Nr. 200 SrühauSsave 185. Jahrgang Montag, 28. August 1935 (Er|d)etnt tägltd), cmtza Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter ^Heimat im Bild Die Scholl« monats^Beingsptels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drnd und Verlag: Vrühl'sche Univerfilälr-Vuch' und Zteindruckerel K tanze in Gießen. Zchn'ftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. CheftedaKteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THgriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Die Rationalfeier am Tannenberg-Denkmal. Das deutsche Volk huldigt durch den Führer Adolf Hitler und den Ministerpräsidenten Göring dem Marschall der deutschen Weltkriegskämpfer. Um 9.40 Uhr kreuzen mehrere Flugzeugstaffeln über dem Denkmal. Dann braust großer Jubel von der Straße her: Deutschlands Sanv l e r und sein getreuester Paladin. Ministerpräsident ©Öring, nahen im Wagen. Ehe der 3u- bel verklingt, brandet er neu auf.' Der greife Sieger von Tannenberg, Ostpreußens Dolksheros Hindenburg, kommt! Steigt aus dem Kraftwagen und schreitet, rüstig wie immer, die Ehrenkompagnien der Reichswehr, der SA. und ES. und des Stahlhelm ab. Sein Gruß wird jubelnd erwidert. Der Feldmarschall spricht mit Veteranen herzliche Worte und schreitet dann in seiner imponierenden Gestalt durch das Tor des Denkmals in den Innenhof, wo ihn die Ehrengäste entblößten Hauptes erwarten. Man sieht neben Volkskanzler Adolf Hitler und Ministerpräsi- Oberpräsideni Koch das Wort, um den Marschall und den Kanzler zu begrüßen und den Staatsakt einzuleiten. Es ist mir eine hohe Ehre, so führte Oberpräsident Koch u. a. aus, die mich mit stolzer Freude und Genugtuung erfüllt, Ew. Exzellenz hier an geweihter historischer Stätte die ergeben st en Grüße des Vol - kesder heiligen o st preußischen Erde übermitteln zu dürfen. Sie sind uns in Ihrer überragenden soldatischen und staaLsmänn^chen Gröhe Zeuge und Sinnbild deutscher Treue, Ehre und Gröhe. 9m gewaltigsten aller Kriege, die die Welt je sah, führten Sie die deutschen Armeen an allen Fronten mit einzigartiger Genialität zu unerhörten Siegen und Triumphen. Ohne Beispiel in der Geschichte der Völker sind die deutschen Waffentaten, die unter Ihrer Führung vollbracht wurden. Unvergänglichen Dank wissen Ihnen die Ostpreußen dafür, daß Sie in diesem gigantischen Ringen die Heimaterde vom Feinde befreiten. Die tiefe Liebe und Verehrung, die gerade die ostpreußischen Menschen für Sie, Herr Generalfeldmarschall, empfinden, wurzelt nicht nur in der Dankbarkeit, sondern ebensosehr in dem berechtigten Stolz darauf, daß Sie selbst ein Mann ost preußischer Erde sind. Wenn heute schon der Mythos um Ihren stolzen Namen weht, er wird Sie dereinst fortleben lassen als den trutzigen Stamm aus knorriger oftpreußischer Wurzel, als den „Alien vom Preuhenwald". Das oftpreußische Volk, das in heißer Liebe, Dankbarkeit und Verehrung zu Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, ausblickt, will stolz vor aller Welt verkünden, daß Sie ein Sohn der ostpreußischen Erde sind, und wünscht zugleich aus dankerfülltem Herzen, daß diese Zusammengehörigkeit des Namens von Hindenburg und der Provinz Ostpreußen, diese Gemeinsamkeit der Erde und des Blutes auch für alle Zukunft erhalten bleiben möge. Er hat deshalb durch seine gewählten Vertreter im Provinzial- la ni) tag einstimmig eine Entschlie - deuten Goring den Reichswehrminister General v. Blomberg mit General v. Hammer st ein. den Chef der Heeresleitung, und Admiral Rae- der, den Ches der Marineleitung, v. Papen, Statthalter, Minister und Staatssekretäre des Reiches und der Länder, alte Generäle und Offiziere, Diplomaten, Männer der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens usw. Bon den Zinnen grüßen Hunderte von Fahnen des neuen Deutschlands, und in dem Rund des Stadions stehen 8000 SA.-Kämpler des neuen Deutschlands, die Kriegervereine mit ihren Bannern und im weiten Umkreis die unübersehbare Menge. Während Generalseldinarschall v. H i n t> e n b u r g den Innenhof betritt, donnern die Salutbatterien der Reichswehr mit 21 Schuß. Es ist 10 Uhr geworden. Dann ergreift Ostpreußens {jung gefaßt, die diesen Gefühlen der Liebe und der Verehrung Ausdruck gibt, und die Ihnen, sehr geehrter Herr Generalfeldmarschall, zu übermitteln ich die hohe Ehre habe. Solange die deutsche Zunge klingt, wird der Name v. Hindenburg in den Herzen eines jeden guten Deutschen einen Ehrenplatz einnehmen. Wunsch des Provinziallandiages und der 23er- freiung der ofipreußifchen Bevölkerung ist es deshalb, daß die Familie von Hindenburg für alle Zeilen mit der Provinz Ostpreußen durch Blut und Boden aufs engste verbunden bleibt. Der Provinziallandlag bittet demgemäß die Reichs- und Slaalsregierung im Interesse des ganzen Volkes, die Verbindung der Familie von Hindenburg mit dem ostpreuhischen Volke und der ostpreuhischen Scholle, die ewig deutsch bleiben werden, für immer ficherzuslellen. Als nationalsozialistischer Treuhänder und im Namen dieser Provinz gelobe ich Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, unwandelbare Treue. Immer wird Ostpreußen dem Reiche als Eckpfeiler erhalten bleiben. Dafür einzustehen und zu kämpfen, wird immerdar unser unbeugsamer und unerschütterlicher Wille sein. An den Reichskanzler und den Ministerpräsidenten sich wendend fuhr Oberpräsi- dent Koch fort: „Sehr verehrter Herr Reichskanzler, mein Führer! Sehr verehrter Herr Ministerpräsident! Namens der ostpreuhischen Bevölkerung habe ich die Ehre, Sie hiermit zu bitten, den in der Entschließung des Ostpreuhischen Provinziallandta- ges Dorgetragenen Wünschen in der Ihnen geeignet erscheinenden Weise Rechnung zu tragen, damit auf diese Weise das starke Bündnis zwischen dem alten und dem jungen Deutsch- land an dieser geweihten «stelle erneut besiegelt wird. Was will die NG.-Volkswohlsahrt. Von Bürgermeister Wilhelm Haug, MdL. Darmstadt. Don der Gauleitung Hessen- Rassau der RSDAP. wird uns folgender Aufsatz zur Verfügung gestellt. Wie auf allen Gebieten, ist es auch auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege und Fürsorge notwendig, daß nationalsozialistisches Denken und Mollen ihren Ausdruck finden. Die Art der sozialen Arbeit in den zurückliegenden Jahren wurde aus einem liberalistisch-marxistischen Ungeist heraus betrieben, so daß wir jetzt vor einem Trümmerhaufen stehen. Der Versuch, einen sozialen Wohlfahrtsstaat aufzurichten, hat unser ganzes Volk wirtschaftlich und seelisch an den Rand des Abgrundes gebracht. Der Zusammenbruch des kapitalistischen Wirt- schastsshstems belastete d e Wohlfahrts.i.irichtung ni einem Umfange, der weit über die natürlichen Aufgaben der Wohlfahrtspflege und Fürsorge hinausging. Die nationalsozialistische Revolution hat die hohe Verpflichtung, aus dem Zusammenbruch heraus die Wirtschaft des deutschen Volkes im Geiste einer echten Volksgemeinschaft neu auf* hubauen. Sie hat die Aufgabe übernommen, zedem Deutschen das Recht auf Arbeit und Brot zu geben und an Stelle eines falschen Wohlfahrtsbegriffes echte Dolkswohlfahrt zu sehen. Der bisherige „Wohlfahrtsstaat" schwächte das Verantwortungsgefühl gegenüber dem einzelnen Volksgenossen durch Züchtung von Unterstützungsempfängern. 3m Volke wurde die Auffassung großgezogen, daß allein dasWohl- f ahrtsarnt dazu da fei, zu helfen. Auch nicht notleidende Kreise entzogen sich ihrer Pflicht dem Nächsten gegenüber, indem sie meinten, zur Hilfe sei nur die Wohlfahrt berufen. Der in Rot Befindliche maß wieder dazu erzogen werden, daß er neben feinem Recht an die Volksgemeinschaft die Pflicht anerkennt, selbst zur Besserung seines Zustandes Leizutragen. Denn das Recht an die Volksgemeinschaft kann nie größer sein als die Verpflichtung, die der einzelne der Volksgemeinschaft gegenüber auf sich nimmt. So lange nun der Aufbau der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft nicht vollendet ist, wird es die Ausgabe der bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen sein, in engster Zusammenarbeit miteinander die Härten des Ueberganges zu lindern und dem mutlos Gewordenen neues Selbstvertrauen und neuen Lebenswillen zu geben. Darum wird sich die Arbeit der RS.-Volkswohlfahrt vor allem auf die Gebiete erstrecken, in denen es möglich ist, aufbauende Arbeit zu leisten. Sie will da helfen, wo eine Gesundung möglich ist. Das Mißverhältnis zwischen den Aufwendungen für gesunde und kranke Volksgenossen, das bisher bestand, muß behoben werden. Es ist unhaltbar, mit fürsorge- rischen Maßnahmen erst dann einzugreifen, wenn es zu spät ist, anstatt rechtzeitig aus Gründen weitsichtiger Vorsorge zu helfen. Don der ungesunden Verweichlichung und dem Übertriebenen 3ch-Denken wird eine Umkehr der Erziehung zum Dolksdewuhtsein, zur Gemeinschaft und zum führenden Opfergedanken ftattfinden müssen. Die Haltung der Reformpädagogen in den letzten 3ahren führte zur Verneinung, zur Auflockerung und zur Auflösung. Rationalsozialistische Jugendfürsorge muß gegen Verwahrlosung und Aufsässigkeit aufbauen auf dem Willen der 3 u g e n d zur Zucht, zur Gemeinschaft, zur Ehre. Aus dem gleichen Gedanken der aufbauenden Arbeit wird die Fürsorge für die Mutter als Trägerin der völkischen Zukunft eine weitere hohe Aufgabe fein. Die Hebung des seelischen Zustandes der Mutter bessert den seelischen Zustand der Familie und stärkt damit die Widerstandskraft des gesamten Volkes. Die Not der Zeit erfordert für die nächste Zukunft eine dritte wichtige Arbeit: die Winterhilfe. Nach den Worten des Führers soll im nächsten Winter niemand hungern und frieren. Wir rufen alle zur tätigen Mitarbeit auf, um den Opfern per Zeit zu helfen. Wir sind für einander verantwortlich und müssen den Gemeinschaftssinn in einer großzügigen Hilfe von Mensch zu Mensch zur Tat werden lassen. In den ersten Jahren des national« sozialistischen Aufbaus wird dieser Arbeit eine Bedeutung zukommen, die weit über die materielle Hilfe hinausgeht, weil in ihr auch ein großer erzieherischer Wert liegt. Denn sie dient der inneren und äußeren Verwirklichung des großen Grundsatzes der nationalsozialistischen Gedankenwelt: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" Die auf dem Gebiete der Volkswohlfahrt und Fürsorge zu lösenden Aufgabe^ werden von der NS.-Dolkswohlfahrt und der NS.-Frauenschaft, den NS.-Jugendorganisationen und der Kriegs- opferversorgung nach den Anordnungen der Reichsleitung der NS.-Volkswohlfahrt durchgeführt. Für den G a u H e f f e n - N a f f a u hat der Herr Reichs- ftatthalter und Gauleiter Sprenger unterm 18. August 1933 folgende Anordnung erlassen: Ich ernenne hiermit: 1. Zum Gauverwalter der Ns.