Crvd vnb Verlag: vrühl'sche Univeifität§-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Siesten. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchul'traste 7. Oie deutsche Aufklärung wirkt •n u u »- । 11 ft ä n - big abgedruckt. Die Auslösung des Siahlhelms in Vraunschweig tfkicbten. 8. März. mbad)t. iWrz. Bei der Besetzung des Krankenkassengebäudes kam es zu Z u s a in m e n ft ö fj e n zwischen den Schuhpolizeibeamlen und den Insassen des Hauses, wobei es 21 Verletzte gab. Liner der Verletzten ha« einen Bauchschutz erlitten. Betont wird, dah Die Schutzpolizei, als sie mit zwei Zügen das Gebäude besetzte, feststellte, datz auf dem Dach des Orts- krankenkasfengebaudes zahlreiche Leute mit dem Gewehr im Anschläge lagen. Ls stellte sich heraus, datz einige dieser Personen frühere Schuso-Leute und Kommunisten waren. Heber den Koppeln, die zum Teil auf dem Schlotz Sichel und Hammer trugen, hatten die Leute Stahlhelmwaffen gezogen. Auch der politische He* fecent des Landesverbandes des Stahlhelm Kremst e l ist in Schutzhaft genommen worden. Ls befinden fich nunmehr sämtliche Stahlhelmführer mit Ausnahme des Stahlhelmgeschäftsführers, der noch in der Rächt nach Berlin gefahren war. in polizeilichen Gewahrsam. Ls wird angenommen, datz | weitere Maßnahmen im Einvernehmen mit der 58.51 16$ 21.58 73-55 ti» 76.15 J1* 35.2/ Minister Klagges teilt umfangreiche Verhaftungen im Gebäude der Ortskrankenkaffe mit. Englische Blätter rücken von der Lügenhehe ab. Annahme von Mnjeigen für die Tagesnummer Dis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- hlameanieigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. • Derontwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. wurde unter Führung des Kommandeurs zur Ueberholung der Krankenkasse eingesetzt, während SA. und SS. Plätze und Straften in der Umgebung absperrten und säuberten. Die Stahlhelm- Hilfspolizei wurde entwaffnet, Hunderte von Zivilisten, die sich in dem Gebäude auf- hielten, namentlich feftgcffellt und ganze Pakete von ausgefüllten Anmeldungen beschlagnahmt. Unter den sichergestellten Papieren befinden sich mifglieberliften geschlossener Schufo-Formationen. Beichsbannermitgliedsbücher und weiteres belastendes Material, aus dem hervorgeht. daft die Stahlhelmführer bemuftt die Marxisten in ihrer Organisation sammelten. Ls ist ferner feftgcffellt, datz die Schufo-Abteilungen auf Befehl und Verabredung an den Stahlhelm herangetreten sind, um auf diese Weise den Kampf gegen die NSDAP, und die nationale Erhebung führen zu können. Mehrere im Hause befindliche S t ahlhelm- führe r und sämtliche dort feffgeftellten Zivilisten wurden wegen des verdachtes, eine gegenrevolutionäre Unternehmung vorbereitet zu haben, in haft genommen. Unter den verhafteten Stahlhel- I mern befinden sich u. a. die Landesführer N o w a ck, Rechtsanwalt L l s m a n n . Dr. 5 pillner und Ingenieur Seidel. — Die verhafteten Marxisten setzten sich aus Reichbannerleuten, Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen: unter ihnen befindet sich der Reichsbannersührer hedermann, der bereits zugegeben hat, mit dem Stahlhelm verhand- I lungen über einen geschloffenen Eintritt seiner verbotenen Organisation in den Stahlhelm geführt zu haben. sammelte sich eine erregte Menge von Korn- muniften und Sozialdemokraten an, aus deren Mitte drohende Rufe gegen Adolf Hitler und gegen die NSDAP, laut wurden. Unter Duldung des Stahlhelm nahm der rote Mob, der feit Wochen sich nicht mehr aus feinen Schlupfwinkeln herausgewagt hatte, eine drohende Haltung gegen Nationalsozialisten und hitlerjungen an. Ls kam sogar zu Mißhandlungen von hitlerjungen durch Stahlhelmer. Infolge dieser unerhörten Haltung des Stahlhelm, durch die der Erfolg der nationalen Erhebung in Braunschweig aufs schwerste gefährdet wurde, bemächtigte sich der nationalen Bevölkerung der Stadt eine unbeschreibliche Erregung. Minister K l a g g e s sah sich gezwungen einzugreifen. Schutzpolizei 5 9 I jten- 9,047 168,93 73,43 63,99 75,92 14.34 0,818 9,191 =8,43 2152 16,465 80,80 35-26 0,899 0,239 5,245 13,06 fein mögen, so ist dies sicher bedauerlich. 2lber gleichzeitig ist zu sagen, datz nie in der Geschichte eine revolutionäre Umwälzung, tote die jetzt in Deutschland vollzogene, stattgefunden hat, ohne dah gewisse Härten damit verbunden waren. Meines Erachtens zeugt es von der ungeheuren, dem deutschen Volke innewohnenden Disziplin, dah derartige Eigenmächtigkeiten nur in äußerst wenigen Fällen und auch dann nur in verhältnismätzig milder Form vorge- kommcn sind. Sie werden selbst bemerkt haben, dah die energischen Aufrufe des Herrn Reichskanzlers und von Minister Goring, welche vor einigen Tagen derartige eigenmächtige Handlungen einzelner unter strengste Strafe stellten, „einen durchschlagenden Erfolg hatten und Falle eigenmächtigen Dorgehens nicht mehr bekannt geworden sind. Deutsche Wirtschastssührer gegen die ausländische Greuelpropaganda. Berlin, 27. März. (TU.) Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Dr. Grund, hat an die Deutschamerikanische Handelskammer in Neuyork ein Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: Wir sind sehr erstaunt über Nachrichten von weitreichenden Gewaltakten gegen die jüdische Be- Aeuhork, 28. März. (WTD. Funkspruch., In der von 20 000 Menschen besuchten Madi - son - Square - Garden - Hall wurde gestern eine Protest Versammlung veranstaltet. Die einzelnen Redner betonten in ihren Ansprachen durchweg ihre Freundschaft für Deutschland und das deutsche Volk und beschränkten ihre Proteste auf die angeblich vorhandene oder in Zukunft mögliche Absicht der deutschen Regierung, gegen die deutschen Iuden vorzugehrn. Die Versammlung, die überaus ruhig und ohne Demonstration verlief, nahm zum Schluß eine Entschließung des Rabbiners Wise an, in der die deutsche Regierung aufgefordert wird, ,ihre judenferndliche Politik und die Ausweisung der Ostjuden zu unterlassen". Sn ihren Berichten über die Protestversammlungen heben die Blätter hervor, daß keine Angriffe auf Deutschland erfolgen würden. Zum erstenmal fielen heute dieMel- dungen überGreuelnachrichten aus Die deutschen Dementis wurden d o Ir f* " " Oer Abwehrkampf gegen die Greuelpropaganda im Ausland dtebötie. llärz. Die Getreide- Haltung, die Üml-Jh' , Angebot aus erber zeldarbcitcn in engen auch kaum Aach- ber, da das MHI- rtittcl brodelten z.L. e leicht an. 3m all- iveau gegenüber der Leizen 210 bis ri>, > 180, Hafer l« d's und niederrh:in 30 -Soggenllcic 8,40 bti ) 75, Palmkuchen ) Treber 12,10 M "4,50, Mizen. oder gebündelt 2.20. r Getreide je Tonne, [[ogramm in iftric hiesiger W» m bei Waggonbezugz Lrlcheini täglich, außer Lonniogs und feiertags Beilagen: Die Illustriert. Di,neuer FamUienblatter Heimat m Bild Die Scholl. monats: Bezugspreis: Mn 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anlchrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Liehen, pofischeckkonta: Xrontfurt am Main 11686. teun 47 ^unhen Min!^ e,nen neuen -"w, 58,27 §62 14,30 16.« 168.56 21.50 73-25 2^ 75-85 8'1.62 169.5 73.5? 5! 