0: j * 611,„ OHober 'M 71, & 'VÄZ-s :»«SKi « ®°en c* •;. Ration: fi* 19: Euch °"zert. 2220- M !f^95mufit. 232ummu6t '^°"ß-K°nA N°cht. • Offober. -rt. 7iS. 'J® ®i«effÄw- Der finncf,Au konzcrt be5 i 3 w 6r‘ ittriQfnc 9fiu« • ’o-20; ‘KrÖS1* p. oon fians S;Q9.D0n V ä,n T @o9uc( qe. « *n; ÄrIf,r4e in °^>7» S: unb %ih“ . •lctbaltungs. 16 b" >' Uk Sami, ERKÄLTUNG im Zifcarrenhaus 6628a EUa Reuter Neuen Bäue u, und iDirairtPiiinie - tmniMeaGesMitmi rtverein e.V, tr, In der Ünlvtrilllti-Anli ZEBT •iclükartells der Deutschen )f. Dr. h. c. vemann n JOPOIA) (Klavier) onate C-Moll op.SONr. 2- ।1 -Schubert BondoD-üb 1 Preisen von en»h an der Kasse. Stu- weis bei Herrn Sekretär ,nohaus Schönau. 11 $ Prof. Güntber Ramin Quartett - UM Be»^ Kaiser (Klavier)-11.3.34 Bach W-'ihnachtsoratonum ML 1SM 2. Platz ML 12.00. ien abgebolt werden, «urv gebrauchte Klaviere JSSSÄS JSEpSS Kein Ulen ®'u JJ* AZS eu?"^se „ orll IB”;ird häflicW* htj/uo/ rang®11 '■ ^ieinbaru\ 'S- Der Biber und der Gchluchtenhund. Meine GeschiHten von Komponisten und andern Leuten Schwere Enttäuschung. Das erste Konversationslexikon kam vor rund hundert Jahren in die Hände des Publikums. Der Komponist Zelter— Goethes musikalisches Orakel — griff sofort danach, um sich zu vergewissern, ob er auch darin stände und gebührend gewürdigt sei. Hastig glitten die Finger des Suchenden durch den testen Band. Halt — hier — hier mußte er stehen: „Zei ... Zeh ... Zel ..." und er las: „Zelter: Mittelalterliches Roß." DerSchluchtenhund. Händel war von London nach Chester gereist, um eins seiner Oratorien auszuführen. Er wandte sich an den dortigen Organisten und bat, ihm Chorsänger, die fähig wären, vom Blatt zu singen, zur Verfügung 311 stellen. Der Organist empfahl Händel verschiedene Personen — auch den Buchdrucker Janson. Auf der Chorprobe sang Janson wie ein Schluch- tcnhund. „Es ist doch eine Frechheit, zu behaupten, Sie könnten vom Blatte singen!" schrie Händel wütend. „Ick kann es — ich kann es wirklich, Herr Händel", flehte der Sängerich, „aber doch nicht gleich beim e r st e n Male!" 6 ♦ ) ßseufzer. Ein sehr begabter, früh verstorbener Komponist, rang sich einmal folgenden Stoßseufzer von der gequälten Künstlerseele: Mit dem Komponieren is nischt mehr los! Hat man mal nen juten Gedanken, dann hat man keen Papier, um ihn uffzuschreiben. Hat man ihn jlicklich ufsjeschrieb'n, dann find't man keen Verleger. Hat man een jefunden, der 'n druckt, dann kooft 'n keener. Kooft ’n doch eener, dann kann er ’n nid) spielen. Un kann er ’n spielen, dann jefällt er ihm nich!" Das lockende Ziel. Professor R., Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität ÜB., ist der gefllrchtetste Examinator tm ganzen medizinischen Viertel. Die Kandidaten, die bei ihm ins Examen steigen, können zehn gegen eins wetten, daß sie mit Pauken und Trompeten durchfallen: mit unfehlbarer Sicherheit erspäht er ihre schwache Stelle — wer hätte die nicht! — und bringt sie zu Fall. Außer seinem Beruf, der Augenheilkunde, hat der Herr Professor noch eine Liebhaberei, die Jagd. Doch das Getier im Wald und auf der Heide fürchtet ihn nicht allzusehr, denn er ist ein äußerst mittelmäßiger Schütze. Eines schönen Tages geht er mit dem alten Ober- förster wieder einmal auf den Wildpfad. Sie schreiten mit gespannter Aufmerksamkeit vorwärts ... Da — „Ein Hasel" ruft der Oberförster. Der Herr Professor die Flinte hoch, zielen, los- drücken — bautz! Daneben. Wenig später macht ihn der Oberförster wieder aufmerksam: „Dort — ein Fasan!" Der Herr Professor schießt. Daneben! Da fliegt wenige Schritte vor ihnen ein Rebhuhn auf. Der Oberförster ruft mit lustigem Augenzwinkern: „Da — ein Kandidat!" Und mit unfehlbarer Sicherheit holt der Herr Professor das Federtier aus der Luft herunter! Das Biberspiel. Sie kennen doch das Biberspiel? Biber = Vollbart. Weißer Biber zählt 1 Punkt. Gemischter, schwarzer und blonder Biber zählen 2, 3 und 4 Punkte. Biber mit Rucksack auf Fahrrad (beispielsweise) 23 Punkte usw. Wer innerhalb einer gegebenen Frist die höchste Punktzahl erreicht, hat gewonnen. Walter, neunjährig, darf zum erstenmal mit nach Italien. Zwischen Mailand und Genua fährt der äug durch Pavia. Die Stadt ruht mit Kuppeln und Kirchen im blauen Licht. .. „Hier wurde Friedrich Barbarossa gekrönt , erklärt der Vater Wallern, der sehensdurstig am Fenster steht. c „Oh, da hätte ich dabei sein mögen!" ruft Walter begeistert. Der Junge hat doch wirklich geistige Interessen, denkt der Vater beglückt. „R 0 t e r B i b e r m i t K r 0 n e zählt 98 Punkte , sagt Walter. Und Pavia entschwindet. (Lust. Bl.) Berzelius. Schwedens großer Chemiker, lebte und arbeitete in der denkbar einfachsten Weise. In einem einzi- gen Zimmer entstanden alle seine ausgezeichneten Analysen, Bücher und Schriften. Als Laboratorium diente ihm eine kleine Küche, in der seine Assisten- „Ser deutsche Arbeiter im neuen Staat." Große Kundgebung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der Deutschen Arbeitsfront. Derdeutsche Arbeiter st eht bei Adolf Hitler! Das war der Eindruck der Kundgebung in der Dolkshalle, zu der für gestern abend der Deutsche Metallarbeiteroerband in der Deutschen Arbeitsfront eingeladen hatte. In geschlossenen Zügen, voran die Fahnen der RSBO.-Betriebszellen, marschierten die Belegschaften zur Volkshalle. Auch Betriebszellen einiger auswärtiger Betriebe, und zwar nickt nur derjenigen des Metallgewerbes, nahmen an der Kundgebung teil. Männer und Frauen, Menschen der Arbeit im einfachen Kleid, sanden sich zusammen, um au hören, wohin der Weg führt. Erwartungsvoll saß die Menge, um sich spontan zu erheben, als die Fahnen der RSBO.-Betriebszellen, etwa 20 an der Zahl, in den Saal gebracht wurden, getragen von Arbeitern im Ehrenkleid der SA. Der Verbandskreisleiter des Deutschen Metallarbeiteroerbandes, Walter (Gießen), eröffnete die Kundgebung. Als erster Redner sprach pg. Bartho'omäus Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Der Arbeiter müsse immer mehr erkennen, daß der Nationalsozialismus den richtigen Weg im Interesse des deutschen Arbeiters beschritten habe. Mit besonderem Stolz müsse es den Arbeiter erfüllen, daß der Führer Adolf Hitler den Arbeiter im Kampf um die Volkwerdung immer an die Front stelle. Mit besonderem Stolz müsse es ihn auch erfüllen, daß der Führer am 1. Mai das Wort geprägt habe: „Ohne den deutschen Arbeiter kein deutsches Vaterland! Wenn dies früher erkannt worden wäre, dann hätte es nie einen Marxismus und nie einen Kommunismus in Deutschland gegeben. Der Sinn des Kampfes um die Einigung des deutschen Arbeiters liege darin, zu beweisen, daß der deutsche Arbeiter ein Anrecht darauf habe, Gleichberechtigung im Innern und für das Vaterland als solches Gleichberechtigung nach Außen zu verlangen. Wenn man wisse, was der Kommunismus bedeute, dürfe am 12. November dem Führer keine Stimme versagt bleiben. Der deutsche Arbeiter dürfe in der Welt nicht hintangestellt werden. Die zweite und die dritte Internationale hätten nie die ernsthafte Absicht gehabt, die Arbeiterschaft international zu verbrüdern Der Beweis dafür liege schon darin, daß imIahre1928 von den damaligen Regierungen in Deutschland, England und Frankreich, deren Führer auf die In- ternationale geschworen hatten, durch den Dawes- vlan der Grundstein für die Verelendung des deutschen Arbeiters gelegt worden sei. Der youngplan, unter den gleichen Voraussetzungen abgeschlossen, habe das deutsche.Volk bis zum Jahre 1988 versklaven wollen. 