-Vvlkswohl- fahrt Hessen-Nassau den Pp. Bürgermeister Haug, Darmstadt, Stadthaus; 2. zum stellvertretenden Gauwal ter und Geschäftsführer der NS.-Volkswohlfahrt den Pg. Willi Graf, Frankfurt a. M. Die Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt befindet sich Frankfurt a. M., Gutleutjtraße 8/12. A m Tannenberg-Denkmal, 27. Aug. (TU.) Fahnen wehen über ganz Ostpreußen. Glocken klingen über das Land. Kanonenschüsse unterstreichen die Erhabenheit der Stunde, in der sich die Führer der Nation, die beiden großen Männer der Weltgeschichte, im öofe des Denkmals von Tannenberg die Hände reichen: Hindenburg, der Vater des Vaterlandes, und Adolf Hitler, der Volkskanzler, zwei Männer, um die uns die Welt beneidet, die Ostpreußen als seine Befreier anfieht und denen heute wieder alle Herzen zufliegen. Unendlich ist der Jubel der Massen, die sich in weitern Umkreis um das Denkmal scharen. Historisch die Stunde, in der der greise Marschall durch den Führer des neuen Deutschlands und durch ganz Ostpreußen geehrt wird, wie einst Bismarck. Hindenburg, der heute vom deutschen Volke den Ehrentitel erhält: Der Alte vom Preußen w al d. Tausende sind mit ihren Fahrzeugen heute aus dem ganzen Reich zur Huldigung nach Tannenberg gekommen, um ihre Dankadressen zu überbringen. Mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen marschierten die braunen Kolonnen, zahlreiche Reichswehrformationen und auch eine Abteilung Matrosen. Dann kamen nach 8 Uhr in laufender Folge die Wagen mit allen Prominenten der Provinz, die Behördenchefs, die Mitglieder des Provinziallandtages, Offiziere des alten Heeres und der Reichswehr in ihren Uniformen belebten das Bild. Und dann, eine Minute vor 9 Uhr beginnt die denkwürdige Feier. Fanfaren erklingen von den Zinnen des Denkmals. Nach den Fanfarenstößen überreicht Staatssekretär $unf dem ostpreußischen Oberpräsidenten und Gauleiter Koch die Treuebotfchaften der Ostpreußen-Fahrer mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Tie Ostland-Treuefahrt hat ihr erstes Ziel erreicht. Hier auf historischem Boden unter dem Hochragenden Ehrenmal für eine der größten Schlachten der Weltgeschichte und in freudiger Erwartung des Siegers von Tannenberg, des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, unseres allverehrten Reichspräsidenten, geloben 1500 Kraftfahrer aus ganz Deutschland dem deutschen Osten unverbrüchliche Treue. In dieser feierlichen Stunde blickt das neue Deutschland voll Stolz und Bewunderung auf Ostpreußen. Hier ging die von unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgelegte Saat der nationalen Erhebung und Befreiung am sichtbarsten und schönsten auf. Wir Ostland-Fahrer sind hierher gekommen, um das ostpreußische Wunder mitzuerleben und Ihnen, Herr Oberpräsident Koch, und allen lieben treuen ostpreußischen Volksgenossen durch die Tat unseren Dank abzustatten. Die NS.-Volkswohlfahrt-Gauleitung ist zuständig für den Verkehr mit allen Organisationen der freien Wohlfahrt des Gaugebietes. Sie verhandelt mit ihnen nach Anweisung der Reichsleitung und gibt ihnen die Richtlinien für ihre Arbeitsweise nach oen von der R e i ch s l e i t u n g herausgegebenen Anordnungen. Für die besonderen in einem Gau auf dem Gebiet der Wohlfahrt zu losenden Aufgaben gibt die NSVW.-Gauleitung den obengenannten Organisationen gleichfalls die Anweisungen im Einvernehmen mit dem politischen Gauleiter. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf solche Wohlfahrtsorganisationen, deren Mitglieder w e i b« l i ch sind. Hier ist sinngemäß die NS. - Frauenschaf t im Rahmen ihrer Zuständigkeit verhandlungsberechtigt. Es ergeht nunmehr an alle u n- befcholdeten Angehörig en des deutschen Volkes, die das 2 0. Lebensjahr vollendet haben und rein arischer Ab > st a m m u n g sind, die Aufforderung, Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt zu werden. Entsprechende Meldestellen werden errichtet und bekanntgegeben. Wir Nationalsozialisten sind im harten Kampf groß geworden. Heute ist der Staat in unserer Hand, das Volk sieht gläubig zu den roten Hakenkreuzfahnen empor. Beweisen wir nun unseren deutschen Sozialismus, indem wir uns all der sozial Schwachen und Bedürftigen im Geiste der Volksverbundenheit aller Stände annehmen. Ans Werk — es geht um Deutschland! Vor dem Reichsparteiiag der RSDAP. Der Autoverkehr. München, 26. Aug. (WTB.) Die Reichspreffe- stelle der NSDAP, teilt mit: Der Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß hat folgende Anordnung erlassen: „Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß aus verkehrstechnischen Gründen eigene 21 u t o 5 in Nürnberg anläßlich des Parteitages nicht z u g e • lassen werden können. Den Ministern, dem diplomatischen Korps und sonstigen Ehrengästen werden Omnibusse zur Beförderung zu den verschiedenen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Auf Anordnung des Führer-» können Ausnahmen nicht 3 u g e I a f f e n werden." Freizeit für teilnehmende Arbeiter und Angestellten. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Angesichts der besonderen Bedeutung des ersten Parteitages der NSDAP, nach Uebernahme der Staatsführung hat die Sozialpolitische Abteilung des Reichsstandes der Deutschen Industrie an die Unternehmer den Appell gerichtet, den von den zuständigen Amts- st eilen der NSDAP zur Teilnahme an dem Parteitag bestimmten Betriebsangehörigen die hierzu erforderliche Freiheit ohne Lohnabzug zu gewähren, soweit nicht ganz zwingende Betriebserfordernisse dem entgegen- stehen. Die Diplomaten beim Reichsparteitag Rürnberg. 27. Aug. (WTB.) Rachbern schon kürzlich die Rarnen der reichsdeutschen Gäste des Reichsparteitages 1933 der RSDAP. veröffentlicht worden sind, liegt nunmehr auch die endgültige Liste derjenigen ausländischen Diplomaten vor, die als Ehrengäste in Rürnberg am Parteitag teilnehmen. Die ausländischen Gäste fahren bekanntlich in einem besonderen Zuge, der aus 14 Schlaf- und Salonwagen besteht, und werden in diesem Zuge auch während des Parteitages wohnen. 3n dem Zuge, der Freitagvormittag Berlin verläßt, befinden sich die folgenden Gesandten: Menning (Estland), Zahle (Dänemark), Anze* Soria (Bolivien), Rachat Pascha (Aegypten), da Costa Cabral (Portugal), Pouget (Haiti), Kueck (Dominikanische Republik), Gildemeister (Peru), Pomenow (Bulgarien), Saulys (Litauen), Liou von Tao (China). Enaytaollah Khan Somit) (Persien), Labougle (Argentinien), Kreewinsch (Lettland), Dinichert (Schweiz), Sanchez Mejorada (Mexiko), Phya Subaru Sompati (Siam), von Masirevich (Ungarn), Rizo-Rangabe (Griechenland), Bewley (3rischer Freistaat), Wuorima (Finnland). Ferner sind im Sonderzug folgende Geschäftsträger: Diaz (Guatemala), Botschaftsrat AzizDey (Türkei-, Botschaftsrat Cicconardi (3talien), Legationssekretär Dupuy (Uruguay), Legationssekretär Muhammed 3smail Khan (Afghanistan), Le- gationssekretär Dupuy (Uruguay), Legationssekre- lian (Rumänien), Legationsrat von Reuterskjold (Schweden), Legationsrat Bull (Rorwegen), Le- gationsrat de Souza Quartin (Brasilien), Legationsrat Olfen jo Carcia (Nicaragua). Göring an Balbo. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Der italienische Lustmarschall, Exz. B a l b o, hatte Ministerpräsident Reichsluftfahrtminister Göring seinen besonderen Dank für die Mitarbeit des deutschen Meteorologen Dr. Baumann bei der Vorbereitung und Turchsührung des großen italienischen Transatlantikfluges ausgesprochen. Neichsluftfahrtminister Göring hat hierauf dieser Tage an Exz. Balbo ein Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Mit Ihrer Anerkennung der Arbeit eines tüchtigen Mannes haben Sie mir in der Tat eine große Freude bereitet, entnehme ich doch aus ihr, daß mein Bemühen, Ihnen behilflich zu sein, nicht ohne Erfolg gewesen ist. Ich bin st o l z darauf, daß ich Ihnen, Ihren Besatzungen und damit Ihrem Vaterlande diesen bescheidenen Dienst habe leisten dürfen. Meine Bewunderung für Ihre unerhörte Leistung verbindet sich mit der Freude, Sie wohlbehalten und sieggekrönt wieder in Ihrer Heimat zu wissen. Mein besonderer Glückwunsch und Gruß gilt dem Marschall der KöniglichenLuft- m a ch t. In kameradschaftlicher Verbundenheit und aufrichtiger Freundschaft Ihr Hermann Göring. Ministerpräsident Göring wandte sich darauf mit einer Ansprache an den Reichspräsidenten, in der er u. a. sagte: Hochverehrter Herr Gencralfeldmarschall und Reichspräsident! Ich habe den berufenen Vertreter der Provinz, den Herrn Oberpräsidenten Koch gebeten, dem Ausdruck zu geben, was wir heute fühlen und empfinden. Gestatten Sie, mir daher, hochverehrter Herr Gene- ralfelümarschall, daß ich nur kurz mich des stolzen Auftrages entledige, den ich heute als preußischer Ministerpräsident übertragen bekam. Herr Generalfeldmarschall! Wir haben es bitter empfunden, daß nach dem gewaltigen Ringen des Weltkrieges scheinbar das deutsche Volk sich verloren hatte. Wir haben es bitter empfunden, daß es Jahre gegeben hat, in denen deutsche Volksgenossen in die Irre gegangen sind, Jahre gegeben, in denen man nichts mehr wissen wollte von den großen Taten und Leistungen der deutschen Armee, ihres Führers in Sonderheit. wir dürfen deshalb den heutigen Tag als eine bescheidene Gutmachung ansehen, glücklich darüber, daß ein Volk wieder zu sich selbst zurückgefunden hat, und dies an dieser geweihten Stelle, an der einst der Schlachtendonner grollte, an der einst das Schicksal der engeren und weiteren Heimat entschieden wurde, zum Ausdruck bringen. Herr Generalfeldmarschall! Es ist von al- tersher eine stolze, preußisch-deutsche Tradition gewesen, für gewaltige Taten seiner Feldherren den Dank des Volkes diesem Feld- Herrn auszudrücken. Und so soll auch heute ihr Name, Herr Generalfeldmarschall, und damit Ihre einzigartigen gewaltigen Taten verbunden werden mit der Erde, mit der Scholle, gerade Ihrer engeren Heimat, gerade der Provinz, die Sie allein durch Ihre Entschlußkraft und Ihren Mut und Ihr Können gerettet haben. Ich darf deshalb heute tm Hamen des preußischen Volkes nachholen, was einst versäumt worden ist. Ich darf im Namen des preußischen Volkes anknüpfen an die alte, schöne Ueberlieferung, den Namen des Feldherrn zu verbinden mit dem Orte seiner Taten, und es beglückt mich in Sonderheit, Herr Generalfeldmarschall, daß Sie als Sohn Ostpreußens Ihre Heimat verteidigen durften und daß es uns vergönnt ist, Ihren Namen mit einer Scholle zu verbinden, die durch Iahrhunderte hindurch schon mit dem Namen von Hindenburg verbunden war. Wenn wir heute den Dank für die Errettung Ostpreußens aus schwerster Not Ihnen dadurch abstatten, dann klingt immer dabei auch der Dank des heutigen preußischen Volkes für das, Herr