*FVh* ®*6 tn 'm fe' iN'^rs “U??^ ^dendenhA^°Sen nX?ÄÄ: ' doch laa-n 3bin sich 9,,e" LKrr jesgÄ i«: ' m Übtinen Ä?"Esurter laU: unb 92nh 'ebe,n sie ^4MerQn*n lin61i(t auSy Haltung. BZD fnteniMrft war (5 ^jch, ch etwas MWnnfi Paten Rechsschuldbuchsoi. übrigen hVotr^insfiAen «werte» T°,ch aiA Frühbörle. (WTD. §untjprud).) gm n Bureau zu Bureau liegen |“A.M herrscht rein i jur 21(lien als auch für 'lerer sreundlicher '?Sen die Miete Haltung der lUnjtige Meldungen au5 der ntlich bei. innle man dos Pfund gegen MiZ 16,12, Amsterdam 7,74, 59,31, Spanien 37,34 .und r'luchtviehmarkt. 28. Sept. Voraufstieb: 106' 50 Schafe, 481 Schweine. Es - 43 Mark, Schafe 18 bis 27, irf. — Marktoerlauf:ruh!g. ' (tietreMörie. , 27. §ept. 2ln ber betreibet 3 ftft, bad) herrschte ange« l Leröffenllichung der Bichl« id Zurückhaltung. Das An« e blieben Nein. Die Preise iter leicht an und notierten eizen 195, loggen 158,50, 187,50, Hafer 137,50 bis ial 0 mit Auslandsweizen) )ne Auslandsweizen 27 bis -tzOproz. Ausmahlung, 23,25 zpezial 0 23,50, Weizenkleie e 8,75 bis 9. ter- und Käsebörse. pt..Allgäuer Butter l.Duafi« r 123 Landbutter 116, Rahm- „heilen ohne Milchbutterruck. ffinrenf>ou«H« ticrung 2rif Nr. 228 Erster Blatt Zreitag, 29. September 1955 185. Jahrgang Erlcheini lägltd), cmtzo Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Tiefeener Familienblätter Heimat im Bild - Die Schalle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« , 180 Zustellgebühr .. , --25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschlüfse anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen VruS vnd Verlag: vriihl'sche Universttäls-Vilch- vnd Steinvruckerei B. Lange in Sietzen. Zchristlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Hnjetgeg für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvarschrist 2O°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil L V. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. — Äeichsmimster Goebbels vor der internationalen presse. Das nationalsozialistische Deutschland fordert von der Welt Achtung und Verständnis für seine Aufbauarbeit. Genf, 28. Sept. (TU.) Reichspropagandamini- ster Dr. Goebbels empfing heute im Hotel „Carlton" die gesamte int emotionale P re s s e. In dieser Fühlungnahme mit der jetzt zur Volker- bundsversammlung versammelten Weltpresse lag einer der wesentlichsten Beweggründe für den Genfer Aufenthalt des Reichspropagandaministers. Auf Grund persönlicher Einladungen hatten sich über 200 Journalisten aus allen Ländern eingefunden. In dem großen Glassaal des Hotels fitzen in langen Reihen die Korrespondenten der großen englischen, französischen, amerikanischen und italienischen Blätter und Agenturen und der übrigen Presse. Bor dem Rednerpult steht der Reichspropagandamini st er, neben ihm seine engsten Mitarbeiter, die Ministerialdirektoren Iahncke und Hanke und sein persönlicher Adjutant Prinz Schaumburg, sowie die Herren der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes mit Geheimrat A s ch m a n n. In dem anliegenden Raum haben die gesamte deutsche Abordnung mit dem Außenminister Freiherrn von Neurath an der Spitze, der Untergeneralsekretär des Völkerbundes. Trendelenburg, die deutschen Beamten des Dölkerbundssekretariats, die maßgebenden Persönlichkeiten der Kolonie und Vertreter der gesamten deutschen Presse Platz genommen. Reichsminister Dr. Goebbels beginnt mit einigen freundlichen Worten des Dankes für die Gastfreundschaft der Schweiz und der Stadt Genf, die ihm diese Gelegenheit geboten habe, mit der Presse in persönliche Fühlungnahme zu treten. Mit Ächmerz und Enttäuschung, so begann der Minister, hat das deutsche Volk in den vergangenen Monaten die Beobachtung gemacht, daß das Werden des nationalsozialistischen Staates und seine positive Rückwirkung auf die wirtschaftliche und politische Gestaltung der deutschen Nation in der Welt vielfach Verständnislosigkeit, Mißtrauen oder gar Ablehnung gefunden hat. Das deutsche Volk ist sich aber im klaren darüber, daß das nicht nur auf Mangel an gutem Willen seitens der öffentlichen Meinung der Welt zurückgeführt werden kann. Ich erachte es deshalb für meine wichtigste Aufgabe, das Werden des nationalsozialistischen Staates zu erläutern, seine Auswirkungen für die praktische Innen- und Außenpolitik in kurzen Zügen darzu- legen und damit wenigstens ein gewisses Verständnis zu wecken für das, was sich in Deutschland au- getragen hat. Die Welt lebt heute vielfach in der Auffassung, als habe die nationalsozialistische Bewegung mit Gewalt und unter Anwendung von rücksichtslosen Terror die Macht an sich gerissen, um sie brutal gegen ihre innenpolitischen Gegner auszunutzen. Diese Auffassung widerspricht dem tatsächlichen Verlauf der Dinge. Schon vor ihrer Machtübernahme war die nationalsozialistische Bewegung die weitaus größte und in ihrem Massenanhang einflußreich st e Partei des parlamentarischen Deutschland. Sie wurde legal in die Verantwortung berufen, und sie hat weiterhin legal ihre Machtpositionen ausgebaut. Volk und Regierung in Deutschland sind eins. Der Wille des Volkes ist der Wille der Regierung und umgekehrt. Der moderne Staatsaufbau in Deutschland ist eine veredelte Art von Demokratie, in der kraft Mandat das Volk autoritär regiert wird, ohne daß die Möglichkeit gegeben ist, durch parlamentarische Zwischenschaltungen den willen des Volkes nach oben hin zu verwischen oder gar unfruchtbar zu machen. Wtt übernahmen die Macht in einem Zeitpunkt, in dem die Arbeitslosigkeit in Deutschland ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hatte, in dem der .Bolschewismus drohend vor den Toren des Reiches st and und die weltanschauliche Krise des deutschen Volkes schon zur Zerreißung jeder nationalen Bindung geführt hatte. Der Ausstieg der nationalsozialistischen Bewegung zur Macht war während ihrer Opposition eine einzige fortdauernde Auseinandersetzung mit den Problemen des Marxismus bzw. des Bolschewismus. Wem die Methoden, mit denen wir dem bolschewistischen Ansturm begegneten, zu hart erscheinen, der möge sich vor Augen halten, was geschehen wäre, wenn es umgekehrt gekommen, wovor der Nationalsozialismus Deutschland und Europa bewahrt hat, um ein gerechtes Urteil auch über diese Frage fällen zu können. Eine politische Bewegung, die daraus ausgeht, einen ganzen Erdteil dem Wahnsinn unterzuordnen, alle Bindungen moralischer und politischer Art zu zerstören, mit Brand und Terror die Völker in Schrecken zu versetzen und dann in der allgemeinen Verwirrung die Dinge an sich zu reißen, verdient die Vernichtung, und wenn die deutsche Regierung unser Volk vor dem Schicksal der chaotischen Anarchie bewahrte, wenn sie ihre asozialen Träger aus der Gemeinschaft des Volkes ausschloß und sie in Konzentrations- Sagern wieder zu brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft zu erziehen versucht, so ist das ein Akt der Notwehr, der in Anbettacht der akuten Gefahr doch noch mit den humansten Mitteln durchgesührt wurde. Es steht jedem Ausländer frei, deutsche Konzentrationslager zu besuchen, um sich ein Bild zu machen, daß hier alles andere als Grausamkeit und Brutalität obwalten. Wie segensreich sich unsere Maßnahmen für die Sicherheit und den inneren Frieden des deutschen Volkes ausgewirkt haben, mag man daraus ersehen, daß in ihrer Auswirkung Deutschland den inneren Frieden wiedergefunden hat, daß die Atomisierung des deutschen Volkes durch seine politischen Parteien beendigt wurde und damit die Stabilität der deutschen Machtverhältnisse nach innen und nach außen gewährleistet ist. Was der Welt am unverständlichsten erscheint, das ist die Tatsache, daß dieser Prozeß r e i • bungs* und wider st andslos vor sich ging, und daß er nicht etwa zu einer Entfremdung zwischen Regierung und Volk führte, sondern nur zu ihrer tieferen Verständigung. Ls kann nicht Sinn und Zweck der Demokratie fein, Probleme nur zu diskutieren, aber nicht zu lösen. Dies würde das größte Unglück für die Völker bedeuten, wenn sie sich darauf beschränkten, Krisen lediglich festzustellen. ohne den Versuch zu unternehmen, sie zu über- winden. Das gilt sowohl inner- als auch weltpolitisch. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß, wäre in den vergangenen vierzehn Jahren die Demokratie dahin verstanden worden, den Auftrag der Völker autoritär zum Segen und zum Glück der Völker durchzuführen, es um Europa wahrscheinlich besser bestellt sein würde, als das tatsächlich der Fall ist. Kann denn jemand im Ernst glauben, daß über 60 Millionen Menschen, daß ein ganzes Volk, das immerhin nicht zu den schlechtesten der Welt gehört, vom Taumel des Wahnsinns befallen sei, und meint man, daß eine Regierung, die die Macht besitzt, sich auch die Liebe und Anhänglichkeit des Volkes durch Gewalt und Terror erzwingen könnte? Der Aufbau, den wir zielbewußt und mit jugendlicher Kraft begonnen haben, ist auf weite Sicht eingestellt. Die Welt aber hat allen Grund, sich ehrlich und unvoreingenommen mit dieser neuartigen Erscheinungsform der Staatsgestaltung auseinanderzusetzen, die keine andere Absicht verfolgt, als Deutschland mit eigenen Mitteln aus der Krise zu lösen und damit aus den Sorgen der Welt zu entlassen. ist ebenso kurzsichtig wie entmutigend. Ungerecht und verletzend aber wirkt es, die Begleitumstände der innerdeutschen Umwälzung als Argument aus» zumünzen gegen die Forderung deutscher Sicher« heit, die von einer Regierung des Reiches, sie möge zusammengesetzt sein wie auch immer, nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern i m I n t e r» esse der ganzen Welt erhoben werden muß. Die neuen Männer, die in Deutschland In jo jungen Jahren schon an die Macht gekommen sind, leben der Ueberzeugung, daß nur eine offene Sprache die wirklichen Probleme Europas in den Blickkreis der Verantwortung hineinzuziehen vermag. Wir haben nicht mehr allzu lange die Möglichkeit, uns hinter traditionellen Vorurteilen zu verschanzen. Die Probleme sind zu stark, als daß sie ein H i n a u s s ch i e b e n auf die lange Bank auf die Dauer duldeten. Die Völker oer- langen mit Recht, daß ihre verantwortlichen Staatsmänner den Weg finden, um der schweren Nöte unseres gequälten Erdteiles Herr zu werden. Eu • ropa muß an d i e Arbeit gehen, wenn anders es nicht sein Schicksal als ältestes Kulturland der Welt beendet sehen und über (i d) das Chaos hereinbrechen lassen will. was hat das junge Deutschland der wett zu dielen? (Eine Garantie des stabilen Zustandes im Innern mit einer festen Zentralgewalt, die verhandlungsbereit und verhandlungsfähig ist. Ls hat die bolschewistischen Zündstoffe, die ganz (Europa gefährdeten, aus sich ausgeschieden und sich zu einer einheitlichen und geschlossenen Willensentsattung zusammengetan. (Es hat im Zusammenprall zwischen nationaler und kommunistischer Auffassung sich zur weltanschaulichen Festigkeit und inneren Klarheil durchgerungen. Der wall, den wir gegen die Anarchie aufbauten, ist unzerstörbar. Dieses Deutschland kann keine Verträge unterschreiben, die unerfüllbar sind, Verträge aber, die es unterschreibt weil sie erfüllbar, ist es zu halten bereit Dieses Deutschland ist ein ehrlicher Kontrahent in der Behauptung der Interessen der wett, wenn man ihm das Recht auf feine Ehre und das Recht auf fein tägliches Brot gibt und erhält. Dieses Deutschland ist nicht mehr ein Zentrum ewiger Unruhe oder ein Experimentierfeld für völkerzerstörende Ideologien oder kulturelle Auf» lösungsversuche. Dieses Deutschland ist ein Zen« trum der Ordnung, der Autorität Der Nationalsozialismus als neue und moderne Art der Staatsgestaltung in Deutschland ist ein Phänomen, mit dem sich abzugeben verlohnt. Hinter der für Laien manchmal verwirrenden Erscheinung einer Idee und eines Systems verbirgt sich die nüchterne Klarheit über den Ernst der Situation, in der Deutschland und Europa sich befinden, verbunden mit der festen Entschlossenheit, nicht vor der Krise zu kapitulieren, sondern sie anzufassen, um sie am Ende auch zu meistern. Mögen alle, die guten Willens sind, sich vereinigen in der edlen Absicht, die Sorgen der Völker zu mildern und dem allgemeinen Wohl zu dienen. Was Deutschland betrifft, so ist es aus ehrlichstem Herzen bereit, am Frieden Europas mitzuarbeiten. Frage und Antwort. Dr.Goebbcls diskutiert mit denJournalisten Genf, 28. Sept. (TU.) Die große Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels sand e i n sehr [torfes Echo. Am Schlüsse der Rede brach die Weltpresse in spontanen Beifall aus. Während einer Stunde bildete dann der Reichspropagandaminister den Mittelpunkt einer Gruppe von etwa 50 bis 60 ihn dicht umringenden Journalisten, die ihn mit Fragen verschiedenster Art bestürmten. Polen, Tschechen, Rumänen, Engländer, Amerikaner, Franzosen, Südslawen ließen sich Dr. Goeb- bels oorstellen, der bereitwilligst, oft mit Witz und Humor alle Fragen beantwortete. Mit Nachdruck hob Dr. Goebbels nochmals hervor, es handele sich bei den Vertretern der nationalsozialistischen Bewegung nicht um Ideologen und P h a n t a |t e n. Wenn es heute der deutschen Regierung als Göttern zustehen würde, Europa neu aufzuteilen, würde sie zweifellos eine andere Verteilung treffen, weil vieles unklug gemacht wäre. Die Lage, wie sie nun einmal vorhanden sei, sei jedoch nicht aus der Welt z u denken. Deutschland behandele die außenpolitischen Fragen nicht gefühlsmäßig, sondern denke in diesem Punkt ganz nüchtern. Außenpolitik wäre immer Jnteressenpolitik. Genau wie zwischen Danzig und Polen könnte auch zwischen Deutschland und Polen ein modus vivendi geschaffen werden, wenn auf beiden Seiten mit der notwendigen Offenheit und Ehrlichkeit an diese Fragen herangegangen würde. Zur Abrüstungsfrage erklärte Dr. Goebbels, er könne nur sagen, daß Deutschland den ehrlichen Willen habe. Den Viermächte vakt nach bestem Willen zu benutzen, um diese Frage einer erträglichen Lösung entgegenzuführen. Befragt, ob der Nationalsozialismus auf dem Faschismus aufbaue, erklärte Dr. ©oebbels, er habe wohl einiges vom Faschismus gelernt, vieles sei aber beim Nationalsozialismus völlig anders. Wenn ein Volk anfängt, sich zum Nationalismus zu bekehren, dann ist es selbstverständlich, daß dieser neue Nationalismus nur im Einklang mit dem Charakter des Landes und Volkes, mit seinen Tugenden und Fehlern entsteht. Denn der Nationalismus sieht in jedem Lande anders aus« Gegen die Gmigrantenhetze im Ausland. Einer der am häufigsten gegen das nationalsozialistische Deutschland erhobenen Vorwürfe ist der, daß seine Behandlung der Judenfrage den Gesetzen der Humanität zuwiderlaufe und deshalb in der ganzen Welt auf Verständnislosigkeit gestoßen sei. Auch darüber sei mir ein offenes Wort gestattet. Ich steh nicht an, offen zuzugeben, daß im Verlaufe der nationalen Revolution in Deutschland gelegentlich Uebergriffe seitens unkontrollierbarer Elemente geschehen sind. Das aber ist nicht das Ausschlaggebende. Wenn die deutsche Regierung die Auseinandersetzung mit der Judenfrage auf gesetzmäßigem Wege vornahm, so wählte sie damit die humanste und loyalste Methode. Unverständlich aber scheint es uns, einerseits gegen diese Abwehraktion in Deutschland zu protestieren, andrerseits aber sich zu weigern, den von Deutschland abwandernden jüdischen lieber- schuß aufzunehmen. Nichts liegt dem Nationalsozialismus ferner, als eine billige Rache zu üben. Er hatte dazu die Macht und die Möglichkeit gehabt. Wenn er es nicht tat, so aus dem ehrlichen Willen heraus, eine tatsächliche und praktische Lösung der Judenfrage zu finden, die zweifellos zu einer endgültigen Klärung auch in dieser Beziehung führen könnte. Unerträglich aber scheint es uns, daß die Greuel- märchen. die feilens jüdischer (Emigranten im Auslande verbreitet werden und gar zu der allen bisherigen Gepflogenheiten der öffentlichen Meinung hohnsprechenden Unterstellung führten, Mitglieder der deutschen Regierung selbst hätten aus Parteigründen den Reichstag in Brand gefetzt, unbesehen von einem Teil der IBelfpreffe mitübernommen wurden. Es würde nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Mell zum Segen gereichen, wenn die Kritik an den Vorgängen in Deutschland sich auf das wirklich Tatsächliche beschränkte und von vornherein jede gesinnungsmähige Antipathie ausschalteie. Mir haben in keiner Beziehung die Mahrheit zu scheuen. Mir möchten aber wünschen und hoffen. daß der ehrliche Kampf um die Wahrheit nicht von vornherein vergiftet wird durch fast grotesk anmutenbe Behauptungen, die einer objektiven Prüfung nicht den nötigen Stand zu hatten vermögen. In dieses Gebiet gehört auch der Dorwurf, das neue Deutschland betreibe eine geistige Expansionspolitik, die nur die Vorbereitung f ü r eine spätere machtmäßige Expansionspolitik darstellen solle. Nichts liegt uns ferner, als aus dem Nationalsozialismus einen gängigen Weltartikel zu machen. Er ist, wie ich schon des öfteren betonte, eine typisch deutsche Erscheinung, die deshalb auch nur aus deutscher Umwelt, deutschem Charakter und deutscher Not erklärt werden kann. Wir haben als junge Deutsche Achtung vor jedem anderen Volk, das sich seinem Charakter und seinen Aufgaben gemäß im Innern einrichtet. Wir glauben aber, nicht zu viel zu verlangen, wenn wir wünschen und hoffen, daß die Welt uns dasselbe Maß von Achtung entgegenbringt, bei dem, wenn auch neuartigen, so doch gewiß ehrlich und nicht ganz erfolglosen Bemühen, von uns aus und für uns die Krise zu überwinden. Verdient ein Volk, das nach einem verlorenen Krieg und schwersten Erschütterungen moralischer, wirtschaftlicher und politischer Art sich wieder auf feine eigene Kraft besinnt, in einer Riesenanstrengung den Verfall aufzuhalten versucht, keine Opfer scheut, um seinen eigenen Haushalt in Ordnung zu bringen, und es dabei weder an Mut, noch an Fleiß fehlen läßt, die Verachtung und die abweisende Kälte der übrigen Welt? Muß nicht vielmehr diese übrige Welt, ohnehin beladen mit eigenen Sorgen und dem großen Verhängnis, das Kriegs- und Nachkriegszeit über sie hereingebracht hat, jeden Versuch begrüßen, der mit neuartigen Methoden an die Lösung der großen Zeitprobleme herangeht, um damit auch seinerseits mit dazu beizutragen, daß VernunftundKlarheit wieder Einzug halte im Bereich einer allgemeinen Verwirrung und geistigen Auflösung? Deutschland will den Frieden. Mas das junge Deutschland mit der well auszumachen hat, das ist einzig und allein die Frage feines nationalen Bestands. (Es erstrebt dabei eine Lösung von Dauer, die nicht an den Problemen vorbeigeht, sondern ihnen hart und unerbittlich in die Augen schaut. Die Rot, die über (Europa hereingebrochen ist, ist zu groß, als daß sie uns noch gestattet, ihre Ursachen zu überschauen und weiterhin Unklarheiten zuläht über ihre zwangsläufigen Auswirkungen. Das hat nichts mit Revanche oder Krieg zu tun. Ls wäre gut, wenn diese beiden Morte aus der Unterhaltung der Völker vollends verschwänden. Dir wollen dem deutschen Volk Arbeit geben. Mir sind zur Lösung unserer wirtschaftlichen Krise des Friedens bedürftig mehr als jedes andere Land. Dem deutschen willen zum Frieden aber für den Augenblick zwar zu vertrauen, um zu glauben, eine spätere Kriegsbereitschaft daraus folgern zu können, entspricht jener unfairen Art, ein großes Land mit Missen und Millen der Verdächtigung allein wegen zu verdächtigen. Der deutsche Kanzler hat den Krieg selbst als einfacher Gefreiter mitgemacht. Er ist durch die Schlamm- und Todesttichter der großen Welt- schlachten dutzende Male hindurchgekrochen. Er hat die furchtbare seelische und körperliche Not, die ein so dunkles Verhängnis über die Menschen, die davon betroffen werden, hereinbringt, am eigenen Leib im Uebermaß zu verspüren bekommen. Wer hat den Mut, die Ehrlichkeit seiner Worte anzu- zweiseln, wenn er in Nürnberg vor seinen Kameraden sagte, Deutschland habe im Krieg seine Ehre niemals verloren und empfinde deshalb auch nicht das Bedürfnis, sie im Krieg wiederherzust eilen. Man nenne mir eine einzige Handlung dieses Kanzlers oder seiner Re- gierung, die auch nur den leisesten Verdacht rechtfertigt, daß sie sich mit kriegerischen Gelüsten trügen? Ihr ganzes Aufbauwerk ist von dem Geiste des Friedens getragen. Sie will mithelfen, daß Europa die von den Völkern so heiß ersehnte Ruhe wiederfindet, daß der traditionelle Krisenstoff zwischen den Nationen überwunden werde und dieser so schwer geprüfte Erdteil endlich mit seinem Werk des Wiederaufbaues beginnen kann. Es liegt nicht im Interesse irgendeines Volkes, daß dieses Deutschland weiterhin als Nation zweiten Ranges behandelt wird und der Möglichkeit seiner Verteidigung benommen bleibt, die es zur Aufrechterhaltung seiner nationalen Sicherheit nötig hat. Daraus den Willen zum Kriege schließen zu wollen angesichts der Tatsache, daß überall sonstwo nicht abger ü ft e t, sondern ausgerüstet wirb, Das pariser Echo. Paris, 29. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Die Erklärungen des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels werden in der Pariser Presse ausführlich wiedergegeben. Die Kommentare sind allerdings verhältnismäßig spärlich und klammern sich häufig an Einzelheiten. „I o u r n a I" schreibt, man habe sofort die außergewöhnliche Aktion begriffen, die dieser Apostel, der sich durch geistige Gepflegtheit ebenso wie durch seine tiefe Ueberzeugung durch» zusetzcn vermag, ausüben zu können glaubte. Dr. Goebbels habe sich in Genf die Aufmerksamkeit der am schwierigsten zu behandelnden Zuhörerschaft zu erzwingen gewußt. Dabei sei eine Zuhörerschaft von Journalisten besonders leidenschaftlich. Das letzte Wort Dr. Goebbels vor seiner Abreise aus Frankfurt a. M. sei gewesen, daß man es in Genf hören werde, was ein Leutnant Hitlers anstelle von Stresemann machen kann. Der „Iournal"-Bericht- erstatter erklärt, dieser Leutnant Hitlers habe genau dasselbe gesagt, was Stresemann gesagt hätte. „Petit P a r i s i e n" behauptet, die Vertreter der ausländischen Presse hätten von Goebbels auch nichts lernen können. Sehr viel positiver schreibt „V o l o n t 6": Dr. Goebbels habe erneut den Friedenswillen! Deutschlands proklamiert. Man müsse 1 zugeben, daß die Hitler-Regierung, wenn sie nicht Selbstmord begehen wolle, mehr als alle anderen Regierungen den Frieden brauche. Frankreich hätte übrigens Unrecht, wenn es vergessen wollte, in welchem Geiste des Entgegenkommens der Reichskanzler selbst den deutsch-französischen Fahnenzwischenfall beigelegt habe. Man könne es begrüßen, daß der französische Außenminister Paul-Boncour auch mit Reichsaußenminister von Neurath zusam- mengekommen sei. Es sei Zeit, daß die Fühlungnahme zwischen Frankreich und Deutschland allzu viele interessierte „23er- Mittlerbetätigung" aus dem Wege räume. Goebbels habe den ersten Bogenstrich geführt. Hoffentlich werde die übrige Politik keine Enttäuschung bringen. Es sei nur loyal, den Nationalsozialisten Anerkennung zu zollen für die rührenden Anstrengungen, Die sie unternähmen, um Millionen Arbeitslosen Brot und Arbeit zu verschaffen. Ferner dafür, daß sie einen Wall gegen das Vordringen Asiens und den kommunistischen Ansturm bildeten. Er habe betont, daß der Nationalsozialismus kein Aussuhrartikel sei. Man wünsche, daß solche Worte dazu beitrügen, die in einzelnen Ländern um Deutschland 'herum herrschende Erregung zu beschwichtigen. Ichrechling zwischen Aeurach und panl-Bsnronr Oer deutsche Außenminister kehrt wie vorgesehen nach Berlin zurück. — Kein Zortschritt der Abrüstungsgespräche.-Oeutschland wartet auf präzise Vorschläge. Genf. 28. Sept heute nachmittag fand zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn oonReurath und dem französischen Außenminister paul-Boncour eine Besprechung statt. Die beiden Außenminister haben in dieser Unterredung die Deutschland und Frankreich berührenden Fragen sowie das Abrüstungsproblem einer eingehenden Erörterung unterzogen. Reichsauhenminister Freiherr von Neurath wird entsprechend seinen ursprünglichen Reisedispositionen am Samstagvormit- t a g nach zehntägiger Anwesenheit in Genf die Rückreise nach Berlin ontreten. Seine verschiedenen Unterredungen mit den Vertretern der übrigen Mächte, zuletzt die heutige Aussprache mit dem französischen Außenminister, haben a u s g i e - big Gelegenheit zu einer Darlegung der Standpunkte hinsichtlich der Wiederaufnahme der Abrüskungsarbeiten gegeben und die Möglichkeit einer Klärung und Vertiefung der Diskussion in den bis zum Wiederbeginn der Abrüstungskonferenz noch zur Verfügung stehenden Wochen eröffnet. Da der Zeitpunkt der Abreise des deutschen Außenministers den anderen Staatsmännern von Anfang an bekannt war. ist es eine abwegige Kombinatton. wenn heute in gewissen Senser Kreisen das Gerücht verbreitet wurde, daß diese Abreise mit der heutigen deutsch- französischen Aussprache in Zusammenhang stehe. In den Abendstunden statteten die Italiener Baron A l o i f i und Suvich Neurath von neuem einem Besuch ab. In dem fortlaufenden Gedankenaustausch über die Abrüstungsfrage hat sich bisher noch keine Möglichkeit einer grundsätzlichen Einigung abgezeichnet. Es besteht der Eindruck, daß gegenwärtig weitgehende Gegensätze zwischen den Vorschlägen der englischen, französischen und italienischen Regierung entstanden sind, die bisher noch nicht überbrückt werden konnten. Bisher sind von der Gegenseite der deutschen Regierung noch keinerlei Vorschläge gemacht worden, die deutscherseits als befriedigend angesehen werden können. Die gegenwärtigen Abrüstungsbesprechungen scheinen völlig in eine Sackgasse geraten zu sein. Auf deutscher Seite liegt selbstverständlich keinerlei Veranlassung vor, mit irgendwelchen Angeboten heroor- zutteten, da der deutsche Abrüstungsstandpunkt auf den unabweisbaren Abrüstungsverpflichtungen der Verträge aufgebaut ist und somit nur die wirksame Herabsetzung der Rüstungen der fchwergerüsteten Mächte oder die Gewährung eines für die Sicherheit Deutschlands notwendigen Rüstungsstandes als endgültige Regelung in Frage kommen kann. Wenn in der französischen Presse von einem „Ultimatum" die Reoe ist, was Paul-Boncour dem Reichsaußenminister gestellt habe, so ist diese völlig abwegige Darstellung nur von dem Bestreben der französisches Presse diktiert, die Vorgänge in Genf zu dramatisieren, sie steht auch in eklatantem Widerspruch zu anderen, ebenso wenig fundierten Behauptungen, wonach d i e Deutschen ihrerseits bestimmte Forderungen ge[teilt hätten. Die von bestimmten Kreisen geflissentlich vertretene Auffassung, Deutschland sei in der gegenwärtigen Phase der Abrüstungsbesprechungen am Zuge, geht ebenfalls an dem tatsächlichen Sachverhalt vorbei. Deutschland hält nach wie vor an dem Macbonalb-Plan fest. Die von Frankreich an diesen Plan hinsichtlich der Kontrollfrage gewünschten Abänderungen können bei dem derzeitigen Stand der Besprechungen zur Kenntnis genommen worden sein. Doch bleibt es die Aufgabe der anderen Seite, mit konkreten Vorschlägen ihrerseits heroorzutreten. Hier scheinen allerdings noch immer große Schwierigkeiten zu bestehen insofern, als, wie auch aus den französischen Morgenblättern eindeutig heroorgeht, jene Einigung d e r „v i e r Mächte" gegen Deutschland, von der man in Paris sprach, eben nicht z u - ftanbegetommen ist. Sitzung des Völkerbundsrats. Danzig und polen. - Das britische Mandat über Oeutsch-Ostafrika. sche Vertreter, daß er dem Gutachten der Mandatskommission über diese Frage entgegensehe. Deutschland als ehemalige Schutzmacht von Tanganjika sei aufs stärkste daran interessiert, daß das bisherige Gebiet durch das Gutachten der Mandatskommission aufrechterhalt en bleibt. Der Bericht des Rates wurde einstimmig angenommen. Die Schweiz und das neue Deutschland. Bundesrat Motta über feine Unterredung mit den deutschen Ministern in Genf. Bem, 28. Sept. (WTB.) Anläßlich einer Interpellation über deutsch-schweizerische Grenzzwischenfälle machte Bundesrat Motta Mitteilung über eine Unterredung, die er mit Reichsaußenminister von Neurath und Reichsminister Dr. Goebbels hatte. Die beiden deutschen Minister hätten ihm erklärt, daß die Reichsregierung diese Zwischenfälle lebhaft bedauere und Maßnahmen für eine sofortige Abftellung ergreifen würde. Bei der Unterredung fei auch das Presse- pr ob lern angeschnitten worden. Die deutschen Minister hätten betont, daß die deutsche Regierung durchaus bereit sei, die Kritik der schweizerischen Zeitungen wie die der ausländischen Presse im allgemeinen anzunehmen, jedoch nur unter der Bedingung, daß diese Kritik nicht bis zu einer ausgesprochen feindseligen Stimmung gehe. Bei der Unterredung habe er, so erklärt Motta weiter, auch hervorgehoben, dcißdiepangerma- nische Lehre in der Schweiz die Köpfe verwirren wurde und daß nichts die schweizerischen Ge- muter mehr erregen könne, als wenn in leicht- l£y ,ßer. über die Schweiz gesprochen werde. Stelle doch die Schweiz eine brüderlich geeinte Na- ro u ^r' &ie ,n sich die Gewißheit eines dauernden Bestandes trage und ihre eigenen befonbren Auf- gaben 3u erfüllen habe. Darauf habe ihm Dr. Goebbels folgende Antwort erteilt, der auch Frei- herr von Neurath beigepflichtet habe: Die Doktrin und tue Politik der deutschen Regierung richten sich keine sw eg s g e ge n die Schweiz, ganz im Gegenteil: Die Schweiz ist ein gesunder und starker Organismus, der harmonisch im Lause einer langen Geschichte entwickelt wurde. Man kann sich Europa gar nicht mehr oor ft eilen W e d ie S ch w e i z. Dieses Land hat eine große Aufgabe. Man kann die Schweiz nicht mehr weq- denken, man kann nichtohnesie auskorn- m e n. Das Reich würde die größteAbenteu- G e n f, 28. Sept. (WTB.) Der D ö l k e r b u n d s- rat hat in feiner heutigen Sitzung, an der deutscherseits Gesandter o. Keller teilnahm, u. a. die kürzlich zwischen Danzig und Polen zu- ftaifoegefommenen Abkommen über die Aus- Nutzung des Danziger Hafens zur Kenntnis genommen. Am Ratstisch hatten zum ersten Male Senatspräsident Dr. Rauschning sowie der interimistische Völkerbundskommissar R o st i n g Platz genommen. Dr. Rauschning legte die neue Politik dar, die die nationalsozialistische Regierung in Danzig zu Polen eingeleitet hat und wies auf die über die Minderheitenschutzverträge weit hinaus- gehenden, der politischen Volksgruppe in Danzig zu- Ben Rechte hin. Sodann skizzierte er kurz die ungen über den Danziger Hasen mit den besonderen Verpflichtungen der Polen. Der Erfolg der ersten unmittelbaren Verhandlungsabschnitte sei bescheiden. Trotzdem dürfe das Ergebnis nicht gering veranschlagt werden. Der Erfolg und die Ergebnisse der Vereinbarungen würden ausschließlich davon abhängen, ob der beiderseitige Wille zur V e r st ä n d i g u n g und zum A u s g l e i ch aus die Dauer von dem Geist gegenseitiger Achtung und Aufrichtigkeit getragen ist. Dr. Rauschning betonte den Willen Danzigs zu einer Politik des Friedens. Von politischer Bedeutung war außerdem eine längere Diskussion über die M a n d a t s p o l i t i k der britischen Regierung in dem ehemaligen Deutsch-0 st afrika. Zur Debatte stand das Schlußreferat der Mandatskommission, worin die britischen Pläne auf engere Verbindung d e r Gebiete Tanganjika, Kenya und Uganda als unvereinbar mit der b e - stehenden Mandatsordnung bezeichnet werden. Der Vertreter Italiens Baron Aloisi gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß die Mandatskommission sich den Standpunkt zu eigen gemacht habe, den Italien stets vertreten habe. Der englische Außenminister Sir John Simon meinte, daß die Mandatskommission in dieser Frage in eine Mehrheit und in eine Minderheit geteilt worden sei, gab aber die Versicherung ab, daß Groß-Britannien als Mandatsmacht sich keine Verletzung des Mandats st atutes zuschulden kommen lassen werde. Gesandter von Keller wies im Namen der deutschen Regierung darauf hin, daß die Reichsregierung bereits in der Vergangenheit wiederholt den Standpunkt vertreten habe, daß die Mandatsgebiete unabhängige politische Einheiten darstellen. Er freue sich feststellen zu können, daß diese Auffassung der deutschen Regierung auch von der Mandatskommission eeteilt worden sei. Zu der bereits durch gern h r t e n Vereinigung der Po st- und Telegraphenverwaltung erklärte der deutVorschläge für ein nalionaWaMchesSlrasrecht Eine Denkschrift des preußischen Zustizministers Kerrl. Berlin, 28. Sept. (TU.) Der preußische J u st i z m i n i st e r hat soeben der Öffentlichkeit eine Denkschrift übergeben, die eine umfassende Umgestaltung des deutschen Strafrechts im Sinne des nationalsozialistischen Staates vorschlägt. Von dem nationalsozialistischen Grundgedanken ausgehend, daß der Einzelne ein organischer Teil der Gemeinschaft des Vol- k e s ist, stellt sie den Grundsatz in den Vordergrund, daß der Schutz der Gemeinschaft erste Aufgabe des Strafrechts bilden muß. Auf diesen Grundsatz ist es zurückzuführen, daß der Teil der Denkschrift, der von Rasse und Volkstum handelt, die meisten neuen Anregungen bringt. So finden sich in der Denkschrift zum ersten Male Vorschläge für einen strafrechtlichen Schutz gegen d i e Zersetzung der deutschen Rasse. Wie z. B. die Schließung von Mischehen durch Reichsgesetz zu verhindern und den Begriff des „R a s f e v e r r a t e s" als ein Delikt in das Strafrecht einzuführen. Weiter bringt die Denkschrift neue Vorschriften zum Schutze des g e i ft i g e n und sittlichen Gedankengutes der deutschen Blutsgemein sch ast. In einem besonderen Kapitel werden die Strafbestimmungen in bezug auf Volksehre behandelt. Die Vorschriften über den Schutz von Rasse und Volkstum sollen ergänzt werden durch Bestimmungen über den Schutz der Organisation, die sich die Volksgemeinschaft gegeben hat. Nach nationalsozialistischer Auffassung ist das schwerste Verbrechen überhaupt der L a n - desverrat. Er gehört daher nach den Vorschlägen des Justizministers an die Spitze des künftigen Gesetzes, das bei den diesbezüglichen Strafbestimmungen auf die Todesstrafe nicht verzichten dürfe. Eine grundsätzliche Neugestaltung ist auch hinsichtlich der Vorschriften gegen den Hochverrat vorgesehen. Von den zahlreichen interessanten Vorschlägen der Denkschrift ist insbesondere auch heroorzuheben die Behandlung des Zweikampfes. Es wird betont, daß im nationalsozialistischen Staat d i e Ehre das höchste Gut des freien Mannes fei, und es entspreche alter deutscher Rechtsauffassung sich für verletzte Ehre mit der Waffe Genugtuung zu verschaff» n. Hiergegen mit Mitteln des Strafrechts einzufchrei- ten, t)abe der Staat nur dann Veranlassung, wenn durch den Zweikampf die öffentliche Ordnung ae- ftört werde. Das sei aber nur der Fall bei tödlichem 21 u s g a n g und bei U e b e r t r e t u n g der Kampfregeln. Einen besonderen Raum nimmt in der Denk- schrift der Schutz der Ehe und Familie ein. Niederziehende Angriffe auf Ehe, Mutterschaft und Familie, wie sie in der vergangenen Zeit an der Tagesordnung waren, könne der nationalsozialistische Staat nicht dulden. Die Denkschrift schlägt daher eine neue Strafvorschrist vor gegen Schmähung der Ehe. Ausdrücklich empfiehlt sie auch den Schutz des Kindes wirksamer zu gestalten als bisher, und zwar sowohl hinsichtlich des keimenden Lebens als auch bezüglich des Heranwachsenden Kindes. Als zweite Hauptgruppe folgt nun der Schutz der Volksgenossen, und hier ist bezeichnend für die nationalsozialistische Auffassung des Strafrechtes, daß nicht der Eingriff auf das Leben, fon- dem der Angriff auf die Ehre vorangestellt ist. Neu eingeführt wird die Zulassung der sogenannten Sterbehilfe: Dem Arzt soll es ermöglicht wer- den, die Qualen unheilbar Kranker auf Verlangen im Interesse wahrer Menschlichkeit zu beenden. Neue Wege schlägt die Denkschrift ein, wenn sie auch einen Schutz der wirtschaftlichen Grundlagen der Familie empfiehlt. Der Schutz des Staates, des Volkstums und der Familie wird in den Vorschlägen ergänzt durch einen Schutz des Volksgutes, d. h. Der wirtschaftlichen Güter der Nation. Auch hier geht die Denkschrift neue Wege, wenn sie den Schutz der nationalen Arbeitskraft vorsieht. Ebenso sollen die materiellen Werte Des Volkes unter befonDeren Schutz gestellt werben. U. a. wird vorgeschlagen, auch Den sogenannten wirtschaftlichen ßanDesoerrat künftig unter Strafe zu stellen. EntsprechenD Der Forderung Des nationalsozialistischen Staates, Daß rücksichtslose Bereicherung Des Einzelnen auf Kosten seiner Mitmenschen unterbunDen werben müsse, wirb eine strenge Bestrafung unsozialen Eigennutzes gefordert. erpolitif treiben, bie es in Konflikt mit einer großen Zahl von Staaten bringen würbe, wenn es ben Anspruch Darauf erheben wollte, sich alle Bevölkerungen beutscher Rasse unb Zunge einzuverleiben. Trotz Der Verschiedenheit der Einrichtungen werde das Deutsche Reich mit der Schweizer Eidgenossenschaft auf demFuße einer tiefen unb dauernden Freundschaft leben. Die Aufgaben Der Reichsstatthatter. Der Reichskanzler spricht auf der Reichsstatthalterkonferenz. Berlin, 28. Sept (WTB.) Amtlich wird miigeteilt: Die Reichs st atthalter waren heute in Berlin zu einer gemeinsamen Aussprache versammelt, die bereits am vormittag im Reichsministerium des Innern begann und am Nachmittag in der Reichskanzlei ihre Fortsetzung sand, hier sprach Reichskanzler Adolf Hitler in mehrstündigen Ausführungen über die wirtschaftliche und die politische Lage und umrih diebesondereAuf- gabe der Reichs st atthalter, die in jedem Falle für d i e Reichsautorität und für die absolute Sicherheit Der Derroaltung Sorge zu tragen hätten. Die Reichspolitik müsse aufgebaut werden auf den Faktoren, die die heutige Zeit repräsentieren. Dies gelte insbesondere auch für das Verhältnis zwischen Reich und Ländern, zwischen Staat und Partei. Alle reoolutionärentEr- scheinungen.diesichinwllderFormohne nationalsozialistische Zielsetzung äußern, müssen restlos beseitigt werden. Der Reichskanzler legte den Reichsstatthaltern die s e e - lischeund geistige Erziehung des Volke s als eine Hauptaufgabe besonders dringend ans her; und betonte die Grundsätze, nach Denen die Reichspolltik von dieser Erkenntnis aus geführt werden müsse, für Deren Innehaltung die Relchsstatthal- ter ihm gegenüber verantwortlich seien. An der Tagung nahmen sämtliche Reichs- statt Halter und Reichsinnenminister Dr. Frick und die Staatssekretäre Dr. L a m m e r s und Funk teil. Oie Haushalts- und Kaffen- lage des Reiches. Berlin, 28. Sept. (TU.) Das Reichsfinanz- minifterium veröffentlicht einen finanziellen Ueber- blick über den Reichshaushaltsplan 1933. Darin wird über die bisherige Haushaltsentwicklung gesagt, baß bas Aufkommen aus bireften Steuern bis Enbe August 1933 ben internen Schätz u n- gen entspreche. Gewisse Unsicherheitsmomente lägen bei ben inbiretten Steuern, insbefonbere b e i ben Zöllen wegen ber Unsicherheit über bie Gestaltung ber Einsuhroerhältnisse. Aber auch hier sei nach bem bisherigen Verlauf kein Gefähre n p u n k t ausgetreten. Bei ben übrigen Einnahmen sei ein Grunb zu Besorgnissen, daß die Haushaltsansätze nicht erreicht würden, nicht vorhanden. Insbesondere verdiene hervorgehoben zu werden, daß der Verkauf von Relchsbahn- vorzugsaktien, woraus für 1933 100 Millionen Mark Erlös erwartet würden, im Gegensatz zum Vorjahre bis Ende August 1933 bereits 60 Millionen erbracht habe. Die Ausgaben seien im allgemeinen bisher hinter dem Voranschlag zurückgeblie- ben, was indessen erfahrungsgemäß in ben ersten Monaten bes Haushaltsjahres immer ber Fall zu fein pflege. Unsicherheit bestehe noch hinsichtlich ber Ausgaben für bie Arbeitslosenfür- sorge. Die Reichsregierung erwarte aber, baß durch bie von ihr eingeleiteten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auch von biefer Seite her eine ®e= fährbung bes Haushaltsausgleichs nicht z u b e - sorgen sei. Die K a ss e n l a g e habe bisher zu besonderen Maßnahmen keinen Anlaß gegeben: Nachdem demnächst zu veröffentlichenden Monatsausweis über die Einnahmen unb Ausgaben bis einschließlich Ende August 1933 ergebe sich folgenbe Haushaltsentwicklung: Von ben geschätzten Einnahmen in Höhe von 5,9 Milliarden finb rund 2,4 Milliarden eingegangen. Von den einschließlich ber Vorjahrsreste auf 6,15 Milliarben geschätzten Ausgaben sind bisher runb 2,4 Milliarben geleistet worden. Die Ausgaben und Einnahmen gleichen sich also in den abgelaufenen fünf Monaten bes Rechnungsjahres 1933 a n - nähernd aus. Die Ueberficht geht auch auf die Entwicklung ber allgemeinen Finanzlage bei Reich, Säubern unb Gemeinben währenb ber vergangenen Jahre ein. Danach ist der gesamte Finanz- bebarf von 1 9 2 5/29 von 14,5 Milliarden auf 20,9 Milliarden angestiegen unb van Da ab auf 14,5 Milliarben Mark, also ben gleichen Betrag wie 1925, im Jahre 1932 gefallen. Von 1929 auf 1932 finb bie Ausgaben mithin u m 6,4 Milliarden zurückgeschraubt worben. Auf ber Einnahmeseite ist von 1929 auf 1932 eine Schrumpfung um 6,2 Milliarben Mark eingetreten, bie zurückzuführen ist auf eine Minberein- nahme bei Steuern unb Zöllen von 4,2 Milliarben, einen Rückgang ber Einnahmen aus Anleihen um 1,5 Milliarben Mark unb einen Rückgang ber sonstigen Einnahmen um 0,5 Milliarben Mark. Dieser Einnahmerückgang ist eingetreten, obwohl seit 1929 bis 1931 zahllose Steuererhöhungen unb bie Einführung neuer Steuern vorgenommen worben sind. Opferdank der deutschen Sauern. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Ein frommer Brauch gebietet in vielen Gegenden den Bauern, nach der Ernte die letzte Garbe als Opferdank auf dem Felde stehen zu lassen. Dieser alte Brauch soll durch die Spende des deutschen Bauern für bas Winterhilfswerk eine sinnvolle und zeitgemäße Belebung erfahren. Der deutsche Bauer, der mit offenem Herzen für alle Kreatur die letzte Garbe auf dem Felde läßt, wird feinen notleidenden Volksgenoffen fick nicht versagen. Deutsche Bauern, sorgt dafür, daß euer Führer am 1. Oktober ein Sammelergebnis erhält, das weit über dem Rahmen dessen steht, was er von euch erwartet! * Die Reichsführung des Winterhilfswerkes teilt mit, daß über die bisherige Sammelaktion der deutschen Landwirtschaft Teilergebnisse vorliegen. Diese Ergebnisse lassen erkennen, daß der Aufruf des Führers von der deutschen Landwirtschaft voll unb ganz verstauben und aufgegriffen würbe. So werben von einer preußischen Provinz zwei Millionen Zentner Kartoffeln, von einer anberen Provinz 1,5 Millionen Zentner Kartoffeln als bisheriges Sammelergebnis gemelbet. Darüber hinaus würben 250 000 Zentner Korn ebenfalls aus einer biefer Provinzen gemelbet. DieEmgliederungdesStahlhelm Berlin, 28. Sept. (TU.) Stabschef Röhm hat, wie ber PPD. berichtet, über bie Gingliebe- rung bes Stahlhelms eine Verfügung erlassen, in ber es u. a. heißt: Mit bem 24. September 1933 ist ber Stahlhelm, Bunb ber Frontsolbaten, enbgültig unter ben Befehl bes ober ft en SA. -Führers getreten. Ich grüße auch auf biefem bienstlichen Wege noch einmal bie in unsere Reihen tretenben Kame- raben. 211s So.lbaten unb Kameraben wollen wir von jetzt ab gemeinsam marschieren unb kämpfen, einer bes an« Deren wert, in gleicher Pflichterfüllung, Hingabe unD KameraDschaft. Die Doüftänbige (finglieDerung bes bisherigen Wehrstahlhelms ist bis 31. Oktober 1933 zum Abschluß zu bringen. Ab 1. November 1933 entfällt j e o e Sonberbezeichnung ober Son- berbehanblung. Die in bie SA. eingeglieberten Einheiten finb SA. -Einheiten mit gleichen Pflichten und Rechten. Der bisherige Kernstahlhel m, künftig nur Stahlhelm (St.) genannt, tritt als eigene Gliederung mit eigenen Einheiten neben SA. und SS. Der Zeitpunkt, wann bie bisherigen Wehrstahlhelmeinheiten das NeueVerordnungenzurRegelungderIeWMast Oie Belieferung von Minderbemittelten mit billigem Zett. Berlin, 27. Sept. (CNB.) Im Reichsgesetzblatt sind zwei neue Verordnungen zur Regelung der Fettwirtschaft erschienen, durch die die bisher bestehenden Bestimmungen über die Margarinekontingentierung, den Bezug verbilligter Fette für Minderbemittelte, die Deklarationspflicht und die Verordnung über die Fettsteuer ergänzt werden. Wenn auch durch die erwähnten Verordnungen in der deutschen Fettoersorguna eine erhebliche Besserung eingetreten ist, haben sich aber doch bei den verschiedenen Verordnungen gewisse M ä n - g e l herausgestellt. Vor allem erwies sich die Verordnung über den verbilligten Fettbezug für Minderbemittelte insofern als lückenhaft, als diese Minderbemittelten von dem Bezug verbilligter Margarine praktisch ausgeschlossen waren, da der Händler nicht verpflichtet war, diese Konsummargarine nur den Karteninhabern zu liefern. Diese mußten vielmehr, falls keine billige Konsummargarine vorhanden war, an de re Fette beziehen. Weitere Mängel entstanden in der örtlichen Belieferung dadurch, daß die Margarineindustrie die ihr frachtungünstig gelegenen Märkte nicht mehr belieferte, so daß also dort die Zufuhr an billiger Margarine stockte. Diese und andere Schwierigkeiten sollen nun durch die neuen Verordnungen behoben werden. Rach der sozialpolitischen Seite ist in Zukunft vorgesehen, daß die Inhaber von Verbilligungs- scheinen vom 1. November an auch Anspruch auf die billige Konsummargarine haben. Weiter erhalten die Minderbemittelten in Zukunft für den Bezug von neun Kilogramm Fetten im Jahr sogenannte Bezugsscheine und für drei Kilogramm Verbilligungsscheine. Die Bezugsscheine gelten zum Einkauf von Haushaltsmargarine, für deren Höchstpreis 38 Pfennig pro Pfund bestimmt werden und die in Zukunft eine besondere Kennzeichnung tragen muß. Diese Margarine ist aus Zweckmäßigkeitsgründen gleich steuerfrei gelassen worden, um den umständlichen Weg der Fettsteuer-Rückerstattung zu vermeiden. Eine Teilung in Bezugsscheine von neun Kilogramm und Verbilligungsscheine von drei Kilogramm ist vorgesehen, während vorher die Bezugsscheine auf die ganze steuerverbilligte Fettmenge, also zwölf Kilogramm im Jahre, ausgestellt waren. Eine weitere Aenderung ist noch insofern in der Verordnung vorgesehen, als die Bezugsscheine neuerdings auch für Wurst waren gelten. Dom 1. November 1933 ab wird ein B s i • mifchungszwang für inländische Fette, und zwar zunächst nur für sogenanntes neutra- l e s Schweinefett, in Höhe von 5 v. H. angeordnet, der je nach dem Anfall dieses Fettes allmählich gesteigert wird. In gleicher Höhe wird auch das Margarinskontingent erweitert werden. Es handelt sich bei diesem neutralen Schweineschmalz um diejenigen fetten Teile des Schweinekörpers, wie Kopf, Spitzbein ufw., die bisher für die Speisefettoerwertung nicht verwendet wurden und dadurch wesentlich zur Verteuerung des Schweinepreises beitrugen. Früher bezog Deutschland dieses neutrale Schweineschmalz lediglich aus Amerika, aber es ist inzwischen gelungen, Schmalz der menschlichen Ernährung nutzbar zu machen. Die Verordnung sieht für die Herstellung dieses neuen neutralen Schweinefettes vor, daß nur bestimmte Firmen damit beauftragt werden dürfen und daß diese Firmen sich weiter bestimmten Richtlinien des Reichsernährungsministeriums unterwerfen müssen. Aus aller Welt. Kasseler Krelsführerlagung der Deukschen Burschenschaft. Die Kreisleitung Hessen-Waldeck der Deutschen Burschenschaft hat am Samstag, den 30. September, zu einer Kreisführertagung nach Kassel eingeladen, die unter dem Leitgedanken: „Freiheit und Pflicht im national» sozialistischen Staat" stehen wird. Die alten und jungen Burschenschafter des Fulda-Eder- Gaues und des Lahn-Gaues versammeln sich zur Entgegennahme von Referaten über Rasse- biologische Notwendigkeiten, volkssportliche Forderungen, und aktuelle Bildungs-, Erziehungs- und Kunstfragen im nationalsozialistischen Volksstaat. Abends ist ein Kommers vorgesehen. Sonntag findet eine Aussprache über die Referate des Vortages statt, nachmittags ist eine Beteiligung an den großen Erntedankfestfeierlichkeiten der Stadt Kassel vorgesehen. Der Tod im Weinkeller. Im Gärkeller der Weinhandlung David Metzger Sohn in Landau (Pfalz) ereignete sich ein schweres Unglück. Der 23jährige Küfer Stadter, der ohne Auftrag in den Keller gegangen war, wurde alsbald von feinen Arbeitskollegen vermißt; der Küfer Emil Weder, der ihn im Gärkeller suchte, erschien gleichfalls nicht wieder. Nun wurden Rettungsmannschaften und Feuerwehr alarmiert. Diese drangen mit Schutzmasken in den Keller vor, der mit Oxydaasen aus der Gärung der dort lagernden 15 000 Liter portugiesischen Weines angefüllt war. Die beiden Küfer wiesen schwere Vergiftungserscheinungen auf. Stadter riß in seinem Todeskampf einem Feuerwehrmann die Schutzmaske vom Gesicht, so daß auch dieser bewußtlos wurde. Ein nachfolgender Wehrmann, der keine Gasmaske trua, wurde ebenfalls em Opfer der Gase. Erst nach längerer Zeit konnten die vier Bewußtlosen geborgen werden. Der Küfer Stadter ist inzwischen der schweren Vergiftung erlegen. Bombenexplosion in Geregelt. — Zwei Tole, 5 Schwerverletzte. Wie aus Gewgeli (an der jugoslawisch-griechisch n Grenze) berichtet wird, explodierte dort vor einem Kaffeehause eine Höllenmaschine, die zwei Personen tötete und fünf schwer verletzte. Ein amtlicher Bericht schildert den Hergang der Explosion folgendermaßen: Der Inhaber des Kaffeehauses bemerkte vor seiner Tür einen verdächtigen Gegenstand und rief einen Polizisten herbei. Beide stellen fest, daß es sich um einen Sprengkörper handele. Dieser explodierte plötzlich und tötete beide auf der Stelle. Fünf Gäste des Kaffeehauses wurden durch Sprengstücke schwer verwundet. Das Kaffeehaus wurde stark beschädigt. Man glaubt, daß die Höllenmaschine durch mazedonische Banden über die Grenze nach Südslawien eingeschmuggelt worden sei. Die Explosion der Höllenmaschine verfolgt nach Ansicht der Belgrader „Prawda" den Zweck, die Besserung der Beziehungen unter den Balkanstaaten zu vereiteln. Es ist festgestellt, daß es sich um eine Maschine handelt, wie sie von den Komitatschis angewandt zu werden pflegt Zwei Abteilungen solcher Komitatschis sind nicht weit von Gewgeli auf hellenischem Gebiet bemerkt und verfolgt worden. Der Anschlag ist zweifellos auf eine dieser Banden zurückzufuhren. Lebenslängliche Zuchthausstrafe für einen Vatermörder. Das Berliner Schwurgericht verurteilte den 22 Jahre alten Melker Willi Splinter, der am 13. September d. I. in der Nähe des Wilmers- dorfers Güterbahnhofes feinen Vater, den 43 Jahre alten Gemüsehändler Fritz Splinter in der Absicht, ihn zu berauben, mit einer Sektflasche niederschlug und ihn dann erschoß, wegen Totschlags und versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem schwerem Raube zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. — Zwischen der Tat und der Verurteilung lag nur eine Zeitspanne von 14 Tagen. Eröffnung der Baden-Badener Spielbank am 3. Oktober. Von zuständiger Seite wird dem WTB. mitgeteilt, daß die Verhandlungen bezüglich der Baden- Badener Spielbank nunmehr abgeschlossen sind. Das Reichsinnenministerium hat den zwischen der französischen Pächtergruppe und der Baden- Badener Stadtverwaltung vereinbarten Vertrag genehmigt, so daß die Eröffnung des Kasinos im Kurhaus am 3. Oktober erfolgen kann. Der Eröffnungstermin ist, wie in einer Pressebesprechung bei der Kurdirektion mitgeteilt wurde, endgültig. Am Vorabend findet eine offizielle Feierlichkeit statt, zu der hohe Persönlichkeiten aus der Verwaltung und die Presse geladen sind. Gespielt wird Roulette, Boule und Baccarat. Drei lote, 15 verletzte bei einem Autounglück an der Riviera. Auf der großen Landstraße von Mentone nach Nizza ereignete sich ein schweres Autounglück, wobei drei Personen getötet und 15 andere z. T. schwer verletzt wurden. Ein Privatwagen, der einem Fußgänger ausweichen wollte, stieß in voller Fahrt mit einem ihm entgegenkommenden Auto- bus zusammen. Der Führer des Privatwagens wurde auf der Stelle getötet, ebenso eine Insassin des Autobus, der burtf) Glassplitter die Halsschlag, aber burchschnitten würbe. Eine anbere Insassin bes Autobus erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Don ben 15 verletzten Fahrgästen mußten ebenfalls mehrere ins Krankenhaus übergeführt werden. Beide Wagen wurden schwer beschädigt. 100 000 Mark unterschlagen. Der Geschäftsführer der Abrechnungsstelle Kassel des Reichsoerbandes Deutscher Dentisten, Kaufmann Gustav ßö-ber, ist unter dem dringenden Verdacht, große Summen unterschlagen zu haben, verhaftet worden. Soweit bisher festgestellt werden konnte, hat Loder innerhalb 2Vt Jahren einen Betrag von etwa 100 000 Mark unterschlagen. tticilcriiorc::e|ßurt börse ,urd 27-9. । 28.9. 27.9. 28.9. 74,25 74,4 Banknoten. 85,5 85 86,75 73,75 84 84,5 87,75 85,5 85 86,75 84,9 98,9 86,4 80,4 11,05 81 85 98,5 86 79,75 11,13 81,1 82 84,73 98,9 86,25 79,9 11,15 80 82.5 85 72 74,5 84 84 84,75 86,5 85,5 85 86,75 85 99 86,4 80,4 11,2 80,5 82,5 85 67,48 81,31 35,07 Schlug'. Mittag- bgrfe 0,70 5,15 4,5 5,5 5,05 0,80 4,9 i,2 4,5 5,05 10,25 0,70 5,25 4,65 5,5 4,95 5 85 85 86.75 | 0,75 5 5,15 4,65 5,5 4,75 4.9 Sinkende Arbeitslosigkeit Steigende Beschäftigung. hälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 50 bis 53, II 46 bis 50, Bullenfleisch 46 bis 50 Kuhfleisch II 36 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 75. Hammelfleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 63 bis 68. Geschäftsgang: ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 28. Sept. Weizen (inländ., 76/77 kg) 19,75 bis 19,90 Mark, Roggen (südd.) 16 bis 16,25, Hafer (inländischer) 14,25 bis 14,50, Sommergerste 18 bis 20, Futtergerste 16,50, Mais (gelber auf Bezugfch. mit Sack) 18,25, Sojaschrot (Mannheimer Fabr. prompt 14,75, Biertreber (mit Sack) 15, Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75, Erdnußkuchen (prompt) 16, Wiesenheu (loses) 4,80, Rotkleeheu 5, Luzernkleeheu 6 bis 6,20, Stroh mung war indessen freundlich, und die Berliner Schlußkurse blieben sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkt gut behauptet. Deutsche Anleihen lagen eher eine Kleinigkeit freundlicher. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille zwar unvermindert an, die Grundstimmung war aber durchaus freundlich. JG.-Farben notierten etwas höher (116,38 bis 116,65). Sonst kamen u. a. zur Notiz: Neubesitz 11,15, Altbesitz 79,90, Reichsbank 141, Gelsenkirchen 46, Phönix 31,50, Bekula 113, 'Zement Heidelberg 73, Holzmann 59, Lahmeyer 110. Schweinemarit in Butzbach. pb. Butzbach, 28. Sept. Der Auftrieb zum heutigen Markt betrug 290 Stück. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu 6 Wochen 9 bis 11 Mark, von 6 bis 8 Wochen 11 bis 13 Mark, von 8 bis 13 Wochen 13 bis 18 Mark. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberstand. frankfurter «chlachwrehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. Auftrieb: Rinder 106 (gegen 87 am letzten Donnerstag), Kälber 990 (577), Schafe 460 (152) und Schweine 491 (940). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mk.: Kälber a) 37 bis 41, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Schafe a) 24 bis 26, b) 21 bis 23, c) 16 bis 20. Schweine b) 48 bis 52, c) 47 bis 51, d) 46 bis 50. Im Preisoergleich zum letzten Donnerstag gaben Kälber 2 bis 3, Schafe 2 Mark nach, während Schweine 4 Mark anzogen. Marktoerlauf: In allen Gattungen ruhig, geräumt. — Fleisch- großmarkt. Beschickung: 853 Viertel Rindfleisch, 158 ganze Kälber, 17 ganze Schafe, 283 Schweine- Brlef ~ 2,75 58.52 8,37 13,09 IU 2 „9 29 42-05 6S 78 tigung für etwa 1 Million Arbeiter ermöglicht. Nach einer Schätzung von Anfang September haben die bisherigen Maßnahmen eine zusätzliche Umsatzsumme des Bauhandwerks im Jahre 1932 von etwa 1,4 Milliarden Mark. Die neue Aktion erlaubt nun die Vergebung von Aufträgen, die fast das 2,5 fache der durch die bisherigen Reichshilfen ermöglichten Aufträge darstellt. In einem halben Jahr soll dem Bauhandwerk das 1,5 fache der Gesamtumsätze des Jahres 1932 an Aufträgen zugeführt werden. 496GemeindenimLandesarbeitsamts- bezirk Hessen frei von Arbeitslosen. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Von den insgesamt 3303 Gemeinden im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen sind nach dem Stande vom 15. September d. I. 496 oder 15 v.H. der Gesamtzahl der Gemeinden frei von Arbeitslosen. Besonders hoch ist die Zahl der von Arbeitslosen freien Gemeinden in den landwirtschaftlichen und sodann in den gemischtwirtschaftlichen Bezirken. So sind in den Är- beitsamtsbezirken Treysa 111, Fulda 80, Corbach und Gießen 54 bzw. 50 Gemeinden ohne Arbeitslose. Es folgen die Bezirke Marburg (33), Kassel (30), Hersfelo und Mainz (je 27), Hanau (20), Niederlahnstein (19), Darmstadt (15), Frankfurt (10), Dillenburg (8), Limburg und Wiesbaden (je 3). Bei einer weiteren größeren Anzahl von Gemeinden sind nur noch wenige Arbeitslose vorhanden. OerMordan demGA.-Mann Handwerk. Der dritte Berhandlimgstag. Frankfurt a. M., 27. Sept. (WSN.) In der Verhandlung am Mittwoch gingen die Erörterungen über den Fall Handwerk weiter. Es wurden die Personen vernommen, vor denen R e i t i n g e r nach seiner Festnahme Aussagen gemacht hatte. Zunächst wurde der stellvertretende Polizeipräsident Regierungsrat Dr. Heerdt vernommen, dem seinerzeit als Staatsanwalt R e i t i n g e r vorge- sührt worden ist, nachdem der Angeklagte im Westendheim die Tat eingestanden hatte. Dieses Geständnis ist von ihm am 13. Juni widerrufen worden. Nach Aussagen des Zeugen bemühte sich der Beschuldigte, eine schriftliche Fixierung seiner Aussage zu verhindern, um nicht festgelegt zu sein. Reitin- ger führte an, daß sein früheres Geständnis einen gewissen Vogt schonen sollte, der auch im Verdacht der Tat stand. Der nächste Zeuge, Untersuchungsrichter LandKurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H (Preßstroh Roggen-Weizen) 2, Stroh (Hafer-Gerste) 1,80 bis 2, Stroh (geb. Stroh, Roggen-Weizen) 1,40 bis 1,70, Stroh (geb. Stroh, Haier-Gerste) 1,20 bis 1,40, Weizenmehl (Spez. 0 m. Austauschwz., südd. Großmühlenpreis ab Mühle) September-Oktober 29, dito per November 29,25, dito mit Jnlandswz. alte Ernte September-Oktober 27,50, dito per November 27,75, Roggenmehl (70—60proz. Ausmahlung je nach Fabrikat, nordd.) 22 bis 23,50, do. pfälz. und südd. 22,75 bis 23,75, Weizenkleie (feine) 9,75, Rapskuchen 12, Palmkuchen 14, Leinkuchen 16,75, Sesamkuchen 16 Mark. Die Kurse verstehen sich per 100 kg netto waggonfrei Mannheim ohne Sack. Tendenz: stetig. Stimmung für Brotgetreide fest, Käufer verhalten sich zurückhaltend. Am Futtermittelmarkt besteht Interesse. Mühlennachprodukte zu festen Preisen. — Südd. Weizen-Auszugsmehl 4 Mark höher, Weizen-Brotmehl 8 Mark niedriger als Spezial 0. Biertreber, Mehle und Kleie mit Sack. Im Wochenbericht des I n ft i t u t s für Konjunkturforschung wird geschrieben: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hält an. Auch in der ersten Septemberhälfte ist die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen gesunken, und zwar um 57 000 auf 4 067 000. Die Arbeitslosigkeit ist damit nicht nur um rund 1,2 Millionen niedriger als vor einem Jahr, sie hat auch den Stand von 1931 um mehr als 0,25 Millionen unterschritten. Daß im August die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft ganz erheblich gestiegen ist, bestätigen die Ergebnisse der B e s ch ä f t i g t e n st a t i st i k. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten hat um rund 288 000 zugenommen, so daß Ende August wieder etwa 13,7 Millionen Arbeitnehmer in Brot und Arbeit waren. Konjunkturell gesehen ist die Beschäftigung seit ihrem Tiefpunkt vor einem Jahr wieder um etwa 1 Million gestiegen. Innerhalb der Industrie hat sich im August vor allem die Beschäftigung in den Produktionsgüterindustrien belebt. In den Verbrauchsgüterindustrien war die Zunahme der Beschäftigung etwas geringer. Bemerkenswert ist dabei, daß im August nicht nur, wie im Juli, die Zahl der beschäftigten Arbeiter, sondern mehr noch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zugenommen hat. Die gesamte Industrie beschäftigt gegenwärtig wohl etwa 17 v. h. mehr Arbeiter, als vor einem Jahr. Das Arbeitsquantum der Jnduftrieardeiterschaft ist — wegen der längeren Arbeitszeit — sogar um beinahe ein Viertel (23 v. H.) höher. In den nächsten Wochen wäre nun nach dem üblichen Saisonrhythmus eine zunächst langsame, dann aber immer stärker werdende Zunahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten, die zum wesentlichen Teil von der Verringerung der Beschäftigungsmöglichkeiten in der Bauwirtschaft herrührt. Mit dem zweiten Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit sind nun wichtige Grundlagen dafür geschaffen, der saisonüblichen Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft entgegenzutreten. Das neue Gesetz schafft erweiterte Möglichkeiten für Bauarbeiten, die vom Wetter bis zu einem gewissen Grade unabhängig sind. Die Reichsregierung stellt 500 Millionen Mark als weitere Zuschüsse für Hausreparaturen, Umbauten und Ergänzungsbaulen zur Verfügung. Dabei find die Zuschüsse (20 bis 50 v. h. der kosten) nicht, wie bisher, auf den Wohnungsbau beschränkt. Für den Arbeitsmarkt wichtig ist dabei die Bestimmung, daß die Zuschüsse sich nur auf Arbeiten erstrecken, die vor Dem 31. März 1934 in Angriff genommen sind. Wenn die Gesamtsumme der Zuschüsse ausgegeben ist, dürfte sich daraus ein Gesamtumsatz für das Baugewerbe von 2 Milliarden Mark ergeben, der für das Winterhalbjahr Befchäf- * Die Devisenbewirtschaftung. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine 6. Verordnung zur Durchführung der Verordnung über die Devisenbewirtschaftung vom Mai v. I. Durch die neue Verordnung wird der entgeltliche Erwerb von Guthaben bei der Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden und von Schuldscheinen, die diese Kasse ausgibt, und die Verfügung über solche Guthaben und Schuldscheine von einer Genehmigung der zuständigen Stelle abhängig gemaä)t. * A. Riebeck'sche Montanwerke AG., Halle a. S. Die Generalversammlung der A. Riebeck'sche Montanwerke AG., Halle a. S., erledigte die Regularien zum 31. März 1933 (4,2 v. H. Dividende auf Grund des JG.-Vertrages mit JG.-Far- ben). Zur Geschäftslage führte der Vorsitzende des Vorstandes Dr. Scharf aus, daß der Umsatz in den letzten Jahren von Jahr zu Jahr zurückgegangen sei. Gegenüber 1928/29, dem letzten Jahre vor dem Kon- junkturumschwung, habe der Umsatz in 1931/32 nur 74 v. H. und in 1932/33 nur 62 v. H. betragen. Im laufenden Jahre sei dieser Schwund zum ersten Male zum Stillstand gekommen und es sei bereits gegen das Vorjahr eine Steigerung um etwa 10 v. H. eingetreten, an der alle Erzeugnisse mehr oder weniger stark beteiligt seien. Die Brikettfabrik sei in der Zeit von April bis August mit 61,4 v. H. der Verkaufsbeterligung beschäftigt gewesen gegenüber 60,2 v. H. im Vorjahre. Durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Gesellschaft werden zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten sowohl bei Riebeck selbst, als auch bei den Lieferfirmen geschaffen. Man rechnet mit der zusätzlichen Beschäftigung von 5000 Arbeitern auf zwei Jahre. Dr. Scharf gab dem Vertrauen darauf Ausdruck, daß die von der Reichsregierung bereits erzielte Wirtschaftsbelebung sich fortsetzt. Frankfurter Börse. Mittagsbörse still, knapp behauptet. Frankfurt a. M., 28. Sept. Auch die heutige Mittagsbörse blieb von dem kommenden Ausfall der Berliner Samstagsbörst zwecks Neuregelung der Maklerzulassung etwas belastet, weil man evtl. Abgaben aus diesen Kreisen befürchtet. Daneben war das Publikum, offenbar im Zusammenhang mit dem Quartalsultimo nur schwach vertreten, während die Kulisse weitgehendste Zurückhaltung bekundete, wobei auch die Genfer Verhandlungen, die indessen nicht unsteundlich beurteilt werden, dazu beigetragen haben mögen. Erste Kurse kamen nur zögernd zustande. Bei der herrschenden Geschäftsstille zeigten sie zwar ein nicht ganz einheitliches, aber doch meist etwas schwächeres Aussehen. Die Veränderungen hielten sich jedoch dabei innerhalb eines Prozentes. Lediglich Gelsenkirchen mit minus 1,25 v. H. und Ilse Bergbau Genuß mit minus 1,40 o. H. waren über das Durchschnittsmaß von 0,25 bis 0,75 v. H. hinaus gedrückt. Auch die übrigen Montanpapiere neigten zur Schwäche, während der Elektromarkt sehr widerstandsfähig lag außer Lahmeyer, die auf den bekannten ermäßigten Dividendenvorschlag von 8 v. H. nach 10 v. H. i. V. angeboten waren und 2,75 v. H. einbüßten. Chemiepapiere gaben von 0,25 bis 0,50 v. H. nach, auch Kunstseideaktien eröffneten von 0,25 bis 0„75 niedriger. Bon sonstigen Werten bröckelten Reichsbank um 0,75 v. H. ab, wogegen Holzmann 0,75 v. H. gewannen und Aschaffenburger Zellstoff mit 20 v. H. unverändert einsetzten. Bei anhaltender Geschäftsstille bröckelten auch im Verlaufe die Kurse weiter leicht ab. IG. Farben gaben 1,5 v. H. auf 116 v. H. nach, Bekula nach etwas festerem Beginn um 1,25 v. H. auf 113 o.H., bei den übrigen Papieren betrugen die Abschwächungen von 0,25 bis 0,75 v. H. IG. Farben waren gegen Schluß mäßig erholt (116,5 v. H.). Am Kassamarkt ergaben sich keine nennenswerte Veränderungen. Einzelne Werte, die längere Zeit nicht notiert waren, kamen meist höher zum Kurs. Auch der R e n t e n m a r k t lag außerordentlich still. Deutsche Anleihen eröffneten bis 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,40 v. H., Reichs- bahn-VA. 0,13 o. H. und Stahlverein-Obligationen auf die Prozeßvertagung 1 v. H. niedriger. Im Verlaufe konnten sich späte Schuldbücher etwa um 0,25 v. H. und Neubesitz um 17,5 Pfg. erholen, während Altbesitz nochmals 0,40 v. H. verloren. Am Pfandbriefmarkt hielten sich die Veränderungen bei ebenfalls nur kleinem Geschäft im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. H. Stadtanleihen lagen teils behauptet, teils schwächer, insbesondere Mainzer von 1926 und 1928 mit je minus 1,5 v. H. (67). Staats- und Länderanleihen lagen ruhig, ebenso fremde Werte. — Tagesgeld 4 v. H. (3,75 v. H.). Abendbörse: geschäflslos, freundlich. Die Abendbörse blieb auf allen Marktgebieten fast vollkommen geschäftslos. Das Publikum fehlte weiterhin, während die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verharrte. Daran änderte auch die Rede von Reichsminister-Dr. Goebbels in Genf nichts, obwohl sie, soweit sie bekanntgeworden war, einen sehr günstigen Eindruck hinterließ. Die Grundstimgerichtsrat Dr. S ch a a d bekundet, daß Reitinger von ihm bereits im November vernommen wurde. Bei dieser Vernehmung habe der Angeklagte gelogen, man mußte ihn aber aus der Haft entlasse^ Als der Angeklagte dann im Mai vorgeführt wurde und aus dem Westendheim kam, da war er geständig und beschrieb, von wo aus er geschossen hatte, und daß es in feiner Absicht gelegen habe, dem Mitbeschuldiaten Kniedel zu Hilfe zu kommen, der von dem SA.-Mann Zorn an die Wand gedrückt worden sei. Der Widerruf des Geständnisses kam ganz überraschend. Um die Wahrheit zu erfahren, ließ man zu einer der Vernehmungen die Mutter kommen. Als Peitinger zum Fall Weißen» b o r n Breitegasse gehört wurde, behauptete er, Götte habe geschossen, er habe aber den Schützen nicht gesehen, sondern nach der Schießerei Horn getroffen, bei dem Götte gewesen war, und gesagt hatte, er, Götte, habe geschossen. Bei weiterer Vernehmung sagte Reitinger dann, es sei auch möglich, daß Horn geschossen habe. Als Reitinger vorgehalten wurde, wie er dazu komme, anzunehmen, daß Horn geschossen habe, erklärte R., das werde er erst in der Hauptverhandlung sagen. Reitinger gab dann die Darstellung, daß er im Fall Handwerk am Allerheiligentor den Horn getroffen habe, dem er seine Pistole gab. Als am Städelshof Kniedel an- gepackt wurde, habe Horn geschossen, der ihm die Waffe nachher zurückgab. Als Reitinger das Geständnis widerrufen hatte, hat der Zeuge den Angeklagten körperlich untersuchen lassen, es wurde aber nichts bei dem Angeklagten gefunden. Der Zeuge hat die feste Ueberzeugung, daß zwischen Götte und Reitinger im Gefängnis irgendwie eine Verständigung stattgefunden habe. Der Zeuge hat die Glaubwürdigkeit d^s Geständnisses nachgeprüft. Es wurde Zeugen das Bild Horns gezeigt, der aber von niemand erkannt wurde. Vogt bekundete, daß am Tage der Tat Horn mchf erregt gewesen sei, daß aber Reitinger sehr unruhig war. Reitinger habe den Kniedel verraten. Davon wußte aber Kniedel nichts, und als Kniedel dem Reitinger gegenübergestellt wurde, sagte Kniedel, das sei der Mann, der geschossen habe. Kniedel bekam auch das Bild Horns gezeigt, aber er sagte, daß er den Mann nicht kenne. Der Untersuchungsrichter bekundet noch, daß Reitinger zugegeben hatte, im Fall Handwerk geschossen zu haben und zwar ziel- und wahllos, daß er traf, habe er aber nicht zugegeben. Die Vernehmung Reitingers habe sich sehr schwierig gestaltet, war man so weit, daß er etwas zugegeben hatte, so sagte er nach zehn Minuten wieder anders. Reitinger bemüht sich in der Verhandlung wiederholt, seinen Angaben Glauben zu verschaffen und einmal ruft er aufbrausend: „Es geht um meinen Kopf!" Es wird dann für die Dauer der weiteren Vernehmung des Untersuchungsrichters und einer Reihe anderer Zeugen die Öffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeschlossen. Das der Presse auferlegte Schweigeverbot wird schließlich aufgehoben. Unter den oernommenen Zeugen befand sich auch die Mutter Reitingers. Sie hat den Eindruck, daß Reitinger unschuldig feu Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. Deutsch italienische Kundgebung am Samstag, 7. Oktober, im Saalbau zu Frankfurt tu Bl. Arn 6. August dieses Jahres weilten 411 Junq- faschisten mit ihren Führern in Frankfutt am Main. Die Aufnahme dieser jungen Kameraden Mussolinis hat in italienischen Kreisen tiefen Eindruck hinterlassen. Der Königliche Italienische G"v - ralkonsul G. Pascale Comm., Frankfurt a. M., hat der Gauleitung der NSDAP, die Mitteilung gemacht, daß der große Bariton der Mailänder Scala, Umberto Urbano, bereit ist, in Frankfurt a. M. in einem Konzert z u Gunsten der Hitler-Jugend zu fingen. Umberto Urbano hat für diesen Abend auf fein Honorar verzichtet. Die Gauleitung der NSDAP, wird zusammen mit dem Kampfbund für Deutsche Kultur, dem italienischen Herrn Generalkonsul, dem Treuhänder der Arbeit Dr. Luer und dem Leiter der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda am 7. O k t o b e r, 20 Uhr, im Saalbau in Frankfurt a. M. eine Deutsch- Italienische Kulturkundgebung durchführen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wirkt bas aus 20 ausgesuchten Künstlern bestehende Kammerorchester des Kampfbundes für Deutsche Kultur mit. Zu dieser Kundgebung sind alle führenden Persönlichkeiten des kulturellen, wirtschaftlichen und sportlichen Lebens der staatlichen und kommunalen Behörden, sowie der NSDAP, eingeladen. Karten von 1,— bis 3,— Mk. sind ab Samstag, 30. September, in allen bekannten Voroerkaufsstellen erhältlich. Der Reinertrag ist für die Hitler-Jugend bestimmt. Diese Veranstaltung wird, xfanz abgesehen von dem damit verbundenen Zweck der Unterstützung der Jugend, ein gesellschaftliches Ereignis großen Stils. Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Ti.ReichsanI.v. 1929 616% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.- Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rechie...... 6% ehem.8% He». Solleftaal 1929 (cückzahlb. 102%) ............ 6% Hefj. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6Yi% Helf. Landcs-Hqpotheken- bank Darmstadt Liqut......... Oberhessen Provtnz-Anlethe mit Aublos.-Rechlen ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechlen 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hqp.- B anl-L iq u.«P sandbriese....... 6/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpsc..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briejanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landcspsand- briejanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterretchische Goldrente. . 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4",'n Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% deSgl. von 1913.......... *% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... Frankluri a.M. Berlin Schluß« furd Schluß«. Abend- börse Schluß» kurS Schlußk. Mittag- börse. Datum 27.9. 28.9. 27-9- 28-9. 4% desgl. Serie 11 ............. 5.05 2,8 4,5 2,5 25,13 10,75 11,5 41 45 46 37.5 142 18,75 113,75 89 41,5 74,5 78 91 146 113,25 65 97,75 47,75 82,25 96.4 52,5 52,5 4,85 4,6 2,5 25 10,5 11,25 41 44 45,5 37 141 18,25 113 90 4) 89,5 146.5 110 64 96,5 46 80,75 126 95 51,75 91.5 4,75 2,9 4,25 2,5 25,25 10,5 19,75 11,65 41 84,25 45 46 37,5 142,25 18,75 114,4 74,5 89 41,5 74,5 80 91 146 113 66 97.5 47,5 82,13 53,5 125 96 52,5 52,5 4,9 4,5 2,65 25,1 10,25 22,25 18,5 11,5 40,5 84 44 45,5 37 141,4 17,9 113 72,25 90,25 41,5 72,9 88,5 146,75 110 64.5 95,25 45,75 81 53 126 95,5 51,13 51 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/,%Rumün.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 Lamburg-Südam. Dampsfchiss. 0 Hansa-Dampfschiss..........o Norddeutscher Lloyd .........o 21-®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privai-Banl... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft.............. q Dresdner Bank.............. o Reichsbank ................ zz A.E.®...................... o Bekula.................... c Elektr. LieferungSgeseNscha'ft... e Licht und Kraft ............. g Felten L Guilleaume.........o Geselllch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität....... 6 Schlickert« Co...............6 EiemensL Halske............7 Lahmeyer L Co............. io Buderus ................... o Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener................... 0 Hocjch Eisen—Köln-Neuefsen .. 0 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klücknerwcrke ...............0 ManneSmann-Rvbrru........c Franksun a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Minag» Mrle_ Datum 27.9. 28.9. 27.9. 28.9. Mansselder Bergbau....... .. 0 23,65 22 23,75 22,25 Kokswerke................ .. 0 — — 68,5 67,13 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... .. 0 10 32,5 177 31,5 180,5 32 178 31,5 179.75 Rheinslahl ................ .. 0 74 72.5 74,25 32,13 73 ß 32,251 31 31 Olavi Minen ............. .. 0 11 11 — 11 Jtoliroerfe 91fcf)eräle6en .«•••• .. b 114,5 114,75 —— 113,5 111 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 114,75 113 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1/t 160 160 158 158 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 117,9 116.65 118,25 116,25 .. y 169,5 169 — .. 0 41 41 40,75 48,25 53,25 40.25 46,75 52.5 41 46,5 52,9 52,5 58 59 57,7_5 59,5 Qpmpntiuerf .fieibßfbctfl ■••• .. 0 70,75 73 Cementwerk Karlstadt....... .. 0 Schultheis Payenhoser ..... .. 0 — — 93,75 91,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 29 28,75 29 29 .. 0 40 39,25 39 38 Zeststoss Waldhof.......... .. 0 33 33 32,5 32,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 20 20 19.25 20 .. 7 102 100,75 miet Rotoren .. 0 24,5 24,25 24,75 39,5 Deutsche Linoleum......... .. 0 39,25 38.5 Crpnftpin & doppel .. c 27,65 12 Leonhard Tieh ............ .. 0 11,5 12,75 1 2,25 T bode... ............. Alt — 155 162 154 Äccumulatoren»Fabrik...... .. 0 161.25 — Lonti-Gummt............. .. 0 132,75 133 132,75 133 Grihner.................. .. 0 I 16,65 53 | _ Malnkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 1 54,75 - - Süddeutscher Zucker....... .. 8 1 156 1 156 1 156,25 - 27- September 28. September Amtliche Geld Notierung | Ariel Amtliche Geld Dotierung Arie, AelsingsorS.. 5,749 48,05 5,761 5,754 5,766 Prag..... 12,41 Budapest ... Sofia .... 3,047 Holland .... 169,23 169,57 169,03 169,37 Oslo..... 65.4t Kopenhagen. 58,19 58*31 8 39 58'51 Stockholm... 67,13 67,27 67 38 67.52 London ..... 13,02 13,06 13,07 13.11 Buenos Aires 0,963 0 967 0,9b 0,967 Neuyork .... 2,752 2,758 2,777 2,783 Brüsjei..... 58,44 58,56 58.44 58,56 Italien... 22,07 22,11 22,09 22,13 Paris...... 16,40 16 44 16,40 16,44 Schweiz .... 81,17 81,33 81,17 81,33 Spanien.. 35,06 35,14 35,(6 35,14 Danzig... 81 62 81,78 81,62 81,78 Stanau.... Rio de Jan 0^230 0'232 0'2c0 0,232 Jngostawien 5,295 5,305 5,29b 5,305 Lissabon.. 12,68 12,70 12,68 12,70 Berlin, 28-September Geld Amerikanische Noten.............. 2,73 Belgische Noten.................. 58.28 Dänische Noten ................. 8,13 Englische Noten ................. 13 03 Französische Noten .......... 6 Holländische Noten ........ .68 61 Italienische Noten............ 1 7 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... 65,52 Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 67,22 80,99 Spanische Noten................. 34,93 Ungarische Noten ................ Nr. 228 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 29. September 1935 ess—■ — - . 1 '■■■1 _____________»i________j Aus der Provinzialhauptstadl. Aehren und Mohn. Zwei Aehren zusammenyehalten durch eine Mohn- blume — das ist das Zeichen, in dem das Ernte- danksest stehen wird. Die Bauern, die aus dem Bückeberg zusammenströmen, werden es ebenso tragen, wie die daheim gebliebenen Bauern. Auch auf den Rockaufschlägen des Städters wird es sich als Ausdruck der Verbundenheit von Stadt und Land, aber auch als Zeichen der Dankbarkeit dem schaffenden Land- und Nährstand gegenüber finden. Kaum glücklicher konnte der Gedanke sein, Aehren zu wählen, hing doch von jeher von ihrer Zahl und ihrem Inhalt das Glück der Völker ab. Wir selbst haben doch erst vor nicht langer Zeit ein nationales Unglück nicht bannen können, weil es uns, umgeben von einer feindlichen Uebermacht, die mit der hinterhältigen Waffe der Aushungerung kämpfte, an Brotgetreide mangelte. Damals lernten wir die Halmfrucht schätzen, damals erkannten wir, daß das Schicksal eines Volkes durch den Ausfall der Ernten seines Bodens mitbestimmt wird. Wohl hat der Deutsche wie kein anderer Geschichte studiert, hat die Ursachen von Völkerwanderungen erforscht, die fast immer im Mangel an Nahrungsmitteln zu suchen waren, hat Erntebräuche studiert, aber aus dem Getreideopfer auf den heidnischen Altären hat er doch nicht die Erkenntnis gewonnen, daß die Widerstandskraft eines Volkes mit dem Umfang seiner Ernte wächst. Ein gut funktionierender Lebensmittelaustausch, das unausgesetzte Hereinströmen fremder Ernteerträgnisse ließ das Gesetz der Abhängigkeit eines Volkes von der Frucht der eigenen Scholle mehr und mehr verblassen. Bis dann der Krieg ausbrach und uns zwang, der heimischen Landwirtschaft den Blick zuzuwenden. Inzwischen sind wir in der Erringung unserer Nahrungsfreiheit ein gutes Stück vorwärts gekommen. Das hohe Ziel, unfer Volk von der eigenen Scholle zu nähren, wird erreicht werden. Unser täglich Brot hat uns in diesem Jahre Gott, der immer auf der Seite des Tatkräftigen, des Vorwärtsstrebenden und nie Verzagenden steht, in reicher Fülle gespendet. 