SSi!?1 m, ?*Äb? B,ld» |6ld)nung: LM» 120 9 h$h^9 foe Keine neu ^e-tere 6iehhln ^üfl L"S moÄrf Meins und J , e'H' er und ialfcht e'inehmer bes tor«n, 065 Neulichen . onfgenvninixux» ro t » l^Ä1'4nJ 1 große Kun2k?°^en. -uen Tejn n ^bung, d,e j*ivar °m ersten öonntan sammenfetzung dem East! 1 fle.9enübet dm .50 Jlenmg in AM ©t das E'ntopsgrricht in ' maste 11 mit einer Mark |t an das Winterhilsswerk gestaltet stch die Cache sgaststattenj. hier soll der che Menupreis in Ansatz t dessen höhe 3 Mark, so fuhren, bei 5 Mark 4,50 : ganze Anzahl erstklassiger ein Menu zu einem sesten ist man sich über die Art cht schlüssig geworden. Er ach einen Menupreis fest' zahlen muß. Es bleibt den hierüber eine Regelung zu [er leifenben Spenden hin- eitsoerbanb bes Deutschen NS.-Do/kswoht/ahrt noch ur Verfügung (teilen. > LinlvpsgnlchN rch diese Maßnahme eine Äderung desKamp- und Kälte erzielt wer- - Eintopsgericht gegenüber en ersparte Betrag zusätzlich sterhilsswerk abgefihrt wer- -u «'« cn- 'U Klasse lllbieerib !uM5hotels. 1 all nur Pin rt;_ . ein vom rein nationalsozia' rtes Erkenntnis zur st zurSchicksalsverbunden- eide'nden Volksgenossen. 2« igrnistalsHöchstpre'S en9 Singen für die Gastwirt- jki Es gibt Zweifellos in bet milien die mit einem weitge Stiebe Non >2 ■S'-'s jeher A-tt-S-"' ' Ä94“A*unb 2ne* W*1 w wT, 41,15 12,« 3,053 |69,tt 65,31 58,U 61.% 13,02 0,961 2,7g 58,« 22,1? IS," 81,% 35,’2 81,78 0,161 0,233 5 305 12J0 58.55 57,% 13,00 IM« 169,8* 22,% 65,38 48,15 12,43 3,053 169-37 65,67 58,36 67,37 13.07 0.9% 2,7« 58,W 22,03 16-" 81-2 35, 81,68 0,7« 0,233 5,305 12,70 67,% 81,2' 354» 66,N 48,05 12,41 3,047 169,% 65,23 57.99 66,93 12,98 0,963 2,732 58,47 22,07 16,4 81,07 35,0* 61,« 0,75 0,Z 5,295 12,6« tf Ur. 227 Erstes Blatt 183. Jahrgang Donnerstag, 28. September 1935 Erschein» »ägltch, cmho Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« Gießener FamUienblätter Heimat tm Bild Die Scholl« « Monats vezugspreisi Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt, ßernsprechanschlüffe nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche UniverMt§-vvch- vnv Stchtöruderei H. Lange in Stehen. Schnstlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20X mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil L D. TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Oer Reichsbischof. Der Reichsbischof des Protestantismus ist die in der Geschichte der evang. Glaubensbewegung bisher unbekannte sichtbare Spitze der Lutherkirche, Zwinglis und Calvins. Mit ihm erhält die Arbeit der Kirche eine einheitliche Führung, und die Gemeinsamkeit des Kirchenlebens, wie sie in den umgewandelten Landeskirchen vorbereitet wird, wird durch den Reichsbischof in Verbindung gebracht zum Staate. Der Protestantismus ist in Deutschland nicht S t a a t s k i r ch e. Die Lehre Luthers entstand in einer Zeit, da der Reformator selbst in Territorialstaaten wirken konnte, und ganz folgerichtig wurde der jeweilige Landesherr auch oer Bischof der Kirche, seiner Landeskirche, ohne allerdings über den Glaubensinhält, das Bekenntnis, zu entscheiden. Cs war wohl damals üblich, daß, wer als Fürst die Herrschaft hatte, auch die Religion seiner Untertanen bestimmte, und so kam es vor, daß z. B. der Kurfürst von der Pfalz, wenn er lutherischen Auffassungen zugänglich war, reformierte Geistliche vertrieb oder, wenn er der Lehre Zwinglis sich zuwandte, die lutherischen Geistlicken über die Grenze wies. Aber das reformierte ober lutherische Bekenntnis, gearündet auf dem Wort Gottes und auf der religiösen Gewissensfreiheit des Protestanten, kannte keine autoritäre Lehrmeinung, und der Kampf um die Confessio augustana, die Concordienformel, zeigte, wie innerhalb des Protestantismus die einzelnen Bekenntnisse um die Bekenntnisfreiheit rangen. Ein Reichsbischof war unter der Zerteilung des Reiches in Territorien undenkbar. Eine ähnliche Wesensart des Protestantismus prägte sich auf der britischen Insel aus. Hein- rief, VIII. versuchte nach seiner Lösung von Rom den römischen Kultus beizubehalten, das Bischofswesen und den Bilderdienst, und seine Tochter, die große Königin Elisabeth, versuchte, diese Hochkirch- lichc Form mit dem Primas von Canterbury als Bischof des britischen Reiches zu einem allgemein gültigen Bekenntnis zu machen, so auch durch die Einführung des Prayer Book. Der Kampf dagegen durch die Presbyterianer und die Puritaner war schon in der Vor-Cromwell-Zeit nicht etwa ein Kampf gegen die britische Krone, sondern gegen den Versuch der Krone, die Bekenntnisfreihett in ein allgemein zwingendes Bekenntnis umzuwandeln. Im Gegensatz zur Hochkirche entwickelte sich die bischofsf^eie Niedrige Kirche (lower church). Beide Formen bestehen heute noch in England, ohne daß dem Staate dadurch irgendwelche Gerechtsame genommen worden wäre. Es kam vor, daß zur Zeit der Königin Elisabeth ein Gegner der staatlichen Hochkirche dafür nach den Rechtssitten seiner Zeit durch den Henker die Ohren verlor, aber seinen Hut schwenkte und rief: „Lang lebe die Königin!" Die Bildung der protestantischen Landeskirchen ist geschichtlich aus dem staatlichen Gefüge des alten Reiches zu verstehen. In Schweden war und blieb die lutherische Kirche die Staatskirche, ebenso in Dänemark. In Deutschland mit seinem Zwiespalt der protestantischen und katholischen Bevölkerung wurde die Buntscheckigkeit vermehrt durch den Gegensatz des Luthertums zur Lehre Zwinglis und Calvins. Die kirchliche Union wurde m Preußen zwar 1817 eingeführt, aber in weiten Gebieten blieben Altlutheraner und Refor- mierte für sich in Landeskirchen zufammengefchlof- fen, wie auch die 1866 einverleibten Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover, Kurheffen, Nassau und Frankfurt außerhalb der Union blieben. Es handelt sich hier schließlich um Auslegungen des Evangeliums, um drei protestantische Richtungen, die, weil sie metaphysischen Vorstellungen entspringen, durch einen Machtspruch nicht beseitigt wer» den können, da im Gegensatz zur päpstlichen Autorität in Glaubensdingen ein solcher keinem Bischof und auch keinem Reichsbischof zusteht. Das Wort Luthers, daß Päpste und Konzilien irren könnten und geirrt hätten, gilt auch heute noch. Die Deutsche evangelische Nationalsynode hatte sich nicht in der Wahl des Reichsbischofs mit Fragen des Kultus oder des Bekenntnisses zu befassen. Nach der nicht ganz ausgefüllten Rahmen- Verfassung, die sich der deutsche Protestantismus am 11. Juli 1933 gab, hat nach Absatz 3 i n B e k e n n t- n i s und Kultus die Landeskirche selbständig zu bleiben. Es wird also nicht eine Reichskirche mit einem einheitlichen und eigenen Bekenntnis gebildet. Nur eins umfaßt alle protestantischen Bekenntnisarten, daß sie sich gründen auf der Befrei- ung des religiösen Herzens von Menfchenfatzungen in religiösen Dingen und es hinführen zum eigent- Ludwig Müller erster Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche. Eröffnungsgottesdienst der Nationalsynode. Wittenberg, 27. Sept. (TU.) Die Deutsche Nationalsynode wurde am Mittwochvormittag durch einen feierlichen Gottesdienst eingeleitet. Unter dem Geläut der Glocken bewegte sich ein feierlicher Zug vom Marktplatz zur Schloßkirche, an der Spitze die gesamte Wittenberger Geistlichkeit, dann Landesbischof Müller, begleitet von dem sächsischen Landesbischof Koch, dem hamburgischen Landesbischof D. Schöffel und den Mitgliedern der einstweiligen Kirchenleitung. Dann folgten die Ehrengäste, die Mitglieder der Nationalsynode und die Führer der deutschen Landeskirche. Durch das Portal, an das einst Martin Luther seine Thesen anschlug, betraten die Führer des evangelischen Deutschlands die Schloßkirche. Um den Altar gruppierten sich in buntem Halbrund die Fahnen. Im Mittelpunkt der Feier stand die Predigt des wärt- tembergischen Landesbischofs D. Wurm. Er begann feine Predigt mit einer Erinnerung an den ersten deutschen evangelischen Kirchentag 1848, wo zum ersten Mal der Ruf nach einer einigen deutschen Kirche erhoben wurde. Die evangelische Kirche stehe heute am Ziele ihrer Einigungs- beftrebuirgen. Die Einigung in der Verfassung müsse nun zu einer Einigung ber Herzen werden. Wie einst die Reformation mit der Verdeutschung der Bibel begonnen habe, so sei auch heute die Verdeutschung der Bibel und die Vergegenwärtigung des göttlichen Wortes die größte und schwerste Aufgabe der Kirche. Die erste Sitzung. Wittenberg, 27. Sept. (TU ) Die erste deutsche evangelische Nationalsynode wurde am Mittwochmittag in der Wittenberger Stadtkirche feierlich eröffnet. Im weitgewölbten Mittelschiff hatten die Mitglieder der Synode und die Führer der deutschen Landeskirchen ihre Plätze eingenommen. In den ersten Reihen sah man u. a. Dberpräfibent Kube, Bischof Hossenfelder, den Präsidenten des altpreußifchen Kirchensenats Dr. Werner. Im Altarraum hatten die fünf Mitglieder der einft- roeiligen Kirchenregierung Platz genommen: Lan- desbischof Müller, Landesbifchof Schöffel, Professor F e z e r, Professor Schumann und Präsident Koopmann. Landesbischof Füller eröffnete die Synode mit einem Luthergebet. Dann verpflichtete er in feierlicher Form die Mitglieder der Synode auf die Verfassung der Synode und erstattete den Bericht über die Tätigkeit der einstweiligen Kirchenleitung. Er berührte das Ergebnis der Kirchenwähl vom 2 3. Juli. Das verständliche Bestreben, dem Wahlausfall bei der Zusammensetzung der Kirchenleitungen der Landeskirchen Geltung zu verschaffen, führte zu mancherlei Schwierigkeiten, für deren Beilegung die Kirchenleitung viel Mühe und Zeit aufwenden mußte. Das zweite Aufgabengebiet war das der christlichen Verbände. Hier ließ sich die einstweilige Kirchen- verwaltung von dem Grundsatz leiten, daß alles vorbereitet werden sollte, um nach der Berufung des Reichsbifchofs ein einheitliches Werk zu bauen, das aber kurzsichtige Einzellösungen, die einer späteren großzügigen Lösung im Wege gestanden hätten, zu verhindern seien. Als ein weiteres Aufgabengebiet erwähnte Lan» desbifchof Müller die Gestaltung des Rechts innerhalb der Kirchenwelt, sowie auch in ihrem Verhältnis zum Staat. Nach Artikel 2 der neuen Verfassung gehört es zu den Aufgaben der deutschen evangelischen Kirche, den Landeskirchen zu ihrer Dersasiung, soweit diese nicht bekennt- nismäßig gebunden ist, durch Gesetz einheitliche Richtlinien zu geben und die Rechtseinheit unter den Landeskirchen auf dem Gebiet der Verwaltung und der Rechtspflege zu fördern. Es mußte deshalb in all den Fällen etnge» griffen werden, wo diese Rechtseinheit gefährdet schien und wo einzelne Kirchengebiete eine Regelung ihres Verfassungslebens anstrebten, die mit den Grundgedanken der künftigen einheitlichen Regelung in Widerspruch standen. 3m Zuge der Verwirklichung der deutschen evangelischen Kirche lag es — so fuhr der Landesbifchof fort —, durch Zusammen- legungderkleinen Landeskirchen eine straffere Einheit der deutschen Kirche zu schaffen. 2Han ging dabei unter Berücksichtigung der landschaftlichen standesmähigen und geschichtlichen Eigenart von dem Grundsatz aus, daß Landeskirchen mit einer geringeren Seelenzahl als eine Million zumAnfchluß an eine größere Landeskirche ihres Bekenntnisses aufgefordert und nötigenfalls durch Gesetz dazu veranlaßt werden mußten. Der Landesbifchof warf im weiteren Verlauf feiner Rede einen Blick auf das Verhältnis der neuen deutschen Kirche zu den außerdeutschen Kirchen. Besonders lag es der Kirchenleitung am Herzen, in dieser Uebergangszeit die Verbindung mit den deutschen Auslandskirchen aufrecht zu erhalten und deren Vertrauen für die neue Kirche zu gewinnen. Für die Kirche im Mutterland der Reformation fei es selbstverständlich, Fühlung zu halten, nicht nur mit den beutfdjftämmigen Auslandsgemeinden, sondern auch mit anderen Kirchen, die sich auf basselbe Evangelium von der Rechtfertigung aus dem Glauben gründen. Obwohl nicht zu leugnen sei, daß für von außen her Kommende das gegenwärtige Geschehen in den deutschen Kirchen sich nicht immer sofort dem Verständnis erschließe, so bliebe es um der Einheit des Glaubens willen auch für die neue Kirche ein Anliegen, die Verbundenheit im Geiste aufrecht zu erhalten. In den wenigen Monaten, für die die einstweilige Leitung der Kirche beauftragt war, habe sich gezeigt, wieviel tatsächlich g e l e i ft e t werden könne, wenn man sich aufrichtig und entschlossen die Hand zu kirchlichem Handeln reiche. Im Namen der Nationalsynode dankte bann der Präsident des ostpreußischen Kirchensenats Dr. Werner den Mitgliedern der vorläufigen Kirchenleitung für ihre Tätigkeit, die sie in Selbstlosigkeit und Treue geleistet hätten. Wenn jetzt die Nationalsynode, indem sie den Reichsbischos berufe, Das Werk der neuen Kirche aus den Händen der Kirchenleitung entgegennehme, so tue sie das in der Erkenntnis der Tatsache, daß auch sie verpflichtet fei, ihre ganze Arbeit für Volk und Kirche im Geiste bes Mannes zu tun, von dessen Wirken die Mauern dieser Kirche künden. Nach kurzer Sitzung vertagte sich die Synode auf Mittwoch 18 Uhr. Die Wahlhandlung. Die zweite Sitzung der Nationalsynode am Nachmittag, in ber bie Berufung bes Reichsbischofs erfolgte, erhielt ihr feierliches Gepräge burch die A n - Wesenheit ber Führer sämtlicher Lan- b e s t i r d) e n, ber Vertreter bes Reiches und bes Staates, sowie zahlreicher sührenber Persönlichkeiten aus ber Glaubensbewegung „Deutsche Christen" unb ben freien kirchlichen Verbänben. Prof. D. Fezer, bem Landesbischof Müller zu Beginn ber Sitzung ben Vorsitz übergab, teilte ber Nationalsynode mit, daß bie Führer ber deutschen Landeskirchen einmütig der Synode bie Wahl des Landes- bifchofs Ludwig Müller zum Reichsbischof Vorschlägen. Er bat die Synode um Kundgebung ihres Willens zu diesem Vorschlag. Die Synodalen bekundeten durch bie gemeinsame laute Erklärung „Ja" ihre Zustimmung zu biefer Berufung. Gegen die Berufung des Londesbischoss Ludwig Müller wandle sich keine Stimme, so baß Ludwig Müller durch einstimmige Willenserklärung der Deutschen Evangelischen Nationalsynode zum ersten Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche berufen ist. Feierlicher Choralgesang setzte ein; als er verklun- gen war, fragte Professor Fezer ben Lanbesbischof Ludwig Müller, ob er bereit fei, bas Amt bes Reichsbischofs anzunehmen unb gemäß ber Der- sassung ber beutschen evangelischen Lanbeskirchen bie Aufgaben unb Sorgen ber evangelischen Gesamt- kirche Deutschlands auf sein Herz unb Gewissen zu nehmen als ersterlutherischerReichs- b i s ch o f ber Deutschen Evangelischen Kirche. San» besdischof Müller antwortete: „Ja, ich will es mit Gottes Hilfe!" Der Reichsbischof sprach fobann ein Gebet, worin er bie Gnabe unb Hilfe Gottes für sich erflehte, bamit ihm die Ausführung seines hohen Amtes ermöglich werde. Der Reichsbischos übernahm fobann den Vorsitz der Synode und berief in das g c i ft - liche Ministerium den Landesbifchof Schöffel (Hamburg) für die Lutheraner, den Seminardirektor Weber (Münster i. 2D.) für die Reformierten, Bischof hossenfelder (Berlin) für die liniierten und als juristische» Mitglied Rechtsanwalt Dr. Werner (Berlin), die von ihm auf die kirchenverfassung vereidigt wurden. Bischof Hossenfelder dankte im Namen des deutschen evangelischen Kirchenvolkes dem Reichs- bischof und legte in dessen Namen ein Treuebekenntnis ab, bas er schloß: „Mein Reichsbischos Ludwig Müller, wir begrüßen Dich!" Reichsbischof Lubwig Müller hielt bann vor ber Nationalsynobe eine programmatische Rebe, in ber er u. a. ausführte: Der heutige Tag ist für bie Geschichte ber Evangelischen Kirche unb für bie Geschichte bes beutschen Volkes von größter Bebeutung. Ein alter Traum Dr. Martin Luthers, eine alte tiefe Sehnsucht beut» schen evangelischen Hoffens geht in Erfüllung, weil aus Traum unb Sehnsucht ein Ziel geworben ist, erkämpft unb erstatten mitten in ben großen Lebensentscheidungen ber Nation unb in enger Verbinbung mit ihr. Es war nicht so sehr ber Gegensatz ber evangelischen Bekenntnisgruppen, es war vielmehr bas lähmenbe unb unübersehbare Nebeneinanber unb Oegeneinanber ber großen, kleinen unb fleinften Lanbeskirchen, bie zwar in sich manchmal herrliche Schätze bewahrten, aber in ihrer Gesamt» heit nicht zu geschlossenem Einsatz kamen. Mit bem heutigen Tage beginnt nun ein neuer Geschichtsabschnitt. Der ewige Herr ber Kirche hat uns als seine Streiter ins Felb gerufen. sichen Urquell bes Protestantismus, zum Evangelium. Folgerichtig hat ber Reichsbischof im wesentlichen nach ber Verfassung bie Aufgaben zu erfüllen, bie bie Rechtseinheit unter ben Lanbeskirchen auf bem Gebiete ber Rechtspflege unb Verwaltung erforberlid) machen. Die Reichskirche umfaßt als Ausbruck ber protestantischen Religionsauffassung vor allem bas, was bie Kirche hier mit irbischen Gewalten oerbinbet: Pflege ber Wohlfahrt, Verwaltung bes Kirchenvermögens, bie Wahrung ber Rechte ber Diener am Wort unb ber Beamtenschaft ber Kirche, soweit sie mit ben ©taatsintereffen Zusammenhängen ober von ihnen bebingt finb. Die Zusammenfassung in großen Lanbeskirchen hat bem kirchlichen Partikularismus ein Ende gemacht. Diese Lanbeskirchen selbst leben unb wirken im Rahmen ber Reichskirchengemeinschaft. Es ist ganz selbstverständlich, baß in einem national geschlossenen Staat bie Wirksamkeit jebes Dieners ber Kirche, ihrer Beamten unb ihrer Anhänger auf volkshafter Grunblage sich aufbauen muß. In einem nationalen Staat wirb bie Kirche mit ihren Bekenntnissen niemals gegen ben Staat, fonbern für ben Staat fein unb versuchen, Grenzstreitigkeiten, bie sich schließlich aus bem irbisch bebingten Zweck ber Staatsgewalt unb bem überirbischen Ziel ber Kirche ergeben, zu ver- meiben. So ist bas Amt bes neuen Reichsbifchofs unb feine Persönlichkeit erfüllt von feiner Erben- Mission, bas Wort Gottes zu förbern unb die Verschriftlichung des Staates. Nicht Herr der Seelen unb Gewissen ober Richter barüber ist ber protestantische Reichsbischof, fonbern Bannerträger bes Geistes, aus bem Luther, Zwingli unb Calvin, bie großen Reformatoren, wirkten, bamit der Deutsche zu den Urquellen des Wissens um Gott und um eine Welt über dieser zeitlichen Bedingtheit geführt werde. Neichsiagung der Beamten- abieilung der NSDAP. München, 26. Sept. (TU.) Zum fünften Male traten die (3aubeamten=AbteiIungsleiter und Reichsfachschaftsleiter der Beamtenabteilung der NSDAP, zu einer Reichstagung zusammen. Der Leiter der Beamtenabteilung ber Reichsleitung, Pg. Nees, unb ber ©tabsleiter Pg. Reusch, erörterten alle mit bem Organisationsleben unb ber Beamtenpolitik zusammenhängenben Probleme. Unterstrichen würbe habet besonbers bie Notwenbigkeit ber reftlofen Durchführung nationalsozialistischer Führung ber Beamtenschaft. In aüerengfter Zusammenarbeit mit ber Reichsregierung unb ben ßänberregierungen wirb deshalb bie Beamtenabteilung ber NSDAP, im Rahmen unb als Führerin ber Gesamtbeamtenorganisation ihre Aufgabe im Sinne ber Ibeen bes Führers leisten: Die Erziehung zum Nationalsozialismus, bie Erziehung ber Beamten für bie richtige Wahrnehmung ihrer Sonberstellung unter ben Volksgenossen, bie Unterstützung ber Regierungen bei ben beam- tenpolitischen Maßnahmen, bie Unterhaltung, ben Aus- unb Umbau von Einrichtungen ber Beamtenschaft auf bem Gebiete ber Selbsthilfe, bie als ge- sund anerkannt werben, bie Unterhaltung unb Forderung von Einrichtungen, die der Berufsausbildung dienen. Die Tagung fand ihren Abschluß mit der Absendung folgenden Telegramms an ben Führer: „Die in München, ber Geburtsstätte bes Nationalsozialismus, versammelten Gaudeamten-Abteilungs- leiter unb Reichsfachschaftsleiter ber Beamtenabteilung ber NSDAP, geloben bem Führer treueste Gefolgschaft unb u n • ermübliche Arbeit für ben nationalsozialistischen Staat, gez.: Ne e f." Ausschließlich Sammlungen für das Winierbilsswerk zugelaffen. München, 26. Sept. (WTB.) Der Reichsschatzmeister ber NSDAP. Schwarz erläßt im Einvernehmen mit bem Führer folgenbe Anorbnung: Um dem Winterhilfswerk 1933/34 für das deutsche Volk vollen Erfolg zu sichern, werben 1. mit sofortiger Wirkung sämtliche Geld- unb Naturaliensammlungen burch DienststellenberNSDAP. bzw. burch beren Unterorganrfationen unb Formationen verboten; 2. die Werbung von fördernden Mitgliedern jugunften der SS. ist bis auf weiteres einzu st eilen. Lediglich die N S. - Volkswohlfahrt E. V., bie *bie Fürsorge für sämtliche bebürftigen unb armen Parteigenossen übernimmt, hat das Recht, sowohlGeldsamm- lungen als auch Naturaliensammlungen gemäß den ihr gestellten Aufgaben burchzufüh- ren. Die Gau- unb Ortsgruppenleiter finb für b>e Durchführung bes Verbotes der Reichsleitung verantwortlich. Darum sei es hier frei und ehrlich bekannt, in der neugeeinten Deutschen Evangelischen Kirche h a t nur einer die Leitung und Führung: Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. Was nun heute auf Grund der neuen Verfassung werden wird, ist kein lockerer Kirchenbund, sondern eine einheitliche Kirche, vielgestaltig in ihren Gliedern, aber eins in gleißendem Grunde, in der Erkenntnis, daß die großen Aufgaben oer Gegenwart gelöst werden müssen. Die deutsche Freiheitsbewegung mit ihrem Führer, unserem Kanzler, wird von uns empfunden als ein Geschenk Gottes, gegeben in einer Zeit der Entscheidung, wo die Feinde des Kreuzes Christi auf dem besten Wege waren, unser Volk innerlich und äußerlich völlig zu vernichten. Aus dem Siegeszug der deutschen Freiheitsbewegung hören wir das mahnende und auf- rüttelnde Rufen unseres Gottes. Wir sind des ehrlichen und aufrichtigen Willens, auf diesen Ruf Gottes zu hören und danach zu tun. Darum müssen wir uns in dieser feierlichen Stunde unserer großen Verantwortung bewußt werden und uns die Frage vorlegen, was sind wir als Männer der Kirche unserem Volke schuldig? Gerade der Ewigkeilsauftrag der Kirche verlangt, daß wir die gegenwärtige Stunde et- tennen. Ein neues Reich ist im Werden. Der neue Mensch im neuen Reich will auch werden. Da darf die Kirche nicht war- ten, bis die Menschen zu ihr kommen, sondern diekirchemuß d i e M e n s ch e n s u ch e n, und zwar die Menschen, wie sie heute nun einmal sind. So heißt der Auftrag der Kirche, her- an an das deutsche Volk mit einer befreienden, helfenden, fröhlichen Botschaft von Christus dem Kämpfer, dem Heiland, dem Herr. And das ist der Ruf zu Kampf und Arbeit. Wir wollen darüber wachen, daß die Bekenntnisse in ihrer doppelten Gestalt u n a n g e t a st e t bleiben, und zwar so, daß wir daraus aerade den Auftrag Gottes erkennen, heute in unserer Lage eine bekennende Kirche zu sein und zu werden. Das gemeinsame Kleinod aller Kirchen, die Reformation, ist und bleibt die Rechtfertigung allein aus dem Glauben. So haben wir die große Aufgabe, dieses Evangelium unserem Volke in seiner Sprache und Art zu bringen. Aus dieser Verpflichtung ist den meisten von uns das Begehren entstanden: Die Verkünder des Evangeliums und die Verwalter der Kirche mußten auf deutschem Boden deutschen Blu- t e s sein. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, daß wir als deutsche evangelische Christen mit der Gestaltung und dem Schicksal unserer Volksgemeinschaft fest und unzertrennbar verbunden sind: diese Volksverbundenheit empfinden wir verantwortlich als eine gottgewollte. Wir denken dabei nicht daran, die überzeitliche Ein- heit der Kirche Christi, die Gemeinschaft in Wort und Sakrament auch mit den Angehörigen anderer Nationen und Rassen zerreißen zu wollen, aber die Gleichheit vor Gott schließt nicht die Ungleichheit der Menschen untereinander aus, die doch auch auf Gottes Willen zurückgeht. Der Artikel von der Schöpfung wird durch den dritten Glaubensartikel nicht aufgehoben, sondern gerade bejaht und bestätigt. Aus allen bisherigen Erörterungen dürfte klar geworden fein, daß die Deutsche Evangelische Kirche keine gleichgültige Neutralität dem Staate gegenüber kennt. Wir wollen aber andererseits auch nicht Slaatskirche sein. Was wir aber als gewaltige Aufgabe erkennen, das ist die Verantwortung gegenüber dem Staat. Der Staat ist nicht Herr der Kirche; aber die deutsche Kirche lebt im deutschen Staat Das ist für uns eine gottgegebene Tatsache. Dabei ist es für uns eine herzstärkende Freude, daß diesem neuen Verantwortungswillen der Kirche auch e 1 n neuer Staat gegenübersteht mit dem ausgesprochenen Willen, die kirchliche Arbeit zu fördern und ihr im Ganzen der Volksgemeinschaft den Raum und die Freiheit zu gewähren, die sie braucht. Dieser Staat wird den evangelischen Einfluß auf die Heranwachsende Jugend mit Verständnis und Fürsorge behandeln, d i e Aufgabenderkirch- lichen Liebestätigkeit als Mithilfe begrüßen. Die G e w i f f e n s f r e i h e i t, wie sie unsere Reformatoren forderten, und wie sie die Kirche braucht, wird und will er nicht hindern, sondern gerade anerkennen, vertrauen ist die Grundlage des Verhältnisses zwischen 4>taat und Kirche im neuen Staat. So bleibt der Staat Staat und die Kirche Kirche. Vertrauen soll und wird auch die Grundlage unserer Beziehungen zu den evangelischen K i r- d) en des Auslandes fein. Gerade weil wir unsere Sendung an unser Volk erkennen, werden wir zu den evangelischen Kirchen aller Völker e i n Verhältnis ehrlicker und wahrhaft!- ger Zusammenarbeit haben. Ich benutze daher die Gelegenheit, von dieser Stätte aus, auf welche die gesamte evangelische Christenheit der Welt mit Dankbarkeit blickt, Gruß und Segenswunsch der geeinten deutschen evangelischen Kirche zu entbieten. Auch zu den übrigen Kirchen- Gemeinschaften innerhalb unseres Vaterlandes müssen wir freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Wir wünschen nicht, daß Die werdende neue Volksgemeinschaft durch konfessionelle Kämpfe zerrissen wird. Gerade eine Kirche, die sich ihrer Verantwortung bewußt ist, kann ehrlich und offen zu den anderen Kirchengemeinschaften stehen. Das gilt auch insbesondere von den evangelischen Freikirchen. Unser Wunsch ist nicht, daß sie Güter daran geben, die ihnen wertvoll sind, sondern wir rechnen auf ihre Mitarbeit, wo gemeinsame Arbeitsgebiete sind. Line Sorge liegt uns besonders am Herzen. Es ist die Sorge um den Neuaufbau des Pfarrer ft anbes und der Neuaufbau der Gemeindearbeif. Line lebendige Kirche kann sich nur aufbauen auf lebendigen Gemein- den. Von dem Pfarrer isieinneuesAmts- bewuhtf ein zu fordern, das keinen Standesdünkel kennt, sondern aus dem Bewußtsein persönlicher Verantwortung erwächst. Dieses Amtsbewuhtsein kann aber nur echt sein, wenn es in lebendiger Volksverbundenheit wurzelt. Darum muß der junge Theologe den Dienst an Volk und Vaterland in der SA. und im Arbeitslager als Ehrenpflicht ansehen. Begeisterte pre- biger und Lehrer sollen ins Land ziehen, nicht geistige Beamte“ wollen wir haben, sondern Kämpfer unseres Herrn Jesu Lhristi, die zum Dienst an der Gemeinde berufen sind. Brachte uns bas neue Reich eine neue Volks- kamerabschaft, soll uns die neue Kirche eine neue Kameradschaft des Glaubens und des Opfers bnn- gen. Das Alte geht zu Ende, das Neue kommt herauf Der kirchenpolitische Kampf ist vorbei, der Kampf um die Seele des Volkes beginnt. „Dein Wort ist unseres Herzens Trutz Und Deiner Kirche wahrer Schutz. Dabei erhalt' uns, lieber Herr, Daß wir nichts anderes suchen mehr." Als der Reichsbischof feine Ausführungen beendet hatte, sprachen ihm die Mitglieder des geistlichen Ministeriums, die Vertreter der Reichs- und Staats- reqierung und andere Ehrengäste ihre Glückwünsche aus. In einem Schlußgebet erbat der Reichsbischof den Segen Gottes für fein verantwortungsvolles Amt, für bas deutsche Volk, den Reichspräsidenten, den Kanzler und Führer. Er erbat auch den Seaen für die evangelischen Glaubensgenossen jenseits der Reichsgrenzen sowie für alle diejenigen, die in unserem Lande leben und nicht dem evangelischen Glauben angehören, und schließlich für alle Völker der Erde, damit alles Wahre, Reine, heilige und Große zum Siege komme und feine Wahrheit sich ausbreite. Das Gebet aina über in bas „Vaterunser". Der Reichsbischof schloß mit einem Segensspruch für bie ©emeinben unb vertagte bie Synobe. Mit bem Gesang bes alten Reformationsliebes „Ein feste Burg ist unser Gott" fanb diese bedeutsame Tagung ihren Abschluß. Wittenberg huldigt dem Reichsbischof. Bei Einbruch der Dunkelheit versammelte sich auf dem Marktplatz die Bevölkerung der Luther- taot zugleich mit den Formationen der SA., der SS., des Stahlhelm und der kirchlichen Verbände, um den neuberufenen Reichsbischof zu grüßen. Durch das Spalier der Fackelträger begab sich Reichsbischof Müller mit feinen Ministern zum Rathaus. Vom Balkon des Rathauses gab Oberbürgermeister Faber der Freude der Bevölkerung über bas Ergebnis ber Nationalsynobe Ausbruck. Mit ber Berufung bes Reichsbischofs fei bie Sehnsucht des protestantischen Volkes erfüllt morden, das schon lanae auf den Tag ber Einigung ber evangelischen Kirche unter einem Führer gewartet fjabe. Reichsbischof Müller führte bann aus: Der erste Schritt auf bem Wege bes Neubaus ber evange- lischen Kirche sei getan. Das äußere Gewand ber Kirche sei fertig; jetzt aber beginne bas eigentlich Große unb Schwere der Arbeit: nämlich die Kirche von innen her leb en bi g a us zu- bauen. Die deutsche evangelische Kirche gehöre dem deutschen Volke, mit dem sie aufs Engste nach Art und Wesen verbunden fei. Niemand solle meinen, daß die nun anzufassenden Aufgaben d o n der Führung allein getan werden tonnten. Alle müßten mlthe 1 sen, mit fröhlichem Vertrauen. Im neuen Reich sei eine neue wundervolle Kameradschaft angebrochen, begründet m dem Glauben an den Führer unb an bes Volkes Zu- fünft. Unb so, wie ber Führer immer wieder betone, baß Gott es sei, ber bas Neue dem Volke geschenkt habe, so gelte es gemeinsam ouszufchauen zu bem, ber über den Sternen wohne. NUt heißer Siebe hänge die evangelische Kirche an Volk u ib Heimat, am Boden deutscher Erde. Aus dieser tiefsten Empfindung heraus müsse an dem Neubau der Kirche von.innen her gegangen werden. Der Reichsbischof gab mit Bewegung feinem Danke Ausdruck für diesen lag unb ülbenö. Begeistert stimmte bie Menge in ben Sieg-Heil-Rus bes neuen Führers ber Deutschen Evangelischen Kirche ein. Der feierliche Gesang bes alten Siebes „Ich bete an bie Macht ber Liebe" schloß ben historischen Tag in ber Luther-Stabt Wittenberg. 