sofort 11 Mitglieber beitraten. Inzwischen bat sich noch eine stattliche Anzahl Bauern zu ber Genossenschaft angemeldet. ch. Harbach 28. Dez. Das Jungvolk von Harbach, Saasen, Hattenrod, Ettingshausen, Münster, Röthges. R"iskirchen und ßinbenftruth hielt biefer Tage eine Sonnwendfeier ab. Am hochauf- lodernden Feuer wurden verschiedene Svrechchäre zum Vortrag gebracht. Stammfübrer Schmul - bad) hielt eine Ansprache, die in einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer ausklang. 4 L a u t e r, 28 Dez. Zwei alleinstehenden Frauen wurde durch die Schulkinder unter Leitung von Lehrer Röschen eine Weihnachts - ire-ude bereitet. Die Kinder schmückten einen Baum, sammelten Deihnadstsgebäck ufro unb überbrachten die Gaben Öen alten Leutchen, bie seit langen Jahren keine rechie Weihnachtsireube mehr fannien. — Don langer Suslanbsfahrt auf bem Kreuzer Jt ö l n" wieder in die Heimat zurück- gekehrt, weilt zur Zeit ber Obermatrose Ernst Schäfer hier auf Weihnachtsurlaub. Obermatrose Schäfer ist der einzige Sohn einer Kriegerwitwe. t Treis a. d. Lda., 28. Dez. Seinen 82. G e - b u r t s t a g konnte dieser Tage in geistiger unb körperlicher Frische der Lanbwirt Heinrich Bete k e r VIII dahier feiern. — Der Gesangverein „Lieberkranz" hielt im überfüllten Saale ber Gastwirtschaft Will seinen biesjährigen Familienabend ab. Nach einer mit Beifall aufgenommenen Begrüßungsansprache des ersten Führers, Wilhelm Becker V, fang der Verein unter Leitung feines Chorroeisters N1 kolei (Großen-Buseck) einige Ctzorlieder, worauf ein Theaterstück durch Mitglieder des Vereins in guter Einstudierung und Aufmachung und in voller Hingabe an den Inhalt vorgeführt wurde. Eine Verlosung von allerlei Hausgerätschaften schloß bie schön verlaufene Veranstaltung, an bie sich bann Tanzvergnügen anschloß. Die Musik stellte die Kapelle Becker von hier. < Lollar, 28. Dez. Am Nachmittag des ersten Feiertages veranstaltete der Turn- und Gesangverein eine Weihnachtsfeier mit Bescherung für die Kinder seiner Mitglieder im „Schwanen". Die Vortragsfolge wurde ausschließlich von Kindern bestritten. Ein Kindervrchester spielte alte liebe Weihnachtsweisen, andere Kinder führten Weihnachtsstücke auf, ein Krippenfpiek unb „Weihnachten im Zweraenheiro", roieber anbere sagten Gehickste auf. Arn Schlüße erhielt jebes Kinb ein Weihnachtsgeschenk. Am Abenb fanb bie trabitioneUc Weihnachtsfeier für bie Erwachsenen statt, bie ebenfalls einen sehr schönen Verlauf nahm. Der gemischte, Männer- unb Frauenchvr sangen unter der Leitungen des bewährten Cyvrleiters Eberle alte Weihnachtslieder. Der erste Führer PH. H a r b u s ch wies in einer Ansprache auf bie besondere Bedeutung dieser ersten Weihnacht im Dritten Reich hin. Zwei von Bereinsmitgliebem flott gespielte Einakter, sowie Musikvorträge der Kapelle Pfaff aus Launsbach vervollständigten bas Programm, bas mit einer Verlosung seinen Abschluß fanb. * Heuchelheim, 28. Dez. Am Montag, 1. Januar 1934 (Neujahrstag), 20 Uhr, gelangt hier in ber Turnhalle bie Operette „Wiener Blut" von Johann Strauß zur Aufführung. Die Spielleitung des Werkes, Das in der Gießener Original- Besetzung in Szene geht, hat Paul Wrede, bie musikalische Leitung liegt in Händen von Kapellmeister Fritz Cujck, bie choreographische Leitung ber großen Ballett- unb Tanzeinlagen bei Ballett- meister Theo Bä ulke. Die Ginführung eines Einheitspreises gibt jedem Gelegenheit, sich für wenig Geld die Operette anzusehen. Der Vorverkauf der Karten hat bereits stark einaesetzt. br. Klein-Linden, 28. Dez. Es war eine besondere Feierstunde, bie unsere Gemeinbe am ersten Christtag Mittag haben bürste. Unter Leitung von Lehrer Rau würbe von einem breiftimmiqen Chor, Solostimmen unb Orchester in ber bickstbesetz- ten Kirche eine sehr schöne Weihnachtsrousik von R. Löw bargeboten. Den einteitenben Teil beherrschte ber Chor mit wuchtigem Abventsgesanq. Jubelnb führen bann die Instrumente zur Weihnacht hin. Feinstimmige Soli brachten die (Engels- botschatt, ein mächtiges „Ehre sei Gott . ." und ein Wiegenlied führten zum Höhevunkt. Frl. Moller- Gießen hatte mit großem Geschick und Feinsinn die Begleitung auf dem Klavier übernommen Das Konzert war ein dankenswerter Dienst an der Gemeinde, es war gediegene Musik mit warmer Empfindung bargeboten, frei von Sentimentalität, oer- ftönblid) unb zu Herzen sprechend. Es ist ben Auf» führenben aehmaen, in befonberer, feiner Weife bie Weihrmckttsbotfchatt in bie Etem-inbe hin-inziitro-"'n. CO Klein-Linben. 