Nr. 279 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen) Dienstag, 28. November (933 Die Volksdeutsche Idee. Außendeutschtum und Binnendeutschtum. Von ÄL $r. König, Gießen. Von der R e i ch s f ü h r u n g des Volks- bundes für das Deutschtum im Ausland geht uns der folgende Aufsatz zur Veröffentlichung zu. Möller van den JBrucf sagt im ersten Abschnitt seines „Dritten Reiches": „Mit dem Reich war uns das Letzte gelungen. Aber im Reich mißlang uns alle s." Und er spricht von der „geistigen Vernachlässigung" des letzten Menschenalters, es habe die „Voraussetzung" gefehlt, die „Vorstellung", das „Erlebnis", die „Vertrautheit von Anbeginn und aus ihr folgend der Takt, die Griffigkeit die Behandlungsgabe." Und er fällt über die „wilhelminische" Periode, zu der er auch das revolutionäre Menschentum der unmittelbaren Nachkriegszeit rechnet, das harte Urteil: „Unsere Dinge sind irgendwie schief eingestellt, und wenn wir eines zurechtrücken wollen, dann zerbricht es unter unseren Händen" Dies Urteil zielt aufs Wesen des Reichsvolks Der Vergangenheit; irgendwie muß eine falsche Grundposition bezogen gewesen sein, irgendwie muß die grundlegende Geisteshandlung in Unordnung gewesen sein, wenn Möllers Urteil richtig sein soll. Aller Grund aber ist einfach und schlicht, so wird auch die Antwort auf die Frage, was denn da in Unordnung war, schlicht und einfach fein müssen. Wir von der deutschen Volkstumsbewegung der Nachkriegszeit, die Geist vom Geiste Mollers ist, geben die schlichte Antwort: Trotz des „Patriotismus" der Vergangenheit fehlte dem kleindeutschen Reichsvolk die volkdeutsche Idee! Es fehlte, so sagt Möller van den Bruck, „d a s Erlebnis". Ja, hatten wir denn nicht unendlich viel erlebt? Wir hatten die Reichsgründung erlebt; wir hatten den Aufstieg zu wirtschaftlicher und politischer Weltgeltung erlebt; wir erlebten den Erwerb unseres Kolonialreiches und den Bau unserer Hochseeflotte, wir erlebten eine geradezu amerikanische Entwicklung unseres äußeren Lebens und waren stolz auf die große Leistung, die uns „den Platz an der Sonne" auf alle Zeiten zu sichern schien. Wir haben aber bann den Zusammenbruch erleben müssen, der uns all dies nahm, und erkannten, tief ergriffen und erschüttert, daß wir der letzten Belastungsprobe doch nicht gewachsen waren. „Gewogen und zu leicht befunden", so hörte ich in jenen schicksalsschweren Tagen einen klugen Mann sagen! Verantwortlich für die deutschen Dinge ist der deutsche Mensch. Ist es mit den deutschen Menschen in Ordnung, so ist es auch mit dem deutschen Volke in Ordnung. Es ist aber nur bann mit bem beutschen Menschen in Orbnung, wenn er in seinem Bewußtsein in ber rechten Weise auf sein Lanb, bas Deutschland ist, und auf sein Volk, das die deutsche Volkheit ist, bezogen ist. Fehlt aber den deutschen Menschen die rechte Bezogenheit auf ihr Land und Volk, dann müssen sie im Politischen unsicher fein, dann fehlt ihnen die rechte „Vorstellung", das „Erlebnis", die „Voraussetzung", die „Vertrautheit von Anbeginn". Dann sind die Dinge irgendwie „schief eingestellt", dann „zerbricht alles unter den Händen, wenn wir eines zurechtrücken wollen". Soweit wir „Patrioten" waren, ging unsere Liebe auf den kleindeutschen Staat, den der große Kanzler von 1864 und 1871 zurechtgezimmert hatte. Dieser Staat erschien uns als die Erfüllung der deutschen Geschichte, er erschien uns für die Ewigkeit gebaut; so wie er war, so mußte er erhalten werden. Ohne ihn schien es kein Leben geben zu können. Wir vergaßen, daß der Staat niemals Selbstzweck sein kann, daß er das Haus ist, das ein Volk sich baut, daß er nicht das Volk selbst ist, daß er um der Volkheit willen da ist, daß er zerfallen muß, wenn es mit —w. Z-, Z. < ■ Vom Tag ber Hausmusik. Unter dem Protektorat der Reichsmusikkammer wurde der „Tag der Hausmusik" als Werbeveranstaltung durchgefuhrt, in deren Mittelpunkt in Berlin ein hübscher Wagenumzug der Schulkinder stand. — Unser Bild zeigt einen Wagen aus dem Werbeumzug: „Franz Schubert gibt ein Konzert", dargestellt von einem Kinderorchester. Deutsche Zugeud besucht Hindenburg. ; A,Ä ! o - t K - Reichspräsident von Hindenburg begrüßt im Garten seines Palais eine Gruppe der Hitlerjugend, die vorher an einem Gottesdienst zum Gedächtnis der Gefallenen teilgenommen hatte. der Volkheit nicht in Ordnung ist, um derentwillen er da ist: wir haben mit einem Wort im „wilhelminischen" Reich die deutsche Volkheit nicht gesehen, wir waren staatsnational, aber nicht volksnational; wir sahen das Volk vom Staat aus, und sticht, wie es in der Natur der Dinge liegt, ben Staat vom Volk aus, wir waren der „Engstirnigkeit des nur staatsbürgerlichen Denkens" verfallen. Es