0anftelegramme des Reichsbischofs. Versicherung treuer Mithilfe am inneren Neubau. Wittenberg, 27. Sept. (TU.) Reichsbischof Lubwig Müller hat an bie Führer bes neuen Staates Telegramme gerichtet, in benen er feine Berufung zum Reichsbischof ber Deutschen Evangelischen Kirche mitteilt. In bem anbenReichs- präsibenten gerichteten Telegramm gelobt ber Reichsbischof treue Gefolgschaft unb spricht bie Versicherung aus, baß bie beutsche Evangelische Kirche ihrem reformatorischen Erbe aetreu mit freu- bigem Gottvertrauen mit aller Kraft mithelfen werbe am Dienst am Volk unb Vaterlanb. Das an ben Reichskanzler gerichtete Tele- gramm bes Reichsbischofs hat folgenden Wortlautt „Im Namen unb Auftrag ber ersten Deutschen Evangelischen Nationalsynobe grüße ich ben Kanzler bes Deutschen Reiches in herzlicher Verehrung unb Treue. Gleichzeitig melbe ich, baß ich soeben von ber Nationalsynobe einstimmig zum ersten beut- sehen evangelischen Reichsbischof berufen bin. Ich banke Ihnen als bem Führer unserer Bewegung für bas Vertrauen, bas Sie mir allezeit geschenkt haben unb bitte Sie herzlichst, ber neugeeinten evangelischen Kirche unb mir als ihren berufenen Reichsbischof Ihr Vertrauen auch weiterhin zu erhalten. Die Deutsche Evangelische Kirche wirb mit Gottvertrauen und Verantwortungsbewuhtsein ans Werk gehen unb Ihnen treu mithelfen am innerlichen Aufbau von Heimat unb Volk. Bewegten Herzens gebente ich in dieser historischen Stande auch dankbar der persönlichen Verbundenheit mit Ihnen. In Liebe und Treue habe ich in ben vergangenen Jahren mit Ihnen für bas große Ziel ber nationalen Freiheit gekämpft — wenn ich jetzt als Reichsbischof bie evangelische Kirche Deutschland neubauen soll, so soll es geschehen in i n n i g ft e r Volksverbunbenheit zur Ehre Gottes unb zum heil unseres beutschen Vaterlanbes " An ben Reichsinnenminister Dr. Frick unb an ben preußischen Kultusminister Rust richtete ber Herr Reichsbischof ebenfalls Telegramme, in benen er für bie tätige Mithilfe ber Staats- regierung bankt unb bie Versicherung abgibt, baß bie neue Kirche treu mithelfen wirb, ben neuen Menschen im neuen Staat innerlich zu festigen. An ben Reichsleiter ber Deutschen Christen, Bischof hossenfelber, richtete ber Reichsbischof ein Telegramm, in bem er bem Führer Der Deutschen Christen für alle Kamerabschaft unb Mithilfe bankt unb ihn seiner Treue versichert. Der Untersuchungsrichter als Zeuge im Prozeß gegen die Reichstagsbrandstister. Leipzig, 27. Sept. (WTB.) Nach Eröffnung ber heutigen Sitzung richtet Senatspräfibent Dr. Bänger folgenbe Frage an ben Angeklagten van ber ßubbe: Wollen Sie nun heute lauter unb b e u 11 i d) e r antworten als gestern? Der Angeklagte steht auf unb erklärt nach längerem Zögern: Das i ft möglich. Vorsitzenber: Wir haben in ber Zeitung gelesen, baß einige Herren gestern Sie im Gefängnis aufgefudjt haben unb baß Sie mit ihnen viel offener unb bereitwilliger gesprochen haben unb sich auch munterer gezeigt haben. Der Vor- sitzenbe ruft bann Prof. Söbermann (Stockholm) auf, ber gestern ben Angeklagten im Gefängnis in Begleitung eines hollänbischen Journalisten aufgesucht hatte unb als Zeuge bas gleiche befunbete, was gestern bereits veröffentlicht wurde. „Ich hatte den Eindruck, daß ich stundenlang mit ihm hätte sprechen können, unb daß ich auch bann intelligente unb logische Antworten bekommen würbe. Mein Begleiter, ber hollänbische Journalist Luger, hat auch mit ihm gesprochen unb ebenfalls vernünftige Antworten bekommen, van ber ßubbe hat einen ungemein scheuen unb schüchternen Einbruck gemacht. Meiner Ansicht nach wirkt ber große Apparat biefer Reichsgerichtsverhanblungen einschüchternb auf ihn." Kriminalkommissar Heisig wirb bann über bie Aussagen gehört, bie van ber ßubbe früher über bie Bränbe im Wohlfahrtsamt, Rathaus unb Schloß gemacht hat. Van ber ßubbe hat genau mitgeteilt, baß er um 6.30 Uhr zum Wohlfahrtsamt gekommen fei. Er habe mit ben Arbeitern gesprochen, unb babei fei i h m schon ber Qebante gekommen, hier ben Branb a n 3 ul e g e n. Er habe sich überlegt, baß es zweckmäßig sei, nicht ein einfaches Privathaus anzu- stecken, fonbern ein großes öffentliches ® c b ä ub e , weil burch ein solches Feuer viele ßeute angelockt würben. Er habe sich ein Ge- bäube ausgesucht, bas ber Allgemeinheit gehört, da er nicht einen Einzelnen schädigen wolle. Die Sache sollte für bie Arbeiterschaft ein „Signal unb Fanal" sein. Oberreichsanwalt: Woran haben Sie van ber ßubbe als Kommunisten erkannt? Zeuge: Wir fühlten bas aus feiner ganzen Darstellung ber politischen Verhältnisse heraus, wenn er z. B. von der Notwendigkeit der Errichtung einer Arbeiterregierung sprach und Tendenzen aufstellte, wie sie im Programm der KPD. zu finden waren. Rechtsanwalt Dr. Sack fragt, ob van ber ßubbe auch von feiner Zugehörigkeit zur Kommunistischen Arbeiterpartei gesprochen habe, es liege im Sinne ber Verteibigung, baß biefe Unterschiebe: Kommunistische Partei, Kommunistische Arbeiterpartei unb Rätekommunisten auseinanber gehalten werben. Der Zeuge erwidert, er könne sich nicht erinnern, daß von ber Kommunistischen Arbeiterpartei gesprochen wurde. Rechtsanwalt Dr. Sack fragt weiter, ob sich van der ßubbe darüber geäußert hat, ob er einen Mittäter hatte. Der Zeuge erklärt, daß van der ßubbe hartnäckig babei blieb, seine Taten allein gemacht zu haben. Auch nach ber Gegenüberstellung ber Angeklagten Torgier unb van ber ßubbe habe van der ßubbe erklärt, daß er den Mann nicht kenne. Der nächste Zeuge, Kriminalkommissar Dr. Zir - p e n s (Berlin), bekundet, van der ßubbe habe gesagt, baß er schon auf dem Wege zum Hermanns« platz am Samstag auf ben Gedanken gekommen sei, einen Brand anzulegen. Rechtsanwalt Dr. S a ck : Es kann von rechtlicher Bedeutung sein, von Ihnen zu hören, ob in der Art, wie oan ber ßubbe sich bas Brandmaterial beschafft hat, eine Planmäßigkeit des Handelns zu erkennen ist, ober ob eine Jmpulsiohanblung vor- liegt. Der Zeuge erwidert, oan ber ßubbe habe van sich heraus erzählt, bafj schon auf bem Wege zum Her- mannsplatz ihm ber Gedanke gekommen sei, das Wohlfahrtsamt anzuzünden und daß er deshalb bie Kohlenanzünder gekauft habe. Rechtsanwalt Dr. Sack verweist auf eine zusammenfassende Feststellung des Zeugen, wonach nacy feiner Auffassung ber Brand im Wohlfahrtsamt, im Rathaus unb im Schloß von ßubbe ohne Zweifel allein verursacht worben ist. Er fragt ben Zeugen, ob das auch heute noch seine Ansicht sei. Der Zeuge beftätigt das. Er habe selbst bie Frage geprüft, ob bei oan ber ßubbe vielleicht P y - romanie in Frage komme. Aus ben vielen Unterhaltungen mit dem Angeklagten sei er aber zu bem Schluß gekommen, daß Pyromanie unb Geltungssucht nur scheinbar für ihn bestimmend gewesen sein könnten. Jedenfalls steht im Vordergründe bei seinen Taten bas politische Moment. Der Angeklagte Dimitroff erklärt, man habe ihn bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung als Mittäter ßubbes bei bem Schloß- brand hinstellen wollen. Dieser Verdacht habe sich darauf gestützt, baß bei ihm eine 2lnsi ch ts . karte gefunben würbe, bie bas Berliner Schloß barstellt. Der Zeuge Kriminalassistent Marowsky erklärt, er habe von einer evtl. Mittäterschaft Di- mitroffs nichts gewußt. Er habe auch van ber ßubbe nicht nach Dimitroff gefragt, fonbern allgemein ihm bie Frage vorgelegt, ob er Mi t • täter gehabt habe. Van ber ßubbe habe diese Frage verneint und auch bei ben Silbern an- berer Personen, bie ihm vorgelegt würben, erklärt, baß er diese Personen nicht kenne. Der Angeklagte Dimitroff ruft laut: Ich bin auch niemals van ber ßubbe gegenübergestellt worben. Vorsitzenber: Das hat auch niemanb behauptet. Weil man bei Ihnen Ansichtskarten mit ben Bildern vom Schloß und Reichstag fand, hat man zunächst biefe Karten als belastend angesehen. Der hier vernommene Zeuge hat aber damit nichts zu tun. Ich lehne weitere Fragen von Ihnen ab. Ich habe mich eben davon überzeugt, daß Sie auch heute wieder mit dem Fragerecht Mißbrauch treiben. Ich schließe Sie heute aus von ber weiteren Fragestellung gegenüber biefem Zeugen. Angeklagter Toraler: Der Zeuge Marowsky hat gesagt, baß van ber ßubbe von ber Absicht gesprochen habe, in ber kommunistischen Versammlung im Sportpalast in ber Diskussion zu sprechen. Es ist aber grunbsätzlich verboten, daß ein Kommunist in den Versammlungen seiner eigenen Partei in der Diskussion das Wort ergreift. Wenn van ber ßubbe bie Absicht äußerte, in ber Diskussion zu sprechen, so konnte bas nur bedeuten, daß er seine entgegengesetzte Auffassung zum Ausdruck bringen wollte. Ich möchte den Zeugen Marowsky fragen, ob er nicht aus der Aeußeruna van der ßubbes entnehmen mußte, daß van ber ßubbe feine gegnerische Auffassung äußern wollte. Der Zeuge erroibert: Ich habe angenommen, baß er Kommunist ist, aber es nicht zugeben will. Ich habe über ben Punkt, was er in ber Versammlung sagen wollte, nicht mit ihm. gesprochen. Reichsgerichtsrat Vogt bekundet. Es folgt nunmehr bie Vernehmung bes Untersuchungsrichters Reichsgerichtsrat Vogt, der die ganze Voruntersuchung in der Reichstagsbrandsache geleitet hat. Der Untersuchungsrichter führt u. a. aus: Van der ßubbe hat während der Dauer ber Voruntersuchung bie Auskünfte gegeben, bie ich von ihm gewünscht habe. Die Art, in der er zu sprechen pflegte, war so, daß er genau überlegte, was er sagte. Es dauerte manchmal etwas lange, ehe er mit ber Antwort fertig war. Wir Kollegen haben uns wieberholt darüber ausgesprochen, daß van der ßubbe ein ganz eminentes Gedächtnis hatte. Schwierigkeiten bei ber Vernehmung tauchten immer bann auf, wenn ich bie Frage anschnitt, ob er benn wirklich alles allein gemacht habe. Wenn ich ihn fragte, ob er bas Wohlfahrtsamt, bie anberen Gebäube und den Reichstag angezündet habe, so antwortete er klar und deutlich: Jawohl, das habe ich gemacht. Sobald ich ihm aber z. B. voryielt, was über seine Gespräche mit ben ßeuten in Neukölln ermittelt worden war, dann fing er an, die Tatsachen zu bestreiten. v , Ich habe ihm gesagt, die Auffassung ber Sachverständigen gehe übereinstimmend dahin, daß es l e a)- nisch einfach unmöglich sei, daß van der ßubbe ben Brand allein gelegt Hobe, und baß er [o gelegt morden sei, wie er ihn gemildert habe. Ich habe ihm vorgehalten — und das mar ihm besonders unangenehm —, daß er den Versuch gemacht habe, die Portiere des Westeinganges des Plenarsaales unter Zuhilfenahme eines Kohlenanzünders in Brand zu setzen, und daß dieser Vor- Hang beim besten Willen nicht auf diese Weise anzuzünden gewesen fei. Van ber ßubbe — fo habe ich gesagt — aus all biesen Umständen geht doch hervor, da^ Sie ü b e r d i e Beteiligung von anderen Personen am Reichstagsbrand die Unwahrheit sagen. Sie können sich selbst überzeugen, daß ber Vorhang nicht ahne weiteres brennt. Da stutzte van ber ßubbe unb sagte bann: Ja, bann bin ich vielleicht boch nicht ba gewesen. — Ich habe ben bestimmten Eindruck, baß er in bem Bestreben, alles allein gemacht haben zu wollen, immer bann, wenn er von einer neuen Branbstelle erfuhr, sofort den Weg bar- zustellen suchte, ben er gegangen ist. Ob er im einzelnen nicht mehr weiß, wie die Dinge waren, oder ob er es nicht sagen will, dafür habe ich keine Unterlagen. Van ber ßubbe ist ganz offensichtlich unten in ber Eingangshalle beim Portal II bes Reichstages gewesen. Ich habe von biefer Tatsache rein zufällig bei ber Vernehmung gehört unb ihn banach gefragt, worauf er sagte, er erinnere sich, in einem Raum gewesen zu sein, in bem so große Figuren stehen, eine Art Museum ober Rüstkammer. In diesem Punkte hat er meiner Meinung nach die Wahrheit gesagt. In allen Punkten aber, wo es darauf ankam, festzustellen, daß noch andere Personen dabei waren, hat er bie Unwahrheit gesagt. Wenn es bagegen barauf ankam, festzustellen, baß van ber ßubbe Der große Held sei, der etwas gemacht hat, bann sagte er bie Wahrheit. Der Zeuge bringt bann noch einen weiteren Vorgang zur Kenntnis, van ber ßubbe hat einmal folgende Aeußeruna getan: „Ja, bann müssen bie anberen sagen, was s ie gemacht habe n". Ich kann diese Aeußeruna nicht ganz bestimmt hinstellen unb habe sie beshalb auch nicht protokolliert. Vorsitzenber: Wir wollen jetzt noch nicht auf bie eigentliche Branbstiftung kommen. Es hanbelt sich jetzt vorwiegend um die Angaben, die er über bie Gespräche in ber Nähe bes Wohlfahrtsamtes gemacht hat. Zeuge Reichsgerichtsrat Bogt: Der Angeklagte oan ber ßubbe hat gesagt, bie Revolution müsse herbeigeführt werben in ber Form, baß man bas kapitalistische System, bas in Deutschlanb herrsche, beseitige. Er sprach von bem kleinen Bach, ben man in Bewegung setzen müsse, bamit er zu einem großen Strom anschwelle. Das waren dieselben Pedanten, bie man in ber KPD. vertritt, baß man zunächst kleine Demonstrationen unb Streiks veranstalten müsse, bamit sie weiter anwachsen zu einer Massenbewegung. Die Revolution könne nicht mit bem Stimmzettel, fonbern nur mit Gewalt, nur burch ungesetzliche Aktionen her- beigeführt werden. Er hat alles bestritten, was die Brücke bilden könnte zur Zentrale der KPD., unb hat beshalb verschwiegen ober bestritten, daß er vom Wohlfahrtsamt nicht allein gegangen, sondern von anderen mitgenommen wurde zu Schlaffte. Der Untersuchungsrichter erklärt dann: Aus den Zeitungen habe ich entnommen, baß hier von feiten ber Bulgaren ein Angriff gegen bie Unter- fuchungsmethoben unb Die Führung ber Protokolle erhoben worben ist. Ich lege Gewicht darauf zu erklären, baß ich nie etwas unternommen habe, was ben Angeklagten schädlich sein könnte. Ich bin zu lange deutscher Richter, daß ich nicht meiner Pflicht bewußt wäre, alles zu beachten, was ber Belastung, aber auch ber Entlastung ber Angeklagten bient. Die Protokolle finb von ßubbe unterschrieben, unb Ich kann mir nicht benten, baß Die Alic Dit Abcü KM fegte ,3 un“rX «in * AM flin 1. sane f k M RJ ßubbe bie . mit oan frage t hn Zuh°"N unb MJJJL jst von de Wrunttlsuchung ^auptui M Qrn..Si(en, daß t- oiabamlLb e ne Irres, fuchung 0°r' eni 'Les.' Zeuge Jß] 8* tief» Erklärung 'N du fei“ “M ’tV'aifÄ mit lern 6111 Oenf, 27. Sept. (TU. ter Bouoerfammlung des l Mwochnachmittag durch Minister Sir John Simo tonte, das vergangene 3a einer beginnenden Gesundung. 3edoch töi liehe Gesundung niemals i ■rung der politischen L f!i von größerem Wert, als Abrüstungsabkomm trieb für größeres Bertrai und Befürchtungen beseitige schriftliches Zufammenlebe? Wett oorbereiten. ZweiM nur ein Symptom Hebels. Der Seift gegen ^Zusammenarbeit, der in i bw und dvr Kanüa Ausdruck Im, entspräche dürfnis der Welt. Ämvn i sondere Stellung der Grc Handlung der großen in gegen Kritik und Borwü Völkerbundes sehe zwar Mitgliedstaaten gl jeder Staat die gleichen La Kecht zur Stellungnahme Bundeska Ach dem britischen A ?meich.sche Bundeskanzl „ w.e auf der Londo l2n " ?en Samten si ES? anhaltendem Beifa B°4 >e deutsche und un lto“ folg* « fcsS&w "beit fönJV £e®°1 W« i?ten i*le vtaaten ’nüffen il sicht' Oeftenei* k? Wk bl« BeJ “ ÄS bie Hifoe ® eÄlehen h9Ir’ v war !!W prozch ;ekn JP|. A'Ä ** u EW h der etit. $$or»aut( in&>^ÄW,ei’ d° FuKer Kanzler İf * ftb* <'Ä 'schof Ihr ak ^halten ?);. l°Uen ,b Mit Tottoert!»?^'lche ? Ons SB«?« P Uan Qm ;n„^en und ,btt5 große Spieyn9cnen »Äs* *« W&®.0“« unh Minder Dr 3,' > lU5mini(ter un^ °n (nfaUs XeltljJL1^ der ’CssSsjft “$Äh*Ä *ÄÄÄ 10 'hn feiner Treue versichert Lubbe oder die Bulgaren behaupten wollen, ich hätte etwas ausgenommen, was nicht von ihnen selbst gesagt worden ist. 3m übrigen erklärt der Zeuge noch über das Verhalten der Angeklagten, daß der Angeklagte Taneff einen Selbstmordversuch unternommen hat und daß der Angeklagte Dimitroff gegen ihn, den Untersuchungsrichter, oersSnlich vorgegangen sei. Er sei mit beiden Fäusten auf ihn zugesprungen und lediglich durch sein sehr energisches Entgegentreten habe er Dimitroff von Tätlichkeiten abhatten können. Rechtsanwalt Dr. Sack: Haben Sie den Versuch gemacht, unter der Angabe, daß der Angeklagte , T o r g l e r bereits ein Geständnis abgelegt habe, | den Angeklagten van der Lubbe zu veranlassen, sei- nerseits zu sagen, Toraler wäre mitschuldig am Reichstagsbrand? Diese Frage geht zurück aus die Behauptung eines deutschen Anwaltes, Herr Reichsgerichtsrat, der als Verteidiger des Herrn Neumann im Tjchekaprozeß mit Ihnen in Moabit Rücksprache gehabt haben will. 3m Auslande hat er jetzt die Behauptung aufgestellt, und dieser Sache im deutschen 3nteresse nachzugehen, halte ich für notwendig. Zeuge Vogt: Damit kein falsches Bild entsteht, er- klär? ich mit aller Bestimmtheit, daß ich n i e und nimmer irgend etwas getan habe, was sich mit der Ehre eines deutschen Richters nicht vertragen würde. Agitatorisches Auftreten Dimitroffs. Angeklagter Dimitroff: Hat der Zeuge als Untersuchungsrichter am 1. April eine Mitteilung veröffentlichen lassen, in der behauptet wird, Dimitroff, Popoff und Taneff hätten in Verbindung mit van der Lubbe die Reichstagsbrandstiftung durchgeführt? 3ch frage 3a oder Nein? (Bewegung und Heiterkeit im Zuhörerraum.) Vor Beginn der Voruntersuchung ist von dem Untersuchungsrichter eine kategorische Behauptung über meine Beteili- gung am Reichstagsbrand verbreitet worden. 3ch will damit beweisen, daß cs eine tendenziöse Untersuchung war, eine Irreführung der öffentlichen Meinung. Bei diesen Worten unterbricht der Vorsitzende den Angeklagten Dimitroff und ruft ihm laut zu: Das dulde ich nicht länger, halten Sie den Mund! Zeuge Vogt: Es ist richtig, daß damals die Erklärung abgegeben worden ist von der Verbindung der drei Bulgaren mit dem Reichstagsbrandstifter van der Lubbe. 3d) hatte nicht nur das Recht, diese Erklärung damals abzugeben, sondern diese Erklärung ist durch die weiteren Untersuchungen bestätigt worden. Auf die drei Bulgaren sind wir ja nur dadurch gekommen, weil ihre Beziehungen zu Lubbe festgestellt waren, sonst hätte man sie ja gar nicht festgenommen. Die Auftritte mit dem Angeklagten Dimitroff setzen sich fort. Die Strafprozeßordnung in der Hand, ruft er: 3ch möchte auf Grund der Strafprozeßordnung feststellen, daß meine Fesselung gesetzwidrig war. Der Zeuge Vogt erklärt, daß er dem Angeklagten Dimitroff nahegelegt habe, eine Entscheidung des Reichsgerichts über die Fesselung einzuholen. Während Der Dauer der Untersuchung sei ein solche Entscheidung aber nicht herbeigeführt worden. Dimitroff sagt darauf ironisch: So objektiv ist er in seinen Worten. Vorsitzender: Sie sollen sich jeder Beleidigung des Untersuchungsrichters enthalten. Als Dimitroff feine Bewertungen fortsetzt, ruft ihm der Vorsitzende ein entschiedenes Halt entgegen. Dimitroff wirft dem Untersuchungsrichter mit lauten Worten vor, daß seine Untersuchung unrichtig, tendenziös und brutal gewesen sei. Der Vorsitzende greift energisch ein, Polizeibeamte nehmen Den Angeklagten Dimitroff am Arm und ziehen ihn auf seinen Stuhl nieder. Der Senat verlaßt den Saal. Dimitroff ergeht sich noch in Beschimpfungen. Nach einer Pause erscheint der Senat wieder, und der Vorsitzende verkündet den Beschluß, daß dem Angeklagten Dimitroff das Wort entzogen wird, es wird ihm weiter mitgeteilt, daß er sofort abgeführt wird, wenn er noch ein Wort sagt. Die Verhandlung wird darauf auf Donnerstag vertagt. Oie Aussprache in Gens beginnt. Oie Abrüstung der Angelpunkt der weltpolitischen Lage. sondere Stellung der G r o e in der Be- renz von der gesamten Versammlung mit demonstratio anhaltendem Beifall begrüßt, an dem sich jedoch die deutsche und ungarische Abordnung nicht aetan: bann arbeit können die Staaten die großen Aufgaben ,»-n was sie nuferes Zeitalters lösen. Die geistigen und materiel- ’ A ** * m ..LA.MrtfX 1 Pn ______.".ff. 1 k. f z— i _ _ n n, fluten Ausgangspunkt für Aktionen bilden. Oesterreich men w e i Mellen und habe T» beteiligten. Der Bundeskanzler führte in deutscher Sprache etwa folgendes aus: fassung zu geben. Ls zeigt sich aber immer wieder, daß die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit Oesterreichs nicht ohne Vergrößerung feiner Absahgebiete gesichert werden kann. Das wir verlangen und erreichen müssen, ist, daß die Gesamtheit der Staaten von uns ebensoviel taufen als wir von ihr kaufen und daß diese Ausgleichung nicht durch Veringerung unserer Einfuhr, sondern durch Vergrößerung unserer Ausfuhr geschieht. Oesterreich hat in seiner tausendjährigen Ge- schichte die Bedeutung des friedlichen Zusammen- lebens vieler Rationen erlebt und erfaßt. Ls hat seineTradition nichtvergessen und nach dem fürchterlichen Erlebnis des Krieges sich selb st wiedergefunden. Oesterreich Ist im Begriff, aus den Fehlern der Nachkriegszeit lernend, sich die seinen Bedürfnissen entsprechende politische und wirtschaftliche Der- Niemals ist es wichtiger als heute, sich darauf zu besinnen, daß jenseits der Staatsgrenze Menschen wohnen. Die im gleichen Glauben an die menschliche Bestimmung und die menschlichen Pflichten verbunden sind. Nicht im Kampf gegeneinander, nur in Der gottgewollten Zusammen- Oesterreichs Nöte. Bundeskanzler Dollfuß vor der Dölkerbundsversammlung. moralisches Gewicht diese Bestrebungen in jeder Beziehung zu fördern. Es handelt sich ja hier nicht nur um die wirtschaftliche Konsolidierung Oesterreichs allein, sondern um den Wiederaufbau des Donauraumes. Der Völkerbund hat uns unter den schwierigsten Verhältnissen schon so viele wertvolle moralische und praktische Hilfe geleistet, daß Oesterreich zu den Staaten gehört, die ganz besonders von der Notwendigkeit und Bedeutsamkeit des Dölkerbundsforu m s in Genf überzeugt sind. Oesterreich bekennt sich heute mehr denn je nicht so sehr auf Grund formaler Verträge, sondern aus dem eigenen Willen seiner Bevölkerung zu seiner Freiheit und Unabhängigkeit. Unserem klein gewordenen deutschen Lande machen seine ruhmvolle Geschichte, seine geographische Lage und seine alte Kultur zum Recht und zur Pflicht, ein nützliches Mitglied der Gesamtheit der Nationen zu sein und zu bleiben. hcü auch niemand behauptet n Ansichtskarten mit den M- d Reichstag fand, hat man zu- als belastend angesehen. Der euge hat aber damit nichts zu !re Fragen von Ihnen ab. 3ch von überzeugt, daß auch dem Fragerecht Miß- ■ 2ch schließe Cie heute aus Fragestellung gegenüber diesem aler: Der Zeuge Marowsky Der Subbe von der Absicht ge- r tommuniftifäen Bersamm- 'n bet Sistu/lion ju fpretyn. laß lief) verboten, in den Versammln^- en Partei in der Diskus- \t Wenn van der Lubbe die iet Diskussion zu sprechen, so >euten, daß er seine ent- lussassung zum Ausdruck möchte den Zeugen Marowsky aus der Aeußeruna van der muhte, daß van der Lubbe seine mg äußern wollte. Der Zeuge e angenommen, daß er Sony s nicht zugeben will. Sch habe as er in der Versammlung sagen im gesprochen. i bekundet. Dr. Dollfuß hat in kluger Zurückhaltung sich auf die engeren österreichischen Probleme politischer und wirtschaftlicher Natur beschränkt. Er hat dabei mit bemerkenswerter Deutlichkeit alle diejenigen Pläne nochmals abgelehnt, die eine Neuorganisation im Donauraum nach den Grundsätzen der von Tardieu und Benesch verfolgten Politik erstreben. Das Bekenntnis zu den Grundlinien der Konferenz von Strefa und der aus ihr gefolgerten Zusammenarbeit der Nachfolge st aalen mit den anliegenden Großmäch- t e n ist im Augenblick des Abschlusses der Konferenz von Sinaia von besonderem 3nteresse. Es trifft zusammen mit einer Erklärung, die der ungarische Außenminister Kanya über das Verhältnis Ungarns zur Kleinen Entente in einer französischen Wirtschaftszeitung abgegeben hat. Von verantwortlichen Staatsmännern Oesterreichs und Ungarns ist hier unabhängig von den auf der Konferenz der Kleinen Entente erneuerten Plänen einer auf die Donaustaaten beschränkten Organisation des Wirtschaftsaustausches eine deutliche 21 b • sage erteilt worden. Auch die mit betonter Absicht sehr konkret gehaltenen Formulierungen des amtlichen Kommuniques über die Konferenz von Sinaia vermögen die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß die natürlichen Notwendigkeiten der Wirtschaftsstruktur die Donaustaaten auf ein Zusammenarbeiten mit den benachbarten Großmächten, insbesondere Deutschland, Hinweisen. Die österreichische Regierung hat sich so bemüht, Str Empfehlungen von Stresa in die len Umgestaltungen müssen in den einzelnen Staa- ten i h r e r Beschaffenheit und ihrer G e- schichte gemäß vollzogen werden. Es ist nicht möglich und wäre naturwidrig, ihnen eine gleichförmige Schablone aufdrücken zu wollen. zahlreicher Probleme sei von der Verständigung derjenigen Mächte abhängig, die besondere Verantwortung und besondere Lasten zu tragen hätten. Die Einzelbesprechungen über die Abrüstungsfrage seien hierfür ein Musterbeispiel. Die Großmächte suchten die Hindernisse zu beseitigen, um den bereits von der Abrüstungskonferenz angenommenen Abkommensentwurf in eine der Lage entsprechende Form zu bringen. Die Arbeit werde gegenwärtig mit großem Ernst und tiefster Ueberzeugung fortgesührt. Wie groß auch die Schwierigkeiten seien, das entscheidende Ziel bleibe immer nur, ein Abkommen zustande zu bringen. Es sei denkbar, daß durch Abänderungen des Abkommens der Plan einer Abrüstung in Etappen leichter durchgeführt wer- den könne. Eine erste gewissenhaft eingehattene Etappe der Abrüstung würde bereits einen ungeheueren Beitrag zur Schaffung von Vertrauen bedeuten. Während dieser Zeit könnte eine roeiter» Gehende Abrüstung vereinbart werden. Der U m • a n g dieser Abrüstung müsse in dem Abkommen selbst fest gelegt werden. Ohne die Sicherheitsfrage wieder aüfzurollen, sei doch offenbar, daß jetzt gerade das Vertrauen wieder hergestellt werden müsse. Ein guter Nachbar zu sein, fei nicht nur eine menschliche, sondern auch eine internationale Tugend. Nack) dem britischen Außenminister sprach der österreichische Bundeskanzler Dollfuß. Er wurde ebenso wie auf der Londoner Weltwirtschaftskonfe- llig bei 1« e* r-fe? 3 er Ionen dagegen heil »Ss-js S-S” I Handlung der großen internationalen Probleme gegen Kritik uno Vorwürfe. Die Verfassung des Völkerbundes sehe zwar vor, daß sämtliche Mitglied st aalen gleichberechtigt feien, I jeder Staat die gleichen Lasten trage und das gleiche Recht zur Stellungnahme habe, aber die Lösung I Gens, 27. Sept. (TU.) Die Hauptaussprache der Vollversammlung des Völkerbundes wurde am Mittwochnachmittag durch den englischen Außenminister Sir 3ohn Simon- eröffnet. Simon betonte, das vergangene 3ahr zeige A n z e i cb e n einer beginnenden wirtschaftlichen Gesundung. 3edoch könne sich diese wirtfchast- liche Gesundung niemals ohne gleichzeitige Besserung der p o l i t i s ch en Lage durchsetzen. Nichts sri von größerem Wert, als ein baldiges allgemeines Abrüstungsabkommen. Dieses würde Antrieb für größeres Vertrauen fein, würde Aengste und Befürchtungen beseitigen und würde ein freundschaftliches Zusammenleben in einer friedlichen Welt vorbereiten. Zweifellos seien die Rüstungen nur ein Symptom und nicht die Wurzel des Uebels. Der Geist gegenseitiger Zugeständnisse und Zusammenarbeit, der in einem Abkommen über die Regelung und die Kontrolle der Rüstungen zum Ausdruck käme, entspräche dem dringendsten Bedürfnis der Welt. Simon verteidigte dann die be= ung lomme^n bie « übet hisrat Do Solution muh!. :HtzS wn bemto.?e , iu rnfilfe, dainit er JJ . n «Je« n Äs waren We‘a6 wfln ivelle» vertritt, D?r, »ÄÄ ^>- '«Ä°n."d"°ch"°ar"d°r 6rf,‘tg 't,“ i'w «T anfl uni ®ic Ä GeW'A genügend und dies gilt nicht bloß hoben uf( 3d) le$rI1omi":P Tierreich, sondern auch für die anderen Donau- n lvorbcn 1 um” {önnt«. 'jäten. Trotzdem würden die Beschlüsse von Strefa, baß n Cfd)abl$Jl ich "'4 die sich 15 europäische Staaten geeinigt haben, 'T 8ru,ten Ausgangspunkt für wei- Das Ergebnis der Konferenz von (Sinaia. Der Kurs der Kleinen Entente. B u k a r c ft, 27. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Nach der letzten Sitzung des Ständigen Rates der Kleinen Entente wurde ein amtliches Kommunique veröffentlicht, in dem es u. a. heißt: Die Lage im Donauraum ist gekennzeichnet durch Beunruhigungen, deren mögliche Folgen gründlich geprüft und zu denen geeignete Beschlüsse gefaßt worden sind. Der Ständige Rat der Kleinen Entente hat die allgemeinen Richtlinien feiner Politik für die Mitteleuropa berührenden Verhandlungen festgelegt, in dem er gleichzeitig für die Unverletzbarkeit der Verträge eintritt und den guten Willen zu einer Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet mit den Nachbarländern betont. Der Wirtschaftsrat der Kleinen Entente ist zu Anfang November d. 3. einberufen worden. Der Ständige Rat hat beschlossen, daß ihm u. a. die Pläne über die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Drei Staaten vorgelegt werden sollen. Damit die Verstärkung Des Warenaustausches zwischen den drei Ländern bis zur vollständigen Verwirklichung der vorgesehenen Wirtschaftsorganisation der Kleinen Entente nicht unterbrochen wird, haben die drei Minister beschlossen, noch vor Dem Monat Dezember Das ins einzelne gehende Programm Der Käufe und Verkäufe, die jenes der Länder der Kleinen Entente in den beiden anderen int Fahre 1934 tätigen Kampf oorzulegen. 