Generalfeldmarschall, was Sie in weiser Voraussicht am 30. Januar getan haben. Zum zweiten Male fühlt Ostpreußen sich gerettet. Zum zweiten Male durch Ihre Hand! Durch Ihre Führung zusammengeschweißt mit dem engsten Vaterland und mit dem Deutschen Reich. Zum zweiten Male muß sich die Provinz gerettet fühlen, wo dereinst auf gewaltigem Schlachtfelde 10= viel Blut geflossen ist, daß das alles nicht umsonst gewesen ist, daß Staub und Rauch, Schmach und Not nicht die Herrschaft behalten konnten, sondern daß aufs Neue entstand das eine Reich, dessen Fundament wieder die Ehre und Freiheit geworden ist. Ich darf deshalb, Herr Generalfeldmarschall, Ihnen nun die Schenkungsurkunde überreichen und den Inhalt Ihnen zur Kenntnis bringen: „Dem Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall Paul von Leneckendorsf und von Hindenburg, übereignet Preußen in Ehrfurcht und Dankbarkeit als eine Schenkung des Landes die Domäne Langenau und Forst Preußenwald zur dauernden Vereinigung mit dem angrenzenden Allbesih Neudeck und zur Bildung eines hindenburg- hausgutes Hindenburg - Neudeck mit Preußenwald. So möge das Haus Hindenburg für allezeit festgegründet stehen im im altpreuhischen Heimatboden. Dank dem Befreier Ostpreußens!" Die Red« des Ministerpräsidenten wurde mit langanhaltenden Heilrufen ausgenommen. Dann schritt der Reichskanzler zum Rednerpult. Reichskanzler Adolf Hiller: Herr Generalfeldmarschall! Neunzehn Jahre sind vergangen seit den gewaltigen Tagen, da das deutsche Volk nach Jahrhunderten wieder Kunde von dem von Ruhmesglanz überstrahlten Namen Tannenberg erhielt. Ein unsicheres Schicksal hing damals drohend über Volk und Reich. Ohne eigene Schuld mußten unsere Männer Deutschland vor den Angriffen einer erdrückenden Uebermacht mit Leib und Leben beschützen. In unvergleichlichem Heldenmuts stürmten die Armeen im Westen, hielten die wenigen Divisionen im Osten. Und denoch schob sich alles verwüstend die zahlenstarke Uebermacht unseres russischen Gegners tief in das deutsche Land. Große Teile Ostpreußens verfielen der Zerstörung. Aus Aengsten und Sorgen stiegen die Gefühle empor zum Allmächtigen. 3m Namen Tannenbergs Hal sich die Rettung vollzogen, denn nicht eine Schlacht wurde hier geschlagen, sondern das deutsche Schicksal gewendet, Ostpreußen befreit und Deutschland gerettet. Seit diesem Tage begann diese unerhörte Schlachtenfolge im Osten, die Rußland als kämpfende Macht überwand, die deutschen Heere mit unvergänglichem Ruhm bedeckte, die deutsche Nation aber für immer Ihrem Namen, Herr Generalfeldmarschall, zu treuem Dank verpflichtete. Ganz gleich, wie auch das heroische Ringen Deutschlands enden mußte, der große Atrieg wird für immer unserem Volke das stolze Gefühl vermitteln, einst für des Vaterlandes Freiheit und Leben unvergängliche Opfer gebracht zu haben. Die Geschichte aber wird in kommenden Zeiten kein Verständnis dafür besitzen, daß ein Volk nach dem Verlust eines Krieges, den es selbst nie gewollt hatte, nur deshalb unwürdig unterdrückt und schmachvoll mißhandelt wurde, weil es seine Freiheit nicht wehrlos preisgab, sondern unter unsäglichen Leiden, unter nie dagewesenen Opfern das Recht seines Lebens und die Unabhängigkeit feines Bodens zu verteidigen versuchte. Damals, Herr Generalseldmarschall, hat es es mir das Schicksal zu meinem Glücke gestattet, als einfacher Musketier in den Reihen meiner Brüder und Kameraden für unseres Volkes Freiheit mitkämpfen zu dürfen. Heute empfinde ich es bewegten Herzens als gnädiges Geschenk der Vorsehung, hier auf dem Boden des ruhmvollsten Schlachtfeldes des großen Krieges im Namen der geeinten deutschen Nation und für diese Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, erneut den Dank aller in tief st er Ehrerbietigkeit aussprechen zu dürfen. Wir sind glücklich, daß wir diesen Ehrentag des deutschen Volkes mit dem feiern dürfen, der ihn uns einst gegeben hat. Die deusche Reichsregierung handelt aber für das deutsche Volk, wenn si e dem heißen Wunsche Ausdruck gibt, daß 3hr Name, Herr Generalfeldmarschall, für immer nicht nur Bilder vom Gtadtkirchenturm. Ausstellung im Oberhessischen Museum. Im Oberhessischen Museum wurde gestern eine kleine Sonderausstellung eröffnet, auf die vor einigen Tagen bereits in unseren Spalten hingewiesen worden ist: Ingenieur Fritz Dunkel, ein geborener Gießener, hat, einer Anregung des Oberhessischen Museums folgend, eine Reihe von Federzeichnungen geschaffen, die in den Besitz des Museums übcr- gegangen sind. Diese Federzeichnungen haben, mit wenigen Ausnahmen, den Turm unserer Stadtkirche, als das weithin sichtbare Wahrzeichen von Gießen, zum Vorwurf dergestalt, daß der Turm das zentrale Motiv bildet, um das herum sich die benachbarten und städtebaulich zugehörigen Architekturgruppen sinnvoll sammeln. So entstanden diese Blätter gewissermaßen als zeichnerische Variationen über ein architektonisches, stadt- und heimatgeschichtlich gleicherweise anziehendes und anheimelndes Thema. Einheitlich auf allen Blättern, die sich rein äußerlich durch ein ganz unterschiedliches Bildformat voneinander abheben, ist die Technik der Federzeichnung. Eine Manier also, die ohne Zweifel gerade dem architektonischen Vorwurf sehr angemessen erscheint und ein liebevolles und minutiöses Eingehen auf jegliches Detail gestattet. Im übrigen zeigt sich, zum Teil überraschend, welche Möglichkeiten rein bildhaften und malerischen Ausdrucks dieser Technik entspringen können. Abgesehen von einer ganz klaren und unverschwommenen Kontur, gelangt die Darstellung auf sämtlichen Blättern vollkommen über den improvisatorischen, andeutenden und skizzenhaften Eindruck hinaus, welcher für dieFederzeichnung so oft typisch und nicht selten auch beabsichtigt ist. Hier entstanden Bilder, die überwiegend in einem großen Rahmen angelegt sind, gemäldehaft gesehen, malerisch empfunden und durchgearbeitet — wie z. B. der Blick auf den Turm vom Säuglingsheim aus —, mit gehöriger Breite und Tiefenwirkung und mit einer ganz plastisch wirkenden Gruppierung und Aufteilung der kompakten Baumassen, welche fast auf allen Blättern die entscheidende Vertikalbetonung durch den, den ganzen Ausschnitt beherrschenden Kirchturm erfahren. Selbst der Alteingesessene, dem seine Vaterstadt von Kind auf vertraut ist, wird überrascht sein, wieviel hier, auf eine im Künstlerischen stets gleichbleibende Weise, aus einem einzigen und verhältnismäßig begrenzten Motiv herausgeholt worden ist: hier sieht man den Turm, den Mittelpunkt und Richtpunkt der Stadt, sozusagen in allen Lebenslagen vor sich, von allen Seiten, in allen Beleuchtungen, von den verschiedensten Standpunkten aus, in einer immer neuen Umgebung gleichsam, mit immer wechselnden und vielfältig sich überschneidenden Beziehungen zu dem ihn umgebenden, ihm organisch zugeordneten Komplex von benachbarten Häusern. In einigen Blättern tritt dann der Turm aus der beherrschenden Stellung in der Bildmitte heraus und rückt in den Hintergrund, um andere Motive, die in seinem Umkreise liegen, zur Geltung kommen zu lassen, wie zum Beispiel das Alte Schloß. Auf etlichen Blättern, die sich im übrigen ganz zwanglos in die Reihe einfügen, finden sich auch noch, ohne den Turm, einige andere schöne Architekturen der Stadt, wie das Neue Schloß und das Zeughaus-Portal. Außerdem sieht man in der Ausstellung, ohne Beziehung zum Gießener Stadtbild, eine Reihe von Zeichnungen von Dunkel, denen Ausgrabungsfunde zum Modell dienten: fränkische Schmuckstücke aus Trais-Horloff und Keramik aus Eberstadt. —y— Reine Kinder - meine puppen. Von Käthe Kruse. Was aber nicht so zu verstehen ist, als hätte ich meine Kinder zu Puppen gemacht! Nein. Ich habe nur aus meinen Kindern meine Puppen gemacht. Und meine Puppen sind alfo auch meine Kinder. Alle. Noch heute. Jede einzelne. Ich spiel' mit ihnen, ich sprech' mit ihnen. Unwillkürlich haben sie die Charaktereigenschaften der Kinder angenommen. „Mimerle, wo deine Zöpfe heute wieder sitzen, es ist zum Heulen. Friedebald, willst du nicht gefälligst bitte mal in den Spiegel gucken, ehe du dein Geburtshaus auf immer verläßt? Michel, mach' kein so brummiges Gesicht, es tut dir keiner was. Ernst darfst du gucken, meinetwegen, wenn's dir Spaß macht, aber nicht brummig, das gibt Reklamationen. Fifi, dein Kleidchen ist schon wieder mal zu lang, laß dir eine Stufe reinnähen, und Hannerle, fix, dein linkes Beinchen ist einhalb Zentimeter zu kurz, laß dir das dehnen! Gerechter Strohsack, Jockerle, wie hast du heute deine Zipfelmütze aufgesetzt, auch schielst du etwas, und Maxel, mein Maxel, mit d e r Oberlippe willst du unter die Menschen gehen? Ausgeschlossen, mein Sohn, ganz ausgeschlossen! Kein Mensch kann dich damit liebhaben. Und das sollen sie doch!" Wahrhaftig, das sollen sie, die Menschen. Davon bin ich besessen. Als sie klein waren, die Kinder, waren sie so leidenschaftliche Puppenmütter, daß ich tiefsten Respekt vor dem Spielen mit Puppen bekam. Man kann's gar nicht ernst genug nehmen. Wenn Fifi die Mimerl- Mutter bitterlich kränken wollte, dann sagte sie ihrer Puppe etwas Schlechtes nach, und Mimerle kam an den Rand der Verzweiflung, in Kummer, in Ohnmacht, in Löwinnenmut. Die Sägespäne, die aus Fifis „Oskar" rieselten, als er ganz und gar ausgetrocknet war, waren in Fifi-Mutters Augen richtig schamhafte Schandtaten, für die er nur nichts konnte, der arme Kerl, und auf die sie wie ein Luchs aufpaßte. Handfeger und Schaufel hielt sie immer in ihrer Nähe versteckt. Mit sechs Kindern schliefen sie später in einem Bett. Die Puppen an der Wand, die Mutter auf der Bettkante. Es erforderte großes Geschick, ihr wenigstens zwei oder drei Schlafende zu entreißen, und ich war nie sicher, ob ich die Bedauernswerten gut genug aufs Sofa gebettet hatte, und ob ich für heute nicht „wenigstens" lieber Peter und Benni hätte weglegen sollen, statt wieder Annchen und Max. Von den Jungens taten Michel und später Friedebald mit. Michel war als Puppenvater ernst und ohne Scham bei der Sache. Je nach Bedarf war er Tauf-Pastor, oder Papa, oder Lehrer, oder Onkel Doktor. Er ließ sich kostümieren und genierte sich kein bißchen, ein Puppenkind in Schlaf zu singen. Friedebald wird mir unvergeßlich bleiben, wie er, immer seinen „Sohn" unterm Arm, durch den Park von Wörlitz stakste. Elf Jahre war er alt. „Friedel", hatte die besorgte große Schwester Fifi ihn gemahnt, „die Kinder werden dich veräppeln." „Js mir so wurscht", sagte Friedebald und hielt feinem Biball ein Stückchen Kuchen unter die Nase. Und es hat ihn wahrhaftig kein fremdes Kind veräppelt. Friedebald wäre auch der Mann dazu gewesen, sein Kind so lange ins Gras zu legen, bis er etwa einem Jungen handgreiflich den Standpunkt klar gemacht hätte. durch diese Tal in unserem Volke weilerleben möge, daß nicht nur die Steine diese» Denk- mals von Ihnen sprechen sollen, sondern daß in langer Geschlechterfolge auch lebende Zeugen in Verbundenheit mit diesem Heimatboden von Ihren Ahnen künden. Die deutsche Reichsregierung hat daher als Vertreterin der nationalen Ehre und in Erfüllung der Pflicht der nationalen Dankbarkeit beschlossen und zum Gesetz erhoben, daß jene Scholle dieses Gebietes, die heute mit Ihrem Namen, Herr Generalfeldmarschall, verbunden ist, solange frei fein soll von den öffentlichen Lasten des Reiches und der Länder, solange sie durch einen männlichen Erben mit dem Namen Hindenburg verbunden bleiben wird. Auch die Rede des Reichskanzlers wurde mit großen Beifallskundgebungen und Heilrufen aufgenommen. Dann erhob sich der Reichspräsident und begab sich zum Rednerpult. Ein großer Kranz aus Eichenlaub wurde ihm nachgetragen. Reichspräsident Generaffeldmarschatt von Hindenburg hielt folgende Absprache: „Arn heutigen Tage und an dieser Stelle ist unser er st es Gefühl, treues Gedenken an dietotenüarneraden.dieauf dem weiten Felde deutschen Heldentums in ihren Gräbern ruhen. Ihnen, die uns ein unvergeßliches Vorbild fein müssen, die ihr Leben Hingaben für ihr Vaterland, gilt unser ehrfurchtsvoller Gruß und unser unauslöschlicher Dank, als dessen Ausdruck ich diesen Kranz n i e b e r l e g e.