Nr. 148 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 28. Juni 1933 6r|d)ttni tägl'd), autzo Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monat$Be$ng$prel$: Mit 4 Beilagen NM. I.9d Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: gronlfurt am Main 11686. Siebener 2lnjeigcr General-Anzeiger für Gberhefsen Vruck und Verlag: vrühl'sche Untverfttälr-Vuch- und Stcinöruderci R. Lange tn Stehen. Schristleitung und Geschäftrftelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanteigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Theftedastteur. Dr. Friede. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. 9 les ausnehmen zu können. x die National' Lersammlung noch die damalige Negierung hat daran gedacht. Die Vorgänge in Weimar unmittelbar vor Annahme der Nationalversammlung, zumal das Wirken des Abgeordneten Erzberger, aehören zum Unwürdigsten, was die deutsche Geschichte erlebt hat. Es hätte damals nur eine Lösung geben dürfen: die Wiederaufnahme des Krieges durch den Angriff auf Polen. Graf Brockdorff- Rantzau, hat diesen Angriff gewollt, er wußte genau, daß England und Amerika kein Interesse an der vollkommenen Vernichtung Deutschlands hatten, Vrockdorff-Danhau erkannte die Möglichkeiten einer deutsch - russischen Zusammenarbeit, die unter den obwaltenden Umständen im Jahre 1919 zu einer Nationalisierung beider Staaten hätten führen müssen. Die politischen Möglichkeiten des Sommers 1919 waren tatsächlich ganz außerordentliche. Die 30 000 Mann, die als sogenannte .Baltikum-Armee" bis zum Dezember 1919 den Krieg fortsehten, und die unbesiegbare Kraft des deutschen Feldheeres unter Beweis stellten, haben dargetan, daß Deutsch, lands Widerstandskraft noch keineswegs erschöpft war. Ein ungeheuerlicher Betrug hatte dieWil- sonschen Versprechungen in ihr Gegenteil verkehrt. Jetzt wäre cs darauf angekommen, unsererseits gegen die militaristischen Bestrebungen Frankreichs den Kampf auszunehmen für die Freiheit der Völker, die Rechte der Minderheiten, das Eelbstbe stimmungsrecht der Unterdrückten, den Frieden ohne Sieger und Besiegte. Statt dessen erklärte Erzberger damals in Weimar: „Wir müssen nachgeben und immer wieder nachaeben, dann wird uns Frankreich verzeihen!" Welch eine entsetzliche Verkennung der geistigen Hintergründe, um die es im Weltkrieg gegangen war... Rückläufige Betrachtungen ändern gewiß nichts am bestehenden Zustand, den kommenden Generationen aber muh die Vergangenheit zur Lehre dienen. Denn das deutsche Volk, das diesen Frieden hinnahm, war ein unpolitisches Volk, sonst hätte es niemals erduldet, dah seine Lebensrechte politischen Geschäftemachern im Stile Erz- berqers ausgeliefert worden wären. Und das große Problem Versailles ist kein hinter uns liegendes historisches Ereignis, sondern eine unmittelbare politische Aufgabe. Denn noch teilt der Geist von Versailles die Welt in Sieger und Besiegte, was Deutschland gerade in den letzten Monaten wieder besonders empfindlich erleben muhte. Roch vergiftet die Zwangs- ordnung des Versailler Diktates die Deziehun- ?ien der Völker untereinander. Roch ist Deutsch- and außenpolitisch unfrei und noch wird ihm jegliche Gleichberechtigung vorenthalten. Roch sind die uns geraubten Gebiete jeglicher Willkür aus- ausgeliesert und noch widersetzt sich der französische Staatenblock in Europa jeglicher Revision. Wie kann Versailles überwunden werden? 1919, vielleicht noch einmal 1923, wäre ein kriegerischer Ausstand möglich gewesen. Heute denkt Deutschland nicht im Traume mehr an einen neuen Krieg. Deutschland ist praktisch wehrlos, es hat erkannt, daß es die Macht des Geistes ist, welche die Richtung der Waffe bestimmt. Deshalb darf Deutschland den großen Gedanken seiner nationalen Revolution nicht auf die Innenpolitik beschränken. Alle organischen Ordnungen Europas sind aufgelöst und zerstört. Jenseits unserer Grenzen haben die Völker den Glauben an ihre Regierungen verloren. Die Welt schaut auf Deutschland und erwartet von ihm das Vorbild eines gerechten Staates. Geben wir der Welt dieses Vorbild, und die Welle der nationalen Revolution wird über unsere Grenzen hinausfluten und alle Völker Europas mit einem neuen Glauben und einer neuen Kraft erfüllen. Reben dieser großen Aufgabe aber darf nicht vergessen werden, daß Deutschland jetzt, seit Jahrhunderten zum erstenmal wieder in seiner Geschichte, auf dem Wege ist. ein geschlossenes und einziges Volk zu werden, das allein in der Lage ist, den geistigen Kamps gegen Der-, sailles aufzunehmen. Wir wollen uns keinen Täuschungen darüber hingeben, daß unsere äußere Macht gering ist und unsere außenpolitische Lage nach wie vor unter den Gesetzen von Dersatll^ steht. Aber das Volk selbst, und zumal seine Huh- rung, sie sind nicht mehr zu vergleichen mit Volk und Führung von 1919. Am 28. Juni, dem gleichen Tag, an dem m Versailles selbst der Friede unterzeichnet wurde, begeht Deutschland den 120. Todestag Scharnhorsts. Scharnhorst hat Napoleons Macht über Europa gebrochen, indem er keine Maßnahme Vierzehn Zahre Versailles. Wer den jungen Frontsoldaten des Jahres 1919 erzählt hätte, 14 Jahre nach Annahme des Versailler Diktates sei dieses Diktat in allen wesentlichen Teilen noch in Kraft, dem hätten wir ins Gesicht geschlagen. Als die Weimarer Nationalversammlung mit 237 gegen 138 Stimmen beschloß, das Friedensdiktat zu unterzeichnen, wurde es von allen aufrechten Deutschen nur als ein Ausweg in letzter Not gewertet. Die November- revolutwn hatte die Armee zerschlagen, die Vorbereitungen zur Aufstellung einer neuen deutschen Wehrmacht waren noch nicht beendet, große Massen des deutschen Volkes waren unter der Einwirkung der marxistischen Propaganda noch verseucht mit pazifistischen Gedankengängen und versagten sich der Idee der nationalen Verteidigung. Wenn also damals eine Regierung das Versailler Diktat annahm, so durfte dies nur unter dem gleichzeitigen Willensentschluh geschehen, unverzüglich alle Maßnahmen zu treffen, um bei erster Gelegenheit den Kampf gegen Versail- Oer erste Etat der neuen Reichöregiemng. Außerordentliche Senkung des Gesamtetats. — Größte Sparsamkeit auf allen Gebieten. — Oie Etats der neuen Ministerien für Propaganda und für Luftfahrt. — Oer Gedanke der Arbeitsbeschaffung im Mittelpunkt aller Erwägungen. Berlin, 28. Juni. (CNB.-Funkspruch.) Der am Dienstag von der Reichsregierung beratene und in seiner jetzigen Form genehmigte neue Reichshaus- Haltsplan, der am 1. Juli in Kraft treten wird, ist das erste große Etatwerk der Regierung der nationalen Erhebung. Die bis zu den Reichslagswahlen vom 5. März bestehende Lage im Reich und in den Ländern, die ausge> schriebenen Wahlen, ferner die im Monat März dringend notwendige politische Festigung, durch den Reichstagsbrand und ähnliche Aktionen veranlaßte Vorgehen gegen die KPD. hinderte die Reichsregie. rung daran, schon zu Beginn des Etats- j ah res, zum 1. April, einen neuen Reichsetat auszustellen, der den neuen Grundsätzen im vollen Umfange Rechnung trägt. So wurde z u n ä ch st ein Provisorium geschaffen und der Etat von 1932 um ein Viertel bis zum 30. Juni d. 3. verlängert. Lediglich für das neue Reichs mini st erium für Volksaufklä- rung und Propaganda wurde ein kleiner Sonderetat geschaffen, später auch eine Einrichtungssumme für das Reichsmini st erium für Luftfahrt ausgeworfen. Es handelt sich aber wohlgemerkt hier nicht etwa um neue Ausgaben, sondern lediglich um Verlagerung oon Ausgaben, da die neuen Ministerien Aufgaben übernommen haben, die bisher auf andere Ministerien und Behörden verteilt waren. Die Etats dieser Ministerien konnten natürlich entsprechend gesenkt werden. Die Tatsache, daß der neue Etat, der in Einnahme und Ausgabe mit 5 927 499 050 Mark abschließt, gegen den Etat des Vorjahres um 1 650 000 000 Mark trog umfangreicher Maßnahmen zu produktiver Arbeitsbeschaffung g e - senkt werden konnte, zeigt schon, daß der Etat außerordentlich straff gehalten und jeder Poften auf die Notwendigkeiten und den Wert feiner Aufgabe geprüft worden ist. Dabei sind die Reichs st euerüberweisungen für die Länder noch um 58 Millionen Mark höher als das Ist-Aufkommen im Jahre 1932 angefeht worden, und zwar mit 1 781 000 000 Mark. Das Gesamt- aufkommen an Steuern und Zöllen für das Jahr ist auf 5 221 000 000 Mark geschätzt worden, doch gehen davon 132 Millionen Mark an Sonderüberweisungen für die Länder ab. Das Reichskabinett dürfte sich schon in den nächsten Togen mit einem Entwurf eines Gesetzes für d i e Erwerbslosenhilfe beschäftigen, der vom Reichsfinanzminister aufgestellt worden ist Dieses Gesetz dürfte die gesamte Erwerbslosenhilfe auf eine neue Basis stellen und sie erheblich produktiver gestalten. Das geht auch schon daraus hervor, daß in den 400 Millionen Mark, die für Erwerbslosenhilfe eingestellt worden sind, 200 Millionen Mark für die Durchführung des Arbeitsdienstes verwendet werden sollen. Man wird also in er ft er Linie Arbeit schaffen und den Arbeitsmarkt dadurch entlasten, anstatt wie bisher ungeheure Summen für die Unterstützung auszugeben, ohne den Versuch zu machen, diese Summen im Wege produktiver Arbeitsbeschaffung der Wirtschaft und dem Volke zuzuführen, tür viele Hunderttaufende Arbeit und Brot zu schassen und die Wirtschaft wieder zu beleben. Zum erstenmal ist in einem Reichsetat das Moment der A r - beitsbeschaffung wieder in den Vordergrund gestellt worden, während bisher immer wieder und wieder die Hauptrolle im Etat die Form der Unterstützung der Erwerbslosen spielte. Das Ende des Der Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk Dürfte nach endgültiger Verabschiedung des Reichshaushaltsplanes der Oessent- lichkeit noch die Grundsätze und Gedanken Mitteilen, die ihm bei der Ausstellung des neuen Reichsetats als Leitsätze gedient haben. Wenn eS gelungen ist, trotz Schaffung des Reichspropa- aandaminifteriums und des Reichsministeriums für Luftfahrt den Etat so gewaltig zu senken, so ergibt sich daraus, daß die altpreußische Sparsamkeit auch heute nochmög- 1 i ch ist. parieienstaais. Berlin, 27. Juni. (CNB) Der Dienstag dieser Woche hat die nationale Revolution wiederum u m einen gewaltigen Schritt vorwärts Se bracht. Die Deutschnationale Front at ihre Selbstauslösung beschlossen, und Reichskanzler Adolf Hitler hat als Führer der NSDAP, den in der Deutfdjnationalen Front stehenden Männern die Hand gereicht zu gemeinsamem Kampfe. Schon am Vormittag war der Deutschen Staats- Partei das Verbot weiterer Betätigung mitgeteilt worden. Die Deutsche Dolkspartei, deren einziger Parlamentarier in Deutschland nur noch ihr Parteiführer D i n g e l d e y ist, besteht nur noch auf dem Papier, so dah als einzige politische Partei nach dem Schlage gegen die SPD. nur noch das Zentrum vorhanden ist. Das bäuerische Anhängsel, die B V P., ist durch die Verhaftung aller führenden Leute und durch Besetzung ihrer Bureaus aktions- unfähig geworden. Es ist also praktisch das Ende des Parteien st aates erreicht, was von der nationalsozialistischen Bewegung oon Anfang an angestrebt wurde. Das Zentrum ist durch die Tlebernahme der Christlichen Gewerkschaften in die Deutsche Arbeitsfront und durch Absetzung der christlichen Gewerkschaftsführer ebenfalls nicht unerheblich geschwächt, und die Reklamierung der katholischen Arbeitervereine, die bisher als Zentrumsorganisationen angesehen wurden, durch Kardinal-Erzbischof Bertram für die katholische Kirche zeigt, dah man auf katholischer Seite der politischen Entwicklung Rechnung zu tragen gewillt ist, und offenbar mit einem Ende des politischen Katholizismus rechnet, wie er in der Zentrumspartei seit Jahrzehnten bestanden hat. Maßgebende Zentrumsführer haben jedenfalls ebenso wie maßgebende Führer der NSDAP, von der Möglichkeit einer Auslösung des Zentrums gesprochen, wenn auch zunächst nur theoretisch, und vielleicht tut das Zentrum einen ähnlichen Schritt, wie ihn die Deutschnat onale Front bereits getan hat. Der Christlich-Sozia-le Dolksdienst, die evangelische konfessionelle Partei, führte feit Monaten nur noch ein Scheindasein, und die kommissarischen (Eingriffe in die evangelische Kirche durch den preußischen Staat haben in seiner letzten Stütze beraubt. Die Eingliederung des Stahlhelms in die NSDAP, ist durch den Auf- ruf Adolf Hitlers heute abend noch bekräftigt worden. Es ist also nunmehr eine Opposition oder eine politische Bewegung, die die Grundlage einer Opposition bilden könnte, in Deutschland nicht mehr vorhanden. Die Parlamente bilden nach dem Ausschluß der Marxisten und der Etaatspartei nur noch Torsos, die Eingliederung der oeutschnationalen Parlamentarier in die nationalsozialistischen Fraktionen bewirkt in Ost- und