3n der Frage Der Abrüstung hat Der Ständige Rat es nicht für notwendig gehalten, feine gegenwärtige Politik auf diesem Gebiete zu ändern. Er hofft, daß die Verhandlungen schließlich dazu führen werden, ein allgemeines A b - rüftungsabtommen oorzubereiten, dessen Grundlage eine vierjährige Probezeit und eine allgemein wirksame und automatische Kontrolle, die auf alle Staaten angewandt wird, fein würde. Sanktionen für die Verletzung eines solchen Abkommens werden notwendigerweise vorgesehen werden müssen. Oie deutschen Minister Gäste des Schweizer Professors Burckhardt. Genf, 27. Sept. (TU.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath uno Reichspropa- ganDaminifter Dr. Goebbels nahmen am Mittwochabend an einem kleinen Essen teil, das der Schweizer Professor Burckardt, der der bekannten Baseler Historikerfamilie angehört, den deutschen Ministern gab. An dem Essen nahmen lediglich führende schweizerische Persönlichkeiten und neben Den beiden Reichsministern einige Herren Der deutschen Abordnung teil. Frhr. 0. Neurath empfing heute vormittag den ungarischen Außenminister K a n y a, der sich beim Reichsaußenminister über den Stand Der Abrüstungsfrage unterrichtet hat. Der westfälische Großgrundbesitz wirdzurLandabgabe aufgesordert Münster, 26. Sept. (WTB.) Der ßanDes- obmann Des CanDesbauernftanDes Westfalen, Albert K 0 st, erläßt einen Aufruf, in Dem er z u r freiwilligen Abgabe von Land für Siedln n g s z w e ck e, d. h. zur Neubildung deutschen Bauerntums, auffordert. Er appelliert an den westfälischen Großgrundbesitz, die Kirchen und die Klöster. Auch wendet er sich an die Volksgenossen, die große Landmengen besitzen, ohne sie selbst zu bewirtschaften. Es sei u n - sittlich, als Fabrikbesitzer, als Groß- faufmann oder als Bankier der Sauern- fugend das Recht auf Die Heimatscholle streitig zu machen. Deshalb fei mit allem NachDruck auch ganz besonders von den Land besitzenden Industrie- und Handelsgesellschaften sowie von den Kommunen zu fordern, daß sie dem alten deutschen Rechtsgrundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!", den der Führer wieder zur Richtschnur des sittlichen Handelns gemacht habe, durch freiwillige Abgabe von Siedlungsland baldigst Genüge leisten. Er erwartet zuversichtlich, daß Kirchen und Klo st er durch großzügige Abgabe von Boden die seelische Not der westfälischen Landjugend beheben und durch ein vorbildliches praktisches Christentum der Tat die Fugend zurückführen helfen zu Blut und Boden und zur Heimat. Reichswehr und Marine spenden 1600000M. für das Winterhilfswerk Berlin, 27. Sept. (TU.) Reichswehr und Marine haben sowohl den Gedanken der Barspende für das Hilfswerk als auch den Gedanken des E i n- topf gerichts aufgegriffen und sofort zur Tat werden lassen. Reichswehr und Marine einschließlich sämtlicher Angestellten, Beamten und Arbeiter haben einen Betrag von 1600 000 RM. offiziell Dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zur Verfügung gestellt. Das deutsche Volk ist stolz auf diese epenDe, Denn es weiß, daß seine Reichswehr ihm in der Zeit der Not nicht nur mit Der Waffe, sondern auch mit Dem Beispiel Des praktischen Sozialismus zur Seite steht. Marxistischer Spitzel im Arbeitslager. StaDe, 26. Sept. (WTB.) Bei einer im Ar- beitsDienstkcchnlager KrummenDeich vorgenommenen überraschenden Durchsuchung stieß die Poli- zei auf einen 22jährigen Lagerinsassen namens Haenisch, der sich als Berliner Kriminalassistent ausgegeben hatte. Bei näheren Untersuchungen fand man in seinem Gepäck kommuni st ische Zeitungen und Vervielfältigungen volksfeindlichen Inhalts. Das vorgefundene Material ließ auf eine Verbindung mit dem Ausland schließen. Bei seiner Vernehmung gab Haenisch Beziehungen zu Grzesinski zu. Es wurde festgestellt, daß man es mit dem S 0 hn des früheren preußischen Kultusministers Haenisch zu tun hatte. Es ist erwiesen, daß der Feftgenommene Mitwisserverbotener Umtriebe ist, die zwei weitere, inzwischen geflüchtete Lagerinsassen verübt haben. Die Grenzpolizei ist ihnen auf der Spur. Aussetzung von Betriebsrätewahlen bis Zahreöfchluß. Berlin, 27. Sept. (WTB.) Die Reichsregierung hat sich entschlossen, durch Gesetz vom 26 September 1933 das Recht der Landesregierungen, aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung die Wahlen zu den gesetzlichen B e -- triebsDertretungen bis zum 30. September d. Ä. auszusetzen, bis zum Fahresschluh zu verlängern, um In einer Zeit, die durch den Kampf Der Reichsregierung gegen Die Arbeitslosigkeit besondere Anforderungen an alle Kräfte der Wirtschaft stellt, jede Beunruhigung dem Wirtschaftsleben fernzuhalten. Gebührenfreie Ausführung des Berufsbeamtengesehes. Berlin, 27. Sept. (VdZ.) Der Staatssekretär des Reichsinnenministeriums, P f u n d t n e r , weist ausdrücklich darauf hin, daß alle Verhandlungen^ Urkunden und amtliche Bescheinigungen, die zur Durchführung des Berufsbeamtengesetzes erforderlich werden, gebühren- und stempelsteuer- frei sind, gleichviel ob staatliche ober kirchliche Behörden in Anspruch genommen werden. Dies schließe auch die Erhebung einer Vergütung für das Aufsuchen von Urkunden und sonstigen Unterlagen aus. Kleine politische Nachrichten. Der Führer erläßt laut NSK. folgende Anordnung: Pg. Rudolf Heß legt die Titel eines Reichsleiters und eines Obergruppenführers ab und führt künftig nur noch den Titel ,,S t e 11 d e r t r e - ter des Führers". Er behält das Recht, den Dienstanzug eines SS.-Obergruppenführers zu tragen. • Die durch den Tod Reinhold M u ch 0 w s frei gewordene Herausgeberfchast des „Arbeiter- tums“, der amtlichen Zeitschrift der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront, hat der NSBO.-Leiter und Führer des Gesamtoerbandes der Deutschen Arbeiter, Staatsrat Walter Schuhmann, MdR., selbst übernommen. * Wie die NSK. meldet, wurde unter Zuteilung zum Stabe des Obersten SA.-Führers der stellvertretende Generaldirektor derD e u>tf ch e n R e i ch s - bahn, Dr. Kleinmann, zum Standartenführer befördert. * Der schweizerische Stänberat hat die Vorlage über das Verbot der Eröffnung neuer und der Erweiterung bestehender Warenhäuser, Kaufhäuser und Einheitspreisgeschäfte mit 23 Stimmen gegen eine angenommen. Aus aller Welt. Die Beschlüsse der Alpenvereinslagung in Vaduz. Wie wir bereits berichtet haben, ist die wegen der derzeitigen Grenzverhältnisse zwischen Deutschland und Oesterreich am vergangenen Sonntag in Vaduz abgehaltene Hauptversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins ohne jeden Zwischenfall glatt verlausen. Die Tagung, auf der insgesamt 228 deutsche und 65 österreichische Sektionen vertreten waren, faßte alle wichtigen Beschlüsse einstimmig. Der Sitz des Vereins wird ab 1. Ja- nur 1934 von Innsbruck nach Stuttgart verlegt. Die mit dieser Maßnahme zusammenhängende Neuwahl Der Dereinsleitung hat folgendes Ergebnis gezeitigt: 1. Vorsitzender: Dr. 3t. 23. Klebelsberg, österreichischer Universitätsprofessor in Innsbruck, 2. Vorsitzender geschäftsführender Vorsitzender des Derwattungsaus- schusses Paul Dinkelacker - Stuttgart, 3. Vorsitzender: Regierungsrat Dr. PH. Borchers- Bremen. Von den sonstigen Beschlüssen sind besonders hervorzuheben die Beitragsermäßigung für arbeitslose Mitglieder, die Minderung der Hüttengebühren für die oereinseigenen Jugendlichen und für die Kinder von Mitgliedern, ferner Aufhebung der Nürnberger Beschlüsse in der Versicherungsfrage und Zweiteilung der Hütten bezüglich ihrer Verwendung im Skibetrieb. Die ersten Gewinne in der Arbeitsbefchaffungs- lolierie. Am Mittwochvormittag begann unter notarieller Aufsicht im Hausrestaurant des Münchener Ausstellungsparkes die öffentliche Ziehung der Arbeitsbeschaffungslotterie. Nach einer Ansprache des Reichsschatzmeisters Schwarz wurden die Gewinnröllchen in das Riesenrad eingefüllt. Im ganzen werden drei Millionen Losnummern in das Rad aufgenommen. Gezogen werden 283 058 Gewinne und zwei Prämien von insgesamt 1,5 Millionen Reichsmark. Ein Höchstgewinn von 15 000 Reichsmark wurde auf die Nummer 2 096 568, ein Gewinn von 5000 Mart auf die Nummer 4 3 519 und drei Gewinne mit je 2500 Mark auf die Nummern 2 673 18(8, 1 1 4 8 3 1 6 und 6 0 9 914 gezogen. Ein Hauptgewinn von 150 000 Mark fiel auf das Doppeltes Nr. 208 2 63, ein Gewinn von 30 000 Mark auf Das Doppellos 2 09 6 568, ein Gewinn von 20 000 Mark auf das Doppellos 2 0 4 4 4 6 3, ein Gewinn von 10000 Mark auf das Doppellos Nr. 4 3 51 9, ein Gewinn von 10 000 Mark auf das Doppellos Nr. 1 442 995. Die Prämie in Hohe von 50 000 Mark fiel auf das Doppellos Nr. 2 9 4 1 8 3 2. Ein schwarzer lag der englischen Luftflotte. Die englischen Luftgeschwader, die von den gemeinsamen Manooern mit der Flotte aus Schottland zurückkehrten, erlitten außergewöhnliche 23er- lüfte, als sie in Northumberland in dichten Nebel gerieten. Ein Bombenflugzeug stürzte ab und ging in Flammen auf; die beiden Insassen ver- brannten. Ein andres Flugzeug wurde bei einer Notlandung vollkommen zerstört; ein weiteres schwer beschädigt und einzörittes wird vermißt. Insgesamt mußten elf Maschinen Notlandungen vornehmen. ’&'citciuurar.eicße. Da sich der hohe Druck im wesentlichen behauptet hat, bleibt sein Einfluß bei uns erhalten, lieber Frankreich bewegt sich jedoch eine neue Störung, Die Dort bereits Niederschläge hervorruft. Ihr Ausläufer dürfte später auch bis in unseren Bezirk vor- greifen und zu Dunstbildungen und etwas Bewol- tung Anlaß geben, ohne aber eine durchgreifende Wetteränderung herbeizuführen. Aussichten für Freitag: Dunstig und be- rooltt mit Aufheiterung, tagsüber warm, nachts stärkere Abkühlung, noch trocken. Lufttemperaturen am 27. September: mittags 23.5 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 28. Septem- ber: morgens 13,5 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 18 Grad; nm 28. September: morgens 14 Grad. — Sonnenscheindauer 7% Stunden. Nachdruck verboten! 10. Fortsetzung. das Gespräch wurde Bad-Nauheimer Herbstwoche vom 30. September bis 9. Oktober 1933 KIRCHWEIHE 14-15 Uhr 1. Oktober Vergnügungspark auf dem Horst-Wessel-Platz Luftschutzschauübung 6»e«D Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen 30. September. 59290 Sommer, Geh. Medizinalrat. CAFE amend I. Dezember Tage. 5961V Privat. 05623 F., Mühlstr. 28, II. Eilt! Eilt! SSM 5930 C I Oer Reichsparteitag in Nürnberg I das machtvolle Dokument deutschen Geistes! ^übr'! »Urbp l. mogi 11. Januar 8. Februar Ferner: Ostasien, Kulturfilm u. ein entzückendes Lustspiel mit Fritz Kämpers, Hans Junkermann. in das Musikzimmer, der Nähe des großen los geworden." Der Diener erschien, und abgebrochen. Nach dem Essen ging man und Frau von Malten, die in Bildes saß, zeigte darauf. Im Beiprogramm: Ein Sonderfilm der Ufa „Geographische Reisen und Forschungen im Süden Chinas (Kwangtung und Jünan)". Prof. Dr. Franz Kühn, Kiel: „Die Wirtschaft- Abhängigkeit von 9_____ Grund eigener Reisen)". Dr. Paul Rohrbach, München: „Afrika 1933 und die deutsche Kolonialfrage . Prof. Dr. Hermann Lautensach, Gießen: „Reisen in Korea". 6/25-Ädler-Wagen offen,m.prima 23er- deck, fast neu, wenig gefahren, sof. billig zu verkaufen. (sessD Hermann Menk Heilvraxis. Wetzlar 9Hebergirm.9ß. 16a OeulscherSlenograleDbund Ortsgruppe Gießen. Samstag, 3O.'Sept. Vereinsabend auf der Bergschenke. Vollzählig.Erschein. erwünscht. 5954D liebe Differenzierung Argentiniens in ihrer Natur und Mensch (auf SoteWör Fischhauö „Cuxhaven" Marktstr^Z (^’a mit einer Auslese“, die jedem Gaumen köstlich munden wird: Heinz Rühmann — spritzig, edelste Marke deutschen Humors Lien Deyers — mild und süß Lizzi Wal dm ui ler — leicht u. prickelnd Ida Wüst — blumig Max Adalbert — extra trocken Walter Janssen — herb. Aufgenommen am schönen Mittelrhein in Bacherach und Aßmannshausern Liebig-Museum Gießen Braune Messe! 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Das weiße Tuchkleid war schlicht und geschmackvoll gearbeitet, besaß lange Aermel und einen herzförmigen Halsausschnitt, den ein Veilchentuff schmückte. Frau von Malten trug ein dunkelgraues Damastkleid mit schwarzen Spitzen. Viel zu schwer schien es für ihre kleine, ein wenig gebeugte Gestalt. Marlene mußte denken, das Kleid war sicher gearbeitet worden, als die Schloßherrin noch straff aufgerichtet gegangen und noch nicht so mager gewesen, so traurig mager und so zusammengefallen war. Achim von Malten trug einen schwarzen Abendanzug; er sah sehr vornehm darin aus. Er ging Marlene ein paar Schritte entgegen. „Der Knecht Wollner läßt sich bei Ihnen bedanken, Fräulein Werner; bei Gelegenheit wird er es persönlich tun! Er ist sehr glücklich." Marlene streckte ihm die Rechte entgegen. „Er ist ja nur Ihnen Dank schuldig, Herr von Malten! Aber ich freue mich, daß ich Sie aufmerksam machen durfte, und danke Ihnen für Ihre Güte." Frau von Malten blickte fragend, und als man dann am Tische saß, berichtete Achim seiner Mutter von der Entlassung Wollners und der Fürsprache Marlenes. Wohlwollend nickte die Dame ihr zu. „So ist's recht! Man soll helfen, wo man kann. Ich habe mich früher auch um allerlei solche Dinge gekümmert; aber ich bin zu stumpf und teilnahms- ' für , > * ‘Ä Ein Lied vom Glück Vornan von Anny von panhuys. Leistungsfähige süd- deutsch.Schuhcrerne- fabrik sucht zumVer- trieb ihrer erstkl. Erzeugnisse (Schuber., Bohnerwachs, Metallputz usw.) noch an mehrer. Plätzen gut eingcführte Platz- oder Beiitisoeitielet geg.gute Provision. Herren, die bei Ko- lonialw.-Geschäften bestens eingeführt find u. gute Efolge nachweiten können, werden um Nach- richtmitAngabevon Referenzen gebeten unter 5928D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers „Das ist der Spuk von Maltstein. Das weiße Pferd und seine Reiterin! Man sagt, wenn sie sich zeigt, künde sich hier ein Unglück an. Ich habe sie auch schon gesehen; aber ganz gläubig bin ich des- Halo noch nicht, ganz noch nicht. Ich lege es mir so zurecht, daß mir meine Phantasie mehrmals einen Streich gespielt hat. Auguste behauptet allerdings, dasselbe Phantom gesehen zu haben wie ich; doch pechschwarze Nacht, flatternde weiße Zeugfetzen können uns irritiert haben. Allerdings stimmten auch die gellen Pfiffe. Die habe ich gehört, und die haben mich am meisten verwirrt. Die gespenstische Frau von Malten, die sich als Spukgeist von Maltstein aufspielt, ist nämlich nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Sie soll bei Lebzeiten ihr Pferd mit gellen Pfiffen regiert haben, und die Gewohnheit hat sie nach ihrem Tode beibehalten. Ein originelles Gespenst — nicht wahr?" Sie sah Marlene und Olga an. Sie hatte das Thema absichtlich und gegen ihr eigenes Empfinden ein klein wenig spöttisch behandelt. Sie wollte nicht, daß den neuen Hausgenossinnen breit und wichtig von dem Spuk erzählt wurde. Die beiden Gesellschafterinnen betraten das Speisezimmer. Olga Zabrow sah sehr schön aus in dem schwarzen Kleid. Ihr milchweißer Teint, die goldbraunen Augen, das leuchtende Flimmerhaar hätten ihr auf einer Schönheitskonkurrenz leicht einen Preis eingetragen, und doch glitt Achim von Maltens Blick FrücheSeeliitlie zum Kochen, Pfund von 40 Pf. an FiletsMarke„Fifi" von 45 Pf. an leb.Karpfen, Schleien Ir.Zander.Flnßhechte empfiehlt 596oD IKocüNacbfolg. MänshnrglB Tel.3G12 Für die Instandsetzung des Daches auf dem Lokschuv- pen 2 im Betriebswerk auf Bahnhof Gießen werden Angebotsmuster (solange Vorrat reicht) abgegeben u zwar: Los 1 Zimmerarbeiten f. 0,50 RM. Los II Dachdeckerarbeiten f.0,50RM. Verding am 6. Oktober 1933-11 Uhr. Zuschlagsfrist 14 Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag Premiere des lustigen Ufa-Films vom Rhein mit Heinz Rühmann und Lien Deyers lachende Erben Die zwei Mädchen waren nach oben gegangen, und Olga seufzte nun: „Außer ein paar Blusen habe ich nur meine Alltagsfähnchen; jo was wie ein Abendkleid habe ich feit langem nicht mehr besessen. Marlene überlegte und erklärte: „Ich besitze em weißes Tuch- und ein schwarzes Taftkleid, ich habe darin ein paarmal gesungen. Ich leihe Ihnen das schwarze Kleid, bis Sie sich eins kaufen können, Olga!" Sie packte das Kleid aus, und es paßte der anderen, stand ihr ausgezeichnet zu ihrem rotblonden $£)Iga warf sich im Spiegel von Marlenes Schlafzimmer eine Kußhand zu. „Das Kleid ist bezaubernd. Schade, daß es hier anscheinend keine Besucher gibt, sonst verliebte sich bald einer rettungslos in mich." Sie lachte vergnügt, aber mit einemmal fiel sie Marlene um den Hals und schluchzte herzzerbrechend. Der schroffe Uebergang vom Lachen zum Weinen erschreckte Marlene. Sie streichelte die Weinende und sprach beruhigend auf sie ein. Plötzlich lachte Olga schon wieder. >,Jch mußte eben weinen — vor Glück, weil ich nach langer Zeit wieder ein hübsches Abendkleid auf dem Leibe habe. So, wie früher bei meinen Eltern. Sie wirbelte im Kreise herum und rief dabei: „Sie sind ein patentes Menschenkind, eins von der Sorte, die man mit der Laterne suchen kann." Sie hatte ihren Wirbeltanz beendet und staunte: „So was hat zwei Abendkleider und gibt mir armen Luder eins davon ab. Aber das soll Ihnen unvergessen bleiben!' Sie umfaßte Marlene wieder. „Wollen doch, bitte, ,Du‘ zueinander sagen, wenn wir uns auch erst seit gestern kennen. Nachdem ich das Kleid angezogen habe, kann ich nicht mehr ,Sie' zu dir sagen. Ich meine, ich muß Sie duzen. Ach was, ich meine, ich muß dich duzen." Ein Kuß drängte sich auf Marlenes Mund, und dann betrachtete sich Olga wieder aufmerkam im Spiegel. „Das Kleid steht mir zum Verlieben." Sie wurde ernst. „Herr von Malten steht so etwas wie ein hübsches Kleid gar nicht, glaube ich", schwatzte sie weiter. „Aber für ihn könnte ich mich auch nicht begeistern, er sieht zu ernst aus, und an den Schläfen sind seine schwarzen Haare schon ganz silbern übertupft." Sie zuckte die Achseln. „Ist ja auch allerhand, was er durchgemacht hat, und ich verstehe, daß sein Haar ergrauen mußte." Marlene neigte nur den Kopf, und das Mitleid, das sie für Achim von Malten empfand, war wie ein großer Schmerz, der sie stumm machte. Bestecke llOteiligJOOversilbert mit garantiert rostfreien Klingen, neu ungebraucht, sehr schönes, modernes Muster mit30Jabre Garantie für 95 Mk. evtl, geteilt zu verkaufen. Schr.Ang.u. 05634aH.Gietz.Anz, Roberta schloß ihre Wohnung auf und riegelte hinter sich zu. Sie durfte sich nicht überraschen lassen; sie wollte ihrem Zorn Luft machen. Sie brauchte das. Ihre herrschsüchtige Natur vertrug kein Unterducken. Und daß sie Wollner wieder hatte annehmen müssen, bedeutete für sie ein Unterducken. Sie stampfte mit dem Fuße auf, fest, ganz fest, wie ein Mann es nicht besser gekonnt hätte; ihre hohen Stulpenstiefel vertrugen dergleichen gut. Dann stieß sie eine Tasse vom Tisch; das Klirren der Scherben tat ihr gut. Nach dieser Heldentat warf sie sich auf das alte Ledersofa, auf dem ihr Vater immer sein Mittagsschläfchen gemacht hatte, und begann nachzudenken. Marlene Werner schien äußerst gefährlich, und sie wollte vor ihr auf der Hut sein. Auf irgendeine Weise mußte ähr der Aufenthalt hier verleidet werden. Wenn das mit Achim von Malten so wie heute weiterging, erwachte er bald vollständig aus seiner Lethargie, und ihr schöner Traum, hier Herrin zu werden, durch Heirat oder Testament, war ausgeträumt. Sie hatte sich schon für völlig unentbehrlich gehalten; seit vorhin jedoch empfand sie Zweifel, ob sie es wirklich war. Achim von Malten aber wanderte durch den Park, der sich mit dem ersten Grün geschmückt hatte. Er atmete tief und langsam, pumpte die herbe Luft in seine Lungen, und ihm war, als atme er Kraft ein. Er blickte zum Himmel empor, der einem dunkelblauen geheimnisvollen See glich. Die Wölkchen waren den kleinen Booten vergleichbar, die mit weißen Segeln fern über das Mittelländische Meer zogen. Er blickte sich um. Er befand sich allein. Da reckte er die Arme choch auf; das Kraftgefühl in ihm wollte sich betätigen, und er dachte mit Verlangen an einen Ausritt. Wie lange hatte er auf keinem Pferde mehr gesessen! Daß er es überhaupt ausgehalten hatte, er begriff es jetzt nicht. Morgen früh sollte man ihm sein Pferd satteln, morgen früh wollte er endlich wieder einmal hinausreiten bis an die Grenze seines Gutes. Er drehte um, es drängte ihn, Marlene Werner die Dankesworte Wollners zu übermitteln. Er sehnte sich danach, ihre wundervollen Augen noch einmal so freudig ausstrahlen zu sehen wie vorhin, als er ihr versprochen, die Entlassung des Knechtes rückgängig zu machen. Aber Marlene befand sich nicht mehr in der Bibliothek. Sie war mit Olga nach oben gegangen, um sich für den Abend umzuziehen. Auguste war vorhin in der Bibliothek gewesen und hatte gesagt: „Die gnädige Frau bittet die Fräuleinchens, sich für das Nachtessen ein wenig festlich anzuziehen. Hier auf Maltstein macht die Herrschaft nämlich abends immer ein bißchen Toilette. Es ist alte Gewohnheit hier." ______________ 1 Kaufgesuche and-u.KabineDkow gut erhalt., zu kauf, gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 05638 mj.®iefiener Anz. [Verschiedenes 6-7-Zimm.'Wolin. m. Balkon per 1.11. oder spater zu vermieten. 05626 Näh. Ludwigstr. 42 I. Schöne abgeschloss. 4-Ziin.-WohnanO mit Bad und Mansardezimmer u.sonst. 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Anz. fftotroenbigteit' nun 1926 gnädig g-wD Hvilbeoölkerung 01 ?u decken, Gebrauch Massen das Scrftor schutzorganisation zu anderen europaiMl vielen Jahren über gearbeiteten Organ, zur Volksbewegung Darum können n tätigste Anteilnahme nicht Verzicht leister die alle Schuhmaßr genommen werden verwalten muß. Nai gerüsteten Militärsta Handhabung der i und geschult hat — fraulicher dürsten d die deutsche Frau 0 hat uns gezeigt, me' in der Derteidigur dieser Stelle ist es den heroischen Eins tigen Tätigkeit, wet langte, im einzelnen wir brüte rnef/r beim Pemiiflungen ben le 's« es zur Derteidigur Miiauardriirn 'm d eines TaganMes r Fliegerangriffen wer gen der Obhut der Fast alle Maßnah des zivilen Lustschi eigensten Gebiet de , Wenn auch ein 1 l>ch ist. so kann doch das Schlimmste al eme genaue Sennin Maßnahmen das nö und eine Panik, we hüten helfen. Bevor °°r Frau noch näh Sattel der mod Infolge bringen Giehene Bunter Abend Die Ortsgruppe te oeraL Leitung des £ g^Xielr Nr. 227 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Donnerstag, 28. September (935 auübung ItuD deutsch-österreichischen Zollunion ist nichi sondern auch unseren Gegnern eine Lehi it nur uns. lerade wirtschaftlicher in I Stadttheater Gießen Intendant Hanne König Zviekeit 193334 italienische Wirtschaftseinfluß gilt. Der Gegensatz zu dem in seiner heutigen Form stark sperrend wirkenden S ü d s l a w i e n ist daher unvermeidlich, und die innig freundschaftliche Zusammen- arbeit mit Ungarn ebenso sehr eine poli- Haarei \ Farbe gibt! rta 1 lerstelleren A ar zurück, lacht jung! rirkt sicher! stunschädL! extra stark 2.50 merie Koch Oie Zukunft ber Llltra-Kurzwelle. Marconis neueste Entdeckung der Kurzwellen-Ueber- tragung auf lange Strecken eröffnet Aussichten für eine tiefgehende Umwälzung des internationalen, ja des interkontinentalen Verkehrswesens und eine bedeutende Verbilligung des 'Nachrichtenwesens überhaupt. Marconi ist zur Zeit mit Versuchen beschäf- tigt, die die Empfangsweite der Sender von 800 km auf 2500 km heraufschrauben sollen. Selbst wenn sich diese Erwartungen nicht ganz erfüllen, so erwarten doch alle Praktiker von den Ergebniffen dieser neuen Arbeiten die Lösung vieler Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Telegraphen- und Telephon-' Verbindungen in weniger besiedelten Landstrichen wie in den Kolonien, vor allem dort, wo Dschungel und unwegsame Strecken empfindliche Hinderniffe bieieru - Eine Verbindung auf ^optischeEntfer- nung" würde möglich sein, wenn entweder hindernisfreie Strahen gewählt werden oder durch Benutzung von Berggipfeln die Empfangsweite so erhöht wird, daß auf diese Weise eine Kette von Stationen entsteht, die den Derkehrsbedürfniffen eines zivili- fierten Landes genügten. Es ist sogar möglich, dah das System der automatischen Entfernungsvergröhe- rung, das kürzlich in verschiedenen Gebieten des Britischen Weltreiches auf weite Landstrecken durch die Postbehörde eingeführt worden ist, eine völlige Automatisierung der Zwischenstationen gestatten wird, wodurch eine gewaltige Kostenverminderung eintreten würde. Gin beträchtlicher Fortschritt würde Tonntag,l^siobv 19,30-22 Uhr Mer Wonnemew Em cverettem-k. söjroannjoioniöoei Operette in 3 Akter chsbahn- ^ebsanu iefcett.1:— mEL i in ®* Oonauraum — Gchicksalsraum. Interessensphäre der Großmächte. — Das Ergebnis einer Umfrage die Instand' Daches u Lokl'chup' m Betriebs' i Sabnbof werden An- unter ,ljo orrat reicht) en u zwar- Zimmerar- Dachdecker' weg 63. sind ieSÄ ochen, Psund 40 Pt. an Marke „itlfi 45 Ps. an •plen, Schleien ler.Flnßhechte nvsteblt i»r°v 7, En»1 TainötaS'yo uht SS Ein b^ eShne 0.0^ CN jonoern aucy unferert Gegnern eine Lehre gerne en, und sie werden sich wohlweislich scheuen, Schritte zu unternehmen, die die Interessierten überraschen und sckon deshalb dagegen einnehmen. Die Franzosen servieren einfach immer wieder den berühmten Tardieu-Plan, nur die Tunke wird nach Bedarf geändert. Paris ist jetzt klug genug, diesen Plan nur als Rahmenvorschlag anzubieten. Er ist dehnbar, freilich nicht bis zum Einschluß von Deutschland in den Donaublock. Monats'Bcrsamm' Wanderung: Liebt Aushänge. 592/D Oer Blick von Rom über die Adria Don unserem H. M. Berichterstatter. auch durch die Ersetzung der Unterseekabel in Seekanälen oder anderen kürzeren Meeresstrecken erzielt werden, die immer ein verhältnismäßig kostspieliges Aachrichtenmittel dargestellt haben. Die weitere Frage der Verwendung der Ultra-Kurzwellen auf lange und längste Entfernungen, ist einstweilen noch mehr eine Angelegenheit der technischen Erwägungen. Immerhin ist es, wenn die Empfangsweite so stark vergrößert werden kann, wie das auf Grund der bisherigen Untersuchungsergebnisse erwartet wird, durchaus im Bereich der Möglichkeiten, daß auch manche internationale Nachrichtenstrecke auf dem Kontinent durch drahtlose Verbindung erseht werden wird. Was sind nun die Hauptvorteile der Ultra-Kurzwellen? 3n erster Linie die Senkung der eigentlichen Sendekosten auf vielleicht Eintausendstel der gegenwärtig für Langwellen-Station gültigen Ziffern und zweitens eine größere Unempfindlichkeit gegenüber atmosphärischen Einflüssen - sodann die Möglichkeit, die Zahl der Derbindungs- strecken ungeheuer zu erhöhen - ein Gesichtspunkt, der für die Praxis des Fernsehens von größter Bedeutung ist. Zwischen der Wellenlänge '/, und 2 m ist funktechnisch ein größerer Spielraum als zwischen 200 und 800 Metern. Die Derwertungsausfichten find jedenfalls von großer Bedeutung, und deshalb erwarten die maßgebenden Kreise der Aaturwiffen- schasten und der Technik die genaueren Mitteilungen über die Untersuchungen Marconis auf dem Gebiet der Ultra-Kurzwellen mit einer Spannung, die selbst für unsere an technischen Fortschritten so reiche Zeit ungewöhnlich ist. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Nom, im September 1933. Wenn sich der Donauraum ganz allgemein als Schicksalsraum Europas in diesem Jahrhundert schon erwiesen hat und weiterhin zu erweisen scheint, so sind zwei europäische Großmächte in besonderer Weise an ihm interessiert: Deutschland und Italien, die Randmachte des europäischen Westens. Das Expansionsbedürfnis des volkreichen, energie» geladenen Italien Mussolinis muß sein Augenmerk vor allem nach dem östlichen Mittelmeer richten. Die Bezeichnung der Adria als „ms re nostro" (unser Meer) ist kein leeres Schlagwort, sondern entspringt einem politischen Nicht-anders-können, demgegenüber auch Einwände oder Erwägungen wirtschaftlicher Art über die Vor- und Nachteile einer italienischen Adria-Ostküste verstummen müssen. Immer wird Italien Einfluß und Macht auf dem Balkan suchen und bewahren müssen, letzten Endes eben gerade wirtschaftlic' Interessen wegen, die über ihn hinweg mitten ... den Donauraum und nach Vorderasien führen. Entweder der faschistische Staat verzichtet auf Istrien und Triest — was undenkbar ist — oder aber er verschafft sich für diesen großen Hafen Lebensmöglichkeiten, d. H ein Hinterland, in dem der des Bergeltungsgedankens zu steigern. Daraus erhärt sich die Triebfeder, die vordringlichste Sorge der Pariser Oesterreich-Politik: Nur kein Machtzuwachs des Dritten Reiches! Hinzu kommt, daß die französische Presse wohl nicht ohne Wink der Welt Vormacht, daß die deutsche Politik gewissermaßen auf den sofortigen vollständigen Anschluß abgestimmt sei und ein Mißerfolg in dieser Richtung das Führeransehen unseres Reichskanzlers schädigen würde. Diese Vorstellung genügt, um alle Mittel in Bewegung zu setzen, von denen man hofft, daß sie die tatsächlichen oder eingebildeten Ziele des Nationalsozialismus und der Reichsregierung zu durchkreuzen ver- mögen. Geben wir uns keiner Täuschung hin: Das heutige Frankreich (das von morgen wird anders denken) würde das Letzte für einen Z u - fammenbrud) d e s jungen Deutsch- land geben, und die Donau-Politik wird immer | mehr von diesem Sehnen beherrscht. Oesterreich 1 interessiert als solches erst in zweiter Linie. Wenn die gesunden Oesterreicher nicht genau wüßten, was Freiheit heißt, könnte man besorgt sein. Man preist in Paris ständig die bestimmte Ablehnung des „Anschlusses" durch Mussolini. Trotzdem weiß man genau, daß Italien eine Lösung des Donau- Problems ohne Deutschland nicht zulassen wird. Man bedauert natürlich, daß Frankreich nicht auch wirtschaftliche Beziehungen von wirklichem Wert zu Oesterreich ausbauen kann. Holz und Käse und zweischneidige Anleihen sind da nicht bestimmend. Folglich hält man die aanze Frage in der Schwebe. Also erstens: Vernichtung des jungen Deutschland. Als zweites Wunschbild der französischen Politik gilt ein herzliches Einvernehmen mit England. Gäbe Rom nicht andere Spielregeln aus, men hätte noch manche Figur in die Partie eingefügt, nicht zuletzt auch Moskau. Und dieses Frankreich nennt Oesterreich den „Schützengraben der europäischen Freiheit"! I zwei Lieder von Schumann und von Schubert („Heidenröslein" und „Wenn ich früh in den Garten geh") gefühlvoll und schlicht. Herr Volck feierte gestern abend sein 25jähriges Bühnenjubiläum und wurde mit herzlichem Beifall begrüßt und belohnt für einen heiteren Vortrag in schwäbischer Mundart. Maria Perry sang, von C u j ö begleitet, recht wirkungsvoll das Zigeunerlied aus dem „Zigeunerbaron". Anton Neuhaus, Charakterspieler, brachte zwei Balladen, „Stellwerk 9" und die prächtigen „Alten Landsknechte" von Münchhausen vortrefflich zu Gehör. Einen starken Erfolg hatte Fräulein B e l i n g als die Christel von der Post aus dem „Vogelhändler". Herr Marcks und Frl. Perry sangen ein heiteres Duett aus der kommenden Lustspiel-Operette „Männer sind einmal so", und Poccis Kulissenscherz „Kasperl als Porträtmaler" — von Hub, Wrede, Volck und Fräulein W i e ( a n • derin höchst angeregter Stimmung gespielt — gab dem Bunten Abend den Ausklang. Das vollbesetzte Haus dankte für alle Darbietungen mit kräftigem Beifall. htfi. bet der Vergebung der Plätze jedem Besucher im nationalsozialistischen Sinne volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die „Deutsche Bühne" wolle die Kultur auch an den Arbeiter und den „kleinen Mann" heranbringen. Ablenkung und Erhebung solle ihm geboten werden durch wahre deutsche Kultur im Theater. Es handele sich aber nicht nur um eine Frage der Preisgestaltung: der einfache Theaterbesucher soll sich wohlfühlen in diesem Raum, und deshalb müsse der Grundsatz „Kleider machen Leute" hier verboten und aufgehoben werden. Es müsse erreicht werden, daß die drei Abonnement - Abende ausverkauft würden; 3600 Mitglieder müßten der „Deutschen Bühne" angehören. So solle die „Deutsche Bühne" dazu dienen, in echter Volksgemeinschaft, im nationalsozialistischen Geiste jeden teilnehmen zu lassen an den hohen Gütern der deutschen Kultur. In dieser Kultur werde Deutschland wieder aufblühen. .Sie mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache wurde mit dem Gesang des Deutschland-Liedes und des Horst-Wessel-Liedes, sowie mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf das deutsche Vaterland, die deutsche Kultur und den Volkskanzler Adolf H i t - l e r beschlossen. Intendant Pg. Hanns König dankte dem Beigeordneten Bartholomäus für feine Worte und sprach dann, nach kurzem Hinweis auf das Programm des Abends, über die Aufgaben des Bühnen- leiters und Regisseurs, wobei er im wesentlichen den Grundgedanken seiner Ansprache beim ersten Werbeabend folgte. Intendant König sprach von der Verantwortung des Bühnenleiters vor dem kritischen Publikum, er bat, die Ansprüche an Ausstattung und Kostüm dem Geist der Zeit und der heute gebotenen Sparsamkeit anzupassen. „Was wir geben, geben wir aus vollem Herzen, aus halbvollem Geldbeutel ... wir brauchen Sie, das Publikum, brauchen Eie auch uns zu Ihrer Erhebung ... Seien Sie Echo und Widerhall und werben Sie als unsere Apostel von Mund zu Mund für das Theater und für die „Deutsche Bühne"! (Lebhafter Beifall.) Nach der Pause begann mit der Ouvertüre zur „Schönen Galathee" von S u p p 6 (Stadttheater- Orchester unter Leitung von Kapellmeister (tu j 6) die Abwicklung der bunten, teils ernsten, überwiegend aber heiteren Programmfolge. Intendant K ö - nig sprach wieder, wie am ersten Abend, verbindende Worte zwischen den einzelnen Vortragsnummern und stellte die Mitwirkenden dem Publikum vor. Oswald Förderer fand mit dem berühmten Gedicht „Krieg und Frieden" von Liliencron eine dankbare Zuhörerschaft. Frl. Sibylle Flemming fang, von Herrn Cuj 6 am Flügel dezent begleitet. Es gibt Franzosen, die aus krankhafter Liebe zu Formeln und Doktrinen auch die österreichische Frage ohne ausreichende Berücksichtigung ihres Inhalts in irgend eine Form pressen wollen, um den unzähligen Artikeln der Nachkriegsdiktate und -pakte wieder einige neue hinzuzufügen, auf die man sich in der Stunde der Gefahr (diese Leute wittern immer Gefahr) berufen könnte. Die amtliche Politik laßt sich zunächst allerdings auf solche Vorschläge nicht ein. Sie ist klug genug, um zu wissen, daß diese verwickelte Angelegenheit eben gar nicht in ihrem Sinne geregelt werden kann und beschränkt sich daher darauf, fremde Gestaltungsverfuche zu verhindern, sich der verschiedenen Spannungen zu anderen Zwecken zu bedienen. Der Versuch einer Stiere im Porzellan-Laden. Zehn feurige Stiere, die ein wildes Chaos in Laden und Restaurants anrichteten und sich befon- ders die Porzellan-Läden zu dem Schauplatz ihrer Untaten auserkoren hatten, verursachten eine Panik tn dem Dorf Sobral in der Nähe von Lissabon, in dem der Hauptjahrmarkt mit großen Festlichkeiten abgehalten wurde. Die Stiere sollten eigenlllch bei einem Stierkampf mitwirken, der als Krönung des Jahrmarkts gedacht war. Aber sie riffen den Wärtern aus und tobten durch die Straßen, während das Volk nach allen Richtungen auseinander stob. Eine Kapelle, die grade auf einem Podium auf dem Markt spielte, entging nur mit Mühe der Wut der Tiere; das Podium wurde völlig zertrümmert. In den Porzellan-Läden blieb nichts aanz, und auch in andern Geschäften richteten die Ausreißer viel Unheil an; besonders schlimm hausten sie in einem Barbierladen, in dem sie die ganze Einrichtung zerbrachen. Im ganzen wurden 40 Personen verletzt. norwendig gewordene Säuberung und Neuordnung der Dachböden zu garantieren. Der Frau wird es obliegen, die Gasdichtmachung des Kellerschutz, raumes zu unterstützen und diesen Raum in verwendungsfähigem Zustand zu halten. • Da im Ernstfälle wohl kaum Männer, welche die Handhabung der erforderlichen Luftschutzmaßnah, men leiten können, zur Verfügung stehen, ist es angebracht, auch für den Posten eines Luftschutz. Hauswartes, der bereits im Frieden die Durch- fuhrung des Selbstschutzes zu gewährleisten hat, eine Frau zu wählen, welche die nötige Ruhe und Entschlußkraft besitzt. Sie wird für alles im Hause verantwortlich sein, ja im Ernstfälle selbst die Gewalt eines Hilfspolizeibeamten haben. Um nun richtunggebend und vorbildlich anderen Volksge- noffen gegenüber handeln zu können, ist es nötig, sich die grundlegenden Kenntnisse des Luftschutzes Frankreichs Triebfeder. Don unserem v. G.-Berichierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, im September 1933. Die Donauraum-Politik Frankreichs ist, befon- ders soweit sie Oesterreich betrifft, ein noch nicht abgestandenes Gemisch von mittelbaren und unmittelbaren Zielen, die teils Frankreich, teils der Kleinen Entente dienen sollen. Wenn von Paris Anregungen zu dieser Frage ergehen, so ist es durchaus nicht gesagt, daß ihr Ursprung im Pariser Außenamt zu suchen wäre. Es gibt naturgemäß kaum eine Frage, die das geschäftige Hin und Her auf den eingefahrenen Bahnen zwischen den Kanz- leien der Kleinen Entente und dem Quai d Orsay so zu steigern vermochte, wie die künftige Gestal- tung Ostmitteleuropas. Man vermag die einzelnen Stoßlinien der französischen Oesterreich-Politik ab und zu einigermaßen deutlich festzustellen, aber dann versckwinden sie wieder in einem Nebel von gegensätzlichen Behauptungen und unvermeidlichen Schlagworten. Kurz: es herrscht noch ein großes Durcheinander auf diesem Gebiet, und wenn nicht alles trügt, wird es noch einige Zeit dauern, vor allem, weil in Oesterreich gottlob un- abhängig von allen unnatürlichen Dressuroersuchen von außen — sich manche Dinge s e l b st t ä t i g entwickeln. Gießener Stadttheater. Bunter Abend der „Deutschen Bühne". Die Ortsgruppe Gießen der „Deutschen B ü h n e" veranstaltete gestern gemeinsam mit der Leitung des Stadttheaters einen Bunten Abend, der als eine großzügige und tatkräftige Werbung für die volkstümlichste Besucherorgcmisa- tion im neuen Staat gedacht war und erfreulicherweise ebenso wie der oorangegangene erste Werbe- Abeni) des Theaters ein volles Haus machte. Die Veranstaltung wurde mit den romantischen Klängen der „Freischütz"-Ouvertüre Carl Mana von Webers, gespielt vom Stadttheater-Orchester unter Leitung des Kapellmeisters Pg. C u j 6, stimmungsvoll eingeleitet. Darauf betrat der Thea- Lere2Ätnent' Beigeordneter Bartholomäus, Die .öufjne zu einer Ansprache über Wesen und 3iele der "Deutschen Bühne" und führte u. a. fol- genöes aus: Der heutige Abend diene einem anderen Zweck als die erste Veranstaltung in der vorigen A°che: es solle geworben werden für die „Deutsche .^hne , eine neuaeschaffene, ganz Deutschland um- spannende Organisation, die nur aus der Tiefe des nationalsozialistischen Gedankens begriffen werden könne. Nach einem Rückblick auf den Weg des kulturellen Niederganges in den letzten 14 Jahren als eine fremde Raffe mit den heiligen Gütern der deutschen Kultur Schindluder treiben konnte, betonte der Vortragende, anknüpfend an einen Aus- fprud) des bayerischen Kultusministers Sch e mm, daß man nun die alten historischen Stücke wieder spielen wolle; an den großen Gestalten der Ge- schichte und an den Taten unserer Vorfahren solle das Volk im Theater sich erbauen und aufrichten. Auch der Theaterbesucher müsse im nationalsozialistischen Geiste reformiert werden. Das Theater dürfe nicht mehr wie früher einer bevorrechteten Klasse gehören, sondern es müsse Allgemeingut des ganzen Volkes werden. Dazu die Möglichkeit zu schaffen, fei die Ausgabe der „Deutschen Bühne". Durch die „Deutsche Bühne" solle, im Sinne Adolf Hitlers, die deutsche Kultur auch dem Aermsten Zugänglich gemacht werden. Wer über 250 Mark im Monat verdiene, müsse dazu beitragen, diese 3oee wirtschaftlich möglich zu machen. Mit kurzen Worten wurde die Organisation der „Deutschen Buhne" geschildert: auch der minderbemittelte Volksgenosse solle monatlich zweimal ins Theater kommen — für je 60 Pfennig; 1,20 Mark sind zu zahlen pro Monat und Mitglied. Der ganze verfügbare Raum des Stadttheaters soll in'vier Blocks aufgeteilt und damit Gelegenheit gegeben werden, Oie Aufgaben -er Frau im Luftschutz. Don Or. O. $. Schaaf, Berlin. In den letzten Wochen und Monaten ist sehr viel in unseren deutschen Zeitungen über die Luftrüstungen des Auslandes, die darum für uns bestehende Luftgefahr und somit über das Luftschutz- Problem geschrieben worden, lieber die Notwendig- teil der Lustschutzmaßnahmen konnte aber unser Volk nicht besser aufgeklärt werden als durch Den Aufruf Des Luftfahrtministers Göring im April dieses Jahres und durch die sachlichen und daher so wirkungsvollen Zahlenangaben über die feindlichen ßuftftreitfräfte in der Rede unseres Kanzlers vom 17. Mai. Man muß sich darüber klar sein, daß es im Kriegsfälle künftighin kein Operations-, Etappen- und Heimatgebiet mehr gibt, sondern nur einen einzigen großen Kriegsschau, platz, in dem sich die gesamte Zivilbevölkerung befindet. Diese Tatsache und das Fehlen eines aktiven militärischen Luftschutzes zeigt die unge- heure Bedeutung des zivilen Luftschutzes. Die Maßnahmen sind zwar nicht grundlegend neu. Schon im Weltkriege mußte sich Die Heeresleitung entschließen, einen Heimatluftschutz zu organisieren, wenn auch damals nur ein Luftschutz für West- Deutschland in Frage kam. Heute gibt es keine Stadt und keinen Ort mehr in Deutschland, den die feindlichen Flieger nicht IVi Stunden nach dem Eintreten des Kriegszustandes erreichen konnten! Ueber 5000 Flugzeuge stehen an den Grenzen des Reiches startbereit, um über unser Gebiet einzu- fallen. Sind uns auch nach dem Versailler „Frie- bensoertrag" alle Mittel des Angriffs und der Flugabwehr verboten, fo ist es doch eine dringende Notwendigkeit, nun endlich von der uns im Jahre 1926 gnädig gewährten Erlaubnis, wenigstens unsere Zivilbevölkerung durch passive Schutzmaßnahmen zu decken, Gebrauch zu machen und in den breiten Massen das Verständnis für eine gründliche Luftschutzorganisation zu wecken und zu vertiefen. Die Luftschutzbewegung muß, wie in durchweg allen anderen europäischen Ländern, die bereits schon seit vielen Jahren über solche bis ins kleinste durch, gearbeiteten Organisationen verfügen, auch bei uns zur Volksbewegung werden. Darum können wir auch in Deutschland auf die tätigste Anteilnahme und Mitarbeit der Frau nicht Verzicht leisten. Ist es doch gerade die Frau, die alle Schutzmaßnahmen, welche im House vor- genommen werden müssen, mit organisieren und verwalten muß. Nachdem man schon bei den hochgerüsteten Militärstaaten Europas die Frau in der Handhabung der Flugabwehrwaffen ausgebildet und geschult hat — wie viel wesensoerwandter und fraulicher dürften die Posten sein, an denen wir Die deutsche Frau gerne sehen würden. Der Krieg hat uns gezeigt, welche wertvolle Helferin die Frau in der Verteidigung Der Heimat fein kann. An Diefer Stelle ist es nicht notroenDig, noch einmal Den heroischen Einsatz Der Frau in Der oielgeftal- tigen Tätigkeit, welche Der Weltkrieg von ihr verlangte, im einzelnen aufzuzählen. Es ist klar, daß wir heute mehr Denn je bei Ausbruch kriegerischer Verwicklungen Den letzten Mann einfetzen müssen, sei es zur VerteiDigung Der Grenzen oDer bei Den Aufbauarbeiten in Der Industrie. Für den Fall ein>s Tagangriffes noch mehr als bei nächtlichen Fliegerangriffen werden die Häuser und Wohnungen der Obhut der Frau allein anoertraut fein’ Fast alle Maßnahmen, welche die Durchführung des zivilen Luftschutzes betreffen, liegen auf dem eigensten Gebiet der Frau. Wenn auch ein lOOprojentiger Schutz nicht mög- lich ist, so kann doch durch eine rechtzeitige Vorsorge Das Schlimmste abgeroenDet werben. Dazu roirD eine genaue Kenntnis auf Dem Gebiete Der Schutz- maßnahmen Das nötige Gefühl Der Sicherheit geben unD eine Panik, welche Die größte Gefahr ist, verhüten helfen. Bevor ich hier auf Den Aufgabenkreis Der Frau noch näher eingehe, mochte ich Die Angriffsmittel Der moDernen Bombenflugzeuge in Der Reihenfolge bringen. Die ihrer wahren Gefährlich- kett entsprechen. Da sind in erster Linie die Sprengbomben zu erwähnen, gegen deren Splitterwirkung usw. man sich durch Schutzräume sichern kann, Dann die Brandbomben, welche viele kleine Brandherde verursachen können und daher die Bildung einer Hausfeuerwehr und eine gründliche Säuberung der Bodenräume erfordern. An letzter Stelle stehen die Gasbomben, die aber durch Gegenmaßnahmen wie Gasschutzraum und Gasschutzgeräte heute wirksam bekämpft werden können. 2Ules muß im Frieden vorbereitet sein, im Ernstfall ist es zu spät und der größte Seldsworwurf wäre Der, nicht vorgesorgt zu haben. An Der Frau in Der Hauptsache wird es nun liegen, daß alle als zwingend erscheinende Vorbereitungen im Hause unverzüglich ausgenommen werden und eine nicht improvisierte Durchführung erfahren. Der Frau wird es obliegen, die dringend in den dazu abgehaltenen Kursen und Vorträgen des Reichsluftschutzbundes anzueignen. Denn nur durch Die nötigen Erfahrungen auf diesem Gebiet läßt sich die größte Gefahr, die Panik, vermeiden, welche Der Gegner in vielen Fällen bezwecken roirD, um Den ÜBiDerftanDsroiUen Der Bevölkerung zu brechen. So ergeht auch hier roieDerum ein Appell an Die deutschen Frauen mitzuarbeiten und mitzuhelfen zum Wohle des Volkes und nicht zuletzt zum Segen der eigenen Familie. Wie im Verlaufe Des Krieges mit zunehmender Zahl Der Fliegerangriffe und Bombenabwürfe durch immer mehr verbesserten Ausbau des zivilen Luftschutzes die Gefahren stark verringert werden konnten, so dürfte auch mit der in der Durchführung begriffenen Organisation bei Fliegerangriffen sehr viel Schaden vom deutschen Volke abgewendet werden. Für den Durchschnitts-Franzosen steht fest, daß Deutschland O e st e r r e i ch „schlucken" will, um es sich selbst gleichzumachen und die Wucht Kitz/' N'ZK r Se.iÄein- tische Folge dieses Gegensatzes, wie sie andererseits dem unmittelbaren Bedürfnis entspringt, Den Einfluß im Donauraum zu verankern. So verstärken in gegenseitiger Wechselwirkung wirtschaftliche und politische, positive unD negative Gesichtspunkte Das italienische Interesse am Donauraum. Auch Die Teilnahme an Der Entwicklung in Oe st erreich läßt sich aus Diesem Gesamtkomplex nicht herausDenken. UnD hier berühren sich Die außenpolitischen Kräftelinien deutscher und italienischer Zukunft am nächsten. Sie kreuzen sich sogar. Wir Deutsche dürfen dabei nicht müde werden, darauf hinzuweisen, daß es sich für uns nur augenblicklich und scheinbar um Außen politit handelt, wenn von Oesterreich die Rede ist. Der deutsche Außenminister hat soeben unsere bluts- und gefühlsmäßigen Bindungen in dieser Frage mit Recht betont. Mussolini, der heute die österreichische Entwicklung in dem für Italien rein praktisch günstigen Sinne zu beeinflussen sucht, denkt viel zu real und ist als Schöpfer Des Faschismus dessen kettenden Grundsätzen viel zu sehr verpflichtet, als daß er einer unvermeidlichen Endlösung i m wahrhaft nationalen Sinne sich auf die Dauer widersetzen sollte; andererseits ist von deutscher Seite oft genug betont worden, daß wir dem Anschluß nicht auf gewaltsamen, sondern auf europäisch legalen Wegen zustreben. Wichtig ist des- halb, daß rechtzeitig von beiden Seiten das llnoer- meidliche in einer Weise vorbereitet würde, die die beiderseitigen Interessen wahrnimmt und zugleich dem alten Europa ein Beispiel gibt, wie zwei in ihrem völkischen Wesen verjüngte, befreundete WM EM .........- esg pleöenDaooW i S&fyg. feg btJ ^Ä?is22"K 20 ^. . ziboik- außen jnro hn« piirnDaifcne Sana- größte Interesse hat, wäre das europäische Schick- Aus -er Provinzialhauptstadt Werbt für das Stadttheater Gießen, für Euere heimische Kulturstätte. ewige Seligkeit in der Gemeinschaft mit dir. Amen. Bei allem, was heute wir vollbracht, haben wir, Herr, an Deutschland gedacht. Was wir geschafft mit Arbeit und Müh, ist nur geschehen, daß Deutschland erblüh'! Daß unsre Arbeit vergeblich nicht sei, Dazu gib Kraft uns: O Herr, mach uns frei! Amen. Lieber Gott, ich bitte dich für Volk und Führer und für mich. Arbeit gib uns, gib uns Brot! Hilf uns aus der Knechtschaft Not! Hindenburg und Hitler schütze, unsres Volkes starke Stütze! Will ein rechter Deutscher sein: Mach mich fromm und stark und rein! Nach der Erde Freud und Leid schenk mir deine Seligkeit! Amen. Wie ftöhlich bin ich aufgewacht, Ich habe geschlafen sanft die Nacht. Gott, ich danke dir dafür, Sei auch heute du bei mir. Halte deine starke Hand lieber unserem Vaterland. Unser Volk aus tiefster Not Retten, kannst nur du, o Gott! Die vor uns als Führer stehn, Herr, laß deine Gnade sehn. Die du riefst ins Amt hinein, Herr, laß rechte Diener sein. Der Du uns, die fast verloren, Stehen läßt wie neugeboren, Dank sei dir zu jeder Stund Aus deiner Kinder Herz und Mund. Amen. Herr, erhöre unser Flehen: Mach uns fleißig, wahr und treu! Unser Heim laß wohl bestehen! Unser Deutschland mache neu! Amen. Aufruf des Neichsstatthalters und Gauleiters Sprenger. Frankfurt a.2TL, 27. Sept. (MSN.) Die ge famte Organisation der NSDAP, mit allen Neben- und Untergliederungen hat sich unter Einsatz aller Kräfte in den Dienst des Din- terhilfswerks zu stellen. Dasselbe erwarte ich von allen wirtschaftlichen, kulturellen, sportlichen, religiösen und caritatioen verbänden und Bereinigungen. Das Winterhilfswerk ist von unserem Führer Adolf Hitler angeorbnet worden, um die ohne ihre Schuld arbeitslosen Volksgenossen vor hunger und Kälte und der damit verbundenen körperlichen und seelischen Iermürbungzubewahren. Wer sich in den Dienst des Winterhilfswerks stellt, bekennt sich zu Adolf Hitler und zu seinem Ausbauprogramm. Wer abseits steht, richtet sich selb st und wird dem Volke bekanntgegeben. Gez.: Sprenger. Auf, ans Werk! Wir flehen dich an, allmächtiger Gott, Du wollest wenden des Vaterlands Not! Gib heut' unsrer Arbeit gutes Gelingen, daß wir sie zu des Vaterlands Ehre vollbringen. Segne die Führer, daß Deutschland gedeih! Segne uns alle: O Herr, mach uns frei! Amen. Herr aller Welten! Vater aller Menschen! Wir danken dir, daß die Führer unseres Volkes sich zu dir bekennen. Gib uns allen den Glauben an dich und das Vertrauen zu deiner göttlichen Allmacht und Güte! Schütze und segne du unser Volk und seine Führer! Rüste du unsere Führer aus mit Weisheit und Kraft, daß sie mit deiner göttlichen Hilfe unser Volk wieder zu Ehre und Freiheit bringen! Gib allen Menschen ehrliche Arbeit und das tägliche Brot. Bereite uns nach einem wohloollbrachten Lebenslauf die Die Nolle -er Oonau-eutschen. Don llmversitätspwfeffor Jakob 3lei?er, Führer des ungarländisch-deutschen Dolksbundes. Spenden erbeten an: Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34, Gausührung Hessen-Nas- 3n diesem Winter soll keiner hungern und frieren! sau, Bankkonto 6200 Nassauische Landesbank, Frank- Das ist der Wunsch unserer Führers. Er hat den I furt a. M., Postscheckkonto Frankfurt a. M. 28100. Staaten klar und ehrlich ein gemein« fernes Problem zu »»»•« r Geschieht das und man s fein so spielen kleine Schwankungen in der Italic- - . Nischen Oesterreich-Pol'tik, die in der oolksfremden sal im günstigsten Sinne beeinflußt. in dankbarer Anerkennung Adolf Hitler seinem Frontkameraden Franz Seldte. Der bisherige Bun« desführer des Stahlhelms erhielt damit die Bestätigung, daß er wirkliche menschliche Größe in entscheidender Stunde zu beweisen vermochte, die Größe, die über den Menschen selbst hinauswächst und die darin liegt, zu gegebener Stunde die Führerschaft eines anderen größeren Menschen über sich anzuerkennen. Franz Seldte quittierte unter jubelndem Beifall den Appell des Kanzlers an den inneren Sinn des Soldaten im Stahlhelm mit dem Gelöbnis Treue um Treue: „Auf unsere Herzen dürfen Sie sich verlassen in guten und in schweren Tagen! Sieg Heil!" Der Sund von Hannover. Ein Nachwort zum Stahlhelm-Führertag. Äon Herbert Caspers. Die Festtage von Hannover sind vorüber. Wie sich von der fränkischen Metropole zu der schönen Hauptstadt des hannoverschen Landes starke unsichtbare Fäden gezogen haben, so werden auch in die Zukunft Deutschlands die Banner des Stahlhelms, die zu Taufenden am Sonntag in strahlendem Sonnenschein durch die Straßen Hannovers zogen, fymbol- haft flattern, ebenso zukunftsträchtig wie die Hakenkreuz-Banner der siegreichen Revolution, die über dem Nürnberger Parteitag standen. Es find nur schmale Bänder, die der Führer des deutschen Volkes Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Budapest, im September 1933. Dieser Tage jährte es sich zum 250. Male, daß Kaiser Leopold mit Hilfe aller seiner Reichsvölker Wien«von der türkischen Belagerung befreite. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten setzte er die Befreiungskämpfe fort und vertrieb den damaligen Feind aus Ungarn. Er war ja nicht nur Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, sondern zugleich auch E r b e b e r heiligenStephans- frone, d. h. ungarischer König. Durch die 150jährige Besetzung des größten Teiles Ungarns waren weite Gebiete verwüstet und fast vollständig entvölkert worden. So war denn der zweite Schritt, den Leopold als deutscher Kaiser und König von Ungarn zum Wohle und Schutze der Christenheit in erster Linie jener.deutschen und ungarischen Lande tat, daß er und seine Nachfolger die in ihrer einstigen ungarischen Kultur vernichteten Landesteile Ungarns, deren magyarische Be- völkerung im Kampfe mit dem Erbfeinde des Abendlandes von damals verblutet war, neu zu besiedeln bestrebt waren. So kamen zu dem alten deutschen Bestände des Donauraumes, der Sachsen in Siebenbürgen, durch die Kolonisa- tion der Habsburger, die von dem ungarischen Hoch- adel eifrig unterstützt wurde, die „S ch w ab en . Man nennt sie heute „Donau-Schwaben , und ihre Zahl beläuft sich gegenwärtig auf fast eineinhalb Millionen. Dieses Donauschwabentum ist und bleibt ein lebendiges Zeichen der alten deutschen kaiserlichen Macht und des fortdauernden deutschen Kultur- bereites, wie er in Verteidigung des Abendlandes erworben war und sich Jahrhunderte hindurch auswirkte. Unter Mithilfe der deutschen Macht und durch Mitarbeit des Deutschtums im alten Ungarn wurde damals der südöstliche Raum Europas geordnet und neu gestaltet. Diese Ordnung und Neugestaltung bestand zwei Jahrhunderte hindurch und ist nach dem Weltkriege zusarnmenge* brachen. Es kann aber keinem Verständigen zweifelhaft sein, daß auch hier ein Gedeihen und eine Weiterentwicklung nur nach d e m Gesetz erfolgen kann, nach dem dieser südöstliche Raum als europäisches Problem angetreten ist. Die deutsche Macht ist in Mitteleuropa — auf neuer Grundlage — unverändert da, und das Deutschtum im Donauraum stellt einen bedeutsamen wirtschaftlichen und, wenn auch keinen politischen, so doch ethischen Wert dar. boten sei es, solange zu warten, bis der Ersatzpflichtige den notwendigen wirtschaftlichen Rückhalt gefunden habe. » Das Eintopfgericht. Am nächsten Sonntag, dem Deutschen Erntedank- taa, wird in Stadt und Land zum ersten Male das Eintopfgericht auf den Tisch kommen. Was bezweckt das? * In erster Linie natürlich soll durch diese Maßnahme eine starke finanzielle Förderung des Kampfes gegen Hunger und Kälte erzielt werden, weil der durch das Eintopfgericht gegenüber anderen Sonntagsgerichten ersparte Betrag zusätzlich und restlos an das Winterhilfswerk abgeführt werden soll. Zweitens ist es ein vom rein nationalsozialistischen Geist diktiertes Bekenntnis zur Volksgemeinschaft, zur Schicksalsverbundenheit mit unseren notleidenden Volksgenossen. Der bereits genannte Preis von 50 Pfennig ist als Höchstpreis anzusehen, der vor allen Dingen für die Gastwirtschaften Bedeu- tung besitzt. Es gibt zweifellos in der heutigen, durch vierzehnjährige Mißwirtschaft verursachten Notzeit vielköpfige Familien, die mit einem weit geringeren Durchschnittsbetrag für jede Person ihren Mittagstisch bestreiten müssen. Einzelpersonen aber,- die vorzugsweise in den Gasthäusern essen, werden für ihr Mittagessen im Durchschnitt weit mehr als 50 Pfennig ausgeben. Es wird mit dem Eintopfgericht bezweckt, daß jeder Volksgenosse noch sparsamer lebt als an anberen Sonntagen, um den ersparten Betrag seinen hungernden Brüdern und Schwestern zur Verfügung zu stellen. Das ist Sozialismus i) er Tat im Kampf gegen Hunger und Kälte! Bericht derKrimmalpolizeistelleGießen Erfolg im Kampf gegen das Bettelunwesen. Die Bettelei, die in den letzten Jahren gerade in den Außenbezirken der Stadt zu einer Plage geworden war, hat seit der allgemein angeordneten Bekämpfung des Bettelunwesens merklich nachgelassen. In Häusern, wo seither bis zu zehn und mehr Bettler vorgesprochen hatten, sieht man heute selten noch einen. In sechs Tagen des verstärkten Streifendienstes wurden 15 Bettler festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. Außerdem wurden gegen fünf, die hier wohnhaft sind, Anzeigen erhoben. Unter den 15 Festgenommenen befinden sich zwei, die Unterstützungen bekommen. Auch wurden noch einige Hausierer betroffen, die die Landessteuer nicht entrichtet hatten. Diese wurden dem Landesfinanzamt zugesührt und in Strafe genommen. Täter ermittelt. Der im Dolizeibericht vom 16. September erwähnte Handtaschenräuber ist ermittelt. Es handelt sich um den 25jährigsn Buchdrucker Heinrich Schmitt aus Heiligenwald. Schmitt stellt in Abrede, die Absicht gehabt zu haben, dem Mädchen die Tasche zu entreißen. Verkehrsunfall. Am 27. September gegen 11.30 Uhr ereignete sich an der Straßenkreuzung Werner-, Horst-Wessel- Wall, Neustadt und Rodheimer Straße ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer, der in Richtung Werner-Horst-Wessel-Wall fuhr, stieß mit einem Passanten, der beim Erscheinen des Motorradfahrers unsicher geworden war, leicht zusammen. Der Passant wurde leicht verletzt, während die Beifahrerin durch den Sturz eine klaffende Kopfwunde davontrug. Die polizeilichen (Ermittlungen über die Schuldfrage wurden eingeleitet. polizeibenchi der Staatspolrzeistelle Gießen. Ein Schuhmacher aus Heuchelheim wurde wegen Beleidigung der Reichsregierung und wegen Verächtlichmachung der Reichsflagge festgenommen und nach Aufklärung der Staatsanwaltschaft Gießen zu- geführt, die Haftbefehl beantragte, den der Richter auch erlassen hat. Ein ehemaliger Pfleger der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen hat schriftlich und mündlich ein Gerücht gegen SA.-Leute in Gießen verbreitet, das jeder Grundlage entbehrte. Er wurde festgenommen, an Hand von Schriftproben und vorgefundenem Schreibpapier als der anonyme Briefschreider fest- gestellt. In die Sache sind auch ein Kriegsblinder und seine Ehefrau aus Gießen verwickelt. Gegen die Betreffenden wurde ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen die Verordnung vom 21. März 1933 eingeleitet. Der Pfleger kam in Untersuchungshaft. Am 26. September gerieten zwei Viehhändler aus Hungen in Laubach mit einem dortigen SA.