Nr Svühausgabe 185. Jahrgang Dienstag, 28.März M3 Erscheint tägltd), außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gtenener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle monatsBejugsprels: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §trnfvrechanfchlufse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. postscheettonto: firantlurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vritck und Verlag: vrühl'sche Univeifitälr-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schul'traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum 'Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undlürdenAn» zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. Deutschland für den englischen Abrüstungsplan. Eine entschiedene Rede des deutschen Vertreters in Genf.-Deutschland sieht den englischen Entwurf als eine gute und zweckmäßige Grundlage an. Genf, 27.März. (WTB.) Der Hauptaus- schütz der Abrüstungkonferenz fetzte heute die allgemeine Aussprache über das britische Abrüstungsprojekt fort. Dabei legte der deutsche Delegationsführee Botschafter Nadolny den deutschen Standpunkt in einer lehr eindrucksvollen Rede dar. Nadolny begrüßte in warmen Worten die Initiative, die der britische Ministerpräsident entfaltet hat. Die britische Demarche sei die Einleitung einer neuen Slonfc« renphase, und zwar der entscheidenden Phase der Konferenz. Nadolny erinnerte an das Wort Macdonalds, dah Deutschland berechtig t sei und F r e i h e i t g e g e b e n werden müsse, wenn nicht Europa der Zerstörung anheimfallen olle. Dies zeige, erklärte der deutsche Vertreter, wie intensiv Macdonald die Probleme der Abrüstung gerade unter dem Gesichtspunkt der verhängnisvollen Wirkung der durch die Friedensverträge her- bcigcführten Unterschiede und Gegensätze durchgedacht habe. In Ausführung dieses Gedankens führte der deutsche Vertreter dann wörtlich aus: 3n der Tal ist sich wohl die ganze wett darüber klar, daß der Grund für die heutige allgemeine Unsicherheit vor allem in der durch die Härten und Ungerechtigkeiten der "'riedensverträge geschaffenen tage zu suchen ist und daß bei dieser tage der Dauerzustand eines hohen Rüftungsstan- des aus der einen Seite und völliger Abrüstung aus der anderen Seite stark ins Gewicht fällt Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch bei anderen verantwortlichen Staatsmännern die Ansicht, daß ohne Gerechtigkeit und Freiheit für Deutschland und die anderen gleich ihm behandelten Staaten ein Wiederaufbau und eine Konsolidierung Europas unmöglich ist, immer mehr zu einem Grundsatz ihrer Außenpolitik werden würde. Botschafter Nadolny ging sodann in sehr wirkungsvollen Ausführungen auf die Bemerkung Ma- donalds ein, Deutschland würde :n eine falsche Position kommen, wenn es auf de Ab» rüstungskonsercnz lediglich empfangen wollte. Unter grundsätzlicher Zustimmung zu dem Gedanken, daß derjenige, der empfangen will, auch geben mutz, erklärte der deutsche Vertreter: 3d) stimme Herrn Macdonald vollkommen bei. Aber hat Deutschland denn nicht auf dem Gebiete der A b r ü st u n g bereits seinen Teil geleistet oder hat man vergessen, dah vor mehr als einem Jahrzehnt Deutschland seine Abrüstung vollzogen hat, die ausdrücklich als der erste Schritt zur allgemein en Abrüstung bestimmt war? Jetzt handelt es sich gerade darum, daß die anderen Staaten, die ihm diese teiffung diktiert und sie von ihm entgegengenommen haben, ihre ausdrücklich versprochene Gegenleistung ausführen. Gerade von dem Standpunkt. den der englische Ministerpräsident eingenommen hat, können und müssen wir daher verlangen, daß nunmehr endlich die versprochene Gegenleistung in Gestalt der Abrüstung der anderen Staaten erfolgt Botschafter Nadolny wies dann weiter nach, daß Deutschland nicht nur auf dem Gebiete der ; Abrüstung vorgelei st et hat, sondern dah es an dem internationalen Werk der Organisation ' des Friedens bisher nach besten Kräften mit» gearbeitet habe. Er wies in diesem Zusantmen- hang insbesondere auf den Rheinpakt und den Kelloggpakt hin und betonte, dah Deutschland sich auch bereit erklärt habe, ge- inäh der Fünfmächte-Erklärung vom 11. 12. den feierlichen Verzicht auf die Anwendung von Gewalt als Mittel nationaler Politik auszusprechen. Deutschland sei auch bereit, den im ersten Teil des englischen Konventionsentwurfes enthaltenen Vorschlag über einen Ausbau des Kel- I o g-g p a k t e s nnzunehmen. Sehr entschieden betonte der deutsche Vertreter !edoch, dah die Schritte, die Deutschland auf dem Gebiete der Organisation des Friedens getan habe, nicht so aufgefaht werden dürfen, als ob es dazu verpflichtet gewesen wäre, um rrst noch die Voraussetzung für die Abrüstung der anderen zu schaffen. Die Voraussetzung 'ür dies, erklärte Nadolny, war und ist längst durch die deutsche Abrüstung geieben. Deutschland habe,/ führte Botschafter Nadolny weiter aus, die Forderung nach Durchführung der allgemeinen Abrüstung die ganzen Jahre hindurch und auf der Abrüstungskonferenz vicht nur deshalb erhoben, weil in Gestalt der deutschen Abrüstung bereits eine Vorleistung vollzogen und weil uns die allgemeine Abrüstung im Versailler Vertrag und in Artikel III der Dölkerbundssahung zugesagt fet Deutschland fordere ebenso wie der englische Premierminister iie Abrüstung um des Friedens Wille n. Zur Bekräftigung dieses Grundsatzes zitierte rann der deutsche Vertreter unter großer Aufmerksamkeit der ganzen Versammlung die folgende Stelle aus der Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler im Reichstag: „Das deutsche Dolf will mit der Well in Frieden leben. Die Reichsregierung wird aber gerade deshalb mit allen Mitteln für die endgültige Beseitigung der Trennung der Bölter der Erde in zwei Kategorien eintreten. Die Ofsenhattung dieser Wunde führt den einen zum Mißtrauen, den anderen zum haß und damit zu einer allgemeinen Unsicherheit. Die nationale Regierung ist bereit, jedem Bolk d I e Hand zu aufrichtiger Ber- ffä n b i g u n g zu reichen, das gewillt Ist, die traurige Bergangenheit einmal grundsätzlich abzuschliehen. Die Rot der Wett kann nur vergehen, wenn durch stabile politische Berhältnifse die Grundlage geschaffen wird, und wenn die Böller untereinander wieder Bertraucn gewinnen. Botschafter Nadolny erklärte hierzu: Es gibt keine stärkere Dokumentierung unserer Absichten auf dieser Konferenz als diese Worte des Reichskanzlers. In der Tat kann die durch die einseitige Entwaffnung Deutschlands und der anderen abgerüsteten Staaten und durch die immer wieder erfolgte Verzögerung der Abrüstung der anderen Staaten geschaffene allgemeine Atmosphäre der Unsicherheit nur dadurch beseitigt werden, daß nunmehr endlich die Konferenz die A b r ü st u n g verallgemeinert und einen gerechten Aus - S le ich der Rüstungen vornimmt. Es ist eine nmöglichkeit, die Erfüllung der Forderung auf gleiche Sicherheit für alle Nationen von immer neuen vertraglichen Garantien abhängig zu machen. Ls muh endlich ein Ende haben mit der Auffassung, als ob andere Staaten ein größeres Recht auf nationale Sicherheit besäßen als Deutschland, und als ob dieses sich nicht nur mit der durch die einseitige Abrüstung geschossenen Unsicherheit abzufinden, sondern als abgerüsteter Staat inmitten einer schwer bewaffneten Umwelt noch immer weitere Sicherheitsgaran- tien zu geben hätte. Was von dieser Konferenz zu beschließen ist, das ist also eine allgemeine er h'e bliche R ü - st u n g s r e d u k t i o n und ein Rüstungsausgleich auf Grund des jetzigen Standes der vertraglichen Sicherheit. Wir sind dabei gern bereit, auch noch dem im englischen Entwurf vorgeschlagenen Ausbau des Kelloggpaktes zuzustimmen. Die Aufgabe dieser Konferenz ist die Durchführung der allgemeinenAbrüstung und derGIeich - berechtigung aller hier vertretenen Staaten. Von diesen beiden Grundforderungen haben wir uns daher auch bei der Prüfung des englischen Planes leiten lassen. Sehr eingehend beschäftigte sich nunmehr der deutsche Vertreter mit der Verwirklichung des Prinzips der Gleichberechtigung. Er betonte, daß Deutschland als gleichberechtigter Partner in das System der allgemeinen Abrüstung eingegliedert werden müsse, und daß das Rüstungsverhältnis zwischen Deutschland und den anderen Staaten gemäß seinem Recht auf nationale Sicherheit und unter Berücksichtigung seiner geographischen Lage und seiner besonderen Der-- hältnisse im gleichen Umfange wie bei den anderen Staaten geregelt werden müsse. Aus den Bestimmungen des englischen Entwurfes und aus den Ausführungen des englischen Premierministers ergebe sich, daß die Berechtigung dieser Forderung nicht bestritten werde. Zu der für die Verwirklichung der Gleichberechtigung vorgesehenen Übergangsperiode von fünf Jahren erklärte Botschafter Nadolny: wir sind gern bereit, eine Übergangsperiode anzunehmen. Die Rücksicht auf die : Erfordernisse der Sicherheit meines Landes und feiner nationalen Würde machen jedoch gewisse Aenderungen in den Bestimmungen des planes über diese Periode unumgänglich notwendig. Die praktisch« Gestaltung dieser Periode in dem englischen Entwurf scheint uns nicht dem zu entsprechen, was die Rücksicht auf die nationale Ehre und die Sicherheit unseres Landes erfordert. Soll nicht schon diese erste Abrüstungskonvention allen Diskriminationen qualitativer Art ein Ende machen? Für alle Staaten müssen dieselben Wafsenkategorien verboten und dieselben Rüstungsarten erlaubt sein. Die beste Art der Abrüstung und die beste Herbeiführung der Gleichberechtigung wäre sicherlich, die in den Friedensverträgen verbotenen Waffen in dieser Abrüstungskonvention allen Staaten zu verbieten und ihre alsbaldige Zerstörung durchzuführen. Wenn jedoch die Konferenz beschließt, die Grenze zwischen den verbotenen und erlaubten Waffen anders zu ziehen als dies in den Friedensverträgen geschehen ist, so müssen sich die praktischen Folgen für die abgerüsteten Staaten ohne weiteres aus dem Gleichberechtigungsprinzip ergeben. Weiter muß bei der Regelung des quantitativen Rüstungsstandes der bereits abgerüsteten Länder dem Grundsatz der Relativität, d. h. des richtigen Verhältnisses der Rüstungen des einen Landes zu den Rüstungen der umgebenden Länder ebenso Rechnung getragen werden, wie bei allen anderen Ländern. Auf welches Niveau sich diese Relativität gründet, hängt von Ihnen ab, meine Herren. Unser Verlangen geht dahin, daß Sie auch in dieser Hinsicht das Niveau der Friedensverträge zum Ausgangspunkt wählen. Aus jeden Fall wäre es weder mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung, noch mit dem der gleichen Sicherheit für alle vereinbar, wenn der Grundsatz der Relativität außer acht gelassen würde. Hinsichtlich der Heeresshsteme vertrat Botschafter Nadolny in Uebereinstimmung mit einer großen Anzahl anderer Delegationen den Standpunkt, daß keinem Staate ein Sy st em aufgelegt werden dürfe, das nicht den besonderen Verhältnissen und Bedürfnissen des Landes entspreche. