Nr.50 KrühauSsabe 185. Jahrgang Dienstag, 28 Zebruar 1955 Lana >me von Mnjeige.» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne- klamean^eigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteure Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dohitk Dr. Fr. Wilh. Lang«- für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlür denAn. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m Gieren. (Erid)eini »»glich, äuge, Sonntags und Feiertag» Beilagen: The Illustrierte (Bießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» Monair-Vezugrprelr. Mit 4 Beilagen NT? 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernforechanschliifse nnter Sammelnummer 2251. Anfchrisl für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. PoUfdfedtonio: gronlfurt am Ifiain 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rrrd vnd Verlag: vrühl'fche UnfverfitSlr-voch- und §teindruckerel H. £an?e in Giehei. Schrifileltung und Geschaftrstelle: SdfufvtraM 7. aa Brandstiftung im Reichstag. Don unten bis oben zahlreiche Brandherde. — Ein großer Teil des Reichstagsgebäudes vernichtet. Derhastung eines Kommunisten als Brandstifter. Berlin, 27. Jcbr. (WIB.) Um 21.15 Uhr wurde IHontogajenb die Feuerwehr nach dem Re ich s- Iag gerufen, wo im Kuppelbau Feuer aus- gebrochen war. Die wehr rückte mit den Fahrzeugen von zehn Berliner wachen an; auch Polizei traf an der Brandstelle mit größerem Aufgebot von Schupo- beamten ein und sperrte sofort den Reichstag in großem Umkreis ab. Beim (Eintreffen der wehren stand der große goldene Kuppelbau des Reichstagsgebäudes in Flammen. Ueber die Umgegend ergoß sich ein Sprühregen von Funken. Feuerwehr und Polizei drangen sofort In den Reichstag ein, und hier gelang es, einen Mann fest zunehmen, der unumwunden die Brandstiftung ; u g a b. Er erklärte, der niederländischen Kommunist Ischen Partei anzugehören. Der Brandstifter wurde unter starker polizeilicher Bedeckung sofort in die Wache am Brandenburger Tor gebracht. Die Absperrmaßnahmen wurden rings um den Reichstag außerordentlich streng gehandhabt, da man in dem Gebäude noch mehrere Personen vermutete, die mit der Brandstiftung in Verbindung sichen. Das Gebäude selbst durfte außer Polizei und Feuerwehr niemand (dreien. Gegen 22 Uhr bildete die gesamte Kuppel des Reichstagsgebäudes zwischen den vier Türmen eineinzigeswogendesFlammen- m ee r. Auch die gesamte O st s e i t e des Gebäudes steht in Flammen, und es ist kaum damit zu rechnen, daß wesentliche Teile der Oftfeite des Reichstags erhalten werden können. Ls brennen sämtliche Flure, die Wandelhalle, der Plenarsaal, die Garderobe^» und die Pressetribünen. Das Feuer hat sich allmählich weiter noch Osten durchgefressen, und die Feuerwehr hat große Schwierigkeiten, mit ihren Leitern an den Brandherd heranzukommen, da sie keine Möglichkeit hat, in den hohen Gewölben des Hauses Leitern anzulegen. Man hat sechs Brandherde in verschiedenen Teilen des Gebäudes gefunden. Außer dem bereits verhafteten Kommunisten vermutet man noch weitere Brandstifter im Gebäude, das umstellt ist und nicht ohne Ausweis verlassen werden kann. (Ein Betreten des Gebäudes ist nur den Feuerwehrleuten gestattet, da man den Einsturz der große.» Kuppel befürchtet. Ls steht schon seht fest, daß der durch den Brand angerichtete Schaden mehrere Millionen RM. betragen wird. Um 22.30 Uhr ist bereits der gesamte Plenarsaal mit der Bestuhlung und der Täfelung der Präsidententribüne und den Zuschauertribünen restlos ausgebrannt Ebenso stehen von den Wandelhallen nur noch die Umfassungsmauern. Man rechnd damit, daß nur ein kleiner Teil des weft- flügelß erhalten werden kann, während sonst das Reichstagsgebäude vernichtet ist und wohl erst nach mehrmonatigen Arbeiten wieder aufgebaut werden kann. (Es hat sich inzwischen herausgeskellt, daß noch an sieben bis acht weiteren Stellen Brandherde in Gestalt von Benzinflaschen vorhanden sind. Man muh damit rechnen, daß im ganzen etwa 20 bis 30 Brandherde vorhanden sind. Die Täter müssen ausreichend Zeit gehabt haben, ihre Branöffiftung vorzubereiten. Es kam ihnen der. Umstand zu gute, daß sich abends kaum noch Personen Im Reichstagsgebäude befanden, denn nur noch In wenigen Fraktionsgeschäftszimmern wurde gearbeitet, während die Beamtenschaft des Reichstags mit Ausnahme der Wächter bereits nach Haufe gegangen war. Der verhaftete Täter, der einen holländischen Pah besitzt und ebenso über Ausweise der holländischen Kommuni st ischen Partei verfügt, befindet sich in der wache am Brandenburger Tor und hat bei der ersten Vernehmung sofort ein Geständnis abgelegt. Es ist offenbar in öen nächsten Tagen mit weiteren Terrorakten