27 Dez. Die Weihnachtsfeier tage brachten überfüllte Gottesdienste, die alle bi"-ch mufikastfche Darbietungen eine besondere Ausschmückung erfuhren. Im Bormittaasgottesbienft des ersten Feiertags trug Musiker Willi Lenz unter Orgelbegleitung feines Bruders Richard Lenz ein Bioünfolo vor. während ber Kirchenchor, wie schon seit Jahrzehnten üblich schöne Weihnachls- lieber fang. Am Nachmittag gab der Mädchen- und Frauenchor unserer evangelischen Ge- me-nde ein weihnachtliches Kirchenkonzert. Im Fest- gottesbienft des zro"ite" Feiertags fang ein S ch ü « I e r d) o r alte Weihnachtswelsen. Die evangelische Jugend unter-s Dorfes zog am Heiliaen Abend mit trennendem Ghrifthaum durch das Dorf unb fang Kurrende, fpät am Abend erfreute der Posaune n ch o r an den freien Vlätzen bes Ortes mtt >em ^orfrog schöner Weihnackstssieder Wte alljährlich üdlid). veranstalteten auch dieses Jahr wieder, aber mir innerhalb bes Vereins bie hiefiaen Männer« aelanaoereine ihre Weihnachtsfeiern. Der Ge« fargoerein „Arion" hielt feine Weihn"chtsfeter am Hten Vteihnndsttztaa ab Gute mufikalilchr Darbte- tun apn unb THe-iterstücke wechtelten mit sch''nen Mannerchören hte non GbreadiormHfter Ronrob Rikoloi lGroßen-Buteck) oeteitet wurden Am trotten Feiertag beojna h;e „Nationale ^änoerver» ainiguna" ihre Htyeihnnditsteier. Unter Leitung non Hol tag hielt feine Sei les Sam Platz beftl nachkschot Heinrich ■ Ansprache bas beutfc (er geliebt rer und 5 gut oorget gelangte e steiler ernt einige Chö ten ®g. S rung. Zun Holzheim, 28. Dez. Am 2. Weihnachtsfeier- tag hielt Der Gesangverein „Harmonie" seine Weihnachtsfeier im Saale des Gastwirtes Games ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem gut vorgetragenen Weihnachtschor begrüßte der Vereinsführer Landwirt Heinrich Jung die Teilnehmer und schloß seine Ansprache mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf das deutsche Lied, den deutschen Männergesang, unser geliebtes deutsches Vaterland und unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Nach einem gut vorgetragenen Vorspruch von Frl. Alice Reitz gelangte ein Volksstück zur Aufführung. Die Darsteller ernteten lebhaften Beifall. Ferner kamen noch einige Chöre unter Leitung des bewährten Dirigenten Gg. Games, sowie ein Gingspiel zur Aufführung. Zum Schlüße folgte noch ein Einakter. Hungen, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielten die beiden hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „L i e d e r k r a n z" ihre Wintervergnügen ab. Der Gesangverein „Liederkranz" vereinigte seine Mitglieder im „Darmstädter Hof". Der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Loh. Röder folgten, neben den gesanglichen Darbietungen unter der Stabführung des Chorleiters Lenz, ein Theaterstück in vier Akten, sowie ein flott gespielter luftiger Einakter. Die Pausen wurden durch Konzertstücke der Musikkapelle ausgefüllt. Sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Der Gesangverein „Eintracht" veranstaltete seine Abendunterhaltung im Saale des Gasthauses „Zur Traube". Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden LudvNg Kambeitz und einem Be- grüßungschor konnte auch diesmal wieder die Auszeichnung zweier Mitglieder für 25jährige Sanges- tätigfeit durch Den Ehrenvorsitzenden Ludwig Schneider erfolgen. Der weitere Verlauf des Abends brachte neben den Gesangsvorträgen unter Leitung des Dirigenten Schreiner in abwechslungsreicher Folge humoristische Einlagen, Vorträge der Musikkapelle, sowie einzelne Solodarbietungen des Herrn Schreiner und des Quartetts. Die Darbietungen wurden sehr beifällig aufgenommen. — Von dem Gesellenprüfungsausschuß des Orts- Sewerbevereins Hungen konnte an nachstehende ehrlinge der Gesellenbrief ausgehän- digt werden: Heinrich Dietz- Utphe, Maurer; Hermann Schneider- Herbstein, Metzger; Georg Mattern- Dillingen, Weißbinder; Walter Därr - Hungen, Weißbinder; Ferd. Eppelmann- Inheiden, Schlosser; und Wilhelm Steg- Langd, Weißbinder. s. Trais-Horloff, 28. Dez. Eine schone Weihnachtsfeier fand am Heiligen Abend in unserem Gotteshause statt. Ihr besonderes Gepräge erhielt sie durch die Mitwirkung der Schuljugend. Ein Schülerchor der Filiale Utphe fang unter Leitung von Lehrer Arnold „Herbei, ihr Gläubigen". Nach dem Vortrag mehrerer Weihnachtsgedichte brachten Die InheiDener Schüler unter Lehrer S > lß „E-> ist ein Ros' entsprungen" und „Nun finget" zu Gehör. Nach weiteren Schülervortrögen und einer Ansprache des Pfarrers (Erull sang Die Oberklasse von trais- Horloss (Lehrer Wahl) „Zu Bethlehem geboren". So feierten Die Drei KirchspielgemeinDen