Nr. 280 Erster Blatt 183. Zahrgang Mittwoch, 29. November 1933 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen P1Trf nn- Verlag: vrühl'schc Untveistlair-Vuch- und Steinörnderet R. Lange in Sietzei. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnl^raße 7. Zinnat)mt oon Mnje.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20" , mehr. Thefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und iur den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel iämtlich m Rie ten Erichein' logttch, äuge, Sonntags und Feiertag» Beilagen Die Jllu|triert« Diesiene, Familienblätle, Heimat m Bild Die Scholl« mona!$=8etng$preis Mit < Beilagen NM 1.91 Ohne Illustriert» l 80 Fustellgebühi . .25 Auch bei Nichterscheinen oun einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ,«fernfpred)anld)lüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift lüi Drahtnachrichten Anzeiger Stiegen pofrfd)edtonto; iironitnr« ow Main 11686 Versailles die Wurzel alles Nebels. Abrüstungsdeba te im britischen Llnlerhaus. — Baldwin fordert enge Fühlungnahme mit <^eu sch änd und Verständnis 'ür seinen Friedenswillen. Das Märchen über die N.ckelernfuhr sollte vielmehr Deutschland ihre Hand entgegen, strecken und mit ihm bereitwillig st die punkte erörtern, in denen es sich in seiner nationalen Ehre gekränkt siihck. Der Zusatzantrag der Arbeiterpartei zur Thronrede wurde mit 424 gegen 53 Stimmen abge- l e h n t. Die größere Zahl der L i b e r a l e n stimmte unter Führung von Sir Herbert Samuel für die Regierung, obwohl sie jetzt auf der Oppositions- feite sitzen. Italien im Brennpunkt. Englische Wühler in Rom -Litwinows Besuch. Berlin, 29. Roo (CNB. Funkspruch.) Die diplomatische Verhandlungen über die mit der Abrüstung zusammenhängenden Fragen haben in ; den letzten Tagen in Rom sehr aktiv eingesetzt. Die Nachrichten englischer Blätter weisen darauf hin, daß der englische Botschafter in Rom, i Sir Erik Drummond, in seiner letzten Unterredung mit Mussolini bemüht war, die Haltung Italiens gegenüber dem Völkerbunde in einem für Genf günstigeren Sinne zu beein;luffcn. Der frühere Generalsekretär des Völkerbundes hat damit die Bemühungen unterstützt, die gleichzeitig von seinem Genfer Nachfolger A o e n o l, der nicht über das gleiche internationale Prestige verfügt, in Rom unternommen worden sind. Es wird nicht berichtet, daß Mussolini sich zum Völkerbundssreund habe bekehren lassen, doch glaubt man in England ein Nachlassen der italienischen Pressekampagne feststellen zu können. Auf alle Fälle hat sich ergeben, daß das Schicksal des Völkerbundes keine vordringliche Angelegenheit und überhaupt nicht wichtig genug ist, um die Großmächte in diesem Augenblick zu beschäftigen. Avenol wird zunächst in London und Paris weller- oerbanMn. Irgend welche Entschlüsse scheint Großbanken und Mgionalbanken als Verieiler des Kredits. Aus dem Untersuchungsausschuß für das Ban.wesen. London, 28. Nov. (TU.) Die Verdächtigungen, daß Deutschland feine Nickeleinfuhren z u Rüstungszwecken erhöht habe, wurden im Unterhaus vom englischen Handelsminister Run- ciman zurückgewiesen. Er sei unterrichtet, daß neuerlich ein großer Nickelverbrauch in Deutschland für Münzzwecke stattgefunden habe. Davon, daß die deutsche Nickeleinfuhr für Rüstungszwecke benützt werde, wisse er nichts. Italien bis zu einer Klärung der Grundzüge der Abrüstungssrage aufgeschoben zu haben. Auch scheint sich zwischen England und Italien zunächst nur Einverständnis darüber ergeben zu haben, daß die traditionelle Fühlungnahme zwischen den beiden Ländern aufrecht er Hal» t e n werden soll. Italien will sich aber auch gegenüber England in keiner Weise feftlegen, ehe es über d i e deutsche Auffassung genau informiert ist. Ein weiteres wichtiges Ereignis der internationalen Politik wird die für Anfang Dezember bevorstehende Zusammenkunft zwischen Mussolini und Litwinow in Rom bilden. Litwinow hat zwar schon im Jahre 1922 an der Konferenz zu Genua teilgenommen und im Jahre 1930 in Mailand eine Zusammenkunft mit dem damaligen Außenminister Grandi gehabt, eine Begegnung mit dem italienischen Regierungschef ist aber trotz der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der politischen Freundschaft der beiden Länder noch nicht erfolgt. Italien hat im Augenblick ein besonderes Interesse daran, einer ausgesprochen französischen Orientierung der russischen Politik entgegenzuarbeiten. Geopolitik - MenpoM. Von einem führenden Mitglied der Ar- beitsgemeinschust für Geopolitik erhalten wir folgenden Aufsatz zur Verfügung gestellt: Als im Jahre 1931 vom Reichstagsabgeordneten n g n c r im Auftrag des Reichsministers Darrs die 21 r b e i t s g e m e i n j d) a f t für Geopo- litif gegründet wurde, sch.oß sich der Bund der Nationalsozialist.ichen Weltanschauung mit den beiden Prinzipien oer Bewegung — Bmt und Boden — zu einem organischen Ganzen, das auch die wissen,chafti>che Bearbeitung der beiden ideellen Säulen uer Bewegung in sich schloß. RassenpoNlik ist jchan längst etwas Vertrautes, etwas Seibstveistaitüliches für den Politiker oes 20. Jahrhunderts, der sich aus den Fesseln pes „fürstlichen" Denkens befreit Hal. Die Vertiefung oer ruhenpolitischen Grundsätze durch die wis- senich.ftluche Lehre ging ganz parallel mit der prak- t‘|aM 0>e|tditung des Rassegedankens. Wir haben heute eine gut duichgebildete, mit den rnoberi ften Methoden und durchaus wissenschaftlich korrekt arbeitende Rassenlehre, die bereits imstande ist, das Rüstzeug für das schwierige Problem des rassischen Rechts, für die rechtlichen Grundlagen des neuen Staatsaufbaues usw. zu liefern. So sehr aber in der Oeffentlichkeit der Rassen- gedanke ins Bewußtsein so ziemlich aller toüjiajtcn gedrungen ist, |ö wenig ist die zweite Grundlage jeguchei' oig.,nischei», natürlichen und lebcnsbeja» benben Weltanschauung — der Gedanke der Boaenverbuiidenheit — Allgemeingut des deutschen Volkes geworden. Lediglia) in dec V.r- binbung der beiden Worte, in der Gesetzgebung als ’-Ö.gri)| der Rückkehr zu natürlichen ^.v.ns- fotmen hat der „Loden-Gedanke" Wurzel gefaßt. In Wirilichkeit ist aber doch sein. W.muni. ... weit tiefer gehende, eine viel umfassendere. Schon eiii kurzer Blick auf die Gesch.chie uer Kriege, auf bi.' Wirkungen der Lage una Begrenzung eines Staates, eine Betrachtung des Verkehrswesens, der innerstaatlichen Organisation eröffnet eine ganz eigenartige Perspektive über die Auswirkungen des „Boeens' und des „Raumes" auf das völkische und ft Ruche Leben R>eiiil man z. B. ine Birkungen der Insettage Gioobritanniens ansieht oder feststellt, daß ein ö ud ooer ein Gebirge gute Grenzen sind, so wird i1-) jeder sofort an die Schule erinnern, an die ein« f. ch.n -Kenntnisse der unteren Klassen und finden, dutz er eigentlich schon längst die Bedeutung des Vouens velstanoen hat, aber daß er sich nicht um einen Einbau dieser Form des bobenmibumenen Denkens in jein Weltbild gekümmert hat Manchen kaufen ist es allerdings eine Selbstverständlich.eit: S- V. den Verkehrstechnikern, den Seeleuten, den Soldaten usw. Aber so sehr vielleicht der Gedanke des Zusammenwirkens zwischen Volk, Staat und Boden dem einzelnen geläufig, so wenig ist darüber bis heute in verjchiedenen wissenjchaftlichen Disziplinen zu bemerken insbesondere hat die Staatslehre sich noch immer nicht vom rein juristischen Standpunkt entfernt. Uno doch liegt gerade das so nahe. Der Führer hat wiederholt darauf hingewiesen, daß der Staat kein lebloses Drganifat.onsgebilbe ist, sondern die höchst lebendige Lebensform eines Volkes darstellt. Und nichts ist dann selbverständlicher als die Beziehung dieses Volkes zu seinem Lebensraum zu untersuchen. Es leuchtet ein, daß ein Steppenvolk in einem Waldland kaum gedeihen wird, ein Gebirgsvolk in Wüsten zugrunde gehen muß. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß der nordische Mensch nicht in den feucht-heißen Tropenländern siedeln kann oder daß sich in den nördlichsten Festlandgebieten niemals Staaten bilden konnten. Alles das ist Mgemeinwis- sen. Die Verbindung Rasse-Boden ist in dieser Form etwas Selbstverständliches. Für die nationalsozialistische Idee, muß aber das Interesse viel weiter gehen und aus diesen Selbstverständlichkeiten eine Forschung aufgebaut werden, die auch die unbekannten Fäden zwischen Rasse und Raum ausfindig macht, um daraus auf Staatsaufbau, Gesetze bes Raumes, der Außenpolitik usw. schließen zu können. Wir haben es dann allerdings mit einer Staatslehre zu tun, die weniger juristisch als biologisch : geographisch bestimmt ist. Der Staat ist in dieser Betrachtung fein Vertragsgebilde mehr, wie ihn die französische Revolution und der Liberalismus sehen wollte, sondern ein Ueberindi- viduum das nach ganz eigenen Lebensgesetzen lebt, werden und vergehen kann und eine bestimmte Grundidee erfordert Diese Auffassung ist aber dem Nationalsozialisten nicht nur nicht fremd, sondern zu einem Kernpunkt feiner Staatsauffassung geworden. Darum ist es auch nur folgerichtig, wenn sich die Bewegung mit der von den Liberalen verlästerten, verkannten und zurückgeschobenen Geopolitischen Wissenschaft eingehender beschäftigt, die schon längst bestrebt war, das wissenschaftliche Rüstzeug für eine organische Staatsidee zu liefern. Die Geopolitik, wie sie oon Prof. Karl Haushofer in München, begründet worden war, ist eben jene Disziplin, die ergänzend an die Seite der Rassenlehre tritt und das Zweigestirn „Blut und Boden" auch in den Wissenschaften heimisch macht Es ist hier, wie so oft: ein glänzender Gedanke, eine fruchtbare Idee liegen zum Greifen bereit, aber erst die Entwicklung einer gewissen Reife der Dinge hebt sie aus dem Hintergrund hervor, um sie in den Kreislauf der Welt einzuschalten. Die Erkennung der Bedeutung der wissenschaftlichen Geopolitik als der Lehre oon Boden und Raum für den Staat war eben erst dem Nationalsozialismus Vorbehalten und eine vielleicht gewaltsame Konstruktion einer neuen wissenschaftlichen Disziplin ist vermieden. „Geopolitik" bedeutet ursprünglich die Ver- London", 28. Nov. (WTB.) Im Unterhaus äußerte sich Baldwin über die außenpolitische Uage. Die zur Zeit lausenden Besprechungen könnten d r e i e r l e i E r g e b n i s s e haben: 1. Die Entwaffnung aller Länder auf den Stand der gegenwärtigen Rüstung Deutschlands. 