der Kommunisten zu rechnen. Brandstiftung im Berliner Schloß. Berlin, 27. Fedr. (XU.) Auf noch rätselhafte Art brach, wie erst jetzt bekannt wird, am 25. d. M. in den Abendstunden in dem früheren Kaiserlichen Schloß (Residenz) ein Brand aus. Ein Doppelfen st er im Dachgeschoß hatte Feuer gefangen, doch konnte der Brand noch rechtzeitig gelöscht werden. Eine Stunde, bevor der Brand bemerkt wurde, hatte der Hausinspektor des Schlosses das Dachgeschoß durchgangen, um festzu- stellen, ob sämtliche Fenster geschlossen sind. Ihm ist aus diesem Gange nichts ausgefallen. Bon der Kriminalpolizei des ersten Polizeireviers wurde festgestellt, daß Brandstiftung oorliegt. Bon diesen Beamten wurden sogenannte Kohle - und Feueranzünder und verkohlte Reste von diesen vorgefunden. Auch lagen in der Umgebung des Brandherdes mehrere abgebrannte Streich- Hol z r e st e. Man neigt zu der Vermutung, daß die brennenden Anzünder durch den in der Nähe liegenden L u f t s ch a ch t an den Brandherd befördert worden sind. Brandstiftung liegt zweifellos vor, jedoch sind die (Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Oer Brandstifter in Amsterdam bekannt Berlin, 28. Febr. (CNB. Funkspruch.) Nach einer Unterredung, die das „12-Uhr-Blatt" heute früh mit der Generalpolizeidirektion in Arnsterdarn geführt hat, handelt es sich bei dem verhafteten Kommuni st en um einen b e - 'Berlin, 28. Febr. (WTB.) Der Amtliche Preußische Presseoienst meldet: Am Montag brannte der Deutsche Reichs- t a g. Der Reichskommissar für das Preußische Ministerium des Innern, Reichsminister Göring, verfügte sofort nach seinem Eintreffen an der Branostecke Maßnahmen und übernahm die Leitung aller Aktionen. Auf die ersten Meldungen von dem Brande trafen auch Reichskanzler Adolf Hitler und Vizekanzler v. P a b e n ein. Es liegt zweifelsfrei die schwerste bisher in Deutschland erlebte Brandstiftung vor. Die polizeiliche Untersuchung hat ergeben, daß im gesamten Reichstagsgebäude vom Erdgeschoß bis zur kuppel Brandherde angelegt waren. Sie bestanden aus Teerpräpara- t e n und Brandfackeln, die man In Ledersessel, unter Reichstagsdruckfachen, an Türen, Vorhänge, Holzverkleidungen und andere leicht brennbare Stellen gelegt hatte. Ein Polizeibeamter hat in dem dunklen Gebäude Personen mit brennenden Fackeln beobachtet. Er hat sofort geschossen. (Es Ist gelungen, einen Mann als Täter zu fassen. Es handelt sich um den 24jährigen Maurer van der Lübbe aus Leyden in Holland, der einen ordnungsmäßigen holländischen Paß bei sich hatte und sich als Mitglied der holländischen kommunistischen Partei bekannte. Der Mittelbau des Reichstags- gebaudes ist völlig ausgebrannt Der Sitzungssaal mit sämtlichen Tribünen und Umgängen ist vernichtet. Der Schaden geht in die Millionen. Diese Brandstiftung ist der bisher u n g e - heuerlichste Terrorakt des Bolschewismus in Deutschland. Unter den Hunderten von Zentnern Zersetzungsmaterial, die die Polizei bei der Durchsuchung des Karl-Liebknecht-Hauses entdeckt hat, fanden sich die Anweisungen zur Durchführung des kommunistischen Terrors. Hiernach sollen Regierungsgebäude, Schlösser. Museen und lebenswichtige Betriebe in Brand gesteckt werden. Es find ferner Anweisungen gegeben, bei Anruhen und Zusammenstößen vor den Terrorgruppen Frauen und Kinder herzuscyicken, nach Möglichkeit sogar solche von Polizeibeamten. Durch die Auffindung dieses Materials Ist die planmäßige Durchführung der bolschewistischen Revolution gestört worden. Trotzdem sollte der Brand des Rdchslags- gebäudes das Fanal zum blutigen Aufruhr und zum Bürgerkrieg fein. Schon für Dienstag 4 Uhr waren in Berlin große Plünderungen angefeht Es ffeft fest, daß mit dem heutigen Tage in ganz Deutschland die Terrorakte gegen einzelne Persönlichkeiten, gegen das Privateigentum, gegen Leib und Leben der friedlichen Bevölkerung beginnen und den allgemeinen Bürgerkrieg entfesseln sollten. Der Kommissar des Reiches im Preußischen Ministerium des Innern, Reichsminister Göring ist dieser ungeheueren Gefahr mit den stärksten Maßnahmen entgegengetreten. Er wird die Staatsautorität unter allen älmständcn und mit allen Mitteln aufrechterholten. Es kann festge- stellt werden, daß der erste Angriff der verbrecherischen Presse zunächst abgeschlagen worden ist. Zum Schutze der öffentlichen Sicherheit wurden nach am Montagabend sämtliche öffentlichen Gebäude und lebenswichtigen Betriebe unter Polizeifchuh gestellt. Sonderwagen der Polizei durchstreifen ständig die hauptsächlich gefährdeten Stadtteile. Die gesamte Schutzpolizei und Kriminal» Polizei in Preußen ist sofort auf höchste kannten holländischen Agitator, der in Leyden beheimatet ist. Die