“ Die Fahnen senkten sich: die Hände streckten sich empor, die Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Es folgte eine Minute des Schweigens. In diesem Augenblick läuteten in ganz Ostpreußen die Glocken der Kirchen. Der Reichspräsident fuhr dann fort: „Wenn ich in (Erinnerung an diese eben erwähnte Zeit weitergehe, so gedenke ich zunächst in Ehrfurcht, Treue und Dankbarkeit meines Kaisers, Königs und Herren, dessen Vertrauen und dessen Befehl mich einst hierher berief. Ich gedenke ferner in nie versagender Dankbarkeit meiner damaligen Kampfgenossen vom ältesten General bis zum jüngsten Musketier, die aUebefeelt waren vom festen Siegeswillen und der opferbereiten Hingabe für das Vaterland. heute wird mir auf diesem Schlachtfelde eine Ehrung zuteil, der gegenüber ich zunächst erklären möchte, nur meine Pflicht getan ju haben. Ich nehme diese Ehrung an, nicht meiner Verdienste wegen, sondern weil ich in ihr ein Symbol für die feste Verbundenheit meiner Person und meiner Nachkommen mit a l t p r e u h i s ch e m hei- m a t b o b e n erblicke. Unb so spreche ich benn hiermit meinen herzlich st en Dank aus, insbesondere dem Herrn Reichskanzler, dem Herrn Ministerpräsidenten unb dem Herrn Oberpräfidenten, sowie auch durch diese Herren allen denen, die meiner so freundlich gedacht haben. Ich glaube, daß wir diese Feier nicht würdiger beschließen können, als durch gemeinsamen Vorsatz zur Einigkeit in Liebe und Treue zum Vaterlande und durch den alten Soldatenrus, der einst auch über dieses Schic.o-lseld brauste: Deutschland Hurra, Hurra, Hurra!" Nachdem das Hurra am Schlüsse der Rede d.s Feldmarschalls langsam verklungen, ist, singt die Menge das Deutschlandlied mit einer Begeisterung, wie an den großen Tgen vom 30. Januar und von Potsdam. Der Reichspräsident nimmt Abschied und tritt mit dem Kanzler zusammen zur SA. Oer oberste SA-Führer Adolf Hitler fordert seine Kämpfer auf, den Marschall zu grüßen. Gewaltig klingt der Gruß aus dem Munde der braunen Kämpfer, die für Deutschlands Aufstieg stritten und weiterstreiten, und an den langen Kolonnen entlang schreiten Marschall und Kanzler vorbei an der Salutbatterie zum Wagen. Während Hindenburg unter dem Iubel der Bevölkerung nach Neudeck fährt, begibt sich der Kanzler, gleichermaßen umjubelt, sofort nach Allenstein durch die dichtumsäumten Straßen. Aeberall sieht man Transparente und Fahnen, an denen der Kanzler vorbei direkt zum Flugplatz Deuthen bei Allenstein fährt und mit der D 2500 dann den Weiterflug, an tritt. Aus oller Welt. „Graf Zeppelin" auf ber Heimreise. Wie die Hamburg-Amerika-Linie mitteilt, befand sich das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" am Samstag um 8 Uhr MEZ. auf 1.32 Grad Süd und 31.53 Grad West, ungefähr südwestlich Insel St. Paul. Auf seiner Rückfahrt wird das Luftschiff voraussichtlich heute (Montag) in Sevilla zwischenlanden unb am Dienstag in Friedrichshafen eintreffen. Schon am Samstag, dem 2. September, tritt „Graf Zeppelin" eine neue Fahrt nach Südamerika an. Riesige Waldbrände in Amerika. Wie aus Portland (Origon) gemeldet wird, wüten im westlichen Oregon im Staate Washington und in Britisch-Colurnbien ri'esige Wald- brände, von denen jeder eine Ausdehnung von fast 200 Kilometer hat. Die Brände waren schon zum größten Teil eingedämmt, wurden jedoch durch Umschlagen des Windes wieder neu entfacht. Die in der Mitte des Waldes liegenden Städte mußten von der Bevölkerung geräumt werden. Maßgebende Forstbeamte erklären, daß eine Rettung des Waldbestandes vor vollständigem Eintritt der Windstille nicht möglich fein wird, so daß mit einem unermeßlichen Schaden gerechnet werden muß. Das westliche Britisch-Columbien meldet Waldbrände an insgesamt 80 Stellen. Im Segelboot über den Atlantik. Drei polnische Armeeoffiziere find in einem zehn Meter langen Segelboot nach einer Atlantiküberquerung auf den Bermudas-Inseln eingetroffen. Sie waren am 15. Juli von Plymouth abgefahren und wollten eigentlich nach Chikago. Auf dem Atlantik haben Sie schwere Stürme erlebt. Der Mast wurde abgerissen, und als sie an Land kamen, wußten Sie nicht, wo sie waren. Drei Hinrichtungen. Die durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts in Torgau am 9. Dezember o. I. wegen Mordes bzw. Anstiftung zum Morde zum Tode verurteilten Schmiedegesellen Willi Berndt, Fabrikarbeiter Otto P i e tz j ch k e und Witwe Emma Thieme aus Seegrehna wurden im Strafgefängnis Torgau durch Enthauptung hingerichtet. Berndt und Pietzfchke hatten auf Veranlassung der Witwe Thieme deren Sohn ermordet. Meine Kinder, meine Puppen. Sie waren glücklich miteinander. Und indes sie hinauswandern, meine Puppen, meine Kinder, sollen all die fremden Kinder es auch mit ihnen sein. Das ist die Quintessenz meiner Arbeit! Oie „höchste^ Segelregatta der Wett. In der englischen Kenja-Kolonie findet wohl die höchste Segelregatta der Welt statt. Auf dem mitten im Land gelegenen Naivasha-See haben sich die dort lebenden Engländer zunächst auf Eingeborenenbooten, die zum Segeln notdürftig zurechtgemacht waren, seit einiger Zeit in Segelregatten gemessen. Dieser See aber liegt nicht weniger als 6000 Fuß über dem Meeresspiegel! Neuerdings haben sich die Kolonialengländer regelrechte Segelboote aus England kommen lassen, um sich wirklich sportgerechte Fahrzeuge zu halten. Der Anmarschweg, auf dem die Boote über Land transportiert werden müssen, ist nicht weniger als 560 km lang! Außerdem ist dabei der Höhenunterschied von 6000 Fuß oder 1825 Meier zu überwinden. Die Sportbegeisterung des Kolonialengländers feiert hier einen besonders eigenartigen Triumph. Zeitschriften. — Die Neuordnung der evangelischen Kirche im neuen Staate behandelt D. Th. Heckel, Konsi- storialrat der Deutschen evangelischen Kirchenkanzlei, in der neuesten Nummer der Leipziger „Fllu - strirten Zeitung" (Verlag I. 3. Weber): „Seit den Befreiungskriegen' ist die Idee der Eini- S des deutschen Protestantismus nicht mehr zur gekommen. Verschiedene Einigungsoersuche begleiten fast regelmäßig die großen politischen Ereignisse in Reich und Ländern. In Fortführung und Vollendung dessen ist heute, in der Stunde, da Gott unser deutsches Volk eine große geschichtliche Wende erleben läßt, die Deutsche Evangelische Kirche geworden und verfaßt." Die vielseitige Nummer bringt ferner u. a. Beiträge über „Antoine Pesne, den Hofmaler dreier preußischer Könige" zu seiner Jubiläumsausstellung im Berliner Schloß: „Die Sommerresidenz des Prinzen von Wales"; „Die Stadt der Andromache, ein neuentdecktes griechisches Kulturzentrum in Albanien". Die Abbildungen bieten in ihrer technisch einwandfreien Wiedergabe ein vortreffliches Anschauungsmaterial; die Tafeln „Rundfunk und bildende Kunst", „Nestflüchtige Jungvögel" unb „Werktagsarbeit" seien besonders genannt M 5m landM- tunzsw elN.La" errt7 nhW in Li» ""A andere m n SÄ-S Zeit mogüch l L die E ve'Ejunge SchMuHes hm 2? sich die vorn des Dauern Eiben. Auch ° hohen Aufgabe helfend Daru Neuerungen ve schicke deine El Dissen, das ih mittdt w>rd, i kleinen Ausgab auf jeden Fall Der Schuldes November stall Anmeldungen t schriftlich bei K ^hule (Landlm gegengenommen Oie,Sn Alle Anzeicher Messe" in Gieß tober zu einer del, Handwerk i einen Wirtschas während der , sähigkeit und dl nicht nachweise! Handwerk und „Braunen Wach Bevölkerung, zu Staat opferöillii jchen Wirtschaft Das nationa. allen Fragen, in Vordergrund: 2 deutsch! Wen Hausfrau noch tätigt, dann ist e lichen Heben bebe stand, wieder zu e schäft zu bringen, beutfän Wirftchas deMch batytan. Zeitalter \\\ btt M fiert Worten unb Unsere Wirtschaft nationale Zusamt unserer wirtschas Das Frankfurt vor dem Franks heute die Ardei Hessen und Hesse Eröffn«» 6 mitzuerleben. Di [em Änlah das j Don Särge! zur $or Beginn k Bauernstandes g{ M lewer hsst Dezirksleiter der tncb^ellenleiter des Gaues. Zm 2f, "klö propöt da; Thema betonte, bQt> x " ^ber dürfe und r Miöie Anfg Dealer zu deutscher Geist! wachte der "en, 2Reit ne ’Pläne.'L6"«' »iienen8 m ,u(l fa®d°- das hJ.VWcr , SÄ* ÄZL Ntn« d--D WZ Aus der Provinzialhauptstadt Das NGBO-Treffen in Frankfurt 5 mit einem unermefe- en muß. Las westlich? Wblände an insge- Zelt 1: starkes Nasenbluten: Kuhlmann, Zelt 6: starkes Kopfweh, und Lembke, Zelt 11: rasender keiner ver-> sie selber so gut und lehrten, schwülstigen Worten, die steht außer dem vielleicht, der spricht oder schreibt ..., sie reden, so schlecht sie es eben verstehen. WSN. Frankfurt a. M., 27. Aug. Die alte , . Kaiserstadt am Main steht heule ganz im Zeichen Zahnschmerz.' pflegen. Dazu sei der Arbeiter in jedem einzelnen Betrieb berufen. Es müsse Schluß gemacht werden mit den marxistischen und liberalistischen Gedankengängen des Klassenkampfes, die sich einer gemeinsamen Arheit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Ginne einer organischen Volksgemeinschaft entgegenstellten. Die Meberroinbung dieses Grundübelv könne nur aus dem Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus verwirklicht werden, d. h. durch die Idee der Arbeils- und Tatgemein- fchafl der Ration. Es sei heute die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, daß jeder nach seiner Leistung bezahlt und ein auskömmliches Dasein