ttr. 303 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Donnerstag, 28. Dezember (955 Der Kampf gegen die Anarchie in Spanien. Von unserem v. Gß.-Äerichterstaiter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Madrid, Ende Dezember. Brennende Kirchen, verstümmelte Polizeisten verunglückte Eisenbahnzüge, Mord und Totschlag, ver° ursacht und begangen durch ein im innersten kindliches Volk, das ist das Charakteristikum des letzten spanischen Aufstandes Entweder sie beten mit selten gesehener Inbrunst die Mutter Gottes an oder sie morden und zerstören, was ihnen falsche Evange- listen als hinderlich auf dem Wege zu ihrem irdischen ^rluck bezeichnen Kompromisse kennen f 1 e nid) t entweder sie sind heilige oder sie benehmen sich wie wild gewordene Afrikaner Wenn man die Berichte der spanischen Presse über die Vorgänge auf dem flachen Lande während jener fünf Aufstandstage liest, dann greift man sich an den Kopf und fragt fid), wie es nur möglich ist, daß jene im Grunde genommen friedfertige und hilfsbereite Be- volkerung dieser rebellisch gewordenen Dörfer so wild gemacht werden konnte, daß sie dem objektiven Beobachter wie von einem Zerstörungsrausch besessen erscheinen muß. Leute, die sonst keiner Fliege ein Haar krümmen, sind zu M ö r d e r n und B e st i e n geworden Menschen, die sonst ihr Letztes teilen mit dem Hilfsbedürftigen, haben Weiber und Kinder ihrer Gegner zu Gestein gemacht-, Spanier, die in der Mutter und im Kind ihr Höchstes sehen, haben Eisenbahnzüge gesprengt und dem Fanatismus Hunderte von Opfern gebracht. Wenn man nach Gründen sucht, um sich solche um erborte Widersprüche zu erklären, dann stößt man immer wieder auf die Tatsache, daß die Primitivität, insbesondere jenes Landvolkes, durch gerissene und gewissenlose Drahtzieher mißbraucht wird, und daß das Fehlen der hier einzig richtigen schärfsten «taatsautorität solche Ausschreitungen überhaupt erst möglich macht Ist es ein Wunder, daß bas einfache Volk, welches zum großen Teil ganz oder halbanalphabetisch ist, seinen von Haus aus gesunden Menschenverstand verliert, angesichts derHaß- und Aufstandspredigten, die nicht nur die Anar- chistenführ'er, sondern auch so mancher ehemalige sozialistische Minister in der letzten Zeit losließ? „Lieber Anarchie und Chaos, als Reaktion und Fa- schismus" — solche Worte aus dem Munde eines früheren Ministers, „der das doch wissen muß", sind eben nichts anderes als gröbste Verhetzung der Masse. Die Regierung aber ließ aus einem entschieden zu weit gehenden Gerechtigkeitssinn heraus solche Leute frei Herumlaufen, ihre Versammlungen abhalten unb in ihren Zeitungen schreiben, statt sie hinter Schloß und Riegel zu setzen Dieselbe fast um begreifliche Weitherzigkeit herrschte auch hinsichtlich der Presse der Syndikalisten und Kommunisten, die ohne jede Scheu Aufstandsparolen herausgab und nicht müde wurde, Regierung, Gesellschaftsordnung und den Staat überhaupt mit dem gröbsten Geschütz anzugreifen. Diese sozialistische Taktik kam natürlich den Etiremisten, die in der „Confederacion Nacio- nal de Trabajo“ und in der „Federation Anarquista Iberica" organisiert sind, außerordentlich zustatten, weil sie damit ihren Leuten beweisen konnten, daß sogar die sonst so „braven" und von den Syndikalisten deshalb gehaßten Sozialisten ihr eigenes Gedankengut propagierten Daß im Ernstfall' die sozia- list schen Hetzer nicht mitmachen würden, wußte man auf der extremen Seite auf Grund der überreichlich vorhandenen Beispiele nur zu genau. Trotzdem aber glaubte man sich stark genug, um allein losschlagen zu können Der eigentliche Termin lag vor den Wahlen, weil der tiefere Sinn jener Aktion die Verhinderung der Wahl fein sollte Nur dem ausgezeichneten Informationsdienst der Polizei war es zu verdanken, daß dieser Plan rechtzeitig verhindert werden konnte. Die Aktion wurde abgeblasen, als man merkte, daß die Regierung Bstcheid wußte. Wie bei solchen Fällen immer, war aber auch diesmal die Erhitzung zu weit vorgeschritten, so daß der Zündstoff doch Feuer fangen mußte. Außerdem „mußte etwas geschehen", um die empfangenen Gelder zu rechtfertigen, die dunkle Hintermänner in das „Unternehmen" hineingesteckt hatten Nur so erklärt sich der — vom anarchistischen Standpunkt aus gesehen — helle Wahnsinn, trotz des Ginge* weihtseins der Polizei loszuschlagen Der Innenminister selbst hat erklärt, daß der eben überwundene Aufstand nur einen Bruchteil dessen darstellt, was ursprünglich geplant war und daß seine Beschränkung lediglich der Voraussicht und den Vorbeugungsmaßnahmen der Regierung zu verdanken ist. Die bekannt gewordenen Tatsachen bestätigen die Richtigkeit dieser Aeußerung Die Durchführung dieses Umsturzversuches, der ohne Zweifel der ernsteste und umfassend st e war. den die Republik seit ihrem Bestehen erlebt hat, zeichnete sich durch besondere Heftigkeit und Gewalttätigkeit aus. Im Gegensatz zu früheren Putschen wurden diesmal nicht nur Bomben in außerordentlichen Mengen, sondern auch als Neuiakeit Brandflaschen verwendet. Richteten sich früher die Attentate in der Hauptsache gegen die ausgesprochenen Vertreter der Staatsautorität, so ging Durch Opfer zur wahren Volksgemeinschaft! Das deutsche Volk hat in den vergangenen vierzehn Jahren erkannt, daß esaufsichselbstge- st e l l t ist. und daß es sich selbst helfen muß, wenn es wieder hochkommen will. Deshalb hat es den man diesmal dazu über, auch die neutrale Bevölkerung aus dem Hinterhalt anzugreifen. Bezeich- nend ist, daß in den Grockstädten, alfo diesmal in Barcelona und Saragossa (in Madrid blieb es, abgesehen von zahlreichen Bombenexplosionen, ruhig) die Hefe des Volkes die Führung m der Hand hatte, während auf dem Lande zum Teil auch Mitglieder der sogenannten gebildeten Stände sich an der Spitze der Aufständischen befanden. Das Traurigste dabei aber ist, daß gerade der negative Gedanke die Massen so beeinflussen konnte. Zerstörung und nochmals Zerstörung und bann ein sinnloses Abwarten in verschanzten Stellungen auf die Exekutive des Staates, das war die ganze Idee. Nicht ein Schein von positiven Gedankengängen! Alles Tun galt nur der Zerstörung Die Primitivität des spanischen Landvolkes und die Gemeinheit der Hefe der Stadtbevölkerung konnten sich nicht krasser äußern, als durch diese irrsinnigen Verbrechen, die über hundert Menschenleben und mehrere hundert Verwundete kosteten Es ist zu hoffen, daß angesichts dieser Tatsachen, die nun zur Regierung kommenden neuen Kräfte des Landes ihr höchstes Ziel darin sehen werden, die Autorität des Staates restlos hochzuhalten und mit ihr die gesellschaktsfeindlichen Instinkte, die feder ungebildeten Masse anhaften, aus- zutilgen Irn Interesse dieses uns im Innersten nahestehenden Landes gilt der alte Warnungsruf „Caveant Consules ...“. Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund am 12. November in so überwältigender Volksabstimmung bestätigt. Das Wahlergebnis bedeutet den Entschluß des beustchen Volkes, sich auf allen Gebieten s e 1 b st z u helfen Ganz besonbers gilt bas für bie Ueberroinbung von Hunger und Kälte in biesem Winter. „Einer für alle, alle für einen", biefer alte Wahlspruch muß Aufwärts aus eigener Kraft! Das deutsche Volk wird zum zweiten Abschnitt des Wmterhilfswerks aufgerufen X)cr Jdnchspräfiömt Berlin, den 19. Dezember 19)). Das Winter-Hilfswerk des deutschen Volkes hat in seiner bisherigen Arbeit Millionen notleidende Deutsche vor Hunger und Kälte geschützt. Aber die Not des Winters ist noch nicht überwunden. Es muss weiter geholfen werden. Im Geiste der Nächstenliebe, im Gefühl nationaler Verbundenheit muss jeder nach besten Kräfte» dem hilfsbedürftigen Volksgenossen beistehen. So wie Deutschland in den schweren Jahren des Weltkrieges in der Verteidigung des Vaterlandes einmütig zusammenstand, so wollen wir auch jetzt wieder im Kampfe gegen die Not uns wie eine Familie zusammen- finden in dem festen Willen: Wir helfen weiter • jetzt verwirklicht werden. Das ganze Volk steht fest unb treu zusammen, bamit nach bem Wort des Führers in diesem Winter kein Volksgenosse zu hungern unb zu frieren braucht Eine gigantische Anstrengung zeigt der Welt den festen Willen Deutschlands zum Leben. Jetzt müssen wir das Letzte aufbieten, um bas Winterhilfswert glücklich zu oollenben Vieles ist erreicht, woraus wir stolz sein können, jetzt müssen wir burch 0 p f er, nicht burch Almosen den endgül. tigen Sieg im Kampf gegen Hunger unb Kälte da. vontragen unb in nationaler Solibaritä« bi« wahre Volksgemeinschaft begrünben Wei jetzt für das Winterhilfswerk gibt, schützt bami n Volkstum und hilft ben hungernben und frieren- ben Volksgenossen. Reichsminister des Innern. Keiner für sich-Zeder iiu alte! In seinem erbitterten Kampfe gegen Hunger unb Kälte ist das deustche Volk allein auf sich selb st angewiesen. Von Sieg ober Niederlage hängt das Schicksal von 6 Millionen notleidender Volksgenossen ab. Der Sieg aber ist nur bann zu erringen, wenn wir geschlossen im Sinne echter Volksgemeinschaft bekennen: „Keiner für sich — Jeber für alle!" unb im wahren Frontgsstt danach handeln. Stellvertreter des Reichskanzlers. 3m Ginne alter Krontkameradschaft! Im Kampf gegen Hunger und Kälte ist es Pflicht jedes Deutschen, für seine notleidenden Volksge- Hoffen Opfer zu bringen Wie im Felde müssen wir für unsere Mitmenschen unb Mitkämpfer um Deutschlanbs Wiederaufstieg auch heute eintreten im Sinne aufrichtiger unb herzlicher Kameradschaft und fester Volksverbundenheit. Reichsarbeitsminister. Wohlzuiun und müznteilen vergesiet nicht! Das Jahr 1933 hat uns durch Gottes Gnade die deutsche Wende gebracht. Unser Dank bestehl darin, daß wir in christlicher Nächstenliebe unfern hungernden und frierenden Brüdern und Schwestern Helsen. „Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl." Ludwig Müller, Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche. Der junge Nestaue». Von Or. Friedrich von Oppeln-Sronttowski. Diese Würdigung, die anläßlich der Fertigstellung eines neuen Films geschrieben wurde, dürfte auch im Hinblick auf die zur Zeit im Stadttheater gegebene historische Operette „Anneliese von Dessau" von Interesse sein. Es war an der Zeit, die Gestalt dieses deutschen unb preußischen Kriegshelben wieber zu beleben. Sein 250. Geburtstag würbe vor acht Jahren kaum geroürbigt, unb in der Volksphantasie lebt er fast nur noch als „alter Dessauer" fort, als Exerziermeister bes preußischen Heeres unb „Knegs- mechanikus", wie Friebrich ber Große ihn genannt hat, als großer Jägersmann unb Freunb des Sol- batenkonigs Friebrich Wilhelm L, schließlich als Sieger bei Kesselsbors, ber ben Zweiten Schlesischen Krieg entschieb. Ein neuer Ufa-Film setzt mit Recht die Gestalt bes „jungen Dessauers" ins Licht, ber hn Spanischen Erbfolgekrieg — bem Weltkriege vor zweihunbert Jahren — von Sieg zu Sieg schritt unb den Ruhm des jungen preußischen Heeres von Land zu Land trug. Aber auch die Gestalt des jungen Trotzkopfes, der bie Ehe mit feiner Jugenbliebe, ber Dessauer Apothekerstochter Anneliese F ö h s e , erzwang, beren Elternhaus noch heute als Fachwerkbau in bie altertümlichen Stein» bauten auf bem Marktplatz von Dessau hinein» schaut. Die Ufa hat nicht nur biefe Apotheke, sondern den ganOcn Markt- unb Schloßplatz von Dessau, wie er bamals war, als Hintergrunb ihres Films wieber aufgebaut, ebenso stilecht wie bas Gewimmel ber bamaügen Uniformen und Trachten, bie Blauröcke vom Regiment Anhalt mit ihren roten Westen unb Strümpfen, ihrem breiten weißen Leberzeug mit ber großen schwarzen Patronentasche unb ihren wappengeschmückten Grenabiermützen, aber auch bie krebsrot gefleibeten Spielleute mit ihren riesigen Trommeln, bie Dragoner in ihren langen gelben Röcken voll blitzenber Metallknöpfe unb ihren Hohen Stulpenstiefeln, bie Kürassiere mit ihrem blanken Harnisch, bie Höflinge in ihrer malerischen Tracht, bie Bürger unb Bauern auf bem Marktplatz von Dessau. In ein kriegserfülltes Zeitalter bineingeboren, hier Schwebennot, Türkennot, bort bie ewigen Raubkriege Lubwigs XIV., wuchs Leopolb In Waffenübung unb auf ber Iaab auf. Sein Vater, branbenburgifd)er Felbmarfchall. war h»r treue Beiftanb feines Schwagers, bes Großen Kurfürsten, in ber Schwebennot gewesen, hatte sich 1683 bei ber Errettung Wiens von ben Türken auch bes Kaisers Dank oerbient. Als er zehn Jahre darauf in Berlin starb, übernahm sein siebzehnjähriger Sohn fein brandenburgisches Regiment Seine kluge oranische Mutter, bie währenb seiner Minberjährigkeit bie Regentschaft seines Länbchens führte, schickte ben jungen Brausekops auf bie übliche Kavalierstour nach Italien, damit er feine Liebste, die Anneliese, vergäße; doch trotz toller Jugendstreiche blieb er ihr treu, unb als er 1698 bie Regierung antrat, heiratete er sie zum Entsetzen ber Mutter unb ber Hofkreise. Kaiser Leopolb hatte mehr Verstänbms für biefe „Mesalliance", inbem er 1701 Anneliese zur Reichsfürstin erhob unb sie mit bem Erbfolgerecht für ihre Söhne ausstattete. Sie war eine treffliche Gattin unb Mutter in einer Zeit, wo man es, vor allem in höfischen Kreisen, mit ber ehelichen Treue wenig ernst nahm. Fünf Söhne unb fünf Töchter gebar sie; in den Söhnen lebte des Vaters Heldengeist fort; alle fünf wurden preußische Generale, zwei Feldmarschälle; Moritz, fein Liebling, starb an der Wunde von Hochkirch. Schon vor seiner Heirat hatte Leopold sich als Kriegsmann ausgezeichnet. Vor Namur hatte er die Feuertaufe empfangen. Unb im folgenben Jahre würbe er General. In ben fommenben Friebens- jahren roibmete er sich aanz ber Ausbilbung feiner Truppen in Dessau unb seines preußischen Regiments, führte ben eisernen Labestock, ben Gleichschritt unb eine bisher unbekannte Feuerbisziplin unb Feuergeschwinbigkeit ein. Im Spanischen Erbfolgekrieg zeigte er ber Welt, was biefe grunb» legenben Neuerungen wert waren. Schon 1702 trug er entscheibenb zur Einnahme von Kaiserswerth bei — ein Thema, bas ber Film pacfenb ausgestaltet hat. Im folgenben Jahre roanbte er in ber ersten unglücklichen Schlacht bei Höchstäbt burch seine eiserne Phalanx bie Nieberlage ab. 1704 eyt- schieb er in der zweiten Schlacht bei Höchstäbt ben Sieg ber Alliierten unter Prinz Eugen. Er selbst trug bie Fahne hoch zu Roß feinen ftürmenben Truppen voran. „Branbenburger!", so rief er, „benft an Fehrbellin unb Warschau!" Eine Stückkugel tötete sein Pferb. Er raffte sich mit ber Fahne hoch, unb mit bem Rufe „Mit Gott!" führte er sein Fußvolk zum Siege. Sein Ruhm wuchs unb brang über Deutschlanbs Grenzen hinaus, als er 1705 unter Eugens Führung, bei Cassanv in Oberitalien, in ber Glutsonne des August, im heftigsten Feuer über zwei tiefe Kanäle setzte unb vor bem britten drei Stunben lang ausharrte, bis Eugen bie Schlacht abbrach. Das blutige Schlachtfelb aber warb zur Geburts- ftätte bes „Dessauer Marsches", ber bis heute fortklingt unb für bie Zeitgenossen bas würbe, was für bie Neuzeit bie „Wacht am Rhein" ist. Leopolb selbst soll nach biefer fchmettemben Weise (ogar Opernarien unb Kirchenlieber gesungen haben. Im folgenben