11 76.08 14.38 0.822 4,199 58.55 21.56 16.505 80,96 ti.34 82,03 0»1 0,241 5,255 13.0» ^ereilt,. x6- Nörz. $. ( ^-hUNg nk , "2. Rektors 'Wirkung' al- Die fü- ^legt. Erscheinung “■“He llüimo Platzes in Gri*t|l le auJ 4,5 d. h |aa Rebolen, die Um “ ™ei(i);i^Qna>eb zubringen vermögen. . Wie von gut unterrichteter natwnalsoztallst.scher Seite mitgeteilt wird, werde die Regierung nunmehr zulassen, daß alles im Rahmen des Gesetzmäßigen geschehe, was zur Abwehr der Auslandspropaganda geeignet sei. Es handele sich dabei um eine reine Ab- wehrmatznahme. Die Regierung werde sich dieser Abwehrbewegung gegenüber genau so ver- halten, wie sich die ausländischen Regierungen gegenüber der Greuelpropaganda verhielten. Wenn das Ausland dagegen einschreite, werde die Reichsregierung auch gegen die Ad- wehrbewegung in Deutschland einschreiten. Wenn das Ausland dagegen nichts tue, werde Die Reichsregierung in Deutschland den Dingen ihren Lauf lassen. Die deutschen Kirchen appellieren an amerikanische Kirchenführer. Berlin, 27. März. (TU.) Die in Amerika geplanten Protestkundgebungen, an denen auch l i r dj l i d& e Greife beteiligt lern sollen haben den Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses D. Kapier veranlaßt, an D. Ladman - Reuyork, einen der hervorragendsten Führer des kirchlichen Lebens in Amerika, die dringende Ditte zu richten seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß nicht auf Grund falscher Berichte Kundgebungen gegen Deutschland erfolgen. Dr. Kapier weist darauf hin. dah die Reichsregierung Ordnung und Sicherheit gewährleistet. — Oberdomprediger D. Burghard t hat als Präsident des deutschen Weltbundes für Freundschastsarbeit der Kirchen sich an die amerikanische Gruppe des Weltbundes sowie an führende Persönlichkeiten des amerikanischen Kirchenbundes gewandt und die dringende Warnung ausgesprochen, übertriebenen und erdichteten Berichten über angebliche Terrorakte in Deutschland Glauben zu schenken. Oer ReichsauHenmmister spricht zu Amerika. R e u h o r k, 27. März. (WTB. Funkspruch.) In einer Unterredung mit Dem Chef-Korrespondenten Der Assoiated-Preß erklärte Der Reichsauhenrnmi- ftcr Freiherr von Reurath, Daß der Desorganisierte Berwaltungsapparat nicht ausreiche, um jeDer einzelnen böswilligen Falschmeldung auf Den Grund zu gehen und sie zu dementieren. Ich kann mir", fuhr der Reichsminister fort, diese zur Zeit gegen die deutsche Regierung entfachte Propaganda nicht anders erklären, denn als eine bewußte Miedergeburt der während des Weltkrieges betriebenen Hetzkampagne. Wie absurd diese Propaganda ist, haben Sie ja erst vorgestern persönlich erlebt Sie konnten noch am Morgen von unglaublichsten Mißhandlungen lesen, die angeblich den Herren B r e i t s ch e i d und Wels zuteil geworden seien und hatten am Rachmittag Gelegenheit, die beiden Herren als Teilnehmer der Reichstagssihung zu sehen. Mir scheint, daß sich allein mit diesem Hinweis ein Eingehen auf weitere Einzelheiten erübrigt. Wenn zu Beginn der nationalen Revolution gewisse älebergriffe einzelner vorgekommen Dotierung. Keinerlei organisierte Akte Dieser Art haben stattgcfunden. Jüdische Gc- sa,iftswelt geht unbelästigt ihren Geschäften nach. Ausnahmeakte von Gewalt sind streng mißbilligt und energisch von Der deutschen Regierung unterdrückt worden. Das Geschäftsleben setzt seinen normalen Gang fort. — Auch von dem Präsidenten der Deutschen LanDesgruppe Der Internationalen HanDelskammern, Fr owein, ist an Die amerikanische LanDesgruppe Der Internationalen Handelskammer ein ähnlich lautenDes Telegramm gerichtet worDen. Reichsarbeitsminister Seldte an Amerikas Frontkämpfer. •Berlin, 28. März. (ERB.) ReichsarbeitS- minifter Seldte hat in einem Kabeltelegramm an die amerikanischen Frontkämpfer-Organisationen gegen die Greuelpropaganda in fdjärf- ft er Weise Protest erhoben. Der Reichs- arbeitsminister appelliert als Frontsoldat an d i e ehemaligen Frontsoldaten Amerikas und weist sie darauf hm, dah sie trotz erbittertsten Kampfes 1917/18 immer anständige Gegner waren, und daß sie sich an diese Zeit erinnern sollten, wenn jetzt Güge.i- melöungen ihnen das Bild vom deutschen Charakter zu verdunkeln suchen. M ü n ch e n. 27. März. (ERB.) Wie die Ratio- nalsozialistijche Parteikorrespondenz nutteut, toirD nunmehr Die RSDAP. den Abwehr kampf gegen Die internationale jüdische ®reuel- unD Boykotthetze gegenüber Deutschland x n s ch a rf- st e r F o r m ausnehmen. Es verlautet, daß bereits am Dienstag die Anordnungen für Die Organisation einer gewaltigen Volksbewegung 8 ur Bi 1 - Dung dom Boykottkomitees gegen Die ju- Dischen Geschäfte in Deutschland als Antwort auf Die Boykottdrohungen Des internationalen Iuden- tums ergeben. Gleichzeitig soll in einer ungeheuren Propagandawelle Der Forderung nach Einführung des n u m e r u s clausus für die Beteiligung des Judentums an bestimmten akademischen Berufen und öffentlichen Einrichtungen Ausdruck gegeben werden. Heber 8 Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos, und unser eigenes Intelligenzproletariat zahlt nach vielen Hunderttausenden. Trotzdem hat das Deut- sche Bolt Hunderttausenden von jüdischen Intellektuellen die Teilnahme an diesen akademischen ‘Berufen gestattet. Dieselben jüdischen Akademiker find eS in erster Linie, Die heute Deutschland als Dank Dafür vor Der Welt in einer wahrhaft schamlosen Lügenhehe heruntersetzen. Zur Abwehr Dieses Treibens wird nunmehr die Forderung erhoben werden, dem Iudentum in D eutschland an den Hochschulen, in den ‘Berufen der Rechsanwälte und der Aerzte nur Dieselbe Quote zuzubilligen, die sie in oer Gesamtzahl der Einwohnerschaft Deutschlands ausmacht. Der Abwehrkampf soll durch Bildung besonderer Aktionskomitees mittels einer riesenhaften Aufklärungspropaganda geführt werden. Damit wird vielleicht gerade dieser jüdisch-internationale Hahfeldzug gegen Deutschland anläßlich einer Revolution, in der Dem Iudentum kein Haar gekrümmt wurde, zum Anlaß toetDen einer schon längst erwünschten Klarstellung des BerhältnisseS zwischen dem Deutfd) en Staatsvolk und jenen, Die für Die ihnen gewährte GastfreunDschaft kein Berständms auf- 27 Keine Sinmischunq Washingtons Washington, 27. März. (TU.) Staatssekretär Aull und Die amtlichen Kreise Des Staatsdepartements fühlen sich Durch Den Bericht Der Berliner amerikanischen Botschaft erleichtert. Staatssekretär Hüll befürchtete offenbar, unter Dem unbeschreiblichen Druck Des amerikanischen IuDentums gegen seine eigene Absicht zu irgendwelchen amtlichen Schritten gezwungen zu werden. Er betont beson- Ders im Hinblick auf Die bevorstehenDe Weltwirt- schaftskonferenz, daß Die amerikanische Regierung nicht beabsichtiae. Das Deutsche Volk Durch eine Einmischung in feine eigenen Angelegenheiten zu irritieren. r v _ Die amtlichen Kreise Washingtons sowie Der Zen- traloerein Deutscher Staatsbürger jüDischen Glaubens haben, allerbings erfolglos, alles v e r - sucht, um Die für Den heutigen Montag angekün- Digten Prote st Versammlungen zu verhin- Dern. Die Deutschen Juden haben betont, sie befürchteten, Daß eine übertriebene PropaganDa gegen Deutschland sich als Bumerang auswir- k e n könnte. Stärkere Zurückhaltung in Reuyork. ieabbrötfelnl». $_• Mangels Mn. oborfe nahezu qe « weiler zu (Statt- er 5iundichafl faum gleich zum Berliner ir knapp gehalten gen 1 o.h. höher, ilnpaffung an Den ljitt zur Notiz 3m etwas gefragt unD liaunzsiurs. Trohe. >dwo zu verzeichnen, eit die Gefchajtchil' Gesfürel und Ear rün zur Notiz, v gebieten übtrnr 3®. Farben Ml Angebot, auch rlahl- nach. Späte Reichs mit 84,50 d. f) Brief lag schwach und 0,50 nbbriefen lagen ein- ip. Bank 0,75 v fj, ,40 bis 14,2-5, Silbe mtzgebielsanleihe 8,75, -ichsbahn-M. 10025, ), Gelsenkirchen 60.2- • 5, AEG. 36, Daimler 3. Farben 136.13 bü - 136.50, Rhein GW« ,50, Siemens 164-50, Nr 74 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 28.März 1935 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ein weiterer amtlicherBericht. Braunschweig, 27. März. (MTB.) Der braunschweigische Jnnenminisker teilt ferner amtlich mit: „Der Stahlhelm. Ortsgruppe Braunschweig, nahm feit Tagen ganze Scharen neuer Mitglieder aus Den aufgelösten und niedergeschlagenen Organisationen auf. heute nahm diese Eintrittsbewegung Massencharakter an. Hunderte ehemalige Reichsbannermitglieder, Sozialdemokraten und Kommunisten zogen jum Teil in geschlossenen Abteilungen und unter Bedeckung durch Slahlhelm-hilss- Polizei zum wachtlokal des Stahlhelm indem Gebäude der Ortskrankenkasse. Fortgesetzt wurde Freiheit, Front heil und Rot Front gerufen. Bot dem Hause und in den anliegenden Straßen London, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter berichten eingehend über den Beschluß der deutschen Regierung, für den Fall der Fortdauer der unter jüdischer Führung in Gang befindlichen Propaganda im Auslände schärfste legale Gegenmaßnahmen zu treffen. Ebenso veröffentlichen sie die nachdrückliche Zurückweisung DeS BersucheS einer Wiederbelebung Der ©rcuel- propaganDa, Die Der Reichsaußenminister erteilt hat.. Meistenteils beschränken sich die Zeitungen in Dieser Frage auf einfache Tatsachenberichte und es zeigt sich das offenbare Bestreben, kein Oel in Das Feuer zu gießen. — Eine Ausnahme macht leDiglich Der sozialistische DailhHeral D“,Der sich aus polnischer Quell e mit neuem Material versorgen läßt. Auch „S aiii) M i r r o r‘‘ i “na „toiaen bezieht DaS seinDliche PropaganDamaterial aus Reichsregierung erso g . , einem Warschauer Blatt- Besprechungen M An1ch°uldigun°g«n F°uch,w°nä-r^°°rösi°nttich"ha" Berlin 28. Mörz. r ber e 1 - I nicht m Wege stehen." tet gewesen. In Kreisen der RSDAP. ist man 9 ' 9___________ der Auffassung, nachdem der Charakter dieser Zersetzung durch Provokateure einmal klar erkannt sei, dürfte die Angelegenheit damit erledigt sein und weitere derartige ZersehungS- manover dürften unwirksam bleiben. Matt erwartet, dah nach einer Umorganisierung des Braunschweiger Stahlhelm daS Verbot deS Stahlhelm wieder aufgehoben wird. Eine Erklärung des Giahlhelm-Bundesamis. H a l! c, 28. März. (ERB. Funkspruch.) Zu der Meldung über die Auslosung des Stahlhelms in Braunfchweig wird vom StahlhelmbundeSamt in Berlin mitgeteift, eine geschlossene Aufnahme von roten Berbänden im Stahlhelm Braunschweig sei n i ch t v 0 r g e n 0 m m e n worden. Allerdings seien solche Berbäickie in ge- schlossenem Zuge zwecks Aufnahme z u m Werbebureau deS Stahlhelms gezogen. Etwaige gegen die BeidjSregietung gerichtete Rufe in diesem Zuge fallen also nicht dem Stahlhelm zur Last. Der Geschäftsführer des braunschweigischen Stahlhelms weile beim Stahlhelmbundesamt in Berlin und werde dort vernommen. Im übrigen schweben die Der- Wans Austritt aus dem Völkerbund. Oie formelle Austrittserklärung in Genf überreicht. Handlungen noch', doch lasse sich schon übersehen, daß eine Verschwörung des braunschweigischen Stahlhelms gegen die Regierung, insbesondere den Reichskanzler, unter keinen Um» ständen in Frage komme. Der Bund habe Aufnahme geschlossener Verbände schon vor Wochen verboten und für Einzelaufnahmen äußer st e Vorsicht und längere Probezeit angeordnet. Gin Pressebericht. Braunschweig, 28. März. (ERB.-Funkspruch.) Zu den Vorgängen in Braunschweig schreckt die „Braunschweigische Landeszeitung" unter anderem: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, sind wir gestern in Braunschweig mit knapper Rot in letzter Stunde einer blutigen Katastrophe entronnen. Hunderte von Marxisten, die sich bereits als Stahlhelmer wähnten, hatten sich bewaffnet, und es versteht sich von selbst, daß sie noch in der Rächt am Dienstag im ganzen Bereich der Landeshauptstadt in der Maske von Stahlhelmern Einzel-Aktionen gegen Rationalsozialisien und Deutschnationale unternommen hätten. Insgesamt waren nach den polizeilichen Feststellungen gegen Mitternacht im Ortskrankenkassengebäude außer 200 Stahchelmern 1100 Sozialdemokraten und Kommunisten versammelt. An den fünf Fingern seiner Hand kann man sich abzählen, was diese Zusammenballung verbitterter Marxisten für Folgen gehabt hätte. Mitten in den ruhigen und erhebenden Ablauf der nationalen Revolution platzt dieses grausige Abenteuer, das heute in ganz Deutschland Abscheu und Ekel auslösen wird. Es ist bezeichnend im höchsten Grade für uns Braunschweiger, daß sich die Vorgänge ausgerechnet in unserer engeren Heimat abspielen mußten, in der der nationale Wille erstmalig entscheidend zum Durchbruch kam und in der Hitler die deutschen Etaatsbürgerrechte zuge- sprochen wurden. Aber das mag hingehen, und in diesem Falle wollen wir uns einmal frei von lokalem Patriotismus fühlen. Aber hoffen wir und darauf werden wir bestehen, daß sich ähnliches nie wieder und nirgends in Deutschland abspielt. Die Verantwortlichen sollen die ganze Schwere einer strengen Strafe zu spüren bekommen. Diese Forderung wird, davon sind wir überzeugt, vor allem jeder aufrechte Stahlhelmmann zu seiner Sache machen, auf daß der schneidig« Frontsoldatengruh „Front Heil", den gestern in kurzer Stunde der Verwirrung und Verirrung marxistischer Janhagel ausstieß, wieder zu Ehren komme. Eine Entschließung des Reichsverbands deutscherpost- undTelegraphenbeamten Berlin, 25. März. (WTB.) Der Verbandsvorstand und der Verbanüsausschuß des Reichsverbands deutscher Post- und Telegraphenbeamten hat eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Der Reichsoerband deutscher Post- und Telegraphenbeamten e. D., frei von parteipolitischen und konfessionellen Bindungen jeglicher Art, hat es stets als seine vornehmste Aufgabe betrachtet, im Interesse des Staats zu wirken und die berufenen Regierungen in allen auf das Wohl des Volks bedachten Maßnahmen nach Kräften zu unterstützen. Getreu diesem seinem Grundsatz stellt sich der Reichs- verband hinter die von dem Willen der V o l k s m e h r h e i t getragene nationale Volksregierung und gelobt, alles dafür einzusetzen, daß das von ihr begonnene Werk der Wiederaufrichtung unseres nationalen und wirtschaftlichen Lebens auf der Grundlage deutscher Kultur zu einem die Gesamtheit des Volkes förderndem Endergebnis geführt wird. An alle Mitglieder des Verbands ergeht die Aufforderung, Organisationsdisziplin zu> wahren und allen organisations- und staatszersetzenden Kräften entgegenzuwirken. Die organisationspolitischen Grundlagen müssen hierbei hoch- gehalten werden. Oie Hauptgemeinschast des Einzelhandels auf nationalsozialistischer Grundlage. Berlin, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Seit einiger Zeit haben bereits Verhandlungen zwischen der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels und der Reichsleitung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes der RSDAP. über ein Zusammengehen in wichtigen Fragen stattgefun- den. Diese Verhandlungen haben jetzt zu dem bindenden Al kommen geführt, das u. a. an die Stelle des ersten Vorsitzenden der Hauptgemeinschast ein der RSDAP. angehörender Einzelhändler, und zwar Paul Trendemann, Berlin, in Firma Marzahn Rachf. G. m. b. H., Spandau, treten soll. Der Vorstand der Hauptgemeinschaft hat weiterhin 51 Prozent der Sitze des Vorstandes solchen Einzelhändlern eingeräumt, die der RSDAP. angehören und vom Kampsbund genannt werden. Die nächste im April stattfindende Mitgliederversammlung wird endgültig über dieses vorläufige Abkommen beschließen. Aus Anlaß der iUmgestaltung und der Eingliederung der Hauptgemeinschaft in den neuen Staat wird das Haus des Einzelhandels vom heutigen Tage die schwarzweihrote Fahne und die Hakenkreuzfahne hissen. Dr Wagner, Kommissar der Spitzenverbände der Aerzteschast. Berlin, 27. März. (Täl.) Die Spitzenverbände