et» rfen be« rt. pen °" L WOW 11111 Ml n, KSSip »Al5™61«»-« Hun-rs beS Stabt' £7 ^Mfew/atzes) StamnM an L/e Meichnenöen Steh Weiche Angebote doch, den u.Nv» br, bei bei Düigei' emzmeichen. -hobex 1933. l«mC V..vi.Teiö, miiion. >°n 1000-1200 Lent. ■obmift) soll im Rege Anerbietens vergeben I aus demselben Dege cr. 500 Zentner Dung- rrgeben werden, beschlossen und mit der gsubmission" bis zum 1 . November 1933, vor« 19610 Ubr len. In den Angeboten sein, ob die Lieferung : frei Bahnhof Sieben Imi»D 4. Oktober 1933. Erektion ?il= und MgeanM - Sieben. 116 Zo"’ü?u”' CB‘ nc | H iS 1/ iura INI ry} W S\iX ti \w rjLp W«/ M Nr. 253 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 28. Oktober 1955 Genossenschaftliche Arbeitsbeschaffung. Don Dr. W. Kunze, präsidialmitglied des Reichssiandes des deutschen Handwerks und Handels. Die Arbeitsbeschaffung ist heute Aufgabe aller Spitzenverbände der Wirtschaft. Auch der Deutsche Genossenschaftsoerband hat sich zur vornehmsten Aufgabe seines Wirkens die praktische Mithilfe durch genossenschaftliche Arbeitsbeschaffung gemacht. Wenn man die Genossenschaft als Funk- tion aller der Berufsstände, die sie umfaßt, betrach, tet, so liegt ihr heute die besondere Pflicht ob, den gewerblichen Mittelslandskreisen und darüber hinaus großen Bolksteilen Arbeitsmöglichkeiten zu geben. Biele Kreise der kleinen und mittleren Unternehmer haben weder die Möglichkeit, ihre Aufträge unmittelbar finanziert zu erhalten, weil sie nicht über das nötige Eiaenkapital verfügen, noch die bankmäßigen — gewöhnlich hypothekarischen — Sicherheiten zu stellen in der Lage sind, noch kön- nen sie sich überhaupt an irgendwelchen größeren öffentlichen Aufträgen beteiligen, weil sie durch die Wirtschaftsschrumpfung der letzten Jahre so mitgenommen sind, daß ihnen die notwendige Produktionskapazität fehlt. Hier ist es nun Aufgabe der Genossenschaft geworden, helfend und vermittelnd einzugreifen. Durch Bildung von Lieferungsgenossenschaften ist der Weg gezeigt, diese unhaltbaren Zustände im gewerblichen Mittelstand zu überbrücken und dadurch ihm die Möglichkeit zu geben, an die Arbeitsbeschaffung heranzukom- men. Eine solche Lieferungsgenossenschaft verfolgt zwei wichtige Gesichtspunkte: Einmal durch Zusammenschluß von gewerblichen Unternehmungen, die vollkommen ihre Selbständigkeit behalten, die Möglichkeit zu bieten, an große, öffentliche Aufträge, wie sie heute durch Reich, Länder und Gemeinden vergeben werden, heranzukommen. Handelt es sich z. B. um eine Lieferungsgenossenschaft eines bestimmten Gewerbezweiges, z. B. des Schneide r g e w e r b e s , wie sie heute in der Reichs- lieferungsgenossenschaft für das Schneidergewerbe besteht, so ist hierdurch die Möglichkeit gegeben, Großaufträge der Reichswehr, Reichspost, techni- schen Nothilfe, Wohlfahrtsämter usw. an Uniformen und Anzügen systematisch zu sammeln und an die einzelnen Unternehmer der Genossenschaft entsprechend ihrer Produktionskapazität zu verteilen. Bei dieser Verteilung kann und muß die Genossenschaft den Qualitätsgedanken obwalten lassen, das heißt, sie wird nur diejenigen Meister einbeziehen, die ihr eine Gewähr für gleichwertige Arbeit geben. Gleichzeitig wird aber auch dem öffentlichen Auftraggeber ein wesentlicher Vorteil dadurch eingeräumt, daß er es nur mit einer Stelle bei der Veraebung zu tun hat, die ihm auch eine Garantie für Lieferung ordentlicher Arbeit gibt. Es wird also der Verwaltungsapparat wesentlich entlastet, und gleichzeitig werden für viele notleidende Kreise des Unternehmertums laufend Auftragsmöglichkeiten gegeben. So konnte die Reichslieferungsgenossenschaft des Schneidergewerbes durch ihr systematisches Wirken vielen Berufskollegen wieder Arbeit und Brot schaffen. Es darf gerade bei den Kleinunternehmern in Handwerk, Handel und Gewerbe nicht verkannt werden, daß diese größtenteils seit Jahren schon die Arbeitslosigkeit mit getragen haben, ohne daß sie Unterstützungen erhielten; mit anderen Worten, es hat sich das Arbeitslosenheer nicht allein auf Arbeitnehmer-, sondern auch auf Arbeitgeberkreise ausgedehnt, die heute wieder von vorn anfangen müssen, ihre Existenz aufzubauen. In dieser Aufbauarbeit ist die Genossenschaft ein wesentlicher Helfer, weil durch ihre Rechtsform und durch den besonderen Drganismus-Aufbau die Möglichkeit gegeben ist, Kredite zu beschaffen. Der zweite Vorteil der Genossenschaft ist also, daß sie bei der Auftrags- beschafsung in eine Vorleistung eintritt, die dem einzelnen Unternehmer bei seiner prekären wirtschaft- lichen Lage heute in der Regel nicht gegeben ist. Wird die Genossenschaft zielbewußt und orbnungs- I- ■ggg— Das Wunder der Einfalt. Von Wilhelm Schäfer. Als die Russen nach Bernburg kamen, dort einen Rasttag zu halten, war dies ein Sonntag; und manche von ihnen, wie sie die Kirchgänger sahen, machten sich sauber, auch nach den Glocken zu gehen. So sah der Hofprediger Krummacher, als er die Kanzel bestisg, die Hofkirche, statt sonst feit dem Krieg nur mit Frauen, Kindern und Greisen, mit bärtigen Männern gefüllt, von denen kaum einer Deutsch kannte, und die überdies eine andere Kirche gewöhnt waren als die lutherische Einfachheit, darin sie nun sahen und standen, auch ihren Sonntag zu haben. Die bärtigen Männer hatten dem brausenden Klang der Orgel gelauscht und zum Kirchengesang nur mit dem Mund stumm dagesessen; ihre Augen aber hatten sich groß aufgemacht in die Ferne, wo sie selber zu fingen gewohnt waren. Und weil die Töne zwar in den Noten und die Worte zwar in den Buchstaben angepflöckt sind, aber das Wunder des Sanges ist über den Worten und Tönen, wie der Himmel über der Erde; weil der Himmel wohl mit Worten gesagt werden kann, aber die Augen schauen hinein und brauchen das Wort nicht, die Seele mit Glanz und Größe zu füllen; weil Glanz und Größe wohl in ein Menschenherz fallen, aus Demut Ehrfurcht zu wecken, aber sie selber gehören ihm nicht, wie der Blitz nicht dem Schrecken und das Sonnenlicht nicht der Blume gehört, die ihren Kelch zu ihm wendet; weil die Gottheit nur dessen bedarf, was ihr in Gläubigkeit zugewandt ist: so hatten die bärtigen Männer in Bernburg schon ihren Sonntag geha 1, als der Orgelklang und Gesang schwieg. Wie nun aus seinem Gehäuse der Prediger kam, bJe Treppe hinan auf die Kanzel zu steigen, wie er in seinem schwarzen Gewand oben allein in dem braunen Holz stand, wie seine Stimme zu sprechen begann in dem leer hallenden Raum, der eben noch von den brausenden Klängen erfüllt war: da staunten die russischen Krieger zuerst seine Tollkühnheit an, mit Worten allein die brüllende Orgel und den starken Gesang zu beschwören. Es war aber Krummacher kein Buchstabenchrist, , ängstlich am Wort zu kleben, und kein Deutler, spitzfindig daran zu klügeln. Er wußte, daß Gott im Säuseln des Windes, im Sternglanz und in der Röte am Morgen namenlos ist, und daß ein Sinnbild, eine Parabel ihn eher begreiflich zu machen vermögen als je ein Wort der klugen Vernunft. Als darum die fragenden Augen der fremden Män- gemäß geführt, so werden die maßgebenden Kreditstellen, die heute die Genossenschaften in ihren eigenen Kreditorganisationen, an der Spitze auch die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse, besitzen, ohne weiteres in eine Finanzierung derartiger öffentlicher Aufträge eintreten. In diesem Rahmen, der also auf genossenschaftlicher Basis steht, kann der Unternehmer bei der Kreditierung seines Auftrages wesentlich die Bedenken gegen Hergabe eines Wechsels, die er in der Regel immer noch besitzt, zurückstellen, weil sich die Genossenschaft stets von dem Gesichtspunkt der individuellen Behandlung eines jeden Genossen, die sich also nickt nur auf eine geschäftlichen, sondern auf seine gesamten per- önlichen Verhältnisse bezieht, leiten läßt. Wir müs- en uns darüber klar werden, daß die großzügige Arbeitsbeschaffung, die heute das Reich im Auge hat und die sich letztens auf Milliarden-Beträge erstreckt, zukünftig vermehrt durch Wechsel- ziehung finanziert werden muß. In dieser Hinsicht werden die Kreditgenossenschaften als wahre Polksbanken wirken können. Neben dem Schneidergewerbe ist in letzter Zeit auch im Schuhmacher- und Sattlergewerbe der Gedanke einer Reichslieferungsgenossenschaft akut geworden, um auch hier zu Sammel- aufträgen zu gelangen und diese in die weitesten Kreise der Schuhmacher und Sattler zu verteilen. In gleicher Richtung arbeitet heute der Reichsoer- band für das Deutsche Steinmetz-, Pslaste- r e r - und Straßenbaugewerbe gemeinsam mit dem Deutschen Genossenschaftsverband, um durch Gründung einer Reichslieserungsgenvssenschaft mit 300 000 Mark Eigenkapital und 600 000 Mark Haftsumme sich an den Aufträgen für Reichs- autobahnen beteiligen zu können. Es handelt sich in diesem Falle ebenfalls um ein großzügiges, auf breitester Basis des Berufsstandes ruhendes, genossenschaftliches Unternehmen. Auch das Baugewerbe, das als Schlüsfel- aewerbe erhöhte Bedeutung in der Arbeitsbeschaffung erhält, hat den Gedanken der Lieferungsgenossenschaft bereits feit 1924 durch Gründung von Handwerkerbaugenossenschaften Der- wirklicht. Diese Handwerkerbaugenossenschaften, die sich ausschließlich bisher mit der Erstellung von Kleinwohnungen und