Nr.m Srübausgabe 185. Jahrgang Montag, 29. Mai 1953 Ericheinl tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholl» Monats Btjugsprtis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anitr Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrNhl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steinöniderei K Lange in Stehen. Zchnftleitung und Geschäftrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Dem Gedächtnis Albert Leo Schlageters. Ministerpräsident Göring spricht an der Richtstätte Schlageters in der Golzheimer Heide. Düsseldorf, 28. Mai. (TH.) Die Schlage- ter-Gedöchtnisseier in Düsseldorf erreichte am Sonntag mit der Feier am Schlageter- Denkmal auf der Golzheimer Heide ihren Höhepunkt. Endlose Züge der SA. und SS., deS Stahlhelms, der VSBO., der vaterländischen Verbände und Vereine — über 300 000 Menschen — befanden sich gegen 6.30 Hhr auf dem Marsch zum Denkmalsgclände. Vach kalten regnerischen Tagen grüßte Heller Sonnenschein die unübersehbare Menschenmenge auf der Golzheimer Heide. Hm 10 Ut>r war die Aufstellung beendet. 3n großem Halbkreis hatten die Abordnungen mit den Fahnen, Bannern und Standarten der SA., SS., des Stahlhelms, der studentischen Vereinigungen, der vaterländischen Verbünde und Vereine um die Vichtstülte Albert Leo Schlagetcrs Aufstellung genommen, wo fich das große schlichte Kreuz emporreckt. Einen besonderen Ehrenplatz hatten d i e Fahnen der ehemaligen Freikorps. Vor deut Denkmal standen Ehrenwachen der SA. und SS. und eine Fahnenabordnung des EV. „Falkenstein", dem Schlageter angehörte. Dor der Krypta des Denkmals türmen sich Kränze aus schlichtem Grün und frischen Blumen. In dem Kreis, der das eigentliche Ehrenmal umschließt, hatten die Ehrengäste Platz gefunden. Auch der Vater und der Bruder Albert Leo Schlageters sowie einige Verwandte sind zugegen. Auf dem weiten Feld standen bis zu einer Tiefe von einem Kilometer die Kolonnen der SA., der SS., des Stahlhelms, der NSBO., der vaterländischen Verbände und Vereine und viele Tausende sonstige Festteilnehmer. Gegen 10 Uhr 45 trafen b i e Führer am Denkmal ein, an der Spitze Ministerpräsi- den Göring in blaugrauer Fliegeruniform, in seiner Begleitung Staatssekretär G r a u e r t und Prinz 21 u g u ft Wilhelm. Des weiteren sah man Vertreter sämtlicher Reichs- und preußischer Mini- ftcrien, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden. Bei dem Kommando „SS., SA. und Stahlhelm stillgestanden!" trat feierliche Stille ein. Rach dem Chorgesang „Heilig ist der Herr" von Schubert und Gedenkworten von Geistlichen beider Konfessionen, hielt Ministerpräsident Göring die Gedenkrede. Er führte u. a. aus: Kameraden! Deutsche Männer und Frauen! Als vor zehn Fahren im Morgengrauen die Schüsse aufblihten, da fuhr von dieser Stelle aus eineinzigerBlitzdurch Deutschlands Nacht und weckte Deutschland aus Ohnmacht und Schlaf. Damals in der Bitterkeit der Nacht pilgerten einige wenige hier heraus zu dieser Stelle und diese Stelle ward vergessen und verschüttet, so, wie das Andenken und das Opfer an Schlageter vergessen und scheinbar verschüttet war. Diese wenigen Männer, alte bewährte, durch Kampf erprobte SA.-Leute, schaufelten dem deutschen Volk das Gedenken und das Bekenntnis zu diesem Sterben und zu diesem Toten. Und wieder Fahre später, als dieses Kreuz errichtet wurde, da waren aus wenigen Hunderten schon Hunderttausende geworden, bei denen der Blitz die Herzen entzündet hatte. Damals war das Gedenken an Schlageter A n - sporn und Hoffnung für uns. Wir konnten und wollten nicht glauben, daß das Opfer eines solchen Deutschen umsonst gewesen sein sollte. Es war etwas eigenes um das Sterben Schlageters. Es zeigte dieses Sterben der Welt, daß deutscher Geist nicht zu töten, nicht zu schlagen ist. Damals war sein Gedenken Auflehnung und Empörung gegen ein System, das die internationale Klasse zum Idol erhoben hatte. Sein Vaterland, die Ehre seines Volkes, die Freiheit seiner Nation, das waren seine Ideale und sie waren die unsrigen. und sie sind heute das Ideal ganz Deutschlands geworden. Heute, Kameraden, da stehen wir wieder hier, nicht Hunderttausende, sondern dieser Platz umschließt das ganze Reich, das braune Heer der Freiheitskolonnen. Heute bekennen wir uns zu Schlageter. so wie wir uns durch ein Fahrzehnt hindurch zu ihm und seinem Opfer bekannt haben. Es gibt bei einem befreundeten Volk eine schöne Sitte: Wenn die Führer der faschistischen Abteilungen die Namen ihrer Toten aufrufen, bann antwortet bie Truppe: „Hier!" Unb wenn wir heute den Namen Schlageters aufrufen, bann antwortet heute ganz Deutschland „Hier, zur Stelle!" Ein einziger Appell, ein Appell zur Erinnerung Schlageters, um ihm zu beweisen: Ja, wir sind hier, w i r ft e f) e n für dich, wie du für uns am Pfahl standest, als du dein Leben geben mußtest. Unb wenn heute ber alte Vater unter uns weilt, unb feines Sohnes gedenkt, dann soll auch er wissen: Zwar hat er seinen Sohn verloren, einen Sohn, dafür hat er heute hunderttaufende von Söhnen bekommen, die in chm den Vater jenes Mannes ehren, ber uns allen Vorbild war. Kameraden! Vorleben ist schwer, vorsterben ist gewaltig. Das Gedenken an ihn ist heute nicht Hoffnung, nicht Ansporn, sondern ist heute Erfüllung und Zuversicht. Erfüllung dafür, daß fein Opfer so wunderbare Frückte getragen hat, Zuversicht da- für, daß dieses Opfer nicht u m f o n ft gewesen war. Schlageter, du magst ruhig sein! Wir haben verhindert, daß dein Blut gestohlen wurde, so, wie das Blut deiner zwei Millionen Kameraden. Wir haben verhindert, daß du um deine Opfer betrogen rourbeft, so, wie zwei Millionen deiner fiameraben einst betrogen würben. Du bist heute bas Vorbild für eine deutsche Jugend, die wieder an Deutschland glaubt. Man sogt, du seiest der letzte Soldat des Weltkrieges und auch der erste Soldat des Dritten Reiches gewesen. So grüßen wir in dir V e r g a n g e n - heitundZukunst. Ruhmreiche Vergangenheit und schwere arbeitsharte Zukunft, aber wieder eine deutsche Zukunft und eine Zukunft der Ehre. Lr war kein Hurra-Patriot, er war fein Kriegsschreier, er wollte nicht den Kampf um des Kampfes willen, er wollte Frieden für fein Volk und fein Bäte r l a n b. Er wollte Frieden für fein Volk, wie ganz Deutschland Frieden will, wenn man ihm den Frieden läßt. Er wurde zum Kämpfer, weil man diesen Frieden gebrochen hat. Auch Deutschland bekennt sich heute in den Worten seines Kanzlers erneut zum Frieden, bekennt sich aber auch zu feiner Ehre, zu feiner Freiheit unb ist entschlossen, Ehre, Freiheit unb Frieden zu verteidigen. Heute dankt und grüßt Albert Leo Schlageter das neue Deutschland und an seiner Spitze grüßt ihn unser Führer, der Volkskanzler Adolf Hitler. Der Führer Deutschlands und seine Gefolgschaft, das deutsche Volk, dankt heute für seine Opfer durch Taten dadurch, daß sein Opfer wieder bestehen kann, daß sein Opfer eingemauert ist in das Fundament dieses Deiches. Der Deutsche glaubt wieder an sich selbst und an sein Volk. Das eine sollt ihr wissen, solange es noch in Deutschland Schlageters geben wird, solange wird Deutschland leben müssen. Dieses Kreuz: Einst das Fanal des Kampfes in dunkler Vacht, heute das Zeichen daß Gott das Opfer angenommen und gut befunden und Deutschland gesegnet hat. Vach der Gedenkrede Görings verharrten die Hunderttausende zwei Minuten in völligem Schweigen, während sich Ministerpräsident G ö - ring zur Kranzniederlegung in die Gruft des Denkmals begab. Darauf wurde das Lied vom guten Kameraden gespielt und die Fahnen senkten sich. Vach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- unb des Horst-Wessel-Liedcs übergab der Düsseldorfer kommissarische Oberbürgermeister Dr. Wagenführ dem Ministerpräsidenten Göring das Denkmal als nationales Heiligtum. Ministerpräsident Göring übernahm im Vamen der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und des deutschen Volkes das Schlageterkreuz. Dieses Kreuz, so sagte er, leuchtet in die Zukunft für ganz Deutschland und ganz Deutschland bekennt sich zu ihm und ganz Deutschland nimmt es daher auch in seine Hut. Mit dem Echlageter-Vational-Marsch „Treu bis zur letzten Stunde" schloß die erhebende ernste Feier. Mehrere Flugzeuge kreisten um das Denkmal. Während die SA. zu den großen Verpflegungs- Plätzen marschierte, begaben sich die Übrigen Verbände wieder zurück in die Stadt. Unterdessen nahm Baldur v. Schirach auf der Freitreppe des Stadttheaters den endlosen Vorbeimarsch der Hitlerjugend ab. Die Kolonnen marschierten zu den Oberkasseler Rheinwicscn. Hm 16 Hhr Aogen immer noch Gruppen in Richtung der Rycinwiesen, die in- zwischen überfüllt waren. Eine Ansprache des Aeichsführers wurde wegen Regen abgesagt. Sine Gedenkfeier der SA.im SiiffeidorserSiadion Imposant gestaltete sich die Schlaqetcr-Kund- gebuna im Düsseldorfer Stadion. Mit sturmifchem Fubel wurde eine holländische SA. - A b t e i l u n g begrüßt. Auch die Faschi- ft e n a b t e i I u n g der Düsseldorfer italienischen Kolonie wurde von den Anwesenden mit brausendem Beifall empfangen. Fn Vertretung des Stabschefs Röhm überbrachte der Oberpräsident von Hannover, Lutze, die Grüße des Reichskanzlers Adolf Hitler. Darauf hielt Prinz Augu ft Wilhelm eine kurze Ansprache, in ber er sagte, bas Kreuz in ber Heibe solle uns ein Mahner fein, daß die Zeiten des Verrates in Deutschland niemals wiederkommen können. Prinz August Wilhelm brachte auf den Reichskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil aus. Kultusminister Ruft erklärte, daß der heutige Tag die Rechnung abgeschlossen habe mit dem Geist des November 1918, Die Entscheidung durch das deutsche Volk sei nun endgültig getroffen, Schlageter sei gefallen, aber das deutsche Volk fei auferftanben. Der Kultusminister schloß. Wir wollen ben wahren Frieben, wir wollen unser Brot unb unsere Freiheit. Wollt ihr bie Lüge von ber Kriegs- schuld aus ber Welt bringen, so richtet ihr bie Fundamente für einen wahrhaften Frieden auf. Anschließend an die Schlageter-Gedächtnisfeier marschierten die in Düsseldorf versammelten Stahlhelmer an der Gräfenberger Allee am Vizekanzler v. Papen vorbei. Mitglieder sämtlicher Gaue des Landesverbandes Westmark nahmen an dem Vorbeimarsch teil. Der Vizekanzler wird morgen nachmittag nach Bonn reifen, um in der dortigen Beethoven-Halle zu sprechen. Den Abschluß des Schlageter-Gedenktages bildet die Aufführung des Dramas „Schlageter" von Hanns 2 o h st im Düsseldorfer Stadttheater. Zu ber Gedenkfeier waren auch ber Vater Schlageters, feine G e s ch w i st e r unb einige Ver- roanbte eingetroffen. Schlageters Vater wohnt bei dem Gefängnispfarrer Faßbender, ber Schlageter auf feinem letzten