der Deutschen Aerzteschast: Der Verband der Aerzte Deutschlands (Hartmann-Bund) und der Aerztevereinsbund, haben sich dem ersten Vorsitzenden des nationalsozialistischen deutschen Aerztebundes, Dr. med. Wagner, unterstellt. Dr. Wagner übernimmt als Kommissar die Führung beider Spihenverbände mit absoluten Vollmachten. Dr. Wagner und die Vorstände der Spitzenverbände haben folgende erste Anordnung erlassen: „3n Durchführung ihres Beschlusses, Geist und Form der ärztlichen Verbände der politischen Reuordnung anzugleichen, ersuchen die Vorstände des Aerztevereinsbundes und des Hartmannbundes ihre Llntergliederungen im Sinne der Forderung der deutschen Aerzte- schaft beschleunigt dafür Sorge zu tragen, daß aus Vorständen und Ausschüssen die jüdischen Mitglieder ausscheiden und Kollegen, die sich innerlich der Reuordnung nicht anschließen können, ersetzt werden. Ferner ist durch die Vorstände der kassenärztlichen Vereinigungen den Vorständen der Krankenkassen und den Versicherungsbehörden (Versicherungsämter, OberversicherungS- Genf, 27.März. (TU.) Die japanische Regierung hat am Montagnachmiltag dem Generalsekretär des Völkerbundes den Austritt aus dem Völkerbunde amtlich mitgeteill. Rach den Bestimmungen des völkerbundspakles wird jedoch der Austritt Japans erst nach Ablauf von zwei Jahren endgültig; bis dahin ble.bt Japan im Völkerbunde weiter im Vollbesitz seiner Rechte und Pflichten. Die japanische Regierung hat folgende Anweisungen gegeben: 1. Die Zahlung der Mikgliedsbeilräge an den Völkerbund wird eingestellt. 2. Die japanische Abordnung in Genf wird aufgelöst. 3. Die Wahrnehmung der japanischen Interessen wird der Gesandtschaft in Bern übertragen. 4. Japan bleibt in d e r Abrüstungs - und in der wellwirlschaftskonferen; vertreten, wie Länder, die dem Völkerbund nicht angehören. Die Krise, die zwischen Japan und dem Völkerbund entstanden war, seitdem sich herausgestellt hatte, daß der Mukdener Zwischenfall vom 18. September 1931 für Japan der Ai sg ngspunkt einer großangclegtcn militärisch°polili,.,en Aktion in der Mandschurei war, die es unabhängig von der Genfer Institution durchzusühren gedachte, hat mit der Wiedergabe der japanischen Au2trittserklä- rung nunmehr ihren lange erwarteten Abschluß gefunden. Die vorsichtig abwartende Taktik, die Japan seit Beginn der Krise in Genf verfolgte, zeigt, daß es sich nicht leichten He r z e n s zur Trennung von dem Bunde entschlossen hat, an dessen Gründung es selbst beteiligt war, in dessen Satzung es die G le i ch h e i t der Rasse durchgesetzt hatte, als dessen Mandatar es ehemals deutsche Kolonien verwaltet und in dem es 13 Jahre lang a l s ständiges Ratsmitglied in führender Stellung für die Regelung zahlreicher internationaler Fragen und Konflikte mitverantwortlich war. Eine stattliche Anzahl kenntnisreicher, begabter und umsichtiger Diplomaten hat im Laufe der Zeit in diesem Gremium nicht nur die Meinungen des fernen Jnselreiches, sondern die Stimme Asiens amt) gegenüber darauf zu dringen, daß jüdische und marxistische Vertrauensärzte beschleunigt ersetzt werden, gez. Dr. Staude r." „Ich ordne an, daß obigem Ersuchen unverzüglich Folge zu leisten und Vollzugsmeldung an mich (Anschrift: Rationalsozialistischer Aerztebund München, Hotel Reichsadler) zu erstatten ist. gez. Dr. Wagner, Kommissar." Gegen Lleberteuerung von Margarine und Kunstspeisesett. Berlin, 25. März. (WTB.) Im Hinblick auf die am 23. März 1933 erlassene Verordnung des Reichspräsidenten flut Förderung der Verwendung inländischer tierischer Fette und inländischer Futtermittel gibt der Reichskommissar für Preisüberwachung bekannt, daß er die Preisbildung für Margarine und Kunstspeisefette in der nächsten Zeit mit ganz besonderer Aufmerksamkeit verfolgen wird. Gegen äleberteuerungen wird mit allem Rachdruck, gegebenenfalls mit der Schließung von Betrieben, die ungerechtfertigte Preise für diese Lebensmittel fordern, vorgegangen werden. Dor einer spekulativen, preistreibenden Dorratseindeckung wird gewarnt, eine Rachversteuerung der Dorräte beim Handel ist bei Inkrafttreten der Ausgleichsabgabe für Margarine und Kunstspeisefette vorgesehen. Kleine politische Rachrichten. Der Vor st and des Deutschen Anwaltsvereins hat einstimmig beschlossen, sein Amt zur Verfügung zu stellen, um eine Neuwahl zu ermöglichen. Es soll sofort die Auflösung des Wahlkörpers, der Abgeoronetenversammlung des Vereins, herdeigeführt werden. Nack der Auflösung wird unverzüglich die Wahl durchgeführt werden, so daß die dann dem gegenwärtigen Willen der Anwaltschaft entsprechende Vertretung in der Lage ist, den Vorstand neu zu bilden. Die für Anfang April angesetzt gewesene A u s - bildungsreise der deutschen Flotten- st r e i t k r ä f t e, die über Spanien und Portugal nach den Kanarischen und Kapverdischen Inseln führen und an der die sämtlichen großen Einheiten der deutschen Reichsmarine teilnehmen sollten, ist wegen notwendig gewordener Aenderungen des Ausbildungsprogramms der Flotte abgesagt worden. * Der Reichsminister und Kommissar für das preußische Ministerium des Innern, Göring, teilt mit, daß er am Montag Rittmeister von Morozo- wicz zum Kommissar zur besonderen Verwendung im preußischen Ministerium des Innern ernannt hat. Durch die Auflösung der Reichszentrale für Heimatdienst sind Ministerialrat Dr. Strahl, Oberregierungsrat Krebs und vier Regierungsräte mit Wartegeld einstweilig in den Ruhestand verseht. ♦ Der Regierungspräsident teilt mit, daß gegen den Oberbürgermeister von Königsberg, Dr.Dr.h.c. Lohme y er, das Dienststrafverfahren eingeleitet und gleichzeitig seine vorläufige Dienstenthebung ausgesprochen worden sei. • Rach einer Unterredung des Leiters der bayerischen Studentenschaft, Gengenbach, mit dem kommissarischen Justizminister Dr. Frank hat der Justizminister den Leiter der Studentenschaft ermächtigt, den studentischen Der- bindungen und der Oeffentlichkeit mitzuteilen, daß das MensurverbotinDahernauf- gehoben ist und die Gerichte angewiesen sind, Vergehen gegen das Mensurverbot nicht mehr zu verfolgen. überhaupt zur Geltung gebracht und manchen wertvollen Beitrag zur internationalen Arbeitsgemeinschaft geliefert. Man denkt an den früheren Botschafter und jetzigen Präsidenten des Haager Gerichtshofes A d a t s ch i, der jahrlang Berichterstatter für die Minderheitsfragen war und sich auf zahlreichen Tagungen mit Erfolg um einen gerechten deutsch - polnischen Ausgleich bemühte, sowie an seine Rachfolger in dieser Berich terstattungssunktion, den späteren Außenminister V o s h i s a w a, der bei den Golassowitzer Zwischenfällen die Verantwortung Polens fest- stcllte, und den Botschafter R a g a o k a , der auf den letzten Tagungen dem deutschen Standpunkt in der Frage der polnischen Agrarreform volles Verständnis entgegenbrachte. Außerdem hat Japan durch die beiden Llntergeneralssekretäre R i - tobe und S u g i m a r a , die nacheinander die Kultur- und die politische Abteilung des Völkerbundssekretariats leiteten, seine Rolle als Großmacht und Kulturstaat betätigt. Eine Hoffnung für den Genfer Bund, dem bereits Rußland und die Vereinigten Staaten ferngeblieben sind, mag die Tatsache sein, daß in der Vergangenheit ähnliche Schritte nicht immer zum endgültigen Bruch geführt haben. Es steht zwischen Japan und dem Völkerbund nur die (Snttoialung, die die Mandschureifrage auf Grund oes Lytton-Berichtes zwangsläufig genommen hat, und eine endgültige Regelung dieser Frage innerhalb der nächsten zwei 3alyre erscheint nicht ganz ausgeschlossen. Oeutsch.and und d»e japanischen Südseemandate. Berlin, 27. März. (TU.) In der japanischen Presse sind Mitteilungen verbreitet worden, wonach am 24. März d. I. zwischen maßgeblichen deutschen und japanischen Stellen Vorverhandlungen über die Zukunft der vormals deutschen, jetzt von Japan verwalteten Südseeinseln begonnen haben sollen. Amtlich wird hierzu erklärt, daß solche Verhandlungen ni ch t ftattgefunben haben. Damit fallen auch die angeblich von bestimmten Persönlichkeiten abgegebenen Erklärungen über die Absichten der deutschen Regierung in Ansehung dieser Inseln in sich selbst zusammen. Die deutsche Auffassung ist erst vor einigen Tagen der deutschen Presse bekanntgegeben worden. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert. Aus Der provmzialhauptstavt. Oer Reitsport beim Pferdemarkt. Das Meldeergebnis. Am morgigen Mittwoch finden auf dem Gelände an der Rodheimer Straße im Anschluß an den Pferdemarkt interessante reit» sportliche Darbietungen statt. Für die ausgeschriebenen Wettbewerbe ging eine stattliche Anzahl von Meldungen ein. Für das 3agdspringen der Klasse A haben sechs Herren gemeldet. Es sind dies die Herren Reinhard Eifer und Heinrich 3 ä g e r (Verein Wettertal), Walter Rumpf, Eugen Volk und Eugen Dietz vom Butzbacher Reiterverein, sowie A. Walter (Verein Friedberg). Für das 3agdspringen der Klasse L gingen 15 Meldungen ein. 3n diesem Wettbewerb ist die 4. Kompagnie des Gießener Bataillons allein mit 7 Mann vertreten. Ferner haben gemeldet: Paul Hoffmann und Heinrich Hoffmann (Verein Wettertal), Heinrich S ch u d t (Verein Rabenau), Eugen Dietz und Hermann Vissel (Verein Butzbach), A. Walter (Verein Friedberg), Ludwig S ch ö m b s (Gießen). Hauptmann von Stockhausen (Gießen) hat ebenfalls zu dem Wettbewerb in dieser Klasse gemeldet. 3m Postillon-Rennen (Klasse 4) starten Eugen Dietz (Butzbach), Hermann Vissel (Butzbach) und A. Walter (Friedberg). 3n Klasse 5, Schleifenraub, wird der Butzbacher Reiterverein auf den Plan treten. Den Wettbewerben darf man mit großem (Interesse entgegensetzen. Die Veranstaltung dürfte sich zu einem bemerkenswerten reiisportlichen Ereignis für alle 3nteressenten der Pferdezucht und des Pferdesports gestalten. Bei dem schönen Wetter wird auch der Pferdemarkt den Besuchern viel 3nteressantes bringen. Oie Gießener Frühjahrsmesse. Prächtiges Wetter begünstigt die diesjährige Frühjahrsmesse. An den Rachmittagen, wie auch an den Ab.nden herrscht auf Oswaldsgarten lebhafter Betrieb. Die Gießener Frühjahrsmesse vollzieht sich stets im gleichen Rahmen. Orgeln klingen so wie immer über den Platz. Mit alten Schlagern kann man ausreichend „Wiederhören" feiern. Es gibt auch vielerlei zu sehen. Eine Hexenschaukel läßt Geheimnisvolles vermuten, an der Bude der Sensationen bemüht sich ein Ausrufer um die Aufklärung seiner Mitmenschen über die gcheimnisvollen Vorgänge hinter dem Zelt- vorhang, wenige Schritte weiter härt man von dem kühnen Fahrer an der „Steilen Wand", der auch diesmal wieder seine halsbrecherische Kunst zeigt. Ein kleines Affentheater ist stets von Zuschauern umlagert, die elektrische Autobahn hat ebenfalls immer viel Besuch, wahrend ein Lautsprecher die Geräusche der Wagen zu übertönen versucht. Schießbuden, Zuckerwarenverkäufer, Ballonstände und vieles andere mehr sind auch diesmal wieder vertreten. Besondere Aufmerksamkeit wird man u. a. auch den Liliputpferdchen entgegenbringen, welche die Besucher durch ihr munteres Wesen erfreuen. Es handelt sich um Tierchen zum Teil ostafrikanischer, zum Teil sibirischer Herkunft, die sehr gut proportioniert und tatsächlich nicht größer sind als ausgewachsene Schäferhunde. Das kleinste der Tiere ist nicht hi her denn 55 Zentimeter und kann ohne Mühe auf den Arm genommen Werdern Den Kindern bereiten die Tierchen besonderen Spaß, denn mit Recht kann man angesichts ihrer geringen Körper- ausmahe von lebendig gewordenen Schaukel- Pferdchen sprechen. Richt zu vergessen ist das Hippodrom, vor dem die Messebesucher immer wieder freundlich eingeladen werden, sich doch auch einmal im Reiten zu versuchen. Reben der Schaumesse sind auch wieder zahlreiche Verkaufsbuden aufgeschlagen. gang". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Glück über Rächt". — Der Gleibergverein hält am kommenden Samstag (16 älhr) auf dem Gleiberg auf Einladung des Landrats des Kreises Wetzlar als Aufsichtsbehörde eine außerordentliche Generalversammlung ab, die sich mit der Entlastung des bisherigen Vorstandes, mit der Rechnungslegung und der Dorstandswahl zu beschäftigen haben wird. Nationalsozialismus und Lehrerschaft. Am vergangenen Donnerstag hatte die Kreisleitung des NS.-Lehrerbundes die Lehrerschaft in Staat und Kreis Gießen zu einem Vortrag im CafL Ebel eingeladen. Der Besuch war so stark, daß der etwa 250 Personen fassende Raum nicht ausreichte. Auch der Flur und die benachbarten Zimmer roaten dicht besetzt. Viele mußten wieder mmehren, weil sie auch dort keinen Platz mehr finden konnten. Der Kreisobmann Dr. ch e n ß eröffnete — wie man uns berichtet — die Versammlung mit einer Ansprache über „Deutschlands Golgatha und Auferstehung", in der er einen Rückblick auf den Leidensweg des deutschen Volkes und den Kampf der deutschen Freiheitsbewegung gab. Die tiefere Ursache unseres wirtschaftlichen Zusammenbruchs liege in einem geistig-seelischen Verfall unseres deutschen Volkes, der sich auf allen Kultur- und Lebensgcbie- ten zeige. Die Glocken von Potsdam hätten die Auferstehung des deutschen Volkes eingeläutet. Nun sei es Aufgabe der nationalen Regierung und aller lebendigen Kräfte des Volkes, das wieder aufzubauen, was eine 14jährige Herrschaft der roten und der schwarzen Marxisten zerstört habe. Bei den Grundlagen müsse begonnen werden. Eine dieser Grundlagen sei die Heimat. Das Heimatbewußt-- sein und die Heimatliebe seien die Grundlage der Vaterlandsliebe. Darum sei es auch kein Zufall, daß auf der Tagesordnung das Thema stünde: „D c r Aufbau der Heimat und nationale Erdkunde", worüber Prof. Dr. Hänfen, Kiel, in eineinhalbftündigem Vortrag sprach. Nach einleitenden Worten über die Forschungsarbeit der erdkundlichen Wissenschaft wurden zwei Betrachtungsweisen der neueren Geographie gefordert, nämlich. 1. Erdkunde als Gegenwartswissenschaft, d h. auf nationaler Grundlage, und 2. Erdkunde als gestaltende Wissenschaft. Grundlage aller erdkundlichen Bildung fei der Heimatraum und der Heimatbegriff nach seiner Räumlichen und seelischen Seite. Die politische und Wirtschaftsgeographie muß bewußt auf den Zusammenhang und auf die Bedeutung für das Deutschtum hinausarbeiten. Grenz- und Auslandsdeutschtum müssen eine stärkere Verbundenheit mit dem Deutschtum des Mutterlandes erfahren. Eine der allerwichtigsten Fragen in der neueren Geographie sei die Behandlung des Volkstums. Im Rahmen der Erdkunde als gestaltender Wissenschaft käme es darauf an, Landschaft und Volkstum in ihrer Wechselbeziehung zu erklären und die „seelische Landschaft" herauszuarbeiten. An Hand einiger Beispiele wurde der Bildungsoorgang bei Behandlung einer erdkundlichen Einheit dargestellt, und mehrere Arbeitsformen der Gestaltung (Selbst- schau in Verbindung mit einem besinnlichen Wandern, sprachliche Gestaltung, Gestaltung durch das Bild, ästhetische Bildbetrachtung, Karte und Atlas, zeichnerisches Gestalten, raumplastisches und wirkliches Gestalten, musikalisches Gestalten) wurden eingehend besprochen. Zum Schluß seiner Ausführungen wies der Redner auf die deutsche Sendung und auf die Bedeutung der Bildungsarbeit für die Erreichung des nationalen Zieles hin. Kreisobmann Dr. H e n h dankte dem Redner und sprach noch kurz über „Die neue Lage und die Lehrerschaft". Er geißelte das Derhalten der bisherigen Führer der Lehrerschaft, die den Geist der Zeit nicht begriffen und darum abzutreten und einem neuen Geschlecht Platz zu machen hätten. 