nr. 149 SrübattSsad« 183. Jahrgang Donnerstag, 29. Juni 1933 Genien betonte, aus dem materiellen die Mitarbeit an der des Pressegesetzes vor- Opfer zu bringen. Direktor Amann Aufgabengebiet ist Tleugestaltung GrmWhe einer gesunden NevölkernngspolM. ireichsminifter Krick kündet Kampf gegen Lleberalterung und l^affeneniartung an. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis Zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton l> H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in löietzen. Postscheckkonto: zronlsurt am Main liess, vnitk und Verlag: vrühl'sche Untversttülr Such' und Steinörudcrei H Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrstelle: Schnlftrahe 7. Nachdem die .Umlrhr- Heuchelheim "n Ortsein, khöhlem 'd letzt Mch n Ott führt, Bttfleig ter- lOflenannten le dem M anderes t den 2uio- 4 an dieser en die ans e gehörigen h und die !n Arbeiten en werden, lach dem Er- Äadi, ohne l lrimohnet. Wang m Bautätig, t recht rege, i wurden neu de repariert, i Aerpuh, |o c, wenn auch illen konnten. Die Stellung der presse in Staat und Wirtschaft. lNeichsleiter Max Amann, Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, begründe die Notwendigkeit eines eigenen Reichsstandes der deutschen presse zur Erhaltung der wirtschaftlichen Grundlagen der deutschen Zeitungsunternehmen und Lösung der großen politischen Aufgabe der presse im neuen Staat. lB. Drahtme!« eute üormiilug • le, konnte sich ; Geschäft zu« an den übri- ieb die Unter« rach man Der« man mit den die Bewegung chtet - in > ;en Beurteilun. in ber Aroge islanbanlab n ben eröffneten ersten Kurien Werten notier« n und Metall' übrigen gingen jinaus, dagegen i gleichen to ns, Sübbeulfme je 1 o.fr, Be> önij, 3unghans mit plus I v-H- anderen Aktien sich die kleinen konnten. Stärker mit 3,75 m fritiere Beachtung Dollarlurfes. , das Rücktritts« n Zurückhaltung schwächer, auch Schutzgebiets^' igen gut behau - n 0,50 v.fr ab' reinWeM" Rheintz« während WJ le und ibreßy •i"S ■Äfi 7°urn im V,durch 'ÄÄ 'jlmann glichen 'einer ftze. > frütn ? !'»nt. " Kosien, Hijen ßtj, 'Rettung, Qrbietungen ' M Be, 'urde das °mmen Dje !n Grenzen. Lrichrrn» lügllch. autz« Sonntags und Feiertag* Beilagen; Die Illustrierte (Biebenei Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl« Ulonats Beiugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Dhne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .fenisprechanschlüfie »nlerSammelnummer22SI. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen dringlich. Das deutsche verlegertum bekundet durch seine heutige entschiedene Stellungnahme zum neuen Presserecht den willen, in vorderster Front am w i e d e r a u s b a u w e r k unseres Führers mitzuwirken und alle Pflichten zu erfüllen. Dieser Wille begründet den Anspruch auf Wahrung und Sicherung der Führer st ellung in unseren Zeitungen. Die Doppelstellung des Zeitungsverlegers in seiner wirtschaftlichen Funktion als Unternehmer und in seiner geistigen Funktion als Führer der Zeitung, schlicht aus, dah er im Rahmen des neuen berufssiündischen Aufbaues nur in die Kategorie der rein wirtschaftlichen Unternehmer eingeordnet wird oder gar in den Reichsstand des ^Handels unlerzubringen ist. Deshalb ist die Frage zu prüfen, ob vom Verein deutscher Zeitungsver- lcger die Bildung eines Reichsstandes der Presse anzuregen ist, der alle verufsan- gehörigen von Pressebelrieben umfaht. Diese Frage werde in der Reichsarbeitsgemeinschast der Deutschen Presse zu erörtern sein, denn sie biete eine gewisse Grundlage für die Bildung dieses Reichsstandes. Demgemäh begrühen wir den deutschen Redakteur als den hervorragenden Mitarbeiter an der geistigen Ge- ftaltung unserer Zeitungen und sind ge- wih, dah die Gemeinsamkeit unserer Ziele zur gedeihlichen Zusammenarbeit beitragen wird, wir hoffen, dah die Arbeit zwischen Verlegern und Redakteuren sich in der deutschen Presse künftig segensreich für das volksganze auswirkt. Die Neugestaltung des Vereins bietet die Gewähr dafür, daß der Verein deutscher Zeitungsverleger die Interessen seiner Mitglieder im neuen Staat zur Geltung bringen kann. Äirtschaftlich werde es not« wendig sein, durch Vereinigung des An« Zeigengeschäftes und durch Schaffung solider geschäftlicher Grundlagen in diestm Geschäftszweig den Verlagen die Voraus» setzung für die Festigung ihrer wirtschaftlichen Basis zu geben. In den Zeiten der absinkenden Konjunktur soll man zu dem gewünschten Ergebnis nicht gekommen. Jetzt mühten ^iese Fragen erneut und energisch einer endgültigen Bereinigung zugeführt werden. Schließlich beabsichtige der Verein Deutscher Zeitungsverleger die Errichtung einer Kreditüberwachungsstelle. Staat an einen Umbau der gesamten Gesetzgebung und eine Verminderung der Lasten für Minderwertige und Asoziale heranzu« gehen haben wird. Es kostet der Geisteskranke etwa vier Mark den lag, der Verbrecher 3,50 Mark, der Krüppel und Taubstumme 5 bis 6 Mark, während der ungelernte Arbeiter etwa nur 2,50 Mark, der Angestellte 3,60 Mark, der untere Beamte 4 Mark den Tag zur Verfügung haben. Das sind die F o l - gen einer übertriebenen Fürsorge für das Einzelindividuum, die den Arbeitswilligen der Gesunden ertöten und das Volk zu Rentenempfängern erziehen muh. Anderseits belasten sie die wertvollen Familien derart, daß Abtreibung und Geburtenverhütung die Folge davon sind. Zur Erhöhung der Zahl erbgesunder Nachkommen haben wir zunächst die Pflicht, die Ausgaben für Asoziale, Minderwertige und hoffnungslos Erbkranke herabZufetzen und die Fortpflanzung der schwer erblich belasteter Personen zu v e r h i n - dem. Mit der Ausmerzung und Auslese ist jedoch noch nichts erreicht, wenn wir nicht durch positive bevölkerungspolitische Mahnah- men die Familiengründung und die ausreichende Fortpflanzung der wertvollen erbgesunden deutschen Men- schon erreichen. Die bisherige Gesetzgebungspraxis hat zu einer Bevorzugung der Kinderlosen und Kin- be rar men geführt. Wenn heute noch Millionen von Müttern, oft gerade kinderreiche Mütter neben ihren häuslichen Pflichten im Arbeitsprozeß stehen, nur weil sie den Ernährungsspielraum vergrößern müs- scn, während unverheiratete männliche Arbeitslose aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden, so ist es höchste Zeit, daß wir an die Lösung dieses Problems mit Energie Herangehen und durch Familienlastenausgleich Wandel schäften. Die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen sind auf ihre familienfeindliche Wirksamkeit hin nachzuprüfen und eine familienfreundliche Gesetzgebung ist in Angriff zu nehmen. Es muh er- möglich! werden, für Einkommensteuerpflichtige durch stärker ge st af selten Steuernachlaß in Prozenten der Steuer einen fühlbaren Ausgleich zu schaffen. Ebenso müßte die Besoldung der Beamten nach dem Familien st and und der Kinderzahl noch achung. , saufen '1* ® L ber 4201 f S|rt Sieben in Jlngeboteuiütf' isomt y. 3lll 3933 [w S&S SÄ» ÄS- wirksamer abgeftuft werden. Es mußte etwa ausgegangen werden von dem Gehalt, das ein Beamter zur Unterhaltung von drei bis vier Kin- dem benötigt, um es je nach der Kinderzahl nach unten und oben zu staffeln. Während die freien Berufe und der gewerbliche Mittelstand, wie alle Un- ternehmerkreise durch einen wirksamen Steuernach- last erfaßt werden konnten, gibt es bei Angestellten und Lohnemofängern nur die Möglichkeit, den Au-.- gleich durch Ausgleichskassen zu schassen, in die alle »och Maßgabe ihres Einkommens Beiträge zu zah. len ober |e nach der Höhe der Kinderzahl einen Ausgleich zu erhalten hätten. Bei der schwierigen Finanzlage erscheint die Durchführung aller dieier familienfordernden Maßnahmen allerdings nur | möglich, wenn eine Entlastung auf anderen Gebieten z. B. durch Vereinheitlichung und ge- eignete Sparmaßnahmen im Sozialversicherungs- wesen eintritt. Ausschaltung nichtarischer Aerzte aus der sozialen Versicherung. Berlin. 28. 3uni. (DDZ.-Funkspruch.) Eine zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über Ehrenämter in der sozialen Versicherung und in der Reichsversorgung ordnet an, daß die Each - verständigen bei den Oberversicherungsämtern und Versorgungsgerichten mit Wirkung Dom 1. August 1933 neu auszuwählen sind. Die Grundsätze des Gesetzes zur Wiederherstellung des Derufsbeamtentums sind dabei entsprechend anzuwenden. Wer hiernach nicht aus- gewählt werden kann, kann auch nicht als Gutachter benannt werden. Als Vertrauensärzte dürfen auch solche Aerzte nichtarischer Abstammung nicht berufen toerben, für die das Derussbeamtengeseh wegen ihrer Kriegsteilnehmereigcnschaft eine Ausnahme vorgesehen hat. 3n der sozialen Versicherung und der Reichsversorgung kann jeder die Untersuchung durch einen nichtarifchen Arzt vor Beginn der Untersuchung a b l e h n e n. Entsprechendes gilt für Zahnärzte. Reichskanzler Adolf Hitler führte dann u. a. aus, baß wir uns mitten im Stadium der Bereinigung der Verhältnisse befänden, die den früheren Zustand der Verwirrung und Verirrung geschaffen haben. Da er glaube, baß auf die Dauer die Presse nicht existieren könne, wenn nicht ganz klar eine Entscheidung über die R i ch t u n g hervortrete, die nun endgültig als Sieger in Deutschland anzusehen fei und die deutsche Zukunft bestimmen werde, begrüße er es, daß die deutsche Derlegerschaft von sich aus sich bereits mit diesen Tatsachen abgefunden habe und gewillt sei, auf diesen Boden zu treten. Je schneller dieser ^lebergangszustand beseitigt werde, um so schneller und sicherer werde die deutsche Wirtschaft und damit das notleidende Zeitungsgewerbe wieder in Ordnung kommen. Ls sei n i ch t beabsichtigt, etwa nur Staats- Zeitungen in Deutschland herauszubringen, was seinen sonstigen wirtschaftlichen Auffassungen völlig widersprechen werde, aber man müsse selbstverständlich jedem einzelnen die Pflicht auferlegcn, dah er im Sinne der großen weltanschauli chen L i n i e mitarbeite. Ls sei selbstverständlich, daß auf die Dauer gesehen die Zeitungen als wirtschaftliche Unternehmen genau so eine gesunde allgemeine wirtschaftliche Grundlage brauchen, wie jedes andere Unternehmen auch, dah aber eine gesunde Wirtschaft nur dann entstehen könne, wenn endlich die politischen Streitigkeiten entschieden seien. Die Würfel seien nun gefallen, und er danke den Zeilungsverle- gern, daß sie s e l b st b e r e i l seien, diese Entscheidung anzuerkennen. 3e mehr sich das ganze Deutschland hinter diese Entscheidung stelle, um so schneller werde das feste Fundament geschaffen, auf dem man die Wirtschaft wieder aufrichten könne. Die Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet seien bisher nicht vergeblich gewesen. 1,7 Millionen Menschen seien bisher wieder in die Betriebe zurückgekehrt, davon mindestens 703 COO über die sommerliche Aufwärtsentwicklung hinaus. Der Generalangriff gegen d i e Arbeitslosigkeit beginne er st jetzt Die Neubildung der kirchlichen Vertretungen in Preußen. Berlin, 28. Juni. (TU.) Der Kommissar bei evangelischen Lcmbeskirchen in Preußen teilt mit 1. Die Sorge der Regierung gilt dem a u f r i d) • tigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat. Die Rechte ber Kirche sollen nicht angetastet werben. Die nationale Regierung erwartet aber unb hofft, baß bie Arbeit an ber nationalen unb sittlichen (Erneuerung un- fercs Volkes, bie sich bie Regierung zur Aufgabe gestellt hat, umgelehrl bie gleiche Würdigung erfahrt. (Aus ber Rebe Adolf Hitlers bei der Reichs« tagseröffnung im März 1933.) 