Mittwoch, 29.Mrz 1933 183. Jahrgang Nr.75KvühausgaVe tele- ienten- und die hinter- nur bis 3 u m im Monat aus- wird, einen Punkt Landes, die Ruhegehälter bliebenenbezüge dürfen Betrage von 1000 Mark Der Kronprinz gegen die Greuelpropaganda. Der Hessische Beamtenbund beim Staatspräsidenten. Annahme von Hiijcigeit für die lagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20' . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (ßießen. graphiert: „Der Deutsche Kreis des werks erklärt, daß alle in der Auslands presse wiedcrgegebenen Nachrichten über angebliche Kreueltatcn in Deutschland u n - wahr sind und jeder tatsächlichen Grundlage ent behren. Jin Geiste der bisher geleisteten Zusammen arbeit bittet der Deutsche Kreis alle Länderkreise des Weltstudentenwerks, gerade in dieser Zeit internationaler Spannungen ein Beispiel wahrer Kameradschaft zu geben und der gegen Deutschland eingeleiteten maßlosen Hetze mit allen Straften auskiärend entgegenzutreten." Berlin, 28. März. (TU.) Der Deutsche Kreis des Weltstudentenwerks hat an die Ländcrrieise in Amerika, England, Holland und Schottland in Bezug auf die im Ausland verbreiteten Greuclnachrichten nachstehende Kundgebung Nationalsozialisten, Ihr habt das Wunder voll- bracht, in einem einzigen Angriff den Rovernber- staat über den Haufen zu rennen, Ihr werdet auch diese zweite Aufgabe genau so lösen. Das soll das internationale Welt^udentum wissen: Die Regierung der nationalen Revolution hängt nicht im luftleeren Raum, sie ist der Repräsentant des schaffenden deutschen Volkes. Wer sie angreift. greift Deutschland an! Wer sie verleumdet, verleumdet die Ration! Wer sie bekämpft, hat 65 Millionen den Kampf angesagt! Wir sind mit den marxistischen Hetzern in Deutschland fertig geworden; sie werden uns nicht in die Knie beugen, auch wenn sie nunmehr vom Ausland aus ihre volksverbrecherischen Rerrätereien fortsetzen! Rationalsozialisten! Samstag, Schlag 10 Uhr, wird das Judentum wissen, wem es den Kampf angesagt hat. Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Parteileitung. bund habe sich immer gegen diese Konkurrenz gegenüber dem Mittelstand gewehrt. Die Beamtenschaft sei bereit auf diese Einrichtung zu verzichten, selbst wenn das finanzielle Opfer kosten sollte. 3m Rainen der hessischen Pensionäre ergriff Polizeidirektor a.D. Bischof das Wort und bat, bei der Pensionsfestsehung, besonders für Witwen und Waisen, Härten auszumerzen, soweit das für die Staatsfinanzen möglich sein sollte. Eparnotverorknung in Hessen Darmstadl, 28. März. (DSR.) Dos hessische G e s a m t m i n i ff e r i u m hat auf Grund dec Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuh von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 folgende Verordnung erlassen: § 1. Die Dien st bezöge der Beamten des Durch Beschluß des Präsidiums des Landgerichts Darmstadt sind folgende Richter als Mitglieder berufen worden: als Vorsitzender Landgerichtsdirektvr Weis (Vertreter Landgerichtsdirektor Schmidt), als Deisitzer Landgerichtsrat Dr. Mickel (Vertreter Landgerichtsrat etimmcl und Arnisgerich.srat Heck - l c r (Vertreter Amtsgerichtsrat L u tz). Auffassungen so gut to i c e i n ft i m m i g vom gesamten deutschen Volk geteilt werden. Wir bemühen uns hier in Deutschland ebenso wie Sie in den Vereinigten Staaten darum, aus dein Elend, in welches die abendländische Welt in den Rachkriegsjahren • versunken ist. z u neue m Wohlstand, z u Frieden und frischer Kraftzurückzukehren. Jedes Volk tut dies seinem Eharakter und seinen Bedingungen gemäß. Den Weg des anderen mit Lügen. Verleumdungen und Schmutz zu bewerfen, ist nicht fair. Wohin das führen Muß, haben wir ja als Ergebnis des Weltkrieges und seines Heygeistes nur allzu deutlich erfahren. Oer Deutsche Kreis des Weltftudentenwerkes. Darmstadt, 28. März. (WER.) Staatspräsident Dr. Werner empfing gestern die Führer des Hessischen Beamtenbundes. Der Bundesvorsihende Rektor C l a ß sprach dem Herrn Staatspräsidenten herzliche Glückwünsche zu seiner Wahl aus- Das solle gewiß keine Loyalitätserklärung sein, und er brauche auch wohl nicht zu betonen, daß die hessischen Beamt en immer ihre Pflicht erfüllen und dem Staat und der Regierung zur Mitarbeit jederzeit zur Verfügung stehen würden- Dr. Claß warf dann die Frage auf, wie die Regierung in Zukunft sich zum Problem der Beamtenorganisationen stellen werde. D:r Deutsche Beamtenbund umfasse über eine Million Mitglieder und der Hessische Beamtenbund zähle mehr als 10 000 organisierte Beamte. Dr. Claß berührte dann das Verhältnis des Bundes zu der früheren Regierung und sprach, wie er das schon früher getan habe, seine Mißbilligung darüber aus, daß niemals ein Mitglied der früheren Regierung an den Tagungen des Hessischen Beamtenbundes teilgenommen habe. Die einzige Fraktion, die sich um Beamtenfragen gekümmert habe, sei die nationalsozialistische Fraktion gewesen. Es sei vorgekommen, daß selbst wichtige Eingaben von der sozialistischen Regierung erst nach sechs Monaten bearbeitet wurden. Abschließend wurde der Staatspräsident gebeten, in Zukunft sich die Erfahrungen und den guten Wil.en der Deamtenorganisationen zunutze zu machen. Am praktischsten sei es wohl, wenn i n Zukunft nur noch eine Spitz enorgani- sation aller hessischen Beamten bestände, um Zersplittern des Handelns und Verhandelns zu vermeiden. Die Aufgabe dieser Einheitsorganisation wäre die Erziehung des Beamten zum neuen Staat. Nachdem Staatspräsident Dr. Werner für die Darlegungen, insbesondere über die Beamten-Ein- heitsorganisation gedankt hatte, erklärte S'aaismimster Dr. Mütter. einer der hervorragendsten Vertreter des Beamtentums (er ist bekanntlich der Versasser des Buchs „Beamtentum und Rationalsozialismus"), er begrüße es, daß in Zukunft nur noch eine Beamtenoertretung existieren solle. Er tonne allerdings durch die trostlose Finanzlage des hessischen Staates gezwungen sein, manchmal auch ohne Verhandlungen mit den Beamtenorganisationen entscheidende Maßnahmen zu treffen. Er hoffe allerdings, daß die Beamtenschaft das notwendige Verständnis hierfür aufbringen werde. Er kenne ja aus Erfahrung ihre Treue und Aufopferung gegenüber dem Staat. Opfer, die gebracht werden müßten, würden allerdings gerecht verteilt. Staatspräsident Dr. Werner stellte fest, daß die Grundlage aller zukünftigen Arbeit mit der Beamtenschaft sei, das B c - rufsbeamtentum unter allen Simständen zu erhalten und zu schützen. Dr. Werner regte an, daß die Beamtenschaft den Beamtenhandel und die Beamtenwirtschaftsvereine auflöst bzw. verbiete. Er legte dar, daß dies von der Bevölkerung, der Industrie, dem Mittelstand freudig begrüßt würde, insbesondere wenn diese Auflösung von der Beamt enschaft selbst ausgehe. Das sei eine soziale Tat ersten Ranges. Der Führer der hessischen Deamtenschast Rektor Claß gab sofort im Ramen seiner Kollegen unter allgemeinem Beifall die Erklärung ab, daß er sofort alle notwendigen Schritte unternehmen werde, um dieser Anregung nachzukommen. Der Hessische Bearnten- daher an alle Parteidienststellen Parteiorganisationen folgende Anordnung: Oie NSDAP. kündigt für Samstag Boykott zur Abwehr der Greuelpropaganda im Ausland an Die gestrige Mitteilung über die Herabsetzung der Mini st ergehälter in Hessen ist vielfach falsch ausgelegt worden. Mährend bisher die Ministergehälter für den Staatspräsidenten 24 G00 Mark und für die beiden Minister 22 000 Mark betrugen, erhalten ab 1. April d. 3. Staatspräsident Dr. Werner und Staatsminisier Müller monatlich 1000 Mark ausbezahlt, also jährlich 12 000 Mark. Die Aufwandsentschädigung betrug früher 2000 Mark pro 3ahr .und Minister, ab 1. April 1933 fällt die Aufwandsentschädigung für den Staatsminister völlig weg, während sie für den Staatspräsidenten auf 1200 Mark pro Jahr herabgesetzt wurde. Bildung eines Gondergerichtes in Hessen. WER. D a r m ft a b t, 28. März. Zur Durchführung der Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten vorn 21. März 1933 (RGBl. I.S. 136) wirb vom Gesamtministerium folgenbes verordnet: § 1. Das für ben Bezirk b e 8 O b e t - lanbesgerichtes Darmstadt zuständige Sonbergericht wird bei dem Landgericht Darmstadt gebildet. Anklogebehörde ist die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht in Darmstadt. Die Vertreter der Anklagebehörde werben besonders bestimmt. § 2. Die Verordnung über ben b e b ing t c n Strafaufschub vom 27. März 1933 (Reg. Bl. 6. l/P finbet auf bas Sonbergericht keine An- Wen b u n g. Berlin, 28. März. (TU.) Kronprinz Wilhelm hat an den amerikanischen Schriftsteller Georges Sylvester Viereck einen Brief gerichtet. der sich mit den gegen Deutschland aus- geftreuten Greuelmärchen beschäftigt. Der ehemalige Kronprinz schreibt darin u. a.: Wenn Männer wie Sie, die während des W e 11 - krieges die Haltlosigkeit der bewußt über Deutschland ausgestreuten Verleumdungen aus nächster Rähe erlebt haben, aus eigener Erfahrung und mittels Ihrer guten Verbindungen zur amerikanischen Oefsentlich.eit dazu beitragen können, das amerikanische Volk über bi_c Wahrheit aufzuklären, so würden Sie sich ein Verdienst erwerben, nicht nur für die deutsche Ration, deren Ehre zu beschmutzen die böswilligen Gerüchtemacher heute versuchen, sondern auch für die Welt und die friedliche Atmosphäre zwischen den Völkern, welche durch diese Hetzer vergiftet Ich möchte hinzufügen, daß ich hiermit nicht offiziellen oder parteipolitischen Standvertrete, sondern bah bie oben genannten Erschein» täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte töienener Famllienblatter Heimat m Bild Die Scholle monatsBejngspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsvrechanschliifse unter Sammelnummer 2251. Anichrisl für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehett. Postscheckkonto: grentfrrt am Main 11686. bezahlt werden. § 2. Die Vorschriften des § 1 gelten auch für die Zahlung der enk,prechenden Bezüge durch die Gemeinden, Gemeindeverbände und d'.e sonstigen Körperschaften und Anstalten von Stiftungen des öffentlichen Lebens. § 3. Diefe Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1933 in Kraft. tausendfacher Schwere die Juden selbst. Es ergeht ....... und München, 28.März. (ERB.) (Eig. Meldung.) Die Rationalsozialistische Korrespondenz veröffentlicht einen Aufruf bet Partei- lei tun g, bet an alle Parteiorganisationen der RSDAP. gerichtet ist. In dem Aufruf heißt es einleitend u. a.: 3n den Wochen nach dem 30. Januar hat sich eine einzigartige nationale Revolution in Deutschland vollzogen. Trotz langer schwerster B.drückun- gen und Verfolgungen haben die Millionenmas- sen die hinter der Regierung der nationalen Revolution stehen, in fester Ruhe und Disziplin der neuen Reichsführung die legale Deckung gegeben zur Durchführung der Reformen der deutschen Ration an Haupt und Gliedern. In jämmerlicher Feigheit haben die jüdisch-marxistischen Bonzen ihre Machtstellungen geräumt. Rur der beispiellosen Disziplin und Ruhe, mit der sich dieser Akt des Umsturzes vollzog, haben es die Urheber und Ruhnießer unseres Unglücks zuzuschreiben, wenn sie fast ausnahmslos ungeschoren blieben. Kaurn ein Härchen wurde ihnen gekrümmt. Man vergleiche mit diesem Akt der Selbstzucht der nationalen Erhebung in Deutschland etwa d i e bolschewistische Revolution in Rußland, der über drei Millionen Tote zum Opfer fielen. Man vergleiche weiter die furchtbaren Kämpfe und Zerstörungen der Revolution dieser Ro- vembermänner selbst, ihre Geiselerschießungen i n den Jahren 1918 und 1919, das Rieder- metzeln wehrloser Gegner. Die regierenden Männer haben dabei feierlich der Welt verkündet, daß sie mit dieser in Frieden leben wollen. Das deutsche Volk leistet ihnen dabei treue Gefolgschaft. Deutschland will keine weltwirren und keine internationalen Verwicklungen, aber das nationale revolutionäre Deutschland ist fest entschlossen, der inneren Mißwirtschaft ein Ende zu bereiten. Run, da die Feinde der Ration im Innern vom Volke selbst unschädlich gemacht worden sind, tritt das ein, was wir längst erwartet hatten. Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüd sch-intellektuellen Anstifter, die mit ihren Kapitalien rechtzeitig ins Ausland ausrückten, entfalten von dort aus eine gewissenloselan- desverräterische Hetzkampagne gegen das deutsche Volk überhaupt. Lügen und Verleumdungen von geradezu haarsträubender Perversität werden über Deutschland losgelassen. Die deutschen Waren, die deutsche Arbeit soll dem internationalen Boykott verfallen. Wollie man diesem wahnwitzigen Verbrechen länger zusehen, würde man sich zum Mitschuldigen machen. Die Rationalsozialistische Partei wird nunmehr den Abwehrkampf gegen diese Generalverbrechen mit den Mitteln aufnehmen, die geeignet sind, die Schuldigen zu treffen. Denn die Schuldigen sind bei uns, sie leben unter uns und mißbrauchen Tag für Tag das Gastrecht, bas ihnen bas beutsche Volk gewährt hat. In einer Zeit, ba Millionen Menschen von uns nichts zum Leben und nichts zum Essen haben, da Hunberttausende beutsche Geistesarbeiter auf der Straße verkommen, sitzen diese jüdischen intellektuellen Literaten zwischen uns und nehmen sehr wohl unser Gast- recht in Anspruch. Jahrzehntelang hat Deutschland jeden Fremden wahllos hereingelassen. Als Dank dafür hetzt jetzt, während Millionen eigener Volksgenossen von uns arbeitslos sind und Der- kommen, ein Klüngel jüdischer Literaten, Professoren und Geschäftemacher die Welt gegen uns. Damit ist jetzt Schluß. Wir sehen die Not und das Elend unserer eigenen Volksgenosjen und fühlen uns verpflichtet, nichts zu unterlassen, was eine weitere Schädigung dieses unseres Volkes verhindern kann. Denn verantwortlich für diese Lügen und Verleumdungen sind die Juden unter uns. Von ihnen geht diese Kampagne des Hasses und der Lügenhetze gegen Deutschland aus. In ihrer Hand läge es, die Lügner in der anderen Welt zurechtzuweisen. Da sie dies nicht wollen, werden wir dafür sorgen, daß dieser Haß- und Lügenseldzug gegen Deutschland sich nicht gegen das unschuldige deutsche Volk, sondern gegen die verantwortlichen Hetzer selbst richtet. Die Boykott- und Greuelhetze darf nicht und wird das deutsche Volk nicht treffen, sondern in 1. In jeder Ortsgruppe und Organisationsgliederung der NSDAP, sind sofort Aktionskomitees zu bilden zur praktischen, planmäßigen Durchführung des Boykotts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdischer Rechtsanwälte. Die Aktionskomitees sind verantwortlich daß der Boykott keinen Unschuldigen, um so härter aber die Schuldigen trifft. 2. Die Aktionskomitees sind verantwortlich f ü r den höchsten Schutz aller Ausländer ohne Ansehen ihrer Konfession und Herkunft oder Rasse. Der Boykott ist eine reine Abwehrmaßnahme, die sich ausschließlich gegen das deutsche Judentum wendet. 3. Die Aktionskomitees haben sosort durch Propaganda und Aufklärung den Boykott zu popularisieren. Grundsatz: Kein Deutscher kaust noch bei einem Juden oder läßt von ihm und seinen Hintermännern Waren anpreisen. Der Boykott muß ein allgemeiner sein. Er wird vom i ganzen Volk getragen und muß das Judentum an seiner empfindlichsten Stelle treffen. 4. In Zweiselssä llen soll von einer Boykottierung solcher Geschäfte so lange abgesehen werden, bis nicht vom Zentralkomitee in München eine anders bestimmende Anweisung erfolgt. Vorsitzender des Zentralkomitees ist Parteigenosse Streicher. 5. Die Aktionskomitees überwachen auss schärfste die Zeitungen, inwieweit sie sich an dem Aufklärungsfeldzug gegen die jüdische Greuelhetze im Ausland beteiligen. Tun Zeitungen dies nicht oder nur beschränkt, so ist darauf zu sehen, daß sie aus ledern Haus, in dem Deutsche wohnen, augenblicklich entfernt werden. Kein deutscher Mann und kein deutsches Geschäft soll in solchen Zeitungen noch Annoncen aufgeben. Sie müssen der öffentlichen Verachtung verfallen, geschrieben für die jüdischen Rassegenossen, aber nicht für das deutsche Volk. 6. Die Aktionskomitees müssen in Verbindung mit den Betriebszellenorganisationen der Partei die Propaaanda der Aufklärung über die Folgen der jüdischen Greuelhetze für die deutsche Arbeit und damit für den deutschen Arbeiter in die Betriebe hineintragen und besonders die Arbeiter über öie Rotwendigkeit des nationalen Boykotts als Abwehrmaßnahme zum Schutze der deutschen Arbeit aufklären. 7. Die Aktionskomitees müssen bis ins kleinste Bauerndorf hinein vorgetrieben werden, um besonders auf dem flachen Lande die jüdischen Händler zu treffen. Grundsätzlich ist immer zu betonen, daß es sich um eine uns auf- gezwungene Abwehrmaßnahme handelt. 8. Der Boykott setzt nicht verzettelt ein, sondern schlagartig: in dem Sinne sind augenblicklich alle Vorarbeiten zu treffen. Es ergehen die Anordnungen an die SA. und SS., um vom Augenblick des Boykotts ab durch Posten die Bevölkerung vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte zu warnen. Der Boykottbeginn ist durch Plakatanschlag und durch die Presse, durch Flugblätter usw. bekanntzugeben. Der Boykott setzt schlagartig Samstag, 1. April, 10 Uhr, ein. Er wird fortgesetzt solange, bis nicht eine Anordnung der Parteileitung die Aushebung befiehlt. 9. Die Aktionskomitees organisieren sosort in Zehntausenden von Massenvers a m mlun - gen, die bis in das kleinste Dorf hineinzureichen heben, die Forderung nach Einführung einer relativen Zahl für öie Beschäftigung der Juden in allen Berufen entsprechend ihrer Beteiligung an der deutschen Volkszahl. Um die Stoßkraft der Aktion zu erhöhen, ist diese Forderung zunächst aus drei Gebiete zu beschränken: a) Aus den Besuch an den deutschen Mittel- und Hochschulen: b) für den Beruf der Aerzte: c) für den Beruf der Rechtsanwälte. 10. Die Aktionskomitees haben weiterhin die Ausgabe, daß jedem Deutschen, der irgendeine Verbindung zum Ausland besitzt, diese verwendet, um in Briefen, Telegrammen und Telephonaten aufklärend die Wahrheit zu verbreiten, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrschen, daß das deutsche Volk feinen sehnlicheren Wunsch besitzt, als in Frieden seiner Arbeit nachzugehen und in Frieden mit der anderen Welt zu leben, und daß es den Kamps gegen die jüdische Greuelhetze nur führt als reinen Abwehrkampf. 11. Die Aklionskomi.ees find verantwor'l'ch, daß sich dieser gesamte Kampf in vollster R u h e uni) größter Disziplin vollzieht Krümmt auch weiterhin keinem Juden auch nur ein Haar! Wir werden mit dieser Hetze fertig einfach durch die einschneidende Wucht dieser aufgeführten Maßnahmen. Mehr als je zuvor ist es notwendig, daß die ganze Partei in blindem Gehorsam wie ein Mann hinter der Führung steht. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnd Verlag: vrühl'sche Univeifitäls-Vuch- und Zteindruckerei H. Lanze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Das Sondergericht ist zuständig für die in der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat und der Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung bezeichneten Verbrechen und Vergehen, soweit nicht die Zuständigkeit des Reichsgerichts oder des Oberlandesgerichts begründet ist. Gegen die Entscheidung des Sonder- gcrichts ist kein Rechtsmittel zulässig. Dem Angeschuldigten wird, wenn er noch keinen Verteidiger gewählt hat. bei der Anordnung der Hauptverhanülung von Amts wegen ein Verteidiger bestellt. Die Sondergerichte sind Gerichte des Landes. Die Gnaden- befugnis steht daher der Regierung des Landes au; dem Sondergericht für Hessen ist die Befugnis zur Gewährung von bedingtem Strafaufschub nicht zugestanden worden. Verordnung über den Waffenbesitz. Darmstadt, 28. März. (WSN.) Der Staatskommissar für das Polizeiwesen Dr. Best erlägt folgende Verordnung: Angesichts der Tatsache, daß seit dem Siege der nationalen Erhebung zahlreiche marxistische Elemente aus durchsichtigen Gründen versuchen, sich m tue zum neuen otaat stehenden V-e r b ä n d e einzuschleichen, ordne ich auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und otaat vom 28. Februar 1933 an: Wer nach dem 6. 'Dl ä r 3 1 9 3 3 in die NSDAP, und ihre Unterorganifatioen oder in den Stahlhelm Bund der Frontsoldaten eingetreten ist, darf eine Schußwaffe nur auf Grund eines ihm erteilten Waffenscheins besitzen und führen und unterliegt im übrigen den Bestimmungen meiner Verordnung über die Ablieferung von Schußwaffen vom 13., 14. und 16. März 1933. Zuwiderhandlungen werden gemäß § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat bestraft. Oer Stahlhelm in Hessen. Rücksprache Bl im Ttaatspräsidenten Tr. Werner, WER. Darmstadt, 28. März. Im Zusammenhang mit den Vorgängen in Braunschweig empfing Staatspräsident Sr. Kerner am Dienstagmorgen eine Abordnung des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, unter Führung des Gauführers. Oberregierungsrat K e r p. Dr. Kerp betonte, daß ähnliche Vorgänge in Hessen unmöglich seien. Er verbürge sich, mit seiner Person für die Richtigkeit dieser Behauptung einzustehen. Von der Stahlhelmabordnung wurde besonders darauf aufmerksam gemacht, daß in Hessen zwischen der C i n z e i ch n u n g in die Aufnahmeliste und der tatsächlichen V e r p f l i ch t u ng als Mitglied eine ausgedehnte Prüfungszeit für die Bewerber eingeschaltet sei. Abschließend wurde von dem Führer des Stahlhelms noch die Frage erörtert, inwiefern eine Mitarbeit des Stahlhelms an den politischen Aufgaben in Hessen möglich sei. Oer VOA. ernennt Staatspräsident Or. Werner zum Ehrenförderer. WER. Darmstadt, 28. März. Staatspräsident Dr. Werner empfing am Dienstagabend den Vor st and des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Der hessische Vorsitzende, Staatsrat Bloch, beglückwünschte Staatspräsident Dr. Werner und teilte ihm mit, daß der VDA. den Staatspräsidenten zum Ehrenförderer ernannt habe. Die Abordnung überreichte dem Staatspräsidenten folgende Entschließung: „Angesichts der nationalen Erhebung, die durch unser deutsches Volk geht, bekennen wir uns erneut und freudig zu der vaterländischen Arbeit, die der VDA. seit 50 Jahren unablässig zu leisten