Nr. 279 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 28. November (933 Aus der Provinzialhaupistadl Gesallenen-Senkmal im oberheUchen Wald Das Gefallenen-Denkmal von Hirzenhain (Oberhessen). Än^^Äe betraut. Aber er kehrte von diesem wallend weißem Bart, einen Karpfen von der Spitze L)ien twea nicht mehr mnirf orf<+iton hör o-; j,,. ,_______. tr , , • o Neue Geschichtchen vom König Eduard. Eö ist nicht alles Gold, was glänzt. Einmal richtete der Haarkünstler, während die i. Schere klapperte, respektvoll die Frage an Hinden- ■ bürg, ob er schon wisse, daß der alte Oberhegemeister r I Ammon, ein im Dienst ergrauter Forstmann mit huscht, ich habe" nichts ge- I irren", sagen sie. härt. Wahrend eines andern Pariser Besuches l . Das überaus lebendige Bild König Eduards von England, das Andre M a r o i s in seinem demnächst auch deutsch erscheinenden Buch „König Eduard und seine Zeit" zeichnet, wird durch eine Fülle lustiger Geschichten untermalt. Bekanntlich hatte Eduard eine große Vorliebe für das Pariser Leben, und diese zeigte sich schon bei dem Knaben. Als seine Eltern 1855 Napoleon III. einen offiziellen Besuch abstatteten, fiel der kleine Eduard durch sein zutrauliches und temperamentvolles Wesen auf. „Sie haben wirklich ein hübsches Land", sagte er zu dem Kaiser. „Ich möchte wohl Ihr Sohn sein." Spater wurde der Prinz von Wales in der Pariser Lebewelt tonangebend und damit in der ganzen guten Gesellschaft. Er schuf neue Moden auf vielen Gebieten vom Hut bis zum Handschlag. So soll die Mode, mit an den Körper gewinkeltem Arm die Hand zu reichen, darauf zurückgehen, daß Eduard 1895, als er Rheumatismus in der Schulter hatte, notgedrungen diese Form der Begrüßung wählte. Als er als König seinen ersten Staatsbesuch in Paris machte, wollte die Comedie Francaise als Festvorstellung den „Misanthropen" von Moliöre auffuhren. „Nicht doch", wehrte der König ab, „ich habe den Misanthropen" schon mindestens ein Dutzend Mal gesehen. Sie müssen mich nicht wie den Schah von Persien behandeln. Zeigen Sie mir ein neues Stück." Die England-Feindschaft war da- mals in Frankreich noch so groß, daß beim Eintritt des Königs in "feine Loge gezischt wurde. Der Chef des Protokolls Crozier war am nächsten Morgen sehr nervös, als er den Herrscher nach seinen Eindrücken fragte. „Mir war es so, wie wenn ich Zischen gehört hätte", sagte Eduard, „aber nein. Aber wer ist Marie-Louise Martin? Ist es die- selbe, die den Engländer am Wannsee In Berlin betörte und den Finnen in die Bars von Helsinasors begleitete? -pf. hatte er sich gerade für das Theate? angekleidet, als die Nachricht vom Tode eines Verwandten eintraf. Seine Begleiter wechselten enttäuschte Blicke, denn der Abendausgang schien gefährdet. Einer fragte: „Was sollen wir tun?" Der Prinz dachte einen Moment nach und löste das Problem: „Wir nehmen schwarze Knöpfe und gehen doch." Bei der Krönungsfeier war die Königin Alexandra wie häufig unpünktlich. Eduard wartete einige Minuten, dann ging er und klopfte heftig an ihre Tur: „Alexandra!" rief er drohend, „wenn du nicht sofort kommst, wirst du überhaupt nicht gekrönt!" Eduard hatte ein vorzügliches Gedächtnis für Ge- lichter. Als er einmal überraschend Freunde in Paris besuchte, wurde er von einem Diener an der Tür aufgehalten, der nach seinem Namen fragte. „Kennen Sie mich nicht?" fragte Eduard. „Nein", antwortete der Diener. „Ich kenne Sie aber genau", erwiderte der Prinz. „Im vergangenen Jahr waren Sie dritter Lakai bei der Herzogin von Manchester." Eine Goldjagd in dem Neuyorker Bronx-Viertel in dessen winkligen und armseligen Gassen man alles andere als Schätze vermuten sollte, ist durch einen tragikomischen Zufall entfesselt worden Als ein gewisser Weise im Hinterhof des Hauses, in Dem er wohnte, einen Petroleumtank anbrinqen ließ fand seine Frau einige glitzernde Stückchen, Die fie den Nachbarn zeigte. Einige Drogisten und Zahnarzte aus der Umgegend, ja sogar der Juwe- lier von der Ecke versicherten übereinstimmend, daß der gestmdene Stoff „unzweifelhaft Gold" sei. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Innerhalb von 24 Stunden war alles in der Bronx in Aufregung, schwelgte in einem Goldrausch und ging auf die Goldsuche. Die einzigen „Felder", die sich basur darboten, waren die Hinterhöfe der Hauser, und diese wurden nun die Schauplätze fieberhafter Tätigkeit bei Tag und bei Nacht. Die Weises rour- Den von Leuten bestürmt, die Anteile an ihrem 9ln.®v0’ erwerben wollten. Aber dann kam die Ernüchterung. Die Steinchen, die mit ihrem hellen (Slanj so großes Aufsehen gemacht hatten, wurden einem Geologen der Neuyorker Universität, Dr. Daniel O'Connell, unterbreitet, der nach genauer Untersuchung erklärte, es handele sich um einen gclbglänzenden Magnesiumglimmer, eine Art Katzengold. Damit zerrann der Spuk. Die Bewohner der Bronx hörten auf, in Blumenbeeten und Abfallhaufen nach gelben Stückchen zu graben, unb nur Weises sind noch nicht ganz überzeugt. „Dieses Dr. O'Connell weiß auch nicht alles und kann sich Dienstweg nicht mehr zurück. Da erschien der sowjet- russische Gesandte im Generalstabsgebäude und be- kündete, daß Penttikainen die Grenze überschritten habe und auf russischem Gebiet verhaftet sei. Ge- rächte kamen auf, Penttikainen habe wichtige militärische Dokumente mit über die Grenze genommen, er habe einen Schwager, der in der Roten Armee einen hohen Kommandoposten bekleide, ja, Penttikainen selbst sei Kommunist gewesen. Der General- stab suchte zu beschwichtigen, erklärte den Leutnant für geistesgestört, und überhaupt habe er keine wich- iigen Papiere bei sich gehabt. Aber es gibt Zeugen, die den finnischen Offizier in der Gesellschaft einer schönen und eleganten Frau gesehen haben wollen. Auch soll er durch außergewöhnliche Geldausgaben ausgefallen fein. Wie dem auch sei — der Stab ist über ihn gebrochen. Er ist für die Oeffentlichkeit in Finnland heute ein Spion. Zweimal Mane-Louise. Ein rätselhafter Spionagefal!. Im Tower in London sitzt seit einiger Zeit der elegante Leutnant Baillie Stewart vom feudalen schottischen Hochländerregiment in seiner Zelle — und schweigt. Vor wenigen Wochen verschwand der finnische Leutnant Paavo Penttikainen aus dem Großen Generalstab bei einer kleineren und belanglosen Dienstreise spurlos über die russische Grenze. Und in Helsingfors selbst verhaftete man dieser Tage im Zusammenhang mit der „Spionage- ossäre Penttikainen" eine junge und bildschöne Frau, die sich als die Witwe eines amerikanischen Diplomaten ausgab, der ehemals im Baltikum einen Konsulatsposten bekleidet habe. Inzwischen hot sich aber bereits die Witwe des früheren Äon- fofutsbeamten Martin, Frau Marie-Louise Martin, in einer mittelamerikanischen Stadt gemeldet. Die Papiere der Verhafteten sind also zweifellos «. Wer ist sie? Sie bestreitet nachdrücklichst, ttnant Penttikainen überhaupt gekannt zu haben. Wer ist sie — ist sie es? Ist sie auch die große „Unbekannte", die in dem Hochverratsprozeß gegen den britischen Leutnant eine bedeutsame Rolle spielte? Marie-Louise sitzt vor dem verneh- wenden Beamten im Polizeipräsidium in Heising- fors — und auch sie schweigt. Das ist der Tatbestand, der Sachverhalt, der Wortlaut der P-otokolle, aber hinter diesen Dingen verbergen sich Menschenschicksale. Der junge Leutnant Stewart machte eine Urlaubsreife, und dabei kam er auch nach Berlin. Es war Sommer und sehr heiß. Wenn es Sommer in Berlin ist und sehr heiß, bann fährt man nach Wannsee. Auch Leutnant Stewart fuhr an den Strand nach Wann- fee. Und dort lernte er Marie-Louise kennen — wenn sie es war?! A er Leutnant Stewart, dem man den Hochverratsprozeß machte, den das Kriegsgericht der Spionage für überführt hielt, der feine Ehre und feine Stellung verlor, fein Vaterland, feine Zukunft, den man zu schwerem Kerker verurteilte — JRunö um den Parkplatz, Eine Stange mit weißem Schild und einem leuchtendroten „P" Darauf — Das gibt dem Automobilisten die behördliche Erlaubnis, an dieser Stelle seinen Wagen parken zu können. Wie Die Freiheitsstatue im Neuyorker Hafen winkt die Scheib« in Das bewegte Meer Des Verkehrs, und ohne Sorge vor Den Klippen polizeilicher Vorschriften können im Bannkreis des roten Buchstabens Die Vehikel vom Achtzylinder bis zum Chausseefloh vor Anker gehen. Da stehen sie nun und ruhen ihre müden Kolben aus, wahrend Der Beherrscher all ihrer technischen Komplikationen ins Geschäft oder ins Cafe eilt Einkäufe oder Besuche macht. Vor dem gewichtigen Notizbuch des patroullierenden Schupo weiß der Entschwundene seinen benzinduftenden Liebling sicher. Indes kann er nichts gegen eine andere Instanz ausrichten, die, durchaus privater Natur, allerdings nicht mit Dem Schwert des Strafmandats, Dafür aber mit dem geschliffenen Degen einer gegebenenfalls vernichtenden Kritik gegürtet ist. UnD diese Instanz ist Das Publikum, welches am Parkplatz genug Muße hat, den mannigfachen Fortbewegungsmitteln auf Den verchromten Zahn zu fühlen. Ohnmächttg und mit angezogenen Bremsen muß jetzt Die im Dahinbrausen so hoheitsvolle Limousine Die Bemerkung „Ooch, hier ist ja unten schon Der Lack abgeplatzt" hinunterschlucken, und Der sonst so flin/e Kleinwagen kann Der zärtlichen Titulie- rung „Kinderwagen mit Fehlzündung" nicht ent- rcUen. Gin ehrwürdiger, langgedienter Veteran der Motorisierung, der seiner ergrauten Karosserie ein Mußestündchen gönnt, versucht den Ausruf „Ach, ein Rennwagen mit Bart!" vergebens zu ignorieren, und das führerscheinfreie Motorrad hat der interessierten Frage zweier Pennäler „Ist das nu ein Fahrrad ober ein Jungmädchenroller?" nicht Den kleinsten RaDcm enlgegenzusetzen. Jedoch im Negativen erschöpft sich kein Begebnis dieser Welt. Und wer Da stolz aus seinem Achtzylinder neuester Konstruktion steigt und lässigen Ganges entschreitet, weiß sein Kabriolet nicht nur dem Schutz Der runden Scheibe, sondern auch der Bewunderung der Menge anheimgegeben. Da stehen sie denn, die sand- und refebafarbenen, die blauen und roten Stahlprodukte eines technischen Märchentraumes, Zielscheibe sehnsüchtiger Gedanken, und spiegeln die begehrenden Blicke der Passanten hoheitsvoll in ihrem Lack. „In solch einem Wagen werde ich dich noch einmal spazierenfahren!" sagt „Er" mit großer Entschiedenheit und „Sie" bemüht sich, den gläubigen Optimismus der liebenden Frau mit den offenkundigen Finanzverhältnissen des Bräutigams in Einklang zu bringen. Und ein Höhepunkt sich selbst be- zwingender Lebenskunst wird offenbar, als aus einem Kreis junger Burschen, die einen schimmernden Hundertpferdigen stumm betrachten, Der lässig hingeworfene Ausruf ertönt: „Ich loofe lieber!" ... Die Kleinwagen aber, wenn auch hin unb