2. Für die unverzügliche Neubildung ber aufgelösten gewählten kirchlichen Vor- t r e t u n g e n verordne ich folgendes. 2) Die kirchlichen Vertretungen werden wieder hergestellt durch Ernennung von Mitgliedern. Die Ernennung erfolgt durch meine B e - vollmächtigten. Der Bevollmächtigte legt V o r s ch l a g s l i st e n zugrunde, die ihm v o n b e n durch i h n beftimmten Stellen eingereicht werden. In (Ermangelung ausreichender Vorschlagslisten trifft mein Bevollmächtigter bie erforderlichen Bestimmungen nach Maßgabe ber burch ihn zu ermittelnden unb auf ©runb bieses Prüsungsergeb- niffes festgestellten Entwicklung bes kirchlichen Ledens. b) Entgegenstehenbe Bestimmungen ber Verfassungen ber evanaelischen Lcmbeskirchen in Preußen sind daburch bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. c) Meine Bevollmächtigten finb befugt, zur Durch- ührung ber Neubilbung Ausführungsvorschriften zu erlassen. 3. Auf seinen Antrag unb im Einvernehmen mit dem Bevollmächtigten bes Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, gewähre ich bem kommissarischen geistlichen Vizepräsibenten bes Evangelischen Dber- kirHenrates, Pfarrer Hossenfelder, bis auf weiteres Urlaub mit ber Anweisung, sich bem Bevollmächtigten bes Reichskanzlers zur Durchführung ber volkskommissarischen Ausgaben zur Verfügung zu stellen. 4. Ich beurlaube mit sofortiger Wirkung ben Generalsuperintendenten ber Mark Branbenburg D. Karow. Ministerpräsident Göring znm Kirchenstreit. Ein Brief an Kultusminister Rust. Berlin, 28. Juni. (WTB.) Der preußische TH- msterpräsibent Göring hat in ber Frage bes Kirchenstreites ein Schreiben an ben preußischen Kultusminister Rust gerichtet. In biefem Schreiben bringt ber Ministerpräsident zum Ausdruck, daß er mehrfach gebeten worden sei, in ben Kirchenstreit unb in die Maßnahmen des Herrn preußischen Kultusministers Rust einzugreifen. Er habe dies elbstverständlich abgelehnt unb nähme bie Zu- djriften zur Veranlassung, dies ber Oeffentlichkeit gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Der Brief ährt fort: ..Ich habe mich deshalb entschlossen. Ihnen vor wenigen Tagen auf Grund Ihres Vortrages sämtliche Vollmachten meinerseits zu übertragen, um ben Kirchenstreit zu b e e n d e n und die Belange bes preußischen Kirchenvolkes zu wahren, unb wiederhole auch heute schriftlich die Uebertragung dieser Vollmachten. Hiernach beauftrage ich Sie, alle Ihnen geeignet erscheinende Schritte (DDZ.) Heute vormittag trat in Berlin der neugewählte Vor st and des Vereins Deutscher Zeitungsverleger zu seiner ersten Sitzung zusammen, in der die zur Zeit für das deutsche Zeitungswesen wichtigsten Fra- gen eingehend behandelt wurden. Das deutsche Verlegertum gab seinen entschiedenen Willen zur Mitarbeit durch eine Ent- schliehung Ausdruck, die dem Reichskanzler sofort zuging. In ihr sind die Grundsätze enthalten, nach der das Verlegertum im national- sozialistischen Sinne 03 o I f und Staat dienen will. Anläßlich dieses ersten Zusammentreffens des neugebildeten Vorstands gab Reichskanzler Adolf Hitler dem Verein Deutscher Zeitungsverleger die Ehre seines Besuches im Pressehaus Matthäikirchstrahe. Der Reichskanzler wurde vom Vorsitzenden des Vereins VerlagsdirektorStadtrat Max Amann, MdR., München und den übrigen Herren des Präsidiums emp- fangen. In feiner Begrüßungsansprache an den Reichskanzler führte der Vorsitzende aus, daß sich der Gesamtvorstand des Vereins in Erkenntnis der Bedeutung der Stunde umgebildet habe und geschlossen hinter der Reichs- regierung stände. Die marxistischen Zeitungen seien vernichtet, die 2000 Tageszeitungen aber, die heute in Deutschland noch erscheinen und deren Vertretung der Verein Deuftcher Zeitungsverleger bilde, ständen treu hinter dem Volkskanzler Adolf Hit- l e r. Der deutsche Zeitungsverleger habe es nicht leicht gehabt in den Jahren der Rovemberrevolulion, der Inflation wie der ganzen Rachkriegszeit. Zehntausende von Existenzen seien vernichtet. Der Aufbau werde schwer sein, aber die deutsche Verlegerschaft sei bereit, jedes Berlin, 28. Juni. (WTB. Funkspruch.) Auf der heutigen ersten Sitzung des Sachoer st än- digenbeirates für Beoolkerungs- und R a s s e n p o l i t i k hielt der Reichsinnenminister Dr. Frick eine Ansprache, in der er unter anderem ausführte: Deutschland ist bas ßanb, bas sowohl während bes Krieges wie nach bem Kriege ben bebrohlichsten Ausfall an Geburten zu verzeichnen gehabt hat. Währenb wir um bie Jahr- bunbertroenbl noch etwa zwei Millionen Geburten im Jahre hatten, finb es heute noch noch 975 000. Das beutfche Volk ist zum Ein- ja zum Kein- r i nb f i) ft e m ü b e r g e g a n g e n. Der Rückoang ber Sterblichkeit im volksbiologischen Sinne unseres Volkes reicht nicht mehr aus, um bie Erhaltung bes Bevolkerungsbestandes zu sichern. Nur die ländlichen Gemeinden haben noch einen geringen Geburtenüberschuß, ber aber nicht mehr ausreichr, um ben Verlust in ben Städten zu ersetzen. Unser Volk geht unweigerlich einer starken Heberolle- rung unb Vergreisung entgegen. Doch es ist nicht nur bie Zahl, bie zu Bebenken Anlaß gibt, fonbern im gleichen Maße bie Güte unb Beschaffenheit unserer deutschen Be- oölferung. Es gibt Autoren, bie bereits 20 v. H. der deutschen Bevölkerung als erbbiologisch beschädigt ansehen, von denen bann also Nachwuchs nicht mehr erwünscht sei. Es kommt hin- zu, baß gerabe oft schwachsinnige unb minberroertige Personen eine überburchschnittliche Fortpflanzung aufweisen. Das bedeutet, baß bie begabtere wertvolle Schicht von Generation zu Generation a b n i m m t unb in wenigen Generationen nahezu völlig ausgestorben fein wirb. Unsere Nachbarn im Osten haben bie doppelte Lebendgeborenenzahl. Die zlbroanbcrung von dem Lande in bie Stäbte, aus bem Osten nach bem Westen hat bereits in einigen Lanbkreisen bes Ostens zu einem merklichen Bevölkerungsrückgang geführt, so daß trotz ber vorhanbenen Arbeitslosigkeit bie Gefahr der Zuwanderung von Fremd st ämmi- gen im Often besteht. Im gleichen Maße müssen wir bie fortschreitenbe Rassenmischung unb Rassenentartung unseres Volkes mit Sorge verfolgen. Bei ber überaus starken Belastung unseres Volkes mit Steuern, Sozialabgaben unb Zinsen bürfen wir uns ber Erkenntnis nicht verschließen, baß ber und werde mit immer größerer Energie geführt Gr sei überzeugt, daß dieses Problem absolut gemeistert und gelöst werde. Zuvor müsse allerdings das politische Problem endgültig gelöst werden, was jetzt zur Diskussion stehe: ilcbertoinbung des Parteistaates der Vergangenheit. 3m übrigen glaube er, daß die Problem?, die Deutschland zur Zeit beschäftigen, allen anderen Regierungen in der Welt auch gestellt seien, die diese Probleme letzten Endes auch nur dann lösen würden, wenn ihnen dieselbe Autorität zur Verfügung stehe, die wir zur Zeit in Deutschland uns zu schaffen bemühten. Er persönlich sei der Lieberzeugung, dah vieles von dem, was die übrige Welt heute an uns kritisiere, schon in wenigen Jahren von ihr übernommen werden würde Der Kanzler richtete zum Schluß den Appell an die Zeitungsverleger, sich hundertprozentig hinter die in Deutschland gefundene Lösung zu stellen. Es werde im Laufe der Zeit wie immer im Wirtschaftsleben auch im Zeitungswesen das eine oder andere zu Grunde gehen, aber ins- gesamtdoch ein gewisser Stand deutscher Verleger übrig bleiben, b?r dann gesund fein werde und auch mit in di? Z u - kunfthineinzuwachsen vermöge. Lr lege Werl darauf, dah bieprioaleDni- tiafioe unbedingt erhalten bleibe als Voraussetzung für die Entwicklung der großen wirtschaftlichen Möglichkeiten, die in Deutschland an sich gegeben seien- Er trete ein für bie Autorität ber Persönlichkeit. Man sehe vielleicht in seinem eigenen Zen- 11 a I o e r I a g ein Unternehmen, bas einer Partei gehöre. Dieses Unternehmen aber könne genau so gut einem einzelnen Manne gehören, denn wenn es auch im Besitze der Partei sei, so spreche in diesem Unternehmen doch nur ein einziger Mann, der verantwortliche und allein entscheidende Generaldirektor. Schon aus dieser eigenen Einstellung könne man ersehen, daß unser Kampf nichtgegendenUnter- nehmer als verantwortlichen Träger des Unternehmens gerichtet sei, sondern nur gegen eine Presse, die ihre Aufgabe der Ration gegenüber nicht erkannt habe und sie nicht erfüllen wollte, nur dagegen? stuna und der Sicherheit. i e n Berlins durch fremde Reichsleiter Alfred Bosenberg «(ff. doch unendlich Beschämendes widerfahren ist. Er sah Nihls geliebter Affe Das Ueberfliegen Berlins durch sremoe Flugzeuge hat blitzartig unser ungeschütztes Land in Bezug auf Luftangriffe beleuchtet. Aber auch aus anderen Gebieten wie auf dem der Kolonien ist Deutschland die Gleichberechtigung versagt. Es ist nötig, daß wir den Kampf um die Revision des Versailler Vertrages w e i t e r f ü h r e n , bis er endgültig erledigt ist." m . Nach dem Vortrag des Liedes „Wo gen Himmel Eichen ragen" durch den Berliner Siemenschor wies der Leiter des Außenpolitischen Amtes der N-sDAP., Der deutsche Einheitsstaat unter natmalsvziaUWcher WhmnB-Sierarchie. Reich-minister Goebbels spricht in Stuttgart. - Ein Rat an da- Zentrum. München und Heidelberg, an der Pariser Sorbonne und der Internationalen Akademie in Genf teil, andere wollen Weimar und Jena, die Stätten deutschen Geistes, und Wien besuchen. Daneben sind auch Fahrten nach England und Rußland vorgesehen. Geheimrat Professor Dr. Planck Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Der Senat der Kaiser-Wilhelm°Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin, hat den berühmten deutschen Physiker Geheimrat Professor Dr. Max Planck, Nobelpreisträger von 1915, zum Präsidenten der Gesellschaft w i e d e r gewählt. Aus aller Wett. Einigung im Stenographenloger. Zwischen dem Sachverständigen der RSDAP. für Kurzschrift, dem Beauftragten der Reichsleitung des RS.-Lehrerbundes, Schulrat Lang, und dem Vorsitzenden des Stenographenver- bandes Stolze-Schrey, Dr. Eg geling, ist, wie der Verband Deutscher Pressestenographen nut- teilt, eine Vereinbarung getroffen worden, wonach sich der Verband Stolze-Schrey auf den Boden der Denkschrift des RS.-Lehrerbundes stellt und in Zukunft für die Einheitskurz- schrift werben wird. Es ist u. a. vereinbart worden, daß der Verband Stolze-Schrey sich der zu gründenden Deutschen Steno- graphenschaft eingliedert. Grohfeuer in München. deutschen Zivilluftfahrt, der deutschen Polizei, den deutschen Wehroerbänden, der der Hilfspolizei, bloß nicht von einer wirklichen Ab- ‘ gnW lebten Monaten fei Dielin der Weltpreise die Rede gewesen von der angeblichen D i s k r m i - nierung der Iuden in Deutschland. Tatsache sei aber, daß in Deutschland nur Die Parität wieder hergestelltt wurde, da es unmöglich war, zu dulden, daß in Berlin 74 v. $). der Anwälte 80 bis 90 v. H. der Aerzte in den Berliner^Krankenanstal- ten Juden waren. „Wir bestreiten, sagte Alfred Rosenberg, „jedem das Recht, uns den Dorwurf der Diskriminierung der Juden zu machen, solange eine Entwürdigung des g r o ß e n d e u t - sch en Volkes durch den Versailler Unfriedensvertrag geduldet oder gar verteidigt wird. Wenn heute die anderen Staaten nicht abrüsten, so seien sie ihren Verpflichtungen nicht nach- gekommen. S i e hätten also mit de r R e v i - sion der Verträge begönnen, ihre eigenen Verträge verletzt und daher sedes Recht verloren, weitere Forderungen zu erheben. Der Traum eines deutschen Volksstaates gehe heute unter Adolf Hitler seiner Erfüllung ent- gegen. Die deutsche Revolution feierneRevo - kution des sozialen Friedens und der Volksversöhnung. 