3n Frankreich sei der Arbeiter, auch der Sozialdemokrat, immer national erzogen worden. Die Engländer und die Franzosen seien immer zuerst Engländer und Franzosen gewesen und bann erst Sozialdemokraten. Leider sei es in Deutschland stets umgekehrt gewesen. Erst Adolf Hitler habe kommen müssen, um dem Arbeiter zu sagen, daß er doch nur bann leben könne, wenn bas Vaterland lebe. Und ferner: wenn der Arbeiter leben wolle, müsse ihm Arbeit gegeben werden. Jedem Volksgenossen müsse bewußt werden, daß kein Stand ohne den anderen existieren könne. Der Arbeiter müsse als gleichberechtigt an dem Ertrag seiner Arbeit und am Leden im Vater- Ian de sein. In Deutschland wäre es nie zu solcher Verelendung gekommen, wenn die früheren Regierungen das erfüllt hätten, was gesetzlich festgelegt war. Heute verlange man, daß der Versailler Vertrag zum mindesten auch von den anderen Nationen eingehalten und Deutschland die chm gebührende Gleichberechtigung zugestanden werde. Der Versailler Vertrag sei von der Sozialdemokratie und dem Zen- trum unterschrieben worden. Ehrenpflicht aller ehemaligen Marxisten und Zentrumsangehörigen müsse es sein, sich zu Adolf Hitler zu bekennen und einzustehen für die Forderung der deutschen Gleichberechtigung. Deutschland müsse wieder lebensfähig gemacht werden durch echten Sozialismus und wahren Nationalismus. Daß dies möglich sei, habe Adolf Hitler durch die Arbeitsbeschaffung bewiesen. Nahezu drei Millionen Menschen seien wieder in Arbeit. Was hier aufgebaut worden sei, werde mit allen Mitteln erhalten werden müssen. Man verlange von keinem Arbeiter, der früher im anderen Lager stand, daß er von heute auf morgen Nationalsozialist werde, wohl aber verlange man vom' Arbeiter, daß er sich mit dem nationalsozialistischen Gedanken vertraut mache und das 00m Führer bereits Geleistete anerkenne. Dem deutschen Arbeiter sei es leicht gemacht worden, Vertrauen zu den jetzigen Gewerkschaften zu haben. Sicherlich freue sich mancher alte Gewerkschaftler darüber, daß jetzt jeder zur Beitragsleistung herangezogen werde, wenn er die Errungenschaften der Gewerkschaften für sich beanspruchen wolle. Langverfolgte $iele stünden jetzt vor der Erfüllung. Aber jeder müsse bereit sein, mitzuarbeiten und mitzubauen. Gleichermaßen müsse darauf geachtet werden, daß das, was mit viel Arbeit und Fleiß auf- gebaut wurde, nicht zerschlagen werde. Es dürfe nicht vergeblich gearbeitet werden, sondern mit Bewußtsein für die Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes! (Lebhafter Beifall!) Gaubetriebszellenleiter, Fritz Kern, Md R., Frankfurt a. M. sprach über das Thema: „Der deutsche Arbeiter im neuen Staat". Der Redner führte u. a. folgendes aus: Des Arbeiters jahrzehntelanger Kampf werde erst jetzt zum Ziele geführt. Vieles, was im Herzen des Arbeiters als Wunsch lebe, werde zwar noch nicht in Erfüllung gehen können, was aber in all den Jahren des Kampfes von der NSDAP, in Aussicht gestellt worden sei, werde seiner Verwirklichung entgegengehen. Was man erhoffe, könne nicht in 3 ober 4 Monaten von der Regierung erreicht werden, aber jede Revolution müsse ihre Aufgaben konsequent erfüllen, wenn sie ihrem Sinn überhaupt gerecht werden wolle. Das Wort Sozialismus habe für den Arbeiter hohe Bedeutung. Das wisse der Nationalsozialist ganz genau. Alle Zeichen der Zeit drängten zum Sozialismus. Man müsse nur immer unterscheiden zwischen dem internationalen und dem nationalen Sozialismus. Dem deutschen Arbeiter werde das zu eigen werden, was er auf Grund seiner Leistung verdiene. Dem Arbeiter müsse auch alle Achtung zuteil werden, denn diese Achtung allein ermögliche die Zusammenarbeit aller kreise. Sorgfältig werde man darauf achten, daß der wahre Nationalsozialismus nicht verfälscht werde. Der Unternehmer müsse genau so zum Nationalsozialismus geführt werden, wie der Arbeiter. Eines aber stehe fest: die Jugend werde die Bewegung immer zu tragen und immer weiterzutragen haben. Man wisse genau, daß es heute fast ein Kunststück sei, einen Betrieb aufrechtzuerhalten: dieses Kunststück sei aber nicht möglich ohne den Arbeiter. Persönliches Interesse müsse dabei immer in den Hintergrund treten. Hier müsse sich der wahre deutsche Sozialismus äußern. Man wolle gegenwärtig nicht einen plötzlichen Lohnaufbau, sondern eine allmähliche Entwicklung zum Besseren in der LohnNr. Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General- Anzeiger für ©berufen) Samstag, 28. Oktober (933 Politik. Der Standpunkt „Klasse" werde in Zukunft abgelehnt. Der Zug von der Scholle zur Industrie berechtige niemand, vom Fabrikarbeiter als einer besonderen Klasse zu sprechen Daß sich der Arbeiter lange Zeil als eine besondere klaffe betrachtet habe, fei nicht zuletzt Sdjulö des Bürgertums, das dem Arbeiter nicht die nötige Achtung entgegengebracht habe, obwohl der Arbeiter während des Weltkrieges für das ganze Vaterland in vorderster Front stand. Der Nationalsozialismus werde das Selbstbewußt- sein des Arbeiters mit allen Mitteln fördern. Der deutsche Arbeiter werde zu seinem Vaterland zurück- finden müssen. Der 12. November müsse beweisen, daß Deutschland in allen Ständen einig sei. Es gelte dafür zu sorgen, daß in den Betrieben alle Möglichkeiten zur Einstellung von Erwerbslosen ausgenützt werden. Die Arbeitsbeschaffung diene im Besonderen dem Zweck, die Volksgesamtheit von dem Druck der Erwerbslosigkeit zu befreien. Der persönliche Vorteil einzelner Gruppen müsse dabei völlig in den Hintergrund treten. Für die Entlohnung des deutschen Arbeiters werde aber der Primitivitätsgedanke abgelehnt. Nur eine würdige Existenz könne den Arbeiter auch zum Abnehmer machen. Der Arbeiter stehe heute schon dem Nationalsozialismus näher, als mancher Unternehmer. Der Arbeiter werde zum treuesten Verfechter nationalfozialiftifcher Ideen werden. Vorerst aber müsse dafür gesorgt werden, daß jeder Arbeiter sich mit dem nationalsozialistischen Gedankengut restlos vertraut mache. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem in Vorbereitung befindlichen Arbeitsschutzgesetz und gab die wesentlichsten Punkte für dessen Gestaltung auszugsweise wieder: Arbeitskraft dürfe nicht mehr als verkäufliche Ware betrachtet werden. Dem Unternehmer werde man nicht das Anwachsen seines Bankkontos kontrollieren, wenn er alle seine Pflichten der Arbeiter- schäft gegenüber erfülle. Kündigungen nach 10- oder löjähriger Tätigkeit in einem Betrieb werde es in Ästkunst nicht mehr geben dürfen, wenn nicht schwerwiegendste Gründe oorliegen. Die Leistung müsse als Grundlage für die Bemessung des Lohnes gelten, das Existenzminimum müsse dem Arbeiter aber in jedem Falle gesichert fein. Dem Arbeiter müsse, nicht zuletzt im Interesse des Betriebes und der Erhaltung der Arbeitskraft, der entsprechende Ur- Spenden für die AS -Volksrvohls ahr werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. laub zugebilligt und der Gesundheit des Arbeiters aller Schutz gewährt werden. Berufliche Begabung fei nachhaltig zu fördern. Berufsberatung und Lehrstellenoermittlung müßten ausgebaut werden. Der Redner betonte besonders, daß eine Altersversicherung geschaffen werden solle. die dem Arbeiter mehr innere Sicherheit für feinen Lebensabend verschaffe. Nachdem der Redner auf die Notwendigkeit der Mitarbeit und Opferbereitschaft des Einzelnen hingewiesen hatte, schloß er feine mit stärkstem Beifall aufgenommenen und oftmals durch Beifall unterbrochenen Ausführungen. Ein dreifaches „Sieg-Hell!", von dem Kreisbetriebszellenleiter Wagner (Gießen) auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ausgebracht, fand bei der Versammlung einmütiges Echo. Hierauf wurde zum Schluß das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Ausmarsch der Fahnen der NSBO.« Betriebszellen beschloß die eindrucksvolle Kundgebung. Saa-preffechesWvwenesipnchilibelpreffesragen Gau-Pressechef W 0 w e r i e s, der Führer des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverband der deutschen Presse spricht im Hippodrom in Frankfurt a. M. vor dem Gauleiter und 7000 versammelten AmtswaUern der Partei über Pressefragen. w We .z" X '• •' X < Mt. t.. *•/ , X — -- .7* - *-** tin, nämlich seine Köchin Auguste, hauste. Diese treue Seele wurde eines Tages von einem wartenden Besucher gefragt: „Sagen Sie mal, was ist Ihr Herr denn eigentlich?" „Chemiker", sagte Auguste. „Was macht er denn so tagsüber?" „Das werde ich Ihnen sagen, er hat irgend etwas in einer großen Flasche, das gießt er um in andere Flaschen, und zum Schluß nimmt er noch ganz kleine Fläschchen. „So, so, und was geschieht damit?" „Dann werfe ich es tue g." (Lust. Bl.) Sechsmal Kölner Dom. Der Briefträger Hufekatt vom Berliner Postamt SW. 68 blätterte in einer Dienstpause in der „Statistischen Wochenbeilage" und stieß auf die seltsame Errechnung eines müßigen Statistikers, daß ein normaler Briefträger allwöchentlich sechsmal den Kölner Dom hinauf und hinunter steige. „Da kann man sehen, was die Leute schwindeln!" murmelte der Briefträger Hufekatt. „Ich bin mein Lebtag nicht in Köln gewesen!!!" Elsa van Brabant. Max van Schillings — der verstorbene Berliner Opernintendant — saß eine Stunde vor Beginn der „Lohengrin"-Aufführung in seinem Arbeitszimmer. Da stürzt ein Theaterbote ins Zimmer: „Herr Intendant, Frau M. hat für heute abgesagt, sie kann die Elsa nicht fingen!" Schillings atmet befreit auf: „Ein Glück, daß sie bas endlich einsieht!" Der Schauspielschüler. Der Sohn eines Berliner Industriellen spürte überflüssigerweise den Drang zur Bühne. Der große Werner Krauß wurde ausersehen und bewogen, ihm Stunden zu geben. Einige Zeit ging das ganz gut, aber dann verlor Krauß die Geduld und wütete den Unbegabten an: „Stunden sind bei Ihnen vollkommen nutzlos ... Sie müßten Monate nehmen ... und so viel Zeit habe ich nicht!" Zimmer zu vermieten. Ein peinlicher Vorfall ist der ehrenwerten Frau Piefke aus Berlin vorige Woche zugestoßen. Am Freitagvormittag erschien bei Frau Piefke ein Chinese und mietete ein Zimmer. Er verstand kein Deutsch, aber die Sache schien klar, und- sie gab ihm die Schlüssel. Am Nachmittag kam anscheinend der gleiche Chinese wieder, gestikulierte und verlangte offensichtlich die Schlüssel noch einmal. Wahrscheinlich hatte er bas erste Paar verloren. Die Sache schien weniger klar, wurde jedoch durch die nochmalige Hergabe von Schlüsseln geregelt. In der selbigen Nacht geschah in der Wohnung ein schreckliches Rumoren. Frau Piefke lag in ihrem Bett und ängstigte sich — was soll eine alleinstehende Witwe auch tun, wenn es rumort? Dann kam der Morgen, und Frau Piefke wagte einen Erkundungsvorstoß — jedermann feine eigene Patrouille. Der ganze Korridor war verrammelt. Frau Piefke überkletterte die Barrikade und holte den Portier. Der Portier, ein unerschrockener Mann, klärte die Lage. Im Fremdenzimmer lag ein Chinese und schlief. Im Badezimmer lag ein Japaner und schlief auch. Japaner und Chinesen sind zweierlei. Und es gibt mehrere. Aber das konnte Frau Piefke nicht wissen. Gin unverdaulicher Leckerbissen. In der Liste der Delikatessen, die bei einem Schlemmer-Essen in China vorgesetzt werden, stehen die eßbaren Vogelnester mit an erster Stelle. Viele Millionen Dollars werden alljährlich für diesen Genuß ausgegeben, und die Gewinnung der Salanganen-Nester hat sich zu einer beträchtlichen Industrie entwickelt. Diesen Vogelnestern rühmt man nicht nur einen vorzüglichen Geschmack, sondern auch eine kräftigende und heilende Wirkung nach. Bei einer Untersuchung der Nester, die von A. Heiduschka und L. Graefe vorgenommen wurde, ergab sich jedoch, wie in der „Biochemischen Zeit^ schrift" berichtet wird, ein Befund, der für recht ungesunde Nachwirkungen dieser Speise sprach. Wenn die Nester längere Zeit im Wasser lagen, quollen sie stark auf und nahmen das Aussehen eines Badeschwammes an. Nach der chemischen Untersuchung besteht der Stofs der Nester, von geringen Salzmengen abgesehen, aus einer einheitlichen Verbindung von Eiweiß und Zucker, die anscheinend dem Speichel nahesteht: auch die Anwesenheit von Speichel-Fermen konnte nachgewiesen werden. Bei künstlichen Verdauungsversuchen zeigte sich, daß die Vogelnester außerordentlich schwer und überhaupt nur zu einem geringen Teil verdaut werden können. Man sieht daraus, daß dem Magen mit diesem Gericht sehr viel zugemutet wird und die Wirkung auf den Organismus eher schädigend als nützlich fein muß. dodifcbutnorbricbten Der bekannte Freiburger Philosoph Professor Dr. Martin Heidegger hat sich entschlossen, den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Berlin und die Universität München abzuleh. nen und in Freiburg zu verbleiben. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Ifcxne kostbare Luppe. (—) Peking. Zollbeamte machten dieser Tage auf einem ver- dächtigen chinesischen Küstenfahrzeug im Hafen von Schanghai einen sehr merkwürdigen Fund. Kurz vor seinem Auslaufen nach Hongkong nämlich wurde das Boot auf Schmuggelware durchsucht, die es nach einer detaillierten anonymen Anzeige unbedingt an Bord haben mutzte. Aber obwohl die mit allen Listen chinesischer Schmuagler wohlauf vertrauten Zollbeamten das Schift beinahe auf den Kopf stellten und nicht den kleinsten Winkel an Bord undurchiorscht liehen, war nicht» zu finden, bi» man zum Schluß in die Küche des Schiffes kam. Aber hier stand nur „Smutje", der schlitzäugige Schiffskoch, vor dem Herd, auf dem ein Riesenkessel mit Suppe kochte und dampfte, in dem er eifrig rührte und sich eins dabei pfiff. Die Suppe sollte, bemerkte er zwischendurch, der chinesischen Bemannung des Schisses zum Frühstück dienen. Da es jedoch auf chinesischen Schissen zur Frühstückszeit durchaus nicht Io opulent herzugehen pflegt, schöpfte einer der Zöllner Verdacht, nahm dem Koch den Schöpflöffel aus der Hand und fuhr mit ihm selbst in die brodelnde Suppe: gleich suhlte er iroend- etwas aus dem Boden des Kessels, was bestimmt kein Suppenfleisch war, und als man es heraus- fischte, waren es siebzehn Barren Gold im Werte von rund 15 000 Mark. — Dies war vermutlich das teuerste „Eintopsgericht", das jemals zubereitet worden ist. Sine 63jäf)riflc VottSschüleri«. (a) Schanghai. Die dreiundsechzigjährige Arbeiterin Liu-Huang-Se In «anton faßte den ehrenwerten Entschluß, die Volksschule zu besuchen, um die Kunst de» Schreiben» zu erlernen. Begründung: Sobald sie oder ihr nicht minder ungebildeter Mann Geschäfte machten mit schreibkundigen Menschen, würden sie überoor- teilt. Um diesem unhaltbaren Zustand „rechtzeitig" abzuhelfen, holt die alte Tante das bisher Ber- fäumtc nach und lernt mit Feuereifer. Sie hofft, die erste BolksschulNafse bald absolviert zu haben. Dann wird sie hossentlich nicht mehr betrogen werden! Man sieht: Bester spät als gar nicht! .... DaS älteste Lbservatorurr» Europas. (z) Amsterdam. In der Unioerfität in Leyden feierte man bi Gegenwart internationaler Größen der Mftrommrie das 300jährige Jubiläum des ältesten Obfervolo- riums Europas. Ein großer hölzerner Quadrant und einige lächerliche Instrumente, die damals der Höhepunkt der astronomischen Werkzeuge schienen, sind die Ueberrefte jenes Anfangs einer modernen Sternwistenschast in Leyden. Man lehrte die Astronomie, freilich rein theoretisch, schon seit 1575. Aber erst 50 Jahre später fab man dem dauernden Mahnen des Dr. Snel« i u » nach und baute nach den Anweisungen dieses Lehrers des Prinzen Moritz von Qranien einen hohen hölzernen Turm vor der Unioerfüät. Dr. Snellius, der Dater also dieses ersten europäischen Observatoriums, starb vier Jahre, ehe der Turm sertiggestellt war. 60 Jahre beobachtete man von diesem Holzturm aus die Gestirne, bis man bann später, schon mit einem kupfernen Sextanten, der damals 1000 Gulden kostete, in ein neues Haus umziehen mußte. Seit 1633, dem „Eröffnungsjahr" des ersten Observatoriums, bildete der hölzerne Turm die jährige Eruberain Selbstmord begangen, weil sie ihr letzte» Geld am grünen Tische losgeworden war. Die Regierung erwägt nun drakonische Maßnahmen gegen diese überhandnehmende Spielwut, gegen die bisher so gut wie nichts unternommen werden fomue, da ihr leöidid) in geschlossenen privaten Kreisen gefrönt wurde. Oie Derufsnot der weiblichen Jugend. Don Berufsberaterin Dr. Hauffig, Arbeitsamt Gießen. Die große Aktivität de» neuen Staates hat auch hinsichtlich der Berufslage der Frauen und Mädchen eine neue Situation geschaffen. Die Frage der Berufswahl ist nicht mehr im selben Maße wie bisher der Entscheidungsfreiheit der Mädchen anheimaeaeben. Art und Anzahl der Berufe, denen die Mädchen sich heute zuwenden können, sind von vornherein auf die speziell weiblichen Berufe be- schränkt. Einerseits ist den Mädchen damit die Berufswahl erleichtert, andererseits ist sie wesentlich erschwert, weil ja nun der Andrang zu diesen Berufen ein viel größerer wird. Jedenfalls steht fest, daß die weiblichen Berufe nicht die Scharen von Sm (Sieöenee Anzeiger nimmt der neue große Roman in täglichen Fortsetzungen am Montag, dem 30. Oktober, seinen Anfang. Ss gelangt ein Werk der bekannten Meisterin des Zeitungsromans, 3. Schneider-Foerfil, zur Veröffentlichung unter dem Titel Dotzt-r Gvudes Ghe Späte Belohnung. (w) Oslo. Prinz Olaf von Norwegen erhiell vor einiger Zeit einen Brief von einem gewissen Mr. Davis in London der Seine Königliche Hoheit um Nachforschungen bat, ob heute noch Ueberlebenbe der Bark „Urda" aus Stavanger existieren, deren Besatzung ihn. Mr. Davis, im Jahre 1883, vor genau fünfzig Jahren demnach, bei einem Schiftbruch gerettet hat. Der Prinz übergab diese Bitte der Poli- zei, die sesfttellte, daß nur noch der Schiffszimmer- mann der „Urda", Herr Die D. Dikoren, in Stavanger am Leben ist. Das wurde Mr. Davis mit- geteilt, und er übermittelte dem allen Seebären nunmehr die Summe von 1000 Pfund als „verspätete Belohnung", wie er sagt, denn er sei erst jetzt nach einem arbeit»- und muhereichen Leden zu Vermögen und in die angenehme Lage gekommen, zuwenigsten» einem seiner damaligen Lebensretter eine Freude zu machen. Tausend Pfund — ob da» eine Freude für einen allen pensionierten Seemann ist!! Trinfhömer hatten Küße. (E. v. M.) Kopenhagen. Unsere germanischen Vorfahren waren — dem rauhen Klima ihrer Heimat entsprechend — zweifellos trinkfeste Männer, die einen tiefen Schluck al» Göttergabe nicht verachteten. Ihre urwüchsige, in hartem Kampf gestählte Leibesbeschafsenhell konnte auch in dieser Beziehung „was vertragen", doch mästen wir uns davor hüten, unsere Väter mit einer angeblichen Döllerei 3U belasten, die vielleicht in das verzerrte Bild „rohen Barbarentums", nicht aber in die hostkultivierte Wirklichkeit paßt. Wenn die Ahnen unserer Rasse Säufer gewesen wären, hätten sie den nordischen Völkern nicht eine Lebenskraft hinterlassen können, die Jahrtausende überdauerte und heute zu den eisernen Grundlagen des deutschen Wiederaufstiegs gehött. Nicht zuletzt find die übertriebenen Vorstellungen von den germanischen (Belagen auf die gewaltigen Trinkhörner zurückzuführen, die nach alter Sitte von Mund zu Mund die Runde machten. Die Wissenschaft glaubte nämlich annehmen au dürfen, daß die Büftelhörner kein Futzgestell besahen und daher auch im kleinsten Kreise — oder vom einzelnen Mann — stet» bis auf die Nagelprobe geleert werden mähten. Mehrere Liter Met „ex" zu trinken, wäre allerdings eine Leistung, die sich heutzutage kein Demi luftiger Mensch zumuten würde. Die neuen Wikinger-Ausgrabungen