bestrebt gewesen ist, und wir werden als ein Glied der nationalen Front unsere ganze Kraft e i n s e tz e n , daß die Volksgemeinschaft zu einem lebendigen Erlebnis des ganzen deutschen Volkes wird Denn im Siege der nationalen Front sehen wir auch den Sieg unserer 50jährigen Pionierarbeit. Wir sind daher gewiß, daß die Regierung der nationalen Erneuerung dazu auch unsere Mithilfe und unsere gefestigten und bewährten Verbindungen mit den B e r l i a. 28. Mär;. (TU.) Amtlich, heute vormittag fand zwischen Reichsminister Göring und dcm Stahlhelmführer Reichsminister Seldte eine Besprechung wegen der Vorgänge in Braunschweig statt. Die eingehende Untersuchung ergab, daß es sich um eine rein lokale Angele- gen heil handelt, die im Laufe des Nachmittags von der Reichsregierung in Ordnung gebracht wird. Die Zusammenarbeit von SA.. SS. und Stahlhelm im gesamten Reichsgebiet wird durch diese lokalen Vorgänge in keiner weise berührt. Es besteht auf allen Seiten der einstimmige Entschluß, die kameradschaftliche Zusammenarbeit dieser Verbände zu festigen und zu verbreitern. Reichsarbeitsminister Seldte hat sich mit Begleitung in einem Flugzeug nach Braun- schweig begeben, um an Ort und stelle die Vorgänge im Braunschweiger Stahlhelm zu untersuchen. In einem zweiten Flugzeug hat sich eine gemischte Kommission, bestehend aus dem Führer des Landesverbandes Berlin des Stahlhelms, Mcyor a. D. Stephani und dem persönlichen Adjutanten des Reichsinnenministers Göring, Hauptmann a. D. Körner, nach Braunschweig begeben. Reichsminister Seldte ist gegen 19 Uhr a u f dem Braunschweiger Flugplatz emge- troffen, wo er von dem braunschweigischen Innenminister K l a g g e s und den Herren seiner 'Begleitung begrüßt wurde. Die Herren begaben sich sofort ins Regierungsgebäude, wo eine Besprechung stattfand, an der neben Minister Dr. Küchenthal Landtagspräsident 3 Ö r n e r, SS. - Oberführer Saufet und die Herren, die aus Berlin eingetroffen waren, Hauptmann a. D. Körner und Major a. D. v. Stephani, teilnahmen. Das Ergebnis der Besprechung war folgendes amtliche Kommunique, das der Vorsitzende des braunschweigischen Staatsministeriums Dr. Küchenthal der Presse übergab: Die Reichsregierung erkennt die von dem braunschweigischen Innenminister 5 l a g g e s gegenüber dem Stahlhelm. Gau Braunschweig-Sladt. ergriffenen energischen Maßnahmen als berechtigt an. Nachdem der Reichsarbeitsminister Franz Seldte als erster Bundcsführer des Stahlhelms die disziplinarische Erledigung der Angelegenheit zugesagt hat und die Gefahr einer illegalen Aktion marxistischer Organisationen unter falschem Decknamen beseitigt ist. wird Minister klaggcs das für das Land Braunschweig ausgesprochene Verbot des Stahlhelms mit dem 1. April 1933 a uff) eben. Eine Erklärung -es Stahlhelm. Berlin, 28. März. (Sil.) Did Reichs- Pressestelle des Stahlhelm, Bund der . Frontsoldaten, teilt zu den Vorfällen in Braunschweig folgendes mit: Rach dem Bericht des verantwortlichen Landesamtschefs sind in den letzten Wochen überhaupt nur ganz vereinzelte Aufnahmen in den Stahlhelm erfolgt. Ausländsdeutschen gern in Anspruch nehmen wird. Es erfüllt uns mit freudiger Genugtuung, uns mit Ihnen eins zu wissen in dem Bestreben zur Stärkung des deutschen Volksbewußtseins daheim und draußen. Insbesondere rufen wir deshalb unserer Iu- gend zu: Ihr handelt im Geist der vaterländischen Bewegung, wenn ihr noch mehr als bisher eure Begeisterung für alles Schöne und Große in den Dienst des Vereins für das Deutschtum im Ausland stellt." Hingegen haben sich die schriftlichen und persönlichen Anmeldungen zum Stahlhelm aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen in letzter Zeit von Tag zuTag gesteigert und am Montag ein ungeheures Ausmaß erreicht. Es ist selbstverständlich. daß jede Anmeldung zum Stahlhelm zunächst durch Ausfüllung eines Anmeldeformulars mit genauer Anschrift festgelegt wird. Ebenso werden bei Anfragen geschlossener Belegschaften oder Gruppen die un- aufgeforderteingereichtenAnschrif- tenlisten entgegengenommen und aufbewahrt. Diese Anmeldungen als Aufnahmen anzusehen und zu bezeichnen, ist der grundlegende Irrtum, dem die braunschweigische Regierung erlegen ist. Die Annahme der Anmeldung geschlossener Formationen, Welcher politischen Richtung diese auch angehören, hat die Stahlhelmführung in Braunschweig ebenso grundsätzlich abgelehnt, wie dies überall im Reiche auf Grund einer Verfügung des Bundesamtes abgelehnt wird. Die erfolgte Aufnahme irgendeines Marxisten oder gar geschlossener marxistischer Formationen in den Stahlhelm ist schon deshalb ausgeschlossen, weil gemäß den Bestimmungen des Stahlhelm jede Anmeldung einer besonders sorgfältigen Prüfung unterzogen wird, weil die Dann vorgesehenen Aufnahmeanwärter eine mehrmonatige Probezeit durchmachen müssen und weil diese endlich aus alten Stahlhelmangehörigen zwei anerkannte Bürgen beizubringen haben, ehe sie sich zur Verpflichtung und damit zur Aufnahme stellen. Durch die eingeleitete Untersuchung wird sich zweifellos ergeben, daß in Braunschweig leider Wohl die Rerven verloren gegangen sind, so daß durch Aufbauschung ganz unpolitischer rein lokaler Zufälligkeiten eine vermeidbare Erregung in die Bevölkerung getragen ist. Katholische Kirche und ASDAp. Die Fuldaer Bischofskonferenz hebt Verbote und Warnungen auf. Köln, 28. März. (SU.) Der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, gibt für die Erzdiözese Köln eine Kundgebung der Fuldaer Bischofskonferenz bekannt, in der es hrißt: Die Oberhirten der Diözesen Deutschlands haben aus triftigen Gründen in ihrer pflichtmäßigen Sorge für Reinerhaltung des katholischen Glaubens und der unantastbaren Aufgaben und Rechte der katholischen Kirche in den letzten Iahren gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung eine ablehnende Haltung durch Verbote und Warnungen eingenommen, die so lange und so weit in Geltung bleiben sollten, wie diese Gründe fortbestehen. Es ist nunmehr anzuerkennen, daß von dem Höch st en Vertreter der Reichsregierung, der zugleich autoritärer Führer jener Bewegung ist, öffentlich und feierlich Erklärungen gegeben sind, durch die der Unverletzlichkeit der katholischen Glaubenslehre und den unveränderlichen Aufgaben VeilWngdesVramschweigerSWHelmkonWs MinisterSeldteanOktundStelle.-Aufhebung deSGtahlhelmverbotsam^l.Aprli. und Rechten der Kirche Rechnung getragen werde, sowie die vollinhaltl'.che Geltung der von den einzelnen deutschen Ländern mit der Kirche abgeschlossenen Staatsverträge durch die Reichsregierung ausdrücklich zugesichert wird. Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös-sittlicher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher das Episkopat, das Vertrauen hegen zu können, daß die vorgezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet zu werden brauchen. In Geltung bleibt die Mahnung, stets wachsam und opferfreudig einzutreten für Frieden und soziale Wohlfahrt des Volkes, für den Schutz der christlichen Religion und Sitte, für Freiheit und Rechte der katholischen Kirche und Schutz der konfessionellen Schule und katholischen Jugendorganisationen. In Geltung bleibt ferner die Mahnung an die politischen und ähnlichen Vereine und Organisationen, im Gotteshaus und kirchlichen Funktionen aus Ehrfurcht vor der Heiligkeit derselben zu vermeiden, was als politische oder parteimäßige Demonstration erscheinen und daher Anstoß erregen kann. In Geltung bleibt endlich die so oft und eindringlich ergangene Aufforderung, für Ausbreitung und Wirksamkeit der katholischen Vereine, deren Arbeit so überaus segensreich ist für Kirche, Volk und Vaterland, für christliche Kultur und sozialen Frieden, stets mit weitblickender Umsicht und mit treuer opferwilliger Einigkeit einzutreten. Zlugzeugunglöck bei Mxmmden. Motorcxp osion. — 14 Tote. Brüssel, 28.März. (MTB.) Bei Dixmuiden ist ein englisches Verkehrsflugzeug, das sich auf dem Mege von England nach Brüssel befand, abge* stürzt. Es handelt sich um das dreimotorige, 1200 PS starke englische Flugzeug „City of Liverpool“ der Imperial Airways Ltd., das um 13.36 Uhr vom Flughafen Brüssel in Richtung London auf- gestiegen war. An Bord befanden sich außer dem englischen Piloten ein Radiotelegraphist und zwölf Passagiere. Bei dem Unglück sind sämtliche Insassen ums Leben gekommen. Die Gendarmerie war aus dem benachbarten Lcssen sofort zur Unglücksstelle geeilt, konnte aber nur noch aus dem völlig verbrannten Apparat die verkohlten Leichen bergen. 3n einem Umkreis von 30 bis 300 Meter von der Unfallstelle entfernt fand man die völlig zerschmetterten Körper von vier Fahrgästen, die offenbar versucht haben, im Augenblick des Absturzes aus dem Flugzeug herauszuspringen. Die Trümmer des abge- • stürzten Flugzeuges find weithin auf dem Boden verstreut. Unter den verunglückten Fahrgästen befinden sich dr e i Deutsche (nach einer anderen Meldung vier Deutsch«, unter ihnen eine Dame), acht Engländer und ein Belgier. Hebet die Ursache der schrecklichen Katastrophe ist man zur Zeil noch aus Vermutungen angewiesen. Offenbar haben die Motoren ausgesetzt, und es ist dcm Piloten nicht gelungen, die schwere Maschine im Gleitflug auf den Boden zu sehen. Bei dem heftigen Anprall müssen die Benzintanks Feuer gefangen haben. Das Flugzeug stand sofort nach seinem Aufschlagen auf den Boden in Flammen. Bei den zuerst geborgenen Leichen handelt es sich um diejenigen Personen, die versucht hakten, ihr Leben durch rechtzeitiges Abspringen zu retten; darunter befand sich auch der Radiotelegraphist Albert F o o s. der im Jahre 1883 in Köln geboren ist. — Das Flugzeug war bereits mehrere Jahre im Dienst und sollte bald ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Oie Bordkapelle. Don Harry Reich. Von irgendeinem Ahnen her bin ich erblich belastet! Von wegen musikalisch. Ich bin ein unverbesserlicher Mustkenthusiast. Als ich aus der Schule kam, hatte ich eine Zeitlang mal so einen richtigen Dpernfimmel. Alle Abende bezog ich meinen Stammplatz auf der Stadttheatergalerie, bis ich Meyer- beer, Wagner und noch verschiedene auswendig kannte. Neidisch sah ich die musikbeflissenen jungen Leute in ihren Partituren blättern, — die hatten doch erst richtig etwas davon. — Ick mußte auch ein Instrument erlernen, das stand fest, irgendwie wollte ich Musik betreiben. An Versuchen dazu ließ ich es auch nicht fehlen, von der Maultrommel bis zum Cello habe ich schon so ziemlich alle. Instrumente einmal besessen, probiert und wieder verscheuert. Immer, wenn ich jemand sv recht schön spielen hörte, hatte ich sofort die fixe Idee: „Das ist das richtige für dich, die Geschichte sieht so einfach aus, das mußt du auch können!" Aber ich konnte es doch nicht, ich fing immer gleich mit dem „Tristan" an, selbst auf der Harmonika, und da brachte ick es dann immer nur bis zur traurigen Weise. So hatte ich mich schon damit abgefunden, dereinst eine Frau zu heiraten, die das an musikalischem Können mitbrachte, was ich an Begeisterung ooraushatte. Bis