war ein verkehrtes Sehen, weil wir in der Betrachtung der deutschen Dinge von einem falschen Ausgangspunkt ausgingen: von der Form, aber nicht vom lebendigen Leben selbst. Das lebendige Leben aber ist die Volkheit, ist nicht der oder jener Teil der Volkheit, ist die Volkheit in ihrer Gänze. Als das zweite Reich jjufammenbrad), da haben viele „im Volke denken" gelernt. Sie sahen auf einmal in die Weite des Raums und in die Tiefe der Zeiten und entdeckten Deutschland und die deutsche Gesamtvolkheit; Deutschland als den Volksboden aller Deutschen, dem alles deutsche Leben verwurzelt ist, und die deutsche Gesamtvolkheit als den lebendigen Volkskörper aller Deutschen, dem alles deutsche Leben gliedhaft angehört, in welchem Staate der Erde auch seine Heimat liegen mag. Indem sie nunmehr so schauten, erstand vor ihren Augen ein neues Bild vom deutschen Boden und vom deutschen Volke: sie sahen auf einmal Die Fülle der Altstämme von den Alpen bis zum Meere, von der Elbe bis zur Volksgrenze im Westen; sie sahen die Fülle der N e u ft ä m m e , die in gewaltigem Kolonisationswerke im Nordosten von der Nordmark aus bis Zum Finnischen Meerbusen hin Europa geformt batten, die im Südosten von der Ostmark aus den Landen längs der Donau hin das Gepräge gegeben hatten, sie entdeckten die Volksgruppen alle im polnisch-russischen Bereich; sie entdeckten das gewaltige neuzeitliche Kolonisationswerk der Deutschen in Ueberfee und sahen auf einmal, daß das alles trotz des Zusammenbruchs des kleindeutschen Reiches noch lebendige Wirklichkeit roati Indem sie so im Volke zu denken begannen, sahen sie sich zugleich gezwungen, „in Völkern zu denken". Damit aber war der Bruch mit der liberalen Nationalstaatsideologie des 19. Jahr, hunderts vollzogen. So wie die völkische Bewegung im binnendeutschen Raume den „liberalen" Men- schen aller Schattierungen im Sinne Möllers van den Bruck für den Zerfall des Volkslebens veraitt- wörtlich zu machen sich gezwungen sah, so sah sich die Volkstumsbewegung der Nachkriegszeit gezwungen, das liberale Staatsdenken der Vergangenheit für den Verfall der Ordnung, nicht nur in ihnen selbst, sondern auch zwischen ihnen verant« wörtlich zu machen: die Vision von der Volkwcr- düng der Deutschen führte sie zu der Vision von der Volkwerdung der europäischen Völker überhaupt und von der Notwendigkeit der Neuordnung ihrer Beziehungen untereinander von einem vernünftigen Raumdenken aus: das 20. Jahrhundert wird, so glauben sie, das Jahrhundert sein, das den Völkern des Abendlandes die Freiheit zu bringen hat, dis sie im Verlauf der neueren Zeiten verloren haben. Aus der oolkdeutschen Idee erwächst so den Deutschen ein Sendungsbewußtsein für Europa, für die Welt. Sie haben endlich zu Herder und zu der Romantik, zu Fichte und zu dem Freiherrn vom Stein, zum großen deutschen Mittelalter, zu Volk und Reich zurückgefunden. Von da aus aber haben sich zwangsläufig auch die Anschauungen von dem Verhältnis'zwischen Binnend e u t s ch e n und Außen- deutschen wandeln müssen. Wir sind zusammen ein Volk! Jeder steht als Deutscher in fei- ner deutschen Familie, jede deutsche Familie steht in ihrer deutschen Volksgruppe, ihrem deutschen Heimatvolk, jede Volksgruppe, jedes Heimatvolk steht auf ihre Weife in ber Gesamtvolkheit, bestimmte Funktion im Raume und im jeweiligen Staate für sie ausübend, bald Wall den andern Völkern gegenüber, bald Brücke bildend. Das Nikolaus Schwarzkopf. 23on Georg Bingel. Diesem Dichter der deutschen Innerlichkeit ist es nicht leicht gefallen, in seiner hessischen Heimat in dem Maße bekannt zu werden, wie er es längst verdiente. Die Nachkriegszeit mit ihren Wirrungen auch im Buchhandel konnte ihm nicht günstig sein. Nur so war es möglich, daß derartige Köstlichkeiten wie seine „Maria vom Rhein", sein „Riesele, die Geschichte eines kleinen Pferdes"*) und fein „Flickbich, eine rheinische Spatzengeschichte" von Kritik und Publikum kaum bemerkt wurden. Nikolaus Schwarzkopfs dichterisches Profil hat Georg Schäfer so umriffen: Er gehört nicht zu denen, die in allen Sätteln gerecht, durch immer neue Ueberraschungen blenden und die durch eiliges Mitmachen jeder modischen Strömung eine Bedeutung oortäuschen, die ihnen nach Maßgabe ihrer Kräfte nicht zukommt. Er gibt sich ehrlich und aufrichtig und darum hat alles, was er schreibt, den schönen Klang des Wortes, das aus dem vollen Herzen kommt. Was ihm aber feine besondere Note gibt, ist dieses: Seine Liebe zum Kleinen und inach den Üblichen Maßen gemessen) Unbedeutenden, und seine ethische Grundhaltung, die ihn zum Moralisten macht. Das gibt seinen Werken die Schwere und Erdhaftigkeit. Er ist dabei feinesroeg vom