auf der Insel Alfen haben nun den Beweis erbracht, daß die Trinkhörner au» dem drillen und vierten Jahrhundert vor Christi Geburt mit Bronze-Fühen versehen waren und somll au» der Hand gestellt werden konnten, ohne den Inhall zu verschütten. Unter den Archäologen hat diese Entdeckung grohes Aufsehen erregt, und die ohnehin wenig fundierte Theorie von der Unmählgkelt der Nordgermanen stark erschüttert. Der Finder, Museumsdirektor Raben in Sonderburg, hat dem Kopenhagener National-Museum ein Fußgestell übersandt, das nun genau untersucht und in wissenschaftlichen Zeitschriften beschrieben werden soll. Äcfnnber Appetit. (—) London. Der hiesige Zoo besitzt eine herrliche Pythonschlange von neun Metern Länge, die sich durch einen unersättlichen Appetit auszeichnet. Hühner, Ratten genügen nicht, um ihren Hunger zu stillen und so will man iyr als besonderen Braten eine Ziege stiften. Die Direktion de» Zoo will aber immerhin dem Publikum den Anbllck eine» lebend verschlungenen Tieres ersparen, und so soll die Ziege, ehe sie der Schlange oorgeworsen wird, getötet werden, aber gewissermaßen „auf lebend" frisiert, damit die Schlange sie nicht verschmäht. Man rechnet damit, daß das Reptil eine Stunde braucht, um sie zwischen seinen Ringen zu zermalmen, aber nur zehn Minuten, um sie zu verschlingen. Die Besucher des hiesigen Zoos (darum werden diese Rücksichten genommen), haben noch zu gut den Unfall im Gedächtnis, der einmal einer Riesenschlange passierte Sie verschlang in ihrer Gier ihre Beute', anstatt mit dem Kopf zuerst, indem sie sie in der Witter bes Körpers ergriff und herunter- würgte. Dabei muhte sie sich so anstrengen, dah sie sich den Kiefer ausrenkte, der sofort operiert und in Gips gelegt werden muhte. Die Schlange Halle entschieden den Mund zu voll genommen. Musterstation für alle ähnlichen Einrichtungen, die man in der Folgezeit in Europa baute. Die verwechselten vabieS. (v) Madrid. Die Stadt Coruna hat ihren Spaß, und diejenigen, die den Schaden dabei haben, brauchen, wie üblich, auch diesmal für den Spott nicht zu sorgen. Da» find eine Mutter und ihre Tochter, die zur gleichen Stunde im Krankenhaufe von Coruna von einem Jungen entbunden worden find. Als die kleinen Erdenbürger das Licht der Well erblickt hatten, wurden sie von den Pflegerinnen in zwei verschiedene Wiegen gelegt, aber als die beiden Mutter ihre Spröhllnge sehen wollten, konnte man sie nicht mehr auseinanderhatten; man muhte nicht mehr, welcher der beiden Nackedeis der Mutter, welcher der Tochter gehötte. Die Tochter weih nun nicht bestimmt, ob sie ihren Sohn oder ihren Bruder nähtt, die Mutter plagt sich mit dem ähnlichen Zweifel, ob es ihr Kind oder ihr Enkel ist, der an ihrer Brust liegt. Der Ehemann der jungen Frau rauft sich die Haare, da er nicht weih, ob er von feinem Sohne ober von seinem Schwager künftig „Papa" genannt werden wird. Und auch die beiden Jungens werden später nicht put authentischer Bestimmtheit sagen können, wer von ihnen beiden denn nun wirklich der Onkel und wer der Neffe ist. Tatsache ist jedenfalls, dah sich die Direktion des Krankenhauses außerstande sieht, das Versehen wieder gutzumachen. Roseurcigen. (r) Wien. Die gnädige Frau feierte ihren Geburtstag. Ihr Bruder schenkte ihr einen prachtvollen Rosenstrauß. Dann gingen die Geschwister ins Theater. Zur Premiere einer neuen Operette, deren Hauvtrolle die beste Freundin der gnädigen Frau spielte. Unterwegs fiel ihr ein: „Entsetzlich, ich habe vergessen der Käthe Blumen zu besorgen. Sie wird schwer beleidigt (ein. Was mache ich bloh da?" — „Nichts einfacher als bas", meinte ber Drüber, ein burchau» praktischer Mann, unb beutete auf ben prachtvollen Rosenstrauß, „Du schenkst ihr meine Blumen!" — „Na, wunderbar, darauf wäre ich nie gekommen. Du bist mir doch nicht böse, wenn ich die Rosen notgedrungen weggebe?" Die Primadonna umarmte ihre beste Freundin: »Hch.sreue mich ja so, dah Du gekommen bist, meine Liebe! Und diese prächtigen Blumen! Die bleiben bestimmt tagelang frischt Die Operette hatte großen Erfolg. Die Geschwister gingen nach der Vorstellung in ein Restaurant, Geburtstag zu feiern. Dort trafen sie eine Schauspielerin. Die wartete auf ben Direktor. Unb man setzte sich zunächst zusammen. Der Direktor kam reichlich verspätet an. Unb entschuldigte sich bei ber Schauspielerin: ,Zch hatte noch eine Besprechung mit Käthe. Sei mir, bitte, nicht böse. Diese Rosen sollen Dich entschäbigeu!" Sprach» unb überreichte ber Schauspielerin bie Rosen, bie ber Bruber ber gnädigen Frau der Schwester unb bie Schwester anschließenb ber Käthe geschenkt hatte. Man trank bann einige Flaschen Meines miteinanber. Gegen Mitternacht erfuhr bie Gesellschaft, bah man eigentlich ben Geburtstag ber gnädigen Frau feierte. Da konnte bie Schauspielerin nicht umbin, ber charmanten Dame ihre Blumen zu überreichen, bie ihr ber Direktor mitgebracht hat. Ihre Blumen bzw bie Blumen, die eigenen Blumen bes Geburtstagskinbe»? Mit diesem Akkord schloh bie Rosenreigen-Symphonie. Man sieht roieber einmal, es geht nichts über bie Wiener Gemütlichkeit?. Die spielwütigen Gürten. (za) 3 ft a n b u l. Die neueste Sorge ber türkischen Regierung ist bie zunehmende Spielwut der Bevölkerung, die beson- Der» in Istanbul zu verzeichnen ist. Vor allem wirb dem Poker gehuldigt, bei dem grohe Summen umgesetzt werben. Die Spieler vereinigen sich um 15 Uhr bereit» in gewissen Privatwohnungen unb bleiben bis zum nächsten Morgen beim Spiel zusammen. Selbst Frauen beteiligen sich daran, unb die Behörde kennt Beispiele, wo Damen der sogenannten besten Gesellschaft ihren letzten Schmuck versetzt ober verkauft hoben, um ihre Spielverluste beifen zu können. Dor einigen Togen hat eine 19* Mädchen auf nehmen können, die in sie hineinwol- kn. Ostern 1934 werden in ganz Deutschland etwa 650 000 Mädchen aus den Volksschulen entlassen. Ein Teil davon wird zunächst noch durch weiteren Schulbesuch (Haushall-, Handels-, Kinberpflege- schulen uff.) untergebracht sein, so dah für bie|en Teil eine Berufserziehung einigermaßen gewährleistet ist. Immerhin ist diese Ausbildung meist nicht von ausreichender Dauer und die Frage der praktischen Derufserziehung damit nicht gelöst, sondern nur hinausgeschoben. Am günstigsten stellt sich die Lage für diejenigen dar, die das Glück haben wer- den, eine Lehrste11e zu bekommen. Doch auch hier ftt cs heute schon großenteils so, dah damit zwar die Ausbildung sichergestelll ist, keineswegs aber bie spätere Tätigkeit im erlernten Berufe. Wer nicht ba bleiben kann, wo er gelernt hat, steht nach Beenbigung ber Lehre roieber vor ber Frage, was er anfangen soll; er hat keine Bewährungsmöglichkeit. Die heutige Mäbchengeneration stellt diesen Tatbestand bei ber