Norddeutschland, daß fast überall nur noch eine Fraktion in den Kommunal- und Provinzparlamenten besteht. Nur im Westen bestehen daneben noch die Zentrumsfraktionen, die aber nach Ausfall der Marxisten und der damit erfolgten Verminderung der Mandatszahlen eine Minderheit bilden. Aus parlamentarischem Gebiete hat die NSDAP, also ihren Totalitätsstandpunkt durchgesetzt. Die jetzigen Parlamente sind in einem Staate, der das Fichrerprinzip zum obersten Gesetz erhoben hat, nur noch beratende Gremien. Sie haben ihre einstige Bedeutung restlos verloren und werden sie nie wieder erhalten. An ihre Stelle wird vielmehr nach Beendigung des berufsständischen Ausbaues das Ständeparlament treten, da? dann das politische Forum der Reichsregierung und die wirkliche Vertretung des deutschen Volkes sein wird. Der Neubau des Deutschen Reiches nach neuen gesünderen Prinzipien, als sie der Parlamentarismus unseligen Angedenkens gezeigt hatte, ist in vollem Gange. Die großartige Einigung des deutschen Volkes, die Reichskanzler Adolf Hitler feit 1920 erstrebte, und die er am 30. Januar 1933 auf staatlicher Basis weiter betreiben konnte, macht Riefenfortschritte, und der Tag ist nicht mehr fern, da alle schassenden Deutschen an einem Strange ziehen und ihren Blick aus ein Ziel gelenkt haben: Die deutsche Einheit und Freiheit! überstürzte, sondern in ruhiger und planvoller Vorarbeit die innere und äußere Bereitschaft des preußischen Volkes schuf, die dazu notwendig war, in der richtigen Stunde den Gegner zu überwinden. Im Geiste Scharnhorsts also, im Geiste der nüchternen Vorbereitung, heißen Herzens und kühlen Kopfes, wollen wir daran gehen, Versailles zu bezwingen. Immer aber wissen wir: erst wenn Versailles endgültig gefallen ist, hat die deutsche Revolution vollkommen gesiegt. Or. Schachts Verhandlungen mit den Auslandsgläubigern. London, 27. Juni. (WTB.) Mit den Vertretern der langfristigen Auslandsgläubiger Deutschlands fand heute eine weitere Aussprache statt. Reichsbantpräsident Dr. Schacht hat sich damit einverstanden erklärt, daß verfügbare Devi- len während der nächsten sechs Monate für die Auszahlung eines Teiles der Zinsen- Coupons jeder deutschen Anleihe benutzt werden sollen, welche zwischendeml. Juliunddem 31. Dezember fällig sind. Die Rationierung der Auszahlung wird noch vor dem 1. Juli von der Reichsbank bekannt gegeben werden. Es ist zu hoffen, daß nach dem Ablauf der sechs Mo- nate wieder d i e volle Zahlung a u f genommen werden kann. Sollte dies nicht möglich fein, so wird eine neue Zusammenkunft zwischen Vertretern der Reichsbank und Vertretern der Gläubiger stattfinden. Die vor dem 1. Juli zu erwartende Ankündigung wird auch die besondere Position der Dawes- und Pounganleihe darlegen. Die Vertreter der Gläubiger waren nicht in der Lage, die Grundsätze zu akzeptieren, die in deinMvratoriumsgesetzvom9. Juni s e ft g e l e g t sind, nämlich insoweit die Zahlungen an die Konversionskasse in Reichsmark die Schuldner von ihrer Verpflichtung entledigen^ sollten. Dr. Schacht wies daraus hin, daß diese Frage nicht in sein Ressort gehöre. Es wurde beschloflen, einen besonderen Unterausschuß zu bil- | den, der Anfang nächster Woche Dr. Schacht i n Berlin tre'ffen soll. Reichskanzler Hitler fährt nach Neudeck. Berlin, 28. Juni. (OB. Funkspruch.) wie wir erfahren, wird im Zusammenhang mit dem Rück- trittsgefud) des Rrichsminislers Dr. fjugenberg in den nächsten Tagen in Neudeck zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und dem Reichskanzler eine Aussprache über die damit zusammenhängenden Fragen statlsinden. Daß das Rücktrillsgesuch Dr. hugenbergs genehmigt wird, dürfte wohl außer Zweifel stehen. Als Nachfolger für den Posten des Reichsernährungsministers gilt seit langem der nationalsozialistische Reichsbauernführer Walter Darrs, der bereits an der Spitze aller landwirtschaftlichen Organi- fationen steht. Walter Darre ist der ernsteste sachliche Gegner der candwirtschaftspolitik des Reichsministers Dr. hugenberg gewesen. Neber die Neubesetzung der preußischen Ministerien für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und für Wirtschaft und Arbeit ist noch nichts gesprochen worden. Weitere Arbeitsbeschaffung. Abwässcrbeseitigung und forstwirtschaft- liche Arbeiten. Berlin, 27.3uni. ITH.) Wie das Reichs- kommissariat für Arbeitsbeschaffung mitteilt, ist die Emschertal-Genossenschaft in Essen durch die Bewilligung von Krediten in Höhe von mehreren Millionen aus dem Sofortprogramm in die Lage versetzt worden, umfangreiche Arbeiten, vornehmlich auf dem Gebiete der Wwässerbeseitigung durchzuführen. So ist der Genossenschaft noch in den letzten Tagen ein Darlehen von rund 750 000 Mk- Aur Herstellung eines Pumpwerkes und von Kanalisationsanlagen im Stadtgebiet von Gelsenkirchen zur Verfügung gestellt worden, wodurch ein 300 Hektar großes Gelände der Bebauung erschlossen werden kann. Das Reichskommissariat für Arbeitsbeschaffung weist weiter darauf hin, daß dem privaten W a l d b e s i h die Möglichkeit gegeben wird, Darlehen für Arbeiten zu erholten. Die Einbeziehung der gesamten Waldwirtschaft in die örtlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird von der Reichsregierung besonders deshalb an- gestrcbt, weil in den Forsten gerade während der arbeitsmarktpolitisch ungünstigen Herb st morn o n o t e n zahlreiche Arbeitskräfte beschäftigt werden können. Verbesserung der Elekiriziiatswirtschast Berlin, 27. Juni. (ERB.) Wie das Reichswirtschaftsministerium mitteilt, hat sich herausgestellt, daß eine Vereinfachung der Organisation der Elektrizitätswirtschaft mit dem Ziele der Herabsetzung der Kosten, einer Ausweitung des Absatzes und einer Verbilligung und Angleichung der Strompreise durchführbar erscheint, nachdem die nationale Erhebung der Reichsregierung die Möglichkeit einer starken Einflußnahme auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland eröffnet hat. DaS Reichswirtschaftsministerium hat in Fühlungnahme mit der AG- für deutsche Elektrizitätswirtschaft die erforderlichen Maßnahmen ein geleitet, um in möglichst kurzer Frist Maßnahmen zu einer Verbesserung der Elektrizitätswirtschaft unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse treffen zu können. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich mit einer Förderung des Arbeitsbeschaffungsprogramms verbunden werden können. Selbständige Eingriffe in die Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft müssen unbedingt vermieden werden- Ein Aufruf zur Schlichtheit undEinfachheit. München, 27.Juni. (TU.) Der Stellvertreter des Fükrers der NSDAP., Rudolf Heß, oer- öffcntticht einen Aufruf, in dem es heißt: „Mit eiserner Energie geht der Führer der Berwirk- lichung des gewaltigen Planes der Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu Leibe. Die Arbeits- lofenzahl fallt von Monat zu Monat. Bereits ist sie um über eine Million g e r i n« g c r als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Nichtsdestoweniger layn der Wiederaufbau einer durch 15 Jahre fanatisch zerstörten Wirtschaft nur langsam erfolgen. In seinem Aufruf bei Regierungsantritt forderte der Führer vier Jahre Zeit. Demgemäß ist die Not im Bolke heute noch groß. Alle Parteigenossen und Parteigenossinnen haben dieser Not durch Schlichtheit und Einfachheit auf allen Gebieten Rechnung zu tragen. Den Amtswaltern und Führern der Bewegung wird sie zur Pflicht gemacht, ihnen wird insbesondere die Teilnahme an sogenannten „F e st c s s e n" usw. untersagt. Sie haben sich auch hierin den Führer zum Borbild zu nehmen, der grundsätzlich die Abhaltung von Festessen zu seinen Ehren sich verbeten hat, und dessen Schlichtheit unverändert bleibt. Nationalsozialisten, zeigt, daß Jbr nichts gemein habt mit den gesellschaftlichen Auswüchsen einer vergangenen Zeit. Zeigt, daß mit dem Nationalsozialismus einneuerStilin Deutschland seinen Einzug hielt. Augenzeugenbericht über den Fliegerüberfall auf Berlin. Berlin, 27. Juni. (WTB.) Den amtlichen Stellen liegen nunmehr eingehende Berichte zahlreicher Augenzeugen über den am Freitag über Berlin erfolgten Abwurf von Flugblättern hetzerischenJnhalts vor. Hiernach hat es sich um zwei Doppeldecker gehandelt, deren Bauart in Deutschland unbekannt ist. Besondere Merkmale, die auf die Nationalität der Flugzeuge hindeuten könnten, waren bei dem Flug über Berlin selbst wegen des wolkigen Wetters nicht zu erkennen. Dagegen sind von verschiedenen anderen Plätzen des Reiches nähere Angaben über die Abzeichen von zwei auffälligen Flugzeugen eingelaufen. Es wird zur Zeit nachgeprüft, ob ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Flugzeugen und dem über Berlin beobachteten besteht. Gegenüber Nachrichten in gewissen Auslandzeitungen muh darauf hingewiesen werden, daß die Flugblätter keinesfalls von deutschen Flugzeugen abgeworfen wurden. Abgesehen von der fremden Bauart haben die Luftpolizeiwachen aller deutschen Flugplätze gemeldet, daß fein Start und keine Landung derartiger Maschinen erfolgt ist. Auf Grund zahlreicher eingegangener Anregungen wird mitgeteilt, daß die chemische Untersuchung der Flugblätter kein einwandfreies Ergebnis über die Herkunft der verwendeten Papiersorte hat erbringen können. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler empfing den Ehren- Präsidenten der Deutschen Beamten- schäft Reichsstatthalter Sprenger und seine engsten Mitarbeiter. Im Verlaufe der Besprechung erhielt der Reichsstatthalter den Auftrag, seine Maßnahmen im Interesse des Ganzen fortzuführen. * Am heutigen Mittwoch findet im Reichsministerium des Innern die erste Sitzung des S a ch v e r - ständigenbeirates für Bevölkerung s- und Rassepolitik statt, der von Minister Dr. Frick neu zusammenberufen worden ist. Der Reichsinnenminister wird diese erste Sitzung mit einer großen grundlegenden Rede eröffnen. Die Rede wird am Mittwochabend um 19.45 Uhr über alle deutschen Sender übertragen. Am Dynnersiag, 29. Juni, spricht der preußische Kultusminister Rust in einer Veranstaltung der „Deuifchen Christen" zum Thema „Gott und Volk — Kirche und Staa t". Die Rede wird von 20.50 bis 21.40 Uhr auf alle deutschen Sender übertragen. * Vizekanzler von Papen wird zusammen mit dem Botschafter von Hassel, der einige Zeit in Berlin weilte, in Rom erwartet. Für seinen Aufenthalt in Rom ist etwa eine Woche vorgesehen. Unter anderem wird er hier Besprechungen mit dem Vatikan Über kirchliche Fragen haben. * Kapitän Ehrhardt hat feinen Eintritt in b i e NSDAP, vollzogen und sich mit seinem Verband, der Brigade Ehrhardt, dem Reichssührer-SS. unterstellt. * Aus dem Verein Berliner Presse wurden ausgeschlossen: Theodor Wolff, ehemaliger Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Hermann Zucker, ehemaliger Chefredakteur des 8-Uhr-Abendblattes, Friedrich Stampfer, ehemaliger Chefredakteur des Vorwärts, z. Z. Prag, Max Cohen-R euß, führendes Mitglied der Liga für Menschenrechte, Dr. Alfons Goldschmidt, z. Z. Moskau. Die Ausgeschlossenen haben das Ansehen des Vereins durch ihre Mitgliedschaft in der gröblichsten Weise verletzt. ♦ Der Regierungspräsident von Oppeln hat auf Grund des Paragraphen 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1932 die in Gleiwitz erscheinende „O b e r s ch l e s i s cb e Dolksstimme" einschl. ihrer Kopfblätter mit sofortiger Wirkung bis zum 10. Juli 1933 einschl. verboten. Das Verbot trifft die gesamte oberschlesische Zentrumspresse. Der Regierungspräsident von M ü n st e r Staatssekretär z. D. Dr. P ü n d e r ist von der preußischen Staatsregierung mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Regierungsvizepräsident Bachem wurde mit der vertretungsweisen Bearbeitung der Geschäfte des Regierungspräsidenten beauftragt. * Der Führer der Deutschen Arbeitsfront hat auf Grund der Unterstellung des Stahlhelms unter den Führer der NSDAP. Adolf Hitler die lieber» nähme derStahlhelm-Selb st Hilfe durch die Stellen der NSDAP, und die Einordnung der Stahlhelm-Selbsthilfe in die Deutsche Arbeitsfront angeordnet. Die Regierungskommission des S a a r g c b i t t s j hat eine Verfügung erlassen, durch die das Halbff mast flog gen anläßlich des Jahrestages der Unterzeichnung des Versailler Vertrags verboten wird. * Die Regierungskommission hat die „Saar- b r ü ck e r Z e i t u n g" für eine Woche verboten, weil in einer Notiz über die am 3. September d. I. am Niederwalddenkmal geplante Saarkundgebung von den franzöfischen Propagandatendenzen der saarländischen Ausnahmegesetze gesprochen wird. * Das estnische Parlament hat die Loslösung der Währung vom Golde de- schlossen. Eine Angleichung des Kurses an den Kurs der schwedischen Krone ist vorgesehen. Die Einschran- tungen im Devisenverkehr bleiben