meine aktive Dienstzeit herankam, draußen auf dem kleinen Kreuzer „Möwe". Da wurde meine musikalische Begabung anerkannt und ich in die Bordkapelle eingereiht. — Jedes Auslandsschiff hatte nämlich früher seine Musikkapelle, die aus Leuten der Besatzung von einem dazu kommandierten Berufsmusiker ausgebildet wurde. Das war bei uns Hoboistenmaat Karl Brünning, der Kapello. Er blies selbst das Tenor» Horn; für die Hauptinstrumente fanden sich einige Unteroffiziere, die schon auf anderen Schiffen mitgespielt hatten. So Iulius, der Wachtmeister, für das zweite Tenorhorn und ein Steuermannsmaat für die Tromba. Die übrigen samt der großen Tuba hatten mehr oder weniger dann nur „Umda-Umda" zu macken, der Tambour trommelte und mir wurde das Schlagzeug anvertraut. Ich hatte mich eigentlich aufs Blasen gespitzt, aber Kapello sagte mir — heimlich, damit die anderen nicht neidisch wurden—, daß das Schlagzeug das wichtigste Instrument, ja die eigentliche Seele einer Militärkapelle fei. Weil wir die alten eingeübten Unteroffiziere hatten, waren wir fcknell eingespielt. Julius hatte sich früher selber das Blasen beigebracht, ohne fachmännische Korrektur, wobes er sich dann einige Unarten angewöhnt hatte. So pflegte er das Mundstück sei ner Trompete halb in den Mund zu stecken, wie ein Kind die Saugflasche — ihm fehlte der „Ansatz", wie Kapello sagte. Weshalb er dann bei den musikalischen Höhepunkten kläglich scheiterte. Er strengte sich dann furchtbar an, blies die Backen auf wie einen Fußball, die schwarzen Augen, die immer ein bißchen dumm fragend guckten, strebten wie Schneckenhörner nach dem Notenblatt. Kapello, der das Unglück schon kommen sah, feuerte ihn mit Blicken an, die ein Pferd über den Top gejagt hätten. „Ansatz, Wachtmeister, Ansatz!" schrie er. Jetzt fommt's. Bum, da hatte er's wieder verpatzt: heraus kam gar nichts oder ein jammervoller Ouietschton. Mich regte das jedesmal so auf, daß ich einige Takte zu schnell schlug oder ganz aussetzte. Der Tubamann, ein ganz junger Gast, fing an zu lachen und konnte nicht mehr tuten, die übrigen wurden unsicher und verstummten einer nach dem anderen. Kapello schmetterte noch eine Zeitlang verzweifelt weiter, fuchtelte mit seinem Horn und stampfte wütend den Takt, um die Streikenden wieder zu neuem Sturm zu begeistern. Bis auch er das Nennen aufgab, erst den Tambour bremste, der stets wie ein Schießbudenautomat unentwegt weiter wirbelte, bis einer ihn abfteUte, und bann Julius einen furchtbaren Anschnauzer verpaßte. Regelmäßig war Julius beleidigt und behauptete, er hätte die Stelle einwandfrei gebracht. Wir hatten bald ein ganz hübsches Repertoir. So die herrlichen Märsche ,Hoch die Feuerwehr" und „Unter Kiautschou", die sogar ein Kapellmeister vom Garderegiment komponiert hatte. Dann das Potpourri: „Unsere Lieblingsmelodien". Das dauerte beinahe eine halbe Stunde. Es war eine Sammlung aller möglichen Stücke, die geistreich miteinander vernietet waren. Begann weihevoll mit dem Pilgerchor, woraus sich dann unerwartet die Holzauktion im Grünewald entwickelte. In so neckischer Weise gings weiter, es kam immer ganz anders als man erwartete. Den Schluß bildete das Niederländische Dankgebet, Fortissimo und Glockengeläuts. Das machte ich mit ein paar Stahlstangen, die ich dem Maschinisten geklaut hatte. Das klang so natürlich, daß alle unsere Hörer vom Heimweh gepackt wurden. Unsere Glanznummer war der Espana- Walzer. Den hatte Kapello regelrecht mit uns einexerziert. Donnerwetter, das klappte aber auch. Mir wurde dabei recht deutlich, wie Künstler sich gegenseitig anregen. Wir steigerten uns durch Zurufe dann zu höchster Begeisterung. „Feste, Karl, feste!" — „Auf ihn, gib ihm Saures, Harry!" „Ansatz! Julius! Ansatz!" Und Julius nuckelte und nutschte wie ein junges Kälbchen, während Kapello die Melodie schmetterte. daß den Zuhörern schwindlig wurde und sie sich in Gedanken die Zunge verhedderten. Die Tuba grunzte, daß der Mast mitzitterte und der Tambour und ich machten mit Pauke, Becken, Triangel und Kastagnetten einen Krach, wie eine Kesselschmied? bei Hochbetrieb. Unser Bootsmann, der alte Obermaat Granzow, war dann immer ganz gerührt, er sagte, es erinnerte ihn an feine Jugendzeit, als er noch bei Blohm & Voß auf der Werft arbeitete. Ich weiß nicht, wie er das meinte. Er hatte dann immer das Bedürfnis, Julius, der sich erschöpft wie nach einem 6-Tage-Rennen den Schweiß abtrocknete, zu umarmen und mit ihm aus der Flasche zu trinken. Julius trank dann schweigend, seine fragenden Augen in die Ferne gerichtet. Ich habe mal wo gelesen: „Das bleiche Haupt vom Kuß der Muse geweiht." Richtig! Genau so sah er aus, geradezu madonnenhaft: „Minsch, Julius, wat kannst du Kirl blosen, wat hast du di nu bloß wedder affmaracht." Julius sagte nichts. Den Künstler ziert Bescheidenheit. Einen großen Erfolg hatten wir einst in einem Kanakendorf Neu-Mecklenburgs. Die ganze Gesellschaft geriet in Ekstase, schrie, sprang, tanzte und warf mit Speeren. Arn tollsten war der Häuptling, ein alter graubärtiger Kerl, der zu seiner nur durch ein kleines Läppchen unterbrochenen Nacktheit eine Briefträgermütze und einen Spazierstock als Hoheitsabzeichen führte. Er wollte mir die Becken gleich abhandeln. Drei Schweine bot er dafür. Ich lehnte ab. Erstmal war es kaiserliches Eigentum und übrigens wäre ich in Arrest geflogen. — Verschiedentlich gaben wir auf drängenden Wunsch auch Konzerte an Land in den Europäersiedlungen. So z. B. in Herbertshöhe. Da gaben wir einen Symphonieabend. d. h. wir spielten außer den beiden Märschen nur Stücke mit Kesselpaukenimitation, „Die Rasen- bank am Elterngrab" und andere ergreifende Sachen. Namentlich der Kadettenmarsch, in dem ich als Solo einen zischenden Beckenschlag mit nachfolgendem Paukenschlag brachte, wurde auf Wunsch der begeisterten Pflanzer immer nochmal wiederholt. Bombiger Eindruck! Wir mußten immer noch einen zugeben und wurden mit Bier und Zigarren königlich bewirtet. So, daß wir auf dem Heimweg bös Schlagseite hatten und erheblich schlingerten, was uns aber nickt abhielt, dabei noch mit Musik zu marschieren. Das war in der Dunkelheit leichtsinnig. Es gab einen Ruck, die ganze Kapelle schob sich ineinander wie eine Hanoharmonika, ein Gepurzel und Geschrei —. Endlich hatte einer Licht gemacht. Der Tubabläser war gestolpert, alles über ihn gefallen. Himmel! Wie sah die Tuba aus! Wie eine aroße Konservendose nach zweistündigen vergeb lechen Oeffnungsversuchen mit dem Brecheisen. Auch meine geliebte Pauke war hinüber, daran war nicht mehr zu zweifeln, nachdem wir mit vereinten Kräften den Tambour wieder herausgezogen hatten. Alle hatten mehr oder weniger was abgekriegt, alle schimpften. Nur Julius sagte nichts, er war anscheinend mal wieder von der Muse geküßt. Aber wie ich näher hinsah, hatte er etwas in der Hand, das er tiefsinnig betrachtete. Es war sein bester Schneidezahn, den er eben aufgesammelt hatte. Er hatte bei dem Zusammenstoß zufällig mal „Ansatz" gehabt. Oer Brigant auf dem Heuboden. Auf ungewöhnliche Weise ist man des ..letzten! Räubers" von Istrien, Giovanni Stokowitsch, habhaft geworden, dessen Leben von einer Romantik umgeben war wie das der (Briganten von Korsika. Stokowitsch, der Iugoslawe ist, wurde von der italienischen Polizei wegen vier Mordtaten und unzähliger Diebstähle gesucht. Aber die Landbevölkerung fürchtete ihn so, daß Iahre hindurch niemand ~ den Behörden Hilfe zu leisten wagte. Während gan$e Srupps von Gendarmen und Schwarzhemden das Land nach ihm durchsuchten, machte er weiter ungestraft das Land unsicher und entwich nur gelegentlich über die Grenze nach Iugoslawien, um seine Frau zu besuchen. Schließlich bekam die Polizei heraus, daß Stokowitsch einen Kuhstall als Versteck benutzte, der bei einem Bauerngehöft in der Rähe vonRo- veria lag. Zwei Schutzleute schlichen sich, als Bauern verkleidet in das Haus und erkundigten sich bei den Bewohnern, die aber Stein und Dein schworen, daß sie nicht d-zs geringste Verdächtige bemerkt hätten. In dem Stall standen vier Kühe, und eine Leiter führte auf einen Heuboden. Als cs dunkel wurde, langte eine größere Polizeistreife an, und sie kletterten zu dem Heuboden mit aufgepflanzten Bajonetten hinauf. Aber sie sahen hier nichts als Heu. Als sie bereits enttä""'t sich wieder herunterdegeben wollten, t>?m'’'mei sie plö - lich ein eigentümliches Geräusch, das wie Schnarchen klang. Als sie nun mit ihren Bajonetten das Heu durchsuchten, fanden sie Stokowitsch und zwei seiner Gefährten, die in Rischen schliefen, die sie in der Wand angebracht hatten und die sorgfältig mit Heu bedeckt waren. Die lang ■ gesuchten Räuber wurden überwältigt und gefesselt. Man fand auf dem Heuboden ein ganzes Waffenlager und eine reiche Ausstattung von Cin- bruchsgeräten. Stokowitsch zeigte die größte Kaltblütigkeit und Ruhe. Er beglückwünschte die Polizei zu ihrer- Findigkeit und meinte, es tue ihm nur leid, daß kein Kino-Operateur anwesend sei, die Szene aufzunehmen ... Aus -er Provinzialhauptstadt Ser Verein für Luftfahrt Gießen im Jahre 1932 Buntes Allerlei im Erdinnern, machte sich soaar vom Teil los und i ging auf dem Boden des Kraters umher. Nachdem ' 713 Ende Slug- wurden von der Vereinigung 42 Fluglage In- und Auslande veranstaltet. 3n weiteren Beratungen beschäftigte man sich mit der Ausgestaltung des Fluglage«, für den alS Zeitpunkt der 1 4. M a i ausersehe» wurde. Der Flugtag soll in grofjjüglgcr Form ab- gehalten rotrDcn, damit das JJublifum voll auf feine Rechnung kommt. ES ist vorgesehen, mit den Darbietungen der Motorflieger auch den Legelflug zu verbinden und ein recht abwechslungsreiches Programm zu- fammenzustellen. RegterunqSrat Schmid t teilte mit, das, der Gießener Flugsport voraussichtlich in Auswirkung des Zusammenschlusses der nationalen deutschen Luftsahrtverbände einen starken Austrieb erhalten werde. Mit Worten deS DankcS für das von der Versammlung bekundete Interesse schloß sodann General a. 'S). Fritz die Verhandlungen. Unter der Leitung seines Vorsitzenden. Gene- rals a®. Fritz, hielt der V e r e i n s u r L us t- fahrt Gießen am Montagabend im Hotel Hindenburg feine Jahres-Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete nach Vegruhungs- worten an die Versammlung den 3 a l) r e d • bericht, aus dem eine rege Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre , zu entnehmen war. 3n dem Bericht wird zunächst des im Februar 1932 verstorbenen Vorstandsmitgliedes Gaswerksdirektor S t e Ö i n g, eines rührigen Mitarbeiters an den Aufgaben des Vereins, gedacht: sein Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Ferner wird mit Bedauern verzeichnet, das, der Verein durch die Versetzung des bisherigen Bataillonskommandeurs, Oberstleutant K le Pie, der dem Verein immer ein wertvoller Berater war, einen empfindlichen Verlust erlitten hat. Die Zahl der Mitglieder hat sich im Berichtsjahre nahezu unverändert gehalten: am 1. Januar 1932 gehurten dem Verein 75. am 31. Dezember 72 Mitglieder an. Die Fllegergruppen Grünberg, Laubach und Cid) sowie die Gruppe des Bataillons mit etwa SO Mitgliedern traten dem verein bei. Die 3ungfliegcr gruppe zählt zur Zeit35. die Akaflieg 10 Mitglieder. Dank größter Sparsamkeit hat der Verein im vergangenen Jahre feine Arbeit im bisherigen Umfange auf- rechterhalten können. Die 3ungfüegergruppe hat in Verbindung mit der Akaflieg in 2202 Arbeitsstunden einen verkleideten ..Zögling", sowie ein Flugzeug vom Sep „Falke" und einen Transportwagen gebaut. Einzelne Maschinen wurden überholt. Der Flugzeugpark des Vereins besteht gegenwärtig aus drei Schulflugzeugen („Zögling"! und zwei Segelflugzeugen („Prüfling" und „Falke"). Die Vorschulung der Anfänger erfolgte wieder auf dem Gelände an der Dergschenke, sowie bei Aßlar. 