mit ihren Kindern unter dem strahlenden Lichterbaum wie eine große Familie die Weihnacht. s. Utphe, 28. Dez. Die Ortsgruppe des BdM. veranstaltete im Saale der Wirtschaft Rich. Tag eine W e i h n a ch t s f e i e r. Die Leiterin, Frl. Hilde Parr, begrüßte die Gäste. Mehrere Theaterstückchen wurden von der kleinen Schar flott gespielt und von Weihnachtsliedern umrahmt. Eine Bescherung beschloß die schöne Feier. Die hiesige N 6. ° Frauenschaft unter Leitung von Frl. Linde- meier bedachte alle Kinder im schulpflichtigen Alter mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk. Kreis Friedberg. * Friedberg, 28. Dez. Dieser Tage beging die Aufbauschule im Saale des Kasinos ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Diese Feier ist alter Friedberger Brauch, schon das Lehrerseminar, an dessen Tradition die Anstalt anknüpst, schloß Die Arbeit des Jahres mit dieser Veranstaltung. Zum ersten Male seit Der Zusammenlegung Der hessischen Aufbauschulen in Friedberg waren die früheren Bensheimer und Alzeyer Schüler mit den Friedbergern zu einer gemeinsamen yeselligen Veranstaltung vereint. Es ist begründet m der Eigenart der Gchule, deren Schüler zum größten Teil im Internat Der Anstalt wohnen, daß Die Vorbereitungen mit sehr viel Gründlichkeit und Eifer betrieben werden können. Dr. Kallenbach, der die Feier vorbereitet hatte, konnte mit dem Erfolg zufrieden fein. In seiner Ansprache wies Oberstudiendirektor Dr. Faber mit bereoten und zu Herzen gehenden Worten darauf hin, wie sehr sich tue diesjährige Feier rein stimmungsmäßig von Der vorjährigen unterscheiDe. Damals stand Die Auflösung Der Friedberger Anstalt vor der Tür, heute ist sie die hessische Aufbauschule geworden. 1932 bedrückte alle die ungewisse Zukunst von Volk und Vaterland, heute schauen Volk und Führer entschlossen und sieges- gewiß in die Zukunft. Um unser Volk, das in der vergangenen Zeit durch marxistisches und liberal!- stisches Gift zersetzt war, wieder innerlich völlig ge- sund werden zu lassen, muß die Bindung an die christliche Gedankenwelt bei allen Volksgenossen vollzogen, muß die Weihnachtsbotschaft bei allen lebendig werden. Im Laufe des Abends wechselten dann Gesangsvorträge mit musikalischen Darbietungen und Theaterausführungen ab. Da die Aufbauschule die Musikerziehung mehr als alle anderen Schulgattungen betont, waren die Leistungen recht beachtlich. Das Orchester unter Leitung von Musiklehrer Aps, der Chor der Schule, ein Singkreis, zu dem besonders interessierte Schüler sich zusammengeschlossen haben, leisteten Treffliches, Frau Aps erfreute durch Oefangsbarbietungen. Aufgeführt würben Stücke aus E. Wiecherts „Spiel vom beutschen Bettelmann". Zum heiteren Teil leiteten zwei Schwänke von Hans Sachs über. Den wohlgelungenen Abenb schloß bie übliche Weihnachtsverlosung. Kreis Alsfeld. N. Mücke, 28. Dez. Am Weihnachts-Heiligabend fand in unserer Kirche der W e i h n a ch t s g o 11 e s- Dienst statt. Die Konfirmanden von Flensungen, Ilsdorf und Stockhausen trugen Gedichte vor. Der evangelische Frauenverein erfreute Die Kinder mit kleinen Weibnachtsgaben. Nach dem Gottesdienst versammelten sich bie Flensunger Schulkinder im Schul- jaal. Auch hier war ein Tisch mit Weihnachtspaketen aufgebaut, bie von den ®emeinbemitgliebem ge- fpenbet waren. Die Kinber nahmen bie Gaben mit großer Freude in Empfang. — Am ersten Feiertag- abenb fand dieWeihnachtsseierderSonn- tagsschule und der Jugend im Bibelheim- Flensungerhof statt. Die Gedichte und Ge- sänge der Sonntagsschüler (unter Leitung von Frau Peter s) übertrafen alle Erwartungen. Nach der Predigt von Jugendsekretär Gaubatz und einem Gitarrenvortrag folgte ein Laienspiel von Jugend- bünblern ausgesührt. Eine kurze Ansprache des Prediger Paters beschloß die eindrucksvolle Feier. n. 51 e n f u n g e n, 28. Dez. Am zweiten Feiertag veranstaltete der Gesangverein „Lieder- franz" im Sale bei Gastwirt Rudolf Reitz ein Wintervergnügen. Eine Anzahl Chöre der Sänger unter der Leitung von Lehrer Dönges ein Singspiel, ein Schwanf, ein Tlännerquartett und Tanzbelustigung bildeten das Programm. Der Gauvor- sitzende, Lehrer ® e n g n a g e l • Grünberg, zollte den Gängern für ihre hervorragenden Leistungen alle SInerfennung. w , n, 11. Nieder-Ohmen, 28. Dez. Aus Anregung der Ortsgruppenleitung der NGDAP. und unter Mitwirfung der gesamten Gemeinde sand hier eine Bescherung b c r Schulkinber in ber Kirche statt. Pfarrer Ä 11 ermahnte bie Kinber zu wahrer Dankbarfeit. — Dieser Tage würbe bas Straßenbauprojekt Nieber-Ohmen — Burg- ©emünben zum zweiten Mal vergeben. Die Angebote bewegten sich zwischen 30 000 unb 51000 Mk. Das niedrigste Angebot von 30 000 Marf wurde von der Firma Walter (Sötte- Gießen gemacht. — Auch in unserer Gemeinde wurde eine Kleider- (a m m l u ng durchgeführt und her Ertrag an kinderreiche und bedürftige Familien verteilt. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige G e» sangverein seine Winterveranstaltung ab. Mit dem Deutschen Gängergruß wurde ber Abend eröffnet. An GteUe des verhinderten 1. Vorsitzenden sprach der Dirigent des Vereins über das deutsche Volkslied. Es wurden sodann zwei Theaterstücke aufgeführt. Die Feier war von einigen Chören umrahmt. s. Ober-Ohmen, 28. Dez. Wie gut es den Gaarflnbern, von benen auch in unserem Dorfe eine ganze Anzahl untergebracht war, hier gefallen hat, beweist bie Tatsache, baß ein Junge, ber in ber Gastwirtschaft „Zur Krone" einquartiert war, lieber hierbleiben wollte, als kürzlich die Kameraden heimzogen. Auf ein Gesuch hin ist ihm dies auch bewilligt worden. Ob er allerdings so lange bleiben kann, wie er sagte, bis die Gaar wieder deutsch ist, ist eine andere Frage. st. Kirtorf, 28. Dez. Auf die Ernennung des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers zu Ehrenbürgern unseres Gtädtchens, gingen dieser Tage auf dem Bürgermeisteramt entsprechende Dankschreiben ein. — Dieser Tage fand im Gchul- saal der Oberklasse eine Mitgliederversammlung der NGDAP. statt. Der Ortsgruppenleiter Lather erstatte Bericht über den ersten Gchulungsabend in Alsfeld. Anschließend wurden verschiedene Rundschreiben der Kreisleitung und der Gauleitung verlesen. Als Gteuerfachberater meldeten sich zwei Parteigenossen, die Herren Karl Oppertshäuser fen. und Wilh. Kasper. Zum Gchulungsleiter für künftige Mitgliederversammlungen usw. wurde der Blockwart Pg. Theo Krausgrill bestimmt. Kreis Schotten. I Groß-Eichen, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtstage veranstaltete der hiesige Männerge- fangoerein einen Theaterabend zugunsten des Winterhilfswerks. Der Faustsche Gaal konnte die Menge der Zuschauer kaum fassen. Nach einleitenden Worten des Chorleiters, Lehrer Bell, und einigen Chören des Gesangvereins, kamen einige reizende Weihnachtsspiele der Kinder Der zweiten Gchulklasse zu Gehör. Darauf spielte Lehrer Bell mit einigen Klavier- unD Diolinschülern Weihnachtslieder. Der Gesangverein brachte alsdann ein Lustspiel zur Auf- Führung. Das Glück wurde flott gespielt und fand, wie auch alle anderen Darbietungen, reichen Beifall. Weitere Chöre, Gsdichtoorträge und Couplets vervollständigten das Programm Der Führer des Gesangvereins, Joh. Eimer, schloß Die Veranstaltung mit einer Ansprache und einem ,Heil Hitler!" An- schließend fand Tanz statt. I. R u d i n g s h a i n, 2'8. Dez. Am Heiligen Abend sand im überfüllten Gotteshaus eine Christfeier statt, die von Lehrer Gchmidt abgehalten wurde und unter dem Thema „Vom Himmel hoch, da komm ich her" stand. Unter der Leitung von Lehrer «Schmidt wirkten beide Gchulklassen mit. Der Männergesangverein trug ebenfalls zur Verschönerung bei. — Im Gaale „Zur Post" sand am ersten Weihnachtsfeiertag die Weihnachtsfeier der hiesigen Evangelischen G e rn e i n sch a s t statt, die sehr gut besucht war. Die Gonntagsschüler brachten eine Reihe passender Gedichte und Lieder zum Vortrag. Zum «Schluß erhielt jeder der Gonntagsschüler ein kleines Geschenk. Kreis Büdingen D Nidda, 28. Dez. Die Weihnachtsfeiern in unserer Gtadt wurden durch die Feier des A r • beitsbienftlagers eingeleitet. Nach eine Ansprache des Oberfeldmeisters Wettläufer führten die Arbeitsdienstwilligen kleine Theaterstücke auf und brachten humoristische Gedichte zum Vortrag. Zum Gchlusse wurde jedem Teilnehmer ein kleines Geschenk zuteil. Die Gpenben stammten von ber hiesigen Einwohnerschaft. — Der Turnver - e i n hielt am ersten Feiertag in ber Turnhalle für feine Gchüler eine Weihnachtsfeier ab. Die Gchüler unb «Schülerinnen zeigten neben Tänzen unb Freiübungen auch Geräteübungen. Die Vorführungen (Leitung: Turnwart Gt ab (er) fanben lebhaften Beifall. Die Feier würbe durch Ansprachen des Vereinsführers Dr. F. K o ch eröffnet und beschlossen. Das Turnerorchester bestritt den musikalischen Teil. = Babenhausen I, 28. Dez. Die hiesige Gchule hielt, gemeinsam mit ber Gchule von Bellmuth, ihre Weihnachtsfeier in ber Gchule ab. Der große Gaal war bis auf ben letzten Platz gefüllt. Gesangs- und Gedichtvorträge leiteten die Feier ein. Lehrer Hermann Jakobi hielt eine Ansprache, die in einem dreifachen „«Sieg-Heil" auf