Rr. 148 SeüVauSsabe 185. Jahrgang Mittwoch, 28. Juni (933 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'fche Univerfiiäis-Vuch- und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: SchulNrahe 7. Annahme von Nnjeigea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drelle örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re» klamean leigen von 70 n.m Drette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrifi 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.Thyr.o»; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den An» zeigenteil i.D.TH.Kümmel fämtlich in (ßießen- Erichein, «agltch, außa Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Schall» Manats-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251. Anfchrift für Drahtnach» richten Anzeiger Sietzeit. Pofifdfedfonto; Sranffurt am Dia in 11686. RMriffsgesuch des Reichswittschastsministers Hugenberg. Eine Entscheidung erst heute zu erwarten. Berlin. 27. Juni. (OB.) Reichswirlschafts- minisler Dr. hugenberg Hal. wie wir erfahren, heule nachmiliag dem Reichspräsidenten fein Rücktrittsgesuch überreicht. Die Entscheidung des Herrn Reichspräsidenten über das Rücktrittsgefuch Dr. hugenbergs ist, wie wir hören, er ft für morgen,u erwarten. Die wir von zuständiger Seite erfahren, wird Staatssekretär Meißner heute abend zum Vortrag beim Reichspräsidenten nach Reudeck fahren. Am Donnerstag wird der Reichspräsident auf feinem Stammsitz den scheidenden britischen Botschafter Sir horace Rumbold in Abschieds- audienz empfangen, wenn in den letzten Tagen erneut Gerüchte über einen schlecht en Gesund- heitszusfand des Reichspräsidenten aufgetaucht find, so dürste die Tatsache, daß der Reichspräsident seineArbeif in keiner weise unterbricht, der beste Beweis für das Gegenteil sein. e Sn politischen Kreisen der Reichshauptstadt wird betont, daß neben dem Dorgehen gegen die deutschnationalen Rcbenorganisationen und den von dem Parteivorstand der Deutschnationalen Front gefaxten Beschluß, diese Partei auszu- "lösen, in erster Linie das Memorandum Dr. Hugenbergs in London und ferner» hin die Differenzen mit führenden nationalfo ziali st ischen Wirtschafts- Politikern über Grundfragen der deutschen Wirtschaft den Entschluß Dr. Hugenbergs Herbeigeführt hätten. Man weist besonders auf das Zinsproblem hin, das seit Monaten der schärfste Streitpunkt zwischen Dr. Hugenberg und seiner Umgebung einerseits und den nationalsozialistischen Wirtschaftspolitikern andererseits gebildet habe. Echo der presse. Berlin. 27 Juni. (ERB.) Der Rücktritt des Reichswir.sch,.stsm.n sters und Reichscrnahrungs- Ministers Dr. hugenberg wird ebenso wie die Selbstauslösung der Deutschnationalen Front von der gesamten Presse in größter Aufmachung wiedcrgegeben. Der .,D ö l k- Beo b." sagt Die Führer der DDF- haben mit diesem bedeutungsvollen Beschluß einer Entwicklung Rechnung getragen, die nicht mehr a u f z u h a l t e n ist und deren Fortgang zum besten des deutschen Bolkes in immer weiteren Kreisen erkannt wird. Die großzügige Auffassung des Führers zeigt aufs neue, daß die nationalsozialistische Bewegung die Berufung in sich fühlt, den Reuauf- bau des Reiches mit allen Kräften unseres Volkes in Angriff zu nehmen, die guten Willens sind, sich unter der Führung Adolf Hitlers dem großenGanzen einzuordnen. Einzig und allein das Zentrum steht noch abseits, um sich in unfruchtbarer Verständnislosigkeit einer Entwicklung zu widersetzen, die bisher alle Widerstände erfolgreich überwinden konnte und weiter überwinden wird. Die „D A Z." meint, daß diese Entwicklung nicht unerwartet komme. Denn die Gedankenwelt des Rationalsozialismus und die Gedankenwelt des politischen Gebildes, das die Deutschnationale Volkspartei unter Führung Hu° genbergs geworden sei, beruhten eben doch auf entgegengesetzten Weltanschauungen. Mit Hugenberg verlasse eine starke und eigenwillige Persönlichkeit, ein Mann, der das Prädikat „ftur" eher als Ehrentitel denn als Kränkung empfunden habe, die wirtschaftlichen Ministerien. Die „Deutsche Zeitung" spricht von einem Ereignis von historischer Bedeutung. Das deutsche Bolt dürfe allen Beteiligten dankbar sein, daß sie diesen Schritt in diesem Augenblick getan hätten. Dies gelte insbesondere für den Reichskanzler Adolf Hitler, der wieder ein Zeugnis wahrhaft staatsmännischer Größe abgelegt habe. Sein Ausruf dürste richtunggebend dafür fein, in welchem Geist auch die Eingliederung der DNF. in die große staatstragende Bewegung erfolgen werde: In dem Gei st e der gegen» I fettigen Achtung und der aufrichtigen Freundschaft, wie er für den gemeinsam zu führenden Stampf für Deutschlands Zukunft maßgebend sein solle. Die „Boss. Z t g." weist auf das Krästeverhält- nis hin, das sich in den letzten Monaten immer mehr zu Gunsten der Nationalsozialisten verschoben habe. Hugenberg habe jetzt die Konsequenzen gezogen. Freiwillig, denn der Reichskanzler habe bis zur letzten Stunde an dem Bündnis vom 30. Januar festgehalten. Wichtiger sei, daß, nachdem der Totalitätsanspruch der Nationalsozialisten oer wirklicht sei, einePolitikderBersöhnung und des ungehemmten Aufbaues beginnen könne. Die äußere Revolution nähere sich ihrem Ende. Die innere Revolution, die Revolutionierung des deutschen Menschen, das Ringen um neue Lebensformen auf allen Gebieten werde fortschreiten. Aber sei das noch Revolution, sei es nicht schon zugleich die zweite, die fruchtbare Phase der Evolution, für die Hugenberg durch seinen freiwilligen Entschluß die Bahn freigemacht zu haben sich rühmen dürfe? Der .Börsen - C o u r i e r" führt aus, jetzt Mitten sich die parteimäßig auseinanderstrebenden Kräfte und deutschnationalen Führer aus den richtigen Weg z u r ü ck g e f u n d c n. Selbstverständlich bedeute das neue Bündnis die absolute Unterordnung der neuen Hospitanten der bisherigen DR F unter die Führerschaft Adolf Hitlers. Seit dem Abend des 27. Juni sei aus der nationalen Deichstagsmehrheit die nationalsozialistische Einheitsfront des politischen deutschen Lebens geworden^ Das „B. T." meint, im Zusammenhang mit den 'N der vergangenen Woche erfolgten Maßnahmen gegen einzelne deutschnationale Organisationen werde dieser Schritt des Ministers Hugenberg als das Signal für das Ende der alten Parteien überhaupt betrachtet Auch in i Zentrumskreisen dürfte man sich über diese Bedeutung des Vorganges klar sein. Gestern waren auch führende Zentrumspolitiker zu einer Aussprache über die für alle Parteien gleichmäßig ernste Lage I versammelt. Selbstauslösung her Jeutschnalivnalen Front. Aach Abschluß eines Freunbschaftsabfommens mit der NSDAP. Berlin, 27. Juni. (TU.) Die Reichspresfestelle der RSDAP. teilt mit: „In'vollem Einvernehmen mit dem Reichskanzler und in Erkenntnis'der Tatsache, daß der Parteien st aat überwunden ist, hat die Deutschnationale Front heute ihre Auslösung beschlössen. Sie wird bei den nötigen Maßnahmen für Abwicklung nicht behindert werden. Die ehemaligen Angehörigen der Deutschnationalen Front werden vom Reichskanzler als volle und gleichberechtigte Mitkämpfer des nationalen Deutschlands anerkannt und vor jeder Kränkung und Zurücksetzung geschützt, das gilt insbesondere für alle Beamte und An- g e ft e I H e n. Die wegen politischer vergehen i n hast befindlichen ehemaligen Mitglieder der Deutschnationalen Front werden unverzüglich in Freiheit gesetzt und unterliegen keinerlei nachträglicher Verfolgung. Die Fraktionen des Reichstages und der Landtage der RSDAP. und der bisherigen Deutschnationalen Front sichern eine einheitliche Stellungnahme durch Abordnung von einem oder mehreren Mitgliedern der ehemaligen Deutschnationalen Front in die Vorstände der Fraktionen der RSDAP. (Reichstag und Preußischer Landtag je zwei). Sinngemäß wird in den gemeindlichen Selbstoerwaltungskörpern verfahren. vorstehendes ist vom Herrn Reichskanzler unterzeichnet, sowie von den Herren v. Winterfeld, Freiherrn v. Freytagh- Loringhoven und Dr. poensgen als Vertreter der vormaligen Deutschnationalen Front." Adolf Hitler begrüßt den Stahlhelm im neuen Bund mit SA. und SS. Ein Ausruf des Führers. Berlin, 27. Juni. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler erläßt folgenden Aufruf: Nationalsozialisten! SA.- u. SS.-Männer! Männer des Jungstahlhelm! Ein seit 14 Jahren unentwegt verfolgtes Ziel ist nunmehr erreicht worden. Mit der Unterstellung des Jung^tahlhelms unter meinen Befehl als oberster SA.-Führer, sowie der Eingliederung des Bundes Scharnhorst in die Hitlerjugend ist die Einigung der politischen Kampsbewegung der deutschere Nation vollzogen und beendet. SA., SS., ST. und HI. werden nunmehr für alle Zukunft die einzige Organisation sein, die der nationalsozialistische Staat als Träger der politischen Jugend- und Männererziehung kennt. Es war verständlich, wenn in den Jahren nach der Revolution an den verschieden st en Stellen unseres deutschen Vaterlandes der Widerstand gegen die Novemberverbrecher und ihr unheilvolles Regiment versucht wurde. Unabhängig voneinander, ohne sich gegenseitig überhaupt zu kennen, standen Männer auf, und organisierten Parteien und Verbände, zum Kamps gegen den marxistischen Staat. Sie alle haben ohne Zweifel das Beste gewollt. Allein, wenn Deutschland gerettet werden sollte, dann konnte das nur durch eine Bewegung und nicht durch 30 geschehen. Die Zukunft unseres Volkes hängt nicht davon ab, wie viele Verbände für diese Zukunft eintraten, sondern davon, ob es gelingt, das Wollen der Vielen einem einzigen Ziel unterzuordnen und damit in einer Bewegung schaqfähig zusammenzufassen. So, wie die deutsche Reichswehr einst ge- Aioungen war, trotz aller Verdienste der einzelnen Freikorps diese zu beseitigen, um dem deutschen Volk wieder eine einzige Armee zu geben, so war die nationalsozialistische Bewegung nicht minder gezwungen, ohne Rücksicht auf Verdienst oder Nichtverdienst, die zahllosen Bünde, Vereine oder Verbände zu beseitigen, um dem deutschen Volke endlich eine einheitliche Organisation seines politischen Willens auszubauen. Zahlreiche beste Deutsche haben diese Aufgabe nicht verstanden und viele andere wollten sie nicht begreifen. Heute ist der Sinn und damit die Notwendigkeit dieses ungeheuren Kampfes für jeden klar, der unser Volk liebt und an seine Zukunft glaubt. So mußten wir in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Verbände einfach aus diesen Erwägungen heraus zerschlagen, und so werden wir auch das Entstehen jedes neuen Verbandes, der wieder nur die alte Zersplitterung fortsetzen würde, verhindern. Die Unabänderlichkeit dieses Entschlusses (egt aber bie Pflicht auf, gerecht 3U fein. Wir wollen daher als Deutsche und Nationalsozialisten ehrlich den Unterschied anerkennen, der zwischen anderen Verbänden und dem Stahlhelm bestand. Wir wollen zugeben, daß sich in diesen als dem Lunde der deutschen Frontsoldaten Hunderttausende deutsche Männer zusammenfanden, die damit d e m System entzogen wurden. In der Stunde der Wende des deutschen Schicksals aber bekannte sich der 1. Bundesführer zur nationalsozialistischen Revolution. Nunmehr hat dieser auch die letzte Konsequenz aus der geschichtlichen Entwicklung gezogen und verfügt, daß, abgesehen von Traditionsverbänden der alten Frontsoldaten, der gesamte junge Stahlhelm in die SA., der Scharnhorstbund in die Hitlerjugend eingeliebert und mit unterstellt werden. Meine SA.