3n der Zeit vom 19 bis 30. Mäbz wurde ein größerer Kursus in Aßlar abgchalt n. Dabei wurden trotz schlechten Wetters 2 5 0 Starts ausgeführt und drei A- und sechs B-Prüfungen geflogen. Zu Pfingsten iuröe mit einem Flugzeug auf dem Dörnberg geflogen. 3n der Zeit vom 0 bis 20. August weilten die Gießener Jungflieger mit drei Maschinen in der Rhön. Während des dortigen Aufenthaltes wurden 334 Starts gemacht und sieben A-, sechsundzwanzig B-, eine L-Prüfung und ein amtlicher Segelslug absolviert. Es hat dabei nur einen Bruch gegeben. Die Versuche mit der Autost a r t rn e t h o d e auf dem Gießener Flughafen hatten leider nicht den erwünschten Erfolg. Die Versuche werden aber in diesen Tagen fortgesetzt Für die Zukunft wird für die 3ung- flicgcr eine größere Baracke zur Verfügung stehen- Der Üebungsbetrieb kann dadurch auf eine breitere Basis gestellt werden Der Vorsitzende teilte ferner mit, daß die Akaflieg mit der Motorfliegergruppe Friedberg eine flug- wisfenfchaftliche Arbeitsgemeinschaft gebildet hat- Die Südwest deutsche Sportfliegervereinigung hat auch im Jahre 1932 mit Erfolg ihre auf Ausbreitung der Volkstümlichkeit des Lustsahrtgedankens gerichteten Bestrebungen fortgesetzt. In der Zeit vom 6. März bis zum 30. Oktober Im Berichtsjahre hat die Vereinigung Flüge und 40 Schleppflüge ausgeführt, vorigen Iahres find auf dem Gießener Hafen fünf Flugzeuge beheimatet gewesen, im neuen Iahre find drei weitere Maschinen hin- zugekommen. Es kann erwartet werden, daß sich der Flugbetrieb im Iahre 1933 recht lebhaft gestalten wird. Die zahlreichen Sprechabende sind zu einer wertvollen Einrichtung geworden: sie sollen beibehalten und möglichst ausgebaut werden. Um das Interesse noch breiterer Kreise Riesenaffen und MambuÜ-Zwerge Expedilionsbericht aus dem Herzen de- Schwarzen Erdteils. er wieder heraufgezogen worden war, berichtete Kirner: „Ich hatte wirklich das Gefühl, mich in der Hölle zu befinden: die brodelnde Lava erinnerte an einen vom Sturm aufgewühlten See. Immer wieder brachen Glutwellen hervor, explodierten und fluteten bis zum Rande des Kraters empor, wobei sie Hunderte von Steinen und Wolken von Asche hinausschleuderten. Auf dem Boden waren Gruben von drei bis zehn Meter Tiefe, in denen die Lava wie ein brodelnder Brei kochte. Wenn die Blasen sprangen, dann gab es einen Krach, und glühende Steine sowie leuchtende Funken (logen um mich herum. Die Wände rings um mich spielten in schwarzen, roten und gelben Farben, und aus den breiten Rissen quollen Schwefeldämpse, die mich fast betäubt hätten." Oer wankelmütige Seemann. Ein alter französischer Seemann, Ernest Dugas. hat einen ungewöhnlichen Wankelmut an 6en Tag gelegt, wie eine Gerichtsverhandlung in Pari« zeigte. Rachdem er mit der Polizei einige Male in Konflikt gekommen war, hegte er den dringenden Wunsch, „wieder Uniform anzuziehen". Er beschloß daher, in die Fremdenlegion einzutreten, gab sich als Schweizer aus. wurde auch aufgenommen und erhielt den Befehl, mit einer kleinen Summe ausgerüstet, sich nach Marseilles zu begeben. Aber unterwegs änderte er seine Pläne. Da er zufällig einen Bekannten traf, einen Mann namens Watin, der auch gern in die Legion gegangen wäre, aber nicht angenommen worden war, trat er diesem seinen Platz ab, übergab ihm feinen Paß und feine Papiere. Doch Watin besann sich ebenfalls, bevor er noch den Zug nach Marseilles nahm, eines andern, ging spornstreichs nach dem Aekrutierungsomt der Fremdenlegion in Paris und cr3äblte dort die ganze Geschichte. Daraufhin wurde DugaS verhaftet aber wieder entlassen, nachdem man Drei Monate lang seine Tauglichkeit für das Heer untersucht hatte. Run ist er wieder m Freiheit । und weiß nicht, was er weiter anfangen soll. gesetzt worden. Donnerstag und Freitag gelten als verbilligte Volk Stage der Ausstellung. Zungdeutscher Orden in Gießen. Die Bruder- und Schwesternschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens vereinigten am Sonntag ihre Mitglieder, insbesondere die Schwestern des Ordens, zu zwei Veranstaltungen im Hotel Hindenburg. Am Rachmittag fand die Gründung einer 3ung- mädelschar und die Aufnahme von 3ungschwestern statt. Schwester Frau Elin Schüler, Darmstadt hielt eine Ansprache, in der sie Selbstdisziplin und Selbsterziehung als Hauptgrundsah für den deutschen Menschen bezeichnete. In ihren weiteren Ausführungen schilderte sie die Wege zum wahren Deutschtum. Bei dieser Veranstaltung wurde mit 10 Mitgliedern die Iungmadchenschar gegründet. Am Abend sand ein stark besuchter Staatsbürger« abend statt, in dessen Mittelpunkt der Vortrag von Frau eilt) Schüler, Darmstadt, über Da« Thema „Wie stehen wir Frauen zur politischen Lage?" stand. Den Ausführungen Der Rednerin fei folgendes entnommen: Es gebe noch viele Männer, die es nicht gerne sähen, wenn sich Die Frau mit Politik beschäftige. Die Frau wolle wenn sie sich schon polittsch betätige, nichts mit Parteigezänk zu tun haben. Der Frau gehe es um Die Rächstenliede, vor allem aber auch um Die Zukunft Der Kinder. Deshalb müßten Mann und Frau nebeneinander arbeiten. 3a, es sei Pflicht, Gegebenheiten in der Ratur zu beachten und zu berücksichtigen: Die Frau sei neben den Mann gestellt und müsse auf ihre Art neben ihm wirken können. 3m 3ungdeutschen Orden arbeiteten Mann und Frau von jeher zusammen. Es gebe in der Gegenwart wohl keine wahrhaft national- gefinntc Stau, die es nicht begrüße, daß es zu einer nationalen Erhebung gekommen fei. Im Volke fei noch viel Rot vorhanden: bei vollen Scheunen müßten viele Volksgenossen hungern und bei viel Arbeitsnotwendigkeit viele feiern. Hier werde die Regierung mit allen Mitteln einfeyen müssen. Die nationale Revolution fordere auch die Frau und ihre Mitarbeit heraus. Es gehe dabei Der Frau um die Volksgemeinschaft m wahrhafter brüderlicher Lebensgemeinschaft. Roch fei diese Gemeinschaft nicht völlig geschlossen. Roch stünden Teile unseres Volkes abseits. 3eDer Volksgenosse müsse aber im Vaterland seine Heimat erkennen. Von der Regierung erwarte man, daß sie sich für Arbeit und Siedlung einfetze. Die Gelegenheit, kraftvoll zu wirken, fei jetzt gegeben. Klüfte im Volke müßten geschloffen werden. Man begrüße im Iungdeutschen Orden,ede ernsthafte Betätigung im nationalen und im so» zialen Sinne. Die Frau insbesondere müsse im Staate zu einer Stellung gelangen, die ihrer Würde als Frau und Mutter entspreche. Die Frau müsse in deutschem und christlichem Sinne wirken können. Der Iungdeutsche Orden strebe die Schaffung einer Srauenfammec an, tn per Die Fran Arbeit am Volke nach ihren Möglichkeiten leisten könne. Die Mitarbeit der Frau am Doltsganzen müsse im Sinne Der Nächstenliebe erfolgen. Die großen Gesichtspunkte dürften nicht außer acht gelassen werden: Immer sei die Idee und das Ewige maßgebend und nicht der Mensch oder seine Zeit. Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen und löste eine kurze Aussprache aus. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Turnhalle am Oswaldsgarten, 10 bis 19 Uhr, Ausstellung „Stadt und Land". — Platz an Der Rod- Heimer Straße, ab 8 Uhr Pferdemarkf, ab 11 Uhr reitsportliche Darbietungen und Militärkonzert. — Obcrhess. Kunstocrein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Ein Jubiläum der Schreibmaschine. In Den Vereinigten Staaten hat man dieser Tage das „Diamantene Jubiläum" Der Schreibmaschine gefeiert, Denn im März 1873 unterzeichnete der Erfinder Sholes einen Vertrag mit der Firma Remington zu Ilion in Den Vereinigten Staaten, in Dem er feine ErfinDung an Die Fabrik verkaufte. Die erste Schreibmaschine seines Systems tarn allerdings erst ein Iahr später auf Den Markt. Doch kann man in Diesem Iahre auch Den 100. Geburtstag der Schreibmaschine feiern, Denn 1833 nahm Der Franzose Tavier Progm em Patent auf eine Schreibmaschine, Die zum erstenmal Das Prinzip Des Anschlagens von Typen im heutigen Sinne verwenDete. Progin batte mit seiner 3Dcc keinen Erfolg, aber auch Die ersten Schreibmaschinen Sholes' würden uns heute recht merkwürdig anmuten, denn sie sahen wie alt-idische Nähmaschinen aus, mußten nicht nur mit de i Händ.n. sondern auch mit Den Fußen bc0Ä..i werden, und die Arbeit wurde im Stehen verrichtet. Um Den Wagen von einer nach Der' anderen Seite zu schieden, mußte Der Fuß in Tätigkeit treten. Es hat noch einige Zeit gedauert bevor Die Maschine jene Leichtigkeit Der Handhabung erreichte. Die Dann ihren Sieges» zug durch die Welt ermöglichte. Oer Forscher im Lulkan-Krater. Eine kühne Tat unternahm Der Geologe Arpad Kirner, indem er sich, in ein Asbest-Gewand gekleidet, einen Helm auf dem Kopf, um sich^gegen fallende Steine zu schützen, und mit einem sauer- stoff-Apparat zur Atmung, in den tätigen Krater des Stromboli (vor der Nordküste Siziliens) her- unterlicß. Das Seil, an dem er in die liefen des Vulkans gelangte, war ebenfalls mit Asbest umgeben, um sein Verbrennen in der Glut zu verhindern. Ohne diese Vorsichtsmaßregel wäre er leicht in die brennende Hölle hinabgestürzt. So aber blieb er fast drei Stunden in dieser glühenden Welt des Im Herzen De« Schwarzen Erdteils befindet sich am Acquator entlang noch em weites ®c- bict dichtesten UrtoalDe«, in Dem Dunkel, Furcht unD Geheimnis herrschen. Dieses Aequatonal- Gebiet. Das Die Hälfte Des belachen Kongo und einen guten Teil des Französisch Jequa- torial-Afrila bedeckt, stellt der Forschung ia sogar Dem Geben Der Weißen m Diesem Bere ch ein fast unüberwindliches Hindernis entgegen. Hier herrscht noch uneingeschränkt ein ferner Vor- sahr des Menschen aus Urtagen, Der Riese n- Gorilla, Den die Eingeborenen in scheuer Ehrfurcht „Rgagi" nennen. Unter Den wenigen Forschungsreisenden, die sich in dieser „grünen Hölle" längere Zeit aufgehalten haben, ist vor allem Der Italiener Attilio Gatti zu nennen, der soeben feine siebente wissenschaftliche Er- pedition durch Aequatorial-Afrika beendet und große Sammlungen wilder Tiere mit heimgebracht hat In einem Londoner Blatt schildert er höchst anschaulich seine Erlebnisse auf den Spuren der Ricsengorillas: Rur einige winzige Karikaturen des Menschen, die' etwa 120 .Zentimeter großen Mambut,- Zwerge, haben den Mut, in das Reich Rgagi« einzudringen. Diese kleinen Wesen gehören zu Den