unseren großen Führer und Kanzler Adolf Hitler aus- klang. Es folgten dann zwei Theaterstücke, die von Hitler schafft Arbeit! wettere bewilligte Maßnahmen im Arbeilsbe schaffungsprogramm: Tagewerke auf Der Maßnahme Baustelle: Entwässerung von wiesen im Niddertal in Gemeinde Eckartsborn 3000 Entwässerung von Grundstücken durch Dränage in Gemeinde Leusel 4000 Bachregu.ierung, Dränagen in Gemeinde Crainfeld 3050 Entwässerung von Grundstücken durch Dränage in Gemeinde Otterbach 1100 Entwässerung von Grundstücken in Gemeinde vockenrode 2940 Profilerweiterung des Seemenbaches in Gemeinde Orleshausen 940 prpfikrroeilerung des Seemenbaches in Gemeinde Dirlammen 545 Ausbau des Seemenbaches und Herrichtung von Lut- u. Bewässerungsgräben in der Gemeinde Wolferborn 3100 Hutweidemelioration in der Gemeinde Freien st einau 3500 ben Gdjulftnbern trefflich aufgeführt würben. Der wohlgelungene Abend wurde mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes beschlossen. Der Ertrag einer freiwilligen «Sammlung wurde der Winterhilfe zugeführt. Preueen. Kreis Wetzlar. -t- Kinzenbach, 28. Dez. Der Turnver- e l n „G u t Heil" veranstaltete im Gaalbau Peusch eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Musikvorträge und die Begrüßungsansprache des Vereinsführers Ludwig Bepler leiteten die Feier ein. Im Verlaufe des Abends gelangten ein ernstes und zwei heitere Theaterstücke zur Aufführung, Die sämtlich wohlverdienten starken Beifall fanden. Die Turner zeigten außerdem ein reichhaltiges turnerisches Programm, bei dem besonders gymnastische Vorführungen der ersten Riege grächtige Bilder ergaben. Ein „Gut-Heil!" auf die Führer des deutschen Volkes beschloß die Feier, die durch Chor- barbietungen bes Gesangvereins „Fortuna" schon umrahmt würbe. £ Bieber a. d. B., 28. Dez. Am vergangenen Gamstagabenb veranstaltete ber G 21. • 61 u r m 4/333 im Gaale bes Gastwirts Heinrich Gche- r e r eine Weihnachtsfeier. Nach einer kurzen, markigen Ansprache bes Gturmführer H. Gchmi dt- Rodheim spielte zunächst der Gpielmannszug des Gturmes zwei schneidige Märsche. Der Gesang von Weihnachtsliedern und Musikvorträge der Kapelle Leid- ßaunsbad) umrahmten die Feier. GA.-Män- ner mit gutem Humor gaben noch einiges zum Besten. Eine Vereinigung von Bühnenkünstlern, die schon längere Zeit in Rodheim a. d. B. gastiert, führte im Laufe des Abends freiwillig und unentgeltlich ein Theaterstück auf. Reicher Beifall lohnte die Darsteller. GA.-Männer, deutsche Mädchen unb Frauen hatten recht zahlreiche Geschenke gegeben, bie unter Den GA.-Kameraden zur Verteilung kamen. Arbeitslose GA.-KameraDen bekamen außer- Dem noch ein kleines Geschenk Durch ihren Gturmführer H. G d) m i b t überreicht. Go wickelte sich bas reichhaltige Programm in bunter Reihenfolge ab. Man verlebte einige frohe Gtunben in echter Karne- rabschaft, bie jebetn Teilnehmer noch recht lange in Erinnerung bleiben werben. Fellingshausen, 28. Dez. Vor einigen Tagen hatte bie hiesige, im vorigen Jahre neu gegrünbete Freiwillige Feuerwehr zum erstenmal Gelegenheit, einen Kameraden, Gchmiede- meifter Heinrich ©erlad), in feierlicher Weise zum Grab zu geleiten. In Uniform und Ausrüstung folgte sie geschlossen dem Leichenwagen, der rechts unb links begleitet würbe von Wehrleuten mit brennenden Fackeln. Von ben Kameraden wurde der «Sarg bann zum Grab getragen, welches von ber Ehrenwache der fackeltragenden Wehrmänner umsäumt wurde. Der Ortsgeistliche knüpfte seine Ansprache an Den Wehrmannsspruch an: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!" und zeigte, wie der Verstorbene, als sein GdjmieDefeucr erlosch und der Hammer beiseite gestellt werden mußte, nun selbst im Leiden Durchglüht unb von Gott auf ben Amboß gelegt würbe. Auch ber Kriegerverein, ber geschlossen teilnahm, legte mit ehrenden Worten einen Kranz am Grabe nieder, ebenso bie Gd)miebemeifter bes benachbarten Rod- heirn, wo ber Verstorbene seine Lehrzeit durchge- rnacht hatte. Stimmung zum Ein ritt ins neue dahr. Der Ede*a- L65 Kaufmann b etet Ihnen hat daran gedacht und an: Weinbrand «Ji. 