2. Die Beschränkung der Rüstungen durch ein Verbot aller schweren Angriffswaffen! in diesem Falle würden die hochgerüsteten Staaten bis zu einem gewiss.n Punkt abrüsten, während Deutsch land bis zu diesem Punkt aufrüsten würde. 3. Ein unbeschränktes Wettrüsten. Diese dritte Möglichkeit dürfe unter feinen Umftänben zugelassen werden. Großbritannien fei nicht der Ansicht, daß irgend ein Land dauernd in einem Zustand der Unterlegenheit hinsichtlich der Bewaffnung gehalten werden könne. Man könne nicht e r w a r t e n , daß ein Land in einer solchen Lage verharren wolle. Deulsch- land habe, so fuhr Baldwin fort, große in nere Probleme zu lösen. Es brauche daher den Frieden, und man hoffe, daß es ihn auch roünfae. GroßÖrii'annien, Frank reich und Italien müßten alle i n dierekte Berührung mit Deutschland kom- i men md einen IBei ausfindig machen, der einen Fortschritt erhoffen lasse. Baldwin sprach die Hoftnung aus, daß die Ab- rüftungsirage später einmal wieder eine Angelegen- ; heit des Völkerbundes würde und in feinem Rahmen weitere Rüstungsverminderunge'n vorg.nom- 1 men würden, so baß man sich auf diese Weise Schritt um Schritt dem Ideal der Abrüstung nähern könnte, das alle Menschen erstrebten, an dessen Verwirklichung in naher Zukunft aber nur einige wenige Enthusiasten glaubten. „Ich möchte", so fuhr Baldwin fort, „Frankreich sagen, daß wir und die Franzosen die Erben und Inhaber einer großen und alten Zivilisation sind: Wenn das, was wir erhalten haben und was wir der Welt gegeb.n haben, verloren geht, dann wird es nach meiner Ansicht sich n'cht verlohnen, in dieser Welt zu leb n. Unfire Belange stehen einander sehr nahe. Unsere Freundschaft ist erprobt und sicher, und ich hosse, so schloß Baldwin seine Rede, daß es <5ate an Seite mit uns i m Kampf um einen sicheren Frieden steht, den die Franzosen von Grund ihrer Seele ebenso wünschen, wie jedermann in England" (Beifall). Der Konservative O'C o n n o r erklärte, am besten wäre wohl, den „Zant" über die Abrüstungsfrage zu vergessen und die Wurzel allen U ebels in Angriff zu nehmen. Wir müssen, so sagte O'Eonnor, an die Revision des Versailler Vertrages gehen. 3d) glaube nicht, daß es für Europa Frieden und Hoffnung geben wird, bevor diese Revision vorgenommen worden ist. Europa muß nicht in den Schmelztiegcl geworfen werden, denn es befindet sich bereits darin. Die Fragen des Korridors, die ungarische Frage und die Lage im Saargebiet müssen in Angriff genommen werden. Es ist zu begrüßen, daß der Staatssekretär des Aeußeren zu verstehen gegeben hat, daß es einen diplomatischen Meinungsaustausch üh die Lage geben wird. Das britische Parlament ist ein Parlament des Volkes und hat vielleicht mehr Aehn - lichkeit mit der deutschen Regierung und denen, die den Krieg durchgemacht haben, als irgendein anderes Parlament seit dem Kriege. Das Parlament wird nicht auf die Ratschlage von Leuten warten, die niemals im Ernstfälle einen Schuß gehört haben. Es ist Ausgabe des Parlaments, der Regierung die Notwendigkeit dec Revision aller dieser Quellen von Schwierigkeiten und Gefahren vor Augen zu halten. Die Regierung sollte die Sache nicht so auffassen, daß dies ein diplomatischer Sieg Deutschlands wäre. Sie binbung von Geographie und Politik, also d i e Erforschung der röurnlichenDynarnik aus die Politik, sowie die Rassenlehre die Erforschung der rassischen Dynamik auf die Politik zur Grundlage hat. Es ist somit eine praktische Wissenschaft, mit der wir es $u tun haben. Es ist ein Wissenschaft, die mehr an die Kunst gemahnend, die Fähigkeit der Intuition im höchsten Maß erfordert, um gerade das, was für die Politik entscheidend ist — die politische Voraussage — zu ermöglichen. Geopolitik ist demnach keine Wissenschaft im üblichen Sinn. Sie ist vielmehr unsystematisierte Erkenntnis einer unserer beiden wichtigsten Lebensgrundlagen — des Bodens —, die dem Befähigten das Rezept des praktischen Handelns, dem Volk aber das alte durch die Verstädterung verloren gegangene Gefühl und Verständnis für die räumlichen Grundlagen der Politik gibt. Geopolitik und Raffenpolitik — Blut und Boden . — find die beiden großen Linien, die zusammen- ! strömend das Gebäude des künftigen Staatsauf- j baus des deutschen Volkes ergeben werden. Darum i Berlin^, 28 Nov. In der heutigen Sitzung stellte Dr. Schacht zum Problem der besseren Kreditverteilung die Frage in den Vordergrund, ob es nicht empfehlenswert sei, an die Stelle des weitverzweigten Filialbanknetzes e i n S y st e m van N e g i o n a 1 b a n f e n zu fetzen. Dr. Rummel legte dar, daß im allgemeinen die Generaluntasten bei den Filial-Großba:>..'en kleiner fein werden, als bei den Provinzgroßbanken. Dagegen herrsche bei den letztgenannten eine engere Verbun - den heit zwischen der Bankleitung und der Kundschaft. Selbst dem hervorragendsten Filialbankleiter fehle immer etwas, was den kleinsten Regionalbankdirektor auszeichne: nämlich d i e letzte Verantwortung. Die enge Verbundenheit zwischen den Negionalbanken und ihrer Kundschaft habe in der Kreditkrise des Jahres 1931 dazu geführt, daß sich die Folgeerscheinungen der Krise bei den Negionalbanken nicht so'stark n u 5 ro i r f t e n. Eine Zerschlagung der Großbanken zugunsten der Regionalbanken sei abzulehnen, dagegen sei eine allmähliche, organische Rückentwicklung der Großbanken und eine Zurückziehung der Großbankniederlassungen zu befürworten, die nicht unbedingt erforderlich sind. Baron von Schröder erklärte, wenn der Staat Teile der ihm de facto gehörenden Großbanken benutze, um damit dem gesamten Regional- । Banken-System zu helfen, so würde dies nur im I Sinne eines organischen Wachstums der Regional- sind beide Teile Pflichtgsgenstand der nationalen Bildung, notwendige Erkenntnisse der neuen Generation. „ ©er teuische Gchnti m Wien. Die österreichische Negierung spricht ihr Bedauern aus. Berlin, 28. Nov. (WTB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat dem deutschen Gesandten Dr. Rieth anläßlich des Zwischenfalls an der deutsch-österreichischen Grenze vom 23. No- vember, dem ein Angehöriger der Reichswehr zum Opfer gefallen ist, sein ve- dauern ausgesprochen. Der Bundeskanzler Hal dabei milgeteilt, daß er alles veranlaßt habe, um eine schnelle und vollständige Aufklärung dieses schmerzlichen Vorkommnisses herbeizuführen und hat sich vorbehalten, zur Frage der verant- wortung Stellung zu nehmen, sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt. bauten liegen. Das Bestehen eines solchen Systems gewährleiste eine bessere Kreditvertei- lung, besonders für die mittleren und kleineren Betriebe und eine bessere Pflege des Personalkredits. Dr. Reinhart (Commerzbank) hielt es für verfehlt, daß etwa Regionalbank, n mit öffentlichen Darlehen gegründet werden. Hinsichtlich der Kreditgewährung t t Commerzbank teilte er mit, daß vom 1. April bis 31. Oktober 33 4877 Kredite unter 100 000 Mark und nur 95 Kredite über 100 000 Mark gewährt worden feien, worin die Wandlung des Kreditgeschäftes der Großbanken deutlich zum Ausdruck komme. Er habe die Erfahrung gemacht, daß der am meisten her- umgekommene F i l i a l b a n f l e i t e r, der erst bodenständig geworden fei, die besten Qualitäten besitze. — H^rr von Moller bezeichnete es im Zuge der Dezentralisation der Großbanken für wünschenswert, dieselben von dem Uebermaß an kleinen Filialen zu befreien. Die Großbanken selbst solle man als Versorger der großen und mittleren Betriebe bestehen lassen und zunächst damit beginnen, das Filialsystem stark abzubauen. — Dir. U r b i g warnte vor einer Zerschlagung der Groß- banken, denn sowohl bei einer Tätigkeit von großen Auslandsgeschäften, als auch in währungspolitischer Hinsicht werde man auch in Zukunft dem Auslande gegenüber die bestens eingesührten und erprobten Großbanken