Jahre befreite ber gläruenbe Sieg bei Turin ganz Italien von ben Franzosen. Wieber würbe Leopold bas Pferb unter bem Leibe erschossen. Seine Orenabiere zogen ihn barunter hervor. Er trank einen Schluck Branntwein, aß ein Stück Kommißbrot unb führte seine Truppen zum Siege. Im folgenben Jahre trugen bie Alliierten ihre Waffen bis vor Toulon. Der Schwerpunkt bes Krieges verschob sich nun nach Flanbern, aber bas Kommanbo ber preußischen Truppen war bort schon vergeben, unb so wohnte er ber Riesenschlacht bei Malplaguet nur als Freiwilliger bei. Erst 1710 erhielt er bas Korn- manbo unb zwei Jahre barauf ben Marschallstab, doch in biesem Kriege war kein Ruhm mehr zu ernten; alle Mächte waren erschöpft unb schlossen Frieben. Erst ber Schlußakt bes Norbischen Krieges stellte ihn im Herbst 1715 als Oberbefehlshaber ber Alliierten (Preußen, Sachsen unb Dänemark) bem großen Kriegshelben Karl XII. von Schweben gegenüber, ben er burch ben kühnen Uebergang nach Rügen unb bie Eroberung von Stralsunb mitten im Winter bezwang. Diese Taten finb, von ben Fachkreisen abgesehen, merfroürbig wenig bekannt, unb boch waren sie vielleicht seine größten, {ebenfalls bie folgenreichsten. Besonbers ber Uebergang auf Rügen zeigt in größtem Ausmaß feine seltene Doppelbegabung zu langsamer, methobischer Zurüstung unb zu blitzschnellem Hanbeln. Nach ber Eroberung bieses Stützpunkts mußte auch Stralsunb sich nach langer, erbitterter Gegenwehr ergeben, unb im Frieben von Stockholm fiel ganz Vorpommern an Preußen. Damit war ber Zugang zur See gewonnen; bie Eroberung Schlesiens, b. h. bes oberen Oberlaufs, unb ber Durchstich bei Swinemünbe burch Friebrich ben Großen Dollenbeten bas, was fein Vater bank Leopolbs Oelbherrngenie begonnen hatte Den treuen Freunb Preußens hat Schab o w im Auftrage Friebrich Wilhelms III. in einem M^wrstanbbilb verewigt, bas sich jetzt in Berlin im Kaifer-Friebrich-Mufeum befinbet — bas Urbild feiner Bronzestatue auf bem Wilhelmsplatz in Berlin, bicht vor bem Reichskanzlerpalais, einem Bau aus ber Zeit bes Solbatenfönigs. Dort steht er porträtwahr unb schlicht, in straffer, sehniger Haltung, ohne jede Pose — wie er gelebt hatte. Ünferfeeforfdyung im Tauchboot. Die Bemühungen bes amerikanischen Ingenieurs öimon Lake, ein vornehmlich für bie Meeresforschungen geeignetes Zwergtauchboot zu konstruie- ren, finb jetzt von beachtlichem Erfolg gekrönt worden Lake hat iniAnwesenheit von Seeoffizieren, Beamten, Ingenieuren unb Pressevertretern, die das wichtige Experiment vom Mutterschiff aus beobach- teten, an ber Ostküste ber Vereinigten Staaten eine Jteihe von Versuchen mit seinem Tauchboot gemacht, das eine Kreuzung zwischen U-Boot, Taucherglocke unb Tank ist. Das Boot, bas sich vermittels schwenkbarer Raber wie eine Krabbe auch seitwärts bewegen kann, ist gewöhnlich mit einem Motorschiff in Verbindung, bas es mit Luft unb elektrischem Strom zum Antrieb feines 7'/« PS Elektromotors versorgt unb einen bauernben Telephonverkehr ermöglicht. Es hat eine Länge von nur 6,60 Metern unb ein Gewicht von 7,5 Tonnen unb ist vor allem auf eine Tauchfähigkeit für liefen zwischen 20 bis 100 Metern eingerichtet, kann aber ungefährbet auch bis zu einer Tiefe von 200 Metern gehen. Die Be- satzung beträgt nur zwei Mann; außerbem finben noch Zwei Gäste an Borb Platz. Ein Mann bebient ben Motor, ber eine Unterwassergeschwinbigkeit von 3 Knoten gestattet, zugleich auch ben Hinteren Gleich- gewichtstank. Der anbere im oorberen Turm beobachtet, steuert, unb bebient weitere Tanks, bie Be- leuchtung unb bie Tauchluke. Für ben Fall eines Versagens ber Luftschläuche ist für bie Besatzung genugenb Reservelust für 48 Stunben vorhanben, bie außerbem noch ausreicht, um bie Ballasttanks leer zu blasen, so baß bas Boot wieber an bie Ober- stoche gelangen kann. Für Forschungszwecke ist wichtig, baß eine Beobachtung bes Meeresgrunbes, feiner Pflanzen unb feiner Bewohner burch mehrere Fenster, ebenfo wie bas Photographieren unb Filmen von Borb aus ermöglicht wirb, wofür der Mecresgrunb durch Scheinwerfer beleuchtets werden kann. Neben ber wissenschaftlichen Zielsetzung will sich Kapitän Lake noch einer anberen sehr interessanten Ausgabe roibmen. Er will nämlich an die Wracks mit wertvoller Labung herankommen. Das Fahrzeug hat an feinem Bug schwenkbar« Werkzeuge, Enterhaken, Greiser, Schaufeln, Gebläse, womit Sanb unb Schlamm von versunkenen Gegen- stänben weggeblasen werben kann, bie vom Boot aus bebient werben können. Das Operationsgebiet an ber Ostküste ber Vereinigten Staaten zwischen Kap Cob unb Kap Hatteras ist bafür ein banfbareg lätigfeitsfelb, benn hier haben sich viele Schiffs- Unfälle ereignet. 500 1700 1800 2300 5190 3000 Aus der Provinzialhauptstadt deut 1. 2. 3 Tagewerke auf der BaufieUe: 2711 Anschrift des Vereins Zweck des Vereins. gez. d u | <, Ortsgruppenleiter. Jäger! Achtung! Maßnahme.- Meliorationen in Eltville Instandsetzung der Lumda und Verbesserung eine» Entwässerungsgrabens und dessen Mosserläufen In Oben* Hausen Entwässerung und vachregulterung Gemeinde hasselbach Grabendränagen- und Lachregulierung»- arbeiten Gemeinde Vaitshain Entwässerung von Grundstücken durch Dränage. Gemeinde Angenrod Regulierung der Ridder In Gemeinde Glauberg Entwässerung von Grundstücken durch Dränage in der Gemeinde Alten- bürg Hitler schafft Arbeit! Deitere bewilligte Maßnahmen im Arbell»- beschasfungsprogramm: „Achtung! Gas!" Erinnerung an ein ttriegserlebnis.-Hinein in den -reichslustschuhbund! Don Eanitätsrat Or. Lahn, Dad-Nauheim. ich einer ganz vorzüglich angelegten und vorbildlich organisierten Schauubung, die unter der Leitung des Herrn Dr. Hammann stand, beiwohnte und als ich vor einigen Tagen einen sehr klaren und äußerst instruktiven Vortrag des Herrn Dr Bischofs über das Gasproblem und über Luftschutz hörte. Bei der Schauübung hatte ich manchmal den Eindruck, als ob der Ernst der aanzen Situation von manchem Zuschauer nicht voll erfaßt worden fei und den eindrucksvollen Worten des Herrn Dr. Bischoff hätte ich ein viel größeres Auditorium gewünscht. Ich habe die Empfindung, als ob der größte Teil unserer Bevölkerung bei weitem noch nicht von dem Ernste d e r Sachlage erfaßt ist. Jeder, der die Gefahren und Schrecken eines Gasangriffes aus eigener Anschauung kennen gelernt hat, muß meines Erachtens heute mithelfen an der Aufklärung der Bevölkerung. Mein obiges Kriegserlebnis sollte zeigen, was es ausmacht, wenn stramme Gasdisziplin herrscht und wenn dies nicht der Fall ist; wenn jeberim Falle eines Gasangriffs weiß, was er zu tun h a t und wenn dies nicht der Fall ist. 2. Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront Hessen und Hessen-Nassau, Bürgerstraße 69 bis 77, 5- Stock, Zimmer 11 ff. (Telephon 34 219). Nach Rücksprache mit dem Führeramt der DAF. in Berlin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Angehörige des Handels, Handwerks und Gewerbes — Unternehmer, w i e auchAngestellte undArbeiter — ihre Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeits- front selbstverständlich auch durch d i e NSBO.-D ienst stellen bewirken können. Die wird die Mitgliedschaft vollzogen? Der Antrag auf Aufnahme in die Deutsche Arbeitsfront wird vollzogen durch Ausfüllen und eigenhändiges Unterschreiben des ooraedruckten Auf- nahmeformulars und Zahlung der Aufnahmegebühr von 50 Pfennig. Die Beitragssätze sind so - eben auch bekannt geworden, s i e sind sozial gestaffelt und betragen z. B. in KlasseImonatlich20Pfennig,inKl. VI bei einem Einkommen von 150 RM. monatlich 2 R M. u s w. Schriftliche Anmeldungen zur Deutschen Arbeitsfront dürfen nur gestellt werden, wenn tatsächlich keine NSBO.