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Da es für die Mumie von großem Wert war, reichlich ausgestattet zu sein, wurden besonders die Königs mit großem Prunk beigesetzt. Die Kunst stand ganz im Dienste der Toten, unermeßliche Schätze an Gold und Edel st einen wurden ihnen mitgegeben. Aber gerade dieser unerhörte Reichtum, der in ihren Grabkammern ange- sammelt war, brachte ihnen die gefürchtete Entweihung, nach kurzer Zeit wurden die Gräber meist ausgeplündert, die Schätze gestohlen, die Mumie in ihrer ewigen Ruhe gestört. Alles nur Erdenkliche wurde versucht, ein Ausrauben der Gräber zu verhindern. Immer wieder fanden die Plünderer Mittel und Wege, ihre schändlichen Absichten auszufuhren, und bis zum Beginn der 18. Dynastie gab es wohl kein Königsgrab, das seinem Schicksal entgangen wäre. Da kam König Tutmosis I. auf die Idee, sein Grab unsichtbar anzulegen. In einem einsamen Tal der thebanischen Hügel ließ er ganz im geheimen seine Grabstätte errichten. Aber sein Geheimnis wurde wahrscheinlich nicht lange bewahrt, auch sein Grab wurde geplündert. In dem Bestreben, den Mumien doch ihre wohlverdiente Ruhe zu verschaffen, wurden sie immer wieder von Grab zu Grab geschleppt. Das Grab des Tut-ench-Amun ist eines der wenigen, welches einigermaßen geschont wurde. Man nimmt an, daß es übersehen wurde, weil es in einem entlegenen tieferen Teil des Tales liegt, so daß vielleicht die häufigen starken Sturmregen die Spuren seines Einganges verwischten. Bereits mit ungefähr 18 Jahren muß der König nach nur sechsjähriger Regierung gestorben fein, lieber seine Herkunft ist nichts bekannt, aber es wird angenommen, daß fein Schwiegervater E ch - n a t o n auch fein Vater war. Seine Schwieger- mutter war Nofretete. Sein Leben war sicherlich nicht leicht, da seine Regierung in eine besonders unruhige und religiös bewegte Zeit fiel. Von Tut-ench-Amun als Politiker und Priester offenbart uns fein Grab wenig, zumal er und feine Gemah- lin a l s Kinder auf den Thron kamen und wahrscheinlich E j e, sein Nachfolger, die Regie- rungsgeschäfte übernommen hatte. Um so klarer ist her Einblick, den wir in das Privatleben des Königs gewinnen. Immer wieder finden wir Darstellungen, die auf feine glückliche Ehe hindeuten. So das Bild auf dem Thronsessel, auf dem die jugendliche Gattin vor dem König steht und seinen Hals- fragen zurechtrückt, ober jene andere Szene, auf der sie ihn auf die Jagd begleitet und ihm den Pfeil reicht, oder auch die Wiedergabe trauter Häuslichkeit, wie der» König duftende Essenzen auf die Hand der Königin träufelt. Don welch zarten Erinnerun- gen auch spricht der kleine Blumenkranz, der dem König mit in den Sarg gegeben wurde, und der selbst nach mehr als dreitausend Jahren noch seine einstigen Farben erkennen läßt. Zwei im Grab gefundene kleine Särge enthalten die Mumien zweier totgeborener Kinder. Höchstwahrscheinlich sind sie Kinder der Königin gewesen. Traurige Erinnerung, die uns auch heute noch berührt! Als leidenschaftlichen Jäger, als begeisterten Sportsmann lernen wir den jungen Pharao kennen. Das Bogenschießen muß eine seiner Lieblingsbeschäftigungen gewesen fein, wie ein besonders kostbares Kunstwerk zeigt. Waren doch die Aegypter die besten Bogenschützen des Altertums! Eine große Anzahl verschiedener Waffen, Bogen und Pfeils, Wurfstocke, Schwerter, Dolche, Bumerangs, die in Aegyptdn von frühester Zeit an gebraucht wurden, sind im Grabe neben Iagdwagen und -booten oorgesunden worden. Auf einer hölzernen Truhe sehen wir Malereien von größtem künstlerischen Wert, die den König auf der Jagd nach Wüsten- tieren darstellen. So erscheint der junge Pharao uns als lebensfrischer Mensch, als glücklicher Gatte, als eifriger Sportsmann. Es ist unwahrscheinlich, daß er in feinem kurzen Leben in die Schlacht gezogen ist. Dies mag der Grund fein, daß wir hier in geringerer Zahl die sonst üblichen Darstellungen des furchtbaren kriegerischen, siegreichen Pharaos finden, der auf seinen Streitwagen über das Land braust und Vernichtung und Unterdrückung bringt. Eine große Anzahl von Spa zier stocken verschiedenster Form weist darauf hin, daß Tut-ench- Amun eine Sammlung solcher Stöcke hatte, die ihm mit in das Grab gegeben wurden. Auch einige Brettspiele finden wir in den Grabkammern, die ihm sicherlich zu seinen Lebzeiten häufig amüsanter Zeitvertreib gewesen sind. Erinnerungen aus der Kindheit des Königs tauchen auf, einige Truhen enthalten Armbänder und Fußspangen, kleine Spielbretter, Handschuhe, Steinschleudern und Feuerzeuge der damaligen Zeit, ja sogar Farben und Farbtöpfe sind vorhanden. Die Aegypter huldigten dem Glauben, daß der Mensch nach seinem Tode genau so weiterlebe wie er auf Erden gelebt hat. Aber es mußte dem Toten der notwendige Schutz gegeben werden, damit er sicher über die gefährlichen Gewässer der Unterwelt zu den Gefilden der Seligen gelangen konnte. Ebenso mußte dafür gesorgt werden, daß er alle Dinge bekam, die für fein Leden notwendig waren. So hält Anubis in Gestalt