habe. Vornehmste Pflicht des Staates sei, die Millionen Volksgenossen wieder in den Arbeitsprozeß einzugliedern, die durch die wahnwitzige Idee des Liberalismus und Marxismus um Arbeit und Brot gekommen seien. Bereits heute könne die Regierung weitgehende Erfolge verbuchen. Der Arbeiter in der NSBO. habe die Pflicht, die weltanschauliche Grundlage für den Neubau der Wirtschaft zu legen und ein Vorbild zu fein für jeden deutschen Volksgenossen. Ls sei nicht Aufgabe der RSBO., willkürliche (Eingriffe in die wirtschaft zu machen, sondern es sei Aufgabe, jeden Arbeitsplatz zu erhalten und nichts zu vernichten, was wertvoll und geeignet sei, den Ausbau zu fördern. Jeder müsse sich der Verantwortung bewußt sein, die er in Erfüllung seiner Pflicht n sich nehmen müsse im Dienste an Volk und Staat. Dann flammten die Fackeln auf, und mächtig stieg das Lied „Volk ans Gewehr", von tausenden von Kehlen gesungen, zum Himmel. (Saubetriebszellenleiter Becker, der Bezirksführer der Deutschen Arbeitsfront, umriß dann in kurzen Zügen die Aufgaben der NSBO. im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront. Die NSBO. sei der weltanschauliche Garant für die Sicherung des Aufbaues. Es werde in Zukunft keine Störung von irgendeiner Seite mehr geduldet und hart und unerbittlich jeder zerschmettert, der es wage, Hand an das große Werk zu legen, um eigennützige Interessen und wahnwitzige Ideen verwirklichen zu wollen. Nach dem Gesang des Horst-Weffel-Liebes und einem dreifachen Sieg-Heil auf den deut-' schen Arbeiterführer Adolf Hitler schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Ein Stimmungsbild vom Sonntag. BMIingtbi, m,t einer "w 30. 3anuar Kanzler zu« AHühler tler m Marschalls der M aus kni er, die für Drisch, witerslreiten, und an ng schreiten Mar« >rki an der balut- md Hindenburg strunz nach Heuted zler, gteichermahen tein durch die dicht« lll sieht man Trane« ten der Kanzler vor« ruthen bei Allenslein Xmn den Weiterflug Dann stehen sie angetreten zum Flaggengruß. Tadellos sind sie jetzt in Ordnung. Das Koppelschloß glänzt, die blitzblank geputzten Schuhe sollen nach der Vorschrift das Antlitz des Beschauers widerspiegeln. Die Fingernägel sind gesäubert... Auch in den Zelten ist alles aufgeräumt... „Etillgestanden!" „Augen — rechts." Meldung an den Lagerleiter: „Das Lager steht mit hundertvierundfünfzig Mann. Nicht mitangetreten ist die Kochmannschaft, zwei Sanitäter, die Nachtwache. Kranke drei Mann: Müller, nburg ilit,an5,'t. foroie ’ We mei- k&t ro6>- ÄS,";; HÄ Dann beginnt der Morgendienst. Ein Schulungslager ist es ja, nur für Führer. Der Führer soll hier alles lernen, was er zur Führung seiner Gruppe daheim wissen muß. Zeltbau — damit fing es an, als das Lager aufgebaut wurde. Kartenlesen, denn es ist mehr als peinlich, wenn ein Führer seiner Abteilung auf Fahrt plötzlich gestehen muß, daß er den Weg verloren hat und nicht mehr weiter weiß. Entfernungsschätzen gehört auch dazu. Ebenso das Zurechtfinden im Gelände auch ohne Karte. Nachts nach der Stellung der Sterne, bei Tag nach der Sonne, wenn nötig, mit Hilfe des Uhrzeigers ... Knotenschlingen, Bau einer Strickleiter ... alles das muß ein junger Führer kennen. Ebenso muß er die Befehlssprache kennen. Dazu sind einheitliche Kommandos nötig, die er beherrschen muß... Gleichzeitig mit dieser Schulung läuft die geistige Schulung. Der Junge muß in der Lage sein, einen Heimabend zu leiten, den Leuten seiner Jungenschaft, seines Jungzuges etwas zu bieten. Neue Lieder muß er lernen, auf allen möglichen Gebieten muß er Bescheid wissen. Wissensdurstig ist so ein Junge. Und du bist der Führer, also hast du alles zu wissen. * Unterdessen ist der Küchendienst tätig. Kartoffeln müssen geschält werden, Reis muß kochen und will nicht, und sie sind doch keine gelernten Köche. Die Mama soll ja aus dem Lager wegbleiben. Aber so, jetzt beim Kochen ... da würde man sie vielleicht brauchen können. Aber nein, es geht auch so. Und wenn das Essen auch nicht so ist wie man es von Hause aus gewohnt ist: man hat es selber gekocht, man hat Hunger, und es schmeckt. Und die Kessel werden leer. Werden unter Garantie leer... Der Morgendienst ist beendet... In langen Reihen, zeltweise, treten sie an zum Essenfassen. * Nach dem Mittagessen ist Ruhe. Sie liegen in den Zelten oder vor den Zelten auf der Wiese und tränten in den blauen Himmel hinein... Oder sie lesen... Andere schreiben. Auf manchen Karten steht nichts als: „Liebe Eltern. Ich lebe. Heil Hitler. Euer Hans." Mittags drei Uhr. Ein Trompetensignal beendet die Ruhe. „Kartoffelsupp, Kartoffelsupp, den ganzer» Tag Kartoffelsupp. Supp, Supp, Supp..." Das Lager steht ... Jetzt kommt der Sort zu seinem Recht. Fußball, Handball, Faustball, Schlagball, Tummelspiele, Geländespiele aller Art ... Oder sie gehen zum nahen See, an einen nahen Bach zum erquickenden Bad... „3m Gleichschritt — marsch." „Reihe rechts." „Laufschritt — marsch, marsch." lieber die Wiese zunächst, auf deren Gräsern nochd er Tau hängt und in den ersten Strahlen der Sonne glitzert, hinein in den Wald... Waldlauf ... hinunter zum See... Marge nwäsche. War es auch in der Nacht kühl gewesen, das Wasser ist warm. Sehr warm — also hinein... Prustend stehen sie wieder am Ufer. Reiben die gesunden, von der Sonne gebräunten Leiber trocken. Lachen und tollen und sind guten Mutes. Vor ihnen liegt ein ganzer Tag ... Sie werden Gelegenheit haben, ihre Kräfte zu messen. Die Sonne lacht ihnen zu. Sie hat ihre Freude an den frischen, frohen Jungen... Indes die andern bei der Morgenwäsche am See sind, haben die Sanitäter ihren Morgenbesuch bei den Kranken abzustatten. Ernstere Krankheiten sind nur in den seltensten Fällen $u verzeichnen gewesen. Dann wurde stets sofort em Arzt zugezogen. Meist handelte es sich jedoch nur um Kopfschmerzen, Durchfall und andere unangenehme Geschichten. Es ist einem beim Brotschneiden auch einmal das Messer ausgerutscht, und aus Versehen ein Stück in den Singer geraten. Dis der Betreffende den Irrtum bemerkte und nach den Sanitätern brüllte. Meist handelte es sich jedoch nur um „kleine" Sachen... Nach jeder Behandlung war schließlich als Erfolg festzustellen, daß der Patient noch am Leben war... Und wenn es eine Frage gibt, die sie nicht verstehen, dann sind sie so ehrlich und sagen das. Und dann rücken sie dem Problem gemeinsam zu Leibe ... Oder sie lesen irgendein Buch gemeinsam... Flaggengruß. Der Führer spricht ein kurzes Wort, ein Abendlied aus hundertsechzig Kehlen klingt durch die Natur, die schlafen will. Ein Sieg-Heil auf den Führer. Dann sinkt langsam die Flagge. Das Lager geht zur Ruhe ... * Jetzt schlafen sie ... Heiß war der Tag, glühend brannte die Sonne, und nicht immer leicht war der Dienst. Aber sie sollen ja gestählt werden, Anstrengungen zu ertragen. Eine harte Zeit ist heraufgezogen. Und diese Zeit braucht stahlharte Jungen. Alles, was sie tun; sie tun es für Deutschland. Puppen. Sie waren ld indes sie forn* meine Krnder, «ollen Ä mit ihnen M meiner Arbeit! des Landestreffens der NSBO. Hunderttausend deutscher Arbeiter der Stirn und der Faust aus allen Teilen Hessens und Hessen-Nassaus sind in Frankfurt eingetroffen, um an diesem imposanten Treffen teilzunehmen. Unendlich ist die Zahl der Personen- und Lastwagen, die die Arbeitskamcra- den nach Frankfurt gebracht haben. Ueberall in den breiten Straßen, in den engen winkligen Gassen grüßen die Farben des neuen Reiches als Zeichen der Verbundenheit aller Volksgenossen. Auf allen Plätzen finden schon feit den frühen Morgenstunden >en Sltlantit. :ere find in einem boot mtt tz au\ bexv Ber- . E>ü waten am gefahren und woll- ). Aus dem Atlantik ne erlebt. Ter Mast sie an Land kamen, waren. nagen. Urteil des Schmiege- Dezember v. 3. wegen um Morde zum Tode n Willi Berndt, ile und Witwe Emm urden im Strasgesäng- hing hingerichitb , auf Veranlassung der ermordet. __ Dann ist es Abend. Sie sitzen um die Lagerfahne. Im Kreis geschart die Wimpel. Sie singen. Der Führer spricht ... Spricht über irgendeine Frage der Gegenwart, die sie alle bewegt. Spricht nicht in ge- Mafia »ttDck ÄSÄ* K'X* feS'X sZs Errichtung eines Landwirtschastsamtes und einer landwirtschaftlichen Schule in Gießen. 3m Zuge der Umorganisation des landwirtschaftl. Schul- und Dera- tungswesens in Hessen wird in Gießen ein Landwirtschaf tsamt mit Schule errichtet, wahrend die Landwirtfchaftsämter in Lich und Dutzbach ausgehoben sind. Genau wie andere in Hessen bereits bestehende Schulen hat das hiesige Amt neben anderem di« Ausgabe, jungen Dauemsöhnen die für ihren späteren Beruf unbedingt notwendigen Fachkenntnisse zu übermitteln. Der Unterricht verteilt sich auf zwei Winterhalbjahre: das Schulgeld ist fo niedrig bemessen, daß es auch in der heutigen Zeit möglich sein wird, die Anstalt zu besuchen. Aus die Dahn- und Omnibusverbindungen wird weitgehenbst Rücksicht genommen werden, so daß die meisten jungen Leute schon am Nachmittag wieder im elterlichen Detrieb behilflich sein können. Es erübrigt sich fast, auf die Notwendigkeit des Schulbesuches hinzuweisen. Unsere neue Regierung hat sich die vornehme Aufgabe gestellt, die Rettung des Dauemstandes als Grundlage des Staates mit allen Mitteln auf das intensivste zu betreiben. Auch an dir Dauer liegt es, an dieser hohen Aufgabe zu deinem Teil tatkräftig mitzuhelfen! Darum verschließe dich nicht den Neuerungen der Landwirtschaftswissenschaft und schicke deine Söhne in die Fachschule, denn das Wissen, das ihnen durch tüchtige Lehrkräfte vermittelt wird, ist nicht in Geld auszudrücken! Die kleinen Ausgaben dcs Schulbesuches machen sich auf jeden Fall reichlich bezahlt. Der Schulbeginn, der voraussichtlich anfangs November stattfindet, wird noch bekanntgegeben. Anmeldungen werden einstweilen mündlich oder schriftlich bei der Leitung oder den Deamten der Schule (Landwirtfchastsamt, Liebigstraße 16) ent- gegengenommen. Oie «.Braune Messe" in Gießen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die „Braune Messe" in Gießen vom 30. September bis 8. Oktober zu einer machtvollen Kundgebung für Handel, Handwerk und Gewerbe werden. Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, fo schreibt man uns, der während der „Braunen Messe" seine Leistungsfähigkeit und damit auch seine Existenzberechtigung nicht nachweisen wird. Wenn nun schon Handel, Handwerk und Gewerbe den tieferen Sinn der „Braunen Woche" erkannt haben, so liegt es an der Bevölkerung, zu beweisen, daß auch sie im neuen Staat opferwillig an der Aufbauarbeit in der deutschen Wirtschaft teilnimmt. Das nationalsozialistische Programm stellt bei allen Fragen, die die Wirtschaft betreffen, in den • Vordergrund: Denke deutsch und kaufe deutsch! Wenn vor allen Dingen die deutsche Hausfrau nach diesem Grundsatz ihre Einkäufe tätigt, bann ist es möglich, den im volkswirtschaftlichen Leben bedeutungsvollen Faktor, den Mittelstand, wieder zu einem kraftvollen Zweig der Wirtschaft zu bringen. Wie wichtig der Mittelstand im deutschen Wirtschaftsleben ist, hat die Vorkriegszeit deutlich bargetan. Im marxistisch-liberalistischen Zeitalter ist ber Mittelstanb planmäßig oerprolefari- fiert worben und mit ihm die ganze Käuferschicht. Unsere Wirtschaft darf sich nicht mehr auf internationale Zusammenhänge stützen. Wir müssen uns unserer wirtschaftlichen Kraft wieder bewußt wer- ereignete sich gestern gegen 10 Uhr auf ber ßanb- straße Gießen—Marburg in ber Nähe von Lollar. Dort befand sich der in der hiesigen Chirurgischen Klinik beschäftigte Assistenzarzt Dr. Schminke, ber Sohn einer bekannten Gießener Familie, auf einem Motorrad unterwegs in Richtung Marburg. Mit ihm fuhr auf bem Soziussitz der Maschine eine junge Dame, die hier in der Klinik beschäftigt ist. In ber Nähe von Lollar kam beiben ein Automobil entgegen. Als bie Fahrzeuge aneinanber vorbei« fahren wollten, kam es zu einer Karambolage, bie des einen * Ut>b MattÄJyS rfA,n Slti's ßerlag. ’Ljj her 6*nl' „■ ist die 3d" xr zur MZß -stcl^z ■fcv- N Frankfurt a. M., 26. Aug. (WSN.) In und vor bem Frankfurter Schauspielhaus hatten sich heute die Arbeiter der Stirn und der Faust aus Hessen und Heffen-Nassau zusammengefunden, um die Eröffnung des Landestreffens der NGBO mitzuerleben. Die NSBO. -Bühne brachte aus diesem Anlaß bas Schauspiel „Bauer unterm Hammer" von Kärgel zur Aufführung. Vor Beginn des Schaufviels, bas ben Kampf des Bauernstandes gegen bie Ausbeutung und Vernichtung feiner Existenz versinnbildlicht, begrüßte ber Bezirksleiter ber beutfchen Arbeitsfront, Gaubetriebszellenleiter Becker, bie Arbeitskameraben des Gaues. Im Anschluß daran sprach der Landesleiter für Bolksaufklärung und Propaganda Mutter-Scheld über bas Thema „Die Kunst gehört bem Volk". Er betonte, baß bas beutfche Theater befreit werben müsse von bem zersetzenden Geist, ber seither in ihm geherrscht habe. Das Theater, bie deutsche Kunst und das deutsche Geistesleben überhaupt seien kein Privileg einer exklusiven Schicht, sondern wie Tap- ferkelt, Standhaftigkeit und Treue Eigenschaften der gesamt en deutschen Volksgemeinschaft seien, so sei auch das deutsche Geistesleben in dem breiten Volke verwurzelt und jeder dürfe und müsse Anteil daran nehmen. Ls fei die Aufgabe, auch ber Arbeiter, ein neues Theater zu schaffen, in bem deutsche Kunst und deutscher Geist dem Volke nähergebracht wurden. Nach zwei Vorspielen von Richard Wagner, bie von 150 NSBO.-Symphonikern bargeboten mürben, machte ber ©eneralintenbant ber Städtischen Büh- nen, Meißner, einige Ausführungen über die Pläne zum kulturellen Neubau der Frankfurter Bühnen. Während das Schauspiel über die Dühne ging, fand vor dem Schauspielhaus eine riesige Kundgebung, der Zehntausend« deutscher Arbeiter beiwohnten, statt. Der Treuhänder der Arbeit, Handelskammerpräsident Or. Luer, führte in einer grohangelegten Rede aus, daß das deutsche Volk heute an einer Zeiten- und Schicksalswende stehe. Auch die deutsche Wirtschaft stehe an einem Wendepunkt. Entgegen den bisherigen Anschauungen von dem Eigenleben der Wirtschaft breche sich nunmehr die Erkenntnis Bahn, daß die Wirtschaft gebunden sei und bleibe an die Einheit der Nation, und wenn diese zerstört werde ober untergrhe, dann werde dadurch auch das Schicksal der Wirtschaft bestimmt. Das deutsche Volk habe seine höchste Entfaltung niemals da erlebt. wo es liberalistisch dachte, sondern wo es preußisch handelte. Heute sei es notwendiger denn je, diesen preußischen Geist wieder zu „Danke. Du bist für die Verpflegung der Kranken verantwortlich." „3awohl." „Rührt euch." Mit einem zackigen Lied begrüßen sie den jungen Tag... „Stillgestanden!" „Hißt das Danner." „Wir grüßen das Danner." Langsam klettert die Lagerfahne am Mast in die Höhe... Und nun kommt auch der Magen zu seinem Recht. Und das recht ausgiebig. Wenn so manche Mutter, die zu Hause stets über zunehmende Appetitlosigkeit ihres hoffnungsvollen Spröhlings klagt, einmal hier im Lager Gelegenheit hätte, ihn zu beobcch en: sagen würde sie gar nichts, aber staunen würde sie. Nichts als staunen... Ein Tag im Mgvolkschnlmgslager. Don Heinrich Hübner, presseleiier im Oderjungbann Oberhessen des Deutschen Jungvolkes. Konzerte statt, und überall eilen bie Arbeiter ber Stirn unb Faust zu ben Sammelplätzen, von wo sie au ber großen Hauptkunbgedung im Stabion marschieren. Enblos ist ber Zug ber Arbeitskame- rabcn zum Frankfurter Stabion, unb weit bis in bie Nachmittagsftunben hinein bauert ber Auf- marsch ber Massen. Bis zum Beginn ber Kundgc- bung fingen 2000 Sänger unter Leitung von Professor Dr. Werner deutsche Lieber, bie von ben . Massen begeistert ausgenommen werben. ben, die deutsche Wirtschaft wieder kraftvoll nach vorne treiben, selbst bann, wenn biefer Aufbau ber Wirtschaft teilweise mit geringen Opfern ber Ver- braucherfchaft oerbunben ist. Das zu verwirklichende Ziel darf nie außer acht gelassen werden. G e - meinnufj geht vor Eigennutz, darf nicht nur in der öffentlichen Verwaltung vorherrschen, sondern muß das Prinzip im ganzen Wirtschaftsleben werden. Nur bann können wir aus ben mißlichen Wirtschaftsverhältnissen herauskommen, nur bann kommen unsere Millionen Volksgenossen wieder zu Arbeit unb Brot! Hitlers „Mein Kampf" in den HeereSbüchere-en. Wie das DDZ.-Bureau meldet, hat der Reichs- I ist sechs Uhr früh. Wehrminister angeordnet, daß das Duch „Mein $n tiefer RuA liegt baS Lager. Kampf" von Adolf Hitler, für alle Mannschaft»- Hie und da ist schon einer wach, reibt sich ver- büchereien zu beschaffen ist. Den Soldaten kann die schlafen die Augen und dreht sich auf die andere private Beschaffung des Duchcs empfohlen wer- Seite. Wickelt sich wieder in seine Decken, denn den. es ist nachts schon ganz ungewohnt frisch. Bornotizen. | Ein Kopf schiebt sich durch die Oeffnung des — lagestalenber für Mont a g: Katholisches Dereinshaus, 9 bis 19 Uhr, große Möbelaus- ftellung der Kelkheimer Möbelfabrik. — Oberhess. Museum unb Gailsche Sammlungen (Altes Schloß), 11 bis 13 Uhr, Ausstellung: Der Stadtkirchenturm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Unfchulb vorn ßanbe" mit Lucie Englisch. rechts .. . hoch ... links ...“ „Grundstellung." „Armkreisen links ... langsam ... nur ruhig, was ist denn los?! ... etwas schneller werden ... und noch etwas schneller ... und noch schneller ... zack ... zack ... zack ... haaalt ... dassebe rechts ... langsam beginnend ... und schneller ... immer schneller ... noch schneller ... immer schneller werden ... immer schneller ... haaalt ... Waschzeug aufnehmen." „Rechts um!" „Rach der Mitte sammeln." Zeltes. Betrachtet sich jeden einzelnen der Schlafenden, die in allen möglichen, meist aber unmöglichen Stellungen auf dem Strohlager liegen, den „Af- fefl" als Kopfkiffen. Endlich scheint er den Gesuchten gesunden zu haben, ein Körper zwängt sich durch den während der Nacht verschlossenen Zelteingang, kniet neben einem der Schlafenden und sucht den wachzurüt- ** Von der Landesuniversität. Von teln. der Pressestelle der Universität Gießen wird uns „Aufstehen!" mitgeteilt: Der Privatdozent an unserer Landes- „Ha?" Universität. Dr. Karl Engi sch, dem kürzlich der „Aufstehen, Weckern" Lehrstuhl für Sttaf- und Prozeßrecht an unserer „Der Brief muß schleunigst weg, verstehst du?" Universität angeboten wurde, hat jetzt von dem I „Mensch, jetzt fang nicht an zu phantasieren. Badischen Kultusministerium einen ehrenvollen I Aufstehen." Ruf auf den freigewordenen Lehrstuhl für Sttaf- I Ein paar Rippenstöße helfen nach. recht an der Universität Heidelberg erhalten. Endlich dämmert es dem. ** E i n schwerer Derkehrsunfall, bem Weg mit ber Decke. Langsam steht er auf. leiber ein blühenbes Menschenleben zum Opfer fiel, | Gähnt, reckt sich, sieht auf die Uhr, sieht auf bie schlafenden Kameraden. Schnell notdürftig angelegen. Dann nimmt er das Signalhorn und tritt ins Freie... Ein Signal schmettert durch den jungen Morgen. Gellt in schlaftrunkenen Ohren. „Aufhören, Mensch." „Wohl verrückt geworden, was?" „Wieviel Uhr haben wir denn?" „Einen mitten in der Nacht zu wecken." „Affenschande." „Herr Ober, das Beschwerdebuch." Dreimal hat der Trompeter das Wecksignal geblasen ... „Los, rauS, los, loS!" Die Wache rennt von einem Zelt zum andern. „Aufstehen!" Drinnen fliegen die Decken weg, nicht immer zur Folge hatte, daß Dr. Schminke mit seinem Motorrad gegen einen Baum fuhr. Hierbei würbe ber bebauernsroerte junge Arzt, ber erst anfangs ber 30er Jahre ftanb unb sich in ben Kreisen ber Klinik, aber auch in ber Gießener Bürgerschaft großer Sympathie erfreute, so schwer von ber Maschine geftfjleubert, baß er einen Scyäbelbruch, Brüche bei- ber Beine, einen Bruch bes linken Armes unb I ganz freitoiHig.” Schulterverletzungen bavonttug. Seine Begleiterin I „Los, raus, Herrschaften. 3n zwei Minuten steht erlitt einen Bruch bes linken Oberschenkels unb alles draußen angetreten zu den Freiübungen. Knieoerletzungen. Beide wurden schleunigst der Chi- Waschzeug mitnehmen." rurgischen Klinik zugeführt, wobei bie Freiwillige I Nur in Turnhose treten sie an. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen tat- I „Zehn Kniebeugen." kräftig Hilfe leistete. Leiber waren bie Verletzungen Eins, zwei ... drei ... vier ... fünf ... sechs ... von Dr. Schminke so schwer, baß ber Bebauerns» I sieben ... nicht so bequem, Herrschaften ... acht... werte zwei Stunben nach seiner Einlieferung in ber neun ... zehn, haaalt! Klinik seinen schweren Verletzungen erlag. Wie wir „3n Grätschstellung — springt!" hören, hielt ber Lenker bes in Betracht kommenden „Rumpfbeugen seitwärts. Links beginnend. Autos an der Unfallstelle an und stellte sich ber Runter, dahinten in der letzten Reihe. 