-Mann in Streit, in dessen Verlauf der SA.-Mann verletzt wurde. Die beiden Viehhändler wurden sofort durch Beamte der Staatspolizeistelle und des Sonderkommandos in Schutzhaft genommen. Strafverfahren wegen Körperverletzung ist eingeleitet. In der Nacht zum 27. September wurde ein Student wegen Beleidigung der SA. feftgenommen. Er Adolf Hitler in Hannover den alten Kriegsftaggen des Stahlhelms angeheftet hat. Aber diese Bänder sollen eine Bindung Herstellen, die stärker ist, als der Stoff, eine Bindung, die stark sein wird als Blut und Leben, lieber allen großen, äußeren Eindrücken der festlichen Stahlhelm-Tage steht dieser absolute Wille des Führers — der Wille, daß von Hannover aus die Einheit des politischen Soldaten im Braunhemd mit dem Traditions-Soldaten im feldgrauen Rock nunmehr und für ewig vollendet fein soll. Hitlers Rede im Kuppelsaal der Stadthalle vor fünftausend Stahlhelmführern und einer Elite der NSDAP., SA. und SS., der Politik und des Heeres und der Marine, war unzweifelhaft der Höhepunkt dieser Stahlhelmtagung, aber auch ein Höhepunkt des rednerischen Wirkens des Führers überhaupt. Der Kanzler geriet von Satz zu Satz mehr in eine innere Bewegung hinein, die sich auch dem Letzten seiner Zuhörer mitteilte und die bewies, wie stark diesem alten Frontsoldaten das Thema Soldat und Volk ans Herz gewachsen ist. Erschüttert hörten die Frontsoldaten das Bekenntnis des Führers zu der großen Gemeinschaft der braunen und feldgrauen Front: „Mit innerer Freude und Bewegung bin ich zu diesem Tage hergekommen, der genau wie Nürnberg für mich nichts anderes ist als das feierliche Bekenntniszu diesem Gelöbnis und zu dieser Gesinnung." War schon fortlaufend die Kanzlerrede von brausenden Heilrufen begrüßt worden, so wurde die Ovation am Schluß seiner Ausführungen einzig- artia, um so einzigartiger, als sie ausging von einer Versammlung wohldisziplinierter und abwägender Soloaten. Nicht nur der Führer fand dieses herzliche Bekenntnis zum Bund von Hannover, auch fein Stabschef Röhm, dem Wehrstahlhelm und Kernstahlhelm in Zukunft direkt unterstellt sind, wiederholte am nächsten Morgen beim Führerappell das Bekenntnis zur Einheit zwischen Stahlhelm, SA. und SS. Röhm scheute nicht vor der Feststellung zurück, daß in der Vergangenheit bei aller sonstigen Gemeinsamkeit der braunen und grauen Front politische Gegensätze bestanden hätten. Jetzt aber bat der Stabschef die alten Frontsoldaten, die im Kernstahlhelm als geschlossene Einheiten zusammenbleiben, in kameradschaftlicher Hochachtung um die Durchführung ihrer Ausgabe, die heilige Tradition des Frontfoldatentums aufrecht zu halten, jene Tradition, der nachzueifern und in deren Geiste zu leben die Lebensaufgabe der SA. und damit in Zukunft des in der SA. aufgegangenen Wehrstahlhelms sein wird. Haben so die beiden obersten Führer des politischen Soldatentums in Deutschland vor- . behaltlos den Stahlhelm in ihre Gemeinschaft aufgenommen, und ihn zum vollberechtigten Mitträger der nationalsozialistischen Revolution und des Dritten Reiches gemacht, so wird die lebendige Ausstrahlung der Tage von Nürnberg und Hannover nun auch im Lande die letzten Reste von Vorbehalten und Mißtrauen ausräumen. In Zukunft kann es zwischen Braun und Feldgrau nur einen einzigen Wettkampf geben: am besten und am opferbereitesten für den Führer und das Vaterland zu kämpfen. Franz Seldte, der Gründer des Stahlhelms, wird neben allem Stolz, mit dem er die Tage von Hannover betrachten mag, auch von leiser Wehmut befallen worden sein angesichts der Notwendigkeit, das von ihm geschaffene Werk des Millionenbundes der Frontsoldaten aus der eiaenen Hand abzuaeben in die der Führung der NSDAP. Aber gerade darin liegt die Größe dieses einfachen Soldaten, daß er früh genug den Zeitpunkt sah, wo es galt, den Stahlhelm dem neuen Reich zur Verfügung zu stellen. „Euer Führer hat die Größe der geschichtlichen Stunde erkannt und damit eine Einigung herbeigeführt, wir kämpfen damit nun gemeinsam für dieses neue Reich , bestätigte Plan gefaßt, mit einem grandiosen Hilfswerk allen denen, die arbeitslos und demzufolge unverschuldet in Not geraten sind, schützend zur Seite zu stehen. Der Sozialismus der Tat soll triumphieren über die Winternot. Unsere arbeitslosen Volksgenossen sollen es spüren, daß alle diejenigen, die vom Glück mehr begünstigt sind, freiwillig ein Opfer aus sich nehmen und so vor . aller Welt die unzertrennliche Verbundenheit unseres Volkes dokumentieren. Line Not- und Brotgemeinschaft gegen hunger und Kälte soll es fein. Wer sich von ihr ausschließt, stellt sich außerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Ich bin beauftragt, das große Hilfswerk im Gau Hessen-Nassau durchzuführen. Entsprechend dem Befehl des Gauleiters wird sich die NSDAP, mit sämtlichen Nebengliederungen führend in den Dienst dieser wahrhaft nationalen und sozialen Tat stellen. Auf ans Werk! gez. Haug. Bormarsch der deutschen Selbstversorgung. VA. Nur wenige Tage trennen uns noch von dem 1. Oktober, jenem Sonntag, an dem das deut- sche Volk den deutschen Erntedanktag begehen wird. Da erscheint es angebracht, die Frage aufzuwerfen, in wieweit die deutsche Landwirtschaft heute in der Lage ist, unser 65- Millionenvolk zu ernähren. Eine Frage, die noch vor wenigen Jahren in gewissen Kreisen ein mitleidvolles Lächeln heroorrief, die heute selbstverständlich geworden ist, weil von ihrer Beantwortung für uns so außerordentlich viel abhängt. Der stark gesunkene Ausfuhrüberschuß, die internationalen Währungsverhältnisse und die Zah- lungsoerpflichtungen dem Ausland gegenüber zwingen uns, eine möglichst weitgehende Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln anzustreben. Je mehr wir uns aus den Erzeugnissen der eigenen Scholle ernähren, je mehr wir uns also von der Einfuhr fremder Nahrungs- mittel frei machen können, um so mehr können wir unsere Handelsbilanz entlasten. Nach dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges und seinen verhängnisvollen Auswirkungen während der Nachkriegsjahre war es für die Landwirtschaft ein küynes Unterfangen, Deutschland in der Versorgung mit einheimischen Nahrungsmitteln vom Ausland unabhängig zu machen. Trotzdem ist es dank der unerhörten Anstrengungen einer an sich bereits kranken Landwirtschaft — wenigstens zu einem erheblichen Teil — gelungen. Der Einfuhrüberschuß an landwirtschaftlichen Erzeugnissen, der im Jahre 1927 noch fünf Milliarden Mark betrug, ging im Jahre 1932 auf 1,8 Milliarden Mark zurück. Das war ein gewaltiger Erfolg! lieber drei Milliarden Mark waren eingespart worden; für unser verarmtes Land eine nicht zu unterschätzende Entlastung unserer Handelsbilanz. Im vergangenen Jahr wurden rund 87 v. H. aller in Deutschland verzehrten Lebensmittel von der heimischen Landwirtschaft erzeugt. Berücksichtigt man allerdings die zur Erzeugung eines Teiles der landwirtschaftlichen Erzeugnisse eingeführten Futtermittel, die in dieser Zahl enthalten sind, so erniedrigt sich die Zahl auf 79 v. H. Tatsache ist aber, daß unsere Ernährung zu vier Fünftel von der heimi- schen Landwirtschaft bestritten wird. Die Schätzung über oas Ergebnis der diesjährigen Getreideernte bestätigt erfreulicherweise, daß es in diesem Jahr den deutschen Bauern zum ersten Mal völlig gelungen i st, d e n gesamten Bedarf des deutschen Volkes an Getreide zu decken. Dieser schöne Erfolg wird die Bauern mit berechtigter Genugtuung erfüllen, zumal die jüngsten Maßnahmen der Reichs- regierung ihnen einen angemessenen, festen Preis für ihr Getreide sichern. Die Getreidevolitik der letzten Jahre war nicht dazu angetan, Den Markt zu stützen. Nach den (Ermittlungen des Institutes für Konjunkturforschung haben wir bei Zucker, Trinkmilch, Fleisch und Kartoffeln sogar eine Uebererzeugung. Der Anteil des im Inland erzeugten Gemüses macht ungefähr 90 bis 96 v. H., der Anteil von Butter und Käse etwa 80 bis 90 v. H. und der Anteil von Eiern 60 bis 70 v.H. aus. ©je größte Aufgabe erwächst der heimischen Landwirtschaft aber, wenn das Ziel, den F e 11 b e b a r f re ft los im Inland z u erzeugen, erreicht werden soll. Aus diesem Grunde hat die Reichs- regierung durch ihre Verordnungen Maßnahmen eingeleitet, die geeignet sind, uns von der Einfuhr ausländischer Futtermittel allmählich frei zu machen. Die neue, zielklare deutsche Agrarpolitik gibt den Bauern die Gewähr für die Gesundung ihres Hofes, ihres Besitzes. Von heute auf morgen ist natürlich nicht zu helfen. Das liebel ist aber bei feiner Wurzel gepackt worden und wird überwunden werden! Seine Bittgesuche von Kindern an den Reichskanzler. Bei der Reichskanzlei gehen täglich an den Herrn Reichskanzler gerichtete Briefe von Schulkindern ein. Die Briefe sind teils im Auftrag, teils ohne Auftrag der (Eltern geschrieben und enthalten Gesuche an den Herrn Reichskanzler um Gewährung von Unterstützungen ober Geschenken an bie Kinber ober an ihre (Eltern. Abgesehen bavon, baß bem Herrn Reichskanzler Mittel zur Erfüllung aller biefer Wünsche nicht zur Verfügung stehen, ist es nicht angebracht, unb fast immer ungehörig, daß schon Kinder im jugendlichen Alter sich mit Bittschriften an den Herrn Reichskanzler wenden. Die Eltern werden deshalb ersucht, auf ihre Kinder einzuwirken, daß sie die Absendung von Bittgesuchen an den Herrn Reichskanzler unterlassen. Schonendes Borgehen gegen Erwerbslose. Der Reichsarbeitsminister und der Reichsinnenminister fordern in einem Runderlaß zu schonendem Vorgehen gegen ehemals Erwerbslose auf, die eben wieder Arbeit gefunden haben und naturgemäß zur Rückerstattung aufgewendeter Fürsorgekosten nicht sofort in der Lage sind. Dringend ge- Beispiele für Schulgebeie. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst unb Volkstum bes Hessischen Staatsmini- teriums hat ben Direktionen und Leitern der Höheren Schulen, der Technischen Lehranstalten unb den Kreis- und Stadtschulämtern eine Anzahl von Beispielen für Schulgebete aur Auswahl be- fanntgegeben. In diesem amtlichen Ausschreiben werden folgende Gebete empfohlen: Gott, erbarm dich unseres Volkes Not! Gib ehrliche Arbeit und tägliches Brot, Freiheit und Ehre vor aller Welt, wie deiner Weisheit es gefällt, Führer, die fromm sind und weise und stark, ein Volk, fromm, wahr und treu bis ins Mark! Erhalt' uns dein Wort! Stärk unsere Seelen! Volk, Führer und Reich wir dir befehlen. Amen. teert! Tat |ou u Men. Sfas-gg. iä*if 8e* h.°„, 6nt&®e? im Sau •d) die js?)teÖ öem ^^InÄWörnt. M- S)aug. A, ^ulSrI)iIl5ffietl des rM!Z Nabt > warten, bis der ß,uk ****&& iiNgeridtf. Ä W®01"1“ 1 oen -l'Ich kommen. Was AU durch diese Mah. E Forderung des Kamp. Kalte erzielt werden, w-,l Igencht gegenüber anderen S Detraa zusätzlich und h'lsswerk abgejührt werden vom rein nationalsoziaW. • etenntnis m Volks, ur Schilksalsverbun. ’leren notleidenden Der bereits genannte Preis ls Höchstpreis amusehen, der ' die Eastwirtschasten Leden- zweisellos in der heutiaen, Mißwirtschaft verursachten amilien, die mit einem weit isbetrag für jede Person ihren > müssen. Einzelpersonen aber, • i )en Gasthäusern essen, werden m Durchschnitt weit mehr als i. 6intopfgerid)t bezweckt, daß of[e nod) fparfamtr ren Sonntagen, um frag [einen(jungetu> Schwestern zur Der- Das ist Sv;iati s»rus zrgen hunger und Kalte! nalvoüzeMeGießen gegen das Belieiunwefm. n den letzten fahren gerade n der Stadt zu einer Plage ’it der allgemein angeordneten 'ttelunwesens merNich nachge- wo seither bis zu zehn und .rochen hatten, sieht man hm! n sechs lagen des verstärkten rben 15 Bettler feftgenommcn 1 zugesührt. Außerdem wurden fSSÖS 7 ! Her ermittelt. reicht °7LnAİndel' räuber 'st ' Heinrich ■ w ** j ßen. w ,„*l. 'euzung W^ : ein Der- Ter in i oi-raöfahrer, einem Lall fuhr. ih{{ Mtorrad' , zusammen- irden war, bie 8cl. id)t ”elk&Äe ** eingeleitet- poüzePeuk fficgen - cid)5rcgierjn0 feitaenommen Ä!» S*S^s»' B;r.S-I'äS rtzS;ss K-SsK WsH« spol'^ ' nainine"-. Sx-SE" i wurde der Staatsanwaltschaft Gießen nach Fessel- hing des Tatbestandes vorgeführt. Ein Schneider aus Gießen, der vom Arbeitsamt eine Arbeitsstelle bei einem Landwirt in Echzell vermittelt bekam, Hot 4n gemeiner Weife einer Mitarbeiterin gegenüber den Herrn Reichskanzler beleidigt. Er mürbe deshalb gestern durch das Son- derkommando der Staatspolizei hier fcstgenommen, weil er bereits feine Arbeitsstelle verlassen hatte. Durchsuchungen in Buhbach. 9n Butzbach war beobachtet worden, daß der Sohn eines dort wohnhaften früheren SPD.-Funk- tionars iv einer Straße verschiedene Familien ausgesucht Halle. Es bestand daher der begründete Verdacht, daß illegales Material zur Verbreitung gekommen fei. Aus diesem Grunde wurden am Dienstagoormittag durch Beamte der Staatspolizeistelle Gießen und 10 Beamte der Landespolizei in Butzbach bei etwa 12 Familien Durchsuchungen vorgenommen. Beschlagnahmt wurden eine größere Menge marxistischer Bücher und Broschüren, sowie Schriftlichkeiten, Mitgliedsbücher der SPD. usw. Außerdem wurde noch ein Zielfernrohr für ein Maschinengewehr, das ehemaliges Heeresgut bar- Heraus mit dem Groschen als Kampfmunition gegen Hunger und Kälte! Dir dankt die Nation! Spende auf Postscheckkonto Berlin Nr. 77100, NS.-volk»- Wohlfahrt Reichsführung. Konto Winter Hilfswerk oder auf da» gleichlautende Konto bei der Reichsbank. stellt, beschlagnahmt. Bei dem Besitzer des Zielfern, rohres wurde weiterhin im Keller ein Bund Schlüssel zu Vorhangschlössern oorgefunden und be- fchlagnahmt, meil bereits der Verdacht gegen den Betreffenden bestand, Keller- und Gartenhausein- brüche auszuführen. Am Rathaus in Butzbach war der Verdächtige wegen Feldfrevels auch schon am Pranger. Bekanntmachung des Führers der NSLB. Der Führer des Nationalsozialistischen Lehrer- bundes gibt, wie die NSK. mitteilt, über die Neu- reaelung der Beitragseinziehung folgendes bekannt: Jedes Mitglied im NS.-Lehrerbund ist verpflichtet, an den Lehrerbund direkt Beiträge zu zahlen; über die Höhe dieser Beiträge wirb noch entschieden. Die seinerzeit von der Reichsleitung des NSLB. erlassene Mitteilung, wonach die Mitglieder aus organisatorischen Gründen in den alten Verbänden verbleiben sollten, ist in Hinsicht auf die vom NSLB. eingerichteten Fachschaften nunmehr hin- sallm. Diese Regelung tritt ab 1. November 1933 in Kraft. NS.-Fachschast für Dentisten Kreis Gießen. In der jüngsten Monats-Pflichtversammlung der NS.-Fachschaft für Dentisten, Kreis Gießen, die — wie man uns berichtet — im Hotel Hindenburg unter dem Vorsitz des Fachschaftsleiters Pg. Kol- lege Mangelsdorff stattfand, hielt nach den Begrüßungswonen des Leiters Pg. Michel- Gießen einen Vortrag über die politische Lage. Der Redner beleuchtete zunächst die Rolle des Judentums und den Klassenkampf während der Herrschaft der früheren Regierungen, die Außenpolitik Stresemanns, sodann die Einwirkung jüdischer Musik, Kino und Plastik, ferner die von jüdischer Seite ausgehende Hetze gegen das nationale Deutschland. Er beschloß seine Darlegungen mit dem Hinweis darauf, daß jeder Deutsche verpflichtet sei, mit aller Tatkraft mitzuhelfen am Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes. Als zweiter Redner des Abends sprach Gaufach, schaftsführer Pg. Kollege ©er f e über die Anord- nungen der NSDAP., die Einstellung zum Reichsverband Deutscher Dentisten, die Zugehörigkeit aller Dentisten zur NS.-Fachschaft, nicht nur der NS.» Mitglieder, über die Vorbereitung der Ständekam- mer und die Richtlinien für den Existenzkampf des deutschen Volkes, über das Führerprinzip, die Berufsstände in Gegenwart und Zukunft, Politik und Standesgefchichte, weiterhin über das Unwesen gewissenloser Schwätzer, den Anspruch auf Arbeit und die Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf. Der dritte Vortrag des Abends wurde von Pg. Direktor B u ch e r - Frankfurt a. M. über die Entwicklung des Berufsstandes und seine Bildungsbelange gehalten. Der Redner beschäftigte sich zunächst mit den Fragen der Schul-, Berufs- und Fachschuldildung, sodann mit dem Werdegang und ^^.^^kgsaussichten, ferner mit der Berufsge- N'chk?, dem Leistungsprinzip, der Ausbildung der ^^-^auten, dem Berufsbildungsverfahren des deutschen Dentisten für das deutsche Volk, mit dem *.^rj?SDer^ren &er Volksgemeinschaft für die praktische und theoretische Ausbildung und mit der u rUfu.n$ des Lehrstoffes usw. Der Redner betonte besonders: „Unser Berufsstand ist so viel wert, als mir fetbft wert |ini>. Wir haben für Hypothesen keinen Sinn. 1 1 An der Versammlung nahmen 37 Partei- und Derujskameraden aus den Kreisen Gießen Fried- berg, Büdingen und Schotten teil. Der Fachschafts, later Pg. Kollege M a n g e ^s d o r f f dankte den Vortragenden für ihre interessanten und lehrrei- chen Darlegungen, gab weiter einige Verfügungen bekannt und schloß Die Versammlung mit breimali- gern Sieg-Heil auf ben Führer und bas beutfebe Daterlanb. ' ' Hessischer Sängerbund. Man schreibt uns: Die letzten Monate unb Wo- chen haben für ben Hessischen Sängerbunb unb - seine Organisationen eine gewaltige Aenberung ge- bracht. Es Dürfte heute wohl keinen Männergesang, verein mehr geben, der abseits steht. Aber auch die Chordirigenten schließen sich jetzt zu einer festen und einheitlichen Organisation zusammen, um als Glied des Hessischen Sängerbundes in engster Füh- lungnahme mit diesem und in gemeinschaftlicher Arbeit im Dienste für Volk und Vaterland zu wir« ken. Herr Simrock (Offenbach) als kommissarischer Beauftragter des HSB. wird am Samstag um 15 Uhr in Gießen im Gewerkschaftshaus über »Zweck und Ziele des Hess. Chordirigenten-Verban. des" sprechen. Es wird erwartet und allen Chor« Dirigenten von Gießen und Umgegend zur Pflicht gemacht, an dieser Versammlung teilzunehmen. Gießener Wochenrnarttpreise. * G i e ß e n, 28. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,30 Mark, Äochbutter 1,10, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier (inländische) 12, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 20, Unterkohlrabi 8, Tomaten 8 bis 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 6, Pfirsiche 25 bis 30, Brombeeren 35, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 10 bis 20, ®irnen 8 bis 15, Zwetschen 5 bis 7, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 65 bis 70, Gänse 80, Tauben, das Stück 45 bis 60, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmach, gurten 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10 Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Hausfrauen-Beratung, 16 Uhr, Kirchenplatz 2, Film. Vorführung: „Frau und Kleid im Wandel der Zeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lachende Erben" mit Heinz Rühmann und Lien Deyers. — Die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung veranstaltet am kommen- Den Samstag, 20.30 Uhr, im Vereinsheim Dippel, Neustadt, eine Versammlung zwecks weiterer Werbung für den kolonialen Gedanken. Kriminalhauptwachtmeister Schneider, ein früherer Soldat und Mitkämpfer unserer Schutztruppe in Deutsch- Sudwest, wird einen Vortrag über das Thema: „Erwerb und Kämpfe um Deutsch-Südwest" halten. Eintritt frei, Gäste sind willkommen. * ** Stundenweise Sperre der Kirch, st raße während der Herbstmesse. Von der Polizeidirektion Gießen wird mitgeteilt: Wäh. renb der Dauer der Herbstmesse vom 1. Oktober bis 8. Oktober auf Oswaldsgarten wird die Kirch- ftraße zwischen Neustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. ** Die Herd st-Messe in unserer Stadt be- ginnt am kommenden Sonntag und wird bis einschließlich Sonntag, 8. Oktober, dauern. Zu dem Schau- und Verkaufsmarkt auf Oswaldsgarten sind zahlreiche Geschäfte eingetroffen, die in unserem heutigen Anzeigenteil zum Besuche einladen. Die Messe ist werktags von 14 bis 22 Uhr, Sonntags von 14 bis 22.30 Uhr geöffnet. * Das Lichtspielhaus Gießen bringt am kommenden Montag, 2. Oktober, mit einer Festvorstellung den Grönland-Expeditionsfilrn „S O S Eisberg", eine Produktion der Deutschen Uni- versal-Film-AG., zur süddeutschen Uraufführung. Die Regie führte Dr. Arnold Fanck, der durch seine früher erschienenen Filme „Wunder des Schneeschuhs", „Der heilige Berg", „Stürme über dem Montblanc" unb „Der weiße Rausch" sehr bekannt geworden ist. In den Hauptrollen des neuen Filmwerks sind u. a. Leni Riefenstahl, Ernst Übet, Gustav Diehl, Sepp R i st unb Walter Riml beschäftigt. Der Film führt in bie interessantesten Teile von Westgrönland, er würbe auf schwimmenden Eisbergen unb in einer Polar- lanbschaft ausgenommen, bie bisher noch von keinem Menschen betreten würbe. Der Film bürste auch bei uns in Gießen allgemeines Interesse finben. ** E i n Unglücksfall durch flüchtende Schweine ereignete sich heute gegen 9 Uhr in Der Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg. Ein mit zwei Pferben bespannter Wagen bes Landwirts Schudt aus Londorf führte zwei Schweine mit sich, die plötzlich von dem fahrenden Wagen sprangen und davonliefen. Die dadurch scheu gewordenen Pferde rasten mit dem Wagen gegen ein vor der Tankstelle Neils & Kraft stehendes Mercedes-Personenauto. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Die Pferde erlitten schwere Verletzungen. Die beiden Schweine mußten notgeschlachtet wer- den. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Vor der „Sraunen Messe" in Gießen. Der Aufbau im Gauge. Man schreibt uns: In ben Tagen vom 30. Sep. tember bis 8. Oktober wirb bie Volkshalle in Gießen das Ziel ber ganzen Gießener Bevölkerung sein. Aber nicht bie Gießener allein, sondern die umliegenden Ortschaften werben, das läßt sich schon jetzt erkennen, der „Braunen Messe" in Gießen die gleiche Anteilnahme entgegenbringen. Es ist ja auch nicht so, daß die „Braune Messe" irgendeine Schau ist, die von Nutznießern veranstaltet wird, um den Aus- stellern Opfer aufzuerlegen, sondern den Nutzen soll allein der Aussteller haben, sei es im direkten Ab- satz, sei es in der Werbung neuer Kunden. Inzwischen hat der Aufbau der Messe begonnen. Die Handwerker find eifrig dabei, die Stände zu- sammenzunageln. Geschäftige Frauen vernähen Hunderte Meter von Nesseln, damit der Beschauer eine saubere, einheitliche Messe sehen kann. Es ist aber nicht allein dieser Aufbau, der erwähnenswert wäre. In diesem liegt vielmehr schon der tiefere Sinn der „Braunen Messe", der Arbeits- beschafsung heißt. Wieviel größer ist die Beschäfti- gung in Gießen durch die „Braune Messe"! Wieviel mehr Tagewerke erfordert die „Braune Messe"? Das zu überlegen lohnt sich, dann wird jeder zu der Uebergeugung kommen: „Braune Messe" heißt Ar- beitsbeschassung, und nach der „Braunen Messe" soll jeder in diesem Sinne zum Wohle der gesamten Volksgemeinschaft weiterwirken. Sonntagsrückfahrkarten zur Braunen Messe. Die Ausstellungsleitung gibt bekannt, daß im Umkreis von ungefähr 35 Kilometer um Gießen und von den oberhessischen Bahnhöfen Alsfeld und Büdingen am 30. September 0 Uhr bis 2. Oktober 24 Uhr, am 4. Oktooer von 0 Uhr bis 24 Uhr unb vom 7. Oktober 0 Uhr bis 9. Oktober 12 Uhr Sonntagsrückfahrkarten für bie Mcffebefucher ausgegeben werden. Am Gamstag Eröffnung. Der Gau-HAGO.-Führer Pg. Schmidt, Wies- baden, wird am Samstag, 30. September, 11 Uhr, die Braune Messe in der Dolkshalle zu Gießen eröffnen. Die Schirmherrschaft hat Reichsstatthalter Sprenger übernommen. Veranstalter ist bas Institut für Deutsche Wirtschaftspropaganda e. V., Referat Messe und Ausstellung in der obersten politischen Leitung der NSDAP., in Verbindung mit der NS.-HAGO.°Kreisführung Gießen. .Das Eröffnungsprogramm: 1. Einmarsch der Fahnen. 2. Badenweiler Marsch, gespielt von der SA.- Kapelle der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugsührer N i e b e r g a 11. 3. Ansprachen: a) NS.-HAGO.-Kreisführer Schimmel, Gießen, b) Landesbeauftragter W. Steinecker, Dort- mund. c) Stabsleiter Jakob, Berlin. d) Kreisleiter Dr. Harth, Gießen. e) NS.-HAGO.-Gauführer Schmidt, Wiesbaden, M. d. L. 4. 1. Strophe Deutschlandlied, 1. Strophe Horst- Wessel-Lied. 5. Abmarsch der Fahnen. 6. Rundgang durch die Ausstellung Volkshalle. 7. Rundgang durch die Ausstellung Liebigshöhe. Kundgebung des gewerblichen Mittelstands. Im Zusammenhang mit der „Braunen Messe" wird am kommenden Dienstag eine Kundgebung des gewerblichen Mittelstandes stattfinden. Zu die- fern Zwecke ist ein Werbeumzug des Handwerks vorgesehen, der sich um 14.30 Uhr im Wetzlarer Weg in Richtung Frankfurter Straße aufstellen wird. Alle Innungen, sowie sämtliche Ortsgruppen der NS.-Hago und der GH©, des Kreises Gießen werden sich mit ihren Fahnen an dieser Werbekund- gebung des Mittelstandes beteiligen. Der kommissa- r'sche Vorsitzende ber Handwerkskammer für die Provinz Oberhessen und NS.-Hago - Kreisführer, Herr Schimmel, ruft in unserem heutigen An- zeigenteil zu dieser Kundgebung auf. Kundgebung der Gastwirte Unter starker Beteiligung der Gastwirte fand gestern nachmittag im Cafö Leib eine Kundgebung des geeinten deutschen ©aststättengewerbes im Kreise Gießen statt. Die Kundgebung war gleich- zeitig bie Gründungsoersammlung der Ortsgruppe Gießen des Reichseinheitsverbandes des deutschen Gaststättengewerbes. Der Saal war mit Haken- kreuzflaggen geschmückt, die Bühne aber besonders mit den Bildern des Reichspräsidenten von Hindenburg und bes Volkskanzlers Adolf Hitler. Leben- Diges Grün umgab die beiden Bildnisse. Die Kapelle der SA.