vorläufig bestehen. Der Abgang vom Goldstandard erfolgte zum Zwecke einer Belebung des Ausfuhrhandels. Kunst und Wissenschaft. Gründung der Akademie für Deutsches Recht in München. Zur Erhaltung und Gestaltung des deutschen Geisteslebens in Recht und Wirtschaft hat der Führer der deutschen Rechtsfront, Reichsjusttz- kommissar Staatskommissar Dr. Frank, im Rahmen der rechtspolitischen Abteilung der Rechtsabteilung' bei der Reichsleitung der RSDAP. die „Akademie für deutsches Recht" gegründet. Aus dem ungeheuren Feld der zu leistenden Arbeit, das von Staatsminister Dr. Frank umrissen wurde, ergibt sich die Gliederung der Akademie, an deren Spitze als Führer der Reichsjustizkommissar steht. Die fachliche Leitung der wissenschaftlichen Ausgaben liegt in den Händen des Leiters der rechtspolitischen Abteilung, Oberregierungsrat Schraub Die Durchführung der Verwaltung wird dem Bund nationalsozialistischer Juristen obliegen. Um dcn ungeheuren Aufgaben, die durch das Institut zu lösen sind, gerecht werden zu können, wird aus Männern der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Staatsführung ein Gönnerkreis unter dem Vorsitz eines Kuratoriums berufen werden. Auflösung des Bundes zur Erneuerung des Reiches. Rach Abschluß der geplanten wissenschaftlichen Arbeiten hat der Bund zur Erneuerung des Reiches m seiner Mitgliederversammlung in Berlin die Auflösung des Bundes beschlossen. Rach einem einleitenden Bericht des Borsihenden, Reichswehrministers a. D. Dr. Gehler, hielt der Geschäftsführer, Oberregierungsrat a. D. D. Adam eh, einen Vortrag üb«: die Borgeschichte, Gründung und Entwicklung des Erneuerungsbundes, seine Arbeiten, seine Ziele und Erfolge und über den gegenwärtigen Stand der Reichsreform. An oen Ehrenpräsidenten, Botschafter Dr. Hans Luther, der aus Washington an die Mitgliederversammlung ein längeres Abschiedsschreiben gesandt hatte, wurde ein herzliches Dank- und Degrühungstele- gramm gerichtet. Das ttonzerlwesen in Preußen. Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat eine Kommission zusammenberusen, bestehend aus den Herren Wilhelm Furtwängler, Max v. Schillings, Wilhelm Backhaus, Georg Kulenkampff, die die Programme sämtlicher öffentlicher Konzertvereine (ob aus öffentlichen Mitteln subventioniert, oder nicht) zu prüfen und die Vereine im Bedarfsfälle zu beraten haben. Diese vom Minister eingesetzte Kommission wird in Zukunft die einzige Instanz sein, die über Programmfragen im Musikleben Preußens zu entscheiden hat. Aus aller Wett. Sonneuwendseier in Reudeck. Wie aus Neudeck gemeldet wird, veranstaltete die Bevölkerung des Dorfes im Anschluß an die Reichsjugendwettkämpfe einen Umzug. Der Zug führte zum Schloß hinauf, wo ihn Reichspräsident von Hindenburg vor dem Eingang stehend erwartete. Der Jugendchor fang das Westpreußen- Lied, dann sprach eine Schülerin ein Gedicht, das den alten Feldmarschall sichtlich erfreute. Er dankte herzlich für den Aufmarsch und wünschte den Festteilnehmern alles Gute. Nach dem Hoch auf den Reichspräsidenten zog man zum Ab- brennen der Sonnenwendfeier auf den Sportplatz. Hier hielt Oberst v. Hindenburg eine kernige Feuerrede, in der er die Treue zum Vaterland als das höchste Gut der Deutschen kennzeichnete. Deutsche Treue zu Heimat und Reich müsse und werde auch nach unserem Tode das Größte und Schönste sein. Treu zmVolk und Vaterland werde ewig lodern, wie nie ersterbendes Sonnenwendfeuer. Den Abschluß bildete der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wefsel-Lindes. Das neue Schulschiff der Reichsmarine in Dienst . gestellt. Rach der Abnahme fand am Dienstag in Kiel die L^ndienststellung des neuen Segelschulschiffes der Reichsmarine „Gorch Fock" statt. An Bord des Schiffes, das an der Dlücherbrücke im Kieler Binnenhafen lag, hatte die künftige Stammbesatzung Aufstellung genommen. Rach dem Abschreiten der Front hielt der künftige Kommandant des Schiffes, Kapitän zur See M e w i s , eine Ansprache, in der er zunächst des älnter- ganges des Segelschulschiffes „Riobe" am 26. Iuli v. 3. im Fehmarn-Belt gedachte, wo 69 Seeleute den Tod gefunden haben. Eine Minute des Gedenkens für die toten Kameraden unterbrach die Ansprache, während die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte. Man dürfe, fuhr der Kommandant weiter fort, die Gedanken nicht nur in der Dergangenheit weilen lassen, sondern müsse den Blick in die Zukunft richte^ in einer Zeit der nationalen Erhebung, wo unter Führung des hochverehrten Herrn Reichspräsidenten energische Männer das Ruder des Staatsschiffes ergriffen hätten. Kapitän Mewis verlas anschließend ein Glückwunschtelegramm des Chefs der Marinelei- tung Admiral Raeder, in dem es heißt: „Möge .Gorch Fock" seine verantwortungsvolle Aufgabe der Heranbildung tüchtiger Fükwer zur See stets gerecht werden im Geiste unserer Gefallenen. Vorwärts fürs Vaterland!" Aach einem Hurra! auf den Reichspräsidenten Und den Reichskanzler wurden Flagge und Wimpel gesetzt. Mit dem Deutschlandlied sand die kurze Feier ihren Abschluß. Sämtliche Reichsbahnbeamken unter einheitlicher Führung. Am 23- Juni tagte in Berlin eine außerordentliche Hauptversammlung des Zentral-Gewerk- schastsbundes Deutscher Reichsbahnbeamten und -anwärter e. V. Der Antrag auf Auflösung deS ZGDR. und die Beschlußfassung über die 1 Aus der Provinzialhauptstadt M burd) Nieder ien, wurde Brar und mit deren Führer persönlich befreundet ist. Auf die Anzeige im heutigen Blatt sei hingewiesen. besuch in 0| Stellen-Vermittlung arbeitsloser Mitglieder der nationalen Wehrverbände. mg- von Darm ■rai(a nach Niede ■Weitete dem Sta ■Wfong. hier wa nwinz Siarfenbi Welt auf sich. Indien ist das Rückgrat des britische^ j Reiches. Bisher hat es England immer noch Der« -1 WtS i« den. Vas Dtt Eigene haben, wie llaiien hab- dann mit । ast zulamm ifcte ihn ergab es |e Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber« verbände hat ihre Mitgliedsfirmen veranlaßt, Mieisler dem R> « überreichte. 'I [Nt seine Fa! Wten das Ju Verwendung des Vermögens erfolgte mit völliger Einstimmigkeit. Damit war die bisherige Organisation des Zentralgewerkschaftsbundes mit 15 Fachorganisationen umgeformt in den aus 12 Fachabteilungen aller Laufbahn- und Besoldungsgruppen bestehenden Bund Deutscher Reichsbahnbeamten unter Führung des Reichstagsabgeordneten Peppmüller (Rat.- Soz.). Dieser Bund bildet als Reichsfachgruppe I (Reichsbahn) einen Bestandteil des Deutschen Beamtcnbundes, die Gleichschaltung der deutschen Reichsbahnbeamten unter nationalsozialistischer Führung ist damit beendet. Der neue Bund, der aus Einzelmitgliedschaft aufgebaut ist, umfaßt die Ges mtheit a Icr deutschen Reichsbahnbeamten mit ungefähr 250 000 Mitgliedern. Auch die bisher bestehenden Verbände Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands und Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner sowie die Gewerkschaft der technischen Eisenbahnbeamten (Geteb) haben sich in dcn neuen Bund eingegliedert, der infolgedessen die stärkste organisatorische Zusammenfassung einer Beamtengruppe überhaupt darstellt. Die Schlußversammlung des Zentral-Gewerk- schaftsbundes ernannte die bisherigen Vorsitzenden Wieg und Rusch zu Ehrenvorsitzenden und die Mitglieder der Dundeslcitung Führer, Pearson und Scheibet zu Ehrenmitgliedern. Die Abschlußtagung wurde mit einem Hoch auf kDarrnftoit Ettff Sprenge! jMcn Mich fjS abgestattet -/.tag zuMch ’ die erste offiz ^Dann ging nu BÄ v s& .jungen g stelle" N Pin Alb-U '>Äifbei,g iltAühun! i tfnit der u /Len 2ttt>e> Volk und Vaterland, Reichspräsident und Reichskanzler und mit dem Absingen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. Reue Ueberschwemmungsgefahr an der Saale. Wie die „Vossische Zeitung" berichtet, ist durch die Regengüsse der letzten Tage an der Saale eine neue Ueberschwemmungsgefahr entstanden. Bei den Arbeiten zur Schaffung des neuen Flußbettes bei Latdorf sah man sich zur Verhütung einer neuen Katastrophe gezwungen, vorzeitig i)ie -Dämme g u durch st echen, die das neue Saalebett vor dem Wasser schützen. Das bis jetzt geschaffene Saalebett hat eine Länge von 650 Metern, eine Breite von 25 Metern und eine Tiefe von 4. Metern.Die Flu- tung sollte ursprünglich erst am Freitag vorgenommen werden. Sofort nach dem Durchstich drang das Wasser mit großer Gewalt durch und füllte in kurzer Zeit das neue Flußbett. Der Wasserdruck war so stark, daß er sogar das neue Flußbett überflutete und das umliegende Land in zehn Meter Breite überschwemmt wurde. Mit großer Sorge erwartet man die für Mittwoch angekündigte Hochwasserwelle. Die Wirkung des neuen Flußlaufes hat sich in dem Überschwemmungsgebiet der Aue bereits bemerkbar gemacht. Dort konnte bereits ein Absinken des Wasserstandes aus den Wiesen und Feldern bemerkt werden. Vom Arbeitsamt Gießen wird mitgeteilt: Mitglieder der nationalen Wehrverbände find nicht selten seitIahrenerwerbslos, weil sie als Angehörige dieser Wehrverbände unter dem alten System nicht unterkommen konnten. Ihre ganze Kraft haben sie für die nationale Bewegung eingesetzt und vielfach ihre eigene Arbeitssuche selbstlos zurückgestellt, um der großen Bewegung zu dienen. Die Wehrverbände haben bisher schon immer versucht, ihren arbeitslosen Mitgliedern zu helfen. An die Stelle dieser zersplitterten Versuche soll nunmehr eine einheitliche, planvolle, wirtschaftlich zweckmäßige und damit Erfolg versprechende Aktion treten. Zwischen der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, den Beauftragten der nationalen Wehrverbände und dem Herrn Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung haben dahingehende Besprechungen stattgesunden, an denen auch die deutsche Arbeitsfront teilgenommen hat. Es sind in voller Uebereinffimmung Richtlinien vereinbart worden, nach denen die Arbeitsämter Träger der Vermittlung sein sollen. Ihre Erfahrungen und ihre Kenntnis des örtlichen Marktes sowie ihre Einrichtungen uno ihre Vermittlungsstellen sollen für die Sonder- aktion nutzbar gemacht werden. Die Wehrverbände haben ihre Gruppen auf gefordert, den Arbeitsämtern alsbald die erforderlichen Listen über ihre arbeitslosen Mitglieder zu übergeben. Es werden nur solche Arbeitslose durch die Sonderaktton erfaßt, die nachweislich vor dem 30. Werer Univei fcs (6te; K?orben r KJ Nn ein uKfmQf)reni)' - *)v?e Nlit wer Jg'Min fess^ üL °'e unter h UL.--, 3k 1 hpirt?erti fpuftein, Flonhe wo n DUeichsstatlhali k eil ihren Ubfd i- vir Sonntag / ^'Dbenmalb ‘be; lud) auf dieser i ttarten in wüster t> der Straße ai «ichsstatthalter L folgendes Programm vorgesehen: 1. Große Zeit, neue Zeit! Marsch von Brase. 2. Ouvertüre zur Oper „Die Zigeunerin" von Balse. 3. Vision! Walzer von Waldteufel. 4. Paraphrase über das Lied „Wie's daheim war" von Paul Eim. 5. Szenen aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner. Der Eisenbahnerverein Gießen am Rhein. Der Eisenbahnerverein Gießen und älmgegend unternahm am Sonntag bei starker Beteiligung feiner Mitglieder feinen alljährlichen Familienausflug. Der Sonderzug, diesmal mit dem Ziel „An den deutschen Rhein", brachte die Teilnehmer über Friedberg—Bad Homburg- Biebrich kurz nach 11 Llhr nach Büdesheim. Von hier aus war es jedem Reifeteilnehmer überlassen, sein Reiseziel selbst zu wählen. Die meisten stiegen hinauf auf das Äiederwalddenk- mal. Andere besuchten die schönen Ausflugsorte am Rhein, wie Ahmannshausen, Bingen, Bingerbrück oder eine bet, schönen Rheinburgen unterhalb Dingens. Den meisten Teilnehmern war es vergönnt, das Luftschiff „Graf Zeppelin", das sich gerade auf einer Rheinfahrt befand, zu sehen. Gegen Abend trafen sich die Reiseteilnehmer im Standquartier zu gemütlicher sinter- . Haltung. Kurz vor 19 illjr wurde mit dem . Sondcrzug die Heimfahrt nach Gießen angetreten. Am kommenden Sonntag wird die Fahrt für die übrigen Vereinsmitglieder wiederholt. ** Deutscher Abend der SA. - Flieger. Au dem Bericht über den Deutschen Abend der SA.