Polizeidirektion in Amsterdam war, als ihr heute früh vom „12-Uhr-Blatt" der Name genannt wurde, sofort ausgezeichnet unterrichtet und wies darauf hin, daß die Polizeidirektion in Leyden die Persönlichkeit des Brandstifters aus zahlreichen vorhandenen Vorakten besonders gut kenne. Lübbe ist am 13.Januar 1909 in Leyden geboren. Er hat das Maurerhandwerk erlernt, in Leyden gearbeitet,' war als radikaler Kommunist bekannt und hat sich entsprechend betätigt. Im April 1931 hat er bei der zuständigen Behörde einen Auslandspaß angefordert, angeblich um nach Rußland zu reifen. Der Paß ist ihm ausgestellt worden und seit dieser Zeit ist Lübbe aus Leyden verschwunden. Man hat seitdem bis heute nacht nichts mehr von ihm gehört. A l a r m st u s e gesetzt worden. Die Hilfspolizei ist einberufen. Gegen zwei führende kommunistische Reichsfags- abgeorönefe ist wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlassen. Die übrigen Abgeordneten und Funktionäre der kommunistischen Partei werden in Schutzhaft genommen. Die kommu- nistifchen Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate sind auf vier Wochen für ganz Preußen verboten. Auf 14 Tage verboten sind sämtliche Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate der Sozialdemokratischen Partei, da der Brandstifter aus dem Reichstag in seinem Geständnis die Verbindung mit der SPD. zu- gegeben hat. Durch dieses Geständnis ist die kommunistisch-sozialdemokratische Einheitsfront offenbare Tatsache geworden. Eie verlangt von dem verantwortli- Berlin, 27.Febr. (TU.) Amtlich wird mit- gdeilt: Die kabinettssihung am Montag verabschiedete den Entwurf einer Verordnung g e - gen verrat am deutschen Volke und hochverräterische Umtriebe. 3n diesem Entwurf ist eine wesentliche Verschärfung der bisherigen Strafbestimmungen für Landesverrat, sowie eine Erleichterung der Verfolgung und des Strafverfahrens vorgefehen. Die Strafbestimmungen beziehen sich auch auf Nachrichten, die im Ausland verbreitet werden. Ferner verabschiedete das Reichskabinett eine Verordnung über die Bezügeder Vorstandsmitglieder und leitenden Beamten in den vom Reich subventionierten Betrieben, durch die die Möglichkeit für eine Herabsetzung unverantwortlich hoher und unzeitgemäßer Gehälter und Vergütungen geschaffen wird, hierbei ist der Begriff der finanziellen Beihilfe des Reiches sehr weit gefaßt worden. Weiterhin beschloß das Reichskabinett die Auf- Hebung des Beschlusses vom 15. August 1932, wonach den Beamten außerdienstlich das Tragen von Dienstkleidung bei politischen Beran st altungen verboten war. Schließlich wurde eine Aenderung des Milchgesetzes beschloßen, die sich auf die Neuregelung der Handelsspanne für Trinkmilch mit Ausnahme von Markenmilch und Vorzugsmilch bezieht. Was die Verordnungen bringen. Was die vom Kabinett beschlossene Aenderung des Milchgesetzes angeht, so wird in den Fällen, in denen Erzeugerpreise für Trinkmilch festgesetzt werden, die oberste Landesbehörde im Einvernehmen mit dem Reich zu einem festzuset- zenden Termin die Handelsspanne für Trinkmilch mit Ausnahme von Markenmilch und BorzugsmUch regeln können. Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf dner Verordnung gegen verrat am deutschen Volke und hochverräterische Umtriebe sieht in den Fällen, in denen es sich um schweren verrat militärischer Geheimnisse handelt, ;um Teil die Todesstrafe, zum Teil lebenslängliches Zuchthaus vor. Der Berordnungsentwurs enthält weitere Borschriften gegen landesverräterischeFäl» s ch u n g e n. WaS die Verbreitung von Falfch- chen Hüter Preußens ein Durchgreifen, das von seiner Pflicht bestimmt wird, die Staatsautori- tät in diesem Augenblick der Gefahr aufre-chtzuer- halten. Die Rotwendigkeit der schon früher cln- geleiteten besonderen Maßnahmen (Hi,spolizei usw.) »st durch die letzten Vorgänge in vollem Umfange bewiesen. Durch sie steht die S t a a t « - macht ausreichend g e r ü st e t da, um jeden weiteren Anschlag auf den Frieden Deutschlands und damit Europas zu verhindern und das Feuer dieses Ausstandes im Keime zu ersticken. Reichsminister Göring fordert in dieser ernsten Stunde von der deutschen Ration äußerste Disziplin. Er erwartet die r e st l o s e U n t e r st ü t - z u n g der Bevölkerung, für deren Schuh und Sicherheit er sich mit eigener Person verbürgt hat. vis heule früh 80 Verhaftungen in Berlin. Berlin, 23. Febr. (CRB.-Funkspruch) Im Verlaufe der nächtlichen Polizeiaktion gegen die Urheber der kommuni st ischen Störungsaktion sind bis heute früh um- 6 Ähr 8 0 F e st- nahmen erfolgt. Unter ihnen befindet sich auch Rechtsanwalt Litten. 33 der Festgcnom- menen, unter denen sich auch viel« KPD.