Gang nach ber Golzheimer Heibe begleitet hat. Am Samstagmorgen riefen bie Glocken ber Marienkirche zu einem feierlichen Requiem für Albert Leo Schlageter unb bie 112 Opfer bes Ruhrkampfes, bas vom Ehrenbomherrn unb Prälaten (9 r n f a r zelebriert würbe. Die D ü f ( e l b o r f e r S 21. hat anläßlich ber Schlageter- tage ein befonberes Ehrengeschenk für ihren F ü hrer Abolf Hitler anfertigen lassen. In einem silbernen Kasten ruht auf schwarzem Samt eine berjenigen Kugeln, mit ber am 26. Mai 1923 Schlageter erschaffen würbe. Diese Kugel_ist kurz nach ber Erschießung aus ber Wanb ber Sanbgrube ausgegraben, bie als Kugelfang bei ber Erschießung Diente. In der badischen Heimat. Eine Weihestunde am Grabe Schlageters. Schönau, 28. Mai. (TH.) 3m schönen Schwarzwaldstädtchen Schönau im Wiesental fand in der Vacht zum Sonntag an Albert Leo Schlageters Grab eine Weihe st unde statt, bei der der preußische Kultusminister Rust und der badische Kultusminister Dr. W a ck e r Ansprachen hielten. An der Feier nahmen Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, die SA. und ES., die Hitler-3ugcnd und zahlreiche andere Verbände teil. Das über der Stadt gelegene Schlageterdenkmal erstrahlte im Schein von über hundert Fackeln, während auf den einzelnen Bergvorsprüngen Höhenfeuer aufleuchteten. Aus dem Friedhof hatten zahlreiche Fahnenabordnungen Aufstellung genommen. Vom Denkmal aus marschierte der Fackelzug der S A. unter Glockengeläut zum Friedhof, wo inzwischen die Angehörigen Schlageters am Grab Ausstellung genommen Hattern Vach Viederlegung der Kränze der Stadt- und Kreisleitung Freiburg, des Reichsminister Goebbels und des Reichsstatthalters Wagner hielt Minister 2Ruft eine Ansprache, in der er u. a. darauf hinwies, daß der deutsche Krieger im Weltkrieg nicht gekämpft habe, um den Gegner zum Knecht zu machen, fonbern für fein Volk und seine Heimat. Der Minister schilderte dann Schlageters Kamps und fein Ende auf der Golzheimer Heide. Schlageters Opfer tag stehe am Anfang einer neuen Zeit. Die Vacht sei nun vor- über. Ein Mann habe sie gebannt: Adolf Hitler. 3n diesem Augenblick wurde auf dem Grab der Kranz des Reichskanzlers Adolf Hitler niedergelegt, dessen Schleife nur seinen Vamen ausweist. Minister Rust schloß: Schlageter ist gefallen, ein Volk ist erstanden. Die Fahnen senken sich zum Gruß. Er gilt auch der gegenüber ihrem Sohn ruhenden vor sieben 3ahren verstorbenen Mutter. Vach dem Gesang d s Horst-Wessel-Liedes legte Minister Wagner im Vamen der badischen Staatsregierung einen Kranz nieder- 3n seiner Ansprache schilderte der Minister die schweigsame bedachtsame Art der im Oberland lebenden Alemannen, ihr Deutschtum der Tat und ihre Liebe zu dem, was sich bewährt- Schlageter habe gewußt, daß man Beispiele geben müsse- Er sei immer wieder vor die Front gedrungen, habe die Fahne ausgenommen und sie weitergetragen. Er sei gestorben, so, wie et lebte, klar, fromm und tapfer- Dem Preußen Schill und dem Tiroler Andreas Hofer sei Schlageter an die Seite zu stellen. Der Gesang des Deutschlandliedes folgte. Vachdem der Minister für sich noch einen schlichten Strauß am Grabe nieöer- gclcgt hatte, legte einer der letzten Getreuen Schlageters, einer der Kämpfer aus den 3ahren 1921 23 mit den Worten „Kann Dir die Hand nicht geben, bleib’ Du im ewigen Leben, mein guter Kamerad" einen Kranz nieder. Hnter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden erfolgte der Abmarsch. Großer Wahlsieg der NSDAP. in Danzig. Absolute Mehrheit im neuen Volkotag. Danzig, 28. Mai. (III.) Bei den Mahlen zum Danziger Volkslag sind nach einer nichtamtlichen Zusammenzählung aus sämtlichen Wahlkreisen insgesamt 215 135 Stimmen abgegeben worden. Davon erhielten: Rationatsoziatisten . . Sozialdemokraten . Kommunisten . . . . Zentrum..... Deutschnationale . . . hausbesih..... Jungdeutsche Bewegung . Polnische Listen . 107 619 (32 457) 38 210 (49 965) 14 800 (20 194) 31 507 (30 230) 13 601 (25 938) 998 (—) 1 677 (6 708) 6 726 (6 377) Rach dieser Gesamtzählung hat die R S D A P. die absolute Mehrheit in Danzig erzielt. Die RSDAp. erreichte zusammen mit den Stimmen der ihr verbundenen Zungdeutschen Bewegung 109 296 gegen 105 839 sämtlicher übrigen Parteien, d. s. 50,8 o. h. der abgegebenen Stimmen. Der neue Volkstag. Die Mandatsvertcilunsi nach dem vorläufigen Ergebnis. Danzig, 28. Mai. (WTB.) Rach einer vorläufigen Berechnung werden sich die Mandate im neuen Danziger volkstag auf Grund des Ergebnisses der heutigen Wahl voraussichtlich sol- gendermaßen verteilen (in Klammern die bisherigen Mandatsziffern): Rationalfoziatiften, davon 1 Jungdeutscher 37 (13) Deutschnationale 4 (10) Zentrum 11 (11) Sozialdemokraten 13 (19) Kommunisten 5 (7) Polen 2 (2) Die Deutsch-Danziger Hausbesiherpartei, die als einziges Ueberbleibfel der liberalen Mitte in den Wahlkampf gegangen war, hat kein M a n - d a t erzielen können. Diese Mandatserrechnung ist allerdings auf Grund der bisherigen nichtamtlichen Schlußziffern erfolgt. Es ist möglich, daß bei den amtlichen Endziffern noch eine kleine Aende r u n g eintritt, fo daß unter Umständen die RSDAP. 38 und das Zentrum nur 10 Mandate erhält. Jedoch hängt dies von der endgültigen Gestaltung der Endziffern ab. Damit haben also d l e Nationalsozialisten im Danziger Bolkstag bie absolute Mehrheit erreicht, da der Bolkstag insgesamt 72 Abgeordnete hat. Die Bekanntgabe des nationalsozialistischen Wahlsieges durch Lautsprecher wurde an verschiedenen Stellen der Stadt von Tausenden von Menschen mit begeisterten Kundgebungen ausgenommen. Die Menge brachte Heiil-Ruse auf Adolf Hitler aus und fang das Deutschlandlied und Vas Horft-Wefsel-Lied. Die Neubildung der Danziger Regierung. Danzig, 29. Mai (CVB. Eigene Meldung.) Durch das eindeutige Ergebnis der gestrigen Wahl ist der gegenwärtigen Danziger Regierung, die sich auf eine Koalition von Deutschnationalen, Zentrum und liberaler Mitte stützte, der Boden entzogen worden. 3n unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß die Regierung Ziehm nunmehr ihren R ü ck t r i 11 erklären und bis zur Wahl des neuen Senats durch den Dolkstag nur noch geschäftsführend amtieren wird. Vach der Danziger Verfassung muß der neue Volkstag innerhalb von 30 Tagen einberufen werden. Die Nationalsozialisten sind, da sie über dieabsoluteMehrheitver- fügen, ohne weiteres in der Lage, die neue Regierung ohne Mitwirkung anderer Parteien zu bilden, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß sie auf die Einbringung eines verfassungsändrrnden Ermächtigungsgesetzes verzichten. Zur Verabschiedung eines solchen Gesetzes wäre eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, über die die RSDAP. allein nicht verfügt. 3n diesem Falle würde die RSDAP wohl mit dem Zentrum und den Deutsch- nationalen Verhandlungen aufnehmen. Der von der NSDAP, zum künftigen Danziger Senatspräsidenten ausersehene Landbundführer Dr. Rau sch n ing hat sich nach Beendigung der Wahl noch in der Nacht nach Berlin begeben, um im Herrenhaus vor den Vertretern der Presse Erklärungen über die künftige Danziger Politik abzugeben. Ruhiger Wahlverlauf. Danzig, 28. Mai. Die Dolkstagswahlen nahmen im ganzen Freistaat bei prachtvollem Wetter einen sehr ruhigen und friedlichen Verlauf. Vur vereinzelt kam es zu unbedeutenden Zwischenfällen, wie dies sich bei keiner Wahl ganz vermeiden läßt. Die Stadt selbst bot ein buntbewegtes Bild. Fast alle Häuser waren mit Hakenkreuzsahnen geschmückt. Die Hauptstraßen waren mit Spa - jiergängern überfüllt Vorwiegend im Dienste der VSDAP. stehende, mit bunten Plakaten beliebte Autos durcheilten die Stadt, um noch in letzter Minute Anhänger zu werben. Die Wahlbeteiligung ist allem Anschein nach sehr groß gewesen. Um 18 Ahr wurden die Wahllokale geschlossen. Die Restaurants haben sich fast alle mit Lautsprecheranlagen versehen, um ihren Gästen die Wahlresultate bekanntgeben zu können. Oie aus dem Reich gekommenen Danziger dursten nicht wählen. Danzig, 28. Mai. (TA.) Aus dem Reich waren zum heutigen Wahlsonntag mehrere hundert dort wohnhafte Danziger Staatsangehörige über Marienburg im Freistaat eingetroffen in der Annahme, daß sie ihre Stimme in Danzig abegben durften. Rach der Danziger Wahlordnung, die von der Regierung Ziehm nicht abgeändert worden ist, ist jedoch eine solche Wahlbeteiligung von Im Reich lebenden Staatsangehörigen unmöglich. Der zahlreichen reichsdeutschen Danziger bemächtigte sich infolgedessen ein großer Anmut. Von der RSDAP. ist für den Fall der Aebernahme der Regierung in Danzig die sofortige Abänderung der Wahlordnung in dem Sinne zuaesagt worden, daß auch die reichsdeutschen Danziger in Danzig wahlberechtigt sein sollen. Msreisesichwermerk gegen Zahlung von 1000 Mark snr den Verkehr mit Oesterreich. Oie Antwort des Reichs auf die Provokationen der Regierung Dollfuß. Das letzte Mittel zur Vermeidung schwerer Konflikte. Berlin, 27.Mal. (TU.) Amtlich wird mit- geteilt: „Die gegen die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich auf dem Rotoerordnungswege erlassenen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung, die in dem a b - soluten verbot aller Uniformen, Mahnen, Abzeichen und sonstigen Emblemen der nationalsozialistischen Bewegung gipfeln, haben die Gefahr heraufbeschworen, daß die als G ä st e in Oesterreich weilenden reichsdeutschen Rationalsozialisten in Unkenntnis dieser Bestimmungen ln Konflikt mit den ö st erreicht schen Behörden geraten, was zwangsläufig eine Störung der freundschaft- lichen Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich führen mühte. Jn dem Bestreben, die deutschen Reisenden vor unliebsamen Zwischenfällen zu bewahren, und alles zu vermeiden, was zu einer Störung des Verhältnisses der Reichsregierung zur österreichischen Bundesregierung führen könnte, wird der Reichsinnen- minisker eine den Reiseverkehr nach Oesterreich betreffende Verordnung erlassen, wonach ab 1. Juni die Ausreise von Reichsdeutschen nach Oe st erreich von der Erteilung eines Ausrelsesichtvermerks abhängig gemacht wird, der gegen Zahlung einer Gebühr von 1 0 0 0 Mark erteilt wird. Ausnahmen hiervon werden nur gewährt für den ordnungsmäßigen Geschäftsverkehr zwischen beiden Ländern und den sogenannten kleinen Grenzverkehr im Sinn der Zollgesetzgebung, nicht dagegen für den Ausflugsverkehr. Die Verordnung wird am Montag, dem 29. Mai, erlassen werden. Zu dieser Perordnung wird von zuständiger Stelle betont, daß es angesichts der gegen den Rationalsozialismus in Oesterreich ergriffenen Maßnahmen für die deutsche Regierung unmöglich geworden ist, den Fremdenverkehr nach Oesterreich so u. überwachen, daß in Oesterreich keine Zusammen st