« Flieger werden wir gebeten mitzuteilen, daß der Name der Sängerin, die den Abend durch einige | Darbietungen verschönte, Frau Irene o. Recko w lautete. ** Oesfentlicher Lichtbildervortrag> über Indien. Das Realgymnasium Gießen unbt.' das Englische Seminar der Landesuniversität haben»! Herrn Pratap K a m d a r aus Bombay, der jur A Zeit in Deutschland studiert, gebeten, am Freitags 30. Juni, 20 Uhr, im Gesangsaal des Realgymna-» siums, Ludwigstraße, in deutscher Sprache einen? öffentlichen Lichtbildervortrag zu halten über Land- und Leute in Indien und Indiens Freiheitskampf- gegen die englische Herrschaft. Es wird sicherlich», j begrüßt werden, daß auf diese Weise Gelegenheit J gegeben wird, von einem Bewohner und Kenner ' dieses Landes Aufschluß zu erhalten über die Ge- 1 schichte und Kultur sowie die geographischen, wirk« schastlichen und politischen Verhältnisse eines Ge» H bietes, dessen Schicksal für die gesamte Weltpolitik V von größter Bedeutung ist. Das indische Problem 1 lenkt deshalb immer wieder die Aufmerksamkeit der W Ein Brief fliegt auf den Tisch ... Wenn mir des Morgens an den Frühstücksttsch treten und auf unserem Platz jenes viereckige Etwas finden, das unseren Namen und unseren Wohnort trägt, bann greifen wir schnell danach und schieben dafür die Kaffeetasse ein wenig beiseite. Dabei stürmen tausenderlei Fragen auf uns ein. Von wem mag der Brief wohl sein? Der Absender, der uns gleich das Rätsel lösen würde, fehlt ja so oft. Und eigentlich bedauern tun wir das gar nicht. Denn gerade das Geheimnisvolle reizt uns. Wir schauen uns den Stempel näher an. Aha! Ein wenig enger wird der Kreis der Möglichkeiten schon. Und wenn gar der „Unbekannte" noch verschwenderisch mit dem Porto umgegangen ist, wissen wir bald Bescheid. Ja, und was mag dieser Brief nun enthalten? Hoffnungen und Wünsche werden wach, oder trübe Gedanken legen einen leisen Schleier zwischen uns und dieses zugeflogene Etwas. Wir halten den Brief, bevor wir ihn öffnen, erst einmal gegen das Licht, um zu sehen, ob er mit der Maschine geschrieben ist oder nicht. Denn das ist ein zu wichtiges Erkennungszeichen für den „anderen", und wir spüren augenblicklich in uns eine besondere Regung für oder gegen diesen Brief, wenn wir die Art der Schrift erkannt haben. Noch ist der Umschlag unverletzt. Obwohl die anderen Menschen, die mit uns gemeinsam an diesem Frühstücksttsch sitzen, recht neugierig sind und kleine Augenfragen nicht ganz verbergen können. Aber das Geheimnis um einen Brief (natürlich nur, wenn er „nicht geschäftlich" aussieht) ist etwas so Köstliches, daß wir die Erwartung und alle Regungen der Neugierde ruhig noch eine Weile hinunterschlucken, bis der große Augenblick „verdient" ist. Ja, und dabei gibt es wieder einige Verschiedenheiten zwischen uns. Wohin wandert unser Blick zuerst? Zur Anrede? Zum Schlußwort? Oder lesen wir etwa brav von Anfang bis zu Ende? Ich glaube, das tun wir nur ganz selten. Und natürlich hängt das auch sehr von unserer Stimmung ab, die dem Brief entgegenschlägt. Und wenn mir den Brief beiseite legen, vielleicht erfüllt von frohen Gedanken oder ein menig traurig oder auch innerlich unberührt von dem, mas er uns bringt, dann ist das Reizvolle schon lange vorbei: das Geheimnis, das uns immer mieder gefangen nimmt, menn uns des Morgens ein Brief grüßt, der auf den Tisch geflogen ist. Eg. Vornott.;cn. — Tageskalender für Mittmoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". ** Schulpersonalie. Dem Lehrer Dr. Christoph Cröhmann zu Klein-Linden wurde die ehrenamtliche Leitung der Volksschule zu Klein- Linden mit sofortiger Wirkung übertragen. ** Platzkonzertzur Flugwerbewoche. Für das am morgigen Donnerstag, 18 Uhr, aus Anlaß der Flugwerbewoche stattfindende Konzert der Reichswehrkapelle auf dem Hindenburg-Wall ist standen, jede auf Abschüttelung der britischen Herr« (r schäft ausgehende Bewegung zu hemmen. Es dürste | von besonderem Interesse fein, die Auffassung eines Mannes über die Lage Indiens kennenzulernen, M !, " der der Unabhängigkeitsbewegung Ghandis angehört I M ig im Rathaus statt- kanten, von vaterländischem Geist getragenen An- ch Partenheim, nach spräche die Weihe des Hauses. Die Reichsstatthalter- Dann ging es weiter na stein, Flonheim, Biebesheim, Dittelsheim unb Hahn über die Verbandst d Scholle", die nun be> Besuch in Gießener wissenschaftlichen r.eben dem wissenschaftli rbeitcn der Abteilung und an die ru aus oer« Beschluß alle der Staatskasse 1 noch seine Kosten ausgebürdet der Vorsitzende Don. Zeitschrift „Volk un rer Bedeu- Werner tte der Hilfs- k Dr. S t r o h 6«. r Abi en, die sich tehenden Zeit . oerniittetten Arbeitsweise wird, und den Ein» vchi Kartenmaterial eine Landesgeschichte auf- Amtsgericht Giehen der Nacht zum 4. Dezember v. I. war m st o d t, 27. Juni. (DSN.) Reichsstatt- 5 p r e n g er hat Samstag und Sonntag dem en Rheinhessen und dem Odenwald einen e steht. In seinem er an der Unioersitä Reichsstaithalier Sprenger in Rheinhessen und im Odenwald Das Jugendheim des Heimat- bundes nationaler Sozialisten am Fuße der Neunkircher Hohe bei Brandau, dessen Weihe Reichsstatthalter Sprenger vollzog. „ , Die Fahrt ging Samstagnachtag zunächst nach Nieder- und Oberingelheim, B die erste offizielle Begrüßung im Rathaus statt - v^nühungcn um die Unterbringung ju- Jlüfigec. bewährter und geeigneter Ange Gang durch die germat} die unter der Leitu agung des Verbandes der hessischen Geschichls nnd Allertnmsvereine. Zeppelin", dal ihrt befand, z«M h die Leisetcil- | Mtlich« Unter- 'I vurde mit btm iehen angdreten.' I ie Fahrt für die rholt. bundes nationaler Sozialisten, dessen Weihe der Reichsstatthalter oornahm. Landtagsab- geordneter Klaß gab einen eindrucksvollen Rückblick auf Lie Geschichte des Hauses und Reichsstatthalter Sprenger vollzog dann in einer mar- Arbeitsämtern bzw. Landesarbeitsamts- angestrcbt werden. Verheiratete und er" sollen nicht gegen ihren Willen oder den ihrer Vorgesetzten in einen anderen * vermittelt werden. "JT Arbeitgeber ergeht die dringende Bitte, Hofe in der Hammstraße ein Fahrrad den, das der Angeklagte gestohlen haben Der Eigentümer will in derselben Nacht ge- Vr°6t Seit • Ouvertüre .D'sion! Bai’J bas Lied „Bie’j <5fnen aus der 'rg'oonRichaitz .'7 Siehe« 7 Mm und ’lo9 W »alter um diesmal mit Sljein“, bracht» 2ad Homburg,, a-h Düdesheim. ^eisctcilnehmcr zu wählen. Dir AiederwalLdrnb m Ausflugsorte Dingen, 'Singer- ünbuigen Unternehmern Var eS lungsmaterial über dMArdeiien am *n Wörterbuch aus vtipfang. Hier waren die Posaunenchöre der ganzen !voinz Starkenburg ve.rsammelt. Nach der Durch- sAt durch Nieder Modau, Ober Modau und Ernst- l'kn, wurde Brandau erreicht, das durch den Bür- i rmeifter dem Reichsstatthaller den Ehrenbürger- I cf überreichte. Nach einer kurzen Ansprache setzte I r Gast seine Fahrt fort und erreichte in wenigen Itauten das Jugendheim des Heimat- ie^UÄ S"chlrik7 nöfr Saale ist durch. ÖQQ,e eine enlflQnbfn %■ ltUmtaWn ialebtft dÜVu Q!fene ÄS eine »^ebey •Ä . ülußlaufes hot '"der Aue dÜ bereits ej„ i"n 2 , Avec der Dehroerbände durch Aufgabe von j ffrten Arbeitsstellen an die Arbeitsämter zu unterstützen. Lattungen sind telephonisch oder schriftlich dem s Mitsamt, Abteilung Vermittlung, Gießen föffurter Straße 29, bzw den zuständigen ptaiftcUcn zuzuleiten. zeige fraglos mindestens aus grober Fahrlässigkeit, wenn nicht wider besseres Wissen, erfolgt war. Auch muß der Zeuge noch eine Anklage wegen falscher Anschuldigung gewärtig sein. sprach zugleich im Namen der Versammelten den Leitern der Anstalt für hessische Landeskunde und ihren rührigen Mitarbeitern seinen tiefgefühlten Dank aus und versicherte sie der Anteilnahme und Unterstützung der hessischen Regierung bei ihren Arbeiten Oie Tagung in Butzbach Die Teilnehmer begaben sich nunmehr zum Bahn- Hof, um nach dem eigentlichen Tagungsort Butzbach zu fahren. Dort fand nach einer kurzen Dor- standssilzung des Verbandes um 19 Uhr im Saale des „Hessischen Hofes" eine Feier statt, die durch einen Musikvortrag der Schülerkapelle der Werner- und Weidig Oberrealschule eingeleitet wurde. Dann begrüßte der Derbandsvorsitzende Präsident von Hahn die zahlreiche Versammlung: sein besonderer Gruß galt dem zur Tagung der Historischen Kommission für Hessen in Gießen erschie- nenen und nun wiederum anwesenden Ministerpräsidenten Prof. Dr. Werner. Im Anschluß b übergab es feinem Begleiter, der es in den Hof ft ■■ --------- fahrt ging bann weiter über Gadernheim. Linden- fels, Grumbach und Fürth nach Rimbach. Ueberall herrschte Jubel der Bevölkerung. Nachdem noch Weiher und Kreidach sowie Waldmichelbach besucht waren, traf der Reichsstatthalter in Neckarsteinach ein, wo der Odenwaldklub einen großen Festzug in Szene gefetzt hatte. Reichsstatthalter Sprenger begab sich in die Festhalle, wo er in einer längeren Rede die die Stämme einenden Bestrebungen des Odenwaldklubs unterstrich. Der Statthalter wandte sich insbesondere an die Jugend und sprach in Verbindung damit vom Arbeitsdienst und Dienstpflicht, die eine große und wichtige Erziehunasaufgabe zu erfüllen haben und schloß mit einem Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler und einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf das Vaterland, das gesamte Volk und den Führer. Darauf setzte der Reichsstatchalter die Fahrt wieder fort über Hirschhorn nach Bad Wimpfen, wo mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz die Fahrt ihr Ende sand. Instituten. I Den Auftakt zur Tagung des Verbandes, die in liefern Jahre in Oberheffen stattfand und durch die Lellnahmc des hefsifchen Ministerpräsidenten Prof. Tr. Werner eine besondere Note erhielt, bildete fiert Besuch von etwa 40 Vereinsvertretern unter Führung des Verbandsvorsitzenden, Präsident v o n j) ahn aus Darmstadt und Mitgliedern der Histori- kWn' Kommission für den Dolksstaat Hessen in der » n ft alt für hessische L a n d e s f o r s ch u n g BLunferer Universität im Lause des Samstagnach- mittags. In der geschichtlichen Abteilung waren iuich den Leiter Univ.-Prof., Dr^ Theodor Mayer " rj* — arat, der für die !s wird sichtlich Weise Seleaenhck's fjner und Meiuu» len über die 8e> »graphischen, wich . Misse eines 6e> damit Mpolmk indische Problem, lusnierlsaiM Wj grat des britisch^ immer nach rer- >r britischen W®’ emmen. Er dm» i Auffassung e>« 5 lenncnzuleE I Ghandis angeM,, dcjreundet ift zuteilen, daß brr1 - benb durch einige, jl rtne v. Recke» uHÄofen, wo mit ber Weihe ber NSBO.-Fahne bf Ueichsstatthalterfahrt durch bas westliche Rhein- iJberDorttdQ bf g„ ibren Abschluß fanb. fium Oicpen ir) । )er Sonntag führte ben Reichsstatthalter burch unioerpfäf l)abm\ Odenwald den Neckar entlang dis Wimpfen, ombar), ber yir.j auf dieser Fahrt traten wieder ganze Orb len, am ^rtilag darfen in mustergültiger Disziplin zu beiden Selbes Realgymchi ber Straße an. Wohl ein Dutzend Mal ergriff er Sprache mE' -Reif halten über Ä - ns FreiheitslaoW ein Taufbecken erhalten, daS im Butzbacher Museum ausdewahrt wird. Das bedeutendste Bauwerk ist zweifellr»s die St. - Markus ■ Kirche, eine dreischiffigc Hallenkirche auf den Resten einer romanischen Basilika. Der hauptsächlichste Umbau der Mar- kus-Kirchc erfolgte unter ber Herrschaft des go- tifchen Baustils. Don den in der Kirche auf- gestellten Grabsteinen ist vor allem der PhUipps von Falkenstem (geft. 1410) zu erwähnen und der Werners von Eppenstein (geft. 1462). Die Kanzel wurde 1611 eingebaut Arn meisten Beachtung verdient die Gruft des Landgrafen Philipps von Hessen und feiner beiden Gemahlinnen, die in ber Zeit zwischen 1620 und 1622 angelegt wurde. Das Epitaph Philipps stammt in feinem Oberbau von dem Gießener Bildhauer Philipp Frank. Der sich unweit der Kirche befindliche Hexenturm, früher Diebsturm, wird schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwähnt. Die St. -Wendelin-Kapelle von etwa 1600, errichtet auf einer von den Falkensteinern 1208 gebauten Kirche zeigt vor allem einen herrlichen Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert Das Rathaus am Marktplatz ist ein beachtenswertes Beispiel für den Fachwerkbau, ber wie in keinem anberen Lanb in Hessen seine ureigenste Heimat hat Erst einer späteren Zeit blieb es Vorbehalten, bas oft kunstvoll gezierte Holzhaus zu ver- kleiben, daß es den Eindruck des von fremdem Boden übernommenen Steinhauses vortäuschen sollte. Mehrere Lichtbilder machten gerade diesen bedauerlichen liebergang deutlich Das sog. Solm - s e r Schloß, dessen älteste Teile dem 15. Jahr- hundert entstammen, ist im Innern ganz umgestaltet und nur die doppelläufige Treope der Nordseite aus dem Jahre 15K8 kann noch Aufmerksamkeit erwecken. Als zweites Schloß der Stadt ist auf das ehemalige landgräfliche Schloß hinzuweisen. Auch dieser Bau ist zu Anfang des 17. Jahrhunderts umgestaltet worden und hat im 19. Jahrhundert zunächst als Dragoner-, dann als Jnfanteriekaserne (Inf.