brauchen. Auch der hiesige österreichische Gesandte Tau» schiß Hai dem R e i ch s a u h e n m i n i st e r das Bedauern seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, wie er auch bereits den öfter, reichischen Generalkonsul in Nürnberg gestern angewiesen hatte, an dem Leichenbegängnis teilzunehmen und an der Bahre des erschossenen Rcichswehrsoldatcn einen Kranz in seinem Auftrag niederzulegen. Ein weiteres Todesopfer des Terrors - uchen , 28. Nov. (CNB.) Jrn Krankenhaus in Wels (Oberösterreich) ist, wie der „Völkische Beobachter" meldet, der 54jährige Bergmann Ioh. W a tz j n g e r, der am 18. September d. I. in Wolfsegg von Gendarmen durch einen Schuß schwer verletzt wurde, seinen Verletzungen erlegen. Damit hat der blutige Zusammenstoß in Wolfsegg, bei dem eine Gen dar« mericabteihing auf die in einem Gasthause versammelten Wolfsegger Ratio, alsozialisten eine Gewehrsalve abfeuerte, ein viertes Todesopfer gefordert. Die ersteSynobe dervereiniglen heffen-raffauischenLandrskirchen Heil Hitler.' Gez. Dr. von Renteln. als Kirchenminister zurückgetreten der NSDAP, die Pfarrer von lchrichtendienstgefell» dahin verständigt. schäft mit beschränkter Haftung daß die in Deutschland nen Dienste der beiden -erausoegebe» Gesell sch aftea Union Internationaler 9lai Wesen und Zukunstsaufgaben -er Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 28. Roo. (TU.) Die verlautet, ist Bischof hosscnfelder, der Reichsleiter der Glau- bensbewegung Deutsche Christen, von seinem AmtealsKirchenministerzurückgetre- le n. Der Rücktritt ist wohl auf die Dorlommniffe in der Sportpalaskkundgebung der Deutschen Christen zurückzuführen, wo der inzwischen seines Amtes enthobene Berliner Gauleiter Dr. krause die Be- kennlnisgrundlage der evangelischen Kirche angriff, ohne daß ihm, wie man der Leitung der Glaubens- bcwegung vorwirfl, schon in der Versammlung selbst enlgegengetreten worden wäre. I E ne Erklärung Frankfurter Geistlicher. WSN. Frankfurt a. M., 28. Nov. Anläßlich der Evangelischen Volksmissionswoche verlas Pfarrer Karl Veidt eine Erklärung der Frankfurter Geistlichen, die sich nicht der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" angeschlossen haben und in der es u. a. heißt: „Unsere evangelische Kirche steht in einer der ernstesten Krisen, die sie je erlebt hat. Es konnte nicht ausbleiben, daß die Neugestaltung Feierliches Geläute rief gegen 10 Uhr das evangelische Mainz zum Erösfnungsgottcs- d i e n ft in die Christuskirche. In feierlichem Zuge betraten unter Vorantritt einer ~ ' Prälat Diehl und Pfarrer Dietrich-Wiesbaden zur Berufuno in das Bischofsamt vorgeschlagen. — Darmstadt Eih des Landesbischoss. zusammengelegt werden. Zu diesem Zweck« wird eine neue Gesellschaft gebildet, die sich Deut* lches Nachrichtenbüro GmbH, nennt. Zum Vorsitzenden des Vorstandes der neuen Gesellschaft ist Herr Otto M e j e r (bisher Tel.-Un.), ju seinem der Dinge im Reiche sich auch in der evangelischen Kirche auswirken mußte. Wir haben es begrüßt, daß der Zersplitterung in der Kirche ein Ende gemacht wurde. Aus Gcwiftens- gründen konnten wir uns nicht an die Glaubensbewegung „Deutscher Christen" anschließen. Der Zweck der Volksrnffsion ist, Wegweiser zu geben für unser kirchliches Leben. Die Vorgänge im Sportpalast zeigen deutlich, daß das Bekenntnis der Kirche in schwerer Gefahr ist. Die Erklärung, mit der der Reichsbischof jener Kundgebung und ihren Irrlehren entgeaengctreten ist, zeigte die außerordentliche Gefahr, die für die Kirche besteht. Nichts wäre verantwortungsloser, als wenn, nachdem der Marxismus und seine Irrlehren zusammengebrochen sind, die Feindschaft gegen die evangelische Kirche unter derMaskeeinerger- manischen Religion neuen Eingang finden sollte. Das Evangelium kann nur seine helfende und aufbauende Wirkung entfalten, wenn es rein bleibt. Wir haben die theologischen Gegensätze überwunden, wir haben uns z u einer Front christusgläubiger Evangelischer zusammengefunden; der theologische Streit gehört damit in unserer Stadt der Vergangenheit an Arbeitsbeschaffung in Öen Wmiermonaten. Ersatz* und Arparaturarbciten sollt» nicht * hinausgczögert werden. Nou. (CNB.) Der Präsident des Reichsstandes der Deutsch, n Industrie Dr. Krupp P?. y>albad> Hal sämtliche 'JÖuflrienen «pitzenorganijalionen aufgefordert, die Ziele der Rcichsregierung in ihrem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften zu fördern. Ein wich- tlges Mittel erblickt der Prasidem darin not- wendige Ersatz - undReparaturarbeiten nicht mehr länger hinauszuzögern, sondern unverzüglich alle Betriebe durchzuprüsen, 'n welchem Ausmaß derartige Arbeiten während der nächsten Monate beschleunigt in Angriff genommen werden können. Dabei ist zu berücksichtigen, daß selbst k l e i n st e Reparaturen in ihrer Häusigkeit zur Belebung wesentlich bei- tragen. Dort, wo der Unternehmer in der Lage ist, Abschreibungen zu erübrigen, kann von ihm m der jetzigen Zeit erwartet werden, daß er diese Beträge nicht thesauriert, sondern sie ebenfalls dem wirtschaftlichen Zweck der Abschreibung ent- sprechend für weitere A r b e i t s b e s ch a f - s ung ei n setzt. Auf diese Weise leiste, dideutsche Wirtschaft zugleich wertvolle Vorarbeit für die notwendige Durchführung weiterer Maßnahmen auf dem Gebiet der Senkung von Steuern und Zinsen. Weihe Wochen b eiben vorerst bestehen Berli n, 28. Nov. (WTB) Bei Den Verhandlungen, die im Reichswirtschaftsministerium in den letzten Tagen über die Frage der Abschaffung der Weißen Wochen stattgefunden haben, ist festgestellt worden, daß eine Abschaffung der Weißen Woche bereits für das Jahr 1934 nicht in Betracht kommen kann, weil sic für die betroffenen Unternehmungen in Industrie und Handel eine gewisse Umstellung und Verfügung a u f weite Sicht notwendig macht. Die Frage, ob die Weißen Wochen nach dem Jahre 1934 noch zugelassen werden sollen, wird noch geprüft. 'Ißort' wurden folgende drei Telegramme be- kanntgegeben: 1. A n den Reichspräsidenten: „Von althistorischcr Stätte, die soeben den Zusammenschluß der drei evangelischen Landeskirchen von Hessen, Nassau und Frankfurt erlebte, entbiete ich namens Der Synode Ew. Exzellenz ehrerbietigen Gruß und deutsches Tr-ucgclöbnis. Gott schütze Haupt und Glieder." 2. 21 n den Reichskanzler: „Mein Führer! Dom freien, deutschen Rhein, der soeben Zeuge ward einer deutschen evangelischen Kirche, einig geworden aus den drei Kirchen Heften, Nassau und Frankfurt a. M., grüße ich namens der Synode mit Dem Gelübde: Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen, vorwärts mit Gott!" 3. A n den Reichsbischof: „Wir grüßen Sie m't der Bitte, daß Sie nicht müde werden im Kampfeswillen. Wir geloben Ihnen, daß wir zu Ihnen stehen und eine einige evangelische Kirche wollen Wir vertrauen, daß wir durch Gottes Gnade unter Ihrer starken Führung eine Kirche werden. Gott mit Ihnen und Gott mit uns!" Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Reichsbischof, den Reichspräsidenten und den Reichskanzler, dem D?m'chland- und dem Horst-Wesf-l-Lied schloß gegen 13 Uhr die 1. Großhessische Synode. reiches auf Erden heraus. Wir erblicken unsere besondere Aufgabe darin, unsere ganze Kraft dem neuen Deutschland zur Verfügung zu stellen, auf daß im Dritten Reich nach Gottes Willen Gottes Reick mehr und mehr Gestalt gewinne." Die Bach-Kantate „Gott, der Herr, ist Sonne und Schild", unter der Leitung des von seiner Mainzer Tätigkeit her noch bekannten Kantors Utz, gesungen von dem Wiesbadener Bach- Chor, gab einen wundervollen Auftakt zu der Predigt des Wiesbadener Bevollmächtigten, der ebenfalls von feiner Mainzer Wirksamkeit her noch in guter Erinnerung steht. Mit dem einmütigen Bekenntnis der Gemeinde, dem stehend gesungenen Luthcrlied, sand der erhebende Gottesdienst seinen Abschluß. Die Eröffnung der Synode. Pfarrer D Verck zum Präsidenten gewählt. Von der Christuskirche aus begaben sich die Sy- nodalen in geschlossenem Zuge in das Kur- fürstliche Schloß. Wie in der Christuskirche, 1° hatte auch hier die SA. und SS. in dankens- werter Weise den Ordnungsdienst übernommen. Der Akademiesaal bot ein farbenprächtiges Bild. Auf dem Präsidentenstuhl hatte der hessische Kirchen- bevollmachtigte, Dr. Klein (Darmstadt), Platz genommen. In seinem Eröffnungswort hob er die Be- Deutung der Stunde hervor, die ein sichtbarer Be- roeis dafür sei, daß nun auch auf kirchlichem Gebiete Neuland beschritten werde; die Grenzen zwischen den einzelnen Landeskirchen seien gefallen, hoffnungsvoll dürfe man in die Zukunft der wer- Lenden großhessischen Kirche blicken. Landeskirchenrat Walther (Wiesbaden-Bier- stadt) sprach hierauf ein Gebet. Genehmigung der Geschäftsordnung nahm Rechtsanwalt Klein die Verpflichtung der Synodal- vertreter auf die Kirchenverfaftung durch Handschlag var. Einstimmig wurde sodann Pfarrer D. B e r ck (Roßdorf) das Amt des Präsidenten der er st en Synode der vereinigten Kir- ck e n übertragen, der nach vankesworten und dem Gelöbnis, |em Amt mit Gerechtigkeit zu führen zum stellvertretenden Präsidenten ?lro- r