Eigenheimen, sowie gewerblichen Siedlungen beschäftigt haben, sind heute bei größeren Objekten sehr vorteilhaft für In ft and- setzungsarbeiten einzusetzen, zumal sie einen Teil der in der Regel offenstehenden und nicht durch öffentlichen Zuschuß gedeckten 80 v. H. finanzieren helfen. Gerade bei der Frage der Restfinanzierung bei Instandsetzungsarbeiten spielt die Frage der Gründung von besonderen Instandsetzungsgenossenschaften eine wichtige Rolle. Die gleichen Gesichts- punkte spielen zur Zeit auch für Aufträge aus der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserbranche eine maßgebende Rolle. Neuerdings greift auch die Industrie zur genossenschaftlichen Selbsthilfe. Wirkt also der genossenschaftliche Gedanke bei diesen Beispielen in rein branchenmäßiger Richtung, so hat der DGB. auch die regionale Betätigung der genossenschaftlichen Arbeitsbeschaffung ins Auge gefaßt. So wurde in Ostpreußen eine Zentrallieferungsgenossenschaft aus den maßgebenden Handwerkszweigen gegründet, die in engster Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Königsberg steht. Die Handwerkskammer sammelt durch ein besonderes Beschaffungsamt alle nach Königsberg anfallenden Aufträge, vergibt sie an diedie Zentrallieferungsgenvssenschast, die sie ihrerseits an die einzelnen Berufe vertelt. Auch in diesem Falle erfolgt die Vorfinanzierung durch die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Wenn die Deutsche Reichshandwerkswoche für den Kleinauftrag geworben hat, fo stellen fick die gewerblichen Genossenschaften mit voller Ueberzeu- gung hinter diesen volkswirtschaftlich wertvollen ner an seinem Mund hingen, und Krummacher fühlte, er hatte nicht einmal Sinnbilder für sie, weil jedes Wort, das er sagte, den lauschenden Ohren frember war als Holz und Stein ihren Augen: überfiel den frommen Mann feine Ohnmacht, an ihre Herzen zu rühren, fo arg, daß er mit seiner Predigt verzagte. Er hatte sich aber den Text gewählt, wie Jesus den Jüngling zu Nain durch sein Wort von den Toten erweckte. Und weil der Krieg, der die fremden Uniformen der Russen in seine Kirche gebracht hatte, über den Frauen, Kindern und Greisen grausamer war mit seiner Sorge und Not, so daß sie des Trostes mehr als jene der Tröstung bedurften, auch weil ihm zu predigen sonst eine Lust war, nicht anders, als einem Springbrunnen sein Strahl eine Lust ist: so trat er trotzdem mit Tapferkeit ein in seine Predigt und dachte gläubig, daß auch der Springbrunnen keinen Tropfen ins Licht zu werfen vermöchte, der nicht mit Tau und gütigem Regen der Erdentiefe vorn Himmel geschenkt wäre. Er sprach, das Wunder zu Nain begreiflich zu machen, vom Wunder des Lebens, das nie und nirgends entstünde, es sei denn Tvtenerweckung, und daß der Tod selber auch nur ein Teil des ewigen Lebens, gleichsam der Schlaf sei, aus dem sich das Dasein neu und gestärkt am Morgen erhöbe. Er sagte das vornehmlich für die Frauen, denen der Krieg die Männer fortgerafft hatte, und niemand wußte: lebten sie noch? und tarnen sie wieder? Und weil er wohl fühlte, daß solche Worte allein den Bangen kein Trost wären, sprach er noch von der Wirklichkeit und dem kärglichen Umkreis der Sinne: Ist denn nur das in der Welt, was wir sehen und hören? fragte er laut in die Leere. Wie könnten sonst diese Männer aus Rußland in unserer Kirche dasitzen und doch ihrer Heimat gewiß sein? Darüber geschah es dem Hofprediger Krummacher, der ein getreuer Christ und wackerer Prediger war, daß eine Erscheinung ihm die Gedanken verwirrte: Er sah die Witwe zu Nain daliegen auf ihren Knien, wie sie die Hände ausstreckte nach dem Erlöser. Aber ihr flehendes Herz wollte nicht Worte der Tröstung von ihm, sondern den einzigen Trost, daß ihr Kind lebte; und der Herr gab ihr, was sie verlangte, fo daß sie den Jüngling aufstehen sah vor ihren Sinnen. Da sah er, daß feine Tröstung kein Trost war: Sie hören mir zu, weil ihre Sorge bloß das Bittersalz ist ihrer gläubigen Hoffnung. Sähen sie ihre Männer daliegen, tot auf der Bahre, wie die Witwe zu Nain ihren Sohn liegen sah: sie würden hadern mit meinen Worten, wie die Witwe mit Jesus gehadert hätte, wenn er die Tat nicht vermochte. Ihre eigene Gläubigkeit ist cs, die meine Gedanken und werden sich weitgehend an der Mobilisierung des Klein st anftrages durch Werbung in den Kreisen ihrer Genossen beteiligen. Heute gilt es, das Prinzip der Vorleistung auf wirtschaftlichem Gebiete praktisch werden zu lassen, um ftber die nächsten Monate hinwegzukommen und die Arbeitslosigkeit mit Stumpf und Stiel auszurotten. Bei dieser nationalen Aufgabe wird der Deutsche Genossenschaftsverband mit seinen gewerblichen Genossenschaften jederzeit tatkräftig Mitarbeiten. Das lrojanischepserd bei derikischeiipserde Lotterie In Dublin hat jetzt wieder die Ziehung für die berühmte „Irish Sweepstake" begonnen. Als Motiv bei der Propaganda war diesmal das „trojanische Pferd" gewählt, mit dessen Hilfe einst die listigen Griechen Troja eroberten. Die Lotterie steht bekanntlich durch einen eigenartigen Verlosungsschlüssel jedesmal im Zusammenhang mit den großen englischen Rennen. Tausend Metten in Angola. Von Or. Paul Rohrbach. Luati, den 30. September 1933. Der Streckenmesser an dem Auto, mit dem uns unser hafenbauender und konsularischer Gastfreund, Herr Bilfinger, durch Angola gefahren hat, zeigte gestern abend vor der Veranda „Voßberg" 997 englische Meilen seit der Abfahrt von Lobito am 20. September. Voßberg liegt im Luati-Bezirk im Hinterlande von Luanda, und gehört einem Herrn 0. Kleist aus Pommern. Im Kleistschen Wappen stehen zwei Füchse, daher der Name dieses afrikanischen Besitzes mit 80 000 Kaffeebäumen. Auf einem Ehrenplatz im Wohnzimmer steht, silberglänzend, die hohe, friderizianische Offiziers-Parade- mütze des Kaiser-Alexander-Gardegrenadier-Regi- ments. In den Jahren nach dem Zusammenbruch, als es in Deutschland für Männer alter Gesinnung besonders traurig aussah, tat sich eine solche Gruppe zusammen, und wanderte, da alle anderen Länder, namentlich die alten deutschen Kolonien, noch gesperrt waren, unter Führung eines bewährten Ostafrikaners, nach Angola aus, um hier Baumwolle nach ostafrikanischem Muster zu pflanzen. Die Baumwolle gedieh hier aber nicht, und nach einigen Jahren der Enttäuschung wandte man sich dem Kaffeebau zu, der besser einschlug. Die frühere Gesellschaftsform besteht nicht mehr, wohl aber die nahe Nachbarschaft dieser ersten deutschen Nach- kriegssiedler in Angola. Auch unser augenblicklicher Gastfreund, Herr v. Kleist, gehört zu ihnen. Die Zahl der Angoladeutschen, einschließlich der Familienglieder, ist heute auf über fünfhundert angewachsen. In zehn Tagen haben wir aus unsrer Hochlandsrundfahrt eine ganze Anzahl topischer Betriebe fennengelernt und unsre Füße unter manches wackeren Landsmannes Tisch gestellt. Luati, das zuerst von den Deutschen ausgesuchte Gebiet, liegt nur zwischen 1000 und U0(T Meter hoch, trägt also in so starker Aequatornähe noch halb tropische Züge und ist nicht frei von Malaria. Trotzdem gibt es hier d i e meisten deutschen K Inder. Man hilft sich beim Schulunterricht in der Weise, daß eine Familie eine Lehrerin kommen läßt und die Nachbarn ihre Kinder mit dazuschicken. Das Rote Kreuz hat hier eine Krankenschwester stationiert und ein kleines Hospital, drei Betten enthal- tend, eingerichtet. Es heißt, sie sind fast immer belegt. Worte gleichwohl zum Trost macht. Schwiege ich, sie würden genau so gewiß sein! Indessen ihm seine Rede noch weiter ging, als sähe sie nicht die Leere vor ihren Füßen, verzagte der Hofprediger Krummacher zum anbernmal an der Ohnmacht seiner Worte. Die einen brauchen mich nicht, und den andern bin ich nur ein Geräusch in der Leere! klagte sein Herz und sah die fragenden Augen der Frauen, Kinder und Greise nicht anders auf sich gerichtet, als die der bärtigen Männer: Alle Kelche der gläubig geöffneten Seelen sind dem Sonnenlicht zugewandt; nur meine Worte sind das Sonnenlicht nicht! So sehr war ihm die Lust an dem Springbrunnen seiner Predigt vergangen, daß der dünne Strahl seiner Stimme zerbrach. Je schwerer ihm seine Zunge wurde, die stürzenden Worte zu raffen, um fo hitziger begann er auf feiner Kanzel mit beiden Händen danach zu greifen, fo daß er den fragenden Augen zuletzt nur noch ein schlechter Schauspieler war, der seine Rolle vergaß. Doch als der Hofprediger Krummacher schon meinte, beschämt aufhören zu müssen mit seiner Predigt, hörte er hinter sich Schritte, als käme jemand die Treppe herauf; und als er sich tief erschrocken umwandte, hatte sich einer der russischen Männer den Weg zur Kanzel gesucht und stand da mit treulichen Blicken. Nit, Kamerad! sagte er lächelnd mit allen Falten seines Gesichts und ahmte mit täppischen Händen seine Bewegungen nach, wie er nach Worten griff in die Leere. Und wies mit dem Finger über die fragenden Augen der Frauen, Kinder und Greise, auch seiner Kameraden hinweg nach der Orgel: Do, do! sagte er einfältig und hatte nichts Böses im Sinn, daß er so arg den Gottesdienst störte. Dem Hofprediger Krummacher war es nicht anders, als wäre ein Engel ihm da zu Hilfe ge- kommen; und ob es ein bärtiger Russe in seiner Uniform war: er spürte das Wunder der Einfalt und