eines schakalartigen Hundes — der Gott auch der Einbalsamierungskunst — am Eingang zum Grabe, den Kopf nach Westen gerichtet, die Wache über hen Toten. Weiterhin ist da die prunkvolle Kapelle für die Eingeweide, die in vier gesonderten Gefäßen in einem alabasternen Schrein beigesetzt wurden. Bei der Mumifizierung wurden die Eingeweihte herausgenommen und unter den Schutz von vier Gottheiten gestellt. Diese vier Gottheiten standen wiederum unter der Obhut von vier Göttinnen. Dierunddreißig kleine Statuen — und zwar sie- benunozwanzig von Gottheiten und sieben vom König — hatten dafür zu formen, daß der König in der Unterwelt nicht noch einmal starb. Eine ganze Anzahl von Schiffen wurden dem Toten mitgeaeben. Sie sind nach dem Muster großer Holzschiffe gebaut und kunstvoll bemalt und vergoldet. Einige der Schiffe sollten den König sicher über die gefahrbringenden Wasser der Unter- weit bringen, andere wieder waren für die Jagd bestimmt, einige für Pilgerfahrten, wieder andere sollten dem Verstorbenen ermöglichen, der Sonne auf ihrer Fahrt zu folgen. Geräte zum Bierbrauen, eine Handmühle für (Betreibe wurden dem Pharao mitgegeben, ja selbst ein Getreidespeicher wurde gefunden. Große Vorräte von Weinkrügen, Vasen mit kostbaren Deien und Essenzen wurden im Grab untergebracht. Eine ganze Reihe von kostbaren Truhen mit Hausrat und Wertgegenständen waren unentbehrlich für das neue Leben des Königs, Truhen aus edelsten Hölzern, aus Elfenbein, Edelsteinen und Metall gearbeitet. Die Verzierungen einer Kiste allein bestauben aus 45 000 einzelnen Teilen. Die Kopfstützen, die bestimmt waren, „das Haupt dessen zu heben, der barnieberliegt", sind besonders wertvolle Kunstschätze aus der Zeit des Neuen Reiches. In den meisten Darstellungen wurde der Verstorbene dem Osiris, dem Gott der Toten, gleich- gesteltt. Trotzdem aber, so fürchtete man, könnte Osiris von dem Toten Fronarbeit verlangen wie Pflügen, Pflanzen, Bewässern der Felder. Um zu vermeiden, daß der König derartige Arbeit leisten müsse, stellte man in seinem Grabe eine große Menge kleiner Statuen auf, die alle den König als Osiris darstellten, die sogenannten Schawabtifiguren. Falls Osiris den jungen König rufen sollte, hatten sie zu antworten: „Hier bin ich." Man gab den Schawabtifiguren auch die nötigen Werkzeuge für ihre Arbeit mit. So hatte man in hölzernen Schreinen 413 Figuren und 1866 Werkzeuge untergebracht. Zweimal müssen Plünderer in das Grab eingedrungen fein, und zwar beide Male kurz nach der Bestattung. Sie durchsuchten alle Kammern, schufen in einigen eine große Unordnung und zerstörten dadurch viele wertvolle Gegenstände, aber die Mumie des Königs blieb unberührt unter den schweren Schreinen und Särgen. Dann wurde das Grab wieder versiegelt, und von dieser Zeit an bis zur heutigen Ausgrabung ist kein Mensch in die Ruhestätte des jungen Pharao gelangt. Howard Carter, der den dritten und letzten Band seines ausführlichen Werkes „Tut-ench-Amun" jetzt vollendet hat, schreibt: „Der ganze Raum fand sich tat- sächlich so vor, wie ihn die altägyptischen Steinmetzen verlassen haben — selbst die letzten Kalk- steinsplitter von ihren Meißeln liegen noch auf dem Boden." Doll Ehrfurcht gingen die Gelehrten daran, die heilige Stätte zu erforschen. Auch sie hatten sich gegen Räuber und Plünderer zu schützen während ihrer Arbeit, die zehn Winter — 1922 bis 1932 — in Anspruch nahm. Jetzt aber sind alle kostbaren Schätze geborgen, und weder Plünderer noch reißende Fluten können sie vernichten. H. H. Oie Zanuor-plakeiie des Wmierdilfswerks. Hausplakette Anstecknadel Sie plafefle für Deo Ulonot Januar Irflfll ab bgmboi Oer Jamille einen Gldjenlprob Briefkasten der Xeöoftion. (Rechlsgutochten sind ohne Verbindlichkeit der Schrtftteikung ) TL B. Gießen, Bürgersteuer. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, von jeder Lohnzahlung an feinen Arbeitnehmer die entsprechende Rate der Bürgersteuer einzubehalten. Auch bei täglicher Entlohnung ist der anteilmäßige Tagessatz der Bürgersteuer abzuziehen. 2L B., Gießen. Nach unserer Ansicht find die Fest- preise für Weizen nur Mindestpreise und infolgedessen der Berechnung der Pachtsumme die jeweiligen Preise der Getreidebörse zu Grunde zu legen. Gießen (Frankfurter Straße 13), den 28. Dezember 1933. 4,6 9\m. Eichennuhscheiler I. u. II. ÄL, 14,5 7B31 n 1,8 "7>" 2 Eichestöcke. Statt jeder besonderen Anzeige .