i f t f ü h r e r Landeskirchenrat Wal- ther Wiesbaden) und Stadtrat Niemeyer (Frankfurt a M.) berief Der Präsident dankte hier- aus den Landeskirchenraten und den Bevollmächtig, ten die der vereinigten Kirche 'grundlegende Der- sasiung gegeben und sich um die Form der neuen er »''n historisches Verdienst erworben hätten. Er dankte ferner den Landeskirchenregierungen und den Staatsregierungen und der evangelischen Kir- chenleitung daß sie den Weg bereitet und die Rich bCn unbCm rnÖ0cn Öi'tnifo sein, daß wir auf dem alten Grund, der Christus ist, weiterbauen, und in den Bahnen, die Gott uns Deutschen ausgetan, weiterschreiten, Kirche und Volk zum Heil. Die Neschiüffe der Synode. Die Synode beschloß sodann einstimmig, dem Reichsdischos zur Berufung in da. Bild) o f • a m I der vereinigten Kirchen Heftcn- Darmstadt. Nassau und Frankfurt a. IN. die Herren Prälat D. Dr. Dr. Diehl (Darmstadt) und Pfarrer Lic. Dr. Dietrich (Wiesbaden) vorzuschlagen. Jür den theologischen Kirchen- eat schlug die Synode dem Landesbischos fol- gende Herren vor: Pfarrer Lic. Dr. Dietrich (Wlesbaden), Pfarrer petermann (Jranl- furt a. IN ), Landeskirchen, rat Walther (Wles- baden), Pfarrer 01 f f (Bodenheim), Pfarrer B r ü ft (c i n (Offenbach), von den Laien de» | Geschäftsbetrieb einheitlich und verbilligt durchge- führt werden könne. Die Mitgliedschaft der Deutschen Arbeitsfront. Der Leiter des Organisationsamtes der Deut- schen Arbeitsfront, Claus Selzner, hat verfügt, daß werktätige deutsche Volksgenossen mit sofortiger Wirkung die Einzelmitgliedschaft erwerben können. Die Baubetriebs 3 eilen - Abteilungen fuhren die Werbung dieser neuen Mitglieder durch. Die Beitrittserklärung enthält u. a. den Satz: „Ich verpflichte mich, in all meinem Denken und Handeln nach dem nationalsozialistischen Gesetz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz zu streben." Jeder schassende deutsche Mensch kann Einzelmitglied der Arbeits- front werden einschließlich Erwerbslose und Pensio- nare, mit Ausnahme von Beamten. In Deutschland arbeitende Ausländer können als zahlende Mitglieder ausgenommen werden. Zur Aufnahme 'ft die Erfüllung der Arierparagraphen notwendig. Die Neuanmeldung ist nur für Einzelperso - n e n möglich. Unternehmer treten also nicht für die ("Yirma, sondern für ihre Person als Einzelmitglied em. Eine Trennung nach sozialen Funktionen (Unternehmer, Arbeiter oder nach Beruf) darf von den örtlichen Dienststellen nicht oorgenommen wer- den. Di.' Aufteilung nach Gruppen bleibt oorbehal- ten. Mit Wirkung vom 1. Januar 1934 tritt — abgesehen von der erwähnten Mitglieder- sperre für die Verbände der Arbeitsfront, die sofort wirksam wird — zur Aufarbeitung cingelaufener Aufnahmererklärungen eine Mitgliedersperre für die gesamte Deutsche Arbeitsfront ein. Schließlich erklärt Selzner Die Schaffung einer großzügigen Sozialoerfassung, hie dem schaffenden Menschen die Sorge für den Lebensabend obnimmt, die Betreuung all ihrer Mitglieder in den Rechtsfragen, die Erziehung ihrer Mitglieder zum nationalsozialistischen Denken sind die nächsten Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront. Eine weitere Organisationsanordnung Selzners bestimmt, daß alle Dienststellen der Deutschen Ar- beitsfront in Personalunion von den Dienststellen der NSBO. durch die Amtswaller der NSBO. -u führen sind. Schumann habe zu Zweifeln geführt, ob neuer- Omgs auch die dem Handwert, Handel und Ge- PfJ“. ail£^\nöcn selbständigen Unternehmer ourA die NsBO. geworben und in die Deutsch« drbertsrront eingegliedert werden sollen. Nach einer heule mir dem tfuhrer der DAF. Pq. Dr. Ley und b€r -i580 Pg ZBili.-r edjumann fle-ablen Umerrebung wurde diese Frage dahin- gehend geriert, daß die i nb u ft r ielIe n U n t e r- ?nfI’”nxc xUrd> bie 91 «SO. -rsaßt werden loben, daß dagegen die selbständigen Unternehmer oes Handwerks, Handels und Gewer- des nach wie vor durch die NS.-Hag o in den Gesamwerband der Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibenden in der DAF. geworben und organisiiert werden. Landeskirchenrals Rechtsanwalt Klein (Darm- stadt). — punkt 6 der Tagesordnung, der eine Beschlußfassung über ein Beamtengeseh vorsah. wurde von der Tagesordnung a b g e | e tj t, nachdem der Rcichsbischos eine Regelung in Aussicht gestellt hatte. Statt dessen wurde auf Antrag von Pfarrer Olff (Boden- Helm) einstimmig beschlossen, daß der Londes- dlschos feinen vorläufigen Sih in Darmstadi hat. Bevor sich die Landessynode vertagte, hielt der Präsident, Pfarrer D. Serif, eine ergreifende Ansprache, in der er ausfuhrtc: „Die Kirche Philipps des Großmütigen ist in der Wiederertle- hung begriffen. Mit Dank schauen wir in dieser Stunde auf das Erreichte zurück; in neuem Vertrauen sehen wir in die Zukunft. Persönlichkeiten wie Luther und Bueer gewinnen für uns Hessen in diesem Augenblick wieder Gestalt und Leben. Luthers 62. These: ,Der wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes' weise uns Grund und Weg zum Ziel. Gottverbunden sind wir volksverbunden und fugen so das Beste zum Bau des Dritten Reiches ein, auf daß das Volk wieder Kirche und die Kirche wieder Volk werde." Nach dem Choral: „Erhalt uns, Herr, bei deinem Mainz, 28. Nov. Der 28. November bedeutete einen geschichtlichen Moment für die evangelische Kirche Deutschlands. Die seit Jahren erstrebte, am 12. September von den drei Landeskirchen Hessen, Hessen-Nassau und Frankfurt beschlossene Vereinigung zu einer oroßhessischen Kirche ist mit der Abhaltung der 1. Großhessischen Synode zur Tatsache geworden. Das altehrwürdige Mainz, das auch ursprünglich als Sih des Landesbischofs der großhessischen Kirche vorgesehen war, durfte in seinen Mauern neben den Synodalen zahlreiche Gäste und Freunde der evangelischen Sache aus den verschiedensten Landesteilen des Rhein-Maingebietes begrüßen. Erschienen waren Vertreter der Reichsund Staatsbehörden, sowie der seitherigen Kirchen- regierungen von Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Prälaten der Hessischen Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl (Darmstadt), die Kirchenräte St ruck- mager und Drommershausen von Frankfurt, den Bevollmächtigten der Landeskirche Hessen- Nassau, Pfarrer Lic. Dr. Dietrich (Wiesbaden), sowie den Superintendenten der Provinz Rheinhessen, die Rektoren der Universitäten Marburg und Gießen, ferner den Vertreter des Herrn Reichsstatthalters, Ministerialrat Rings- häufen (Darmstadt), Provinzialdirektor Wehner (Mainz), Oberbürgermeister Dr. Barth und den stellvertretenden Kreisleiter E h r g o 11. Infolge dringender Amtsaeschäste war der Herr Reichs- bi schof, mit dessen Erscheinen man noch bis zum letzten Augenblick gerechnet hatte, am Kommen verhindert; er ließ sich durch zwei Adge- sandte vertreten. Festqottesd.enst in her Christuskirche. Zur Vermeidung von Irrtümern sei ausdrücklich darauf hing wiesen, daß die der Deutschen Arbeits- front angeschlossenen Verbände nicht a u f g e I ö ft sind, es besteht für sie lediglich eine Aufnahme- sperre, die nicht mehr aufaeboben werden wird. Dagegen können werktätige deutsche Volksgenossen die Einzelmitgliedschaft bei der Deutschen Arbeits- front erwerben. Oie Eingliederung der Unternehmer. Berlin, 28. Nov. (TU.) Die Reichsamts, le kung der NS Hago teilt mit: Die Anordnungen der Deutsch e Arbeitsfront Nr. 13 33 und 14 33 sowie der Inhalt einer Rede von Pg. Walter Berlin, 28. Nov. (TU.) Der Führer der Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley stellte vor der Presse einige Unklarheiten über das Wesen der Arbeitsfront richtig. Dr. Ley führte u. a. aus, er sehe seine Aufgabe darin, die Einheit durchzuführen. Inte re s s e n k ärn p f e wirtschaftlicher Art müßten auf ein Mindestmaß herabgeschraubt werden, vor allem dürften sie nicht auf die P o l i - tik eines Volkes Einfluß haben. Das Arbeitsverhältnis müsse geordnet werden, aber dies dürfe nicht der Inhalt von Organisationen sein, die sich dann noch politischen Einfluß verschafften und mit Hilfe dieses Enslusfes ihre persönlichen wirtschaftlichen Interessen förderten. Innerhalb eines halben Jahres sei es gelungen, das gewerkschaftliche Denken aus den Verbänden herauszubringen. Der Begriff Arbeitsfront habe sich gegenüber dem Verbandsgedanken durchgesetzt. Bewußt habe man nicht das Wort Arbeitsfront gewählt, da die Organisation Arbeitgeber, A n - ge st eilte und Arbeiter umfassen und die große Schule der Erziehung für das deutsche Volk sein sollte. Die Partei sei das Predigertuni, die Hüterin der Weltanschauung, während die Arbeitsfront die Gemeinde sei, in die diese Gedanken gegeben und wo sie verwertet würden. Die Arbeitsfront sei die große Klammer um die Massen des Volkes, in der jeder Deutsche Anteil am Staat, am Aufbau, am Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsleben habe. Im neuen Staat könne keine Masse gebraucht werden, die n i ch t A n t e i l a m politischen Leben nehme. Diktate von oben seien leicht, aber Diktate hätten keinen Mert, wenn es nicht gelungen sei, vorher den Menschen klar zu machen, aus welchem Grunde man so handele. Der neue Staat dürfe keine Verordnung erlassen, die das Volk nicht bis zum Letzten anerkenne. Um die Einheit herzustellen, habe er die Verordnung erlassen, daß die Verbände mit sofortiger Wirkung keine Mitglieder mehr a u i n e timen sollen. Nunmehr gäbe es nur noch einzelne Mitglieder, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sie müßten in der Riesenorganisation geordnet werden. Man weLde sie am besten nach dem einordnen, was den einzelnen Menschen und seine Entwicklung fördere. Das sei der Beruf, die Fachschaf:. Eine Ordnung nach Klaffen, Ständen oder Schichten gebe es nicht mehr. Arbeitgeber und Arbeitnehmer gehörten zusammen Augenblicklich beständen noch drei Arten von Mitgliedschaften. 