Objekte so gefangen, daß er das Gedankliche überwuchern läßt Man vergesse auch dies nicht: Schwarzkopf ist Rheinhesse. Fröhlich und verzagt, unruhig und voll listiger Bedächtigkeit, geladen mit saftigem Mutterwitz und doch schwermütig und leid- bewegt; so widerspruchsvoll wie sie dem Betrachter erscheinen, ist ihr Wesen im tiefsten Grunde echt und ungekünstelt. Landschaft und Schicksal haben diese Menschen geformt. In einem Lande geboren, das den Segen Gottes sicherlich zu tragen hat, haben sie Völker kommen und sehen gehen. Kriege und betrübte armselige Zeiten sind ihnen nicht erspart geblieben. Aber in allem Elende gab ihnen die Fröhlichkeit des Landes die Gewißheit, daß man dem Schicksal mit einem herzlichen Lachen eher trotzen könne, als mit kopfhängerischer Muffigkeit. Das fühlt man auch bet Schwarzkopf. Bei einem Landsmanne hat die Frage nach seinem Woher und Wohin besondere Berechtiaung; in einer biographischen Skizze stehen diese Sätze: Ich sollte feiner Zeit Pfarrer werden, aber ich kam mir Inmitten meines dörflichen Alltags so wenig feierlich vor für diesen Beruf, obwohl ich *) „Gießener Familienblätter" Nr. 83 ff. von 1933. redjt viel Rüstzeug dazu in mir habe, verträumte ihn, bereue freilich nicht, daß ich ihn verträumt, und wünschte nur, ich hätte noch manches verträumt und wäre wieder wie ehedem ein Teil der Schönheit hinter den Bergen des Odenwaldes, den ich so sehr liebe. Geboren bin ich zu Urberach, eine Stunde Hinterm Kranichsteiner Park, am ersten Frühlingstag des Jahres 1884. Mein Vater verbesserte gleich den shakespearischen Schustern der Menschen Lebenswandel, war ein Pflasterer, und derjenige, der meinen Namen ins Hessische brachte, war ein kalvinistischer Schuster, der anno 1732 aus Salzburg kam Sicher von ihm habe ich einige Tropfen Ne- voluzzerblut in den fanfen Adern, zu viel, um unbelästigt durchs Leben zu stolzieren, zu wenig, um die Dinge der widerborstigen äußeren Lebens nach den Forderungen eines ungestümen Tatendranges eigengesetzlich zu lenken : Ach, diese Wohlerzogenheit, die ich übrigens einer trefflichen Mutter zu verdanken habe, ist erste und unbedingte Fordernis meiner mit Künstlerschaft beschwerten Seele, die unter solch tapferem Deckmantel ihre Gänge und Jrrgänge, ihre Abenteuer und geheimen Sünden vollbringt, in der Maske einhergeht, umherschweift, um unauffällig hinter die Schliche und Tücken des Lebens zu gelangen, um der Menschenseele nachzuschürfen, um sie den Menschen bloßzulegen, zu jedermanns Einsicht aufzudecken, damit das „Leben" erträglicher sich ihnen gestalte! Ost bin ich der Stadt entflohen, dem überwucherten, tollen Treiben, um auf dem Dors in Stille und Einsamkeit, nahe dem Herzen der Natur, nicht allzu fehr beirrt zu sein und gehindert zu sein, nrnne Bücher in freien Stunden zu schreiben. Das erste t,Greta Kunkel") ist die Geschichte eines Oden- waldmäd.chens, dessen Seele überreich mit Sehnsüchten belastet ist nach tiefinnerlichem Glück, wie es in der Welt so selten vergeben wird. Dieses Mädchen mußte zerbrechen und zerbricht. Ich schrieb „Maria vom Rhein", eine Legende, den seltsam un- beiligen Weg einer Greta Kunkel zur Heiligkeit! Wie leicht wurde mir die volle Lösung des dort angeschlagenen Themas! Meinen „Matthias Grünewald" (ein Büchlein für Kinder Gottes) lasse ich im°, ex- und depressionistisch sein großes Werk vollbringen, und in dem Kapitel „Der Depressionist" habe ich mich über diese so vorlauten Dinge ausgesprochen, dahingehend etwa, daß jeweils der Mangel an Kraft sich in Schlagworten organisiert. „Maria vom Rhein" hat eine größere Leserschaft gefunden, und ich lebe in dem angenehmen Glauben, daß meine weiteren Bücher noch viel tiefer ins Volk bringen, vornehmlich die Geschichte des kleinen Pferdes, die dazu berufen ist, Freude zu schaffen. Riesele wächst mit den Kindern des Dorfes auf, tollt durch feinen Frühling, sieben Kapitel lang, wird >n den Zirkus geholt, entzückt Abend für Abend die Menschen, wird von der Königin geküßt, vom Krieg in die Kaserne geschleift, von der Revolution durch einen besonderen Glücksfall — Kinder haben manchmal Glück — wieder feiner Heimat hinter den Bergen zugeführt, fährt den Herrn Amtsrichter an den Bahnhof, den Herrn Pfarrer übers Gebirg, bringt Christbäume in die Stadt und hat emen überaus wichtigen Freund, den Sauhirten Cornel, der tiefer in die Welt geguckt hat als wir alle ... Schwarzkopfs Hang zu Grübeleien hat dem Roman „Der schwarze Nikolaus" den eigenen Ausdruck verliehen. Der Zauber der Legende' weht sich um das Geschehen in seiner Erzählung „Amorsbronn", die Schönheit alter tiefer Mystik. Es ist der Roman des Blutes, der inneren Bereitschaft zum Dienste, den