wieder mit lieblosen Witzen bedacht, bilden doch bas am häufigsten diskutierte Thema ber Passanten. „Also, wenn ich von meinem Gehalt jeden Monat dreißig Mark zurücklege, und Onkel Erwin mir fünfhundert Mark vorstreckt ..." — „Männe, meinst du nicht, daß wir an Schuhsohlen sparen könnten, wenn wir ..." — „Vati, kann ich nicht vielleicht zum Geburtstag, wenn ich ganz brav bin ..." Sv ist Das weiß-rote Schild ein Signal, innig gehegte Wünsche mit der Macht ungeahnter Beredsamkeit zu offenbaren. Zwischen Ballonreifen und funkelnden Kühlern aber krabbeln kleine Steppkes herum, sind von einer unwahrscheinlichen Sachkenntnis erfüllt und bebat- tieren über Kompressoren unb Karosserietypen mit kühler Gelassenheit. Sie äußern keinerlei Wünsche. Für sie ist es einfach eine Selbstverftänblichkeit, ber» Ammon schießt einen Karpfen vom Baum. Von Georg Zivier. Hindenburg hielt sich während des Krieges, als Chef der Obersten Heeresleitung, viele Monate lang in Pleß, dem durch seine Lage in dichten wildreichen Wäldern berühmten Sitze der Fürsten von Pleß auf. Es gibt dort bis heute noch äußerst seltenes Rotwild und bis zur Nachkriegszeit beherberg, ten die bei Pleß gelegenen Jankowitzer Forsten sogar ein stattliches Rudel Wisente: zottiges schwor- zes Büffelwild mit kleinem Kinnbart und großen dunklen Augen. Hindenburg, wie man weiß, ein passionierter Jäger, sand als Chef der Obersten Heeresleitung zwar nur in ganz seltenen Fällen Zeit, sein geliebtes Waidwerk auszuüben, er hatte es aber gern, wenn man ihn gelegentlich mit Berichten über waid- männische Vorkommnisse unterhielt. Das wußte der Friseur D., der allwöchentlich beim Feldmarschall zum Haarschneiden anzutreten hatte, und er versäumte es nie, dem Heerführer die Zeit, die seine Arbeit beanspruchte, durch ein paar interessante Jagdgeschichten zu verkürzen. einer Fichte heruntergeschossen hätte. Lachend verbat sich Hindenburg solches „Latein". Aber der Friseur schwor, daß sich der Vorfall wirklich und wahrhaftig zugetragen habe. Der alte Dberljegemeifter so berichtete er, habe nämlich einmal bei einem Gang durchs Revier auf einer Fichtenspitze einen Fischadler gesehen. Sofort riß der alte Grünrock die mit Schrot geladene Doppelflinte an die Wange und gab zwei Schuß auf den seltenen Raubvogel ab — mit dem Erfolg, daß unmittelbar darauf ein von vielen Schrotkörnern durchbohrter Karpfen — die Beute des Fischadlers — zu feinen Füßen lag, während der Adler die Schwingen hob und unversehrt entschwebte. Das ist die Geschichte vom Karpfen, den der Oberhegemeister Ammon vom Baum herunterschoh. # Hirzenhain, 27. Nov. Nach Jahren mühevoller Arbeit ist es dem Kriegerverein gelungen, seinen im Kampf für ihr Vaterland gefallenen Kameraden eine Gedächtnis st ätte zu errichten, die für manche Dorfgemeinde insofern vorbildlich sein kann, als aus dieser Anlage erficht- lich ist, daß man auch mit geringen Mitteln etwas Würdiges und dem ländlichen Charakter Angepaß- tes schaffen kann. In einem an der Ufenborner Straße gelegenen Fichtenhain, mit Blick auf das im Tal liegende Dorf, erhebt sich ein Basalt- finöling, der auf der Vorderseite die Bronze- schrift „Für Euch", das Eiserne Kreuz und das > Hakenkreuz trägt. Die Aufteilung und die gärtne- I rische Gestaltung wurde nach einem Plan des Gartenbauarchitekten S ch w a r z - Gießen mit Kameradenhilfe durchgeführt. Auch am gestrigen To- tenfonntag versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins wieder an dieser Stätte, um ihrer toten Kameraden zu gedenken. Vereinsführer Stein ermahnte in seiner Ansprache, getreue Vollstrecker des Willens der Gefallenen zu sein und forderte auf, Mann für Mann am Aufbau des neuen Deutschlands mitzuarbeiten. Zur Feier des Tages wehten am Flaggenmast die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne auf Halbmast. Bis spät in die Nacht hinein brannte eine Loderschale. Landesfunkwartetreffen in Sranffurf a. M. am 1. und 2. Dezember fällt aus. Der Gaufunkwart des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, bittet uns mitzuteilen, daß der für 1. unb 2. Dezember vorgesehene Besuch des Reichs- fendeleiters Hadamovsky im Sendebezirk des Subwestfunks verschoben worden ist. Daher müssen die für 1. und 2. Dezember in Frankfurt a. M. geplanten Veranstaltungen (öffentliche Rundfunkkund- gebung am 1. Dezember und Landesfunkwartetreffen am 2. Dezember) ebenfalls ausfallen. Neue Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben. Tanzgastspiel Mathilde Buhr und Joachim v. Seewitz. Aus dem Stadttheater-Büro wird uns geschrieben:. Die Intendanz des Stadttheaters hat für Mon- tag, 4. Dezember, das bekannte Tanzpaar Mathilde B u h r und Joachim v o n S e e w i tz zu einem einmaligen Tanzgastspiel verpflichtet. Das Programm Des Abends bringt „Phantastische Tänze". Unter den in letzter Zeit so üppig emporgeschossenen Sternen ber Tanzkunst finb bie beiben Künstler wirklich zu zählen. Mathilde Buhr unb Seewih gehören zu ben wenigen Tänzern, bie sich ber Sonberstellung ihrer Kunst überhaupt bewußt finb, bie wissen, baß mehr als Temperament unb ein bißchen Technik dazu gehören, um aus bem Tanz ein Kunstwerk zu machen. Ein künstlerischer Genuß in ben Tanz» barbietungen eines Seewitz unb einer Mathilbe Buhr. Grazie, Ausbruck unb Gewänber! Ein ästhetischer Genuß seltener Art für bas kunftgeschulte und bas Auge bes Laien. Das Tanzgastspiel finbet unter Mitwirkung bes Stabttheater-Orchesters statt, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j 6. Das Gastspiel ist außer Abonnement unb zu Preisen von 0,30 bis 1,50 Mk. Spielbauer von 20 bis 22 Uhr. Die Kriegsopfer gedenken der gefallenen Kameraden. Am Totensonntag versammelten sich bie Mitglieder ber Ortsgruppe Gießen ber Rat.» So z. Kriegsopferversorgung unter Fäh» rung ihres Obmannes, Karnerab Moll, um auf dem Ehrenfriebhof eine schlichte Gebenkfeier für bie gefallenen Karneraben abzuhalten. Nach Nieber« legung eines Kranzes in ben Farben bes neuen Deutschlanb hielt ber Obmann eine bem Sinn des Tages entsprechend Ansprache, wobei er betonte, daß bie Kriegsopfer nun wüßten, baß ihre Opfer nicht umsonst gebracht seien, wie es 14 Jahre lang ben Anschein gehabt hätte, nachbem ihr Front» karnerab Aböls Hitler bas neue Deutschlanb geschaffen habe, unb er nunmehr ben Kriegsopfern, die ihr Bestes bem Vaterlanb gegeben, ben Platz ber ihnen gebühre, eingeräumt werbe. Die über- (ebenben Opfer bes Krieges unb bie Witwen und I Waisen ber gefallenen Helben könnten im neuen Vaterlanbe mit Vertrauen in bie Zukunft blicken. Der Rebner gebuchte auch ber im Kampfe um bio er sitzt in seiner Zelle unb schweigt. Unb ber Finne? Paavo Penttikainen war ber Sohn eines armen Bauern. Er erlernte ursprünglich ein Hanbwerk, ging bann aber sehr halb zur Armee. Zäher Fleiß unb eine ungewöhnliche Begabung brachten ihn schnell vorwärts. Er wurde Unteroffizier, ber Stolz feiner Vorgesetzten, bie ihn balb mit befonberen Aufgaben bebachten unb ihn zum Militärphotographen ausbilbeten. Vor Jahresfrist würbe er zum Leutnant fceförbert. Die Presse feierte ihn, man erwartete allerseits neue Erfolge unb verdienstvolle Taten. Penttikainen kam in schneller Folge zum Großen Ge- tteraljtab. Er wurde mit einer Sonderausgabe an Der maleinst ihre schnittigen Sportwagen unter bem roten „P" gelassen zu parken. H. C. v. M. Oer Stahlhelm als SA-Reserve I. Der Oberste SA.-Führer hat gemäß Dem Vorschlag ber Bunbesleitung bes Stahlhelms Befehle über Die vom Stahlhelm aufzustellenbe SA.-Re- feroe I erlassen, bie zur Zeit burchgeführt werben. Danach ist festgesetzt: 1. Die gebietsmäßige Gliederung Der SA.-Reserve L Der DberlanDesoerbanb entspricht Dem Bereich Der SA.-Obergruppe, der Landesverband dem Bereich der SA.-Gruppe, der Kreisverband (seither Gau) dem Bereich der SA.-Brigade. — Die Bezeichnung der weiteren Umgliederungen ist ebenso wie bei ber SA.: Standarte, Sturmbann, Sturm, Trupp, Schar: sedoch müssen sich die Untergliederungen van der Standarte einschließlich abwärts nicht unbedingt nach den entsprechenden Gebietsgrenzen ber S2L« Einheiten richten. 2. Dienststellenbezeichnung. Oberstlanbesführer, Oberlanbesführer, Landesführer, Kreisführer, Standartenführer, Obersturmbann, führer, Sturmbannführer, Sturmhauptführer, Ober- sturmführer, Sturmführer. 3. Stellenbesehung. Mit der Führung des Oberlandesverbandes V beauftragt wurde ber Oberlanbesführer von Neufville, mit ber Führung bes Lanbesverbanbes Thüringen ber Kreisführer Schaper. Zu Landesführern ernannt würben: Keßler für ben Landesverbanb Hessen, Thon für ben ßanbesoerbanb Westmark, Lensch für ben Lanbesverbanb Sübwest. Hiilcc-Zugend, Bann 116. Gießen, Jugendherberge, Asterweg. Sprechstunden der Bannführung. Bannführer: Rudolf Buß. Sprechstunden: nach Vereinbarung mit dem Adjutanten. Stellvertreter und Stabsführer: Carl Käppele. Sprechstunden: Montags, Mittwochs und Freitags von 16 bis 18 Uhr. Bannadjutant: Ernst Fischer. Sprechstunden: Montags und Donnerstags von 11 bis 12 Uhr Montag bis Freitag von 16 bis 17 Uhr. Abteilungleiter K (Kulturarbeit, Schulung, Funk): Walter Krömmelbein. Sprechstunden: Montags von 18.15 bis 19.15 Uhr unb Samstags von 16 bis 17 Uhr. Abteilungsleiter P (Propaganba, Presse, Film): Erharb Waag. Sprechstunben: Montag bis Frei- taa von 18 bis 18.30 Uhr. Abteilungsleiter I (Einsatz, Organisation, Ausbildung): Carl Käppele. Sprechstunben: Montags, Mittwochs unb Freitags von 16 bis 18 Uhr. Abteilungsleiter II (Personalamt): Alwin Rüf- ser. Sprechstunben: Mittwochs von 18.30 bis 19.30 Uhr. Abteilungsleiter III (Fürsorge, Jugenbrecht, Hy- giene, Arbeitsbienst): Otto Wahl. Sprechstunben: nach Vereinbarung mit bem Abteilungsleiter IV. Abteilungsleiter IV (Verwaltung, Ausrüstung, Kartei): Hermann 6 d) n e i b c r. Sprechstunben: täglich, außer Samstags, von 14 bis 18 Uhr. Für bie Richtigkeit: Abteilungsleiter K: Stabsführer: Walter Krömmelbein. gez.: Carl Käppele. AS-Lehrerbund, Gau Ausland. vetr.: Arbeitsgemeinschaft. Am fommenben Mittwoch um 17 Uhr spricht in ber Neuen Pestalozzischule (in ben Eichgärten) ber Unterzeichnete über „Erziehungsfragen bes Grenz- unb Auslanbbeutschtums". Gäste willkommen. gez.: H e n ß, (Sauobmann. 