öße zwischen deutschen Rationalsozialisten und österreichischen Regierungs- und Polizeiorganen erfolgen. Die deutsche Reichsregierung ist nicht in der Lage, die Reisenden an der Grenze nach Rationalsozialisten und Richtnationalsozialisten zu sortieren. Sie muß es verhindern, daß die deutschen Reisenden in Oesterreich der peinlichen Situation ausgesetzt werden, als l ä st i g e Ausländer zu gelten und als solche eventuell ausgewiesen zu werden. Da zwischen Deutschland und Oesterreich bisher ein besonders enges Nie erste deutsche Oper. Don Professor Or. Werner Deetjen, Weimar. Die Goethe-Gesellschaft rüstet sich zu ihrer Hauptversammlung, die diesmal im Zeichen Wielands steht, denn am 5. September sind zweihundert Jahre seit der Geburt des „Oberon" - Dichters vergangen. Das Deutsche Rationaltheater bietet dazu den Mitgliedern als Festaufführung Wielands „Alceste" in der Komposition Anton Schweitzers, ein Werk, das für die Entwicklung des deutschen Musikdramas von epochaler Bedeutung ist. Am 28. Mai 1773, also vor hundertsechzig Jahren, ist die „Alceste" von der Seylerschen Truppe auf der Weimarer Schloßbühne in der alten 1774 abgebrannten Wilhelmsburg zum ersten Male vor dem Hof und geladenen Gästen ausgeführt worden. Das Theater befand sich im Erdgeschoß des nach der Ilm hin gelegenen nördlichen Flügels und faßte ungefähr hundert Personen. Wie berichtet wird, dirigierte der Komponist, der seit einem Jahr Kapellmeister der Seylerschen Truppe war, im Orchester am Flügel sitzend, sein Werk selbst. An einem anderen Flügel spielte der Hofkapellmeister Ernst Wilhelm Wolf, der sich gleichfalls häufig als Komponist betätigt hat und sich später auch an eine eigene Vertonung der Wielandschen Dichtung wagte, während der Konzertmeister Karl Gottlieb G ö p f e r t die zahlreichen Geigen führte. 2m übrigen spielten im Orchester die Schüler des Stadtmusikus Eberwein. Die Dekorationen stammten von dem bekannten Maler Georg Melchior Kraus, und alles maschinelle Beiwerk wurde von dem durch Goethes Gedicht unsterblich gewordenen braven M i e d i n g hergerichtet und bedient. Wieland hatte im 12. Jahre Musikunterricht erhal- riet ihm, diese Arie vor jetzt ganz bei Seite zu ten und pflegte gern auf dem Klavier zu phantasieren. Schweitzer, der als armer Chorknabe in Hildburghausen von dem dortigen kunstliebenden Fürsten entdeckt und ausgebildet und schnell zum Dirigenten befördert worden war, lobte sein Spiel und wünschte, seine Phantasien in Noten zu setzen. Schon von Erfurt aus hatte der Dichter bei seinen häufigen Besuchen in Weimar den Musiker kennen und schätzen gelernt; und nach seiner Uebersiedlung an den Hof Anna Amalias trat er Schweitzer wirklich nahe. Bald erkannte er in ihm den Mann, der imstande sei, mit ihm zusammen die völlig vor- nachlässigte ernste Oper zu fordern, wie er es schon freundschaftliches Verhältnis besteht, ist die Reichscegierung bemüht, dieses nicht zu stören und sie wird daher alles unterlassen, was den Anschein erwecken könnte, als ob Deutschland eine Weltanschauung, die bei uns die Staatsauffassung geworden ist, Oesterreich auf ottr oieren wolle. Oie Pfingstiagung des VOA. findet in Passau statt. Berlin, 27. Mai. (TU.) Infolge der Ereignisse der kehlen Zeil und der Haltung gewisser kreise in Oesterreich zur Pfingsttagung des VDA. in Klagenfurt Hal sich die Reichsführung des VDA. veranlaßt gesehen, diese Tagung als „Klagenfurter Tagung" nach Passau zu verlegen. Der VDA. Hal sich bis zuletzt aufs äußerste bemüht, trotz der immer mehr sich häufenden politischen Treibereien und gehässigen Zeitungsangriffe bestimmter politischer Gruppen die Durchführung dieser auf Volksdeutscher und gesamtdeutscher Grundlage stehenden Tagung zu ermöglichen. Diese Treibereien richteten sich besonders gegen den Anschlußcharakter der Tagung. Auch die Bundesregierung machte sich diese Stellungnahme zu eigen. Sogar die Gedenkfeier für die ge- fallenen Kärnter Abwehrkämpfer wurde in diese Bedenken eingezogen. Obwohl der VDA. sich ausdrücklich bereit erklärt hakte, die allgemein bestehenden Vorschriften zu beachten, kamen weitere Behinderungen. Es wurde den reichsdeutschen Teilnehmern auch verwehrt, vom Reiche amtlich anerkannte Flaggen zu zeigen und im Festzuge mitzuführen. Die allgemeinen politischen Ereignisse verschärften die Lage derartig, daß eine Gewähr für die freie, dem Grundcharakter dieser Pfingstveranstaltung entbrechende Durchführung der VDA.-Tagung nicht mehr gegeben erschien. So ordnete die VDA.-Relchsführung in Zusammenhang mit den von behördlicher Seite getroffenen Maßnahmen die Verlegung der Gesamt- lagung nach Passau an. Sämtliche Einladungen und Zusagen gelten nunmehr für Passau. In Passau wird das KlagenfurterProgramm zur Durchführung kommen. Der VDA. will in der allen deutschen Bischofsstadk Zeugnis ablegen von der Einheitund Ganzheit desdeutschen Volkes. Mit dem Blick nach Osten und in unlöslicher Verbundenheit mit dem deutschen Volk Oesterreichs wird der VDA. sich zur Wahrung der deutschen Mission der Alpen- und Donauländer, zur Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen in der Welt bekennen. lange geplant hatte. Das erste Werk dieser Art, das betoe laufen, war ein Festspiel zu Ehren der Herzogin „Aurora". Da ertränkte Wielanos Gattin ge- äyrlich, genas aber, obwohl sie von den Aerzlsn chon aufgegeben war. Sie kehrte ihm wie Alceste )em Admet „gleichsam aus der Unterwelt" zurück, und unter dem Eindruck dieses Erlebnisses drängte es den Dichter, den ihm durch das Drama des Euripides bekannten Stoff zu bearbeiten. „Das Personal des singenden Theaters", so erzählt er, „bestand aus nur vier Personen. So viele Personen tonnte ich also nur annehmen. Besonders gefiel mir die Idee, der Alceste zwei Kinder zu geben, weil ich selbst damals nur zwei hatte". Als er das Werk der Herzogin vorgelesen hatte, fragte sie ihn, wer es denn komponieren würde? Er nannte den Namen Schweitzers und wußte Anna Amalia, die lieber den Kapellmeister Wolf bevorzugt hätte, mit Wärme zu überzeugen, daß allein Schweitzer für diese Aufgabe sich eigne. Dieser ging, für das in ihn gesetzte Vertrauen sehr dankbar, oft zu Wieland, um sich von ihm die Dichtung vorlesen zu lassen, und trat dann an die Arbeit heran, die er nicht leicht nahm. Der Dichter erzählt uns: „Eines Tages kam er und sagte: er müsse wohl die ganze Komposition aufgeben. Da sei eine Stelle, wo Alceste aus Elysium wieder hervortritt und die Worte spricht: „Noch weht ein Geist der Unvergänglichkeit mich an." Hier müsse ein gewaltiger Uebergang stattfinden, der ihm aber unmöglich zu treffen sei. Ich sprach ihm Mut ein, riet ihm, diese Arie von jetzt ganz bei Seite zu legen. Mir gehe es mit gewissen Dichtungen, ja sogar einzelnen Reimen ebenso" Eine Woche danach kam Schweitzer strahlenden Auges wieder, er glaubte, die Lösung gefunden zu haben, und wirklich wurde es nach Wielands Meinung „eine der sublimsten Stellen: „Der Uebergang von ö-Dur zu kck-Dur ist überraschend und bei vollem Orchester erschütternd." Die gesamte Komposition befriedigte den Dichter in hohem Grade. An einen Freund schrieb er enthusiastisch: „Erstaunen werden Sie, wie ich, wenn Sie mit eigenem Ohr hören, tieif in Ihrer eigenen Seele fühlen ... wie groß die Gewalt dieses Tonkünstlers über unser Herz ist! Wie sehr er Maler und Dichter ist! Wie meisterlich er sich des eigenen Charakters der Personen bemächtigt, mit welchem Feuer er ihre Leidenschaften, mit welcher Wahrheit, Feinheit und Zärtlichkeiten er ihre Empfindungen ausdrückt! Nichts übertrifft die Kunst, womit er jede Stelle vorbereitet, ober unterstützt, ober vollendet. Aber was ich am meisten an ihm schätze, ist die Weisheit, womit er die Begierde zu schimmern und den Ohren zu schmeicheln, ja, wo es seyn muß, die mecha- (Strenge österreichische Devisenbestimmungen. Berlin. 27.Mai. (WTB.) Amtlich wird darauf hingewiesen, daß nach den in Oesterreich geltenden Devisenvorschriften aus Oesterreich nur 200 ö. S. bzw. der Gegen wert von 5 0 0 ö. S. ausgeführt werden dürfen. Dies gilt auch für die Durchreise durch Oesterreich. Deutsche Reichsangehörige, die einen größeren als den genannten Geldbetrag bei sich führen, haben damit zu rechnen, daß ihnen bei der Ausreise aus Oesterreich von dem österreichischen Grenzzollamt der Mehrbetrag beschlagnahmt wird, wie dies beinahe täglich seitens des österreichischen Eisenbahnzollamtes t n Kufstein geschieht. Um eine Beschlagnahme von Geld und die mit der Wiedererlangung verbundenen Scherereien zu vermeiden, wird den deutschen Reisenden dringend empfohlen, sich bei der Einreise nach Oesterreich, insbesondere auch bei der Rückreise von Italien, von den österreichischen Zollbeamten die mit- geführten Geldbeträge im Reisepaß vermerken zu lassen. Pastor von Melschwingh znm Aeichsbischos -er Evangelischen Kirche bestimmt Zustimmung der evangelischen Landeskirchen. — Eine Kundgebung des neuen Reichsbischofs. Berlin, 27. Mai. (OB.) Die Vertreter der Deutschen Evangelischen Landeskirchen haben, wie der Evangelische Pressedienst erfährt, in zweitägiger Beratung die Schritte gebilligt, die von den Bevollmächtigten des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes Dr. Dr. Kapier, D. Rlarahrens und D. Hesse, zur Schaffung einer neuen Evangelischen Kirche unternommen wurden. Die Vertreter stimmten den von den drei Bevollmächtigten in Gemeinschaft mit dem Bevollmächtigten des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, aufgestellten Grundzügen für die künftige Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche zu. Es bestand Einmütigkeit, daß an der Spitze der künftigen Kirche ein Reichsbischof lutherischen Bekenntnisses stehen soll. Unter völliger Wahrung der Grundsätze des reformierten Bekenntnisses in der Bischofsfrage haben sich die Reformierten entschlossen, dem Gesamtverfassungswerk 3 u 3 u ft i m m e n. Durch die Billigung der in der Öffentlichkeit bereits bekanntgegebenen Entschließung der drei Vertreter der Kirchen wurde Pastor D. v. Bode'- schwingh 3 u m Reichsbisch 0 f beftimmt. In feierlicher Sitzung wurde er alsdann am Samstagnachmittag vom Präsidenten Dr. D. Kapier begrüßt. Es machte tiefen Eindruck, als Dr. v. Bodel- fchwingh in starker Innerlichkeit betonte, fein Amt in Gehorsam gegen Gott aufzunehmen und in entschlossenem Verantwortungsbewußtsein als Dienst an Kirche, Staat und Volk führen zu wollen. Das Verfassungswerk der Kirche soll in Fühlung mit dem Bevollmächtigten des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, baldigst zum Abschluß gebracht werden. In einer Kundgebung an die Evangelische Kirche Deutschlands erklärt der neue Reichsbischof v. Bodelschwingh u. a.: „Roch einmal hat Gott unserem Volke die Möglichkeit geschenkt, aus der tiefen Bewegung dieser Zeit zu einer Reuordnung zu kommen, die den Weg in eine Harte reine Zukunft freimachen soll. 2n solcher Wende der Zeit ist auch die Christenheit zu einer neuen Gestaltung ihres Lebens berufen. Ich habe dieses Bischofsamt für mich nicht begehrt, sondern i ch gehe den Weg des Gehorsams. Wenn die verantwortlichen Männer der Kirche mich beauftragt haben, der ich aus einer Arbeit an Armen und Kranken komme, so zeigt das den Weg, den ich auch weiterzugehen habe. Es ist der Weg der Diakonie. Ginge es nach mir, so würde ich lieber Reichsdiakon als Reichsbischof genannt werden. Aber es liegt nicht am Ramen, seinen Ramen soll das Amt bekommen, durch einen Willen, der nicht herrschen, sondern dienen möchte in der demütigen Nachfolge dessen, der „nicht gekommen ist, daß er sich dienen läßt, sondern daß er diene und gebe sein Leben zur Erlösung für viele". Allen, denen es um diesen Dienst der Kirche geht, strecke ich in dieser Stunde mit brüderlichem Vertrauen die Hand entgegen und bitte sie, mich und mein Amt mit ihrer Fürbitte und ihrem Gebet zu tragen.