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die von ihm entwickelten Grundsätze in der Konvention verwirklicht werden und erklärte abschließend dazu: Nachdem der Grundsatz der Gleichberechtigung und der der g l e i ch e n Sicherheit als Axion der zu treffenden Regelung feststeht, handelt es sich lediglich darum, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Wie trotzdem der Charakter eines Uebergangs zum Ausdruck gebracht werden kann, wird den Berhand- lungen über die Linzelfragen Vorbehalten werden tonnen. Jedenfalls kündige ich hiermit gern an, daß wir den englischen En t w u r s als .eine gute und zweckmäßige Grundlage zur abzuschliehenden Konvention betrachten und uns zu seiner Diskussion bereiterklären. Der deutsche Vertreter schloß mit den Worten: Ich hoffe, daß alle diejenigen, die für das Schicksal der Konferenz verantwortlich sind, nun endlich den Mut aufbringen, der notwendig ist, um das Abrüstungsproblem z u lösen und so den Weg des Friedens zu WEN. Darmstadt, 27. März. Auf Einladung des Staatspräsidenten Dr. Werner waren heute die Redakteure der h e s s i - schen Presse zu einem Empfang im Staatsministerium. Den zahlreich Erschienenen stellte sich dieneuehessischeRegier ung vor mit dem Staatspräsidenten Dr. Werner, Staatsminister Dr. Müller, Staatskommissar für das Polizei- Wesen Dr. B e st, dem Leiter der Amtlichen Pressestelle Falck, Legationsrat Dr. Heinemann und einigen Referenten der Ministerien. In seinen begrüßenden Einleitungsworten betonte Staatspräsident Or. Werner, die Regierung wolle der hessischen Presse die Richtlinien bekanntgeben, nach denen in Zukunft die gesamte pressepolitische und kulturpolitische Arbeit in der hessischen Presse geleitet werden solle. Die allgemeinen Verhältnisse, erklärte der Staatspräsident, haben sich vor kurzer Zeit grundstürzend gewandelt durch die völkische Revolution. Dadurch wird sich auch das Verhältnis der Presse zum Staatund zuder NSDAP, grundlegend zu ändern haben. Die Ausführungen des Leiters der Amtlichen Pressestelle Falck, würden bartun, was die hessische Regierung gerne herausgebracht sehen wolle, um ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten der hessischen Landesregierung mit der hessischen Presse zu erreichen, und zwar in der Richtung, daß die gegenwärtigen politischen Machtstellungen, die errungen wurden, auch von der hessischen Presse entsprechend zu wahren sind, dah sich die hessische Presse in jeder Weise bemühen mutz, den veränderten presse- uiü> politischen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Oer Leiter der Amtlichen Pressestelle, Zalck, bemerkte einleitend zu den nachstehenden Richtlinien, man habe nicht umsonst die Presse eine Großmacht genannt. Die N a t i o n a l s o z i a l i st e n mürben diese Großmacht, da sie in den führenden Stellen der Regierung säßen, für sich ein» setzen. Ob sie in der Vergangenheit gut oder schlecht eingesetzt wurde, darüber wollen wir, er» klärte Herr Falck, heute nicht mehr sprechen. Wir Nationalsozialisten haben 13 Jahre lang darum gerungen, auch hier bestimmten Einfluß zu gewinnen, weil wir der Ansicht sind, daß das Volk niemals allein geleitet werden darf durch Verordnungen, Verfügungen, sondern daß es geleitet werden muß durch seine großen Männer und durch die Wiedergabe von deren Reden in der Presse. Ich will es beschreiten, den Weg eines dauerhaften, gerechten Friedens unter freien Völkern. Oer britische Außenminister Sir John Simon. erklärte am Schluffe der Sitzung, nachdem sich auch die Vertreter anderer Mächte teils zustimmend, teils reserviert geäußert hatten, das britische Projekt sei ergänzungsfähig. Der britische Plan habe bezweckt, eine mittlere Linie zwischen den verschiedenen Ausfassungen zu finden. Wenn Nadolny erklärt habe, daß Deutschland auf dem Gebiet der Abrüstung alles getan habe, so fei dies w a h r , und man fordere von Deutschland keinen zusätzlichen Beitrag aus dem Gebiete der Abrüstung. Ein Beitrag Deutschlands sei jedoch nicht auf den Verzicht materieller Mittel beschränkt. Ein Beitrag, der für die guten internationalen Beziehungen schwer ins Gewicht falle, bestehe in der Erkenntnis und in dem Vertrauen auf den guten Willen der anderen. Der Beitrag, den Deutschland geben könnte, bestehe in der Erkenntnis, daß es seinerseits Befriedigung seiner Wünsche nur durch ein Kompromis und auf dem Wege von Etappen, finde. Oie Abrüstungskonferenz bis 25. April vertagt. Ter englische Plan als Grundlage für weitere Bcrßandinngcn. G e n f, 27. März. (TU.) Die AbrüstungS- k o n f e r e n z ist am Montagabend bis z u m 2 5. April vertagt worden. Der Hauptausschuß nahm mit 44 Stimmen ohne Gegenstimmen einen Antrag des Generalberichterstatters B e n e s ch an, in dem der englische Abrüstungsplan als die Grundlage der wetteren Berhandlungen unter dem Vorbehalt von Zusatz- und Abänderungsanlrägen erklärt wird. Die Konserenz wird Ende April unverzüglich die artikelweise Lesung des englischen Abkommensent- wurses aufnehmen. In der Schlutzfihung kam es zu einem Zwischen- I fall. Der Vertagungsantrag Beneschs enthielt I den versteckten Versuch, die Konferenz auf dem französischen Abrüstungsplan und sämtliche anderen für Deutschland völlig untragbaren bisherigen Konferenzbeschlüsse festzulegen. Deutschland, Italien, Sowjetrußland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien widersetzten sich energisch dieser unbegründeten Bindung, woraus sich Präsident Henderson gezwungen sah, die dahingehenden Sähe des Vertagungsantrages als überflüssig zu erklären. mir ersparen, zu untersuchen, ob die deutsche Presse in den letzten 13 Jahren diese Pflicht erfüllt hat, ich will es mir auch ersparen, an Hand der Archive der einzelnen Zeitung nachzuweifen, wie sie den Führer der nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitler behandelt hat, wie sie Aeußerungen der Roten mit offenkundiger Freude zum Abdruck brachte. Wir stehen nicht an, zu erklären, daß diese Dinge vergeben fein sollen, wir stehen allerdings auch nicht an zu erklären, daß sie damit nicht vergessen sein sollen. Wenn es immer noch Zeitungen geben sollte, die glauben, im Stile der vergangenen 13 Jahre weiter schreiben zu können, dann sei hiermit ein für alle Mal festgestellt, daß bas nicht mehr geduldet werden kann, und zwar von der Regier rung im Hinblick auf ihre Autorität und im Hinblick auf das Volk, das feit 13 Jahren so viel erlebt hat, daß es nunmehr berechtigt ist, die volle Wahrheit und Klarheit vorgesetzt zu erhalten. Die Richtung und die Richtlinien, nach denen sich die neue Pressepolitik bewegen soll, habe ich in zehn Punkten zusammengestellt. Diese Richtlinien sollten dazu führen, baß der „Zeitungsschreiber" wieder ein Ehrenname werde insofern, als Schriftleiter und alle, die irgendwie in der deutschen und der hessischen Presse Mitarbeiten, sich bemühen, in Zukunft dahin zu wirken, daß sie ihre Pflicht dem Staat und demVolke gegenüber erfüllen, denn vor dem Staat, der Regierung, dem Führer und den Prominenten kommt das deutsche Volk. Der Redner betonte bann, baß die Regierung nicht Kritik grunbsählich ablehne, sonbern eine aufbauenbe Kritik, bereu Einbruck burch bie Bekanntgabe von Ratschlägen zur Besserung besonbers wertvoll werbe, sei erwünscht. Anschließend wurden folgende Richtlinien betanntgegeben und von Herrn Falck kurz kommentiert: 1. Das Maß aller Dinge — auch für die Presse — ist auf immer und ewig: der deutsche Mensch — das deutsche Volk.' 2. Grundlage für Form und Inhalt aller Zeitungen ist die geschichtliche Tatsache der völkischen Revolution und der Sieg der nationalsozialistischen Idee. Ein Bekämpfen dieser die Zukunft unseres Volkes bestimmenden Idee wird als Volksverrat angesehen werden. 3. Pressefreiheit heißt: Freiheit aller guten, aufbauenben, aber rücksichtslose Vernichtung aller im völkischen Sinne zerstörenden Kräfte. 4. Es ist in Zukunft unmöglich, daß die Presse Die Ausgabe der presse im nationalen Staat. Richtlinien der hessischen Staatsregierung für die Arbeit der presse. — tote in der Vergangenheit — Minister oder | Regierungen „macht'. Der Vorrang der Regierung wird in Zukunft unbedingt gewahrt werden. 5. 3n der Berichterstattung wird Wahrheit verlangt. Die Schnelligkeit hat an zweiter Stelle zu stehen. Wahrheit und Klarheit sind zehnmal wichtiger als das berüchtigte Tempo oder die „jüdische Hast"! 6. Die Presse soll nicht nur Spiegelbild, sondern auch Bildnerin der öfsentlichen Meinung sein! Damit fallen ihr verantwortungsvolle, wichtige Crziehungsaufgaben zu. 7. Ehrensache der deutschen, hessischen Presse ist es, im Nachrichten-, Llnterhaltungs- und Anzeigenteil fremdrassige, internationale, jüdische Einflüsse auszuschalten. 8. Kritik ist erwünscht — aber nur sachliche, atis Liebe zu Volk und Land geborene Kritik. Sie darf nicht zerstörend, sondern soll aufbauend, fördernd, bessernd sein. Sie wirkt doppelt gut (und berechtigt!), wenn jeder kritischen Aeutzerung cm Vorschlag zum Bessermachen ongefügt ist. Miesmacherei wird auf keinen Fall geduldet! In allen politischen Veröffentlichungen muh die Parole: „Durchhalten, Zähne zusammengebissen — und vorwärts!" als Kern enthalten sein. 9. Die von der nationalsozialistischen Regierung der Presse gestellte erzieherische Aufgabe ist ungeheuer groß. Planmäßig muh der Geschmack unseres Volkes auf eine höhere Stufe gehoben werden. Durch geschickte Gegenüberstellung von Kitsch und echter Kunst muh es gelingen, das von den Marxisten und Juden planmäßig verflachte Denken und Fühlen unseres Volkes wieder zu verfeinern und zu veredeln. Grundsatz sei: Das Beste, Edelste und Schönste ist für unser Volk, besonders für unsere deutsche Jugend, gerade gut genug! Die großen Männer unserer Geschichte, die Bilder einer stolzen Vergangenheit, sind zur Rachahmung unserem Volke wieder vor Augen zu führen. Das heroische Ideal ist in den Vordergrund zu stellen. Berichte aus der Tagesarbeit der einzelnen Volksgenossen werden die letzten, etwa noch bestehenden Gegensätze überwinden helfen. 10. Dieser Aufgabe kann die Presse in vollem Matze nur gerecht werden, wenn alle ihre Vertreter sich nun eingehend — soweit es noch nicht geschehen ist — mit der nationalsozialistischen Weltanschauung beschäftigen. Ein Schriftsteller z. B., auf dessen Schreibtisch oder in dessen Bibliothek heute noch nicht Hitlers „Mein Kampf" steht, hat eine Ehrenpflicht seinem Beruf und seinem Volk gegenüber versäumt! Richt umsonst hat ein Mann wie Adolf Bartels gesagt, er halte dieses Buch für die bedeutendste politische Veröffentlichung nach Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen". In einer Erläuterung zu den Richtlinien wurde der Presse u. a. nahegelegt, die jetzige Sport- berichterstattung bedeutend zu verkürzen und Sensationsmeldungen zu vermeiden. Staatspräsident Or. Werner dankte der hessischen Presse und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und seinen Führer, in das die Anwesenden lebhaft einstimmten. Anschließend unterhielt man sich noch über einige presse- und nachrichtentechnische Fragen. Der neue Leiter der Amtlichen Pressestelle, Hans F a l ck, ist in Offenbach geboren und entstammt einer alten hessischen Beamtenfamilie. Aach dem Besuch der Realschule studierte er an der Technischen Hochschule Darmstadt Maschinenbau und war führend in der studentischen Bewegung tätig. In der ASDAP. kämpfte er aktiv als Redner und leitete bis zu seiner Berufung in die Amtliche Pressestelle die Gaupressestelle der hessischen ASDAP. Tie Zivildienstberechfiglen Hessens für den natioalen Kurs. Darmstadt, 27. März. (WSA.) Die im Landesverband Hessen des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten zusammengeschlossenen ehemaligen Wehrmacht- König Heinrich I. Ein Gedenkblatt von H. von Waldeyer-Hartz. In diesem Jahre jährt es sich