wie es in feine zerbrochenen Worte die Tat brachte. Und kaum anders als die Witwe zu Nain dem Erlöser, sank er dem Helfer in dankbarer Gläubigkeit zu. Wir fingen: Lobet den Herren! sagte er klar in die Kirche hinein; und mit dem Zeigefinger des Russen nickte er glücklich hinauf zur Bühne, wo er die Augen des Organisten kaum noch fragend auf sich gerichtet sah. Und als der Strahl der Orgel auffprang, stärker als je eine Stimme, als der Gesang der Frauen, Kinder und Greise sich gläubig in seinen schäumenden Fall mischte, fang der Hof- Prediger Krummacher mit auf der Kanzel, dankbar der Gnade, die mit Tau und gütigem Regen der Erdentiefe vom Himmel geschenkt war. Oer Traum bringt es an den Tag. Eine zu Nicco in der Nähe von Spezia lebendü Dame, Frau Mazzachiodi, meldete vor mehr als einem Monat der Polizei, daß in ihrem Hause ein» gebrochen worden sei und daß einige Kleidungsstücke gestohlen worden seien, von denen eins in einer Geheimtasche Geld, zwei goldene Ringe und eine goldene Kette enthielt. Die Polizei versuchte vergebens, den Dieb aufzuspüren. Eines Nachts hatte Frau Mazzachiodi einen Traum, in dem ihr ihre Groß- mutter erschien und ihr befahl, nach der Kirche der Salesianer in Spezia zu gehen, wo sie ihre Schmucksachen wiederfinden werde. Sie legte diesem Traum zunächst keine Bedeutuna bei, aber bas Bild der Großmutter ging ihr nicht aus dem Sinn, und sie fühlte sich magisch nach der Kirche hingezogen. Sie begab sich daher schließlich nach dem Gotteshaus, natürlich ohne eine Ahnung, wo sie dort nach den gestohlenen Sachen suchen sollte, und sie wollte sich bereits enttäuscht entfernen, als sie plötzlich eine Statue des heiligen Antonius, der das Jesuskind hielt, auf einem Altar erblickte. Sie kniete vor dem Heiligen nieder, um einige Gebete zu sagen, und dabei stellte sie fest, daß ihre Kette an einem der Aerrnchen des Christuskindes hing, und die beiden Ringe an seinen Fingern steckten. Sie begab sich zur Polizei, teilte ihr mit, was sie gesehen und ließ sich von zwei Schutzleuten nach der Kirche begleiten, die den Küster ausfragten. Dieser gab an, er habe die Schmucksachen vor einigen Wochen auf einer Betbank gefunden und gedacht, sie seien als Opfer zu- rückgelassen worden; daher habe er mit Kette und Ringen das Christuskind geschmückt. Die Dame erhielt daraufhin ihre Schmucksachen wieder. Zeitschriften. Anläßlich der Zehnjahrfeier der neuen Türkei hat die Leipziger „I 11 u ft r i r t e Zeitung" (Verlag I. I- Weber) eine stattliche Sondernummer heraus- gebracht, die sich mit den Wandlungen und mit der heutigen Lage in der Türkei auseinandersetzt. Ausführliche Berichte über Land und Leute, Wirtschaft und Verkehr, Kunst und Frauenleben, Gesundheitswesen und jeglichen Kulturfortschritt geben ein um- fassendes Bild von den Veränderungen, die sich unter der Führung des Gasis Mustafa Kemal in der Türkei vollzogen haben. Zahlreiche, zum Teil mehrfarbige Bilder illustrieren die vielseitigen Textbeiträge. Reichspräsident v. Hindenburg und der tür» kische Ministerpräsident Ismet Pascha gaben dem Heft Geleitworte auf den Weg, — wohl ein Beweis für die Bedeutung, die dieser Sonderveröffentlichung zugemessen wird. Aus der Provinzialhauptstadt Km tag unö Freitag 20 bis 21 Uhr, Gauleiter Sprenger den Hauptgüterbahnhof Frankfurt ersten Kartoffelzug d Dr. Harth, firetolriter, Gießen." Volksabstimmung am 12 November 1933. heutigen Samstag, 20.15 Uhr, findet Im Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. Gaufnhrung Hessen-Nassau. Jranffurt a. 21L Taunusstrahe 111, Telephon 32288. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 28100. Bankkonto: Nassauische Landesbank, Frankfurt a. HL Girokonto 6200. Das Beispiel. .Worte sind Hmcrge, Taten find Riesen." Eine tiefe Wahrheit liegt in diesem «atz, der das Beispiel als das wichkigsle Erziehungsmittel fordert. Und wahrlich: Gibt es ein besseres Zeugnis für einen Ehrenmann als dieses: Er gab den Seinen stets ein gutes Beispiel? Und ist nicht jenes andere Wort: Richtet euch nach meinen Worten, aber nicht nach meinen Taten! das beschämendste Urteil, das ein Heuchler sich ausstellen kann? Wenn aber das gute Beispiel, also das Vorbild, schon von jedem Menschen, der den Namen Mensch wirklich mit Recht tragen will, gefordert werden muß, wieviel mehr muß es das Lebensziel eines Christen fein. Das gute Beispiel in der Erziehung ist das beste Erziehungsmittel. Kindesaugen beobachten scharf. Und Goethe hat schon recht mit seinem ernsten die jetzt in großer Anzahl ftattfinben, Aufschluß. Kein Volksgenosse soll über den großen Ereignissen unserer Tage die Verinnerlichung und Veniefting seiner Hinneigung zum großen sittlichen Prinzip der nationalsozialistischen Idee vernachlässigen. Die Ns.-Dolkswohlfahrt kümmert sich nicht nur um die gegenwärtige Not, sondern um die Erhaltung des deutschen Menschen und seines Stammes mit dem Blick über die Jahrhunderte. Jeder gute deutsche Mensch muß sich daher zu dieser vom Fuh- rer eingesetzten Organisation hinfinden. Treugelöbnis Stevens für den Führer 3m Anschluß an die große Kundgebung In der Volkshalle hat Sreisleiter Dr. Harth zwei Telegramme an Reichskanzler Adolf Hitler unö Reichs- statthalter unö (Bauleiter Sprenger gerichtet, die folgenden Wortlaut haben: „Reichskanzler Adolf Hitler, Berlin. Aus überfüllter Kundgebung mit Relchsstatthalter Wagner gelobt Ober Hessen» Hauptstadt unverbrüchliche Gefolgschaft im Ringen um Frieden und Gleichberechtigung. Dr. Harth, Kreisleiter in Gießen." „Reichsst a t thalter und Gauleiter Sprenger, Frankfurt. 3n überfüllter Kundgebung mit Reichsstatthalter Wagner In Oberheffens haupstadt ist der Kreis Gie- ßen eins mit seinem (Bauleiter im Ringen de» Füh. rer» um Frieden und Gleichberechtigung. AiiiorMeTendenzeniMMwegischenWahilamps Don unserem t-Serichterfiafter. cl|lc„ -..... • o - 0 des Winterhilfs Werks in Empfang nehmen. Vertreter der Landbevölkerung, an ihrer Spitze der WHW.-Führer de» Kreises Friedberg, werden den festlich geschmückten Zug in den Bahnhof geleiten. Relchsstatthalter Sprenger übergibt die Spende der Gaufuhrung des WHW. Hessen-Nassau. Die Frankfurter Hede des Führers im Südwestfunk. lerrebe. „ Ortsgruppe Gießen »Ost : heute sams- tag, 20.30 Uhr im Eaf6 Leib. Ortsgrupp Gießen - Nord: Dienstag, 31.Oktober, 20.30 Uhr, öffentliche Kundgebung im EafL Leib. Kreisleiter Thiele (Biedenkopf) spricht über „Gleichberechtigung, Arbeit und Frieden". NS.-Beamten-Abteilung, Kreis Gießen: Der Schulungsabend vom 1. November ist auf Montag, 13. November, 19 Uhr, verlegt worden. Ortsgruppe Gießen Ost: Die Sprechstunden der Ortsgruppenleitung finden Montag und Freitag von 18 bis 19 Uhr, Mittwoch von 21 Saale des Last Leib e'ne weitere öffentliche Kundgebung zur Volksabstimmung am 12. Jloomber statt. Die Rede de» Abnds wird von Prof. Frey- t a g (München) über da» Thema „Der 12. November — ein Schicksalstag der deutschen 3ugenb" gehalten. Bei der Kundgebung wird auch die Gießener Hitlerjugend mitwirken. Eintrittspreis 20 PU für Er- werbslose 10 Pf. NSDAP. Die Nationalsozialistische Kriegs, opferversorgung, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am morgigen Sonntag, 16 Uhr, im Cafä Leib ihre General-Mitaliederversammlunm Ausgabe von Mitgliedskarten. Uebertragung der Relchskanz- Samstag von 14.30 bis 16 Uhr statt. Von der Hitlerjugend. Die Pressestelle des Oberbanne» der Hitlerjugend teilt mit: Am Donnerstagabend fand in den Räumen der Oberbannführung der Hitlerjugend in Friedberg die feierliche Einführung des neuen Oberbannsührers, bisher Oberjungbannführers, Rupprecht Hainer, statt. Der Gebietsführer Kramer war persönlich anwesend. Dieser dankte dem scheidenden Oberbann- führer Seifert für seine bisherige Arbeit, die Oberhessen um ein gutes Stück vorwärts gebracht hat. Oberbannführer Seifert wurde als Führer des Oberbannes Frankfurt berufen und ist zugleich stellvertretender Gebietssuhrer. Auch der bisherige Schulungsleiter des Oberbannes Oberhesfen, Willi Ruder, wurde al» Schulungslciter in da» Gebiet Hessen-Nassau berufen. Für Rupprecht Hainer wurde als Oberjungbannführer Herrn. Philippi bestimmt. Der Gebietssührer gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch unter der neuen Führung Ober- Hessen an der Spitze der Oberbanne de» Gebiete» Hessen-Nassau marschieren möge. Stahlhelm BdF. Antreten der Reserve Sonntag um 8 Uhr am Stahlhelmheim. Boelcke-Gedentfeier im Gießener Flughafen. An der Oswald-Boelcke-Gedenkfeier im Flughafen Gießen am Sonntag, 29. Oktober, 11 Uhr, beteiligen ich außer der Flieger-Ortsgruppe Gießen im Deutschen Luftsportoerband die Segelsliegergrupp« des 115, Abordnungen der SA., SAR., So. und der Polizei. Die Feier beginnt pünktlich um 11 Uhr. Als Einleitung spielt der Musikzug der SA.-Reserve unter Leitung von Kapellmeister Hermann» „Ase» Tod" aus Per Gynt von Grieg. hierauf folgt die Ansprache des Führers der Flieger-Orts» gruppe Gießen Graf zu Solms-Laubach. Der Ansprache folgt ein Vers des Deutschland- un> ein Vers des Horft-Wessel-Liedes. Der Badenweiler» Marsch beschließt die Feier. Anschließend wird der Musikzug der SA.