4 4 & J’ I f l Wiederaufri ihtung des Vaterlandes gefallenen braunen Kameraden, die gleichfalls auf dem Feld« der Ehre fielen, in demselben Geiste, in dem auch die feldgrauen Kameraden ihr Leben ließen für dos eine Ziel: für dos Vaterland. Mit dem deutschen Gruß, in einer Minute Schweigen verharrend, wurde Abschied von den toten Kameraden genommen. Reichsbahn-Dienst am Kunden. Die Winter-Urlaubstarten der Reichsbahn, die ab 1. Dezember erhältlich sind, bringen wesentliche Neuerungen. Es wird zum ersten Male im Personenverkehr von dem reinen Entfernungstarif zu gestaffelten Beförderungspreisen übergegangen. Diese Einrichtung findet man seit langer Zeit bei den italienischen und den schwedischen Eisenbahnen. Wie wir bereits berichteten, ist die Ermäßigung gestaffelt und beträgt bei (Entfernungen über 400 Kilometer sogar 30 bis 60 Prozent. Es wäre nun irrig, anzunehmen, daß bei einer (Entfernung von 900 Kilometer eine Ermäßigung von 50 Pro- ©enfe an Weihnachten schon heute und gib durch Aufträge Brot und Wärme deinen Boltsgenosfen! zent gewährt wird. Vielmehr ist es so, daß man für die ersten 400 Kilometer 20 Prozent, die folgenden 200 Kilometer 30 Prozent, die nächsten 200 Kilometer 40 Prozent und die restlichen 100 Kilometer 50 Prozent Ermäßigung erhalt. Erft die Strecken über 1000 Kilometer einfacher Entfernung werden mit 60 Prozent ermäßigt. Eine w/tere bedeutsame Neuerung besteht darin, daß man nicht mehr, wie bei den Sommer-Urlaubs- forten, hin und zurück denselben Weg benutzen muß. Gerade dies wurde bei den Urloubskarten sehr häufig recht unangenehm empfunden, und es ist erfreulich, daß die Wunsche des reisenden Publikums in dieser Beziehung ein williges Ohr bei der Reichsbahn gefunden haben. Man kann jetzt auf einem anderen Wege als bei der Hinfahrt zurückreisen; dieser Rückweg darf bis zu einem Drittel länger (ein als der Hinweg. Allerdings kann man diese Karten nicht bei den Bahnschaltern haben, sondern man muß sich mit seinen Sonderwünschen an ein Reisebüro wenden, das dann ein Fahrscheinheft ausstellen kann. Für Oberhessen kommt hier das Hapag-Reisebüro in Gießen in Betracht. * Ab Freitag, 1. Dezember, wird der Personen- zug 572 W, G r ü n b e r g ab 5.37 Uhr, Gießen an 6.18 Uhr, auch zum Einsteigen von Reisenden am Ucbergang Öidjer Straße freigeqeben. Der Zug trifft um 6.12 Uhr am Ucbergang Licher Straße ein und fährt um 6.13 Uhr ab. Ferner erhält der Personenzug 561 W, Gießen ab 18.53 Uhr, Burg- und Nieder-Gemün- d e n an 19.54 Uhr, vom gleichen Tage ab am Ucbergang Licher Straße einen Halt zum Ein- und Aussteigen. Ankunft am Ucbergang Licher Straße um 18.57 Uhr, Abfahrt 18.58 Uhr. Die an der Licher Straße zusteigenden Reisenden erhalten Fahrkarten durch das Zugpersonal. (Uicftcner Wochen Marktpreise. * Gießen, 28. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,35 bis 1,40 Mark, Kochbulter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 15, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 18, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Zwiebeln 8 bis 10 Pf., Meerrettich 25 bis 50 Pf., Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Ps., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 35 bis 60, Honig 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Ganse 60 bis 65, Blumenkohl, das «tück 25 bis 60, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. Taten für Dienstag, 28. November. 1887: Stabschef Röhm geboren; — 1898: der schweizerische Dichter Konrad Ferdinand Meyer in Kilchberg gestorben (geboren 1825); — 1914: Hindenburg wird Gcncralfelbmarichall — 1918: Abdankung des Kaisers Wilhelm II. ’-ltüi notigen. _ — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr „Der Strom“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Zeichen des Kreuzes“. — Turmhaus am Brand, 16 bis 1830 Uhr, Kunstausstellung — „Rotes Hakenkreuz“, Gaffe Leib, 20 Uhr, Jjcffentlidjc Kundgebung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 9. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Erstausführung des Schauspiels: „Der Strom“ von Ma^ Halbe. Spielleitung Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Ende: 22 Uhr. — Mittwoch, 29 November, 8. Vorstellung im Mittwoch-Abonnemenl: „U-Boot 116". Schauspiel von Karl Lerbs. Spielleitung: Kurt L ü p k e. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. » • • Von der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteih Der Prosessor an der Hochschule für Lehrerbildung in Frankfurt a. M, Dr. Gerhard Pfähler, hot einen Rus auf den ordentlichen Lehrstuhl jur Psychologie und Pädagogik an unserer Universum erhalten. • * Silberne Hochzeit. Postassistent Adam R i tz und Ehesrau Elisabeth, geb. Reyschmidt, Hille- brandstrahe 14, feiern am heutigen Dienstag, 28. Nov., das Fest ber Silbernen Hochzeit. • • Eine öffentliche Kundgebung des „Roten Hakenkreuzes“ findet heute, Dienstag, um 20 Uhr beginnend, Im Saale des Gaffe Lech statt. Auf di« Veranstaltung sei besonders hin- gewiesen. • • Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Allertshausen—Londorf ist wieder aufgehoben. •* Für den Reichsbahn-Sonderzug nach Oberammergau und Ettal vom 25. Dezember bis 4. Januar erhält man Prospekte und Auskunst auch bei den Fahrkartenausgaben Dort werden auch Anmeldungen ent- ng vor einem betrügerischen Heilkundigen. 3n Frankfurt a. M und engeren und weiteren Umgegend tritt zur Zeit ein betrügerischer Heilkundiger auf, ber stch D gegengenommen *• Warnu Duchenthal nennt Der Betrüger gibt vor Homoopach zu fern und lerne Kundschaft nur auf Empsehlung auszusuchen. In der Regel nennt er auch bekannte Namen der von chm Ausgesuchtem Er läßt sich die Krankheit erklären und auch zeigen. Der angebl.che Buchenthal verordnet so- dann homöopathische Heilmittel und fertigt den Leuten einen Garantieschein aus, daß nach zwei Monaten bet Anwendung der verschriebenen Hell- mittel die Krankheit behoben set Buchenthal ver- langt dann in jedem Falle eine entsprechende An- zahlung, während der Rest mit den Medikamenten öurd) Nachnahme erhoben werde. Buchenchal hat sich nie wieder sehen lassen, und eine Lieferung der Medikamente ist in keinem Falle erfolgt Wie festgestellt wurde, hat der angebliche Buchenthal seine Betrügereien in zahlreichen Fällen durch- geführt " Schneewetter- und Wintersportdienst im Südwestsunt 2m Interesse der deutschen Wintersportplätze und Wintersportgebiete, sowie im Interesse des Wintersports überhaupt, wird der Südwestfunk vorn 2. Dezember ab regelmäßig vormittags 8.15 Uhr einen Schneewetter, und Wintersportbericht über die Sender Frankfurt, Freiburg, Kassel und Trier geben. In diesem Wintersportwetterbericht werden die Gebiete Schwarzwald, Taunus, Vogelsberg, Sauerland und Hunsrück berücksichtigt. MnlechWwerk 1933/34 Stadtgebiet Gießen. Die Zuweisung der Spenden an Lebensmitteln (Brot, Fleisch, Wurst- und Kolonialwaren) an die Hilfsbedürftigen erfolgt in diesen Taaen. Hierbei ergibt sich notwendigerweise eine Maßnahme, die den Bäckerei- und Metzgerei- Betrieben Veranlassung zu einer irrtümlichen Beurteilung über die abzuholenden Warenmengen geben könnte, weil bei den wöchentlichen und monatlichen Spenden an Brot, Fleisch und Wurst auch auf die Monate Oktober und November zurückge- griffen werden muß, um möglichst viele Hilfsbedürftige zu berücksichtigen. Ich bitte diese Maßnahme nicht dadurch zu er- schweren, daß Sie die Spendenempfänger abweisen. Hell Hitler? gez.: Kloß, Kreiswaller der NSV. AS-DottSwohllahrt Gießen-Süd. 1. Winterhilfswerk 1933/34. Alle Amtswalter der NSV. haben am Dienstag, 28. November, 19.15 Uhr, im Hotel Hopfeld (Saal) die Lebensmittel-Bezugs- und Gutscheine für die Hilfsbedürftigen ihres Amtsbezirkes in Empfang zu nehmen. (Dauer der Ausgabe etwa 20 Minuten.) 2. Sohlenabrechnung. Alle Firmen, die von Gießen-Süd Kohlenbezugs- cheine in Zahlung genommen und noch nicht ab* zerechnet haben, bitte ich am Mittwoch, 29. Novern- >cr, zwischen 17 und 19 Uhr im Hotel Hopfeld । Saal) zur Abrechnung zu erscheinen. 3. NSv. e. v. Der Kassenwaller und die Zellenwalter der NSD. haben am Mittwoch, 29. November, zwischen 18 und 19 Uhr in ber Sprechstunde der NSD. Gießen-Süd im Hotel Hoofeld (Saal) Gelegenheit zur Erledigung der Kassengeschäfte. Hell Hiller? gez.: Friedel, Ortsgruppenwaller. Um die Jahre nach 1900 habe kein Kolonist wehr einem deutschen Bruder Brot oder Lier verkauft — das hätte et als Schande angesehen — aus dem Ueberftuh heraus seien dies« Lebensrnittel verschenkt worden. Im Mittelpunkt des Landes deutscherkolonisten habe stets die Schule und die Kirche gestanden. Der Kirche sei große Macht gegeben gewesen. Der Geistliche habe Führer fein sollen. Die ersten dieser Kolonisten- ^eisllichen seien es auch gewesen, die Nachfolger — ijrembe — aber schon nicht mehr. Die Schule fei rein kirchliche Schule gewesen. Die Kinder seien nur zu Konfirmanden erzogen worden, fanden sich aber doch in jeder Lebenslage zurecht. Die Bibel sei den Kindern Hall geworden. Dann seien die Schulen in russische Hände übergeführt worden. Russisch sei die Schulsprache aeworden und — völlig ungebildet verließen die Kinder die Schule. Mit der russischen Bevölkerung habe der deutsche Kolonist gar keine Derbindung gehabt. Alles Undeutsche sei abgelehnt worden. So sei die deutsche Rasse rein geblieben. In ber Zeit von 1905 bis 1915 sei ein bewußtes Deutschtum groß geworden. Die deutschen Siedler im Wolgagebiet seien die letzten gewesen, die sich dem bolschewistischen Regime unterworfen haben. Es habe einen hartnäckigen Kampf und größte Opfer an Blut und Leben gekostet. Aber aller Kamps habe nichts geholfen. 1919 sei es zu einem Aufstand ber Deutschen gekommen. Dieser Aufstand habe ber bolschewistischen lieber« macht erliegen müssen. Aber bas Deutschtum sei nun enbgülttg wach geworden. Das Doll habe alle Kräfte zusammengehallen, um sich die Existenz zu sichern. 1920 sei den deutschen Kolonisten alles genommen morden. 1921 folgte das Hungerjahr 3m Jahre 1927 schien sich eine Besserung anzubahnen und bas Dolk habe aufs neue gehofft. 1929 aber habe der völlige Zusammenbruch alle Kräfte aufgerieben. Der wirtschaftliche Rückgang habe verheerende Ausmaße angenommen. Elend in unbeschreiblichem Ausmaß habe begonnen, die Be- völkerungszahl der Kolonien zu reduzieren. Gau Ausland des NS.