“ Wehrkreispfarrer Müller spricht im Rundfunk zur Krage des Reichsbischofs. Die Stellung der Glauben-bewegung „Deutsche Christen". Berlin, 27. Mai. (ERB.) Wehrkreispfarrer M ü 11 e r, der Vertrauensmann des Reichskanzlers für kirchliche Angelegenheiten, hielt über den Deutschlandsender einen Vortrag über die bevorstehende Reubildung der evangelischen Reichskirche und die Wahl des Reichsbischofs, in dem er il a. ausführte: Die Kirchenregierungen haben den Ruf der Stunde nicht gehört. Die Lösung, die sie uns in der Frage des Reichsbischofs Vorschlägen, ist nicht verknüpft mit dem, was jetzt an Glaube, Hoffen und Liebe durch die bisher stumpfen und verzweifelten Millionen geht. Die Wahl der Kirchenregierungen ist nicht die Wahl der Deutschen Christen. Denn sie ist nicht die Wahl des gegenwärtigen deutschen evangelischen Kirchenvolkes. Der Reichsbischof feilte ein Mann fein, dessen Rame Widerhall weckt in unseren kämpfenden Scharen, ein Mann, dem das ganze aufbrechende Volk von Herzen mit Vertrauen entgegenfliegt. Er (sollte der Führer der Kirche zu neuem Werden und neuer Tatkraft sein. Es ist eine Unnatur, daß Männer ihn gewählt haben, die in ihrer Mehrheit Vertreter des Bestehenden sind, das der Verjüngung aus den Möglichkeiten der Stunde bedarf. 3n uns Deutschen Christen hat der Glaube an das reine, lautere Evangelium von Jesus Christus eine freue, heiße Liebe zu unserem Volk und unserer Kirche geweckt. Und eben darum sagen wir nein zu dieser Lösung und nein erst recht zu dem Wege, auf dem sie gefunden worden ist. Wir gedenken der jungen tapferen Kameraden von der SA. und von der SS., sie sind es, die unser Volk und unseren Staat in dem Werke des Neubaues tragen und ihnen soll die Kirche unverfälscht und unverkürzt das Evangelium sagen. Wir gedenken unserer deutschen Brüder, die bisher Marxisten gewesen sind. Wir sprechen nicht von Rechtsfragen Im juristischen Sinne. Auch sie liegen nicht günstig für die Kirchenregierungen. Wir sprechen von dem lebendigen Recht der geschichtlichen Stunde, der wir im Glauben gehorchen müssen. Deshalb weigern wir uns, die Entscheidung der Kirchenregierungen anzunehmen. Vorwärts mit Gott für eine neue Evangelische Kirche, die frei und bereit und tüchtig ist zum Dienst am gegenwärtigen deutschen Volk! Nischen Kunstregeln selbst der höheren Absicht, auf die Seele zu wirken, aufzuopfern weiß. Andere sehen den Dichter als ihren Handlanger an; er als leinen Gebieter. Er weiß zu schweigen, wo der Dichter allein reden muß; aber wo jener an den Grenzen feiner Kunst ist, da eilt er ihm mit der ganzen Macht der (einigen zu Hülfe. Man kann nicht von ihm sagen (obwohl dies ein großes Lob für einen schwächeren Komponisten märe), daß er mit seinem Dichter ringe. Was er thut, ist ganz andres, und es ist ohne Zweifel unendlich mal mehr. Er verliert sich in seinem Dichter, er wird mit ihm zu einer Person; ein Genuß, ein Herz scheint beide zu beseelen. Wie oft, wenn er mir eine Stelle, womit er soeben fertig geworben, vorsang, rief ich aus: welche Muse offenbart Ihnen die eigensten Gedanken meiner Seele und gibt Ihnen den einzigen Ausdruck, den angemessensten unter allen möglichen, ein? Wie machen Sie cs, baß Sie mehr tun, als ich selbst? Daß Sie sich des Ideals bemächtigen, welches im Arbeiten meinem Geiste vorschwebte, und welches ich unvermögend war, mit Worten völlig zu erreichen?" Der Dichter nahm an allen Proben teil «unb war im besonderen von der Leistung der schönen Madame Koch als Alceste so entzückt, daß er ihr eine Huldigung in Versen darbrachte. Die Ausführung bedeutete ein Ereignis für das ganze gebildete Deutschland und hatte einen großen Erfolg. Zur Zeit völliger Verwelschung der ernsten Oper (selbst der große Reformator Gluck vertonte nur fremdländische Libretti) war mit der zwar stofflich an Euripides anknüpfenden, aber doch ganz selbständigen „Alceste" endlich ein dichterisch wertvoller deutscher Text von einem der namhaftesten deutschen Dichter geschaffen und als würdig, komponiert zu werden, erkannt worden. Die „Dafne" von Martin Opitz (1627), komponiert von dem sächsischen Kapellmeister Heinrich Schütz, die vielfach als erste deutsche Oper bezeichnet wird, ist ein nach italienischem Vorbild geschaffenes Festspiel, in dem alle Künste wetteifern, die Sinne zu befriedigen. In der „Alceste" dagegen haben wir ein schlichtes, in sich geschlossenes, keinen äußeren Aufwand erforderndes Werk, das weit eher der „Einfalt und Gröhe" der antiken Tragödie nahe kommt, und die Seele zu ergreifen vermag. Daß Wieland den rechten Stil gefunden, beweist auch die Tatsache, daß Gluck ihn nun um eine Dichtung bat, die er komponieren wolle. In verhältnismäßig kurzer Zeit erreichte die „Alceste" allein in Weimar die für die damalige Zeit bedeutende Zahl von fünfundzwanzig Aufführungen, und viele andere Bühnen übernahmen die Oper. Wieland jubelte über bas Gelingen des Unternehmens, zu dem ihn feine fürstliche Gönnerin angeregt hatte, unb schrieb in seinem „Deutschen Mercur" begeistert über die „Alceste". Er konnte sich in seiner Freude über den Erfolg dabei nicht einer gewißen Ruhmredigkeit enthalten, und diese reizte den jungen Goethe zu der witzigen, aber ungerechten Farce „Götter, Helden und Wieland". Der Verfasser nannte sie selbst „ein schändlich Ding", bereute später den Angriff unb bewies in seiner „Iphigenie", daß Wielands „Alceste" nicht ohne Nutzen für ihn gewesen war. Kanadische Arbeitslager. Die Beschäftigung der Erwerbslosen in Arbeitslagern, die bei uns jetzt in großem Maßstab durch- gesührt wird, ist schon seit einiger Zeit in Kanada erprobt worden. Wie dem Bericht eines Blattes in Montreal zu entnehmen ist, wurde mit dec Einrichtung dieser Lager vor einem Jahr begonnen, als die kanadische Regierung erwerbslose Junggesellen als Freiwillige zu diesem Zweck aufrief. Der Andrang war so groß, daß nur ein kleiner Prozentsatz angenommen werden konnte, diese Leute würden nach ihrer körperlichen Tüchtigkeit und Eignung für bestimmte Arbeiten ausgewählt. Rekrutierungs- Depots wurden dann bei den Hauptquartieren jedes militärischen Bezirks eingerichtet, und die Freiwilligen wurden zu „Arbeitsregimentern" ausgebildet. Die Männer sind in Arbeitslagern untergebracht, für deren Anlage die Regierung bisher 125000 Dollar ausgegeben hat. Jeder Mann bekommt freie Nahrung und Unterkunft sowie 20 Cents täglich für seine Arbeit. Die Organisation vollzieht sich ganz auf militärischer Grundlage. Alte Heeresausiüstun- gen, die fett der Demobilisierung nach dem Weltkrieg unbenützt herumgelegen hatten, wurden verwendet. Die meisten Insassen der Lager fühlen sich dort wohl und ziehen diese Art des Lebens trotz der knappen Bezahlung dem Herumlungern und dem vergeblichen Suchen nach Arbeit vor. Die Zahl der einzelnen „Regimenter" schwankt zwischen 50 und 250, da die Stärke von der gerade zu leistenden Arbeit abhängt. In den Lagern, deren es bereits in ganz Kanada mehr als ein Dutzend gibt, sind gegenwärtig etwa 3000 unverheiratete Leute beschäftigt. Sie stehen unter der Aufsicht von Offizieren der verschiedenen Militärbezirke. Man beabsichtigt in Kanada, diese Organisation, die sich in dem verhältnismäßig kleinen Umfange nach einem Jahr gut bewährt hat, weiter auszubauen. Reichsstaichalier Sprenger in Oberheffen. Herzlichster Empfang in Gießen unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung. den der Führer selbst geht. Dir geloben Ihnen, uniert ganze Kraft einzusetzen, mehr al» zuvor, um die großen Ziele des Nationalsozialismus zu verwirklichen. Unser Wahlspruch wird sein: „2Hlf dem Kelchsstailhaller, mit dem Volkstanz- ler Adolf Hiller für ein nationalsozialistische» 3m Gegensatz zu der Desuchssahrt des Herrn Reichsstatthalters Sprenger am Himmel- fahrtstage durch die Provinz Starkenburg in strömendem Regen war die gestrige Fahrt deS Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters der RSDAP. durch die Provinz Oberst, s,en erfreulicherweise von bestem Sommerwetter begünstigt, so daß der Herr Aeichsstatthalter und seine Begleiter, aber auch die Bevölkerung von diesem denkwürdigen Besuche einen schönen Sonntagsgenuß und eine angenehme Erinnerung gewinnen konnten. Aach den bis heute früh um 8 Uftr bei uns vorliegenden Mitteilungen au- der Provinz Oberhessen ist dem Herrn Reichsftatthalter und Vertrauensmann des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler überall in der Provinz ein begeisterter Empfang Auteil geworden. der eindrucksvoll Zeugnis ablegte von dem Bewußtsein der engsten Zusammengehörigkeit unserer Provinz mit der nationalen ReichS- leitung und ihren BertrauenSpersonen in der engeren Heimat. 