primitivsten Eingeborenen Afrikas. Ich habe viele Monate mit ihnen un Herzen des UrwalDes verbracht unD gefunden, daß sie die unabhängigsten und glücklichsten unter Afrikas Bevölkerung sind. Das Geheimnis ihre« Glücks liegt darin, daß sie nicht das Geringste besitzen: ihre Hütten sind sorglos aus wenigen Zweigen zusammengebaut: einige kleine ^icre liefern ihnen die Felle für ihre Klüdung. Der Wald verforgt sie mit Der nötigen Rahrung. Sie brauchen auch nichts zu erwerben, um ihre Frauen zu kaufen, wie das bei Den anDern Afrikanern üblich ist, und ihre Frauen find ebenso anspruchs- | los wie sie. m Während meiner beiden Crpeditionen im Aeauatorial-Urwald haben mir die Zwerge unschätzbare Hilfe geleistet. Durch dieses Dickicht zu dringen, ist für einen Weißen unendlich schwer. Es ist kein Gehen, sondern ein Kämpfen um jeden Zoll durch tue dichte Mauer von Baumen Büschen, Lianen und Schlingpflanzen aller Art. In diesem undurchdringlichen Gewirr verliert man jeden Richtungssinn, und ohne Die Hilfe Der Zwerge wären wir verloren und einem furchtbaren Tode ausgeliefert gewesen. Aber diese scheuen und schweigsamen kleinen Leute ließen mich nicht einen Augenblick im Stich. Ohne das leiseste Zögern führten sie mich Tag für Tag durch dies geheimnisvolle Waldkönigreich, wiesen mir die Wege, die am wenigsten Schwierigkeiten boten, und bahnten mir oft mit ihren kurzen Messern einen Durchgang. Dabei folgten fi« mit mathematischer Genauigkeit den Spuren ihrer I unversöhnl'chen Feinde Der Rgagi« Rur so war es mir möglich, wochenlang der einen ober andern Gorilla-Herde zu folgen und jeden Tag neue überraschende Geheimnisse aus dem All- tavsleben dieser riesigen Menschenaffen zu enthüllen. , .... Die Herde. Der ich besonders lange nachstieg, war von einem gewaltigen Männchen gefolgt, dem die Zwerge den Hamen Kitumbo, „Der für Die Luftfahrt wachzurufen, soll auch in diesem Iahre ein großer Fluglag abgehalten werden. Bei dieser Gelegenheit soll ein neues Segelflugzeug mit Dem Flamen „Geheimrat König" die Taufe erhalten. Für Die Mitglieder des Vereins wird ein gemeinsamer Ausflua nach Der Wasserkuppe zum Rhönseaelflugwettvewerb geplant. Zum Schluß feiner Ausführungen dankte General a D. Fritz allen Mitgliedern, die den Verein ideell oder finanziell unterstützten. Für befondere Verdienste erhielten drei Mitglieder Freiflugfcheine überreicht. Mit Dem Wunsche, daß Das Iahr 1933 Dem Verein neuen Aufschwung bringen möge, schloß Der Vortragende feinen beifällig aufgenommenen Bericht. starke, starke Mann" gegeben hatten und wahrlich stark war er. Er maß etwa 2 Meter und von ben Füßen dis zu den ausgestreckten Vorder- gliedrnaßen betrug sogar feine Größe 260 Zenti- meter. Einen Begriff von feinem rief,gen Wuch« gab mir der Abdruck, den ich von einer feiner Fußspuren im Schlamm nahm. Dieser Fußabdruck maß genau 32 Zentimeter in Der Länge. 15 Zenii- meter in Der Breite und 19 Zentimeter an Den gespreizten Zehen. Mit langem, schwarzem welligen Pelz bcDcdt, Der auf Dem Rücken kurz und filbergrau wurde, bot Die Riefenmaffe Dieses Leibes bei jeher Bewegung den Eindruck ungeheurer Stärke und Beweglichkeit. Und die Wildheit. Der wahrhaft teuflische, jedenfalls übermenschliche Ausdruck feiner Züge ließ mich bei Der ersten Begegnung Den Schrecken begreifen, den der Riefengorilla allen Einwohnern Afrika« einflößt. _ , _ ., Kitumbo und feine Familie, die aus Drei Weibchen. einem halberwachsenen und einem kleinen Iungen bestand, waren in beständiger Bewegung und zwangen mich, vom Morgen bi« zum Abend ermüdende Märsche zu machen. Die noch schwieriger wurden Durch Die RotwenDigkeit. jcDe« Geräusch zu vermeiden unD sich au« Der Witterung Der Tiere fernzuhalten. Diese beständigen Wanderungen unD die bisher noch nicht erklärte Tatsache, daß der Gorilla niemals zweimal In der selben Unterkunft schläft, ließen mich verstehen, warum diese Assen so ungeheure Mengen Pflanzlicher Nahrung zu sich nehmen. Ich überraschte ein« mal eine Herde, als sie gerade eine Lichtung erreicht hatte, die dicht mit dem zarten Grün De» Miondo. einer Art wilder Sellerie, bedeckt war. Die Tiere fraßen so gierig, daß der weite Fleck in wenigen Minuten abgeweidet war. Dann wanderte die Herde aus ein Grunzen des Führers weiter. Ihre Lieblingsspeise besteht außer Dem Miondo in jungen Bambusschößlingen, in Zwiebeln und wilden Bananen. Allmählich erfuhr ich, daß die Gorillas, wenn sw auch keine richtige Sprache haben, doch eine Reihe von genau bestimmten Lauten von sich geben, von denen jeder seine Bedeutung hat. Ein solcher Laut war das erregte Grunzen, mit dem Kitumbo seine Familie warnte, wenn er unsere Nähe argwöhnte und daher das Weiterwandern für zweckmäßig hielt. Ein anderes Grunzen, das tiefer klang, wurde regelmäßig ausgeftoßen, wenn die Herde sich einem an- dern Weideplatz zuwenden 'sollte. Ein dritter Laut, der ein Sammlungs-Signal zu sein scheint, wird von dem Leit-Gorilla dadurch erzeugt, daß er sich rasch unter das Kinn schlägt, roorauf feine Zahne klappern und ein schriller vibrierender Schrei her- oorbringt. Ein drohendes, Mark und Bein durchs dringendes Heulen hörte ich von Kitumbo, als wir ganz unvermutet unter seine Herde gerieten, Die in dem Dickicht vollkommen verborgen war. Zch mußte auch erfahren, daß ein Gorilla, wenn er bic- fen Ton von sich gibt, keineswegs gut gelaunt ist. Kitumbo griff mich damals so wütend an, daß er mich zwang, ihn zu erschießen, um das eigene Leben zu retten. Aber die „Sprache" des Gorillas, die mir die menschlichste Tonart zu haben schien, ist der Schrei, mit dem der Führer der Herde jeden Mor- gen die Sonne begrüßt. Daher stammt auch sein Name: Ngagi, d. h.: „Der, der Die Nacht bricht..." Der Rechner des Verein«, Dankbevollmachtigter Schmidt, erstattete Den Rechnungsbericht. Der in Einnahmen mit 2003,54 Mk. unD In Ausgaben m.t 1858,14 Mk- abschloß Die «.vC^nung war geprüft und für richtig befunben tcorten. Dem Rechner wurde Der Dank Des Vereins ausgesprochen und ihm Entlastung erteilt. Regierungsrat Schmidt dankte sodann Dem Vorsitzenden. General a. D. Fritz, im Ramen der Versammlung für Die von ihm geleistete eifrige Arbeit im Interesse des Vereins. Sodann wurden Hauptmann von Stockhausen und Leutnant Dreher als Beisitzer in den Vorstand des Vereins gewählt. Da Der bisherige Leiter Der Iungsliegergruppe, Reallehrer E h, demnächst mit seiner Versetzung rechnet wurde in Der Versammlung vorläufig Gewerbelehrer Ui le in zum Leiter der 3ung- fliegergruppe bestimmt. Oie Verhütung von Waldbränden. Da infolge der Trockenheit eine erhöhte Brand- gesahr für Die Wälder gegeben ist, bat da« Kreis- amt Gießen für Die Zeit vom 16. Marz bi« 14. April 1933 die nachstehenden Anordnungen er- IatjCSa6 Rauchen im Walde und in dessen Rähe im Umkreis von 20 Meter vom Waldrande ^2° Da» Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde unD im Urntrei« oon 20 Meter vom Waldrand ist verboten: als Fei^ranzunden ailt besonders das Abkochen durch Touristen. Diese Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 ^^rk bestraft. Auf die nachstehend abgedruckten Vorschriften deS Artikels 36 des Forststrafgefetze« vom 13. 3uli 1904 wird besonders hingewiesen. . Bei dieser Gelegenheit macht das Kreisamt Darauf aufmerksam, daß das unbefugte Betreten von Pslanzgartenhäuschen, Wildscheuem oder ähnlichen Gebäulichkeiten in Wäldern, 'nsbefmidere das Rächligen in solchen, zum mindesten als^Hausfriedensbruch beftraft werden kann, sofern nicht noch andere ©trafbeftinpnungen verletzt sind. Artikel 36 des F o r st st r a s g e s e h e s. Mit Geldstrafe bis au 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft: 1. wer mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder sich demselben m gefahrbringender Weise nähert. 2 wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt, 3 tDer — in anderen als nach § 368 Rr. 6 des Strafgesetzbuchs strafbaren Fällen — un Walde oder in gefährlicher Rahe desselben im Freien ohne Erlaubnis der Forstpolizei- bchörde Feuer anxünDet oder, falls ihm die Erlaubnis erteilt ist. das Feuer gehörig zu beauisichtigen oder auszulöschen unterlaßt, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vor- getriebenen Bedingungen zuwiderhandelt. 4. wer Waldflächen oder Grundstücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne Erlaubnis Der Forslpolizeibchörde abbrennt oder den hierauf bezüglichen Anordnungen der Forstpolizei- bchörde zuwiderhandelt, 5. wer bei einem Waldbrande Der Aufforderung des zuständigen Forstbeamten oder Orts- polizcibeamten zur Hilfeleistung nicht nach- tommt, obfchon er derselben ohne erheblichen eigenen Rachteil Folge zu leisten vermag. Oie Gießener Ladengeschäfte nächsten Sonntag nachmittag geöffnet. Anläßlich Der Gießener Frühjahrs-Werbewoche werden am kommenden Sonntag Die Gießener Ladengeschäfte von 13 bi« 18 älhr für den Verkauf geöffnet sein. Oie Ausstellung „Stadt und Land^ bis 21 Llhr geöffnet. Die vom Verkehrsverein im Rahmen der Gießener Frühjahrs-Werbewoche bi« einschl. nächsten Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten veranstaltete Ausstellung „Stadt und Land" ist von heute ab täglich von 10 bi« 21 Uhr (9 LIhr abends) geöffnet. Man will dadurch auch den tagsüber beruflich in Anspruch genommenen Mitbürgern Gelegenheit zum Besuche derAusstellung in den Abend st unden bieten. Zwei billige Volkslage. Don heute (Mittwoch) 18 Uhr ab bis einschl. Freitag 21 Llhr ist der Eintrittspreis auf 20 P f. pro erwachsene Person herab- 9.Upori 1. Tischtennis Turnier der Spiel-Vereinigung 1900. Das am Sonntag abgehaltene 1. Turnier der Spiclvereinigung 1900 war ein großer Erfolg. Die Meldungen wurden restlos erfüllt: die Leistungen standen auf hohem Niveau. Cs wurde sehr sportlich gekämpft. Nachstehend die Ergebnisse. /X - Klasse. Einzelspielen 1. Hojda (Bar Kochba Frankfurt): 2. Schäfer (TTC. Frankfurt-West) : 3. H. Meier (LITE. Gießen). Die beiden Erstgenannten waren von vornherein Favoriten. Ho;da gewann nicht zuletzt durch taktisch kluges Spiel. Feine Leistungen zeigte auch der Drittplacierte, H. M c i c r vom ATE., der sich als bester Gießener Einzelspieler erwies. .^-Klasse. Doppelspiele: 1. Hojda (Dar Kochba Frankfurt) — Dennecke (IG.-Sport-- verein Frankfurt); 2. Beil — Neichel (beide 1900); 3. Hamann — H. Meier (beide ATE. Gießen). Hier fiel es den Frankfurtern reichlich schwer, sich durchzusetzen. Sie benötigten jeweils fünf Sähe, und zwar 21:18, 21:14, 14:21, 23:25, 21:18 gegen Bcil-Neichel und 17:21, 21:9, 21:17, 11:21, 21:13 gegen Hamann-Meier. Die Ehre für 1900 wurde also von Beil-Neichel gerettet. 6-Kl ässe. Einzelspiele: 1. Gros (1900); 2. Oelemann (1900); 3. Arzbacher (1900). — Doppelspiele: 1. Pflicht IDIK.) — Oelemann (1900); 2. Meyerhofs — Gros (beide 1900); 3. Hopfner (DHB.) — Götz (1900). Auch in der 8-Klasse wurden an die Teilnehmer hohe Anforderungen gestellt. Die Beteiligung war sehr groß. Das Bordringen bis in die Der 2. Bezirk des Gaues Hessen der DT. hielt am Sonntag in Heuchelheim sein Geräteturnen ab, über dos wir bereits kurz berichteten. 