-Geschafts- stelle erreichbar ist. Sie sind zu richten an die zu- ständige Kreisbetriebszellenabteilung und nur, wenn diese nicht bekannt, an eine der vorher unter 1 und 2 bezeichneten Dienststellen. Die Aufnahmegebühr von 50 Pfennig muß in Briefmarken beigefügt und die genauen Personalien mit deutlicher Schrift angegeben sein. Achtung 71550 ? Die Kreisbetriebszellenleiter der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau wollen dafür Sorge tragen, daß ihre und der OG.-Büros am Freitag und Samstag zwi- schen 10 und 12 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet find, um Aufnahmen für die Deutsche Arbeitsfront entgegenzunehmen. Wo Formulare für Beitrittserklärungen ausge- gangen find, können sie im Büro der Gau-NSBO., Frankfurt a. M., Adolf-Hitler-Haus, .Gutleutstrahe 8 bis 12, abgeholt werden. Ts werden hiermit alle Vereine der Stadt Gießen, die öffentliche Vorträge (literarische oder musikali- sch«), Vorlesungen, Theateraufführungen, Laienspiele, Kurse, gesellige Abende veranstalten und die Oeffent- lid)feit zur Teilnahme an diesen einladen (Ausgabe von Eintrittskarten) aufgefordert, unverzüglich dem Ortsgruppenleiter des Kampfbunde» für Deutsche Kultur, Gießen, Kirchenplatz 23 bi» spätesten» 15. Januar bekanntzugeben: Name de» Verein» zweite Teil der Veranstaltung zeigt drei Bilder aus der Zeit vor, während und nach der Spinnstube. Die Mitglieder des Reichsbundes, sowie die Dan- beroereine seien bereits jetzt auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht, die in Darmstadt am 15. Jan. abend» im .^kleinen Haus" stattfinden wird. den zertrümmert, dem deutschen Bauer geholfen, Gesetze für die Reinhaltung der Rasse wurden erlassen, Millionen von Arbeitern wieder an ihre Arbeitsstätte geführt. Wahrhaftig, wir konnten in diesem Jahre dank der nationalsozialistischen Regie- rung Höhepunkte in der Geschichte erleben, wir konnten wieder den Glauben an unseres Volkes Zukunft finden. Und der schönste Tag wird für alle Deutschen der sein, an dem verkündet wird, daß alle Volksgenossen wieder ihr täglich Brot verdienen können. __t. Das Los d'ines Date lanbes! Hast du schon einmal darüber nachaedacht, daß ein kleines Los, das vielleicht der Zufall dir in die Hände spielt, dein Los, also dein Schicksal, grundlegend ändern kann? Ist es dir je bewußt geworben, bah für ein kleines Las ber Lotterie berselbe Ausbruck gebraucht wirb wie für bas schicksalsharte eines ganzen Menschenlebens, jo einer Nation? Unsere herrliche Muttersprache hat biefe Wortbilbung gefühlsmäßig sich entwickeln lassen unb gab damit gedanklich den schelmischen Hinweis, daß eigentlich jeber auch burd) ein Los sein Los oerbef- fern könne. So im kleinen Maßstab. 3m großen, genialen Sinne erfaßte es die NSDAP. Mit der Schaffung einer Arbeitsbeschaffungslotterie hatte.sie das Los unseres Vaterlandes im Auge Um unseres Führers gewaltiger, volksdeglückender Absicht, allen Deutschen Arbeit und Brot zu geben, tatkräftig zur Seite zu stehen, entstand diese vaterländische, soziale Geldlot- terie, die mit 1-Mark-Losen es jedem möglich macht, sich an diesem Werk zu beteiligen und sein Los unb das Los feiner noch arbeitslosen Brüber, somit da» Los seines Vaterlanbes, das schließlich das Schicksal aller birgt, glückbringend zu wenden A m 2 9. und 30. Dezember i st schon Ziehung! Die Lotterie gehört dem deutschen Volke, jeder Deutsche soll sich daher ein Lo» erwerben. Vielleicht 'st c» einer der last ca. 300 000 Gewinne, vielleicht der Doppellos-Gewinn von 200 000 Mk. He cbsbunO Volkstum und Heimat. Das Staatspresseamt teilt mit: 3m Laufe des 3anuars wird der Reichsbund in verschiedenen CJen ^adten einen heimatkundlichen zlbenb Hessisches Volksleben in Wort und Bild" veranstalten. Die Veranstaltung wird von dem be- rannten Volksdichter G g. Heß (Leihgestern) Unter Mitwirkung von Schwälmern, Schlit- jern, TOarburgem. Katzenbergern (Kreis Alsfeld) unö Huttenbergern, insgesamt etwa 60 bobenftän- Digen Trachtentragem, kommen mundartliche Dich- runqen unb alte Spinnstubenlieder zum Vortrag, »uherdem gelangen tue für die einzelnen Gebiete bezeichnenden Volkstänze zur Aufführung. Der Oie Deutsche Arbeitsfront rüst Samstag letzter Termin zum Eintritt! Bor Verdun war es, ungefähr drei Wochen nach Dem Sturme auf bas Fort Haudiomont, bei dem bas Landwehr-Infanterie-Regiment 81 rund 1000 uRann verloren hatte Das Schloß Hannoncelles war Au besetzen; ich marschierte am Ende ber Marsch- rolonne. Es war stockfinstere Nacht, tiefste Stille. Rechts und links von uns schlugen die Granaten ein; die Marschkolonne blieb wie durch ein Wunder oon den vielen Geschossen verschont. Es war strengster Befehl, nicht zu sprechen. Aber plötzlich hone Id) direkt vor mir einen der alten Landwehrleute mehr vor sich hinmurrneln als sprechen: „Däi ae- wirrersche jraruufe hunn näit iher Rouh, als bis e Uglick balliert !»."• So leise dies Wort auch gemurmelt war, so hatten es doch wie ich auch die Neben- unb Vorbermänner gehört, es ging weiter burd) bie Kolonne unb wirkte wie eine Erlösung. Alle lach- tcn vor sich hin, fühlten sich oon einem Drucke befreit unb marschierten noch einmal so leicht bem Schlosse Hannoncelles zu. Das prophetische Wort meines hessischen Lanbs- mannes sollte sich halb bewahrheiten. Die Reichsführung hat auf Antrag bes Land- lchaftsführers, Herrn Ministerialrat Ringshau - f e n, beschlossen, den Namen unserer Landschaft in „Rheinfranken-Nassau-Hessen" zu ändern. A beitsbeschaffung — Neueinstellungen. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Reichszuschüsse für Instandsetzungsarbeiten bezwecken die Entlastung bes Arbeitsmarktes. Nach einer Mitteilung des VDZ.-Büros wurde jedoch festgestellt, daß in den Mittel- unb Kleinstäbten, aber auch auf bem Canbe, eine Neueinstellungoon Arbeitskräf- t e n oft nicht ober kaum erkennbar war. Es liegt bie Vermutung nahe, bah bie Handwerker durch erhöhte persönliche Arbeit und vermehrte Arbeitsleistung von Familienmitgliedern Neueinstellungen von Arbeitskräften zu vermeiden suchten. Dieses Verhalten kann nicht gebilligt werden. Es ist Pflicht eines jeden Handwerkers, alles zu unterlassen, was den Zweck der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auch nur irgendwie beeinträchtigen könnte. Sintere WeihnacHtSpreiSaufaabe. 6s hat sich her ausgestellt, baß die technische Wiedergabe der Silber unserer Weihnachts-Preisauf- gabe die Lösung mehr erschwerte, al» e» von uns beabsichtigt war. Au» diesem Grunde wurde die Preisaufgabe nun in einem anderen Druckverfahren hcrgeskellt und gelangt morgen noch einmal zur Veröffentlichung. Alle Kinder seien besonder» darauf aufmerksam gemacht. Keine Sprechstunden der Kreisleitung der AGVAP Wie die Kreisleitung der NSDAP, uns mitteilt, fallen die Sprechstunden der Kreisleitung b I s zurnl. 3anuar!934 (einschließlich) au». Dmterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. Kreisführung Gießen, vetr.: Geschäftsplaketten. Die Anforderung der Vlaketten für den Monat Januar muß mit der Bescheinigung, daß die Voraussetzungen zum Erwerb ber Plakette erfüllt sind, bis spätestens 3 1. Dezember 1 933 (christlich bei ber Kreisführung Gießen erfolgt sein. Heil Hitler! Gez.: K 1 öß, Kreisführer bes WHW. F. d. R. gez.: Mohaupt, Kreisgeschästsführer be» WHW. Vereine, Ächtung? Höhepunkte. Wir haben in biefem Fahre ber Zeitenwende Diele Höhepunkte erlebt. Wir denken an den 30. 