-Funktionäre befinden, sind in Isoliergewahr- s a m gebracht worden. Im Laufe des frühen Morgens werden sämtliche Flugblätter der KPD. und SPD. an den Litfaßsäulen entfernt bzw. überklebt werden. Schwere Schießerei im Südwesten Berlins. Berlin, 23. Febr. (ERB.-Funkspruch.) Im Südwesten Berlins, in der Willibald Alexis st raße, entwickelte sich zwischen politischen Gegnern um Mitternacht eine Schießerei, bei der fünf Personen schwer verletzt wurden, die in das Llrban-Kranlen- haus geschafft werden mußten. Ein S S.-M ann, der 24jährige Student Rudolf Felden, erlag kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus den Folgen eines schweren Bauchschusses. Ein weiterer Angehöriger der RSDAP. ringt mit dem Tode. meldungen im Auslande angeht, so wendet sich die entsprechende Verordnung besonders gegen diejenigen, die bestimmte Rachrichten in der Auslandspreise veranlassen und dort in kleiner Aufmachung erscheinen lassen, um sie dann wieder in großer Aufmachung nach Deutschland zurückzubringen. Zersehungshochverrat, der sich gegen ben Bestand des Staates richtet, wird in Zukunft anstatt mit Festung mit Zuchthaus geahndet. Wer in Druckschriften zum gewaltsamen Kamps gegen die Staatsgewalt auffordert oder anreizt, oder wer aus politischen Beweggründen zum Streik in einem lebenswichtigen Betrieb ausfordert oder anreizt, wird mit Gefängnis beftraft. Weitere Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen. B e r l i n, 27. Febr. (WTD.) Unter dem Vorsitz des Reichsministers Dr. Frick fand am 24. Februar im Reichsministerium des Innern eine kommissarische Beratung der beteiligten Reichs- und preußischen Ressorts über die Durch- führuna weiterer Hilfsmaßnahmen für Die Provinz Ostpreußen statt. Reichsminister Dr. Frick brachte einleitend den festen Willen des Reiches und Preußens zum Ausdruck, der besonderen Rotlage der vom Mutterland abgetrennten Provinz nach Möglichkeit zu steuern und ihre werktätige Bevölkerung in dem Ringen um die Aufrechterhaltung und gedeihliche Entfaltung des nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Besitzstandes nach Kräften zu unterstützen. Auf ®nin6 eines eingehenden Berichtes deS Oberpräsidenten der Provinz wurde u. a. in Aussicht genommen, die vorübergehend gekürzten Reichsmittel für Frachterleichterungen wieder auf die im Osthilfegdetz vorgesehene Höhe zu bringen und die bisherige steuerliche Lastensenkung über den gegenwärtigen Stand hinaus zu verstärken. Ferner soll mit größter Beschleunigung durch die beteiligten Fachressorts geprüft werden, in welchem Ausmaß der ostpreuh ischen Landwirtschaft durch Zinssenkung und Erleichterung der sozialen Lasten geholfen werden kann. Heber das Ergebnis dieser Prüfung werden demnächst weitere Mitteilungen ergehen. Die SiaaisauiorM Meist energisch durch. Kommunistische ReichStagSfraktlon in Hast. —x Kommunistische und sozialdemokratische presse verboten. Wichtige Verordnungen des Reichskabinetts. Strafverschärfung gegen Landesverräter. —Todesstrafe auf Landesverrat. Keine Abrüstung der Kolonialarmeen. England/ Frankreich und Holland widersetzen sich. Genf, 27. Febr. (Sil.) Der Hauptaus - schütz der Abrüstungskonferenz hat am Wontag mit grober Stimmenmehrheit beschlossen, sämtliche Kolonialtruppen von der vom Hauptausichutz bereits angenommenen Vereinheitlichung der Armeen auf ein Heeresshstem mit kurzer Dienstzeit und zahlenmäßig beschränkten Sruppenbeständen auszunehmen. Die kolonialarmeen sind damit praktisch von allen künftigen Abrüstungvmatznahmen befreit worden. Die großen Kolonialmächte England, Frankreich und Holland widersetzten sich energisch der Einbeziehung der Kolonialarmeen in die Vereinheitlichung der Heeresshsteme. Der französische Kolonialminister E a r r a u t und der Luftfahrtminister Pierre Cot nahmen an der Sitzung teil. Die Vertreter Frankreichs und Englands erklärten, daß die Kolonialtruppen Polizeiaufgaben zu erfüllen hätten, die bei der vorgesehenen Herabsetzung der Dienstzeit auf acht bis neun Monate unmöglich durchgeführt werden könnten. Staatssekretär Eden hob hervor, die Kolonialtruppen des englischen Weltreiches konnten unmöglich ihre schwierigen, größte Disziplin und Verantwortung erfordernden Aufgaben jungen Rekruten übertragen. Die Vertreter Deutschland» und Italien» erklärte dagegen, daß die im Alutterlonde oder in der Röhe des Mutterlandes befindlichen Kolonialtruppen einen untrennbaren Teil der Heimatarmee darslellten und daher den gleichen Regeln wie diese unterworfen werden müßten. Botschafter Nadolny machte den Hauptausschuß darauf aufmerksam, daß Frankreich im Weltkriege eine Million Kolonialtruppen eingesetzt hätte und daß die in Frankreich, oder in den