-Lehrerbundes hielt Der Oie Bedeutung des 12. November „Wolgadeutsches Schicksal." Ein Vortrag im Gau Ausiano des AS-LehreroundeS. Als zweiter Redner sprach Kreisschulra» Dr. Henß über den 12. November und seine Bedeutung für das deutsche Dolk. Wir lebten, so führte der Redner aus, in einer großen Zeit Wer das Ringen um die Gestaltung unseres Vaterlandes nicht spure, wisse nicht, was Nationalsozialismus fei. Der 12. November bedeute für uns die Heimkehr aus einem weltanschaulichen Ausland. Jeyt habe sich bas Dolk zu Adolf Hiller bekannt. Nur der Ber- brechcr, oder der Dumme bekenne sich noch nicht zu ihm. Dem Erzieher aber seien die größten Aufgaben erwachsen im neuen Staate. Die Forderung unserer Zell müsie lauten: hin zu neuem Fühlen und zu neuem Denken. Adolf Hiller sei mll seinen in klaren Worten ausgesprochenen Gedankengängen maßgebend auch für die Erzieher. Die deutsche Schule dürfe nicht Zurückbleiben oder Schaden leiden, nur weil einige ihre Positionen halten wollten, die schon längst kein Recht mehr darauf hätten. Der Nationalsozialismus sei die Bewegung der Erzieher. Der Staat der Gegenwart habe den Nationalsozialismus als seine Wurzel. Der Staat beziehe feine Kraft aus dem Nationalsozialismus. Nationalsozialismus sei Staats- auffaffung. lieber allem stehe das Wort ber Bibel: „Es werde?" Das Baumeisterliche sei es, was die Welt zusamenhalle. Was nicht wachse und im Aufbau begriffen sei, sei tot. Wenn ber Mensch nicht wachse und schöpferisch sei, so sei er gleichfalls tot. Auch Teilung bedeute den Tod. Deshalb habe Abolf Hitler die Parteien über den Hausen geworfen, weil sic da» Dolk teilten, spalteten. Mit dem baumeisterlichen Prinzip komme in das Dolk wieder Glauben und Leben. Nachdem sich der Redner in seinen weiteren Ausführungen mit einigen sprachlichen 'Begriffen auseinanderaesetzt und dabei den tieferen Sinn verschiedener Worte in ihrem Ursprung verfolgt hotte, wies er darauf hin, daß die Zell ber Psychoanalyse vorbei sei. Psychoanalyse habe bas Unteilbare, die Seele, teilen wollen. Darunter müsse endgültig ein Strich gemacht werben. Schule sei Dienst an der Dolkheit. Volkheit und Gottheit seien eins. Nur in ber Gemeinschaft bilde sich der Charakter. Gharakter im Menschen erkenne man am Besten im Derhöllnis zu seinen Mitmenschen: an ber sozialen ober asozialen Haltung. Pfarrer und Lehrer müßten sich resllos zum Dolke bekennen, denn nur bann werbe wahre Religiosität Wirtklichkeit. Die Winterhilfe, bie in blesem Jahre durchgeführt werbe, werde viele ehemalige Gottesleugner zu Gott zurücksühren. Diese Zuruckführung zu Gott bedeute gleichzeitig Dolkwerdung. lieber den Konfessionen müsse bas Wort „Ehnstentum" stehen Man werbe auch auf bem Gebiete ber Religion keine Teilung zulassen. Größer als bas Dogma seien Gott unb bas Volk Luthers Tat sei völkische Tat gewesen. Hiller aber fei Luthers Nachfahr geworden Abolf Hitler habe auch, wie Luther, in ber Gefangenschaft dem deutschen Volke eine Bibel gegeben, bas Buch „Kein Kampf. Er führe bas deutsche Volk zum Glück in ber volkwerdung. Glücklich sein aber heiße glücklich machen. Wer nicht glücklich mache, werde nie glücklich fein. Der Einsame lebe in der Hölle. Tiefste menschgewordene Sehnsucht des deutschen Volkes verkörpere sich in Adolf Hitler. Er fei ber Führer, Erwecker ber Kräfte, ber Dynamische, vorwärtsdrängende. Gr sei der nordische, gotische, der deutsche Mensch. Werdender,Kämpfender imvorwärts- drängen! Andere nennten sich Dor sitzende ober Vorstehende Sie befänden sich nicht in Bewegung. Nationalsozialist sein heiße ewiger Kämpfer sein. Wer Führertätigkeit auszuüben habe, müsse automatisch dem Führer folgen. Lange habe Dunkelheit geherrscht in deutschen Landen, viele hielten ihre Stuben für die Well, ihr künstliches Licht für Licht. Erst allmählich sei eine Sonne aufgegangen. Das Sonnenlicht der Dolkhell könnten viele nicht vertragen, die Jugend habe aber nach bem Tag gerufen. Die Sonne der deutschen Erziehung heiße Dolk unb Gott. Die Schule müsse Dienerin Des strömenden Gebens sein Hier sei leider Diel Verbindung mit bem Dolke verloren gegangen. Zum Begriff des deutschen Schülers gehöre nicht nur Schulbravheit, sondern auch Mut, Tapferkeit, Ausrichllgkeil, Initiative. Schwung, Begeisterung, vielleicht auch Abenieureriust. Die bisherige Schule habe in der „abgeschlossenen Bildung“ ihr Idol gesehen Zum „Adge- schlossenen“ aber brauche nichts mehr hinzuzukommen. Das aber bedeute doch Stillstand! Das müsie anders werden! Es gebe Schüler, deren Leden ohne Sinn sei, es gebe aber auch solche, bie ihr Leben wahrhaft lebten. Das versagen eines Kindes in irgendeinem Fache dürfe in der Zukunft bas Leben eines Rinbes nicht mehr zur Düste machen. Die meisten Schulpläne seien überlastet. Der Begabte aber wolle nicht in bie Breite, sondern In bie Tiefe. Der Lehrer seinerseits müsie sich Autorität au verschaffen wissen. Autorität sei nicht zu erschleichen. Es komme gar nicht auf bas Mehrwisien an. Es löse, wenn es in ben Borbergrunb gestellt werb« und wenn sich darauf bie Autorität gründen solle, entweder Minderwertigkeitsgefühle oder aber Spott im Schüler aus. Gin Lehrer müsie welterfahren und klug sein Gr müsse Rinder verstehen können Ein Lehrer solle auch lachen können, Heller sein von Natur aus. Zum Schluß feiner Ausführungen gedachte der Redner der Toten des Weltkrieges und der Gefallenen ber Freiheitsbewegung. In schweigendem Ge- benken wurden die Toten geehrt. Das Lieb vom guten Rameraben klang auf. Das Blut der Gefallenen sei gestossenen fir die deutsche Zukunft, für die Zukunft bei deut scheu Volkes, so wie das Blot aus Golaakha gefloßen sei für bie Menschheit bet Weit Neben ben Särgen unserer Toten müßten bie Die- Bn stehen Aus dem Opfer ber Gefallenen bes Welt- egts müsie die Zukunft Deutschlands erwachsen. (Lebhafter Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg- Heil“ auf ben Führer fanb bie Versammlung ihren «dschlusi. Allmählich seien grvßc Kolonien entstanden. Gemeinschaftlich bewirtschaftete man bas Land. Wiesen, Wald und Weide seien Gemeindebesitz gewesen. Da« Los ließ jeden Einzelnen zu seinem Anteil kommen. Allmählich erft habe sich wirtschaftliche Besserung eingestellt. Die Bevölkerung sei gewachsen. Bei der S egten Form der Gemcinschaftswirtschaft habe bas Land und vermehrten Reichtum bedeutet Die Regierung habe neues Land geben müssen. Wohlstand habe sich angebahnt. Die Siedlungen seien mustergültig aeworden. Aber nun leien die Schwierigkeiten des Absatzes ber landwirtschaftlichen Probukle immer größer geworben. Das Jahr 1881 habe eine große schwere Mißernte gebracht. Der fränkische Teil der Siedler sei in Verlegenheit geraten, der schwäbische Teil habe cs verstanden, den Riemen enger au schnallen. Mißernten Häuften sich nun. Der jungfräuliche Boden lei erschöpft gewesen. Mit der Notwendigkeit der Düngung Des Landes sei die Gemeindewirtschaft oersallen. In den ursprünglichen Kolonien sei man nun zu einer anderen Austeilung des Landes geschritten. Der Losantcil wurde „festgemacht“, d. h. er ging in den endgültigen Besitz der Bauern über. Unter der Initiative des Einzelnen fei es wieder zu einer regelmäßigen Bewirtschaftung gekommen. Wirtschaftlicher Aufstieg folgte. am Samstag in der Restauration ,Liebigshöhc“ eine Versammlung ab, die von zwei interessanten Vorträgen ausgesullt war. (Einleitend fang der Ehor des NSLB. ein Volkslied. Der Gauobmann Kreisschulrat Or Henß gab bann einiae geschäftliche Mittellungen bekannt, wies auf bie Art ber Arbeit im Gau Ausland hin und referierte über bie Tagung bes NS.-Lehrer- bunbes in Dortmunb. Der NS.-Lehrerbunb befinbe sich, so führte er u. a. aus, gegenwärtig in einer Gefechtslage, wie bie NSDAP, vor ber Hebern ahme ber Macht im Staate. Es hanbele sich um bie (Eroberung ber Schule unb ber Erzieher. Das Ziel sei bie Totalität. Der NS.-Lehrerbunb kenne seine Ziele unb werbe sich von ihnen nichts abhandeln Ionen. Ls gebe nur noch eine Reichsleftung des 715CB. in Bayreuth. Die Lehrer feien alle als Einzelmitglieder ber Organisation angeschlossen. Es bebürfe keiner korporativen Mitgliedschaften mehr. Die Gesamtzahl von 250 000 Lehrern fei bereits zu •/« im NSLB. organisiert. Es herrsche engstes Einverständnis zwischen dem Staat und der Organisation. (Es sei auf der Tagung in Dortmund eine Art von Personalunion zwischen Staat und NS.-Lehrerbunb symbolisch ausgesprochen worben. Von ben Philologen, bie heute noch avseits stünden, erwarte man freiwillige Einordnung in die Erzieherfront. Alle Erzieher seien im Dienst am Volke gleichwertig. Wer sich nicht zum Begriff „Volksschullehrcr" bekennen wolle, stehe außerhalb ber Volksgemeinschaft. Gewertet werbe in Zukunft nur noch bie Leistung im Dienste bes Volkes. Sobann sprach Dr. Srih1er»Äuchschiag der Sohn eines deutschen Kolonisten an der Wolga, der selbst Jahrzehnte seines Lebens in Rußland verbracht hat. Seinen von einem unerschütterlichen Deutschbewußtsein durchglühten Ausführungen sei das Wesentlichste entnommen. Der Redner schilderte zunächst zwei kleine Erlebnisse, die in klarer Gegenüberstellung den Verfall vaterländischen Denkens ficgen das (Ende und nach dem Kriege in Deutsch- and kennzeichneten. Kein Volk habe seine Rinder so behandelt, wie das deutsche. Zwei Millionen deutsche Menschen wohnen, bzw. wohnten in Rußland. Als die ersten nach Rußland ausgezogen seien, habe man jene als Abschaum betrachtet. Katharina II. von Rußland habe in ber ersten Hälfte bes 18. Jahrhunbcrts ben Ruf zur Ansiedlung in Rußland an bie europäischen Völker ergeben lassen. Au« ben verschiedensten Ländern seien Die Menschen dem Rufe gefolgt. Die meisten Dieser Ansiedler seien aber Deutsche gewesen. 30 000 seien im Jahre 1736 ausgezogen, darunter sehr viele hesien. 27 000 von ihnen seien an die Wolga gebracht morden, wo Ihrer eine bittere Enttäuschung harrte. In ein völlig unwirtliches Gebiet seien sie gelockt worden; keine Unterkunft, kein Ackergerät, keine Arbeitsgelegenheit, nichts sei vorhanden gewesen. So feien alle zum schwersten Beruf gezwungen morden, zum Bauernoeruf. Auch hier habe es an allem gefehlt. Rein Werkzeug, kein Saatgut, kein Geld, fein Rückhalt bei ben amtlichen russischen Stellen seien vorhanden gemesen — bei vielen habe jede Sachkenntnis gefehlt und vor allem bie Liebe zum Land. Angesichts dieser Tatsachen moüten die Betrogenen sofort zurück. Sie mollten es mit Gemalt. Der Rückzug sei ihnen aber verwehrt morden. Die Lage sei verzweifelt gewesen. Noch vor dem Winter gruben sie sich Erdhöhlen, um vor der grimmigsten Kälte geschützt zu sein. Im nächsten Frühjahr habe man nur bas Notwenbigste angebaut. Denn man wollte ja roieber zurück nach Deutschland! Es gelang nicht, bie notroenbigften Mittel für eine Rückkehr zu erwerben. So habe man sich zu ernsterer, nachhaltigerer Arbeit entschlosien, um bas zur Rückkehr notwendige Geld zu gewinnen. Krankheit aber habe die Siedler erneut jurütfgeroorfen. Anfeindungen und RaubAÜge der nachbarlichen Gingeborenen- flämme forderten zu größter Wachsamkeit auf dem Felde heraus und wenn dann die Männer zurückkehrten, so fanden sie manchmal den Hof zerftört, das wenige geraubt oder in Flammen aufgegangen vor. Die Männer aber, bie brauchbar waren, seien in die Sklaverei geschleppt und oft bis nach Indien geführt morden. Hütt nie habe das deutsche Volk an der Wolga den Widerstand gegen diese« Geschick und nie die Hoffnung auf eine Rückkehr in das Mutterland aafgegeben. Keine Einbildungskraft vermöge all da« Leid und die Not auszudenken, die Den Wolgadeutschen deschieden gewesen