jede Frau ersehnt: zur Mutterschaft. Im Mittelpunkt seines letzten großen Werkes „Der Barbar" steht die Gestalt des Matthias Grünewald, des erregtesten deutschen Malers, des religiösesten Meisters der Christenheit, mit wunderbarer Einfühlungs- fraft gesehen und gestaltet. Grünewald wächst im Schatten feines Jahrhunderts aus dem religiösen und politischen Dorfleben in den Glanz des goldenen Mainzer Kurfürstenhofs unter Albrecht von Brandenburg, gerät angesichts teuflischer Verschwendung m die revolutionäre Stimmung des jungen Luther, der dem Hofe nahesteht, und findet sich nicht mehr zurecht. Er, das Genie, heftet alle seine künstlerischen, reliaiöfen und sozialen Wünsche an den Reformator Doch als dieser sich vom kleinen Volke abwendet, wendet er sich von ihm ab und stürzt sich in die Wirren des Bauernkrieges. Seinen geschundenen Gott will er den Bauern einhertragen, den Pfaffen aus den vergoldeten Tabernakeln nehmen, den Fürsten aus den blutigen Händen schlagen, den Gelehrten aus den müden Stirnen brechen. In seinen großen Altären hat der das Evangelium Jesu von den italienischen Schnörkeln befreit, hat es entwuchert, hat es auf den einfachen Sinn des Mannes aus Nazareth zurückgeführt: Erlöst Euch, Brüder, so erlöst Euch Gott! Der Dichter läßt seinen Helden dann aus unseren Augen entschwinden, die Bauern werden geschlagen und auf- gerieben, er aber — so berichtet Caspar Sturm, der Reichsherold aus Oppenheim — soll sich am Karfreitag um die dritte Stunde am höchsten Kreuz der deutschen Christenheit, am Turmkreuz des Mainzer Doms, erhängt haben. Nikolaus Schwarzkopf lebte zehn Jahre als freier Schriftsteller in Darmstadt und leitet heute die Volkshochschule daselbst. Im kommenden Jahre feiert er feinen 50. Geburtstag; es wird zu diesem Tag ein neues Werk im Verlag Langen/Müller erschei. nen. 1930 erhielt er den Hessischen Staatspreis. Ec besuchte am Jahrestag des Marsches Mussolinis dis Stadt Rom, am Gedenktag des Friedensschlusses Paris; er hat Wilhelm II. in Doorn besucht, den Papst und Rothschild. Kein Erlebnis aber geht ihm über die Erlebnisse des eigenen Herzens, der unerschöpflichen Fundgrube eines jeden echten Dichters. Weil der Erzieher von Jahr zu Jahr größer in ihm wird, hat er neuerdings im Reichsverband der deutschen Schriftsteller die Amtswalterschaft des Erzählers für den Gau Hessen und Nassau übernommen. Als solchem liegt es ihm ob, jungen Dichtern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. * Seine Bücher: „Der schwarze Nikolaus", „Amors- bronn" und „Der Barbar" (sämtlich Albert San- genz@eorg Mütter), „Greta Kunkel" (Bd. 95 ber Zweimarkbücher des gleichen Verlags), „Riesele" (Hermann Eichblatt, Leipzig, „Geleitwort zu Dürers Kupferstichpassion" und „Vorm Jsenheimer Altar". Eine Andacht. Mit 12 meist farbigen Bildtafeln. (Beide: Furche-Verlag; beide z. Zt. vergriffen.) 6otf>fd>ulnadiricbfen. Eine Reihe von rechtswissenschaftlichen Drbina« riaten sinb in bieten Tagen neu besetzt worben. Es würben ernannt: Der Privatbozent Dr. Max Kaser (bisher in Gießen) zum Drbinarius in Münster; der nichtbeamtete a. o. Professor Gustav Abolf Walz (bisher in Marburg) zum Drbinarius in Breslau; die Privatbozenten Dr. Ernst Forsthoff (bisher in Freiburg i. Br.), Dr. Heinrich Henkel unb Dr. Fritz v. H i p p e l (beibe bisher schon in Frankfurt a. M.) zu Drbinarien in Frankfurt am Main; die Privatbozenten Dr. Karl Siegert (bisher in M ü n ft e r) unb Dr. Hans Würbiger (bisher in München) zu Drbinarien in Göttingen; der Privatbozent Dr. Siegfrieb 9t e i cf e (bisher in Berlin) unb ber nichtbeamtete a. o. Professor Dr. Erwin Wiskemann (bisher in Marburg) Zu Drbinarien in Königsberg. Professor Dr. Ebuarb August Martin, ber bekannte Gynäkologe unb langjährige Drbinarius für Geburtshilfe an ber Universität Greifswald, ist in Berlin, wo er seinen Cebensabenb verbrachte, 87jährig gestorben Martin, ein geborener Jenenser, war seit bem Jahre 1907 emeritiert- Ganze aber ist der große gotische Dom der deutschen Sesarntoolkheit, in dem jeder Teil an seinem Platze steht und bestimmte Aufgaben für die Ge- famtoolkheit zu erfüllen hat. (Ems aber ergibt sich aus dieser neuen Schau mit aller Klarheit: nicht die Binnendeutschen sind die Front, was den Kampf für die Erhaltung von Dolkskörper und Dolksboden angeht; Front sind die Außendeutschen. Dort wo deutscher und fremder Dolksboden sich berühren, dort, wo deutsches und fremdes Volk ineinander verzahnt sind, dort besteht die Gefahr, daß der deutsche Dolksboden abbröckelt, daß deutsche Seelen verloren gehen; dort geht es um der Gesamtoolkheit willen um jeden Acker und um die Äele jedes Kindes. Wenn die Binnendeutschen aber Etappe