zum tausendsten Male, daß Heinrich, der erste deutsche König aus sächsischem Geschlecht, die Ungarn bei Riade an der Unstruth schlug und damit seine Grenzen sehr stark entlastete. Mit Recht darf man Heinrich den eigentlichen Begründer des Deutschen Reiches nennen. Gemeinhin kennt man ihn als den „Vogelsteller" oder als den „Städtegründer". Beides trifft nicht den Kem seiner Persönlichkeit. Er war kein Müßiggänger, der spielerischer Tätigkeit wie dem Vogelfang nachging und darin seine Befriedigung erblickte, er war im Gegenteil ein Mann festen Willens und höchster Tatkraft. Völlig ungeschichtlich ist es, ihn als eine Städteerbauer zu preisen. Die Verhältnisse lagen vielmehr so, daß sich aus den festen Plätzen, die Heinrich zum Schutze der Grenzen anlegte, späterhin Städte entwickelt haben. Auf diesem Wege kann man Heinrichs Wirken nicht gerecht werden. Die Wahrheit trifft der, der ihn als einen Wegebereiter für seinen großen Sohn Otto preist; ganz ähnlich dem Verhältnis, das zwischen Friedrich dem Großen und seinem Vater bestanden hat. Heinrich wurde im Jahre 919 von den Franken die Königskrone angeboten. Obwohl die Franken ehemals die schärfsten Nebenbuhler der Sachsen waren, erkannte ihr sterbender König Konrad doch die Ueberlegenheit Heinrichs an. Es war fein freiwilliger Entschluß, die Königswürde vom fränkischen auf den sächsischen Stamm zu übertragen. Daß sich Konrad zu dieser Selbstlosigkeit in seiner Sterbestunde durchgerungen hat, war vielleicht die größte Tat seines Lebens. Heinrich beschritt in seiner Politik von vornherein Wege, die man in gewissem Sinne in Parallele zu dem Bismarck- schen Werk der Reichseinigung setzen darf. Er dachte nicht daran, zu Gunsten der Mehrung der eigenen Hausmacht die anderen deutschen Herzogtümer zu unterwerfen. Im Gegenteil, er setzte sich im wesentlichen friedlich mit ihnen auseinander und erreichte dadurch, daß aus dem Deutschen Reich eine Art Bundesstaat wurde, innerhalb dessen Grenzen das Schwert ruhte. Dieser Friede war dem Deutschen Reiche dringend notwendig. Immer wieder brandeten die Reiterfluten der Ungarn über Bayern, Thüringen und Sachsen hinweg. Gewaltig waren die Schäden und 23er- lüste, die Land und Bauern erdulden muhten. Als es Heinrich im Jahre 924 nach einer bei Wurzen erlittenen Niederlage geglückt war, einen hohen und Polizeiangehörigen (Militäranwärtcr) begrüßen in einer Entschließung die nationale Erhebung im gesamten deutschen Vaterland. „Wir alten Soldaten und Polizeibeamten", so heißt es in der Entschließung, „denen das nationale Wollen und Handeln in langen Friedens, und Kriegsjahren zur zweiten Aatur geworden ist, stellen uns vorbehaltlos hinter die nationale Regierung. Wir glauben, was jeder ehrliche Deutsche für Volk und Vaterland erhoffen mutz, an den nationalen und wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands." Hessische Gieuerverordnung für 1S33. Ausbau der Warenhaus- und Zilialsteuer. D a r m st a d t, 27. März. (WSN.) Die hessische Regierung erläßt soeben eine Steuerverord- nung für das Rechnungsjahr 1933, die neben formalrechtlichen, die Forterhebung der bisherigen Steuern regelnden Vorschriften vor allem zwei wichtige Neuerungen enthält, die in den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes mit besonderer Befriedigung ausgenommen werden dürften. Die Gemeinden werden durch diese Verord- nung verpflichtet, eine Filialsleuer nach dem zulässigen Höchstsatz einzuführen. Eine zweite Vorschrift bringt die Verdoppelung der bestehenden Warenhaussteuer und deren Ausdehnung auf die Einheitspreisgeschäfte. Fast ebenso bedeutsam wie diese Anordnungen ist die Tatsache, daß von zwei anderen Besteuerungsmöglichkeiten kein Gebrauch gemacht wurde. Es ist nämlich eine Erhöhung der Steuersätze der staatlichen Grund- und Gewerbe ft euer, obwohl sie nach der Lockerung der reichsgesetzlichen Realsteuersperre und angesichts der wenig befriedigenden Staatsfinanzen nicht ausgeschlossen war, unterblieben. Ebenso ist von der reichsgesetzlich eröffneten Möglichkeit, bisher gewerbesteuer- freie Kleinbetriebe zu einer pauschalen G e - werbe st euer heranzuziehen, kein Gebrauch gemacht worden. Diese Tatsachen, daß einerseits die Filialsteuer und die Wsrenhaussleuer ausgebaut, anderseits aber eine Erhöhung der allgemeinen Staate* steuern und insbesondere eine Reubelastung der Kleingewerbetreibenden vermieden wurde, beweisen den festen IDillen der Regierung, auch auf steuerlichent Gebiete zu gesunden Verhältnissen zu kommen. Die Frage, ob eine Ermäßigung der bisherigen Steuern möglich und wie sie gegebenenfalls am zweckmäßigsten zu gestalten sei, kann begreiflicherweise im gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantwortet werden. Erfreulicherweise machen sich Anzeichen einer Besserung der Steuereingänge bemerkbar. Es ist notwendig, daß alle, die guten Willens sind, am Neuaufbau unserer wirtschaftlichen und staatlichen Verhältnisse mitarbeiten, sich ihrer Verpflichtung gegen den Staat durchaus bewußt sind und ihren steuerlichen Beitrag pünktlich l e i ft e n. Je gewissenhafter dies beachtet wird, um so näher rückt die Möglichkeit von Steuersenkungen. Wenn sich übersehen läßt, daß die Ansätze des Staatsvoranschlags sicher erreicht werden, kann mit entsprechenden Steuerermäßigungen gerechnet werden. Ein Gtaatskommiffar für die hessische Landwirischast. WSA. Darmstadt, 27. März. Die Pressestelle der Hessischen Staatsregierung tellt mit: Das Hessische Gesamtministerium hat heute folgende Verordnung erlassen: Verordnung bete, den Staatskommissar für die Landwirtschaft in Hessen. Artikel I: Es wird ein Staatskommissar für die Landwirtschaft in Hessen eingesetzt. Artikel 2: Der Kommissar ist dem Minister der Finanzen unmittelbar unterstellt, Die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Artikel 3: Zum Kommissar für die Landwirtschaft wird mit sofortiger Wirkung der Würdenträger der Ungarn, man spricht von dem Oberwojwoden Z o l t a n , in Gefangenschaft abzuführen, da entschloß er sich zu einem Schritt, der politisch von höchster Bedeutung war, von vielen seiner Freunde jedoch nicht verstanden wurde: er verzichtete auf das Lösegeld, das ihm die Ungarn zur Befreiung ihres Fürsten anboten, er versprach seinerseits, auf die Dauer von neun Jahren Tribute zu entrichten, falls man fein Land — der Vertrag galt nur für Sachfen und Thüringen — für die gleiche Dauer von jeder Feindseligkeit verschonte. Gewiß, Heinrich hat durch diese Abmachung bewiesen, daß er streng partikularistisch dachte, daß ihm im Grunde das Sachsenland über das Reich ging. Aber es ist nicht zu übersehen, daß sein Entschluß der Gesamtheit zugute kam. Heinrich verstand es, während der neun Jahre Waffenstillstand die militärische Kraft der Sachsen und Thüringer derart zu heben, daß eine Grenzsicherung erzielt wurde, die auch für den Süden des Reiches von größtem Nutzen war. Seit dem Jahre 924 war Heinrich unablässig darum bemüht, das Volk der Sachsen und Thüringer militärisch durchzubilden und in einer Kampfes- weise zu üben, die Erfolg gegen die Reiterschwärme der Ungarn versprach. Mit größter Strenge griff er hierbei durch. Außerdem legte er eine starke Sperrfortkette an den Grenzen von Sachsen und Thüringen an; Burgen und Zufluchtstätten, die militärische Werte darstellen, gleichzeitig aber auch dem Besitzstände der Bauern Unterschlupf und Rückhalt boten. Um sein Heer zu prüfen, beglich Heinrich alte Rechnungen mit den Slawen. Die Grenze gegen sie blutete ständig. Uebergriffe von hüben und drüben waren an der Tagesordnung. Heinrich rückte über die Elbe vor und eroberte Brandenburg; darüber griff er mit seiner Herrenfaust bis in die Lausitz und nach Mecklenburg, in das Land der Obotriten. Ueder- all war er siegreich. Er bewies aber auch hier die Tugend weiser Mäßigung, indem er die unterworfenen Slawenfürsten nicht absetzte, sondern nur die Zahlung von Tributen, verlangte. Eine Ehristiani- fierung des Landes vermied er aus politischen Gründen. Auf diese Weise verschaffte er sich Ruhe und Sicherheit an der Elbe, vor allem aber Ellenbogenfreiheit gegen die Ungarn. Als deren Reiterschwäre im Frühjahr 933 nach Ablauf des Vertrages von neuem auftauchten, wurden lie mit Macht und Erfolg zurückgeschlagen und aus dem Lande vertrieben. Somit war es Heinrichs Politik geglückt, nicht nur einen mächtigen Feind zu besiegen, sondern auch eine Freundschaft zu sprengen, die insgeheim zwischen Slawen und Ungarn bestand. Um fein Werk zu krönen, ruckte Heinrich Reichstagsabgeordnete Dr. Richard Wagner, Landwirt, ernannt. Darmstadt, 27. März 1933. Hessisches Gesamtministerium. Dr. W e r n e r. Dr. Müller. » Die Ernennung des Staatskommissars für die Landwirtschaft ist infolge der Lleberorganisation und des Aebeneinanders der staatlichen und landwirtschaftlichen Behörden, der Landwirtschaftskammer, der Genossenschaften usw. notwendig geworden. Die Maßnahme wurde allein zum Wohle der hessischen Bauern und Steuerzahler getroffen. In Zukunft wird durch eine zweckmäßige Vereinheitlichung eine wirksamere und sparsamere Förderung der bäuerlichen Belange zur Durchführung gelangen. Ferner wird dem Staatskommissar neben der allgemeinen Förderung der Landwirtschaft das landwirtschaftliche S'edlungs- wesen und die Arbeitsbeschaffung, soweit sie sich auf die Durchführung der notwendigen landwirtschaftlichen Kulturmahnahmen bezieht, übertragen. Vordringlich ist in engster Zusammenarbeit mit den einschlägigen Reichsstellen die W i e d e r - Herstellung der Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Kürzung der Mmistergehäller in Hessen. Darmstadt, 27.März. (WSA.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Gesamtministerium hat als weitere Sparmaßnahme eine wesentliche Herabsetzung der Ministergehäl- t e r beschlossen. Die Ministergehälter, die bisher 24 030 Mk. für den Staatspräsidenten und je 22 000 Mk. für die beiden Minister betrugen, werden vom 1. April 19 3 3 so herabgesetzt, daß an den St ratspräfidenten und den Staatsminister monatlich 1000 Mark ausgezahlt werden. Die bisherige Aufwandsentschädigung, die für jeden Minister 2000 Mark betrug, bleibt für den Staatspräsidenten in Höhe von nur noch 1200 Mark bestehen; für den Staatsminister fällt sie ganz fort. Oie Regierung Braun endgültig zurückgetreten. Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) Der bisherige Ministerpräsident Dr. Braun und die bisherigen Staatsminister Dr. H i r t s i e f e r, Dr. Severing, Dr. Schreiber, Dr. Schmidt, Klepper, Dr. Steiger und Grimme haben dem Reichskommissar für das Land Preußen, Vizekanzler von Papen, mitgeteilt, daß sie sich auf Grund des Beschlusses des Preußischen Landtags vom 22. März d. I. von der Verpflichtung aus der Vorschrift des Artikels 59 Absatz 2 der preußischen VErfassung entbunden fühlten uund ihre Aemter endgültig niederlegten. Der Reichskommissar für das Land Preußen Vizekanzler von Papen hat die Kenntnisnahme dieses Entschlusses bestätigt. Ein Erlaß des preußischen Ministers des Innern. Berlin, 27. März. (WTB./ Der preußische Minister des Innern (Kommissar des Reiches) hat an alle preußischen Polizeibeamten folgenden Erlaß gerichtet: Die Minister der sogenannten preußischen Hoheitsregierung haben 1,4 Millionen RM., die für Euch z ur Verbesserung Eurer 934 gegen die Dänen zu Felde. Ihr Herrscher bat um Frieden, die Dänen wurden zur Tributzahlung verpflichtet, das Land zwischen Eider und Schlei fiel an Deutschland zurück. Wenn bei Heinrichs Tod die Verhältnisse auch nicht so lagen, daß fein Erbe gegen neue UeberfäUe der Ungarn unbedingt gesichert war, so war doch eines gewonnen: dem Deutschen Reich war es zum Bewußtsein gekommen, daß die Grenzfehden nicht Sache der Grenzbewohner, sondern Sache des ganzen deutschen Volkes waren. Schließlich verdient heroorgehoben zu werden, daß Heinrich alle seine Erfolge ohne die Kirche, ja, im gewissen Gegensatz zu ihr errungen hat. Er war ein kerndeutscher Fürst. Der Gedanke an eine Unterwerfung unter Rom lag ihm fern. Tonfilm: „Glück über Nacht". Das neue Programm im Lichts pielhaus gibt der ersten Hälfte dieser Woche ein heiteres Ansehen. „Glück über Nacht" heißt ein Tonfilm- Lustspiel der Deutschen Universal in Berlin. Die Geschichte eines schrecklich mißglückten Raketenstarts nach dem Mars mit happy end und allerlei luftigen Einfällen des Regisseurs Max Neu seid: die Komik der Situation, szenisch überraschend geschickt photographiert, ist gelegenllich von unwiderstehlicher Wirkung und läßt die Leute nicht aus dem Lachen herauskommen. Zum Heiterkeitserfolg trägt — abgesehen von den operettenmäßigen Verwicklungen und Pointen des Drehbuchs — vor allem eine glücklich adgeftimmte Besetzung bei: in der weiblichen Hauptrolle sieht man die pikante Magda Schneider; neben ihr, sehr drollig und vielfach bewährt in ähnlichen Ausgaben, Hermann Thi - m i g , und vor allem Szöke S z a t a 11, dessen ebenfalls hinlänglich bekanntes explosives Temperament hier ausgiebig Gelegenheit zu stürmischer Entlobung findet. Vom Ensemble: Änny Markart, eine neue Erscheinung, neben so routinierten Leuten wie Paul Otto, Falken st ein und Junker- mann. Paul Abraham schrieb eine gefällige leichte Musik mit fangbaren Schlagern. — Im Beiprogramm sieht man u. a. in der Wochenschau eine Bildreportage vorn ausgebrannten Reichstagsgebäude in Berlin. Ferner einen interessanten Afrika-Film „Deutscher Pflanzer in Angola", zu dem Hans Schomburgk den begleitenden Text spricht. Schließlich den Vorspann für den neuen Ufa-Film „Ich und die Kaiserin" mit Conrad V e i d t und Lilian Harvey; er wird am Donnerstag bei uns erscheinen. Unterbringung und Ausrüstung bestimmt waren, für rein parteipolitische Zwecke der Regierung Braun-Severing verwendet. Die Mehrzahl der Schuldigen hat sich der Verantwortung vor den preußischen Gerichten durch die Flucht entzogen. Ich werde nicht rasten, bis diese gewissenlose Handlungsweise ihre verdiente Sühne gefunden hat. Für die Wiedergutmachung des Euch zugefügten Schadens werde ich durch die Beschlagnahme aller Einkünfte und sonst greifbarer Vermög e n s st ü ck e der ehemaligen Regierungsmitglieder Sorge tragen. Oer Stahlhelm in Braunschweig aufgelöst. Stah Helmführer verhaftet. — Ltahihclm- tiilfspolizei a fgelöst Braunschweig, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Der braunschweigische Innenminister läßt folgende Verfügung veröfsentlichcn: Rach mir vorliegenden Meldungen hat der Stahlhelm im - ganzen Lande Braunschweig planmäßig Mitglieder marxistischer Organisationen ausgenommen. Selbst ganze Ortsgruppen des Reichsbanners und der SPD. find auf Grund von Verhandlungen und Verabredungen geschloffen übergetreten. Der Weiterbestand dieser nunmehr vorwiegend marxistischen Organisation wurde eine schwere Gefahr für den Erfolg der nationalen Erhebung bedeuten. I ch löse daher den Stahlchelm, Bund der Frontsolda- f en, und alle f e ine Rebenorganisatio- nenimFreistaat Braunschweig mitso- fortiger Wirkung auf. Gez.: ft l a g g e s. Der Führer des Landesverbandes Braunfchweig des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Studienrat Schrader (Wolfenbüttel) ist, wie die Braunschweigische Landeszeitung aus Wolfenbüttel meldet, in den ersten Morgenstunden des Dienstag fest- genommen worden. Die S tahlhelmhllss- polizei ist durch Staatspolizei, SA. und SS. entwaffnet worden». Mehrere Stahlhelmführec wurden wegen Verdachts der Vorbereitung revolutionärer Umtriebe festgenommen. Es wurde belastendes Material beschlagnahmt. Bisher wurden rund 200 Stahlhelmer und 1150 Marxisten verhaftet. Aus aller Welt. Schwere Gasexplosion in England. — 7 Tote, 15 Verletzte. ’enÄ' V- 5 Sl eMA §ahr. E'jchM gerechnet /schlechte id) natur? C Anstalt all! * fauiW um Herembnn Li einen gM Alen lassen. 5 ver tlnfaU °> ilchenveise MÖ, weil der ■ Pferde, an die Wirtschafte Geldmangel m< ad ist auch'N säumige Zahlu für die Anstalt ringer Höhe m Md aus den § rrhrbung nicht vielfach ®ar es sei lütig, die nicht in Mac ficheiung die P den Leistungen hole Jerbundc Verhältnisse nü für den einzel tung ein, dog lutomatisch sics -r Prcmicnh. ' sie im dir gen müsse, so li.edrigue Pm zur nanirlichen . Die TNstgiied 3452, om-Zl-De Mgliederzahl Durch die Explosion einer Gasrohrleitung wurden in einer Straße in Gateshrad am Lyne (Durham) sieben Personen getötet und fünfzehn verletzt. Das Llnglück ereignete sich bei Erdarbeiten, denen eine große Menge ton Zuschauern zusah, als plötzlich mit lautem Knall die Gasrohrleitung explodierte und eine Flamme hoch aufschlug. Die Zuschauer wurden nach allen Richtungen geschleudert. Zwei Wohnungen und eine Laube wurden vollständig zerstört. Ambulanzen und Rettungsmannschaften wurden sofort an die Llnglücksstelle gesandt. Vier Leichen konnten sofort geborgen werden- Drei weitere Personen wurden in sterbendem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Fischdampfer „Adolf Hitler". Ein für Bremerhaven bestimmter und mit den modernsten Einrichtungen versehener Fischdampfer, der in Einswarden in Oldenburg vom Stapel lief, erhält den Aamen „Adolf Hitler". Den Taufakt wird Gauleiter T e l s ch o w in Vertretung des Reichskanzlers vornehmen. Im Lauf? des Plonats April dürfte der Dampfer seine erste Fangreise antreten. Die Reederei Gebrüder Cuhr in Wesermünde hat ihre drei neuangekauften Fischdampfer in „Hauptmann Goering", „Dr. Frick" und „Otto Telschow" umgetauft. Kinder spielen mit Diamanten. Die Herzogin von Rutland hat nach drei Jahren ein kostbares Diamant-Halsband, das sie bereits endgültig verloren wähnte, unter seltsamen Umständen wKdrre.halten. In der Zwischenzeit haben die Kinder eines Stallknechtes mit diesen bunten funkelnden Steinen gespielt, sie auf der Erde her- umgeworsen und im Sande herumgeschleppt. Am ‘ 7. Februar 1930 nahm die Herzogin, die damals : auf ihrem Schloß Belvoir Castle weilte, in dem benachbarten englischen Orte Oakham an einem Ball teil, und als sie nach Hause zurückkehrte, fehlte ihr das Halsband, das sie getragen hatte, ein kostbares Schm ckstück mit 18 großen Steinen, das einen Wert von etwa 40 000 Mr. dar stellt. Tage vergingen und Wochen, und trotz einer ausgeschriebenen Belohnung und eifriger Nachforschungen der Polizei fand man nicht die ge- I ringste Spur von den Juwelen- Die Versicherung zahlte der Herzogin 20 000 Mk. aus, was der Police entsv-ach. Aus den Wochen wurden Monate, und die Dame hatte den Verlust schon fast vergessen. Da kam kürzlich ein junges Mädchen in einer Stadt in Staffordshire in einen Juwelen- laden und legte eine Hand voll kostbarer Steine auf den Tisch. Sie wollte wissen, wieviel „das Zeug" wert sei. Mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete der Juwelier die wundervollen Steine, denn so etwas verirrt sich selten in eine kleine Stadt, und die Sache ist noch erstaunlicher, toenn ein einfaches Mädchen sie so mir nichts dir nichts auf den Tisch wirst. Er forschte sie aus und ; erfuhr, daß sie kürzlich in dieser Gegend eine i Stellung als Hausangestellte angetreten und den ' Schmuck von Hause mitgebracht habe. Sie hatte r die Steine bei einem Tanz um den Hals und einem ihrer Verehrer fiel die Leuchtkraft auf, : so daß er ihr riet, sie solle doch einmal nach dem Wert „dieser Dinger" fragen. Heber die Herkunft der Steine ergab sich, '-bafo der Vater des Mädchens, ein Stallknecht, die Juwelen zu Oakham nach jenem Ball auf der Straße gefunden , hatte. Wie er der Polizei erzählte, hatte er keine Ahnung, daß diese an einer einfachen Schnur aufgereihten Steine eine Kostbarkeit darstellten; er nahm sie mit nach Hause und gab sie seinen Kindern zum Spielen. Drei Jahre lang vergnügten sich die Kleinen damit, bis schließlich die älteste Tochter das Haus verlieh. Der Vater gab ihr das Spielzeug als Abschieds- . geschenk, damit es ihr Glück bringe. Die Halskette ist der Herzogin wieder zugestellt worden. I Die Anzahl l auf 4938 im wahres, die Ali Aus t gibt die Seid verbilligte S o i ■Biegen aus. ( Eichener Werb Kraftpostli Hgte Rucks, Ziehen verabfol Die Ausjtt Die in der 3 Ltttehlsverein „Stahl und Siebener Frühj gestern regen 2 Mm man die t Firmen ur Nenidjcin. Die Rer oom La' Wittes nach ei miobisi mW. Ägend VhÄ ö- 5'g"! Nfo h a a. D. Seit. mit dem usschuß, an die Aus der provinzialhaupistadi Buntes Allerlei hat um ge- des des langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand verseht. * “ Feuer in einer Rottenhü 1 tc. In der Nähe des Flughafens geriet gestern eine an der Bahnlinie Gieren—Fulda stehende Rvtleichüttc (ein aller Eisenbahnwagen) in Brand. Die Feuerwehr rückte nach der Meldung sofort an, konnte allerdings mit dem Löschwagen nicht nahe genug an die Brandstelle heran kommen. Die Feuerwehr beschränkte sich darauf, die Umgebung zu schützen, und konnte nach dreioiertelstündiger Tätigkeit wieder abrücken. Die Ursache des Feuers konnte bisher noch nicht festgestellt werden. ols Hiller". stimmter md mit dm ch^ner FWampfer, denburg vom Ltapei dolf Hitler". Den elschoio in Tertre- ornehmen. 2m Laus? , der Dampfer semc ie Aecderei Gebrüder hre drei neuangelaus- tmann Gocring. ‘ uMetaust. Schätzer und alle übrigen Mitarbeiter und mit dem besonderen Dank, für das in der heutigen Versammlung bekundete große Interesse. Vom schiefen Turm zu Pisa. Seit 20 Jahren fürchtet man nun bereits für das Schicksal der größten Sehenswürdigkeit der italienischen Stadt Pisa, ihres berühmten schiefen Turms. Diele Kommissionen haben sich mit der bedrohlichen Senkung und den mannigfachen Ri'sen dieses ehrwürdigen Renaissance-Bauwerks beschäftigt, aber erst jetzt hat man die Sicherungsarbeiten, deren Kosten von der Regierung getragen werden, energisch in Angriff genommen. Die Spitze des Turms ist von einen dichten Gerüstwerk umgeben, und nn seiner kürzeren Seite sind Pfeifer angebracht, um dem Bauwerk eine größere Standfestigkeit zu verleihen, solange die Arbeiten am Fundament ausgeführt werden. Der Turm ist auf Tonboden errichtet, und eine Untersuchung des Untergrundes gezeigt, daß sich langsam aber sicher rund das Fundament immer mehr Wasserlöcher Schauspiel „'Bor Sonnenuntergang" (Spielleitung: der Intendant), in der Rolle des Geheimrats ©laufen Intendant Dr. Rolf P r a s ch. Gewöhnliche Preise. Ende 23 Uhr. — Mittwoch, 29. März, unter Paul Wredes Spielleitung. Wiederholung der Operette „Glückliche Reise" von Künnecke. 24. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Operetten-Preise. Ende 22.30 Uhr. •• Schulpersonalie. Mit Wirkung vom 1. April ab wurde Berufsschullehrer Karl Bert an der Berufsschule zu Gießen auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem, Staate geleisteten Die Obechessische ViehmsiKerungsanstalt im Zahle 1932. bildet haben, durch die der Widerstand Untergrundes verringert wird. Während letzten Jahrhunderts ist der Turm um 15 Zentimeter gesunken. Run ist der Zustand so gefährlich geworden, daß keine Zeit mehr verloren werden darf, wenn nicht ein Unglück eintreten soll. Der erste Teil der in Angriff genommenen Arbeiten besteht darin, die Rundmauer, die das Fundament des Turmes bildet, durch eine neue Zementierung zu verstärken. Dann soll der Boden gründlich entwässert werden und man will eine feste Grundlage in bedeutender Tiefe schaffen, indem alle schwachen Stellen verstärkt und die Löcher sorgfältig beseitigt werden- Unter starkem Druck soll Zement in den ganzen Boden rings um den Turm hineingepreßt werden. Die Arbeiten werden mindestens bis zum nächsten Winter andauern, und bis zu diesem Zeitpunkt ist das Läuten der großen Glocke verboten, da ihre Schwingungen gefährliche Schwankungen Herden sollen. Die Versammlung wurde geschlossen Dank des Direktors, an den Ausfchu auf, die mit ihren „melodisch" vorgetragenen Liedern sehr viel Beifall fanden. In der Pause sorgten eine Kapelle und eine Verlosung, bei der es recht wertvolle Preise zu gewinnen gab, für angenehme Unterhaltung. Den zweiten Teil des Abends füllte das Thea- therstück „Das Gespenst von Canterville". eine „ganz unheimliche" Geschichte von Jürgen Riel. Auch hier hatten sich die Buben sehr viel Mühe gegeben, und die „Schauspieler" fanden dafür mit Recht viel Beifall. Der Horst Gießen kann den in allen Teilen wohl- gelungenen Abend als einen vollen Erfolg verbuchen, auf den er mit Befriedigung blicken kann. Obefhessischer Kunstverein. Dom oberhessischen Kunstverein wird uns geschrieben: Die uns aus Privathand überlassenen Pläne und Konstruktionszeichnungen für den Reubau des Reichstags-Gebäudes sind zu einer kleinen und kurzen Sonderausstelkung im Turmhaus am Brand zusammengestellt worden. Sie stammen aus dem Atelier des Erbauers Paul Wallot und zeigen an Lichtbildern und Plänen die reiche Arbeit des Architekten und seiner Mitarbeiter. Die Ausstellung läuft nur bis zum Montag, 3. April einschließlich, sie sei besonders Fachleuten empfohlen. — Sonntag, 9. April, wird dann die neue Monatsausstellung beginnen unter dem Titel: Kunstwerke aus Gießener Privatbesitz. Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Ausstellung „otabt und Land ', Turnhalle am Oswalds- aarten, von 10 Uhr ab geöffnet. — Gießener Haus- frauenberatung: 16 Uhr, im „Einhorn", Kaffeestunde und Modenschau. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns berichtet: Während der Werbewoche erhalten auswärtige Theaterbesucher gegen Vorzeigung eines Ausweises (Fahrkarte oder dergleichen) zu allen Wochentagsvorstellungen 20 Prozent Preisermäßigung auf alle Plätze. — Heute,. 20 Uhr, 25. Vorstellung im Dienstag-Abonnement mit einer Aufführung von Gerhart Hauptmanns Diel Geschrei und wenig Wolle. tim einen Zahnstocher durch drei Instanzen. — Oer betrogene Angler Oie geschädigten Doppelgänger. «Ä den- jJUet ''barer ?ln* 8TO ■nglanb. -1 lole, ie. einer Gasrohr, Straße in Gateshead Personen gelötet Unglück ereignete i eine große Wenge -läßlich mit lautem explodierte uni) eine e Zuschauer wurden euiiert. Zwei Doh« den Donftdnöig zer- ettungsmannsckMen SMr grimLi. 2ier NM werden. Drei x sterbendem Zustand In Paris ist vor etwa einem halben Jahr ein Prozeß zu Ende gegangen, der sechs Jahre gedauert hat und um ein Streitobjekt von — 5 Centimes ging. Ein Mann hatte sich ein Fahrscheinheft der Pariser Untergrundbahn gekauft und sich geweigert, bei Benutzung eines der Scheine den Zuschlag von fünf Centimes zu zahlen, der durch eine iirzwischen eingetretene Tariferhöhung festgesetzt worden war. Er ging zum Kadi und verklagte die Untergrundbahn wegen ihrer ihm unrechtmäßig erscheinenden Forderung. Rachdem sich der Prozeß durch die verschiedenen Instanzen hindurchgewälzt hatte, ist der Mann mit seiner Forderung abgewiesen worden, und es sind ihm wegen des lächerlich geringen Objektes Kosten entstanden, von denen er mit Leichtigkeit eine Weltreise hätte bestreiten können. Dieser gewaltige Auswand um ein Streitobjekt, das in Wirklichkeit gleich Rull ist, steht leider in der Geschichte unserer Gerichte nicht vereinzelt da. Der „P r o - zeßhansel" ist nicht nur eine beliebte Lustspiel- figur, sondern auch eine in den Hallen des Gerichts gefürchtete Erscheinung. Jeder Richter könnte aus seiner Praxis von Michael-Kohlhaas-Raturen erzählen, denen zur Tragik nur die Gröhe des Streitgegenstandes und die Bedeutsamkeit ihres Falles fehlt. Wegen seiner seltsamen Prozesse hatte sich, auch in Frankreich, vor etwa zwanzig Jahren der Advokat Paul ® oguilot einen Rainen gemacht und es zu einer außerordentlichen Volkstümlichkeit gebracht. So hat er einmal einen Prozeß gegen die Universität Toulouse angestrengt, um von ihr die Zulassung zu einem an der Universität ftattfin- denden Hebammenkursus zu erzwingen. Die Universität hatte vergessen, bei der Ausschreibung des Kursus ausdrücklich zu erklären, daß nur Frauen zugelassen würden, und weigerte sich später, von der Anmeldung Goguilots Kenntnis zu nehmen. Der Advokat gewann den Prozeß in allen Instanzen und verzichtete dann freiwillig auf die Teilnahme an dem Kursus. Einmal erschien er auch auf einem Pariser Bahnhof und gab einen Zahnstocher als Reisegepäck auf. Der Beamte weigerte sich, dieses eigenartige Gepäckstück auszunehmen, muhte es aber schließlich tun, als ihm der Advokat nachwies, dah keine Vorschrift bestehe, einen Zahnstocher von der Beförderung als Bahngut auszuschliehen. Zum Heber« fluß ließ er den Zahnstocher auf tausend Francs versichern und ihn an die Gepäckaufbewahrung einer anderen Stadt in Frankreich senden. Unglücklicherweise geriet der Zahnstocher in Verlust. Go- guilot strengte sofort einen Schadenersatz auf tausend Francs gegen die Bahnverwaltung an, den er in drei Instanzen gewann. Ein sehr origineller Prozeh wurde vor dem Kriege gegen einen englischen Verlag geführt, der ein Reisebuch über Irland herausgebracht hatte. Hierin hatte er behauptet, dah ein bestimmter Fluh auherordentlich fischreich sei. Ein begeisterter Angelfreund hatte sich auf Grund dieser Rotiz nach Irland begeben, um sich an diesem Fluh, der abseits des allgemeinen Fremdenverkehrs lag, feiner Angelleidenschaft hinzu- geben. Leider mußte er schon nach kurzer Zeit feststellen, dah es in dem Fluß keinen einzigen Fisch gab, und er kehrte nach London zurück, um hier einen Schadenersatzprozeß gegen den Verlag anzustrengen. Mit großer Hartnäckigkeit führte er diesen Rechtsstreit durch und erreichte ze8 tatsächlich, dah der Verlag zur Zahlung' eines Schadenersatzes verurteilt wurde. Zwei Prozesse, die wegen ihrer Gleichartigkeit auffallen, sind aus dem Jahre 1932 zu erwähnen. Von einem Wiener Gericht wurde ein Hundebesitzer zur Schadenersahzahlung von 500 Iugendabend der Pfadfinder. Der Horst Giehen des Deutschen Pfadfinderbundes veranstaltete am Samstag im überfüllten Saale des Cafe Leib einen Jungenabend. Die Veranstaltung brachte den Besuchern einen interessanten und vielseitigen Ausschnitt aus der vortrefflichen Erziehungs- arbeit, die im Deutschen Pfadfinderbund und im Horst Gießen an der deutschen Jugend in vaterländischem Sinne geleistet wird. Der Abend begann mit dem schneidigen Einmarsch des Horstes mit Wimpeln unter Führung des Horstleiters Schaefer. Dann wurde von den Jungen in frischer Weise das Lied „Das Regiment Forkade" gesungen. 2n seiner Begrüßungsansprache hieß Horstleiter Schaefer vor allem die Vertreter der hündischen Jugend und der Hitlerjugend willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß. dieser Abend ein besseres Sichverstehen der Gießener hündischen Jugend einleiten möchte. An diesem Abend solle den Besuchern die Jugend des Horstes s o gezeigt werden, wie sie wirklich sei: jung und naturhaft. Eelbsterzeugtes und Selbsthergestelltes solle einen Einblick in das Horstleben geben. Ohne viele Proben sei der Abend vorbereitet worden, um den Eltern zu zeigen, wie ihre Jungen draußen seien. Dann betonte der „Spielleiter" Reuman n in einer kurzen Ansprache, man wolle nicht eingelernte Stücke, sondern das (Bubenleben mit all seinen Stärken und Schwächen zeigen. Man habe den Buben einfach gesagt: „So wird's gemacht", und die Buben hätten gesagt: „Au sauber wird's", und so sei dann die „Brockensammlung" entstanden, die man den Besuchern nun vorsetze. Darauf folgte die Darbietung „Und das wollen Pfadfinder fein?“. 3n diesem Ausschnitt aus dem HorsUeben stieg zuerst ein „Sippenmittag" (der aber mangels Beteiligung wieder abge- blasen wurde, da die Buben ausgerechnet an diesem Tage mit der Mutter einlaufen, das vor vier Wochen plattgefahrene Rad flicken und ähnliche Dinge verrichten mußten!): die nächste Szene zeigte die „Ereignisse zu Hause": ein Ansager im Frack (scheinbar vom Alten Herrn ausgeiiehen) leitete in witziger Weise zur „Elternversammlung" über, in der all' die „elterlichen" Sorgen und Wünsche, Hoffnungen und Anregungen zum Aus- Das Dersicherungskapital stieg von 3 370 330 Mk. a;-f 3 566 540 Mt. für Pferde, und von 436 105 Mart auf 472 990 Wk. für Rindvieh. Entschädigt wurden 311 Pferde mit 157 106,25 Mk. und 7 0 Ri »dcr mit 70 707,50 Mk. Das ergibt einen Durchschnittsentschädigungssatz für Pferde von 505 Ml. und für Rinder von 253 Mk. Der Durchschnittsentschädigungsfatz zeigt, wie hock die Leistungen sind. Der Vergleich mit früheren Jahren hat ergeben, daß diese Leistungen der Anstalt sehr weit über die Leistungen anderer hinausgehen. Die Rechnungsablage ergab einen Umsatz von rund 240 000 Wk. Die nach Abzug des Verlustes übrigbleibende Reserve beläuft sich auf rund 13 000 Mk. Die reine Prämien- einnahme betrug rund 170 000 Wk., denen rund 175 000 Mk. Schaden gegenüberstanden. Aus der Rechnungsablage entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung über Sparmöglichkeiten. Hieran beteiligten sich die Herren B r ü ck e l und Schepp (Pohlgöns), Herr Roth (Kaichen) und verschiedene Mitglieder des Ausschusses. Es konnte mit Befriedigung sestgestellt werden, daß die Leitung und der Ausschuß, als verantwortliche Einrichtungen, alles getan haben, die mit der Verwaltung der Anstalt verbun. denen Kosten so niedrig wie möglich zu halten, so daß sich ergab, daß sie weit niedriger liegen, als die anderen Versicherungen, von denen diese Kosten genau bekannt sind. Es soll in jeder Beziehung weiterhin gespart werden. Die ausscheidenden Allsschußmitglieder: Wilhelm Konrad Faber (Leihgestern), Friedrick Schaub (Büdesheim), Franz Schicklina (Keulos), I. P. druck tarnen; darauf begutachtete eine „besorgte Mutter" die Fahrtausrüstung ihres Sohnes, um bann den „Ranzen" lieber nach eigenem Gutdünken „praktisch" zu packen. Die folgenden Bilder zeigten die Buben im Lager; bei „loderndem Feuer" wurden Lieder gesungen, eine ganz schauerliche Rächt durfte man dann mit der etwas ängstlichen Rachtwack)e durchleben, um am Mor- ?en, von Trompetenjignalen geweckt, einen Waldaus und anschließend Freiübungen zu sehen, die von mehr oder minder faulen Ausrufen der „Turner" begleitet wurden. Dann trat wieder der „Ansager" in Tätigkeit und erzählte in humoristischer Weise das Leben und Treiben an einem Fahrtentage. Ihn löste der „Zirkus" des Horstes ab, dessen Mitglieder in der artistischen Abteilung Hechtrolle, Ueberfchiag übet alle möglichen Hindernisse und sogar recht schwierige Saltos vorführtem In der „Schnelltasierstube" brachten bann bie Kleinsten