-Führer und SA.-Kameraden! Dieser Entschluß wird einst in der deutschen Geschichte als sehr seltener Beweis für ein wirklich großherziges nationale ö Denken gewertet werden. Was sonst vielleicht nach jahrelangen Ortungen ober langen Kämpfen, die wiederum deutsche Kraft verbraucht hätten, gelungen wäre, ist durch die einsichtsvolle Tat eines Mannes, der seit dem 30. Januar 1933 in treuer Verbundenheit neben mir im Kabinett sitzt, entschieden worden. Der weitere Beseht daß der Traditionsverband der alten Frontkämpfer künftig feine andere Parteizugehörigkeit mehr anerkennen würde, als die zur nationalsozialistischen Bewegung gibt mir endlich die Möglichkeit, das Verbot der Mitgliedschaft unsererseits aufzuheben. Angesichts dieser großen Entwicklung drängt es mich, zuerst euch meinen alten Kampfkameraden der Partei, der SA. und der SS. aus übervollem Herzen zu danken für die grenzenlose Treue, die ihr mir in guten und schlimmen Tagen so viele Jahre hindurch gehalten habt — euerer Standhafktigkeit ist dies mit in erster Linie zuzuschreiben. Ihr seid einst die fanatischen Kämpfer gewesen gegen das alte System und ihr seid heute die unerschütterliche Garde der nationalsozialistischen Revolution. Zum Zweiten aber will ich nunmehr auch Jenen danken, die aus freiem Willen den sicherlich nicht leichten Entschluß das Verzichts auf ihre stolze Selbständigkeit im Interesse der höheren Gemeinschaft ausgesprochen haben. Ich begrüße damit zum ersten Male die nunmehr in unseren Reihen Mitmarschierenden des Jungstahlhelm. Ich befehle daher auch vom brütigen Tage an, sämtlichen Führern, SA.» und SS.-Männern, die in unsere Gemeinschaft eingetretenen Männer des Stahlhelm als Kameraden auszunehmen und damit einzufchließen in den ewigen Bund, der uns umfaßt und nie gebrochen werden soll. Was immer auch die Vergangenheit an Erinnerungen birgt, für mich und für euch gilt n u r die große Zukunft, der wir uns verpsl.ch- tet haben. Wenn es uns gelang, im Laufe vieler Jahre Millionen ehemaliger Marr ist en zu bekehren, zu uns zu führen und in unsere Reihen aufzunehmen, dann muß und wird es uns erst recht möglich fein, nationale Männer, d e aus einem anderen Lager kommen, um uns b:c Hand zum Bunde zu reichen, als Freunde und Kameraden aufzunehmen. Ich ec- warte daher von jedem Rationalfozialisten. daß er die Größe dieser historischen Entwicklung erkennt und durch sein eigenes Verhalten mithilft, die neu Hinzugekommenen in kürzester Zeit aufs innigste mit uns zu verschmelzen. SA., SS.- und ST.-Männer, unsere herrliche nationalsozialistische Bewegung und unser dem- sches Volk Sieg-Heil! München, den 26. Juni 1933. Adolf Hitler. Gegen die Miesmacher. Ein Erlast des preußischen N^nistcrpräsidenten. Berlin, 27. Juni. (ENB.) Amtlich. Der preußische Ministerpräsident und Minister des Innern Göring hat an die Nachgeordneten Behörden seines Amtsbereiches folgenden R nnii> erlaß gerichtet: »Es ist in letzter Zeit verschiedentlich beobachtet worden, daß Beamte, Angestellte »nd Arbeiter in der Unterhaltung mit anderen P-r Ionen Aeußelungen bekunden, die geeignet sind, Unzufriedenheit über die von her nationalen Regierung getroffenen Maßnahmen zu erzeugen und Mißtrauen zu säen. Es handelt sick' nm Personen, die man mit dem Ausdruck „ M i e s- madjer" fressend kennzeichnen kann. Ich bitte, sämtliche Beamten, Angestellten und Arbeiter daraus hinzuweisen, daß künftig in solchen Methoden eine Fortsetzung ber marxistischen H eße erblickt wird und Miesmacher daher als verkappte Marxisten angesehen werden, die sich auf diese Weise noch immer in marxistischem Sinne betätigen. Ich bitte ferner sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter, denen Personaldienst-Aus- sichtspslichten obliegen, aus solche Fälle zu achten und mir die betreffenden Personen unoer Züglich namhaft zu machen. Ein Unterlagen dieser Anzeigen werde ich als eine betonte Solidaritätserklärung mit diesen Wuh- lern und Hetzern erblicken. Straßensammlungen werden verboten Berlin, 27. Juni. (CRB.) Das Reichsministerium des Innern gibt folgendes bekannt: „3n ber letzten Zeit haben bic Straßensammlungen. deren Ertrag zu politischen Zwecken oder zur Verwendung durch politische Organisationen bestimmt ist, vielfach zu Anzuträglichkeiten geführt, gegen die mir ein Einschrei ten im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung notwendig und wünschenswert ersch int. Ich tzestatte mir daher die Anregung, derartige Sammlungen von Haus zu Haus, auf Straßen oder Plätzen, in Gast« oder Vergnügungsstätten oder anderen öffentlichen Orten allgemein zu verbieten.“ Der bayrische Wirtschaftsminifter zurückgetreien. München, 27. Juni. (ENB.) Der bayrische Wirtschaftsminister Graf von Quadt-Jsny hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Der Reichsstatthalter genehmigte auf Vorschlag des Ministerpräsidenten den Rücktritt. In seinem Rück- trittsschreiben erklärt Graf von Ouadt Jsny, der der BVP. an gehört, u. a„ daß die Gründe, die >hn zu seinem Entschluß bestimmt haben, außerhalb seiner Person und außerhalb seiner Tätigkeit als Staats- m i n i st e r lägen, vielmehr einzig und allein in der Belastung der Beziehungen zwischen den staatlichen stellen und den politischen Kreisen zu suchen leien, aus denen er, der Minister, gekommen sei. Minisler- prädent S i e b e r l hat ihm Dank und Anerkennung für seine loyale Mitarbeit ausgesprochen und ihm die besten Wünsche für sein weiteres Wohlergehen zum Ausdruck gebracht. Die Führung des Wirt- fchaftsministeriums übernimmt bis auf weiteres der Ministerpräsident. Die französische Presse zum Rücktritt Huaenberas. Paris, 28. Juni. (WTB.-Funkfpruch.) Die ge- samte Preße beurteilt bis jetzt nur in Ueberschriiten die Rücktrittserklärung Dr. Hugenbergs als dem Sieg der Nationalsozialisten über die Nationalisten, der die Auflösung der alten deutschen konservativcn Partei zur Folge habe. Der Berliner Korrespondent des ..Petit P a r i s i e n" schreibt, die national- sozialistische Regierung sei jetzt von jedem rückständigen Einfluß bei der Durchführung des sozialistischen Teiles ihres Programmes befreit. Der Berliner Korrespondent des „I o u r n a I" meint u. a., der Rücktritt Hugenbergs und der Tod seiner Partei würden notwendigerweise die Oppositionsströmung stärken. Nichtsdestoweniger sei nicht xu bestreiten, daß die Hitler-Anhänger genügend Reserven hätten, um dem Lande ihre Energie aufzuzwingen. Die Abrüstungskonferenz soll sich bss Zum 16. Oktober vertagen. Oie englisch-französische Verschleppungstaktik dringt im Präsidium gegen den energischen Widerspruch Deutschlands durch. Genf, 27. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Botschafter N a do lny hatte heute vormittag Besprechungen mit dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson und dem englischen Vertreter Unterstaatssekretär Eden. Henderson teilte Nadolny mit, das; es ihm nicht gelungen sei, bis jetzt für die Vorbereitung der zweiten Lesung des englischen Konventionsentwurfes den in Aussicht genommenen Teil der Zustimmungen erhalten zu haben. Er sehe nicht, wie jetzt die Arbeiten des Hauptausschusses mit Erfolg weiter geführt werden könnten, und er sei infolgedessen für eine Vertagung der Konferenz bis nach der Völkerbundsversammlung. Einen ähnlichen Standpunkt nahm der englische Vertreter Eden ein. Auch er vertrat die Auffassung, daß man Henderson noch Zeit geben müsse, um die zweite Lesung des englischen Konventionsentwurfes vorzubereiten. Demgegenüber betonte der deutsche Dvlegations- führer sowohl Eden als Henderson gegenüber, daß die Arbeiten der Konferenz fortgesetzt werdenmüßten und daß keinAnlaßzurVer- tagung vorhanden sei. Eventuell könne Henderson die notwendigen Besprechungen ja hier in Genf sühren. Das erweiterte Präsidium der Konferenz trat am Nachmittag zusammen, um eine Entscheidung zu treffen. Das Präsidium der Abrüstungskonferenz Hal nach einer eineinhalbstündigen bewegten Aussprache hinter verschlossenen Türen gegen den kategorischen Widerstand des deutschen Vertreters Botschafter N a - dolni) beschlossen, dem Hauptausschuß die sofortige Vertagung der Konferenz bis zum 16. Oktober vorzuschlagen. Der h a u p t a u s s ch u h, der ursprünglich erst am 3. Juli zusammen treten sollte, ist bereits zum nächsten Donnerstag, 29. Juni, einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht als alleiniger Punkt der Vorschlag des Präsidiums auf Vertagung der Konferenz. 