seien. Die bolschewistisch« Kollektive habe sich aber auf das verhängnisvollsie ausgewirkt. Das Deutschtum und der Glaube der Deutschen sei ständiger Verfolgung ausgesetzt gemesen. Steuern drückten, Kirchen wurden mit riesigen Abgaben belastet, unb wenn sie bie Gemeinde nicht habe aufbringen können, so seien bie Kirchen geschlossen worben. Härteste Maßnahmen seien gegen bie Deutschen angewandt worden. Verbannungen nach Sibirien, Aussiedlung in Erdhöhlen unter fadenscheinigsten Gründen seien an der Tagesordnung gewesen. Rücksichtslos seien die Familien auseinander gerissen worden. Der Hunger in seinen härtesten und trostlosesten Formen habe die Dörfer zu menschenleeren Steinhaufen gemacht. Manche Gemeinde von 3000 Einwohnern fei auf etwa 700 Einwohner zusammengeschmolzen. Beispiellos in der wett sei der Kamps ge- wesen, ben das Volk der deutschen Kolonisten In Rußland 170 Jahre lang gekämpft habe. Allein Gott sei Ihnen Hall gewesen, er, der Spender aller Kraft. Ungeheuerer Kampfestrotz habe bie- fee Volk aufrechterholten und lebe heute noch in den Resten der deutschen Bevölkerung. Der Ruß- lanbsbeutsche habe immer sein Schicksal als von Golt gesandt betrachtet. Es ohne Klage zu tragen, sei sein Stolz gewesen. Das Leben ber Rußlandsdeutschen fei deutsches Leben gewesen durch die Jahrhundertel (ßanganhaltenber, starker Beifall.) Obechessen Lustschutz ist Selbstschutz! Mchsmusikkammer-Landes kitung Heffen Das truth, 27. Nov. Die Kreisleiterin I Hautgewebe Sonnen-Vitamin zu, denselben wichtige» enschaften, Pgn. Frau Harth- Aufbauftoff, den sonst in der Haut nur die Sonne erzeugt, hier eine Gründungsversammlung Leokrem ist ein Erzeugnis der Lhlorodont-Fabrik. Dosen s ch a f t ab. Die Gaurednerin, Frau I p» 90, 60, 22, 16 Psg. in allen Fachgeschäften erhältlich. Das darauf < L^ndenstruth, 27.Nov. Die Kreisleiterin der NS. • Frauenschaften, Pgn. Frau Harth- Allendorf, hielt hier eine Gründungsversammlung einer Fraue n s ~ gez.: Fichtmüller, Landesleiter. Arbeitsgebiet der Landesleitung Hessen. Staatspresseamt teilt weiter mit: Es wird , hingewiesen, daß das Arbeitsgebiet der Landeslertung Hessen für die Reichsmusikkammer dem des Landesarbeitsamtes Hessen, Sitz Frankfurt, entspricht. Ortsgruppenleitungen befinden sich jetzt in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Gernsheim/Rh., Bad Homburg, Kassel, Mainz, Offenbach o. M., Worms und Wiesbaden. Verlaut- Reklamefeindlichkeit? - Rein! Böswillige Behauptungen werden durch die hessische Regierung widerlegt. Ein neuer Rußland-Brief. * Dillinaen, 27. Nov. Der hiesigen evangelischen Jugend ging dieser Tage wieder em Brief von Wolgadeutschen Kindern in Rußland zu, den wir hier im Wortlaut veröffentlichen: Balzer, den 25. Oktober 1933. Ihr lieben Brüder im Ausland! Wir wollen euch auch einmal was von unserem Friedhof erzählen wie es vor jetzt ist. Es ist nicht jo wie bei euch, daß die Leute jeden Abend nach ihrer Arbeit hingehen und das Grab schön machen, begießen usw. Es war wohl noch vor einem Jahr gewesen. Aber jetzt bei der großen Not, wo alle Leute arbeitsunfähig geworden sind, haben sie keinen Mut mehr, jeden Abend auf den Friedhof zu gehen, sondern fällt ihnen schwer, einmal in der Woche, nämlich Sonntags, hinzulaufen, weil keine Kraft mehr da ist. Wir haben unseren Todestag im Frühling anfangs Mai, wenn die Steppe grün wird. Aber diesen Frühling war nichts zu sehen, es war alles mutlos. Sogar wenn eins in einer Familie starb. Vater oder Mutter und Kinder hatten die Zurückbleibenden noch nicht die Mög- lichkeit, um den Toten zu begleiten und jetzt noch nicht wissen, wo sein Grab ist. Kinder und Waisen laufen weinend und suchend auf dem Friedhof umher und wissen Vater und Mutters Grob nicht. Nun kehren sie mit unruhigen Gedanken zurück Bneffasten Oer Heöaffion. iRechtsgutachren find ohne fierbmöhdjfeit der ednihletfung) Ehestandsdarlehen. Rundfunkgeräte deutscher Her- stellung können auf Ehestandsdarlehen gekauft werden. Die Berechtigung zur Inzahlungnahme von Ehestandsdarlehen erteilt die zuständige Bürger- meisterei. In Zahlung genommene Ehestandsdarlehensscheine werden von dem zuständigen Finanzamt in bar eingelöst. 2l. 3- Für die Berechnung des Wassergeldes gibt es in Gießen keine feste Regelung. Es ist viel- mehr so, daß diese Gebühr auf Grund von Vereinbarungen zwischen dem Hausbesitzer und den Mietern je nach der Höhe des Wasserverbrauchs umgelegt wird. Falls in Ihrem Hause eine solche Vereinbarung nicht besteht, mühten Sie feststellen lassen, wie hoch Ihre Zahlungspflicht nach Maßgabe des Wasserverbrauchs ist. C. 468. Es besteht keine gesetzliche Bestimmung, daß der Hausbesitzer oder der Mieter zum An- bringen einer Fahnenstangenoorrichtung verpflichtet ist, so daß sowohl der Vermieter, als auch der Mieter in dieser Hinsicht nach Gutdünken verfahren kann. Verweigert der Hausbesitzer die Genehmigung >ur Anbringung einer Fahnenstangenvorrichtung, o kann der Mieter auf Einwilligung zur Andrin« gung der geplanten Vorrichtung klagen. deutschen Musikerschaft eV. herausoegebenen Frage- bogen maßgebend. Die Ausfertigung einer vorläufigen Mitgliedskarte von der Reichsmusikkammer erfo'gt nur auf Grund eines ordnungsmäßig ausgefüllten Fragebogens. Da bis zum 15. Dezember 1933 ein starker Ansturm von Aufnahmegesuchen zu erwarten ist, wird jedem Bcrufsmusiker angeraten, sich s o b a l d als möglich um die Mitgliedschaft zu bewerben. Die vom Verband der deutschen Theaterangestellten u. ä. Berufe erneut herausgcgebenen Rundschreiben entbehren jeder Grundlage. Wir verweisen nochmals auf das in unserer amtlichen Zeitschrift „Musik im Zeitbewußtsein" abgedruckte Gesetz und dessen Aussührungsbestimmungen, in Kraft getreten am 15. November 1933. Jeder Verstoß gegen das angeführte Gesetz und seine Durchführungsbestimmungen wird gemäß § 29 des Reichskulturkammergesetzes geandet werden. Uebergriffe dieser Art sind unmittelbar dem Reichs- Ministerium für Volksausklärung und Propaganda Abteilung VI (Tel. Al — 0014) sofort telephonisch mitzuteilen." Ich fordere erneut die Berufsmusiker von Hesien und Nassau auf, sich unverzüglich bei den nachstehenden Geschäftsstellen der Reichsmusikkammer anzumelden: D a r m st a d t: Stöbt. Akademie für Tonkunst, Zimmer 22, Ortsgruppenleiter Bernd Zeh. Frankfurt a. M. - Eschersheim: Tonkünstlerbund, Ortsgruppenleiter Willi Renner. Fulda: Leipziger Straße 116, Ortsgruppenlci- ter Ernst Reuß. Gernsheim: Theresienftraße, Ortsgruppenlei- ter D. Kissel. Gießen: Hitlerwall 12, Ortsgruppenleiter Albert Kasten. Kassel: Raabestraße 27, Ortsgruppenleiter W. Kühling. Mainz: Stadttheater, Bühneneingang, Orts- gruppenleiter Grund. Offenbach a. M.: Feldstraße 19, Ortsgruppenleiter Karl Freitag. Worms: Dalbergstraße 7, Ortsgruppenleiter Willi Fischer. Wiesbaden: Marktplatz 7, Ortsgruppenleiter Paul Lauterbach. Bad Homburg v. d. H.: Löwengasse 1, Ortsgruppenleiter Georg Horst Becker. Darmstadt, 22. November 1933. Gutenbergstraße 31 (Telephon 3491). vereine. * Großen-Buseck, 26. Nov. Die Holz- hauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald wurden dieser Tage begonnen. Insgesamt werden 2900 Festmeter Holz eingeschlagen: 42 Mann, in sieben Rotten eingeteilt, haben dabei Arbeit gefunden. In erster Linie wurden Kleinlandwirte dazu herange- zogen. Die übrigen Arbeitslosen sollen im Wegebau und bei Chaussierungarbeit Verwendung finden. Fast allen Erwerbslosen unserer Gemeinde wird durch diese Arbeiten Verdienstmöglichkeit gegeben. ? Reiskirchen, 27. Nov. Heute feierte einer der ältesten Einwohner von hier, der Gemeinderechner i. R. Philipp Schäfer IV., seinen 80. G e ° b u r t s t a g. Der Greis, der geistig und körperlich noch durchaus rüstig ist, tut heute noch jede Arbeit in Haus, Hof und Feld. Mit dem Jubilar zusammen leben in unserem Orte nur noch acht Mitbür- ger über 80 Jahre, die zusammen 658 Jahre alt sind, darunter der einzige hier noch lebende Veteran von 1870/71, Konrad Hahn, im Alter von 87 Jahren. Darmstadt, 27. Nov. (WSNft Das Staatspresseamt teilt mit: Aus Anlaß des polizeilichen Vorgehens gegen R e k l a m e s ch i l d e r, die in der freien Landschaft ohne die nach den Polizeiver- Ordnungen der Kreise vorgeschriebene Genehmigung angebracht wurden, sind aus den Kreisen der Kunstdruck-, Metallwaren- und Plakat-Industrie über angebliche Maßnahmen der Hessischen Regierung unwahre Behauptungen aufgestellt worden, die zum Teil zur Beunruhigung in den Wirtschaftszweigen dieser Interessenten geführt haben, und die nach ihrer Art geeignet sind, das Ansehen der Hessischen Landesregierung zu schädigen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, daß gegen die gerüchtweise Verbreitung einer angeblich reklamefeindlichen Verfügung der Hessischen Regierung einmal eingehend Stellung genommen wird. Es handelt sich bei dieser angeblichen Verfügung der Hessischen ßanbesregterung um eine nach einer Anordnung des Hessischen Ministers des Innern von 16. Mai 1930 nach einem einheitlichen Muster erlassene Polizeiverordnung der Kreise. Da diese Bestimmungen nicht in allen Kreisbezirken gleichmäßig durchgeführt wurden und immer noch unbefugt angebrachte Schilder vorhanden waren, ja noch weitere unbefugte Schilder angebracht wurden, mußten die Anordnungen wiederholt und zuletzt durch Ausschreiben an die Ärets« Ämter vorn 27. Juli 1933 in Erinnerung gebracht werden. Es kann bei diesen angeblich neuen Anordnungen der Hessischen Regierung sich nur um diese Aus- schreiben handeln: 3m § 1 der erwähnten Polizei-Verordnung heißt es: „Das Anbringen und Aufstellen von Schildern, Aufschriften und Abbildungen ist außerhalb der geschloffenen Ortschaften für Werbezwecke verboten. Das gleiche gilt für das Anbringen und Aufstellen von sonstigen Schildern, Aufschriften und dergleichen oder Gegenständen, die für das landschaftliche Bild mißständlg erscheinen. Ausnahme von der Vorschrift des Absatzes 1 Satz 1 können in besonderen Fällen von dem Kreisamt gestattet werden. Falls eine Anpreisung auf oder an öffentlichen Straßen, Plätzen oder Wegen angebracht werden soll, ist die vorherige Zustimmung des Wegeunterhaltungspflichtigen zu der Ausnahmebewilligung erforber- lich. In §2 dieser Polizei-Verorbnuna heißt es: „Innerhalb der geschlossenen Ortschaften dürfen auf ober an öffentlichen Straßen, Plätzen ober Wegen keine Schilber, Aufschriften ober Abbildungen für Werbezwecke ausgestellt ober angebracht werben, die für bas lanbschaftliche Bist) mißstänbig erscheinen, ober bie ben im Interesse bes Kraftfahrzeug- Verkehrs vorgeschriebenen Verkehrszeichen (Warnungstafeln, Verbots- unb Verkehrsbeschränkungsschilbern, Wegweisern und Ortstafeln) in Größe und Farbe ähnlich sind und