2hr sehnlichster Wunsch sei, auch nach außen h i n e i n e n e ch t e n Frieden zu erhalten und das Problem unserer Zeit, die soziale Frage, im Sinne eines echten Sozialismus zu lösen, d- h- tm Sinne einer staatlich gesicherten, sozialen Gerechtigkeit, lieber eins müsse sich die Welt im Klaren fein. E i n Sturz Hitlers würde ein furchtbares Chaos nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Mitteleuropa bedeuten und die wirtschaftliche und polit sche Weltkrise ins Unermessene steigern. Jede Schwächung des neuen Deutschlands bedeute also eine Stärkung des Welt- kommunismus. Jede Förderung aber bedeute des Wachsen der Stabilität nicht nur des Deutschen Reiches, sondern überhaupt der Verhältnisse auch der anderen Staaten. Die deutsche Revolution ist nicht das Ergebnis einer abstrakten Aeorie sondern die Revolution des JnJttnkts und des Charakters. Sie richtet sich gegen kein einziges anderes Volk, sie ist nur die Darstellung deS wiedererwachten Deutschlands, arno seinem Dienste gilt nunmehr das Leben des heutigen Geschlechts und der kommenden Generationen für ein Reich der Ehre, Freiheit und sozialen Gerechtigkeit. mich ratlos an. Aller Kreatur urewige Hilflosigkeit entstarrte diesem Blick. Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein — und war doch so. Nihl machte in diesem Augenblick den Eindruck eines Wesens, der aus allen Himmeln gerissen, gleichsam vom Mond gestürzt ist. Da stand er. Was nun? Trost war unmöglich. Er stolperte weiter, verblödet, haltlos, innerlich verfallen. Er hätte sich nicht gewundert, wenn das Grab sich vor seinen Füßen aufgetan und ihn verschlungen hätte. Der Berlin, 28. Juni. (TU.) Am Jahrestage der Unterzeichnung des Versailler Diktates veranstaltete der Arbeitsausschuß deutscher verbände in der Krolloper eine eindrucksvolle Kundgebung, an der neben den Reichsmimstern Sei die, von Elz-Rübe nach und Gärtner zahlreiche Vertreter der einzelnen Ministerien teilnahmen. Die große Hakenkreuzfahne über dem Prasidenten- sitz war schwarz eingerahmt, die schwarzweißrote bahne trug Trauerflor. Auch Dertreter der Re.ch-- wehr der Reichsmarine und der SA.-Fuhrung wohnten der Kundgebung bei. Der Präsident des Arbeitsausschusses deutscher Verbände, Gouverneur z. D. Dr. Schnee. Kunst und Wissenschaft. IX. Deutsches Reger-Jeff In Kassel. Unter dem Protektorat von Reichsminister Her. mann Göring fand in Kassel das IX. Deutsche Reger - Fest der Deutschen Max-Reger-Gesell- schäft statt. Auf dem Programm standen zwei große Chor- und Orchester-Konzerte in der Stadthalle, em Kirchenkonzert in der Martinskirche, eine Zwischen- Musik auf Schloß Wilhelmsthal und eine Kammer- musik im Kasseler Staatstheater. Staatskapellmelster Dr h. c. Robert Laugs hatte die Gesamtleitung. Als Solisten wirkten u. a. Professor Gunther R a • m i n (Orgel), Professor Gustav H a v e rna n n (Violine), Richard L a u as (Klavier), Ludwig Kai- s e r (Klavier) und das Wendling- Quartett mit. Für die Chöre waren eine Reihe von Kasseler Gesangvereinen gewonnen-, die verstärkte Staalliche Kapelle stellte das Orchester. Aus der über drei Tage sich erstreckenden Dortragsfolae sind vor allem her- vorzuheben: der „Symphonische Prolog, von der Staatskapelle unter Laugs großartig vorgetra- gen, und die von R a m i n meisterlich gespielten Or- gelwerke (Introduktion und Passacaglia V-Moll: Introduktion und Fuge über „Wie schon leuchtet der Morgenstern"). Das Wendling-Quartett fand mit dem Streichquartett op. 109 und dem Älartnet. ten-Quintett (zusammen mit Kammermusiker Loh- mann) stürmischen Beifall. Ein bedeutendes Er- lebnis war wiederum die Aufführung des „100. Psalms", für gemischten Chor und Orchester. Don den großen Chorwerken wurde außerdem der „Gesang der Verklärten" in einer Neuinstrumentierung von Karl Hermann P i l l n e y erstaufgefuhrt. So wurde die Veranstaltung für die Kasseler Kunst- freunde und für die gesamte deutsche Regergemelnde ein musikalisches Ereignis erster Ordnung. Amerikanische Studenten besuchen Deutschland. Mit dem Schnelldampfer „Bremen" des Norddeutschen Lloyd treffen dieser Tage 20 0 S tu Den- ten von 25 amerikanischen Universitäten und Hochschulen in Deutschland em. Die Ziele ihrer Reisen durch Deutschland und Europa sind verschieden. Einige Gruppen nehmen an Sommer- und Ferien-Kursen der Universitäten von In München brach in der Garage der Kleinauto- Verkaufs-Zentrale in der Ungererstraße aus un- bekannter Ursache ein Brand aus, der sich rasch ausbreitete. Sieben Löschzüge der freiwilligen und der Berufsfeuerwehr bekämpften mit etwa zwanzig Schlauchleitungen die Flammen, denen etwa 35 Kleinautos zum Opfer fiesen. Bei den Löscharbeiten, an denen sich auch SA. und SS. tatkräftig beteiligten, wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Am Brandplatz, der von einer großen Menschenmenge umsäumt war, erschien auch Oberbürgermeister F i e h l e r. Nach mehreren Stunden war das Feuer gelöscht. ____, bis gegen 300 m gehoben. Diese Hebung Skandinaviens beträgt 1 m in 100 Zähren, also 1 cm im Jahr; sie ist sehr rasch und hat große praktische Bedeutung, denn an der Küste Norwegens liegen die meisten Siedlungen, auf dem erst in jüngster Zeit dem Meer entstiegenen Land. Sin verhältnismäßig junges Hebungsgebiet reicht auf dem Südflügel von dem französtschen Zentral- Plateau zu den Ardennen und über daS Rheinische Schiefergebirge zum Harz und weiter nach Osten. Das Rheinische Schiefergebirge hat sich vom Beginn der Eiszeit bis heute um über 200 m gehoben und den Rhein zu einer scharfen Eintiefung auf der Linie Bingen - Bonn gezwungen. Die Spren- aungen beim Binger Loch, die alle paar Zähre nötig werden zeigen das Weiterwirken dieser Hebung«- beweaung. Auch im Ruhrgebiet ist eine solche Hebung der Erdkruste festzustellen, die im Höchstfall bis zu 7 cm in etwa 10 Zähren beträgt. AuS Süddeutschland ergeben die neuesten Vermeflungen das Aufsteigen der Schollen unserer Mittelgebirge. Diese Hebungstendenzen, die bis mindestens in die 2er- tlärjeit zurückreichen, dauern noch heute unvermindert an. An der schäbisch-bayrischen Hochebene hat man durch Feinvermeffungen festgestellt, daß sich die ganze Hochebene zwischen der schwäbischen Alb im Norden und den Alpen im Süden langsam gegen Westen verschiebt, und zwar beträgt die Geschwindigkeit durchschnittlich fast 2 m in 100 Zähren. Dabei werden auch die Laufstrecken der in Süd-Nordrichtung aus den Alpen kommenden Flüsse durch die Bewegung mit nach Westen verschleppt. Südlich der Alpen schließt sich das Senkungsfeld der Po-Ebene an, eine der verschiedenen Senkungszonen, aus denen sich daS Mittelmeer-Ge- biet zusamrnensetzt. Außerhalb von Europa sind tob* che Bewegungen nicht weniger häusig. So laßt sich , D an den Küsten von Südafrika eine Hebung nachweisen, die an der Kap-Halbinsel über 13 m seit dem Diluvium beträgt. Die schnellsten Bewegungen, die wir auf der Erde kennen, spielen sich in Kalifornien ab; sie sind dort so rasch, daß sie dauernd zu erheblichen Ortsveränderungen fuhren und betragen durchschnittlich 5 bis 40 cm im labr Diese Verschiebungen brauchen erst nicht durch wissenschaftliche Meflungen festgestellt zu wttden, sondern fallen nach wenigen Zähren auf, indem Landstraßen Wege, Mauern zerschnitten, zerriflen, von einander getrennt und immer weiter verschleppt werden Glücklicherweise verlaufen diese Bewegungen aber in den meisten Teilen der Erde so langsam, daß sie uns nicht beunruhigen. Nur zeigen sie, daß sich die Erdkruste überall und ständig bewegt und daß mit der Wahnvorstellung einer starren Erdkruste endgültig gebrochen werden muß. selbständig zu tun und übertrage Ihnen meine sämtlichen Rechte als Ministerpräsident und Stellver- treter des Reichsstatthalters. Ich bin überzeugt, daß ich keinen besseren Mann finden konnte als Sie, um diese für das preußische Kirchenvolk hoch wichtige Frage einer befriedigenden Klärung entgegenzuführen." Neuwahl der Landessynode in Sachsen. Dresden. 28. Juni. (211.) Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Das Landeskonsistorium hält cs für unbedingt erforderlich, daß das Amt des Landesbischofs sobald wie möglich endgültig wieder besetzt wird und zwar durch eine neugewählte Landesshnode. Auf seinen Antrag hat der Landeslirchenausschuh einstimmig beschlossen, die Landesshnode mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Ferner hat das Landeskonsistorium unter Zustimmung des ständigen Synodalausschusses beschloßen daß die Wahlzeit aller Mitglieder der kirchlichen Gemeindevertretungen am 6. August 1933 a b l a u T t Dor diesem Tage sind Neuwahlen vorzunehmen Die neugewählten Kirchgemeindevertreter sollen am 6. August in ihr Amt eingewiesen werden. Die Neuwahl der Landesshnode soll rmAu- gust der Zusammentritt der Synode zur L» 'Landesbischoss Anfang September vorgenom E - ks IMch-n L-nd--- bischof ist vor kurzem durch den Tod O. 2 h m c l 6 vakant geworden. Ein Floggenerlaß des Evangelischen Obertirchenrats in Preußen. Berlin. 28. Suni. (WTD., Ans Anl-ch des nrotzen Werkes der OtcuoiEmung der Kirche, dns soeben emgeleitet toorben * otönen ton: an, U Vf unb bie kirchlichen Verwaltungsgebäude nn Dezuck der evangelischen Kirche ter ^"Preußischen älmon außer mit der Kirchenfahne mit Der schwarzweihroten und der Haren k r euz f a hne zu beflaggen. Der G o t t es dienst an diesem Tage ist in Dank und Für bitte festlich Auszuges alten Charloflenburg, ^rchenr-fl. Ist nicht ein geheimes Wissen in der menschlichen I Seele daß sie dem, was wir Schicksal nennen, doch nicht 'in alle Ewigkeit so wehrlos, spielballhaft anheim gegeben ist? Hat die Geschichte des Menschen nicht Beispiele genug, daß eine große Seele das Schicksal überwindet? Wir kennen nur das Gesetz der eigenen Seele noch nicht. So gilt es die Gedanken an das Ewige auszu- schalten und 'noch stümperhaft unwissende Mecham- ter der Seelenphysik, die wir sind, bedienen wir uns irgendwelcher Notkontakte, kindischer Hilfs- mittel, die nur ganz mittelbar wirksam find. Einst wird dies Alles klar werden. Dann gehört auch Nihls Affe in das Raritätenkabinett eines Museums für menschliche Seelenkunde. Oie Erdkruste bewegt sich. Wenn der Mensch glaubt, auf der .sicher gegrünten Erde- fest und ruhig zu stehen so ist das ein großer Zrrtum. Gleichsam als Sinnbild des ewig schwankenden Eingelschicksals befindet sich auch die Erdoberfläche in ewiger Bewegung. Nicht nur die Erdbeben erinnern die Bewohner dieses Planeten schmerzlich daran, daß düstere Gewalten deS Innern uns bedrohen, sondern sie sind nur die gewalttätigen Anzeichen dafür, daß beständig Bewegungen statt- sinden, die freilich für den einzelnen Nicht fühlbar werden. Die Wisienschaft ist aber