-Regt. 168) gedient. Von der Pracht, die seine Inneneinrichtung nach ber eingehenben Beschreibung bes berühmten Johann Justus W i n cf e l m a n n geziert Hot, ist heute nichts mehr erhalten. Als Mahnruf für Butzbach und — darf man wohl sagen — auch für ganz Deutschland klang Prof. Rauchs Vortrag aus in Goethes bekannten Worten: „Was du ererbt von deinen Vätern hast. Erwirb es, um es zu besitzen." Für ben Sonntagvormittag hatte sich Professor Dr. Bauch zu einer kunstgeschichtlichen Führung durch Att-Buhbach zur Verfügung gestellt, an ber sich vor allem Mitglieder des ,Oberhessischen Geschichtsvereins" zu Gießen und des „H i st o r i - s.chen Verein- für Hessen" zu Darm- stabt, beteiligten, die ihreSommerausMge nach Butzbach angefeht hatten. ihn 10 Uhr lanb im Sitzungssaal des Rathauses die Geschästssitzung des Verbandes, ber Vereinsvertreter und der geladenen Gäste statt. Dor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende Präsident von Hahn bekannt, daß eine Anzahl schriftlicher Grüße und Glückwünsche eingelaufen seien. Aach ber Begrüßung gebuchte Präsident von H a hn deS verstorbenen rührigen Mitglieds Pros. Dr. Brockmann (Offenbach). ilniversitäts- Prosessor Dr. Mayer begrüßte die Derfamm- lung kurz namens des ^Oberheffischen Geseyichts- vereins" und überreichte ben Anwesenden als Festgabe ben 31. Band ber .Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins". 3m weiteren Verlaus des Jahresberichts sprach en verteilt. Seine n der Kürze der zur 'Verfu M das Wichtigste beschränk«^ Bon gut. Dauerm. wird geräumige । 4-5-ZimiMohD. i. Süd-West-Viertel gesucht. Evtl, gegen 3-Zimmerwoßn. zu tauschen. Schr.Ang. mit Preisung. unt.; 03911 a. d. G. Anz. Nettes, möbliertes: klang wenig nach einer Bitte. Wera erhob sich,- -L waltsam die Schwäche niederkämpfend. „Auch Mm danke ich sehr, Herr Inspektor!" Sie neigt« Haupt, zwang sich ein Lächeln ab und verließ dl niemanden." Mitleidig sah er auf das zarte C hinunter, dessen blondes Haar in der Son eine goldfunkelnde Gloriole das blaffe (3efid gab. Er hatte eine kranke Tochter zu Haufe. , gibt es — ach, da kommt der Herr ja schon!' Wieder ein fremdes Gesicht, aber eine Stirn tannt schien: „Darf ich Sie bitten, Visen |j zu trinken? Er ist stark und heiß, wich i wohltun." Willenlos trank Wera, lächelte matt. „Jh Ihnen sehr." „Hier, noch eine Tasse — bitte! Das Kärnchft ist noch halbvoll!" j; Diese angenehme Stimme hatte sie schon früb gehört. Kluge, klare Augen sahen sie freundlich q> sehr blau waren sie. Die kannte sie doch! Sie ,tik zelte die Brauen, dachte nach — vergeblich, ft ihrem Kopf war es leer. Ganz ruhig saß sie r gegen die Schulter der fremden Frau gelehnt, i ihre Hand tätschelte und ermunternd auf sie M sprach. Wie ein lauer, beruhigender Strom gWü die Worte vorüber, kaum erfaßt, nicht verstand^ Es tat wohl, hier zu sitzen, die wärmende HM, eines Menschen zu spüren. Allmählich aber kehrten Kraft und Besinnung z rück. Die Frau begann, Fragen zu stellen. ,Ä| nen Sie bei Ihren Eltern? Soll ich Sie heWck gleiten?'Ober stehen Sie gar allein? Dann . . -kJ* „O nein", wehrte Wera hastig, „ich wohne allein, bedarf auch keiner Begleitung — taiufei Dank!" Sie richtete sich auf. Ihre Abwehr schien v Frau zu kränken. „Na, da kann ich ja auch gehen, man hat au noch anderes zu tun", meinte sie kurz und verli mit schwerem Tritt das Zimmer. So eine Dc schlossene, nichts war aus der herauszubringen. D? hatte wahrscheinlich gute Ursache, so verschwiege zu sein! Wera Wettern setzte ihren Hut auf. Der BeanU der bei ihr geblieben war, trat herzu und half tlr in den Mantel. „Wieviel schulde ich für den Söffe, bitte?" Die traumselige Behaglichkeitsstimmung, in die Wera sich bewußt eingelullt, war mit einem Schlage verschwunden. Nüchtern, hart und grau stand die Zukunft wieder vor ihr. Der Traumtag war vorbei. Was kümmerte sie noch das Gefasel von Liebe und Glück da auf der Leinwand. Sobald der Akt beendet, erhob sie sich und verließ das Lichtspielhaus. Vor dem Eingang, im hellen Licht seiner Sampern reihen, stand ein Zeitungsoerkäufer mit den neuesten Ausgaben. Wera kaufte sich drei Blätter. Heute abend noch würde sie die Stellungsangebote studieren, um morgen früh die Suche nach neuer Arbeit aufzunehmen. Während sie an der Haltestelle stand, dem Autobus entgegensah, der aus dem Dunkel wie ein Urweltungeheuer mit glühenden Augen angeschnaubt tarn, glitt noch knapp vor dem nahenden Wagen ein Privatauto vorüber, langgestreckt, von schnittiger Eleganz, helles Holz mit Stahlbeschlägen. Mit lautem, herrischem Hupen warnte es die vordrangen- den Menschen aus dem Wege. Wera, die vorn stand, traf just der Blick des darinsitzenden Herrn, der, im Begriff, sich eine Zigarette anzuzünden, zum Fenster hinaussah. Es war derselbe Herr, der heute früh vor der Bank gestanden, als sie ins Geschäft ging, derselbe, dessen Gestalt und Haltung sie an Onkel Gregor erinnert hatten. Seine Augen schienen sich zu weiten, da er sie sah — beugte er sich nicht vor? Natürlid) eine Täuschung. Gewiß stand jemand hinter ihr. Ihr galt die jähe Bewegung jedenfalls nicht. Und doch war etwas im Ausdruck dieses fremden Männergesichts, das ihr irgendwie bekannt vorkam. Cs blieb keine Zeit zum Nachdenken, der Autobus hielt, man mußte sich beeilen, um mitzukommen. An einem Riemen sich haltend, stand Wera Wettern im Gang des dahinratternden Wagens, hin- und hergeschoben vom sich durchdrängenden Schaffner. Dor ihr faß eine junge Frau, blaß, müde, ein schlafendes Kind auf dem Schoß, daneben ein Mädchen mit abgetragenem Mantel aus Pelzersatz, der wie eine Bettvorlage aussah. Sie hatte viele funkelnde Ringe an den manikürten Händen, deren rotgefärbte Fingerspitzen gewandt mit Spiegel und Lippenstift hantierten. Es roch nach Patschuli, Zwiebeln und Benzin. Alle Menschen hatten müde Gesichter. Der Herr im Auto hatte es gut, dachte Wem, ein Gähnen unterdrückend. Die Trauer der ganzen Welt lastete auf ihrem Herzen. Sie wußte nicht, daß sie am heutigen Tage zweimal das Schicksal gestreift. — 5. Kapitel. Straße auf, Straße ab wanderte Wem Wettern, die erschreckend kleine Liste der Stellenangebote in der Tasche, Treppe hinauf und Treppe hinunter. In kleinen düsteren Kontoren stand sie, in teppichbelegten Räumen mit Klubsesseln, in zugigen Vorhallen. Aber überall war ihr jemand zuvorgekommen, oder man verlangte Kenntnisse, die sie nicht besaß. Ein alter Geschäftsinhaber mit dicken Tränen|Stellengesuche| Junces Mädchen fleißig u. ordentlich, kann auch näßen, kinderlieb, würde gern sofort Stellung annehmen. Schrift!. Ang.u.03900 a.G.A. Verkäuferin gewandt i. 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Wenn die Prüfungskommission dem abgehenden Schüler vom Hochschulstudium abrät, dann kann er, falls er trotzdem die Universität bezieht, auf keine Studienvergünstigungen rechnen, und seine Eignung wird im Lause der ersten drei Semester pachgeprüst. Damit ist ein erster Schritt getan, um der Hochfchulkrise zu begegnen, die durch die Lleberflutung mit Studenten in der Nachkriegszeit entstunden ist. Freilich ist das nur eine Mahnahme, die keine entscheidende Wendung bringen wird. Dazu waren grundlegende Reformen notwendig, wie sie Wilhelm Ruofs in einer soeben bei Felix Meiner in Leipzig erscheinenden Veröffentlichung »Lage und Ziele der akademischen Jugend" andeutet. Der Verfasser verlangt u. a. eine Trennung der Universität in wissenschaftliche Akademie und VerufSschule, damit der Student erst einmal eine wissenschaftliche Schulung erhalte und sich dann auf seinen (Beruf vor bereiten kann. Er glaubt auch, dah den Jung-Akademikern, die sich heute als Arbeitslose fühlen, nur geholfen werden könne, wenn man die Altersgrenze durchgehend, etwa bis aufs 60. Jahr, herabsetzt und eine Verkürzung der Arbeitsleistung einführt, so dah Arbeit, die bisher von zweien verrichtet wurde, dann von dreien ausgeführt wird. Wenn die jetzt bestehende »Aussperrung" der überzähligen Akademiker fortbesteht, dann fürchtet er einen schweren Kampf der Generationen. Der „neue Student" unterscheidet sich ja in wesentlichsten Zügen von dem harmlosen und vergnügten »Bruder Studio" der Vorkriegszeit. Er ist durch ein schweres Schicksal hart gehämmert worden: er hat die „chinesische Mauer" durchbrochen, die die Studierten früher vom Volk trennte: er drängt ins Leben hinaus, in die Politik, und er bemüht sich, ein Volksgenosse zu fein. Die früher vielfach vorhandene Verachtung der Handarbeit ist aufgegeben; der Student von heute ist den übrigen Volksgenossen, dem Dauern, Arbeiter und Angestellten näher getreten, .als dies früher möglich war, nicht nur in Arbeitslagern, sondern vor allem als Werkstudent. „Jeder Student hat sich von irgendeiner Seite aus Deutschland erobert", sagt der Verfasser. „Es ist eine realere und unmittelbarere Kenntnis der deutschen Verhältnisse vorhanden als vordem unter jungen Akademikern. Sie haben ein landschaftlicheres, und blutvolleres Verhältnis zu Deutschland gewonnen. Sie sind aus ihrer Enge herausgekommen und haben das ganze Deutschland sehen gelernt.“ Durch diese veränderte Sozial-Ge- sinnung fühlt sich der junge Student stärker denn je mit dem Gesamtschicksal verbunden: er sieht seine Aufgabe darin, nicht von oben her auf leichte Weise in Führerstellen hineinzukom- men. sondern sich von unter her durchzusetzen und sich vom kleinen Kreise aus Geltung zu verschaffen. Cs ist diese „hündische" Haltung, die aus der Isolierung des Einzelnen zur Gemeinschaft hindrängt, die dem Wesen des heutigen Studenten die bezeichnende Prägung aufdrückt. Die Einstellung zur Politik hat durchaus reale Hintergründe, denn „wenn man sich nicht an der Politik beteiligt, kommt man unter die Räder", und nur durch eine wirtschaftliche Lösung der schwierigen Fragen kann auch die Existenz der akademischen Jugend gerettet und gesichert werden. Mit dem Kampf gegen den übertrieben intellektuellen Menschen, der auf den Hochschulen geführt wird, ist auch eine neue Sinftcl- I u ng zur Wissenschaft verknüpft. Die geistesfeindliche Strömung, die die Vernunft gegenüber dem Gefühl und Instinkt zurückdrängte, klingt allerdings schon langsam ab. Der Stuben! von heute ist aber wenig zum Spekulieren geneigt, ist sachlich und nüchtern: dadurch, daß er früh das Leben kennen lernte, ist er hellhörig geworden und kritisch, auch seinen Lehrern gegenüber. Bei allem Fleiß liegt auf ihm ein dauernder Druck, denn er hat in diesen schweren Zeiten daS Bewußtsein, man dürfe keine Zeit versäumen und Muße sei etwas Unerlaubtes. So erfordert daS Studium eine fast übergroße Kraft, verleiht der Arbeit einen Ernst, der etwas Erhabenes hat. Aus solcher Einstellung fordert der Student eine engere Beziehung der Wissenschaft zur Gegenwart, fordert ein näheres Verhältnis »u seinem Lehrer: „Wir haben an den Hochschulen reichlich Gelegenheit zu lernen, wir (Rachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Acht deutsche Professoren haben auf Einladung der englischen Universitäten eine Studienreise unternommen mit dem Ziel, den gegenwärtigen Stand der akademischen Bildung in England kennen zu lernen und zu prüfen, wieweit englische Hochschulen für deutsche Studenten in Frage kommen. Einer der Teilnehmer. Professor Schirmer, der Leiter des Englischen Seminars an der Berliner Universität, erzählte unserem Berliner Mitarbeiter über seine Eindrücke folgendes: Die Fahrt begann und endete in London. Rur hort blieb die Gesellschaft zusammen. Sonst reifte jeder, wie er es für richtig hielt. Die Verwaltung der britischen Universitäten und die deutsche Geschäftsstelle für deutsch-englifchen Akademiker- Austausch, sowie die Deutsche Botschaft gaben ihnen zu Ehren einen Empfang. Der Besuch galt rein akademischen Kreisen. Politische Fragen wurden auf beiden Seiten vermieden. Die Engländer behandelten die Deutschen mit größter Zuvorkommenheit und Freundlichkeit. Allein, in gewisser Beziehung legten sie sich Zurückhaltung auf, taten es jedoch mit so großem Feingefühl, daß sich die deutschen Professoren nicht im geringsten verletzt fühlen konnten. Eie nuiLen nichts von einer deutschfeindlichen Stimmung. Im Gegenteil: sie konnten überall feft- stellen, dah an den Universitäten der Kriegsgeist und die noch vor wenigen Jahren vorhandene Abneigung gegen die Deutschen geschwunden sei! Der Engländer ist auch in dieser Beziehung ein Gentleman. Er läßt sich in seinem Werturteil nicht von augenblicklichen Mißstimmungen beeinflussen. An sämtlichen Hochschulen war zu beobachten, daß die Folgen des Krieges überwunden find. Man arbeitet wieder wie einst: sorgfältig und gewissenhaft! Die Studenten lassen sich den gerade in England besonders in Erscheinung tretenden Zwang willig gefallen. Die eine Zeitlang vorherrschende Lockerung der Sitten hat sich gelegt. Der Wissensstand ist auf gleicher Höhe wie in der Vorkriegszeit, wenn nicht sogar darüber: bis vor kurzem war das noch nicht der Fall. Der Korpsgeist tritt wieder stärker in den । Vordergrund. Das zeigt sich vor allem in den Colleges und in den Gemeinschaftsräumen. Der Lehr- I körper ißt mit den Schülern zusammen an langen haben aber viel zu wenig Gelegenheit, und im tieferen Sinne zu bilden und zu schulen. Wir bekommen Stoff vorgesetzt, aber wir lernen zu wenig, damit umzugehen." Es ist ein