3h einer mit großer Entschiedenheit vorgetragenen Rede bedauerte Botschafter Nadolny vom deutschen Standpunkt aus den ergebnislosen Verlauf der Londoner Besprechungen und verlangte, daß der Konferenzapparat jetzt sofort wieder in Gang gesetzt werde. Eine erhebliche Klärung zuminde-ten Präzisierung der großen Streitfragen sei durchaus möglich. Botschafter Nadolny unterstrich, daß gegenüber Deutschland bisher stets die Methode angewandt worden sei, Deutschland bei grundsätzlichen Streitfragen unter schärfsten Druck in der Richtung einer sosortigenCntschei- d u n g zu setzen und das Konferenzschicksal von der deutschen Entscheidung abhängig zu machen. Bei der Polizeifrage und der Milizfrage hätte die deutsche Regierung eine sofortige verantwortliche Entscheidung getroffen, u m d i e Weiterführung der Konferenz zu ermöglichen. Jetzt dagegen sei festzustellen, daß die übrigen Großmächte einer ver- antwortlichen Entscheidung ausweichen und eine uferlose Verschleppung der Kon- seren; beschließen. Die öffentliche Weltmeinung würde die Vertagung der Konferenz als ein höchst pessimistisches Zeichen für den Ausgang der Gesamtkonferen; beurteilen. Botschafter Radolny richtete an den Präsidenten Henderson die formelle Frage, ob seitens der Regierungen der Großmächte bindende Zu s t - cherun gen für die sofortige A u f - nähme von direkten Berhandlun- gen zur Klärung der grundsätzlichen Differenzpunkte vorlägen. Die englisch-französischen Plane Haben sich damit vollständig durchgesetzt. Der ursprünglich im Juni vom Hauptausschuß beschlossene Beginn der abschließenden Lesung des englischen Abrüstungs- entwurfes ist damit auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben worden. Der deutsche Widerstand fand auf keiner Seite Unterstützung. Präsident Henderson teilte lediglich mit, daß die englische, französische und amerikanische Regie- rung und die Mächte der Kleinen Entente ihm die formelle Zusicherung gegeben hätten, in der Vertagungspause in private Besprechungen zur Klärung der großen grundsätzlichen Streitfragen einzutreten. Mit diesem Borwand hat Präsident Henderson die Berta- gung der Abrüstungskonferenz bis zum 16. Oktober durchgesetzt. Es kann kaum ein Zweifel bestehen, daß der Hauptausschuß am Donnerstag gegen den Widerstand Deutschlands den Vorschlag des Präsidiums annehmen und sodann sofort auseinandergehen wird. Somit liegt die Tatsache einer neuen völlig unbegründeten und zweifellos außerordentlich gefährlichen Verschleppung der gesamten Abrüstungsfrage vor. Die Neuordnung der Evangelischen Kirche Preußens. Siaaiskommiffar Zager über Ursache und Sinn des staatlichen Eingreifens. Berlin, 27. Juni. (TU.) Der Staatskommissar für die evangelischen Kirchen in Preußen, Jaeger, sprach im Rundfunk über die kirchliche Lage in Preußen. Er führte u. a. aus: Cs war von Seiten des Staates nicht mehr möglich, dem Zerreißen des Volkes zuzusehen, wie dies sich in dem unseligen Streit über die Reichs- bischossfrage zeigte. Eine solche Gefährdung der durch Adolf Hitler geschaffenen Volcs.inheit war und ist nicht nur im Interesse des Staates, sondern auch gerade im Interesse der Kirche und der wichtigsten Teile der Kirchen, nämlich des Kirchenvolkes unerträglich. Das Vorgehen des Staates in der Kirchensrage bedeutet darum nicht einen Eingrips des Staates in das religiöse Leben. Der Staat fühlt vielmehr die Verpflichtung, helfend und ordnend einzugreisen, um die Voraussetzungen für die Regelung der kirchlichen Fragen zu schaffen. Oer Gpazierfahrer. 13on Derma n Linden Abend, einige Minuten nach sieben Uhr. Um diese Zeit ändert sich die Physiognomie oes Straßenbildes. Fabriken und Geschäfte schließen. Aus Höfen, Ladentüren und Hauseingängen wälzen, stoßen und schieben sich neue Riesenmengen von Menschen, Kunden und Angestellten, Menschen, die müde sind, die nicht weit gehen, nur bis zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. So entstehen plötzlich Gruppen. Der Verkehr flutet nicht mehr- Inseln gleiten hindernd in den Rhythmus. Das märchenhaft schöne Abendrosa des blaugrauen Himmels erbleicht hinter auftauchenden herbstlichen Nebelschleiern. Da aber beginnt es an den dunkelnden Häusern zu leuchten, zu glühen, zu strahlen und zu flimmern, Lichter in allen Farben, schnell und zahllos erblühend, wie von unsichtbaren Zauberern angeknipst. Minuten der Illusionen, die man lieben muß. Wieder wie jeden Abend gehe ich in diesen Minuten in den Straßen spazieren, obwohl das kein ^i.nes Vergnügen ist, da es unmöglich ist, allen Stößen auszuweichen, die der gesteigerte Verkehr mit seinen eiligen Ellenbogen heftig verteilt. Da naht das Erlebnis dieses Abends, eine Sensation der Straße, ein Traumbild im Alltag. Eine historische Lohndroschke. Sie ist leer — natürlich ist sie leer, wird jeder denken. Der Verkehr stockt. Die Menge vergißt Eile und Ziel Am Rande der Bürgersteige bilden sich Mauern. Mauern des Staunens, der Neugier, schließlich aber auch des Spottes. Zartgefühl ist kein Gewächs der Straße, sondern eine heimliche Blume. Auf dem Bock sitzt der Kutscher, ein alter Mann mit rotem Gesicht, in traditioneller Tracht: blauer Mantel und lacküberzogener Filzhut. Keine Miene verzieht der Kutscher, obwohl er das Augenziel der Masse ist. Hurtig rennt das alte magere Pferd über die Hauptstraße. Kein Hindernis ist da, alles weicht zurück vor der Erscheinung. Menschen, Autos und Straßenbahn. „Ho, ho!" rufen die Menschen dem Kutscher zu. Ein Zuruf voll Spott, Mitleid und Heiterkeit. Nur die Taxichauffeure, ebenfalls gebannt vvn der lebenden Erscheinung einer toten Vergangenheit, einem Tod, den sie verursacht haben, unfreiwillig, als Vermittler eines neuen Tempos, sie allein sehen dem alten Mann mit der leeren Droschke, die in der Stadt niemals mehr einen Fahrgast haben wird, stillen Blickes nach. Jetzt biegt der Kutscher in eine Seitenstraße ein. Gespenstisch erleuchtet in diesem Augenblick ein blendend heller Reklamescheinwerfer das jetzt grotesk wirkende Gefährd lind nun löst sich Zu der ernsten Sorge des Staates um das gefährdete Volk und die Kirche trat hinzu, daß die evangelischen Landeskirchen der altpreußischen Union einen offenen Rechtsbruch begingen. Cs wurde nämlich die verwaiste Stelle des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrates in Berlin durch die Kirchenleitung mit einem kommissarischen Vertreter besetzt, ohne daß die nach Artikel 7 des Konkordates erforderliche' Anfrage an die preußische Staatsregierung gerichtet worden wäre. Cs liegen bestimmte Tatsachen für die Richtigkeit der Annahme vor, daß dieser Schritt der Kirchenleitung in der Absicht geschah, die geseh- und vertragsmäßig festgelegte Einsichtnahme des Staates zu umgehen. Ein solch flagranter Rechtsbruch mit so erheblicher Bedeutung für die Entwicklung der Dinge in unheilvoller Dichtung konnte nicht geduldet werden. Es der Kutscher aus seiner Starrheit, aus seiner kalten, abweisenden Stille, er erhebt sich vom Sitz, wendet sich zurück zu der ihn mit Blicken und Worten unentwegt verfolgenden Menschenmenge und knallt mehrmals mit der Peitsche. Höhnischer Gruß einer diabolischen Gestalt, einer unrealen Operettenfigur. Wenige Jahre genügen, um aus einem alltäglichen Lohnkutscher, der zu festgesetzten Stunden jederzeit an einem der öffentlichen Verkehrsplätze zu finden war, eine theatralische Märchenfigur zu machen. Mit diesem Manne müßte man einmal sprechen, denke ich, schnell, aber doch schon zu spät, denn die Droschke ist bereits verschwunden, und bis eine Taxi sich den Weg durch den jetzt wieder zusammenströmenden Menschenverkehr gebahnt hat, ist die Droschke längst unerreichbar geworden, sie, die Langsame. Ich setze meinen Spaziergang fort. Das Erlebnis hat mich in eine Stimmung versetzt, die mir den Aufenthalt in der lauten Innenstadt unleidlich macht. Ich komme in westliche, stillere Straßen. Ein freier Platz, Autoparkplatz. Nachlässig gleiten meine Blicke über die leuchtenden Wagen. Da — nur, weil es wahr ist, wage ich es hinzuschreiben — mitten zwischen den feudalen Verkehrsmitteln der Gegenwart steht eine Droschke. Seit Jahren hatte ich keine Droschke mehr in der Großstadt gesehen und nun zwei, so schnell hintereinander? Unmöglich. Es muß die Droschke von vorhin sein, das Gaudi der Hauptstraße. Auf der anderen Seite des kleinen runden Platzes sehe ich jetzt auch eine Wirtschaft. Aha, dadrin wird er sitzen, denke ich, einen Schoppen trinken. Ich betrete die Wirtschaft. Sie ist voller Menschen und Rauch. Kleine Bierwirtschaften sind zu jeder Zeit voller Menschen und Rauch. An einem der verblaßten und oerschnitzten Höhnische sitzt der Kutscher. Es scheint mir, er ist es. Ich setze mich an einen Tisch, der noch leer ist. Lange bleibt er nicht leer. Zwei junge Männer kommen. Während ich noch überlege, ob ich sie ansprechen soll, um mich über den Kutscher zu erkundigen, sagt der eine: „Der verrückte Peter ist ja auch wieder da!" Da der andere junge Mann nicht weiß, von wem die Rede ist, entsteht ein kleiner Dialog, der auch mich aufklärt. „Von wem sprichst du?" „Da von dem alten Kutscher!" „Ist das der verrückte Peter?" „Ja. Kennst du den denn nicht?" „Nein'" „Der kommt doch alle paar Wochen in die Stadt, und nachdem er spazieren gefahren ist, hier in die Kneipe, wo er früher immer frühstückte." „So. Wanim nennst du denn den Mann den verrückten Peter?" ist auch rrsr, baß sich cine crfo^rliche Maßnahme des Staates nicht nur auf den Bezirk der altpreußischen Kirche erstrecken, sondern, wenn sie sich in voller Wirksamkeit entfalten soll, auf den Bereich sämtlicher evangelischer Kirchen Preußens ausgedehnt werden sollte. Es muß angedeutet werden, daß die Gesamtlage von Volk, Staat und Kirche die Beachtung folgender Gesichtspunkte fordert. Das den evangelischen Bekenntnissen eigentümliche Glaubensleben sowie die religiösen und kirchlich wertvollen Einrichtungen m den einzelnen Gemeinden und Kirchen sollen keineswegs gehemmt oder angetastet werden. Die Eingliederung deutscher Art und deutschen Volkstums in die Kirche, wie sie von der nationalen Bewegung mit Recht gefordert wird, soll den Glauben der Väter und die Verehrung Gottes nicht etwa verkleinern oder durch andere dem christlichen Glauben nicht angemessene Elemente ersetzen, sondern vielmehr diesen ch r i st- lichen Glauben verdeutlichen, klären und dem Volk insbesondere in seinem der christlichen Idee fremden Teil dem christlichen Glauben näher bringen und aufs neue lieb und wert machen. Sie soll der nationalen Bewegung den unentbehrlichen religiösen und kirchlichen Unterbau liefern und Kirche und Volk sich aufs neue finden lassen. Wir stehen in einem großen Werk. Es kann nicht geduldet werden, daß die Vollendung einer solchen, zunächst auf das Aeußere, dann auf das Innere gerichteten Aufgabe von Kräften sabotiert wird, die „Kirche" sagen und sich selbst meinen. Das trifft auch zu auf den Versuch einer Klageerhebung nach dem Beispiel Severings. Der Staat kann im Interesse seiner hohen Aufgabe solche Wider- stände nicht dulden, sondern muß sie als Revolte, gerichtet gegen die Staatsautorität, betrachten und niederschlagen. Wir müssen, wie ich dies in der Kundgebung vom 26. Juni betont habe, für die Abwendung des bolschewistischen Chaos Gott und seinem Werkzeug Adolf Hitler nicht genug Dankes schuldig sein, denn nur das Bestehen der Nation ermöglicht das Bestehen einer geordneten und dadurch arbeitsfähigen Kirche. Kirchlicher Notstand und geistliches Recht. Berlin, 27. Juni. (TU.) Der evangelische Preßverband teilt mit: Es ist beachtenswert, daß in der amtlichen Verlautbarung des preußischen Kultusministers zum Notstand in der