wohl imstande, den ständigen Hebungen und Senkungen der Erd- kruste nachzuspüren, wie Prof. 1 Richter in einem Aufsatz .Die Wahnvorstellung von der starren Erdkruste- in der Frankfurter Wochenschrift .Die Umschau- ausführt. Aus der Fülle von Beispielen, die er aus allen Teilen des Erdballs sammelt, seien einige herausgegriffen. In Europa vollziehen sich fast überall langsame Bewegungen. Frankreich ist von den Alpen her nach Nordwesten zur Kanal- käste in steter Senkung begriffen- So hat sich in den Zähren 1864 bis 1893 die Kanalküste um über 80 cm gesenkt, bei Dünkirchen um über 1 m, also rund 3 cm pro Zahr. Eine weite Mulde liegt zwischen England und dem französischen Zentral-Plateau. deren tiefste Stelle der Kanal bildet. Diese Senkungszone dehnt sich auch über Flandern und Holland aus, und zwar liegen große Teile Hollands hinter der Küste schon 5 m unter dem Meeresspiegel und können nur durch kostspielige Deichbauten vor der Überflutung bewahrt werden. Ebenso senkt sich die deu tscheNor dsee-Küste ständig,überhaupt reicht diese Muldenzone, deren Bewegung abwärts gerichtet ist, vorn Kanal bis zum Weihen Meer. Der auf- > steigendeNordhügel läßt sich besonders gut in Skandinavien beobachten, das allmählich kuppelförmig herausgehoben wurde und so seine heutige Form l erhalten hat. Seit der Eiszeit hat sich hier das Land führte in seiner Eröffnungsansprache u. a. aus. „Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände hat bald nach Inkrafttreten der unser Vaterland knebelnden und schikanierenden Bestimmungen den Kampf aufgenommen gegen die Kriegsschuld- lüge und um die Revision des Versailler Diktats und hat in all den Jahren um die Bildung einer deutschen Einheitsfront gerungen. Heute brauche ich diesen Appell zur Einigkeit nicht zu wiederholen, denn die Einigkeit i st unter Führung des Reichskanzlers Adolf Hitler hergestellt worden. Trotz mancher formeller Anerkennungen ist aber heute noch die Gleichberechtigung Deutschlands keines- wegs vorhanden, vor allem nicht auf^ dem Gebiete der Ab rüst" Von Peter E>upf. Peter Supf ist der einzige Deutsche, der als Preis für seine dichterischen Schilderungen des Fliegens einen lebens- länglichen Freiflugschein der Deutschen Lufthansa erhielt. Guter Nihl, sei nicht böse, wenn ich diese Ge- schichte preisgebe. Ich bekenne öffentlich, daß ich dich trotz allem für den verständigsten Menschen halte. Aber diese verdammte Affengeschlchte! Hattest du mich wenigstens ausschlafen lassen! Zarte Hand hatte dir zu Weihnachten einen Affen geschenkt, einen Affen mit schwarzen Glasperlen- äugen, braunen Lederlippen und zwei lächerlich langen zottigen Armen. Zugegeben, daß ein Affe von zarter Hand mit Perlaugen und Lederlippen etwas Besonderes ist. Aber berechtigt er dazu, mit ihm eine derart unterwürfige, jeder eigenen und fremden Kritik taube Abgötterei zu treiben? Dieser Affe hätte mich fast zum Prinzen von Homburg gemacht. Ich hätte seinetwegen einen Be- fehl nicht befolgt und wäre bestimmt erschossen worden. ,, ... Also, um bei der Erzählung )u bleiben, dieser von zarter Hand gespendete, perläugsge und leder- lippiae Affe hing von Stund an, bei Tag und Nacht, in der linken Tasche von Nihls Lederjacke. Er fam- werte mit langen Armen hervor. Ich glaube, daß, wenn bei einer Besichtigung der General Nihl zur. Rede gestellt, dieser ihm geantwortet hatte: „Sie können mich einsperren, Herr General, aber dieser Asfe bleibt in meiner Tasche." Hatte ich alles untergebracht und nickte; hatte er alles aufmerksam geprüft und sich auf seinem Führersitz zurechtgesetzt, so griff Nihl nach seinem Affen, lächelte wenn er da war, gab Gas und flog mit mir gen Himmel. Eines Abends ging Nihl auf einem Acker nieder und stellte den Apparat auf den Kops. Er brummte und schimpfte. Ich begriff nichts. Wir sprangen heraus, stampften uns warm, ruckten die Maschine zurecht, kletterten wieder hinein, brau ten ab und landeten sicher und sanft auf dem Flugplatz. Auf dem Weg ins Quartier — mondbeschienene Landstraße hinab zum Dorf — stand Nihl plötzlich still. Ich spürte seinen Herzschlag. Er tastete an einer Jacke herum. Sein Blick war schreckhaft weit. Dann — und um dieser urmenschlichen Regung willen erzähle ich diese Geschichte - stihr sich der gute Nihl mit dem einen Lederhandschuh ms Gesicht, den anderen bohrte er schräg hinter feinem Leib in die Luft und stand auf der mondbeschienenen Landstraße wie ein kleiner Junge ein ganz kleiner, dem etwas Plötzliches, Schicksalhaftes und Stuttgart, 28. Juni. (WTB.) Reichsminister Dr. Goebbels ist heute mittag °uf dem Flugplatz in Döblingen gelandet wo er von Reichsstatthalter u r r Ministerpräsident Mergenth a 1 e r und Ehrenden Persönlichkeiten Der NSDAP. Württembergs empfangen wurde. Bei der anschließenden Fahrt nach Stuttgart wurde der Relchsmlnffter von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Nach einem Besuch beim Süddeutschen Run d fünf sprach Dr. Goebbels im Halbmond-Saal des Wurt- tembergischen Landtages zur Presse. Er führte dabei u. a. aus: _ , Das Kraftzentrum der Nation muß a u f ein- heitlicher weltanschauliche r B af i 5 auf= gebaut werden. Wenn die Deutschnationale Front sich selbst aufgelöst hat, ist das nur eine logische Entwicklung und wenn ich dem Zentrum einen guten Rat geben darf: Ich Müde, daß es sehr gut daran täte, wenn es s e i n e n P a r- tei laben s e l d st zumachte. Zudem werden die Nationalsozialisten nicht mehr lange mit oer- schränkten Armen den Experimenten des Zentrums zusehen. Wenn das Zentrum meint, die katholischen Belange verteidigen $u müssen, so sagen wir: Was dem Katholizismus dient, wissen wir , eldst Wir wissen aber auch, was der Nation . )ient. Die Interessen des Katholizismus sind wahr- ■ cheinlich bei uns in besserer H a n d als in ler Hand des Zentrums. Wenn wir das Zentrum entfernen, tun wir der Kirche einen Dienst. Am Ende der Auflösung der Parteien steht d e r deutsche Einheitsstaat und der wird na- t i o n a l s o z i a l i st i s ch es Gepräge tragen. In 20 Jahren darf es keine andere Weltanschauung mehr geben als Die unsere. Wir wollen Die einheitliche Kraftentwicklung Der Deutschen Nation unD Das ist zugleich ein Problem Der Außenpoli - t i k. Einer muß im Namen Deutschland sprechen können und im Namen des letzten Bauern und Proletariers. Adolf Hitler ist heute Der unumschränkte Herrscher in DeutschlanD. Aber er ist sich Dieser Verantwortung bewußt. Gewiß, wir finD eine MinDerheit und mir regieren als Minderheit, aber wir regieren i m Auftrage Des Volkes. So vertreten wir eine oereDelte Demokratie. Ist Diese Form Des Regierens, diese Führungs-Hierarchie durchgefuhrt, dann wird auch außenpolitisch alles m Ordnung kommen. Ä , Wir haben heute, so bemerkte Dr. Goebbels am Schluß seiner Ausführungen, einen historischen Er- innerunqstag: Den Gedenktag an DasDil- tatvonDersailles. Wenn wir auf dem Grund einer innerlich gefestigten Führungshierarchie weiter arbeiten, dann wird es dahin kommen, daß man Das Deutsche Volk nicht mehr aus Dem Kreis der Völker ausfchalten wird. Das ist auch der Sinn unserer 14jährigen Leidenszeit. Die Welt wird ein Einsehen haben müssen, wenn sie sich nicht selb st aufgeben will. Sie wollten uns in Versailles ans Kreuz schlagen, aber sie werden erkennen müssen, daß wir von Den Toten auferstehen werDen. Deutschlands Protest gegen Versailles Alfred Rosenberg vor dem Arbeitsausschuß deutscher Verbände gute, kluge Nihl. lieber das liefere Des Vorgangs später. Die nächste Folge war, daß Nihl mir beim Abschied mit geschlossenen Augen und tonloser Stimme eröffnete: „Ohne ihn — fliege ich nicht!" Da stand nun ich auf Der mondbeschienenen Land- straße. Ich hatte Befehl, mit Nihl am anderen Morgen zu starten. Mit oder ohne — es mußte sein. Ich redete zu Nihl. Ich beschwor sein besseres ur» teilsfähiges Selbst. Ich rang wider den Affen. Alles umsonst. Endlich lag ich im Bett. Mein Kops war schwer. Ich sah das nackte, perläugige Scheusal in einer Ackerfurche liegen. Es starrte in den großen Mond. Es bewegte froschhaft Die LeDerlippen. Es lag und wartete. Ich trank Wasser, Drehte mich um. Es lag überall. Da klopfte es an Die Tür. Ich öffnete. Draußen stand Nihl mit Drei oDer vier Mann, vermummt, mit Laternen. „Wir wollen ben Affen suchen." Er sah mich mit- leidsvoll an. Es ging um mich. Ich war gerührt. Hätte ich den Schlaf auch nötig gehabt, ich zog mich an, band gleichfalls einen Wall- schal um den Kopf und stampfte mit Nihl und seinen Getreuen in die Nacht. Nihl gab wunderbare Beweise seines Scharfsinns, um Den richtigen Acker wieDerzufinden. Er stieg allein auf Hügel und machte sich mit einem Finger alles klar. Er entdeckte eine dunklere Stelle im Feld. Wir folgten. Mit der Laterne sich niederbückend schrie Nihl laut auf. Er hatte den Affen gefunden. Wir umstanden ihn erschauernd. Er hielt ihn triumphierend an Die Laterne. Aber so eine Geschichte ist nicht Damit abgetan. Belanglos an sich, hat sie einen Punkt, an Dem Ge. heimstes aufblitzt. Was verbindet Den Geist eines Menschen, eines so klugen und nüchternen Menschen wie Nihl, mit einem so lächerlichen Gegenstand aus Werg und Stoff? Warum trugen viele Tausende kleine Münzen um den Hals in Den Jahren Der Gefahr? Was bedeutet der rostige Nagel in der Tasche des Schauspielers? Aberglaube! ein Wort. Was sagt es? Darauf hin, Daß Die Entente ihren eigenen Dorfriedensvertrag, auf GrunD Dessen Deutschland Die Waffen nieDerlegte, gebrochen habe und Daß folglich Der Versailler Vertrag moralisch unhaltbar unD auch unrecht- mäßig zustanDe gekommen sei. Wahrend die deutsche Nation Hunderte von Forderungen t m - mer wieder erfüllt hat, weigert sich Die Gegenseite noch immer, einer klaren Ver- pflichtung nachzukommen. Man spreche von Der Aus der Provinzialhauptstadt. Stuf dem Wege zum Flughafen.... Ts ist ein warmer Sommertag gewesen. Einer, den man am liebsten in Tropensaulheit hinter geschlossenen Rolläden verbringt. Doch jetzt ist die Luft Ichon voll abendlicher Frische und mit ihr kehrt die Dewegungsfrrudigkeit zurück. Und herrlich ist es an solchen Sommerabenden aus dem (Siebener Flughafen!... Ein altgewohnter Weg, und doch immer wieder voll Reiz und dankbar genossener Schönheit. Langsam über den Trieb hinschlendernd, stehe ich an der herrlichen Birkengruppe, vor mir in weiten lieblichen Linien ein Stück Oberhessen. Wie still, wie voller Friede ist diese Landschaft, in der nichts von wilder Dramatik ist, sondern die ganz erfüllt ist von schwingender, in sich ruhender Harmonie. Nun führt der Weg den sanften Abhang hinab an Kiefern und Tannen vorbei. Ganz nor- disch ist hier das Bild. Heide, feiner Sand. Birken und Nadelwald. Ganz so sieht es in Finnland aus. Die heiße Sonne hat den ganzen Tag auf die Bäume heruntergebrannt, entlockte ihnen harzigen Duft, der noch in Strömen in der Abendluft kreist. Was sollen mir alle berauschenden Düfte des Südens gegen diesen Heimatduft. Tief trinkt ihn die beglücfte Brust. Grün-goldenes Abenddämem lagert schon unter den Bäumen. Rötliche Sonnenlichter lassen das tiefe Smaragdgrün tiefer ausleuchten. Run tritt der Wald zurück ungemäht liegen die Wiesen verschwenderisch da. Lerchenjubel und Son- nengolü geben Festesglanz. Dort drüben am Waldrand