mit viel Eifer die Zuschauer zum Lachen. Den Kleinen trat „Teil" würdig zur Seite, der statt an einem Apfel seine „Kunst" an Küchentellern bewies. Die „Tanzgruppe" zeigte moderne Tänze der Zukunft, die bei der sehr zahlreich erschienenen jüngeren Damenwelt Anklang zu finden schienen. Am Schlüsse des ersten Teiles der Vortragsfolge traten dann noch bie „Harmonium Kommodists" Verbilligte Jährten nach Gießen. Aus Anlaß der Gießener Frühjahrs-Werbewoche gibt die Reichsbahn bis einschließlich 2. April verbilligte Sonntags-Rückfahrkarten nach Gießer? aus. Ebenjo werben für die Dauer der Gießener Werbewoche für alle an den Gießener Kraftpoftlinien gelegenen Orte verbilligte Rückfahrkarten zu den Fahrten nach Gießen verabfolgt. Oie Ausstellung „(Stabt und Land". Die in der Turnhalle am Oswaldsgarten vom Verkehrsoerein veranstaltete Ausstellung ..Stadt und Land", die ein Hauptpunkt der Gießener Frühjahrs-Werbewoche ist hatte auch gestern regen Besuch aufzuweisen. Mit Interesse nahm man die verschiedenen Stände der ausstellenden Firmen und landwirtschaftlichen Betriebe in Augenschein. Die Ausstellung ist, worauf unsere Mitbürger vom Land anläßlich des morgigen Pferdemarktes noch einmal besonders hingewiesen seien, von 10 bis 19 Uhr ununterbrochen ge- 2bn Samstag fand im „Deutschen Haus" m Friedberg die diesjährige ordentliche Mit- gliederversammlung der Oberhessi- schen Viehversicherungsanstalt Gießen statt. Rach der Feststellung, daß die Versammlung ordnungsmäßig einberufen war, und nach der Wahl der Hrkundspersonen, der Herren W. Reifel (Fauerbach) und O. R o t h (Kaichen) erstattete der Direktor einen Beticht über das ab» gelaufene Jahr. Es wurde festgestellt, daß die Hoffnung des vorigen Jahres, die Wirtschaftslage würoc sich bessern, nicht in Erfüllung gegangen fei. daß im Gegenteil, eine weitere Verschlechte- g evolgte. Durch die Umstellung, die jetzt im itschen Reiche vor sich gegangen ist, und die nur me n Zustimmung verdient, ist die berechtigte erzcugung da, daß von jetzt ab mit einem Auf- gcretfonet werden kann e schlechte Wirtschaftslage des Jahres 1932 v. sich naturgemäß auch auf den Geschäftsgang bet Anstalt ausgewirkt. Der Rückgang der Preise für Schlachtpserde, der Verlust an Zinsen durch säumige Zahlung, die großen Kosten und 2Irbeiten zum Hereinbringen der rückständigen Prämien usw. hat einen großen Aktiv-Posten von früher ausfallen lassen. Hinzu kommt, daß der Anfall von Schaden in Roheiten natürlicherweise nicht geringer, sondern größer wird, weil der Umsatz der älteren Pferde, und der Pferde, die an kleinen Fehlen leiden, vielen durch die Wirtschaftslage und den dadurch bedingten Geldmangel nicht möglich sind. Dieser Geldmangel ist auch in vielen Fällen die Ursache für die säumige Zahlung der Prämie. Hieraus ergab sich für die Anstalt als Resultat ein Defizit von geringer Höhe im Vergleich zum ganzen Umsatz. Cs wird aus den Rücklagen gedeckt, so dah eine Rach- erhebung nicht nötig wurde. vielfach war die Ansicht geäußert worden, es fei n tig, die Prämie zu senken. Hierbei werde nicht in Betracht gezogen, daß bei einer Versicherung die Prämie im direkten Verhältnis zu den Leistungen steht. Es liegt hier eine prozentuale Verbundenheit vor, an der wirtschaftliche Verhältnisse nichts ändern. In der Prämienhöhe für den einzelnen trete dadurch eine Veränderung ein, daß durch das Sinken der Preise auch lUtomatisch sich die Prämiensumme ändert. Bei ■r Prumienh he werde auch immer vergessen, sie im direkten Verhältnis zu der Leistung yen müsse, so daß es natürlich sei, wenn eine niedrigere Prämie auch eine niedrigere Leistung zur natürlichen Folge habe. Die Witgiiederzahl betrug am 1. Januar 1932 3452, am 31. Dezember 1932 3828. Hiermit ist die Witgliederzahl fast dieselbe des Vorjahres. Die Anzahl der versicherten Pferde stellte sich auf 4938 im Anfang, zu 5193 am Schluß des Jahres, die der Rinder von 1168 auf 1268. Schilling an den Portier eines Warenhauses verurteilt. Der Hund des Verurtellten hatte den Portier in die Rase gebissen; der Geschädigte klagte auf Schadenersatz, weil er bisher wegen seiner Aehnlichkeit mit dem alten Kaiser Franz Joseph von vielen Leuten Trinkgelder bekommen habe. Durch die Verwundung war aber die Aehnlichkeit zerstört worden und damit auch die ergiebige Trinkgeldquelle versiegt. Ein ähnlicher Prozeß wurde in Zürich geführt. Dort konnte sich der Kläger rühmen, der beste Doppelgänger unseres Reichs präsi-« denken Hindenburg gewesen zu sein, bis ihn ein Hund durch einen Biß in die Wange verletzt hatte. Auch diesem Wann sagte das Gericht einen Schadenersatz zu, sogar in der Höhe von 1500 Franken. Erschwerend mag hier ins Gewicht gefallen sein, daß der Kläger wegen der verlorenen Aehnlichkeit mit Hindenburg einen Schwermutsanfall erlitten hatte. Ein reiches Feld für den Sammler von Kuriositäten auf dem Gebiet der Prozeß- grünbe ist Amerika. In einem überfüllten Autobus in Brooklyn reichte eine junge Dame dem Schaffner eine größere Dollarnote, die er nicht wechseln konnte. Da er ohnedies alle Hände voll zu tun hatte und somit nicht rosiger Laune war, ist es verständlich, dah er seinen Gefühlen durch einen kleinen Fluch Luft machen wollte. Er tat dies nun nicht etwa in besonders grober Weise, er murmelte nur zwischen den Zähnen etwas, das sich atzhörte wie: ..Teufel auch, hier ist doch fein Bankgeschäft!" Die Dame glaubte jedoch verstanden zu haben: „Gehen Sie zum Teufel!", lief zum Kadi und verklagte die Verkehrsgesellschaft. Da die Amerikaner gegen alle hübschen jungen Mädchen galant sind, erhielt sie vom Richter einen „Schadenersatz" von tausend Dollar zugesprochen. Schneller ist Geld wohl nie verdient worden! In dieser Reihe sei ein Prozeß nicht vergessen, den man den Spatzenprozeß nennen könnte. In einer norddeutschen Gemeinde gibt es eine Florastraße. Zwei Bäume in dieser Straße haben sich die Spatzen als Hauptquartier ausgesucht, nicht zur Freude der Bewohner des Hauses, das hinter diesen Bäumen liegt. Jeder Versuch, die Spatzen von den Bäumen zu vertreiben, 'st bisher fehlgeschlagen, und die Bewohner des Hauses griffen in ihrer Verzweiflung zu dem Mittel, den Hauswirt zu verklagen, da sie ja die Spatzen nicht verklagen konnten. Sie klagten auf Schadenersatz für entgangene Ruhe, auf Entschädigung für Arbeitsstörung, auf Rückerstat.ung von Mietszahlungen wegen Wertminderung der Wohnungen. Der Hauswirt hatte Verständnis für die Klagen seiner Mieter und forderte nun seinerseits die Gemeindeverwaltung auf, die Bäume, die als Heereslager der Spatzen zu dienen scheinen, zu fällen. Die Gemeindeverwaltung wies die Forderung ab, und der Hauswirt verklagte daraufhin die Gemeindeverwaltung. Ein Mieter, den die Spatzen wahrscheinlich zu sehr in seinen Morgenträumen gestört hatten, versuchte inzwischen, eigenhändig die Bäume zu fällen, wurde dafür angezeigt und verklagt. Der Mieter wurde verurteilt und strengte nun seinerseits einen neuen Prozeß gegen den Hauswirt an. Dieser „Spahenprozeß" der im vergangenen Jahr die Gemüter der Bewohner der Florastraße erregt hat, ist ein Musterbeispiel dafür, wie aus nichtigen Anlässen ein wahrer Rattenkönig von Proz^sen entstehen kann, der Geld und Rerven- kraft der Beteiligten verschlingt und nur in den seltensten Fällen zu einem erfreulichen Ausgang führt. K. Mo. f Diamanten. i hat nach drei M das st- dereck unter seltsamen M )erZw-sch^e-tM -cs mit diese" buM sie auf der Erde hek herumgeschleppt. , Herzogin, dre am Vl' S die ßf ■ ®i[£ QM«*““* fetten f* J ty.tr. o nur Nlchl- $ un> forschte jjLcnO eis n un6 W LUtz I der ST fl U erzaM einaä£ !«>-* (Büdesheim), Franz Schicklina (Keulos), Schweitzer (Ober-Mörlen) und Bürgermeister Schlund (Ober-Walgern) werden aus Borschlag des Ausschusses durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Um der gegenwärtigen Wirtschaftslage Rechnung zu tragen und die Möglichkeit zu geben, mit n i e d - tigeren Unkosten bei naturgemäß niedrigerer Lei st ung sich versichern zu können, wurde vom Ausschuß vorgeschlagen, die Möglichkeit zu geben, mit 80prozentiger Entschädigung bei Tod und 60p rozen tiger bei Lebend-Abnahme versichern zu können. Der ursprüngliche Vorschlag, den Entschädigungsprozentsatz für alle gleichmäßig auf 80 o. H. und 60 v. H. festzusetzen, wurde fallengelassen, und der § 36 nur mit der Erweiterung versehen, die oben angeführte 80- und 60prozentige Entschädigung hinzuzufügen. Der dahingehende Antrag wurde einstimmig angenommen. Desgleichen der Antrag, daß unbrauchbare dämpfige Pferde mit 50 v. H. entschädigt wer- e!m ausgiiöff. mken-SeUf| gan,e “nb frtabredunqen ^bestand dieser J'Ww OtganHaliot 1 bc" «'fdg der na. 'Sie daher "Zroolsoida. "^"eig nut ft. klagge,. ander Bräunung "tsoldalen, stubien. 'st, wie die Braun- Dolstnbüilel mclbet. des Dienstag fest. t°hlhelmhlkfr. M. SU.’ und 55. tete Sich'.helmsührel Vorbereitung teoola- men. Es würbe be- hml. Bisher wurbco 0 Marxisten oerhast-t. vorrufen, die man unter allen Umständen an dem altersschwach gewordenen Turm vermeiden will. piccards neue Pläne. Wie Brüsseler Blätter melden, hat Professor P i c c a r d, der sich auf einer Vortragsreise in den Vereinigten Staaten befindet, seine Zustimmung zu einem neuen Stratosphären-Flug gegeben, der vom Süden Belgiens aus erfolgen soll. Heber die neuen Pläne des Gelehrten!, durch die er seinen bisherigen Höhenrekord von 16 Kilometer schlagen will, werden genauere Angaben gemacht. Piccard hofft, durch die Verwendung .eines „Tandem-Ballons", bei dem ein gewöhnlicher Ballon unter einem größeren angebracht wird, ein vollkommenes Gleichgewicht zu erhalten- Der zweite Ballon, der als „Kontroll- Ballon" bezeichnet wird, sott einen Inhalt von 2200 Kubikmeter haben. Die Führer der beiden Ballons werden in telephonischer Verbindung bleiben, und der Pilot des Kontroll-Ballons sott alle Veränderungen der Richtung ausführen. Er empfängt Anweisungen von dem Piloten des größeren Ballons, der sich in einer verschlossenen kugelförmigen Gondel befindet. In einer Höhe von 10 000 Meter wird der Kontroll-Ballon ab* gehängt und geht wieder nieder, während der große Ballon weiter aufsteigt. In der Aluminium-Gondel dieses Ballons werden der Assistent Piccards bei seinem letzten Flug, Wax Coshns, und der Ingenieur Jacques de Bruyn Oie Fahrt in die Stratosphäre unternehmen. Der Kontroll-Ballon wird von dem bekannten belgischen Ballon-Fahrer de Wuyter geleitet, und als Passagier wird Professor Piccard mit- fahren. Der belgische Fonds für wissenschaftliche plntersuchungen hat für das Unternehmen eine weitere Summe von 100 000 Francs zur Verfügung gestellt. Velbandsspiel-Ergebnifse aus dem Gau Gießen-Wehlar. Bezirksklasse 1 (Gruppe Lahn): Ockershausen — 1930 Gießen 0:1 (0:1); Wetzlarer SB. — Frohnhausen 2:0 (1:0). Bezirksklasse II: Löhnberg — Ehringshausen 3:2 (1:1); Bisscnberg — Weilburg 1:0 (0:0); Bislirchen — Aßlar 0:2 (0:1); Oberbiel — Burgsolms 3:0; BfB. Gießen II—Laubach 4:2; Collar—1900 Gießen«! 6:2 (3:1). Gauklasse I: L ch — Bieder-Weisel. Biederweisel verzichtet auf Punkte und Spiel; Heuchelheim— Dutenhofen 2:2 (2:0); Garbenteich — Gr.° Buseck 4:3; 1900 Gießen 3 — Butzbach 2 3:1; BfB. Gießen 3 — Steinbach 4:1. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) siegt in Ockershausen 1:0 (1:0). Die Blauweihen blieben ihrer Tradition, unbeständig zu sein, treu, überraschten aber diesmal nach der angenehmen Seite. Der Berbands- spielgcgner Ockershausen mußte sich im letzten Spiel in dieser Saison zum ersten Male auf eigenem Platz geschlagen bekennen. 