sind, dann haben sie die Pflichten der Etappe zu übernehmen: sie haben die Front zu stützen, geistig, seelisch und auch materiell. Was sie für die Front opfern, das ist kein Almosen, das ist vielmehr die volkdeutsche Steuer, die man sich um der Nation willen selbst auferlegt. Nur aus dem Erlebnis der oolkdeutschen Idee heraus kann die nationale Revolution der Deutschen zum Dritten Reich als dem Deutschland aller Deullchen führen. Daß die Außendeutschen da — ob sie dem Reiche staatsrechtlich einmal werden angehören können oder nicht — von auherordent- licher Bedeutung sind, das wisien die Gegner brau- ßen alle; sie versuchen die deutsche Erhebung zu treffen, indem sie das «ußendeutschtum zu zer- schlagen suchen; sie wissen, daß sie dadurch die gesamtdeutsche Zukunft treffen. Die deutschen Dinge treiben ihrer Reife zu. „Unsere Revolution", so sagte Möller van den Bruck vor unaefähr zehn Jahren, „beginnt erst; sie, die als Aufstand heraufkam, der den Staat umwarf, beginnt mit einer Auferstehung, die in den Menschen geschieht. Sie ist der Durchbruch einer geänderten Geistesverfassung und der sie be- steitenoen Selbsterkenntnis — oder die Revolution st unser Untergang." Die Dolkwerdung der Deut- chen erfordert, daß wir uns, wir Binnendeutschc und wir Außendeutsche, in einem sehen; erfordert, daß die volkdeutsche Idee Erlebnis aller wird, die sich Deutsche nennen, und ihr handeln bestimmt. Wirtschaft. • Rheinische Metallwaren- und Ma- schinenfabrik, Düsseldorf. Einschließlich 0,09 (0,20) Mill. Mark Gewinnoortrag ergibt sich per 30. 6. 33 nach 2,04 (2,02) Mill. Mark Abschreibungen ein Reingewinn von 1 301 316 (389 276) Mark, aus dem 6 o. H. Dividende auf 20 Mill. Mark AK. verteilt werden sollen (i. D. nach Zuweisung von 300 000 Mark zum Reservefonds Dortrag des Restgewinns). GD. 28. 11. $ronffurter Börse. rNillagsbörse: fester. Frankfurt a. M., 27. Nov. Nach der uneinheitlichen Samstagsbörse konnte sich zum Wochenbeginn eine feste Tendenz durchsetzen, der die Kurse mit nur wenigen Ausnahmen folgten. Ws Hauptgrund für die günstige Stimmung ist wohl die weitere Entspannung der außenpolitischen Situation durch die gestrige deutsch-französische Annäherung zu nennen. Anderseits wirkten sich die Meldungen vorn gebesserten Geschäftsgang verschiedener Groß- unternehrnungen aus; hierauf dürfte der Gewinn von AEG. um 0,40 v. H. und der von Zellstoff Aschaffenburg um 2,75 v. H. zurückzuführen fein. IG. Farben eröffneten eine Kleinigkeit gedrückt, konnten sich aber bald erholen. Ein ausschließlich günstiges Bild boten die Montanaktien, die von 1 bis 1,50 o. H. gewannen, auch Tarifwerte lagen, allerdings nicht im selben Maße, fester. Einen Sondergewinn hatten Chade-Aktien mit + 6 Mark, ferner ist eine Besserung von Deutsche Erdöl um 2,13 v. H. besonders zu erwähnen. Schiffahrtswerte lagen auf den Rückgang am Samstag um 0,75 v. H. erholt. Im allgemeinen betrugen die durchschnittlichen Besserungen von 0,50 bis 1,25 v. H. Im Verlaufe setzte sich die Aufwärtsbewegung in verschärftem Tempo fort, wobei besonders die Kulisse großen Schneid an den Tag legte. Bei ziemlich lebhaften Umsätzen erfuhren die Kurse durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 o. H. Stärker befestigt waren erneut Montanaktien, so Deutsche Erdöl bis 106 (104,13), Harpener bis 85 (82,75 d. H), Klöckner bis 59 (57,25), Mannesmann 63 (60,25) und Stabsverein 35,25 (34), ferner u. a. IG. Farben 125 (123,50), Reichsbank 173,50 (171), AEG. bis 21,75 (20), Aschaffenburger Zell- stoss 31 (30), Siemens 141 (139,25). Am Kassa- markt war die Stimmung ebenfalls weiter de- festigt, eine Anzahl von Panieren notierte mangels entsprechenden Angebots geftridrn Geld, so u. a. G'br. Röder (Taxe zirka 42 v. H), Brauerei Eich- baum-Werger (64 bis 65k Schwächer laaen da- geicn Hoch 8- Tiefbau <95,90, — 2,25 v. H.) und Löwenbräu München (203, —2 v. H.k Der Rentenmarkt lag still, aber nicht unfreundlich, wenn auch Altbesitzanleihe 0,50 v. H. (90) unter Samstag einsetzten, aeroannen sie im 93er* laufe unter mehrfachen Schwankungen diesen Verlust doch zurück. Neubefitz waren mit 15,85 fest und 0 40 v. H. höher, schloss"n aöerhinas um 15 Pf. nl^briaer. Snäte R^ichsschuldbuchsord-'runaen laaen mit 92,50 bis 92.75 v. H. etwa (MO n. H. höher Don Industrie-Obligationen zoa-n Reichabahn-DA. um insgesamt 0,75 v. .f). auf 107/’S v. H an. dagegen gah-n 6 v H S*ahlverein-BonM 53.75 bis 53 bis 53 75 v. H. 1.25 v H. ab. S^hfanleihen Ia«en überwiegend fester, Mainzer 8175 (zuledt 79 65), 6 v. fi. Dolsaranleihe von Frankfurt v 26 64.50 (63k Der 93fanhhriefmarft zeiate keine stör- k»ren A^weichuno-'N, iedoch mellt solche von + 0 *>5 b’A 0 50 v. H