die große Flugzeughalle. Weit stehen die Tore auf. Noch sind die Bogel alle unterwegs. Doch bald werden sie Heimkommen vor dem Dämmern. Dort kommt einer leicht und sicher über den Wald her, gleitet schwebend nieder und setzt unmerkbar saft auf den Boden auf. Eine zweite Maschine folgt — nun noch eine dritte. Buntes Leben erfüllt plötzlich das stille Gelände. Motorengeräusch, Kommandorufe. Aber merkwürdig. Die menschliche Geschäftigkeit stört die tiefe Abendstille nicht. Gehört hier hinein, ist ein Teil dieser Landschaft geworden. lief steht die Sonne hinter den alten Burgen, die sich wie Silhouetten scharf abzeichnen. Unaufhörlich zuckt und gleitet es von Farben über den Himmel, glüht in Drange und Purpur, tusckst dunkles Violet um Wolkenränder, verliert sich in grünlichem Silber, glüht auf, verlischt. Der Tag faltet seine Schwingen zusammen wie ein müder, schläfriger Schmetterling. Abendnebel steigen aus den Wiesen und decken sie zu. Es sind Sonnenuntergänge, wie ich sie sonst nur an der See erlebte. Und ich denke an ein Wort eines der Berliner Herren von der Luft-Hansa: „Ich glaube, Ihr Gießener, Ihr ahnt nicht einmal, daß Ihr den schönstgelegenen Flugplatz Deutschlands habt." Ob wir uns das wirklich sagen lassen müssen? Oie Adressen des Reichsstatthaliers und Gauleiters Sprenger. Die Diensträume des Reichsftatthalters in Hessen befinden sich nunmehr Darmstadt, Neckar- ft r a ß e 7, Fernruf 5001, Nebenstelle 202. Für alle Zuschriften. Postschließfach 266. Es wird dringend ersucht, bet der genannten Anschrift nur Anliegen vorzubringen, die den Reichsstatthalter betreffen. Die Anschrift des Gauleiters Sprenger ist nach wie vor: Frankfurt am Main, Elbestraße 61. Daten für den 29. Juni. 1798: der italienische Dichter Giacomo Graf Leo» pardi in Recanati, Mark Ancona geboren (gestorben 1837); — 1831: der Staatsmann Freiherr vom und -um Stein in Kappenberg gestorben (geboren 1557); — 1847; der Psychiater Paul Flechsig m Zwickau geboren (gestorben 1929). Straßensammlung für die deutsche Luftfahrt. Am heutigen Donnerstag, am Freitag, am Samstag und am Sonntag wird auch in unserer Stadt aus Anlaß der Deutschen Lustjahrt-Werbewoche durch die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luft- fahrtoerbandes eine Straßensammlung durchgeführt. Für die Sammeltätigkeit hat sich der SA.-Flieger- sturm zur Verfügung gestellt. Die Sammlung ist bereits seit längerer Zeit genehmigt. 50 000 Mark-Spende der Buderuöschen Eisenwerke. Die Buderus'schen Eisenwerke und die ihnen angeschlossenen Tochtergesellschaften haben zu der Adolf-Hitler-Spenbe der Deutschen Wirtschaft den Betrag von 50000 Mark zur Verfügung gestellt. Vornotizcn. — lagestalenber für Donnerstag. Oberhessischer Äunstverein, Turmhaus am Drand- plah: 15 bis 17 Uhr: Ausstellung „Vorformen künstlerischen Schaffens". — Freie Innung des Fahrrad- und Nähmaichinen-Gewerbcs für Stadt und Kreis: 14 Uhr, Hotel Kobel, Versammlung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „SA.-Mann Brand". •* Evangelisch-kirchliche Nachrichten. Durch die ^.irchenregierung wurde dem Pfarrer Alfred Strack zu Neustadt i. O. die evangelische Pfarrstclle zu Lindheim (Dekanat Büdingen) und dem Psarrverwalter Lic. theol. Peter Brunner zu Ranstadt die evangelische Pfarrstelle zu Ranstadt (Dekanat Nidda) übertragen. "Werbemarsch deS Fliegersturms. Der Werbemarsch des Fliegersturms Gießen bewegt sich am morgigen Freitag durch folgende Straßen: Steinstrahe, Walltorstraße, Marktplatz, Schulstraße, Sonnenstraß«, Sel'.erSweg, FrcmFur- ter Lt.a e Lieb gstraße, Bahnhof ratze, Kaplrnei- gasse, Neuenweg. Neuen Baue, Gartenstrahe, Cub- wigsplah, Kaiserallee, Zlugplcch. Der Abmarsch erfolgt um 19.30 Llhr in der Steinstrahe. Nach dem Eintreffen des Fliegersturms auf dem Flughafen findet zunächst eine Flaggetrparade statt. " Strafjenfpcrrun g mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen. Wegen Ausführung von Kleinpflasterarbeiten und Brückenumbau wird die Ortsdurchfahrt Heuchelheim ab 29. Juni 1933 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Gießen — Klein-Linden — Wetzlar. •• Das „F e st der Jugend" auf dem Schiffenberg erhielt, wie uns vom Vorstand der Heimatoereinigung Stfjiffenberg mitgeteilt wird, seine besondere Note durch die Tellnahme des Ministerpräsidenten Prof. Dr. Werner. Im Zusammenhang damit ist die Meinung aufgekommen, daß der Besuch des verehrten Gastes ein rein zufälliger gewesen fei. Das entspricht nicht den Tatsachen. Der Vorstand der Heimatoereinigung Schiffenberg hatte vielmehr den Herrn Ministerpräsidenten eingeladen und er leistete in Anbetracht seiner engen Verbundenheit mit dem oberhessischen Land, insbesondere aber mit dem Schiffenberg der Einladung gerne Folge. Ministerpräsident Prof. Dr. Werner hat durch seine Teilnahme am Fest der Jugend auf dem Schiffenberg dargetan, daß er । auch die bescheidenste heimatliche Veranstaltung I wohl zu schätzen weiß. 25 Zähre Gießener Orchester-Verein. Von Siudienrai Dr. Am 3 Juni waren 25 Jahre seit der Gründung des Orchester-Vereins verflossen. Er gehört seinem innersten Wesen nach zu den Vereinen, die es sich zur Aufgabe gesetzt haben, die künstlerischen und damit kulturellen Belange eines Volkes zu pflegen und zu fördern. Wenn er mit diesen Ausführungen an die Oeffentlichkeit tritt, möchte er seinen zahlreichen Freunden und Gönnern einen Einblick in die ungewöhnlich reiche und mühevolle Arbeit der 25 Jahre seines Bestehens gewähren. Aus ungewöhnlich kleinen Anfängen ist der Gießener Orchester-verein herausgewachsen. Er wurde ara 3. Juni 1906 gegründet und bezweckte in erster Linie die pflege der Orcheslermusik. Schon nach einigen wenigen Proben konnte er am 31. Juli 1908 mit einem Unterhaltungskonzert an die Oeffentlichkeit treten. Die Leitung und das Amt des ersten Vorsitzenden lagen damals in den Händen des Herrn Postassistenten Dietrich. Aus einer Besprechung des Konzerts im Gießener Anzeiger vom 1. August 1908 erfahren wir über die Ausführung u. a. folgendes: Die Besucher waren alle überrascht. Besonders heroorzuheben find die Solls für Tromba, Cello und Flöte sowie für Oboe. Dem jungen Verein können wir zu dieser Erstauf- führung nur herzlich gratulieren." Angespornt durch diese erfreuliche Leistung setzte Im zweiten Jahr schon eine noch eifrigere Tätigkeit ein. Das Interesse für wirklich musikalische Kunst, für restlose Ausschöpfung musikalisch-ethischer Werte wurde stets reger. Man besann sich allmählich auf unsere großen Meister. Besondere Anerkennung in dieser Beziehung verdient der damalige Leiter des Orchester-Vereins, Musiklehrer Wigand Gern- Hardt, der als echt deutsch fühlender Musiker durch seine Stabführung einen Aufstieg nach der klassischen Seite reifen ließ. So konnte schon am 25. Dezember 1909 auf der Liebigshöhe ein klassisches Konzert veranstaltet werden, das u. a. folgende Nummern aufwies: Mozart: „Die Entführung aus dem Serail", Haydn: Andante aus der Symphonie mit dem Paukenschlag, Gluck: Ouvertüre zur „Iphigenie in Aulis" und anderes. Ständiges Probelokal war der allen Gießenern wohlbekannte „Frankfurter Hof". Die Leistungen des Orchestervereins steigerten sich immer mehr. Einen Höhepunkt bildeten die Veranstaltungen des Jahres 1912, wo unter der bewährten Stabführung des damaligen hessischen Hofkapellmeisters Karl Kittel (des jetzigen ständigen Kapellmeisters am Festspielhaus in Bayreuth) ein größeres Wohltätigkeitskonzert im Stadttheater vor ausverkauftem Haus veranstaltet wurde. K. Kittel wurde damals die Ehrenmit- gliedfchaft des Orchester-Vereins verliehen. Der Weltkrieg riß auch in die Bestrebungen des Ludwig Hillenbrand. Orchestervereins eine tiefe Lücke. Wohl wurden unter der Leitung des Vaters des jetzigen Obermufif» Meisters ft rau fee einzelne Wohliätigkeitskonzerte abgehalten, aber zu größeren Aufführungen konnte man naturgemäß in der damaligen Kriegsperiode nicht schreiten. Eine Wendung brachte erst wieder das Jahr 1919. Man nahm die Dereinstätigkeit mit unverminderter Kraft wieder auf und schritt nach althergebrachter Weise zum Studium der klassischen Werke. Es wurde ein Begrühungskonzertzur Wie- derkehr der Gefangenen veranstaltet, das stimmungsvoll durch Mendelssohns Ouvertüre „Die Heimkehr aus der Fremde" eingeleitet wurde. In verschiedenen darauf folgenden Gedächtnisfeiern zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Brüder fand der Orchesteroerein ein weiteres dankbares Feld seiner Tätigkeit im Dienste der Oeffent» lichkeit. Im Jahre 1925 trat in der musikalischen Leitung erneut ein Wechsel ein. An Stelle des Mu- siklehrers Wigand Gernhardt wurde Kapellmeister Hermann Weller mit der Stabführung betraut. Bereits 1928 trat der Orchesteroerein wieder mit klassischen Werken an die Oeffentlichkeit. Schubert-, Haydn- und Mozartadende wurden in Dolkssymphoniekonzerten veranstaltet, Darbietungen, die alle verdiente Anerkennung fanden. Zu einem größeren Symphoniekonzert in der Aula gewann der Orchesteroerein am 14. März 1929 den jetzt verstorbenen Professor Oskar Brückner aus Wiesbaden als Gastdirigent (Ouvertüre zu Eg- mont, Mozart Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur, Sollst Herr Franz Bauer, Gießen, Beethovensymphonie Nr. 2 D-Dur). Seit 1930 liegt die musikalische Leitung des Orchester-Vereins in den bewährten Händen des Univerfitätsmusikdirektors Herrn Professor Dr. Stephan Temesvary. Nur der Eingeweihte vermag zu beurteilen, mit welcher Liebe und Opferwilligkeit der jetzige Leiter in uneigennützigster Weise es sich angelegen sein läßt, das Orchester auf die höchste Stufe zu bringen. Es darf auch wohl ohne Uebertreibung gesagt werden, daß er jedem ausübenden Mitglied des Der- eins auch als Mensch sehr nahe steht. Möchten ihm noch lange Jahre gedeihlichen Wirkens im Orchester- verein betrieben sein! Was in den wenigen Jahren seiner Führung alles geleistet worden ist, kann hier im Rahmen eines kurzen Ueberblickes über den Werdegang de» Orchestervereins naturgemäß nicht alles erwähnt werden. Hervorgehoben werden sollen u. a. nur kurz die Aufführungen folgender Werke: Gräser: Die Kunst der Fuge, Bach: Matthäus- Passion, ein Symvhoniekonzert mit Dr. Hobohm aus Würzburg als Solist, Beethoven: Eroika, ein deutsches Requiem von Brahms als letzte 23er- anstaltung am 16. Februar 1933 in der Stadtkirche. lllit Genugtuung konnte man seststellen, daß sämtliche Darbietungen sowohl von der Fachkritik als auch vom Publikum mit Anerkennung und reichem Beifall ausgenommen wurden. Schon von jeher war es das Bestreben der jeweiligen Leitung des Vereins, die unfterblichen Werke deutscher Meister zu pflegen und diese einem größeren Publikum zugänglich w machen unter Ablehnung alles Fremden und Zersetzenden, das in den letzten Jahren häufig und bedauerlicherweise, um vorübergehenden Strömungen Rechnung zu tragen, vielfach anderwärts unter Zurückstellung der ewigen Werte deutscher Art bevorzugt wurde. Ein gewaltiges Maß von 2lrbeit liegt bereits hinter dem Verein. Die Mitglieder beseelt das tief- ernste Bestreben, in die unsterblichen Werke der großen Meister einjubringen, sich in die unendliche Tiefe ihrer intuitiven Eingebungen und Schöpfungen einzuleben, vor denen der Mensch ehrfürchtig staunend stille steht und sich verneigend beugt. Ihre Schöpfungen sind erhabene Offenbarungen deutschen Geistes im Rahmen eines überlebensgroßen dramatischen Gemäldes. Auch die Bestrebungen des Vereins sollen weiterhin gipfeln in dem hohen Gedanken der Beethoven- schen Neunten: Froh, wie seine Sonnen fliegen DArch des Himmels prächt'gen Plan, Wandelt Brüder eure Bahn Freudig, wie ein Held zum Siegen. Buntes Allerlei. Das ist Gesundheit. Den Deutschen, und besonder- den Ostpreußen und Thüringern wird seit jeher der Besitz eines äußerst dicken Schädel- nachgerühmt, aber ihre Stabilität ist gar nicht-, wenn das Geschehnis, da- sich in Bosnien zugetragen haben soll, wirklich wahr ist. Also: Der Held der Geschichte, Ertzeg Luk geriet in einer kleinen Stadt Bo-nien- mit einer Gruppe Betrunkener in Streit. Ob er selbst auch Schlagseite hatte, wird verschwiegen. Jedenfalls. Betrunkene zeichnen sich nicht gerade durch Sanftheit aus, plötzlich flog unserem Helden ein ansehnlicher Stein an den Kopf und zerbrach darob in Stücke, so wird wenigsten- behauptet. Dem überraschten Luk war da- jedoch auch nicht gut bekommen, er lag bewußtlos am Boden, man hielt ihn für tot und brachte ihn zum Arzt. Der stellte Schädelbruch fest und ordnete sofortige Operation an, und zu dielem Zweck die Überführung mit dem Auto in da- 80 km entfernt gelegene Krankenhaus. Inzwischen war Luk wieder zu sich gekommen, vernahm das letzte, stand auf und protestierte. Operieren wolle er sich meinetwegen lasten, aber fahren nicht. Sprach'- und marschierte von dannen, mit dem Schädelbruch, .per pedes apostolorum.