3a- nuar, an den Tag oon Potsdam, an den 12. November. Die einzelnen Stände haben ihre (Ehrentage gefeiert: der deutsche Arbeiter, der deutsche Bauer, der deutsche Handwerker Wir haben diese Feste mit Begeisterung, mit ganzem Herzen mit- erlebt. Wir sahen an der gewaltigen Beteiligung aller, daß hier em neuer Geist einzog in unlerm Vaterland. Wir wurden durch diese Feiern zusam- mengeschweißt, wir hatten wieder ein großes Ziel: ba» Baterlanb! Wir konnten mit vollem Be- rougtlem empfinben, baß wir Mitverantwortung tragen, bah wir alle mitzuarbeiten haben, jeber an ferner Stelle Das gab gesammelte Kraft unb Freude für die Zukunft. Das Bewußtsein der Verbundenheit durch qe- memfame ®e,d)id)te und durch gemeinsames Schick» lal lenkt den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, , i^nerst recht auf die Gegenwart unb bie Zu- funft. Wie die Ahnen oorbilblich wirkten, so sollen we""fchaffen, damit bereinft kommenbe Ole- chlechter unsere Werke roeiterbilbcn unb weiter- fuhren können. 3mmer müssen wir uns bewußt fein, «2, ®‘5 n“r x'n m,ie? in ber ,anflen Kette von Generationen bes Volkes finb. Diesen Sinn erschließen uns bie oaterlanbischen £Vcben unsrer Seele, bie Befreiung. Die feiern schaffen neue Kräfte für alle unb zeigen uns aber^ft9' L " ^berufen finb. Die Hauptsache Tn übien: Hier auf diesem Platz ftehft du. hier haft du heidi ch unb gläubig deine Aufgabe zu erfüllen H Die Pressestelle ber Deutschen Arbeitsfront, Bezirk Hessen unb Hessen-Nassau, gibt folgendes bekannt: Da der Andrang zur Anmeldung bei ber Deutschen Arbeitsfront auch heute noch in keiner Weise nach- gelassen hat, sondern im Gegenteil immer noch stürmischere Formen annimmt, wirb ausdrücklich darauf hinaewiefen, daß dieser Samstag, 3 0. Dezember 1933, ber letzte Tag ist, an dem noch die Mit- aliebschaft erworben werden kann. Wie groß das yntereffe ist und wie weit sich alle Schaffenden der Stirne und Faust der Wichtigkeit der Mitgliedschaft für sich selbst unb für ihre Familie bewußt sind, beweist, daß mit dem heutigen Tage mehr als 500 000 Personen allein in Hessen-Nassau sich der Deutschen Arbeitsfront angegliedert haben. wer kann Mitglied werden? Jeder schaffende deutsche Mensch kann Mitglied bzw. Einzelmitalied der Deutschen Arbeitsfront werden, also auch Unternehmer, ebenfo wie Erwerbslose unb Pensionäre, mit Ausnahme von Beamten. 3n Deutschland arbeitende Ausländer können als zah- lende Mitglieder ausgenommen werden. Zur Aufnahme ist die Erfüllung des Arierparagraphen Vor- aussetzung. Mitglieder der Reichskulturkammer (z. B. Schriftleiter durch den Reichsoerband der deutschen Presse) brauchen die Ein.zelmitgliedschaft nicht mehr ZU erwerben, da die Reichskulturkammer bereits kor- poratio ber Arbeitsfront angehört. Die erst in ber Bildung begriffene Reichskammer ber Technik gehört dagegen der Deutschen Arbeitsfront nicht an, so empfehlen auch z. B. ber VD3- und der Kampfbund deutscher Architekten u. a. ihren Mitgliedern, die Einzelmitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront zu erwerben. wo wird bie Mitgliedschaft erworben? Die Aufnahme erfolgt durch bie örtlichen Dienststellen der NSBO. Falls diese aus irgendeinem Grunde nicht erreichbar finb, kann bie Ausnahme auch nach durch folgende Dienststellen bewirkt wer- den: (Personen-Abfertigung nur von 10 bis 12 Uhr). 1. Gaubetriebszellenabteilung der NSDAP. Hess sen-Nassau, Adolf • Hitler • Haus, Gutleutstraße 8 bis 12 Uhr (Telephon 30 381); Dir wissen, daß es keinen wirklichen Schutz gegen die Lufkgesahr gibt, daß aber bie Nichtbeachtung ber Schutzmaßregeln bie fürchterlichsten Folgen haben kann. Den Luttfchug zu organisieren und bie Volksgenossen in ben Stand zu setzen, sich zu schützen, hat sich ber Reichsiustfchutzbund zum Ziele gesetzt. Groß unb verantwortungsvoll finb seine Aus- Saben; erleichtern wir ihm wenigstens seine schwere Tbeit badurch, baß wir olle mikhelsen unb re ft- los beitreten. Die» ist die Pflicht eine» jeden Volksgenossen sowohl im eigensten Interesse unseres geliebten und jetzt wieder geeinten deutschen Vaterlandes. Kein Mensch in Deutschland und am wenigsten diejenigen Volksgenossen, bie an ber Front waren, werben einen Krieg jemals wie- ber wollen. Auch ber französische Bauer unb Bürger will keinen Krieg. Nur jene Kriegshetzer in Baris, jene Lumpen, bie sicherlich selbst nie im Kriege gesehen finb, fte geben keine Ruhe. An biefes prophetische Wort meines Borbermannes auf bem Anmärsche nach Schloß Hannoncelles sollen wir benken unb beswegen bei Zeiten vor- beugen! Also hinein in ben R e l ch s 1 u f t s ch u tz b u n b ! Der Beitrag oon jährlich einer Mark ist so niebrig, daß jebermann ihn aufbringen kann. Tut er es nicht, so kann es ihm unb seinen Volksgenossen er- gehen, wie jenen Unglücklichen im Kriegslazarett zu Labry. Man sah es bem alten Schlosse an, bah es schon tüchtig beschossen worden war, aber es gab trotzdem noch einige Zimmer in leiblich gutem Zu- ftanbe, alle Fenster waren Zersplittert, hoch bie großen Keller mit ihren bicken Mauern unb Gewölben konnten als ziemlich bombensichere Unterftänbe gelten. 3n einem Kellerteil befand sich auch der Sani- tätsunterstanb. Die Franzosen hielten Ruhe, unb ber 6anltät»unterflanb blieb leer. 3d) ging beruhigt wieber zurück. Kurze Zeit später. Es war ein herrlicher Märztag. Schon frühe war ich aufgebrochen mit meiner Orbonnan; unb einem jungen Assistenzarzt, ber sich von seiner Sanitäts- Kompanie nach vorne gemelbet halt? unb zu unserem Regiment versetzt war 3d) wollte bie,en mit unseren Stellungen bekannt machen unb babei auch mal wieber bie Sanitätseinrichtungen auf Schloß Han- noncelles besichtigen. Auf Schleichwegen pirschten wir uns heran, unb es war auch biefes Mal keine „bicke Luft"; alles war ruhig. Plötzlich am Adenb: ein Donnerschlag unb grelle Hilferufe. 3d) sprang aus in bem Gedanken, daß etwas Schreckliches passiert sein müsse. 3d) wollte zur Haustüre, um hinauszueilen; da erfolgte in nächster Nähe ein zweiter, noch viel heftigerer Schlag. 3m Nu hatte ich die Situation erfaßt: bie Felb- küchcn waren gerabe im Schloßhof au gefahren, bie Leute strömten herbei, um sich ihr Es en zu holen, ba schlug bie erste Granate ein; mehrere Solbaten würben oerrounbet, oon benen bie Hilferufe kamen. Die zweite Granate, ein sehr schweres Kaliber, bie eben niebergeaangen war, erkannte ich als Gas- granatc. Mit bem ganzen verfügbaren Atem schrie uh in bie Menge, so laut ich konnte: „Achtung! Gas!" 3n ber Eile, um rasch zu helfen, hatte ich aber meine Gasmaske vergessen umzuhängen, unb es kam mir mit Blitzesschnelle zum Bewußtsein, baß meine letzte Stunbe gekommen sei: schöpfte ich Atem, so war bies mein sicherer Tob; ich hielt krampfhaft ben Atem an, tastete mich in der Dunkelheit die Ireppe hinauf, die direkt am Eingang war; schon glaubte ich umsinken zu müssen, ba fühlte meine Hand eine Türklinke, ich drückte die Türe aus unb ianf auf ben Beben, bie Türe hinter mir zuziehenb. luf bem Bette lag mein Zimmerkamerad, ein Leutnant und Kompanieführer, feines Berufes Volks- fchullehrer, unb las seelenruhig in einem Buche! Glücklicherweise hatten bie Franzosen mit einem Gas geschossen, bas ziemlich schwer ist unb nur langsam in bie Lust aufsteigt, deswegen war es noch nicht durch die zerschossenen Fenster in den ersten Stock Hinausgebrungen. Es folgte noch eine Zweite Detonation, unb dann war Ruhe. 3d) hatte mich nun so weit erholt, daß ich mich zu bem Sani- tätsunterftanbe begeben konnte, um nach ben Ber- rounbeten zu sehen; aber jetzt mit Gasmaske! Hier