evangelischen Landeskirche Preußen das Wort „Gleichschaltung" nicht vorkommt. Der Staat versteht sein Eingreifen ausdrücklich als .vorübergehende Maßnahme. Die Neuordnung der irdischen Organisation der Kirche bezweckt nicht eine gefesselte Kirche, sondern ein ungestörtes Zusammengehen von Volk und Kirche. Das Gemeindeleben der evangelischen Kirche und die Erneuerung des Staates dürfen nicht mehr als Gegensätze ausgerufen' werden. Gegen das Dogma einer unverantwortlichen Entzweiung von Staat und Kirche wendet sich die positiv christliche Obrigkeit mit nachhaltiger Entschiedenheit. Wenn in diesem Zusammenhang z. B. ein Generalsuper- i n t e n d e n t von dem Beauftragten des Staates, der das landesherrliche Kirchenregiment vertritt, beurlaubt wird, so ist das geistliche Recht in Wahrheit auf feiten des staatlichen Laientums. Es muß der Gemeinde die Gelegenheit gegeben werdey, die ungebrochene Männlichkeit des neuen Staates ihrerseits zu bejahen. Es muß dem Staate die Gelegenheit geboten werden, daß seine entkirchlichten Glieder es mit einer g e g e n w a r t s f r e u d i g e n G e - m e i n d e zu tun bekommen. Die üblichen ewigen Widersprüche und Vorbehalte gegen den Staat erzeugen unfruchtbares Pathos und täuschen durch einen falschen Heiligenschein. Dieser- bisher weithin herrschende Zustand ist im Glauben betrachtet, der eigentliche Notstand in der deutschen evangelischen Christenheit. Die innere Not der Kirche, die Gegenwartsfremdheit ihres dogmatischen Vokabulars kann nicht durch den Staat geheilt werden. Dazu gibt es in der Tat keine rechtliche Handhabe. Der Staat kann aber indirekt alle, die ihre Kirche lieben, dazu zwingen, den geschichtlichen Tatsachen l n s A u g -- zu sehen. Tifj d:"s geschehe, ist eine geistliche Notwendigkeit und in ihr ist das revolutionäre Recht des jetzigen Geschehens verankert. Denn das Wesen unserer geschichtlichen Stunde ist, daß wir Revolution haben und sie d u r ch f ü h r e n wollen. Diese Revolution brandet an die Mauern der Kirche heran. Wir dürfen uns dem lebendigen Wogenprall nicht verschließen. Die evangelische Kirche muß und will ihn hereinnehmen, um seine volle Kraft vor das Evangelium zu stellen. Gelingt diese Läuterung, die von Mensch zu Mensch in der Gemeinde nötig ist und deren das Volk bedarf, dann hat die evangelische Kirche wieder ein unbestrittenes Daseinsrecht. Ist die Kraft 8er Verkündigung zu schwach dazu, dann stehen wir im Gericht Gottes. Durch das revolutionäre Recht des Staates gegenüber der Kirchenleitung ist die Gemeinde aufgefordert, der Kraft Gottes Raum zu geben und ohne juristische Kompetenzstreitigkeiten dem Volk zu dienen. Oer bisherige evangelische Oberkirchenrat klagt beim Gtaatsgerichtshof. Leipzig, 27. Juni. (CNB.) Der des Amtes enthobene Evangelische Oberkirchenrat hat wegen der bekannten, vorn preußischen Kultusminister und seinen Kommissaren getroffenen Anordnung gegenüber der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union Klage beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich in Leipzig eingereicht. Amtsniederlegung im Zrankfurter Landeskirchenrat. WSR. Frankfurt a. M., 27. Juni. Der Stellvertreter des Präsidenten des Evangelischen Landeskirchenrats Frankfurt a. M., Pfarrer D. Kübel, hat an den Präsidenten der Landeskirchenversammlung folgendes Schreiben gerichtet^ „Die Einsetzung eines Staatskommissars und die von ihm angeordnete Auflösung der Landeskirchenversammlung machen es mir fortan unmöglich, mein vor Gott abgelegtes Amtsgelübde zu erfüllen, nämlich die Verfassung der Frankfurter Landeskirche unverbrüchlich zu halten und für ihre Wahrung und ihren Schutz jederzeit mit ganzer Kraft einzutreten. Ich lege deshalb mein Amt als Kirchenrat und derzeitiger Leiter der Präsidialgeschäfte des Landeskirchenrats nieder." Beflaggung der kirchlichen Gebäude. Berlin, 27. Juni. (WTB.) Der Evangelische Pressedienst gibt bekannt: ilm der tiefen Verbundenheit der Kirche mit dem nationalen Staat, unter dessen starkem Schuh ihr irdischer Bestand, die ruhige Ordnung zu ihrem Neuaufbau und damit die freie Verkündigung des Evangeliums im deutschen Volk für alle Zukunft gewährleistet ist, sichtbaren Ausdruck zu verleihen, hat der Evangelische Oberkirchenrat folgende Anordnung erlassen: Bei allen festlichen Anlässen in Kirche und Staat sind hinfort außer der Kirchenfahne auf den evangelischen Kirchen und kirchlichen Gebäuden die Hoheitszeichen des Reiches, die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne, zu hissen. 19 Massenversammlungen der Deutschen Christen in Berlin. Berlin, 27. Juni. (TU.) 2n 19 Massenversammlungen warben am Dienstag die Deutschen Christen für Einheit, Reinheit und Volksverbundenheit der Kirche. In allen Gegenden des riesigen Berlin vereinigte sich die evangelische Bevölkerung, um vom Wesen der Kirche und ihren Aufgaben zu hören. Alle Gleichgültigkeit an Kirchendingen schien überwunden. Dem Erwachen der Ration ist der Aufbruch des evangelischen Kirchenvolkes gefolgt. Es waren nicht nur Angehörige der Glaubensbewegung Deutscher Christen, auch bisher noch abseits Stehende hörten den Ausführungen der Redner zu. Am mächtigsten aber war die Versammlung im Saalbau Friedrichshain, einst die Hochburg kommunistischer Radaupolitik. Hier sprach der Führer der Deutschen Christen, Pfarrer Hossenfelder, und der Vertrauensmann des Kanzlers, Wehrkreispfarrer Müller. gar kein „Nimmt er keinen Fahrgast an?" „Einen Fahrgast? Du bist wohl krank! Wer wird sich denn heutezutage in eine Droschke setzen. Es wäre ja lächerlich. Außerdem käme auch gar kein Mensch aus einen solchen Gedanken: Selbst der Peter nicht. Er macht auch gar keine Anstalten da- zu, einen Fahrgast zu bekommen. Er fährt schnell durch die Straßen, ohne sich um jemand zu küm- mern, aber die Leute glotzen ihm nach wie einem Gespenst. Das scheint ihm Spaß zu machen. Lachen hat ihn allerdings noch keiner gesehen." „Na ja, wenn man alt wird, bekommt man eben einen Tick. Prosit!" 3wei Biergläser klingen aneinander. Ich betrachte den alten Kutscher, soweit es die weißen Rauchsäulen ermöglichen. Wenn man alt roiro, bekommt man eben einen „Tick". Der Kut- cher hatte seinen lackierten Filzhut nicht abgesetzt, so liegt sein Gesicht zu sehr im Schatten, um es ge- nau beobachten zu können. Am Kinn sitzt eine üppige Warze. Wortlos hockt der Droschkenkutscher den das Heimweh immer wieder in die Stadt zieht' Zwilchen den lauten, fröhlichen Taxichauffeuren, die A lertgbringen laut zu lachen, Witze zu erzählen, ein Glas nach dem andern hinter die Binde zu gießen und über das Elend der Zeit zu schimpfen — roei niemanö mehr Auto fährt. Und nun sagt der fuAm'lemp?!"',2ab'n Kommen mit l-n m k ' .lachen die Chauffeure und klopfen dem Besuch aus die Schultern. „Zu dem langsamen Geld," erwiderte der Alte, „Ich? Den nennen doch alle so. Der ist doch ein bißchen meschugge!" „Wieso denn?" „Ei, weil er in der Stadt spazieren fährt." „Kommt er nur hierher, um spazieren zu fahren?" „Natürlich! Das ist es ja! Vor zehn Jahren stand er auf dem Stern-Platz. Als bann die Droschken abgeschafft wurden, weil die Autos billiger und schneller waren, zog sich der Peter mit seinen drei Droschken aufs Land zurück, wo man noch mehr Zeit hat. Natürlich zog er in einen Ort, der weit von der Bahnstation liegt, so daß die Einwohner sich zuweilen von ihm fahren lassen. Wie ich gehört habe, geht aber auch auf dem Land das Droschkengeschäft schlecht, und so mußte Peter im Laufe der Jahre zwei von seinen drei Droschken verkaufen. Jetzt lebt er von seiner letzten!" „So. Und alle paar Wochen kommt er also in die Stadt gefahren?" „Früher alle vier Wochen, jetzt alle sechs bis acht Wochen. Mit seiner leeren Droschke fährt er bann kreuz und quer durch die Innenstadt und hält den Verkehr auf. I und um seinen verwelkten Mund zieht ein bitterironischer Zug. Ein Gelächter, daß Gläser und Tische erbeben. Die Chauffeure kredenzen dem Shitfdjer Kognak als Anerkennung für die witzige Antwort. Ich gehe und stecke der geduldigen Rosinante eine Handvoll Zucker ins schnuppernde Maul. Einer von vielen. Helden des Alltags nennen wir die Männer, die, fei es als Postflieger oder Lokomotivenführer oder auch nur als Bergmann, stündlich von tödlichen Gefahren umlauert werden, und die in höchster Rot bedingungslos ihr Leben.einsehen für die Rettung ihrer Kameraden oder der ihnen anbertraulen Perfonen. Zu ihnen aber, bei denen vorbildliche Pflichterfüllung und Pflichtauffaflung vorausgesetzt wird und deren Versagen im lritifchen Moment Lerbrechen bedeutet, gehören auch die vielen auf verantwortungsvollem Posten stehenden Menschen, die nicht andauernd einer Gefahr ausgesetzt sind, aber bei einem plötzlichen Zwischenfall mit eisernen Rerven die verwirrte Tlmwelt leiten und sie vor einer Panik bewahren. Deswegen sei hier desAnsa- gers vom isländischen Rundfunk in Reykjavik gedacht, der vor wenigen Tagen mitten im gewöhnlichen Tagesprogramm mit ruhiger Stimme den Hörern meldete, daß ein Erdbeben die Stadt bedrohe, und sie aufforöerte, in größter Eile und , vollkommener Ruhe die Häuser zu oerlaflen. „Achtung, Achtung, ich fordere sie auf. die Häuser zu verlaßen. Achtung, Achtung, ich bitte um Ruhe." Mehr und drohender häuften sich die Meldungen: „Der Crdbebenmesier der Wetterwarte zerstört. .. Achtung, die Häuser schnellstens verlaßen... Achtung, Achtung, zur Panik keine Veranlassung, ^uhe und Selbstbeherrschung bewahren." Mit fester Stimme gab der Ansager seine Meldungen und Weisungen, denen der größte Teil der Einwohner folgte, indes die Erdstöße immer heftiger wurden und die Gefahr größer. Er selbst blieb auf seinem Posten, er tat feine Pflicht, sagt man jetzt, und beruhigte die Menge. Dreißig Erdstöße wurden gezählt und nach einer ewig erscheinenden halben Stunde teilte der Ansager mit, ruhig wie zuvor: „Meine Damen und Herren, das Beben ist im Abflauen begriffen. Größere Verluste an Materialschäden sind nicht zu verzeichnen. Menschenleben sind keine zu beklagen" und verabschiedete sich dann von den Hörern mit dem gewohnten „Gute Rächt und vergeßen sie bitte nicht, die Antenne zu erden." Durch sein Ausharren und seine Ruhe verhinderte er eine Panik, die sonst unzweifelhalt ausgebrochen wäre. Auch ein Held öeö Alltags, der unbekannte Ansager von Reykjavik in Island. XV arum LustsdHri-Werbewoche? <1 <* III. Veranstaltungen in Gießen. 3n der Woche vom 25. Juni bi8 zum 2. 