3n der Geschichte unserer Provinz Oberhessen wird der gestrige Besuch deS Herrn Reichsstatthalters zu den bedeutsamsten Denkwürdigkeiten gehören. Lieber den feierlichen Empfang in Dieben, dem zum Bedauern unserer Bürgerschaft leider nur eine kurze Spanne Zeit gewidmet werden konnte, ist folgendes zu berichten. Das Festkleid der Stadt Gießen war an der Stirnseite vor den Anlagen mit der Front nach dem Drandplah zu ein breites Podium errichtet, das mit Hakenkreuz-Flaggen umkleidet war und einen ebenfalls mit diesen Flaggen geschmückten Aufbau als Hintergrund hatte. Die Polizcigebäude und das Kreisamt waren reich mit Girlanden bekränzt, über dem Eingang zum Polizeiamt prangte ein mächtiges Girlanden- Hakenkreuz, dazu kam daS frische Grün der Bäume deS Anlagcnstückes — kurzum eine prächtige Farbensinfome. Aber nicht nur dieser Platz und die von dem Herrn Reichsstatthalter durchfahrenen Straften waren als Zeichen der Freude und des herzlichen Willkommcngruftes der Bürgerschaft an den Herrn Reichsstatthalter in groh- artiger Weise geschmückt, auch die übrigen, von dem Gast nicht durchfahrenen Straften zeigten Fahnen und Fahnen. Dabei hatte die Hakenkreuzflagge den Borrang, dann folgte Schwarz- Weift-Rot, vereinzelt sah man daneben das Rot- Weift der Landesflagge. Die militärischen Gebäude hatten die Reichskriegsflagge gesetzt- Don der herrschaftlichen Billa bis zur Kleinstwohnung, vom Parterre bis hinauf zur Mansarde wurden die Fahnen, Fähnchen und Wimpel gezeigt, kam dadurch die Bolksverbundenheit der nationalsozialistischen Staarsführung mit allen Schichten der Bevölkerung zum Ausdruck. Ein unvergeßliches Bild! Die Universität-- und Provinzialhanptstadt Diesten hatte zu Ehren deS Herrn Reichsstatthalters und GauleiterS Sprenger ein auster- ordentlich festliches Gewand angelegt. Am Süd- eingang der Stadt von Klein-Linden her war fn Höhe der Schuber strafte eine Ehrenpforte errichtet, die in der Mitte die Aufschrift „Heil Hitler" trug, zu beiden Seiten mit Hakenkreuzflaggen und in der ganzen Ausdehnung reich mit frischem Grün geschmückt war. 3n der Frankfurter Strafte, von den Häusern in der Aähe der Ehrenpforte an biS hinein zur Stadtmitte, und bann allüberall Fahnen an Fahnen, vielfach mit Girlanden geschmückte Häuserfronten und als Höhepunkt auf dem Landgraf-Philipp-Platz, der Stätte der feierlichen Begrüftung, ein Schmuck mit Fahnen und frischem Grün, wie man ihn sich nicht eindrucksvoller und würdiger wünschen und denken konnte. Die Stadtverwaltung hatte neben der Ehrenpforte an der Echubertstrahe noch eine dichte Doppelreihe von Fahnenmasten zu beiden Seiten der Frankfurter Strafte von der Bahnüberführung bis zum Selterstor und eine gleiche Doppelreihe zu beiden Seiten des Land- graf-Philipp-DlatzcS errichten lassen. Die Masten in der Frankfurter Strafte trugen Hakenkreuz- und schwarzweiftrote Fahnen, die Masten auf dem Landgraf-Philipp-Platz waren mit den warm leuchtenden Hakenkreuzfahnen geschmückt. Dazu Oer Aufmarsch zum Empfang Wie wir aus der Bürgerschaft hörten, hatten Aur Zeit des feierlichen Empfanges, da wir Zeuge des geschichtlichen Ereignisses auf dem Landgras-Pyilipp- Platz waren, an der Ehrenpforte bei der Schubert- strafte die Hitler-Jugend, der Bund deutscher Mädel und die Postbeamtenschaft spalierbildend Aufstellung genommen, wo sie den Herrn Reichsstatthalter mit begeisterten Heil-Rufen begrüßten. Ebenso hatten an der Fahrtstrecke viele, viele Frauen, Männer und Kinder sich postiert, um dem Vertrauensmann und Stellvertreter des Herrn Reichskanzlers In Hessen ihren Gruß darzubringen. Das Schwergewicht des Aufmarsches der Bürgerschaft zum Empfang lag naturgemäß beim Landgraf-Philipp-Platz. Schon von etwa 9% Uhr ab marschierten Sturm auf Sturm der SA., Trup s der Jugend, Betriebszellenorganisationen, Polizei, Gendarmerie, Verbände und militärische Vereine, gegen 10% Uhr die Amtswalter der NSDAP., die Stadtratsfraktion der NSDAP, im braunen Ehrenkleid unter Führung des Fraktionsführers Hahn, die Kreistagsabgeordneten der NSDAP., der Stahlhelm unter Führung des Orts- Gruppenleiters Oberstleutnant a. D. ß o p p e, die starke Gruppe der Eisenbahner usw. usw. auf. Mittlerweile hatten sich auch die Spitzen der Behörden, die Abordnung der Universität, das Ofizierkorps unseres Bataillons, Abordnungen von Behörden, Schwerkriegsbeschädigte usw. eingefunden. Zur Unterhaltung der Menge spielte wiederholt die Standartenkapelle. Als imponierendes Kernstück war in 4 straffer und bewundernswerter Disziplin der SA.- Sturmbann IV/116 unter Sturmbannführer Bender- Hungen in weitem, in Richtung Brandplatz offenen Viereck aufmarschiert. Neben der Spitze der SA. vor dem Polizeirevier 1 hatte die Schutzpolizei mit Abordnungen der Hilfspolizei Aufstellung genommen; auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Völkermuseum — das (nebenbei bemerkt! bei einer nächsten größeren Feier bei der evtl. Anbringung von Girlanden nicht wieder wie gestern unberücksichtigt gelassen werden sollte! — standen mit SA.- Stürmen der Stahlhelm, militärische Vereine, Betriebszellen usw. Hinter diesem Aufmarsch und im Anschluß an die beiden ßängsfronten des offenen Vierecks hatte sich eine dichtgedrängte, große Menschenmenge aufgeftellt. Vor dem Podium standen zu beiden Seiten die Fahnenabordnungen, davor die Spitzen der Behörden, das Offizierkorps, die Stadt- ratssraktion und die Amtswalter der NSDAP., Ab- ordnungen usw. Den Absperrdienst und die Platz- aufficht versah die SS. Ein kleines Mädelchen wartete mit einem prachtvollen Rosenstrauß auf den Gast, unmittelbar vor dem Aufgang zum Podium hatten sich zwei Jungen der Hitler-Jugend und zwei Buben des Jungvolks aufgeftellt, die dem Gast Blumengrüße zu überreichen hatten und dazu so reichlich ausgestattet waren, daß sie zum Transport der Blumen ein ansehnlichen Handwagen benutzen mußten. Ueberall konnte man an den Gesichtern Begeisterung und frohgespannte Erwartung erkennen. als richtig erkannt, daran hängt er und hält er fest. Sie. Herr Reichsstatthalter, hatten das Vertrauen und die Herzen der Oberhessen für sich, ehe Sie (Bauleiter waren, Sie haben das Vertrauen als Gauleiter gehabt und Sie werden er erst recht a’s der persönlich Beauftragte des Führer» haben. Wir Nationalsozialisten im Kreise Gießen folgen Ihnen, wohin cs auch gehe, denn wir wissen, daß es der Weg ist, Deutschland!" In diesem Sinne fordere ich alle Nationalsozialisten auf, unterem Reichsstatthalter Jakob Sprenger ein dreifaches Heil auszubringen. „Unser Reichsstatthalter Jakob Sprenger Heill Heil! Heil! Mit großer Begeisterung stimmte die Wenge in den Dreimaligen Heil-Rus ein. Reichsstaiihatter Sprenger empfing zunächst bei feinem Gang zum Podium aus den Händen der Hitler-Jungen und der 3ungvoIk-Buben die Fülle der Dlumengrüfte, die ihm sichtlich herzliche Freude bereitete. Dann hielt der Herr Reichsstatthalter vom Podium aus eine Ansprache, in der er sagte: Ich danke zunächst für die herzliche Begrüftung, die Sie mir hier zuteil werden liehen. Herzlichen Dank vor allen Dingen auch dafür, daß Sic dieses Vertrauen in mich setzen. Herzlichen Dank allen, die gekommen sind. Ihre Grüfte gelten auch dem Führer der Deutschen, Adolf Hitler, und dem, der ihn gerufen, dem greifen Marschall, der uns im Felde geführt bat. Ich danke den Vertretern der Behörden und begrüße sie, ebenso den Vertretern der Universität. Ich begrüße insbesondere die Vertreter unserer Reichswehr. ES ist mir eine hohe Ehre und Freude, der ich in der nach dem Kriege vom Feinde geschasfenen neutralen Zone amtiere, immer wieder an den ®ren- (en meines Gaues auf Deutschlands Wehrmacht zu tosten. Unsere Reichswehr ist zwar klein, aber hrem Ziel und Wesen können wir vertrauen. Wir Rationalsozialisten haben angesichts des kleinen Heeres die starke Verpflichtung, durch unser Wollen und unser Handeln diese Wehr zu verstärken. Wie aber kann sie täglich neu gestärkt werden? Durch die Schaffung des Boden» der deutschen Arbeit als eines Friedenswerkes, wie es die Well noch nicht gesehen hat. Das wird zugleich ein Unterpfand für unsere weitere Entwicklung (ein. So wie Deutschland heute dasteht, durch Adolf Hitler geeint über alle Gegensätze und Klassen hinweg, so steht kein Volk da. Wer wäre so vermessen, dieses Volk in seinem friedlichen Aufbau stören $u wollen? Sollte das jemand tun, so wäre er in der Welt verfehmt. Wer so vermessen wäre, soll es wissen: hinter unserer Reichswehr steht das ganze Volk, stehen die herrlichen Scharen Adolf Hitlers, wir würden uns feftbelften Baum um Baum, Ackerfurche um Ackerfurche. Nichts geben wir frei, keinen Zentimeter der deutschen Scholle. Wir grüften die Deutschen, die unter fremder Herrschaft im fremden Land zu wohnen gezwungen sind. Wir fühlen unS mit ihnen verbunden, keinen werden wir vergessen. So wie Deutschland heute in Einigkeit denkt und handelt, so wollen wir unsere Herzen hinüberschlagen lassen über die Grenzen zu unseren Brüdern, das freie deutsche Volk auf freier deutscher Scholle, mit freiem Blick der freie deutsche Mann. So bleiben wir unüberwindlich. Wenn wir frei sein wollen, müssen wir immer die treue Gefolgschaft dessen sein, der uns dieses Deutschland gab. Wie in den alten Zeiten der Herzog vor seinem Volk Herzog und dieses ihm vertrauensvoll und treu folgte, so hat auch Adolf Hitler in unS die gleiche Gefolgschaft, bei der Führer und Gefolgschaft eins sind. So sehen wir eines neuen harmonischen Ausstiegs entgegen. wir wollen e i n Deutschland. Stamm neben Stamm Im friedlichen Wettbewerb, in dem alle einig sind, und an der Spitze der Führer. So grüßen wir die Heimat, so schauen wir übet die deutschen Gaue, so schauen wir auf zum Generalseldmarschall des Weltkrieges von Hindenburg, so sehen wir aus daS Vorbild Adolf Hitler und grüßen sie beide in unwandelbarer Treue mit Dreimaligem Sieg-Heil! Die Heil-Rufe wurden von der Menge freudig ausgenommen und anschließend gemeinsam der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Rach kurzer Verabschiedung von den Spitzen der Behörden fuhr Herr ReichSstatthalter Sprenger, dem die Menge erneut stürmisch zujubelte und die er, im Auto stehend, mit der erhobenen Rechten grüßte, gefolgt von den Herren seiner Begleitung ab. Leider war eS dabei nicht möglich, die am Samstag für die Abfahrt bekanntgegebenen Straften der Stadt noch zu passieren, da ohnehin schon Verspätung einzuholen und außerdem in letzter Stunde noch eine kurze Besichtigung des Flughafens Gießen in den Fahrplan eingeschoben worden war. Oer Besuch im Flughafen. Herr Reichsftatthalter Svr en ger mit feiner Begleitung wurde auf dem Gießener Flughafen von Regierunasrat Schmidt, dem Vertreter der Luft- oerkehrs-A.-G. Oberheffen-ßahngau und des Flughafen Gießen, begrüßt. Sc. Erlaucht Graf Georg Friedrich zu Solms-ßaubach und ßeutnant Dreher meldeten die zur Parade aufgeftellten Formationen. Der Reichsftatthalter schritt darauf die Front des SA.