3hm sei Preis und Dank! Wir wollen aber nicht vergessen, daß uns ohne die harte Arbeit des Landmannes, für den es keine scharf umrittene Arbeitszeit gibt, der bei Regen und Sonnenschein auf dem Felde arbeitet, der den Pflug zu führen, die Sense zu schwingen, das Vieh zu betreuen hat, der Erntesegen dieses Jahres nicht zuteil geworden wäre. Auch ihm gebührt Dank und Ehre am Erntedankfest. Mehr aber noch versinnbildlichen die Aehren auf dem Rockaufschlag eines jeden Deutschen das: Sie sind das Siegel des neuen, niemals mehr zu lösenden Bundes -wischen Stadt und Land, der wohl Städter und Bauern, aber keine Deutschen verschiedener Seichten und Kasten kennt. Die Vergangenheit ist überwunden, Hand in Hand schreitet der Bauer mit dem Städter in eine bessere Zukunft hinein. Reichsstatthalter Sprenger Mitglied des Deutschen Sprachvereins. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen Sprenge r, die Herren Ministerialrat Ringshausen, Oberfchulrat Dr. Blank, Schulrat Großmann und Schulrat Klo st ermann sind dem Darmstädter Zweig des Deutschen Sprachvereins beigetreten, Sie bekunden damit, daß der Sprachverein, der feit bald 50 Jahren für Ehre und Geltung unserer Muttersprache wirkt, einer der Kampfbünde ist, die das deutsche Volk braucht, um seine Art zu bewahren. Sie wollen zugleich zum Ausdruck bringen, daß die Schule im Sinne des Sprachvereins arbeiten soll, damit die Jugend unsere Sprache mit Achtung und Stolz ansehen lerne. Das Erntedankfest in Gießen und Umgegend. Nach den vom Kreispropagandaleiter Hopfen- m ü 11 e r veröffentlichten Anordnungen der Kreisleitung der NSDAP, findet anläßlich des Ernte- d a n k f e st e s als einzige Veranstaltung in G i e • ßen um 9.30 Uhr ein F e st g o t t e s d i e nst auf dem Trieb statt. Der Gottesdienst in den Kirchen bleibt unberührt. Um 11 Uhr wird Platzkonzert folgen. Nachmittags nehmen die Parteigenossen aus Gießen an den Erntedankfesten der benachbarten ländlichen Ortsgruppen teil. Es feiern: die Ortsgruppe Gießen- Mitte in Watzenborn-Steinberg, die Ortsgruppe Gießen-Ost in Annerod, die Ortsgruppe Gicßen-Süd in Leihgestern, die Ortsgruppe Gießen-Nord in Wieseck, die Ortsgruppe Gießen- Nord (Stadtteil Sachsenhausen) in Heuchelheim. Jedermann ist zur Teilnahme an den Feiern aufgefordert. Nichtorganisierte schließen sich für die Feiern auf dem Lande den Gießener Ortsgruppen an. Die Teilnahme der SA., SS., der HI., des Jungvolkes, des BDM. und der NS.-Frauenfchaft wird durch die Anordnungen der zuständigen Dienststellen geregelt. Die NSBO. von Gießen schließt sich nach Zellen gegliedert der Ortsgruppe an, in welcher der Betrieb liegt. Jeder Teilnehmer muß das Erntezeichen tragen. In der Ortsgruppe Gießen-Ost treten die uniformierten Parteigenossen (einschl. NSBO., Fachschaften ufro.) vor der Volkshalle zum Marsch nach Annerod an. Die übrigen Einwohner des Bereichs der Ortsgruppe, auch Nichtparteigenossen, be- ?eben sich beliebig zur Teilnahme am Emtedank- est nach Annerod. Dort beginnt um 14 Uhr der Festzug, der von der Bauernschaft Annerod durch- geführt wird. Bei der anschließenden Feier auf der Platte wird Pg. Grünewald die Ansprache halten. Die Festteilnehmer treffen sich dann von 16.30 Uhr ab in den Gastwirtschaften, und zwar Zelle 1 bei Wächter, Zellen 2 und 3 im Mühlchen, Zellen 4 u^b 5 bei Wallbott, Zellen 6 und 7 bei Engelhardt. In allen Wirtschaften wird die Feier am Bückeberg mit Ansprache des Führers durch Lautsprecher übertragen. Anschließend in sämtlichen Wirtschaften Tanz. In der Ortsgruppe Gießen-Nord beteiligen sich alle Parteiangehörigen und übrigen deutschen Volksgenossen (einschließlich NSBO. und Fachschaften) am Erntedankfest wie folgt: In Wieseck Zellen 1, 2, 3, 4, 5, in Heuchelheim die Zellen 6 und 7. Antreten zum Abmarsch pünktlich 13.30 Uhr. Der Zug nach Wieseck stellt sich zwischen Stein- K51 und Turnhalle mit Marschrichtung Mar- „ r Straße auf, der Zug nach Heuchelheim ordnet "sich am Oswaldsgarten. An der Spitze des Zuges marschieren die Uniformierten, dann die übrigen Partei- und Volksgenossen in Zivil. Anzug für nichtuniformierte Parteigenossen: dunkle Hose, weißes Hemd, schwarzer Binder, Armbinde, Rock wird auf dem Arm getragen. Frauen und Kinder marschieren im Zuge nicht mit, sie begeben sich beliebig nach Wieseck ober Heuchelheim, wo alle Partei» unb Volksgenossen an bem Festzua teil- nehmen. Die Feier am Bückeberg mit ber Ansprache bes Führers wirb burch Lautsprecher übertragen. Anschließenb Volksfest mit Tanz. Rückmarsch geschlossen um 22 Uhr. NS.-Zrauenschast Gießen-Ost. Die Hakenkreuzfahnen ber Mitglieber, mit Namen versehen, werben für nächsten Sonntag zur Schmük- kung der Häuser der Parteigenossen in Annerod erbeten. Die Fahnen sind alsbald bei Prof. Hummel, Georg-Philipp-Gail-Straße, abzugeben. BDM.-Gießeu-Stadi. Heute Freitag, 20 Uhr, im Gewerkschaftshaus Gemeinschaftsabend. Erscheinen jedes Mädels ist Pflicht. NS.-Lehrerbund. Die nächste Sitzung der Mitarbeiter des Gaues Ausland und der „Arbeitsgemeinschaft für Grenz- unb Auslanbsbeutschtum" finbet am Montag, 2. Oktober, in der Goetheschule (Horst-Wessel-Wall) statt. Gauobmann Dr. H e n ß spricht über „Das Deutschtum in Jugoslawien" (mit Lichtbildern). Wir beginnen! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 1. Oktober, 19.30 Uhr, Aufführung ber Operette „Schwarzwalbmäbel" zu ermäßigten Ope- retten-Preisen. Außer Abonnement. Enbe: 22 Uhr. — Dienstag, 3. Oktober, offizieller Beginn ber Winterspielzeit mit ber Ausführung bes Dramas: „Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist unter ber Spielleitung bes Jntenbanten Hanns König. Erste Borstellung im Dienstag-Abonnement; gewöhnliche Preise. Spielbauer von 20 bis gegen 22.45 Uhr. — Mittwoch, 4. Oktober, erste Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Erstausführung ber Meister-Operette Franz Lehars: „Wo bie Lerche singt" (Leitung: W r e b e - C u j 6.) Operet- ten-Preise. Spielbauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Donnerstag, 5. Oktober, Wieberholung bes Schauspiels: „Die Hermannsschlacht" für Deutsche Bühne, Reihe 1: gerabe Mitgliebsnummern. Spielbauer von 20- bis gegen 22.45 Uhr. — Freitag, 6. Oktober, erste Vorstellung im Freitag-Abonnement mit ber Erst - Ausführung bes heiteren Spiels um eine Bühne: „Die Freunbin eines großen Mannes" von Möller unb Lorenz; Spielleitung Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Samstag, 7. Oktober, für bie Deutsche Bühne, Reihe 2: ungerabe Mitgliebsnummern, Wieberholung: „Die Freunbin eines großen Mannes". Spielbauer von 20 bis 22 Uhr. — Sonntag, 8. Oktober, Wieberholung ber Operette: „Schwarzwalbmäbel" als Vorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen. Spielbauer von 19.30 bis 22 Uhr. Oeffentliche Generalprobe zu „Gchwarzwaldmädel". Die Jntenbanz unseres Stabttheoters beabsichtigt, in der kommenden Spielzeit für Gießen erstmalig eine Neuerung einzuführen. Die Theaterleitung hält es für ihre selbstverständliche nationale Pflicht, auch all denen, für die selbst bie stark ermäßigten Preise noch eine wirtschaftliche Ueberlaftung bebeuten, ben Besuch bes Theaters zu ermöglichen. Von größeren unb bebeutenben Werken sollen baher, sofern keine technischen Schwierigkeiten bestehen, bie Generalproben für bie Minberbemittelten zugänglich gemacht werben. Versuchsweise wirb baher bereits die Generalprobe zu „Schwarzwaldmädel" am Samstag um 20 Uhr öffentlich sein. Kartenausgabe erfolgt durch bie „Deutsche Bühne" unb burch bie Arbeitsgemeinschaft für kulturelle Veranstaltungen. Die Beschäftigung von ausländischen Arbeitern und Angestellten. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung teilt mit, baß seit bem 1. Juli 1933 auslänbische Arbeiter unb Angestellte nur noch beschäftigt werben bürfen, wenn sie ent- weber im Besitz einer Arbeitskarte ober eines Befreiungsscheines sinb. Sämtliche vor bem 1. Juli 1933 erteilten Legitimationskarten unb Befreiungsscheine ober sonstigen Bescheinigungen für Be° fdjäftigung eines ausländischen Arbeitnehmers haben ihre Gültigkeit verloren. Soweit die erforderlichen Anträge nach dem l.Juli 1933 noch nicht gestellt worden sind, werden die Arbeitgeber unb auslänbischen Arbeitnehmer aufgeforbert, sie unverzüglich nachzuholen. Die näheren Einzelheiten sinb bei ben Arbeitsämtern zu erfahren, bei benen auch bie Antragsvorbrucke erhältlich sinb. Eine größere Anzahl von Arbeitgebern unb auslänbischen Arbeitnehmern ist noch immer nicht ber Pflicht zur Nachsuchung einer neuen Beschäftigungsgenehmigung unb Arbeitskarte ober eines Befreiungsscheines nachgekommen. Es wirb baher noch einmal ausbrücklich barauf hingewiesen, baß sich bie Arbeitgeber unb auslänbischen Arbeitnehmer bei Verstoß gegen bie gesetzlichen Bestimmungen strafbar machen. Taten für Freitag, 2S.Leptember. 1758: Der englische Abmiral Nelson in Burnham- Thorpe geb. (geft. 1805). — 1815: Der Maler Anbreas Achenbach in Kassel geb. (geft. 1910). — 1861: Der Chemiker unb Großinbustrielle Karl Duisberg in Barmen geb. — 1903: Wetterprophet Rub. Falb geft. — 1913: Der Ingenieur Rubolf Diesel geft. (geb. 1858). — 1919: Die Sängerin Abeline Patti geft. (geb. 1843). VornoNzcn. — Tageskalenber für Freitag: Volkshalleverein Gießen, 17 Uhr, Sitzungssaal bes Stabt» Hauses, Bergstraße 20, orbentliche Mitglieber-Ver- fammlung — VHC., 20.30 Uhr, Monats-Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lachenbe Erben" mit Heinz Rühmann unb Lien Deyers. * ** Eine Kraftpost-Gesellschaftsfahrt, die die Reichspost für den kommenden Sonntag vorgesehen hat, wird die Teilnehmer durch bas schöne Weiltal führen. Aufenthalte sind vorgesehen auf dem Feldberg i. T., in Königstein, in Bad Homburg unb in Bad-Nauheim. Die Abfahrt erfolgt um 8 Uhr von ber Hauptpost aus. Aus die gestrige Anzeige sei besonders hingewiesen. ** Geschäftsoerlegung. Die Firma Gedr. Seelbach hat ihr Ladengeschäft von der Ecke Hindenburg-Wall und Bleichstraße nach dem Hause Seltersweg 20 verlegt. Die neuen Geschäftsräume werden am morgigen Samstag ihrer Bestimmung übergeben. Um bie Leistungsfähigkeit ber Firma barzutun, würben in übersichtlicher Aufmachung in den Schaufenstern die wesentlichsten Artikel ausgestellt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Geschäftsjubiläum. Man berichtet uns: Am 15. September waren es 40 Jahre, daß Martin Schwall sein Geschäft begründete. Er betrieb die Anfertigung von Grabdenkmälern, in früheren Jahren stellte er als Steinbildhauer auch Baudekorationen her, und gar manche Fassade in Gießen und in Bad-Nauheim zeugt von seinem Können. Als Obermeister bes alten Verbanbes ber Steinmetz» geschäfte unb Bildhauereien in Oberhessen ist er stets unparteiisch für bie Belange feiner Geschästs- kollegen eingetreten. Herr Schmal!, der in ben letzten Jahren durch Krankheit an der alleinigen Führung feines Geschäftes behindert war, wurde von feinen Söhnen Walter und Helmut Schmoll tatkräftig unterstützt. Jetzt ist das Geschäft an Walter Schmoll als alleinigen Inhaber übergegangen, da Hellmut Schmoll in Fronhausen (Lahn) auf eigene Rechnung ein Geschäft betreibt. Martin Schmoll bleibt zur Unterstützung seines Sohnes noch im Geschäft tätig. ** Eine 81jährige. Heute, am 29. September, vollendet Frau Marie Walter Wwe., Ka° plansgaffe 25, ihr 81. Lebensjahr. ** Hausfrauenberatung Gießen. Die Hausfrauenberatung hat in ihrer jüngsten Vor» stanbssitzuna beschlossen, den jährlichen Mitgliedsbeitrag in ber Höhe von 1 Mark zu belassen. Die Mütter tinberreidjer Familien (ab vier Kinder) sollen nur 75 Pf. bezahlen. ** Schachklub Gießen 18 5 8. Heute abend findet im Gewerkschaftshaus ein Simultanspiel statt unter gleichzeitigem Spiel des betreffenden Herrn gegen einen Herrn im Blindspiel. Pünktlich 20.15 Uhr wird begonnen. (Siehe heutige Anzeige!) ** Warnung vor einer Schwindlerin. Einer raffinierten Schwindlerin sind in Limburg mehrere Geschäftsleute zum Opfer gefallen. Eine gut aussehende junge Frau, die vorher unter dem Namen Lotte Grimmeisen in Frankfurt Geschäftsleute hereingelegt hak, trat unter dem Namen H ölte r m a n n auf. Sie kaufte Waren und erklärte beim Bezahlen, daß sie ihr Geldtäschchen verloren habe. Da sie nun auch nicht nach Hause fahren könne, bat sie, ihr das Fahrgeld vorzustrecken. Die bestellten Sachen sollten nach Niederbrechen geliefert werden, wo die Geschäftsleute prompt ihr Geld' und die vorgelegten Summen erhalten würden. Als die Waren in Niederbrechen eintrafen, stellte sich heraus, daß der angegebene Name vollständig un« bekannt war. Da die Schwindlerin auch noch art andern Orten ihren Trick versuchen wird, sei vor ihrer Methode gewarnt. Auf der rechten Gesichts« hälfte trägt sie ein Brandmal. ' „Frau und Kleid im Wandel bet Z e i t." Die Ortsgruppe Gießen bes Verbandet ber weiblichen Angestellten hielt gestern in Serbin« bung mit ber Ortsgruppe bes Vereins für beutscht Frauenkultur einen Vortragsabenb mit Filmvor« führung ab. Die Leiterin ber Ortsgruppe bes Verbanbes ber weiblichen Angestellten, Fräuleirt G r o s s a r t, begrüßte bie Teilnehmerinnen unb wies in kurzen Ausführungen auf bie Fachschaften! hin. Sobann sprach Frau Schäfer, bie Vor« sitzenbe ber Ortsgruppe Gießen bes Vereins fül beutfche Frauenkultur, über bas Thema „Frort unb Kleib im Wanbel ber Zeit", lieber bas beut« fche Mobeschaffen herrsche noch vielfach Unklarheit, bie burch bie bisherige, von Paris geleitete Beeinflussung unb Irreführung verursacht sei. Mancher glaube, baß in Deutschlanb neue, eigene Wege ge« funben werben müßten. Zu berücksichtigen sei aber, baß französisches Mobegut sehr stark beeinflußt worben sei von beutschem Mobeschaffen. Darüber hinaus sei Deutschlanb im Mobeschaffen sehr selb- ftänbig geworben. Sein hochwertiges Textilhand- werk habe Deutschlanb außerbem unabhängig gemacht. Deutschland sei auf bem Gebiete ber Hanb- Weberei unb Hanbbruckerei technisch unb geschmacklich führenb. Die Erfolge beutschen Kunsthanbwer- kes seien nicht Zufälle, fonbern bie Frucht langjährigen ehrlichen Bemühens. Mit ben Fortschritten auf ben Gebieten ber Hygiene fei in Deutschlanb auch ein Fortschritt in ber Gestaltung ber Frauenkleibung einhergegangen, ber insbesonbere von bem Verein für beutsche Frauenkleibung unb Frauenkultur getragen worben sei unb sich in letz- ter Zeit immer stärker burgesetzt habe. Man suchte bewußt die Wibernatürlichkeiten einer Pariser Mode zu überwinden. Diese Entwicklung wurde von ber Rebnerin geschilbert unb barüber hinaus noch burch einen Film veranschaulicht, ber anläßlich ber großen Berliner Ausstellung „Die Frau" im Frühjahr bieses Jahres geschaffen worben war. Der Vortrag unb ber Film würben mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Der Rebnerin wurde herzlicher Beifall zuteil. Fräulein Appel, bie Geschäftsführerin ber Ortsgruppe Gießen bes Verbanbes ber weiblichen Angestellten, gab sobann einige organisatorische Mitteilungen bekannt unb schloß ben Abenb mit einem breifachen „Sieg-Heil!'^ auf die Führer des Reiches. Die „Braune Messe" in Gießen. Flaggen heraus! Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Am Samstag, 30. September, beginnt bie hiesige Braune Messe, bie für das Wirtschaftsleben unserer Stabt von befonberer Bebeutung ist. Die Bevölkerung wirb ersucht, ihr Interesse an biefer Veranstaltung durch Flaggen ber Häuser währenb ber Dauer kunbzutun. Dor ber Eröffnung. Aus allen Schaufenstern, aus ben Straßenbahnwagen leuchten uns bie geschmackvollen Plakate ber Messeleitung entgegen. Sie sinb — wie man uns schreibt — eine Schöpfung bes Gießener Graphikers Gustav Rohrbach unb wirken besonbers durch ihre bestechende Einfachheit. Von den vielen Sehenswürdigkeiten verdient noch heroorgehoben zu werden die Töpferei von L. Keßler (Wieseck), die auf der Messe die Herstellung ihrer Erzeugnisse zeigen wird. Die bestens bekannte Firma Joh. Valth. Noll zeigt die Herstellung von Qualitätserzeugnissen der Tabakindustrie. Frau Zimmer- Kor schuß (Babenhausen II) (ab Oktober in Gie- ßen) zeigt, wie man mit den primitivsten Mitteln wirklich brauchbare Musikinstrumente herzustellen vermag. Ab Freitagnachmittag werden auf bem Hofe ber Alten Bürgermeisterei zum Schmuck ber Häuser Tonnenzweige, pro Bunb zu 30 Psg., verabfolgt. Die Bürgerschaft wirb gebeten, währenb ber Dauer ber „Braunen Messe'^ bie Häuser z u beflaggen. Verbilligte Gtraßenbahnfahrten anläßlich der Braunen Messe, Gießen, Aolkshalle. Währenb ber Ausstellungszeit vom 30. September bis 8. Oktober gibt bie Gießener Straßenbahn eine Fahrkarte zum Preise von 40 Pf. heraus. Diese Karte gilt ab Markt zur Volkshalle unb wie- ber zurück, einschl. Eintritt für die Dolkshalle und Liebigshöhe. Der Eintritt zur „Braunen Messe" kostet sonst für Erwachsene 30 Pf., für Erwerbslose und Kinder 15 Pf. Jeder Besucher kann sich ausrechnen, was für eine Ersparnis es ist, wenn er die verbilligte Fahrkarte (oft. Das Glück über Gießen. Gutscheine fallen vom Himmel. Anläßlich ber „Braunen Messe", bie vorn 30. September bis 8. Oktober in ber Volkshalle zu Gießen ftattfinbet, werben zwei Reklameflieger am Samstag zwischen 12 unb 14 Uhr in Gießen unb Umgebung Flugblätter unb Gutscheine abwerfen. Die Gutscheine haben einen Wert von 3 Mark unb wer- ben von ben auf ber „Braunen Messe" ausstellen- ben Firmen in Zahlung genommen. Der Finder erhält gleichzeitig freien Eintritt zur Messe. Es wird also, so schreibt man uns, jeder zu dieser Zeit zu seinem eigenen Vorteil ein Hans-guck-in-die-Luft fein. Dir AS.-Dolkswohlsahri im Kreise Gießen. Die Organisation der NS. -Volkswohlfahrt im Kreise Gießen wurde nach dem bewährten Aufbau der Partei vorgenommen. Der Kreis Gießen wird in 18 Ortsgruppen eingeteilt. Jede Ortsgruppe umfaßt — mit Ausnahme von Wieseck, Heuchelheim und Lich — mehrere Ortschaften, bie als Zellen angeschlossen sind. Die Organisation gliedert sich in folgende Ortsgruppen: Ortsgruppe A 11endorf a. b. Lda. mit ben Zellen Allenborf a. b. Lba., Allertshausen, Climbach, Kesselbach, ßonborf, Rübbingshausen unb Treis a. b. Lba. Ortsgruppe Bersrob mit ben Zellen Bersrob, Beuern, Hattenrob, Linbenstruth, Reinhardshain, Reiskirchen unb Saasen. Ortsgruppe Bettenhausen mit ben Zellen Bettenhausen, Muschenheim unb Birklar. Ortsgruppe Geilshausen mit ben Zellen Geilshausen, Beltershain, Lumba, Obenhausen unb Weitershain. Ortsgruppe Großen-Buseck mit ben Zellen Großen-Buseck, Alten-Buseck, Burkharbsselben, Röb- gen, Dppenrob unb Trohe. Ortsgruppe Großen-Linben mit den Zellen Großen-Linden, Leihgestern, Allendors a. d. L. und Klein-Linden. Ortsgruppe Grünberg mit ben Zellen Grünberg, ©öbelnrob, Lauter, Queckborn, Stangenrod, Stockhausen unb Weickartshain. Ortsgruppe Heuchelheim: Heuchelheim. Ortsgruppe Ettingshausen mit ben Zellen Ettingshausen, Harbach, Münster, Nieber-Bessingen unb Ober-Bessingen. Ortsgruppe Hungen mit ben Zellen Hungen, ßangb, ßangsborf, Nonnenroth, Röthges unb Dil- lingen. Ortsgruppe ßang-Göns mit ben Zellen ßang» Göns, Holzheim, Orüningen, Dorfgill, Oberhörgern und Eberstadt. Ortsgruppe ßich: ßich. Ortsgruppe ß o 11 a r mit den Zellen ßollar, Daubringen, Mainzlar und Staufenberg. Ortsgruppe Rodheim a. H. mit den Zellen Rodheim a. H., Rabertshausen unb Steinheim. Ortsgruppe Trais-Horloff mit ben Zellen Trais-Horloff, Bellersheim, Jnheiben, Obbornhofen unb Utphe. Ortsgruppe Wieseck: Wieseck. Ortsgruppe Watzenborn-Steinberg mit ben Zellen Watzenborn-Steinberg, Albach, Garbenteich, Hausen unb Steinbach. Ortsgruppe Gießen: Dieselbe wurde wieder in vier Ortsgruppen eingeteilt, unb zwar in die Ortsgruppen Gießen-Süd, Gießen-Mitte, Gießen-Ost und Gießen-Nord. Line Anttswatterversammlnng der NSV. des Kreises Gießen fand am Mittwochabend im Gewerkschaftshaus zu Gießen unter ßeitung des Kreiswalters der NSB. Pg. K l ö ß statt. Kreiswalter K l ö ß gab einen kurzen Ueberblid über Sinn und Zweck der NS.