2uli 1933 findet im ganzen Reich eine Deutsche Luftfahrt-Werbewoche statt. Sie soll die breite Oeffentlichkeit davon überzeugen, daß die Luftfahrt eine Lebensnotwendigteit für Deutschland ist. 3eder vaterlandsliebende Deutsche soll durch die Werbewoche nachdrücklichst darauf hingewiesen werden, das; die Mithilfe bei dem Weiterausbau der Deutschen Luftfahrt vaterländische Pflicht und daß selbstlose Mitarbeit und Opferbereitschaft eines Jeden unumgängliche Rotwendigkeit für die Erreichung des Zieles ist. 3m Besonderen ruft die Werbewoche die deutsche Jugend aus, sich in der Luftfahrt aktiv zu betätigen. Sie will in der Fügend Begeisterung. Lust und Liebe zur Fliegerei wecken. Die Fesseln, die Deutschlands Luftfahrt heute noch drücken, müssen fallen, frei und stolz sollen deutsche Flugzeuge, fest in der Hand erprobter Führer, den sreien Luftraum durchziehen, zum Schuh und Schirm deutscher Heimaterde. 3n Gießen wird die Werbewoche eine Reihe größerer und beachtenswerter Veranstaltungen bringen. Alle Arten des Flugsports werden zur Vorführung kommen, der einheimischen Bevölkerung soll gezeigt werden, daß in Gießen aus dem Gebiete der Luftfahrt schon viel geleistet worden ist, daß aber noch wesentlich mehr geleistet werden kann, wenn die gesamte Bevölkerung verständnisvoll an dem hohen und vaterländischen Ziele mitarbeitet. Die Wcrbewoche beginnt mit einem Platzkonzert des Musikkorps des I. (Hess.) Grenadierbataillons 15. Inf.-Regts. am Donnerstag, um 18 ilbr, am Hindenburg-Wall. Gleichzeitig werden in den Anlagen am Hindenburg-Wall die Segelflugzeuge der Ortsgruppe Gießen im DLV., der Segelfliegergruppe des 1. (Hess.) Grenadier- Bataillons 15.Jnf.-Regts. und des SA.-Flieger- (türme Gießen ausgestellt werden. Arn Freitag findet um 19 Uhr ein Werbemarsch des Jliegerffurme Gießen durch die Stadt nach dem Flughafen statt, wo um 20.30 llfjr ein Werbeabend veranstaltet wird. Der bekannte Gießener Segelflieger cand. med Fritz Schmitz wird einen kurzen, allgemein verständlichen Vortrag halten. Bei Eintritt der Dunkelheit wird der Fliegersturm ein Biwak an Lagerfeuern zeigen, unter Mitwirkung der Kapelle der Standarte 116. Der Samstag ist dem Segelflugsport gewidmel. Ab 16 älhr werden auf dem Flughafen Schau- und Wcrbeslüge der Segelfluglportgruppe der Ortsgruppe Gießen und der Scgclslicgergruppe des Gießener Bataillons und des Flicacrsturms Gießen gezeigt. Es kommen zur Vorführung die verschiedenen Arten der Starts auf flachem Gelände, Handstorts, Autofchlepp-Starts und ein Flugzeugfchlepp-Start. Gleichzeitig werden Passa- gier-Rundflüge mit Motormaschinen ausgcsührt. älm auch die Fugend für die Fliegerei zu begeistern, findet ein Kinderfest statt, bei dem ein Ballonwettbewerb mit Kinderballons zum Aus- trag kommt. Für die Ballons, die am weitesten geflogen find, werden ein Freiflug und Buch- preise ausgesetzt. Während der ganzen Veranstaltung konzertiert die Stahlhelm-Kapelle Gießen. Am Sonntag um 15.30 Uhr findet auf dem Flughafen ein großer Motorflugtag statt. Zn diesem Programm sind vorgesehen: Parade» ausstellung des Fliegersturms und der Motor- und Segelflugzeuge der Ortsgruppe Gießen mit Besät» Zungen. Begrüßungsstaffelflug mit kunstftug im Verband, Zielabwürfe, Kunstflüge, Rückenslüge, Ballon» jagdbewcrb, Geschicklichkeitswettbewerb in Bodennähe, Segelflugzeugschleppstart des Segelflugzeugs„Geheirn- rat König", Fallschirm-Zielabsprung, Fessclbollonab- schuß. Folgende Flugzeugführer der Ortsgruppe Gießen in, DLV. nehmen teil: Fluglehrer Maier, Erbprinz zu Solms-Hohe ns olms-Lich, Died» richs, Schuster, Wiegmayer, Fritz Schmidt. Außerdem findet eine Gas- und Luftschutzübung größeren Stils statt. Während der Beranstoltung konzertiert die Kapelle der Standarde 116. Am Sonntagabend findet ein Gartenfest mit Sonderbeleuchtung auf der Terrasse des Flughafengebäudes statt. Das Konzert wird von der Kapelle Seitz ausgeführt. Bei gün- stiger^Witterung werden nach Eintritt der Dunkel- heit Starts und Landung mit beleuchteter Maschine ausgeführt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Lediglich bei dem Flugtag am Sonntag werden nachmittags 30 Pf. (Kinder 20 Pf.) zur Deckung der Unkosten erhoben. Außerdem kommen am Sonntag Freiflüge zur Verlosung. (Siehe heutige Anzeige.) Die Ortsgruppe Gießen im DLV. hofft, weiten Kreisen der Bevölkerung aus Stadt und Land durch die verschiedenartigen Veranstaltungen etwas Besonderes bieten zu können, sie glaubt aber auch erwarten zu dürfen, daß sie bei der national eingestellten Bevölkerung der engeren Heimat das nötige Verständnis für die Werbewoche und den zielbewußten Aufbau der Deutschen Luftfahrt findet. Deshalb darf bei den Veranstaltungen niemand fehlen, der es ernst nimmt mit seiner vaterländischen Pflicht. Aus der provinzidlhauptstddt. Warnung vor unberechtigten „Verhaftungen". Vie Slaatspressestelle Darmstadt teilt mit: Es besteht Anlaß darauf hlnzuweiscn, daß Verhaftungen nur von Organen der ordentlichen Polizei vorgenommen werden dürfen. Auch Angehörige der Hilfspolizei dürfen nur gemeinsam mit Beamten der ordentlichen Polizei tätig werden. wer — ohne Polizeibeamter ju sein — einen anderen „verhaftet", macht sich wegen Freiheitsberaubung und wegen Anmaßung von Amtsgewalt ftrafbar. Die Staatsautorität erfordert schärfstes Einschreiten gegen diese Eigenmächtigkeiten. Die Betroffenen werden ausdrücklich aufgefordert, Strafanzeige zu erstatten. Ge;.: Dr. Best Aus dem hessischen Staatsdienst entlasten. Auf Grund des Reichsgesetzes vom 7. April 1933 § 4 wurden mit Wirkung vorn 22. Juni aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: Ministerialrat Friedrich Wilhelm Diehl (Darmstadt), Ministerialrat Jakob Jung (Darmstadt), Oberregierungsrat Wilhelm Henrich (Darmstadt) und Oberschulrot Karl F r i e d r i ä) (Darmstadt). Auf Grund des gleichen Gesetzes § 5, Absatz 2, wurde mit Wirkung vom 1.Juli Ministerialrat Hoffmann in Darmstadt auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. -tAornottftcn — Tageskalender für Mittwoch. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplay: 15 bis 17 Uhr: Ausstellung „Vorformen künstlerischen Schaffens". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". * Omnibus-Pendelverkehr zum Flughafen. Zu den auf dem Flughafen ftatt- findenden Veranstaltungen, Werbeabend am Freitag, Segelflugtag am Samstag, Motorflugtag und Gartenfest am Sonntag, wird von der Reichspost ein Pendelverkehr ab Ludwigsplah nach dem Flughafen und zurück eingerichtet. Der Pendelverkehr beginnt jeweils 1 Stunde vor Beginn der Veranstaltungen auf dem Flughafen. — 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft ab 26. 3uni mit Rücksicht auf die Luftfahrt-Werbewoche der Film „Hochstraßen der Luft". ** Sonderzugfahrt zur Edertal- sperre verschoben. Der für Sonntag, 2.Juli, vorgesehene Derwaltungssonderzug von Lauterbach über Burg und Nieder-Gemünden—Kirchhain mit Flügelsonderzug von Gießen über Marburg (Vereinigung beider Züge in Kirchhain nach Waldeck) verkehrt erst am Sonntag, 9. Juli. * Kameradschaft der Nachrichtentruppen Gießen. Am Sontag wurde in einer Versammlung in der „Stadt Lich" auch für Gießen eine Ortsgruppe der Kameradschaft der Nachrichtentruppen gegründet. Die Anregung war von der Ortsgruppe in Frankfurt a. M. ausgegangen. Aus Gießen und Umgegend meldeten sich sogleich 35 Mitglieder, dazu kommen noch ebensooiele aktive Kameraden des Nachrichtenzugs des Jnf.-Regts. 15 unter ihrem Führer, Oberleutnant Knetsch. Die Versammlung wurde geleitet von dem Kameraden Neichsbahnbetriebsassistenten Christ. Klotz. Karne- rad Oberpoitsekretär Scherer aus Frankfurt a. M. gab einen Ueberdlick über die Entwicklung der Organisation in Hessen und Hessen-Nassau, schilderte, wie in den Jahren nach dem Krieg die Gründung unter dem Druck der Verhältnisse immer wieder auf Schwierigkeiten stieß, wie aber mit dem Umschwung und dem Neuerwachen des deutschen Willens nun- mehr der erste Anstoß genügte, um überall Ortsgruppen entstehen zu lassen, die sich unter der Führung des Waffenrings der deutschen Nachrichtentruppen zusammenschlossen. Zum Vorsitzer wurde durck; Zuruf einstimmig Kamerad Klotz ernannt, der den übrigen Vorstand in folgender Form be- stimmte. 2. Vorsitzer Herr Oberleutnant K n e t s ch, 1. Schriftführer Dr. H e u ß e l, 2. Schriftführer Dr. Heil (Steinberg), 1. Kassenwart Reichsbahnassistent A p p e l, 2. Kassenwart Elektromonteur Bechtold (Klein-Linden). Zusammenkünfte sollen regelmäßig ftattfinben. Die Gründungsoersammlung schloß mit einem „Sieg-Heil!", auf das deutsche Vaterland, auf den Reichspräsidenten o. Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurden das Deutschland- und das Horst-Wessel Lied gesungen. Neue kommiffarische Bürgermeister und Beigeordnete in Hessen. Die Staatspressestelle teilt mit: Die nachstehen- den Bürgermeister und Beigeordneten wurden kommissarisch in ihr Amt eingesetzt: Gonsenheim: 3ean Seid an Stelle des zu- rückgctretenen Beigeordneten Pros. Schäfer; Drauerschwend Willi Stroh an Stelle des Bürgermeisters Reibiing und Karl Zinn II. an Stelle des seitherigen Beigeordneten Willi Stroh; Gensingen: Johann Rumpf an Stelle des Beigeordneten Rikotaus Blank; Asselbrunn: 3akob Lust an Stelle des Beigeordneten Johann Geist; König Kaufmann Heinrich Keller, seither Beigeordneter, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Hofferberth; Airlenbach Peter Kaiser an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Rebscher; König. Ortsgruppen.eiter Hill an Stelle des seitherigen Beigeordneten Keller; Billertshausen. Otto Merlau, seither Beigeordneter, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Kalbfleisch und Karl Schlitt an 6 e le des seitherigen Beigeordneten Merlau; Dietzenbach lyeorg Steinhauer X. für den seitherigen unbesetzten Beigeordnetenposten; Froschhausen: Obersteuersekretär Otto Schmi t ür d.n seither unbesetzten Beigeordneten- posten; Muschenheim: Hermann Haupt an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten H. Kutt ll.; Dettenhausen: Maurermeister 2oh Balser an Stelle des Beigeordneten Heinrich Rücke!; Ober-Bessingen: Eduard Fritz an Stelle des Bürgermeisters Keil. Große Spende für die Opfer der Arbeit. WSN. Frankfurt a. M., 26. Juni. Der Aufruf des Führers für die Opfer der Arbeit ist bei den nationalsozialistischen Beamten freudig aufgegriffen worden Der Leiter der Beamtenabteilung der Partei, Reichsstatthalter Sprenger, hat als erstes Ergebnis der von ihm eingeleiteten Sammlung 150 000 Mark dem Konto für die Opfer der Arbeit zugeführt. Die Sammlung ist weiter im Gange. Staatliche Unterstützung der Marburger Testspiele. DSR. Marburg, 26. Juni. In Würdigung des kulturellen Wertes der Marburger Festspiele hat der preußische Kulturminister zur Finan- zierung der diesjährigen Marburger Festspiele einen namhaften Betrag überwiesen. Der Weg durch die Hölle. Oie Unterzeichnung des Diktates von Versailles. — Ein Augenzeugenberichi aus den Schictsalstagen des deutschen Volkes. 