3n kurzen Worten ging er noch auf die Aufgabe des RS.-Lehrerbundes ein, der keine Standesorganisation sei, sondern Lehrer aller Kategorien umfasse und die einzige Aufgabe habe, auf dem Gebiet von Schule und Volkserziehung mitgestaltend am Reuausbau von Volk zu Staat mitzuwirken. Der Aufforderung, im RS.-Lehrer- bund an dieser Ausgabe mitzuarbeiten und Mitglied zu werden, kam eine große Anzahl der Versammelten nach. Mit dem Hcrst-Wessel-Lied, das stehend von der ganzen Versammlung gesungen wurde, und einem „Sieg-Heil" auf das Vaterland und den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Konzert der Klavierschule Holzapfel. 3m Kranze der Gießener Musikschulen hak die Klavierschule von Frl. Holzapfel stets einen ehrenvollen Platz eingenommen. Die aus ihr hervorgegangenen Schüler zeigen bei wohlgebildeter Technik als besonderes Merkmal weichen, doch modulationsfähigen Anschlag und gute Fassungsgabe, geübt an den Klaviermeistern der verschiedensten Stilrichtungen. Wie der musika- kalische Gesichtskreis bei den Kunstjüngern systematisch erweitert wird, zeigt das Programm, als ein Ausschnitt aus dem musikalischen Schaffen. Daß man 3oh. Seb. Dach einen so großen Raum einräumt, ist aus technischen und musikalischen Gründen nur zu begrüßen. Don den Schülern, die am Sonntag vor die Oeffentlichkeit traten, eröffnete H. Reusch mit einem rhrythmifch fein pointierten Walzer von Durand das Konzert. Die kleine G. W a l lense l l s gab den sauber gespielten Stücken von Bach und Kirchner schon ein recht beachtliches musikalisches Profil, und Liselotte (Bieter gab die Suite von Bach und Menuette von Beethoven mit guter Geläufigkeit und Klarheit wieder. Die dynamische Farbgebung wird noch reicher werden. Die von H. Schmidt vorgetragenen Stücke von Kwast ließen neben guter Technik auch musikalisches Eingehen in die Sache erkennen. Schlicht und mit natürlichem Ausdruck spielte Rose Stümpert ein Präludium von Bach und am ersten Klavier recht farbig Tänze von Dvorak. Das Bachpräludium, vorgetragen von Hilde Koch, zeigte Klarheit der Linienführung, und das Wendelssohnsche Stück Einfühlung in die romantische Welt dieses Meisters. Liselotte Er - l e r spielte teils solistisch, teils begleitend sehr geläufig ein Klavierkonzert von Dach, den zweiten Satz aus dem ck-mvU-Konzert von Mendelssohn und ein Scherzo von Schumann. 3hr Dortrag zeigte, daß sie sich in den Stil der verBornotizen. Tageskalender für Dienstag. schieden gearteten Werk« vollkommen eingelebt hatte, so daß die Eigenart der einzelnen Stücke deutlich in Erscheinung trat. Das Auswendigspielen scheint z. Z. noch hemmend zu wirken. 3oachim Storck, technisch schon sehr weit gefördert, spielte sehr schon und stilvoll einen Satz Tageskalender für Dienstag. au8 einer Bach-Suite, ebenso recht verinnerlicht Stadttheater. 20 bis 23 Ahr. »Vor < innenunter- 1 ein noch ganz im Brahmschen Geiste gehaltenes Gipfel bezwingen liefe. ßei'Unbehagen, 1 und Schme/^en^J IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIILIJI Tavetenbaus ffa» Nennfiiel Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstrafle 1 G/ES5EN*MJ(ßßUR GIG Beachten Sie bitte den Rollschuhläufer im Bleyle-Fenster 3. Dieser Nachtrag tritt mit dem 1. April 1933 iu Kraft. Ausübung der Jagd in ni Jagden des Staates, sowie cfeen, die gemäß §§ 8 bis ordnung einem nichtoerpachteten staatlichen Eigenjagdbezirk angeschlosten werden. bleibt steuerfrei. ist schon seit Jahrzehnten der Begriff für zweckmäßige, gesunde und preiswürdige Schul-Kleidung. AmlsverkimdigulMN aus den oberhessischen und preußischen Kreisen hinter der Handels- u.Gewerbebank.°'^ In allen Apotheken erhältlich zum Preise von RM. 0.93, 134. 138. Nur echt mit dem Namenszug • M»' aut Jeder Packung. Im schulpflichtigen Alter sind Knaben und Mädchen gar nicht mehr denkbar ohne Bleyle-Kleidung. Klniicta in 3 Tagen durch Niloli-Mandwasser Zuhabeni.d. Drogerie Winterhofr, Kreuzplatz 10 W. Kilblnger, Nachfolger, Seltersweg 78a l9uD Nach Artikel 39 des Feldstrafgesetzes wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft, wer Gänse, Hühner oder andere Haustiere außerhalb einaefriedigter Grundstücke ohne gehörige Aufsicht herurnlaufcn läßt, so daß dadurch eine Gefahr der Be schädigung fremden Feldes besteht. Die Bürgermeistereien sind vorn Kreisamt beauftragt, das Feldschutzpersonal zu stren- ger Ueberwachung und Anzeigeerstattung in Uebertretungsfällen anzuweisen. Kreis Lauterbach. Zur Versorgung der Hühnerhaltungen mit billigcmWeizen hat die Reichsregierung verbilligten inländischen Weizen zur Verfügung gestellt. Nach den für den Bezug des Eosin-Weizens geltenden Bestimmungen erhält derjenige Hühnerhalter, der im Jahre 1932 keinen oder bis 1 ha Weizen und Sommergerste (zusammengerechnet) angebaut hat, die Berechtigung zum Bezüge von 7 k$ verbilligten eosinierten inländischen Wetzen je Tier. Hat der Hühnerhalter im Jahre 1932 mehr als 1 ha Weizen und Sommergerste (zusammengerechnet) angebaut, so ist er zum Bezüge des verbilligten eosinierten Weizens nur für eine über 100 hinausgehende Zahl der Hühner im gleichen Verhältnis berechtigt. Maßgebend für die Feststellung des Hüh- nerbestandes ist die bei der Viehzählung am 1. Dezember 1932 festgestellte Zahl von Hühnern. Weitere Auskunft erteilen 8 Werbetage Während dieser Zeit kaufen Sie besonders billig; Strumpfwaren Strick waren - Wäsche Bettwäsche Hemdentuch - Schürzenstoff sowie alle Herrenartikel außerdem ei halten Sie 10°/« Rabatt wurucgen '4>cuuu|. |uc Sonntag vorgesehene Familienausflug nach dem Philosopyenwald halte eine zahlreiche Beteiligung aufzuweisen. Wieder waren es die Kapelle Einbrod und der gemeinschaftliche Gesang, die auch hier in freudiger Stimmung die Alterskameraden lange beisammen hielten. Für die am 29. April im Saale des Cafö Leib stattftndende Mitgliederversammlung mit Familienangehörigen ist ein Dortrag mit Lichtbildern von Alterskamerad Stephan über .Erinnerungen eines alten Afrikaners" vorgesehen. Strafkammer Gietzen. • Giefeen, 24. März. Gin Arbeiter, der wegen Beleidigung von Polizeibeamten durch das Amtsgericht Giefeen zu entsprechenden Geldstrafen verurteilt worden war, gab in der heutigen Berufung-Verhandlung etn« Ehrenerklärung ab. Dach E.nholung einer Acu- fecrung der vorgesetzten Polizeibehörde wurde di« Einstellung des Verfahrens in Aussicht genommen. Gegen die Führerin eines Krastwaaens hatte das Amtsgericht Giefeen w?"en fahrlässiger Körperverletzung auf eine Geldstrafe erkannt. Zum Zwede ihrer o-eisprcchung verfolgte sie gegen das Urteil Berufung, indem sie jegliches Verschulden an dem Zusammenstoß bestritt. 