1. Die Verbandsmitgl ieder; durch die heutige Verordnung schlöften die Verbände ihre Reihen, sie verwalteten zwar noch Vermögen l.nd Beiträge, sie hätten aber genau dieselben Ausgaben wie die Arbeitsfront im großen: Die Erziehung. 2. Die Korporationen: wie die Reichskulturkammer. die als Korporation Mitglied ist. 3. — und vor allem — die Einzelmiglied- schäft. Die Dienststellen, dl« die Aufnahmen tätig- ten, seien die Dienststellen der Partei, das heißt, die N S B O. - D i c n st st e l l e n des Land s, die' gleichzeitig Dienststellen für die Arbeitsfront feien. Damit eine einheitliche Führung gegeben ist und der Oeburtstagsehrungen für Stabschef Höbni Am Vorabend des 46. Geburtstages des Stabschefs Röhm sammelten sich vor dessen Wohnung in München aroße Menschenmaften an, so daß die Polizei den Verkehr umleiten mußte Teile der Münchener SA. unter dem Kommando von Oberführer Wecker le führten den großen Zapfenstreich aus.^Neben zwei Stürmen der SA stellte auch die 55 eine EhrenbereUschaft. Stabschef Röhm wurde von den auf der Straße wartenden Volksgenossen immer wieder aufs herzlichste be- grüßt. Der bayerische Ministerpräsident hat dem -Stabschef mit einem prächtigen Blumengebinde eine künstlerisch ausgestattete Ehrenbürgerurkunde überreicht, durch die Stabschef Röhm das Ehren- bürgerrecht des Freistaates Bayern verliehen wird Der Stahlhelm hat folgendes Telegramm an Röhm gesandt: „Seinem Stabsführer sendet zum heutigen Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche SA.-R. I. (Der Stahlhelm). ®e,y v. Stephani." Der Führer der Deutschen Studentenschaft und Reichsführer des NSDStB. sandte folgendes Glückwunschtelegramm: „Die gesamte Deutsche Sludcnten- schaft gedenkt Ihrer am heutigen Tage in treuer Verbundenheit und Gefolgschaft. Gez.: Dr.S t ä b e L“ Der Gau München-Oberbayern der NSDAP, ehrte in St. Quirin, wo Reichsschatzmeister Franz Taver Schwarz das Wochenende verbrachte, einen der ältesten und verdienstvollsten Mitkämpfer Adolf Hitlers. Ein saft unübersehbarer Fackelzug bewegte sich von Grund am Tegernsee am Vorabend des 58. Geburtstages des Reichsschatzmeisters nach St. Quirin, wo der stellvertretende Gauleiter Otto N i e p o l d die innigsten Glückwünsche des Gaues München-Oberbayern überbrachte und der Der- dienste des Jinanzminiftcrs der größten Bewegung, die die Welt überhaupt kennt, für den Sieg der Be- roegung gedachte. Heine (Sonbcrumform für AS.-Gtubenten. Berlin, 2*. Roo. (Bdz.) Der Reichsführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studenten.Bundes und Führer der Deutschen Studentenschaft Stan- dartenführer Dr. Stadel hat eine Anordnung erlassen, wonach mit sofortiger Wirkung das Tragen von Sonderunlformen sämtlichen Mitgliedern des NSDStB. strengstens untersagt wird. Die Anordnung lautet weiter: Der Platz des NSDStB.»Kameraden ist in der SA. b z w. in der SS. Ich erwarte, daß meine Anordnung vorn 5. März 1933, nach der sämtliche SludeNtenbund-Kameraden der SA. bzw der SS beizutreten haben, rücksichtslos durchgeführt wird. Wer sich für den SA,- ober SS.-Dienst 3U gut dünkt, für den ist auch im Studentenbund fein Platz. Neuordnung des deutschen Nachrichtenwesens. Berlin, 28. Nov. (CNB ) Angesichts der wirt- schaftlichen Entwicklung in der deutschen Presse haben sich die Inhaber der Continental Telegraphen- Kompagnie Wolffs Telegraphisches Büro AG. und die Gesellschafter der Telegraphen- Fahnenadteilung Groß-Mainz im Ornat, die Synodalen und die Ehrengäste das Gotteshaus, begeistert begrüßt von der auch vor der Kirche zahlreich versammelten Gemeinde. Währenddessen intonierte die mächtige Orgel das Präludium in C-Dur von Bach, gespielt pon den Meisterhänden des Organisten Kuhnert. Die Liturgie wie auch die Predigt über die Bitte: „Dein Reich komme!" hielt Pfarrer Lic. Dr. Dietrich, Wies- haben. Die Predigt bewegte sich etwa in folgenden Öebanfengängen: „Wir evangelischen Christen wissen, daß Reich Gottes und Drittes Reich niemals Gegensätze sein könnten. Wir hören aus der jüngsten Geschichte der deutschen Nation das uralte Sehnen des Volkes nach dem Kommen des Gottes- s flrurf n «ui V Ze Grs hiuerrr fr Rr ' LgltVtt ■ 'iperrt w i> ® vor killt bie 2 '■i bie be Leb yen. innrer ,-Kncn le» ®le v-m M tötbe ipt' btt beuch Wen : baß bie schreiluns her bahi einem oei göltet ju D.-r ti Hof wurde |cit ber 2 Taufenbe g:n bie C n.'hemb 1( Derben, ba gen Borgäi hbrungtn Iblpirrung frier zu s Strophen schloß. -' 16 her T verdächtig, L/kckkZ Serlir für Ernähi fing heute polnischen polnischen lies in lebt gab seiner mtn,das r ^ereinii Dirtscha Hörte in sh? cuf 6cm Q: dntn werten wpäilfyn fiQbih N A."chmiMe k. n und den und betonte, für Deuischlc pobnk zu ci Nisse in C Berlin lttsetzblasi D tung bei Qm 1. Dann "tue ff/b bisher bie g ®'rb bie An Jfgen, bog "°rte rich'-i feigen ur Wen bie r Wir egen hot „Ich lkibesl wt aorte: ‘ > W Alin Wah N -ine. ?I,CM sy L'°Mer ' ! 'Ne bt5 *r Aekeuenu si?flebene ff. ODOL Rat: ZAHNPASTA en. haben d i e Tat ebenfalls gewollt. Sie mußten deshalb sämtlich als Mittäter ver - Llnierzeickriung des deutsch-polnischen Noggenabkommens Beisetzung der ermordeten Deutschen in Graudenz. Ungeheure Beteiligung der deutschen Bevölkerung. Frau Gandhi ist in Anand wegen Beteiligung an der Bewegung des zivilen Ungehorsams verhaftet worden. Es ist das sechste Mal, daß ihre Verhaftung verfügt worden ist. Meine politische Nachrichten Der Herr Reichspräsident empfing den neuernannten deutschen Generalkonsul in Danzig v. Rad 0 witz. „ Neue Zeugnisse sm die kommunistischen Rüstungen znm Bürgerkrieg kommen ungeeigneter Zeuge, da gegen ihn eine Voruntersuchung wegen Hochverrats schwebe. Kriminalkommissar will aus Hamburg schildert seine Wahrnehmungen über die Tätigkeit der KPD. im Hamburger Bezirk. Ein kommunistischer Bombenanschlag war am 26.Februar in Hamburg auf einen nationalsozialisti- Die Regierungskommission hat durch Veröffentlichung im Amtsblatt d i e Verordnungen in Kraft gesetzt, die sie zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit im Saargebiet erlassen hat. Bekanntlich waren diese Verord- nunaen in der letzten Sitzung des Landesrats von sämtlichen Fraktionen mit Ausnahme der Sozialdemokraten a b g e l e h n t worden. Parteien 57 Sitze erlangt. „El Socialifta" behauptet, daß gestern in einem Kabinettsrat Justiz- minister Asensi vorgeschlagcn habe, das Wahlergebnis von 19. November (das der Regierungspartei eine schwere Niederlage gebracht hat) zu annullieren und die verfassungsgebenden Cortes, die aufgelöst worden sind, e r - neut einzuberufen. Asensi beabsichtige, als Protest gegen die „Wahlmanöver" gewisser Parteien zurückzutreten. Das Blatt schließt mit der Bemerkung, daß der heutige Tag von entscheidender Bedeutung sein werde. Eine Krise stehe unmittelbar bevor. Wettervoraussage. Das nordöstliche Hochdruckgebiet hat sich weiter aufgebaut und nimmt ganz Deutschland mit in seinen Bereich. Die aus ihm ausfließende kontinentale Kaltluft wird sich auf die Temperaturen auswirken und in der Nacht leichten Frost bringen. Aber auch am Tage werden die Werte nur wenig über den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Dabei lassen auch öu anfänglich noch vereinzelt auftretenden geringen Schneefälle nach. Aussichten für Donnerstag: Teils be- wölkt, teils aufklarend, Nachtfrost, auch tagsüber Temperaturen nur wenig über Null, meist trocken. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 28. November: mittags 2,5 ®rab Celsius, abends 2 Grad: am 29. November: morgens 1,5 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 2,3 Grad: am 29. November: morgens 1,8 Grad Celsius. — Niederschlag 0,6 mm. Neue Eidesformel. Berlin, 28. Nov. (TU.) Das jetzt im Reichs- gesetzblatt veröffentlichte G e s e tz zur E i n s ch r ä n ° kung der Eide im Strafverfahren, das am 1. Januar 1934 in Kraft tritt, sieht auch eine neue Eidesformel vor. Während der Zeuge bisher die ganze Eidesformel nachsprechen mußte, wird die Vereidigung in Zukunft in der Weise er- folgen, daß der Richter an den Zeugen die Worte richtet: „Sie schwören bei Gott dem All- Stellvertreter Herr Dr. Albrecht (bisher WTB.) ernannt worden. Dem Vorstand gehören ferner an die Herren: Direktor Frhr. Besserer v. Thalsingen und Direktor Dr. Reetz. Den Vorsitz des Aufsichtsrates übernimmt Herr Verleger Hugo Bruckmann (München). Als Delegierter des Aufsichtsrates ist Herr Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß in den Vorstand entsandt worden. Die neue Gesellschaft wird ihre Arbeiten noch vor Ablauf dieses Jahres aufnehmen. 