Berufswahl bereits voll in Rechnung: bie Einstellung auf ben späteren Haus- {rauenberuf hat sich erfreulicherweise wieder durchgesetzt und zwar ebenso bei den höheren Schülerinnen, wie bei ben Dolksschülerinnen. Der Hausfrauenberuf ist roieber zum eigentlichen Lebensberus unb zum uebensibeal bes Mäbchens geworben. Aber gerabe dieser Beruf stellt ungewöhnlich hohe Anforderungen an seine Trägerinnen, weil er sich nicht auf sachliches Können unb Wissen beschränkt. Der Haussrauenberuf erforbert neben einer guten hauswirtschaftlichen Ausbildung eine vortreffliche E h a r a k t e r s ch u l u n g unb Erziehung ber Gesamtperfönlich- feit. Bei ber heutigen unb ber kommenden Frauen- generation liegt bie große Aufgabe der Vo l k s - erziehung in ihren wesentlichsten Tellen. Art unb Einfluß ber Familie, ferner bie in ben Kinb- heitsjahren am reinsten und stärksten oorhanbene Bildungsfähigkeit bes Menschen geben ber Frau ein mit höchster Derantwortuna belabenes Tätig- keitsfeld. Dieses Tätigkellsfelb Der Hausfrau unb Mutter setzt sittliche Willensbildung, aber auch eine fachliche Erziehung voraus. Es ist keineswegs fo, wie bie meisten Mäbchen, bie nur im Haushalt ber Mutter erfahren haben, roas im Haushalt zu leisten ist, meinen, daß man in diesen Beruf von selber hineinwachse, baß hier alles von selber käme. Wenn bie moderne Haushalttechnik die Hausfrauenarbeit auch sehr vereinfacht unb damit erleichtert hat, so ist ber Aufgaben kreis der Hausfrau infolge ber wirtschaftlichen Notlage roieber viel größer als früher geworben. Was früher fertig gekauft werben konnte, muß jetzt wieder im Haus hergestellt werden. Eine g r ü n b - Li d) e hauswirtjchaftliche Musbilbung ist für bie fommenbe Frauengeneration also aus privat- unb volkswirtschaftlichen Orünbenu ner- läßlich, unb sie muß in ganz anberem Matze als bisher für bie heranwachsenbe weibliche äugend ermöglicht werden. Um diesen Plan zu verwirklichen. müssen alle Hausfrauen m11h eiten. Die heute verantwortliche Frauengenerati-rn muß sich bie hauswirtschaftliche Erziehung ber Mabchen mehr als je angelegen sein lassen, solange mir keine Dienstpflicht für bie Mabchen baden muß eine freiwilligeAufnahmeiungerMab- chen aller Stänbe in bie Haushaltun- 9 Es hat ^sich in Dielen Städten bie „häusliche Lehre" eingebürgert, welche durch eine etwa zwei Jahre bauernbe, burch Lehrvertrag geregelte Lehrzeit eine gründliche housroirtfchollliche Ausbildung gewährleistet. Ta am Schluß dieser Lehrzeit die Hausgehilfinnenprüfung steht, ist durch eine solche Form dauswirtichaetlicher Schulung ber Aufbau eines qualifizierten Hausange- ft e 111 e n ft a n be s verbürgt und jedenfalls die in diesem Beruf von Jahr zu Jahr dringlicher wer- dende Nachwuchsfrage roirfxrm in Angriff aenommen. Es Neat allo durchaus hn Interesse der Hausfrauen, es au» sich zu nehmen, junge Mädchen in ihrem Haushalt araulemen. Aber natürlich braucht bie „häusliche Lehre" keineswegs die etr- zig« Form zu fein, 'N der bas erfolgen kann. Wahr- ichemlich wären welle Krell« be» heutigen Mittel- jtanbes infolge der wirtschaftlichen Unsicherheit gor nicht imstande, sich vertraulich zu binden. Cs kommt aber gerade daraus an, baß nicht nur die Familien. die sich bisher schon eine Hausangestellte diel» ten, für diesen Gedanken gewonnen werden. Es müssen vielmehr auch andere Familien, jur die es sich Dann hauptsächlich darum bandeln würde, einen Menschen mehr in 5t o ft unb W o h- nung zu nehmen (eine geldliche Entschädigung käme nur in Form eines Taschengeldes in Betracht), sich dazu entschließen. An Arbeit fehlt es ja m den mittefttändftchen Haushaltungen meist keines- wegs, und gerade für den kleineren Haushalt müssen die jungen TIäbd)en erzogen werden Die Selbständigkeit des Hausangestelltenstandes wird damit also in keiner Welle angetastet, er wurde im Gegenteil durch eine solche Nachwuchs- erziehung nur gekräftigt und gefördert werden, und das ebenso nn Interefse von Arbeitgeber, wie Arbeitnehmer. Was darüber hinaus an Werten für das gesamte Volksleben gewonnen würde, übersteigt weit bie Behebung ber durch bie gegenwärtige Wirtschaftslage bedingten Rofttände. Es würde ben Neuaufbau von Haus unb Familie er- möglichen helfen. Darum ergebt an bie Haus- fronen unb an die Frauenschaften der Ruf und die Bitte, sich mehr als bisher für diele oolkserzseherische Aufgabe zur Verfügung zu stellen und bie Opfer, die dabei natürlich auch zu bringen finb, auf sich zu nehmen? Es reicht nicht aus, daß bie jungen Mädchen in ihrer „Freizeit" erfaßt werden, daß ihnen Lebensinhalt unb Verantwortung für Volk und Staat durch die politische Gruppe nabe- gebracht werden, fo dringlich diese Aufgabe auch ist. Es ist unerfäfolirf), darüber hinaus, allen denjenigen, deren Alltagsleben nicht durch eine Berufsausbildung a u s gefüllt und gestaltet i ft, dieieErziehung zur Alltagsarbeit in anderer Weife f i ch e r z u st e 1 l e n. Do ober wäre diese besser gewährleistet, als m demjenigen Aufgaben- und Pftich- tenfrei», in ben 90 o. Sy ber Heranwachsenden weiblichen Jugend später als selbständige Glieder eintreten werden? Oberbeffen. Reichsstaiihalier Sprenger besichtigt Ausgrabungen in Oberbeffen. • ®,lauberg, 27. vkt. Dieser Tage weilte Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger in Begleitung des Ministerialrats Ringshausen und des Lanbesbcniernführers Dr Wagner hier, um-' die Ausgrabungen auf berffllauburg zu besichtigen. -Bei seinem etwa dreistündigen Besuche äußerte sich Reichsstatthatter Sprenger über die Ausgrabungsarbeiten sehr anerkennend. Die Ausgrabungen werden von dem Denhnalpffeger von Oberhessen, Dr. Richter (Gießen) geleitet. Gemeinderat in Nidda. (U Nidda, 27. Oft. Der Gcmeinberat hat in seiner jüngsten Sitzung u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Die außerordentlichen Straßenherstellungs- arbeiten in der Lubwigstraße und Abellslraßc, Die über den Voranschlag hinausgehen, werden genehmigt. Desgleichen wird beschlossen, in der Bahnhofstraße von dem Kaufmann Schäfer bis an dos Gebäude erhöhten Fußsteig anzulegen Dadurch sind für bie Folge bie gesamte Bahnhofstraße unb bie Lubwigstraße mit erhöhtem Fußsteig versehen. Der ©cmeinberat wird davon in Kenntnis geletzt, daß die Arbeitsdienstwilligen mit ber Regulierung der alten Bach unb ber Herstellung ber Beunbe- strahe begonnen haben. Weiter roirb mitgcteilt, baß bie gesamten Kosten für ben Umbau des Arbeitsdienstlagers sich wahrfcheinlich auf 25 000 Mark belaufen unb ein Antrag auf Gewährung eines Darlehens in dieser Höhe aus dem Arbeitsbefchaf- fungsprogramm gestellt worden ist. Landkreis töieften. z Großen-Linden, 27. Oft. Bei der hiesgen Sammlung für die NS. -Volkswohl- fahrt wurde folgendes Ergebnis erzielt: 320 Zentner