nahegelegenen französischen Kolonien stationierten Kolonialtruppen im Kriegsfälle zu jeder Zeit und in gleicher Weise eingesetzt werden könnten, wie die übrige französische Armee. Der Hauptausschuß lehnte jedoch zunächst mit 16 gegen 2 Stimmen (Sowjetruhland und Türkei) bei deutscher und amerikanischer Stimmenthaltung die Frage der Ausdehnung der Vereinheitlichung der Armeen auf die gesamten Kolonialtruppen und sodann mit 8 gegen 5 Stimmen (Deutschland, Italien, Ungarn, Bulgarien und Norwegen) die Ausdehnung auf einzelne Teile der Kolonialarmee ab. Jord greist in die amerikanische VankenkrW ein. Drohende Moratorien in mehreren Staaten. — Oie Fords übernehmen die maßgebenden Banken von Detroit. Detroit. 27. Febr. (DD.) Die amerikanische Danlentrise, die mit den Vorgängen im Staate Micyigan akut wuroe, zieht immer weitere Kreise. Sn allen Unionstaaten sind die zuständigen Stellen mit. der Frage des wirksamen Schutzes von Banbrn und Bankkunden beschäftigt. Wegen der sehr verstimmenden Wirkung auf die Börsen ist man mit der Verhängung allgemeiner Moratorien sehr zurüahalterw, doch haben die Gouverneure der Staaten Sndiana, Missouri, Arkansas und Wisconsin bereits grundsätzliche Bestimmungen über etwa notwendig werdende Moratorien erlassen. Sn den Staaten Aeuyork, Aew Serseh, Vermont. Sowa und Aebraska sind neue Gesetze angenommen worden, die den st ä a t - lichen Behörden größere Machtbefugnisse geben, um die Schließung von Banken abzuwenden und ihre Aeorganisie- r u n g nach der Liquidation zu beschleunigen. Sn verschiedenen Staaten ist geplant, die Z u r ü ck - ziehung von Spargeldern auf einenbe- stimmten Prozentsatz pro Monat zu beschränken und die Verwendung von kommerziellen Konten auf einen Betrag einzuschränken, der dem Durchschnittsbetrag der letzten Monate entspricht. Besonders kritisch ist die Lage i n Maryland. wo der Gouverneur eine dreitägige Schließung der Banken angeordnet hat, nachdem während der letzten Woche von Konten, die insgesamt 500 Millionen Dollar ausmachen, 1 3 Millionen Dollar abgehoben worden waren. Die Fondsbörse von Baltimore ist geschlossen. Sn Detroit beabsichtigt die Clearing-House Association die Ausgabe von Snterimsscheinen als Zahlungsmittel.Sm Zusammenhang mit der Bankenkrise ist der Präsident des Verwaltungsrates der Dational Citybank von Deuyork, Charles Mitchell,zurück- getreten. Sn Detroit ist durch einen plötzlichen Entschluß Henry Fords, die beiden maßgebenden Bankengruppen, die First National Bank of Detroit und die GuardianNational Dank of Commerce, zu übernehmen und als Alleinaktionär möglicherweise zu verschmelzen, die ganze Bankensituation mit einem Schlage we'entlich verändert. Der Entschluß Fords । war die Folge einer Reihe von Konferenzen I der beiden Nationalbanken-Gruppen, Die am Sonntagabend das Washingtoner ilLimatum annahmen. sich mit einem Darlehen in Höhe von 78 Millionen Dollar statt der geforderten 136 Millionen Dollar zu begnügen. Die beiden neu zu gründenden Danken würden damit nur über 8 250 000 Dollar Kapital statt über 11 Millionen Dollar verfügen. Nachdem die beiden Baillengruppen daS Washingtoner Ultimatum angenommen hatten, veröffentlichten Henry und Edsel Ford in großer Aufmachung folgende Erklärung an die Depo sitenkunden und den Aufsichtsrat der beiden Dankengruppen: »Wir sind bereit, uns mit Shnen an der Gründung der beiden neuen Banken zu beteiligen. Das notwendige Gesamtkapital von 8 250 000 Dollar werden w i r aufbringen. Wir stützen uns auf die Erfahrung derer, die willens sind, die beiden Banken in einem Snstitut zu verschmelzen. das nach Grundsätzen geleitet wird, die wir als gesunde Dankmethoden ansehen. Wir sehen voraus, daß Sie zu uns das Vertrauen haben, die Männer als Leiter zu wählen, die künftighin allgemeines Vertrauen verdienen. Die auf diese Weise gebildeten Banken werden Snstitute darstellen, von denen erwartet werden darf, daß sie eine Wiedererholung der Sndustriestadt Detroit herbeizuführen in der Lage sind." — Die Regierung in Washington hat das Angebot Fords angenommen. Kabineiiskrisis in Norwegen. OSlo. 27. Febr. (CNB.