daher zu Verwechselungen Anlaß geben können." Aus dem Inhalt der Polizeioerordnung ist ohne weiteres zu ersehen, daß sich die darin enthal- barungen der Landesleitung Hessen haben durch das Jnkraftreten des Reichskulturkammergefetzes amtlichen Charakter, lenen Verordnungen gegen Auswüchse der Reklame richten. Es sei noch besonders darauf hingewiesen, daß bei dieser in der Polizeiverordnung getroffenen Regelung der Reklame in der freien Landschaft das grundsätzliche Verbot und die Möglichkeit der aus- nahmsweisen Zulassung übereinstimmt mit den von dem Deutschen Bund Heimatschutz bei dem Herrn Reichswirtschaftsminister und dem Herrn Reichsminister des Inneren durch Schreiben oom 17. Januar 1933 und 15. März 1933 vertretenen Grundsätzen über die Zulässigkeit der Außenreklame. Es kann also nicht, wie dies in Verkennung der tatsächlichen Sachlage von den in Frage stehenden Interessentenkreisen fälschlicherweise behauptet wird, davon die Rede sein, daß die Hessische Regierung neuerdings ein allgemeines Verbot über Aushängen von Reklameschildern erlassen habe und die sofortige Entfernung sämtlicher Reklameplakate an aüen Geschäften, Gasthäusern usw. unter Androhung von Zuchthausstrafe fordere. Wenn durch derartige unwahre Behauptungen Beunruhigungen in die Interessentenkreise getragen sein sollen, so ist dies bedauerlich, da die Betreffenden die Möglichkeit haben, sich bei den Kreisämtern über bie tatsächliche Sage zu unterrichten. Jn Wirklichkeit ist der Tatbestand der, daß die hessische Regierung polizeiliches Vorgehen gegen solche Reklameschilder angeordnet hat, die außerhalb geschlossener Ortschaften, insbesondere Landstraßen angebracht wurden und noch werden, ohne daß die nach der Polizeiverordnung vorgeschriebene Genehmigung eingeholt und erteilt worden ist. Es ist ebenso bedauerlich, daß durch derartige unwahre Behauptungen in einen Wirtschaftszweig Beunruhigungen hineingetragen werden konnten, wie es als verwerflich bezeichnet werden muß, daß einzelne Unternehmer die weitere Ausübung unzulässiger Bilderreklame dadurch erreichen zu können, glaubten, daß sie unwahre Angaben über Anordnungen der Hessischen Regierung leichtfertig verbreiteten. Es ist selbstverständlich, daß die Verbreiter nach Recht und Gesetz zur Verantwortung gezogen werden. Die Behauptungen sind anderseits aber auch dazu angetan, das Ansehen der Hessischen Landesregierung schwer zu schädigen, so daß gegen bie Verbreiter nach §3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 '(Reichsgesetzblatt I S. 135) vorgegangen wird. Es wird erwartet, daß bie durch die Verbreitung unwahrer und unhaltbarer Behauptungen in die Kreise der Kunstdruck-, Metallwaren- und Plakatindustrie hineingetragene Beunruhigung durch diese Veröffentlichung abgestoppt und hierdurch wieder beseitigt wird, damit keine ungünstigen Auswirkungen auf den Geschäftsgang der einzelnen Betriebe ausgelöst werden, sondern diese in der Lage sind, den dort beschäftigten Volksgenossen auch weiterhin chre Arbeitsplätze zu erhalten. und müssen sich darin ergeben, so liegt er auch in diesem Jahr kahl und verwüst. Der alte Friedhof hat geenbigt, nun ist ein neuer. Hoffen, baß alle Leute wieder zur Kraft kommen und nächsten Frühling wieder den Friedhof schön schmücken. Es ist ja vielen durch eure Hilfe geholfen und alle Menschen bekommen wieder Kraft und frischen Mut. Und hoffen Besserung. Es hat sich ja bei manchen gebessert, die wo im Frühling die Mög- lichkeit hatten und konnten Kartoffeln stecken. Ader noch sehr viele haben ihre Hoffnung auf euch. Nun, liebe deutsche Brüder, vergeßet uns Deutsche hier an der Wolga, solange es möglich ist, nicht. Viele Grüße von uns allen im ganzen Hause und noch andere Kameraden. Auf Wiedersehn bis zum nächsten Brief. Also wir hoffen, vergesset uns nicht in unseren schweren Verhältnissen. Eine Bitte an euch alle in der ganzen Schule. Bitte eine Geldsendung von euch vielen Schulkinder, damit ich bald gesund werde unb euch öfter schreiben kann. David Kahm. Also vergesset meine Bitte nicht. Wir Schulkinder täten ja auch von Herzen gerne einen gemeinsamen Brief von unserer Schule aus euch lieben deutschen Kameraden einsenden. Aber es ist nicht zu machen. Ihr müßt euch mit meinem Schreiben hier begnügen. Hoffe, daß ihr bald recht viel Interessantes unb Neuigkeiten schreibt. Landkreis (Ziesten X Wieseck, 27.Nov. Im überfüllten Gottes- haus nahmen gestern anläßlich bes Totenfonn- tags die nationalsozialistischen Parteiorganisation nen am Hauptgottesdienst teil. Unter seinem Dirigenten Philipp Gros sang der Frauenchor zwei Totenlieder. Die Namen der Toten des Weltkrieges wurden in feierlicher Weife unter dem Klang der Glocken verlesen: in der Kirche war es wohl in diesem Jahre das letztemal, da bestimmt damit zu rechnen ist, daß im nächsten Jahre unsere Kriegstoten an ihnen geweihter Stätte vermerkt sind. Am Nachmittag sand auf dem Friedhof eine Totm- gebenffeier statt, an der sich wiederum SA., SA.- Reserve, sowie die Parteiorganisationen und der Kriegerverein mit seiner Fahne beteiligten. Die SA.-Kapelle von Großen-Buseck umrahmte die Feierstunde durch ernste Weisen. Der Ortspfarrer betonte in seiner Ansprache, daß es jetzt eine heilige Aufgabe für alle fein müsse, unseren gefallenen Söhnen eine bleibende würdige Gedächtni'sstätte zu schaffen. Hier zu opfern unb mitzuhelfen, sei ernste Pflicht eines leben Ortsbürgers. Nach dem Lied vom guten Kameraden legte Sturmbannführer Hobel- Gießen einen Kranz nieder und gelobte ben toten Kameraben aus dem großen Krieg, ihr Vermächtnis zu bewahren und in Treue und Pflichtbewußtsein dem deutschen Vaterlande zu dienen. Mit dem ersten Vers des Horst-Weffel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Am Abend wurden in der starkbesuchten Kirche zwei FUmostoserien, die dem Gedächtnis unserer Toten geweiht waren, gezeigt. Dazu eine schöne Lichtbildserie über Grabmalkunst. S Alten-Buseck, 27. Nav. Am Totensonntag fand zu Ehren unserer im Weltkrieg gefallenen Mit- bürget eine Gedächtnisfeier statt. Unter Vorantritt der SA. und der Ortsvereine, denen sich die übrige Einwohnerschaft anschloß, bewegte sich ein großer Zug von der Kirche aus zum Ehrenmal auf dem Friedhof. Nach der ergreifenden Gedächtnisrede unseres Ortsgeistlichen sprach noch Sturmbannadjutant Kirchner (Wieseck) in bewegten Worten ben gefallenen Brüdern ben Dank der Ueberlebenben aus und gelobte im Namen der heutigen jungen Generation, in den Gefallenen stets ein leuchtendes Vorbild zu erblicken. Nach zwei Chören der Sängervereinigung erfolgten zahlreiche Kranzniederlegun- gen durch Vertreter der Gemeinde und der Orts- WSN. Darmstadt, 27. Nov. Das Staats- Presseamt teilt mit: Die Errichtung der Reichsmusikkammer, bisher Reichskartell der Deutschen Musikerschaft, durch die feierliche Verkündung der Ausführungsbestimmungen zum Reichskulturkammergesetz, wie sie am 15. November 1933 in der Berliner Philharmonie in Anwesenheit des Führers unb der Reichs- behörden stattfand, bedeutet einen einschneidenden Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Musik und des Musikerstandes. Wird doch unser gesamtes Musikleben von jetzt ab der Leitung der Re.chs- musikkammer unterstehen und werden zugleich bie Träger dieses Musiklebens, bie beutidjen Musiker, innerhalb der übrigen Stände und Berufe unseres Volkes in einer solchen Art würdig vertreten, betreut unb gefördert werden, wie sie es sich seit Jahrzehnten gewünscht, erstritten unb erlitten haben. Die Reichsmusikkammer soll sein ein nationales und ein soziales Gebilde. Sie konnte nur in einem nationalsozialistischen Staate errichtet werden. Sie fordert von ihren verantwortlichen Führern nicht weniger als von den Geführten in jedem Augenblick, bei jeder einzelnen zu treffenden Entscheidung, bei jeder Einzelhandlung und bei allem Zusammenwirken die Hingabe an diese Ideale, fordert ein täglich neu geschärftes nationales und soziales Gewissen. Wer muß der Musikkammer angeboren? Diese wichtigste aller Fragen wird im Abschnitt II, § 4 der vorliegenden Verordnung wie folgt beantwortet: „Wer bei der Erzeugung, der Wiedergabe, der geistigen ober technischen Verarbeitung, der Verbreitung, ber Erhaltung, bem Absatz ober der Vermittlung bes Absatzes von Kulturgut mitwirkt, muß Mitglied der Einzelkammer sein, bie für feine Tätigkeit zuständig ist. Für bie Angehörigen bes Tätigkeitszweiges Musik betreutet das: Jeder Musiker, ganz gleich, ob freistehender Ensemble- ober Orchestermusiker, Musik- lehrer ober Chorleiter, Konzert- ober Vortrags« tünftler, Kirchenmusiker ober Komponist, kurz jeder, der sich öffentlich mit Musik beschäftigt, muß Mit- glied ber Reichsmusikkammer sein bzw. werden Hierbei ist es, wie im § 6 der Verordnung ausdrück- lich festgestellt wird, vollkommen unerheblich, ob die Tätigkeit gewerbsmäßig oder gemeinnützig, durch Einzelpersonen, durch Gesellschaften, Vereine, durch Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts, durch Reichsangehörige ober Ausländer, durch Unternehmer ode- Personen in einem An- stellungsverhältnis ausgeübt wird. Gemäß amtlichen Erlasses ber Reichsmusikkam- mer oom 18. November 1933 gebe ich weiter fol- genbes zur Kenntnis aller interessierten Kreise: „Nach ber zweiten Verorbnung zur Durchführung bes Reichskulturkammergesetzes vom 9. November 1933 (Reichsgesetzblatt Nr. 122 Teil I) muß eine Eingliederung Der Berufsmusiker als Voraussetzung der Berufsausübung bis zum 15. Dezember 1933 erfolgt fein. Der nach dem 15. Dezember 1933 noch nicht in der Reichsmusikkammer organisiert ist, seht sich der Gefahr aus, an der Ausübung feine» Berufe» durch die Polizeiorgane verhindert zu werden. Für die Eingliederung in die Reichsmusikkammer sind als Grundlage nur die vorn Reichskartell der Brinkoff - Laubach, sprach über „Die deutsche Frau unb ber Nationalsozialismus". Die meisten der anwesenden Frauen traten sofort bet Kreis Friedberg. $ Münzenberg, 27. Nov. Während bereits in ben Hessischen Landkirchentag vor einiger Zeit der Bauer, Beigeordnete und Regierungsbaumeister a. D. Hch. Diehl als ftelloertre» tenbes Mitglieb berufen worden war, wurde nunmehr Pfarre Lenz als Mitglied in die Groß. Hessische Synode berufen. Kreis Büdingen. △ Nidda, 26. Nov. Die diesjährige Feier des Totenfestes war in unserem Kirchspiel beson- bers erhebend. Der Vormittagsgottesdienst war von sämtlichen Formationen ber NSDAP., Ortsgruppe Nidda, und den FUialgemeinden, sowie den Krie- geroereinen besucht. Das Gotteshaus war so über- überfüllt wie seit vielen Jahren nicht. Nach dem Gottesdienst zogen ber Kriegeroerein und alle Gruppen der NSDAP, zum Kriegerdenkmal am Johan- niterturm. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Dann hielt der Führer des Hassiaver- banbs im Bezirk Nibba, Bankvorstanb Hermann S e u m, eine herzliche Gebächtnisrebe auf die Gefallenen des Weltkriegs und widmete ihrem Andenken einen Kranz. Dasselbe tat mit ehrenden Worten der Führer bes Stahlhelm, Dr. med. Metz von hier. Nachdem die Musik eine Strophe bes Horst-Wessel-Liebes gespielt hatte, bewegte sich ber große Zug zum Dentmal der Krieger von 1870/71. Hier spielte bie Musik wieder „Ich half einen Karne- raben". Der Vorsitzende bes Kriegervereins Nidda, Oberzollsekretär Helfrich, widmete ben Mitbegründern des Reiches vortreffliche Worte dankbaren Gedenkens und der Verehrung und legte einen Kranz nieder. Dr. med. Metz widmete im Auftrage bes Stahlhelm mit kurzer Ansprache einen Kranz. Mit bem Vortrag bes Horst-Weffel-Liedes burch bie Musikkapelle ber NSDAP, enbeten die erhebenden Gedenkfeiern. Preußen. Amtlicher Berufsausweis für selbständige Handwerker. WSN. Die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden teilt mit: Die Vorarbeiten für bie Herausgabe bes amtlichen Berufsausweises finb soweit gebieten, daß mit bem Einheften ber Paßbilder begonnen werden kann. Wenn auch ber größte Teil ber Silber bereits eingegangen ist, so fehlt doch noch eine ganze Anzahl, bie die Fertigstellung der Ausweise verzögert. Wir ersuchen deshalb alle selbständigen Handwerker des Regierungsbezirks Wiesbaden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und ein Bild in der Größe 4X6 (Brustbild, keine Amateuraufnahme) bisher noch nicht einge- sandt haben, dieses nunmehr bis spätestens 5. Dezember nachzuholen. Handwerker, bie einer Innung ober einem Gewerbeverein angehören, reichen bie Bilder dort ein, diese wiederum über- senden bis spätestens 10. Dezember die Bilder gesammelt an die Kreisverbände bzw. Handwerksämter. Die Kreisverbände haben als letzten (Einlieferungstermin den 15. Dezember 1933. Die Bil- der sind von diesen nach Gemeinden geordnet und in alphabetischer Reihenfolge einzusenden. Eine weitere Frist wirb nicht mehr eingeräumt. Handwerker, bei denen sich nachher durch die Verzögerung der Ausstellung des Ausweises Schwierigkeiten ergeben (siehe Reichszuschußarbeiten), haben sich diese selbst zuzuschreiben. Jeder selbständige Handwerker, der in die Hand- werksrolle eingetragen ist, muß im Besitze des amtlichen Berufsausweises fein, weil nach Ausgabe desselben bei allen Auftraggebern, Behörden, wie Privaten, die Anerkenntnis als selbständiger Gewerbetreibender nur burch Vorlage bes amtlichen Berufsausweises erfolgen kann. Eine entsprechenbe Bekanntmachung ber Handwerkskammer erfolgt noch. Es liegt also im Interesse eines jeden eingetragenen Handwerkers, wenn er sofort, falls dies noch nicht erfolgt ist, das Paßbild bei feiner Organisation b 3 ro. ber Handwerkskammer e i n f e n b e t. Von den Organisationen erwarten wir, baß die vorstehend angegebene Frist zur Einsendung der Paß- photos eingehalten wird. Die Kreisverbände bitten roir, von sich aus mit einer letzten Erinnerung an bie Unterorganifationen heranzutreten. Eine weitere Mahnung erfolgt nicht mehr. Die Ausgabe der amtlichen Berufsausweife wirb in einem noch be» fanntjuoebenben Termin seitens der Kammer an einen ober zwei größeren Orten der einz"ln"n Kreise oorgenommen. Jeder Handwerker muß zur Abholung persönlich erscheinen. Die armen Hände U SÄ in kalten Tagen eie Hande durch die tägliche Hausarbeit leiden. Durch regelmäßige Hautpflege mit Leokrem wird das Auf« pringen und bie Röte der Hände verhindert. Leokrem, »er sich besonders leicht in die Haut einreibt, führt dem SJ.-fpor/ <$Ttevf)terte Aufnahme ehemaliger Marxisten in die Sportvereine. Die Presse stelle des Reichssportführers gibt nachstehendes Rundschreiben an sämtliche Sportoerbände und die Beauftragten des Reichssportführers bekannt: „Das Ergebnis der Wahl am 12. November hat mit oller Deutlichkeit gezeigt, daß das deutsche Volk hinter dem Volkskanzler Adolf Hitler und seinen Mitarbeitern steht. Auch die Turner und Sportler machen hiervon keine Ausnahme. Dies veranlaßt mich, die Vorschriften über die künftige Aufnahme ehemaliger Marxisten in anerkannte Sportvereine zu erleichtern. Ich will mich daher damit einverstanden erklären, daß der Anteil ehemaliger Marxisten an der Gesamtmitgliederzahl eines Vereins von 20 Prozent auf ein Drittel heraufgesetzt wird. Weiterhin kann auch bei denjenigen, die erst nach dem 30. Januar einer Organisation der NSDAP, beigetreten sind, auf die Beibringung von Bürgschaften und Führungszeugnissen verzichtet werden, falls sie eine ordnungsmäßige Unbedenklichkeitserscheinung einer Parteiorganisation einreichen. Die Genehmigung der Weiterfüyrung ehemals marxistischer Vereine behalte ich mir weiterhin von Fall zu Fall vor. Der Reichssportführer: gez. oonTschammer." Handball des Jungvolks. „Geusen" — Unterbann 1 116 5:7 (2:5). Am Samstag maßen die Mannschaften des Iung- volkstammcs „Geusen" und die des Hitlerjugend- Unterbannes auf dem VfB.-Platz ihre Kräfte. Wie erwartet, entwickelte sich ein spannender Kampf, den die Hitlerjugendleute nach erbittertem Ringen knapp für sich entscheiden konnten. Zwar gestaltete die Hitlerjugend das Spiel in der ersten Hälfte meist leicht überlegen. Doch änderte sich nach dem Wechsel das Bild vollkommen zugunsten des Jungvolks. Die Mannschaft spielte nun sehr schön zusammen, hotte jedoch bei ihren Angriffen viel Pech (Lattenwürfe). Durch Glück und härteres Spiel konnte die Hitlerjugend schließlich den knappen Vorsprung halten. Schiedsrichter Becker (Mtv.) leitete gut. Geräte-Mannschastskampf Großen-Linden — Wieseck — Lollar. Am Samstag fand im Dereinslokal des Turnvereins Lollar ein Geräte-Wettkampf zwischen den Mannschaften der Turnvereine Großen«Linden, Wieseck und Lollar statt. Jeder Verein stellte 8 Teilnehmer, die an den drei Hauptgeräten je eine Kürübung ouszuführen hatten, zu denen noch die Frei- Übung von drei Teilnehmern jeder Mannschaft kam. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend wurde von den Lollarer Turnerinnen mit rhythmischen Freiübungen eingeleitet. Nach dem Aufmarsch der Teilnehmer des Wettkampfes begrüßte der 1. Führer des Turnvereins Lollar, Bürgermeister Wagner, die Gäste, insbesondere Gouoberturnwart Paul (Gießen) und den Kreisführer D a u p e r t (Wieseck) und dankte den beiden Gastvereinen, daß sie sich zur Austragung dieses Wettkampfes bereiterklärt hatten. Kreisführer D a u p e r t überbrachte die Grüße des Turnkreises Lahn-Dill. In markanten Worten schilderte er die Ausgaben der Deutschen Turnerschaft im neuen Reich. Er betonte, daß die harte Schule des Ge- räteturnens, das gerade in den zum friedlichen Wettkampf angetretenen Vereinen immer eine gute Pflege gefunden habe, schon immer eine gute Keimzelle völkischen Lebens gewesen sei. Seine Worte klangen aus mit einem dreifachen „Gut Heil!" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler, dem spontan der erste Vers des Deutfchland-Liedes folgte. Anschließend übernahm Gouoberturnwart Paul die Wettkampfleitung, während als Kampfrichter der Kreisoberturnwart P. Schüler (Wetzlar), Leib (Krofdorf) und Sauer (Gießen) amtierten. Schon am ersten Geräte, dem Barren, erwies es sich, daß sich hier drei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Manche schöne Leistung wurde gezeigt. Nach anfänglich schwächeren Ergebnissen kam Großen'Linden gut auf und führte nach dem ersten Gerät mit zwei Punkten vor Wieseck und Lollar. Am Pferd waren es die Wiesecker, die an diesem Geräte acht Punkte aufholten. Auch hier wurden gute Leistunaen gezeigt, die aber bei einem gleichmäßigeren Rhythmus im Schwingen wesentlich an Wert gewinnen würden. In den Freiübunaen wurden sehr gute Leistungen geboten, allerdings wird es weiteren Trainings bedürfen. Mit besonderem Jnteresie sah man dem Kampf am Reck entgegen. Von Anfang bis fast zum Schluß verlief der Wettbewerb sehr spannend, wenn auch ein Sturz, der glücklich verlief, vorübergehend deprimierte. Seth (Großen- Linden) erzielte am Reck die höchst erreichbare Punktzahl. Das Treffen sah die glücklichere Mannschaft als Sieger. Dem gab auch der Gauoberturnwart Paul in seiner Ansprache zur Sieaervcr- kündigung Ausdruck. Sieger wurde Großen-Linden mit 615 Punkten vor Wieseck mit 609 Punkten und Lollar mit 594 Punkten. Nachstehend das Gesamtergebnis: Gr.-Linden Wieseck Lollar Barren Pferd Reck Freiübung Gesamt 175 175 187 78 615 173 183 185 68 609 168 170 179 77 594 Sporiabteilung des Tv. Wieseck. wieseck I — Vehberg-Rodheim-Vieber komb. 6:2. In einem Spiele zugunsten des Winternothilfs- Werkes fand dieses Treffen am Sonntag in Wieseck statt. Leider hatte das Treffen nicht den erwarteten Besuch zu verzeichnen. Das Spiel selber stand stets im Zeichen der Platzbesitzer, die auch zuerst in Führung gingen und bis Schluß ihren Gästen, die trotz allem Eifer nur zwei Erfolge buchen konnten, mit 6:2 Toren das Nachsehen gaben. Oie deutsche Mannschaft gegen polen. Am Sonntagabend hat auch der mit der Aufstellung der deutschen Mannschaft beauftragte Sport- wort des Gaues III, Alfred Birlem-Berlin, die deutsche Elf zusammengestellt. Es werden demnach gegen Polen spielen: Jakob (Jahn Regensburg): Haringer (Bayern München), Krause (Hertha/BBC.); Janes, Bender (Fortuna Düsseldorf), Appel (Berliner SV. 92); Lehner (Schwaben Augsburg), Lachner (München 60), Hohmann, Rasselnberg (VfL. Benrath), Ko- bierffi (Fortuna Düsseldorf). Die Ersatzspieler werden noch bestimmt. Sicher ist bereits, daß der Spandauer Riehl für den Regensburger Riesen Jakob in Reserve steht. Schiedsrich- ter des Spieles ist der Schwede Otto Olsson (Hälsingborg). 