-Reserve leitete mit einem schneidigen Marsch die Kundgebung ein unb trug auch im weiteren Verlauf durch prächtige musikalische Darbietungen zur Verschönerung der Versammlung bei. Kreisleiter Soldan begrüßte im Namen der Ortsgruppe Gießen des geeinten deutschen Gaststättegewerbes die Teilnehmer, besonders aber den Standartenführer Cutter, die Vertreter von Provinz, Kreis, Stadt, Polizei, Des Gewerbeaufsichtsamtes, Der Handwerkskammer usw., die ihr Interesse am Gastwirtsgewerbe durch ihre Teilnahme kundgaben. Bürgermeister Or. Hamm hieß die Teilnehmer der Kundgebung im Namen der Stabt Gießen herzlich willkommen, überbrachte die Glückwünsche ber Stabtverwaltung, bes Kreises unb auch bes ©ewerbeaufsichtsamtes unb wies darauf hin, baß das ©aftftättengeroerbe gewissermaßen als die Visitenkarte einer Stadt betrachtet roerben könne. Für bas Ansehen einer Stabt sei nicht zuletzt bie Tatsache entscheibenb, rote Der Frembe, ber nach Gießen komme, in ben Gaststätten untergebracht sei. Die Slabfoerroalfung erachte es für ihre Aufgabe, das Gewerbe nach besten Kräften zu unterstützen und enge Verbindung auch mit den Gastwirten zu halten. Man wisse bei ber Stabtverwaltung Gießen, baß eine Behörbe nicht um ihrer selbst willen ba sei, fonbern bazu, ben Bürgern unb ben Gewerbetrei- benben, burch Die ja bie Stabtverwaltung berufen worden sei, nach besten Kräften zu bienen um Das Wohl der Volksgemeinschaft willen. Polizeioberinspektor Beate begrüßte die Versammlung im Namen des neuen Polizeidirektors Jost und sprach in seinen weiteren Ausführungen über die den Gastwirten ganz beson- bers naheliegenden Fragen (Vergnügungssteuer, Konzessionen usw.) und gab dabei Ausblicke für die Zukunft, bie eine Besserung erhoffen ließen. Kreisleiter Soloan sprach sodann kurz von ber Notwenbigkeit ber Zusammenfassung bes Gastwirtsgewerbes, bas wieder aufgebaut werden müsse, nicht um seiner selbst willen, sondern um des Wohles des Vaterlandes willen. Der Gastwirt habe in seinem Lokale beste Gelegenheit, dahin wirken zu helfen, Daß jeDer deutsche dem Nationalsozialismus zugeführt werde. Heute habe man keinen Terror mehr zu fürchten, es müsse aber auch jeder Unzufriedenheit die Spitze abgebrochen werden, wenn Die Entwicklung nicht so rasch zum Besseren sich vollziehe, wie es wohl mancher erhoffe. Jedem Nörgler müsse man die Frage vorlegen, wo er denn gestanden habe, während die SA. auf der Straße Gut und Blut geopfert und das Vaterland vor dem Bolschewismus gerettet habe. Es gelte nicht immer nur an die Tageskasse zu denken, es müsse aufgeräumt werden mit all Dem bisher üblichen Egoismus. Der Idealismus müsse an dessen Stelle treten, denn nicht der Geldbeutel sei die Hauptsache, sondern die Seele des deutschen Menschen. Wer das heute noch nicht ver- stehen wolle, müsse mit kräftigeren Mitteln zum Verständnis dessen gebracht roeroen. (Beifall.) Als Hauptredner der Kundgebung sprach sodann ber Verbands-Gauverwalter Oöring-Oarmstadt über bas Thema: „Die Aufgaben unb Ziele des Reichseinheitsverbanbes des deutschen ©aststättengewerbes*» Er, der Redner, freue sich, so führt er aus, einer so stattlichen Versammlung beiwohnen zu dürfen. Besonders freue er sich aber, ben Führer ber SA. unb Die Vertreter ber Behörden in so stattlicher Zahl anwesend au sehen. Er (der Redner) habe bie Ausgabe gehabt, in ber Gleichschaltung bes 6000 Vereine umfaffenben ©astwirtsverbandes mitzuwirken. Dabei habe er viel Not gesehen unb von viel Not gehört. Leiber habe man in ber Vergangenheit bem ©astwirtsgewerbe sehr wenig Verftänbnis entgegengebracht. Was ben berufsständischen Ausbau an- betreffe, so seien bafür einzig unb allein bie Richtlinien unb bie jeweiligen Maßnahmen bes Führers mahgedenb. Für einen berufsständischen Ausbau sei Voraussetzung, bah alle, die ben Berufsstand bi Iben sollen, eines Sinne» feien. Dieses Ziel müsse aber erst erreicht werben. Das Gastwirtsgewerbe habe lange um seine Anerkennung ringen müssen. Jetzt seien die Vertreter des Gewerbes anerkannt. Der Berufsstand fei nunmehr vom Hotelbesitzer bis zum kleinsten Hafen- Aechenwirt geschlossen. Es werde an sich kein Unter» schied mehr Awischen den Mitgliedern gemacht. Der Pflege der Facharten und ihren Notwendigkeiten werde man naturgemäß auch in Zukunft alle Auf- merksamkeit zuwenden. Der einzige Verband, der für das Gaftstättengewerbe existiere, fei der „Reichseinheitsoerband des deutschen Gaststättengewerbe s". Andere Organisationen seien erloschen. Das Gastwirtsgewerbe habe damit als erster Berufsstand seine völlige Einigung vollzogen. Von dieser Organisation dürfe sich heute niemand mehr ausschließen. In Hessen sei die Zusammenfassung fast aller Gastwirte Durchgeführt. In Gießen aber sei durch den Kreisleiter Sold an und durch die Führung vorbildlich gearbeitet worden. Was die Beiträge zur Organisation anbetreffe, so könne jedes Mitglied dessen versichert sein, daß auf das Sparsamste geroirt- 1 schäftet und eifrige Arbeit für die Beiträge geleistet werde. Das die Gesamtheit des Gewerbes angehe, so stehe fest, bah e» mit etwa 30 v. h. übersetzt sei. Da» sei deshalb so gekommen, weil Konzessionen allzu freigebig erteilt worden seien. Man stehe vor der Notwendigkeit der Reduzierung der Konzessionen. Neue Konzessionen zu erteilen, wäre verbrecherisch zu nennen. Es dürfe in keiner einschlägigen Betriebsart ein neuer Betrieb errichtet werden. Unrentable Betriebe gelte es auszumerzen, wenn das auch mit aller Vorsicht geschehen müsse. So seien insbesondere von Brauereien, Brennereien und Weinhandlungen Lokale eingerichtet worden, die den Absatz der Produkte sichern sollten. Mancher Gastwirt, der eines dieser Lokale in Pacht oder überhaupt übernommen habe, habe Dabei (durch Einbehaltung der Kaution) sein Vermöaen verloren. Er sei bann meist durch ein neues Opfer abgelöst worden. Solche Betriebe dürft ten nicht mehr weiter existieren. Die Inhaber der betreffenden Lokale müßten eben die Konsequenzen ihrer Fehlspekulationen tragen. Bei der Beurteilung von Konzessionen solle in Zukunft unbedingt der Amtswalter des ©aststättengewerbes gehört werden, wie überhaupt in allen Fällen, die ben Be- rufsftand betreffen, der Amtswalter zu Rate ge- zogen werden solle. Was Die Frage Der Steuern anbetreffe, so verspreche er, ber Rebner, nichts, was er nicht halten könne. Fest stehe, daß die Regierung gegenwärtig auf jeden Pfennig angewiesen sei, der an Steuern eingehe. Im Frühjahr werde aber eine neue Form der Steuergesetzgebung erscheinen. Im neuen Staate gebe es bann keine Sonderbesteuerungen einzelner Gewerbe mehr, sondern jedes Gewerbe werde gleichmäßig mit Steuern belastet. Daß der Gastwirt mit 32 verschiedenen Steuern belegt sei, habe nur die vorhergehende Regierung fertigbringen können. Als sehr ungerecht empfinde man die Getranke- steuer. Sie werde bie erste fein müssen, Die falle. Bei Der Senkung Der Bierpreise müß- ten Die Bierbrauereien stärker herangezogen wer- den. Das Bierpreisdiktat müsse au Gunsten der Gastwirte eine Aenderung erfahren. Vor dem Kriege habe man 17 bis 18 Mark für den Hektoliter bezahlt, heute müßten 42 bis 43 Mark dafür angelegt werden. Der gegenwärtige Preis des Bieres fei durch nichts gerechtfertigt, denn Hopfen und Malz feien billiger geworden. Eine Erhöhung des Bierpreises könne in Zukunft nicht durch einen ge- rtngeren Umsatz entschuldigt werden, vielmehr müsse es dahin kommen, daß auch der „kleine Mann" wieder sein Glas Bier trinken könne. Die Zugehörigkeit zum Verbände schließe für bie Mitglieder nicht nur Rechte in sich, sondern auch Pflichten. Jeder müsse allmählich mit dem Seift des Nationalsozialismus eins werden. In der kleinsten Ortsgruppe müsse Arbeit im Geiste des Na- tionalsozialismus geleistet werden. Ls Dürfe nicht mehr nur Konkurrenzkampf, haß und Brotneid herrschen, sondern vielmehr der Wille zur gegenseitigen Förderung, wer in Zukunft Schleuderpreise halte, werde die schärftten Gegenmaßnahmen erwarten müssen. Zum Schluß feiner Ausführungen kam der Red- ner noch auf das bevorstehende" Erntedankfest zu sprechen und betonte, daß hinter den damit ver- bunbenen Maßnahmen tiefer Gemeinsinn stehe. Der Gastwirt werbe angehalten, an jenem Tage nichts anderes, denn ein Eintopfgericht zu verabreichen. Jeber muffe zum Opfer bereit fein. Der Gastwirt muffe sich in jeber Hinsicht in bie Volksgemeinschaft einfugen, jeder müsse in ihm den verläßlichen Volks- genossen sehen können, dem in allen Stücken zu vertrauen ist. (Lebhafter Beifall!) ©augeschättsführer Repp (Darmstadt) machte in kurzen Worten auf die Möglichkeit des soforti- gen Eintritts in die Organisation der Gastwirte aufmerksam und empfahl, sich um die Mitgliedschaft zu bemühen. Standartenführer Lutter dankte in kurzen Worten für die freundliche Ein- ladung und betonte, daß die SA. in Oberhessen bei 90 o. H. aller Gastwirte viel Verständnis gefunden habe unb stets unterstützt worden sei. Das solle nicht vergessen sein. Es werde auch nicht vergessen, wie mancher arbeitslose SA.-Kamerad kostenlos am Tische des Gastwirts gegesien habe, und wie manche Spende gekommen fei von diefer Seite, ohne daß ein Jlatne genannt worden wäre. Für all das werde das Wort „Treue um Treue!" Geltung haben. In feinem Schlußwort sprach Kreisletter Soldan noch von ber Durchführung ber Abgabe ber Ein- topfgerfdjte. Hier müsse, wie ber Gast, auch der Virt und der Kellner Opfer bringen. Eintopfgerichte müßten unentgeltlich serviert werden. Ferner werde den Kollegen nahegelegt, 1 v. $). des Umsatzes der Adolf-Hitler-Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zuzuführen, damit wieder Arbeit gegeben werden könne. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner von der Bedeutung der heroischen Opfer der SA. an Gut und Blut und schilderte in eindrucksvollen Worten das Schicksal, das dem deutschen Volke beschieden gewesen wäre, wenn nicht die SA. für Volk und Vaterland auf der Straße gekämpft hätte. Steuern würden heute nicht mehr gegeben, um Bonzengehälter damit zu bestreiten, vielmehr würden heute diese Gelder ausschließlich zum Wohle des Volkes und des Vaterlandes aufgebracht und verwandt. Schon sei durch die Regierung Gro- Deutsche Hausfrauen! Denkt am kommenden Sonntag an das Eintopfgericht! Gebt den ersparten Betrag für den Kampf gegenHungerundKälie Dinlerhilfswerk des deutschen Volkes! ßes geleistet worden: die Besserung auf dem Arbeitsmarkt komme allein Volksgenossen zugute. Je mehr man zur Arbeitsbeschaffung beitrage, um so mehr werde auch das geschäftliche Leben wieder auf- blllhen. was in 14 Jahren vernichtet worden sei. könne zwar in 14 Tagen nicht aufgebaut werden, in vier Jahren werde es aber in Deutschland keine Arbeitslosen mehr geben, weil man dem Worte des Führers Glauben schenken könne. Mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler schloß Kreisleiter Soldan seine begeisternden Worte. Die Versammlungsteilnehmer stimmten lebhaft ein. Zum Schluß wurde noch das Horst-Wessel- Lied und der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Im Anschluß daran blieben die Kollegen noch geraume Zeit in geselliger Unterhaltung beisammen. Schöffengericht Gießen. Der Altbürgermeister Karl Georg Jockel von Grünberg beleidigte den jetzigen Grünberger Bür- germeister Dr. Mild ne r insofern, als er ihm in einem Brief an den Herrn hessischen Ministerpräsidenten die Zugehörigkeit zu einer regierungsfeindlichen Partei zum Vorwurf machte. Die heutige Hauptverhandlung ergab, daß die von dem Angeklagten gemachten Aeuherungen nicht der Wahrheit entsprechen. Das Gericht verurteilte ihn zu 50 Mark Geldstrafe evtl. 5 Tage Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens einschließlich der Nebenklage trägt der Angeklagte. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 100 Mark. Der zuletzt in Wieseck wohnhafte Heinrich Enders, der schon wegen Diebstahls vorbestraft ist, benutzte im August d. I. die Abwesenheit seiner zukünftigen Schwiegereltern, um einen Geldbetrag von 50 Mark und eine Armbanduhr zu entwenden. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr 10 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte wegen Verbrechens im Sinne des § 243 Z. 2, 3 RStGB. auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Der in einer hiesigen Mühle beschäftigte Müller Johannes B o t h e machte sich wegen Verstoßes gegen den § 3 der VO. ge»diäftenerMIHIdt. Bitte seitlichen Abschnitt ouslOllen u. oln,enden on- Chem. Fabrik Kossadc A.G., Düsseldorf /.« die menschliche Haut pflegt und stärkt, so sorgt Edelwachs Dompfaff für Linoleum und Parkett. — Es erhöht ihre Haltbarkeit und schafft jenen strahlenden Glanz-, der die Hausfrau so stolz macht I und der bei Familie und Gästen i bewundernde kreude erweckt» Edelwachs „Dompfaff" rbLe'tsIa9et 96n»nnt Dr„. rU*K'll")t3Qunl« es ' ° l Hl : 7\; ■‘öc- Willis. 'denE°wi??°"nÄ allmählick „vn-ke- r starken Annhr U®tUribe sten Tesede ?>? ' 5er fie en dem ftiffih,3 .^be>i5 d^ 5arm?L8S Don sjfetas nödjiia £,r^5 ®'rb fi'fcf Ä öem SL nLquer- mehr JWfrorfnefe M. Jegenba^e, von der Wüste * bis zu den Bergen. Sie h,?s5eVte $>eimal- bas lutcnbc Deutschland. Und d°r Ende brachte. Mein >ne Hilfsmittel, argen einen vemd, muhte die Schuh, ken. Steinhardt war auch ch, doch lebenswam und teilen, humorvollen Lächeln fiedenes. n & Schneider in München 3 von Wilhelm Busch sein ax und Moritz" auf la- ,5 ist die 14. fremdsprachliche bubengeschichte und hat seit- sunden, datz schon die 6. Lus. onnte. Lbersludieckirettor Dr. 1 hat das phantastische Unter- Buschs klassische Sentenzen übertragen, das srellich nicht lingt. Die Lektüre hat schon Schmunzeln entlockt und ist als widtommene Zlbwcchs- len Sprachen begrübt war- 1 (in halbleinen, mit färbt- —(43) — p - Ra’U\\el\W er Purzelbaum. Drum ;vss I Mn SW. 68. Geb. Was man einst beim Bim- ;vs Lustiges erlebt hat, was >em Weltkriege, aus der Bor- reuhischen und anderen Llr- > gibt, das hat Peter Purzel- rs und war aktiver Haupt- -füsilieren) gesammelt. Schon ien find dafür Zeuge, - nste und genau so fidel wie Ter Art für jeden Haushalt ist ft&XKg ÄWfg ÖtÄ« lufttagen genügt, um eien. ---- -ensichanMi'gen ilinkt [legt «nd ch$ D°m' orkett-* rkeitufid n Gl<”* rlr mochf ate fw0*11 klacks, KcheliaU' Sa^A SÄÄv.M.a" >° ^'^'ruxhaven ihaus yit ung Schmölln i. •1933 05633 Nr. 227 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 28. September 1955 Mer vom Gießener Serbst-Pserdemarkt. VA .. w e Wä Führende Persönlichkeiten als Zuschauer: Von rechts nach links Se. Erlaucht Graf zu Solms- Laubach ; Sturmführer der Gießener SA.-Reserve und Stadtratsmitglied Soldan; Sturmbannführer und Staudartenadjutant M ü n k e r -, Standartenführer Lutter; Kreisleiter der NSDAP. Gießen Dr. Harth (Allendorf a. d. Lda.); Bürgermeister Dr. Seid. Der MG.-Begleitzug unseres Bataillons unter Führung von Oberleutnant Voigtsberger bei den reit- und fahrsportlichen Darbietungen; an der Spitze Oberleutnant Voigtsberger. Die Quadrillereiter des Vereins ehemaliger hessischer Leibdragoner unter Führung von Reitlehrer S ch ö m b s. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) M >■» V t Die Vorbereitung des Deuffchen Lrntedavktages. Tag des deutschen Bauern. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gibt zum Erntedanktag noch folgende ergänzende Mitteilungen bekann: Der Gedanke des Erntedanktages ist von der gesamten Bevölkerung mit großer Freude angenommen worden. Ueberall wird eifrig an der Vorbereitung dieses Nationalfeiertages gearbeitet. 1. Sonderzug des Gaues Hessen-Nassau ;um Festakt auf dem Bückeberg bei Hameln. Auch den Volksgenossen Hessen-Nassaus bietet sich nunmehr die Möglichkeit, persönlich an dem großen feierlichen Festakt aus dem Bückeberg bei Hameln teilzunehmen. Es ist uns gelungen, einen Sonder- zug nach Hameln zusammenzustellen. Der Fahrpreis ist um 75 o. H. gegenüber dem normalen Preis ermäßigt. Der Zug fährt am Sonntag, 1. Oktober 1933, frühmorgens in Wiesbaden ab (die genaue Abfahrtszeit wird morgen in der Presse bekanntaegeben), er hält in Mainz und Frankfurt a. M. Die Abfahrtszeit wird so eingerichtet sein, daß alle, die mitfahren wollen, mit den Frühzügen nach den Abfahrtsstatio- nen kommen können und dort den Sonderzug erreich m. Gegen 13 Uhr wird der Sonderzug in Hameln entreffen. Dort haben die Teilnehmer drei Stunden Zeit, um sich die Stadt anzusehen, die Ankunft des Führers in Harnen zu erleben und sich auf den Bückeberg zu begeben. Der Festakt, bei dem der Führer und der Reichsernährungsminister D a r r 6 sprechen werden, beginnt auf dem Bückeberg um 17 Uhr. Die Rückfahrt des Sonderzuges findet am 1. Oktober 1933 gegen 22 Uhr statt, so daß die Teilnehmer von ihren Ausgangsstationen ebenfalls mit den Frühzügen wieder zurückfahren können. Es entstehen also außer den ungewöhnlich niedrigen Fahrtkosten keinerlei Sonderausgaben. Meldung zum Sonderzug ist sofort an die Reichsbahnstellen Wiesbaden, Mainz und Frankfurt am Main zu richten. Dort findet auch der Vorverkauf der Karten statt. 2. Das Programm des feierlichen Aktes. Auf dem Bückeberg wird der Führer, umgeben von Bauernreitern und gefolgt von einem Reiterregiment der Reichswehr, erscheinen. Seine Ankunft wird durch Fanfarensignale von den umliegenden Bergen angekündigt. An der Weser fährt ein Artillerieregiment der Reichswehr auf und schießt Salut. Das ganze nachfolgende Programm ist so eigenartig, daß ein Besuch des Festes auf dem Bücke- berg unbedingt zu empfehlen ist. 3. Beteiligung des Kampfbundes für deutsche Kultur. Der Kampfbund für deutsche Kultur hat die Genehmigung, sich im Rahmen unseres Erntedanktages mit zu beteiligen. Auch die Feiern des Kampfbun- des in den Tagen vor dem 1. Oktober sind genehmigt. Die Kreisleitungen müssen die mit dem Kampfbund vereinbarten Programmpunkte durchführen helfen. Dies gilt vor allem für die Kreisleitungen Bingen, Mainz und Wiesbaden. 4. Ernteabzeichen. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß nur das durch die NSDAP, vertriebene Abzeichen Die Neichssynode in Wittenberg. i $ WM . M i ^4 Die Geistlichkeit begibt sich unter Führung des preußischen Landesbischofs Müller in die Wittenberger Stadtkirche. Wagners Mister-Opern auf der Vriefmarke. o iS & UL?- UM ML 'S- Sie neue Wohlfahrtsmarken-Serie, die von der Reichspost herausgegeben wurde und in den einzelnen Werten Szenenbilder aus den berühmtesten Opern Wagners sowie ein Porträt des Meisters zeigt. (Kornblume mit zwei Kornähren) genehmigt ist und daß alle übrigen Abzeichen rücksichtslos verboten werden müssen. Nur dem Kampfbund für deutsche Kultur ist es genehmigt worden, ein Ernteabzeichen mit der Aufschrift „Zum Rhein, zum Rhein" als Eintrittsausweis für seine Veranstaltungen zu vertreiben. Ein Anbieten dieses Abzeichens auf der Straße und ein Verkauf von Haus zu Haus ist streng untersagt. 5. Kirchweihen. Es ist uns gemeldet worden, daß am 1. Oktober in vielen Gemeinden unseres Bezirkes Kirchweihen abgehalten werden. Durch derartige Feiern darf das Programm des Erntedanktages in keiner Weife gestört werden. Vielmehr find diese Feiern dem Regierungsprogramm für den 1. Oktober anzupassen. Insbesondere darf zwischen 17 und 19 Uhr die Übertragung der Festlichkeit aus Hameln in keiner Weise durch eine Kirchweihoeranstallung gestört werden. 6. Eintopfgericht. Es ist in der Presse schon wiederholt auf die Bedeutung des Eintopfgerichts hingewiesen worden. Es wird erwartet, daß dieser Wunsch Adolf Hitlers peinlich genau, gemäß den ergangenen Anweisungen, respektiert wird. 7. An alle kreispropagandaleiker. Alle Kreispropagandaleiter werden kurz nach dem 1. Oktober 1933 zur persönlichen Berichterstattung nach Frankfurt a. M. und Kassel beordert werden. Schriftliche Aufforderungen ergehen noch. Kunst und Wissenschaft. Raabe-Stiflung. Der Verein Raabe-Stiftung, München, gibt feinen Mitgliedern als Jahresgabe für das Geschäftsjahr 1932/33 das soeben vollendete Werk des jungen sudetendeutschen Dichters Wilhelm P l e y e r: „Der Weg ins Reich". Dieser Roman läßt uns das Leben und die Kämpfe unserer deutschen Brüder im nahen Böhmen während der-letzten 35 Jahre in einer bewegten Bilderfolge unveraeßbar miterleben. Außer diesem Werk erhalten die Mitglieder" noch das diesjährige Jahrbuch, das dem kürzlich verstorbenen Dichter Paul Ernst gewidmet ist. Das Paul-Ern st- Gedenkbuch enthält neben einer Würdigung dieses Dichters einen Durchschnitt durch sein Werk und zeigt eine Reihe von Bildern aus den Landschaften, in denen er gelebt hat. Alle Buchhandlungen nehmen Mitgliedserklärungen zum Verein Raabe-Stiftung entgegen. Das Königstreffen in Sinaia. l- M Vc&i Ein Ereignis von größter politischer Bedeutung ist der Besuch des jugoslawischen Königs auf dem rumänischen Schloß Sinaia, der gleichzeitig mit dem Zusammentritt der Kleinen-Entente-Delegierten am selben Ort stattfand. — König Alexander (links) und König Carol von Rumänien verlassen das Kloster Pelefch in Sinaia. Sprechstunden der Redaktion. 1L30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. _ Anzeigenanftrage sind lediglich an öle Geschäftsstelle zu richten. Vom „Schönen Waldemar" und seiner Sippe Eine Mandschu-Amazone. Der frühere Räuber-General Tsui, der jetzt seinen Frieden mit dem Reich Mandschukuo gemacht hat und zum Verwalter des Gebietes von Tschenh- siangtun ernannt wurde, hat einen ungewöhnlichen Stabschef, der auch zugleich der Befehlshaber seiner Reiterei ist. Diese militärische «rechte Hand" des Generals ist seine Frau Chun Ling, die er sich erst kürzlich neben seinen älteren Gattinnen angeschafft hat. Die Verwaltung Tsuis ist so vortrefflich, daß die Gegend um Tschenhsiangtun die einzige ist, die nicht mehr unter den Angriffen anderer Räuberbanden zu leiden hat. Augenscheinlich weih er aus seinen reichen Erfahrungen, wie er mit seinen früheren Kameraden umzugehen hat. Der Mukdener Korrespondent der Times hatte Gelegenheit, das Hauptquartier des Generals, das mit der Dahn nur 15 QP'nuten von Mukden entfernt ist, zu besuchen und wurde am Bahnhof von einer Ehrenwache aus Rei.ern und Fuhsoldaten empfangen. Diefe Begrüßung „lachte zunächst keinen sehr vertrauenerweckenden Eindruck. «Ich muh gestehen", schreibt der Berichterstatter, «dah der Salut uns eine fühlbare Erleichterung verschaffte, denn als wir die Soldaten zuerst bemerkten, zweifelten wir stark daran, ob sie freundliche Absichten hätten. Die sorglose Art, in der die Männer ihre prächtigen Waffen handhabten, lieh allerlei Gefahren befürchten, und der Ausdruck ihrer Gesichter war eher drohend als freundlich. Wollte man ihre Tracht als „ilnifonn“ bezeich- „Einen guten Preis für unsere Ware erzielen wir nur dann", erzählt der Farmer, „wenn unsere Felle auch der Mode entsprechen." Ich sehe etwas verdutzt aus, denn ich kann mir nicht denken, daß die Füchse sich nach der Mode richten. Die Erklärung ist einfach. „Es kommt auf den S i l b'e r e i n s ch l a g in den Pelzen an. Augenblicklich ist viel Silber die große Mode, aber das kann schon im nächsten Jahr anders sein. Wir halten darum stets auch dunkelhaarige Tiere, so daß wir uns sofort anpassen tonnen. Die Silbertönung des Fells ist ja das R e • sultat bewußter Mischung durch den Züchter, darum gehört die Kenntnis der Mendel- scheu Gesetze zum ABC jedes Pelztier-Farmers." Häuser und Häusergruppen, zu denen man immer wieder bewundernd zurückkehrt; vor allem das Hochzeitshaus, verbunden mit dem barocken Rathaus durch die malerischen Bogen des alten Bäckerscharren, gekrönt durch die schlanke grüne Spitze der Nikolaikirche, die dahinter aufragt. Die ausgeprägten Formen verschiedener Zeiten klingen in vollem Akkord zusammen wie die Farben: das Grau der alten Mauern, das schimmernde Grün der bekupferten Kirchturmspitze und das Rot der Dächer. Stille Weltabgeschiedenheit ist der Charakter des lindenbeschatteten Platzes hinter der Stadtkirche; in ruhevoller Größe lagert das alte Boni- faziusmünfter am Ufer des Stroms. In verschiedenen Straßen finden sich eine Anzahl alter Häuser, die die wohltuende Gemütlichkeit und gediegene Wohlhabenheit des niedersächsischen Bauernhauses umgibt, einige mit Schnitzerei verziert, andere mit Dibelworten ober Sprüchen volkstümlicher Weisheit ..." Besuch in einer Silberfuchs-Zarm. Von E. Lang. teren nen, so würde das eine ganz falche Vorstellung erwecken, denn sie erinnerte in ihrer malerischen Buntheit eher an einen Maskenball. Unter den Kopfbedeckungen waren die kühnsten Formen vertreten, die man nur in der Garderobe eines Pantomime finden kann. Rur eine Persönlichkeit fiel durch ihre tadellose Kleidung auf, das war der Oberbefehlshaber der Reiterei. Die schöne Chun Ling zeigt- sich uns in einem vortrefflich sitzenden Reitkostüm aus schwarzem Stoff; jede ihrer schlanken Hüften war mit einem Revolver geschmückt, und ein reicher Vorrat von Patronen steckte in ihrem schwarzen Ledergürtel. Ich erfuhr von ihren Untergebenen, daß sie eine vorzügliche Scharfschühin ist und in den zahlreichen Gefechten, an denen sie teilnahm, niemals ihren Gegner fehlte. Um einen halben Kopf größer als ihr Gatte, füllt diese kraftvolle und hübsche junge Frau durch ihre anmutige Haltung auf, «Schwarzer Panther" würde wohl ein besserer Ra« me für sie fein, als der, den sie trägt und der «Geist des Frühlings" bedeutet. Als das unvermeidliche Fest für uns vorbereitet wurde, ließ es sich Chun Ling nicht nehmen, als Gastgeberin aufzutreten, und ihre Vertrautheit mit allen Feinheiten der chinesischen Etikette überzeugte uns davon, dah Chun Ling eine vornehme Erziehung genossen hat, bevor sie vor zwei Jahren von dem General erbeutet und zu seiner Gattin gemacht wurde. Als die Feierlichkeit vorüber war, machte uns Chun Ling eine tiefe Verbeugung, steckte ihre Pistolen wieder in den Gürtel, trat auf den Hof und ließ mit einem einzigen kurzen Ruf ihre Reiter antreten. Rachdem sie sich in den Sattel geschwungen hatte, grüßte uns die Mandschu-Amazone an der Spitze ihrer Truppen. Wie ein ehernes Bild sah sie stolz und aufrecht auf ihrem Pferde, als unser Zug langsam davonrollte. Sie ist jetzt ein hoher Offizier des Reiches von Mand- schukuo, aber wenn zwischen dem General und den Behörden eine Meinungsverschiedenheit entsteht, was sehr leicht geschehen kann, dann wird Chun Ling ein Räuber, wie es ihr Gatte früher war." Hochschulnachrichten. Dr. Bolko Freiherr von R i ch t h o f e n , Privat» dozent für Vorgeschichte an der Universität Ham- bürg und Abteilungsvorsteher am Hamburger Museum für Völkerkunde, ist zum ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität Königsberg berufen worden. An der Universität Königsberg ist Dr. Wer* ner Kirsch, Privatdozent für landwirtschaftlich- Tierzuchtlehre, zum Ordinarius ernannt worder^ tert. SÄ Jugend immer wieder ein heldisches deutsches Schon« heitsideal vorhalten, fördern wir eine geeignet- Gattenwahl und verhüten am besten unerwünschte Rassenmischungen. Unser Ziel ist der körperlich geistig und moralisch gesunde und innerlich harmonische, nordisch bedlngtü deutsche Mensch. Dies erreichen wir aber nicht allein durch eine erhöhte Fruchtbarkeit, sondern darüber hinaus durch Maßnahmen zur Verbesserung d e rA r t. Auch hier zeigt uns die Natur die Wege, die eingeschlagen werden müssen. Verschwen- dersich ergeugt [ie Millionen non Kennen sur neu- Lebewesen zur Erhaltung von Art und Rasse. >^ie sorgt aber stets in einer gewissen arlstokratlschen Weise durch Fruchtbarkeitsunterschlede, Auslese und Ausmerze auch für die Güte der Art. Das Gesundheitswesen, an dessen Aufbau wir eben im Anfang des Dritten Reiches Herangehen, muß eine lebenbige Ausdrucksform deutschen Wesens, deutschen Geistes und deutscher Art sein. Im Anschluß an diese Ausführungen erläuterte der Vortragende die Form der Organisation in ihren Einzelheiten und grenzte das Aufgabengebiet besonders ab. Sie Aatienfängerstadt Hameln. Die Landschaft des deutschen Erntedankfestes. Die große Feier des Erntedankfestes auf dem Bückeberg bei Hameln rückt eine schöne und geschichtlich denkwürdige deutsche Landschaft in den Mittelpunkt der allgemeinen Teilnahme. Die Bückeberge, zu denen die deutsche Bauernschaft wallfahrtet, sind ein Höhenzug der zum Wesergebirge gehört und als Fortsetzung des Deisters östlich von Bückeburg von Norden nach Süd- westen verläuft. In der kleinen Residenz Bückeburg werden die Besucher Meisterwerke der deutschen Renaissance bewundern können, wie sie das Schloß und die lutherische Kirche darstellen. Diese künsllerische Pracht verdankt die Hauptstadt des früheren Fürstentums Schaumburg - Lippe dem Grafen Ernst, der zu Anfang des 17. Jahrhunderts regierte und der ein hohes Gefühl für künstlerische Schönheit besaß. Die von ihm in seiner Residenz errichteten Bauten offenbaren den hohen Aufschwung, den die deutsche Kunst um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert genommen hatte und der dann durch den 30jährigen Krieg tödlich gelähmt wurde. Es ist ein Stil, der bereits barocke Züge trägt und eine urdeutsche Ausprägung zeigt. Die Hauptstätte, die die Festteilnehmer anziehen wird, ist aber die „Rattenfänger-Stadt" Hameln. Der Ort, dessen sagenumwobene Geschichte bis in die Anfänge der Bekehrung der Sachsen und in die Zeit des „Avostels der Deutschen" Bonifatius zurückreicht, ist ein Juwel in der Krone deutscher Stadtschönheit. Das sogenannte Ratten- fängerhaus an der Bungellosen - Straße stammt zwar aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, aber eine Inschrift in der Mauer verkündet: „Anno 1284 Am Sage Johanni et Pauli war der 26. Juni durch einen Piper mit allerley Farbe bekledet gewesen XXX Kinder verlebet — Binnen Hameln geboren — To Calvarie bi den Koppen verlorn." Im 17. Jahrhundert gab es am Koppen, wo die Kinder im Koppenberg verschwunden sein sollen, noch zwei stark verwitterte steinerne Kreuze, die zum Gedächtnis an die verführten Kinder errichtet fein sollten. Die Dungellosen-Straße fuhrt ihren Namen, weil in dieser Straße, auf der die Kinder, von der Zauberflöte verführt, zum Ostertor hinaus- liefen, zum Zeichen der Trauer keine BunAel, d. h Trommel gerührt werden durfte. Ob die Sage auf eine alte Schlacht bet dem früheren Dorf Sede- münbe zurückzuführen ist, deren Verluste an jungen Bürgerföhnen sich später unter dem Bilde des pfei® Schluß. Durch eine in richtige Bahnen geleitete Auslese und durch ersolAversprechende Maßnahmen der Aus merze mühen wir den Wert unseres Volkes heben und dürfen uns durch keine falsche Humanität und durch kein übertriebenes Mitleid mit den Schädlingen der Volksgemeinschaft von unserem Wege abbringen lassen, denn gerade dadurch sind mir ja seelisch und wirtschaftlich so bedrohlich an den Rand des Abgrundes gekommen. Wir müssen weiter die Naturgesetze befolgen, bte nicht das Alte, Kranke, Schwache und Häßliche fordern, sondern das Junge, Gesunde, Starke und Schöne. Und damit kommen wir über eine heroische Gesundheitspolitik hinaus auch zu einer betonten Gesundheitspolitik der Jugend. Die neugebildete Aerztekammer soll nicht nur eine personelle Erneuerung bedeuten. Vielmehr werden ihre Aufgaben grundlegend erweitert. Die alte Kammer war ein Kind ihrer 3eit, tme alle öffentlichen Institutionen des liberallstischen Zeitalters. In ihr haben Männer gewirkt, die das tragische Geschick hatten, zu den Repräsentanten eines Standes während einer Verfallszeit zu gehören, die sicherlich das Beste gewollt haben und in diesem Sinne auch ihre Pflicht taten, die aber als Vertreter ihres Zeitalters letzten Endes ihren individualistischen Aufgabenkreis doch nicht durch- brechen konnten und durften und deshalb neuen Männern Platz machen muhten. Mögen sie nicht murrend zur Seite treten, sondern sich bemühen, uns in unserem heißen Bestreben für Ausartung von Volk und Rasse zu verstehen und uns ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen, wenn wir ihren Rat brauchen sollten. Wir wollen nicht in den Fehler der früheren ärztlichen Organisationen verfallen, indem wir die Wege des Kuhhandels und der Konzessionen bei unseren zukünftigen Maßnahmen und Entschlüssen einschlagen und alle möglichen Methoden durchprobieren. Wohl werden wir gelegentlich auch einmal irren; aber verhängnisvoll und verderblich werden sich selbst Irrtümer nicht auswirken können, solange wir bei allen Entscheidungen die Gesundheit der Volksgemeinschaft vor die des Einzelnen stellen und immer nach diesem nationalsozialistischen Grundsatz handeln. Wir wollen nicht in fruchtlosen Debatten, in zahllosen Kommissionen und Ausschüssen uns verzetteln, sondern in einheitlicher Front den Mut zur persönlichen Verantwortung aufbringen, wenn es gilt, Entschlüsse zu fassen, die auf dem uns vom Führer vorgezeichneten Wege liegen. Die alten individualistischen Anschauungen wollen wir auch in der neuen Aerztekammer mit Stumps und Stiel ausrotten, mit nie erlahmender Ausdauer arbeiten und uns durch keine Enttäuschung von unserem Wege abbringen lassen. Wir wollen auch nichts neues einführen, um des Neuen willen, sondern nur dann neue Maßnahmen treffen, wenn sie vor der oolksgesundheitlichen Kritik späterer Generationen zu bestehen vermögen. Dor allem aber wollen wir uns vor Halbheiten hüten. Mit fanatischem Glauben an die Mission unserer Generation und mit unbeugsamem Willen wollen wir unser Bestes leisten, weil wir es um der Zukunft unseres Volkes willen leisten müssen, und weil es sich darum handelt, in allerletzter Stunde unser Volk wieder gesund zu machen und zu retten. Allein werden wir Aerzte die Gesundung nicht durchführen und ihre Hüter bleiben können, wenn nicht alledeutschen Volksgenossen mit- helfen und wenn nicht ein autoritärer Staat die Voraussetzungen schafft. Daß dies aber geschieht und weiter geschehen wird, garantiert uns der Führer des neuen Deutschland. Ebenso wie für die