1900 hatte weit mehr vom Spiel und war besonders in der zweiten Spielhälfte stets forsch im Angriff. Die Spielvereinigung schickte folgende Vertretung: Schlarb II.; Zeiler, Luft; Schlarb«., Heilmann, Lotz; Lippert, Arnold, Henrichs. Schmidt, Grob. Der Kampf wurde außerordentlich hart geführt. Bald wäre jedoch den Gießenern durch einen bedauerlichen Irrtum des Ersahschiedsrichters ein Punkt gegen Schluß verloren gegangen, als er einen Handelfmeter gegen 1900 anordnete, der aber von Schlarb II. gemeistert wurde. Das Spiel begann gleich in großer Schnelligkeit. Gießen kam bald in Fahrt. Die Blauweihen zeigten kaum gekannten Eifer und Siegeswillen. Bach einer Viertelstunde wehrte der Torwart des Gastgebers einen hohen Ball zu knapp ab. Kurt Schmidt war blitzschnell zur Stelle und schoß ein. 1900 zeigte -weiter großen Clan. Kurz vor der Pause flaut das Tempo etwas ab. Bach dem Wechsel hat Ockershausen alle Hände voll in der Abwehr zu tun. Bur mit 2 bis 3 Leuten im Sturm werden deshalb vereinzelte schnelle Durchbrüche eine sichere Beute der vorzüglichen Gießener Schlußleute. Heilmann (1900) schickte die Blauweihen immer wieder zum Angriff. Aber fast alle Stürmer Überboten sich im Auslassen der totsichersten Chancen. Der Schlußpfiff sah die Blauweihen als verdiente Sieger. Lollar 1 — 1900 II 6:2 (3:1). Lollar stellte durch einen eindrucksvollen Sieg die Gruppenmeisterschaft in der 2. Bezirksklasse sicher. 1900 muhte dieses letzte und entscheidende Treffen stark ersatzgeschwächt bestreiten. Das Spiel war hart, hielt sich aber immer in den Grenzen des Erlaubten. Bei ausgeglichenem Feldspiel entschied die größere Schlußkrast der Stürmer des jetzigen Meisters. Schiedsrichter Seid, Bauborn, leitete sehr gut. 1900 III — Buhbach II 3:1 (1:1). Butzbachs 2. Tabellenführer und sicherer Meisterschaftsanwärter hat wahrscheinlich mit dieser Biederlage auch diese Hoffnung begraben müssen. Sinter der einwandfreien Leitung von Schiedsrichter W l o d a r e k, Wieseck, entwickelte sich ein spannender Kampf, der bis zum Seitenwechsel ausgeglichen war. Den Führungstreffer der Gäste glichen die Platzherren durch Wilhelmi bald aus, um nach der Pause groß überlegen zu werden. Beuweiler und Heinrich Schneider stellten durch weitere Treffer den Sieg sicher. Daubringen 1 und II (komb.) — 1900 IV 1:0 (1:0). Die 8 Qttann der Spielvereinigung spielten so aufopferungsvoll, dah der Gastgeber nur einen mageren l:0-Sieg erzielte. Der Gießener Torwart war sehr gut. Handball der Sp.-Vg. 1900. Polizei Butzbach I — 1900 I 7:10 (4:6). Zum erstenmal vermochten die 1900er der Butzbacher Polizei eine Biederlage beizubringen, die um so beachtlicher ist, als sie der Gegner auf eigenem Platz erlitt. Die Spielvereinigungsleute hatten einen guten Start und bald eine 2:0- Führung inne. Die Polizisten kamen zwar bald auf, der Vorsprung von zwei Toren konnte jedoch bis zur Halbzeit gehalten werden. Die Seiten wurden mit 6:4 gewechselt. Bach Wiederbeginn machten sich die Gastgeber zwei Llnauf- merksamkeiten des Gießener Schluhtrios zunutze und zogen gleich. Die 1900er verschafften sich aber erneut Vorsprung, der beim Schlußpfiff drei Tore betrug. Die 1900er hatten verdient gewonnen, jeder tat seine Schuldigkeit. Die ^ore wurden von Betz, Hamann und Schwalm erzielt. Das Treffen hatte in Bauernschub (VfL. Wetzlar) einen gerechten Leiter. Polizei Butzbach II — 1900 II 7:3. Die zweite Mannschaft war der Polizei nicht ganz gewachsen. Die Polizisten hatten auch rein körperlich ein Plus. Das Spiel konnte jedoch von den Gießenern stets offen gehalten werden. Ihr Sturnr vergaß jedoch das Schießen, auch war die Verteidigung schwach. Handball im Mittelrheinkreis der OT. Im Mittelrheinkreis wurden die Endspiele fortgesetzt. In der Abteilung I gab es eine große Ileberraschung. da die favorisierte TSG. 1885 Fechenheim überraschenderweise von der Tgs. Offenbach 6:2 geschlagen wurde. Der Tv. 1860 Aschaffenburg schlug die Tgs. Obernburg 9:6 und teilt sich jetzt mit Fechenheim (2:2 Punkte) in den zweiten Platz; Tabellenführer ist Offenbach mit 3:1 Punkten. In Abteilung II landete der DT.-Meister Tv. Herrnsheim seinen zweiten Sieg. Er schlug die Tgm. Büdesheim 6:3 und führt klar die Tabelle an. In Abteilung 111 siegte Tv. Obermendig über Tv. Urmitz 5:2 und teilt sich mit Algenrodt in den ersten Platz der Tabelle. Winter-Gerätewetturnen im 2. Bezirk des Gaues Hessen OT. Sinter Leitung der Bezirksturnwarte Paul Schüler (Wetzlar) und Karl Meuter (Gießen) unterstellten am Sonntag die Turnvereine des 2. Bezirkes (Gießen - Wetzlar - Grünberg) ihre Ausbildungsarbeit während des Winters der Wertung in einem Wettkampf, den der Turnv. Heuchelheim bei Gießen mit gewohnter Simsicht ausgerichtet hatte. In elf Biegen zogen vier Altersgruppen vom 12. Lebensjahr ab an ihre Geräte und legten vor ihren Kampfrichtern und vielen Zuschauern Zeugnis ab von ihrer Slebungs- freudigkeit und mancher beachtlichen Leistung auf diesem schönen, aber schwer zu meisternden Gebiet. Ein Frühjahrsgeländelauf führte die Langstreckenläufer unter Leitung des Bezirksfach- wartes Albert Weigel (Klein-Linden« in vier Leistungsgruppen auf und ab Über Landstraßen, Wiesenpfade und Feldwege zu einer letzten Runde auf dem großen Sportplatz, auf dem ein Handballspiel Turnv. Grotzen-Linden I gegen Turnverein Heuchelheim I die Zuschauerrunde bis zum Ergebnis 4:1 (2:0) in Spannung hielt. Die mustergültige Arbeit im Berechnungsausschuß ermöglichte insbesondere für die Schüler einen frühzeitigen Abschluß durch die Siegerverkündigung, di e Bezirksvertreter Sliüversitätsbüro- direktor Wilh. Erle (Gießen) mit eindrucksvollen Worten über die Aufgaben an der Iugend und der Iugend selbst zu einer vaterländischen Kundgebung gestaltete. Einige Stunden anregender Sinterhaltung nahm die große Zahl der Gäste beifallsfreudig hin durch ein Bühnenturnen, mit dem die geübteren Turner des Bezirks und die verschiedenen Abteilungen des Tv. Heuchelheim die wohlgelungene Veranstaltung abschlossen. Die Ergebnisse folgen. Dank des Reichsausschuffes für Leibesübungen an Hitler. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen veröffentlicht folgenden Dank an den Reichskanzler Hitler: „Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen als Träger der deutschen Turn- und Sportbewegung dankt dem Herrn Reichskanzler Adolf Hitler für die Erklärungen, die er am 16. Marz d. I. bei dem Empfang des Vorstandes des Organisationskomitees für die XL Olympiade Berlin 1936 über die Bedeutung von Turnen und Sport für den Wiederaufbau deutscher Volkskraft und die Stärkung nationalen Empfindens in begeisternden und hinreißenden Worten ausgesprochen hat. Der DRA. wird treu seiner Vergangenheit alle seine Kraft dafür ein- setzen, daß dem gewaltigen Strom nationaler Erneuerung, der heute ganz Deutschland machtvoll und befruchtend durchrauscht, alle Flüsse, Bäche und Quellen der großen Turn- und Sportbewegung zugeleitet werden zur Wahrung deutscher Jugendkraft, Stärkung nationaler Gesinnung, zur Erziehung eines wehrhaften Geschlechts." Oer Deutsche Lustsportverband gegründet. Im Flugverbandshaus Berlin fand am vorigen Samstagnachmittag die Gründungsversammlung des Deutschen Luftsportverbandes E. V. statt. Der neue Verband erstrebt auf nationaler Grundlage den'Zusammenschluß aller in der Luftfahrt tätigen Vereine Deutschlands. Seine Aufgabe wird die gemeinnützige Forderung der Pflege der deutschen Luftfahrt, insbesondere des Luftsportes, sein. Der Deutsche Luftrat wird infolge dieser neuen Regelung aufgelöst. Die bisher von ihm ausgeführten Arbeiten werden durch eine Oberste Sportkommission des Deutschen Luftsportoerbandes und, soweit es sich um das Ausland handelt, durch den Aeroklub von Deutschland übernommen. Zum. Präsidenten des Deutschen Luftsportoerbandes wurde von der Gründungsversammlung einstimmig der bet'gnnte Pour- le-merite-Fliegerhauptmann a. D. Bruno Lärzer in Vorschlag gebracht. Kurze Sportnotizen. Der Deutsche Fußball-Bund will auch in diesem Jahre wieder eine englische Mannschaft zu Lehrspielen verpflichten, und zwar ist die bekannte schottische Elf der Glasgow Rangers für fünf Lehrspiele in der ersten Maiwoche in Aussicht genommen. * Wieder ein Uebungsspiel zwischen einer DFB.-Elf und einer Frankfurter Stadtelf wurde für * Lahnkraftwerke A G., Limburg. Die dem Lahmeyer-Konzern nahestehende Lahnkraftwerke AG., Limburg, weist für den 31. Dezember 1932 eine Einnahme aus dem Betriebsvertrag mit den Mainkrajtwerken AG. von 444083 (449445) RM. aus, wovon 30 000 RM. eine nachträgliche Zahlung aus’ dem Vorjahre darstellen. Außerordentliche Einnahmen belaufen sich auf 98 152 (—) RM. An Zinsen wurden nur noch 280 721 (365 603) RM. auf- gewandt, Unkosten betragen 10 926 RM., Steuern 23 056 RM. (im Vorjahre insgesamt 39 206 RM.), Abschreibungen 111 109 (43 491) RM. Auf Dubiose wurden 10 000 (—) RM. zurückgestellt. Einschließlich 4597 RM. Gewinnvortrag steht ein Gewinn von 111 019 (4654) RM. zur Verfügung. Die Generalversammlung beschloß hieraus 4 v. H. (—) Dividende auf 2,50 Millionen Reich'mark Aktienkapital zu verteilen, 5321 RM. der gesetzlichen Reserve zuzuführen uni)1 5698 RM. vorzutragen. Der Stromabsatz betrug 11625 900 (14 608 700) kWh. ' Berlin uneinheitlich. Berlin, 27. März. (WTB. Funkspruch.) In den heutigen Vormittagsstunden und auch noch an der Vorbörse herrschte eine ziemlich f e st e Grund st immun g. Die beruhigenden Erklärungen gegen die Gräuelpropaganda im Auslande und der letzte Reichsbankausweis hinterließen einen guten Eindruck. Man hörte allgemein höhere Kurse, die dann im offiziellen Börfenbeginn aber nicht immer behauptet wurden. Zum Teil fanden nämlich auf erhöhter Basis Glattstellungen statt, die vielleicht durch die gestrigen Wochenberichte der Handelspresse, die überwiegend vor spekulativen Ausschreitungen warnten, hervorgerufen wurden. Trotzdem konnte aber noch eine ganze Reihe von Spezlalpapieren gegen ihren letzten Samstagkurs Gewinne von mehreren Prozent verbuchen. So lagen Allgemeine Lokal und Kraft, Klöcknerwerke, Stolberger Zink, Ilse Bergbau, Contigummi, Akkumulatoren, Rheag, Siemens, Scheidemantel, Demberg, Deutsche Kabel und Muag 2 bis 3 Prozent höher. Andererseits litten Bayern Motoren mit minus 4 Prozent, Schlesische Gas mit minus 2 Prozent und Elektrische Lieferungen mit minus 4,25 Prozent stärker unter Realisationen. Auch der Rentenmarkt brachte eine Enttäuschung. Vorbörslich noch hatte man die Beubesitzanleihe auf 14,90 bis 15 geschäht, während sie sich zur ersten Botiz nur noch auf 14,45 stellte und im Verlaufe, noch auf 14 4 Prozent nachgab. Auch die Altbesitzanleihe. Schutzgebiete und Reichsschuldbuchforderungen neigten zur Schwäche, während Reichsbahnvorzugsaktien und Indurstieobligationen Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent aufwiesen. Goldpfandbriefe lagen ruhig und wurden zunächst unverändert notiert. Für Stadtanleihen scheint noch weiter Interesse zu bestehen. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft an den Aktienmärkten ziemlich klein. Das Glattstellungsbedürfnis der Börsenspekulation hielt an, so daß die Kurse überwiegend bis zu. 1 v. H. und Spezialpapiere wie Bekula, Deutsche Waffen, AEG., Aku und Contigummi bis zu 2 v. H. abbröckelten. BMW. lagen erneut 3 v. H. niedriger. Die zunächst nur mit Plus-Plus-Zeichen erschienenen Süddeutschen Zucker konnten auch sväter nicht zur Notiz gelangen, da einer Nachfrage von 4 Milli kein Angebot aegenüberftanb. Später wurde es bann auf Rückkäufe ber Kulisse einheitlich fester, bas Anfangsniveau würbe teilweise schon wieder überschritten. Es stellte sich heraus, daß seitens der Kundschaft heute in erster Linie Kassaware gefragt war, was den morgigen Mittwoch nach Frankfurt feftgelegt. Die DFB.-Elf wird aus Nachwuchsspielern gebildet, die sich zur Zeit im Frankfurter Stadion bei dem von Bundestrainer Nerz geleiteten Kursus befinden. Im Kun st turnen Stuttgar t—N Arnberg blieben die Bayern mit 1168:1147 Punkten Sieger. Sietas-Hamburg stellte in Altona im 100- Meter-Brustfchwimmen mit 1:14 Min. einen neuen deutschen Rekord auf. Rücktritt des Obmanns des Hessischen LandeSlebrervereinS. WER. Frankfurt a. 211., 26. März. Heute hielt der Vorstand des Hessischen Landeslehrervereins hier eine Sitzung ab, in welcher der Obmann des Vereins, Rektor R e ‘ ber- Darmstadt, mit , sofortiger Wirkung seinem Vereinsamt zurücktrat. Die fü" 3. April anberaumte Vertreterversammlv Vilbel wurde auf den 14. Mai verlegt. zunächst am variablen Markt nicht in Erscheinung treten konnte. , Am Geldmarkt trat ber herannahende Ultimo in einem Anziehen des Tagesgeldsatzes in Erscheinung, dessen untere Grenze heute auf 4,5 v. H. lag. Privatdistonten waren weiter angeboten, die Umsatztätigkeit in Reichswechseln und Reichsschatzanwel- fungen blieb gering. Frankfurter Abendbörse abbröckelnd. Frankfurt a. M., 27.März. Mangels Anregungen eröffnete die Abendbörse nahezu ge- schastslos. Die Kulisse schien eher weiter zu Glatt- ftellungen geneigt, zumal von der Kundschaft kaum Orders vorlagen, so daß im Vergleich zum Berliner Schluß die Kurse zunächst nur knapp gehalten waren. Rhein. Braunkohlen lagen 1 v. H. höher, ferner kamen Akkumulatoren in Anpassung an den hohen Berliner Kurs 5 v. H. fester zur Notiz. Im Verlaufe waren IG. Farben etwas gefragt und etwa 0,25 v. H. über dem Eröffnungskurs. Größeres Geschäft war aber Nirgendwo zu verzeichnen. Auch im weiteren Verlauf hielt die Geschäftsstil' an. Siemens kamen 2 v. H., Gesfürel und Lab - meyer je 1,50 v.H. unter Berlin zur Notiz, v , auch auf den übrigen Marktgebieten überar meist leichte Rückgänge. Nur IG. Farben bli gut behauptet. Deutsche Anleihen lagen im Angebot, auch Stahl- verein-Bonds gaben 0,25 v. H. nach. Späte Reichs- schuldbuchforberungen wurden mit 84,50 v. H. Brief genannt. Schutzgebietsanleihe lag schwach und 0(50 v.H. niedriger. Von Goldpfandbriefen lagen einzelne Serien der Rhein. Hyp. Bank 0,75 v. H. schwächer. Neubesitzanleihe 14,40 bis 14,25, Altbesitzanleihe 79,65 bis 79,50, Schutzgebietsanleihe 8,75, 6proz. Stahlverein 78,25, Reichsbahn-VA. 10025, Reichsbank 153. Buderus 61,40, Gelsenkirchen 69,25, Phönix 47,25, Rheinstahl 88,25, AEG. 36, Daimler 31, Licht und Kraft 107,50, IG. Farben 136,13 bis 136,40, Gesfürel 98, Lahmeyer 136.50, Rhein. Elektro Mannheim 100,75 bis 100,50, Siemens 164,50, Norddeutscher Lloyd 23,90. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 27.März. Die Getreidebörse verkehrte in ruhiger Haltung, die Amsah-- tätigkeit war sehr klein. Das Angebot aus erster Hand hielt sich infolge der Feldarbeiten in engen Grenzen, doch stand dem aber auch kaum Rachfrage der Mühlen gegenüber, da das Mehlgeschäft schwach ist. Futtermittel bröckelten z. T. leicht ab, teilweise zogen sie leicht an. Im allgemeinen war das Preisniveau gegenüber der Vorwoche raum verändert. Weizen 210 bis 211,50, Roggen 172 bis 173, Gerste 180, Hafer 145 bis 147,50, Weizenmehl, südd. und niederrhein. 30 bis 31,25, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 8,40 bis 8,50, Soyaschrot 10,15 bis 10,75, Palmkuchen 9,25, Erdnuhkuchen 11,80 bis 12, Treber 12,10 bis 12,20, Heu, südd. 4,30 bis 4,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt 2,20. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für alles übrige je 100 Kilogramm in Reichsmark. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 1,65 RM. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug^ Tendenz: ruhig. Kirchliche Nachrichten. Dienstag, den 28. März. Gießen. 1&30 Uhr: Fastenandacht. Freitag, den 31. März. Gießen. 20.15 Uhr: Fastenpredigt. Wirtschaft. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskonl 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H. Frantsuri a. 2J1. äernn Schlußkurs Schluß!. Aoend- börfe Schluß- lurs Schluß!. 2Jlilfag» dürfe •Dalum 25.Z. 27.3 25.3. 27-3- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921 6% ehem.7% Dt. Reichsanl. 0.1929 86,25 86 85,9 85,5 98.25 — 98,25 97.6 b^.% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablos.-Schuld mi: 85,5 85 85,5 85 Auslos.-Rechten . ......... 79,5 79,5 80 79.9 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Volksstaat 1929 14,5 14,25 14,55 14,75 lrückzahlb 102%) ........... Oberhesjen Provinz. Anleihe mi: 84,5 86,4 85 86 AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelab l.An 78 78 — — leihe Seriei mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hvp.-Banl 76,5 76,9 77 76,9 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hnp.-Ban! 91,25 91 — — Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5%% ehem. 4’/z% Franks. Hyp. — 90,5 — — Bank-Liau.-Psandbriefe ..... 6%% ehem. 4>/r% Rheinische 91,5 91,9 — — Hnp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand 91 90,5 — — brlefanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand 91,5 — 91,5 91,5 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 91,5 91 - — 4% Oefterretdjtlche fflolötetite .... 4,20% Cefterreid)i|d)e Silbenente 4% Ungartfche (Üolörente ..... 4% Ungarische Gtaatsrente v. 1910 4-4% deegl. von 1913 . ... .. 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türtische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I ............. 4% vesgl. Serie II ............ 6% Ruman. vereint). Rente v. 1903 4Vr%Ruman.veretnh.Neniev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. S%% Anatolier............... 13,25 13,4 — 1,25 — — — — — 6,5 6,5 5,25 5,15 — _ 5,9 5,9 7,9 7,75 — 11,15 6,25 6,275 25,65 26,25 7,75 - 10,9 । 10,9 6,25 i 6,2 25,65 l 26,25 .vrannun u. jj(. Benni Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 25.3. 27.3- 25.3. 27-3 Hamburg-Amerika-Palei ..... t 23 22,4 22,65 22,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 44,5 — Hansa Dampfschiff......... 0 — — 36,5 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 24,25 23,9 23,65 24 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 56,5 56 56 55,13 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 99 99,75 98 99 Commerz- und Prioat-Bank... 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und Disconlo- Gesellschaft................ 0 70 70 70 70 Dresdner Rank .............. 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank ____............. 1 153 153 153,5 153 A.E.G...................... 0 36,75 36 37,13 36,25 Elektr. Lieferungsgelellschast ... 6 88 86,5 90,75 88 Licht und Kraft ............ 6 — 107,5 108 109 Felten & Guilleaume ........ O 67 65,5 67,4 66 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen 4 97 98 99,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 100,5 99 101 Schlickert L Co.............. O 103 106 104,9 106 Siemens L Halske ........... <\ 156,5 164,5 157,5 166,5 Lahmeyer L Co.............. 10 136 136,5 136,25 138 Buderus ................... 0 62,5 61,4 62 61,4 Deutsche Erdöl ............. 4 106 104,13 105,75 103,75 Gelsenkirchener.............. 0 71 69,25 70,75 69,5 Harpener................... 0 95 92 93,75 91,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 71,4 71 Ilse Bergbau ............ 7 — — 165,25 169 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 114 25 118,5 116,25 118.5 Klöcknerwerke .............. (1 64 63,5 63,65 64 Mannesmann-Röhren........ O 76 74 76 75 Marisfelder Bergbau......... O 29,5 —— 29,5 28,5 Oberschlei. Kokswerke......... 0 — — 84,75 84 Pbünir Bergbau............. 0 48,5 47,25 48,65 47,65 Rheinische Braunkohlen ...... 10 207 207 20* 206 Nheinstahl.................. 0 89,75 88,5 89,65 83,25 - Frankiurt a.M. Berlin Schluß- lurs Schluß!. Abend- böri Sch uß- lurs Schluß!. Mi lag- bör c Datum 25.3- 27.3. 25.3. 27.3- Bereinigte Stahlwerke. .......(1 47.25 47,4 47,75 47,4 Ltavi Minen ........ .......0 18,75 18.75 13.65 18,4 Kaliwerke Aschersleben. .......6 140,5 141,5 142 138 Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 143,5 144 143,5 140 Kaliwerke Salzdetfurth .......9 204 206 209,5 206 • F. G. Farben-Jndustrie 137,25 136,4 137,5 136,25 Scheideanstalt........ .......10 171 169,5 — — Goldschmidt ......... ....... O 59 59.5 60,25 59 Rütgerswerke ........ ....... 0 6,65 56,65 56,5 57 Metallgeiellschast...... .......0 40,13 40,25 39,5 40 Philipp Holz mann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Temeniwerk Karlstadt......... 0 Wayh & Freytag ............O Schultheis Payenhofer........o Siku (Allgemeine Kunstseide) ... O Bemberg ...............0 ZeUstosk Waldhos ............o Zellstoss Aschaffenburg .......o Dessauer Gas ............. 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum .......... 0 Orenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz.............. 6 Lhade......................12 Grthner....................o| Mainkraslworke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker .........vj 57,75 71,5 6 56,5 57,75 55 70,5 — — ■ — 6,55 — — — 117,75 116,75 44 42 44 42 52 56,5 54 56,25 58 59,5 58,4 58,25 18,25 28,75 28 29,29 — — 119,4 118,75 30,25 31 31 31,75 45,25 45 41 45,25 - — 53,5 53,75 33 33,5 34 34,65 127 127 127,25 127,5 38 36,5 36,5 37,5 76 75,5 — — — — 162,5 165 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a 2H. Banknoten. 25. Mürz 27-Mür, Amtliche ß'eie ■Notierung Brie Amtliche Geld lotierung Brie tzelsingiors. Wien........ 6,344 48,45 056 48,55 6,344 48,45 6,356 48.5^ Prag ....... — — — —- Budapest ... — — — — Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,05: Holland .... 168,93 169,27 168,93 169,27 Oslo....... 73,53 73.67 73,43 73.57 Kopenhagen. 64,04 64,16 63,99 64 11 Stockholm... 76,02 76,18 75,92 14.34 76,08 London ..... 14,35 14,39 14.38 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neu porl .... 4, >86 4,194 4,191 4,199 Brüssel..... 58,43 58,55 58.43 58,55 Italien..... 21.53 21,57 21 52 21,56 Paris..... 16,46 16,50 16,465 16.505 Schweiz ... 80,80 80,96 80,80 80,96 Spanien.... 35,26 35,34 35,26 35,34 Danzig .... 81,92 82,08 81,87 82,03 Japan ...... 0,899 0,901 0,899 0 901 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lmabon. ' 5,275 5,285 5,245 5,255 13,07 13,09 13,06 13,08 Berlin, 27.Mürz Geld Bries Amerikanische Noten.............. 4,175 4,195 Belgische Noten.................. 58,27 58,51 Dänische Noten ................ 63,62 63.88 Englische Noten ................. 14,30 14,36 Französische Noten............... 16.425 16,4t5 Holländische Noten............... 168,56 169.24 Italienische 'Noten................ 21,50 21,58 Norwegische Noten .............. 73,25 73,55 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 75,85 76,15 Schweizer Noten................. 80,62 81.94 Spanische Noten...... .......... 35,13 35,27 Ungarische Noten................