Kartoffeln, 49,50 Zentner Frucht, 1 Zentner Mehl, 26,85 Zentner Gemüse, 0,25 Zentner Obst. Bei ber Gelbsammlung (einschl. Liften-und Büchsen- fammlung, Ersparnisse beim Eintopfgericht) wurden 240,75 Mark aufgebracht. — Drei junge Bursch.n von hier hingen sich zwischen Gießen und Klein- Linden mit dem Fahrrad an den Anhänger eines Auto» an. Al» ber Anhängewagen bei ber Fahrt ins Schleubern geriet, wurde ein junger Mann von dem Hinterrad erfaßt unb in ben Straßengraben geschleubert, wobei er Prellungen unb Hautabschürfungen baoontrug. Er mutzte in bie Gießener Klinik eingeliefert werben. * Ed er stabt, 28. Oft Am morgigen Sonntag, 29. Oktober, begeht Obergärtner August Kambritz in Eberstabt bei Lich seinen 80. Geburtstag. Seit dem 16. April 1876, also seit über 57 Jahren, ist Herr K. als Gärtner unb Dbergärtner noch auf bem Hofgut Hof-Gill im Dienste ber Familie Hoffmann tätig, mit der er in Freud unb Leib eng verwachsen ist. Herr Ka mb ritz, der in Eberstabt wohnt, macht ben Weg zu ferner Wirkngsstätte, unbekümmert um bie Unbilden der Witterung, noch täglich. Ein geborener Darmstädter, Ist er ein echter Oberhesie geworden, wenn auch seine Gedanken noch oft in bie alte Heimat zurückschroeifen. Möge diesem Veteranen der Arbeit, dieser Verkörperung von Pflicht, Treue unb bester beuftcher Gesinnung, bem langjährigen Leser bes „Gießener Anzeigers", auch fernerhin ein heiterer Lebensabend defchieben fein. Avcid vüdingcn D Ridba, 27. Olt. Durch tatkräftiges Eintreten ber Leitung der Ortsgruppe ber NSDAP., bie sich um bie Errichtung von Neubauten sehr bemüht hat, ist es gelungen, bis jetzt schon bie S)er- ftellung zweier weiterer Wohnhäuser im lommenben Frühjahr zu sichern. Ferner will die Dezirkssparkasse unb Niddaer Bank für ihre Beamten je zwei Wohn- Häuser für eine Familie errichten. Arc le Alsiciv. ck. Ruppertenrod, 27. Ott Gestern wurde hier der Herb st markt ab gehalten. Der Schweine markt hatte einen Auftrieb von 228 Stück. 5 bis 6 Wochen alte Ferkel wurden mit 10 bi» 12 Mark bezahlt, 6 bis 8 Wochen alte erzielten 12 bis 15 Mark, während 8 bi» 10 Wochen alte es auf 15 bi» 18 Mark brachten Das Geschäft war schleppend, es verblieb etwa» Uederstand. Der Kramermarkt war bei befriedigenden Umsätzen gut besucht. st Ä i r t o r f, 27. Okt. Lehrer Erdmann konnte am vergangenen Sonntag auf eine 2 5jährige 2 [ 5 Organ i ft unserer Gemeinde zurückdlicken. Au» diesem Anlaß rourbf ihm nach dem Gottesdienst eine anerkennende Ehrung zuteil. Der Geistliche würdigte die Verdienste des Jubilars, anschließenb wurde mm ein von der Amngcli djen Kirchengemeinde gestiftetes Bild überreicht. In einer LS-L 'ft ft A,6i,'= gliche °h. ^IdXhnä^^Mna *ÄIS» e 1 n«r e n 1Clne5* 9,n »ibU1?- 16 iold)e n9*Q te1, cr unöS^Ms. °°n h'naus an E'®>e LrZ^ für bkfe „n, ’"lb die unq w L ,,5tr^' VJtg «* die :e?4aXftli?' w (rfZ y.blc unb werden, ! Ä1^ für i?LLst 'n anderer ®eife E ware dies, besser«. ^n.N*.unb^, lnS’a‘^rrben ^ständige ©lieber ein> rffen. prenger beWgj m Obechessen. !t- Dieser Tage veilte itter Sprengerind-, 15 "'ngshousenM Dr. Wagner hier, um - IUT derGlauburgzu Toa dreistündigen Besuche ter Sprenger über die r anerkennend. Die Aur- dem Denkmkpsteger von r sGießens geleitet at in Ma. )er Eemeinderak Hot q il (L solgende Beschlüsse iichen Straßenherslellungr' naße und Wellstraße, dir nau-gehen, werden aeneh- eschlolien, in der Bahnstos- n Schäfer bis an das Ge- amukaen. Daburd) finb ßabnijofftra&t unb bie ffußftein versehen, loon in Kenntnis geW, in M t>n ^>LvnMg der ^emde- k\kT wird mtgeteilt, dag den Umbau des Arbeite- peinlich aus 25 000 Mark aq auf Gewährung eines ,e au- dem Arbeitsbeschaf- worden ist. is «ickcn. n 27. Oft Bei der hiesgen üt ^s.-Bolkswohl- Ergebnis erzielt: ZA Zent- ^entner W 1 bfflüfe 025 Zentner Db/t. Hffi 0&P unb WM» )L - Drei \W Wg- 6!culim ■ft?” 6 « 1 «i**Ä JbI- ’S« « lurW1! n,cert werden. :ncn/Jr 57 Jahren, >st t 9^t SU« 16 r inner Mlngspa^' zu i^r »terung, noch Wjfj. er ein «Älcf ne Gedanken n°ch n auch fk'N _ jje)cm '«,,’d,TS”ns s SejinnunA, b'J r d«utfch-rA „s" «■* ^^'?n?M'eden H"’- Lebensabend N1’ VüvrE^-s ©nb*Ä Mch^AlP..i»eK ruppe s^s*- 7^®eamienl‘4 - riisiklv' wurde » 97 Dlt ^f -chwelne- cu^^llen 15 bis ^Äppenk" Z5S- -Uctgjsf u^d-wid&A, Als Vermählte grüßen Hans Borrmann und Frau Frieda, geb. Rücker Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Ebelstraße 2), den 28. Oktober 1933 Gießen (Plockstr. 10). Wleseck, Berlin, Rostock, 27. Okt 1933. 66 tl D 06226 Gießen Herbvrn H Knabeninstitut Lucius 6666 m C H. Kraft 66451 06216 M r Wer von Möbeln spricht spricht von Mobel-Hahn Löberstraße Nummer 17 CM6A Beachten Sie unsere Ausstellung Goethestraße 6 PFAFF-Nähmaschinen Gießen, Seltersweg 30, Fernspr.3369 WaschenSie auch so? Da brauchen Sie nur den vierten Teil der Zelt Der Waschkompreeeor spart Zelt, Arbeit und Waschmittel. Lassen Sie sich dieses moderne Waschgerät zeigen bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145/2146- Aufnahme in die neu begonnenen Lehrgänge noch bis Anfang November. 'Logische Vrivat-Handelsschulen Verlangen Sie ausführl. Druckschrift von der Schulleitung Gießen, Goethestraße 32. 6635 a Die Beerdigung findet Montag, den 30. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Die trauernden Hinterbliebenen : Elisabethe Klinkei, geb. Hofmann Ruttershausen, den 26. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 3 */a Uhr statt. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll MX Betten Schlaf am, PoL«ter, Stahl- nuitr.un joden, Teil z. Km.tr. Kiaenmöteltabrik Suhl (Th. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Statt jeder besonderen Anzeige. Nach langem Leiden entschlief heute mein lieber Mann, unser lieber Onkel Herr Ludwig Klinkei I., Landwirt im 88. Lebensjahr. f Kaufgesuche | Gebrauchtes Damen» u. Herren» Fahrrad auch reparaturbedürftig kauft [06231 Krofd.Str.28 III. Geschäfts-Verlegung! Hiermit zur Kenntnisnahme, daß sich die Bucyausgabe ab 1. November 33, Kirchcnvlatz 15 befindet. meD Leibbihliotbekaben, Mädel. Noch ein paar Kontrakte arbeite ich ab, dann mache ich Schluß. Windhunde sind in der Freiheit gefährlich. Ich habe Geld genug und verdiene mit meinen Kompositionen noch weiter. In meiner Heimat irgendwo wartet ein kleiner Rancho auf unsere Liebe und unser Glück!" „Du!" Olga ließ sich von ihm stützen, sonst wäre sie zusammengebrochen. Mehr als die eine Silbe „du" brachte sie auch nicht über die Sippen — das Glück verschloß sie ihr. Marlene drängte: „Kinder, wie benehmt ihr euch auf der Straße?! Komm, Olga, bringe mich zu Achim ober laß mich lieber allein gehen! Sage mir genau, wo ich ihn finde!" Olgas Energie erwachte: sie lief voran: „Äomm mit, allein lasse ich dich nicht gehen!" „Wer ist