-Reserve einige alle Marsche bringen; die Flugzeugführer werden im Geschwa» derverband starten und alsdann noch Runftfluge vorfuhren. Alle Freunde und Förderer der Deutschen Luftfahrt sind zu der Gedenkfeier eingelahen. Auwbusoerbindung 1030 Uhr ab Ludwigsplatz. Morgen find sämtliche in Gießen stationierte Flugzeuge am Platze. Es ist Gelegenheit zu Ruiüt- (lügen geboten. Die Flugpreise betragen für Erwachsene 5 Mark, für SA., SS-, Stahlhelm 4 Mark. Mlitärkonzert für die Winterhilfe. Zugunsten de» Winterhilfswerke» findet am Donnerstag, 2. November, 20.15 Uhr, im Casö Leib ein große» Mllitärkonqert stcttt, da» von dem Munkkorp» des hiesigen Reichswehrbataillon» ausgefuhrt wird. Dem Konzert liegt ein sehr sorgfältig ausgewähltes Programm zugrunde. Den Zuhörern wird beste Musik geboten und damit ein hoher musikalischer Genuß bereitet werden. Der Gedanke, mit dem Besuch de» Konzertes aleichzeittg ein gutes Werk zu tun, sollte viele Einwohner unserer Stadt veranlassen, der Veranstaltung beb zuwohnen. Am morgigen Sonntag überträgt der Südwestfunk die Rede des Führers in der Frankfurter Festhalle von 18 bis etwa 19.30 Uhr. -Oie NS'VolkSwohlfahrt mahnt. Dom (Bauprefieamt wird mitgeteiU: Wieder einmal steht da» deutsche Volk vor einem geschichtlich bedeutungsvollen Augenblicks dessen gewaltige Größe wir heute noch gar nicht ganz er- fassen können. Wir bereiten un» auf den 12. No- oember vor, der uns ein derart eindeutiges und klares Bekenntnis de» gesamten deutschen Volkes zum Führer und seiner Politik bringen wird daß alle Welt aushorchen wird. „Es ist herrlich, in einer so großen Zeit zu leben! ruft uns der Führer selbst zu, und in seinem Volk findet dieser Ruf tausendfältigen Widerhall Auf dem festen Boden des deutschen Menschen- tums steht die nationalsozialistische Dolkswohlfahrt und mahnt und warnt: Deutscher hast du volle Verbindung mit den ewigen Kräften des heroischen deutschen Blutes? Bist du voll und ganz verwurzelt in der Volksgemeinschaft und innerlich frei von übe- ralistisch-bürgerlicher Bequemlichkeit und Beschaulich- feit, und ist heroische» Denken und Handeln dein eigen geworben? Ueber die Wege und Ziel« der NS.-volkswohl- fahrt geben die Redner in den Volksversammlungen, Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Oslo, 18. Oktober 1933. Norwegen hat am letzten Montag den neuen Storthing gewählt und die Wahlen haben, wie nicht anders zu erwarten war, zu einer 23 e r • ftarfung der Linken, vor allem der Arbeiterpartei, geführt. Welche praktischen Folgerungen sich unmittelbar daraus ergeben, ist im Augenblick noch nicht zu übersehen. Man muh damit rechnen, daß ein neues parlamentarisches Kabinett auf der Basis eines Linksblocks zustande kommt. Die alten bürgerlichen Parteien haben jedenfalls ganz zweifel- frei eine Niederlage erlitten, und es ist fraglich, ob das Kabinett Mowi nckel, das zwar auch im parlamentarischen Sinne ein Minderheitskabinett war, sich weiter am Ruder halten kann. So konnke man sagen, daß das parlamentarische Pendel sich ganz normal ausgeschwungen hat, und daß also die Storthing-Wahlen kein wesentlich neues Moment erbracht haben. Das wäre aber eine falsche Betrachtungsweise, wenigstens insofern, als in Norwegen zum ersten Male — abgesehen von gewissen eriremen kommunistischen Bestrebungen — in der Wahlpropaganga ein neues Element auf- tauchte, bas unter stärkster Betonung nationaler und völkischer Gesichtspunkte das parlamentarische Getriebe schroff ablehnte und seine Wahlpropaganda mit ausgesprochen antiparlamentarischen Argumenten führte. Der frühere Kriegsminister Major Quisling rief bereits im Mai dieses Jahres eine Partei der „nationalen Sammlung" ins Leben, zu deren wesentlichsten Programmpunkten die autoritäre Staats sührung ohne und gegen den Stör- thing gehört. Der (Erfolg, den Quisling am 16. Oktober erzielt hat, erscheint auf den ersten Blick nicht besonders überzeugend, namentlich nicht gegenüber dem starken Stimmenzuwachs der Arbeiterpartei. Immerhin muß man bedenken, daß es ein erster Anlauf war, den Quisling unternahm, um auch für Nor- wegen die Erfahrungen anderer Länder nutzbringend au verwenden. Das wesentlichste aber dabei ist. daß Quisling hierbei völlig auf sich allein gestellt war. Seine Bemühungen um die Bildung einer Einheitsliste mit den bürgerlichen Gruppen des rechten Flügels scheiterten an der Ueberängstlichkeit und Sorge vor allem der Son- servativcn, die ganz ossensichtlich nicht nur Angst vor einer Radikalisierung des Wahlkampfes, sondern auch vor einem allzu großen Erfolg Quislings selbst hatten. So war also die eben erst entstandene Partei der „nationalen Sammlung" völlig auf sich allein gestellt, und wenn auch Parallelen mit der Entwicklung ausgesprochen antikommunistischer Gruppen in anderen Ländern, etwa in Italien oder Deutschland, niemals völlig stimmen, so hat dennoch die sogenannte Arbeiterpartei nicht den geringsten Grund, Herrn Quisling heute zu verhöhnen. Klugheit, Energie und Zielbewußtsein haben schon manches möglich gemacht, was unmöglich schien, und wir glauben deshalb mit gutem Grund annehmen zu können, daß die politische Rolle Quisling» absolut noch nicht ausgespielt ist, obwohl er sich diesmal im Storthlng nicht sichtbar zur Geltung bringen konnte. Wer ist der Mann, der In Norwegen vielfach träniert) als der norwegische Hitler bezeichnet worden ist? Außer der Tatsache, daß er einmal Verteidigungsminister im ersten Bauernkabinett war und oaß vor etwa» mehr al» einem Jahr Im Kriegsministerium ein geheimnisvoller UeberfaU au ihn verübt wurde, weiß man in Europa nur wenig von Didkun Quisling. Mit um jo stärkerem Hatz aber verfolgen ihn die norwegischen Sozialisten und Kommunisten. Sie wissen bereits, daß der Gründer der nationalen Sammlungspartei ein Tat- Wort: „Wir könnten erzogene Kinder gebären, wenn wir nur selber erzogener wären." Wenn ein Kind beobachten muß, daß die zu Hause viel gepredigte Einfachheit nur aus Hwang oder aus Geiz im Hause herrscht, wird es nie für den Geist der Einfachheit gewonnen werden. Aber wenn das Kind den Eltern das tiefe Gefühl für Genügsamkeit, die geboren ist aus der Zufriedenheit der Seele, anmerkt, bann wird dieses Vorbild der Eltern die beste Bekämpfung der Begehrlichkeit beim Kinde sein. Es wird lernen, daß nicht der Genuß des Leben» Krone ist, sondern die Arbeit. Und zwar Arbeit für andere. Wo wirklich der Geist opferbereiter Liebe im Hause herrscht, wo der Mann sich bemüht, der Frau mit Taten seine Dankbarkeit für alle ihre treu erfüllten Pflichten au erzeigen, und wo die Frau nach des Tages Last dem Manne das Haus zur Stätte der Gemütlichkeit macht, da lernen die Kinder aus dem Leben ihrer Eltern, was wirkliche Liebe ist. Wo aber der Geist der Selbstsucht im Hause waltet und damit die Zwietracht, ja der Haß unter den Hausbewohnern herrscht, da nützen alle schönen Worte, die das Kind vielleicht in der Schule über Verträglichkeit und Frieden hört, nicht das geringste. Möchten doch darum alle Eltern für den heiligen Kampf um die Seele ihre» Kindes sich rüsten mit dem Geist selbstloser Liebe untereinander, der die Taten selbslloser Liebe schafft, durch welche die Kinder glauben lernen an den Geist der Liebe! Nicht nur die Kinder. Ein Mensch, dessen Leben wirklich durchdrungen ist vom Geist der Liebe des Heilands, wirkt als Vorbild für feine ganze Umgebung. Das gilt auch von dem Glaubensleben eines Menschen. Ich kannte einen Christen, der nicht viele Worte über die Religion machte. Aber Sonntag für Sonntag ging er treu zur Kirche, und jeden Werktag hielt er den Seinen eine kurze Haus- andacht. Und was das Wirkungsvollste war: Er führte fein Leben nach Gottes Gebot. Er blieb auch in schweren Prüfungszeiten voll Gottvertrauem Das gewann nicht nur seine Hausgenossen für die Wahrheit des Christentums; auch seine Nachbarn wurden durch diesen lebendigen Christen zum ©tauben geführt. . _ .. 3a, auf das Beispiel kommt es an! Wenn die ersten Christen ihren Glauben bekannten auf dem Scheiterhaufen, oder vor den wilden Tieren, so mußten sich ihre Schergen zum Christentum bekehren, und sie taten es mit den Worten: ,Zhr Glaube hat uns überwunden!" Wir Christen de» 20- Jahrhunderts, die wir nicht mehr für unseren Glauben in die Arena oder auf den Scheiterhaufen müssen, können und sollen dennoch Bekenner sein und immer mehr werden. Und wir werden Bekenner unseres Glaubens in dem Maße, in dem wir Christen der Tat und damit Christen des guten Bei- fpiels werden, die durch ihr lebendiges Christen- tum anderen hinhelfen zum lebendigen Christus B.-A. 1?eichsstatthatter Sprenger eröffnet die Kartoffelkampagne des WHW. Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Montag, 30. Oktober, 9 Uhr, wird Reichsstatthalter ~ er den au» Friedberg am t a. M. eintreffenden tums in die Heimat zurückkehrt« und sich hier der Politik verschrieb. Er hatte erkannt, daß der Kern aller nationalen und völkischen Kraft ein f e lb ft änb t ges Bauerntum ist, für da» er nun in Norwegen mit glühendem Herzen gegen die zerstörenden (Ein- lüffe der Arbeiter-Partei, die zum großen Teil in kommunistischen Gedankenaängen lebt, kämpfte. Wohlgemerkt: Nicht den Arbeiter sieht er als Gegner an, sondern nur die Partei, die oorgibt, ein Monopol auf die Vertretung der Ar- beiterintereffen zu besitzen und diese Interessen auch zu vertreten. Dabei ist kein Zweifel darüber möglich, daß die wahren Interessen des Arbeitertums auch in Norwegen längst nicht mehr darin bestehen, einen möglichst hohen absoluten Lohn aufrecht zu erhalten, wie es heute noch der Fall ist. (In Norwegen werden heute — vielleicht abgesehen von Australien — noch immer die höchsten Nominallöhne der ganzen Well gezahlt.) Vielmehr besteht auch für Nowegen genau wie für alle übrigen Länder der kultvierten Erde die dringende Notwendigkeit, die Lohnverhältnisse an das allgemein gefun- kene Volkseinkommen anzupassen und dafür Sorge zu tragen, daß d e r Nährst and Norwegens, eben der Bauer, existenzfähig bleibt, weil er der wahre nationale Kraftguell ist. Das Lohnniveau der Weltkonjunktur läßt sich auch in Norwegen nicht mehr aufrechterhalten, und es wird sich vermutlich sehr bald zeigen, daß das Schwergewicht der wirt- schaftliken Tatsachen stärker ist als der Wille einer Linksparteien, die von einer radikalen Arbeiterpartei beherrscht wird. Deshalb sehen wir auch den Ausgang der Storthing-Wahlen nur als Zwischenbilanz an, die für die tatsächliche wirtschaftliche und soziale, vor allem auch für die weitere politische Entwick- (ung noch nichts besagt. Wir halten es für sehr wohl denkbar, daß Quisling mit fernem ftaatsautoritärem Programm und dem weiteren Gang der Dinge der kommende Mann Norwegens fein wird, dem es mit Klugheit und Energie sehr wohl gelingen kann, die schweren Gefahren zu überwinden, die sonst aus einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Spannungen unausweichlich resultieren müssen. Befreiung über die neue Zeit — aber unser Bericht über Selbstgehortes und selbstgefehe- nes ist nicht gerade frisch von gestern — sind rotr doch schon fünf Monate auf afrikanischem Boden unterwegs! Der Schluß unserer Rede ist stets: Habt Vertrauen zu dem Mann, der das neue Schicksal führt, wartet, bis er Deutschland bündnisfähig gemacht hat, dann werden wir es auch wieder erleben, daß wir als Bundes- genossen begehrt werden! Dann kommt der Gang durch die Pflanzung, Rede und Gegenrede, wie der Kaffee stehen sollte und könnte, was er schon bringt und was er im nächsten und übernächsten Jahr bringen wird. Fü n f Jahre, vom Auspflanzen an, dauert es, eine Pflanzung zu entwickeln. Wenn alles soweit vorbereitet ist, bann kostet der Daum, einschließlich Wohnhaus, Bewässerungsanlage, Maschinen usw. eine Mark, und bringt fortan im Jahr 20 bis 25 Pfennige Reinertrag, bei jetzigen Preisen. 30 000 Bäume sollte ein Pflanzer mindestens haben, 40 000 sind besser. Die eine Mark Anlagekosten gilt aber mit dem Vorbehalt, daß nicht zu viele Fehler auf das Konto mangelhafter afrikanischer Eignung und Erfahrung kommen. Wir haben auch solche Fälle kennengelernt, und umgekehrt, manchen andern, wo praktische Erfahrung und natürlicher Afrikaoerstand das Bar-Konto bei der Pflanzungsanlage stark her- abzusetzen erlaubten. So sind wir mit wachen Augen und warmem Herzen durchs Land gefahren, haben mit den deutschen Pflanzern geredet, haben ihr Brot gegessen, ihren Kaffee getrunken, unter ihrem Dach geschlafen, mit ihren Kindern gescherzt, ihre Sorgen und ^Öffnungen vernommen und uns überzeugt, daß das Deutschtum in Angola vielfach hart zu ringen hat, aber daß es im Kern gesund und zu kunftsent schlossen ist. Tausend Meilen sind es bis heute geworden, ein halbes Tausend wird es wohl noch werden, bis es endlich, endlich heim- wärt» geht. Gegen die Malaria gibt es drei Mittel: vor- beugenden Gebrauch von Chinin, Drahtgaze vor jedem Fenster und Betten mit Moskitonetzen. Man versucht, die Anophelesmücken. die zu schwärmen anfangen, wenn cs dunkel wird, vom Innern der Häuser und den Schlafstellen abzuhalten, und man bemüht sich, das Blut dauernd im Zu- stand einer verdünnten Ehininlösung zu erhallen. Diele Frauen vertragen aber kein Chinin, und dann müssen die Schutzmittel gegen die Mücken besonders sorgfältig angewandt werden. Es ist ein starker Wille in den Deutschen hier, auch in den Frauen, und wir haben mehr als einmal in diesen Taaen gestaunt über die klare und heitere Energie, mit Der „jüngere" und „reifere" Ehepaare, die es zu Hause sehr anders gewohnt waren, jahrelang im Busch- Haus wohnen, die Kosten für ein etwas komfortableres Heim sparen, um jede verfügbare Mark, jeden „Angolar" (jetzt 12 Pfennig), in die Kaffeepflanzung zu stecken. Kaffee regiert Tag und Stunde bei den meisten Pflanzungen in Angola, besonders den deutschen. Das Hochland von Angola, das den größeren und wichtigeren Teil des Inneren- erfüllt, steigt in zwei Stufen auf. Die erste lieat 1000 bis 1200 Meter, die zweite 1400 bis 2000 Meter über dem Meer. Die glänzendsten Kaffeeländereien liegen nahe vor dem Aufstieg zur zweiten Stufe und oben auf ihrem etwas aufgewulsteten Rand. Dort habe ich drei- bis vierjährige Kaffeebäume gesehen, die zugleich voll- reife, rote Kirschen, junge grüne und auch schon-die zartweißen Blüten der Dritten Fruchtfolge trugen. Cs wird also von ihnen praktisch fast ohne Auf- hören geerntet. Das Auto rollt vor das Psanzerhaus mitten in Kaffee, Die HunDe bellen zuerst, schweifwedeln aber bald freundlich, sobald sie herausgebracht haben, daß es weißer Besuch ist; man wird begrüßt, an den Tisch geführt, man fragt, wie der Kaffee steht, und wird gefragt, wie es mit Deutschland steht. UeberaU ist ein Gefühl der Freude und Gemeindeabend, bei dem Pfarrer Schultheiß- Grohen-Linden einen Lichtbilderoortrag über die große Jahrestagung des Gesamtvereins in Leipzig hielt. Der Festtag versammelte zunächst die Schul- fügend zu einem Festkindergottesdienst, wiederum gehalten von Pfarrer Schultheiß. Im Fest- gottesdienst am Nachmittag predigte Pfarrer Ullman n • Usenborn über die Arbeit des Gustav- Adolf-Vereins; im Anschluß daran erfolgte auf dem Kirchenplatz vor der Sakristei zum Gedenken an Luthers 450. Geburtstag die Pflanzung einer Luther-Elche, wobei von Dem Ortsgeistlichcn Pfarrer Saal unD von Dem früheren Ortsgeistlichen Dekan Widmann- Schotten Ansprachen gehalten würben. Bei der Nachversammlung in der Turnhalle sprachen Psarrer Saal, Dekan Widmann, Pfarrverwalter Lic. Flechsenhaar- Ulfa als neuer Schriftführer und Rechner des Zweigvereins, sowie Pfarrer Schultheiß, der einen emdrucks- vollen Vortrag hielt über evangelisches Leben in Kärnten. Der Kirchengesangverein unter Leitung von Rektor Riedel wirkte mit. Evangelischer Bund. In Schotten sand am Mittwoch ein Schulungskursus des Evangelischen Bunde» statt. Landeskirchenrat Synodalpräsident Pfarrer B e r ck - Rohdors, der Führer des Hessischen Hauptoerein», sprach über die „Ausgaben des Evangelischen Bunde» in unserer Zeit", Generalsekretär Dr. Brauns- Darmstadt über „Drganifationsfragen" und der Schriftführer be» Hessischen Hauptvereins Pfarrer Dr. Berger- Darmstadt über den „Evangelischen Bund im Kamps mit seinen Gegnern". Der Kursus fand seinen Abschluß mit einem in der Stadtkirche gehaltenen und von fast 300 Personen besuchten Gemeindeabend, bei dem Pfarrer Dr. Berühr in tiefgründigen Ausführungen das Thema behandelte ..Luthers (Erbe im Dritten Reich " Gruß- und Schlußwort des Abends, der al» Auftakt für den I Deutschen Cuthertag 1933 galt, sprach Dekan W i d- mann. Kirche und Schule. Aus dem Defanaf Schotten. Zahressest des Gustav-Adolf-verelns. Der Zweigverein Schotten der Gustav-Adolf- Stiftung feierte am vergangenen Sonntag fein Jahresfest in Gedern. Es wurde eingeleitet durch einen am Vorabend in der Turnhalle veranstalteten mensch von ungewöhnlichem Format ist, daneben ein glühender 'Patriot, den die politische Maschinerie ciifftmciten noch unverbraucht gelassen hat. Quisling kam erst verhältnismäßig spät ins politische (Betriebe. Als junger Offizier hatte er eine erfolgreiche Laufbahn, die ihn auch auf militärisch- diplomatische Posten in» Ausland brachte. Besonders gut lernte er Dabei den europäischen Osten, vor allem Rußland kennen, wohin ihn Frrdjof Nansen für fein Hilfswerk mitnahm. Die außer- ordentlichen Leistungen der Nansen-Hilfe sind zum Teil fein Verdienst, und Hunderttaufende von ruf- pichen Flüchtlingen danken heute noch Quisling ihre Rettung au» der Hölle des Bolschewismus. Quisling hatte Dann noch Gelegenheit, feine Stühlen am praktischen Kommunismus als Attache der norwegischen Gesandtschaft in Moskau einige Jahre fortzusetzen, bis er angewidert von Den Me- tboden Des Bolschewismus und erfüllt von dem Grauen über die Vernichtung Des russischen Bauern- | Wf. -ZU Jummert ff'. fonbern uA^t nUt J und ÄV'H '^hunberte ^atntneä *r ZU dieser n flu,‘ h'nfiuden 1 D°m Tüh, ?.Wr|*«tar * H°°1> h »« E°Sergnlchi^ ^Uler.Berlin, ^«^^atlhakler »IW* uvverbrüch. m ^'kdea und ®leid). ^insießen.- ttD9tt.3tan!furL Zrxsr ÄÄ?*» Ärdflleiter, Gießen.' hm mutig mber 1933. ' 2ai5 Uhr, fiM Im weiten öffentliche ftunb- an9 am 12. Rovmder wird von Prof. Zrey. >hema „Der U. November utfchen Tugend" gehallen. 