3ur Förderung des Skilaufs. Eine Maßnahme des Deutschen Ski-verbandes. Der Deutsche Ski-Verband hat zur Förderung des Deutschen Skilaufes eine Vereinigung gegründet, die den Zusammenschluß aller Skiläufer, die keinem Verein angehören oder angehören wollen, im Deutschen Ski-Verband bezweckt. Die Vereinigung, die überall den betreffenden Bauführern untersteht, soll durch Bereitstellung von Geldmitteln und Ausrüstungsstücken für die deutsche Jugend, die Pflege des touristischen und sportlichen Skilaufes und zugleich des deutschen Volksbewußt- seins zur seelischen und körperlichen Ertüchtigung ihrer Mitglieder beitragen. Für den geringen Iah- resbeitrag von 4 Mark (Ehefrauen 2 Mark) genießen die Mitglieder alle Vergünstigungen für Ski- Verbands-Mitglieder, wie Unfallversicherung, Teilnahme an Wettläufen, Fahrpreisermäßigung auf der Reichsbahn, Sonderzüge, Lehrkurse, Führungs- touren, verbilligte Unterkunft, Fachberatung, Vorbereitungskurse, Derkehrsberatung für alle Skigebiete usw. und sind außerdem als Vollmitglieder berechtigt, das Abzeichen des Deutschen Ski-Der- bandes zu tragen. Drerländer-polizeiboxiurmer in Berlin Bei dem internationalen Amateur-Boxturnier des Berliner Polizeisportvereins im Sportpalast zu Berlin, an dem sechs Deutsche, vier Engländer, vier Ungarn und die beiden kompfstärksten Italiener teilnahmen, wurden spannende Kämpfe geboten. Unter den 6000 Zuschauern bemerkte man zahlreiche Ehrengäste. Als iurnierfieger gingen zwei Deutsche und zwei Engländer hervor. Im Weltergewichts- kompf blieb der Berliner N i e tz s ch k e ko-Sicger über den deutschen Meister Franz (Düsseldorf), im Halbschwergewicht gab es den erwarteten Sieg des englischen Doppelmeisters Brennan über den Berliner Daniel nach Punkten. Einen weiteren eng- lischen Punktsieg landete der Schwergewichtler Fenner über den Italiener Sana. Im letzten Kampf kam der Berliner Hornemann im Mittelgewicht zu einem Punktsieg über den Ungarn Szigeti. Olympiasieger Jsmayr geschlagen. Olympiasieger Jsrnayr (München) mußte sich im Olympischen Fünfkampf am Sonntag eine Niederlage durch den Augsburger Mittelgewichtler Deutsch gefallen lassen. Deutsch brachte 1015 Pfund zur Hochstrecke, während Jsmayr auf 1005 Pfund kam. Auch ein Rekordversuch im beidarmigen Drücken von Jsmayr mißglückte; nachdem der Münchener 216 Pfund gestreckt hatte, stellte sich beim Nachwiegen heraus, daß 700 Gramm fehlten, so daß der Weltrekord keine Anerkennung finden kann. Kurze Sportnotizen. Einen Ueberfchuß von 16 000 Mark ergab das diesjährige 18. Deutsche Bundeskegeln in Frankfurt a. M. Der Deutsche Keglerbund über- wies aus dem ihm zustehenden Anteil an dem finanziellen Gewinn 1000 Mark der Stadt Frankfurt a M. zur Verwendung für wohltätige Zwecke und 1000 Mark an den Hilfsfonds für den deutschen Sport. Aufgelöst hat sich der Frankfurter Sportclub Rotweitz, da sich keine Möglich- feiten ergaben, die hohe Schuldenlast von 22 000 Mark abzutragen. Die Fußballmannschaft von Rotweiß wird unter dem gleichen Namen als Abteilung des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Frankfurt auch weiterhin in der Dezirksklaffe tätig fein. « Einen Tennis-Länderkampf der Junioren haben Deutschland und Italien für den 31. Dezember und 1. Januar nach Mailand oer- einbart. Zur Herren-Eiskunstlauf-Weltmei- ft e r f d) a f t, die am 17. und 18. Februar in Stockholm durchgeführt wird, haben bereits acht Natio- nen gemeldet. Deutschland, Oesterreich, Frankreich, England. Norwegen, Finnland, Amerika und Kanada sagten zu. * Dem Krefelder Boxer Klockhaus wurde auf Grund seines schlechten Kampfes gegen Meister Gustav Eder die Lizenz auf Lebenszeit entzogen. Als Hauptgrund für diese Maßnahme wird Feigheit angeführt. • Einen Europameistertitel errang der Hamburger Freistilringer Földeak bet den Europa- Meisterschaften im Freistilringen in Paris. Földeak besiegte im entscheidenden Treffen den Franzosen Arnaud nach Punkten. • Die Boxer der deutschen Reichswehr wollen sich 1934 auch an den Deutschen Boxmeisterschaften beteiligen, nachdem sie in diesem Jahre noch in Kassel ihre eigenen Meisterschaften ausgetragen hatten. Nucherfisch. — Volk in Gefahr. Der Geburtenrück- gang und seine Folgen für Deutsch- lands Zukunft. Herausgegeben von Otto Helmut. I. F. Lehmanns Verlag, München. 1933. 23 ganzseitige Bildtafeln mit Tert. Einzeln 1 Mk., ab 10 Stück je 80 Pf., ab 100 Stück je 70 Pf. — (478) — Das vorliegende Büchlein, dem Ministerialrat Dr. Gütt vom Reichsminifterium des Innern ein warmes Vorwort mit auf den Weg gibt, soll jedem Volksgenossen in eindringlicher Weise klar machen, wohin es führt, wenn wir weiter am Ein- und Zwei-Kindersystem festhalten. In überaus einprägsamen Bildern sind Geburten- und Sterbeziffern daraestellt, der trügerische (Seburtenüber- schuß, der Altersaufbau und die Vergreisung unseres Volkes, die Lasten, die die Kinderarmut dem Volke auferlegt, her Rückgang der ^oUroertiaen, die Zunahme der Minderwertigen, die Fruchtbarkeit der verschiedenen Reliaionsaemeinschaften, Rassen und Völker, das bedrohliche Wachstum von Deutschlands Nachbarn, die Folgen der Verstädterung und die Ursachen des Geburtenrückgangs. Wer sich die erschreckenden Zahlen und Bilder dieses Buches eingeorägt hat, wird von der ungeheuren Größe der Gefahr überzeugt, und er wird dgzu gewonnen, an feinem Teil mihuhelfen, daß es anders wird Die ngtionalfozialiftische Weltanschauung wird beim Einzelnen wie bei den gesetzlichen Maßnahmen des Staates dafür sorgen, daß hier Wandel geschaffen wird, zunächst ist es ober dringend nötig, daß das ganze Volk über die Größe der Gefahr aufgeklärt wird und daß es einsieht, daß es sich nicht nur um den Schaden für das Volk, sondern auch um , schwere Nachteile für den Einzelnen handelt, wenn I wir sterbendes Volk bleiben sollten, wie wir es I heule sind. Das Büchlein kann dank feinem billiges Preis auch in Massen verbreitet werden, es ist hier eine dankbare Aufgabe für Verbände aller Art, das ihre zur Aufklärung der Volksgenosien beiz» tragen. — Die Biologie im Leben der Gegen« wart. Don Prof. Dr. E. Lehmann, Tübingen. I- F- Lehmanns Verlag, München. Preis geh. 4.— Lwd. 5.— Mk. — (473) — Lehmann zeigt in treffenden Bildern die Vielseitigkeit der biologischen Arbeit und die sich daraus ergebenden Aufgaben für das Leben der Gegenwart. Besonders anziehend ist die Lektüre des Buches durch die vielen interessanten Beispiele aus dem Naturleben: wir hören vom Wirken geheimnisvoller Strahlen, vom Einfluß des Mondes, von Pflanzenherzen, von der Ernährung der Pflanzen, von Pflanzen- und Tierzüchtung, von der Zweckmäßigkeit im Tierkörper Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. wauführunq Hessen-Nassau. Frankfurt a-7N„ Taunosstraße 111, Telephon 32288. Bankkonto: Nassauische Landesbank, Frankfurt a. Girokonto 6200. Postscheckkonto. Frankfurt a. IN. 28100. usw. Aber im Mittelpunkt feines Buches selbst steht der Mensch; Menschwerdung, Geschlechterfolge, Perioden des Lebens, Auslese und Vererbung, Entwick- ‘ lung und Aufgaben der Rassenhygiene, das sind die Hauptprobleme der menschlichen Biologie. Die im Tier- und Pflanzenleben, so ist auch im Menschenleben das höchste Prinzip das Zuchtprinzip; sei e» die Erzielung höchster Ernten, sei es die Hochzucht der Haustiere im Dienste der heute wieder brennend gewordenen Frage der deutschen Selbstversorgung, immer i[t es die Biologie, die erste und wertvollste Vorarbeit leistet. Auf das politische Leben übertragen, ist das Zuchtprinzip Pflege der Rasie, die der Nationalsozialismus als oberste feiner Aufgaben er- könnt hat; die Biologie ist somit zu einem Kernstück der nationalsozialistischen Weltanschauung geworden und muß Allgemeingut des deutschen Volkes werden. Die biologische Schulung ist die Grundlage der Er- ziehungs- und Lebenskunde im neuen Staat! Dazu ist notwendig, daß ihr auch die Schule größere Aufmerksamkeit schenkt. Bei der großen Bedeutung der Biologie für die Erneuerung unseres Staatslebens und für die rassische und sittliche Wieder- gebürt des deutschen Volkes sollte jeder Gebildete Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Ein Wunsch vom professoren-Eck. Als vor einigen Jahren die Stadtgrenzen erweitert wurden, hatte diese Maßnahme für die in den Außenbezirken angesiedelten Einwohner bedeutende und ungerechte Auswirkungen auf finanziellem Gebiet zur Folge. Diese Bewohn-'r wurden nun zur Zahlung von städtischen Straßen- reinigungsgebübren herangezogen. Es bestand s. Zt. und besteht heute noch vielfach die Vermutung, daß die Verlegung der Stadtgrenzen vorwiegend hem Zwecke dienen sollte, der Stabt neue Einnahmequellen zu erschließen, womit die betr. Siedler bei Baubeginn nicht gerechnet hatten und nicht rechnen konnten. Dies umso weniger von den Bwohnern der Siedlung am Professoren-Eck, da diese ganz abgeschlossen weit von der Stadt entfernt liegt. Die dortige Grünberger Straße und Rödgener Weg wurden vor der Grenzerweiterung (als dieses Ge- biet noch zum Kreis gehörte) auch nicht gereinigt und waren trotzdem gerade so sauber, wie heute. Das liegt daran, daß schon der Wind, wie auf anderen Kreisstraßen auch, die Straßen sauber macht. Damit die betr. Bewohner merken sollen, da für die Straßenreinigungsfoften etwas geschieht, fuchteln alle paar Wochen zwei Mann mit ihren Besen da herum, wo gar nichts zu reinigen ist. Es darf erwartet werden, baß ber neue Stadtrat die Bewohner, die alle nicht auf Rosen gebettet sind, von diesen unnötigen Kosten künftig befreien wird und die Reinigung wieder, wie früher, der Natur überlassen bleibt. Ganz besonders ungerecht wird es empfunden, daß in der Stabt die Höhe der Gebühren nach dem gleichen Modus berechnet wird, obwohl dort die Reinigung in viel kürzeren Seit- abftänben erfolgt. K G ■ä (t im Rücken <190D llllllllllllllllllllllllllllllllllll Mittel zum 1 NMA Ich rate Ihnen, gehen Sie mal zu Markt 1« 7117 A Es gibt auch gute Einreiben, z. B.: Rheuma-Sensit Po-Ho-Fluld Karmelitergeist Carmol, Amol und sonstwp? - Ja, liebe Nachbarin, das kann Rheuma sein, ganz gewöhnliches Rheuma. — Hab' ich auch schon gehabt Da hilft ein Katzenfell, das man auf der Haut trügt Winterhoff hat diese Felle schon von 75 Pf. an. Für daheim u. draußen die schöne, kleidsame und gesunde Kubier Kleidung. Sie läßt sich strapazieren, verlangt keine Pflege und ist die vorteilhafteste, neuzeitliche Kleidung für groß u. klein, zumal sie nicht teuer kommt Kleiden audt Sie sich und Ihre Drogerie Mr wzplatt 10 Uichf warten! Vorbeugen mit Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. November, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. NIEDERHAUSEN lahnhofstraSe gegenüber Notel Schütz. I MWIWUMMM Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Marie Wagner, geb. Euler. Gießen (Nordanlage 3). den 26. November 1933. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Berichtigung. In der Nachrufsanzeige für Herrn Senatspräsident i. R. Eduanl Holzaplel Ist ein bedauerlicher Druckfehler unterlaufen. Die Unterschritt der Hinterbliebenen an zweiter Stelle lautet richtig: Emilie Strack, geb. Holzapfel. StrifcheMche Mittwoch, Donnerstag, Freitag ff. Schellfische, 2eelachS, Brafschell- fische, grüne Heringe, schollen SoDllon o. 8.. Bluno 25BI.1 MöDotld 0.1. BIP. 25 BI. / C‘Ü,CT Richard Grünewald vahnbofltr. 27 een? Fernruf 3631 Am Totensonntag wurde mein lieber Mann, unser lieber, unvergeßlicher Vater. Schwiegervater. Grobvater. Schwiegersohn und Schwager Peter Wagner im Alter von 73 fahren durch einen sanften Tod von seinem langen, schweren, mit grober Geduld ertragenem Leiden erlöst. KüblerlÜ£i£uH Spezialhaus Frdr.Teipel Husten, Katarrh Asthma, alter Schleim. 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