persönliches, pädagogisch engeres Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler notwendig, das heute unmöglich ist, da der Professor von Hunderten umlagert wird und häufig die Prüfungsstunde für den Studenten die einzige Gelegenheit ist, mit seinem Dozenten mehr als die üblichen paar Minuten zu sprechen. »Vom Boden der Hochschule aus", sagt R u o f f, »wird eine grundsätzliche Umgestaltung der durch die Lieberfüllung und Krise eingetretenen Mißstände gefordert. Den notwendigen ersten Schritt dazu sieht man in einer Aenderung des Verhältnisses zwischen Studenten und Dozenten. Die jüngeren Studenten müssen gründlicher geschult, die älteren zu einer freieren geistigen Tätigkeit hingeführt und damit verselbständigt werden..." Tischen, und der jüngste Privatdozent findet auf diese Weise leicht Gelegenheit, mit den Berühmten seines Fachs Verbindungen anzuknüpfen, — «-ine Einrichtung, die uns Deutschen leider fehlt. Zch reiste von London nach Oxford und wohnte dort in einer Stiftung von Taylor, die der Pflege und Wissenschaft der deutschen und französischen Sprache dient. Hatte bis vor wenigen Jahren noch die Beschäftigung mit der französischen Sprache über- wogen, — so wird jetzt das Deutsche weit mehr vorgezogen! Die Stiftung weist eine hervorragende Bücherei auf: ihr Leiter ist ein ehemaliger Deutscher, Pros. Fiedler. Während ich den deutschen Studenten vonLondon abraten würde, weil sie dort immer allein und hauptsächlich auf andere Deutsche angewiesen sind, — also keine ausreichende Gelegenheit zur Vervollkommnung in der englischen Sprache — empfehle ich ihnen Ox- ford wärmstens! Es hat allerdings einen Niesen- fehler, — es ist sehr teuer! Für ein Semester kommt man nicht in ein College, und ein Jahr Studium erfordert doch immerhin einen Aufwand von 5000 Mark. Hier ist die lleberlieferung ungewöhnlich stark. Zn Queens College ruft noch, wie vor vier Jahrhunderten, ein Trompetenstoß zum Essen. Die Sitten und Gebräuche haben sich fast kaum geroan- beit. Das Universitätsviertel ist nach wie vor eine Stabt für sich, abgeschlossen vom übrigen Oxford. Aehnliches gilt für Cambridge. Anders da- gegen Manchester! Die Stadt selbst ist zwar wenig einladend. Allein, — das Geistesleben ist dort ganz besonders rege, vielleicht am lebendigsten von allen englischen Prooinzstädten. Besonders auf musikalischem Gebiet wird viel geleistet. Die Universität ist nach außen hin eigentlich kümmerlich, die Räumlichkeiten sind unbefriedigend, ausgenommen einige Oasen, wie die hervorragende John Rylands Library, eine Prioatstistung.- von außen wie die Stabt bunfel und unfreundlich, im Innern jedoch wundervoll gehalten. Der alte Bücher- wart behandelt die ihm anoertrauten Werke wie ein Vater seine Kinder. Man findet dort manche Schätze, wie sie nicht einmal in London auszutreiben sind. Die Lehrkräfte sind ausgezeichnet, das Arbeiten ist angenehm! Zwischen Stadt und Universität be- stehen enge Beziehungen. Am meisten kann ich den deutschen Studenten jedoch Bangor in-Wales anraten! Wales ist ein armes Land, es kann sich nur eine einzige Universität leisten und muß sie auf vier Städte Derlei- len. Zn Bangor werden die Geistes- und Natur- Deutsche Studenten in England. Erfahrungen auf einer Studienfahrt deutscher Professoren. roiffenfd)aften gelehrt. Die meisten Bauten verdanken Spenden ihre Entstehung. Eine große Halle ist für Die gesamte Einwohncrfchast bestimmt: bei neuen Promotionen und bei der Verleihung des Doktorgrades ist sie zugegen, denn sie betrachtet jeden Studenten gleichsam als ihren Schützling. Die Umgebung ist herrlich, Wasser und schönster eeeftranb. Em Abstecher führte mich nach Birmingham: dort fällt die enge Verbindung mit den technischen Wissenschaften auf. Universität und Technische Hochschule sind eins. Die Studenten haben dort reichlich Ge- legenbeit zum praktischen Arb-iten! Schließlich sah ich mir noch die Verhältnisse in Southampton an. Die Hochschule ist baulich sehr zurück. Die Wohnhäuser — zwei für die männlichen und eins für die weiblichen Studenten — sind in besserem Zustand. Es herrscht dort die gleiche Art des Zusammenlebens wie in Oxford und Cambridge. Allerdings ist alles einfacher und den Zeitverhätt- nisten angepaßter. Die Lehrer essen gemeinsam mit ihren Schülern, nur an einer erhöhten Tafel. Vor und nach Tisch wird ein lateinisches Gebet gesprochen — wie in alten Zeiten. Wundervolle Parks stehen für Spaziergänge zur Verfügung; das Stu- dium hier ist fjir Deutsche ebenfalls empfehlenswert! Aehnliches berichteten die anderen Teilnehmer dieser Studienfahrt: überall kommt man den deutschen Studenten mit größter Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit entgegen. Diejenigen deutschen Stu- benten also, für deren Studiengang einige englische Semester nützlich wären und deren Eltern es sich leisten können, werben auf Englanbs Universitäten nicht nur eine sreunbliche Ausnahme finben, sondern auch Gelegenheit haben, durch ihre Person für das deutsche Ansehen zu werben. Hochschulrevolution. — Hochschulrevolution. Von Dr. Wilhelm Mannharbt, o. ö. Professor an der Universität Marburg. 114 S. Kart. 2,20 Mark. Hanseatische Derlagsanstalt Hamburg. — (154) — Der Verfasser, dessen frühere Broschüre „Echüt- zengrabenmenschen" außerordentliche Wirkungen auf eine Jugendgeneration kurz nach dem Kriege ausübte, greift mit seiner neuen Schrift herzhaft die ernsten Probleme der deutschen Universitäten auf. Seme Ideen sind von Grund auf umwälzend. Es wird nichts verbessert, sondern alles aus dem Geist der Zeit der Zeit umgestaltet rmd umgeformt. Darin liegt die Bedeutung des Werkes. Aus dem neuen Geist heraus wird die Forderung einer völligen Wandlung erhoben, die die Universität nicht mehr abseits auf einem Feld der wissenschaftlichen Forschung jenseits von Rot und Kampf der Ration stellt, sondern in den Mittelpunkt des Kampfes der deutschen Jugend um die Bewältigung der Aufgabe für Staat und Ration. Mannhardts Gedanken beschränken sich nicht allein auf die Hochschule, sondern greifen die Fragen des gesamten Erziehungswesens auf und bilden darum ein Programm der Erziehung im Dritten Deich. Klar stellt er die Gedanken einer politischen Erziehung als die zentrale Aufgabe hin. Sie bildet die Grundlage für einen wesentlichen Teil der Wissenschaften; etwa: Staatsrecht, Völkerrecht, Rassenhygiene, Minderheitenlehre usw. An diesem Unterricht haben alle Akademiker teilzunehmen. Von hier aus erfolgt dann erst eine Weiterbildung nach den einzelnen Disziplinen. Reben der geistig-technischen Ausbildung läuft als zweite gestaltende Hauptaufgabe die Lebensvor- bereitung in der Gemeinschaft. Umwälzend sind Mannhardts Gedanken einer Unterbringung der Akademiker in Internaten (Burst n), wo sich dann das Bündische als Crziehungssaktor am besten auswirken könnte. So entsteht aus dieser Schrift das Bild einer Universität, die zugleich der Wissenschaft und dem Leben der Ration dient. Rheinfahrt der Deutschen Landsmannschaft. Zur Feier der nationalen Erhebung. Dom Wettergott besonders begünstigt, veranstaltete die Deutsche Landsmannschaft am vergangenen Sonntag ihre diesjährige R h e i n f a h r t zur Feier der nationalen Erhebung und zugleich als 65 - 2 ahrfeier der DL. Am Sonntagmorgen brachten die Züge aus dem ganzen Hestenland sowie aus Frankfurt und weiterer Umgebung die Berbands- brüder nach Mainz. Es waren vertreten die VAL. Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg, sowie Wiesbaden und Umgebung; ferner die Korporationen aus Frankfurt, Gießen, Darmstadt, Heidelberg und einige aus Marburg. Ein farbenfreudiges Vild am Rheinufer. Der Himmel klärte fich schon be: Wiesbaden-Biebrich auf, so daß bald blauer Himmel und lachende Sonne über den Teilnehmern strahlte, zu deren alleiniger Verfügung der Dampfer „Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein" stand. Die Beteiligung war überaus stark, so daß etwa 6—700 Personen den festlich geschmück- ien Dampfer füllten. Bei überaus günstiger Witterung ging die Fahrt über Biebrich und Bingen, wo die letzten Derbandsbrüder noch aufgenonunen wurden. UeberaU wurde der Dampfer durch Aufziehen der weißgrünweißen Farben der DL. begrüßt. Nach e .ier erhebenden Fahrt, vorbei am Niederwalddenk- mal und der Loreley, an malerischen Städtchen und verfallenen Bürgen, zwischen Wein- und Obsthän- gtn hindurch, gelangte man zu dem herrlich gelegenen St Goar, überragt von der ehrwürdigen 2)Argruine Rheinfels Nach einem kurzen Anstieg zu einer der größten Rheinburgen, der Ruine Ryeinfcls, folgte im Burghof der Festakt zur Feier der nationalen Erhebung. Nach einer kurzen Begrüßung der Festteilnehmer, be|nnbers aber des Herrn Vdbr. Ministerprä- siddenten Professor Dr. Werner, Chat- tiae. Gießen, durch den Vorsitzenden der VAL. Mainz, Vdbr. U e b e r l e - Darmstadtiae, nahm der Bürgermeister von St. Goar, Dr. Burghofs, das Wort zu einer kurzen Ansprache, worin er u. a. betonte, daß es gerade die DL. sei, die immer wieder den Weg nach St. Goar fände, wo sich, allzu wenig bekannt, schon einmal deutsches Schicksal entschieden habe, als 1692 Ludwig XIV. hier bei dem vergeblichen Versuch nach Mitteldeutschland vorzu- bringen, von einem heldenmütigen hessischen Regiment zurückyeschlagen worden fei. Die Ansprache endete mit einem „Sieg-Heil" auf die DL., worauf man das Landsmannschafterlied anstimmte. 3m Anschluß daran ergriff Vbbr. Werner, Chat- tiae Gießen das Wort, wobei er etwa folgendes ausführte: Die Ruinen dieser Burg aus Zeiten deutscher Wehrhaftigkeit und Kraftentfaltung müssen uns eine Mahnung für die Zukunft fein. Dieses Rheinfels, einst mit Hessen verbunden, beleuchtet die Zerklüftung der Volksstämme, die einst zusammengehörten. Unsere Aufgabe müsse es sein diesen Stammescharakter zu pflegen, damit wieder ein Land entstehe von hundert und mehr Kilometern um Frankfurt, ob es Hessen ober Franken heiße: bann werde erfüllt, was bas deutsche Volk brauche, um nach außen schwertgewaltig und nach innen einig und geschlossen zu fein. Noch immer liege unser Rheinstrom in Fesseln, noch könnten Separatisten frei ihrer Wege gehen, während die besten deutschen Volksgenossen im Kampf um ihr Volks- tum in Kerker geworfen worden seien. Wie uns die Iustizhoheit fehle, so seien wir auch der Militär- Hoheit in diesem Gebiet beraubt; die Festungen seien geschleift und den Städten die Garnisonen entzogen. In gleicher Weise sei uns die Verkehrshoheit entrissen, was sich besonders hier in St. Goar Zeige, wo sich noch heute, drei Jahre nach dem Abzug der Franzosen, eine französische Lotsenstation befinde. Noch ständen die größten Bahnhöfe und Brücken in der 50Km.-Zone unter französischer Kontrolle. Belgien habe bis 1945 bei Duisburg das Recht zur Eröffnung eines Kanals durch deutsches Gebiet. Noch sei es den Franzosen möglich, den ge- wattigsten Kanal der Erdoberfläche mit einer Tiefe von 11 bis 12 Metern zu bauen und im Elsaß über 100 Kilometer neben dem Rhein herzuführen, ohne daß es uns, die wir ein angestammtes Recht am Rheinstrom hätten, möglich sei, dagegen vorzugehen. Uns aber sei es sogar im eigenen Lande, auf badischem Gebiet, verwehrt, einen Kanal zu bauen. Deutschland, das Land eines Goethe, eines Bis- marck, das Land der Erfindungen, könne nicht verurteilt sein, im Staube zu wandeln. Gerade auch die DL. habe eine heilige Ausgabe zu erfüllen, hin- ein zu hämmern in die deutsche Volksseele den Wert eines geeinigten deutschen Volkes auf ständischer Grundlage, damit aus der Dämmerung ein neuer deutscher Tag emporsteige. Das Heilszeichen aus germanischer Vorzeit vereint mit der saubersten Fahne bef Weltgeschichte wehe heute von allen Burgen als Zeichen deutscher Erneuerung. Der völkische Gedanke könne nicht durchaeführt werden auf dem Boden der Demokratie, fvndern nur durch das Führerprinzip Auf dieser Grundlage werde über alle Stammeszugehörigkeit das große deutsche Reich, die große deutsche Nation, die weit über alle Grenzen hinaus- reicht, erstehen in voller Gleichberechtigung und frei von den Fesseln von Versailles. Die Rede schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf die große Nation, in das die Festte'lnehmer freudig einftimmtcn. Anschließend wurde das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lieb von den Versammelten begeistert gesungen. Ein „Sieg-Heil" auf den hessischen Ministerpräsidenten beschloß die erhebende Feier an historischer Stätte. Rach kurzem Aufenthalt auf der Burg ging es wieder zurück zum Dampfer. In feuchtfröhlicher Stimmung, für die in erster Linie unser vorzüglicher Rheinwein und eine rührige Stahlhelmkapelle (orgten, die auch fleißig zum Tanze aufspielte, führte der Dampfer die Festteilnehmer wieder nach Mainz. In geschlossenem