“ Erst auf die Polizei, um den Übeltäter anzuzeigen und dann -um Krankenhaus. 80 Kilometer! Nach zwei Tagen kam er an und ließ sich operieren. Und wurde wieder gesund. Sin Hund wartet fünf Zähre. Ein Mann wurde in einem Krankenwagen nach dem Krankenhaus zu Kogarah in der Nähe von Sydney gebracht, und hinterher sprang in großen Sähen fein Schäferhund .Bluey', der nicht mit her» eingelassen wurde. Das sind jetzt fünf Jahre her. Seitdem wartet der Hund auf seinen Herrn und erscheint tagtäglich vor der Eingangspforte. Der QUann starb bald nach der öinheferung, und .Bluey" weih augenscheinlich, bah sein Herr in einem Kraftwagen kam, denn er läuft hinter jedem Wagen her, der aus dem Krankenhaus herauSkommt, beachtet aber nicht die Wagen, die hineinfahren. Ein Wärter de- Krankenhauses füttert ihn jeden Tag, er ist der einzige Mensch, von dem .Bluey" sich streicheln läßt, während er sonst jeden anknurrt. Leute, die von der Geschichte diese- treuen Tiere- gehört hatten, haben versucht, ihn mitzunehmen und ihm ein Heim zu geben, aber der Hund weicht nicht von der Pforte deS Krankenhauses. Oer Weg durch die Hölle. Oie Unterzeichnung des Diktates von Versailles. — Sin Augenzeugen-erichi aus den Schicksalstagen des deutschen Volkes. Von JRolf Brandt. in. Oie Deutschen unterzeichnen. In der Mitte deS Saale- befindet sich die Tafel, an der die Dertreter der feindlichen Mächte sitzen. Zu beiden Seiten, den Saal entlang, stehen d. ot bezogenen, lehnenlosen Bänke für die Züsch.aer. Die Entfernung ist für die wetteren Reihen doch immer noch dreißig Meter. Elemenceau redet mit den Beteranen. Um den Dorgang zu beobachten, steigt alles auf die Bänke. Photographen erklimmen nun die Pfeiler, dic Herren helfen ibren Damen zu den luftigen Standpunkten und bewahren sie vorsorglich vor dem Fall von den Pfeilernischen. Mit leichtem Klatschen wird die republikanische Garde, die, in Reihe aufgebaut, die Aussicht stört, zum Abtreten genötigt, und das Beifallklatschen schallt lauter, al- sie verschwindet. 'Niemand kehrt sich daran. Nur die japanischen Pressevertreter mit dem undurchdringlichen Au-druck auf den gelben Gesichtern sitzen unbeweglich und starren gegen die schwarze europäische Mauer- Wilson, lächelnd, unterschreibt ununterbrochen Autogramme auf das Grinnerungsblatt, das zu diesem Zweck gezeichnet worden ist. Die Deutschen erscheinen- Sie begeben sich schweigend zu ihren Plätzen. Dor ihnen ist eine Lücke, die durch das Leerbleiben der Stühle für die chinesische Delegation entstanden ist. Hermann Müller hat ein blasses, undurchdringliches Gesicht, Schweiß perlt ihm von der Stirn. Der deutsche Kolonialminister Bell sieht neugierig umher. Elemenceau erhebt sich, feine harte Stimme gebt durch den Raum, aber das leise Sprechen auf den Bänken läßt die Sätze nicht zur durchdringenden Klarheit kommen. „Die Sitzung ist eröffnet. Zwischen den alliierten und assoziierten Mächten und dem Deutschen Reich ist über die Bedingungen des FriedevS- vertrages das Hebereintommen getroffen worden; der Text ist fertiggestellt. Der Präsident her Konferenz hat schriftlich bestätigt, daß der Text, der unterzeichnet werden würde, mit dem Text der beiden Exemplare, die den beiden deutschen Delegierte., zugestellt worden sind, übereinstimmt. Die Unterf(Stiften sollen gegeben werden. Sie werden als eine unwiderrufliche Verpflichtung zu gelten haben, die erfüllt und in der Gesamtheit ihrer Bedingungen loyal ausgeführt werden wird. Unter diesen Doraussehungen habe ich die Ehre, die deutschen Bevollmächtigten einzuladen, sich bereit zu machen, ihre Unterschrift zu geben.“ Reich-Minister Hermann Müller unterschreibt. Der Minister Dell folgt ihm. 15 Uhr 12 Minuten. Selbst die Achtung vor dem Unglück verletzt diese schauspielgierige Menge. Das drängt gegen die Bänke, das spricht halblaute Worte- Aus der Mitte ertönen Rufe:- „Stille!“ Wir wollen daS Bild schweigend bewahren als Warterbild am Wege- Die Dertreter Bolivien- und Kanadas bitten Hermann Müller und Dr. Bell um ihre Unterschriften auf das Grinnerungsblatt — und beide geben sie tatsächlich. Filmdiven ... Wie ein Vespensterreigen ziehen Wilson, Lloyd George und Elemenceau vorüber mit dem gefrorenen Lächeln der Konvention auf den Gesichtern- Den Federhalter in der Rechten, treten sie an den Tisch und vollenden den gespenstigen Kreislauf, indem sie auf der anderen Seite zu ihren Plätzen zurückkehren. Kanonenschüsse dröhnen- Es ist gegen 16 Uhr. Der Denrag ist von den Dertretern aller anwesenden Staaten gezeichnet. Die Wasser von Dersailles beginnen zu springen Ein anderes Bild. Die aufgeregte Menge durchbricht den Truppenkordon. Wilson, (Elemenceau und Lloyd George müssen die Autos verlassen, weil ein Dutzend Menschen sich auf die Trittbretter und Kühler geschwungen hat. Lärmend stürmt die Masse vor. Die Soldaten laufen schneller als die Menge, sie lachen und schreien und bilden neue Dämme, der. weil die drei in den „alliierten" Teil des Hotels des Reservoirs gehen. (Elemenceau, auf kurzen Seinen, kann mit den langen eiligen Schritten der beiden Angelsachsen nicht gleiches Maß hatten. Er bleibt ein paar Meter zurück, während amerikanische Zeitungslcute die ganze Gruppe überholen. General Smuts aber, der Vertreter von Südafrika bei der Konferenz, hat am Tage vorher im Kreise der Alliierten erklärt: „Ich habe den Friedensvertrag gezeichnet, nicht weil ich ihn für ein genügendes Dokument ansehc, sondern weil es notwendig ist, den Krieg zu be- enden. Die sechs Monate, Die seit dem Waffenstillstand verflogen sind, sind vielleicht erschütternder und schrecklicher für Europa gewesen als die vier vorhergehenden ftriegsjahre. Ich betrachte den Frie- bensoertrag als das Ende der beiden Kapitel des Krieges und oes Waffenstillstandes, und nur aus diesem Grunde habe ich hierzu meine Zustimmung gegeben. Ich glaube aber, daß der Friedensvertrag uns nicht den wahren Frieden bringt, den die Völker erhofft haben. Deshalb glaube ich, daß die wahre Ausarbeitung des Friedens erst dann beginnen wird, wenn dieser Vertrag gezeichnet ist. Es gibt territoriale Regelungen in diesem Vertrag, die geändert werden müssen. Man kann feststellen, daß Garantien vorgesehen sind, die nicht in Uebercinftimmung mit dem neuen friedlichen Willen und dem Zustand der Entwaffnung unserer ehemaligen Feinde sind. Strasmaßregeln |inb vorgesehen, aber wenn wir sie auf möglichst ruhige Weise prüfen, müssen wir finiten : Es ist am besten, nicht von ihnen zu sprechen. Es finb Festsetzungen getroffen, bie nicht ausgesührt werden können, ohne der industriellen Wiedergeburt (Europas sehr erheblich zu schaben, und es ist im Interesse von allen, sie anftänbiger und gemäßigter zu machen. Die Vernichtung des Militarismus, der in diesem Vertrag nur dem Feind genommen wird, muh bald eine Erleichterung und Wohltat für alle Völker, vor allem der alliierten werden ..." Die beiden deutschen Minister waren am Abend des 27. gekommen — Hermann Müller hielt sich vollständig zurückgezogen auf seinem Zimmer, um der zudringlichen Neugier keine Gelegenheit zu geben — und fuhren ein paar Stunden nach vollzogener Unterschrift am Aoend des 28. um neun Uhr von Versailles wieder ab. Mit ihnen reifte der größere Teil der noch in Versailles befindlichen Delegation, auch die gesamte Pressegruppe. Die Automobile fahren durch ländliche Vororte. Felder und Gärten, kleine Häuser, Gruppen von Menschen in Sonntagskleidern. An der kleinen entlegenen Station der Gürtelbahn Chosy-le-Roi sammeln sich die Autos. .Der Sonderzug fährt ein, die französischen Funktionäre verabschieden sich. Langsam umkreist man Paris, vorbei an den vielen kleinen Vorortstationen, auf deren Bahnsteigen sich Menschen drängen, um den deutschen Zug zu sehen. Bald nach St. Germain schlägt von einem der Bahnhöfe ein wüstes Johlen gegen den deutschen Zug. Raketen gehen hoch, irgendwo fallen ein paar Schüsse, und plötzlich fliegen Steine gegen bie Fenster bes Speisewagens, in Dem die beiden Minister sitzen. Fahrt durch nächtliches Land. Dunkel rauschen die Wälder. Graues Licht zittert über Weizenfel- dem. Blaue Schatten nisten an den sanften Hügeln. Das Bild dieses elenden Tages, des 28. Juni 1919, steigt empor. Dabei gehen die Gedanken aller Deut- fchen wieder zu den Seiten des Vertrages, der da um 3 Uhr 12 Minuten unterschrieben wurde. Wenn man zu lange auf ein durchleuchtetes Bild gesehen hat, zeichnet sich das Schattenbild noch einige Zeit danach auf der überreizten Netzhaut ab. So stehen bie französischen Worte wie mit Höllenfeuer geschrieben vor ben Gebanken, unb sie verblassen auch nicht in der Ruhe der Nacht. Ein Franzose, ein einsamer Franzose, Romain Rolland, hat die Sätze geprägt, die für Frank- reichs Niederlage 1871 gelten sollen: „Die Niederlage schmiedet die Auslese um, sie besorgt die Arbeit bes Siebens, alles Reine unb Starke stellt sie abseits, macht es noch reiner und stärker. Euch schulden wir ben Aufschwung unseres Rassegewissens. Man ist reichlich bafür entschädigt, daß man feinen Glauben mit so viel Selbstüberwindung dem Glück oorgezogen hat: auf diese Weise hat man sich inmitten der gleichgültigen Wett bas Gefühl einer so großen sittlichen Kraft erobert, daß man schließlich an nichts mehr zweifelt, nicht einmal mehr am Siege." Wir haben von unseren Feinden in Versailles nichts empfangen als Ungerechtigkeit, Kleinlichkeit und das Schwert in der Waage der Macht. Nehmen wir, was nicht für uns geboten wurde, diesen Satz aus Frankreich mit: „... daß man schließlich an nichts mehr zweifett, nicht einmal mehr am Siege"... SJL-'fpOtt Oer OSE. in Kaffei. Der OSC. schickt am Sonntag M o h l, L u h und Jakob zu den