ÄL. Rodheim a d B, den 28 Dezember 1933 07216 14 41,7 98 68 11 33 20 Eichennuhscheiter II.Kl. (©ar- tenpf offen), Lärchennutzscheiter II. Kl., Für die Geschwister: Adelheid Strack. iiiliiiliiliiiliiiiiiiiiiiliiiliilii Leupin Creme und Seife seitJahr.bewährtb. Zusammenkunft: Straße nach Rödgen am Eingang nach dem Flughafen. B. Donnerstag, den 4. Januar 1934, 9% Uhr beginnend, aus Abt. 96 a u. 97 desStadtwaldcs,FörstereiHochwart, 100,4 Rm. Buchcschciter I. Kl., Die Beerdigung ist am Samstag, dem 30. Dezember, nachm. V/z Uhr, in Gießen, Neuer Friedhof. Buchescheiter II. Kl., Eicherundscheiter I. Kl., teilweise Werkholz, Eicherundscheiter II. Kl., Eschescheiter I. Kl., Bucheknüppel, Eicheknüppel, Escheknüppel, Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Höhn Familie Jakob Gerlach Kaiiefi .(ID Brust Caram»Iler» Gießen, den 28. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. 3- V.: Bartholomaus. Beerdigung in Rodheim a d B am Samstag. 30 Dezember, um 14 45 Uhr, von Adolf Hitler-Straße 98 aus r e. 123 4 20 30 9,4 20 „ Eiche- u. Eschereisig I. Kl., 130 Wellen Eschereisig II. Kl., 50 „ Qainbuchereisig II. Kl., 980 „ Buchereisig II. u. III. Kl., 22 Rm. Buchestöcke, Brlrrt I So tauft es • Geben Sie der Milch sofort einige Kaiser'« Brust - Ca nun eil an bei. Sie Ideen den Schleim a ersticken Husten. Heiserkeit und Katarrh in den Anfängen. Sofort hei fen. heflt sofort kaufen! jeixi. neetei 36 Pi., Dose 40 o. 75 PI. Zu haben in Apotheken, Drogenen und wo Plakate sichtbar. 59o7V Unser lieber, unvergeßlicher Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Höhn Oberpostinspektor in Essen ist am 27. d. FL nach kurzer Krankheit sanft entschlafen Todes* Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unseren guten Vater Kirchenrat Karl Strack Dekan und Pfarrer i R. gestern abend im Alter von fast 88 Jahren zu sich in die ewige Heimat abzurufen. Fichtederbstangen I. Kl., Fichtederbstangen II. Kl., Fichtederbstangen III. Kl., Eichcnderbstangen II a u. III. Kl., EschenderbstangcnIII.Kl.,Deichseln, Srennholzversteigerungen der Siadl Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: A. Dienstag, den 2. Januar 1934, 9 y2 Ahr beginnend, aus Abt. 6 (Stol- zenmorgen), Försterei Rödgen, 34,4 Rm. Eichescheiter I. Kl., 5 „ Eichescheiter II. Kl., 4 „ Lärchescheiter I. Kl., 1,2 „ Fichtescheiter I. Kl., 15,2 „ Fichtescheiter II. Kl., 165,2 , Eicheknüppel, 7 „ Esa,cknüppel, 63 * Lärcheknüppel, 27,2 „ Fichteknüppel, 2390 Wellen Eichereisig III. Kl., 11,1 Rm. Eichestöcke, Zusammenkunft: Licher Straße — 10. Schneise. C. Freitag, den 5. Januar 1934, 9*/2 Uhr beginnend, aus Abt. 76, 99 u. 117 des Stadtwaldes, Försterei Gießen, 6,2 Rm. Buchescheiter I. Kl., 13,2 „ Bucheknüppel, 6,4 „ Kiefer, u. Aspeknüppel, 2090 Wellen Buchereisig II. Kl., 270 „ Eichereisig II. Kl., 5140 „ Kieferrcisig II. Kl., 1130 „ Fichtereisiq II. Kl., 490 „ Aspe- u. Birkereisig II 8 Fichtenderbstangen I. Kl., 57 Fichtenderbstangen II. Kl., 610 Ftchtenderdstangen III. Kl., 555 Fichtenreisstangen IV. Kl., 465 ^ichtenreisstanqenV.,VI.U.VII.ÄI. Zusammenkunft: Licher Straße — 7. Schneise. [7844C Mittwoch abend 11 Uhr verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater, Grobvater, Bruder und Onkel Kasper Albach, Werkmeister LR. Im 74 Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen । Maria Albach, geb. Schmidt. Großen-Linden, den 29. Dezember 1933. Die Beerdigung findet Samstag, den 30. Dezember, nachmittags um 3¥4 Uhr statt. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet de, Brühfschen Druckerei Hautjucken Ausschi., W undsein U*w. Lowen-Drog. W.IUI- I lUcht,Seitenweg H8s; Drog. Winter*oft, Areuzplab IQ. t,esV 1 UllllIHlllUlliilllllliUlUUlUi * Lichtspielhaus e Gießen Ab heute Freitag: da» große S»1 vesier-Programm! Premiere des größten, lustigen und musikalischen Filmereignisses! Frei nach Fraas Lehar* schönster Operette: Der Zarewitsch mit Hans Söhnker dem berühmten lyrischen Tenor als „Zarewitsch“ Die weiteren Darsteller: Mary Collin MARTHA EGGERTH Prinzessin Dorothea . ,ERY BOS Gräfin Landa IDA WC ST Fürst Symoff GEORG ALEXANDER Graf Narkyn OTTO WALLBERG Großfürst PALL OTTO Adjutant ANTON POISTNER Berthel MAX GCLNTOREF Iwan PALL HEIDEMANN Stups HANS JOACHIM 8CHAIF188 „Ei stellt ein Soldat am Wolgastrand--", gesungen vom Chor der Kuban-Kosaken. „Fröhling, Frühling und ich bin so sslig". „Ich hab oft gefragt.. ."und „Warum hat jeder Früh ing - ach - nur einen Mal" - - - gesungen von Martha Eggerth und Hans Söhnker.7MiC Auserwähltes Beiprogramm und Ufa -Ton -Woche I Lichtspielhaus • Gießen AchtungI Eltern! D Kinder! Samstag, HO. Dez., nachm. 2.15 Uhr, Sonntag, 31. 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