deutsche Staatspolitik überhaupt, werden auch für die deutsche Aerzteschaft und unsere neue Hessische Aerztekammer die Rassenfrage und die Aufgaben der Vevöl- kerungspolitik und Rassenpflege den Kern- und Drehpunkt Pflicht zu rassenhygienischen Maßnahmen hat. Jeder muß die sittliche Berechtigung der nationalsozialistischen Forderungen in vollem Umfange dearei- fen, gutheißen und fördern. Nur diese sittliche Auffassung aller Glieder einer geeinten, rassenbewußten und rassenstolzen Nation ist der dauernde Garant von Gesundheit, Freiheit und Glück der Gesamtheit, wie des Einzelnen. Mit unerschöpflichen Mitteln und auf immer wieder neuen Wegen müssen wir den Rassege banken in das Volk hineintragen und es lehren, sich auf sein e i g e n e s B l u t z u besinnen. Mit den schönsten und besten Gesetzen werden wir nichts erreichen, wenn die Vorbedingungen im Volke nicht vorhanden sind, die in einer derartigen Umstimmung der Seele des Volkes und besonders der deutschen Frau bestehen. Dann wird auch der Wille zur Gesundung und zum Leben wieder erwachen, der Kampf gegen die Selbstausrottung des deutschen Volkes erfolgreich geführt werden und die Förderung des naturgemäßen Triebes zur Er- Haltung der Art und die Weckung des notwendigen Familiensinnes gelingt. Indem wir den gesunden Sinn sur schone, wohlgebaute und gesunde Menschen erwecken und der Zufällig trage ich sie noch immer bei mir in der Brieftasche, die Photographie vom „schönen Waldemar". Von der Prüfungskommission erhielt er die Note „prima", und auch mir schien er mit seinen bernsteingelben Augen, seinem silberbesetzten Pelz und seinem mächtigen, buschigen Schwanz mit der leuchtend weißen Spitze ein ausgesucht schönes Exemplar seiner Gattung. Waldemar ist ein Silberfuchs. Er lebt statt im arktischen Kanada auf einem waldumsäumten Hang in der Gegend von Hinterschreiberhau, selbstredend hinter einem Drahtgeflecht, und zwar als Prominentester unter ungefähr vierzig Artgenossen. Sein Herr, der Farmer, schätzt ihn nicht nur feiner Schönheit und seiner hervorragenden Zuchteigenschaften wegen, sondern er hat für ihn auch jene Sympathie, die durch langjährige Bekanntschaft und Zusammenarbeit entsteht. Nie hätte ich gedacht, im deutschen Vaterland einen Mann zu finden, der meinen von vielen Aden- teuerbüchern genährten Vorstellungen von einem Trapper so gut entsprechen würde wie dieser Edel- pelztier-Farmer in Hinterschreiberhau. Ein lang- gestreckter Schädel, braune, von fremdem Klima gegerbte, faltige Haut, und in den klugen, wachen Augen noch jene Ferne des Blickes, die von langem Leben unter weiten Horizonten kommt. Vor sieben Jahren wanderte er mit feiner Frau aus Kanada nach Deutschland zurück, als Vermögen brachte er zwei Silberfüchse mit und begann in jener Ecke des schlesischen Riesengebirges seine Arbeit als Züchter, die inzwischen so gute Früchte getragen hat. Er hat hart arbeiten müssen und muß es heute noch. Aber auf dem Silbersuchspelz- martt scheint es keine Absatzstockung zu geben. Die Felle, die der Farmer erzeugt, wird er auch los, manchmal gleich an die Kurgäste in der Geaend, manchmal an die großen Pelzumschlagplätze Leipzig und London, von wo sie in alle Erdteile, zur Zeit besonders auch nach Australien und Südame- rika wandern. senden Todes darstellten, oder ob vielleicht eine Der mittelalterlichen Tanzepidemien den Anlaß zu der Geschichte vom Rattenfänger gab, ist zweifelhaft. Der Name des Münsters St. Bonifatius, einer frühgotischen Hallenkirche, in der sich aber viel ältere Reste finden, weist auf die Anfänge der Geschichte von Hameln hin. Seine Anwesenheit in dieser Gegend mag dazu geführt haben, daß in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts Mönche vom Kloster Fulda die Kirche errichteten, von der bann die Bekehrung der heidnischen Sachsen in dieser Gegend ausging. Um das Stift herum lagen einzelne kleine Ortschaften, die sich bann zu ber Stabt Hameln zusammenschlossen. Diese befanb sich zunächst unter ber Botmäßigkeit von Fulba unb würbe später an ben Bischof von Minben abgetreten, ber sich erst mit Gewalt ber reich unb stolz geworbenen Stabt bemächtigen mußte. Der Lachssang in Hameln war so ergiebig, baß die Dienstboten sich ausbebangen, nicht öfter als zweimal in ber Woche Lachs essen zu müssen. Eine anbere Quelle bes Reichtums war bie Bierbrauerei und der damit verbundene Hopfenbau. Das Hamelner Bier war weithin berühmt. Große Bedeutung hatten auch bie Mühlen, wie bas Mühleisen im Stabtwappen anzeigt. Die Blüte ber Stabt nahm bann in ben wilben Zeitläuften bes 30jährigen Krieges ab. Auch später hatte Hameln im siebenjährigen Kriege unb wäh- renb ber Napoleonischen Kriege viel zu leiben. Es war zur ßanbesfeftung gemacht worben, unb ba» mit verschwanb seine politische Selbstänbigkeit. Im Jahre 1688 würbe bas Scheibenschießen, in bem sich bie Bürger seit unvorbenklicher Zeit übten, verboten. Im Jahre 1721 fand die letzte Hochzeit in dem schönen Hochzeitshause statt. Dieses Hochzeitshaus mit seinen reichverzierten Renaissance- Giebeln stellt als Denkmal ben Höhepunkt ber Entwicklung Hamelns bar, ber zu Anfang bes 17. Jahr- hunberts erreicht würbe. Das Haus enthält im Erb- geschoß Apotheke unb Weinstube; im Hause „Zum alten Schaben" gegenüber befand sich die Waage und die „Smeckestube" ber sechs Bierherten, bie hier bas Gebräu zu prüfen hatten. „Es gibt wenige Stäbte", sagt ber bebeutenbe beutsche Kunsthistoriker Georg D e h i o von Hameln, „in welchen Steinbau unb Holzbau in so reicher künstlerischer Entwicklung neben- unb miteinander wetteifern." Ricarba Huch schilbert in ihren schönen ßebensbilbern beutscher Stäbte „Im alten Reich" diese Hameler Stimmung: „Es gibt verschiedene „Und die Füchse fügen sich geduldig ihren erb« biologischen Anordnungen?" Der Farmer lacht. „Nicht so ohne weiteres. Sil« berfüchse sind bei der Auswahl ihres Gefährten äußerst wählerisch, und eine Fuchsdame nimmt durchaus nicht immer den ersten besten Kavalier an, den wir ihr oorftellen. Manchmal braucht es vier, fünf Versuche, bis einer Gnade findet. Wenn! allerdings einmal eine Fuchsehe geschloffen ist, banrt wirb sie musterhaft geführt. Die Tiere hängen mit größter Liebe aneinanber, sie leben streng mono« gam, unb wenn eines stirbt, folgt im bas anberä gewöhnlich aus Gram im Tobe nach. Dem Züch« ter bringt bas mitunter ganz empfinblichen Schal ben ..." Der Farmer macht biefe Feststellung nicht ohns eine gewisse Zärtlichkeit. Er ist ein Tiersreunb, unb wenn ihm ber gute Charakter seiner Pfleglinge ab unb zu bas Geschäft oerbirbt, so macht er barum der Schöpfung noch keine Vorwürfe. Mit Begei* sterung erzählt er Dann von ben vorzüglichen El« terneigenschaften seiner Tiere. „Ein Fuchspaar bekommt einmal im Jahr bres bis sechs Junge. Die Mütter stillen ihre gierig- Nachkommenschaft bis zur völligen Erschöpfung, Einen Teil ber Jungen ziehen wir barurq mit ber Flasche auf. Es gab Zeiten, wo meine Frau sechsunbzwanzig Tiere ftünblich mit Milch zu versorgen hatte. Sie können sich benten, wieviel Hingabe unb Mühe bas verlangt. Nach etwa oietf Wochen werben sämtliche Jungen von ber Mutte« getrennt, bamit sie nach ben Strapazen ber Wochen« ftube sich grünblid) erholen kann. Das Aufzieh* geschäft übernimmt bann ber Vater, ber feine Pflichten ebenso mustergültig unb eifrig wie die Mutter erfüllt unb ben ewig hungrigen kleinen Piestern unermüblich bie Bissen zuträgt. Die schließ- lich notwenbige Trennung von Eltern unb Jungen überhaupt ist für beibe Teile ein roilber Schmerz, Tage unb Nächte erfüllen sie bie Luft mit ihrem Geheul, bis schließlich bie Zeit auch biefen Stummer stillt. Hier sehen Sie gerabe unser treuestes Zuchtpaar, bas schon jahrelang bei uns lebt, unser lieber Max unb bie gute Anna ... Max, komm schön her, komm boch mal her, Max ..." Max roenbet wohl seine gelben Raubtieraugen zu seinem Herrn unb macht Anstalten, bem Rus zu folgen. Aber als er Frembe sieht, stutzt er unb wirb mißtrauisch. Die „liebe Anna" hat noch weniger Lust, bem Menschengesinbel einen Gefallen zu tun. Sie schaut nur auf Max, unb barauf ziehen sich Aufgaben der Lrbgesundheiis- und Raffenpflege. Von Dr. meb. H. W. Kranz, Gießen, Leiter der Abteilung Erbgesunbheits- unb Raffenpflege bei ber Hessischen Aerztekammer bilden, solange es einen Nationalsozialismus geben wird. Diese immer unverrückbar nn Auge zu bemalten unb mit klarer Unerbittlichkeit an sie heran- Auaeben, ist für uns vornehmste Pflicht. 3 Die Förderung ber Volkszahl unb bie Hebung des V o l k s w e r t e s hübet bie Voraussetzung unseres Wieberaufstieges. Neven ber Erhaltung ber Art müssen wir alles ausmerzen, was bieser Erhaltung ber Art entgegensteht unb müssen die deutsche Familie als bie Urzelle völkischen Lebens unb als bie Quelle schöpferischer Kraft förbern. Den sogenannten negativen Maßnahmen, wie zum Beispiel bem Sterilisierungsgesetz, werben bie positiven, bie in einer gesunben Steuerreform unb in einem Familienlastenaus- nleid) bestehen, auf bem Fuße folgen, benn nur diese bilden an der Nahtstelle des alten materialistischen und des neuen nationalsozialistischen Zeitalters die Gewähr für eine zahlreiche Nachkommenschaft der erblich wertvollen und gesunden deutschen Familien. In der Durchführung dieser sogenannten positiven Maßnahmen wird die Aerztekammer notwendige und wertvolle Mitarbeit zu leisten haben. Unsere dringlichsten nationalsozialistischen Ausgaben, nämlich die Erhöhung der Fruchtbarkeit unserer Erbgesunden und die Verbesserung der Art durch die Ausschaltung der Erbkranken aus bem Fortpflanzungsprozeh, werben wir nur bann erfüllen können, wenn es uns gelingt, bie Seele bes beutschen Menschen zu gewinnen unb bie bisherigen Auffassungen von Wert unb Unwert ber Dinge grunblegenb zu anbern. Die innere U m ft e 11 u n g bes einzelnen Volksgenossen ift bie Voraussetzung für ben Erfolg. Wir müssen ben deutschen Menschen heraus- reißen aus seiner materialistischen unb auf bas Einzelinbivibuum gerichteten Lebensauffassung unb der Jugend ein nationales, heldisches unb norbisch bebingtes Schönheits- ib e al immer roieber vor Augen führen. wir müssen alle Deutschen zu erbbiologischem, rassischem unb rassenhygienischem Denken unb Pflichtbewußtsein erziehen, immer wieder aus bie wurzeln deutschen Wesens zurückgreifen unb eine unauslöschliche, stolze unb opferbereite Liebe zu Volk unb Rasse erwecken. In ben Schulen müssen wir Erkenntnisse einer rassischen Geschichtsbetrachtung lehren unb unserer Jugenb bie Ursachen des Unterganges der Völker in Der Geschichte lehren, ihr die biologischen Gründe zeigen, aus Denen einst große und mächtige Völker schwach und krank wurden, zerfielen unb schließlich sterben mußten. Weiterhin müssen wir bei unserer Jugenb bas Verständnis dafür wecken, daß im Leben ber Völker nicht bie Einflüsse ber Umwelt entscheibenb sinb ober zu sein brauchen, fonbern bie Reinheit unb Gesunbheit bes Blutes unb bie Stärke unb Vorherrschaft b es wertvoll st en Rassenbestanbteils. Wir müssen ihr zeigen, baß jeher Völkeruntergang beginnt mit bem Aufgeben ber Rassenreinheit unb baburch mit ber Abnahme bes Rassenwertes. Im ganzen Volke müssen wir eine weitere Vertiefung unb Verinnerlichung bes nationalsozialistischen Denkens unb Fühlens herbeiführen unb die Erhaltung unb Förberung bes G e - fühls für bie Reinheit unb Reiner h a 11 u n g von Blut unb Rasse auf bem einzig möglichen Wege, nämlich bem über bie Familie, ermöglichen. Die Voraussetzung einer Gesundung bes Körpers ist unb wirb immer bleiben, die Gesundung der Seele und des Charakters. Gelingt uns dies, so wird bas Volk auch Verständnis für unsere gesetzgeberischen Maßnahmen, z. B. für die zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, aufbringen und sie nicht im Stillen boykottieren und unwirksam machen. Jeder deutsche Volksgenosse muß sobald als möglich von bet Uebetzeugung burdjbrungen sein, bah bet Staat bei ber heutigen Abwärtsentwicklung ein Rotwehrrecht unb eine notwendige völkische ’ÄI * 3n Erinnerung on ten als Staatssette warme und^lch teilte er mit, baß 3 neuen ®roWU9e lode, was Winifter S wohl ®roWUfle pour-le-meri(e-5Wr tat Milch verfprach, sliegerei in Zukunft n liehen Wettkamp! mef zeugt, wir wurden °al Vit einem dreifachen Präsidenten, den Reichs und den deutschen Fu Milch seine Ansprache. 5m Anschluß daran Aeroclub-, Kehler, Präsident Lärzer Aero-Clubs für besond spart. Den Schluß bitt Ehruns vom Serinai Bei der Einwechu vor 50 Jahren vera der DI. einen Wett! „Germaniaturnen" h Sieger aus diesem Kc Ehrengäste zu den Nationaldenkmal gela am Denlmal fand für der Jlübesljeimer tut Führer ber Sl, Heifal r^r-vsten, beiwohn W« ta Baue; T Frankfurt a. D., M erschienenen lurnveie' erkennung und mch der Alten nachzustre Germaniasiegern bes Louis Uno erjag Sportverein Buhbac gast am Sonntag wähnt sei noch, da auch ein Gießener bi Mar ber ehemalig Gau -essen. KwfdorfefTun 9n einer fübbeul hüben sich über zwei jorf folgende ehren! 1er.’n der Deutschen W erneut unter 5 ..... Doppelt gefre Besuch von zwe »hre Heimreise auf V unsere Wo,dl ^anb ihre erste fe Saubere blonde Uenkreuzwimpel ar iÄriw LZZ V-M N beide h, Ä Wn ®a- Mer neuen ff Sto-Z emS^y anirhauf Den /'andig hN JJn1 jWn Mannest? von meiner S?5 frtfori. IN oÄQ? S jjn zu I den Pto t®eb'et e/l9 zu ,:«a”QUen i Nhn^beieau . ”e । öen mu beide zurück. Auf der Silberfuchsfarm werben auch Nerzct H - gezüchtet, kleine, flinke Tierchen, bie mit eichhörn« :- I chenhafter Behenbigkeit in ihrem Gitterverschlag I umhersausen, unb von benen Dutzenbe ihr Leben, * Ttzpr Zum Berufs-Boxsport ist der Münchner Ausböck, einer der besten deutschen Amateurboxer, übergetreten. Der Münchner war viermal Träger des deutschen Meistertitels im Fliegengewicht. 4 50 Stundenkilometer im Flugzeug erzielte der bekannte amerikanische Rennflieger Turner bei einem Flug über den amerikanischen Kontinent von Kalifornien nach Neuyork. Er legte die 4550 Kilometer lange Strecke in 10:05 Stunden zurück. Alchimist, der Derbysieger von 1933, der sich kürzlich eine Verletzung zuzog, ist aus dem Training genommen worden und wird im Hauptgestüt Graditz als Deckhengst aufgestellt. formspritze zur Betäubung tn bk Nase, dann ein Schlad mit dem Gummiknüppel ... das ist alles. Da em Fuchs pro Tag ein Pfund Fleisch frißt, wäre eine längere Aufzucht nicht mehr rentabel. Neben der eigenlichen Pelztierfarm steht, etwas weiter unten am Hang, das Bauernhaus, in dem der Züchter mit seiner Familie wohnt. Es wimmelt auch dort von Tieren. Seltene Hühnerarten, wunderbar langhaarige Kaninchen und ein paar Ziegen. Die Farmerin ist gerade dabei, eine Geiß mit schimmernd schwarzem Fell zu melken. Das muß doch etwas ganz besonderes sein, meinen wir. „Was ist das für eine aparte Dame?" — fragen wir schüchtern. „Unser Weihnachtsbraten", sagt die Farmerin lakonisch. Der erfolgreich st e Autorennfahrer des Jahres 1933 ist der Italiener Nuvolari, der bei den größten europäischen Rennveranstaltungen zehn Siege errang, zwei zweite Plätze errang und einmal Dritter wurde. Der Mord an dem SA-Mann Handwerk vor dem Schwnrgerichi. eine ganz ' ma[eri|äen ^ Maskenball. Unter den ff- ;ei>e lPreL;,mh ein [tw# SiDtWarzen en ^e -^ntergebenen. ^ScharlschuS'N me- an denen Stopf fällt eT den fk irag üenjttiöli4e eitet wurde. ^ Mutrelcn, As 8 Ä» chwungen 9 tfret flUf B lah n lang § v°n Man^ unf^ Nes Ä-'^ und den leni^S entsteht. c.rf von Wiverf'l Würger Sch-S- wird. In der Terminliste erscheint die Frankfurter Winterbahn überhaupt nicht. Die großen Skirennen 1934. Für den bevorstehenden Skiwinter sind für eine Reihe von großen Veranstaltungen bereits die Ter- mine festgelegt. Der internationale Terminkalender hat bisher folgendes Aussehen: 5. bis 8. Januar in Klosters (Schweiz): Britische Skimeisterschaft; 2. bis 4. Februar in Andermatt: Schweizerisches Skirennen; 2. bis 5. Februar in der Hohen Tatra: Tschechoslowakische Skimeisterschaft; 4. bis 10. Februar in St. Moritz: Akade- mische Welt-Winterspiele; 8. bis 13. Februar in Berchtesgaden: Deutsche Skimeisterschaft; 15. bis 17. Februar in St. Moritz: FIS.-Wettkämpfe im Abfahrt- und Slalomlauf; 20. bis 25. Februar in Luchon: Französische Skimeisterschaft; 21. bis 26. Februar in Solleftea (Schweden): FIS.-Wettkämpfe im Lang-, Sprung-, Dauerlauf und in der Kombination; 3. bis 5. März in Oslo: Holmenkollen- Skirennen. Kurze Sportnotizen. Ausgebrannt ist das bekannte englische Motor-Rennboot „Miß England II", mit dem Kaye Don zahlreiche Rekordfahrten ausführte. Das Boot, das jetzt Huoert Scott-Pyine gehört, ist im Hafen von Pools beim Rennen um die Harmsworth- Trophäe vor zahlreichen Zuschauern in Brand geraten. Die beiden Fahrer wurden durch herbei- eilende Boote gerettet. Zwei weitere Siege holte sich Hilde Krahwinkel beim Tennisturnier in Montreux. Mit der Schweizerin Payot, die sie im Einzel bezwungen hatte, gewann sie das Damendoppel 6:2, 3:6, 6:2 gegen Die Engländerinnen Ingram-Dyson und im Gemischten Doppel siegte sie mit von Gramm über die Schweizer Payot-Fisher, die bei 6:3, 1:2 verzichteten. M --d«, tfa, „j, so ohne weiteres eil. » einMuS lIe.n- Manfyna! brauet es einer Gnade findet. Wenn K4M°!sen ist, bann W n?f £tete, H°WN mit HrJ t mono« it,rbt- W im bas anders lm Tove nach. $tm v,*, ' ganz empsiMchn &na Uefe Feststellung nicht ohn< Er ist ein Tierfteund, und jaratter seiner Pfleglinge ab verdirbt, so macht er darum keine Bonvürfe. Mit Begeü nn von den vorzüglichen A< r Tiere. Jommt einmal im Jahr drei Die Mütter stillen ihre gierig! 5 zur völligen Erschöpfung, gen ziehen wir darum mit s gab Zeiten, wo meine ^rau t stündlich mit Mich zu ver- men sich denken, wieviel hin», s verlangt. Nach etwa vier liche Jungen von der Mulle« ch den Strapazen der Wochen« erholen kann. Das Ausziehen her Water, der seins rgüttig unb eifrig wie bie n ewig hungrigen kleinen e Men Mögt. MMeiz- ina van Ellern und Jungen >e Telle rrn wllder Schmerz, allen sie die Lust mit ihrem n die Zeit auch diesen fiuni- n Sie gerade unser treuestes jahrelang bei uns lebt, unser gute Anna ... Max, komm h mal her, Max..." seine gelben Raubtieraugen zu macht Anstalten, dem Rus zu stemde sieht, stutzt er und wird ehe Anna" hat noch weniger lefinbel einen Gefallen zu tun. - ilar, unb darauf Mn M chssam werden auch Neu« sichren °Merverschlag lassen müssen, damit es für einen Pelzmantel reicht. Zu dem strahlenden Charakterbild der Silberfüchse bilden sie den dunklen Hintergrund. Sie haben dre Untreue schon fast zum Prinzip erhoben, vermischen sich wahllos und instinktlos bei der ersten besten Gelegenheit, machen sich mit ihren Jungen, die das offenbar in ihrer robusteren Art auch gar nicht nötig haben, nicht viel Sorgen und sind von wilder Blutgier besessen. „Einmal", so erzählt der Farmer, „ist mir ein Nerz entwischt. Er hat in einer einzigen Nacht hier in der Gegend sechzehn Gänse umgebracht. Er biß ihnen einfach die Halsschlagader durch ..." Silberfüchse und Nerze, soweit sie nicht der wei- teren Zucht dienen, werden noch im selben Jahr, in dem sie geboren sind, und zwar Ende Dezember, getötet. Es geschieht auf humane Art. Eine Chloro- seinen eigenen Leuten erschossen worden. Als der Zeuge einwandte, es seien Kommun: st en oder Reichsbannerleute gewesen und man solle nach den Tätern suchen, da entgegnete der Wacht- m e i st e r, das habe doch keinen Zweck, man sinde ja doch keinen mehr. Auch der Abtransport des Hans Handwerk mit dem Sanitätswagen sei nicht rasch erfolgt und es sei gerufen worden: „Jetzt fahren Sie doch endlich ab, sonst verblutet sich der noch." Nacktem der Zeuge noch die Personen, die schossen, beschrieben und ihren StaiÄrort angegeben hatte, wird ein Pvlizeiwachttneister a. D. gehört. Er war an jenem Abend in Zivil und sah, wie drei bis fünf Schüsse abgegeben wurden und der Schütze nach unten zu schoß. Auch er lief dem Schützen, der strohblondes Haar hatte, nach. Der Täter war kleiner als Reitinger. Der Zeuge vermutet, daß ein gewisser Stefan Noll der Täter war. Noll ist nach oen Feststellungen des Gerichts mit unbekanntem Aufenthalt verzogen. Es folgt nun die Vernehmung der Geschwister Handwerk und des SA -Manns Zorn, der sich in ihrer Begleitung fand, als sie von einem Propagandamarsch nachts heimkehrten. Zorn erzählt, daß alle in einer Reihe nebeneinander gingen, daß an der Ecke des Städelhofs ein Unbekannter stand und daß sich in der Straße am Städelhof noch ein weiterer Mann befand. Als man in den Städelhof einbog, versuchte ihm der an der Ecke stehende Mann — es war K n i e d e l — ein Bein zu stellen und ihn von hinten zu schlagen. Der Zeuge Halle den Eindruck, als sei der Alaun von den Kommunisten dorthin beordert worden, nm einen Angriff zu machen, auf den die Aleule wartete. Der Zeuge hat Kniedel an die Wand gedrückt. Auf einmal fielen Schüsse. Zuerst wurde von der rechten Ecke des Hofs geschossen. Kniedel sprang fort. Hans Handwerk sackte um. Mit Schulterriemen trieb man die Menge fort. Der Zeuge hat sich des Hans Handwerk angenommen und drückte ihm die Wunde am Kopf zu, um zu verhindern, daß sich der Verletzte verblute. Da kam das Ueberfallkommando und die Polizei habe von ihm in dieser Situation noch gefordert, daß er die Hände hochheben solle. Nahezu sei es noch zu einer Verhaftung des Hans Handwerk gekommen. Nach dem Eindruck des Zeugen handelt es sich um einen vorbereiteten Angriff. Als nochmals das Verhalten der Polizei berührt wird, wird gesagt, daß der Anführer jenes Polizeikommandos der noch im Dienst befindliche Polizeileutnant Almendinger gewesen sei. vr. Mrlh äußert, daß es sich hier jedenfalls um das berüchtigte Steinberg-Sdjlägertom- menbo, das immer in der Altstadt herumgeschickt worden sei, handelte, und daß die Polizei bestrebt war, immer die Kommunisten und die Sozialdemokraten als Unschuldige hinzustellen. Es sei zweckmäßig, daß die Oeffentlichkeit erfahre, wie die Polizei verfuhr. Der Oberstaatsanwalt gab die Erklärung ab, daß er das Ergebnis der Verhandlung noch heute dem Polizeiführer Heß mitteilen werde. Reitinger bleibt bei seiner Angabe, daß er, als ein Schuß siel, fortgelaufen sei. Am Pfeiler an der Ecke des Städelhofs habe Horn gestanden. Der 21jährige Buchhändler Friedrich Handwerk, der nächste Zeuge, betont, daß im Sommer Nie Zeugenvernehmung am zweiten Verhandlungstag. Frankfurt a.M., 26. Sept. (WSN.) Am zweiten Verhandlungstag begann das Zeugen- verhör. Die ersten Zeugen haben sich über die Vorgänge Zeil-Breitegasse zu äußern. Es ergibt sich daraus, daß schon in der Versammlung in Gräfs Garten em Nationalsozialist angegriffen wurde, und daß eine Schutzstasfel in Stärke von etwa fünfzehn Mann den Versammlungsteilnehmern auf dem Heimweg nach der Versammlung Schutz gewährte. Die Schutzstasiel bewegte sich durch die Altstadt, und vom Domplatz folgte ihr in hundert Meter Abstand ein Trupp deute nach der Breitegasse. Dort verabschiedete man sich von einem Kameraden und ging nach der Zeil weiter. Man vernahm Gejohle und kehrte zurück, da man glaubte, der heimgebrachte Kamerad sei aus seinem Haus herausgeholt worden. Zeuge SS.-Mann W. sah, daß ein blonder Mann sechsmal schoß. Durch den letzten Schuß wurde der Zeuge in die rechte Hüfte getroffen. Der Schuß ging durch das Koppel, die Kugel, die beim Entkleiden herunterfiel, hatte ein Kaliber von 6,35. Der Zeuge hat nicht gesehen, daß noch eine andere Person verletzt wurde. Der früher dem kommunistischen Jugendbund angehörige Zeuge Kulschka stand, als geschossen wurde, in der Breitegasse und wurde in den Arm und in die Brust getroffen. Zeuge Dachdecker L. erinnert sich, daß der «chütze vor dem Haus Breitegasse 32 stand. Eine halbe Stunde nach der Tat suchte man die Gegend ab und fand dort, wo der Schütze gestanden hatte, zwei Hülsen des Kalibers 7,65. Die Tatsache, daß zweierlei Zfiunition verwandt worden sein kann, läßt den Schluß zu, daß auch von zwei Personen geschossen worden ist, aber die meisten Zeugen haben nur einen Alarm schießen sehen, ein Zeuge freilich hat den Eindruck, daß von zwei Leuten der kommunistischen Truppe gefeuert worden sei. Ein Zeuge, der früher der KPD. angehörte und im Rotfrontkämpferbund war, bezeichnet Götte als einen gerissenen Kommunisten, der sogar mit einem Kurier Simon in Verbindung gestanden habe, von dem bekannt wurde, daß er aus dem Saargebiet Waffen für die Kam» munisten einschmuggelte. Das Zeugenverhör wendet sich nun dem Fall Handwerk zu. Ein 62jähriger Weißbinder- meister, der heute der NSDAP, angehört, damals aber immer parteilos war, schildert die Situation an jenem verhängnisvollen Abend. Der Zeuge wohnte der Schießerei am Städelhof bei. Es wurde plötzlich: „Achtung! Platz!" gerufen und schon wurde aus zwei, drei Pistolen gefeuert. Der Zeuge hat bestimmt zwei Feuerstrahlen gesehen. Ein SA.-Mann fiel um, der Zeuge ist dem fliehenden Schützen nachgeeilt, der nach der anderen Trottoirseite sprang und nach dem Main zu enttarn. Der Zeuge verfolgte Burschen bis über Gräfs Garten hinaus. Der Vorsitzende verweist darauf, daß die Aussage dieses Zeugen sich mit dem von Reitinger gemachten Geständnis decke. Der Zeuge bekundet ferner, daß er von der Verfolgung abließ, weil sich am Allerheiligentor die Menge aufs neue sammelte. Er ist dann zum Städelhof zurückgeeilt und rief nach dem Ueberfallkommando. Als die Polizei kam, hieß es, der Nationalsozialist sei von Handball im Gau XII der OT. Lollar I — Turn- und Sportverein Marburg I 3:1. Am Sonntag hatte Lollars I. Handballmannschaft die I. Mannschaft des Turn- und Sportvereins Marburg zum ersten Verbandsspiel zu Gast. Es entwickelte sich sofort ein spannender und flotter Kampf. Zunächst konnte jedoch keine Mannschaft zu einem Erfolg kommen, obwohl beide zahlreiche Torgelegenheiten herausgearbeitet hatten. Erst kurz vor Seitenwechsel gelang es Marburg den Führungstreffer anzubringen. Nach der Pause zog Lollar mächtig los und konnte bald den Ausgleich erzielen. Im weiteren Verlauf des Kampfes zeigten sich die Lollarer leicht überlegen und konnten nach einigen schönen Durchbrüchen mit zwei weiteren Treffern das Spiel sicher gewinnen und somit zwei wertvolle Punkte für sich buchen. Garbenteich I — Albach 5:6 (3:2). Das Treffen endete mit einer großen lieber- raschung. Diese Ueberraschung i t umso größer, als die Niederlage Garbenteichs au eigenem Platz zustande kam. Unter Leitung des Schiedsrichters Z ö r g, Großen-Linden, entwickelt sich bald ein flottes Spiel, das im Verlauf an Härte zunahm, aber niemals die Grenzen des Erlaubten überschritt. Bis zur Pause hatte die Platzmannschaft noch eine 3:2-Führung inne. Das Bild änderte sich nach der Pause. Die Gäste kamen stark auf und holten bis zum Schluß noch den unerwarteten Sieg heraus. Vier Sechstagerennen genehmigt. Der deutsche Radsportführer F. O h r t m a n n, Dortmund, hat die von den einzelnen Bahnen eingereichten Termine für die Winterradrennen geprüft und genehmigt. Danach werden in der kommenden Saison nur vier Sechstagerennen durchgeführt, je eins in Köln und Dortmund, während Berlin wieder zwei derartige Konkurrenzen haben Preisverteilung zum Oeutschlandflug im Aero-Club. In den Festräumen des Aeroclubs in Berlin hatte sich die Elite der deutschen Sportfliegerei ver- fammelt, um die Ehrenpreise entgegenzunehmen, die ür die besten Einzelleistungen im Deutschland-Flug von allen Seiten gestiftet worden waren. Präsident Lärzer begrüßte die Fliegerkameraden in einer Ansprache. Dann ergriff Staatssekretär Milch das Wort. In Erinnerung an den dem Kameradenkreis entrissenen Flieger P o ß erhoben sich die Versammelten, als Staatssekretär Milch seinem Andenken warme und herzliche Worte widmete. Gleichzeitig teilte er mit, daß zu Ehren von Poß eines der neuen Großflugzeuge nach ihm benannt werden solle, was Minister Göring veranlaßt habe, ob- wohl Großflugzeuge sonst nur auf die Namen der Pour-le-mtirite-fttieger getauft werden. Staatsfefre- tär Milch versprach, daß sich die deutsche Sport» fliegerei in Zukunft mit allen Nationen im friedlichen Wettkampf messen werde, und er sei überzeugt, wir würden dabei nicht schlecht abschneiden. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Reichspräsidenten, den Reichskanzler, den Luftfahrtminister und den deutschen Flugsport schloß Staatssekretär Milch feine Ansprache. Im Anschluß daran Überreichte der Präsident des Aeroclubs, Kehler, Staatssekretär Milch und Präsident L ö r z e r die Goldene Medaille des Aero-Clubs für besondere Verdienste um den Flugsport. Den Schluß bildete die Preisverteilung. Ehrung der Sieger vom Germania-Turncn 1883. Bei der Einweihung des Niederwalddenkmals vor 50 Jahren veranstaltete der Mittelrheinkreis der DT. einen Wettkampf, der unter dem Namen „Germaniaturnen" bekannt ist. Die überlebenden Sieger aus diesem Kampfe waren am Sonntag als Ehrengäste zu den Jubiläumsfeierlichkeiten am Nationaldenkmal geladen. Nach der Kundgebung am Denkmal fand für sie noch eine Ehrenfeier in der Rüdesheimer Turnhalle statt, der auch der Führer der DT., Reichssportkommissar o. Tscham- m c r • D ft e n , beiwohnte. Der stellvertretende Gauführer des Gaues Mittelrhein, Kurt Münch- Frankfurt a. M., widmete den in größerer Zahl erschienenen Turnveteranen herzliche Worte der An- erkcnnung und mahnte die Jugend, dem Vorbild der Alten nachzustreben. Unter den noch lebenden Germaniasiegern befindet sich der Gießener Turner Louis Unverzagt, der jetzt dem Turn- und Sportverein Butzbach angehört. Er war als Ehrengast am Sonntag in Rlldesheim anwesend. Erwähnt sei noch, oaß beim Germaniaturnen 1883 auch ein Gießener dem Kampfgericht angehörte und zwar der ehemalige Gauvertreter Demuth vom Gau Hessen. KrofdorferTurneraufderWanderfahri. In einer süddeutschen Zeitung vom 3. August- finden sich über zwei Turner des Turnvereins Krofdorf folgende ehrende Zeilen, durch die gleichzeitig der in der Deutschen Turnerschaft waltende gesunde Geist erneut unter Beweis gestellt wird: „... Doppelt gefreut hab' ich mich, als ich gestern den Besuch von zwei deutschen Turnern erhielt, die ihre Heimreise auf dem Fahrrad ins Oberhessifche durch unsere Wälder nach Heilbronn angetreten hatten und ihre erste Rast auf dem Murrhof machten. Saubere blonöe Burschen waren es mit dem Hakenkreuzwimpel an der Lenkstange, die mir das Regenwetter zugetrieben hatte, die ich mit schwäbischer Gastfreundschaft hereinnahm in mein Stübchen, daß ie sich trocknen konnten und die ich an meinen Ti ch sitzen hieß, wo sie mir dann vieles vorn Turn est erzählen konnten, was ich in dem Gedränge auf der Festwiese nicht miterleben durfte. Sie waren beide begeistert von Sttittgart und dem ganzen großen Geschehen, dessen Zeuge mir alle gewesen sind. Hier ist das Wunder so recht offenbar geworden, was sich mit unserem Volke vollzogen hatte, hier war sie aufgeblüht, die Blume einer neuen Lebensfreude, einer siegreich durch die Not hindurchgedrungenen Jugend. Man muß einen Stol,3 empfinden, Deutscher zu sein, wenn man sie anschaut, wenn man sie sprechen hört. Und wie anständig haben sich diese beiden Vertreter unseres jungen Mannestums bei mir betragen! Die ihnen von meiner Bärbel bereitgestellten Betten haben sie nicht benützt, die Handtücher nicht, indem sie sich mit den mitgenommenen eigenen begnügten. Auf der schwelle wechselten sie ihre Wanderstiefel mit ihren Turnschuhen und trugen mir den Geist der Deutschen Turnerschaft blank und strahlend ins Haus. Braucht es da für den Volksgenossen noch der Frage „Wo geht die Reise hin?", wenn wir solchen Gesellen ins Auge schauen? Geht es nicht in eine neue, schönere Zukunft auf gesäuberten Wegen, in einem verjüngten Vaterland? ..." Sport der 1. Kompanie 15.3 K Am Sonntag trug die Kompanie-Handballmann- schaft auf Einladung des Turnvereins Hachenburg (Westerwald) ein Werbespiel in Hachenburg aus. Unsere Mannschaft konnte das Spiel mit dem Torverhältnis von 10:7 gewinnen. Das Werbespiel hatte seinen Zweck nicht verfehlt. Kamen doch etwa 1200 Zuschauer auf den Platz, um die Soldatenmannschaft spielen zu sehen. Daß die Kompaniemannschaft auf jedem Gebiet gefallen haben muß, beweist eine Ein- ladung zu einem Werbespiel für den übernächsten Sonntag nach Zell an der Mosel. Weiter beteiligte sich am Sonntag der Unterfeldwebel Gugel an dem Sportfest von Shirfjeffen Kassel. Er belegte im Kugelstoßen mit 14,10 Meter und im Steinstoßen mit 8,96 Meter die ersten Plätze. > Ko. Rss tJen wir aber ?■ jebin9k uns 12*11 e. rben müssen bi! !n von Keinie??^' °°n Art uÜ- 2 neui ^wissen ariÄ2'8 te der Art Un& 1930 fein Bruder Hans von drei älteren Kommunisten Überfällen worden sei und darauf habe man Hans geraten, in die SA. einzutreten, um stets zu« sammen zu sein und zusammen heimgehen zu kön« nen. Hans bekam öfters Drohbriefe. Am Tatort ist der Zeuge von dem ersten Schuß getroffen und über der Kniescheibe verletzt worden. Er mußt« drei Wochen im Spital liegen. Die Kugel steckt noch, wie eine Röntgenaufnahme beweist, im Fleisch, aber der Zeuge hat keine Beschwerden mehr. Er hat das Mündungsfeuer aus zwei Pi st ölen wahrgenommen. Es knallte andauernd. Später sind noch am Allerheiligentor vier oder fünf Schüss« gefallen, die aber nicht trafen. Die 16jähriae Schwester des Zeugen Handwerß hat gehört, daß in der Menge gesagt wurde: „So, jetzt ist der UeberfaUroagen fort, jetzt können wir auf die drei da vorne losgehen." Die Meute sei bann drei Nationalsozial 1 i st en nach, bie nach der Zeil gingen. Von dort tarnen Z o r n unb ihre drei Brüder. Als diese am Städelhof einbogen, wurden sie von hinten an« gegriffen, und es begann die Schießerei. Der Schütze, der auf Hans schoß, stand vor dem Gitte» am Steinpfeiler vor dein Städelhof in gebückte» Haltung. Der Zeugin wird Reitinger gegen« übergestellt, sie kann nicht sagen, ob er der Schütze war. Auch der lelegraphenbauhanbroerter Willi Handwerk bestätigt, daß Zorn angegriffen wurde. Das Gericht wird zu einem noch zu bestimmenden Termin Tatortbesichtigungen zur Nachtzeit vornehmen, wobei bas Gebiet von der Polizei abgefperrt wird. OberbeffeiL Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 27. Sept. Am vergangenen Sonntag besuchten die Evangelischen kirch« lichen Frauenoereine von Göbelnrod und Reinhardshain den hiesigen Verein. Unser Gottesdienst war deshalb auf den Nachmittag verlegt, um den gemeinsamen Besuch zu ermöglichen. Von Göbelnrod waren mit drei Autos mehr als 50 Frauen und Mädchen erschienen, von Reinhardshain zirka 30. Der Gottesdienst war auch von der Gemeinde Steinbach gut besucht. Nach dem Gottesdienst wurden die Gäste in den Häusern der hiesigen Vereinsmitglieder in gastfreier Weise bewirtet. Im Saale des „Einhorn" versammelten sich nachher Gastgeber und Gäste. Der Vorsitzende des Steinbacher Vereins, Pfarrer D ö l l, begrüßte in feiner Ansprache die Gastvereine, deren Gründer und Leiter er in seiner früheren Wirksamkeit war, und dankte besonders den Gastgebern aus Stein- | bach. Bei gemeinsamen Liedern und fröhlicher Unterhaltung verging die Zeit rasch. Frau Lehrer ■ Allendörfer (Göbelnrod), die jetzige Leiterin des dortigen Vereins, dankte auch im Namen der Leiterin Frau Lehrer Müller (Reinhardshainl für beide Vereine den gastlichen Steinbachern. Nach einem Spaziergang durch das Dorf und nächste Umgebung, wobei auch ein Blick auf den Wirberg geworfen wurde, versammelte man sich noch zu einem kurzen Imbiß im Saale, und bann schlug die Abschiedsstunde viel zu früh. Kreis Büdingen. WNidda,27. Sept. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Erhöhung der F i 1 i a I ft e u e r für bas Rechnungsjahr 1933 auf 200 v. H. zur Gewerbesteuer beschlossen. Außerbem will man in Anbetracht ber vielen Außen» ft ä n b e ber ©emeinbe einen Erheber einstellen, ber eventuell mit ben Rechten eines Voll- ziehungsbeamten ausgestattet werben soll. Man verspricht sich hiervon einen besseren Eingang ber (Bemeinbeabgaben. — Das Schwimmbab wird ab 1. Oktober geschlossen. — Das 21 r b e i t s • bien ft lager ist fertiggestellt unb wirb im Laufs ber Woche noch bezogen. — Die Ob ft oer (teige« runn brachte einen Erlös von 616 Mark. Das Obst (Aepfel) war roiber Erwarten gegenüber bem Steinobst nicht sehr teuer, im Gegenteil würbe mitunter recht wenig geboten. Kreis Schotten. s. Schotten, 27. Sept. Die hiesige S) a n b e l s • unb Gewerbeorganisation (Hago) der NSDAP, hielt unter Leitung ihres Führers Neumann gestern eine Versammlung ab, um über bie Ausgestaltung ber Hanbwerkerwoche vom 15. bis 22. Oktober zu beraten. Mehrere Werbeoeranstaltungen, Vortragsabenbe, werben ftattfinben. Eine Ausstellung Vogelsberger gewerblicher Erzeugnisse soll ebenfalls veranstaltet werben. Ferner ist ein Festzug mit Festwagen, die die einzelnen Innungen Herrichten sollen, geplant. Am Schlußtag, Sonntag, 22. Oktober, wird der Schluß- Schulungskursus ber gewerblichen Organisation von Oberhessen, bie während bes Sommers in ben ver- schiebenen oberhessischen Stäbten ihre Schulungskurse abgehalten hat, hier in Schotten ftattfinben. Eine sehr große Zahl oberhessischer Meister und Gesellen bes Hanbwerks werben zu biefer Schlußtagung erwartet. Auch ein deutscher Handwerker- ab ent) mit feierlicher Überreichung ber Gesellenbriefe wirb ftattfinben. Das für nächsten Sonntag vorgesehene Erntebankfest wirb im großen Ausmaß gefeiert werden. Nach dem Festgottes- dienst findet Platzkonzert, mittags großer Festzua mit Erntewagen, Ansprachen, Volksfest und bergt mehr statt. Kreis Sttsseld. ll. M e r I a u, 26. Sept. Die Kartoffelernte in unserer Gegenb kann man als eine mittlere Ernte bezeichnen. — Dieser Tage würben ben Land- roirten von ber Felbbereinigungsgesellschaft bie neuen Grundstücke zugeteilt. Man ist nun eifrig damit beschäftigt, die Grundstücke, die größtentells in einer anderen Richtung verlaufen, zu bearbeiten. :/: Ruppertenrod, 27. Sept. Die Prvvin- zialstraßenbauverwaltung versteigerte gestern das Obst um unseren Ort. Qualität und besonders Quantität des Obstes ließen zu wünschen übrig. Der Zustrom der Steigerer war groß. Die Preise lagen dementsprechend hoch. Birnen waren sehr begehrt. Der nahezu vollständige Ausfall der Obsternte in unserer Gegend liegt in den Frösten des April und im Hagelschlag des August begründet. Unsere Gemeinde versteigerte ihr Obst einige Tage früher. Es lagen die Verhältnisse ähnlich wie an der Provinzialstraße. Die vorhandenen Zwetschen wurden gut bezahlt. * Schadenbach, 27. Sept. Dieser Tage hat Lehrer Meyenschein unser Dorf verlassen und ist nach seinem neuen Wirkungsort Worms übergesiedelt. Ungern sah man den pflichttreuen Erzieher von hier scheiden, der es in ber Zeit seiner kaum zweimonatigen Tätigkeit an ber hiesigen Schule verstanden hatte, sich alle Sympathien zu gewinnen« Herbst-Pferdemarkt Gießen 1933 Wirtschaft vom müller (Dorf-Gill), Tröster (Griedel), Bender (Dorf-Gill) Sarnes (Hof-Güll). Alb. Tröster (Griedel), G. H. K. Bopf II. (Lang-Göns), W. 26.9. veröffentlichte Verordnung wird die Einfuhr von schweren Arbeitspferden der Nummern 100 c und d des statistischen Warenverzeichnisses mit Wirkung von 1.10.1933 ab einer Beschränkung unterworfen. Von diesem Tage ab wird bis zum 30.9. 1934 aus den einzelnen Ursprungsländern nur noch die Menge an Bewilligungen zur Einfuhr zugelassen, die 70 v. H. der Einfuhr der einzelnen Länder in der Zeit vom 1. 7.1932 bis 30. 6.1933 entsprechen. Darüber hinaus werden Einfuhrbewilligungen nicht zugelassen. Ernst Stegmüller, Oscar Wiederhold. Einfuhrbeschränkung für schwere Arbeitspferde. Durch eine im „Deutschen Reichsanzeiger tober einberufenen GV. der Frankschen Eisenwerke AG., Adolfshütte bei Niederscheld (Dillkreis) soll neben Erledigung der Regularien und Aufsichts- ratswahl die Herabsetzung des Grundkapitals in erleichterter Form von 3,2 Millionen auf 2,4 Millionen Mark durch Einziehung von 800 000 Mark eigener Aktien vorgeschlagen werden. * Neueinstellungen im Siemens- Konzern. Im Monat August wurden in den deutschen Siemens-Werken wiederum über 1000 Arbeitnehmer eingestellt, so daß insgesamt seit März d. I. rund 5000 Personen mehr beschäftigt werden. Oie Mitglieder des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages. Lpd. Mainz, 27. Sept. Dem neugeyründeten Rhein-Mainifchen Industrie- undHan- d e l s t a g gehören als Mitglieder an: Von Preußen: Dr. Wilhelm Niecz, Josef Baecker, Georg Bahr, Direktor Ludwig Bellinger, Dr. Waldemar Braun, Georg Hartmann, Dr. Reinhard Heraeus, Major a. D. Karl Hoffe, Kommerzienrat Dr. Adolf Koehler, Günther Krayer, Dr. Alexander Mettenheimer, Direktor August Pauls, Direktor Rudolf Schmidt, Eduard Schmitt, Direktor Dr. Georg von Schnitzler, Direktor Ernst Schuene- mann, Direktor Hermann Schulze, Direktor Franz I. Schwarz, Direktor Dr. Karl Ernst Sippell; von Hessen: Direktor Erich Deku, Friedrich von der Emde, Erich H. Gellrich, Dr. jur. Cornelius Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Willi Heyne, Karl H o r st - Gießen, Karl Kühn, Emil Langhardt, Franz Leonhardt, Dr. Karl Merck, Dr. Erasmus Pauly- Gießen, Direktor Theodor Radtke, Dr. Fritz Roßbach, Eduard Schach, Direktor Werner Scheidges, Karl E. Schmitz, Rudolf Scholz, Franz Stabel, heim), Otto Walter (Trais-Münzenberg), K. Pfann- ' W. K. Faber (Leihgestern), Fr. K. Pfannmüller-Dorf-Güll. . , , _ Zweijährige Fohlen, Arbeitssch l ä g e. 1. Preis: W. Wagner II.-Kirchgöns; 2. Preis W. Ehr. Haub-Niederweifel; 3. Preis: Emil Bausch- Langsdorf. m ..... Zweijährige Fohlen, Wagen schlage: 1. Preis: Heinrich L. Dreut-Griedel; 2. Preis: Karl Bopf II.-Lang-Göns: 3. Preis: K. Pfannmuller-Dorf- Gill- Anerkennungen erhielten: G. Hildebrandt VI.- Niederweisel, Heinrich K. Strasheim-Griedel, Hern- rich Rübsamen-Altenbuseck. Wagenschläge: Zucht st uten mit Saug fohlen: 1. Preis Wilhelm Eifer, Muschenheim, Paul Buß, Gambach: 2. Preis Eugen Strasheim, Griedel: 3. Preis Eugen Dietz, Griedel, G.H. Bender, Dorf-Gill, Karl Bopf II., Lang-Göns. Zucht st uten mit Saugfohlen, Arbeitsschläge: 1. Preis Heinrich Dreut, Griedel; 2. Preis Adam Hofmann, Langsdorf: 3. Preis W. Wagner II., Kirchgöns; 4. Preis Emil Bausch, Langsdorf. Zucht st uten, erkennbar tragend, Ar- beitsschläge: 1. Preis Louis Häuser, Niederweisel; 2. Preis A. I. Bill, Niederweisel; 3. Preis Richard Becker, Trais-Horloff; 4. Preis Jean Wild, Rockenberg; 5. Preis Heinrich Dreut II., Griedel; 6. Preis I. KrausgrillVIII., Niederweisel; 7. Preis Gg. Rühl, Langsdorf; 8. Preis Adam Hofmann, Langsdorf; 9. Preis Louis Klein, Wohnbach; Anerkennungen erhielten: I. Krausgrill VIII., Niederweisel, Louis Häuser, Niedcrwsisel, Adam Häuser, Niederweisel, I. Krausgrill VII., Niederweisel, W. Wagner II., Kirchgöns, Otto Walter, Trais-Münzen- berg, W. K. Müller, Griedel, Richard Becker, Trais- Horloff, W. Ehr. Haub, Niederweisel, Wilh. Kuhl, Gambach, Heinrich Dreut II., Griedel, Louis Klein, Wohnbach, Ehr. Hildebrandt X„ Niederweisel, August Petri, Hattenrod. Zucht st uten, erkennbar tragend, Wagenschläge: 1. Preis: Gustav Weber (Ober- Hörgern), Ernst Seipp (Birklar); 2. Preis: O. Metzger (Münzenberg), Rud. Koch (Trais-Münzenberg); 3. Preis: Otto W. Velten (Lang-Göns); Anerkennungen erhielten: Rob. Schepp (Griedel), Eugen Dietz (Griedel), Karl Burk (Trais-Münzenberg), M. Bender Wwe. (Gambach), Eugen Strasheim (Griedel), Hch. L. Dreut (Griedel), Wilh. Eifer (Mufchen- alles paßte in den bunten Rahmen der angeregten Zuschauer und in den festlichen Glanz des herrlichen Herbsttages. Den Siegern in den einzelnen Wett- bewerben wurden wertvolle Ehrenpreise zuteil. Heber die Ergebnisse der reitersportlichen Wett- Ergebniffe her Prämiierung: Reitpferde unter dem Reiter gezeigt: 1. Preis und Medaille: Hauptmann von Stockhausen; 1. Preis und Medaille: Ph. Schudt- Londorf; 2. Preis: Eugen Dietz-Griedel, Wilhelm Eiser-Muschenheim; 3. Preis: Fritz Meß-Butzbach, Hermann Schneider-Herborn; Anerkennung erhielten: Otto Metzger-Münzenberg, Rudolf Koch-Trais- Münzenberg, Fr. Schudt-Neumühle, K. Pfann- müller-Dorf-Güll, W. K. Faber-Leihgestern, L. Schömbs-Gießen. Schwere Arbeitsschläge, einzeln: 1. Preis: Louis Häuser-Nieder-Weisel; 2. Preis: Jean Wild-Rockenberg, A. I. Bill-Nieder-Weisel; 3. Preis: Heinrich Dreut II.-Griedel; Anerkennung erhielten: I. Krausgrill VIII.-Nieder-Weisel, Adam Hofmann-Langsdorf, I. Krausgrill VII.-Nieder- Weifel, Karl Gebhard-Ziegenberg, W. Kd. Müller- Griedel, Klingelhöfer-Brückerhof, Richard Becker- Trais-Horloff, Gg. Rühl-Langsdorf, Louis Klein- Wohnbach. Leichte Arbeitsschläge, einzeln: 1. Preis: Otto Velten-Lang-Göns, Gustav Weber- Oberhörgern; 2. Preis: Eugen Dietz-Griedel, Otto Walter - Trais-Münzenberg; 3. Preis: Karl Bopf- Lang-Göns. Anerkennung erhielten: Otto Metzger- Münzenberg, Rudolf Koch-Trais-Münzenberg, Karl Burk-Trais-Münzenberg, Albert Strasheim-Griedel. Schwere Arbeitsschläge, paarweise: 1. Preis: Louis Häuser-Nieder-Weisel; 2. Preis: Richard Becker-Trais-Horloff; 3. Preis: Heinrich Dreut II.-Griedel; Anerkennung erhielten: I. Kraus- grill VIII.-Nieder-Weisel, Adam Hofmann-Langsdorf, W. Wagner II.-Kirch-Göns, Klingelhöfer- Bruckerhof, W. Ehr. Haub-Nieder-Weifel, Louis Klein-Wohnbach. Leichte A r b e i t s s ch l ä g e paarweise: 1. Preis: Rudolf Koch-Trais-Münzenberg, Gustav Weber-Oberhörgern; 2. Preis: Wilhelm Eiser-Muschenheim, Paul Buß-Gambach; 3. Preis: Eugen Strasheim-Griedel; Anerkennungen erhielten: Eugen Dietz-Griedel, Albert Tröster-Griedel. Dreijährige Fohlen, Arbeitsschläge: 1. Preis: Adam Hofmann-Langgöns; 2. Preis: Klingelhöfer-Brückerhof, Georg Rühl-Langsdorf. Dreijährige Fohlen, Wagenschläge: 1. Preis: Sy M. Sames-Dorf-Güll; 2. Preis: Paul Becker-Muschenheim, A. Strasheim-Griedel; 3. Preis: Auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- Heimer Straße herrschte gestern Vormittag und bis in die Stunden des frühen Nachmittags lebhaftes Kommen und Gehen: es war Pferdemarkt. Die Bau- ern des hessischen und des hessen-nassauischen Landes waren in stattlicher Anzahl zu Fuß, zu Pferd, im Wagen oder per Fahrrad nach Gießen gekommen, und prüften auf dem Platz mit kritischen Augen den Pferdeauftrieb des diesjährigen Marktes. Wiederum sah man, wie in den letzten Jahren überhaupt, viele Pferde in bestem Futterzustand, in bester Pflege, Tiere, in höchster Schönheit körperlicher Form, eine Schönheit, die nicht nur dem Bauern, sondern auch jedem tierliebenden Laien das Herz höher schlagen lassen muß. Die Pferdezucht, besonders in Oberhessen, bewies mit ihren Tieren, insbesondere.aber mit dem selbstgezogenen Fohlen, eine Leistungsfähigkeit, die für die Wiedererstarkung unseres Vaterlandes in wirtschaftlicher Hinsicht nicht unbedeutend sein dürfte. Der Herbstpferdemarkt, der allerdings etwas schwächer beschickt war wie der Frühjahrspferdemarkt, sah 131 Pferde und 32 Fohlen aufgetrieben. Nichtarischen Händlern war erstmalig der Zutritt zum Pferdemarkt verwehrt, so daß sich der Handel in der Hauptsache in völlig freier Vereinbarung von Bauern zu Bauern vollzog. Die Preise zeigten im Verhältnis zu früheren Notierungen wenig Aende- rungen. Für beste Pferde waren nach wie vor bis zu 1000 Mark und darüber anzulegen. Mittlere Pferde kosteten 600 bis 700 Mark, während leichtere Pferde mit 500 bis 600 Mark genannt wurden. Für Fohlen guter Schläge mußten 250 bis 300 Mark angelegt werden. Der Handel vollzog sich in Anbetracht des bevorstehenden Winters und der damit verbundenen zwangsläufig mehr oder weniger vorhandenen Arbeitsruhe, sehr schleppend, so daß die meisten Tiere, ohne den Besitzer gewechselt zu haben, in den Stall zurückkehrten. Besonderes Interesse galt auch diesmal wieder der Prämiierung Die Prämiierungsringe waren wieder von einer stattlichen Menschenmenge umlagert, die erst den Platz räumte, als das letzte Pferd aus dem Ring geführt wurde. Die Prämiierung, für die Geldpreise in Höhe von insgesamt 1800 Mark ausgesetzt waren, ließ die Bauernschaft mehr in den Vordergrund treten, da auch hier den nichtarischen Händlern keine Gelegenheit gegeben war, den Landleuten den Rang streitig zu machen. So kamen die Geldpreise ausschließlich der heimischen Bauernschaft zugute. Als gegen 11 Uhr die Sonne die endgültige Herrschaft über die schweren herbstlichen Nebelmassen angetreten hatte, klangen frohe Weisen einer Musikkapelle über den Platz und auf den Wiesen hinter dem Schlachthof wurden die ersten Vorbereitungen für die reitersportlichen Wettkämpfe getroffen. Nachdem dann die Prämiierung beschlossen worden war, säumte eine große Zuschauerzahl das Turniergelände, auf dem zahlreiche Hindernisse ausgestellt worden waren. Im Rahmen dieser Kämpfe waren schon vorher Geländeritte veranstaltet worden, so daß nunmehr noch die Reitprüfungen der verschiedenen Klassen, die Vielseitigkeitsprüfungen und die Jagdspringen zu erledigen waren. Der Kurs, den Pferde und Reiter hinter sich )u bringen hatten, war nicht leicht und nur wenigen der Reiterinnen und Reiter gelang es, fehlerlos zu bestehen. Die Reichswehr mit ihrem ausgezeichneten Pferdematerial lag in hartem Wettbewerb mit den Mitgliedern der ländlichen Reitervereine. Man sah verschiedene vorzügliche Leistungen, die nicht nur dem Reiter, sondern auch den Pferden alle Ehre machten. Das Publikum folgte trotz der unverhältnismäßig starken Hitze den Wettkämpfen mit gespannter Aufmerksamkeit und hielt auch mit dem Beifall nicht zurück. Mit Begeisterung sah man neben diesen rein reiterlichen Wettbewerben, der großen Quadrille eines Maschinengewehrzuges zu, die in vorbildlicher Disziplin, bei völliger Beherrschung der Pferde durch die Fahrer, helle Begeisterung auslöste. Unter dem Kommando von Oberleutnant Voigtsberger zeigten die Mannschaften im Rahmen der Quadrille eine Feuerübung mit dem Maschinengewehr, die die hervorragende Durchbildung der Reichswehr klar erkennen ließ. Nach einer Schlußrunde verließ der Maschinengewehr^ug in furioser Fahrt den Schauplatz unter dem lebhaftesten Beifall der Menge. Mit großer Freude wurde auch eine Quadrille der ehemaligen Leibgardisten in Friedensuniform ausgenommen. Die prächtigen Uniformen, die flatternden Fähnlein, die eleganten Bewegungen der schönen Pferde, das Sranffurfer Börse. Nillagsbörse: freundlich. Frankfurt a. M., 27. Sept. An der heutigen Börse war die Stimmung freundlich und zuversichtlich, wobei der letzte Reichsbankausweis und die jüngsten Ausführungen des Reichswirtschaftsministers nachwirkten, zu einer größeren Umsatztätigkeit kam es aber infolge der nur kleinen Publikumsbeteiligung nicht. Das Interesse verlagerte sich wieder mehr auf den Rentenmarkt, ohne daß aber von einer Hausse, wie sie in den letzten Tagen zu verzeichnen war, gesprochen werden konnte. Die letzten Regierungsmaßnahmen halten das Interesse für dieses Marktgebiet weiterhin wach. Von den variablen Renten eröffneten Alt- besitz 0,50 v. H., Neubesitz 40 Pf. höher, ferner fanden in späten Reichsschuldbuchforderungen, die 0,90 v. H. anzogen, lebhaftere Umsätze statt. Sehr fest lagen wieder Stahlverein-Bonds mit plus 1,75 v. H., ebenso waren Reichsbahn-VA. zu Pari (plus 0,65 v. H.) stärker gefragt. Der Aktienmarkt zeigte mit Ausnahme einzelner Spezialpapiere bei Beginn ein ruhiges und uneinheitliches Aussehen; die Kursveränderungen hielten sich indes in engen Grenzen. Auf die Arbeitereinstellungen im Siemens-Konzern lagen Siemens selbst 2,50 v. H. und AEG. 0,65 v. H. fester. Reichsbankanteile lagen mit plus 1,25 v. H. ebenfalls fester. IG. Farben eröffneten mit 116,90 v. H. unverändert. Der Montanmarkt verkehrte überwiegend in abgeschwächter Haltung; die Rück-- --- -- —- * Franksche Eisenwerke AG., Adolf s- kämpfe werden wir noch berichten. Nachstehend die Hütte bei Niederscheld. Der auf den 20.Ok- gänge betrugen von 0,50—1 v. H., bei Ilse Genutzj 1,40 v. H., während Buderus 1 v. H. gewannen? Niedriger eröffneten u. a. noch Deutsche Erdöl (minus 1 v. H.) und Accumulatoren (minus 1,25 v. Sy). Ausgehend von der festen Haltung bet Siemens-Aktie (weitere plus 3 v. Sy) war die Hist* tung an den Aktienmärkten im Verlauf allgemein etwas fester. Reichsbank gewannen nochmals 1,25 v. Sy, ferner lagen Bekula 1,50 v. H., Deutsche 6rbi öl 2,50 o. Sy fester, im übrigen betrugen die Erhöhungen 0,50—1 d. Sy IG. Farben unterlagen einigen Schwankungen: 116,90—117,75—117,25 bis 117,75, also per Saldo plus 1 v. H. Fest lagen auch Braubank auf günstige Dividendenhoffnungen (plus 3 v. Sy). Buderus gaben ihren Anfangsgewinn von 1 d. Sy wieder her. Am Kassamarkt ergaben sich nur kleine Veränderungen, doch lagen Hypothekenbank-Aktien nach der jüngsten Befestigung etwas schwächer. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen blieben behauptet, Neubesitz zogen sogar weitere 20 Pf. an, Stahlverein-Bonds bröckelten etwas ab. Gold- und ßiquibationspfanbbriefe sowie Kommunal-Obligationen blieben ziemlich unverändert, vereinzelt ergaben sich Abweichungen um 0,25—0,50 v. H. Von Stadtanleihen lagen Mainzer wieder 1 v. Sy fester, dageyen 6 v. Sy Frankfurter von 26 etwas niedriger, im übrigen blieben, sie meist unverändert. Staats- und Länderanleihen Adendbörse ruhig. Die Abendbörse verkehrte in ruhiger Haltung. Die Kulisse übte im Hinblick auf den voraussichtlichen Ausfall der kommenden Berliner Samstagbörse, der zwecks Bereinigung des Maklerstandes erfolgt, eine gewisse Zurückhaltung und nahm vereinzelt auch kleine Glattstellungen vor. Hiervon waren insbesondere IG. Farben mit minus 0,65 o. Sy beeinflußt, während auf den übrigen Marktgebieten die Berliner Schlußkurse behauptet waren« IG. Farben bröckelten im Verlauf weiter ab, späte« waren sie etwas erholt. Weiter fest im Hinblick auf die nunmehr erfolgte Dividendenerklärung Dort 6 v. Sy und 1 v. Sy Bonus lagen Braubank zu ca# 80,5 bis 81 v. H. Am Rentenmarkt war es gleichfalls still, doch machte sich etwas Nachfrage nach deutschen Anleihen und späten Reichsschuldbuchforderungen bemerkbar. Die übrigen festverzinslicher, Werte hatten kein nennenswertes Geschäft aufzuweisen. Berliner Frühbörse. Berlin, 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) In, Berliner Frühverkehr von Bureau zu Bureau liegen die Angebote an sich zwar klein, doch herrscht rein stimmungsmäßig sowohl für Aktien als auch für Rentenwerte ein weiterer freundlicher Grundton. Hierzu tragen die festere Haltung der Auslandbörsen sowie günstige Meldungen aus der Wirtschaft nicht unwesentlich bei. Am Devisenmarkt nannte man das Pfund gegen Kabel mit 41,7150, Schweiz 16,12, Amsterdam 7,74, Paris 79,75, Mailand 59,31, Spanien 37,34. und Brüssel 22,-41. ^rrtHiiurter L IrtchwielMarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. Vorauftrieb: 106 Rinder, 1000 Kälber, 460 Schafe, 481 Schweine. Es notierten: Kälber 22 bis 43 Mark, Schafe 18 bis 27, Schweine 42 bis 50 Mark. — Marktverlauf.ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Sept. An der Getreidebörse blieb die Haltung fest, doch herrschte angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung der Richtpreise für Süddeutschland Zurückhaltung. Das Angebot und die Nachfrage blieben klein. Die Preise zogen fast allgemein weiter leicht an und notierten in RM. wie folgt: Weizen 195, Roggen 158,50, Sommergerste 185 bis 187,50, Hafer 137,50 bis 140, Weizenmehl (Spezial 0 mit Auslandsweizen) 28,50 bis 29,25, do. ohne Auslandsweizen 27 bis 27,75, Roggenmehl, 0—60proz. Ausmahlung, 23,25 bis 23,50, do. südd. Spezial 0 23,50, Weizenkleie 9 bis 9,25, Roggenkleie 8,75 bis 9. Allgäuer Butter- und Käsebörse. K e m pi e n , 27. Sept. Allgäuer Butter 1. Qualität 125, Motkereibutter 123, Landbutter 116, Rahmeinkauf bei 43 Fetteinheiten ohne Milchdutterrück- gäbe 123 Mark. Marktlage stetig. Allgäuer Weichkäse mit 20 v. Sy Fettgehalt grünt Ware 22 bis 25, Allgäuer Emmenthaler mit 45 v.H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72, 2. Sorte 65 bis 67, Tendenz: freundlich. Filial- und Warenhaussteuer in Darmstadt. D a r m st a d t, 26. Sept. (WSN.) In der heutigen Sitzung des Darmstädter Stadtra- t e s wurde der Antrag der Stadtverwaltung auf gleichzeitige Erhebung d e r Filial« und der Warenhaus st euer bei solchen Betrieben, auf die die Vorschriften des Regierungserlasses vom 18. September 1933 Anwendung finden, genehmigt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 1 Sranffuri o. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Miltagbörse Datum 26.9. | 27.9. 26.9. | 27.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 85 85 85,5 84,9 6% efjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 98.5 99 98,5 98,9 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. — 86,4 87,4 86,4 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 80 80,4 80 80,4 Desgi. ohne Auslos.-Rechie...... 10,6 11,2 10,7 11.05 6% ehem.8°/« Hess. Volksstaat 1929 80,25 80,5 80,75 81 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 82.5 82,5 82,5 —» 6/2% Hess. LandeS-Hypotheken. \ 85 85 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit 72 — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechlen 74,25 73,75 74,75 [74,25 6% chem. 8% Franls. Hyp.-Vank Goidpse. 15 unkündbar bis 1935 84 84 — — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goidpse. 16 unkündbar bis 1936 —— — — bW/o ehem. 4%% Franks. Hyp.- 84,75 84,5 _ 6/2% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 87 87,75 * —- 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 85,5 85,5 85 85 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 85 85 85 85 Steuerautfch. Verrechnungskurs 86,7 86,75 86,7 86,75 4% Oesterrelchtsche Goldrente... 11 10,25 10,25 — 4,20% Oesterreichische Silberrente 0,65 0,70 0,75 0,75 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 4,65 5,25 5,25 4,75 6,3 5 5,15 4,5 4,65 4,65 6% abgest. Goldmexikaner von SS 5,5 5,5 — §,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5 4,95 4,95 4,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe Serie ...................... 5 5 — 4,9 Frankfurt a.M. Serkin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börsc Schluß- kurs Schluß!. Miltagbörse Datum 26.9. 27.9. 26.9. 27.9. 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... 5,05 4,5 2,5 24.9 10,9 11,9 40,25 45 46 38 139,5 17,75 112,5 74,5 88,5 40,5 78,5 89,75 140.5 113 65 96,25 47 81,25 97,75 52 51,5 5,05 2,8 4,5 2,5 25,13 10,75 11,5 - 45 46 37.5 142 18,75 113,75 89 41,5 74,5 78 91 146 113,25 65 97,75 47,75 82,25 96,4 52,5 52,5 5,05 4,25 2,6 25 10,65 19,75 11,75 40,5 84 45,25 46 38 139,5 17,75 112.25 73,25 89 41,25 72.5 77,75 88,75 141 115 65 95,5 47 81,5 53,25 128,5 97 52 51,75 4,75 2,9 4,25 2,5 25,25 10,5 19,75 11,65 41 84,25 45 46 37,5 142,25 18,75 114,4 74,5 89 41,5 74,5 80 91 146 113 66 97,5 47,5 82,13 53,5 125 96 62,5 52,5 Hamburg-Amertka-Pakel .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampsschiss...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prlval-Bank... 0 Deutsche Bank und DiSconto- Gefellfchaft................. Dresdner Bank.......... q Reichsbank ................ 12 A.E.G....................... Bekula...................... Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............. Felten L Guilleaume.........0 m^U!&f-6Ic,h:-UnterneIi,nung. 5 Rheinische Elektrizität....... 6 SchultertLCo....... 5 Siemens L Halske.......7.... -z Lahmeyer L Co.............to Buderus .......