hatte es unterdessen für den wachthabenden Sanitätsoffizier unb bie Sanitätsunteroffiziere reichlich Arbeit gegeben und ich hörte, daß mein Ruf „Ach- tung! Gas!" den Erfolg gehabt hatte, daß alle Leute sofort ihre Gasmasken aufgefeht hatten und daß deswegen trotz des schweren Kalibers der Gasgranate es nur einige Gaskranke gegeben hatte. Aus demselben Grunde waren bie Vergiftungen auch nur leichter Art (Fs hatte sich bann später herausgeftellt, daß die Franzosen hier zum ersten Male bas schwerste Kaliber von Gasgranaten benutzt hatten unb es bes- halb wohl auch mit biefer einen Gasgranate hatten bewenden lassen. Sie waren wohl ber Ueberzeugunq daß biefe eine Granate ausreichen mürbe, um den ganzen Bezirk zu vergasen unb alles dort zu vernichten. Die strenge.Gasdisziplin, die unseren Leuten clne^erziert war, hatte die» glücklicherweise verhindert. Nur ich hätte eigentlich drei Tage -Loch" verdient, weil ich den Befehl, stet» die Gasmaske umgehängt zu haben, In der Eile, Hilfe zu bringen, selbst außer acht gelassen hatte. Die Verletzten und Gaskranken konnten alle noch In der Nacht zurückgebracht melden Es ließ mir keine Buhe, einmal nach den Verletzten und Gaskranken des Feuer- und Gasüber- falls auf Schloß Hannoncelles zu sehen, und so ritt ich. al» ich wieder beim Ruhebataillon mar, nach Tonllan». wo ich erfuhr, daß unsere Leute in den Kriegslazaretten von 3arnt) und Qabrn Aufnahme gefunden hatten. Was i ch dort z u sehen be- kam, war das Schrecklichste, was Id» während des ganzen Kriege» gesehen habe. Den Verwundeten und Gaskranken von Schloß Hannoncelle» ging es zu meiner großen Freude durchweg gut; von den Verletzten waren einige mit gutem Erfolge operiert worden; sie waren alle, ebenso wie die Gaskranken, außer Gefahr Aber es hatte sich folgendes herausgeftellt: Nachdem die Franzosen zuerst Schloß Hannoncelles mit dem schweren Kaliber belegt hatten, streuten sie einen großen Abschnitt noch weiterhin mit Gasgranaten ab; bei verschiedenen Truppenteilen mag wohl die Gasbiszlplln nicht so zu Hause gewesen lein wie bei uns, und es war eine große Anzahl schwerster Gasvergiftungen eingellefert worden Da lagen nun die Annen. Bett an Bett, alle röchelnd mit Schaum vor dem Munde, der unaufhörlich aus dem Munde quoll: es war ein entsetzlicher Anblick' Cie waren alle Kinder des Todes, man sehnte ihre Erlösung herbei. Sie mußten buchstäblich in ihrem eigenen 6d)j»lme ersticken! Dieses Bild sah ich wieder vor mir au ffteigen, als * Die gewitterlschen Franzosen haben nicht eher Ruhe, als bis ein Unglück passiert ist , ®8 lallen feine leeren, oberflächlichen Feste fein fonbern Wegweiser auf bem Wege des Lichtes Und n Cld)t ifl immerwährender Kampf ®er diesen Weg gehen will, der muß auch Mut iun,,.r Strecken zu wandern Die Feiern aber sind auf unlerm Lebenswege wie ein Au'blick kU . nächtlichen Sternenhimmel über unlerm ftaupte. Wir können die Schwere des Erdenleids «nK*tn* i °Um hinter uns, unb tiefe Hnbadjf $leht m unser Herz ein Es wirb wieder NMe -ft b,r ?ro6e Zauberspruch, der unh h?, h,p^*n! e menschlichen Leben begleitet 4- in uns-rm Herzen bleibt, wenn mir bürfs nn,„fc,nfn' 8lI,n Neigungen de» Augen Dilffs, °uen Stimmungen zum Trotz siegt immer Ütte V'lmrrlichkelt Nicht im richtungs- h,rH*aUe f?,n 2eber 9t,9un6- sondern in der Be- brr Fassung und lieber- mtnbunq °aer ©ibfrfianbe offenbart sich bie Stärke Aber auch im starken Glauben! .yrd) ^ae Reichsstatthcsstergefetz den eitsitaaf erhalten, die Parteien mur- 3nnerhalb der letzten zehn läge sind in einem Revier bei Gießen zwei frisch gerissene Rehe gefun- den worden, die wieder die typischen Merkmale der Risse ausweisen, die im Frühjahr und Sommer bei Gladenbach-Biedenkopf ober Laubach festgesseUt mürben. E» fehlten bei beiben Stücken der Kopf, der Hals unb ein Teil ber Blätter Die Weichteile waren nicht angeschnitten. Der letzte Riß erfolgte am 27. Dezember kurz vor Hellwerden. 3hm ging ein Kamps und ein Klagen des gerissenen Kitzes voraus Es erscheint unbedingt nötig, daß in allen Revieren ein erhöhter 3agdsd,utzdienst einsetz» und daß sämtliche Pächter und Reoierverwalter Hand- in-Hand arbeiten. Jede Möglichkeit zum Spüren ist auszunutzen Alle irgendwie gemachten Beobachtungen, Mitteilungen über Rlßfunde usw werden dringend an .Hubertus. Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen" Hitler-Wall 29, Fernlpr 4391, erbeten. Jeder Jäger muh mitarbeiten, damit endlich einmal Klarheit darüber wird, wer der Schädling ist, und feinem Tun ein Riegel vorgeschoben wird. Es wird dringend um entsprechende Anweisungen an alle Zagdschutzbeamten unb 3agbauffeher gebeten. Besonder» gefährdet erscheint im Augenblick bas Waldgebiet auf ber rechten LaiMselte. Holzel. Gilvester im (Sfabfffceofer? Aus bem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Unter bem Motto .Prosit 1934!" bereitet bie Intendanz für ben Silvesterabend einen bunten, luftigen unb unterhaltsamen Abend vor Unter ber Leitung von Paul Nieren. Kapellmeister Fritz (T u i e unb Ballettmeister Ewald Bä ulte wirb bie Intendanz unb bas gesamte Personal bes 5tabt- cheater» alles baransetzen, die besten unb künstle- ** Ausfall von Perfonenzü gen zwi - Vom Bahn- Zur Obecheffen Gedenket der hungernden Vögel! im Sonnwendfeiern der Mr-Jugend Am uns voran" wurde die schlichte Feier beendet. Gefolgschaft Gröningen. Auf am Preußen für hat, einmal einen Theater-Agenten Freie evangelische Pfarr st eilen. Wiederbesetzung wurden ausgeschrieben die Gefolgschaft Garbenteich. Samstagabend flammte auf einer in der Opfersinn - Kameradschaftssinn. Das erste Weihnachtsfest im neuen Reich beging der Sturm 7/M 147 Gießen mit einer Weihnachtsbescherung, die am Samstagnachmittag im Sturmlokal unter Leitung des mit der Führung des Sturms beauftragten Kamerad B e h n e einigen Sturmkameraden und 37 von der Stadt Gießen namhaft gemachten armen Kindern bereitet wurde. Kam. Kocherbeck leitete die schöne Feier mit einem Musikstück ein. Anschließend wurde beim 14 Uhr das bekannte Grimmsche Mär>„ kurzen Ansprache über den Sinn des Leihnachts festes die Feier ein. Der Kinderchor langunter llei- tung von Lehrer B a l z e r e.n weihnachtliches Lied sodann wurden einige Theaterstücke aufg-fuhhdie >n die Seit der Erdentage des Heilands zuruckfuhrten und durch die beiden Lehrer in "rhaUmsmaßig turur -leit emstudiert worden waren. Nach kurzen Dankeswortcn an alle M.twirkenden schloß Pfarrer D ö m e l die schöne Feier. Koos Iooste. Sine Stunde bei dem Äurenkommandanien*. Don Heinrich Hübner. merken." Kaust Lose der ArbeitSbeschaffungs:otterie! Ziehung am 29. und 30. Dezember. Lospreis 1 Mark. dabei. Aber nach Schluß meines Bortrages kommt der Lehrer des Dorfes zu mir und sagt: „Sie haben da einen Ausdruck gebraucht, der hier Anstoß erregen könnte." Ich frage: „Welchen Ausdruck?" „Nun", sagt er, „Sie haben die Leute mit: Bauern! angeredet." „Ja", sage ich, „das habe ich; was sind denn die Leute?" berührt." „Ich bitte um Entschuldigung", sage ich, „aber mir wurde gesagt, die Bauern hießen hier Landwirte." ,Ha", sagt er, „das stimmt nun aber eigentlich nicht." „Also", sage ich, „wie muß ich denn in Zukunft sagen?" „Das sind Oekonomen." „Gut", sage ich, „ich will mir's merken." Am nächsten Tage sprach ich wenige Kilometer vom letzten Ort entfernt in einem andern Torf. Liebe Oekonomen!, sage ich und meine es jetzt bestimmt, richtig gemacht zu haben. Es war aber doch nicht richtig, denn nach Schluß kam der Herr Pfarrer zu mir: „Sie haben da vorhin ein Fremdwort gebraucht , sagt er, „das haben unsere Bauern nicht verstanden. Sie haben Oekonomen gesagt." „Ja", sage ich, „tut mir furchtbar leid, was sind die Leute nun aber?" „Ei", sagt er, „das sind Grundbesitzer." Am nächsten Abend sagte ich: Liebe Grundbesitzer! Da schmunzeln sie mich alle freundlich an. Nachher frage ich den Herrn Lehrer: „Sagen Sie mal, warum haben denn die Leute gelacht, als ich Grundbesitzer sagte?" „3a", sagte er, „unter Grundbesitzern versteht man ja nun wieder eigentlich was anderes." In meinem nächsten Vortrag habe ich mit meinen Ausdrücken abgewechselt. Mal habe ich gesaat: Liebe Bauern!, mal: Liebe Oekonomen!, mal: Liebe Land- wirte! und mal Liebe Grundbesitzer! Hoffentlich habe ich damit Glück gehabt. . Der Verfasser dieses Aufsatzes hatte Ge- legenheit, einige Stunden mit dem Buren- kommandanten zusammenzufein. Koos Iooste — ein eigenartiger Mann. Ein origineller Mann. Schon seine Sprache. Da» ist das erste, was einem auffällt, wenn man sich mit ihm unterhält. Ihm purzeln die Artikel dauernd durcheinander, die Endungen machen ihm zu schaffen. Oder vielmehr, sie machen ihm nicht zu schaffen. Er hat vor zehn Jahren so gesprochen und er wird in zehn Jahren noch genau so sprechen. Er spricht eben l e i n c Sprache und ohne diese seine Sprache wäre er nicht der Koos Iooste... Im übrigen: deutsche Sprak ist swere Sprak. „Wieso?" „Wollen Sie ein Beispiel?" Gut. Das war auf einer meiner Reisen durch Süddeutschland. Da begegnete mir folgendes: Ich spreche auf einem Dorf in Bayern. Ich sage: Liebe Bauern! zu meinen Zuhörern. Denke mir nichts .Landwirte sind das", sagt er. „Gut", sage ich, „ich will mir's Am nächsten Abend spreche ich im Nachbardorf. Ich rede die Leute jetzt an: Liebe Landwirte! Nach Schluß des Bortraaes nimmt mich der Dorfschullehrer beiseite und sagt: „Sie haben da vorhin unsere Bauern mit: Liebe Landwirte! angeredet. Das hat so etwas fremdartig Er lacht mit uns. Seine ganze Seele liegt in diesem Lachen. Das ist so herzlich. Nein, in diesem Mann kann kein Falsch sein. „Sind Sie eigentlich schon lange in Deutschland?" „Doch. Seit 1904. Ich habe den Weltkrieg mit- gemacht und für Deutschland gekämpft." „Und noch dem Kriege?" „Ich habe ein kleines Häuschen am Harz." „So gefällt es Ihnen in Deutschland?" „Sehr gut. Im Sommer bin ich mit meiner Frau an der See Wir haben einige Seehunde geschossen." Er fleht auf und kramt in seinem Koffer. * Koos Iooste ist durch feine Borträge in Ober- Hessen und in den benachbarten preußischen Kreisen weiten Bevölkerungskressen bekannt geworden. D. Red. Dann kommt er zurück und bringt mir ein Fell. „Fuhlen Sie mal drüber", sagt er. 3n der Tat, von wunderbarer Weichheit ist solch ein Fell. Noch viel zarter als das Fell einer Rafte. Er zeigt mir Bilder: er auf der Jagd; ein sehr lustiges Bild: seine Frau mit dem Gewehr. Mit seinem Boot fährt er weit hinaus auf das Meer, fesselnd erzählt er. Stunden vergehn, man merkt es nicht. „3m übrigen war ich in Holland einmal vor dem Krieg als deutscher Spion verhaftet", sagt er so nebenbei. „Das müssen Sie erzählen , sagte ich. ^Nun"ia", sagt er, „Sie lassen mir ja doch keine Ruhe, bis ich Ihnen das erzählt habe. Also will ich freiwillig beginnen. Es war im Jahre 1912. damals merkte ich bereits, daß etwas in der Luft lag. 3d) hatte mit einem Pfarrer aus dem Elsaß eine Fahrt gemacht durch Frankreich. Nur ein paar Tage. Ich fahre mit meinem Boot und hege nun irgendwo bei einer kleinen Ortschaft. Der Pfarrer war in Kniehosen und mit Schiller- fragen gefahren. Das war etwas für holländische Begriffe ganz Unerhörtes. Man bezweifelte des- halb — das erfuhr ich aber erst später —, daß mein Begleiter überhaupt ein Pfarrer fei. Und da man meines Begleiters wegen nun einmal Verdacht geschöpft hatte, so nahm man auch meine Person etwas näher aufs Korn. Da war es nun einem Angler ausgefallen, daß ich den ganzen Tag mit meinem Freund am Boot lag und schrieb, bzw. ihm diktierte. Dieser Analer war — das merkten wir aber erst später — em Geheimpolizist, der uns beobachten sollte. Eines Tages machten wir einen Spaziergang. Wir gingen vom Flusse aus in das Innere des Landes. Das holländische Land ist ganz flach. Kaum einmal von einem kleinen Hügel unterbrochen. Nun folgten wir einem Fußpfad, der an einem solchen Hügel vorbeisührte. „Sieh mal da", sagte mein Freund. „Kanonen", sagte ich. Tatsächlich, da schauten zwei Kanonenrohre aus dem Hüael heraus. Man hatte also zwei Kanonen hier versteckt. Sieh mal an. Wenn man die schon versteckte, warum versteckt man sie dann nicht auch besser?! Na, uns geht es ja nichts an. Wir gingen weiter und tarnen an eine große Straße. Aber wie sollten wir auf die Straße kommen? Ein großer Stacheldrahtzaun verhinderte auch ein Ueber- klettern. Wir fragten einen Passanten: „Wie kommen wir eigentlich hier heraus?" „Wie sind Sie denn überhaupt hereingekommen?" Der schüttelte verständnislos den Kopf und zuckte die Achseln. „Dom Flusse aus." „Na, dann gehen Sie doch denselben Weg wieder zurück." Ha, vielen Dank, sehr freundlicher Mann. Aber In der Tat, es blieb uns nichts anderes übrig. Es fing an, dunkel zu werden, als wir an unser Boot zurückkehrten. Unser Freund, der Angler, war fort, aber er kam bald zurück, diesmal in Begleitung. Kam geradeswegs auf uns zu. „Polizei", sagte er, und hielt uns seinen Ausweis vor die Nase. Sehr angenehm, dachte ich. Gesagt habe ich es nicht. „Was machen Sie hier?" „Nichts. Oder doch: wir schreiben." „Was schreiben Sie?" „Erinnerungen." Hm... „Ich habe den Auftrag, Sie zur Polizeiwache zu bringen." Wir gingen also mit zur Polizeiwache. „Waren Sie dauernd im Boot?" „Nein." „Nein? Wo waren Sie sonst noch?" „Am Ufer." Ein Augenblick bleibt dem Beamten die Sprache weg, aber er ist freundlich wie zuvor. „3ns Innere des Landes haben Sie sich nicht begeben?" „Einmal sind wir bis zu einer Straße gegangen, wo wir nicht weiter konnten, weil ein Stacheldrahtzaun uns hinderte." Jetzt ist er sehr aufmerksam. „Was taten Sie nun?" „Wir gingen wieder zurück." „Ist Ihnen unterwegs etwas aufgefallen?" „Nein." „Gar nichts?" „Doch, vielleicht. Wir haben zwei Kanonenrohre gesehen." „Na also." „Was heißt: Na also?" „Sie geben also zu, Spionage getrieben zu haben?" „Nein." „Sie sagen aber doch selbst, daß Sie zwei Kanonenrohre gesehen haben." Wohlschttsbriesmarkeil für die Deutsche Aothilse „3a.* '.Also haben Sie doch spioniert?" „Nein." „Mynheer, die Sache ist sehr ernst." „Mynheer, die Sache ist sehr lächerlich." „Sie haben Briefe nach Deutschland geschickt?" „3a." .Diese Briefe waren sehr dick. Geben Sie das zu?" „3a." „Was enthielten diese Briefe?" „Manuskripte." „Militärischen Inhaltes?" „Nein " „Was sonst?" „Auszeichnungen von mir. Ich war Kommandant im Burenkriege." „Schlimm für Sie. Sie verstehen also etwas von militärischen Dingen?" — Mynheer, die Sache ist sehr ernst." „Mynheer, die Sache ist sehr lächerlich." Vorläufig war er mit mir fertig und wandte sich nun meinem Freunde zu. „Sie sind Pfarrer?" „3a." „Sie sind kein Pfarrer!" „Mynheer, ich muß bitten —' „Sie sind nicht angezogen wie ein Pfarrer." „Fragen Sie telefonisch in meinem Pfarrdorf nach. Hier haben Sie meine Personalien. „Das werde ich tun. Ich sage Ihnen aber nochmals: die Lage ist sehr ernst." Das wußten wir also nun auswendig, daß die Lage sehr ernst war. Uns war sie nicht gerade angenehm, aber mir fing sie allmählich an, Spaß zu machen. Am nächsten Tage war die Bestätigung da, daß mein Freund tatsächlich Pfarrer war. Aber so schnell lieh der picht locker. „Wie