10 LodesurteUe im Hecklinoer Mordprozeß. Im Februar d. I. war der SA.-Mann Eies- lick in Hecklingen (Anhalt) von Kommunisten auf der Straße meuchlings erschossen worden. Das Schwurgericht in Dessau hatte wegen dieses lieber- falls bereits im Sommer d. I. drei Arbeiter aus Hecklingen zum Tode verurteilt. In der damaligen Verhandlung waren die in dem jetzigen Prozeß angeklagten Kommunisten als Zeugen aufgetreten; sie waren während der Beweisaufnahme schwer belastet und auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft im Gerichtssaal verhaftet worden. In dem jetzt zum Abschluß gebrachten zweiten Hecklinger Mordpro- zeß verurteilte das Dessi ter Schwurgericht 10 an- gefragte Kommunisten wegen gemeinschaft- lichen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. In der Begründung des Urteils heißt es u. a.: Die in der Waschküche des Arbeiters Thal- mann versammelten Kommunisten haben hier die Verabredung getroffen, einen Feuerüberfall auf die Natiönalsozialisten vorzunehmen, und zu diesem Zweck sino zwei der Teilnehmer hinausgeschickt vorden. Sie haben dort Posten gefaßt und dann tas Herannahen der Nationalsozialisten gemeldet. Das Gericht hat festgestellt, daß von den 10 Angeklagten zwei geschossen haben. Die anderen Angeklagten haben zwar nicht geschossen, aber sie Aus aller Welt, Oos Theater der Jugend. Der Intendant des Theaters der Jugend in Berlin, Herbert Maisch, gab in einer Pressebesprechung die Aufgaben und Ziele des neu geschaffenen Theaters bekannt. Alle Arbeit des Führers, so führte er u. a. aus, gelte der Jugend. Die deutsche Zukunft sei die deutsche Jugend. Ihr habe die ganze Lebensarbeit zu gelten. Dem Führer gebühre Dank für seine ideelle Jugendfürsorge. Die Erziehung der Jugend zum Theater müsse obligatorisch einsetzen. Zum ersten Male in der Geschichte des Theaters habe eine Regierung der Jugend ihr eigenes Theater gegeben. Das Theater der Jugend solle sämtlichen Jugendorganisationen gehören. Ein Theater mit eigenem Führer, mit eigenem Ensemble, mit eigenem Hause. Es solle die Jugend nicht in den Lehrplan der Schule, sondern in die Erziehung des Staates eingliedern. Es fei ein Theater mit Jugend im Zuschauerraum, mit Jugend auf der Bühne, mit Jugend im Spielplan, und mit Ju- gei.d in der Art, wie dieArbeit betrieben unddieSpiele gespielt würden. Dem Programm entsprechend sei der Spielplan aufgestellt. Er wolle der Jugend den Glauben an sich selbst, ihre Lebensfreude und Lebensbejahung geben mit der Erziehung zur Opferbereitschaft für das Ganze. Es sei eine Selbstoer. ständlichkeit, daß der Stoff aus der großen preußisch-deutschen Geschichte eingeschaltet werde. Allein die Qualität solle bei der Auswahl entscheidend sein. Mit Schillers „Wilhelm Teil" als dem Festspiel der nationalen Erhebung werde begonnen werden. Für die nächste Spielzeit sei u. a. „Die Ouitzows" von Wildenbruch in Vorbereitung. Wenn es wirtschaftlich möglich fein werde, werde der Spielplan durch Opernoorstellungen er- gänzt werden, u. a. mit dem „FreischÜ tz". Alles Erkünstelte und Programmatische werde vermie- den werden. ter Lehranstalten und Mittelschulen 65 Pf. Fach-, Handels- und Berufsschüler ebenfalls 65 Pf., Iu- gendliche, soweit sie nicht den genannten Gruppen angeboren, 65 Pf., SA., SS. und Stahlhelmange« hörige 1 Mk. M 3n Berlin werde im Schillertheater gespielt. Im Reich werde nach dem Berliner Muster in den städ« tischen Theatern gespielt werden Intendant Maisch bat zum Schluß die ausländischen Pressevertreter, dafür sorgen zu wollen, daß die im Auslande ent« ganoenen Lügen von der Zerschlagung der deutschen Rultur durch den Nationalsozialismus widerlegt wurden. ö Deutsche weihnachlsausstellung in Oslo. In Oslo (Norwegen) wird Ende November eine Ausstellung eröffnet, die die Weihnachtssitten verschiedener Volker, besonders in den nordischen Staaten anschaulich zeigen soll. Deutschland wird dabei mit einer wichtigen Gruppe von Weihnachtskrippen vertreten- sein, die im Ausland ganz un- bekannt sind und mit besonderem Interesse erwartet werden. Mit der Zusammenstellung des Mate- rials, zu der nur kurze Zeit zur Verfügung stand, wurde auf Anregung des Auswärtigen Amtes der Kunst-Dienst (Geschäftsstelle des Kunst-Amtes der deutschen Evangelischen Kirche) beauftragt. Es war dem Kunst-Dienst eine ganz besondere Freude, daß der Reichskanzler und Führer Adolf Hitler die erzgebirgische „W e i h n a ch t s p y r a m i d e" zur Verfügung stellte, die ihm vor einigen Tagen von Bildschnitzern und Weihnvchtssreunden aus dem Erzgebirge im Braunen Haus überreicht wurde. Mit diesem Volkskunst Werk aus dem persönlichen Besitz des Reichskanzlers wird die deutsche Abtei- lung sicher einen Höhepunkt der Osloer Ausstellung bilden und eine wichtige Kulturpropaganda im Dienste deutscher Volkskunst sein können. Line Gauverbandsführerin des BDM. verunglückt. Ein Kraftwagen, den die Verbandsführerin des Gaues Norddeutschland des Bundes Deutscher Mä- dels, Fräulein Lilia Hartmann, steuerte, ist auf der Fahrt nach Berlin kurz vor Nauen (Bezirk Potsdam) verunglückt Wahrscheinlich hat die Führerin des Autos in einem Schwächeanfall die Herrschaft über den Wagen verloren. Fräulein Hartmann und eine Beifahrerin liegen schwer verletzt im Nauener Krankenhaus. Die Gauverbandsführerin erlitt einen schweren Schädelbruch. Es be« steht Lebensgfahr. Raubüberfall in einem Berliner Juwelierladen. Ein dreister U e b e r f a l l wurde in der Berliner Friedrichstadt verübt. Ein unbekannter Mann betrat das Juweliergefchäft von B a d i t s ch i k o in der Friedrichstraße. Nachdem er durch Fragen fest- gestellt hatte, daß der Geschäftsinhaber nicht anwesend fei, stürzte er sich auf die Verkäuferin und brachte ihr mit einem kantigen Eisen schwere Verletzungen bei. Auf die Hilferufe eilte eine Frau in den Laden, die ebenfalls von dem Mann niedergeschlagen wurde. Aufmerksam gewordene Passanten hatten inzwischen Polizeibeamte herbeige- rufen, die den Mann überwältigten und fest- nah m e n. Die beiden schwerverletzten Frauen wur« den dem Krankenhaus zugeführt. Der festgenommene Täter verweigert jede Aussage über seine Personalien und hat bisher nur zugegeben, daß er türkischer Staatsangehöriger ist. Drei Todesopfer bei einem Fabrikbrand. In der Zelluloidfabrik in Speyer brach in einem Gebäude, das hauptsächlich Rohstoffe enthielt, e i n Brand aus. Pon den in dem brennenden Raum beschäftigten Arbeitern konnten sich zwei retten. Drei Arbeiter sind in den Flammen umgekommen. Zwei Mann werden noch vermißt. Das Feuer konnte auf feinen Herd beschränkt werden. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Der Belieb wird weitergefllhrt. Gegen die Lynchjustiz in USA. Die Haltung des Gouverneurs von Kalifornien, der, wie berichtet, das Lynchen von zwei des Mordes Beschuldigten ausdrücklich gebilligt hat, wird von den Neuyorker Blättern meist abfällig kritisiert mit der Begründung, daß es nicht Sache eines Staatsgouverneurs fei, die Bewohner zu gesetzwidrigen Handlungen aufzufordern. — Auch der Gouverneur von Maryland teilt offenkundig nicht die Ansicht seines kalifornischen Kollegen, denn er hat den Truppen Anweisung gegeben, 'in der Stadt Smalisbury bei der Verhaftung von neun Per- fonen mitzuwirken, die angeklagt sind, einen alten Neger gelyncht zu haben. Es gelang den -truppen, vier Verhaftungen vorzunehmen' Am Nachmittag kam es in der Stadt zu scharten Zu- sammenstößen mit einer großen Menschenmenge, wobei die Truppen von Tränengas reichlich Gebrauch machten. Die Truppen konnten aber die verhafteten Personen in einem Lastkraftwagen abtransportieren. — In Südkarolina sind elf weiße Männer verhaftet morden, die angeschuldigt werden, am 16. November einen Neger gelyncht zu haben. Riesige Ueberschwemmungen in Montenegro. Wie die Belgrader „Vreme" berichtet, haben die Ueberschwemmungen in Montenegro besonders großen Umfang angenommen. Infolge der unablässigen Regenfälle sind besonders die Dörfer an den Ufern des Skutari-Sees sehr betroffen. Der See ist über die Ufer getreten und hat mehrere tausend Häuser unter Wasser gesetzt. In 1u Fällen ragen kaum die Telegrafenmasten aus den Fluten empor. Die Bevölkerung verbringt seit längerer Zeit die Tage unter Zelten und in großen Berghohlen. e • P 3 i 9 , 28. Nov. (WTB.) In der Dienstags« llvung wird die Vernehmung des Krimmalrats Dr. Heller fortgesetzt zu der Frage, ob zur Zeit oer Reichstagsbrandstiftung ein bewaffneter A u f st and propagiert und bereits im Ansang begriffen war. Kriminalrat Heller erörtert die zahllosen Flugblätter der KPD. vor der Wahl vom y- März. Nach dem oorgetragenen Beweismaterial ift klar, daß es der KPD. durchaus ernst war mit dem Bestreben, unter dem Vorwande wirtschaftlicher Streiks in den Betrieben zum Massenstreik, zum politischen Genera I- [treif und schließlich zum