-Funkspruch.) Die unter der Leitung des Bauernbündlers Hundseid stehende Regierung, die eine Fortsetzung des am 12. Mai 1931 gebildeten Kabinetts Kol - ft ab t ist. hat, da sie .m Sterling mit 67 gegen 80 Stimmen in der Minderheit geblieben ist, dem König ihre Demission überreicht. Man rechnet mit der Bildung eines Radikalen Kabinetts unter Führung des früheren Minister- präs'.denlen M o w i n d e I. Die Kabinettskrise hat ihren letzten Grund in der schlechten Finanzlage Norwegens,die 2Reaumur. Zum 250. Geburtstage eines berühmten Gelehrten. Es gehört zu den Launen des Ruhmes, daß er bisweilen einem bedeutenden Forscher gerade durch eine Leistung Unsterblichkeit verleiht, die durchaus nicht im Mittelpunkt seines Lebens- Werkes steht, ja von ihm sogar nur so nebenbei vollbracht wurde. Dies ist bei dem französischen Gelehrten R 6 a u m u r der Fall, der am 28. Februar 1683 auf dem Schloß feiner Väter bei 2a Rochelle geboren wurde. Sein Dame ist für uns auf immer mit dem Thermometer verknüpft, dessen SOteilige Skala nach ihm genannt ist, und von dem, was er sonst noch in einem langen, arbeits- und erfindungsreichen Leben geleistet, ist nichts mehr in der Erinnerung geblieben. Dabei ist seine Arbeit am Thermometer nur die Verbesserung eines Prinzips, das schon lange vor ihm gefunden worden war. Reaumur hat nur — was allerdings von großer Wichtigkeit war — zwei wesentliche Punkte für die Beobachtung der Temperaturschwankungen, den Null- Punkt und den Siede-Punkt. genau festgestellt, Den Zwischenraum in 80 gleiche Abschnitte geteilt und diese Tellung auch noch unter dem Null- Punkt für die Kälte fortgeführt. Sein Thermo- meter, das mit Weingeist gefüllt war, verdrängte rasch das Snftrument des Danziger Wetterglasmachers Fahrenheit, dessen willkürliche und unpraktische Einteilung noch immer in den angelsächsischen Ländern hartnäckig benutzt vir). Nachdem dieses Thermometer Reaumurs statt deS Weingeistes eine Füllung mit Quecksilber erhalten hatte, blieb es bis zum heutigen Tage in Brauch, obwohl nicht lange danach der schwedische Astronom Celsius die bequemere 100-Teilung einführte. Sn der Geschichte der Technik ist R6au- murs Dame noch mit einer andern Erfindung verbunden, nämlich mit dem sog. Reaumur- Pcrzellan. Wie so viele Naturforscher jener Sage versuchte auch der französische Akademiker, dem Geheimnis der Porzellan-Bereitung auf die Spur zu kommen: er arbeitete mit chinesischem und sächsischem Porzellan, ohne aber Frankreich mit Liner solchen schönen Masse zu beglüden; dagegen wußte er ein fteinarliges, undurchsichtiges weißes Glas herzustellen, das unter dem Namen R6au- mur-Porzellan bei mancherlei kunstgewerblichen Arbeiten Verwendung gefunden hat. Als ein überaus vielseitiger Gelehrter hat sich Reaumur in feinen zahlreichen Arbeiten erwiesen, von denen sich in seinem Nachlaß noch 180 Abhandlungen ungeörudt vorfanden. Als Naturforscher machte er sich durch seine „G e - schichte der Snsekten" bekannt, die sich besonders durch einen anmutigen Stil auszeich- nete; auch mit dem Studium Der Muschelschalen hat er sich viel beschäftigt. Sn seinen physiologischen Experimenten war er der erste, der den Magensaft genau untersuchte, und vorn Studium des Wagens der Gänse kam er auf die Eigenschaften der Leber dieses Tieres, die sich durch Stopfen so außerordentlich vergrößern und wohi- schrneckend machen läßt. Sein Hinweis auf die Stopflebern der Gänse hat viel zu der Einführung der Gänselebe c-P astete in Straßburg und dann auch in Paris beigetragen. Don der Naturgeschichte tarn er merkwürdigerweise auch zu einem technischen Problem: als er die Kräfte untersuchte, durch die Zitterrochen und Sitteraal, ihre Schläge austeilen, erkannte er, daß es sich hier um etwas Aehnliches wie beim Magneten handeln müsse, und erfand im Anschluß daran ein einfaches Verfahren, um Eisen und Stahl magnetisch zu machen. Schließlich befaßte er sich mit den damals ebenfalls sehr beliebten Problemen der chemischen Herstellung von Kälte. Die bereits vorher gemachten Versuche, Kälte durch Auflösen von Salpeter im Wasser hervorzubringen, setzte er systematisch fori und ist damit einer der wichtigsten Vorläufer der heute so reich enttoidelten Kälte-Sndustrie geworden. Schließlich sei noch unter den vielen Arbeiten Reaumurs eine Abhandlung erwähnt, in der er sich mit dem besten Verfahren bei Wiederbelebungsversuchen befaßt. Nachdem er die beliebte Manier, die Ertrunkenen bet den Füßen zu fassen und sozusagen auf den Kops zu stellen, damit sie das verschluckte Wasser wieder von sich geben, abgelehnt hat, empfiehlt er zu diesem Zweck eine Tonne, in der man den Patienten hin- und be trollen soll. Auch empfiehlt er Einhüllen in warme Tücher. Als bestes Mittel will er aber die Verwendung von Tabakrauch erprobt haben, der mit einer Pfeife dem Ertrunkenen in den Magen geblasen werden soll. Dr. E. K. Tonfilm: „Kampf um Blond". Im großen Bereich des Kriminalfilms nimmt die Kategorie der Mädchenhänüler-Stücke seit langem eine Sonderstellung ein. Man hat das Motiv, von verschiedenen Seiten her, immer wieder mit Dor- liebe aufgegriffen. „Kampf um Blond" setzt gleich mit dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft auf6 engste verbunden ist. Auf die