s»e„ernnllch"'ne von 1°36 95 *>R (9' 50s, van 1037 01 50 (90k mn 10.38 67 25 (ft6?5 v. H.k Durchschnittskurs 94.80 (91.25 v. H.k ?f"afnnhsrenfen rohren nNn-ni-in etmn« aefr««f, besonders Ungarn mit + 0,75 bis 1 v. H. lagen fest. Die Ultimonachfrage nach Tagesgeld hielt an, der Satz von 3,25 o. H. blieb jedoch unverändert. Abenddörfe: lebhaft. Die Abendbörse zeigte an den Aktienmärkten, vor allem in Standardwerten, infolge der gemeldeten Festigkeit des Dollars, recht lebhaftes Geschäft und ganz überwiegend Kursgewinne von 0,25 bis 0,50 v. H., Siemens gewannen 1 o. H. Außer IG. Farben, die behauptet einsetzten, standen wieder die Montanpapiere im Vordergrund, ebenso einige Elektroaktien. Gelsenkirchen, Buderus, Harpener, Klöckner, Phönix und Mannesmann gewannen je 0,50 v. H., Gesfürel ebenfalls 0,50 v. H. Nordd. Lloyd konnten sich ebenfalls um 0,25 v. H. erhöhen, auch Reichsbank kamen 0,25 v. H. über Berliner Schluß zur Notiz. Für den Rentenmarkt zeigte sich zwar weniger Interesse, immerhin war auch hier die Stimmung durchaus freundlich. Späte Reichsschuldbuchforde- rungen lagen etwa 0,13 o. H. höher. Im Verlaufe setzten sich vielfach weitere Kursbesserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. durch. Das Geschäft blieb verhältnismäßig lebhaft. Renten lagen nach wie vor still. Deutsche Anleihen kamen schließlich nur knapp behauptet zur Notiz. Goldpfand- briefe, Kommunal-Obligationen sowie Stadt- und Staatsanleihen lagen gut behauptet. Im Auslandsrentenmarkt erhielt sich einige Nachfrage für Türken und Ungarn, auch Schweizer Bundesbahnanleihen waren gefragt und höher. U. a. notierten: Neu- besitzanleihe 15,75, Altbesihanleihe 90,50, Schutzgebietsanleihe 8,40, 6 v. H. Stahlverein 54,50, Reichsbahn-DA. 107,25, 4,50 v. H. Ungar. Staatsrenten von 1913 5,20, 4 o. H. Einheitsrumänen 3,20, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 122,50, Reichsbank 174, Commerzbank 47,50, DD« Bank 56,50, Dresdner Bank 59, Gelsenkirchen 53,75 bis 54,25, Harpener 85,25 bis 85,75, Klöckner 60 bis 59,50, Mannesmann 64 bis 63,75, Phönix 41,90 bis 42,50, Stahlverein 35.50, AKU. 36 bis 36,40. AEG. 21,75, Bekula 123 50, Daimler 33,90, Deutsche Linoleum 43.25 bis 43,50, Licht & Kraft 100 bis 100,25, IG. Farben 125 bis 125,50, Gesfürel 88.50 bis 89, Iunghans 30. Rütgerswerke 54,65, Siemens 143.50, Zellstoff Aschaffenburg 32, Hapag 11, Norddeutscher Lloyd 12. tyrnni!urtCi csimarkt. Frankfurt a. TL, 27. Nov. Auftrieb: Rinder insgesamt 1542 (gegen 1355 am letzten Montags- markt), darunter 365 Ochsen, 121 Bullen, 607 Kühe und 450 Färsen. Kälber 506 (458), Schafe 138 (151) und Schweine 3530 (3693). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 32, b) 28 bis 31, c) 25 bis 27, d) 23 bis 24. Bullen a) 29 bis 30, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25. Kühe a) 26 bis 28, b) 22 bis 25, c) 18 bis 21, d) 11 bis 17. Färsen a) 32 bis 33, b) 28 bis 31, c) 24 bis 27, d) 21 bis 23. Kälber a) 37 bis 39, b) 34 bis 36, c) 27 bis 33, d) 23 bis 26. Lämmer und Hammel nicht notiert. Schafe e) 26 bis 28, f) 23 bis 25, g) 20 bis 22. Schweine a) 49 bis 51, b) 48 bis 51, c) 47 bis 50, d) 45 bis 49, e) 42 bis 45, g) Sauen 42 bis 47. Im Preisoergleich zum letzten Montags- markt zogen Rinder 1 bis 2, Kälber 2 und Schafe 1 Mark an, während Schweine 2 bis 3 Mark nachließen. Marktverkauf: Rinder ruhig, Ueberftanb. Kälber langsam, Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine langsam, nahezu ausverkauft. Fleisch- großmarkt. Beschickung: 745 Viertel Rindfleisch, 17 ganze Kälber, 18 ganze Schafe, 286 Schw"ine- Dälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mk: Ochsen- und Rindfleisch I 46 bis 52, II 44 bis 50. Bullenfleisch 44 bis 50. Kuhfleisch II 32 bis 38, III 23 bis 28. Kalbfleisch 50 bis 68. Hammelfleisch 55 Oie Statistik des Laubfrosches. Eis., Frost- und Schneetage in Deutschland. Don Albin Michel. Eis- und Frosttage sind in der Wissenschaft vom Wetter nicht bas gleiche. Als Eistag ist ein Tag anzusehen, an dem das Thermometer den gangen Tag unter Null bleibt. An einem Frosttage dagegen sinkt die Temperatur nur zeitweise unter Null. Die Mindestzahl der Eistage im deutschen Tiefland verhält sich im Durchschnitt zur Höchstzahl wie 10 zu 57. Die geringste Zahl entfällt im Iah- resdurchschnitt auf Köln a. Rh. und Umgebung, die Hochslzahl mit 56,9 auf Margrabowa in Masuren. Im allgemeinen nimmt die Zahl der (Eistage vorn Westen nach dem Osten zu. Zeichnet man die Linien der einzelnen Eistagszahlen auf der Landkarte ein, fo zeigt sich bald, daß diese Linien oft in Schlangenlinien und mit großen Ausbuchtungen nach Osten oder auch nach dem Westen vom Norden zum Süden gehen. Dazwischen, in