bewaffneten 21 u f ft a n ö zu kommen. Die Parteimitgliedschaft war bis in die kleinste Zelle und Einheit vorbereitet und informiert, so daß die Auslösung jeden Augenblick erfolgen konnte, zumal Waffen und Sprengkörper in Hülle und Fülle zur Verfügung standen. Wenn es der KPD. doch nicht gelungen ist, ihr Vorhaben auszuführen, so dursten dafür zwei Umstände maßgebend gewesen sein. Erstens das Nichtzuftandekommen der Einheitsfront mit der sozialdemokratischen und parteilosen Arbeiterschaft und zweitens das Einsetzen der staatlichen und polizeilichen Maßnahmen. Da die Einheitsfront nicht zustande kam, blieb auch das zentrale aeichen von Berlin aus, auf das man in der rovinz gewartet hatte. Del einigermaßen geschickter Regie mußte es leicht sein, den Reichstagsbrand den 21 a - tionatf o$iat iften in die Schuhe zu schieben und so eine unüberbrückbare Kluft zwischen diesen und den Anhängern der SPD. und den Mitgliedern der Gewerkschaften sowie des Reichsbanners aufzureißen. Rur so ist der Reichstagsbrand in seiner gewollten eigentlichen Bedeutung zu verstehen und zu bewerten. Lr sollte weniger das Zeichen für die Auslösung von Aktionen sein, wie er teilweise in der Provinz verstanden wurde, als vielmehr das haupt- mittel. dienochschwankendenMassen. die gegen die RSDAP. und das nationale Denken eingestellt waren, zu den Kommu- schen Demonstrationszug geplant. An diesem Tage hätten auch kommunistische Terrorgruppen ein nationalsozialistisches Verkehrslokal in Hamburg überfallen und einen hitlerjungen tödlich und einen anderen schwer verletzt. Die verhafteten Täter hätten eingestanden, daß von den verantwortlichen kommunistischen Leitern der 2 6. Februar als ein Tag der Teil- aktionen des bewaffneten Aufstau- des bezeichnet wurde, die auch in anderen Stadtteilen geplant waren und teilweise zur Ausführung gekommen sind. Das Verfahren gegen die Täter schwebt noch. Auf einen Einwurf Dimitrofss erklärt der Zeuge Will mit allem Nachdruck, haß er, obwohl er viele Demonstrationszüge begleitet habe, niemals habe fest stellen können, daß Nationalsozialisten die Angreifer gewesen waren. Kriminalkommissar Hohmann aus Königsberg berichtet, daß in Königsberg ein gewisser Jordan Leiter der Terrorgruppe war, der im Februar, als er von der Polizei gestellt wurde, erschossen worden ist. In seinem Besitz wurden genaue Vorschriften Über die Herstellung von Bomben und Giften gefunden. Zu Beginn des Februars habe sich eine wachsende Akti- vität der Partei bemerkbar gemacht. Für den 4. Mäm sei ein Attentat auf d e n Reichskanzler geplant gewesen, das aber nicht ausgeführt werden konnte, weil die Täter am 3. Mörz fe ft genommen wurden. Kriminalsekretär Mallach, der die polizeiliche Ueberwachung der kommunistischen Bewegung in der Provinz Grenzmark-Posen-Westpreußen geleitet hat, erklärt, daß auch in seinem Bezirk Vorbereitungen zum bewaffneten Aufstand im Gange waren, und daß es nur deshalb nicht zum Los- schlagen gekommen sei, weil inzwischen die Reichs- regierung mit energischen Maßnahmen Dorgegangen war. Kriminalsekretär Staeglich (Altona) gibt eine Schilderung des Altonaer Blutsonntags, an dem ein Propagandazug der RSDAP. von den Kommunisten planmäßig überfallen wurde, wobei 18 Tote und 60 verletzte zu verzeichnen waren. Für den 5. März 1933, fährt der Zeuge fort, war die Parole ausgegeben worden, schon in den frühen Morgen st unden SA.- Lokale unter Feuer ; u nehmen, wörtlich wurde gesagt, es mühte schon morgens gleich Tote geben. Infolge der polizeilichen Vorsichtsmaßregeln ist es aber zu Ausschreitungen nicht gekommen. Am 6. März wurde ein SA.-Fackelzug beschossen, wobei drei Personen getötet und 18 schwer verletzt wurden. Um den 26. Februar herum wurde in geheimen Besprechungen festgestellt, daß es nunmehr Zeit würde. Im gegebenen Augenblick sei der Verkehr stillzulegen, die Tank st eiten seien anzuzünden, die Polizeiwachen zu stürmen und die öffentlichen Gebäude zu besehen. Man warte nur noch auf den Befehl zum Bürgerkrieg. Auch Kriminalkommissar Schäfer (Frank- furt a. M.) und Kriminalrat B r o s i g (Düsseldorf) bekunden, daß Ende 1932 und Anfang 1933 in den kommunistischen Versammlungen lebhaft Propaganda für die proletarische Revolution gemacht worden sei. In einem beschlagnahmten Schreiben wurde die Wichtigkeit einer intensiven Agi- tation unter den Eisenbahnern betont. Es heißt darin: Die Hand an der Gurgel des Staates hat nur der, der die Eisenbahner in der Hand hat. Tatsächlich wurde bald darauf eine Eisenbahnerkonserenz nach Düsseldorf einberufen, die aber von der Polizei ausgehoben wurde. Bei einer ausgehobenen Geheimdruckerei fand man ein Rundschreiben, in dem ausgeführt wurde, es sei notwendig, die wehrhaften und zum Kampf entschlossenen Proletarier in neuer Form zu Hundertschaften zu organisieren. Weitere Zeugenvernehmung Mittwoch. mächtigen und Allwissenden, daß Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben" und der Zeuge hierauf die Worte spricht: „Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe". Wie bisher hat der Schwörende bei der Eidesleistung die rechte Hand zu erheb Stumme leisten den Eid in der Weise, da Die Frage des Gelingens des Unternehmens sei die Frage des Besuches. Man wolle über die Hitlerjugend alles erfassen, was zwischen dem 12. Lebensjahr und der SA., dem Stahlhelm und der Deutschen Arbeitsfront liege. Die Preise seien so gehalten, daß man glaube, es jedem Jugendlichen ermöglichen zu können, das Theater zu besuchen. Es sollen zahlen: Volksschüler 40 Pf., Schüler höhe- urteilt werden. Einem Angeklagten konnte dagegen die Teilnahme an der Tat nicht nachgewie- Stumme leisten den Eid in der Leise, daß sie I len werden. Es konnte auch nicht festgestellt werden, die Worte: „Ich schwöre bei Gott dem Allmäch- daß er als Alleintäter gehandelt hat. Er mußte des- tigen und Allwissenden, daß ich nach bestem Wissen halb frelgesprochen werden. die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen -- habe" niederschreiben und unterschreiben. Stumme AklNUll erUN§ der Wahlen M Spanien? die nicht schreiben können, leisten den Eid „ . .. mit Hilfe eines Dolmetschers durch Zeichen. Gibt Madrid, 29. Nov. Nach einer Statistik über ein Zeuge an, daß er Mitglied einer Religions- das Ergebnis des ersten Wahlganges in Spanien gesellschaft sei, der das Gesetz den G e b r a u ch haben die Rechtsparteien bisher 149 Sitze, gewisser Beteuerungsformeln an > die M i t t e kpa rte i e n 101 Sitze und die Li n ks- Stelle des Eides gestattet, so steht eine unter der Beteuerungsformel dieser Religionsgesellschaft abgegebene Erklärung der Eidesleistung gleich. Graudenz, 28. Nov. (WTB.) Unter ungeheuerer Teilnahme der deutschen Bevölkerung fand heute nachmittag in Graudenz die Beisetzung der in der vergangenen Woche ermordeten deutschen Bürger, des Schmiedemeisters Krumm und des Installateurs R i e b o l d , statt. Die Kirche mußte abgesperrt werden, so daß mehrere tausend Menschen keinen Einlaß mehr Janben. Die beiden Särge waren vor dem Altar aufgebahrt. Pfarrer Dibell hielt die Trauerpredigt, in der er u. a. ausführte, daß die beiden Toten als aufrechte Männer ihr Leben für ihre Brüder gelassen hatten. Nicht Haß solle aus dem Blut der beiden Märtyrer erwachsen, sondern der Wille zum geschlossenen Zusammenstehen für die Freiheit des Glaubens und des Volkstums. Im Namen der deutsch-evangelischen Kirchenbehörde sprach Superintendent Hildt, der betonte, bie deutsche Minberheit werbe furchtlos unb entschlossen ihren Weg weitergehen in ber Hoffnung, daß bie furchtbaren Folgen ber blutigen Ausschreitungen dazu beitragen mögen, all den Haß, der dahin geführt hat, zu überwinden unb zu einem verständnisvollen Zusammenleben ber beiden Volker zu gelangen. Der Trauerzug von ber Kirche zum Fried- yof wurde zu einer Kundgebung, wie sie Graudenz seit ber Abtrennung vom Reich nicht erlebt hat. Inufenbe umsäumten in ehrfurchtsvollem Schwei- gen bie Straßen. Insgesamt nahmen wohl an- nahernd 10000 Deutsche teil. Es muß anerkannt werben, baß bie polnische Polizei nach ben blutigen Vorgängen ber vergangenen Woche alle Vorkehrungen getroffen batte, um burch umfaffenbe Absperrungen einen roürbigen Verlauf der Trauer- feier zu sichern, die mit dem Gesang der drei nisten h e r ü b e r 3 u j I e f) e n unb für ihre Strophen des Liebes „Ich hat einen Kameraben" Zwecke einzuspannen. grofje Fehler enthalten. Völlig unzutresfenb sei ber Bericht über bie geschlossene Sitzung, in ber ein Referat über bie Zersetzung von Reichswehr, Polizei usw. gehalten worben sein soll. Berlin, 28. Nov. (WTB.) Der Reichsminister I , einer längeren Einleitung, bie vom Vorst- für Ernährung unb Lanbwirtschaft, Darrs emp» ke"ben wiederholt unterbrochen wirb, stellt ber An- fing heute anläßlich ber Unterzeichnung bes deutsch- £etIa?te , ® 1 11 r o f f die Frage, ob der Zeuge polnischen Roggenabkommens ben ©efanbten der Kriminalrat Heller ein Dokument besitze, aus dem polnischen Republik, Lipski. Die Unterredung oer- hervorgehe, daß die deutschen Behörden zwischen dem lief in sehr