norwegische Wirtschaft mußte sich vor allem der mit der Schrumpfung des We.t Handelsvolumen zusammenhängende Rüdgang der Frachterlöse der norwegischen Schiffahrt und der katastrophale Sturz der Holzpreise verheerend auswirken. Denn Norwegen, das auf einer Fläche von der Gröhe Preußens nur 2,8 Millionen Menschen beherbergt, ist auf weltwirtschaftliche Betätigung im besonderen Maße angewiesen. Bereits im September vergangenen SahreS war angekündigt worden, daß das norwegische Budget für das Rechnungsjahr 1931/32 mit einem Defizit von 35 Millionen Kronen abschließen werde. Dieses Defizit sollte, wie die Regierung bei Vorlegung des neuen Haushaltsplanes im Storting Mitte Sanuar ankündigte, durch außerordentliche Sparmaßnahmen in der Verwaltung sowie durch Einführung einer 2proz. Umsatzsteuer für den Einzelhandel ab- gedeckt werden. Gegen diese Pläne unternahm Mowindel bei Eröffnung der Budgetdebatte am 1. Februar einen heftigen Vorstoß. Der Ausbruch eines offenen Konfliktes und der Regie- rungsrüdtritt konnten damals vermieden werden, da Mowindel auf die Einbringung eines radikalen Eegenentwurses verzichtete. Die Krise ist nun, im Zusammenhang mit einem erneuten Vorstoß Mowinckels, akut geworden und wirh voraussichtlich durch Bildung eines radikalen Kabinetts gelöst werden. Meine politische Nachrichten. Der Kommissar des Reiches für daS preußische Snnenminifterium hat angeordnet, daß künftig nichts gegen die Teilnahme von Polizeibeamten in Uniform an Veranstaltungen von Verbänden und Parteien einzuwenden ist, die hinter der Regierung der nationalen Erhebung stehen. • Der Reichskunstwart Dr. Erwin R e d s ° lob ist vom Reichsinnenministerium mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden: den Angestellten seines Büros wurde gleichzeitig die Kündigung ausgesprochen. Damit ist das Amt eines Reichskunst- warts vorläufig abgeschafft. „Der Sungbenlf<556*, daS Organ bei Sungdeutschen Ordens, ist auf die Dauer von drei Wochen verboten worden. e Die Bundeszeitung des Reichsbanners „DaS Reichsbanner" ist heute wegen Veröffentlichungen in der Dr.S auf die Dauer von zwei Monaten verboten worden. * Die „Münchener Po st", das Blatt der Mün- chener Sozialdemokraten ist bis einschließlich 2. März verboten worden. • Der Dberpräfibent von Ostpreußen hat die sozial« demokratischen Zeitungen .Lönigsberger Volkszeitung" mit Kopfblättern sowie die „Freie Presse" in Elbing bis zum 5. März einschließlich verboten. Gleichfalls hat der Oberpräsident das Zentrumsblatt „Kreiszeitung Heilsberg-Guttstadt" bis zum 1. Djärz einschließlich verboten. • Der Aufsichtsrat der Berliner Der- kehrsgesellschaft (BVG.) beschloß in feiner jüngsten Sitzung nach dem Bekanntwerden des Urteils vom 25. Februar gegen den bisherigen BVG.-Direktor B r o l a t, diesen ohne Gewährung einer Pension fristlos zu entlassen. • Auf Antrag des Verteidiaers, Rechtsanwalt Dr. Lütgebrune, der durch seine Berufung als Sonderkommissar in das preußische Innenministerium an der Ausübung der Verteidigung für die Gebrüder Lahusen (Bremer Nordwolle) ein st weilen verhindert ist, ist der Hauptverhandlungstermin im Prozeß gegen die Lahusens auf den 14. Mür§ vertagt worden. Die Staatsanwaltschaft hat sich diesem Antrag angeschlosfen. Der Iugendführer Hubertus Prinz xtr Löwenstein, Mitglied der Zentrumspartet, hat fein Amt als Gauführer des von ihm für das Reichsbanner geschaffenen „Vortrupp schwarz-rot- gold" niedergelegt und seinen Austritt aus dem Reichsbanner erklärt. Kampf um die Lustfahrt Oie Frage der Internationalisierung sich nicht an der Aussprache. Genf, 27. Febr. (WTD.-Funkspruch.) Der Luftfahrtausschuh der Abrüstungskonferenz hat über die S n t e r n a t i o n a l i f i e- rung der Zivilluftfahrt beraten. Schon die heutige Debatte zeigte, daß bei den Ländern, die im Laufe der letzten Sahre eine ziemlich ent- toidelie Zivilluftfahrt audgebaut haben, wenig Neigung besteht, sich auf irgendwelche Snter- nationalisierungpläne einzulassen. Die Vertreter Englands und Staliens machten gewichtige wirtschaftliche Bedenken geltend und gaben der Ansicht Ausdruck, daß auch eine Sn- ternationalifierung der Zivilluftfahrt ihre mißbräuchliche Benutzung zu militärischen Zwecken nicht ausschlieht. Der deutsche Vertreter, Mi- nifterialMteftor Brandenburg, erinnerte den Ausschuß wiederum daran, daß man sich auf einer Abrüstungskonferenz befinde und daß man wirkliche Abrüstungsmatznah- men treffen solle, ehe man sich mit der Frage der Zivilluftfahrt beschäftige. Deutschland werbe sich einer vernünftigen Kontrolle der Zivilluftfahrt und einer Reglementierung, wie fie von einem früheren Ausschuß bereits vorgefchlagen ist, nicht versagen. Es