Zuge ging es dann, voran die Kapelle, durch die Straßen der Stadt zum „Hof zum Gutenberg", wo ein Abtrunk nebst Tanz für die Jugend im Kasino ftattfanb. Erst gegen Mitternacht brachten die Züge und Autos die Teilnehmer in ihre Heimat zurück Eine herrliche Rhein- 'ahrt, wie sie jetzt hoffentlich alle drei Jahre statt- sindet, hatte, begünstigt vom besten»-Wetter, ihren harmonischen Abschluß gesunden. Karl H e y l. ?er chinesischeSludenl von heule. China, das in den letzten zwei Jahrzehnten durch so viel Rot und Elend, durch Kriege und Seuchen, Fluten und Hungersnöte hindurchgegangen ist, befindet fich heute in einem chaotischen Zustand, in dem die yiodernen Einflüsse des Abendlandes mit der lleberlieferung der uralten heimischen Kultur ringen. So verwirrend das Gesamtbild des modernen chinesischen Lebens ist, so wird es doch von einem Grundzug getragen, nämlich von der Vaterlandsliebe. Das betont der Dekan der medizinischen Fakultät der Schanghaier Universität, Prof. E. Bitt, in einer Betrachtung der „Deutfchen Medizinischen Wochenschrift", in der er sich mit der Einstellung des heutigen China zur modernen Medizin beschäftigt. Die Pflege der alten Heilkunst besteht ruhig weiter fort neben dem immer mehr vordringenden Wirken der modernen Medizin. Ja, es gibt Aerzte der alten Schule, die sich sehr geschickt der neuen abendländischen Hilfsmittel bedienen und sie unter ihren alten Bräuchen verstecken. Unter diesen Aerzten der alten Schule sind alle Grade vertreten, vom Landarzt, der fich noch zu seinem Patienten in der Sänfte tragen läßt und sein Honorar nach der Zahl der Drücken berechnet, die er dabei pas- fieren muß, bis zum feinsten Spezialisten, der nur zu ganz bestimmten Sätzen und Zeiten seine Patienten empfängt. Auch bei den Studenten zeigt sich ein überaus melfeitigcS Bild, das eine einheitliche Richtlinie durch die allgemein herrschende patriotische Gesinnung erhält. „Das Bestreben Chinas", schreibt der Verfasser, „geht heute dahin, jedem befähig, ten jungen Mann das Studium zu ermöglichen: somit werden die Kosten des Studiums zum größten Teil, wahrscheinlich in der Zukunft ausschließlich, vom Staate getragen. Infolgedessen Ut Die Studentenschaft aus allen verschiedenen Ge» sellschaftsschichten zusammengesetzt. Ich habe in meinem Hörfaale den Sohn des alten Vizekönigs aus dem Süden neben dem einfachen Bauernsohne deö RordenS gesehen. Beide sind von der gleichen Wißbegier beseelt, und ihre rezeptive Kraft erscheint oft unwahrscheinlich groß. Daß dieser Fleiß am liebsten sich der alten Form des Auswendiglernens zuwenden möchte, ist in der ja immer noch grundlegenden alten chinesischen Schulausbildung bedingt. In seinen ilmganggformen ist der Student von heute außerordentlich höflich: doch haben Höflichkeit etwa in China und in Deutschland zwei sich sehr verschieden auswirkende Erscheinungen. So werde ich nie vergessen, wie böse ich eines Tages in der Anfangszeit meiner Lehrtätigkeit wurde, als mir auf die Anfrage, wo ein Student fei, den uH 'chan längere Zeit im Kolleg vermißte, von einem seiner Komilitonen geantwortet wurde er lejrt die Vögel fingen"; es sollte wohl eine höf- licrje Ausrede sein. Natürlich hat man in der» Unterrichtgebung auch selbst viel lernen müssen und war im Anfang oft entmutigt Als ich bei dem ersten Jahrgange der Studenten nach längeren Vorträgen über die Rar- kose zur Feststellung, wie weit das Verständnis gegangen sei, eine Seminararbeit schreiben ließ fand ich als ermutigende einleitende Worte eines dieser Schriftsätze: „Die meiste Darkose ist der Tod.'' Heute ist es besser um uns bestellt" Infolge des starken Patriotismus ist heute die Erziehung im Aus lande nicht mehr so gern gesehen wie früher. Sie bietet auch mancherlei Gefahren, denn der junge Mann, der sein wunderschönes ausländisches Diplom im Wartezimmer aufgehängt hat, glaubt, damit auf jede fernere Ausbildung verzichten zu können, und mag er auch noch fo europäisiert erscheinen, so kehrt er doch in der Heimat sofort wieder vollkommen in den Schob der chinesischen Familie zurück. Alle Standesvereine, die von jungen Aerzten in China gegründet werden, schließen sich gegen den fremden Arzt ab. Das Beispiel Japans reizt dazu, dah man immer mehr von der Fremde unabhängig werden will. ‘ v ■ ksstz M ü« l ;: A ..... i-, :-:?? Anneliese Iullmann Hanö Äielor Mebizinalpraktikant Verlobte Gießen, im Zull 1933 4 98 D M) ncugcsi Jeutsch' ersten Sih für das d^ gen ringel Lerlegerir Dillen schließung juging. 3i nach der sozialist dienen t Anläßlich neugebildeii Adolf 4 tungsverleg im Pre Aeichskanzl eins VeflagSS •n« Son»"^ * StilaSk"' Li'b^ Kenn--"" ölonat * M Ohne30 3«rt Au» J* von 'M infolZ' 1 jtrnlP B-rSanu Snfchnst tidjten: J poli gtanlf”11 SU W %: 8 einer und den ü! langen. In Aeichslanzl^ sich der (3c1 nis der 2e und gcf d rezieru gen jeien t u u g e n erscheinen Deutscher c hinter b Ur. Der nicht lei Hoüembeni zen Dachkr leien ternii aber die bi Opfer zu b Sireflor Aufgabengek Heugeffa dringlich. Dc seine fjeulige presserechl d am DJiebi eers milz lullen. Hei, lpruch av öet Nhr ,u"gen. : legers in feir "khmer Bnö tcr der Zeih 069 neuen b- fial69otie der 9e°tbne( roiti Daniels unter * Äfc Ot die Bl 9cf)5ti9en vor in be, !°l”e Grund 'anbes. Bem ^-nrred !en»ila »'S. »,6 , 7° jui Lbei ft ta"*" >- -u: t® »Ä» Oberheffen 4191 A 3883 Justizrat Brink-Berlin über i, Kreuzplatz 10 märker beizutragen haben. Dorf-Gill, den 27. Juni 1933. Hessische Bürgermeisterei. die Räume des Museums an. Mitgliederversammlung der Gutenberg-Gesellschaft. Nach altem Herkommen sand auch in diesem Jahr wieder im Kurfürstlichen Schloß die ordentliche Mitgliederversammlung der Gutenberg-Gesellschaft statt. Dabei hielt Geh. Regierunasrat Dr. Adolf D y r o f f, Professor an der Universität Bonn, einen Festvortrag über „Die Bedeutung der Drucktunst für das Menschenleben". Der Abschluß der Gutenberg-Gesellschaft für das Rechnungsiahr 1932/33 weist rund 53.500 Mark Einnahmen und rund 21 000 Mark Ausgaben aus, so daß ein Vermögen von rund 32 500 Mark übrig bleibt. Der Voranschlag für das Jahr 1933/34 weist je 18 000 Mark Einnahmen und Ausgaben auf. 5)ie ftluge Hausfrau nützt die Reifezeit von Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren und kocht die Früchte fleißig ein, um für den Winter genügend Vorrat zu haben. Alles, was die Hausfrau hierzu gebraucht, findet sie bei uns. Auch stehen wir mit guten Ratschlägen jederzeit gerne zur Verlügung. Opekta und Frutapekt, flüssig und in Pulver, die bewährten Gelatmiermittel für Gelees, Marmeladen usw. Zucker, rotgefärbt, zum Einmachen von Erdbeeren, damit diese die schöne rote Farbe behalten. Weinsteinsäure und Zitronensäure für die Saltbereitung. Ferner: Salicyl, Elnmachhllle, Cellophan, Salicyl- uapier. Weinhefen in reinen Kulturen für die Obstweinbereitung. Korbflaschen, Korken und Korkmaschinen, Schwefel in Stangen. Wirtschaft. Frankfurt: Aktien fester, Renten abgeschwächt. Frankfurt a. M., 28. Juni. (WTB. Drahtmel- düng.) Nachdem im Bureauverkehr heute vormittag starke Zurückhaltung geherrscht hatte, konnte sich an der Mittagsbörse recht lebhaftes Geschäft zu- mindestens in M.-Farben entwickeln-, an den übrigen Gebieten des Aktienmarktes blieb die Unternehmungslust gering. Immerhin sprach man verschiedentlich von Anlagekäufen, die man mit Den festeren Auslandbörsen — besonders die Bewegung an den Warenmärkten war viel beachtet — in Zusammenhang brachte. Auch die günstigen Beurteilungen des Entschlusses Dr. Schachts in der Frage der Zinszahlung auf langfristige Auslandanlech n konnten die Tendenz befestigen. Farben eröffneten behauptet, wurden aber nach den ersten Kursen 2 v. H. fester genannt. Von anderen Werten notierten Scheideanstalt, Kali Westeregeln und Metallgesellschaft um 1,5 v. H. fester. Im übrigen gingen die Erhöhungen nicht über 1 v. H. hinaus, dagegen waren mehrfach Abschwächungen im gleichen Rahmen zu bemerken. So lagen Siemens, Süddeutsche Zucker und Akkumulatoren, Berlin je 1 v. H., Be- kula 0,75 v. H., Klöcknerrberke, Phönix, Junghans und AEG. bis 0,5 v. H. niedriger. Im Verlaufe waren IG. neuerlich mit plus 1 v. H. zum Kurse von 133 fester und die anderen Aktien wurden meist mitgezogen, so daß sich die kleinen Anfangsverluste meist ausgleichen konnten. Stärker befestigt waren Kali Aschersleben mit 3,75 v. H., Reichsbank gewannen 1,40 v. H.; stärkere Beachtung fand die erneute Abschwächung des Dollarkurses. Am Rentenmarkt wirkte sich das Rücktritts- gesuch Hugenbergs in einer gewissen Zurückhaltung aus. Altbesitz waren 0,65 v. H. schwächer, auch Reichsschuldbuchforderungen und Schutzgebietsan. leihen waren niedriger. Neubesitz lagen gut behauptet, Reichsbahnvorzugsaktien waren 0,50 v. H. abgeschwächt. Dagegen lagen Stahlverein sehr fest und 2,25 v. H. gebessert. Die Werte der Rheinischen Hypothekenbank waren eher gesucht, während Gold- Pfandbriefe der Frankfurter Institute und ihre Ligut- dationspfandbriefe teilweise fester, ihre Kommunalobligationen aber schwächer lagen. Von Auslandswerten waren 5prozentige äußere Goldmexikaner behauptet. Der Tagesgeldsatz blieb mit 3,50 v. H. unverändert. Die Gutenberg-Feier in Mainz. Mainz, 25. Juni. (WSN.) Ein Festakt voll Stimmung und tiefer Eindrücke bei aller Einfachheit war die Eröffnung des neuen Gutenberg-Museums im Haus zum „Römischen Kaiser" am ßiebfrauery platz, die den Auftakt zur Gutenbergfeier der Stadt Mainz bildete. Kurz nach 11 Uhr erschien der Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger, der es sich nicht nehmen lassen wollte, das neue Museum persönlich zu eröffnen. In feiner Ansprache betonte er, daß wir bei der Eröffnung dieses Museums uns bewußt sein wollen, daß mir dem großen Sohn von Mainz, der einer der größten Deutschen gewesen istz dadurch unsere Hochachtung beweisen wollen, daß wir in Ehrfurcht zu ihm und seinem Werk emporschauen. Gerade wir Nationalsozialisten, fuhr der Reichsstatt- halter fort, haben die Verpflichtung, allenthalben, sind die Flüsse und Bäche in alten Seilen öcj Provinz über die Ufer getreten. 3m lltfter, Bieber- und Fuldatal in der Gegend von Sulda sind weite Strecken völlig unter Wasser gesetzt. Die Heuernte ist fast überall vernichtet worden. 3n Gensungen bei Kassel glich die Bach- und Bahnhofstraße, in denen das Wasser einen halben Meter hoch stand einem reißenden Flußbett. Oberhalb von Rhünda war die Wabernsche Tiefebene vollständig unter - Wasser gesetzt. Die Roggen- und Weizenfelder sind völlig verschlammt worden. Bei ^^ungen traten die Zuflüsse der Fulda, nkac$ und die Pfieffe, über die Ufer und überschwemmten die Straßen der Seitentals Auch dir- öulda überflutete die Ufer und beschädigte Stege und Brücken. Biele Bäume sind abgebrochen. -Auf dem Melsunger Friedhof sanken etwa 60 Gräber ein, die Grabsteine fielen um Auch das ganze Geistal ist überflutet. Die Wiesengründe bei Almershausen und Gittersdorf gleichen einem großen See, aus dem die Spitzen der Weidenbäume hervorragen. Der angenchtete Schaden ist für die Landwirtschaft außerordentlich groß- „Graf Zeppelin- über Zranksurt. WSR. Frankfurt a. M., 26.3unt Auf seiner Rückfahrt von Saarbrücken überflog das Luftschiff ..Graf Zeppelin" am Sonntag gegen 16 Uhr Frankfurt a. M. 3n geringer Hohe überquerte es die Stadt, überall freudig begrüßt von der Bevölkerung. /Ungeheuren Jubel loste das Erscheinen des Luftschiffes bei den 30 000 Besuchern des Stadions aus, wo das ^Ersatz- Länderspiel" stattfand. Während das Luftschiff in geringer Höhe eine Schleife über dem Stadion zog, jubelte ihm die große Menschenmasse unter Tücherschwenken begeistert zu und ostentativ wurde das Deutschlandlied angestimmt. 