-Fliegerfturms, der Segelfliegergruppe des hiesigen Bataillons und der Ortsgruppe Gießen des DLV. (Deutschen ßuftfahrt-Verbandes) ab. Die Formationen, die Motor- und Segelflugzeuge waren längs der Rollbahn aufgeftellt. In einer kurzen Ansprache an die Flieger wies Reichsftatthalter Sprenger darauf hin, daß trotz aller Vormacht des Auslandes an Material und Waffen das deutsche Volk seinen Bestand wahren werde. Das deutsche Volk sei groß geworden durch seinen Geist und seine Arbeit. Es werde sich seinen Platz unter den Völkern mit diesen Mitteln allein wieder erkämpfen. Er betonte dabei besonders, daß unsere friedliche Einstellung allein es sein solle, die dieser Aufbauarbeit den Weg weife. Der Reichsftatthalter führte weiter aus, daß das deutsche Volk aber sich in dieser Arbeit nicht werde stören lassen, daß nicht eine Scholle deutschen Bodens ohne unsere entschlossene Gegenwehr zum Raub der Anderen werden würde! Waffen und Material bedeuteten viel, doch mehr bedeute ein geschlossener Wille eines Volkes, das um seine Freiheit kämpfe! Nach kurzer Erholungspause, bei der ein Imbiß im Flughafen-Restaurant eingenommen wurde, verließ der Reichsftatthalter gegen 12.30 Uhr den Flug- Hafen, um feine Fahrt durch Oberheffen forhusetzen. Die Gießener Bevölkerung ist gestern wiederum Zeuge eines erhebenden und geschichtlich denkwürdigen Ereignisses der nationalen Revolution geworden, an das man immer mit Freude zurück» denken wird. Oer feierliche Empfang. Mit einiger Verspätung traf Herr Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger etwas nach 11 L!hr auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein. Dom Brandplatz her hörte man begeisterte Heil-Rufe, sah man begeistert zum Gruß emporgereckte rechte Hände und dann in seinem Auto stehend mit zum ©egengruß erhobener rechter Hand den Herrn Relchsstatthalter, in mehreren Autos gefolgt von seinem Stab. Standartenführer E n g m a n n, dem einige Zeit vorher Sturmbannführer Dender seine SA. zur Stelle gemeldet hatte, gab der Front das Kommando: Stillgestanden! Die Standartenkapelle setzte mit dem Präsentiermarsch ein. Beim Aussteigen aus seinem Magen empfing der Herr Reichsstatthalter auS der Hand des kleinen Mädels als ersten Blumengruß den Rosenstrauß. Dann wandte er sich der Front zu, die er von der Polizei und Gendarmerie aus zur SA., die von Stan- dartenführer E n g m a n n gemeldet wurde, und dann zu den anderen Organisationen mit erhöbe- I ner Grußhand in Begleitung des Kreislciters der | RSDAP. Dr. Harth und des Stabes abschritt. Zu gleicher Zeit bezog eine SS.-Ehrenwache Posten auf dem Podium. Rach dem Abschreiten der Front stellte Kreisleiter Dr. Harth, der den Gast an der Kreisgrenze bei Kirch-Göns empfangen hatte und von dort bis zur Kreisgrenze hinter Grünberg begleitete, dem Herrn Reichsstatthalter die Spitzen der Behörden vor. Von der Llniver- fität bemerkten wir Se. Magnifizenz den Rektor Prof. Dr. 3 e ß, den Kanzler der Universität Prof. Dr. Rud. Herzog, ferner Provinzialdirektor Graes, Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seid, komm. Beigeordneten R«htsanwalt Luley (Bürgermeister Dr. Hamm ist zur Zeit verreist), Landgerichtspräsident Dr. Maurer, Major und Daiaillonskom- mandeur Frhr. von Wächter. Die übrigen Angehörigen von Abordnungen an dieser Stelle toaren unserem Gesichtskreis entzogen. 3m Anschluß an die Vorstellung hörte man folgende, durch Lautsprecher überall gut vernehmbare Begrüßungsansprache des Kreisleiters Dr.Harth an Sen HerrnReichssiaithatter: Herr Reichsftatthalter! Im Namen der Nationalsozialisten des Kreises und der Stadt Gießen heiße ich Sie herzlich will- kommen. Der Führer A d o l f H i t l e r hat die Geschicke des Hesienlandes Ihnen als Vollstrecker seines Willens in die Hand gegeben. Adolf Hitler hat Männer zu Reichsstatthaltern bestimmt, die fein de- sonderes Vertrauen genießen, Männer, die mit ihm im schweren Kampf der langen Jahre Schulter an Schuller gestanden haben, die nie müde wurden, die nie verzagten, deren Kraft an den sich auftürmenden Widerständen nicht brach, sondern im Gegenteil wuchs, Männer, von denen er weiß, daß sie hundertprozentig seinen Willen durchsetzen werden. Herr Reichsftatthalter, daß er Sie zum Führer des hesienlandes bestimmte, ist für uns hessische Rationalsozialisten eine Selbstverständlichkeit gewesen, ein anderer konnte gar nicht in Frage kommen, denn Sie sind es gewesen, der das Saatkorn des Rationalsozialismus in die hessische Erde gelegt hat. And wir freuen uns, daß es 3t)nen ermöglicht ist, die Ernte heranreifen zu sehen, als Erfolg Ihrer unermüdlichen Arbeit. Allerdings, die Ernte ist noch nicht geborgen. Unkraut will zwischen dem reinen Korn wuchern, aber bei Ihnen, Herr Reichsstatthalter, ist für uns die Gewahr gegeben, daß das Unkraut rücksichtslos mit Stumpf und Stiel herausgerissen wird. Die Oberheffen sind ein schwer bewegliches Volk, so schwer, wie die Scholle, auf der sie geboren. Sie nehmen nicht leicht Neues auf, das an sie heran- tritt. Das hat man in der Entwicklung der Geschichte unserer Bewegung in Oberhessen gesehen. Langsam nur Schritt für Schritt, hat sich der Nationalsozialismus die Herzen der Oberheffen erobert. Aber was der Oberhefse in feiner schweren kritischen Art einmal S.J.-fpor/ Westdeutschlands Fußball-Triumph. | Süddeutschland auögeschaltct... Zum ersten 'JJlale in der Geschichte des deutschen Fußballs wird der Titel eines Deutschen Meisters nach Westdeutschland fallen. Man hat von den Westdeutschen, insbesondere von den Rheinländern, oft gesagt, daß sie auf allen Gebieten über tüchtige Sportsleute verfügten, aber Fußball spielen, das könnten sie nicht. Nun, an diesem letzten Maisonn- tag des Jahres 1933 Haden sie bewiesen, daß sie auch im Fußball leistungsfähig sind. Zwei westdeutsche Mannschaften, Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf, werden am 11. Juni im Kölner Stadion die Deutsche Fußball-Meisterschaft unter sich ausmachen. Der westdeutsche Triumph ist ebenso vollständig wie die Enttäuschung für Süddeutsch- land grenzenlos ist. Man Hot allgemein geglaubt, daß sich in dieser Meisterschafts-Vorschlußrunde noch einmal die tradionelle Ueberlegenheit des süddeutschen Fußballs zeigen würde. Gewiß, es wurde zugegeben, daß Westdeutschland in den letzten Jahren sehr schöne Fortschritte verzeichnen konnte und heute über einige wirkliche Klassernannschaften verfüge. Vielleicht gab es in Süddeutschland auch einige Pessimisten, die dieses Debatte vorausahnten. Aber es wird sich niemand zu Wort melden können, der dieses Ausmaß der Niederlagen vorausgesehen haben will. Das Ausscheiden von Einttacht Frankfurt und München 1860 mußte schon an sich bitter genug Jein, daß beide Mannschaften aber gleich mit je 4:0 (1:0) geschlagen werden mußten, das ist mehr als bitter. Man kann nicht sagen, baß einer der beiden süddeutschen Vertreter den Fußball des Verbandes würdiger oder unwürdiger repräsenttert habe. 4:0 (ID) hieß es in Leipzig und auch in Berlin, da gibt es keine heimliche Schadenfreude und keine Rettung. 3ndessen wird man sagen können, daß der süddeutsche Spitzen-Fußball den westdeutichen Repräsentanten keineswegs in dem Maße unterlegen sei, wie es die Resultate vermuten lassen könnten. Aber diese Resultate sind durch keinerlei Entschuldigungen und Beschönigungen aus der Welt zu schaffen. Süddeutschland spielt am 11. Juni die Rolle des Zuschauers. Die Erfolge der Westdeutschen sind keine Zufallserfolge, sie sind solid gewachsen. Der neue Deutsche Fußball-Meister wird kein schlechter Repräsentant des deutschen Fußballs sein. Achiersieg der GRG. in (Saarbrücken. Die Frühjahrsregatta auf der zweimal gekrümmten 1800-Meter-Rennstrecke in Saarbrücken brachte trotz der wenig günstigen Witterungslage einen starken Besuch Die sportlichen Leistungen waren in Anbetracht der frühen Zeit befriedigend. Irn all- gemeinen klappte die Organisation, es gab aber reichliche Verzögerungen infolge Versagens des Motorbootes und der eingelegten Kurzstreckenren- nen, die mit fliegendem Start über 500 Meter gerudert wurden. Die Ueberraschung des Tages war die Niederlage der Mainz-Kasteler R. G. im Großen Achter gegen Gießen 77, Kastel gewann Den Ersten Vierer. Das Rennen im Ersten Einer wurde geteilt, Iö dt- Gießen siegte im ersten Laus, im zweiten Laus Schneider (Kölner El. f. Wasser- iport). Nachstehend die Ergebnisse der Rennen, an denen die Gießener beteiligt waren: Iungmann-Dierer: 1. Saar-Saarbrücken 6:25,3, 2. Gießener RG. Zweiter Vierer: 1. Rennen: 1. KölnerRD. 6:07,8 2.; 2. Saar-Saarbrücken; 2. Rennen: 1. Gießener RG. 6:08,1; 2. RG. Trier. Erster Einer: 1. Rennen: 1. Iödt- Gießen 77 6.40; 2. Martin-Limburger RE.; 2. Rennen: 1. Schneider-Kölner El. f. WS. 6:44,2 L.; 2. Hofs- Saar-Saarbrücken. Erster Achter: 1. Gießener Rudergesellschaft 1877 5:36,8; 2. Kölner El. f. WS. 5:36,9. Ermunterungs-Vierer: 1. RD. Zell 1:36,7; 2. Rudersport Gießen 1:36,8. Zweiter Achter: 1. Köln 1877; 2. Gießen 1877 (nicht gezettet). Kurze Sporinoiizen. Deutsche Fechtmeister wurden bei den in Elberfeld ausgetragenen Fechtmeisterschaften im Herren-Florett Rosenbauer (Frankfurt), im Herren-Degen Geivitz (Ulm) und im Damen-Florett Fräulein Haß (Offenbach). Dte erfolgreichen Romreiter wurden am Samstag beim Berliner DLG.-Reittumier von der Reichsregierung begrüßt und zu ihrem großen Erfolg beglückwünscht. ♦ Zwölf Nationen werden zum traditionellen Pfingstturnier des Berliner Tennis-Clubs Rot-Weih erwartet. 24 englische Sportflieger auf elf Flugzeugen werden in den ersten Iunitagen Deutschland einen Besuch abstatten. Einen dritten Erfolg feierte der westdeutsche Fußball in Osnabrück. Dort schlug eine westdeutsche Auswahlelf Ostholland ganz klar mit 5:0 (Halbzeit 2:0) Treffern. Der Lahn-Dünsberg-Gau mit dem Gau Hessen (DT.) vereinigt. Zu einem feierlichen Akt gestaltet sich der für den Himmelfahrtstag nach Wieseck einberufene G a u - tag des Lahn-Dünsberg-Gaues. Sämtliche Vereine des Gaues hatten Vertreter entsandt. Der Saalbau Braun, in dem der Gautag stattfand, war mit den Reichsfarben Schwarzweißrot und dem Hakenkreuzbanner, sowie mit den Bildern des Volkskanzlers Adolf Hitler und des verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Lahn-Dünsberg-Gaues, Ludwig Daupert, geschmückt. Vor der Bühne wurden die Fahnen der Vereine aufgestellt. Vor dem Gautag fand eine Vorstandssitzung statt, in der der Gauoorsitzende Carl D a u p e r t die Gründe für den Uebertritt zur DT. schilderte. Der gesamte Vorstand hatte in dieser Sitzung beschlossen, dem Vertretertag den Uebertritt vorzuschlagen. Zum G a u t a g waren viele Vereinsvertreter im braunen Ehrenkleid erschienen. Der 1. Gauvorsitzende Daupert begrüßte die Turnerinnen und Turner und schilderte dann in längerer Aussprache die GGründe für den Uebertritt des Lahn-Dünsberg- Gaues zur DT. Er betonte zunächst, daß der Sport nun nur dem D i e n st e an Volkund Staat gewidmet sein solle. Er begrüßte die Anerkennung der Vereine hinsichtlich der Leistungen des Gauvorstan- des. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf die Verhandlungen des Südwestdeutschen Turnoer- bandes zum Zwecke des Uebertritts des Lahn-Düns- berg-Gaues zur TD. ein und erwähnte dabei, daß die DT.