kamen Sie an diesen Kanonenstand?" „Zu Fuß." „Wie konnten Sie die Kanonen entdecken?" „Sehr e..isach: weil die Rohre zu sehen waren." „Wie konnten Sie in das abgesperrte Gebiet einbringen?" „Wir sind in kein abgesperrtes Gebiet eingedrungen. „Sie sagten doch selbst, daß Sie den Stacheldraht» zaun gesehen —?" „Das sagte ich." „Na also." „Wir sind trotzdem in kein abgesperrtes Gebiet eingedrungen. Born Ufer aus ging ein Fußpfad, dem sind wir gefolgt. Es stand keine Darntafel: Betreten verboten ober so was babei." „Sie werben uns zeigen, wie Sie gegangen sind." „Mit Vergnügen." Am Nachmittag machten wir bann von der Stelle aus, wo unser Boot gelegen, denselben Weg wie damals noch einmal. Die Gesichter der Beamten würben immer länger. Ich glaube, der Bürgermeister hat eine große Zigarre bekommen, weil er bas Versteck auf dieser Seite nicht abgesperrt hatte. Der Beamte war sichtlich verlegen. „3d) kann Ihnen die Absicht der Spionage nicht nachweisen." „Na also." „Sie haben aber doch nun die Kanonen gesehn." „Glauben Sie, bah bas europäische Gleichgewicht durch diese beiden Kanonen erschüttert wird?" „Mynheer —" „Bitte?" Er war sichtlich in Verlegenheit. Aber er konnte uns nichts nachweisen. Er mußte uns freilasien. Warum verstecken auch die Holländer zwei Kanonen hier? Vor wem eigentlich? Und wenn sie sie schon versteckten, warum bewachten sie sie nicht? — „Was treiben Sie eigentlich jetzt?" „Ich halte jetzt Dorträge in Baden." ^Kommen Sie wieder mal in diese Gegend?" „Ich hoffe es." Zum Schluß schenkt er mir noch ein Buch, bas er geschrieben über Afrika, da er so viele Jahre gelebt und gekämpft. Er verspricht mir, bald mal zu schreiben. Ich gebe ihm meine Anfchrift. „Auf Wiedersehen." „i)eil Hitler " Wir schütteln uns die Hände. Wir sind Freunde geworden In diesen paar Stunden unseres Zusammenseins. Koos Iooste... Wirklich ein origineller Mann — , Ein Mann mit ewig jungem Herzen ... W < O 'ZZL 8 Deut 12 Deutliches Reich 12 OHOMBK vm 3C 8 D 2 40 Deuffches Reich 40K Jum Kampf gegen [junger und Kalke Buntes Allerlei. Aus dem Krokodilsrochen gerettet. Das Verhalten von Iuma Kalanzi, einem ehemaligen Regierungsangestellten in Aegypten, der einen ihm unbekannten Knaben unter äußerster Lebensgefahr dem Rachen eines Krokodils entriß, verdient der Vergangenheit entrissen zu werden. Zwei kleine Dörfer am Nil hatten feit langem unter Krokodilen zu leiden, denen im letzten Jahre bereits neun Menschen zum Opfer gefallen waren. Die raubgierigen Tiere brachten Boote zum Kentern und bemächtigten sich der ins Wasser gefallenen Insas- sen. Eines Vormittags fiel, wie ein Augenzeuge in einem englischen Blatt berichtet, ein eingeborener Knabe von ungefähr 10 Jahren ins Wasser und wurde sofort von einem auf der Lauer liegenden Krokodil gepackt Die am Ufer stehende Menge war wie von Entsetzen gelähmt und vermochte sich zu keiner rettenden Handlung aufzuraffen. Iuma Kalanzi hört von Ferne, was sich ereignet hatte, und stürzte schnell entschlossen an die Unqlücksstelle. wo der yunge vergebens sich aus dem Rachen des furchtbaren Tieres zu befreien suchte. Iuma Kalanzi, der nicht schwimmen konnte, ging bis zum Hals in das Wasser und nahm den Kamps mit dem Krokodil auf. das sein Opfer oei den Oberschenkeln fest- hielt und den freien Fluß zu erreichen suchte. Iuma ergriff den einen Arm des unglücklichen Kindes und versuchte, den Knaben an das Ufer zu bringen. Das Waller war in kurzer Zeit durch das wütende Um- sichschlagen der Bestie aufgewühlt und schlammig. Der Knabe verlor Blut und war bald ohnmächtig: jedenfalls konnte er sich selber nicht aus feiner schrecklichen Lage befreien. Der beherzte Iuma gewann im zähen Kampf allmählich Holl um Zoll an Boden und kam dem Ufer näher. Sein junger Sohn, der den Vorfall vom Ufer aus verfolgt hatte, reichte ihm einen Speer. Nun ging der tapfere Retter mit dem einen Arm auf das rasende Tier los, während er mit dem anderen den Knaben festhielt. Er versetzte dem Krokodil einen so heftigen Schlag, daß es von seinem Opfer lieh. Die eigentümliche Winkelstellung der Zähne machte die Loslösung außer» ordentlich schwierig. Jedenfalls blieb in dem einen Oberschenkel des Knaben ein großer Zahn zurück, der erst einige Tage später entfernt werden konnte. — Das Krokodil ging nun, nachdem es seine Beute fahren g’laffen hatte, grimmig auf feinen Angreifer los. Diesem gelang es. während er den geretteten Knaben langsam ans Ufer brachte, dem Tier mit dem freien Arm einen Stich in eine ungeschützt, Stelle zu versetzen. Jetzt erst wandte sich das Krokodil zur Flucht und verschwand im Strom. Iuma Kalanzi war bei dem Kampfe nicht unbedeutend verletzt worden und mußte ein über 150 Kilometer entferntes Krankenhaus auftuchen, um sich dort einer Operation zu unterziehen. An dem Ereignis ist be» sonders bemerkenswert, daß der heldenhafte Retter einem Stamm angehört, der von den Stammesver» wandten des geretteten Knaben nach alter Ueberfie» ferung mit Verachtung angesehen wird. Iuma Kalanzi hat sich nach seiner Tat sofort zurückgezogen. III!l!IIII!IIIII!I!!III!II!IIII!!III!IIIII!I!I!I»II!IIIIIIIIIII!II!IIII!I' Der 1lli(e-5rflot«Dttti!i «Holen Sreui macht bekannt, daß Ostern 1 934 die Am oon ßansflOflefleDten Oie 20 jatne in einem Oaoie gedient men stattfindet. Bewerbungen mit polizeilicher Bestätigung loei den bis 1. Februar 1934 erbeten an $rau Wilhelmine Kramer ?udwigSplah 10 II 7Wmd UllUUUllllllllllllUlllllllllUIIIIIIIUIIIIIIIIIItilllllllllllllllllli Hotel Schütz In sämtUdien RestaurationsrCumcn Silvester-Feier Tanz (2 Kapellen) Eintrittskarten sind unentgeltlich beim Portier ab Donnerstag, den 28. Dezember 1933, zu haben Am Neujahrstag der so beliebte Tanz-Tee Anfang 4 Uhr 7777 0 Frische Seefische! Lebende Stnrvfen Lebende Schleien .Üuliljcrfitc ’beilbntt.*’iu?ldm Zu Silvester: 2amte ein. Hern Sardellen, Vacbo alle Arten ftürb- kowerven 7„,o Spirituosen eri .vinnen emoi L Koch NadilolQer ■Bis kart 15, Tal. »12 •eaehiftsdnjekiachen Rechnungen Bnefblltter Breiumschläge Po$tXBMen Geschl'tskarten Hi Irtkl, SchulstnBe I Landwirtschaftliches Entschuldungsverfahren Ueber das Vermögen des Ludwig Leyerer des Zweiten in tlimbad), Kreis Gießen, wird heute am 19. Dezember 1933, vormittags 11 Uhr, das landwirtschaftliche Entschuldungsoerfahren eröffnet. Zur Entschuldungsstelle wird die Can- desgenoffenfchaftsbank e. 0. m. b. H. in Frankfurt a. HL, Lockenheimer Landstraße Jlr. 25, bestellt. 7827D Die Gläubiger werden aufgeforbert, bet Meldung der in § 11 des Gesetzes vom 1 Juni 1933 angedrohten Nachteile, ihre Forderungen bis zum 18. Januar 1934 bei Gericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden ein- zureichen. Gießen, den 19. Dezember 1933. Hessisches Amtsgericht. 11 ■ ।n ■ 111 r 11n 111111 irt 11111111111111111111111111 *।111 *11111"11111111111 e ff. Lchel'fifche o. l‘n. Kabeljau Seehecht, Stcinbutt Frischer h'olbbnrfdi, Bratfische Heische Gilets und Misch'oteletts Bückinge Lachsherinac. aeräuch Bal Edellachs im Ansschnitt *nw Richard tirnnewaid Bahnhofstraße 27 ^ernsvrecher 3631 HiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilllllllllllllflinMlHnHHmii Jceilag, den 29. d. 2H-, nachmittaa, 3 Uhr. versteigere ich an Ort und Steller 1 Büfett, 1 Vitrine, 1 Schreibtifch, 1 Ehaiselongue, 1 Ladeneinrichtung (La» dentheke) mit Glasauftätzen und Aus» stellungskaften, 2 Regale 7806D zwangs weife gegen Barzahlung. Zusammenkunft der Steigerer im ,Lch wen", Neuenweg 28. Funker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiefecker Weg 16 — Telephon 3383.