6 auch die Slehmn Hit. littspreis 20 Pf, fir fr. OAP. ;iaNftifche Kriegs. Ortsgruppe Eießen, wr- Sonntag, 16 Uhr, im Tost iederversammiuna. Ausgabe Übertragung der Reichslanz. eßen-vst: heute Sarns> i Leib. .Nord: Dienstag, 31.01- etliche Kundgebung im Cast ! e (Siebentopf) spricht übet beit und Frieden". Zuteilung, Kreis Tie- ib oom 1. November ist auf 19 Ufo, wiegt worden. Oft: Sie Spredjftuntf oben Montan unb yre'M mach oon 20 bis 21 Ufo, j W statt. MNMnd. ibetfxmnes der f)itletjugenb d fand in den Näumen bet nületjugenb in Friedberg bie t;5 neuen Oberbann|ut)rer?, ihrer;, Rupprecht Hainer er Hramer mar persönlich te dem scheidenden Oberbann- seine bisherige Arbeit, Ne Stück vorwärts gebracht Seisert wurde als Fu ret r.urt berufen unb ist zugleich r-f, brer Auch der bisherig Ä«nes »ert*n W >ren möge. Ibelm »öS- w Sonntag um » ütbtnfftitf «rNof<"'Mw n w. lanii cW, 6°. iÄj u9Äbann nOtJrSw 10i. 1 (mi«ni«* in Sieben Aund« »•XS&8. vTt'S* S'K KsMe'n'TnZx 0'^2 ui!®" Säuberungsaktion gegen Adreßbuchschwmdel. 2m ganzen Reich geht augenblicklich die Polizei m zahlreichen Einzelaktionen gegen die Adreßbuch- schwindler vor, die von dem vergangenen System nicht wirkungsvoll genug bekämpft wurden. Gleich- S haben die maßgebenden Reichsstände und chaftsverbände grundlegende Beschlüsse gefaßt, die die Polizeiaktionen wirkungsvoll unterstützen und jede weitere Aktion für die Zukunft aus- schließen, wenn sich die betroffenen Wirtschafts, kreise genau an die herausgegebenen Richtlinien halten. (23gl. unseren heutigen Wirtschaftsteil.) Deutsche Bühne. Am Montag, 30. Oktober, von 16 bis 19 Uhr, lösen die S a m s t a g - Abonnenten der „Deutschen Bühne" ihr Abonnement für die beiden November-Vorstellungen in Höhe oon 1,40 bzw. 1,20 RM. an der Theaterkasse ein. Auf die heutige Anzeige sei hiermit hingewiesen. Große Bauernkundgebung am 4. November in G ehen. Am 4. November sprechen in Gießen der Reichs» ernährungsminister, der Gauleiter, der Landesbauernführer und Reichskommiffar Backe in einer großen landwirtschaftlichen Zentralkundgebung der Rhein-Mainischen Bauernschaft. Fetwerbittigung für die minderbemittelte Bevölkerung. Dom städtischen Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: Durch die Dritte Verordnung über gewerbs» mäßige Herstellung von Erzeugnissen der Marga- rinesabriken und Oelmühlen vom 23. September 1933 wurden neue Vorschriften erlassen. Damit ist in Zukunft besonders der minderbemittelten Bevölkerung die Fettoersorgung zu tragbaren Preisen gesichert. Jeder minderbemittelte Volksgenosse hat vom 1. November 1933 an einen Anspruch auf Zuteilung der ihm bestimmten Menge der billigen Margarine. Diese Margarine trägt auf der Packung den Aufdruck: „Haushaltmargarine; Abgabe nur gegen Bezugsschein". Der Kleinverkaufs-Höchstpreis ist auf 38 Pf. pro Pfund festgesetzt. Bezugsberechtigt ist derselbe Personenkreis, der bisher Reichsverbilligungsscheine für Speisefette erhalten konnte. Jeder Be- zugsberechtigte erhält zunächst für die Monate November und Dezember 1933 einen Schein — Stammabschnitt — mit 6 Bezugsscheinen ä V- Pfund — zusammen 3 Pfund — Haushaltmargarine und einen Verbilligungsschein für Speisefette, der wie bisher beim Einkauf von mindestens Vi Pfund Fettwaren mit einem Wert von 25 Pf. in Zahlung gegeben werden kann. Beispiel: Ein Ehepaar mit 4 Kindern wird für die Monate November und Dezember 6X3 — 18 Pfund Haushaltmargarine und 6 Verbilligungsscheine ä 25 Pf. für sonstige Speisefette erhalten. Um den Verkaufsstellen die Beschaffung eines ausreichenden Vorrats zu sichern, ist es erforderlich, daß die Bezugsberechtigten rechtzeitig vor dem beabsichtigten Einkauf der Haushaltmargarine den Stammabschnitt bei der Verkaufsstelle vorlegen. Diese versieht den Stammabschnitt, sowie den daran befindlichen Bestellschein mit ihrem Firmenstempel, trennt den Bestellschein ab, klebt ihn auf ein Einlieferungsblatt und liefert sie bei dem zuständigen Finanzamt gegen Empfang einer Bescheinigung über die Anzahl der abge- lieferten Bestellscheine ab. Diese Bescheinigung berechtigt die Verkaufsstelle zum Bezüge der entsprechenden Menge Haushaltmargarine vom Hersteller oder Großhändler. Die Abgabe von Haushallmargarine an die Verbraucher darf nur gegen einen für die entsprechende Menge geltenden und von dem Stammabschnitt noch nicht abgetrennten Bezugsschein erfolgen. Die Verkaufsstellen find verpflichtet, für jeden Kunden deutlich sichtbare Aushänge mit folgendem Wortlaut anzubringen: „Haushaltmargarine darf nur gegen Bezugsscheine in der vorgeschriebenen Packung und nicht über dem festgesetzten Kleinverkaufshöchstpreis abgegeben werden." Die Abgabe von Haushaltmargarine darf nicht von der Bedingung, andere Waren als Haushaltmargarine abzunehmen, abhängig gemacht werden. Die Bezugsscheine können in allen einschlägigen Verkaufsstellen mit Ausnahme der Einheitspreis- Geschäfte eingelöst werden. Soweit Anstalten und Einrichtungen der öffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege Margarine vom Großhändler oder vom Hersteller beziehen, sind diese Stellen als Verkaufsstellen anzusehen. Die Verkaufsstellen sind verpflichtet, die von ihnen eingelösten Bezugsscheine unverzüglich zu vernichten. Die Ausgabe der Stammabschnitte mit den anhängenden Bezugsscheinen für die Monate November und Dezember 1933 erfolgt ab 1. November 19 3 3 bei den bekannten Fürsorgestellen. Allgemeine Orts rankenkaffe Gießen-Stadt. Von der Leitung der Ortskrankenkasse Gießen- Stadt wird uns geschrieben: Nachdem verschiedene Mißstände innerhalb der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt im Inter- esse der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer abgestellt worden find, hat sich der Vorstand entschlossen, die durckgehende Arbeitszeit wieder einzuführen. Der Vorstand war sich klar darüber, daß die durchgehende Arbeitszeit für die Angestellten eine physische und körperliche Mehrleistung bedeutet. Doch waren die Gründe, welche den Vorstand zur Einführung dieser Arbeitszeit bewegten, von so einschlägiger Bedeutung daß er glaubte, zu diesem Schritte trotz aller Bedenken berechtigt zu sein. Bekanntlich hat der hilfsbedürftige Kranke, welcher noch in Arbeit steht und ärztlich? Hilfeleistungen in Anspruch nehmen i uß, nur Gelegenheit und Zeit, in seiner kurzen Mittagspause die erforderlichen verwaltungstechnischen Erledigungen bei seiner Kran, kenkasse oorzunchmen. Nach Den Bestimmungen der RVO. darf ärztliche Hilfe nur unter Vorlegung eines Krankenscheines in Anspruch genommen werden. Mithin muß der Versicherte, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bevor er ßum Arzt geht, die Krankenkasse um Ausstellung eines Krankenscheines ersuchen. Dies ist ihm meistens nur, wie bereits erwähnt, in der kurzen Mittagspause möglich. Durch die getrennte Arbeitszeit waren die Versicherten nicht in der Lage, während der Zeit von 12 bis 13 Uhr bei der Kasse vorstellig zu werden. Die durchgehende Arbeitszeit hat ihnen hierzu die Möglichkeit gegeben. Unsere Schalter st unben sind auf Die Zeit von 9 bis 13 Uhr f e ft gelegt. Die neue Leitung hat damit erneut unter Beweis gestellt, daß sie berechtigt ist, das Vertrauen sowohl 1 f der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer für sich voll in Anspruch zu nehmen. Grctzener Wochenmarktpreisc. * Gießen, 28. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing, das Pfund 7 bis 8, der Zentner 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 7 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Gelbe Rüden, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Falläpfel, das Pfund 10 bis 13 Pf., Aepfel 10 bis 13, Birnen 10 bis 15, Nüsse 40, Honig 40, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 70 Tauben, das Stück 40 bis 45, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 10, Lauch 5, Sellerie 10, Radieschen, das Bund 10 Pf. immunen. — Tageskalender für Samstag: CasL Leib, 20.15 Uhr, öffentliche Kundgebung; Redner: Prof. Freytag (München), Thema: „Der 12. November - einSchicksalstag Der deutichenJugend". — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Die Hermannsschlacht" (Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „ßin gewisser Herr Gran" mit Hans Albers. — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Bankkrach in Amerika". — Evangelischer Bund, 20 Uhr, Markussaal, Vortrag oon Pros. E. Hans Schmidt (Halle) über „Luther und das Buch der Psalmen". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 21.30 Uhr, „Die Männer sind mal so ..." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein gewisser Herr Gran" mit Hans Albers. — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Bankkrach in Amerika". — Turnverein von 1846, 15.30 Uhr, Turnhalle, Steinstraße, Schau- und Werbeturnen, ab 20 Uhr Familienabend mit Tanz. — Evangelische Stadt- Mission: 20.15 Uhr, Löberstraße 14, Vortrag „Gottes Offenbarung — des Menschen Verantwortung". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, „Deutsche Bühne", Reihe 2: gerade Mitgliedsnummern, zweite Oktober-Vorstellung: „Die Hermannschlacht" von Heinrich oon Kleist. Spielleitung: der Intendant. Ende: 22.30 Uhr. — Sonntag, 29. Oktober, außer Abonnement die Lustspiel-Operette: „Die Männer sind mal io..." (Leitung: Hub, Kerzisnik, Bä ulke); ermäßigte Operetten-Preise. Spieldauer 19.30 bis 21.30 Uhr. — Montag, 30. Oktober, findet aus spielplantechnischen Gründen bereits die erste Vorstellung für den Monat November der Donnerstag-Abonnenten „Deutsche Bühne", Reihe 1 (ungerade Mitgliedsnummern) statt, mit der Erstaufführung des Lustspiels: „Minna oon Barnhelm" von Lessing; Spielleitung: Wolfgang Kühne. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Dienstag, 31. Oktober, fünfte Vorstellung im Dienstag-Abonnement; Erstaufführung des Volksstücks: „Wenn der Hahn kräht", von August Hinrichs; Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Mittwoch, 1. November, fünfte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement „Wenn der Hahn kräht". Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Freitag, 3. November, fünfte Vorstellung im Freitag-Abonnement, „Minna oon Barnhelm , Lustspiel von Lessing. Spieldauer oon 20 bis 22.30 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Samstag, 4. November, erste November- Vorstellung der Samstag-Abonnenten „Deutsche Bühne" Reihe 2 (gerade Mitgliedsnummern), Lustspiel-Operette: „Die Männer sind mal so..." von Walter Kollo. Spieldauer oon 20 bis 22 Uhr. — Sonntag, 5. November, außer Abonnement das Segelfliegerstück: „Am Himmel Europas", Schauspiel von Schwenzen-Malina. Spielleitung: Anton Neuhaus. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß am nächstfolgenden Sonntag, 5. November, 17 Uhr, in der Neuen Aula das erste Adonnementskonzert des Winters stattfindet. Professor Gustav Havemann aus Berlin, der unstreitig zu den ersten Geigern Deutschlands zählt, wird die E-Moll-Sonate von Beethoven, die O-Moll-Partita für Violine, Solo von Bach und das Rondo bi-Moll von Schubert spielen. Sein langjähriger Begleiter Hans Martin Thepold hat nicht nur den Klavierpart übernommen, sondern wird auch seinerseits die Händel- oariationen von Brahms spielen. Es wird die musik- liebenden Kreise Gießens interessieren, mit diesem jungen Künstler Bekanntschaft zu machen, der sich in vielen Orten Deutschlands und des Auslandes bereits als ein glänzender Pianist einen Namen erworben hat. Wie schon mehrfach betont worden ist, sind sowohl die Abonnementspreise, wie die Einzelkarten im Preis außerordentlich herabgesetzt worden, um möglichst allen Kreisen unserer Bevölkerung die Konzerte zugänglich machen zu können. Und es sei nochmals allen, die noch zurückstehen, gesagt, daß nur durch weiteste Beteiligung an den Veranstaltungen des Konzertvereins die Durchführung des Programms und die Preissenkung für den Eintritt ermöglicht werden. Ein volles Haus macht es möglich, den Preis für den Einzelplatz immer niedriger zu gestalten, während eine Nichtbeteiligung, wie sie in den letzten Jahren mehr und mehr der Fall gewesen ist, alle Versuche des Konzertvereins, unserer Bevölkerung Musik durch erste Künstler des Reiches zu bieten, zum Scheitern bringen muß! Alles Nähere in den Anzeigen und bei Ernst Challier, Neuenweg 10, — GastspielUmbertoUrbanoimLicht- s p i e 11) a u s. Am kommenden Dienstag, 31. Oktober, wird im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, der italienische Bariton, Kammersänger Umberto Urbano fingen. Der Sänger hatte in allen großen Theatern Italiens glänzende Erfolge aufzuweisen. Urbano ist ; der typische italienisch? Belkantist. Das Programm des Konzertes im Lichtspielhaus umfaßt Arien und Lieder italienischer und deutscher Komponisten. Auf das Gastspiel sei die musik- und gesangsliebende Bevölkerung besonders aufmerksam gemacht. — Der Evangelische Bund, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am heutigen Samstag, 20 Uhr, im Markussaal einen Vortragsabend. Prof. E. Hans Schmidt (Halle), früijer in Gießen, spricht über das Thema: „Luther und das Buch der Psalmen". Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. ** Das Uniformtragen inaktiver Feuerwehrmänner. Der Führer des Landesverbandes Hessischer Feuerwehren, K n a u p (Birkenau) hat angeordnet, daß nur solche Reservemannschaften und wegen vorgerückten Alters oder eines körperlichen Gebrechens inaktiv gewordene Feuerwehrleute ihre Uniform weiterhin tragen dürfen, die durch Besuch von Versammlungen oder auf sonstige Weise ihr Interesse an der Feuerwehrsache be- weisen. .. ** Stadttheater-AbonNement. Die Einlösung des zweiten Abschnittes des Stadttheater- Abonnements betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. ** Besichtigungszeiten der Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz, bas Völkermuseum und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß am Landgraf-Philipp- Platz sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Von de r Jugendfürforge. Von den durch das Kreisjugendamt Gießen betreuten jungen Menschen bestanden acht Lehrlinge zum Teil mit recht gutem Erfolg die Gesellenprüfung. Darunter befanden sich allein aus dem Dekanats-Erziehungs- oerein Grünberg fünf junge Leute. ** Sonntags-Rückfahrkarten nach Schotten. Vom Bahnhof Gießen wird uns mit» jeteilt: Zu der am 28. Oktober in Schotten ftatt» indenden Handwerkertagung der Provinz Dberhef» en geben die Bahnhöfe der Strecken Vilbel-Nord— Friedelhausen, Vilbel — Ilbeshausen, Gießen — Mittelgrünbau, Gießen — Mücke, Friedberg —< Schotten, Friedberg — Mücke, Friedberg — Holz- Hausen, Friedberg — Heldenbergen — Windecken, Lollar — Grünberg Sonntagsrückfahrkarten nach Schotten aus. Die Karten gelten für die Hinfahrt ab Samstag 0 Uhr, für die Rückfahrt bis 30. Oktober 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Großzügige Arbeitsbeschaffung der Reichsbahn. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Amtsbezirk des Reichsbahn-Betriebsamts I Gießen wer- den auch im Geschäftsjahr 1933 großzügige Arbeits- beschaffungsmaßnahmen durchgeführt. Auf Anfrage erfahren wir oon der Leitung des Betriebsamts I folgendes über diese anerkennenswerte Arbeitsbeschaffung: Für Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten, sowie für Neubauten im Bezirk des Reichsbahn- Betriebsamts Gießen I werden in diesem Jahre an Stoffen und Arbeitslöhnen im ganzen rund 1000000 R M. aufgewendet. Für die kleinen Unterhaltungsarbeiten find etwa 10 0 0 0 0 RM. aufzuwenden. Don den größeren Arbeiten, die auf Gießen entfallen, feiert folgende hervorgehoben: RM. Empfangshalle im Empfangsgebäude 3 400.— Wasserleitungsnetz im Bahnhof 3 000.— Dach am Lokschuppen II 4 000.— Wohngebäude und Kanalanschlüsse Frankfurter Straße 17 000.— Bahnsteighallendächer 9 000.— Viehwagenreinigungsanstalt 12 000.— Wagenuntersuchungsgrube 3 300.— Heizungsanlagen 14 000.— Elektrifizierung eines weiteren Bahnhofsteils (Signal- und Weichenanlagen 80 000.— 2 neue Eisenbahnbrücken 40 000.— Beseitigung von Rutschungen 5 000.— Aenderung der Bahnhofsanlagen am . Nordende 60 000.— Von den Arbeiten auf den Strecken außerhalb Gießens seien die folgenden herausge- griffen: Entwässerung des Bahnkörpers zwi- RM. schen Lang-Göns und Gießen 8 000.— Umoau Empfangsgebäude Butzbach 3 000.— Gleiswaage Bahnhof Niederwalgern 6 000.— Entwässerung im Hartenroder Tunnel 3 200.— Neues Stellwerk in Saasen 18 000.— Neue Wegüberführung bei Dbermörlen 20 000.— Neue Wegüberführung bei Kirch-Göns 26 000.— Umbau Empfangsgebäude Nieder- Ohmen 1500.— Straßen-Unterführung bei Bahnhof Lollar 2 000.— Streckenverbesferung zwischen Gießen und Bad-Nauheim 10 000.— Besonders sei erwähnt, daß für die laufende Unterhaltung^ und Erneuerung von 350 Kilometer Gleisen in diesem Jahr 530 000.— RM aufgeroen« bet werden, wobei es möglich wird, in diesem Winter gegenüber dem Vorjahre 135 Arbeiter im eigenen Betrieb in der Gleisunterhaltung mehr durchzuhalten. An Schotter aus oberhessischen Basaltbrücheck werden etwa 20 000 Tonnen für die Gleisunterhaltung bezogen. Kein Sport am 12. November. Die Pressestelle des Reichssportführers teilt folgende Anordnung mit: Im Hinblick auf die für das ganze deutsche Volk entscheidende Bedeutung des 12. November ordne ich hiermit an, daß an diesem Tage sämtliche sportliche Veranstaltungen zu unterbleiben haben. Sämtliche mir unterstehenden sportlichen Organisationen haben sich voll und ganz an diesem Tage in den Dienst des Wahlkampfes zu stellen. Jeder deutsche Sportler unb Turner hat sich freiwillig in vollem umfange in ben Dienst biefer großen Aktion zu stellen. Ergänzende Anordnungen ergehen von mir direkt an die Fachverbände. Der Reichssportführer: gez.: von Tschammer-Osten. Deutschlands Länderelf geehrt. Den Spielern der deutschen Fußball-National- Mannschaft, die am Sonntag in Duisburg über Belgien 8:1 siegreich blieb, wurde die „Ad 0 lf - Hitler-Plakette" verliehen. Damit fand die ausgezeichnete Leistung der Mannschaft an hoher Stelle gebührende Anerkennung. Oie Landkarte des deutschen Sports. Die Presseste11e des Reichssportführers gibt bekannt: „Es besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, baß auf Grunb ber landschaftlichen Glieberung für den deutschen Sport zurzeit eine Karte nach amtlichen Unterlagen in Bearbeitung ist. Es wird deshalb davon abgeraten, ältere unb burch bie Entwicklung überholte Karten zu oeröffent» liehen ober nichtamtliche Karten zu beschaffen." Gez. Breitmeyer. Kurze Sportnotizen. Eine Trauerfeier für ihren verstorbenen Führer, ben Reichsgrafen Egon v. B e r o l b i n • gen, veranstaltet bie Frankfurter Eintracht am Sonntag 10.30 Uhr auf dem Platz am Riederwald vor dem Spiel der Gauliga-Mannschaft gegen Mainz 05. * Die rheinische Tennis-Rangliste wird bei den Damen von Hilde Krahwinkel vor Cilly Äußern unb Frau Richter (Köln), bei ben Herren von Nourney vor Kuhlmann (Leverkusen) unb Meffert (Essen) angeführt. * Dr. Pecco Säumens (Köln) leitet am 18. März in Lissabon bas Fußball-Länderspiel Spa» nien-Portugal. * Für das Amsterdamer Sechstagerennen vom 17. bis 23. November wurde als ein» ziges deutsches Paar die Mannschaft Rausch- Hürtgen (Köln) verpflichtet. Einen neuen Weltrekord für Rennwagen über einen Kilometer mit stehendem Start stellte der Maserati-Fahrer R u e s ch auf ber Bahn von Linas Monthlöry mit einem Stun- benmittel von 142,349 Kilometer auf. A u f Grunb oon Verstößen gegen bie Amateurbestimmungen würben bie Fußball-Mannschaften oon SpVgg. 