-Führer eine geschlossene llebernahme des Lahn-Dünsberg- Gaues für vorläufig ein Jahr in Aussicht gestellt hätten. Bei einer späteren Bereinigung des Gaues Hessen könne damit gerechnet werden, daß die Geschlossenheit des Gaues in einem Bezirk für immer verankert werde. Die 25jährige Geschichte des Lahn-Dünsberg-Gaues werde aber immer eine Erinnerung an feine Gründer bleiben. Der Redner bekannte sich in weiteren Worten zum Führerprinzip in der DT. und wies dabei auf die Verantwortlichkeit der Vereinsführer ihren Mitgliedern gegenüber hin. Er schilderte die Kassenlage des Vereins. Es sei ansehnlicher Kassenbestand vorhanden, der den Gauvereinen bei der Zahlung der Steuer zugute kommen solle. Der bisherige Gaurechner Grünewald legte sein Amt nieder. Für die von ihm geleistete Arbeit wurde ihm herzlicher Dank zuteil. Der Vorsitzende teilte mit, daß die für dieses Jahr vorgesehenen Veranstaltungen in der geplanten Weise zur Durchführung kommen sollen. Lediglich das Gaufest in Reiskirchen wird um acht Tage verschoben und findet am 7. und 8. Juli statt. Der Redner wies dann auf die neue Sportart, den Wehrsport, hin. Nach den Ausführungen des 1. Vorsitzenden des Lahn-Dünsberg-Gaues wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen, in die Deutsche Turnerschaft überzutreten. Der Vorsitzende dankte für das Vertrauen, das dem bisherigen Vorstand entgegengebracht worden war. Er ermahnte die Vereine auch weiterhin im Sinne des Lahn-Dünsberg-Gaues weiterzuarbeiten. Damit wurde der Vertretertag geschlossen. * Nach einem Marsch der Kapelle und einer Lieddarbietung des Gesangvereins Wieseck eröffnete der Vorsitzende den außerordentlichen Gau- turntag. Bürgermeister Schomber begrüßte die Gauvertreter, die Turnerinnen und Turner, fein besonderer Gruß galt aber den beiden Führern der Deutschen Turnerschaft des Gaues Hessen, Dr. Rau, Butzbach, und dem Gauoberturnwart Paul, Gießen. Herr Daupert stellte die beiden Herren der Versammlung vor und hielt im Anschluß daran eine längere Ansprache. In seinen Ausführungen wies er auf das tiefeingreifende Geschehen der nationalen Erhebung in unserem Daterlande hin, er ichilderte kurz die politische Entwicklung, würdigte die Taten des Dolkskanzlers Adolf Hitler und vergaß nicht, die bezwingende Gewalt des Geistes in seiner Bewegung in lebendigen Worten darzustellen. Adolf Hitler sei es gewesen, der Jahnschen Geist wieder wachgerufen habe. Der Gedanke des Wehrsportes, den schon Turnvater Jahn habe Wirklichkeit werden lassen wollen, sei durch Adolf Hitler Wirklichkeit geworden. Der Volkskanzler knüpfe an an die wertvollsten Traditionen unseres deutschen Volkes und feiner größten Männer. In Zukunft gelte es, alle sportliche Arbeit dem Volke und dem Staate zu weihen. Nicht mehr die Höchstleistung solle das Ausschlaggebende sein, sondern die Breitenarbeit. Man gedenke aber auch (die Versammlung weihte den Toten des Weltkrieges eine Minute der Stille und hörte das Lied vom guten Kameraden an) der Gefallenen und bekenne sich mit Adolf Hitler zum Vermächtnis der Toten. Nun sei jeöerman verpflichtet, dazu beizutragen, daß Hitler-Geist Einzug hatte. Der Vorsitzende erwähnte sodann nochmals, daß sich der Gau entschlossen habe, der DT. beizutreten; die Grundlage des Gaues seien immer die Landvereine gewesen, die durch ihre Breitenarbeit die gesunde Grundlage auch für den Aufbau des deutschen Vaterlandes darstellten. Man begrüße es besonders, daß auch in der DT. die Breitenarbeit ernsthaft gepflegt werde. Im Anschluß an diese beifällig aufgenommenen Ausführungen übergab der Vorsitzende des Lahn-Dünsberg-Gaues den Führern der Deutschen Turnerschaft den Beschluß der Vertreter-Versammlung zum Eintritt in den Gau Hessen der DT. Gemeinsam wurde sodann das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Verbandsoorsitzende des Südwestdeudschen Turnoerbandes, Lehrer Zöller, Hausen, begrüßte ebenfalls die Führer der DT., er sprach davon, daß man nicht mit Wehmut Abschied nehmen solle vom Lahn-Dünsberg-Gau, sondern mit Freude in dem Bewußtsein, daß nur die äußere Form eine andere werde, während Aufgaben und Ziele die gleichen bleiben würden, mit dem Hauptziel, der deutschen Volksgemeinschaft zu dienen. Mit einem „Gut Heil" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler schloß er seine Ansprache. Der Führer des Gaues Hessen, Dr. Rau, Butzbach, dankte mit bewegten Worten für die Begrüßungen und übermittelte seinerseits die Grüße des Gaues Hessen der DT. Er versprach der Tagung, sich dafür einzusetzen, daß die Belange und die Eigenart des Lahn-Dünsberg- Gaues gewahrt und erhalten blieben. Er bestätigte die Aufnahme in die DT. und ernannte den langjährigen Verbandsvorfitzenden und 2. Gauoor- fitzenden, Lehrer Zöller, zum 3. Vorsitzenden des Gaues Hessen. Der Lahn-Dünsberg-Gau gelte in Zukunft als 7. Bezirk des Gaues Hessen und erhalte als ersten Vorsitzenden feinen bisherigen Gauvorsitzenden Carl Daupert (Wieseck). Die Ernennung der beiden Herren wurde von der Versammlung mit lebhaftestem Beifall aufgenommen. Der Führer betonte, daß den Lahn-Dünsberg-Gau von der DT. nur Äußerlichkeiten getrennt hätten, während doch beide Organe die vaterländischen Ziele der Volksgemeinschaft in erster Linie gepflegt hätten. Man wolle keine Rekorde aufstellen, sondern den Geist der Gemeinschaft fördern und dem vom Reichskanzler berufenen Führer der DT., Neuendorff, alles Vertrauen entgegenbringen. Dr. Rau begrüßte abschließend die Turner des Lahn-Dünsberg-Gaues als Deutsche Turner. Gauoberturnwart Paul hob die straffe Leitung des Lahn-Dünsberg-Gaues hervor und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Verhältnis ein recht freundschaftliches und kameradschaftliches werden möge. Er ernannte den bisherigen 2. Gauturnwart Wagner- Lollar zum Bezirks-Turnwart. In feinen weiteren Ausführungen gab Oberturnwart Paul die Richtlinien für die Gleichschaltung innerhalb der Vereine bekannt. Der Bezirksvorsitzende Carl Daupert dankte für seine Ernennung und ermahnte die Vereine zur Mitarbeit am großen Werke. Lehrer Zöller und Bezirksturnwart Wagner dankten ebenfalls für ihre Ernennung. Zum Schluß wurde den beiden verdienten Mitgliedern, dem 1. Bezirksvorfitzenden Carl Daupert und dem Ehrenmitglied August Lotz Ehrungen durch die Ueberreichung der goldenen Ehrennadel des ADT. zuteil. Mit dem Ausmarsch der Fahnen wurde die denkwürdige Tagung geschlossen. Geschichten ans aller Wett. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Ein Spatzvogel. aw. Zürich. Daß die Schweizer Humor haben, bewies vor kurzem ein Bauer, der als Zeuge vor das Gericht in Zürich in einem an sich nebensächlichen Privatprozeß geladen worden war. Er hatte die Ladung ganz unvorbereitet bekommen, war nach ihrem Empfang — sein Zug ging bereits in einer Stunde, und der Weg bis zum Bahnhof nahm gut dreißig Minuten in Anspruch — noch schnell in den Stall hinübergerannt, um zu sehen, ob das Vieh auch richtig versorgt fei, hatte sich zu diesem Zwecke gewohnheitsmäßig seinen Nock ausgezogen und war dann, da die Zeit sehr drängte, im Sturmschritt sofort zum Bahnhof gestürzt. Es fiel ihm nicht weiter auf, daß er hemdsärmelig war, denn diese Art der Kleidung war von früh bis spät während der Arbeit seine gewohnte. Auch im Abteil nahmen die Fahrgäste daran keinen Anstoß, sogar in den Straßen Zürichs konnte er ungehindert seines Weges gehen, denn jeder dritte Bauer, der zum Markte nach Zürich kam, ging hemdsärmelig. Nur auf dem Gericht hatte er Schwierigkeiten. Der Gerichtsdiener herrschte ihn, als er das Gebäude betreten hatte, sehr unhöflich an: „Was! Sie kommen hier in Hemdsärmeln auf das Amtsgericht!? Scheren Sie sich sofort wieder hinaus und holen sich einen Nock, wenn Sie hier etwas zu tun haben!" Der Bauer zwinkerte mit den Augen, er verwand den harten und ungewohnten Ton mühelos und antwortete: „Das geht nicht, ich würde sonst meinen Termin versäumen." Der Gerichtsdiener: „Sie haben einen Termin? Dann zeigen Sie mal Ihre Borladung." Der Bauer: „Das kann ich nicht, die steckt in meinem Nock." Der Gerichtsdiener: „Dann ziehen Sie den Nock gefälligst an.“ Der Bauer: „Das geht nicht, den habe ich ja zuhause hängen lassen." Der Gerichtsdiener: „Dann scheren Sie sich nach Hause und holen Sie Ihren Nock." \ Der Bauer: „Das geht nicht, ich würde ja sonst meinen Termin versäumen." Um nun dieser Schraube ohne Ende, denn dieses Zwiegespräch hätte sich ergebnislos bis zum Tode der beiden Beteiligten wiederholen können, doch ein Ende zu bereiten, wurde der Dauer schließlich in die Kanzlei geführt, wo die Nichtigkeit seiner Behauptung festgestellt wurde. Einer der Kanzleischreiber borgte ihm dann einen Nock, in dem er unter dem Schmunzeln aller Beteiligten in seinem Termin doch noch aussagen konnte. Tas Zeugnis. rz. — Stockholm. Erik Sveidrop ist wirklich ein Menschenfreund, eine erstaunliche Gutmütigkeit zeichnet ihn aus, eine aufopfernde Hilfsbereitschaft, und seit er von seiner Tante das große Gut geerbt hat, geht keine Sammlung ungezeichnet an seinem Hause vorüber. Er selbst lebt in der Stadt weiter, er kann sich von dem ihm so lieb gewordenen Stockholm nicht trennen. Nur die Sommermonate verlebt er auf seinem ererbten Gute. Ansonst hat er gern die Leitung des Gutes einem ihm empfohlenen Verwalter übertragen, der ihm halbjährlich die Abrechnungen überweist und den er bis vor kurzem für einen überaus rechtschaffenen Menschen gehalten hat. Bis vor kurzem. Leider hat sich in der letzten Zeit einwandfrei herausgestellt, daß der durchaus selbständige Verwalter Axel Gulbrönsen seinen Herrn nach Strich und Faden betröge» hat. Auf allen nur erdenklichen Gebieten des landwirtschaftlichen Handels hat der Verwalter in die eigene Tasche gewirtschaftet. Er hat es schließlich so toll getrieben, daß sich die Nachbarn gezwungen gesehen hatten, dem guten Herrn Sveidrop endlich die Augen über seinen ungetreuen Angestellten zu öffnen. Gewiß, er mußte jetzt den Verwalter entlassen. Aber was wurde aus dem Menschen dann? Wo immer er anklopfen würde, wo immer er um Stellung bitten würde, immer würde man sofort nach dem Zeugnis seines letzten Arbeitgebers fragen. Erik Sveidrop fühlte, daß er nun eine ungeheure Verantwortung auf sich nahm, daß er das ganze Leben des Verwalters ruinieren würde, wenn er ihm ein Abgangszeugnis gebe, darinnen er ihn der größten Untreue bezichtigte. Und das konnte er nicht. Andererseits aber ging es durchaus gegen sein Gewissen, dem ungetreuen Verwalter ein gutes Zeugnis auszustellen. Nach vielem Ueberlegen schrieb er schließlich folgendes Zeugnis: „3d) bestätige, daß Axel Gulbrönsen zwei 3ahre hindurch mein Gut Eksholm verwaltet hat. 3n diesen zwei Jahren hat er aus meinem Grund und Boden soviel herausgeholt, wie ihm nur irgend möglich war." Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. 3nfolge des Himmelfahrtstages und der dritten Frankfurter Mastviehausstellung fand nur ein Gesamtmarkt statt. Aus diesem Grunde ballte sich das Angebot auf einen Markttag zusammen, was auf die Preisgestaltung einen gewissen Einfluß ausübte. Daher gingen die zum Teil in. der Vorwoche erzielten Preisbesserungen wieder verloren, zumal der Absatz nicht den gewünschten Umfang hatte. Der Handel war auf den meisten Gebieten ruhig, so daß teilweise Ueberstand verblieb. Am Nindermarkt erhöhte sich die Beschickung um 57 auf 1395 Stück. Die Preise kamen gegenüber der Vorwoche schließlich nur unverändert zur Notiz. Ochsen al) 29 bis 32 Mk., a2) 25 bis 28, bl) 20 bis 24; Bullen a) 27 bis 30, b) 23 bis 26; Kühe a) 25 bis 27, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 12 bis 16; Färsen a) 30 bis 33, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26. Die Erholung der Kälberpreise machte auch in dieser Woche Fortschritte. Die Zufuhr war mit 1148 um 4C0 Stück geringer, die Nachfrage besser. Nach mittelmäßigem Handel und bei erneut um 2 Mk. anziehenden Preisen wurde der Markt ausverkauft. Kälber b) 41 bis 45, c) 36 bis 40, d) 27 bis 35. Die Preisbesserung, die in der Vorwoche am Schweinern arkt eingetreten war, konnte sich infolge der erhöhten Beschickung nicht behaupten, darüber hinaus ergaben sich bei schleppendem Handel Rückgänge von 2 bis 3 Mk. und es verblieb Ueberstand. Der Auftrieb betrug 5124 gegen 4359 Stück. Schweine b) 35 bis 38, c) 35 bis 39, d) 34 bis 37 Mk. Frankfurt geschästslos. Frankfurt a. M., 27. Mai. (WTB.-Draht- melbung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete zunächst in freundlicher Grundstimmung, die Umsatztätigkeit war jedoch sehr gering. Die noch unbereinigte politische Lage nahm der Kulisse jede Unternehmungslust, und auch die Kundschaft verhielt sich sehr abwartend. Etwas Anregung bot lediglich die erneut festere Haltung der Neuyorker Börse. Die endgültige Abkehr der Vereinigten Staaten vom Goldstandard blieb ohne bemerklichen Einfluß auf die Stimmung. Die wenigen Kurse, die anfangs zur Notiz kamen, tagen ziemlich uneinheitlich, jedoch überwogen gegenüber der Abendbörse leichte Cr- höhunaen. Am Chemiemarkt setzten 3G. 0,38 Prozent höher ein. Von Elektrowerten eröffneten Gesfürel 1 Prozent und Nheinelektro Mannheim 1,50 Prozent fester, während Lahmayer 1 Prozent und Lechwerke Augsburg 0,50 Prozent nachgaben. Die größeren Werte des Elektromarktes lagen vernachlässigt. Einigen Umsatz hatte lediglich der Montanmarkt, an dem Harpener 1,50 Prozent, Mannesmann, Rheinstahl und Stahlverein 0,25 bis 0,50 Prozent gewannen. Phönix und Klöck- nerwerke waren behauptet. Von Kaliaktien eröffneten Aschersleben 0,90 Prozent höher. Fester war der Kunstseidemarkt; Aku gewannen 1,13 Prozent und Bemberg 1 Prozent. 3m übrigen eröffneten Akkumulatoren Berlin und Daimler- Motoren 1 bis 0,75 Prozent fester, wogegen Zement Heidelberg 2 Prozent einbüßten. Schifffahrtswerte lagen unverändert. Bei fast völliger Stagnation blieben die Kurse im Verlaufe unverändert. 3G.-Farben unterlagen kleinen Schwankungen. Am Renten markt blieben Deutsche Anleihen behauptet, späte Neichsschuldbuchforderun- gen und Stahlvereinbonds gingen um 0,25 bzw. 0,50 Prozent zurück. Der Pfandbriefmarkt lag außerordentlich still und die Kurse waren meist unverändert, vereinzelt aber auch um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Am Auslandsrentenmarkt gaben Anatolier Eisenbahnen weiter nach, im übrigen herrschte Gesetzlosigkeit. Tagesgeld war zu 3 Prozent unverändert. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Diehinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlofjenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 o. H. Front,uri a. .Ul. Berlin Schluß« furd Schlußk. Abend« börie Schluß« kurd Schlußk. Mittag« börsr Datum 26.5 | 27.5. 26-5- 27.5- 6% Deutsche »tetdjsaniettje v. 1921 84,75 84 84,25 83,5 6% efc m.7% Dt.Reichsanl. v. 1929 92,5 92,25 92 92 6¥i% Voung-Anleihe von 1930 . Üeutfdie Anl.-Ablös.^chuld mb 86,4 85,5 86,9 85,4 AuSlos.-Rechten ............ 75,65 75,4 75,5 74.9 Seifli. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hell. Bolksslaat 1929 12,5 12,5 12,45 12i3 (rüdiabfb. 102%) ........... 77,5 77,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mb AuSlos.-Rechten ............ 6% Heil- Landesbank Darmstadt 68 67,5 — — Gold R. 12.......... 6%% Hess. Landes Hypotheken- dank Darnistadt ßlqul..... 82 82 — — 85,5 85,5 _ Deutsche Komm. Sammelab I.An leibe Eeriel mit Ausloi.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl 69,4 68,5 69,4 69 Goldpse. 16 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl 82,5 82,5 — — Goldpse. 16 unkündbar biS 1936 BJ4% ehern. 4>/,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 82,4 82,25 — — 84 83,65 —- — t¥i% ehern. 4>/z% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... £6 86 _ 6% ehem. 8% Pr. Landcspfand brieianstalt, Pfandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landcspfand 83,5 83,5 83,5 — brieianstalt. Psandbriese R. ic 84 84 84,5 84,5 Verrechnungskurs .. 85,4 15,75 85,4 4% Oesierretchische Goldrente... 16 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 1,2 1,15 4% Ungarische Goidrente ....... _ _ 4% Ungarische Staatsrente b. 1910 _ — — — 4>/i% de?gl. tion 1913........ _ _ _ _A. 6% abgest. Goldmexikaner von 99 1,75' 7,75 7,7 7,75 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih 6,55 6,5 6,65 6,6 Serie I..................... 6,6 6,5 6,45 6,35 Frankiun a.M Berlin Schluß« furd Schlußk. Abend« börsr Schluß« furd Schlußk. Miltagbörse '-Datum 26.5. 27.5- 26.5. 27.5. 4% desgi. Serie II ............ 6,5 6,45 6,5 6,4 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,5 5,75 5,5 5,9 4'/r/i>Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 10,5 10,5 10,5 4,65 4,7 4,55 4,7 8%% Anatolier .............. 28,75 28,6 28,75 28,75 Hamburg-Amerika-Paket .....c Hamburg-Südam. Dampfschiss. o 19 19,13 19,13 33 18,65 31 Hansa Dampfschiff........... o — — 28 Norddeutscher Lloyd .........o 20,25 20,13 20,25 19,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 53 53,25 53,13 53 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 94 94 93,25 Commerz- und Privat-Bank... o Deutsche Bank und Disconto- 50,25 50,25 50,75 50,75 Gefellschast................o Dresdner Bank............... 53 52 127 53 52 126,75 53 52 126,4 53 Reichsbank ................. j 52 125,5 « E.G..................... ( Elektr. LicferungSgesellschast ... f, Licht und Kraft .............g Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektriiche Unter. 25,13 99,5 113 68,5 25,25 100 113 67,5 25 99,75 113,25 68,75 25,25 100,13 114 67,75 nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........6 Schudert L Co..............0 91,25 95,75 107 158,75 122,5 91 96 107 159 121 91,75 95,5 106,5 158 122,5 91 96,5 Siemens & Halske...........< Lahmeyer L Co.............'io 106,5 159,75 121,5 Buderus .............. 76,75 111 62 76,5 112,5 61,75 76,5 110,75 62 Deutsche ErdS ........ 4 Gelsenkirchener..............0 71 112,5 62,25 96,4 74.65 Harpener...................0 95,25 96,75 95 4,75 Hoesch Eilen—Köln-Neueiien.. 0 Ilse Bergbau ............... 7 151 —. — 153,75 File Bergbau Genüsse........7 115,5 114 115 113.25 Klödncrwerke ..... 0 Mannesmann-Rohren 0 60,13 59,5 60,13 59.95 70,25 70,5 70,25 70 Srannuri a. 2)1. ■Öeriui Schluß« furd Schlußk. Abend« börse Schluß« furd Schlußk. Mittag- börse Datum 26.5. 27.5. 26.5. 27.5. Manstelver Bergbau......... 0 — 25 24,75 25,25 Kokswerke .................. 0 — — 84,25 83,75 Phünir Bergbau............ 0 42 41,75 41,75 42 Rheinische Braunkohlen ..... Nheinstahl .............. 10 0 196,5 89,75 194,5 90,25 194,5 89,65 197 90 Bereinigte Stahlwerke........ 0 41 41,4 41 41,13 Otavi Minen ............... 0 18 18 17,75 17,65 Kaliwerke Aschersleben........ 6 128,75 129,4 127,25 130 Kaliwerke Westeregeln........ Kaliwerke Salzdetfurth....... 6 k 129 178 130,5 179 129 180 132,75 180 I G. Farben-Jndustrie....... Scheideanstalt............... 7 129,75 129,25 129,25 129,4 10 169 169 Goldschmidt ................ 0 54 53,75 54,4 54,4 RütgerSwerke ............... 0 58 58,25 57,0 Metallgesellichasl............. 1 35 34 34,5 34,5 Philivv Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... 0 57,5 58 57,75 i r j 56,9 Schultheis Patzenhoser........ 0 _ 125,75 125,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39,9 40,5 38,75 40,5 Bemberg................... 0 49,25 50,25 49,5 50,75 Zellstosk Waldhos............ 0 53 52.75 52,65 24 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 24 24 24 Dessauer GaS ............... 7 111,5 29.75 48 111,5 30,65 47,13 50,25 21 Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum .......... Orenstein S Koppel ......... 0 0 0 29,5 48,75 30,5 48,5 Leonhard Tietz.............. 6 21 21 20,25 12 170,5 165 170,5 167,4 Gritzner.............. 0 26 26,5 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... Süddeutscher Zucker ......... 1 68 155 68,5 155, 156 155,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 26. Mai 27. Mai Amtliche CHofierung Amtliche Dotierung weid Sne Geld Brie Helsingtors. 6,309 6,321 6,304 6,316 Wien...... 46,20 46,30 46,45 46,55 Prag...... 12,61 12,63 12,61 12,63 Budapest ... —— — — Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 170,13 170,47 170,23 170,57 €»lo...... 72.43 72,57 72.33 72.47 Kopenhagen. 63,69 63,81 63,54 63,66 Stockholm... 73,33 73,47 73,13 73,27 London ..... 14,28 14.32 14,25 14,29 Buenos Aires 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuyork.... 3,646 3,654 3,596 3,604 Brüssel .... 58,82 58,94 58,79 58,91 Italien ..... 21,98 22,02 21,95 21,99 Paris..... 16,61 16,65 16,61 16,65 Schweiz ... 81,52 81,68 81,57 81,73 Spanien.... 36,06 36,14 36,06 36,14 Danzig.... 82,62 82,78 82,62 82,78 Japan...... 0,874 0,876 0,874 9,876 Rio de Jan. 0,239 0,241 . 0,239 0,241 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon.... 13,02 13,04 12,99 13,01 Banknoten. Serlln, 27-Mai Geld Ariel Amerikanische Roten.............. 3,56 3,58 Belgische Noten.................. 58,63 58,87 Dänische Noten ................ 63,17 63,43 Englische Noten .............. 14,21 14,27 Französische Noten............... 16,57 16,63 Holländische Noten............... 169,86 170,54 Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. 21,83 21,91 72,16 72,44 Deutsch L esterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2.48 Schwedische Noten............... 72’95 73.25 Schweizer Noten................. 81,39 Spanische Noten,.............. 3-5,93 36,07 Ungarische Note«................