- Dolkswohlfahrt unb über bereu Organisation. Außerbem würben bie Maßnahmen zur Durchfüh- rung bes Winterhilfswerks 1933/34, welches ber NSB. übertragen ist, besprochen. Pa. K l ö ß führte u. a. aus, baß bie NS.-Volkswohlfahrt durch den Führer als allein zuständige Organisation für die gesamte Wohlfahrtspflege unb Fürsorge im Deutschen Reich bestimmt worben sei. Ihr sei daher mit das bedeutsamste Gebiet des nationalsozialistischen Programms übertragen worden. Die 3X5*0. müsse ben deutschen Sozialismus in bie Tat umsehen unter Beseitigung aller Klassengegensätze. Die Organisation ber NSV. sei bie gleiche wie bei ber NSDAP. Die Führung sei bereits bis zum Blockwart durchgebilbet. Nun sei es Sache der Amtswalter, sofort bet allen Volksgenossen mtt dek Mitgliederwerbung einzusetzen. Kein Volksae- nasse dürfe sich ausschlietzen. Insbesondere sei es Pflicht der Parteigenossen, Mitglied zu werden. Die Amtswalter der 91623. hätten die Hauptverantwortung für ein gutes Gelingen des Werkes. Wer ein Amt angenommen habe, muffe ihm auch gewachsen sein. Die nächste und größte Aufgabe, welche die NSV. durchzusühren habe, sei das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. Der äußere Rahmen für die Durchführung fei von der Reichsleitung gegeben. Besonders fet hervorzuheben, daß In den nächsten sechs Monaten an jedem ersten Sonntag in allen deutschen Haushaltungen und Gast- statten das (Eintopfgericht auf den Tisch komme, und daß der hierdurch ersparte Betrag von Mitgliedern des BDM. und der RS.-Frauen- schaft noch am gleichen Tag gesammelt werde. Die Einzelmaßnahmen über die Durchführung der Sammlung der gesamten Geld- und Sachspenden waren dann noch Gegenstand eingehender Besprechung. Die Versammlung klang aus in einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Geschichten aus alter Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Das Geisterhaus. rp Madrid. Sn einer spanischen Mittelstadt sagten die Stadtväter aus vergnügtem Herzen „3a“ dazu, als sich ein sehr gut angezogener Herr in mittleren Jahren bei ihnen um die Erlaubnis bewarb, am Rande der Stadt einen Vergnügungspark auf. zubauen. Als besondere Attraktion verhieß der seriöse Fremde das Geisterhaus oder Gespenster, schloß, eben jene bekannte älnterhaltung, in der man für wenig Geld über verschwindende Treppen, stürzende Zimmer rutschende Teppiche und andere erfreuliche Schrecknisse hinweg von oben bis unten durch ein Haus hindurch geschoben, getragen und gestürzt wird, um dann schließlich in lachender Erschöpfung über eine Rolltreppe wieder in Frei, heit zurückzurutschen. Die Referenzen, die der betreffende Herr aus großen Städten ganz Europas vorlegen konnte, waren ausgezeichnet, seine Bedingungen denkbar günstig, und da er sogar gegen die Vergnügungssteuer nicht die geringste Einwendung erhob, wurde der Vertrag perfekt. Schon nach drei Wochen fand die prächtige Eröffnung des Vergnügungsparkes statt, der sein Gastspiel auf acht Wochen festgesetzt hatte. Die Stadt sprach nur noch von dem Geisterhaus, und der Zustrom zu dieser wahrhaft teuflischen Unterhaltung war ungeheuer. Die im Geisterhaus untergebrachten Hilfskräfte des Unternehmers hatten alle Hände voll zu tun, um die vergnügt aufschreienden und erschreckten Besucher durch das Labyrinth hindurchzuführen. 3n dieser Zeit nun liefen auch bei der Polizei unglaublich viel Anzeigen über Verluste von Brieftaschen und Geldbörsen ein, die nicht aufgeklärt werden konnten. Die Polizei war fast Tag und Rächt unterwegs, um den ihr bekannten Taschendieben mit besonderer Sorgfalt auf die Finger zu sehen. Die Taschendiebe der Stadt aber schienen S'e Ferien zu haben. Die Diebstähle jedoch ten sich von Tag zu Tag. Kommissar Rodriguez hatte endlich den erlösenden Gedanken. Er stellte sest, daß alle jene, die den Verlust ihrer Brieftasche anzeigten, auch Besucher des Geister- Hauses gewesen waren. Er sah hierin einen Zusammenhang. Mit 50 Geheimpolizisten stattete er unter der Maske zahlender, vergnügungshungri- ger Besucher dem Geisterhaus einen Besuch ab. 3eder Beamte hatte eine auffallend dicke Brieftasche, leicht greiflich, in der Drusttasche stecken. Die Beamten mischten sich derart unter die De- sucher, daß unter dreien immer ein Polizist war. So schob sich der Strom in das Geisterhaus. Plötzlich schrillte zum größten Erstaunen der nach Hunderten zählenden Aeugierigen, die Tag und 2lbend das Geisterhaus bewundernd umstanden, ein greller Pfiff. Die Maschinen standen still, ohne irgendwelche Gefährdung kamen die zum Teil sehr verblüfften Zuschauer heraus. 3eder Dritte, eben der Polizeibeamte, ater hielt einen der Angestellten am Kragen. Die Fest genommenen wurden auf das Präsidium geführt. Der Unternehmer und sein großer Mitarbeiterstab wurden verhaftet, der Vergnügungspark wurde selbstverständlich geschlossen. Die Untersuchung ergab, daß eine internationale Laschendiebbande das Unternehmen nur aufgezogen hatte, um in den dunklen Gängen des Geisterhauses die durchgerüttelten und durchgeschüttelten Besucher um ihre Brieftaschen er- leichtern zu können. Einbrecher als Literaturfreunde. (Av) Rom. Das geschah in Venedig. 3n einem zur Zeit nicht bewohnten alten Palais. Dunkle Gestalten benutzten das nächtliche Dunkel und verübten einen wohlvorbereiteten und tadellos ausgeführten Einbruch. Gold- und Silberschätze, alte Gemälde von beträchtlichem Wert und sonstige Kostbarkeiten ließen die Burschen unbeachtet liegen. Sie nahmen lediglich die in Leder gebundenen gesammelten Werke von D'Annunzio mit. Zweiunddreihig dicke, schwere Bände, deren Transport den schweren Jungen bestimmt einige Schwierigkeiten verursachte. Donnerwetter auch, müssen das gebildete Einbrecher gewesen sein! Der Kapitän auf der Gemsenjagd. C. R. Athen. Dor Kanea auf Kreta liegt ein kleines Inselchen, wo Schiffe bei schwerem Sturm die Besse» rung des Wetters abwarten, um dann in den Hafen von Kanea einzufahren. An solch einem ungemütlichen Tage, an dem die See tobte und in allen Tonlagen die Windsbraut im Takelwerk des Dampfers fang, hatte ein fremdes Schiff im Hafen der kleinen Insel Schutz gesucht. Der Kapitän steht mürrisch auf der Drücke, da, plötzlich sieht er m der Ferne dunkle Schatten, die wild über Stock und Stein springen. Gemsen!! ruft der Kapitän, packt fein Jagdgewehr und landet zur Gemsenjagd. Auf dem schwierigen, steinigen Gelände gelingt es ihm auch, drei dieser seltenen, schwarzen Tiere zu erlegen, die er triumphierend an Bord bringt. Das Wetter bessert sich und der Dampfer fährt nach Kanea ab. Da erscheint ein Grieche am Ufer und sucht, laut gestikulierend, die Schiffsmannschaft auf sich aufmerksam zu wachen. Die aber fahren lachend davon. Der in feine kretensische Tracht gekleidete Dauer macht fein kleines Doot los und fährt auch nach Kanea. Und sieht das Schiff wieder. Dann geht er zum Konsul, der hört eine lange, unglaubliche Geschichte von Diebstahl, Viehraub u. dgl. und begibt fich mit seinem griechischen Kläger an Dord des verdächtigen Dampfers. Dort spricht er mit dem Kapitän, der erzählt ihm von seiner erfolgreichen Gemsenjagd und zeigt mit Stolz die schöne Deute. Drei völlig schwarze Gemsen liegen an Dord! Der Grieche wird immer wilder und der Konsul fällt von einem Lachkrampf in den anderen, denn der tüchtige Säger hat drei kretensische, schwarze Ziegen erschossen und sich deS Viehdiebstahls schuldig gemacht. Ra, in Griechenland ist man gemütlich; man einigt sich bald auf den Preis der drei „Gemsen", die dem Bauern hoch bezahlt werden und der sich im Stillen viele solcher Gemsenjäger an die Gestade seiner Snfel verschlagen wünscht. Der Kapitän selbst hat nie wieder über seine zoologischen Kenntnisse ein Wort verloren und auf die Gemsenjagd geht er auch nicht mehr. Das Fest der Zeitungsjungen. (W. Br.) Sofia. Die „Vereinsmeierei" wird in Bulgarien seit jeher eifrig gepflegt. Hier gibt es Vereine der Schuhputzer, Kringelverkäufer, Schornsteinfeger und Zeitungsverkäufer. Dieser Berufsstand vereinigt nicht nur die Besitzer von Zeitungsbuden, sondern auch die „fliegenden" Zeitungsjungen jeden Alters und jeder Nationalität, lieber ihre Geschäftsmethoden ist schon viel geschrieben worden. Ihr Kapital sind ihre flinken Beine und ihre gesunden Lungen. In ein paar Minuten nach Erscheinen der Zeitungen müssen weite Wege gemacht werden, um die Konkurrenten zu überflügeln und an entferntesten Straßenkreuzungen, in Kaffeehäusern unb Büros die Zeitungen abzusetzen. Alljährlich haben die Zeitungsverkäufer ihr Patronatsfest. An diesem Tage werden auf der Straße keine Zeitungen verkauft, zum Leidwesen der Zeitungsbesitzer, da es Abonnemente in Bulgarien nicht gibt und der Straßenverkauf das Hauptgeschäft oarstellt. Arn frühen Morgen ziehen die Zeitungshändler mit ihren Familien, voran die Dereinsfahne, nach dem Vorort Wladaia, wo in der Kirche der Festgottesdienst stattfindet. Herausgeber und Schriftleiter der hauptstädtischen Presse, Veteranen des Journalismus — in diesem Jahre sogar ein leibhaftiger Minister, der bulgarische Gesandte in Washington — finden fich hier zusammen. Nach dem Gottesdienst kommt das Volksfest im Garten mit gebratenem Hammel, gefüllten Pfefferschoten und großen Mengen billigen Weines. Es werden viel Reden gehalten, wie sich das geziemt, und am nächsten Tage bringen die Blätter spaltenlange Berichte über den Ehrentag dieser wichtigen Berufsgenossenschaft. Schildbürgerstreiche. (0.8.) Wien. Allen Geographen zum Trotz sage ich es: Schilda liegt — unter anderem — auch an der Donau. Aus dem Wege der induktiven Methode bin ich darauf gekommen, indem ich vom Besonderen aufs Allgemeine schloß. Und zwar liegt dieses Schilda an der Stelle des „europäischen Stromes" (wie die Donau bekanntlich in Kreuzworträtseln heißt), wo dieser nicht schön und blau, sondern schmutzig und braun zu sein pflegt. Die exakten Wissenschaftler nennen dieses Schilda: Vindobona. Sch aber bleibe bei dem Ramen Schilda. Sst es nicht schildbürgerlich, wenn die Stadtverwaltung von Wien einen Autobusverkehr einrichtet, der gerade dann, wenn er mit Sicherheit Einnahmen verspricht, eingestellt wird? Pünktlich um 19.30 Uhr, wenn man eilig ins Theater will, fahren nämlich die städtischen Autobusse — in den Wagenschuppen. Wanderer, kommst du nach Wien, und hast du den Wunsch, eines der berühmten Theater zu sehen: so wandere, tipple, marschiere! Sst nicht seinerzeit ein Wiener Musikenthusiast zu Fuß von Wien nach Bayreuth gepilgert, um Wagner dirigieren zu sehen? Zum besseren Verständnis: Bei uns in Wien haben nämlich die Droschkenchauffeure auch ein Wörtchen mitzureden. Und die meinen, sie könnten ein viel besseres Geschäft machen, wenn die städtischen Autobuslinien schon um 19.30 Uhr den Betrieb einstellen. Und so geschieht es denn auch. Oder erinnert es nicht an Schilda, wenn die Stadt Wien einen sogenannten „Musikschuh“, eine Sondersteuer für solche Gaststätten einführt, in denen eine Kapelle spielt? Diese Steuer, deren Ertrag, soweit er nicht durch Verwaltungs- spesen aufgefressen wird, stellungslosen Musikern und Komponisten zugute kommen soll, wird natürlich auf die einzelnen Besucher abgeladen, die daher in einem Konzertkaffee sechzig Groschen bis einen Schilling „Eintrittsgeld“ zu zahlen haben. Auch dann, wenn am Eingang steht: Eintritt frei! Sn diesem Falle heißt nämlich das Eintrittsgeld „Musikschutz“. Erfolg: Cs gibt in der Musikstadt Wien nur verschwindend wenige Gaststätten, wo man wirklich Musik hören kann. And der weitere Erfolg: Run sind erst recht viele Musiker stellungslos. Schilda läßt grüßen! Dabei fällt mir ein kleines Erlebnis ein: Sch war noch nicht lange in Wien und wollte eines Tages einmal die berühmte schöne Aussicht vom Kahlenbergs aus genießen. Freundlich erklärte mir der Wärter des Aussichtsturmes den Rundblick: „Da drüb'n sehg'ns den Schneeberg, der da neben der Rax liegt." Run war es aber an diesem Tage ziemlich dunstig, so daß man die Derge nicht recht erkennen konnte. And so frage ich. um nicht ganz ohne Bereicherung meines Wissens wieder hinabsteigen zu müssen: „Wie hoch ist denn eigentlich der Schneeberg?" Darauf sieht mich mei.i Führer mit einem Blick offenkundiger Mißbilligung ob dieser überflüssigen Stage an und gibt mir dann, wahrscheinlich als Strafe für meine unangebrachte Reugier die klassische Antwort: „Aber gehn's, wozu woll'ns denn das wissen? Sie seh'n ja den Schneeberg eh' net!“ — Hat er nicht eigentlich recht, der Mann? Genau so recht, im Grunde genommen, wie Jener Taxichauffeur, auf den ein Bekannter von nur stieß. Mein Freund wollte zu einem (Stell- dlchein (in Wien hat man auch mit Männern „Rendezvous"), nach der Hegelgafse. Die Zeit war knapp. Ein Texi! „Ditte, fahren Sie mich nach der Hegelgafse Rümmer sieben!" .Darauf der Chauffeur umständlich und „gmüat- lrch : „Wie manen's? Hab'ns g'fagt: Seael- gaffen oder Hegelgasfen?" >-£>egeIgaffe, H. wie Heinrich!" „Ah, sehg'ns, dös hab' i mir glei* denkt. Weil's o Segelgassen ... na, gnä Herr ... a Segelgassen gibt’« gar net in Wien." Die Vorbereitungen für den Deutschen Erntedanktag. Oie große Huldigungsfahrt des Kampsbundes für Deutsche Kultur im Zusammenhang mit dem Programm der RSOAP. Immer weitere Kreise zieht die Arbeit an der Huldigungsfahrt zum Tag der deutschen Ernte. Was anfangs nur einen kleinen Kreis von Männern beschäftigte, wuchs an und dehnte sich aus fast über die ganze Westmark. In den Amtsstuben der Kreisleiter, der Bürgermeister werden letzte An- Weisungen gegeben, lange Fragebogen und Listen, Ausweiskarten, Anschlagzettel und Einladungen wandern vom Standort hinaus nach den Städten, Orten und Oertchen. In den Geschäftsstellen der Schifffahrtslinien gibt es manche Rückfrage. Da gilt es, die Größe, die Beschaffenheit der Schiffe festzustellen und die Fahrzeiten oenau au bestimmen. Schon lange sind die Entwürfe der Künstler fertig, und nun hat das Handwerk das Wort, um die Entwürfe durchzuführen. Dazwischen kommen und gehen auf den Dienststellen Boten, letzte Verfügungen werden erlassen und durch Ferngespräche in alle Orte des Landes getragen. Künstler, die von Ort zu Ort fahren, sind noch bei den letzten Proben, eine endlos lange Reihe großer Aktenbogen gibt eine Uebersicht über die örtlichen Programme. Längs des Rheins werden schon Flaggenmasten eingerammt und hohe Transparente errichtet. Während der Künstler die stolzen Aufbauten mit Papier und Bleistift entstehen ließ, wurde schon zu handwerklicher Arbeit gerüstet. Viele Hände sind jetzt am Werk. Mit riesigen Mengen von Leinwand und Stangen werden ganze Burgen und Schlösser errichtet. Da sieht man das stolze Schloß von Aschaffenburg erstehen, dort den Mäuseturm von Bingen, um die Schiffe zu zieren. Das Neckarschiff trägt den roten Turm von Wimpfen, das ß a h n • schiff ist, wie dereinst die Wikingerschiffe, mit wehrhaften Schilden, mit den Wappen der Lahngemeinden geziert. Am Bug des Kampfbundschiffes reckt sich aus dem Kampfbundzeichen der deutsche Adler, ein Erntekranz und hohe Fahnen schmücken das Deck. Die besonderen Merkmale der Orte und Landschaften, die ihnen ureigenen Erzeugnisse, werden schmuckvoll auf den Schiffen dargestellt. Hier Mineralquellen, dort Holz und wieder wo anders Obst, Feldfrüchte, die ganze lange Reihe der bäuerlichen Erzeugnisse. Dies alles bekränzt mit Weinlaub und den Reben des Rheins. Ein deutliches Symbol, daß alles dies von dem Lande, von der deutschen Erde kommt, denen dieser Tag geweiht ist. Bis weit ins deutsche Land hinein werden schon Reisepläne geschmiedet. Die Teilnehmerkarten für die Schiffsfestfahrt häufen sich. Ueberall hin ging der Ruf: „Z u m Rhein, zum Rhein!". Von überall her wird ihm freudig Folge geleistet. Wer möchte auch ein solches Erlebnis missen? Bauern fliegen nach Berlin. Frankfurt a. M., 28. Sept. (WEN.) Am Sonntag, 1. Oktober, 6,45 Uhr, fliegt der Landes- bauemführer Dr. Wagner mit zwei Bauern, der eine aus dem Odenwald, der andere aus Biedenkopf, nach Berlin zum Empfang beim Führer. Kein Sonderzug zum Erntedankfest. WSN. Frankfurt a. M., 28. Sept. Der vor- gesehene Sonderzug des Gaues Hessen- Nassau zum Festakt auf dem B Ü ck e b e r g bei Hameln muß aus fall en. Es haben sich bei der Bahn technische Schwierigkeiten ergeben, die es nicht mehr ermöglichen, den Zug aus dem Gau am 1. Oktober laufen zu lassen. Die Reichsbahn könnte die Abfahrt des Zuges lediglich am 30. September ermöglichen. Auch die Rückfahrt könnte frühestens am Dienstag, 3. Oktober, oonstatten gehen. Dadurch würden aber den Teilnehmern des Sonderzuges derart hohe Kosten entstehen, daß die Landes- stelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda sich entschlossen hat, ihn vollkommen ausfallen zu lassen. Es ist hinreichend Gelegenheit vorhanden, mit den fahrplanmäßigen Zügen nach Hameln zu kommen, die bei größerem Verkehr entsprechend verstärkt fahren werden. Fahrpreisermäßigung für Fahnenabordnungen nach Bückeberg. Dom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Soweit die an der Erntebankfeier am 1. O k - t o b e r auf dem Bückeberg bei Hameln teilnehmenden Fahnenabordnungen nicht mit Sonderzügen fahren können, (aus dem hiesigen Bezirk werden Sonderzüge nicht verkehren), können diese mit der gleichen Fahrpreisermäßigung (75 v. H.) auch ine regelmäßig verkehrenden Züge, auch Eil- und Schnellzüge, ohne Zuschlag benutzen. Die verbilligten Fahrtausweise können nur gegen Vorzeigung eines vom Reichsministerium für Volks- aufklärunq und Propaganda ausgestellten Ausweises mit der lleberschrift „Fahnenabordnung zur (Ernte- bankfeier" ausgegeben werden. Sonntagsrückfahrkarten zum Besuch der Erntedanifestfeiern. Zum Besuch der von dem Kampfbund für deutsche Kultur an verschiedenen größeren Orten des Rhein- und des Lahngebietes veranstalteten Weinlese- und Erntedankfeste gibt die Reichsbahn von allen Bahnhöfen im Umkreise von 150 Kilometern — vom Orte der Deranstallung gerechnet — Sonntagsrückfahrkarten aus. Vom Bahnhof Gießen aus werden diese Sonntagsrückfahrkarten nach folgenden Orten aus- gegeben: Worms, Mainz, Frankfurt a. M., Wetzlar, Limburg (Lahn), Weilburg, Bad Ems, Nassau, Koblenz, Aschaffenburg, Hanau, Offenbach a. M., Rüsselsheim, Wiesbaden-Biebrich, Rüdesheim a. Rh., Bingen a. Rh., St. Goarshausen, Andernach, DieZ- Niederlahnstein und Cochem. 9.J.4port Sportvereine nehmen am Erntedankfest teil. In Nordhessen wurde sämtlichen' DFB.-Vereinen zur Pflicht gemacht, mit Abordnungen an den örtlichen Veranstaltungen des Erntedankfestes teilzunehmen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Allenthalben feiert man am Sonntag, 1. Oktober, das Erntedankfest. Aus diesem Anlaß unterbricht man in den meisten deutschen Fußballgauen die Meisterschaftsspiele. Die Spielvereinigung 1900 Gießen nimmt deshalb die Gelegenheit wahr und absolviert bereite am Samstagnachmittag ein Gesellschaftsspiel, das sicher schönen Sport bringen wird. VfB. Friedberg gastiert in Gießen. Die Friedberger, die neben Hanau 93 aus dem früheren süddeutschen Verbandsgebiet zu Nordhessen gekommen sind, haben in den seither ausgetragenen Meisterschaftsspielen eine ganz überragende Rolle gespielt. Sie nehmen zur Zeit bei Punktgleichheit mit Kurhessen-Kassel und Hanau 93 den zweiten Tabellenplatz ein, und es dürste für den Eingeweihten feststehen, daß die Gaumeisterschaft über Friedberg geht. Die seither von Friedberg erzielten beachtenswerten Ergebnisse überraschen umso mehr, als doch eigentlich Friedberg und Hanau nach Beendigung der letzten Verbandsspiele im Mainbezirk zum Abstieg verurteilt waren. Beiden ist es aber geglückt, die Spielstärke außerordentlich zu heben. Daß die Friedberger über ein ganz vorzügliches Können verfügen, bewiesen sie bereite bei ihrem letzten Auftreten hier. 1900 hat ja auch schon des öfteren mit Friedberg die Klingen gekreuzt und Zwar mit wechselndem Erfolg. Bei den hiesigen haben sich die Hoffnungen auf ein günstigeres Ab- schneiden insofern gehoben, als diesesmal 1900 erstmalig in kompletter und stärkster Mannschaftsaufstellung antreten wird. Man wird mit einem Sieg der Gäste rechnen müssen. 