02 und Hertha Breslau auf zwei bzw. drei Wochen disqualifiziert. Die Vorstände beider Vereine wurden gleichfalls in Strafen genommen. Fußball des Sonntags. VfB. Gießen. VfV. Gießen (Liga) — Ockershaufen (Liga). Der gegenwärtige Tabellenführer in der Bezirksliga, Sportverein. Ockershausen, ist am morgigen Sonntag auf dem Waldsportplatz des VfB. mit seiner I. Mannschaft zu Gast. Bisher haben die Gäste allen ihren Gegnern, insbesondere auf eigenem Platze, schwere Nüsse zu knacken gegeben, sich dabei allerdings einer ziemlich harten Spielweise befleißigt, der die Gäste aber nicht immer ein Gleiches entgegenzusetzen hatten oder nicht entgegensetzen wollten. So blieb mancher Punkt in Ockershausen. Ob die Gäste des morgigen Sonntags auf dem Waldsportplatz ihre Spielmanier ebenso pflegen können, wie auf dem heimischen Platz, erscheint fraglich. Jedenfalls wird man aber mit einem harten Kamps rechnen müssen, gegen den sich bie Grünweißen zu wappnen haben werben, lieber bie Aufstellung ber Mannschaft, bie ben Gästen entgegengestellt werben soll, ist man sich gegenwärtig noch nicht im Klaren. Experimente erscheinen aber gerabe gegen biesen Gegner verfehlt. Wie bas Spiel ausgeht, ist nicht ovrherzusagen. Aber vielleicht treten bie Grünweißen doch einmal als bie Racher ber Ehre aller berer auf, bie in Ockershausen verloren. Die II. Mannschaft tritt zum Verbanbsspiel gegen die II. oon Wetzlar 05 an. Das Spiel wirb in Wetzlar ausgetragen. Die III. Mannschaft kämpft vor bem Spiel ber Liga gegen bie I. von Bieber. Spielvereinigung 1900 Gießen. Vad-Nauheim (Liga) — 1900 (Liga). Die ßigamannfdjaft von Bab-Nauheim hat sich im Lause ber bisherigen Verbanbsspiele zu einem schweren Gegner herausgewachsen unb wirb von ben Vereinen ber Bezirksliga bementfpredjenb ernst genommen. Insbesondre ist es ber Sturm, ber ber gegnerischen Verteidigung jeweils schwer zu schassen macht. Die bisherigen Ergebnisse ber Mannschaft (Watzenborn-Steinberg mit 8:3 geschlagen, VfB. Gießen mit 5:0 geschlagen) beweisen bie Schlagkraft ber Mannschaft. Die Liga ber Spielvereinigung, bie nun nach Bab-Nauheim zu fahren hat, wirb feinen leichten Stand haben. Jedenfalls wird sich der Gießener Sturm zu einer wesentlich besseren Leistung aufraffen müssen, als er sie im Spiel gegen Germania Marburg am vergangenen Sonntag zeigte Ob es für die Blauwelßen auf bem Boben bes Gegners unb vor ben dort zu er- rpartenben heftig mit ihrer Mannschaft sympathi- fierenben Zuschauern zu einem Siege reichen wirb, ist noch sehr fraglich. Die Elf wirb sich sehr auf ihr eigentliches Können besinnen müssen. Es ist bekannt, baß bie 1900er mit bem Gegner in ihrem Können wachsen. Das haben insbefonbere bie Spiele gegen Friebberg bewiesen. Umso mehr sollte man erwarten, baß sie sich mit Geschick aus ber Affäre ziehen. Die Elf tritt in ber Aufstellung des Vorsonntags an. Voraussichtlich wirb aber Heinbach roieber habet sein. Die II. Mannschaft hat bie II. Mannschaft bes FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg zum Gegner. Das Spiel sollte ursprünglich in Gießen ftattfinben, würbe aber mit Rücksicht auf anbere Spiele nach Watzenborn-Steinberg verlegt. Die Gießener sollten bas Spiel gewinnen können. Die III. Elf — gegenwärtig nicht sehr in Form — hat gegen bie I. Elf bes neugegrünbeten Vereins „Abler" Hausen anzutreten. Wie bas Spiel ausgeht, ist nicht voraus- zusagen. . Butzbach Jugend. Dieses Spiel sollte von den Gießenern wichtiger genommen werden als das am vergangenen Sonntag und sie wieder zu einer guten Leistung anspornen. Wenn die Butzbacher Gäste halten, was der Rus ihres Vereins und ihrer ersten Mannschaft versprechen, dann werden sie einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Rundfunkprogramm. Sonntag, 29. Oktober. 6.35 Uhr: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.30: Feierstunde des Schaffenden. 10: Katholische Morgenfeier, „Christus der König". 10.45: Stunde des Cyorgesangs. 11-30: Don Leipzig: Reichssendung: Wo soll ich fliehen hin? Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 13: Reue Opemsormen? Unterhaltung darüber zwischen Komponist, Intendant, Laien. 13.15: Bekannte Schlagerkapellen spielen. 14.05: Stunde des Landes: „Das Reichs-Erdhof- gesetz". Gespräch mit einem kurhessischen Erbhofbauern. 14.30: Kinderstunde. 15.30: Oberhessische Volksfeste: Gallusmarkt in Grünberg, Hörbericht. 16: Aus der Gartenstadt Haan (Rhld.) zugunsten des Winterhilfswerks des deutschen Bolkes: Rach- mittagskonzert. 18: „Metallschmuck und bunte Steine", Hörbericht aus Idar-Oberstein. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel. 19.10: Henry Benrath erzählt luftige Geschichten. 19.40: Zeitdienst. 20: Aus Freiburg: Gemeinsamer Bunter Abend des Süd- Handball im Gan XII der DT. Reger Spielbeirieb auf Gießener Sportplätzen.- Lokalkampf 1900-Gießener Turnerschast. und Südwestfunks. 22.20: Du mußt wissen 22.45: Nachtmusik. 23: Lus Haan: Tanzmusik btt Kapelle Eyioldt. Dazu: „Die fröhlichen Fünf. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 30. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. 7.15: Frühkonzert. Gute alte und neue Bekannte! 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes Echte und nachgebildete Volkslieder der Romantik. 16: Nachmittagskonzert. 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: „Forscherfahrten in Die Hochregion der Anden", Vortrag von Hermann Horlin. 18.35: „Lyrik aus der Hitler- Jugend", Vortrag von Dr. Sven Schacht. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Wie es Euch gefällt. Eine Stunde Unterhaltungsmusik. 20: Griff ins Heute. 20.10: Abendkonzert. 22.20: Du mußt willen .. 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: Nachtkonzert. 24 bis 1: Richard-Strauß-Konzert. Dienstag, 31. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert 7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Der Hausfrau zur Erholung. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.20: „Rationalisierung": Ausgesangene Alltagsgespräch« über dieses Problem. 18.35: „Porck", Vortrag von Dr. Fritz Reck Maleczewen, von Hans Goguel gelesen. 19: Reichssendung: Stunde der Nation; Desperkonzert aus der Stadlpfarrkirche in Wittenberg. 20: Von Berlin: Vortrag des Reichsbundes für deutsche Sicherheit. 2010: Unterhaltungskonzert. 21.20: Kammermusik und Lieder. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: „Mit Donner und Blitz": ein nächtliches Durcheinander. 24 bis 0.45: Von deutscher Seele: „Allerseelen": Vortrag von Cattina v. Seybold. Sprcmniniöcn Der 'Jicörtftton. 11.30 bl» 12.30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samstaf nachmittag geschlossen ^Sodener be; HUSTEN, ERKÄLTUNG (Wvw QftotKtiwty! 31. f zv Ella Reuter Koni werein Wen u.Umfl. ------------' e. G. m. b. S. — ! Am 5. November 1933, vormittags 9' Uhr, findet im Gewertschastshaus, Schanzenstr. 18, unsere diesjährige Vertreter-Versammlung ^atl" Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, Vorlage der Bilanz, Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1932/33. 2. Verlesung des Revisionsberichts. 3. Veschluhfastung über die Verwendung der Erübrigung. 4. Satzungsänderung § 43, Rbs. 1. 5. Ersatzwahlen für Vorstand und Aufsichtsrat. 6. Beratung eingelaufener Anträge. Anträge, die zur Beratung kommen sollen, müsien bis spätestens 1. Vovember 1933 im Büro, Schanzenstrahe 16, eingereicht sein. — (§ 33, Abs. 3 der Dereinssatzungen.) Oer Aussichtsrat: I. A.. Kar 1 Bremer. DlBSBt Kindliche Oranier ist ein ganz famoser Kerl. Er bringt Ihnen täglich große Ueber- raschungen. 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Sonnt, ab 3 Uhr der Nensationelle Ilan* - Alber* - Rekordfilm - ein gewisser Bin weiteren Hauptrollen: ««?rc Karin Hardt, Hermann Spoelmans, S Alb.Bassermann, Olga Tschechowa ■ Gut. Beiprogr., Ufa -Ton-Woche B rvre-eE Sonntag, 29. Oktober Tanz 3m rülilcn ©runö^/ 3nl). ö®. Oormunn Ev. Stadtmission • Löberstraße 14. Vortrag 29.10., 0V4 Uhr: Gottesoffenbarung - des Menschen Verantwortung Wenn zwei Männer eine wichtige Sache miteinander besprechen wollen — oder wenn -sie sich Erlebnisse erzählen —- immer gehört ein handfester Weinbrand oder Korn auf den Tisch. Der löst die Zunge! Winterhoff ist bekannt dafür, daß seine Spirituosen etwas besonderes für Feinschmecker sind. Nehmen Sie sich gleich morgen ein Fläschchen mit nach Hause. Weinbrand ,,Scharlachberg", eig. Abfüllg., */i Flasche 3.35 Mk., */* Flasche 1.80 Mk. Weinbrand, eigene Abfüllung, V1 Flasche 2.70 Mk., */, Flasche 1.45 Mk. 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