3m Nachstehenden folgen die Ergebnisse: Turner (über 18 Jahre), Neunkmnpf, 30 Teilnehmer, 29 Sieger. — 1. Sieg Hch. Herbert, Tv. 1846 Gießen, 170 Punkte; 2. Lg. Herbert, To. 1846 Gießen, 163 P.; 3. Max Hardt. Tv. 1846 Gießen, 154 P.; 5. Franz Jäckel, Tv. 1846 Gießen, 152 P.; 6. Nich. Ritz, Mtv. Gießen, 151 P.; i. Fritz Bayer, Tv. 1846 Gießen, 150 P.; 12. Hch. Rinn, Tv. Heuchelheim, 141 P.; 13. Heini Schmidt, Mtv. Gießen, 138 P.; 14. Gustav Wesche, Mtv. Gießen, 137 P.; 15. Hermann Gutbub, Tv. 1846 Gießen, und Friedr. Weber, Tv. Dutenhofen, 136 P.; 16. Walter Luh, Tv. Großen-Linden, 135 P.: 18. Fritz Leicht, Tv. Krofdorf, und Karl Weber, Tv. Heuchelheim, 133 P.; 19. Willi Schmidt, Tv. Krofdorf, und Otto Peter, Tv. Groß-Eichen, 130 P.; 20. Fritz Feldmar, Tv. 1846 Gießen, und Ernst Gümbel, Tv. Dutenhofen, 127 P.; 21. Willi Weller, Tv. Heuchelheim, 121 P.; 22. August Oswald, Tv. 1846 Gießen, und Hch. Agel, Tv. Dutenhofen, 120 P. Jugendober st ufe (17 und 18 Jahre), Neunkampf, 20 Teilnehmer, 20 Sieger. — 1. Sieg Lg. Brunner, Tgde. Laubach, 165 P.: 2. fturt Faber, Tv. Großen-Linden, 164 P.; 3. Willi Engelhardt, Tv. Heuchelheim, 154 P.: 4. Otto Nöhrsheim, Tv. Krofdorf, 149 P.; 6. .tiorl Rinn, Tv. Heuchelheim, und Hch. Schmadel, Grünberg, 142 P.; 7. Fritz Kreiling, Tv. Heuchelheim, 140 P.; 8. Hans Happel, Tv. 1846 Gießen, 139 P.; 9. Otto Knöß, Tv. Groß- Eichen, und Hans Wahl, Tgde. Laubach, 136 P.; 12. Theo Hofmann, Tv. Heuchelheim, 132 P.; 15. Lg. Amend und Hch. Nickel, Tv. Treis a. d. Lda., 124 P.; 16. Lg. Baum, Mtv. Gießen, 123 P. Jugend-Anter ft ufe (15 und 16 Jahre), Siebenkampf, 34 Teilnehmer, 32 Sieger. — 1. Sieg Hermann Schorge, Tv. Großen-Linden, 130 P.; 2. Helmut Fleischmann, Tv. 1846 Gießen, 120 P.; 3. Otto Weiß, Tv. Großen-Linden. 117 P.: 4. Karl Schmidt, Tv. Krofdorf, und Albert Kreiling, Tv. Heuchelheim, 116 P.; 5. Karl Rinn, Tv. Heuchelheim, 114 P.; 6. Heinz Schäfer, Tv. 1846 Gießen, 113 P.; 7. Karl Möckel, Mtv. Gießen, und Karl Marten, Tv. Klein-Linden, 112 P.; 8. Hch. Ritter, Tv. Grünberg, 111 P.; 9. Rich. Wagner, Tv. Großen-Linden, 109 P.; 10. Hch. Bär, Tv. Grünberg, 107 P.; 11. Wilh. Zörb, Tv. Klein-Linden, und Willi Will, Tv. Krofdorf. 106 P.; 12. Konrad Weber, Tv. Treis a. d. Lda., und Hugo Schmadel, Tv. Grünberg, 105 P.; 13. Ernst Arnold, Tv. Lützellinden, 104 P.; 14. Fritz Zinn, Tv. Treis a. d. Lda., Dorendrunde muh zumindestens als Achtungserfolg gewertet werden. Reben den dominierenden 1900ern hielten sich recht tapfer der DHB. Gießen, die DJK. Gießen sowie der junge Tischtennis-Club Lich. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am Sonntag sand auf dem Sportplatz in Wißmar der diesjährige Bezirkssrüh- jahrswaldlaus statt. Die Beteiligung war sehr lebhaft, die Ergebnisse waren sehr gut. Anschließend fand ein Handballspiel zwischen Gießen l und Buhbach-Wieseck (komb.) statt, das Gießen mit 6:3 Toren gewann. Diesem Treffen folgte ein Fußballspiel zweier Bezirksmannschaften (Kreisklasse—Bezirksklasse). Die Kreisklassenelf ging schon in wenigen Minuten in Führung. Bei dem körperlich wuchtigen Spiel der Bezirksklasse ließ das Zusammenspiel der Kreisklassenelf vorerst zu wünschen übrig. Bis Halbzeit fiel durch ein Selbsttor der Ausgleich. Nach Seitenwechsel fand sich die Kreisklassenelf besser zusammen und übernahm abermals die Führung. Die wenigen Durchbrüche der Bezirksklasse wurden von dem nun besser arbeitenden Schlußtrio der Gegenseite sicher abgewehrt; während der jetzt schußfreudigere Sturm der Kreisklasse das Resultat bis Schluß auf 5:1 stellte. Kurze Sportnotizen. Für die Zwischenrunde um die westdeutsche Fußball-Meisterschaft haben sich Fortuna Düsseldorf, Schalke 04, Hüsten 09 und Borussia Fulda I qualifiziert, die ihre Vorrundenspiele glatt gewannen. Die Sensation des Sonntags war der 7:0-Sieg von Fortuna-Düsseldorf über Köln-Sülz 07. 103 P.; 15. Gottfried Strauch, Tv. Grünberg, und Hch. Schwarzhaupt, Tv. 1846 Gießen, 102 P.; 16. Hch. Reih, Tgde. Laubach, und Willi Betz, Tv. Grünberg, 101 P.; 17. Hch. Göbel, Tv. Treis a. d. Lda., und Arthur Weber, Tv. Heuchelheim, 100 P.; 18. Ernst Dender, Tv. Krofdorf, 98 P.; 19. Karl Jmmcl, Mtv. Gießen, 97 P.; 20. Willi Schimmel, Tv. Heuchelheim, 93 P. Schüler (12 bis 14 Jahre). Siebenkampf, 107 Teilnehmer, 90 Sieger. — 1. Sieg Albert Zörb, Tv. Großen-Linden, 133 P.; 2. Heinz Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, und Rich. Jung, Tv. Lützellinden, 123 P.; Erich Belten und Herbert Fischer, Tv. Großen-Linden, 120 P.; 4. W. Zörb, Tv. Großen-Linden, und Ernst Wagner, Tv. Krofdorf, 119 P.; 6. Franz Freitag, Tv. Heuchelheim, 113 P.; 7. Hugo Wagner, Tv. Großen-Linden, 111 P.; 8. Denno Walter, Mtv. Gießen, Heinz Fischer 1, Tv. Großen-Linden,' und Gottfried Kitz, Tv. Grünberg, 110 P. ; 9. Robert Sparr, Mtv. Gießen, 108 P.; 10. Gottfried Winterhoff, Tv. 1846 Gießen, und Erich Möckel, Mtv. Gießen, 107 P.: 11. Werner Kurz und Heinz Obmann, Mtv. Gießen, Willi Steine! und Heinz Fischer II, Tv. Großen-Linden, 106 P.; 13. Konrad Hilke. Mtv. Gießen, 104 P.; 14. Karl Sahl und Helmut Doller, Tv. 1846 Gießen, Werner Keil, Tv. Heuchelheim, Arthur Kreiling, Tv. Lützellinden, 103 P.; 15. Kurt Engelbach, Reichsbahn°T.° u. Sp.-D. Gießen, Ernst Alten- heimer und Rudolf Luh, Tv. Lützellinden, 102 P.; 16. Kurt Fuchs und Helmut Gerlach, Tv. 1846 Gießen, Kurt Stork, Tv. Krofdorf, 101 P.; 17. Fritz Karl Jughardt und Erich Wagner, Tv. 1846 Gießen, Emil Wehrum, Reichsbcchn-T.- u. Sp,--B. Gießen, Arno Keller, Tv. Krofdorf, Wilh. Jung, Tv. Lützellinden, 100 P.; 18. Werner Eidman n, Walter Rahn und Wilh. Seibert, Reichs- bahn-T.- u. Sp.-B. Gießen, Karl Menges, Tv. Großen-Linden, 99 P.; 19. Arthur Schmuck, Mtv. Gießen, Hans Draun, Tv. Großen-Linden, Hermann Jung und Hermann Tolk, Tv. Klein- Linden, Fritz Hofmann, Otto Wämser und Walter Rinn. Tv. Heuchelheim, Hans Leicht und Otto Drescher, Tv. Krofdorf, 98 P.; 20. Erich Henkel, Tv. 1846 Gießen, Reinhold Krämer, Reichsbahn- T.- u. Sp.°B. Gießen, Paul Weil und Karl Will, Tv. Krofdorf, 97 P.; 21. Helmut Hengst, Tv. 1846 Gießen, Otto Eger, Mtv. Gießen, Alfred Soodmann, Tv. Großen-Linden, Arthur Rinn, Tv. Heuchelheim, Walter Lang, Tv. Klein-Linden, 96 P.: 22. Walter Schardt, Tv. 1846 Gießen, Heinz Röhrsheim, Tv. Krofdorf, 95 P.; 23. Robert Bouffier, Erwin Haas, Heinz Schwender und Karl Geyer, Tv. 1846 Gießen, Theo Otto, Reichsbahn°T.° u. Sp.-B. Gießen, Kurt Röhrsheim und Willi Klee, Tv. Krofdorf, 94 P.; 24. Willi Hahn, Tv. Heuchelheim, 93 P.; 25. Rud. Mehrer, Helmut Henning und Karl Muhl, Reichs- bahn-T.- u. Sp.°V. Gießen, Werner Dern, Tv. Großen-Linden, Karl Cyring und Erwin Thon, Tv. Klein-Linden, 92 P. Frühjahrs-Geländelaus: Turner, 5000 Meter. 1. Sieg Hans Reidel, Tv. Heuchelheim. 16:28,6 Min. — Jugend-Oberstufe, 3000 Meter, 1. Sieg Karl Bender, Tv. Heuchelheim, 12:2? Min. — Jugend-Anter st ufe, 1500 Meter, 1. Sieg Helmut Fleischmann, Tv. 1846 Gießen, 5:53 Min. — Schüler, 1000 Meter, 1. Sieg Robert Sparr, Mtv. Gießen, 3:46,5 Minuten. Amtsgericht Giehen. Ein 18jähriger unbestrafter Autoschlosser, der zu Hause ungünstigen Einflüssen ausgesetzt war, erhielt wegen Diebstahls auf Grund des sog. Geld- strafengesetzes statt einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von drei Tagen eine Geldstrafe von 12 M k., da das Gericht unter den obwaltenden Berhältnissen annahm, daß in diesem Fall der Strafzweck auch schon durch eine Geldstrafe erreicht werde. Der Angeklagte hatte auf dem Güterbahnhof trotz der dort herrschenden strengen Aussicht aus einem fremden Fuhrwerk einen Koh- lentragkorb entwendet und an sein eigenes, als ob es dazu gehöre, angebunden. Er wußte den gestohlenen Korb in geschickter Weise dem Aufsichtsbeamten zu verbergen. Die Führer des fremden Fuhrwerks sagten ihm aber bald den Diebstahl auf den Kopf zu und nahmen den Tragkorb kurzer Hand wieder an sich. Seine Behauptung, er habe den Korb auf der Fahrbahn gefunden und am nächsten Tage als gefundene Sache abliefern wollen, konnte einwandfrei widerlegt werden. Ein weiterer Angeklagter war ausgeblieben; es erübrigte sich deshalb eine Verhandlung. Sie bzw. ihr Ausgang war im Kreise des hiesigen Schuhmacherhandwerks mit Interesse erwartet worden. Der Angeklagte war ein hiesiger Lederhändler, dem aus Antrag der Handwerkskammer auf Grund des § 129 der Reichsgewerbeordnung ein Strafbefehl zuging, weil er für seine Schuhinstandsetzungswerkstätte einen Lehrling angenommen hatte, ohne daß er zum Lehrlingsanlernen berechtigt war. Erst auf polizeiliche Anordnung hat er den Lehrling entlassen. Gegen den Strafbefehl legte der Beschuldigte Einspruch ein, der aber ohne Berhandlung verworfen wurde. Es verblieb bei der im Strafbefehl festgesetzten Strafe von 2 0 Mark. Wirtschaft. Frankfurter Abendbörse gehalten. Frankfurt a. M., 28. März. Nachdem im Mittagsverkehr die Engagements anscheinend im großen und ganzen glattgestellt wurden, zeigte die Äbendbörse eher wieder etwas festere Haltung, die sich allerdings nicht auf den Rentenmarkt erstreckte. Das Geschäft blieb, wie nach der gekennzeichneten Börsenlage zu erwarten stand, recht klein. IG. Farben gewannen 1 bis 1,13 v. $)., Dt. Erdöl 0,50 v. $)., AG. für Verkehrswesen 1 v. H., während Rütgers- werke 0 40 v.H.einbüßten. DerElektromarkt lag meist gut behauptet, Montanaktien dagegen uneinheitlich. Am R e n t e n m a r k t waren Reichsschuldbuchforderungen 0,25 bis 0,50 v. S). schwächer, Neubesitz- anleihe blieben gut gehalten. Im Verlaufe bröckelten Aktien teilweise leicht ab, während Renten eher freundlicher lagen. Eine Belebung der Umsätze war nicht zu verzeichnen. Neubefitz 13 bis 13,40 bis 13,50 bis 13,55, Altbesitz 77,75, Schutzgebiete 8,30, Mannesmann 71 bis 71,13 bis 70,75, Stahlverein 43,50, Aku 38,50, Dt. Erdöl 98,25 bis 98 bis 98,25, Licht und Kraft 104,50, IG. Farben 132.50 dis 131 bis 131,90 bis 132, Gesfürel 93,75 bis 94, Rütgers- werke 51 bis 52, Hapag 21,25, Nordd. Lloyd 22,25. Franksui. ?r V crvcma—t. Frankfurt a. M., 28. März. Der Pferdemarkt war mit etwa 300 Pferden beschickt und von zahlreichen Interessenten besucht. Der Handel entwickelte sich zufriedenstellend. Die Qualität der Pferde war durchweg besser als beim letzten Markt, und die Preise waren allgemein etwas höher. Schwere Pferde belgischen Schlages erzielten 1200 dis 1500 Mk., gute Mittelpferde nordd. Schlages 900, bis 1100, leichtere Tiere 700 bis 800, Schlachtpferde waren gesucht und erzielten für 1. Qualität 22 bis 24, 2. Qualität 16 bis 18 Mk. je 50 Kilogramm. Kirche und Schule. Kreis Büdingen. y. Bad Salzhaufen, 26. März.. Seither wurden in unserer Gemeinde während der Kurzeit die evangelischen Gottesdienste im Parksaal abgehalten. Die Benutzung dieses Saales hat sich aber als unzweckmäßig erwiesen. Deshalb hat die Gemeinde die Errichtung eines zweckmäßigen und würdigen B e t f a a l s in dem früheren staatlichen Magazin» bau hinter dem Liebigziinmer beschlossen und die Bildung einer selbständigen