den Gebirgen, im Harz, in der Eifel, in Thüringen, Fichtelgebirge usw. lassen sich aber auch Linien mit besonderen — höheren — Eistagszahlen ziehen, die sich öfter beinahe wie Kreise ausnehmen. Nur drei Linien, die über der Provinz Ostpreußen liegen und die 40, 45 und 50 (Eistage anzeigen, nehmen in der Hauptsache eine nur etwas nach Westen abbiegende, aber sonst vorwiegend nordsüdliche Richtung an. Die Linie mit durchschnittlich 30 (Eistagen beginnt nördlich von Danzig an der Ostseeküste, bann geht sie in einer nach Norden ausgebogenen Linie bis Köslin und macht hier wieder eine nach Westen gerichtete Biegung bis Landsberg a. b. Warthe. Don dort aus zeigt fief) eine schleifenartige Ausbuchtung nach Osten, bte von der Stadt Pofen zurückgeht nach Frankfurt a. d. Oder. Dann windet sich diese Linie schlangenartig durch Schlesien. Die Linie mit den 25 Eistagen beginnt im Norden in der Nähe der Insel Rügen, sie geht dann eine Strecke beinahe südwestlich, macht östlich von Rostock eine kleine Ausbuchtung nach dem Westen zu und läuft von Dresden fast genau südlich. Dort springt sie westlich vor bis Leipzig, geht bann südwestlich und wieder nördlich bis Halle a. d. Saale, dann weiter in Schlangenlinien und großen Ausbuchtungen nach »Süden, Westen und wieder Osten durch Thüringen, Bayern, Württemberg und Baden. Die Linie mit durchschnittlich 15 Eistagen nimmt in Deutschland ihren Anfang an der Grenze Hollands, geht nach Münster, macht dort bis südlich von Bielefeld eine Ausbuchtung nach dem Osten und läuft in einer südwestlichen Richtung bis Koblenz. Dann zieht sich diese Linie weiter über Trier nach Straßburg im Elsaß. Eine Linie von durchschnittlich nur 15 (Eistagen zieht sich außerdem noch an der Küste der Nordsee unter Norderney hin, die auf Helgoland mit 14 (Eistagen ausläuft. Die meisten (Eistage bringen stets der Dezember und der Januar. Dabei ergeben sich ähnlich geformte Linien wie bei den Eistagen des ganzen Jahres. Königsberg in Ostpreußen hat im Dezemoer durchschnittlich 10,4 (Eistage, im Januar durchschnittlich 13, Köln a. Rh. dagegen nur 3L im Dezember und 4,4 im Januar. Verhältnismäßig nicht ja groß wie der Unterschied zwischen niedrigster und höchster Eistagszahl ist der Unterschied zwischen der niedrig, sten und der höchsten Zahl der F r o st t a g e. Doch auch hier stehen sich im deutschen Tiefland wieder Rheinland und Masurenland gegenüber. Köln a. Rh. hai im Jahresdurchschnitt 50 Frosttage, Margra« dowa in Masuren aber 145 Frosttage. Recht verschieden ist auch die Durchschnittszahl der Tage, an denen in Deutschland Schnee fallt Verhältnismäßig am müßten ist bei uns die Boden- stäche, auf die im Jahre an 30 bis 40 Tagen Schnee fällt. Diese Fläche umfaßt den grökhn Teil von Schleswig-Holstein, zieht sich die Oftfeefjite entlang bis gegen Stolpmünde und geht dann tn einer südwestlich gehaltenen Richtung bis nach Dresden. Dort wendet sich diese Linie westwärts über Erfurt, Eisenach und schließlich keilartig nach Süddeutschland bis südlich von Stuttgart, diese Stadt jedoch nicht mit cinbeziehend. Oestlich dieser Linie ist die Durchschnittszahl der Schneetage, nur noch abgesehen von einer Strecke an der Donau, überall hoher. An der gesamten weiteren Ostseck ifte entlang bis über Königsberg und Memel hinaus muß im Durchschnitt mit 40 bis 50 Schneetagen gerechnet werden, ebenso auch in weiten Strecken Des östlichen Binnenlandes bis hinunter nach Ratibor. Auch in Thüringen und in Süddeutschland gibt es große zusammenhängende Strecken mit jährlich 40 bis 50 Schneetagen. Der Srößte Teil von Ostpreußen und die schlesischen iebirgsgebiete dagegen müssen mit 50 bis 60 Schneetagen rechnen. Das Gleiche gilt für das Fichtelgebirge, für das obere Erzgebirge, für den Schwarzwald und noch für andere Gebirge Deutschland hat aber auch Gebiete, in denen löhrlich im Durchschnitt nur an 20 bis 30 Tagen Schnee fällt. Dieses Gebiet beginnt in Schleswig-Holstein, westlich von Flensburg, geht dann, schmäler werdend, an der Nordseeküste entlang und überschneidet tjc Elbemündung. Südlich der Elbemündung breitet sich dann dieses Gebiet nach Westen und Osten aus. Es umfaßt ganz Oldenburg, das Gebiet Bremens, die Lüneburger Heide, die Städte Hannover und M'ii- den und geht über- Westfalen zum Rhein hinüber. Fast das gesamte linksrheinische Gebiet gehört zu dieser Zone geringen Schneefalls, aber auch noch Strecken am rechten Ufer des Rheins und an den Ufern des Mains und des Neckars müssen dazu gerechnet werden. Im deutschen Hügel- und Flachland dauert die Periode, in der Schnee fällt, im Durchschnitt fünf Monate, in klimatisch begünstigten Teilen von Südwestdeutschland nur drei Monate. Daher liegen auch die läge, an denen im Durchschnitt der erste und der letzte Schnee fällt, in den verschiedenen Gegenden ziemlich weit auseinander. bis 60. Schweinefleisch I 64 bis 70. Geschäftsgang des Fleifchgrohmarktes: ruhig. irrmiifuncr Wc.rci&ebörfe. Frankfurt a. TL, 27. Nov. Die Stimmung am Oetreibegroßmarlt war mit Ausnahme von Weizen und Weizenmehlen fester, besonders Roggen mar bei knappem Angebot gesucht, und auch Hafer zog weiter im Preise an. Roggenmehl war um 25 bis 50 Pf. teurer, ferner lagen Futtermittel infolge des andauernd knappen Offertenmaterials wieder fest. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 193,50 bis 194, Roggen 167,50 bis 168,50, Braugerste 181 bis 183,50, Hafer 142,50 bis 145, Weizenmehl Spez. 0 mit Auslandsweizen 28,75 bis 29,63, do. ohne 27,25 bis 28,15, Roggenmehl 0 bis 60proz. 23,50 bis 24, do. füdd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,75 bis 10,85, Roggenkleie 10,35 bis 10,60, Soya- schrot 15 bis 15,40, Palmkuchen 15,50, Erdnuß- kuchen 16,55 bis 16,90, Treber 17, Heu 6 bis 6,20, Weizen- und Roggensttoh drahtgepreßt 2,10 bis 2,25, do. gebündelt 1,60 bis 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,40 bis 2,45 Mark (unverändert) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. '•Mannheimer (Getreidebörse Mannhei m 27. Nov. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,70 bis 19,90 RM., per November Bezirk 9 18 90, Bezirk 10 19,10, Bezirk 11 19,40; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,75 bis 17, per November Bezirk 9 15,90, Bezirk 8 15 60; Hafer (inländischer) 14,25; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste 16,75; Tiais (im Sack) 19 bis 19,25; Erdnußkuchen (prompt) 16,50 bis 16,75; Sojaschrot (prompt) 14,75; Rapskuchen 13,25 bis 13,75; Palmkuchen 15 bis 15,25; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17, Biertreber (mit Sack) 16,75; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6 bis 6,20; Rotkleeheu 6,20 bis 6,60; Luzemekleeheu 7 bis 7,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2, Hafer-Geiste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per November 29 40, per Dezember 29,55, per Januar 29,70; Weizenmehl (ept- zial 0, aus Jnlandweizen) per November 27,90, per Dezember 28,05, per Januar 28,20; Rosgen- mehl (70 60 v. H , norddeutsches, prompt) 22,50 bis 23,75; Roggenmehl (pfälzisches und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25; Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,25 bis 10,50, (grobe, mit Sack) 10.75 bis 11; Roggenkleie 10 bis 10,75; Weizenfuttermchl 11 50 bis 11,75; Roggenfuttermehl 10 50 bis 12,75; Weizennachmehl 15,25 bis 16 25 Mark. — 'Tendenz: stetig. Futtermittel fest. Preise für Weizen und Roggen etwas erhöht. Gerste, Hafer und Mehl un- verändert. Mainzer Schwcincmarkt. Mainz, 27.Tod. Austrieb: 844 Stück. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: b) vollst, von zirka 120 bis 150 kg 51 bis 53, c) vollst, von zirka 100 bis 120 kg 50 bis 52, d) vollst, von zirka 80 bis 100 kg 49 bis 51. Marktverkauf: ruhig, kleiner Ueberftanb. _____________________________ epi Den her :Hc* hon. 11 30 hie 12 30 Uhi 16 bis 17 Ubc Samstag aodimllfao qrldüoflcn Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt deichlotzenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o f) Lombardzinsfuß 5 v H 'Tflnr Ul VI tftr fort vbend- b»r|t C**lu>- hir« nitfaa- bflrte Ootum 25.it. 27-II. 25.11. 27-11. •% «ftitHonlrllx o ,«? 92.25 92.25 92.65 93.13 •% fbcni.T», Tl WeldlMnl. v 1929 100.13 99.75 99.9 99.9 TJounQ-änteUx oon 1930 91 , 91 91 91 t'eutld'e 1nl..«bl0t..LLitid mü Wutiol .»iechlen 90,5 90.5 90.75 tttgl. ebne WutioL.tReditf 15.5 15.75 — 15.8 •% ebem.»% Hell. Soltltiaat 1929 (tüdiaDlb ioj%) 91,75 91.75 91.5 92 <% Mi l'ant*«banl Torrn (lobt •olD R. 12 91 91 91 L’anDet-tDDoibeten. bank TarmftaBi titnul 90 89.5 Cberbehrn Hrootni-ÄnlellH mit .iNrcbitn 87 ®eui|cte fromm nk»vkau.-O»sIbpfr 91.25 _ •% rtfm. 8% Pr vandetvtan^ brtrfanfhlt, tfon »triefe « 19 91,5 92 91.75 92 •% ebem 7% Pr Vanvetpfand- briejanktaU, IMani'bnefe W 10 91,5 92 91.75 92 Clturrautfd) fltrrrd>nun I91C 4.1 4.25 5,1 4.2 5 4S . bt*al. von 1913 5,2 1.25 5.2 •% abflch. Hoibmentanrr von 91 6 6.5 1 6.75 4% lürftld* Äollanleibe vo» 1911 4% türttid* S^dadLacn-aniribt 4,1 5.05 4,9 5.05 e#d< 1 .............. ** 4 8 1 5 tran'-ur a Berlin edjlufl» kurs irdiiuii . ttbenb- bfln Schu» rur« fcMIUtzk vtt iaa- c-ör e tum 25-11. 27-11- 25U. 27-11- <% oetai. Sme II 4.9 5.05 5.1 — 6% Siumdn oeretnb. Renke v. 1903 1.65 3.75 3.75 3.8 4^,%Stumün.oereinb.9ienkeo.lfllS 6 6.25 6 6.9 4°o flcurndnllrte Dercinb. 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