'on Ttolf Brandt Im Schloßhof von Versailles am Tage der Unterzeichnung des schicksalschweren Dokuments. II. £ün unsere Ehre. Roch einmal hot im Auftrage der Regierung der Gesandte v. H an ie l in Versailles eine Rote übergeben, in der gegen den Inhalt des Friedensvertrages protestiert wird. Die Vorbehalte werden nachdrücklich hervorgehoben, und es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die auferlegten Bedingungen das Maß dessen übersteigen, was Deutschland leisten könne. Es müsse schon jetzt die Verantwortung für die Fo gen dieser Tatsache ablehnen. Roch an demselben Abend enttonrtet Clemenceau: „Es verbleiben weniger als 24 Stunden ... Die Zeit der Erörterungen ist vorbei ... Die Alliierten können keine Abänderungen oder Vorbehalte annehmen oder anerkennen ... Sie fordern eine unzweideutige Erklärung der Vertreter Deutschlands, ob sic gewillt sind, den Vertrag in seiner Gesamtheit und in seiner endgültigen Form zu unterzeichnen oder abzulehnen ... Rach der Unterzeichnung ist Deutschland verantwortlich für die Ausführung sämtlicher Bestimmungen." Jetzt zeigt sich — es wird entscheidend sein für die ganze Zeit — das Parteiwesen in feiner ganzen Verantwortungslosigkeit und Schäbigkeit. Am Morgen des 23. Juni gibt es fein Dersteck- spiel mehr. Am Spätnachmittag muh die Entscheidung in Paris vorliegen. Man vereinbart gegenseitig „Ehrenerklärungen", die eigentlich unter anständigen Menschen selbstverständlich find, daß nämlich auch die 2a-Sager von vaterländischer Gesinnung getrieben worden seien Rach dieser Vereinbarung ist der Weg frei für den letzten Akt, nämlich die Fest tellung durch Abstimmung, daß der Beschluß vom Vortage auch die Ermächtigung zur vorbehaltlosen Untcr- zeichnung in sich schließe. Roch kurz zuvor sind 68 von den 91 Abgeordneten des Zentrums unschlüssig gewesen, wie sie abzustimmen hätten. Erzberger läßt alle seine Künste der llebcrreöung auf die Frak.ionsgenossen los „Ces ist sicher, daß wir wieder Krieg habe, wenn wir ablehne, und dann zerschieße die Franzose den Dom in Köln!" Man sieht ihn halb ungläubig an. Deutschland besehen, ja, das können die Franzosen. Aber auf Städte schießen, die sich nicht wehren? Also in Weimar kMnmen sie zur Schluhabstim- mung. Vergeblich versucht Schuly-Brom- b e r g im Romen der Deutschnationalen eine namentliche Abstimmung herbeizuführen. Fehrcn- bach läßt abstimmen durch Erheben von den Plätzen. Er ist, wie er es später als Reichskanzler fein wird, zu Tränen gerührt. Crz- berger hat gesiegt, und fein Parteigenosse Fehren- bach weint. Ein furchtbares, wie es sich zeigen wird, symbolisches Schauspiel .. Roch Versailles geht sofort ein Telegramm ab, das um 16.45 älhr, also ein und eine halbe Stunde vor Ablauf des Ultimatuma, überreicht wird. Da Legationsrat v. Lersner es nicht über sich bringt, die Rote selbst zu überreichen, vollzieht sich die Uebergabe in einem versiegelten CBrief durch einen Bureaubeamten. „Die Regierung der Deutschen Republik Hat aus der letzten Mitteilung der alliierten und assoziierten Regierungen mit Erschütterung gesehen, daß fie entschlossen sind, von Deutschland auch die Annahme derjenigen Friedensbedingungen mit äußerster Gewalt zu erzwingen, die, ohne eine materielle Bedeutung zu besitzen, den Zweck verfolgen, dem deutschen Volke seine Ehre zu nehmen. Durch einen Gewaltakt wird die Ehre des deutschen Volkes nicht berührt ... Der übermächtigen Gewalt weichend, bereit ist ... auferlegten Bedingungen anzunehmen und zu unterzeichnen, gez.: Hermann Müller." Paris gerät in einen Freudenrausch Alle Glocken beginnen zu läuten, die Regimentskapellen spielen auf dem Place de la Concorde und auf den Boulevards. Die öffentlichen Gebäude und Denkmäler werden illuminiert. Die Ausnahme der Friedensnachricht an diesem Abend bei der französischen Rheinarmee aber ist so: Von der Grenze des Elsaß bis nach Worms steht die französische achte Armee zum Vormarsch bereit. 2n Darmstadt, dem Okkupationsziel des ersten Tages, sind die Quartiere im voraus bc- stimmt. Riemand ist vergessen, die Kriegskorrespondenten mit eingeschlossen, die auf die im Register noch fehlenden Emotionen des Guerilla- krieges harren. 2n den Ortschaften bilden die Einwohner schweigende Gruppen und sehen der Schicksalsstunde entgegen. Ein Stafettenreiter trifft im Ortskommando ein mit dem erlösenden I Befehl. Es ist eine chiffrierte Depesche, die im Kodex lautet: „Schließt die Tore!" Das heißt: stellt den Alarm ab und laßt die Truppen ihrs normalen Positionen beziehen. Die Friedenskunde verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch die Armee. 2n Wirklichkeit ist diese Armee wie erlöst, daß sie nicht marschieren muß, denn sie hat noch die ganzen älteren 2ahr- gängc bei sich. „Es ist vorbei! Die Deutschen unterzeichnen!" Sie schreien in aufgelösten Gruppen: Cs lebe der Reservemann! Cs steht fest, daß die englische Armee nicht mehr marschiert wäre. Sie hatte außerdem zweitausend Automobile verbrannt, um den Vormarsch überhaupt auch praktisch unmöglich zu machen. Auf dem Kölner Hauptbahnhof kommt um diese Zeit, ein paar Stunden vor dem Zug, in dein die deutschen Minister, die sich zur ilnteueid)- nung bereit gefunden haben, sitzen, der üoliche I)-Zug mit dem angehängten Delegationswagen an. Es ist als einziger Deutscher ein 2ournalift in diesem Wagen. Sofort stürzt eine Anzahl französischer Offiziere auf den Deutschen zu: „Wird man unterzeichnen? Wo sind Ihre Minister?" Die fiebernde Rervosität der Franzosen ist ganz ungeheuer Der Sohn des Senators Le Bourget tritt auch an den Wagen: „Unter- zeichnet man wirklich nicht?" Cs ist keinerlei Siegesfreude in feinem Ton. Der Deutsche antwortet: „2ch weiß es nicht, ich hoffe nicht." Auf dieses Wort hin treten die französischen Offiziere zurück. Ihre Aufregung sprengt fast die Formen. Das sind Menschen, denen man ansieht, daß sie fürchten, im letzten Moment die Siegesbeute zu verlieren, deren sie sich schon ganz sicher glaubten. Ein englischer Oberst steht unfern der Gruppe und lächelt verachtungsvoll. Der militärische Adjutant Lloyd Georges. Kapitän Cook, der auch in Köln in den Zug steigt, sagt zu dem Deutschen: „Diese Szene müßte mein Minister sehen." „Warum?" „Er würde bann wissen, daß er recht gehabt hot." „Der Tag von Versailles..." Die Franzosen lassen ihn strahlen wie einen seltenen Stein, und er ist nur eine Folge von Szenen wie auf her Rennbahn, wo die Wetter am Schalter schieben und eleganbtc Frauen nach Schauspiel drängen und Schauspiel bieten. Cs gibt nur eine Minute in dieser Versammlung von Reugier. Eitelkeit und Beschränktheit, in der das Flüstern, die Komplimente und das Reden von politischen Geschäften schweigen, das ist, als der erste der beiden deutschen Delegierten unterschreibt. Wilder Ansturm gegen die hohen Gittertore. Hunderte von Frauen und Männern btängen vorwärts, stoßen gegen die Mauer, die von der republikanischen Garde gebildet wird. Es nützt wenig, daß die Soldaten immer wieder rufen: „Rur die roten Karten geben hier Einlaß!" 2hr „Zurück, meine Damen und Herren", verhallt immer aufs neue in den von Reugier getriebenen Massen, die den Weg zum Schauspiel mit jedem Mittel erzwingen wollen. Französinnen, Engländerinnen, amerikanische Schwestern, Herren und Damen der Gesellschaft, die dabei sein wollen, drängen durcheinander. Man kennt das Bild, man kennt die Eleganz... Man geht durch die Säle, deren Bilder prahlen, daß Frankreich historisches Recht, auf Unrecht, gegen Deutschland habe. Kleine Tische sind überall ausgestellt, an denen Briefmarken mit dem Stempel des Tages und der Friedenskonferenz abgestempelt werden. Sie find umdrängt; die Frankenstücke klingen, die Scheine fliegen. An der Tür des langen, siebzehnfenstrigen Spie- aelsaales stehen wieder mit roten Helmbüschen die Posten der republikanischen Garde und prüfen die Karten. Cs wird wieder das hübsche Spiel getrieben, daß man passiert, als „bekannt" zurückkehrt und die rote Karte der Dame des Herzens oder dem Mann, dem man verpflichtet ist, bringt... (Schluß folgt.) Taten für den 28. Ium. 1815: der Komponist Robert Franz in Halle on der Saale geboren (gestorben 1892); — 1853 der Mediziner Gustav Adolf von Stümpell in Neu-Auß geboren (gestorben 1925); — 1865: der Dichter Otto Julius Bierbaum zu Grünberg (Schlesien) geboren (gestorben 1910); — 1914: Erzherzog-Thronfolger Franz jerbinanb von Oesterreich-Este (geboren 1863) und seine Gemahlin in Serajewo ermordet'__ 1919: Unterzeichnung des Diktats von Versailles.' Handball der Soldaten. Tgm. Friedberg — 2. Komp. IR. 15 7:12 (4:5). Die Handballmannschaft der 2. Kompanie folgte einer Einladung der Tgm. Friedberg zu einem Abenspiel. Man war allgemein gespannt auf den Ausgang des Treffens, da erst am Vorsonntag die Ligamannschaft der Frankfurter Eintracht nur knapp mit 12:10 Sieger wurde. Die Zuschauer bekamen einen rassigen Kampf zu sehen, die die Soldaten, dank ihrer Ausdauer, mit 12:7 für sich entscheiden sonnten. Von beiden Seiten wurde äußerst fair gespielt. Der Schiedsrichter amtierte gut. Von Spielbeginn an legten die Friedberger ein mächtiges Tempo vor, das die Soldaten einigermaßen verblüffte. So kam es auch, daß Friedberg nach den ersten zehn Minuten schon mit 3:0 in Führung lag. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn die Soldaten fanden sich immer besser, bis sie endlich zur gewohnten Form aufliefen. Bei Halbzeit lag der Bataillonsmeister 5:4 in Führung. Nach der Pause änderte sich das Spiel vollkommen, denn jetzt zeigten die Soldaten, daß sie ihrem Gegner an Ausdauer weit überlegen waren. Deshalb lautete auch das Ergebnis am Schlüsse 12:7. Der Sieg, auch in dieser Höhe, war verdient. Friedberg stellte eine einheitliche Elf, in der kein Spieler abfiel. Besonders gefielen Torhüter und Mittelläufer. Bei den Soldaten ragten hauptsächlich der Mittelläufer und der gesamte Sturm hervor. Die restlichen Spieler konnten ebenfalls vollauf befriedigen. Luh OSC siegt in Münster. Am vergangenen Sonntag startete L u h (OSC.) in Münster und brachte das Kugelstoßen mit der beachtlichen Leistung von 13,33 Meter an sich. Er siegte hier über die Besten Westfalens sicher. Leider regnete es den ganzen Tag. Um so beachtlicher sind die gezeigten Leistungen. Der OSC. errang außerdem noch einen 3. Sieg mit einer ebenfalls guten Leistung im Weitsprung (6,29 Meter). Im Diskuswerfen siegte Altmeister Hoffmeister mit 45,91 Meter. Die Ergebnisse: Kugelstoßen: 1. Luh, OSC., 13,33 Meter: 2. Lange, S. u. S. Bielefeld, 13,10 Meter: 3. Schwedt mann, Polizei Bottrop, 12,64 Meter. Außer einem gingen alle Stöße Luhs über 13 Mtr. Weitsprung: 1. Korte, Münster, 6,47 Meter; 2. Aßmus, HC. Hannover, 6,34 Meter; 3. Luh, OSC., 6,29 Meter. Auch diese Leistung bei Regen und schlechten Sprungverhältnissen ist beachtlich. Ein Sprung Luhs mit 6,70 Meter war leider wegen Uebertretens ungültig. Beginn der „Tour de $rance//. 21m Dienstagmorgen wurde in Paris die 27. Rad°Rundfayrt durch Frankreich, die „Tour de France", im Beisein einer riesigen Menschenmenge gestartet. 60 Fahrer traten die beschwerliche Reise an. Die deutsche Mannschaft, die aus den „Assen" Stöpel, Thierbach, Geher. Dulloi, Altenburger, Buse, Sieronski und Kuhschbach besteht, konnte sich auf der ersten Etappe, die über 262 Kilometer nach Lille führte, recht gut halten. Die Berliner Stöpel und Buse sowie der Schweinfurter Geyer waren immer in der Spitzengruppe zu finden. Schon kurz nach dem Start übernahmen die Belgier die Führung, denen sich als einziger Franzose Archambaud anschliehen konnte. Archam- baud gewann schließlich auch die Etappe in 7:48:45 Stunden vor dem Einzelfahrer Louhet (‘Belgien), Aerts (Belgien) und Lemaire (Belgien). Stöpel kam mit der zweiten Gruppe- ein und wurde auf den 3. Platz gesetzt. Den 14. Platz belegte Buse, dagegen kam Geyer erst auf den 21. Platz ein. Die Senioren der GRG. in Würzburg. Die Senioren der GRG. starteten — wie schon kurz berichtet — am vergangenen Samstag und Sonntag in den beiden ersten Vierer- und Achterrennen in Würzburg. Die Wettet- und Wasserverhältnisse waren schlecht. Die Mannschaft hatte sehr unter dem hohen Wasserstand zu leiden. Auf der im Verhältnis zur starken Strömung sehr kurzen Strecke (1800 Meter) kamen die Gießener nicht recht zur Entfaltung ihrer Kräfte. Einen eindrucksvollen Sieg errang am Samstag die Senior-Vierer-Mannschaft (W. Flimm, W. Bek- ker, C. Georgi, Gg. Hartmann, St. Loh) im „Deutschen Ruderverbands-Vierer" (Ehren-Wanderpreis des Deutschen Ruderverbandes). Es gelang ihr, den bisher noch nie geschlagenen Deutschen Meister im vierer, „Undine" Saarbrücken, zu besiegen. Rach gut gelungenem Start beider Mannschaften übernahm „Undine" Saarbrücken die Führung, die sie auf eine Länge ausdehnen konnte. Sie behielt den Vorsprung bis zum Einsatz des Endspurts der Gießener, die in harten, wuchtigen Schlägen, unter großem Beifall der Zuschauer, kurz vor dem Ziel an der Meistermannschaft vorbeiging und mit Luftkastenlänge Vorsprung das Rennen für sich entschied. Am Sonntag starteten die Gießener im Kaiser- Vierer gegen die gleiche Mannschaft. Diesmal kamen die Saarländer zu einem knappen Sieg. Gießen führte nach sehr gutem Start mit einer Boots- Innge bis 1000 Meter. Mehrere Spurteinlagen auf der zweiten Streckenhälfte brachte Saarbrücken in Führung. 3m Endspurt bot sich wieder das gleiche Bild wie am Vortage. Die Gießener kamen mächtig auf, ober das Zielband war leider schon zu nahe. Saarbrücken wurde mit Luftkastenvorsprung Erster. Eine Ueberraschung war die zweimalige Niederlage des bisher ungeschlagenen Gießener Achters. Leider mußte der Achter in der vergangenen Woche durch plötzliche berufliche Versetzung ihres Nr. 5 eine Umsetzung erfahren. Wenn auch der Ersatz gleichwertig ist, so wirkt sich doch jede Umsetzung ungünstig auf die Zusammenarbeit aus. DieserUm- stand und die vorher schon betonten schlechten Wos- serverhältmsse, dazu noch ein nachteiliger Startplatz sprachen sehr zu Ungunsten der Gießener. Neben diesem muß betont werden, daß der Gegner — Würzburger RV. —, mit dem die Gießener schon im Vorjahre harte Kämpfe bestanden hatten, eine gleichwertige gute Mannschaft darstellt, und auf eigenem Gewässer schon von vornherein sicherer war. In dem Achterrennen am Samstag war die Zusammenarbeit des Gießener Achters' unausgeglichen und nervös, die in Saarbrücken und Kastel erwiesene Durchschlagskraft schien wie gelähmt. Sa kam Würzburg zu einem überlegenen Sieg. Am Zweiten Tag dagegen war die Arbeit im hiesigen Boot wieder viel ausgeglichener und ruhiger. Würzburg siegte diesmal nur mit halber Boots- länge Vorsprung. Die Trainingsleitung ist der Ueberzeugung, daß durch weitere Verfeinerung der Technik die Mannschaft bald den toten Punkt überwunden hat. Friedel Zödt und die Zungniannen der GRG. in Bad Ems. Ain gleichen Tage startete Jödt im Einer und der Iunginann-Vierer in Bad Ems. Zum 1. Einer hatten gemeldet: Schneider (Kölner Club für Wchserspart), Leitz jr. (Wetzlarer RCl.), Jödt (GRG.). Nach Abmeldung van Schneider (Köln) gingen beide Boote gut vom Start. Jödt setzte sich bald in Führung und gewann leicht und unangefochten mit mehreren Längen. ImLahn-Jungmann-Vierer landete die GRG. (Mannschaft: Georg, Krevert, Euteneuer, •Luill, et.: Dr. Breitenbach) auf dem zweiten Platz, gewann aber dafür den Ermunterungs- Vierer überlegen vor RD. Bad Ems, Rhenania Koblenz, die an zweiter Stelle im toten Rennen durch das Ziel gingen. Kurze Gporinoiizen V o n den „A d a l f - H i t l e r - P o k a l s p i e - le n" wird die Begnung zwischen Niedersachsen und Bayern bereits am Samstag in Hannover ausgetragen. * Reichspräsident von Hindenburg hat für die am kommenden Samstag stattfindende „Deutsche Sternfahrt zum Großen Feldberg" einen Ehrenpreis für den Sieger gestiftet. ®' n Fußball-Länderspiel zwischen DIK.-Mannschaften von Deutschland und Holland endete am Sonntag in Hannover mit 2:1 zu Gunsten der deutschen Mannschaft. 7000 Zuschauer wohnten dem Treffen bei. * ®in neues Talent im Hammerwer- i e n wurde in Frankfurt entdeckt, wo der Reu- Isenburger L i st den Hammer bei einer internen Beranstaltung 45,20 Mcttrr warf. Walter Neusel, der im Ausland lebende westdeutsche Schwergewichtler, zwang in London i)or 2°000 Zuschauern den englischen Riesen Jack Pettifer m der achten Runde zur Aufgabe. Große Strafkammer Gießen. Gießen, 22. Juni. Die Ehefrau B. hatte die Pflegschaft über ihre Schwägerin geführt, da diese infolge geistigen Gebrechens ihre Angelegenheiten nicht mehr zu besorgen vermochte. Als die Schwägerin wieder gesund geworden war, vermißte diese eine Anzahl von Wertpapieren, die sie vor Beginn ihrer Krankheit bei sich zu Hause aufbewahrt hatte. Auf Anfrage der Schwägerin hatte die Angeklagte angegeben, daß sie bei Llebernahme der Pflegschaft keine Wertpapiere im Hause vorgefunden hatte. Plötz, lich fand die Schwägerin im Hause der Angeklagten, wohin sie inzwischen übergesiedelt war, DeutscheZugend hin zurLustsahrt! zwei sich auf ihre Wertpapiere beziehende ilr« künden. 3n dem bald darauf gegen die Angeklagte wegen Unterschlagung der Wertpapiere eingeleiteten Verfahren ergab sich, daß die Angeklagte die Wertpapiere bei ihrer Bank aus eigenes Konto gelegt hatte, ferner daß sie in einer dem Amtsgericht gegenüber abgegebenen eidesstattlichen Versicherung über das bei Lleber- nahme der Pflegschaft vorgefundene Vermögen der Schwägerin die fraglichen Wertpapiere und auch noch sonstige der Schwägerin gehörige Gegenstände verschwiegen hatte. Außerdem hatte sie dem Wohlfahrtsamt gegenüber falsche Angaben über die Vermögensverhältnisse ihrer Schwägerin gemacht und so durch das Wohlfahrtsamt für ihre Schwägerin Unterstützung erhalten, die sie bei richtigen Angaben nicht erhalten hätte. 3n der heutigen Hauptverhandlung verteidigte sich die Angeklagte damit, daß sie aus gewissen Erklärungen ihrer Schwägerin angenommen habe, daß sie Eigentümerin der Wertpapiere geworden sei. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete das Gericht diesen Einwand jedoch für widerlegt. Schon die eigenen Angaben der Angeklagten ergaben, daß die angeblichen Erklärungen der Schwägerin derart unbestimmt gehalten waren, daß daraus vernunftgemäß niemals auf eine Eigentumsübertragung der Papiere geschlossen werden konnte. Rach Aussage der als Zeugin vernommenen Schwägerin selbst waren solche Erklärungen von ihr auch nie abgegeben worden. Was die Angaben gegenüber dem Wohlfahrtsamt anlangt, so gao die Angeklagte zu, daß sie in diesem Fall, tote sie sich ausdrückte, nicht richtig gehandelt haoe. Das Urteil lautete wegen Unterschlagung, Av- gäbe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und Betrugs auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Der wiederholt, darunter auch wegen Diebstahls vorbestrafte Kaufmann St. war angeklagt, aus dem Zimmer eines Hotels, in dem er abgestiegen war, 503 Mk. in bar und einen Reisekreditbrief über 1203 Mk. gestohlen zu haben. Er war deshalb vom Schöffengericht wegen Rück- saUdiebstahls zu einem Fahr sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Angeklagter hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt; die Staatsanwaltschaft zum Zwecke der Erhöhung der Strafe, der Angeklagte zum Zwecke seiner Freisprechung. Auch in der zweiten Instanz bestritt der Angeklagte hartnäckig, den ihm zur Last gelegten Diebstahl begangen zu haben. Wie in erster Instanz ergab sich jedoch auch in der heutigen Hauptverhand- lung aus einer ganzen Reihe von Gesichtspunkten^ daß der Angeklagte der Täter gewesen war. Ganz offensichtlich handelte es sich bei ihm um einen gewerbsmäßigen Hoteldieb. Wie aus der Verhandlung zu erkennen war, wird er noch wegen ähnlicher Diebstähle von einer Anzahl von Gerichten verfolgt, in verschiedenen Fällen :ft er bereits verurteilt. Das Gericht sprach daher auch heute den Angeklagten schuldig. Mii Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit des Angeklagten erhöhte es auf Antrag der Staatsanwaltschaft die vom Schöffengericht verhängte Zuchthausstrafe aus eine solche von zwei Jahren. Bei der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren behielt es sein Bewenden. Wirtschaft. Oie Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer. In einer amtlichen Mitteilung über die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern heißt es u. a.: Die Bestimmungen, die zum Schuhe des deutschen Arbeits- ni a r k t e s für die Beschäftigung ausländischer Arbeiter erlassen sind, finden vom 1. Juli d. I. ab auch auf die ausländischen Angestellten Anwendung. Qlrbeitgeber dürfen ausländische Arbeiter und Angestellte nur noch beschäftigen, wenn der ausländische Arbeitnehmer entweder einen Befreiungsschein besitzt oder der Arbeitgeber eine Beschäftigungsgenehmigung und Der Arbeitnehmer eine Arbcitserlaubnis erhalten. Bestimmte Ausnahmen sind zugelassem Besonders sind zwei Punkte zu merken: 1. Der Arbeitgeber hat in der Zeit vom 1. bis 15. Juli d. I. bei dem Arbeitsamt, in dessen Bezirk die Arbeitsstelle liegt, einen Antrag auf Erteilung der Beschäftigungsgenehmi- S zu stellen. Der Antragsoordruck ist beim ntsamt erhältlich. 