3m vergangenen Jahre hatte die Angeklagte in der Frankfurter Strafe« in Klein-Linden einen die Strafee überquerenden Arbeiter angefahren, der hierbei nicht unbedeutende Derletzungen erlitt. Der Unfall ereignete sich auf der äufeersten linken Seite der Fahrbahn. Während die Angeklagte behauptete, dafe der Berletzte ihr plötzlich unvermutet vor den Kraftwagen gesprungen sei und sie dadurch gezwungen gewesen wäre, ihren Wagen nach lin.s Herumzureißen. gibt der Berletzte an, dafe er in dem Augenblick, als er fast die andere Strafeenseite erre.cht hatte, von einem plötzlich hinter ihm auftauchrnden Kraftwagen angefahren worden wäre, was im übrigen auch durch einen unbeteiligten Zeugen bestätigt wurde. Das Gericht erblickte darin, dafe die Angeklagte bei dieser Sachlage den Fufe- gänger links überholen wollte, ein von ihr zu vertretendes Verschulden und verwarf kostenfällig die eingelegte Berufung. die Bürgermeistereien, an die sich die Hühnerhalter wegen Bezug des verbilligten Weizens wenden wollen. Kreis Wetzlar. Die Steuerordnung über die Erhebung einer Jagdsteuer im Kreise Wetzlar vom 26. März 1931 ist bis zum 31. März 1934 verlängert worden. Mit dieser Bekanntmachung gibt der Krcisausschuß noch folgenden Nachtrag zur Ordnung über die Erhebung einer Jagdsteuer im Kreise Wetzlar bekannt: 1. Der § 2 erhält folgende Fassung: Die Steuer beträgt jährlich 10 o.H. des Pachtpreises. Die Steuer erhöht sich auf 2O v.H., wenn der Jagdberechtigte seinen ständigen Wohnsitz außerhalb des Kreises, aber innerhalb des Deutschen Reiches hat. Für Jagdberechtigte mit ständigem Wohnsitz außerhalb des Deutschen Reiches und der Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg erhöht sich die Steuer auf 50 v. H. des Pachtpreises. Sind mehrere Jagdpächter an einer Jagd beteiligt, so wird die erhöhte Steuer nur von dem Teil des Pachtpreises erhoben, der auf den ober die Pächter entfällt, auf die die Voraussetzungen der erhöhten Steuer zutreffen. Bei Personen, die im Kreise zwar keinen Wohnsitz, aber Grundbesitz im Umfange von mindestens 75 ha haben und auf diesem Grundbesitz oder dazu gepachteten Besitz das Jagdrecht als Eigenjagdbesitzer ausuben, kommt ein Steuersatz wie für kreisangehörige Jaadberechtigte vorgesehen ist, zur Erhebung. Als Pachtpreis gilt das vom Pächter auf Grund des Pachtvertrages zu entrichtende Pachtgeld einschl. etwaiger Nebenleistungen. Der Geldwert der Nebenleistung wird, soweit erforderlich, vom Kreisausschuß nach Anhörung eines von ihm zu benennenden geeigneten Sachverständigen festgestellt. Bei nichtverpach- teten Jagden ailt als Pachtpreis der Preis, der nach Beschaffenheit der Jagd unter Berücksichtigung aller den Pachtpreis be> einflusfenden Umstände gewöhnlich bei einer Verpachtung zu erzielen märe; un- Tapeten neue 5lollektion1933 vollständ. am Lager Rette in ikd. Rollenmhl o. 12 Pf. an die Rolle. Biele taufendNollen flöten 51t offene M? 5dimmen ? Jucken? Steckten ? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach, bewährte Universalbeilsalbe „Mcniotin'. Wirkung überraschend. Preise herab- nefebt Erhält'im in den Apotheken no?v Die Zuhörer folgten den Erzählungen des Redners über diese 48stündige Bergtour mit gesteigertem Interesse und dankten zum Schlufe mit lebhaftem Beifall, der insbesondere auch der bescheidenen Art galt, in der der Redner von seiner Person sprach. 3n den anschließend gezeigten Lichtbildern (die übrigens in technischer wie auch in künstlerischer Hinsicht ausgezeichnet waren) führte Dr. Gretschmann feine Zuhörer in die Gebiete feiner Klettertouren und vertiefte so das Verständnis für die bergsteigeri- schen Leistungen und die Erlebnisse im Hochgebirge. Lietzener Wochenmarktpreisc. * Giefeen, 28. März. Es kosteten auf d em heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf., Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 12 bis 15, (grün) 20 bis 25, Weifekraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Rüben (gelbe) 10 bis 12, (rote) 10, Zwiebeln 10, Spinat 20 bis 25, Anterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18, Feldsalat 80 bis 100, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 Mk.), Düsse 40, Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eier (inl.) 7, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Lauch 5 b.s 10. Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Endivien 10 bis 20 Pf. pro Stück: Radieschen 15 bis 20 Pf. pro Bund. *• Evangelisch-kirchliche Personalien. Durch die evangelische Kirchenregierung wurden Pfarrer Heinrich Becker zu Alzey mit Wirkung vorn 1. Avril 1933 und die Pfarrer Wilhelm Scheid zu Reichenbach, Wilhelm Kraemer zu Steinbach bei Giefeen und Pfarrer Wilhelm Graf zu Gambach mit Wirkung vom 1. Mai 1933 sämtlich auf ihr Dachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. ' Reue Fridericus-Marken. Die Deutsche Reichspost gibt noch vor Ostern zur Erinnerung an die Feier in der Garnison- tirche zu Potsdam aus Anlaß der Eröffnung des Reichstages am 21. März 1933 eine Gedenkpostkarte und Freimarken mit dem Bildnis Friedrichs des Großen in den Werten zu sechs, zwölf und 25 Reichspfennigen heraus. Die Gedenkpostkarte trägt auf der linken Hälfte ein Bild der Garnisonkirche mit einem Hinweis auf den feierlichen Staatsakt. Bund Haus und Schule. Den jüngsten Familienabend des Bundes Haus und Schule leitete Pfarrer Aus seid. Eingangs erwähnte er kurz die veränderten Verhältnisse der letzten Zeit in unserem Vaterland und gab dabei her Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr wieder in unseren Häusern und Schulen wie im ganzen Volk ein wahrhaft christlicher Geist einziehen und herrschen möge. Diesem Ziel gelte ja auch die Arbeit des Bundes. Als Redner des Abends war Amtsgerichtsrat Gros gewonnen. Er las selbstverfaßte „Oberhessische Erzählungen" vor, die seine innige Vertrautheit mit Eharakterstück von Marx Reger und recht schmissig einen Walzer desselben Meisters. Immer wieder wird in unseren Tagen mit Recht auf die Pflege der Kammermusik und die Bedeutung der Musik für die harmonische Bildung dcS Menschen h.ngewiesen. Wer bei diesem Konzert die Wusizierfreudigkeit der Ausübenden empfand, der wird von der Richtigkeit jener Forderungen überzeugt sein und der Lehrerin, Frl. Holzapfel, Dank zollen, die durch ihre planvolle Tätigkeit die Liebe zu der „holden Kunst" weckt und lebendig hält. —a — Erlebn sie in den Bergen. Die SektionOberhesfendesDeut sch- Oesterreichischen Alpenvereins hielt am Samstay im Singsaal des Realgymnasiums einen Lichtbilder-Vortragsabend. Regierungsrat Dr- Gretschina n n, Darmstadt, der schon zum fünften Wale in Gießen sprach, erzählte von seinen Erlebnissen in den Alpen. 3n interessanter Weise plauderte er von einem eindrucksvollen Erlebnis in der Heider- wend, bei deren Besteigung er durch einen riesigen abbrechenden Stein, der nur um Halbmeter- orcite an ihm vorüber in die Tiefe raste, m gröfete Gefahr geriet. Er wies auf die Zufälligkeit dieses Vorganges hin, der nicht etwa in irgendeiner Anvorsichtigkeit eines anderen Bergsteigers (der den Stein gelöst haben konnte) seine Ursache gehabt habe. 3n einer weiteren Schilderung hörte man von einem Aebergang über den Fermakaletschcr während einer Dacht, die der Redner als die herrlichste seines Lebens darstellte, denn gerade während jener Stunden habe der nächtliche Himmel in beispielloser Sternenpracht erglänzt, die nur durch die unendlich reine Luft sich dem Auge so darbieten konnte. Sodann schilderte der Vortragende die Besteigung des Rindfischhorns in den Walliser Alpen. Die Besteigung dieses über 4000 Meter hohen Berges habe er mit noch einigen Kameraden bei schlechtestem Wetter gemacht, gegen Debel und Flugschnee gekämpft, ohne den üblichen Lohn für die aufgewandte Mühe, die schöne Aussicht, zu erhalten. Schwere Stunden habe der Abstieg den Kletterern bereitet: die (der Dcbel erschwerte die Orientierung unendlich) Gruppe verirrte sich und nur ein glücklicher Zu- sall, daß der Debel für kurze Zeit den Blick in das Tal frei liefe, habe die Bergsteiger die Hütte finden lassen. Mit der dramatischen Schilderung, der Besteigung der Totenkirchl-West- wand fesselte der Redner seine Zuhörer in außerordentlichem Maße. Er schilderte den ungeheuer schwierigen Aufstieg, das große Anglück, das