3a, dich polizeilichen Untersuchung zur Verfügung. meine ich. Runter, ganz runter. Willst du wohl I die Knie durchdrücken dabei ... hoch ... und §Jl.SpOTt Herbstregatta... Bester Verlauf. — Spannende kennen. — Siege der Gießener Mannschaften. Die 13. Herbstregatta des Lahn-Negattavcr- bandes ist vorrüber. Sie nahm den denkbar besten Verlauf und war von prächtigstem Sommerwetter — nicht allzuheiß — begünstigt. Die Vereine hatten die abgegebenen Meldungen mit wenigen Ausnahmen erfüllt. Die Organisation klappte ausgezeichnet. Die Rennen folgten in rascher Abwicklung, so daß das Publikum, das mit großer Aufmerksamkeit den Vorgängen auf dem Wasser folgte, immer gut unterhalten war. Musik klang über den Bootshausplatz des Vereins Rudersport, der alles aufgcboten hatte, um der Regatta den befriedigenden Verlauf zu sichern. Von besonderem Interesse war es, zu hören, daß eine Mannschaft des Ruderklubs Saar Saarbrücken den 25. Sieg auf der diesjährigen Herbstregatta für ihren Verein erringen und daß außerdem die Frankfurter Rudcrgesellschaft Oberrad ihren 150. Sieg buchen konnte. Tie Gießener Rudergesellschaft konnte der Reihe ihrer diesjährigen Siege drei weitere hinzufügen, der Verein Rudersport errang einen beachtlichen Sieg im Jung- mann-Vierer,' der Gießener Ruderklub „Hai- sia" blieb aber leider auch diesmal wieder int geschlagenen Feld. Hoffentlich ist es dem Verein vergönnt, aus dem vielen Nachwuchs über den er erfreulicherweise verfügt, für das nächste Jahr einige.glücklichere Mannschaften zusammenzustcllen. Den beiden eifrigen Vereinen, dem Ruderklub „Hassia" wie auch dem Verein Rudersport, wäre es sehr zu gönnen, wenn ihnen für ihre ständige aufopfernde Arbeit auch einmal die Anerkennung in der Gestalt erster Siege zuteil werden würde. Die sportlichen Ergebnisse der Regatta waren durchaus befriedigend. Der äußere Rahmen bot wieder das bekannte lebendige Bild. Der Verlauf der Rennen wurde in kurzen Worten jeweils durch Lautsprecher bekanntgegeven, die siegreichen Ruderer verließen am Abend mit schönen Preisen bedacht den Platz. Während einer kleinen Feier unmittelbar nach Schluß der Regatta dankte der Vorsitzende des Vereins Rudersport, Herr L e - ve r m a n n, allen, die zum Gelingen der Regatta beigetragen hatten, er wies ferner darauf hin, daß sich der Verein auch weiterhin bemühen werde, für die Ertüchtigung der Jugend zu sorgen und so dem Vaterlande xu dienen. Mit einem dreifachen »Hipp-Hipp-Hurra!" auf das deutsche Vaterland und auf den deutschen Rudersport schloß er seine Ansprache. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg und auf den Volkskanzler Adolf Hitler brachte Herr Levermann ein dreifaches „Sieg-Heil!" aus, in das die Anwesenden freudig einstimmten. Der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes beschloß die Feier und damit die Regatta. Oie Ergebnisse: Lahn-Jungmann-Vierer: 1. GRG. 6:01,0 Min.; 2. Verein Rudersport 6:32,0 Min. Das Rennen fuhr die Mannschaft der GRG. ungefährdet und mit großem Vorsprung nach Hause. Zweiter Vierer: 1. RK. „Saar"Saarbrücken 6,00 Min.,' 2. Frankfurt Oberrad 6:00,4 Min. Zwei gleichwertige Gegner lagen im Rennen. Man sah einen rassigen Endspurt. Die Saarbrückener standen den Kampf besser durch und gewannen verdient. Die Mannschaft aus Saarbrücken konnte mit diesem Sieg den 25. Sieg in dieser Saison für ihren Verein erringen. Jugend-Gig-Vierer: 1. Offenbacher „Undine",' 2. GRG. Hier dominierten die Offenbacher mit einem Vorsprung von einer guten Länge. Tas Nennen, das über 1000 Meter ging, wurde nicht gezeitet. Die zeitliche Differenz zwischen dem 1. und dem 2. Boot betrug 6 Sekunden. E r st c r Lahn-Vierer: 1. Limburger NK. 1907 6:02,4 Min.,' 2. GRG. 6:09,6 Min. Tie Limburger, in ausgezeichneter Form, entschieden das Rennen recht eindeutig für sich. Trotz aller Anstrengungen vermochten die GNGer im Endspurt den Raum von zwei Bootslängen zwischen sich und dem Sieger nicht zu verringern. Jungmann-Einer: Nennen A: i. Binger RG. (Waldemar Leber) 7:01 Min.; 2. Verein Rudersport (Kurt Münch) 7:15. Die Gießener mußten sich mit einem zweiten Platz begnügen. Jungmann-Einer: Rennen B; 1. Wetzlarer NC. 1880 sErich Glier),' 2. Gießener RE. „Hassia" (Ludwig Dehus) + 26 Sek.,' 3. RV. Rüsselsheim (Fritz Brumme) + 55 Sek. Der Wetzlarer ruderte einen vorbildlichen Stil, lag schon bei 1000 Meter drei Längen vor und ließ seine Gegner auch im Ziel weit hinter sich. Dehus ging noch mit ebenfalls großem Vorsprung vor Brumme aus dem Rennen als Zweiter hervor. Jungmann-Achter: 1. Saarbrücker RG. Undine 5,35; 2. RB. Rüsselsheim 5,47 RK. Hassia Gießen 5,53 Min. Bei 1000 Meter lagen die Saar» brücker bereits eindeutig in Führung. Bis in das Ziel konnten sie den Vorsprung noch wesentlich erhöhen. RK. Hassia Gießen rudert« noch verhältnismäßig frisch durch das Ziel. H e r b st» B i e r e r: 1. Frankfurter RG. Germania 6,21; 2. Limburger RB. 1895 6,24 Min. Frankfurter Germania siegte sicher mit etwa ändert halben Längen. Im Endspurt zeigten sie sich den Limburgern überlegen. Junior-Vierer: 1. GRG. 6,08; 2. „Saar" Saarbrücken 6:17,2; 3. RG. Wiesbaden-Biebrich 6,28 Min. Bei 1000 Meter führten dir Gießener mit einer halben Länge Vorsprung, sie konnten den Vorteil vergrößern, bedrängt, wenn auch nicht gefähr- det von „Saar" Saarbrücken. Mit nahezu zwei Längen vor „Saar" gingen die GRGer durch das Ziel. Wiesbaden-Biebrich lag weit zurück. H e r b st - E i n e r: 1. Binger RG (Leber) 7:49,4; 1 Die zweite Etappe des Deutschlandfluges am Samstag stand unter einem recht ungünstigen Stern. Starker Nebel machte den Fliegern in Nord- Westdeutschland schwer zu schaffen und verursachte zahlreiche Notlandungen, die nicht immer glücklich ausgingen. Trotzdem aber vollbrachte die Mehrzahl der Teilnehmer Leistungen, die den Führern und ihren Begleitern mehr als Achtung abnötigten. Es wurde einmal mehr der Beweis erbracht, daß die deutschen Sportflugzeuge mit rein deutschen Mo- toren kein« Konkurrenz in der Welt zu scheuen haben. 103 Maschinen gestartet. Als am Samstagfrüh sich die Teilnehmer zur zweiten Etappe des Streckenfluges rüsteten, waren die Wetterbedingungen die denkbar günstigsten. Kla- rer Sonnenschein und fast windstilles Wetter machten es den Fliegern leicht, die Reise nach dem Nor- den und Westen anzutreten. In Gruppen zu vier Flugzeugen starteten die Teilnehmer ab 6 Uhr, zuerst wieder die großen Maschinen der Klasse C, darunter der schnelle Reichswehroberleutnant Hans Seide- mann auf Heinkel. Während die E-Flieger ihren Weg in Richtung Hamburg nach Wyck auf Föhr nahmen, steuerten die beiden anderen Klassen direkt nach Bremen, dem Wendepunkt der Etappe. Die günstige Wetterlage in der Mark hielt leider nicht auf dem weiteren Wege an, denn über Norddeutschland lagen dichte Nebelwellen, die den Fliegern jede Sicht und Orientierungsmöglich, leiten nahmen. Besonders in der Gegend von Bremen war der Nebel so stark, daß verschiedene Teilnehmer nach ihrem Start wieder nach Bremen zurückkehren mußten und andere zu Notlandungen gezwungen wurden. Im Laufe des Vormittags klärte sich dann das Wetter auf, so daß die Piloten auf dem Rückwege von Düsseldorf die verlorene Zeit leicht wieder einholen konnten. Lin schneidiges Rennen lieferte wieder Hans S e i d e m a n n, der sich mit dem Messerschmidt- Flieger Scheuermann lange Zeit einen heißen Kampf um die Führung lieferte. In Bremen konnte Scheuermann noch als Erster niedergehen, dann aber zog Seidemann unaufhaltsam davon und landete in Berlin mit einem Vorsprung von fast 40 Minuten. Seidemann, der um 14.58 in Ternpekhof eintraf, hat zwar wieder dos schnellste Rennen geliefert, erhält aber wegen der hohen Leistungsfähigkeit seiner Heinkel nicht soviel Punkte, um im Gesamtklassement die Führung zu erreichen. Ein genaues Bild über die Reihenfolge der Teilnehmer läßt sich naturgemäß noch nicht geben. 2. Offenbacher RD. (Wagner) 7:52,4 Min. Trotzdem sich der Bingener heftig versteuerte, konnte er doch mit einer guten Länge Sieger bleiben. Herb st-Vierer, Kurz st reckenrennen (500 Meter): 1. „Saar" Saarbrücken 2:45,6; 2. Wetzlarer RE. 1880 2:46,6 Min. Ein sehr spannendes Rennen! „Saar" Saarbrücken hatte einen sehr beachtlichen Gegner, der nur dem energischeren Endspurt der Saarbrücker erlag. Beide Mannschaften ruderten in ausgezeichneter Form. Herbst-Achter: 1. Mainzer RV. 5:33,0 Min.; 2. RV. Rüsselsheim 5:40,0 Min.; 3. Germania Frankfurt 6:08,0 Min. Mainzer RD. siegte überlegen. Die Germanen kamen bei 1500 Meter durch Dollenbruch ins Hintertreffen und gaben auf. Anfänger-Vierer: 1. Saarbrücker „Undine" 6:57,4 Min.; 2. LimburgerRG. 1920 7:31,0 Min. Zwei ungleiche Gegner. Undine siegte nach Belieben. Lahn-Achter: 1. GRG. 5:28,0 Min.; 2. Limburger RK. 1907 5:29 Mim Ein überaus hartnäckiger Kampf! Rachdem die Boote während des ganzen Rennens hart um die Führung kämpften, schob sich die Mannschaft der GRG. in den Vordergrund und sicherte sich den Sieg mit Luftkastenlänge Vorsprung. Besonders dramatisch gestaltete sich der Endkampf auf den letzten 300 Metern. Die Mannschaft der GRG. widerstand allen Angriffen der Limburger. Jungmann-Dierer: 1. Verein Rudersport 1913 6:20,4 Min.; 2. RG. Wiesbaden- Biebrich 6:27 Min.; 3. RK. Saar Saarbrücken 6:28 Min. Die Mannschaft des Vereins Rudersport errang einen vielbejubelten und sehr verdienten Sieg. Ueberraschend endete Saar Saarbrücken auf dein dritten Platz. Ermunterungs-Vierer: 1. Frankfurter RG. Oberrad 6:13 Min.; 2. Limburger RD. 1895 bei 800 Meter aufgegeben. Großer Achter: 1. Limburger RD. 1907 5:38,4 Min.; 2. Verein Rudersport 5:54 Min. Die Gießener waren den Limburgern nicht gewachsen. Sie kämpften aber doch bis in das Ziel und zeigten ein gutes Rennen. Bereits fünf Minuten nach Seidemann traf der Erste der Klasse B, Schechner, auf Klemm ein. Um 15.30 Uhr gingen die „Die roten Göppinger" im Geschwaderflug nieder, die damit eine besonders wertvolle Leistung vollbrachten. Fast den ganzen Weg über lagen die drei Maschinen dicht au jammen und auf allen Landeplähen erregten sie durch ihre schone Staffelung Aufsehen. In kurzen Abständen folgte nun Maschine auf Maschine, so daß bis zum Kontrollschluß alle noch im Wettbewerb befindlichen Teilnehmer die Ziellinie passiert haben werden. THaler (Gießen) auvgeschieden. Unter den 18 Fliegern, die während der zweiten Etappe aus dem Deutschland-Flug ausschieden, befand sich leider auch der Gießener Fluglehrer Ludwig Maier. Die Ursache seines Ausscheidens konnten wir bisher nicht erfahren. Oie 3. Etappe. Don den 124 am ersten Tage gestarteten Flugzeugen des großzügig angelegten Wettbewerbes des Deutschlandfluges 1933 flogen nur noch 84 zur letzten Tagesschleife auf. 40 Maschinen, also etwa ein Drittel, waren an den beiden Vortagen ausgeschieden, woraus hervorgeht, daß die Anforderungen, die dieser Flug an Menschen und Maschinen stellte, außerordentlich groß waren. Die letzte Schleife führte die Teilnehmer in den Süden Deutschlands. Dabei wurde zunächst Schkeuditz angeflogen. Dann ging es zur Saale; über den Thüringer Wald, die Rhön und den Spessart mußten die Deutschlandflieger nach Darmstadt und Mannheim. Rachdem in Rudolstadt die Flugzeuge der kleinen Klasse abbogen, folgten ihnen hier auch die zur mittleren Klasse gehörenden Teilnehmer. Rur die große Klasse flog weiter nach Süden, nach Stuttgart über die Donau, zur