2. Der ausländische Arbeitnehmer oder fein Arbeitgeber hat bei der Ortspolizeibehörde, in deren Bezirk die Arbeitsstelle des ausländischen Arbeitnehmers liegt, einen Antrag auf Erteilung der Arbeitserlaubnis zu stellen. Der Antragsvordruck ist gleichfalls beim Arbeitsamt erhältlich. Falls Zweifel bestehen, ob ausländische Arbeitnehmer, die bisher noch keinen Befreiungsschein besessen haben, einen solchen erhalten können, ist bei dem zuständigen Arbeitsamt (am zweckmäßigsten persönlich) anzufragen. Bis zur Entscheidung über die Anträge behalten die bisherigen Befreiungsscheine ihre Gültigkeit. Der ausländische Angestellte, der bisher einen Befreiungsschein oder eine Beschäftigungsgenehmigung und Arbeitserlaubnis nicht benötigten, dürfen bis Zur Entscheidung über ihren Antrag weiter beschäftigt werden. Arbeitgeber und ausländische Arbeitnehmer, die! gegen die zum Schutze des Arbeitsmarktes geltenden Bestimmungen verstoßen, machen sich st r a f- b a r. Zur Vermeidung von Irrtümern in der Oeffent- lichkeit wird darauf hingewiesen, daß es sich bei den zur Zeit noch in Deutschland befindlichen ausländischen Arbeitern und Angestellten fast ausschließlich um solche Ausländer handelt, die schon seit Jahren, zum Teil schon seit Jahrzehnten in Deutschland ansässig sind — meid) deutschstämmige — oder um solchen ausländischen Arbeitnehmer, in deren Heimatstaaten in erheblicher Anzahl deutsche Arbeiter und Angestellte^eschäftigt werden oder mit deren Heimatsstaaten Gegenseitigkeit vereinbart worden ist. * Harpener Bergbau - AG., Dortmund. Die Generalversammlung der Harpener Bergbau°AG., Dortmund, in der 41 Aktionäre ein Aktienlapitel von 62,11 Mill. Mark vertraten, erledigte einstimmig die Regularien. Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder S. Dodenheimer (Dresdner Bank) und H. M. Gutmann (Berlin) wurden wiedergewählt. Zur derzeitigen Geschäftslage wurde ausgeführt, daß vom Januar bis einschließlich Mai 1933 der Absatz auf 103 Prozent der entsprechenden Vorjahresmcnge gesteigert werden konnte. Sronffurfer Abendbörse behauptet. Srantfürt a. M., 27. Juni. Die Frankfurter ZIbenöbor|e war in Anbetracht der wieder festen Au-landbörsen freundlich gestimmt, wenn auch das Geschäft unentwickelt blieb. Gegenüber den Berliner Schlußkursen zogen IG.-Farben % v. H., und von Montanwerten Harpener, Klöckner und Nhein- stahl bis zu % o. H. an. AEG. blieben gehalten. 21m Kenten mar ft waren Alt- und Neube. sitzanleihe unverändert, ebenso blieben Stahlverein- Vonds nach der prägnanten Steigerung im Mit- tagsverkehr im Zusammenhang mit den Ausführungen des Sparerbundes mit 58,25 v. H. behauptet. Der Verlauf blieb im ganzen still und wenig verändert. Neubesitz 11,40, Altbesitz 76 75 6proz. Stahlverein-Bonds 58,25, Schutzgebiete 7,15' Zolltürken 6,20, 4proz. Rumänen 4,65, Dedibank 57, Dresdner Bank 46, Reichsbank 142, Buderus 72,75, Gelsenkirchen 57,75, Harpener 99,75, Klöckner 54,50, Mannesmann 66, Rheinstahl 91,50, Laurahutte 17,25, Stahlverein 36%, AEG. 24 50 Vekula 112,25, Bemberg 50,25, Chade 189, Cem'ent Heidelberg 80,50, Conti Gummi 159,75, Daimler 31, Scheideanstalt 170, Dt. Linoleum 47,50, Liefe- rungsgesellschast 89, JG.-Farben 130,50, IG.-Far- ben-Bonds 115%, Gesfürel 90, Goldschmidt 48, 2Äma™n 56' Lahmayer 121,50, Metallgesellschaft 60,75, Rutgerswerke 60,75, Siemens 162,50, Reichsbahn-Vorzuge 99,25, Hapag 16,25, Nordd. Lloyd Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. Neuner. Sranhun o. UI. Berlin IVranlfurt a. Sl. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. fur< bork für« börs- 'Z)olum 26-6. i 27.6. 26.6. £)alum 26.6 27.6- 26.6. 27.6. 6,55 76,75 78 77,5 68 68 81,5 81,5 84.4 84 0 67,5 67,5 67,75 67,75 v 81,75 81,75 81,5 81,5 83,25 83,75 83,25 83,25 Banknoten. 82,75 Berlin, 27-Juni (Selb 10 von 1911 Sertr I 5 o H. 76,25 11,45 84 90 77,5 84,25 90,4 77,75 76,2 11,3 83 86 84,5 90,25 77,5 84,5 90,13 77,75 6 6 0 90,75 98,5 105 163 122 76,75 11,35 6 0 Schluß- Iure 24,5 89,5 105,5 54 16 27,5 22 17 47 91 50,75 Echluß- furd 4% Ccflcnetd)i|(tie fflolbrenie... 4,20% Oeslerreichische GilOcrrente 4% Ungarische (Dolbrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/r% beogl. von 1913.......... 6% abflcfi. Golbmexikaner von 99 57,25 46 142,65 Schlugt. Miilaq. börle 4°„ rOrfilche Zollanleihe . 4% Türkische Bagbadbahn-Anleihe non Dividende an — Reichsbankdiskoni 4 d. H.. 18 1,2 6,5 5,5 5,4 9,9 6,275 72,75 112,75 58,5 99,13 64,5 150,5 114,75 54,25 66.13 6% Tcutldic rHctrt).?rtnieilie v. iirj, 6% cbcm.7% Dl.Reichsanl. v. 1929 t>¥i% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Aul.-AblSs.-Schulb ml1 AuSIos.-Rochlen .......... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte 6% cbem. R% Hess. Volksstaat 1929 «rückzahlb. 102%) Oberhessen Provinz. Anleihe ml AuSIos.'Nechten ............ 6% Hess. Lanbesbank Darmltadl Wold R. 12........ b^,% Hess. Landes Hupolheken. banl Darmstadt Liaui Deutsche Komm. Saminclab l.An leibe Eeriei mit AuSIos.-Rechten 6% eheni. 8% Frank). Hyp.-Ban' Goldpse. 15 unlünbbac bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban Goldpse. 16 unkünbbac bis 1936 ty;% ehern. 4'/.% Franks. Hyv. Äank-Liau.-Pfanbbriese 6y.% ehem. 4'/z% Rheinische Hyv-Bank-Liau.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LanbeSpfanb bricfamfalt, Psanbbriese R. V Verrechnungskurs Hamburg-Amerika-Pakei < Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... 0 ‘ 0 0 10 4,6 27,75 Norddeutscher Lloyd W.®. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Privat-Bauk... Deutsche Bank und Dtsronlo- 4% besgl. Serie ll ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Rum,in.vcreinh.Renlkv.l913 <% Rumänische vereinh. Rente . 3%% Anatolier .............. AEG Elektr. LieserimgSgesellschast!. Licht unb Krast Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... Rheinische Elektrizität Echuderl L Co.............. Siemens & Halske Lohmeyer L Co..............; AL' ©uberuc Deutsche ErdSI .............4 Gelsenkirchener 0 Harpener................... 0 Hoesch Eisen—Köln-Neueiien.. 0 Ilse Bergbau .............. 7 Ilse Bergbau Genüsse 7 SUdtfnenoerfe ...............0 Mannesmann.Rohren i Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlösse Schluß!. Miliag- börse 27.6. Gesellschaft.. Dresbner Bank Retchsdank ... «**■ AL Frantturi a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abcnd- Mrf® Schluß- lurs Schlußl. Minag- dörse Oatum 26.6. 27.6. 26-6. 27.6. jJiiineieiber Bergbau...... Kokswerke . ............ Pbdnir Bergbau.......... Rheinische Braunkohlen .. Rheinstabl ....... öcrelnfnte Stahlwerke..... Otavi Minen ............ Kaliwerke Aschersleben..... Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 0 ... 0 ... 0 ...10 ... 0 ... 0 ... 0 ... 6 ... k 23 36,65 208 90,25 36,65 17 121,5 122 23,5 37 209,5 91,5 36,65 17 124,5 126,5 _ 23 76,25 36.25 208 90,25 36.13 16,75 120 121 167 23,13 78,75 36,13 209,25 91 36,5 16,9 124,75 127 170,25 I G. Faichen-Industrie .... Lcheibeanstalt............ Golbschmlbl ............. ...10 128,5 170,75 45,25 58.5 60.5 130.5 170 48 60,75 60,75 128,75 45,5 58,9 130,13 47.75 60,9 RütgerSwerke............ Mctallgesellichaft.......... ... 0 60 60,25 Bhilivv Holzmann........ Zementwerk Heidelberg ... Cemenrwerk Karlstadt...... =1 54,5 80 79 56 80,5 79 54,5 55,5 Schultheis Payenhoser..... 119 38,25 46,5 45,5 20,5 119,5 41 ?Uu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................ .. 0 39,13 45.75 46 50.25 45 21 Zellstoff Waldhos......... 50 Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer Gas............ ... 0 45 21,5 Daimler Motoren......... ‘9-4 47 108,65 29,75 46 43,5 j 20,5 | 189 ; 111,25 Deutsche Linoleum ....... 47^5 30,5 Orenstcln « Kopps ....... 47 Leonhard Dietz ........... Chade................... ..12 20,5 189 189 44.75 20.5 189 Griyner .. 24,5 24.5 64.75 152 | 25 | Mainkraftwerke HSchs, a.M. 24,75 süddeutscher Zucker ..... e! 152^5 152] 150,25 26. Juni 27. Juni Amtliche Notierung Amtliche Isolierung meld Brick Geld Brie Helsingior-. 6,324 6,336 6,334 6,346 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... Budapest ... 12,54 12,56 12,54 12,56 — ■ — Sofia..... Holland ... 3,047 3,053 3,047 3,053 169,33 169,67 72,07 63,91 167,83 168,17 72,17 64,11 Oslo....... 71,93 63,79 72,03 63,99 Kopenhagen. Stockholm... 73,58 73,72 73,78 73,92 London ..... 14,305 14,345 14,35 14 39 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyori.... 3,382 3,386 3.397 3,403 Brüssel .... 58,89 59,01 58,94 59,06 Italien..... Paris..... 22,16 16,59 22,20 16,63 22,20 16,59 22.24 16,63 Schweiz ... 81.42 81,58 81,27 61,43 Spanien... 35,41 35,49 35,41 35,49 Danzig.... 82,27 82,43 82,22 82 38 Japan..... 0,894 0,396 0,894 0 898 Rio be Jan. 0,229 0,231 0,229 0.231 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5 20.6 Lissabon... 13,02 13,04 13,05 13,07 6.525 —— 6,65 5,5 5,5 — 9,85 — 10 4,65 4,7 4,7 28 28 28 16,5 16,25 16 — — 26 — - 22 16,75 17,25 16,65 45,5 46,5 45,5 90,5 90,5 90,5 50,25 50,5 50,75 57,25 57 57,25 46,5 46 45,5 141 142 141,5 23 24,5 23,25 87 89 87,5 104 104 103,5 51,5 54,9 49 88,5 90 88,5 98 99 97,5 105 106,5 104 163 — 163 121,25 121,5 120,75 68,75 72,75 69,25 110 113,75 110 58,25 57,75 57,75 98,5 99,75 98,25 - — 64 — 151 154 116.5 114 116,75 53,25 54.5 52,9 65.5 66 65.25 82 — 82,5 82,5 82,75 86 86 86 — — 16,3 1,2 1,15 1,25 —— 6,45 6,25 — — 5,7 — 5,5 5,5 10 9,9 9,9 6.25 6,2 6.2 6.13 Amerttanische Roten............. 3,36 Belgische Noten.................. 58,78 Dänische Noten ................. 63,67 63,93 14,37 16,61 168,14 22,16 72, W Englische Noten ................. 14,31 Französische Noten............... 16,55 167,46 22,08 71.86 Hoilänbische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Stolen.............. «chwebtsche Noten.............. Schweizer Noten................. Spanische Noten.............. 73,60 81,09 35,28 73,90 81,41 35,42 Ungarische Äotre ................