Bezirksmeisterschaften von Hessen- Hannover in Kassel. Luh ist gemeldet für das Kugelstoßen, das Diskuswerfen und den Weitsprung, M o h l für Hammerwerfen und Steinstoßen, I a - k o b für Speerwerfen. Der OSC. hofft, von ihnen gut vertreten zu sein. Handball im Gau Hessen (O.T.) Krofdorf 1 — Dhv. Gießen I 3:2. Am vergangenen Sonntag war die 1. Elf des DHV. Gießen bei der gleichen des To. Krofdorf zu Gast. In der Spielstarke standen sich beide Mannschaften nichts nach. Beide zeigten trotz des schlechten Wetters ein spannendes und faires Spiel. Krofdorf trat mit vier Mann Ersatz an und konnte das Spiel mit 3:2 gewinnen. Bundesfest des Keglerbundes Lahn-Busecker-Tal. Am vergangenen Sonntag fand in Wieseck das achte Budesfest des Keglerburrdes Lahn-Busecker- Tal, verbunden ^nit dem 25. Stiftungsfest des Kegelklubs „Dahnfrei" Wißmar statt. Sonntag früh 8 Ahr begann das Vereins- und Einzelkegeln. Am Dereinskegeln waren die 15 Bundes vereine und am Einzelkegeln 253 Mann beteiligt. Aach dem Festzug hielt der Bereinsvorsihende eine kurze Begrüßungsansprache. Hierauf hielt der Dundes- vorsihende Schäfer (Wieseck) eine Ansprache, in der er kurz auf die Bedeutung des Kegelsportes einging. Das Dereinskegeln, an dem von jedem Derem fünf Mann mit je fünf Kugeln beteiligt toaren, hatte folgendes Ergebnis: 1. „Alle Aeune". Wißmar, 145; 2. „Gut Holz", Alten-Duseck, 142; 3. „Alle Aeune". Wieseck, 134; 4. „Gut Holz", Reiskirchen, 132; 5. „Vorwärts", Wieseck, 128; 6. „Bahnfrei", Lollar, 128; 7. „Alle Aeune", Trohe, 126; 8. „Gut Holz", Beuern, 125 Kegel. Beim Einzelkegeln erhielt den ersten und Meisterschafts- Preis (u. a. ein Bild des Reichskanzlers) Wilhelm Todt (Wißmar) mit 30 Kegeln bei vier Kugeln. 2000 km durch Deutschland. Die ersten Meldungen liegen vor. Eine Fühlungnahme mit der Industrie und den Sportkreisen hat großes Interesse für die vom Automobilclub von Deutschland (A. o. D.) gemeinsam mit dem Nationalsozialistischen Kraftsahrkorps (NSKK.) veranstaltete „2000-krn-Fahrt" ergeben. Die ersten Meldungen liegen bereits vor, darunter auch mehrere Mannschaftsmeldungen für Personenwagen und Krafträder. Um jedoch auch Privatfahrern, die nicht im Besitze moderner Wagen mit hohen Spitzenleistungen sind, Gelegenheit zur Teilnahme an dieser Dauerprüfungsfahrt zu geben, haben die Veranstalter beschlossen, die Durchschnittsgeschwindigkeiten für die Kraftwagen in der Wertungsgruppe 1000 bis 1500 ccm von 72 auf 70 km/St. und in der nächstfolgenden Gruppe 1500 bis 2000 ccm von 76 auf 74 krn/St. herabzusetzen. Es ist somit einem größeren Kreis sportfreudiger Kraftfahrer die Aussicht auf Erfolg gegeben. Guepre gewinnt die zweite Etappe der „Toux". Mit der zweiten Etappe von Lille nach Charle- ville wurde am Mittwoch der Welt größtes Stra- ßen-Radrennen. die „Tour de France" fortgesetzt. Zu dem 192 Kilometer langen Wege fanden sich am frühen Morgen nur noch 72 Fahrer ein, die übrigen acht mußten bereits die Waffen strecken. Anter diesen befindet sich leider auch der Deutsche Sieronski. Das Feld legte gleich nach dem Start unter Führung des großen Franzosen Charles Pelissier ein scharfes Tempo vor, was neben dem berüchtigten französischen Pflaster die Arsache war, daß im Laufe der Zeit immer mehr „Asse" zurückblieben. Hier fanden die Belgier „heimatliches Gelände" vor und waren dementsprechend tonangebend, doch mußten sich die drei Belgier Ronsse, Sean Aerts und Rebry im Spurt dem Italiener G u e r r e knapp geschlagen bekennen. Anter den neun anderen mit der Spitze einkommenden Fahrern befand sich auch der Berliner Buse, der den 10. Rang besetzte. Max Bulla führte drei Minuten später eine zweite Gruppe ins Ziel. 28. Ruderregatta in Gießen. 26 Vereine — 120 Boote - 620 Ruderer. 3m Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft wurde gestern abend die Startverlosung zu der am Samstag 8. und Sonntag 9. Juli stattfindenden 28. Ruderregatta durchgeführt. Die Regatta wird auch in diesem Jahre wieder von der Gießener Rudergesellschaft 1877 veranstaltet. Der gute Ruf des Vereins, die Siege seiner Mann- schaften die ihn in die erste Reihe der deutschen Rudervereine stellten, hat sicherlich nicht wenig dazu beigetragen, daß das Meldeergebnis für die diesjährige große Regatta so gut ausgefallen ist. Insgesamt haben 26 Vereine Meldungen abgegeben. 120 Boote werden erwartet. 620 Ruderer werden am Start sein. Von 33 ursprünglich vorgesehenen Rennen werden 28 ausgefahren. Sie ist damit weitaus besser und stärker belegt als die Regatta des Vorjahres (mit 24 Vereinen, 82 Booten und 401 Ruderern). Folgende Vereine haben gemeldet: Mainz-Kasteler RG. RV. Mainz-Kostheim-Gustavsburg. «trier RV. 1865. ermania", Frankfurt. Frankfurter RG., Oberrad. „Hellas", Offenbach. „Saar", Saarbrücken. RG. „Undine", Saarbrücken. Würzburger RV. 1875. RE. Kurhessen, Kassel. Kölner RK. 1931. Limburger RC. 1907. Limburger Rudergesellschaft 1920. RV. Bad Ems. Wetzlarer RC. 1880. RC. „Franken", Schweinfurth. Hanauer RG. 1879. RV. Bayer-Leverkusen. Limburger RV. 1895. RV. Frei-Weinheim. RV. Lahnstein. Damenruderverein Oppenheim. Frauen-RV. „Frei weg", Frankfurt. Verein Rudersport Gießen 1913. RC. „Hassia", Gießen. Gießener RG. 1877. Die einzelnen Rennen weisen zum Teil sehr starke Besetzung auf, so daß man in den zahlreichen Vorrennen schon interessante Kämpfe zu sehen bekommen wird. Folgende Rennen werden gestartet (die Anzahl der am Rennen beteiligten Boote ist jeweils in Klammer beigefügt): 1. Jean-Kirch-Gedächtnis-Ren- nen-Dierer (7); 2. Jungmann-Dierer (9); 3. Iung- mann-Einer (6); 4. Prinz-Eitel-Friedrich-Vierer (4); 5. Jugend-Gig-Vierer (3); 6. Zweiter Vierer (7); 7. Lahn-Anfänger-Dierer (2); 8. Junior-Achter (2); 9. Zweiter Einer (5); 10. Trost-Achter (2); 11. Leichtgewichts-Vierer fällt aus; 12. Vierer ohne Steuermann (2); 13. Erster Junior-Vierer (4); 14. Anfänger-Vierer fällt aus; 15. Doppelzweier fallt aus; 16. Zweiter Achter (3); 17. Erster Achter (3); 18. Adolf-Fischer-Gedächtnis-Rennen (4); 19. Vierer (2); 20. Erster Vierer (4); 21. Junior-Einer (5); 22. Rennen für Damen (2); 23. B-Vierer (3); 24. Jungmann-Achter (3); 25. Akademischer Vierer fällt aus; 26. Lahn-Achter (4); 27. Zweiter Junior- Vierer (9); 28. Einer (2); 29. Dritter Vierer (8); 30 6-Jungmann-Vierer fällt aus; 31. Ermunterungs-Vierer (4); 32. Dritter Achter (6); 33. Großer Achter (3). Wir kommen auf die Regatta im Einzelnen noch zurück. Tagung des Landesverbandes Hessen der Kinderreichen. Darmstadt, 27. Juni. (WSN.) Der Landesverband Hessen des,Reichsbundes der Kinderreichen Deutschlands hielt Samstag und Sonntag' in Darmstadt seine diesjährige 10. Landestagung ab. Nach den geschäftlichen Beratungen am Samstag begann Sonntag vormittag die Delegiertenversammlung, an die sich eine öffentliche Kundgebung anschloß, zu der als Vertreter des hessischen Ministerpräsidenten üegationsrat Heinemann, für das Wohlfahrts- und Jugendamt Direktor S ch r a u t h, Staatskommissar B e r g n e r als Vertreter des Innenministeriums und Kreispropagandaleiter Dr. Schmidt sowie Frau Rechmann von der NS.-Frauenschaft erschienen waren. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand ein Dor- trag des Bundespräsidenten Konrad-Dusseldorf über Die erbgesunde kinderreiche Familie in der Wende der Zeit". Das Referat des Vortragenden -fand seinen Niederschlag in der folgenden einstimmig angenommenen Entschließung: „Wir begrüßen in dankbarer Freude den Willen der nationalen Regierung, Volk und Staat aus der organischen Kraft erbgesunder Familien neu aufzubauen. Der Reichsbund hat seit zwölf Jahren für eine zielbewußte Familienpolitik gekämpft, die bisherige Gesetzgebung hat aber fast jede Rücksicht auf den sittlichen und wirtschaftlichen Schutz der Familie vermißen lassen. Mit jeder neuen Notverordnung sanken die kinderreichen Familien tiefer in Elend und Not. Die Folgen zeigen sich in der^ge- schwundenen Achtung vor Ehe und Familie und der wirtschaftlichen Verelendung gerade der erb- gesunden kinderreichen Familien. Durch überspannte Maßnahmen für Minderwertige, Unzüchtige und Asoziale wurde der Lebensraum der Gesunden immer mehr eingeengt. Der katastrophale Geburtenrückgang offenbart den biologischen Niedergang unseres Volkes. Die erbgesunden kinderreichen Familien, die also mehr als drei Kinder für die Zukunft des Volkes erziehen, begrüßen es dankbaren Herzens, daß der Herr Reichskanzler beim Empfang des Reichsbundvorsitzenden Konrad feine Ueber- einstimmung mit der Auffassung des Reichsbundes zum Ausdruck gebracht und sich der Mitarbeit des Reichsbundes bedienen will, dessen bisherige Arbeit er seine hohe Anerkennung ausgesprochen hat. Wir kinderreichen Familien vertrauen auf das Wort des Herrn Reichskanzlers, stellen ihm in Treue unsere Kräfte zur Verfügung und freuen uns, daß damit endlich im nationalen Staat unsere seit vielen Jahren erstrebte staatserhaltende Mitarbeit zur Gel- tung kommt. In der Auffassung der lebensgesetzlichen Verbindung: „Familie — Volk — <5taaf* stehen wir in Treue zur nationalen Regierung und mit unfern Kindern in Treue zum deutschen Volk." Em Grab aus dem Jahre 1000 v. Ehr. WSA. Marburg, 27. 3uni. 3n der Aähe von Cyriaxweimar wurde ein Grabhügel aus der Zeit um 1000 v. Chr. entdeckt. Es handelt sich um die letzte Ruhestätte eines der Einwanderer, die, von der Wetterau kommend, um die genannte Zeit im Lahn- und Schwalmtal nach Aorden zogen. Sie begruben ihre verbrannten Freie Lustfahrt im freien Deutschland! Toten teils in Hügeln, teils in Flachgräben. Das Grab ist das erste seiner Art, das in dieser Gegend gefunden wurde. Mit Hilfe von zwei Wohlfahrtserwerbslosen und Studierenden wurde das Hügelgrab in einwöchiger Arbeit geöffnet. Man fand außer der Arne noch mehrere kleine Deigesähe. Einstellung der Pensionszahlung an Oberbürgermeisters. O.Dr.Landmann F r a n k f u r t a. M., 28. Juni. (WSN.) Der Magistrat hat beschlossen, die Pensionszahlung an Oberbürgermeister a. D. Dr. Landmann mit sofortiger Wirkung einzu st eilen. Die einbehaltene Pension ist auf Sperrkonto zu hinterlegen. Der Magistrat hat ferner beschlossen, bei her Regierung zu beantragen, auch das Vermögen von Oberbürgermeister a. D. Dr. ßanbmann z u beschlagnahmen. Wirtschaft. 