schwäbisch-bayrischen Hochebene bis München. Der Flug ging noch einmal über die Donau und den Frankenwald nach Rürnberg, über das Fichtelgebirge, ein kurzes Stück über die Tschechoslowakei und das Erzgebirge. Die letzte Station vor Berlin war Dresden. Am letzten Tage waren die Flieger auf der ganzen Strecke vom bestenWetterbegünstigt. Rur in den frühen Morgenstunden wurde in Rudolstadt Startverbot erlassen, nachdem jedoch Seidemann und Siebel, die trotz des Rebels ihre Zwangslandung durchführten, den Platz bereits verlassen hatten. Diejenigen Teilnehmer, die nicht über die Wolken gingen, waren zum Landen gezwungen. Oer Oeuischland-Flug 4933 Oie zweite Etappe des Deutschland -Fluges. Oberleutnant Seidemann wiederum Erster. Oberleutnant Heinz Seidemann auf seiner roten Hcinkel-Maschine, der von den beiden ersten Schleifen bereits als erster in Berlin eintraf, wollte auch die letzte Schleife als erster beenden. In Dresden erfuhr er, daß n o ch eine Messerschmitt-Maschine mit etwa 15 Minuten Vorsprung vor ihm liege. Dank des Umstandes, daß Seidemann seinen Betriebsstoff während des Fluges aus zehn Liter-Kannen tankte, konnte er sich ohne Zeitverlust an die Verfolgung machen. Aber erst am Ullsteinhaus in Tempelhof sichtete der Begleiter Seidemanns die Maschine D 1799, die „Konkurrenz", die von Zinner geführt wurde, und im Endspurt konnte der sympatische Oberleutnant auch die dritte Etappe als erster beenden, da Zinner durch den Höhenunterschied beider Maschinen Seidemann nicht bemerkt hatte. Um 15.05 Uhr überflog Seidemann das Zielband, umjubelt von vielen Flugbegeisterten, die sich seit Mittag im Flughafen eingefunden hatten. Kurz darauf konnte er und sein Begleiter die persönlichen Glückwünsche des Reichskanzlers Adolf Hitler und die des Vizekanzlers v. Pap en und seines Vorgesetzten, des Reichswehrministers v. Blomberg, in Empfang nehmen. Einige Minuten später raste Zimmer über die Ziellinie. Erst eine halbe Stunde später trafen dann in verschiedenen Abschnitten die anderen Flugzeuge ein. Bis gegen 19 Uhr war der größte Teil der noch im Wettbewerb befindlichen Flieger eingetroffen. Die Spannung wuchs von Minute zu Minute, je näher die Zeit an 19 Uhr, die Schlußzeit des Rennens, heranrückte, da die Favoriten, die hannoversche Staffel, noch immer nicht eingetroffen war. An und für sich hatten die Maschinen die Möglichkeit, bis 21 Uhr innerhalb des Wettbewerbes in Tempelhof zu landen, jedoch wird jede Minute nach 19 Uhr doppelt zu der eigentlichen Flugzeit zugerechnet. 19.04 Uhr raste die lang ersehnte Staffel über die Ziellinie. Durch Lautsprecher wurde verkündet, daß diese Staffel der voraussichtliche Sieger fei. Alle Zuschauer erhoben sich vom Platz, das Deutschlandlied klang auf, und während die Staffel in vollkommen geschloffener Formation eine Schleife über das Tempelhofer Feld zog, wurde das Horst-Weffel- Lieü gespielt. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" begrüßten alle Anwesenden im Flughafen die Staffel. Der Deutschlanöflug 1933 ist, abgesehen von einigen Nachzüglern, die zum Teil noch nicht von Dresden gestartet waren, zu Gnöe. Die endgültige Errechnung der Sieger dürfte erst im Laufe des Montagvormittags bekannt gegeben werden. Kurze Gportnotizen. Bei den Nationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Braunschweig fielen am Sonntag die ersten Entscheidungen. Im Herren- Einzel schlug von Gramm zuletzt Nourney 6:3, 7:5, 6:3, während Hilde Krahwinkel im Damen« Einzel wegen Nichtantretens von Frl. Sanders ohne Kampf zum Sieg kam. Meisterinnen im Damen» Doppel wurde das Paar Krahwinkel-Sander. ♦ D i e Kasseler Stadt staffel wurde in der Hauptklasse von Hessen-Preußen Kassel vor Kasseler Turngemeinde gewonnen. * Der Deutsche Fußballmeister Fortuna Düsseldorf konnte in Nürnberg vor 8000 Zuschauern seinem Sieg über Bayern München nun auch einen Erfolg über den 1. FC. anreihen, er siegte mit 3:1 (1:0). Deutscher Motorrad • Klubmeister 19 3 3 wurde auf der Hockenheimer Rennstrecke der Motorsportklub Heilbronn. Rüttchen (Erkelenz) stellte mit seiner NSU.-Maschine mit 129,4 Stundenkilometer einen neuen Bahnrekord auf. * Hilde Krahwinkel und Edith Sander haben bei den Nationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Braunschweig die Schlußrunde im Da- men-Einzel erreicht. Bei den Herren steht bislang nur Nourney als Endspielteilnehmer fest. Er wird wahrscheinlich auf Gottfried von (Tramm treffen. * Der Oesterreichische Hauptverband fürKörpersport hat eine Entschließung gefaßt, nach der über Startbewilligungen für österreichische Sportler in Deutschland in Zukunft nur mehr die österreichische Bundesregierung entscheiden soll. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten .Ziffern geben die Höh« der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H, Lombardzinsfuß 5 v. H. Franksuri a.M. Berlin Schluß- kurS Echlußk. Abendbörse Schluß- kurS Echlußk. Mlllaa- börse Datum 25.8. 26.8. 24.8. 25.8. 6% Deutsche Reichsanleihc v. 1927 84,75 84,75 84,25 84,65 6% cfjem.7% Dt. Reichsanl.v.1929 98,25 98,25 97,13 98 6'/t% Young-Anleihe von 1930 .. 84,25 84,25 84,5 84,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 78,65 77,75 77,5 77,6 Desgl. ohne Äuslos.-Rechte...... 9,75 9,9 9,5 9,75 6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rüdjaljto. 102%)............ 74 74 74,75 75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 80,75 80,75 80,75 _ 6’/?% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... 83,25 83,25 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Au§los.°Rcchlen ............. — — __ _ Deutsche Komm. Sammclabl. An» leche Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 69,25 69,4 69,5 69,25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 80,13 80,5 _ _ 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 80,13 80,25 _ _ 6’4% ehem. 4’/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 84,5 84,9 5’/;% ehem. 4>/2% Rheinische Hhp.-Bank-LIau^Goldpse..... 85,75 85,75 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 1$ 82,75 82,75 82,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. IC 83 83 83 83 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 86,4 86,4 86,4 86,4 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 10,5 0,60 10,5 10,4 0,75 10,5 0,70 4% Ungarische Goldrente....... 4,25 4,5 4,2 4,2 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 3,9 3,9 3,65 4 d',2% desgl. von 1913.......... —» 3,9 3,8 3,75 5% abgest. Goldmexikancr von 95 — 6 6 6,1 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,05 5,2 5 5,05 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... 8,65 4,9 4,83 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!, mittag» börse Datum 25.8. 26.8. 24.8. 25.8. 4% desgl. Serie II............. 5 5,15 5,05 5,1 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 3 3 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 5,2 5,75 5,4 5,7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2,6 2,65 2,4 2,55 2 y*% Anatolier............... 24 24,25 23,75 24,4 Hamburg-Amertka-Paket .....o 11,13 11,4 11,13 11.95 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschifs...........o Norddeutscher Lloyd .........o 12,13 12,5 26,25 17 12 29 17,5 19 4 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... * 40,5 84 41,5 39,4 85 40,75 84 5 Commerz- und Prioat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto» 48,4 48,4 48,5 48,65 Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................12 52 44,4 148 52 44,4 147 52 44,4 147 52 44,13 147,9 A.E.G....................... Bckula...................... Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............g Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmiing. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schildert L Co............... 5 Siemens L Halske........... 7 LahmeyerSCo............."io 17,65 104,5 93,75 43 74,5 79,5 94 148,75 17,5 104,5 81 93,5 43 76 81 94 148,5 114,5 17,5 104 81 93,75 43 74,25 80 93,5 149,25 115 17,75 104,25 80 93,25 43 74,13 76 88,25 149 Buderu» .................... 64 65,5 62,65 60,25 Deutsche Erdöl............... 96 98,5 94,75 93.5 Gelsenkirchener............... 49,5 50,5 49,5 48,5 Harpener................... g 87 89 87 85 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 54 52,5 Ilse Bergbau ................ 130 - 132,n 130 mfe Bergbau Genüsse ....... g Irlöcknerwcrke .............. 0 Mannesmann-Rühreo0 51,5 63,75 102,5 54,5 64,5 101,5 51,25 M,to 100,5 49,5 M.li Fronttun 0. 271. Berlin Schluß- kurS Echlußk. Abend- börse Schluß« !urS Echlußk. Minag- börse Bakum 25.8. 26.8. 24.8. 25.8. Mansselder Bergbau....... .. 0 22,5 23 22 21 Kokswerke................ .. 0 — — 68,4 67,75 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... Rhetnstahl................ .. 0 32,25 33 32,13 30,65 . 10 196,5 196,5 196 195,25 .. 0 77,5 79,5 77,5 75,25 vereinigte Stahlwerke...... .. 0 32,13 32,5 31,9 30,25 Olavi Minen ............. .. 0 11,25 11,5 11,13 11 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 116,5 116,5 117 113 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 5 119 119 118,25 114,5 1Yi 156 156 158,5 I. ®. Farben-Industrte..... .. 7 125,65 125 125,5 126,25 .. y 171,65 172 — Noldschmidt .............. .. 0 43 42,65 43,25 38,5 stütgerswerke............. .. 0 47,9 49,4 47,5 45,25 Metallgesellfchast........... .. 0 55,75 — 56 53 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 .. 0 8 42 76,5 58,65 Eementwerk Karlstadt....... .. 0 - - Schultheis Patzenhoser ..... .. 0 — — 102,5 102 vlku 6 6h 54 61,66 Stockholm... 71,13 71,27 71,03 71,17 London ..... 13,78 13,82 13,745 13,785 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Reu York .... 3,032 3,038 2.997 3,003 Brüssel..... 58,57 58,69 58,57 58,69 Italien..... 22,09 22,13 22,14 22,18 Paris 16,44 16,48 16,44 16,48 Schweiz .... 81,09 81,25 81,15 81,31 Spanien.... 35,01 35,09 35,04 35,12 Danzig..... 81,62 81,78 81,62 81,78 Japan ...... 0,824 0,826 0,822 0,824 Rio de Jan. . 0,244 0,246 0,244 0,246 Jugostawien. 5,195 5,205 5,195 5,205 Liliabon.... 12,66 12,68 12,64 12,66 Banknoten. Berlin, 25.August Gcik »ries _ Amerikanische Poten.............. 2,95 2.97 Belgische Noten.................. 58 41 Dänische Noten ................. 61,28 61,52 Englische Noten ................. 13,705 13,765 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,40 169,16 16,46 169,84 Italienische Noten............... 22,02 22,10 Norwegische Noten .............. 69,06 69,34 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... •— — Schwedische Noten............... 70,86 71,14 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Äfltca..............•• 34'2l