freundschaftlicher Form. Der Gesandte 201 u"öf 28> Kbruar 1933 einen bewaffneten kom- gab seiner Befriedigung über das Roggenabkom- ^ufJ.tanb erwartet haben, und ob es men, das erste praktische Ergebnis in der "ästig fei, daß sie für einen olchen Fall bewaff- Bereinigung 6er deutsch", polnischen «stifte In Bereit,-hast gehabt Huben. Wirtschaftsbeziehungen, Ausdruck und er- el e r «widert, em solches Dokument könne klärte insbesondere, daß zweifellos dieses Abkomm-n er nicht vorlegen, denn es fei Aufgabe der Schutz- auf dem Gebiet des internationalen Warenverkehrs poIl3GI' ber ®c% e,mes. lachen Aufstandes zu b e- einen wertvollen Beitrag zu ben Bestrebungen ber 9c$nen- Die Schutzpolizei, betonte ber Zeuge, ist europäischen ßänber liefere, ber Lanbwirtschaft m 9"! ganzen Monaten TagundNachtinBe- stabile Marktverhältnisse 3u schaffen > t s ch a f t g e w e s e n, um bie kommunistischen Reichsminister Darrs ging auf ben Grundgedan- 7er.rorafle' Demonstrationen usw. abzuwehren. Es fen unb ben Zweck bes Reichsnährstandgesetzes ein kein Geheimnis, baß wegen ber Aufstanbsgefahr unb betonte, baß biefes Gesetz bie Voraussetzungen ba5 Land in befonbere Polizeigruppen ein- für Deutschlanb schaffe, über ben Weg ber Handels- teiIt roorben *fL Politik zu einer Befriedung der Verhält« Mehrere andere Fragen Dimitraffs werden vom nisfe in (Europa zu kommen. | Gericht nach kurzer Beratung als nicht zur Sache gehörig abgelehnt. Zu einem Anträge Dimi- troffs, Thälmann als Zeuge zu vernehmen, erklärt der Oberreichsanwalt, Thälmann sei ein voll- (lipps Kaffee seit 50 Jahren Bremer Qualitäts-Kaffee Jetzt mit Sammelbildern: 7146 V Mit Schomburgk querdurch Afrika Nur zu haben in Fachgeschäften des Einzelhandels fr verbunden mit 7202 D Hans Schmitz 06729 TOM Das Heimatbuch vom deutschen Wald e! prei- in Leinen . 4.80 26 Kortietzung Am nächsten Wellenberg als Lernen Sie durch eine Einführung*- beh&ndlung den einfachsten und ■paruunnten Weg. uni natürliche Schönheit zu erlangen —Elise Bock's Grundpr nzip ist die natürliche Pflege der Haut — im Gegensatz zu übertrieb, amerikanischen Schminkmethoden 3unefu»« (6tarf wrflrtatdt 6tb au# Ttoibwcbcni weltbek.deutsche Schönheitskünstlerin, erteilt durch ihre Assistentin Drogerie Kreuaplata 10 Sehr prel «wert tot dieeae alle« ty J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Bielen, Ruf 2145 2148- Junges kinderloses Ebevaar sucht v. iof. i-2 3im.-®ohnunQ Piinktl. Miete wird zugef. 2dir. 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Die Stunde war außergewöhnlich, aber wenn es sich um Wichtiges handle, könnte man immer- Wn eine Ausnahme machen und ihm die (Erlaubnis erteilen, heute noch oorzufprechen. Man wurde Herrn Montrey verständigen ..Bitte nicht!- sagte Grude. ..Wie Sie wünschen.' 2119 die »schlüssel zu Montrey» Türe gedreht wurden, setzte sich dieser auf der Pritsche hoch Gan; unglaublich, wie man trotz diese» Nichtstun» und Der ewig gleichen Leier der G.'dankcn müde wer- Den konnte. Das Licht flammte auf und in der lieUe die nun auf ihn herab- strömte, stand Grude und sah nach ihm herüber. „So spat kommst noch?' sagte er und stellte die Fuße langsam zu Boden. ,Zst wieder was passiert?" .AH benfe, es gnügt', gab Grude zur Antwort, maß ihn für Sekundenlange und ging dann auf ihn ;u. „Diewald sagt: Du haft gelogen" Montrcy lachte. „Das sagen die Advokaten alle- mal. Aber das muß ich doch selber am besten wissen, was wahr is und was net Desweg'n hältst dich wirklich net herbemühen brauch'n, Feli^ ' ..Es ist überflüssig, daß du auch noch Ipotteft", erregte sich Grude. ..2ch spott ja net", sagte Montrey und knöpfte den Rock zu. Zugleich deutete er nach dem einzigen Stuhl, der ihm zur Verfügung stand . Willst dich net setz'n, Felitsche?--Es reb't sich leichter ' 2Iuf seiner Pritsche hockenb, beugte er sich zu dem Freunde vor. „Ist ja eh alles in Ordnung' Was sorgst dich Denn?“ „Du weißt, wer der Täter ist?' „Freilich!' Dabei lächelte Montrey etwas unsicher in Grudes erregtes Gesicht. Ich verspreche dir, daß f*in M"nlch darum wissen soll, wenn du mich nicht ermächtigst, seinen Romen preiszugeben.' ..Laß mich ,;ufrieben, Felir! Du brauchst net die geringste Sorg' zu haben, daß mir einer von den anderen was rausrückt.' „Was gehen uns die anderen an?" erregte sich Der Doktor. „Ich habe dir schon aefaat: niemand soll darum wissen, wenn du es nicht haben willst!' l Fortsetzung folgt i Ab 9 Uhr: Wellfleisch mitKraui | Donnerstag, den 30. November [Hessischer Hof Eröffnung des renoviert. Lokales Feinste Fisch-Filets Pfund von 35 Pf. an Kochfl*che. grollte Auswahl Pfund von 25 Pf. an Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 23 mnafrn- item & Pvgler. Hannover. miV ,I>a4 Ist eine d rrllcheWett' OV Seiden flamerarndtmer fin» Ihr 6U tn köstliche ve-üdwlegendeitrn nebe »efommen. - NSstllch Ist alte» und |eubertwfl ‘ VrWdner SlnzeiHer Verlangen Sie bad bebilderte JDerbeblatt Zu beziehen durch jede Luchhandlung oder vom Hugo Veemühlev verlas Bertin-tichterfetde am 1. und 2. Dezember koMtenlomen I'nterrlcht In moderner Hclmpriege | Stellenangebote| Tüchtiges MlNINöWH weg. Berbeiratung des tevigen z.l. Dezember oder später gesucht. 72051) SOk 'Mstel-MllZS I Putzfrau Sauber, pünktlich, Samstags 2-3 Std. Borst. 10 — 12 Ubr Löwengasse r»p n67i- sehen hatte, zu alles zu informieren. Er horchte, nickte, warf ab und zu eine Frage ein, horchte wieder und sagte sonst kaum an die zehn Worte. Don Dick weg fuhr er geradewegs in die Mariahilferstraße und ließ sich bei Grude melden. Der empfing ihn reserviert, zugrtnop't bis an den fleckenlosen Kragen seines weißen Kittels. Was Madien ihm auf Dem Sterbe- Suchet t.Kleiderschr. 24kachtfchr..lWasch- komm.,2el.Beleu 1i- tungskörver, 1 Tisch, 1 Schubschr., 1 Blumentisch. Zchr. Ang. MklM Ql mit Schiebetüren für Wollwaren geeignet, zu kauten gesucht. Schr. Ana. u. 06740 a^d.Gieß.Anz. Vereine WatdWKhKm Die Lebensgemeinschaft de» deu schen Walde» m Silbern ISO Raturaufnabmen aud demDer-undPflanzen- leben bed helmatlichenDalded auf iMfTupfertief- brudtaieln, mit lebendigem und auff*lu6reid)em (Sinfübrunadtegt von R 0erharb und G Wolff bette anoertraut habe, wollte Diewald willen. Aber er bekam eine Abfuhr. Das ginge niemanden etwas an, sagte Grude „Darin irren Sie sich nun", war Diewalds Erwiderung. .Herr Hauptmann Montrey sitzt in Untersuchungshaft — und zwar unschuldig —. Das wissen Sie so gut, wie ich selbst, Herr Doktor." Um Grudes Mund lief ein undefinierbares Lächeln. „Er hatte ja bereits gestanden, daß —" ,^ch komme eben von ihm", unterbrach ihn Diewald. „Er hat Die Tat so wenig begangen roie ich! Er opfert sich für einen anDeren! UnD Diesen anDeren zu suchen, bin ich hier." Die große Lampe auf Dem Schreibtisch kam ins Schwanken, so weit hatte Grude mit Der Hand ausgegriffen. ,Lch verstehe nicht!" ,Zch auch nicht ganz", gab Diewald zu. „Aber sehen Sie, lieber Doktor, ein Mensch, Der nicht einmal anzugeben vermag, wie Die Räume im Kabarett Faun aussehen, kann Dach auch unmöglich Das Attentat auf Ihre Frau verübt haben." UnD Da GruDe neuerDings ein Wort Dazwischen werfen wallte, fuhr er rasch zu sprechen weiter. „Ich habe mir van Herrn Montrey erzählen lassen, wie sich Die Geschichte eigentlich abgespielt hat. UnD habe ihm gleichzeitig eine Falle gelegt, inhem ich Die Räume Des Kabaretts .Schwarzer Kater' mit Denen des Kabaretts .Faun' bei meinen Fragen vertauschte." „Er ist glatt Darauf hereingesallen. So habe ich ihn zum Beispiel gefragt: .Können Sie sich an Den hohen Spiegel erinnern, Der in Der GarDerobe von Frau MaDlen Dem Diwan gegenüber hing?' — Er hat ohne Besinnung ,3a' gesagt. UnD Dabei steht dem Divan gar kein Spiegel gegenüber. — Das war Die erste Lüge. UnD Dann hab ich ihn noch auf ein DutzenD anDerer ertappt. Er hat nicht Die geringste Ahnung, roie man in Die OarDerobenräume des Kabaretts gelangt. Roch viel weniger, wie es Drinnen aussieht. UnD wenn er zuletzt sogar noch behauptete. Durch Das Fenster Das Licht einer Straßenlaterne gesehen zu haben, so ist bas Der Kuchenbleche, Geebeckformen TeigechOeeel, Loch-RUhr.Oifel, Stellennesuche| Tüchtige-»erfahren. Mädch. fudjt St. als Hausmädchen od. Haushälterin aut» 1. Jan. Geht auch auf das Land. Schriftl. Ang. unt. 06737 a. d Gsi. Az. | Verkäufe 1 eisernes Kln erbet! sowie Nach schrank 1 Kinderstallchen 1 großes K nderanto 1 Jni.ter Höhensonne 1 Eisschrank o«?» alles weil überzählig vreisrvert zu verk. Wo, sagt die (Mcfd)ft. des Gien.Anzeigers Vortrags-Vereinigung: Goethebund Kaufmann. Verein. Gewerbeverein 3. Vortragsabend Freitag, den 1. Dezember 1933, abends 8 Uh', Neue Aula Deutscher Heimatabend Farbiger Lichtbildervortrag der bekannten Heimatrednerin Emma Kottmann Deutsche Ruhmesstätten in Württemberg F.lntrittwkarten: Mitglieder der 3 xnsammeng schlossenen Vereine: treten Eintritt gegen Gutschein Nr. 3 bzw. 4 (G. B.\ Verbandsmilgheder, Volkshochschule und NS.-Lehrerbund 60 Pf Nichtmitglieder: zu 1.25 Mk. bei Chai Her und Saalkasse Studenten: 30 Pf. gegen Vergünstigungs-Ausweis, Zimmer 6 Universitäts-Gebäude. 71