Filial- gemeinde des Kirchspiels Nidda beantragt. Dieser Antrag ist von den zuständigen Behörden genehmigt worden. Der Gemeindevorstand hat hierauf einen eigenen Kirchenvorstand für unsere Filialgemeinde gewählt, der in der Kirche zu Nidda von Dekan S c r i b a verpflichtet wurde. Er besteht aus dem bisherigen Kirchenvorstandsmit- glied der Kirche Nidda Bürgermeister Röper und den neugewählten Mitgliedern Obergärtner Becker, Gemeinderechner Jakob, Beigeordneter Schulz, Frau A. Strohe Witwe und Parkarbeiter Wagner. Kreis Alsfeld. <> Romrod, 26.März. Am 22.Mai findet in unserem Orte eine Dorfkirchenvorsteher- t a g u n g statt. Im FestHottesdienst wird Superintendent Oberkirchenrat D. Wagner predigen. Alsdann hält Herr Prälat Dr. Dr. D. Diehl einen Vortrag über das Thema: „Kirche und Staat einst und jetzt". Briefkasten der Redaktton. (Rechrsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung > Fr. A. Th. in O. Da Sie Ihr Lebensalter nicht mitgeteilt haben, können wir Ihnen nur allgemein angeben, unter welchen Voraussetzungen eine erloschene Anwartschaft in der Invalidenversicherung wieder aufleben kann. Nach § 1283 der Reichsoer- sicherungsordnung lebt die Anwartschaft wieder auf, wenn der Versicherte wieder eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt ober durch freiwillige Beitragsleistung das Versicherungsoerhältnis erneuert und danach eine Wartezeit von zweihundert Beitragswochen zurücklegt. Hat der Versicherte bet der Wiederaufnahme der versicherungspflichtigen Beschäftigung ober bei ber Erneuerung des Versicherungsverhältnisses durch freiwillige Beitragsleistung das sechzigste Lebensjahr vollendet, so lebt die Anwartschaft nur auf, wenn er vor dem Erlöschen der Anwartschaft mindestens tausend Beitragsmarken verwendet hatte. Hat der Versicherte das vierzigste Lebensjahr vollendet, so lebt die Anwartschaft durch freiwillige Beitragsleistung nur auf, wenn er vor dem Erlöschen der Anwartschaft mindestens fünfhundert Beitragsmarken verwendet hatte und danach eine Wartezeit von fünfhundert Beitragswochen zurücklegt. In allen Fällen der Wiederaufnahme der Nlarkenverwendung ist jedoch Voraussetzung, daß Invalidität noch nicht eingetreten ist. , Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) • Line Bitte an die Straßenbahnverwaltung. Durch die Einbeziehung Wiesecks in unseren Straßenbahnverkehr ist gewiß einem fühlbaren Bedürfnis Rechnung getragen worden. Dagegen wird in allen Schichten unserer Einwohnerschaft die fast völlig lahmgelegte Strecke nach dem Neuen Friedhof recht schmerzlich empfunden. War schon früher der Verkehr der Straßenbahn dorthin sehr beschränkt — außer Sonntags liefen nur Mittwoch- und Samstagnachmittag wenige Wagen —, so wird diese Linie neuerdings, abgesehen von Beerdigungen, nur noch Sonntagnachmittags befahren. Nach Gießen kommende Fremde halten es für unglaublich, daß, obwohl der Schienenstrang besteht, keine Wagen dorthin laufen. Es würde gewiß allerseits freudig begrüßt werden, wenn hier eine Aenderung einträte. Bei den vielen Tausenden von Gräbern, die der Neue Friedhof birgt, ist ein jeder Tag im Jahr ein vielfacher Gedenktag für die Angehörigen der dort ruhenden Toten. Jedermann hat das begreifliche Verlangen, an Geburts-, Hochzeits- ober Sterbetagen bie Gräber lieber Angehöriger aufzusuchen. Für ältere Leute, denen das Bergsteigen schwer fällt, ist das fast unmöglich, aber auch für jüngere wäre bei schlechtem Wetter ober starker Hitze eine birefte Berbinbung sehr erwünscht. Die Straßenbahnverwaltung sollte deshalb den Versuch machen, täglich zu einer gangbaren Zeit — vielleicht zwischen 16 und 17 Uhr während der guten Jahreszeit, im Winter entsprechend früher — einen bis zwei Wagen zum Friedhof fahren zu lassen. Würde das der Einwohnerschaft genügend bekannt- gegeben, so dürfte man einer guten Benutzung der Wagen sicher sein. —k. Kirckstikb? Jlodhridtfen. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 29. März. Stadtkirche. 18 Uhr: 5. Passionsandacht; Pfarrer Mahr. Vrzirks-GerÄewmen in Heuchelheim. Oie Ergebnisse. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskonl 4 o H Lombardzinsfuß 5 v. H. Jrantluri a. JJ1. Serini Schluß« fürs Schluß!. Abend- börP Schluß» rurd Schluß! Miitag- börse ^a(um 27-3. 28.3. 27.3. 28.3. 6% Deutsche Reichsanleihe o. 1921 86 84,75 85,5 84,75 6% ehem.7% Dl.Relchäanl. v. 1929 —— 97,4 97,6 96,75 5^°/i>Dvuug.Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit 85 83,5 85 83,5 Auslos.-Rechten .. ....... 79.5 77,75 79.9 77,75 Desgl. ohne AusIos^Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Bo! Maat 1929 14,25 13,55 14,75 13,3 srückzolilb 102%) ....... Oberhessen Provinz-Anleihe mii 86,4 87 86 86,25 Ausiol.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelab l.An 78 78 - — leihe <5etie 1 mit Auslos. Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyo.-Banl 76,9 74 76,9 — Golbpfe. 15 uiifünobar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hnp.-Ban! 91 90 — — Goldpse. 16 unlünvbar bis 1936 5'/z% ehern. l'/°% Franks. Hyp. 90,5 89,5 —- -— Bank-Liau.-Psandbriese ..... 6’/z% ehern. V/t% Rheinische 91,9 90,25 '— — Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. 6% ehern. 8% Br. Landespfand 90,5 90 -- briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand — 91 91,5 91 briefanflalt, Pfandbriefe 8L 10 91 91 — — 4% Oeslerretchlsche Goldrente.... 13,4 — — — 4,20% Oelterreichische Silberrente 1,25 1,25 — 1,3 4% Ungarische Goldrenie *— — «— 4% Ungarische Slaatsrenie v. 1910 — — —— — 4'Ä% desgl. von 1913 ..... — — —- „ — 6% abgeft. Goldmerikaner von 99 6,5 6,5 6,4 6,45 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Ankeihe 5,15 5,2 5,25 5,25 Serie I .......... — - •— 5,9 4% deSgl. Serie 11 ............ 5,9 6 6 5,9 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,75 7,6 —— — <4i4%Ruman.vereinh.Rentev.l913 11,15 11 10,9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 6,275 6.275 6,2 6,15 3%% Anatolier............... 26,25 26,65 26,25 26,5 ,vran<:uri u. jji. Denin Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schluß- kurü Schluß! Mittag, börse Dalum 27.3. 28.3. 27.3. 28.3. Hantdurg^Amerila-Pakei ..... 1 22,4 21,25 22,75 21,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — - 42 Hansa Tampsschiss........... 0 —— — 35,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 23,9 22,25 24 2> 9) &. für Verkehrswesen Ml. .. 0 56 53,4 55,13 51 Nerliner Handelsgesellschaft.... 4 99,75 99,9 99 99 Commerz- und Privat-Bank ... 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und DiSconto Gelellschast................ 0 70 70 70 70 , Dresdner Bank.............. 0 61,75 61,5 61,75 61,5 ' Reichöbank ................. 1 153 148,25 153 148 A.E.G...................... 0 36 34 36,25 33,25 Elektr. Lieferungsgelellschast ... 6 86,5 86 88 86 Licht und Straft ........... 6 107,5 104,5 109 104,5 Felten & Guilleaume ........ 0 65,5 62,5 66 62,5 Gesellschaft für Elektrische Unter- 99,5 93,5 nehmungen .............. 4 98 94 Rheinische Elektrizität ........ 6 100,5 95,5 101 — Schurken 8 Co. ............. 0 106 100,65 106 100 Siemens & Halske........... < 164,5 157 166,5 156,25 LahmeperLEo.............. 10 136,5 132 138 132 Buderus ................... 0 61,4 56,75 61,4 57 Deutsche Erdöl ............. 4 104,13 98,25 103,75 97,75 Gelsenkirchener .............. 0 69,25 67 69,5 66 Harpener................. 0 92 88 91,25 87,25 Hoelch Eilen—Köln-Neuellen.. 0 —. — 71 66 Ilse Bergbau ............ 7 — —— 169 169,25 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 118,5 116 118 5 113 Stlödnerröerfe . .......... 0 63,5 60,5 64 60,5 Manneomann-Möhren........ 0 74 70,75 75 70,5 Manoselder Bergbau......... 0 —— 28 28,5 28.4 Oberschles. Kokswerke......... 0 — 84 80,25 Phönir Bergbau............. 0 47,25 44,25 47,65 44,9 Rheinische Braunkohlen ...... 10 207 203,5 206 204 Rhetnftahl.................. 0 88,5 84,5 89,25 83,75 Frankfurt a.DI. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abenb- börf Ech'uß- kurs Schluß!. Mi lag- bör e Datum 27.3- 28.3. 27.3. 28.3. Bereinigte Stahlwerke..... ... i> 47,4 43,5 47,4 43,75 Otavi Minen ........... ... 0 18,75 18,65 18,4 18 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 141,5 133 138 131.5 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 144 132,5 140 133 Kaliwerke Salzdetfurth .... 206 —- 206 198,5 3 G. Farben-Industrie .... *7 136,4 132 136,25 131,4 Sckeideanslalt............ ...10 169,5 167,25 —— Goldschmidt ............. ... 0 59,5 54 59 54,25 RütgerSwerke ............ ... 0 56,65 52 57 51,4 Metällgesellschaft.......... ... 0 40,25 — 40 38,5 Philipp Holz mann........ ... 0 56,5 54 55 55,75 Zementwerk Heidelberg ... ... 4 70,5 68 —— —» Tementwerk.Karlstadt...... ... 0 — —— — Wayb & Frei, lag......... ... 0 6,55 6,13 — — Schultheis Patzenhofer..... ... 0 _ _ 116,75 113,5 Mu lAllgemeine Kunstseide) ... 0 42 38,5 42 38,75 Bemberg ......... ... 0 56,5 51,5 56,25 51,4 Zellstosk Waldhos ......... ... 0 59,5 56,75 58,25 56 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 28,75 — 29.29 28,13 Dessauer Gas ......... —— — 118,75 117 Daimler Motoren......... ... 0 31 29,5 31,75 29,65 Deutsche Linoleum ....... ... 0 45 '2 45,25 42 Orenfteln & Koppel ....... ... 0 53,75 49,13 Leonhard Tietz........... ... 6 33,5 30,5 34,65 30,75 ihabe................... ...12 127 126,5 127,5 126,5 Aritzner................. ... 0 36,5 34,75 37,5 35 ölainfraftroetfe Höchst a.0. ... 4 75,5 74,5 Süddeutscher Zucker ...... ... 8 - 161 165 161 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. Banknoten. 27. Marz 28. März Amtliche Gell' iotlerung 8rie Amtliche .Notierung Geld Brie Helstngsors.. 6,344 6,356 6,334 6,346 Wien...... 48,45 48,55 48,45 48,55 Prag....... — —— — —— Budapest ... —— — —■ — Sofia..... 3,04? 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,93 169,27 168,98 169,32 LSlo ...... 73,43 73,57 73.38 73,52 Kopenhagen. 63,99 64,11 63,94 64,06 Stockholm.. 75,92 76,08 75,87 76,03 London ..... 14,34 14.38 14,33 14,37 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neuyork .... 1,191 4.199 4,191 4,199 Brüssel.... 58,43 58,55 58,43 58,55 Italien..... 21 52 21,56 21,53 16,465 ?1,57 Paris..... 16,465 16,505 16,505 Schweiz ... 80,80 80,96 80,85 81,01 Spanien.... 35,26 35,34 35,26 35,34 Danzig .... 81,87 0,899 82,03 81.87 82.03 Japan..... 0 901 0,899 0,901 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,245 5,255 5.195 5,205 13,06 13,08 13,05 13,07 Berlin, 28.März Meld Brief Amerikanische Noteu............ 4,175 4,195 Belgische Noten................. 58,27 58,51 Dänische Noten ............... ■ • 63,57 63.83 11.29 14,35 Französische Noten............... 16.425 16,485 Holländische Noten............... 168,61 169 29 Italienische Noten................ 21,51 21,59 Norwegische Noten .............. 73,20 73.50 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2.41 Schwedische Noten............ . 75,70 76,00 Schweizer Noten................. 80.67 80,99 ’S 97 Ungarische Noten................