Achim?" fragte Ramon Vega unb sah Marlene an. Sie gab leise zurück: „Er ist der Mann, den ich geliebt habe und noch liebe. Das Schicksal trennte uns — jetzt will er mich sprechen " Im Wartesaal saß Achim von Malten, sich noch immer mit dem Gedanken abplagenb, ob Marlene wohl kommen würbe. Bis sie plötzlich vor ihm stand. Ihre Augen strahlten ihn an, ihr Munb lächelte weich, und ihre süße Stimme sagte zärtlich: „Achim, wie freue ich mich, baß ich dir helfen konnte. Aber du brauchst mir nicht dafür zu danken, unb ich habe dir nichts zu vergeben. Und nun komm hier fort, Olga Zabrow und ihr Verlobter — die zwei haben sich nämlich eben am Ausgang des .Wintergartens' verlobt — erwarten uns drüben im Speisesaal unseres Hotels. Hier kann man ja doch nicht miteinander reden." Trotz aller Erregung bewahrte Marlene doch Haltung. Ihr Auftreten war sicherer und weltgewandter geworden, ihre Kleidung eleganter als früher, fand Achim von Malten. Er küßte ihr wortlos die Hand. Sie verließen schweigend zusammen den Warte- faal. Draußen fragte Achim: „Und wer ist der Verlobte der Baronesse? Darf ich cs wissen?" Sie erwiderte: „Ramon Vega, der Führer der vier Argentinier." Er schüttelte den Kopf, aber er sagte nichts. Doch plötzlich kam jungenhaft kecker Mut über ihn, und er fragte leise unb zärtlich: „Wollen wir beibe bem guten Beispiel folgen unb uns auch auf der Straße verloben?" Erft schwieg Marlene: bann aber nahm sie Achim von Mästens Arm unb erwiberte innig: „Ich habe bich noch immer lieb, Achim! Machen wir einen großen Strich unter bie Vergangenheit — die Zukunft soll unser sein." Er preßte ihren Arm an sich, und ihm war es, als müsse er ihr viel liebe, zärtliche Worte Jagen; aber sein Glück blieb stumm — es war zu groß. Im Frühjahr läutete die Glocke der kleinen Schlohkirche von Maststein mit ihrem müden Sümmchen ftoh übers Land, unb zwei glückliche Paare schwuren sich vor dem Altar ewige Treue. Marlene war bis vor kurzem noch bei den vier Argentiniern gewesen, die sich nun aufgelöst hatten, denn Ramon Vega wollte mit seiner bildschönen jungen Frau weit über bas Meer nach Argentinien zurück, ihr bort in seiner Heimat eine neue Heimat geben. Die Seefahrt war bann zugleich bie Hochzeitsreise. Zunächst aber sollten beibe ein paar Wochen im Schloß verleben, zusammen mit Achim unb Marlene, bie keine Reise vor hatten, bie hierbleiben wollten. Sie hatten es beibe so gewünscht. i Frau von Malten war sehr froh darüber, unb I Paul Werner auch: er sollte fortan hier im Schlöße wohnen mit feinem Spitz unb feinem Kanarienvogel. Im linken Seitenflügel waren die Zimmer frei, die vordem bie Inspektorin innegehabt. Als es Abend geworden und die wenigen Gäste gegangen waren, trennten sich auch die beiden Paare. Achim führte Marlene in die für sie beide hergerichteten Zimmer, und Ramon Vega führte Olga in die für sie beide bestimmten. Achim bat Marlene: „Sing mir ein Lieb, mein Sieb, ein Sieb für mich ganz allein!" Da fetzte sich Marlene im bräutlichen Kleide an den Flügel, den er ihr neu geschenkt, unb sie Jang fein Lieblingslied. Nachdem sie geendet, schloß er sie in feine Hrmt unb flüsterte innig: „Tu bist wie ein Dunber, bas zu mir kommt! Ja, Marlene, bas bist bu, bu Liebste, du Geliebteste!" Sie küßten sich unb vergaßen alle Sorgen der Vergangenheit. Auch Ramon Vega unb Olpe küßten sich Der Argentinier hielt das schmale Baroneßchen in seinen Armen, lachte ihr glückselig ins Obr: .Letzt habe ich dich unb halte dich fest, du süßes, über alles geliebtes, eifersüchtiges, kleines Wesen." Und unten im Musikzimmer, neben den Raumen Frau von Mästens, nahm Auguste zu später Stunde ziemlich geräuschlos und vorsichtig, mit Hilfe eines Dieners, das große Gemälde der weißen Reiterin von der Wand. Sie handelte eigenmächtig; aber so ein altes Hausfaktotum wie sie durste sich bas wohl erlauben. Es war ihr vorhin erst eingefallen, bas Bild zu entfernen, unb sie erklärte dem Diener: „Es ist bester Jo! An dem Spuk hängen doch so gräßliche Erinnerungen, und ohne das Bild vergißt die Herrschaft wohl ein bißchen rascher. Es gibt ja hier im Schloß Zimmer genug, wo bas ganze Iayr über kein Mensch hinkommt; in Jo einem soll bie ©efpenjterfrau weiterbaufen. Ich fürchte mich vor keiner Geisterrache mehr, seit ber Erfinder der weißen Reiterin im Zuchthaus sitzt und die befehlshaberische Inspektorin dazu. Gottlob, daß der Himmel über Maststein wieder wolkenlos geworden ist." Mit tränenschimmernden Augen fügte sie aus tiefstem Herzen hinzu: „Glück unb Segen über bas jungt Paar!" Droben am Firmament Junkellen unzähligt Sterne; aber am schönsten funkelten sie über dem alten Schloß nahe der böhmischen Grenze. Hoch» zeitslichter waren sie heute, Kerzen ber Siebe, vom Schöpfer aller Dinge entzündet. — Ende. — jede Reinigungsarbeit um mehr als die Hälfte7 end dennoch leuchlen und blinken alle Gegen* •ttede hundertmal heller und frischer als eoaet In @ steckt besondere Kraft, die sich vervielfacht sobald Sie einen Eßlöffel @ In 10 Liter heißem Wasser auflösen. Gerade ••U ee ün Haushalt so viel zu säubern gibt eollee Sie es mit A leichter habenl ^um Aufwaschen, Spülen,Reinigen, VI jj F für Geschirr und alles Hausgerät Hergestellt in den Persilwerken / n preßt um für Mk. 2.- ____Liebler WWWWMWWW Hut-Centrale z Asterweg 16 Trockenes Versicherungen Prospekte und Auskünfte bereitwilligste Subdirektion Frankfurt a. M. Ooethestraße 30 Telephon «3847 _ Mitarbeiter überall gesucht _ Geschäfts-Verlegung! Vom 1. November ab verlege ich mein Geschäft von Horst-Wessel-Wall 9 nach Horst-Wessel-Wall 1 Ecke Frankfurter Straße Mäntel und Anzüge in großer Auswahl zu mäßigen Preisen Adolf Kirstein • Gießen Horst-Wessel-Wall 1 Fernruf 2581 Der Winter kommt dochl Deshalbjetztden Mantel aussuchen unter der großen Auswah11 ab ab ab ab ab Wir führen die Erzeugnisse der 6ebr. Imheuser am Marktplatz 8671 20 25 32 37 42 Marengo-Mäntel mit schönem Kragen Sport-Mäntel in neuen Stoffen Elegante Mäntel in vielen Ausführungen, mit schönen echten Pelzen Frauen-Mäntel In allen großen Weiten .... Bouclä-Mäntel beste Ware, großer Kragen Bouclä-Mäntel flotte Form, Schalkragen .. * OER BEKLEIDUNGSINDUSTRIE k V* DEUTSCHES ERZEUGNIS illlllllllllllllllllllllllllllllllll Detektiv K. 6erz, Bad-Naahela, Ker- atriBi 17et.eö fliuUe oe naunche Privat- ii tye'chästeanaeie- a mUenen. rote Aus- fünrie.^cobatbtun- -lenAfrrm tte unaen •Bcicbaffunfl c Be- rot emai in Liran u 8'0 ltno< ürenr bisst ^vrechst. 9b 12*/, II -Kltb wD :iiiiiiiiiiiini!iimiii. 3aroohl - als Juttecfcelh ftt «Cf Tim nur |ns 3uttrrfe[bÄM«a| , tu Uvdkru ftUtlelj unb Fütterung stets nach « etedeanM .SteiseSee*. (7 > SuleaU ctertl in unltxrn ertfeeflfttam ob ft Mtttt eee St. »«*■■■■ Stra.getreu» Ccieele-e*lrt|(* 140«