1900 bestreitet das Spiel mit: Schlarb Seiler Lippert Langsdorf Heilmann Schmelz Luft Heinbach Wilhelm! Bromm Roth Dem Spiel voraus geht eine Begegnung: SA.Sturm 14 — SA.-Sturm 19 im Fußball. In beiden SA.-Stürmen sind eine ganAe Anzahl Gießener, sowie auswärtiger Fußballspieler tätig, so daß auch hierbei mit beachtenswerten Leistungen aufgewartet werden wird. Die Kräfte werden sich wohl so ziemlich die Waag» halten. VfB. Gießen. FC. Albshausen I — VfB. III 6:1. Wenn man mit 10 Mann aufs Land fährt, und gegen eine 1. Mannschaft antreten soll, ist mit einem Sieg nicht zu rechnen. Die Albshäuser, lauter kräftige Burschen, ließen sich von den Grün-Weißen nichts vormachen und überfuhren sie glatt mit 6:1. Das Spiel wurde fair durchgeführt und von dem Schiedsrichter gut geleitet. Die 1. Jugend des VfB. hatte wenig Mühe, die Gegner mit 6:0 zu schlagen. Die Jugendlichen des VfB. verteidigten sich mit ollem Eifer und sportlichem Anstand. Große Einigung im Lager der Kraftfahrer. Der Chef des Kraftfahrwesens der SA. und Korpsführer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, hinter dem die machtvollste Kraft- ahrer-Organisation Deutschlands steht, hat den ent» cheidenden Schritt zum Zusammenschluß der beuteten Kraftfahrer vollzogen, lieber die entsprechen- )en Beschlüsse liegen folgende Meldungen vor: Kraftfahrsport vereinheitlicht. Die Oberste nationale Sportkommission (ONS.) und die Oberste Motorrad-Sportbehörde (OMB.) vereinige ich hiermit zur D b e r ft e n nationalen Sportbehörde (ONS.), als deren Präsident ich nähere Ausführungsbestimmungen folgen lassen werde. München, den 27. September 1933. Der Beauftragte für den Kraftfahrsport- gcz- Hühnlein, Obergruppenführer. Weil der Präsident der ONS. die Art, Termine und Durchführung der maßgebenden deutschen Kraftfahrsport-Veranstaltungen bestimmt, ist mit der obigen Anordnung auch auf diesem wichtigen Gebiete die Vereinheitlichung erzielt worden. Gründung des Oeuifchen Auionwbil-Elubs. Uebereinkommen zwischen NSKK. und ADAL. Unter Anerkennung der dem NSKK. hinfort gebührenden Führung aller die deutsche Kraftfahrt umfassenden Belange, haben am Tage noch der „2000-Kilometer-Fahrt" der ADAC., ÄvD., NDV. und DTC. mit dem NSKK. vereinbart, die genannten Klubs abzulösen zugunsten eines einheitlichen Automobilklubs, und ihr Wirken auf dieses Ziel einzustellen. Das völlig selbständig bleibende Nationalsozialistische Kraftfahr-Korps (NSKK.) erblickt die Gewähr für das gesunde Gedeihen eines solchen i m Gei ste der neuen Zeit wirkenden großen Automobilklubs nicht im plötz- liehen Zusammenschluß aller Verbände, sondern am sichersten im organischen Aufbau. Als dessen organisatorische Grundlage gebührt dem ADAC, in Würdigung feiner geordneten Einrichtungen und seines hohen Mitgliederbestandes der Vorrang. Aufbauend auf dieser Grundlage und entsprechend dem zwischen NSKK. und ADAC. getroffenen Uebereinkommen wurde nunmehr Der Deutsche Aukomobil-Llub (DDAC.) mit dem Sitz in München gegründet, in dem der ADAC, hiermit aufgeht. Aufgabe des DDAC. ist es, gemeinsam mit dem NSKK. die Motorisierung Deutschlands zu fordern und die Belange der deutschen Kraftfahrer durch Zusam- menschlich aller geeigneten Kräfte zu vertreten. Wie notwendig dieses Ziel wurde, beweist die Tatsache, daß es zwar eine unerträglich gewordene Vielheit von Klubs gibt, daß aber in deren Reihen nur etwa der zehnte Teil der Kraftfahrer oraanisiert und obendrein infolge der Zersplitterung dauernd geschwächt worden ist. Die nunmehrige Gründung des DDAC. beseitigt diesen unhaltbar gewordenen Mißstand. ., v Das NSKK. mit den Motorstürmen der SA. und SS. wird als im langjährigen Kampf erprobter Wahrer des nationalsozialistischen Ideengutes und als alleiniger Träger des Wehr- kraftfports die Führung der deutschen Kraftfahrer verkörpern und deren aktivistischen Kräfte vereinen. Der DDAC. als maßgebende Organisation der übrigen deutschen Kraftfahrer widmet sich neben gewissen sportlichen Ausgaben den wirtschaft» lichen, touristischen und technischen B e l an g e n. Seine Einrichtungen letztgenannter Art stellt der DDAC. auch den NSKK.-Mitgliedern zur Verfügung. Ebenso wird der DDAC. durch die regelmäßige Abgabe ein"s Beitragsanteils den Kraftfahrgeländesport des NSKK. fördern. Die Entscheidungen in wichtigsten Maßnahmen des DDAC. erfolgen in stetem Einvernehmen mit dem Korpsführer des NSKK., der als der Beauftragte des Kraftfahrsports und in seiner Eigenschaft als der Präsident der Obersten nationalen Sportbehörde auch die kraftfahrsportlichen Angelegenheiten Deutschlands bestimmt. Der DDAC. wird als sichtbaren Ausdruck seines vom nationalsozialistischen Geiste durchdrungenen gesamten wirkens in seiner Flagge das Symbol des neuen Deutschlands tragen und jeden deutschstommigen Kraftfahrer aufnehmen, der sich dieser Auszeichnung würdig erweist. An die Automobilklubs und insbesondere an die große Masse der bisher noch nicht organisierten Kraftfahrer ergeht heute der Ruf: Schließt die Reihen! Zeder ist nunmehr in der Lage, am gemeinsamen Ziel mitzuwirken und sich seiner Eignung oder Neigung entsprechend im NSKK. oder DDAC. einzugliedern, um an Stelle der bisherigen Zersplitterung den Zusammenschluß zu setzen zu- aunsten der deutschen Kraftfahrt und der deutschen Kraftfahrer! 27. September 1933. Nationalsozialistisches Kraftsahr-Korps (gez.) Hühnlein. Der Deutsche Automobil-Club (gez.) Fülle. In dem zwischen dem NSKK. und dem ADAC, getroffenen LlebereinkommenZ heißt es: Alle Aktiven und Passiven des — alsdann bisherigen — ADAC, gehen auf den DDAC. über. Dadurch sind auch sämtliche organisatorischen Einrichtungen des ADAC, dem DDAC. übertragen worden. Das Präsidium des DDAC. besteht aus: dem Präsidenten Fülle und den Vizepräsidenten Filser und Kroth vom ADAC.: weitere Vizepräsidenten sind der stellv. Korpsführer des NSKK. Prof. Oppermann und ein noch zu bestimmender behördlicher Vertreter. Die Gauleitungen und sonstigen wichtigen Außenstellen des DDAC. werden im Einvernehmen mit dem Korpsführer des NSKK. vom Präsidium des DDAC. bestimmt. Das Personal des ADAC, wird vom DDAC. zu den bisherigen Bedingungen übernommen, und zwar zunächst bis zum 31. Dezember 1933. Mitte November 1933 wird über die endgültige lieber- nähme eine Vereinbarung zwischen DDAC. und Personal getroffen. Bis zur endgültigen Ernennung eines Verwaltungsdirektors des DDAC. wird Major a. D. Guth vertretungsweise mit der Führung der Geschäfte beauftragt. Sämtliche Vertragsabschlüsse des ADAC, einschließlich solcher über Betriebsstosfe gelten hiermit als gekündigt. Der DDAC. wird nach eigenem Ermessen bestimmen, ob und wie weit neue Verträge getätigt werden sollen. Die Mitglieder des ADAC, werden vom DDAC. übernommen mit Ausnahme der nichtarischen ADAC.-Mitgliedcr. Die Beitragshöhe des DDAC. ist die bisherige des ADAC., nämlich jährlich Gruppe I Kraftwagen 30 Mark, ©nippe II Motorrad 20 Mark, Gruppe III Motorboot 30 Mark und Gruppe IV Wirtschaftsmitglieder 10 Mark. Aufnahmegebühr in allen Abteilungen 5 Mark. Den Mitgliedern des DDAC. werden die gleichen Leistungen wie bisher beim ADAC, geboten; eine Steiaeruna dieser Vorteile der Mitgliedschaft gehört zu den Hautpflichten des DDAC. Satzung und Satzungsänderungen des DDAC. bedürfen der Bestätigung des Korpsführers des NSKK. Der DDAC. fördert den Kraftfahr-Geländesport des NSKK. durch Abgabe eines regelmäßigen Beitragsanteils, und zwar in einer bereits vereinbarten Höhe. Die bisherigen Ortsgruppen des ADAC, werden die offiziellen Ortsgruppen des DDAC. Die Aufnahme anderer Verbände und dergleichen sowie Abkommen mit ihnen unterliegen ^nmb^öölicf) der Entscheidung des Korpsführers des An die übrigen Klubs. An die Präsidien des Automobilclubs von Deutschland (AvD.), des Nationalen Deutschen Automobilclubs (NDA.) und des Deutschen Tou- ring-Cluds hat Obergruppenführer Hühnlein gleichzeitig folgende Zuschrift gerichtet: „In der Anlage erlaube Ich mir. Ihnen einen Durchschlag der heute der Presie übergebenen DDAC.-Kundgebuna zu übersenden. Die gewählte Lösung, die absichtlich zeitraubende Auseinandersetzungen um abwegige Einzelinteressen ausschaltet, entspricht dem einzig zu verantwortenden Prinzip, auf der Grundlage des weitaus grüß- ten Automobilklubs in Gemeinschaft mit dem NSKK. die einigungsbereiten Kräfte durch organischen Ausbau dem Zusammenschluß zuzusühren. Ich würde es beorüßen, wenn Sie in gleichem Sinne Ihre Mitglieder dieser für das Einigungswerk maßgebenden Organisation zuleiten würden." Es erscheint dringend erwünscht, daß dieser Einigungsruf auch die übrigen Automobilklubs veranlassen wird, ihre Mitglieder dem DDAC. zuzu- führen, um der Zersplitterung endlich ein Ende zu bereiten. Im übrigen ist mit dem vorstehenden Uebereinkommen bereits ein weitgreifender Zusammenschluß erzielt worden, denn im NSKK. und DDAC. sind heute weit über eine Viertel- million deutsche Kraftfahrer organisatorisch erfaßt worden. Eine der nächsten Hauptaufgaben wird es sein, die noch nicht organisierten Kraftfahrer im NSKK. oder DDAC. au vereinen. Angesichts der zunehmenden Bedeu- Dung der Motorisierung Deutschlands und der mannigfachen Ausgaben der Kraftfahrer wird das nunmehrige Elnigungswerk allseits freudig begrüßt werden. Handball im Gau XII der OT. Garbenleich L — To. Albach L 5:6 (3:2). Am Sonntao trafen sich obige Mannschaften zu ihrem ersten Verbandsspiel in Garbenteich. Das Spiel selbst war sehr spannend, bald führte die eine, bald die andere Mannschaft. Der Gast konnte dann mit dem Schlußpfiff das Siegestor erzielen. Die Platzbesitzer enttäuschten etwas, das Fehlen des linken Verteidigers macht sich stark bemerkbar. Neue Segelflugwelthöchstleistung von Hanna peitsch. Die (Segelfliegerin Hanna Reitsch, die in Rossitten für die Ufa als Fliegerin tätig ist, hat ihren vorjährigen Segelflugweltrekord für Frauen durch einen neuen Flug von 10 Stunden und 7 Min. gebrochen. Der von ihr im Riesengebirge ausgestellte Segelslugweltrekord für Frauen währte 5 Stunden und 15 Min. Die Flugzeit von 10 Stunden und 7 Min. wurde nur durch die Dunkelheit abgekürzt. Die Fliegerin hätte sich zweifellos noch viel länger in der Lust halten können. Bekanntlich filmt die Ufa in Rossitten einen (Segelfliegerfilm. Oberheffen. Licher Kirchweihmarkt. * Lich, 29. Sept. Am Montag, 2. Oktober, findet der bekannte Licher Kirchweih markt (Schweine- und Krämermarktl statt. Die Güte der hiesigen Schweinezucht ist so oekannt, daß es eines besonderen Hinweises nicht bedarf. Es ist zu hoffen, daß der Auftrieb und Absatz der Ferkel sich auf der gleichen Höhe hält, wie man das von den Licher Schweinemärkten gewohnt ist. Auf die heutige Marktanzeige sei hingewiesen. Bemerkt sei noch, daß die sonst üblichen Veranstaltungen am Kirchweih, sonntag (1. Oktober) mit Rücksicht auf den Ernte- Danftag um eine Woche verschoben werden mußten. Vor der Bad-Nauheimer Herbst-Woche Der Festzug. Aus Bad-Nauheirn erhalten mir folgende Zuschrift: Die Bad-Nauheimer Herbstwoche, mit der das vielgestaltige Wirtschaftsleben der hessischen Badestadt in der Zeit vom 30. (September bis 9. Oktober erstmals in größerem Maße zu geschlossener Werbung heroortritt, bringt am nächsten Sonntag, dem ersten Tag der traditionellen Nauheimer Kirmes, einen großen Festzug. Dieser wird ein anschauliches Bild vermitteln von den einzelnen Zweigen des heimischen Wirtschaftslebens. Die Gestaltung der insgesamt 43 Schaunummern steht nicht im Belieben des einzelnen Teilnehmers, sondern ist an die Entwürfe gebunden, die für jeden Wagen und für jede Gruppe vom Leiter des Zuges, dem bekannten Kunstmaler G e i l f u ß , angefertigt wor- den sind. Dadurch wird einmal die einfach fünft« lerifche Linie gewahrt, wie anderseits dem Beschauer Wiederholungen erspart bleiben. Der große Festzug zerfällt in drei Abteilungen. Der erste Teil, der der Landwirtschaft gehört, verbindet in glücklicher Weise den Tag des deutschen Bauern mit dem Erntedankfest. Ihm wird das Symbol des Bauern, der Pflug, Dorausgetragen. Auch die treuen Gehilfen des Landwirts, Pferde, Ochsen und Kühe, fehlen nicht. Es folgen dann u. a. ein bäuerlicher Hochzeitszug, ein Festwagen „Der Bauer ist die Seele des Volkes", eine Gruppe „Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt", alles in charakteristischer Darstellung. Der zweite Houptteil des Festzuges wird vom Handwerk bestritten, das sich mit 16 Wagen in hervorragender Weise an der Veranstaltung beteiligt. „Gebt dem Handwerk Arbeit!" Das ist die Mahnung, die von einer Gruppe auf einem großen Schild vorangetragen wird. Dem Wagen „Ehret eure deutschen Meister!" folgen dann die Wagen und Gruppen der einzelnen Handwerkszweige. Alle werden sie in ihren Darstellungen sich abwenden van dem materialistischen Denken der Vergangenheit und versuchen, wieder hinzuführen zur Seele des edlen Handwerks, dessen Bedeutung für die deutsche Kultur leider vielfach vergessen worden ist. Die dritte Abteilung des Festzuges ist mehr I o - k a l abgestimmt. Sie führt in die Entstehungszeit des Bades vor hundert Jahren, wirbt für den Bad- Nauheimer „Riesling" und spielt zum Schluß in heiterer Weise mit dem Bild „König Kurgast" auf den Haupterwerbszweig der Badestadt, die Fremdenindustrie, an. Als Ganzes wird der „Festliche Aufmarsch des heimischen Gewerbes" einen nicht alltäglichen Anschauungsunterricht über das Wirtschaftsleben Der Badestadt erteilen. Daß Festzugskultur im besten Sinne des Wortes geboten wird, dafür bieten die künstlerische Leitung und der Eifer, mit Dem alle MitwirkenDen bei Der Sache finb, beste Gewähr. Man beachte Die gestrige Anzeige. Friedberger Stadtrat. FrieDberg, 28. Sept. (WSN.) Der Stabt- r a t beschloß in seiner gestrigen Sitzung Die Einführung einer Warenhaus st euer. Äugleich wurDe eine Erhöhung Der FiliaIsteuer von 100 auf 200 Prozent Der allgemeinen Gewerbesteuer für Das Rechnungsjahr 1933 beschlossen. Im Verlauf Der Sitzung wurDen Die Voranschläge Der Augustinerschule, Der Schillerschule unb Der Gewerbeschule für Das Rechnungsjahr 1934 einstimmig gutgeheißen. Der StaDtrat beschloß ferner. Die Na- men aller wegen FelDfrevels zur Anzeige ge» langenDen FrieDberger künftig z u veröfscnt- lichen und die Diebe von SA-Männern durch die Straßen führen zu lassen. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 28. Sept. Im Anschluß an die Obstversteigerung der Gemeinde wurde auch das Obst der Pfarrei versteigert. Die Ernte war sehr gering, nur wenige Bäume waren gut behangen. Da das Obst hier in diesem Jahre allgemein ziemlich knapp ist, wurden dennoch mehr als 200 Mk. erzielt. Die Versteigerung des Gemeindeobstes ergab unter ähnlichen Umständen über 400 Mark, dazu kommt der Erlös aus der Frühobst- oerfteigerung mit zirka 50 Mk. Kreis Büdingen. Büdingen, 27. Sept. Die Organisation Der NS. - Volkswohlfahrt ist im Kreise Büdingen in wenigen Tagen beendet worden. Zum Kreiswalter wurde vom Gauwalter Bürgermeister Haug (Darmstadt), Regierungsrat Dr. Lotz (Büdingen), zu seinem Stellvertreter auf dessen Vorschlag die Kreisleiterin Der NS.-Frauenschast, Frau Tilli Knaus (Bübingen), zum Geschäftsführer Kreiskasseninspektor Hofmann, zum Kassenwart Iustizinspektor Kraft (BüDingen) bestellt. In allen Ortsgruppen wurden Die Gruppenwalter, Geschäftsführer unD Kassenwarte bestimmt. Mit der Werbung von Mitgliedern wurde bereits mit gutem Erfolg begonnen. Zur Durchführung Der ersten Aufgabe der NS.-Volkswohlfahrt, dem Winterhilfswerk 1933/34 Des Deutschen Volkes, hatte Der Kreiswalter Die Vertreter Der Staats- unD Kommunalbehörden, Die Vorsitzenden der Verbände Der freien Wohlfahrtspflege, Der Kirchen unD Schulen, Vertreter Der politischen Leitung der NSDAP., Der SS., der SA., der NSBO., Der NS.-Frauenschaft, Der HI., Des BDM., Der Beamten- unD Bauernschaft, Der Industrie, Des Gewerbes unD Des Handels und Die Gruppenwalter Der NSV. zu einer Besprechung eingeladen. Die von Der Reichsführung gegebenen Richtlinien wurden eingehend besprochen und eine A r • beitsaemein schäft zur Durchführung Des Winterhilfswerks gebildet. Mit Den Drtsgruppenroaltern wurden alsdann noch Fragen Der örtlichen Organisation der NS.-Volkswohlfahrt und Des Winterhilfswerkes erörtert. Die bisherigen Erfahrungen lassen erwarten, Daß Die DpferfreuDig- feit Der Kreisbauernschaft und Der übrigen Bevölkerung Der Parole unseres Volkskanzlers Adolf Hit - I e r „In diesem Winter soll niemand hungern und frieren!" zum Siege verhelfen wird. + Mus dem Niddatal, 28. Sept. Der von Den Regierungsstellen angeorDnete Kampfgegen Das Bettelunwesen macht sich in unserem Tal bereits stark bemerkbar. Die Bettlerplage ist ab geflaut, und nur ganz vereinzelt ist noch ein FechtbruDer anzutreffen. Der scheu und verstohlen die Dorfstraßen durcheilt, seine Pfennige zu kassieren. Auch die Zahl Der Hausierer, die vielfach noch als lästiger empfunden werden, hat sich etwas vermindert. An ihrer Aufdringlichkeit ist leider noch kein Nachlassen zu verzeichnen. — Die Wiesen- gründe zeigen in diesem Herbst ein sattes, fast fr ühlinghastes Grün. Die beinahe sommerliche Wärme Der Tage unD Nächte hat das Wachstum des Grases so gefordert, daß ein dritter Grasschnitt möglich wäre. Auch Die übrige Natur weist ein Aussehen auf, Das nicht an Den Beginn Des großen Sterbens mahnt. Kreis Schotten. ± Groß-Eichen, 28. Sept. Gestern fanD bei herrlichstem Wetter Der übliche Herb st markt statt. Es. ftanDen 95 Ferkel zum Verkauf, Die beinahe restlos abgesetzt würben. Die Preise betrugen 12 bis 15 Mk. je nach Qualität. Der Krämer- markt war Diesmal befonDers reich beschickt unD lockte viele Kauflustige an. i. © e D e r n , 26. Sept. Bürgermeister Beyer eröffnete Die Sitzung mit Dem Deutschen ©ruß. Die Steuerausschlagssätze für Das Rechnungsjahr 1933/34 wurDen in Der vom Kreisamt vorgeschlagenen Form genehmigt. Von Dem Vertrag Des hiesigen Rentamts Der Fürstlich Stolberg-Wernige- roDschen Verwaltung wegen Abbruchs Des Brunnenhäuschens am Schloßberg wurde Kenntnis genommen. Der Vertrag soll dem Turnverein zur Stellungnahme zugeleitet werden. Da Der Antrag auf Entfernung Des Brunnenhäuschens vom Turnverein gestellt wurDe. Der restliche Teil Der Otto-Müller-Straße soll ebenfalls in 21 D o I f • Hitler-Straße umbenannt werben. — Arn Sonntag veranstaltete ber hiesige Kriegervcr- e i n auf bem Schießstanb bes Kleinkalibcrschützen- Vereins ein Preisschießcn. Die Beteiligung war sehr rege, ältere Kameraben bis zu 70 Jahren, die seit langer Zeit nicht mehr geschossen hatten, erzielten zum Teil recht gute Resultate. Abenbs würbe im Gasthaus „Zur Traube" bie Preisver- teilung vom Dereinsführer, Postschaffner K. D i e h 1 ausgeführt. Preise erhielten: 1. Preis (35 Ringe) W. Deckenbach, 2. Preis (34 Ringe) Jean Oberheim, 3. Preis (34 Ringe) Postschaffner Karl Diehl, 4. Preis (33 Ringei Karl Menzel unb 5. Preis (33 Ringe) Karl Hohl fr. Weiterhin konnten 23 Karne, raben Trostpreise erringen. Kreis Alsfeld. st. Ober-Gleen, 25. Sept. Nachbem ber hiesige ßanbbunb seine Liguibation vollzogen hat, fanb biefer Tage in ber Gastwirtschaft Ruppert eine Bauernoersammlung unter Leitung bes lanbwirtschaftlichen Ortsfachberaters Lubwig Belker statt. Die Einzeichnung in bie Mitglieberliste ber Hessisch-Nassauischen Bauernschaft, ber jeber Lanbwirt beizutreten hat, würbe vorgenommen. Erster Führer würbe lanbwirtschaftlicher Ortsfachberater L. Becker, dessen Stellvertreter von ihm noch ernannt wird. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Hochelheim, 27. Sept. Am Sonntag fanb in ber Gastwirtschaft Franz eine Versammlung zwecks Zusammenschluß ber Käsereibesitzer bes hiesigen Bezirkes statt. Erschienen waren 36 Käsereibesitzer aus Hörnsheim, Hochelheim unb Lang-Göns. Käsefabrikant Birken- st o ck - Hochelheim, ber bie Versammlung leitete, begrüßte bie Erschienenen. Der Direktor bes Reichs- verbanbes beutscher Käseinbustrieller, Borne- mann- Berlin, wies in einem Vortrag auf bic Entwicklung ber Käseinbustrie in ben letzten Jahren hin. Wichtig fei, baß sich sämtliche Käsereibesitzer zusammenschlössen. Käsereibesitzer Briicke 1 - Lang-Göns erwähnte u. a., Daß Die Warenhäuser, unb insbesondre bie Iuben, preisxerrüttenb auf ben KäsenKirkt eingewirkt hätten, inoem sie bie Einkaufspreise einfach biftierten, unbekümmert barum, ob Die Käsereien Dabei bestehen konnten unD Die LanDwirtschaft geschäDigt wurDe. Dies sei Durch Die Maßnahmen Der heutigen Regierung enDgültig vorbei. Käsereibesitzer Mehl- Hochelheim stellte Die ForDerung auf. Daß nunmehr von VerbanDsseite mit Nachdruck auf Die Herstellung von Qualitätsrohmaterial (Quart) hingearbeitet werbe. Der neu- gegrünbete Unteroerbanb bes Reichsverbanbes ber deutschen Käseinbustriellen, bem nach ben Ausführungen von Direktor Bornemann sämtliche Sauermilchkäsereien in Hessen-Nassau unb Oberhessen angeschlossen werben sollen, erhält ben Namen: Käsereiverband für Hessen- Nassau unb Oberhessen. Auf Vorschlag von Direktor Bornemann würbe Käsefabrikant Birken st ock - Hochelheim zum einstweiligen Vor- sitzenben bes neugegrünbeten Verbanbes gewählt. 0 Großrechtenbach, 28. Sept.' Auf ber Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach würbe bas O b st oer ft einer t. Die Versteigerung war aut besucht, bie Nachfrage recht groß. Es würben fol- genbe Preise bezahlt: Für Goldparmänen, Eiser- apfel usw. 6 bis 8 Mark pro Zentner am Baum, Schafnase unb Bohnäpfel 3 bis 5 Mark. — An- schließend fanb bie Obstversteigerung ber ©emeinbe Großrechtenbach statt. Es mürben bezahlt: für Acpfel 5 bis 8 Mark, für Birnen 3 bis 5 Mark je Zentner am Baum, Zwetschcn 1,20 bis 2 Mark pro Zentner am Baum. * Hohensolms, 28. Sept. In ber Heim- Volkshochschule, bie sich seit neun Jahren in ben Räumen bes hiesigen Schlosses befinbet, beginnt am 1. November roieberum ein b r e i m o nä t i - ger Lehrgang für Mäbchen. Der Lehrplan wird, wie seither, praktischen und theoretischen Unterricht umfassen. Die evangelischen Heimvolkshochschu- len wollen jungen Mädchen helfen, baß sie zu Frauen heranwachsen, bic ihre Heimat unb ihr Volk lieb haben, und wollen ihr Können unb Wissen so förbern, daß sie bic Aufgaben, bie ihnen vom Leben gestellt werben, recht erfüllen können. Berliner Frühbörse. Berlin, 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachbem schon gestern abend an Der Frankfurter Abendbörse größte ©eschäftsstille bei unveränderten Kursen geherrscht, lag Der heutige Frühverkehr unoer- ändert ruhig abwartend. Realisationen zum Ultimo sind kaum noch zu erwarten, im Zu- fammenhang mit Der morgigen Entscheidung hinsichtlich der Maklerneuzulassungen Dürfte aber ber Handel an ber heutigen Börse recht beschränkt bleiben. Man taxierte Farben unverändert mit 116 bis 116,25 unb nannte später Schulbbücher mit 82,75 bis 83. Arn Devisenmarkt hörte man Pfunde gegen Paris mit 79,63; Mailand 59,20, Spanien 37,20, Amsterdam 7,7250, Schweiz 16,08 unb Kabel mit 4,7375 bis 4,74. 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Kopf näher und berührte mit ihren Lippen fast Marlenes Ohr. „Ich glaube, dich hat einer lieb, Fräulein Großauge. Auf den ersten Blick hat er sich in dich verliebt. Und wärest du nicht ein jo lieber Kerl, der von zwei Röcken einen an den gibt, der keinen hat, würde ich neidisch und eifersüchtig werden." Sie küßte Marlene auf die Wange: „Gute Nacht, Fräulein Großauge!" Sie verschwand blitzgeschwind. Doch Marlene blieb wie festgebannt auf derselben Stelle stehen. Ihr schlug das Herz bis zum Halse. Es war kein Rätsel, das ihr Olga Zabrow aufgegeben, denn von wem sie gesprochen, war ja klar. Und hatte sie nicht selbst ebenfalls bemerkt, daß Achim von Mattens Blick sie so seltsam getroffen hatte? So seltsam fragend und warm? Und gefiel ihr Achim von Malten nicht? (Fortsetzung folgt.) ! Eröffnung: Samstag, Zv. September vormittags 11 Uhr Oer Austrieb hat in der Zeit von 8-9 Uhr stattzufinden. Och, 27. Sept. 1933. Hess. Bürgermeisterei Lich, Geil. «1h' 1 bs; «-•>*** * - — t» . ■ Preise M.G.Grode Frankfurter Strabe 17 5981D ll>I>II!lI!IllII!!!II!WI!III!I!lIIIIII!I>IIIIII!IIIIIIIII!III!IlIII!IIi VmuneMffe 30. September bis 8. Oktober 1933 K ~ ~ o wenig dunkel nachgetuschten Brauen hoch und legte ihre Hände auf Mar- t t, re .Q ■ X - 2 S S^S - «eG? e „Achim, mein lieber, lieber Junge, wenn es an dem ist, glaube ich wieder an ein Gluck für dich. Wenn auch sie dich liebgewinnt, wollte ich den Tag segnen, an dem sie über unsere Schwelle getreten. Ich glaube fest, in der Gemeinschaft mtt einer geliebten Frau vergäßest du ine allzu bösen Tage. Er küßte noch einmal die schmalen Hände, über die sich die Haut wie leicht zerknitterte stumpfe Seide legte. Mutter, ein Fünkchen Hoffnung auf Glück und allerlei Träume sind jetzt in mir, an die ich noch nie ernstlich gedacht. Gute Nacht, Mutter. Es ist bald elf Uhr. Ich wünsche dir, daß du heute friedlich schlafen kannst." Er. lächelte: „Wir wollen heute beide gut schlafen. Mir ist, als müßten sich nun bald die dunklen Wolken zerteilen, die schon allzulange über Maltstein standen." • Sie trennten sich. E—t.~2i ei £ w e o L rr Ein Lied vom Glück Vornan von Anny von panhuys. Als Marlene geendet, sagte Frau von Mallen versonnen: „Ich habe mich eben an den Rhien geträumt. Mit meinem Manne, gleich nach der Hochzeit, fuhr ich dorthin. Es waren sonnige, glückliche Tage." Achim von Malten holte tief Atem. „Ich dachte eben an meine Studentenzeit. Philosophie habe ich studiert. Die Tage von damals lagen wie begraben in mir; nun leben sie wieder, und ich denke an viele frohe Stunden." Olga Zabrows Stimme bebte ein wenig. „Ich verbrachte ein paar Sonnentage am Rhein, als meine Eltern noch lebten und reiche Leute waren." Marlene griff in die Taften. Ihr war, als riefe ihr der Mann zu, was sie nun fingen sollte. Noch inniger und wärmer als am Nachmitag, sang sie das Lied, das sie selbst komponiert; jauchzend und beschwingt klang es auf: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt. Achim von Mattens Augen ruhten, wahrend sie sang, auf Marlenes Gesicht. Seine Mutter bemerkte es, und ihr schien es mit einem Male gar nicht mehr so schwer und unmöglich, daß ihres einzigen Sohnes Lebensschifflein doch noch in einem glücklichen Hafen landen könnte. Marlene Werner hatte ihr auf den ersten Blick ganz besonders gefallen. Vielleicht gefiel sie auch Achim, und er gewann sie lieb Eine junge, zärtliche Gefährtin brauchte er, die ihn mit sanfter Hand aus den finsteren, verschlungenen Wegen hinausführte, in die sich sein armer Geist verlaufen, und aus denen er selbst nicht mehr zurückfand. Sie selbst konnte ihn nicht führen, ihr Geist wanderte ja auch auf öden, traurigen Wegen, seit dem schrecklichen Abend, da man Lila von Born erstochen in der Bibliothek gefunden und ihn als Mörder verhaftet. Eine Hoffnung war in ihr erwacht, und ihr ging es wie ihrem Sohn, das Lied blieb in ihr haften: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommtl Als Marlene und Olga gegangen waren, sagte Frau von Malten aus tiefstem Herzen heraus: „Marlene Werner ist mir ungemein sympathisch, — sympathisch wie eine Tochter." „Mutter!" Er nahm beide Hände der alten Dame und küßte sie; ein Leuchten war in seinen Augen. „Ich will dir gestehen, mir geht es ebenso mit ihr. Sie ist mir ungemein sympathisch. Nein, noch mehr als das. Ich glaube, Mutter, ich habe sie lieb." Mutter und Sohn blickten einander lange und schweigend an. Die alte Dame ließ ihre Hände in denen des Sohnes. SOS Eisberg Dr. Arnold Fanks neuestes Meisterwerk. 5983c Süddeutsche Uraufführung Montag, den 2. Oktober. Lichtspielhaus« Gießen Oben, in Marlenes Zimmer, saßen die beiden neuen Freundinnen noch beisammen. Olga tat geheimnisvoll. „Ich könnte dir etwas sehr Interessantes verraten, Fräulein Großauge." Sie lächelte: „Das ist übrigens ein feiner Spitzname für dich." Sie lachten beide. Dann fragte Marlene: ,AVas kannst du mir Interessantes verraten, Olga?" In diesem Augenblick hörte man von draußen grelles, scharfes Pfeifen. Mehrere schrille Pfiffe hintereinander waren es, und gleich darauf flog die Tür auf. lieber die Schwelle torkelte zitternd und bebend die Haushälterin. Nach Luft schnappend, stieß sie hervor: „Die weiße Reiterin! — Gütiger Himmel, die weiße Reiterin! Ich war am Wäscheschrank auf dem Gang, da hörte ich sie. Mit ein paar Schritten war sie am Fenster. „Dort, dort!" keuchte sie und wies hinaus. Olga schaltete geschwind das störende Zimmerlicht aus und trat an das andere Fenster, wo schon Marlene stand. Sie mußte sich am Fensterriegel festhalten, denn was sie sah, erfüllte sie mit Grauen. Hinter der niedrigen Mauer, auf mondhellem Gelände, sah sie ein weißes Pferd und auf seinem Rücken eine weiße Gestalt. Während noch einmal bie schrillen Pfiffe ertönten, jagte das unheimliche Pferd mit seiner unheimlichen Reiterin durch das Lichtbereich, um dann vom Dunkel verschlungen zu wer» den. Die eine Vision, wie ein toller Spuk war alles oorbtiT Olga verschlug das Geschehene zunächst die Stimme, Marlene aber ließ sich auf einen Stuhl nieder und rief atemlos: „Das übersteigt meinen Verstand!" Auguste ging bis an die Tür. „Ganz flau ist mir geworden. Ich kann Alkohol nicht leiden; aber jetzt gehe ich in die Küche und trinke ein Gläschen Rum." Olga Zabrow fragte: i , -- > - r c o- Damen-Strümpfe, -f AA feinmaschige Matt-Seide A»VV Damen-Strümpfe, K.-Seide, A ÄA alle Modefarben........V.vv Damen-Strümpfe, Flor mit A AA Seide, besonders haltbar JL»VU Damen-Hemdchen, Mako und fein gestrickt, Ach- (\ selschluß .... 0.75, 0.60, Damen-Jäckchen,'/, Arm u. A Aff ‘/«Arm, fein gestrickt, 1.10, Damen-Schlüpfer, feines A ff A Mako.............0.75, U.DU Herr.-Hosen, fein gestrickt A AA u.Wolle gemischt, alle Gr. JL.UU tz-Z 2 5 2 «'S u Alle Schweine, ‘SÄSÄ solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes „Und das, was wir eben gesehen haben, das sieht man öfter?" Auguste nickte nurj fie war zu aufgeregt. Sie legte beide Hande vor das Gesicht, und ihre Schultern zuckten. Marlene ging zu ihr. „Sie weinen doch nicht etwa, Frau Helm? Dazu wäre doch gar kein Grund vorhanden." Die Hände fielen langsam nieder. „Nein, ich weine nicht; aber ganz konfus hat mich die Geschichte gemacht. Wäre ich nicht schon so lange im Schloß, ich schnürte gleich mein Bündel, und morgen früh würde ich weggehen für immer. „Aber Sie sahen das — na, sagen wir mal vorläufig Gespenst — doch heute nicht zum ersten Male — nicht wahr?" Auguste bestätigte: „ _ „Natürlich, ich sah es nicht zum ersten Male, aber ich wäre nach dem ersten Male weggerannt, wenn das so einfach gewesen. Aber wie das so ist, mit der Zeit hängt man an der Herrschaft; alles wird einem selbst zur Heimat." Sie bedeckte wieder ihr Gesicht flüchtig mit den Händen. Olga Zabrow hatte ihren Schreck völlig überwunden; sie zuckte mit den Achseln. „Na, wenn die weiße Reiterin weiter nichts verbricht, als daß sie ein bißchen pfeift wie so'n vergnügter Straßenbengel und vorbeisaust, als ob der Teufel hinter ihr her wäre, dann lohnt es ja auch nicht, so ’ne Stellung wie hier aufzugeben. Im Gegenteil — ich meine, ein Spuk von der originellen Sorte wie dieser macht erst richtig Spaß, wenn man ihn öfter sieht." „So leichtfertig sollten Sie doch nicht über solche Dinge reden. Geister vertragen nicht, daß man über sie spottet, sie rächen sich", erwiderte Auguste empört. Olga wollte eine übermütige Antwort geben, aber Marlene zwinkerte ihr zu, und da schwieg sie. Auguste sagte nach tiefem Atemholen: „Nein, Spott vertragen die Geister nicht. Aber ich will nun gehen." Sie faßte nach der Türklinke. In diesem Augenblick ertönten von neuem die schrillen Pfiffe, und wie auf Verabredung stürzten alle drei ans Fenster. Da kam sie wieder vorbeigejagt, die weiße Reiterin, jagte zurück in der Richtung, aus der sie vorhin aufgetaucht. Marlene durchschauerte es bei dem seltenen Anblick von Kopf bis zu den Füßen. Ein Lachen Olgas störte sie, und fie jagte fast unwillig: „Und wenn du noch mehr lachst, ganz wohl ist dir bei der Sache auch nicht!" Die Baronesse wurde ernst. „Meinetwegen! Ich will es zugeben, ganz wohl ist mir bet der Sache wirklich nicht. Der einzige Trost ist, vorläufig wird sich die Unheimliche ja wohl nicht wieder zeigen." Schachklub Giehen 1858 Simultanspiel und llimlspiel im Bewerkschaftüliaii« heute >bd.8.15. 600aD Morgen Samstag Schlachtfest im Gambrinus, Frankfurter Straße Ab 9 Ubr Wellfleisch mit Kraut. Abends TUUGS'h, Auguste Helm sah die rotblonde Baronesse freundlicher an. „Wenigstens gaben Sie zu, daß Sie sich auch fürch- ten. Und ick) rate Ihnen, spotten Sie nie mehr übrf die weiße Reiterin. Ich habe schon oft von ®e« spensterrache gehört." Obwohl Olga eben zugegeben, die weiße Reiterin hätte auch ihr einiges Unbehagen verursacht, wollte sich schon wieder ein Lachen über ihre Lippen drängen; aber ein Blick Marlenes hielt sie in Schach. Der Blick schien zu sagen: Weshalb willst du die gute Frau verärgern? Laß ihr den Geisterglauben, den wir beide nicht haben, wenn uns das Geschehene auch allerlei Kopfzerbrechen bereitet. Es klopfte energisch. Ein Diener stand im Türrahmen. „Frau Helm, die gnädige Frau braucht sie. Die Gnädige hat plötzlich einen Anfall erlitten und große Atemnot..." Auguste nickte: „Ich komme sofort." Der Diener entfernte sich, und die Wirtschafterin erklärte, schon auf die Tür zugehend: „Die Gnädige leidet an Asthma. Wenn sie sich erschreckt, treten die Anfälle besonders stark auf. Dann will sie mich um sich haben." Schon war sie fort, und die beiden Mädchen sahen sich an, seufzten unwillkürlich beide gleichzeitig. Darüber mußten sie lächeln. Aber dann war es, als schämten sie sich des Lächelns, weil doch Frau' von Malten jetzt litt. Marlene schlug vor: „Wir wollen schlafen gehen; ich glaube, es ist das Klügste, was wir tun können." Sie besann sich- „Aber da haben wir ja etwas ganz vergessen. Du machtest mich vorhin, ehe die Wirt, schasterin kam, neugierig. Du behauptetest, du tonn- HOTEL PRINZ CARL Der Umbau ist beendet re o s 2 ti u . Brandplatz (gegenüber dem alten Schloß, früher Th. Brück) Montag, den 2. Dfto6erl933 Licher Kirchweihmarkt Schweine- und Krämermarki Zum Markt zugelassen sind Tiere aus unverseuchten Gemeinden. Durch Ursprungs-Zeugnisse ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. Für Händlervieh ist Nachweis der 5 Q x ,-C 588qD —x (®ne Portion koste« etwa 30 Pfennig) Für 4 Personen . Mm» » Pf"”» W»1’1®' •— isäk.-, EHrSvsrE SsHä gut durchrühren. und nach dem Dlederaustochen noch •#, Stund, bd flrirum S-"°w den Salzgeschmack prüfen. 3^M 3$ *•-» Lotten bch auch k., «frMie oonfc «äp-S^terin ltQtlen^hS? ^te-te iqen. W M sie Vedran. &6 §'k^b '"-r'rr,' 7«' Mort* M hoben.'' art aus W- 'llbtt hnnn 0lei^«itig. “■'«tei ^'üKe,w°^A°n gehen; ;bQ. haben mit ^Jonnen-N • °°rhin, A5JR -!9- Du behaupt L? 5 ?'r,‘ Nantes üeiraten k?U1lonn‘ “ ich »HS-: UNS «wag Awind. Doch Marlenes bleiben Stelle stehen Änr mWfe.EswarkeinS ' Msgegeben, denn von wem E^.Urrd hatte sie nicht selbst ) Achim von Wollens M sie idtte. So seltsam fragend und im van Malten nicht? tsehung folgt) Weitere Rezepte auf Wunsch (ostenlos von der «ME. Bettln WK NO to e* c o <5> «fi* « r> CM xs o o <-> w r- c-» E g 2 O C s s o e> « .3 E OS c o O- OS c ■o R E 3 e a 3 «St L) 2 C e o ■o o 74 SO w s C v sO sr :a -V 'S 7 ? 2s= 74 e c K ost s - 2 E = '■'=55 ,Z so — — ,E"k= E - 42:O v — S<9E^ 40 1 2 'S £ — sO - :C = 2 W - E ö 2 — a 2r^ -O Oft ” 74 : :<2 iS2 £ - ' -c E C 'S». *e <= = LoS$ £3 = o— £■' 3 _ LT 74 SE 74 ^sO'S <2 v t-1-OS' so _ 40 v ZI — o -*' o so 74 c 3 2 s 2- 74 Pzo-P1 T. s « oD ” -o *- LE = 2^:3 ■“ ‘5 iö c = B “O E k.. 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September 1933 [LIENKONZERT zeitigerbeten.Tel.38U 05637 59790 M 5. OUobtt 1933 ituny -MM 9611W ' ' jh?d e- E <9 «0PC<9 2 a E 2 2 S E e E o so c O E 2 E E K Z '— E s 2 2 0 - S2 L) -' 74 , E U — LSI TV C S c s ■574 •C • a .2*4 — sO -3 c «® 2 2 74 a t- — -4 c r, — ^o- »i 55 73 — = «s‘=> E . «e« «*- 5 £§ ' "p “= ”, 74 0$> .2 ■ 74 w 5 » c — *5*^40 2 40, East |S ^c c<9 40 -— 2 iS-' « 3^' 74 50 « *ir - °*c ^•=® o L LS os, 5 74 74 •-* Aft — S's^L 2 ^°,5 -N'3 2 « 5? — ost 's§2 = 74 74— 74 ^««4- _ 74.^74 sS 2^«Ä 71-0 40^ *ä®ircH Ä so Oft 2 — 2 L -« g4O 2 -42- - - *“’ « 74 •« 74 ^tlg«2 2 2 P—sO 2 2 - 5i 74 74 74'2 0^1 »"so «2 ^Gv E 2 2 — 2*2 -«o 5S-O« <95$ 'S— <9 <9 O.T4 p 74 ort o « 2^ :c StI 74 = 74~ cc E :C >4 O E4O ' 74 - 74 — ost c -o 2 <4j>) SP 74 ». sO 'S— « 2 — c — — —‘ 40 --L- ” C 74 sä 74 2^:2 74 Q v 74 «S,—: S »*^5=0 E ■• 2:c 2^ — — 74 o o . - e -er> 2 74 ast 40 — - 2 — o.~ 74 s •2 rJ « ast^Z—S5- © so'Sl2->p' — . o- = —S c ■ «• ’-* sO —'S _ iS»o 74 U "2 »o P:e -° 2 C c ■- s 5 <9-LS — — -2 v .74 (9 a=-oa ■O .ES - E — « 2 74 »4 — 2 74 ’go-° 2 i-’ti P.w s« 74 74 P.— ^2 — CC rost t7 E 12 2 = o 4g c **5 2 8 74 S o *2 74-0 a •p =■ -3 “s<9^ 74 Eier — 5 ^3. 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Nur eine Zeit, die arifjen naGgte und nationalen Trugbildes eigenen Scholle eM tende und voltbiLer Bauern oerge^en. JJ« lichen Gegensatz M machte den Bauern I und seinen Erbacker c Grauen denken wir durch Spekulationen k hunderteallen Besitz a dem Hammer durch Bauernwirtschaften gii verbrecherisch am Kör dich noch unvergessen tat an einem urspri nassen. Doppelt hell i von dieser Seite aus Hebung: den deutschen wirkende Kras haben. lieber den ßeibens. sagen — oon ber 11 bis in bie (egilidjen St lleberfretnbung, bie fdjl Krieg-über diese; groi Ringen yi iprechen, da legenheit eine; Wvni gen, die wir den Reu freuen uns am Lebe spuren mit Dank uni erweckung des der aus uralter Erbn uns steckt. Es gab Selbstbesinnung und Lied der Scholle, der mit der Heimat so unseren Tagen. Nis so vom Bäuerlichen dition so verantworti einstmals schon in < großen, zukunstweisei ouch der alternde s and erachtet die Art Lebensweisheit und Der „Ausbruch elbst, nicht in dilelta sondern in der Einp ideals in Herz und Wesen unserer gesg' kennen wir in diese Eigensten, die Zähigk, A^chte Sache, bie 9 siutSy®1 unb mit dem Ä“ S-*3*£* •SwA gekehrter n So duften«? ? Dä 'ches SoÄk? l'ch der Acker d „ x etlichen 005 M Sorge Äsgefan^ 2gen Sou" !??oen Vlte aUi, . ' «r |i* n In' ÄfcS« äen- Ktn b- Ä'!n i SfWtsb,'S ben iberc ' hatte "Nechj e Sonn, ngf 2.3 — 3877 S s A 2« 3 8 s5«§ » «sö® 3 H SIS S-8Z3 co®2 LSpZZ •t .~-3 O 3SesFS 5^~ « 3 3 3 o )>?2 0 2 O ® Mss 3 2 ^7 T> •* *-v r-A ST O *"*■ ., •*** m« o„« 3 B b««8& 3 72 h 3 3 g C: h — «® « 1 ® « S« M ■3^-.- «.3 0 coS S:„.7B8 et 8 A« « CO f* — 3 er 3 Co — B- 21« J 8 as*®^ 6)2 3‘ tä^cö B » 2. 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