600 Aeueinstellungen bei den Buderusschen Eisenwerken. Die Buderusschen Eisenwerke Wetzlar haben seit März dieses Jahres rund 603 Mann Personal neu einstellen können. Die Einstellungen erfolgten vorwiegend in den Abteilungen Bergbau und Eisengießerei. Man rechnet bei der W'.rksdirektion für den Herbst, wenn die zahlreichen Reubauten fertig und installiert werden müssen, mit erhöhter Bedarfsdeckung für die Rebenartikel des Baugewerbes, für die Buderus führend ist. Auch hieraus dürften sich weiter Arbeitsmöglichkeiten ergeben, so daß die Entlastung des Arbeitsmarktes von Buderus aus noch nicht abgeschlossen zu sein scheint. * * Der Abschluß ber Kaufmännischen Krankenkasse Halle. Die Kaufmännische Krankenkasse Halle (Saale), Ersatzkasse D. D. a. G., hielt bieser Tage ihre 19. orbentliche Generalversammlung ab. Die Neuwahl sämtlicher Organe ergab eine restlose Gleichschaltung im Sinne ber nationalen Revolution. Der Jahresabschluß, ber von der Generalversammlung genehmigt worden ist, zeigt ein erfreuliches Bild. Bei einer Beitragseinnahme von rund 9 Millionen Reichsmark sind dem Reserve-Fonds 282 000 RM. zugeführt worden. Dem Reservefonds sind noch 220 000 RM. Schadenreserve hinzuzurechnen, so daß der zurückgestellte Betrag fast 2 Millionen RM. erreicht. An Bankguthaben und sonstigen Barmitteln besitzt die Kasse rund 550 000 RM. Die Zahl der Versicherten hat sich im vergangenen Geschäftsjahr um zirka 25 000 erhöht. Zur Zeit werden bei der Kasse rund 200 000 Versicherte geführt. * Teilweise Ermäßigung der Betriebs st offpceise. Das deutsche Betriebs- stofskartell hat beschlossen, ab 30.3uni 1933 in verschiedenen Gebieten die Betriebsstoffpreise um 1 bis 2 Pfennig zu ermäßigen. Der Zweck dieser Maßnahme ist eine Angleichung der preishöheren Gebiete an die billigeren Zonen selbst unter gewissen Opfern. • Bereinigt! Glanzstoff- Fabriken AG., Wuppertal-Elberfeld. In der Generalversammlung der Bereinigte Glanzstoff-Fa- briken AG., Wuppertal-Elberfeld, wurden die Regularien für 1932 einstimmig genehmigt. Die Entlastung der drei ausgeschiedenen Derwaltungs- Mitglieder wurde zurückgestellt. Dr. v. Stanß lDD--Bank Berlin) wurde zum Aufsichtsrats- Borsihenden gewählt. Er führte aus, zusammenfassend könne sestgestellt werden, daß das industrielle Ergebnis die Deckung sämtlicher Ber- waltungskosten, Zinsen und Steuern ermöglichte und daß außerdem noch rund 70 Prozent der 016" schreibungen auf die industriellen Anlagen verdient wurden, lieber das laufende Jahr wurde mitgeteilt, daß in den ersten fünf Monaten .die Entwicklung keine Besserung zeige, sondern im Gegenteil der Gesamtumsatz weiter rückläufig gewesen sei. Trotzdem sei das industrielle Ergebnis dieser fünf Monate nicht schlechter als in der gleichen Vorjahreszeit. Ein Hoffnungszeichen für die weitere Entwicklung könne darin erblickt werden, daß innerhalb dieser fünf Monate der Arns ah von Monat zu Monat gesteigert werden konnte. * Süddeutsche Eisenbahn - Gesellschaft, Darmstadt. Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt, die das Geschäftsjahr 1931 mit einem Reingewinn von 636 956 Mk. (155 331) abschließt, genehmigte einstimmig die Regularien und beschloß, aus dem Gewinn eine Dividende von 3 (—) Prozent zu verteilen und den Rest von 12 956 Mark auf neue Rechnung vorzutragen. Ausführungen über das laufende Geschäftsjahr wurden nicht gemacht. frankfurter Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 28. Juni. Die Abendborse wies mangels neuer Anregungen ruhigstes Geschäft auf. Aktien waren im aUgeminen etwas über bas ermäßigte Berliner Schlußniveau bes Mittags erhöht, so gewannen Golbschmibt 0,75 Prozent, Gelsenkirchen 1 Prozent, Aku AEG. unb Metallgesell- schäft je 0,50 Prozent. JG.-Farben blieben mit 130,75 Prozent behauptet. Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr still unb ziemlich unveränbert, lebiglich späte Reichs- schulbbuchforberungen gingen um % Prozent zurück. Von Jnbuftrie-Obligationen waren Stahlverein- Bonbs unb Reichsbahn-Vorzugsaktien bis 0,25 Prozent gebrückt. Am Auslanbsrentenmarkt zogen Mexicaner um Bruchteile eines Prozentes an, während Lissaboner Stabtanleihen auf bem stark erhöhten Mittagsnioeau unveränbert tenbierten. Im Verlaufe änderte sich an ber Gefchäfts- stille wenig, ebenfalls zeigten bie Kurse auch nur unwesentliche Veränberungen auf. Accumulatoren 175, AKU. 39,50, AEG. 24 bis 24,50, Bemberg 50,50, Chabe 187, Gement Heibelberg 81, Conti Gummi 159, Daimler 31,25, Dt. Erböl 114, Scheibeanstalt 171,50, Dt. Linoleum 48, Licht & Kraft 104,25, JG.-Farben 130,75, Selten 53,50, Oesfürel 90,50, Golbschmibt 48,25, Holzmann 57, Lahmayer 122, Metallgesellschaft 60,50, Rütgerswerke 61, Siemens 158, Schöfferhof 160, Hapag 16,50, Norbb. Lloyd 17,75, Buderus 74, Gelsenkirchen 59%, Har- pener 98, Klöcknerwerke 54,50, Mannesmann 65,50, Phönix 36, Stahlverein 36,25, Reichsbank 141,75, Debibank 57, Dresdner Dank 46, Rhein. Hypothe- fenbanf 99,50, Schutzgebiete 7,05, Altbesitz 75,50, Neubesitz 11,20, Zolltürken 6%, Lissaboner Stadt- Anleihen 51,50, Mexicaner äußere abgest. 10,75, dito innere abgest. 5%, Gold-Mexicaner 6,50, 4 Prozent Rumänen 4,70. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft unb Sport: I. V.: H. L. Neune r. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschloßenen Divibende an. — Retchsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Kranstun a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- bSrse Schlußkurs Schluß!, mittag. bSrse Datum 27-6. | 28.6 27.6. 28.6. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 84,25 84,5 84,5 84,25 6% ehern.7°/«, Dt. ReichSanI. v. 1929 90,4 90,4 90,13 90,25 6'/i% Voung-Anleihe von 1930 . 77,75 77,1 77,75 77,5 Deutsche Aill.-Ablöj.-Schuld rni 76,75 75,5 76,75 75,5 11,2 AuSlos.-Rechien ............ Desgl. ohne Aurios.-Rechte..... 11.4 11,2 11,35 6% ehern. 8% Hess. BoMtaat 1929 77,5 77,5 75,25 lrückzahlb. 102%)............ 78 Oberhesten Provinz-Anleihe ml 68 Auslos.-Rechten ............ 68 — 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 81,5 81,5 — —— 6%% 4>e|f. Landes Hypotheken. van.' Darmstadt Liqui...... 84 84 — —— Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 67,5 67,75 67,75 68,4 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Ban, Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 81,75 81,75 — — 6% ehern. 7% Franks. HvP.-Ban' 81,5 81,75 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 — —— 6yt% ehern. 4y,% Franks. HhP. Bank.Liqu.-Psandbriese ..... 83,75 84,25 — — 6'/,% ebcm. 4'/2% Rheinische Hyp,.Bank-Ltqu.-0ioldpfe. ... 6% ehem. 8% Dr. Landespsand 83,25 84 — — 82,5 82,75 briesanltalt, Psanddriese R. 19 82 82 6% ehem. 7% Pr. Landeöpsand briefanflalt. Pfandbriese R. U 82,5 82,5 — Verrechnungskurs 86 86 86 86 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische SUberrenk 1,2 1,15 16,3 1,25 — 4% Ungarische Goldrenle....... — — 6,25 6,35 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 5,6 5,7 5,8 4 ji% desgl. von 1913.......... — 5,25 5,5 5,4 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 10 10,4 9,9 10,75 4% Türkische Zollanlcilp von 1911 6,25 6,3 6,2 6,2 4% Türkische Bagdadbohn-Anleih' -6,13 Serie I ....... — — Fransturt a.m. Berlin Schluß. kurS Schluß!. Abend« bSrie Schluß, für» Schluß!, mittag« bSrse Datum 27.6- 28.6. 27.6. 28-6. 4% beugt. Serie 11 ........... — — 6,55 6,3 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,5 5,9 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,75 10 9,9 4% Rumänische vereinh. Rente 4,7 4,7 4,6 4,7 8%% Anatolier ............. 28 27,25 27,75 27,4 Hamburg-Amerika-Daket ..... c 16,25 16,5 16 16,25 Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 — — 27,5 28 Hansa Dampsschiss........... 0 — — 22 22,13 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,25 17,75 17 17 65 A.G. füt Verkehrswesen Akt. .. 0 46,5 46 47 45 Berliner HandeisgeleUschast.... 4 90,5 91 91 91 Commerz- und Privat-Bank... 0 50,5 50,5 50,75 50,75 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ 0 57 57 57,25 57,75 Dresdner Bank.............. 0 46 46 46 46 Reichsbank ................. 1 142 141,75 142,65 142,25 A.E.G......................t Elektr. Lieferungsgesellschast... 5 Licht und Krasl .............f, Reiten & Guilleaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... i Rheinische Elektrizität ........6 Schuckerl ä- Co.............. 0 Siemens & 6 al Sie...........*. Lahmeyer SCo..............io Buderur .....’..............■ 1 .rusche Erdöl .............4 Gelsenkirchener..............0 Enet . .................0 > Men—Köln-Neuesten.. o lergbau ...............7 lergbau Genüsse........7 erwerte ...............0 ManneSmann-RSHre» ........ c 24,5 24,5 24,5 23,9 89 88 89,5 88 104 104,25 105,5 104,5 54,9 53,5 54 54,5 90 90,5 90,75 91 99 —— 98.5 98 106,5 105,5 105 105 — 158 163 159 121,5 122 122 123,4 72,75 74 72,75 74,25 113,75 114 112,75 113,75 57,75 59,13 58,5 58,25 99,75 98 99,13 98,25 — _ 64,5 64.65 151 156 150,5 158 114 116 114,75 115 54,5 54.5 54.25 54.5 66 65.6 66.H 65.75 । Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß« furd Schluß!. Adend- börfe Schluß» lurei Schluß!, minag- börse Datum | 27.6. 28.6. 27-6. 28.6. Manstelver Bergbau........ 0 23,5 24 23,13 22,13 KokSwerke ................. 0 — — 78,75 80 Phönix Bergbau............ 0 37 36,5 36,13 36,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 209,5 208 209,25 210 Rheinftabl ................. (> 91,5 92,5 91 91,75 Bereinigte Stahlwerke....... Otavl Minen .............. 0 36,65 36,25 36,5 36 0 17 17 16,9 17 Kaliwerke Aschersleben....... 6 124,5 128,5 124,75 128,5 Kaliwerke Westeregeln....... Kaliwerke Salzdetfurth...... 6 9 126,5 129 170 127 170,25 127 171,5 I G Farben-Industrie...... 1 130,5 130,75 130,13 130,75 Scheideanstalt.............. .10 170 171,5 —» — Goldschmidt ............... 0 48 48,25 47,75 47,5 Rütgerswerke .............. 0 60,75 61 60.9 61,13 Metällgelellschaft............ ( 60,75 60,5 60,25 60 Dhilivv Holzmann.......... Zementwerk Heidelberg ..... Cemenw^rk Karlstadt........ v 56 57 55,5 57 4 o 80,5 79 81 79 - Schultheis Patzenhoser....... 0 _ _ 119,5 118,75 Mu «Allgemeine Kunstseide» .. . 0 — 39,5 41 39 Bemberg.................. . 0 50,25 50,5 50 50 Zellstoff Waldhof ........... . 0 45 44,5 45 44,5 gellftoff Aschaffenburg ...... . 0 21 20,5 21,5 21 Dessauer ®afl.............. . 7 —> — 111,25 112,25 Daimler Motoren........... . c 31 31,25 30,5 30,75 Deutsche Linoleum ......... . c 47,5 48 47 48 Orensiein L Koppel......... Leonhard Tietz ............. . 0 . 6 37,5 44,75 20,5 45,25 19,13 2 ha de..................... 189 187 189 186,25 Gritzner............ 1 24.5 24,75 1 24,75 । 24,75 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. . 4 64,75 64,75 Süddeutscher Zucker ...... I 152 1 151,5 1 150,25 1 151,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 27-Juni 28.3unl Amtliche Notierung Amtliche Geld | Dotierung Srlt' Geld | Sriei Helsingsor». Wien...... 6,334 46,95 6,346 47,05 6,334 46,95 6.346 47,05 12,54 12,56 12,54 12,56 Budapest ... Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 167,83 168,17 169,33 169,67 Oslo....... 72,03 72,17 71,83 71.97 Kopenhagen. 63,99 64.11 63,89 64,01 Stockholm... 73,78 73,92 73,63 73.77 London ..... 14,35 14,39 14,305 14.345 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyork .... 3.397 3,403 3,337 3,343 Brüssel..... 58,94 59,06 58,89 59,01 Italien..... 22,20 22,24 22,23 22,27 Paris...... 16,59 16,63 16,59 16,63 Schweiz... 81,27 81,43 35,49 81,37 81,53 Spanien.... 35,41 35,41 35,49 Danzig.... 82,22 82,38 82,17 82,33 flatian...... 0,894 0,229 0,896 0,894 0,896 Rio de Jan. 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien Lissabon... 5,195 5,205 5,195 5.205 13,05 13,07 13,03 13,05 Berlin, 28.Juni Geld Ämcrikanilche Noten.............. 3,30 3,32 Belgische Noten.................. 58,73 58,97 ®äntfff)e Sfoten ................. 63,57 63,83 14,265 14,325 Französische Noten............... 16,55 16,61 Holländische Noten............... 168,96 169,64 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling 22,11 71,66 73,45 81,19 22,19 72,94 73,75 81,51 Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noien................. 35,28 35,42 Ungar« che Äotee ................