3n lang- sanier Fahrt verschwand dann das Luftschiff in der Richtung nach Mannheim. Frische Seelische lebende Aale neue Matjesheringe empfiehlt bill. «iwD nochHIolqer Mäusburg 15,Tt 1.3612 Dahn vor dem Eingehen zu bewahren. Besonders beschäftigte er sich mit dem Kraftwagenverkehr, durch den der Etat der Eisenbahn erheblich belastet werde und der eigentlich nur noch im Interesse der Einwohnerschaft der berührten Ortschaften aufrecht erhalten werde. Die Rückzahlung der Obligationen könne nicht am 31. Dezember 1934 erfolgen, sondern müsse auf den 30. Juni 1935 verschoben werden. Bürgermeister Dr- Scheller, Butzbach, regte eine Preisermäßigung für den Personenverkehr an. Bürgermeister Heß, Münster, wünschte für seine Gemeinde einen besseren Sonntagsanschluß. Zum Schluß versprach Dr. Stephan, alles zu tun, um die Eisenbahn weiterhin zu stützen. Siadiraissihung in Friedberg. WSR. Friedberg, 26. Juni. Das Stadtratskollegium hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Einkommen der städtischen Beamten, falls es 3000 Mark jährlich übersteigt, um die Hälfte zu kürzen. Die Kürzung wird in der Weise vorgenommen, daß Gehalt und Wohnungsgeld halbiert und diesem Betrag 1200 Dlark zugesetzt werden. In bestimmten Fällen kommt hierzu noch ein Härteausgleichsbetrag. Die zur Zeit zahlbaren Pensionen werden unter Zugrundelegung der neuen Gehaltssätze entsprechend neu festgestellt. Kinderzuschläge erfahren keine Veränderung. Man erwartet aus diesen Maßnahmen eine Entlastung des Etats um 35800 Mark. Reben diesen Dorschlägen beantragte die nationalsozialistische Stadtratsfraktion die Errichtung einerRandsied- [ung zur Behebung der Wohnungsnot. Ilm zu den Kosten mit beizutragen, schlugen die Antragsteller vor, daß die Volksgenossen, die moch in verhältnismäßig guten Verhältnissen leben, Bausteine als einmalige Spende zeichnen. Es wird erwartet, daß bei einem Einkommen dis zu 200 Mark monatlich ein Baustein von 10 Mk., 200 bis 300 Mk. von 20 Mk., 300 bis 400 Mk. von 30 Mk., 400 bis 500 Mk. von 50 Mk. und bei höherem Einkommen entsprechend höher gezeichnet werden. Der Erwerb von Bausteinen in Ratenzahlungen ist zulässig. Die Einweihung des Schwimmbades in Nidda. Q] Nidda, 26. Juni. Das im September 1932 im Bau begonnene städtische Schwimmbad ist nunmehr nach den Entwürfen des Architekten Großmann (Gießen) nahe der Turnhalle auf der Gänsweid vollendet worden. Es umfaßt ein Schwimmbassin von 50 m Länge, einen modernen Sprungturm, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken. Neben 50 neuzeitlich eingerichteten Einzelkabinen und einer großen Auskleidehalle für Kinder Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Aus- ...... ' ' 4194D Amtsverkündigungen aus den oberhessischen Kreisen. Kreis Gieften. Es liegt Veranlassung vor, auf die Bekanntmachung zum Schutze von Tier- und Pflanzenarten in Hessen vom 11. Mai 1932, wonach der Schrotschuß auf den Rehbock während der Schonzeit des weiblichen Rehwildes verboten ist, besonders hinzuweisen. Die Jäger, die gegen diese Anordnung verstoßen, machen sich strafbar und müssen mit der Entziehung des Jagd- weffenpasses rechnen. Ebenso machen sich strafbar Wildhändler, Gasthausbesitzer und Fellhändler, die Wildbret oder Decken von Rehböcken, die während der Schonzeit des weiblichen Rehwildes geschossen sind und Spuren von Schrotschüssen aufweisen, kaufen oder weiterveräußern. Das Kreisamt hat das Forst- und Feldschutzpexfonal angewiesen, gegen Verfehlungen vorgenannter Art unnachsichtlich vorzugehen. Sparertim ualionale Revolution Unkostenbeitrag 20 Pfennig. Alle nationalen Männer und Frauen sind freundl. eingeladen. Sparerbund / Ortsgruppe Giefeen. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Bekanntmachung. Zu pachten evtl, zu kaufen ist ab 1 August 1933, oder später der 4201 qm große Dasaltbruch des Kreises Gießen in der Gemarkung Holzheim. Angebotsunterlagen können beim Kreisamt Gießen angefordert werden. 4196D Angebote bis zum 29. Juli 1933 erbeten. Kreisamt Gießen. I.V.: Grein. Hauptversammlung der Buhbach - Licher-Eisenbahn-AG. * Butzbach, 27. Juni. Unter dem Vorsitz von Dr Stephan-Berlin fand hier im „Hessischen Hof" die ordentliche Hauptversammlung der Butz- bach-Licher Eisenbahn AG. statt. Der Hauptversammlung ging eine Aufsichtsrat s s i tz u n g voraus. Verschiedene Vertreter der Behörden, sowie eine Anzahl Bürgermeister der interessierten Gemeinden nahmen an der Versammlung teil. 13 Aktionäre mit einem stimmberechtigten Kapital von 1564 000 Mark waren erschienen. Der Leiter der Versammlung erstattete nach der Begrüßung den Geschäftsbericht. Einstimmig wurde die Derma- gens- und Verlustrechnung für 1932 genehmigt. Der Personenverkehr sei, fo führte der Vorsitzende u. a. aus, zwar zuruckgegangen, durch eine Verminderung der Ausgaben sei es aber gelungen, einen Baroerlust zu umgehen. Der Kraft- wagenverkehr verzeichne den gleichen Verlust des Vorjahres. Der Zeitpunkt, Jo führte er weiter aus, rücke näher, da die Unterhaltung der Bahnstrecke und der Anlagen kaum mehr möglich fei. Die Lage der Bahn fei nach wie vor ernst. Nur mit Rucksid)t auf die Bevölkerung der durch die Bahn berührten Gegend werde der Betrieb aufrechterhalten, -bie Versammlung erteilte dem Vorstand, wie auch dem Auisichtsrat Entlastung. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Für den Beigeordneten Kling- Bad- Nauheim wurde der Beigeordnete Götz gewählt, Bürgermeister Geil von Lich wurde bis 1937 wiedergewählt. Der Aufsichtsrat wurde bestätigt. Die Bilanz lag gedruckt vor. In Einnahme aus dem Eisenbahnverkehr standen 228 620,42 Mark zu Buch, an Ausgaben 217 946,64 Mark. Es verblieb demnach ein Ueberjchuh von 10 673,78 Mark. Der Kraftwagenverkehr erforderte Ausgaben in Hohe von 22 714,39 Mark, denen nur Einnahmen in Höhe von 15 040,75 Mark gegenüberstehen. Der Verlust beträgt also hier allein 7673,64 Mark. Der Gesamtüberschuß beläuft sich demnach auf 3000,1 4 Mark. Auf der Eisenbahnanlage ruht eine Belastung von 4 853 434,10 Mark gegenüber einer Belastung von 4 854 270,35 Mark im Vorjahre. Im Schatz für Erneuerungen ist ein Fehlbetrag von 28 108,05 Mark. Die Dermögensrechnung wurde mit einem Gesamtbetrag von 5 150 095,24 Mark und einem Verlust von 98 318 Mark festgestellt. Gewinn- und Verlustrechnung verzeichnen in Einnahmen und Ausgaben den Betrag von 101310,14 Mark und einen Verlust in der gleichen Höhe, wie er in der Vermögensrechnung festgehalten ist. In eingehender Weise referierte Direktor Dr. Stephan in einer im Anschluß an die Hauptversammlung abgehaltenen Obligafionärversamm- lung über die Verhältnisse der Dahn im einzelnen und betonte, daß alles getan werden müsse, um die befinden sich ein Wirtschafts- und Kassenraum im Uukreis der Wasserflächen. Den Zuschauern ist durch die Anlegung einer geräumigen Terrasse Rechnung getragen, auch sind noch ausgedehnte Wiesenslachen als Liegeplätze angelegt. Am Sonntag wurde nun die Anlage trotz Oes Regenwetters in Anwesenheit von etwa 1000 Per- onen feierlich eröffnet. Bürgermeister Rullmann rankte dem Architekten für sein Werk und gab feiner Freude Ausdruck, daß trotz aller anfänglichen Hindernisse das Schwimmbad heute nun seiner Be- timmung übergeben werden könne Die Einweihungsfeier wurde im sportlichen Teil von 48 Schwimmern aus dem Gau Hessen der DT. und einigen Herren aus Frankfurt bestrit- ten. Die Zuschauer kamen zweifellos auf ihre Kosten, denn man sah nicht nur die guten sportlichen Lei- tungen, sondern lernte auch den Wert des Rettungsschwimmens kennen Humoristische Darbietungen trugen wesentlich zur Unterhaltung bei. Nach Beendigung der Einweihungsfeier wurde das Schwimmbad ausgiebig in Anspruch genommen Die Eintrittspreise halten sich in zeitgemäßen Grenzen. Lanvkrcis Gietzen. ck Heuchelheim, 27. Juni Rachdem die Kreisstrahe von der sogenannten „11 m k e h r" Rodheimer Straße-Abzweigung nach Heuchelheim im Zuge der Gießener Siraße bis zum Ortsew- gang mit Kleinpflaster und erhöhtem Dürger steig versehen wurde, wird jetzt auch der Teil dieser Straße, der durch den Ort führt, mit Kleinpflaster und erhitztem Dürgersteig versehen. Hierbei ergeben sich auf dem sogenannten Kreuz bedeutende Umänderungen, die dem Vild der Straße an dieser Stelle ein ganz anderes Aussehen geben werden- Um die für den Autoverkehr so gefährliche 8°Kurve, die sich an dieser Stelle befindet, auszugleichen, müssen die ans der „Insel" gelegenen, der Gemeinde gehörigen Gebäude abgerissen, der Dieberbach und die Straßenbrücke verlegt werden. Mit den Arbeiten wird in dieser Woche noch begonnen werden. )( Großen-Linden, 27. Juni. Nach dem Ergebnis der Volkszählung hat unsere Stadt, ohne 75 Personen des Arbeitslagers, 2564 Einwohner. Diese Zahl bedeutet gegenüber der Zählung von 1925 ein Mehr von 145 Personen. is. Steinbach, 27. Juni. DieDautätig - feit in unserem Dorfe war bisher recht rege, drei Wohnhäuser und zwei Scheunen wurden neu errichtet und eine Anzahl Gebäude repariert. Viele Wohnhäuser erhielten neuen Verputz, so daß fast alle hiesigen Geschäftsleute, wenn auch nur vorübergehend, Arbeiter einstellen konnten. Aus dem Jahresbericht geht hervor daß die wirtschaftliche Not auch die Gutenberg-Gesellschaft nicht unberührt gelassen hat Die Mitgliederzahl betragt gegenwärtig 1009 Feierliche Ueberreichung der Gautschbriese. Den stimmungsvollen Abschluß der Outenbera. feier bildete die feierliche Ueberreichung der Gautsch- briefe, die abends in der Stadthalle durch Staatskommissar Dr. Barth erfolgte. 20 ehemaligeSeparatiften inSchuhhast genommen. Mainz, 27. Juni. (TU.) Vor einigen Tagen hatte ein hiesiger Einwohner Privatklage angestrengt, um sich gegen den Vorwurf als Separatist und Volksverräter tätig gewesen ju fern, zu schützen. Die Verhandlung verlief jedoch nicht fo, wie er erwartet hatte und in Vorahnung für ihn unangenehmen Lage verschwand er noch vor Verkündung d e s 11 r t e i l s aus dem Gerichtssaal und flüchtete in das Saargebiet Da in der Verhandlung bekannt wurde, daß der Kläger während der Separatistenzeit Waffen a n dieLandesverrätergeliefert hatte, ent stand in der Mainzer Bevölkerung eine grotze Erregung und weckte die Erinnerung an die Zeiten der Separatisten. In der Rächt zum Drens tag kam es nun zu einer großen Kundgebung gegen die als Separatisten bekannte n P e r s o n e n. Eine große Menschenmenge demonstrierte vor den Wohnungen der Separatrsten, so daß sich die Polizei schließlich gezwungen sah, zur Sicherung der schwerbelasteten Einwohner eure Anzahl von ihnen in Schutzhaft zu nehmen. Etwa 20 ehemalige Separatisten wurden von der Polizei aus ihren Wohnungen geholt und m Schutzhaft genommen. Grohe Hochwasserschäden in Hessen-Nassau. WSR. Frankfurt a. M., 26. Juni. Durch das anhaltende Regenwetter der letzten Woche | Empfehlungen Pianos neu und gebraucht preiswert. Stimmungen Reparaturen Pianohaus Förster Bahnhofstraße 71 Gegr. 1876. 03»'3 ein. Der Reichsstattholter bezeichnete als die Aufgabe der Stadt Mainz, dem großen Deutschen die Geltung zu verschaffen, die er verdient. Zum Schluß sprach er dem Direktor des Gutenberg-Museums, Dr. R u p p e l, seine Anerkennung aus dafür, daß er es unternommen habe, alles, was mit der Arbeit Gutenbergs zusammenhänge, in dessen Vaterstadt zu sammeln. Dieses Werk wollen wir fördern, wo nur irgend es möglich ist. Das ist die Aufgabe von Mainz, von ganz Hessen und dem Reich. W aber wollen auffchauen zu dem Genie Gutenbergs und wollen uns zur Aufgabe machen, mit dem Führer Adolf Hitler auf allen Gebieten allen Begabungen zu ermöglichen, ihre Mission zu verfolgen. Damit eröffne ich die neue Abteilung des Gutenberg-Museums. Anschließend gab Direktor Dr. R u p p e l einen kurzen Ueberblicf über die Geschichte des Hauses und eine Uebersicht über die Einteilung des Museums. Endlich sprach Dr. Ruppe l den Stiftern und Mitarbeitern feinen Dank aus und besonders der Stadt Mainz und ihrer Verwattung, die, indem sie ihren größten Sohn, Johannes Gutenberg, in würdiger Weife ehre, zugleich auch dem deutschen Warnen in der Welt neuen Ruhm und neue Ehre schaffe. An die Feier schloß sich ein Rundgang durch Der Festakt vor dem Gutenberg-Denkmal. wo wir auf Leistungen stoßen, diese Leistungen vor allem Volke zu ehren. Wir sehen in Gutenberg auch den echten Deutschen, der sich ganz und uneigennützig allein seiner Aufgabe zuwendet, und Der im Glauben an sein Werk seine Mission vollendet. Und wenn jeder Deutsche so ist, wie Gutenberg gewesen ist, wird die Summe deutscher Treue der uner-- chütterllche Grundstein des Deutschtums allezeit sein und bleiben. Im weiteren Verlauf seiner Rede ging der Reichsstatthalter auf die Bedeutung der Presse Freitag, den 30. Juni 1933, abends 81/? Uhr, spricht im »Hindenburg«, Seltersweg. in öfatliMenmlnnij Kesselstein entfernt mühelos Brindi-Täure D. R. P. greiftMetall nicht an erhältlich Victoria - Drogerie Marktür. 5 «am Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Auf Veranlassung des Realgymnasiums Gießen und des Englischen Seminars der Universität wird Herr Pratap Kamdar aus Bombay am Freitag, dem 30. Tunt 1933, abends 8 Uhr. im Gesang- saal des Realgymnasiums, Ludwigstraße 11. in deutscher Sprache einen 4192D ööentl Licbibilder-Vortraü halten über Land und Leute in Indien und Indiens Freiheitskampf gegen d« englische Herrschaft Eintritt ö0 Pf.. Studenten u. Schüler .0 Pf. !II!I!II!!!!I!!I!IIIW!!I!III!II!I!!!I!IIII!!!!IIII!IIIIII!!II»IIIII!II Bekanntmachung. Der vom Rate durchberatene Voranschlag der Gemeinde Dors-Gill für das Rechnungsjahr 1933 liegt vom 29. Juni ab eine Woche lang auf dem Amtszimme. der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Einwendungen können nur während dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll der Bürgermeisterei erhoben werden.