der Verlust des Rucksacks mit seinem wertvollen und für den Abstieg unentbehrlichen Inhalt bedeutete, er sprach von den beiden Aebernachtun- gen in der Wand und den Strapazen des Durstes, der die Willenskraft zum äufeersten herausgefordert habe, solange bis abermals ein glücklicher Z>. all in Gestalt eines wohlgefüllten Rucksackes des Freundes Kadner (dem vier Wochen früher das gleiche Anglück in dieser Wand passierte) den Lebenskräften neuen Auftrieb gab und den lianö und teuren unterer Heimai |oroie lern ausgezeichnetes Erzählertalent erneut bewiesen. Im „Totengräber" führte er uns Typen des Lumdatales vor. Den Mattemann, den buckligen Totengräber, den groben Christian und seine junge Frau, die Eckmarie. In der Erzählung „Alle Vier" zeichnete er zwei Juden aus Storndorf und Meiches und einen Schäfer treffend und lebenswahr. Einzig in ihrer Art erschien die humorvolle Erzählung „Der Dompfaff", worin dargestellt wird, wie das Vogelsberger Butterschnittche dem Großherzog einen Dompfaff nach Darmstadt bringt. „Die Bornjule" entbehrt einer gewissen Tragikomik nicht, während die beiden Gerichtsszenen „Das Vermächtnis" und „Ohne Brell gihts net" rein heileren Charakter tragen. Den musikalischen Teil hatten Frau Landgerichtsrat Strack und Pianist H a h n übernommen. Sie eröffneten den Abend mit einem stimmungsvollen Jnstrumentaloortrag für Harmonium und Klavier. Des weiteren trugen sie eine Arie von Händel vor. Zum Schlüsse hörte man den 1. Satz der 1. Symphonie von Haydn vierhändig, flott und eindrucksvoll auf dem Klavier wiedergegeben. So trugen beide durch ihre Kunst wesentlich dazu bei, den Abend genußreich zu gestalten. ’• Der Bienenzüchterverein Giefeen und Amgegend hielt am Sonntag im „Tannhäuser" seine Frühjahrsversammlung ab, zu der sich über 50 Mitglieder eingefunden hatten. Dach der Tegrüfeung referierte b:r Vorsitzende G. B o - denbender (Gießen) über Frühjahrsarbetten auf dem Bienenstände und befaßte sich dabei besonders mit der Dosemaseuche und ihrer Bekämpfung. Besondere Lehren erteilte er den an- wesenden Iungimkern bezüglich der nun fällig werdenden Standarbeiten. Von der Errichtung eines Zuckerkontos soll Abstand genommen wer- den. Für die Jahresversammlung des Ober- hessischen Imkerbundes, die zu Ostern aus An- lafe der goldenen Jubelfeier des Bezirksvereins Hungen nach Hungen verlegt wurde, bestimmte man Döhn (Lollar), Pfeiffer (Launsbach) und Koch (Rödgen) als Vertreter. Eine rege Aussprache loste die Besprechung der Frage des Königinzeichnens mit Stanniol oder Farbe aus. Es wurde beschlossen, alle Mitglieder zur praktischen Durchführung dieser neueren bienenwirtschaftlichen Frage zu veranlassen und dann über Jahresfrist eine Klärung herbcizuführen. Gläser» bestellung und Verteilung von Mittelwänden bildete den Beschluß der Tagung. "Alters-Vereinigung 1883—193 3. Aus Einladung der im ersten Vierteljahr geborenen Alterskameraden fand am Samstag im Saale des Hotel Schütz das erste Quartalsessen der Al- ters-Vereinigung 1883—1933 statt. Anter den schneidigen Klängen der Musik der Kapelle C i n - brod und von den übrigen Alterskameraden herzlich begrüßt, vollzog sich der feierliche Einmarsch der mit Veilchensträußchen geschmückten Ge- burtstagskinder. Die Eröffnungsansprache des 2. Vorsitzenden, Kamerad Götz — in Vertretung des 1. Vorsitzenden, Kamerad Appel — wurde mit großem Beifall ausgenommen. Vorträge ernster und heiterer Dafür und gemeinschaftlich gesungene Lieder trugen zur Verschönerung des Abends bei. Die Feier nahm einen schönen und gewöhnliche nicht in der jagdlichen Gig« nuna begründete Preisoerhältnisse sind hierbei nicht zu berücksichtigen. Bei glaubhaftem Nachweis der tatsächlichen Roh- einnahmen aus der Jagd hat auf Antrag des Steuerpflichtigen das Doppelte der Roheinnahmen als Pachtpreis zu gelten. 2. Der § 3 erhält folgende Fassung: Die Kreitz Schotten. Um die ordnungsgemäße Weiterführung der Gemeindekasiengejchäfte zu sichern, weist das Kreisamt Schotten darauf hin, daß die Verordnung des Reichspräsidenten über den landwirtschaftlichen Voll- streckungsschutz vom 14. Februar 1933 nur eine Stundung der Rückstände bis zum 31. Oktober 1933 ausspricht. Für be- stimmte Rückstände ist sogar die Fortführung der Zwangsbeitreibung möglich. Es wird von der Bevölkerung erwartet, daß sie, soweit es in ihren Kräften steht, nach wie vor Zahlungen an die Gemeinde- taffen leistet, um die Gemeinden instand zu fetzen, ihren Verpflichtungen nachzu- kommen. Es geht nicht an, daß ein Teil der Bevölkerung feinen Perpflichtungen nachkommt, während der andere Teil hohe Rückstände besitzt und nicht die tzeringsten Zahlungen leistet. Es liegt auch tm Inter- esse der Bevölkerung selbst, wenn sie Abstattungen an ihren Rückständen vornimmt und diese nicht noch mehr anwachsen läßt, zumal ein Erlaß auf keinen Fall zu erwarten ist. Die Vollziehungsbeamten werden die Beitreibung der Gemeindegelder usw. im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten demnächst weiterführen. M. G. Grode Frankfurter Strafe 01°59 Mittwoch, den 29. Mär; 1933, nachmtt- kags 2 Ufer, versteigere ich dahier, Heuen- weg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 2132D 1. Büfetts, Kredenzen, Sofas, Schreibtische, Schreibmaschinen, Kassenschränke, Photoapparate Haarbürsten, Weißbin- derbürsten, Anstreichpinsel, Waren- schränke, Ladentheken, 2 Schäftestepp- maschinen, 1 Photographien, Kleiderschränke. 2 Bestimmt: 6 Gesangbücher für die Evangelische Landeskirche Hesien. Funker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Große Versteigerung. Mittwoch, den 29. März, nachmittags ab 2 Ufer, versteigere ich im „Löwen", Deucnweg 28: 21360 1 Schlafzimmer, Büfetts, Tische, Stühle, Kleiderschränke, Bücherschränke, Schreib- tische, Betten, Küchenschränke, Zigarren, Damenräder u. v. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Horimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28. Zum verkauf: eine Sendung Damen-, Burschen- und Kinderschuhe. Srksche Stiche beute abend eintrestend: ’43n. Schellfische, Kabeljau, Seelachs ff ävrattifcheck'tzr.Herinne,Goldbarsch .vrische Fisch-Filets Pfd. v. 40 Pf. an Frischer Salat und Blumenkohl Frische Salzheringe deutsche u. norwegische . Stück 7 Pf. holländische.....Stück«». 12 Pf. Richard Grünewald Snbnbofftr 27 oib?i Fernfvr. 3631 mumlmsmunuummmumm | Empfehlungen | MWer Saoiroiüen WWMeln Industrie 11. Absaat RM. 2.50. Just- Niere I. Absaat3.00. Jndustrie-Sveise- kartosseln 2.50, Erdgold II. Absaat 2.50 gibt laufend ab Holgnt Eenneken Gießen 2124D MarburgcrLtr.65. 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Die Dienstgeschäfte führt der stellvertretende Vorsitzende des Amtes, Arbeitsamtsdirektor Grün- t h a l e r. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. fatZininrthn. Nähe Bahnhof und Kliniken sof.z.oerin. Schrift!. Ana. unt. 01962 a. d. GH. Anz. 3 n 4 Zim.-Wohn. per sofort ob. später zu vermieten, owe Asterweg 47 v. | Mietgesuche | louerzoiöoi. Zimmer i.n.gut. Hause,ruh. Lage. z. 1.5.33 von Oberbeamt, gesucht. Tel.-Benütz, erro. Ausführl.Preisang. unt. Z. Z. an b, Verlag derNenesteNacbrich- ten, Oberst ein. (»um 2131 D Gießen, den 28.März 1933 2.37V Die Inhaber der Firma Benner, Krumm & Sauer Am 27.März gegen d^Uhr verstarb unser verehrter Mitarbeiter Herr Prokurist Georg Kreuder 01969 Dm Betrche Sein Andenken werden wir in Ehren bewahren! Gießen, den 28.März 1933 21380 01912 Qualität b) c) im 58. Lebensjahr. Eintritt frei! 2'300 Gießen (Wetzlarer Weg 51), Frankfurt a. M-, den 28. 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