könne aber so lange zu dieser Frage nicht Stellung nehmen, als nicht einwandfrei seststehe, daß die Militärluftfahrt vollständig abgeschafft werde. Snsolgedessen werde er an der Diskussion über die Snternationalifietung vorläufig nicht teil- nehmen. ♦ der Zivilluftfahrt. — Deutschland beteiligt Der Präsident, der spanische Delegierte d e M a- bariaga, warf in sehr erregten Ausführungen dem deutschen Vertreter vor, daß er den Arbeiten des Ausschusses Schwierigkeiten bereite und drohte sogar mit seinem Rücktritt als Präsident des Ausschusses. Der italienische Vertreter unterstützte Brandenburg und erklärte, daß die italienische Delegation genauderselbenAuffassung sei wie die deutsche, daß man nämlich abrüsten solle. Der deutsche Vertreter erwiderte sehr ruhig, er verstehe die Aufregung deS Präsidenten nicht. Seine (Brandenburgs) Auffassung fei Wohl begründet. Er habe lediglich auseinandergeseht, weshalb er sich nicht an einer Diskussion über das Snternationalisierungsproblem beteiligen wolle. Die Durchführung der Snternatinnalifie- rung w"rde, wenn sie überhaupt möglich fei. viele Sahre in Anspruch nehmen und das würde bedeuten, daß auch die Abschaffung der Militärluftfahrt und die Abrüstung überhaudt für eben fo lange Zeit vertagt werden. Sobald man wirklich feste, daß die AbrüftunaS« konfar^nz sich aut Abschaffung der Militärluftfahrt entschli^ste. fei auch Deutschland bereit, sich an einer Diskussion über die Sntemationalifierung der Zivilluftfahrt zu beteiligen. Auch der holländische Delegierte erklärte, mit Brandenburg durchaus einverstanden zu sein. mit einem kräftigen und bewegten Auftakt ein: mit der Flucht zweier Zöglinge eines Erziehungsheimes; die Flucht gelingt, und nun entwickelt suh der Kampf zwischen Verbrechern und Polizei zwar nach einem gewissen, von allersher festgelegten System — mit typischen Szenen, Episoden und Figuren —, doch immerhin so, daß die Spannung nicht nur nicht abreibt, sondern sich gegen Ende hm immer mehr steigert. Dieses Ende ist so „happy", wie es sich gehört; das Abenteuer der jungen Mädchen geht nochmal gut aus. Aber der Regisseur Jaap Speyer weih, was ex dem Publikum und der fttiminalftlm- Tradition schuldig ist: er versteht zu photographieren, er weiß die Kräfte gerecht zu verteilen, Flucht und Verfolgung mit raffinierten Ueberraschungen (die der geübte Kinobesucher allerdings kommen sieht) zu würzen, und er läßt beiden Parteien den Kampf wahrhaftig sauer werden. Das geht in einem Tempo, daß der Besucher kaum Zeit findet, verschiedene naheliegende Fragen aufzuwerfen, die leider unbeantwortet bleiben. Reu ist das Motiv, daß sich eine Couragierte Kriminalassistentin unter die verschleppten Mädchen eingeschmuggelt hat: sie wird von der jungen Ursula Grabley sympathisch $e» spielt, die wir aus dem „Schwarzen Husaren^ bereits kennen. Eine Anzahl meist bewährter Darsteller — Harry Frank, Mylong-Müntz, Harry Hardt, Beierle, Hertha v. Walther, Paul Heidemann, F. A. Lieven und Herta Kirchner — sind ferner an dem Film mit tüchtigen Leistungen beteiligt; er läuft seit gestern im Lichtspielhaus. —r— Bridge-Olympia. Die National Bridge Association in Neuyork veranstaltet demnächst ihre zweite Bridge-Olympiade,, an der über 100 000 Spieler aus 40 Ländern teilnehmen Weeden. Diese Olympiade kann sich also in ihren Ausmaßen mit der Eportolympiade sehr wohl messen, unb das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, zu welcher Beliebtheit das Bridge in jüngster Zeit in allen Ländern der Erde gelangt ist. Das Turnier wird als Simultan-Spie! mit vereidigten Spielleitern in allen großen Städten der beteiligten Länder ausgetragen. Der WeltrneisterschaftspreiZ, eine Wanderlrophae, besteht aus zwei Statuen in Platin und brasilianischem Onyx. Außerdem sind für die - einzelnen Ländermeisterschasten Preise ausgesetzt, die in den ständigen Besitz der Sieger übergehen. Die Bridge-Prominenten des Neuyorker Spitzenver- einS, Danderbilt, Culbertson, Ligthner usw. haben die Olympia-Regeln auSgeardeitet. und nach Schluß des Wetllampfes soll jeder Teilnehmer eine genaue Aufstellung über den Spielverlauf mit allen seinen Raffinessen erhalten. Der Kampfverlauf der Welt-Dridge-Olhmpia dürfte an Heftigkeit der Sportveranstaltung keineswegs nachstehen. Kaschrngs-Geschichien. Don Wilhelm von Hebra. Auf einem Ball in einer schottischen Stadt folb* ten alle Gäste kostümiert erscheinen: als Personen auS Walter Scotts Romanen. Ein Herr aber kam im allermodernsten Frack. Als der Arrangeur ihn zur Rede stellte, fragte der Herr: „Haben Sie ScottS Romane gelesen?" „Sa. Alle." „Erinnern Sie sich dessen, daß er oft den «freundlichen Leser" apostrophiert?" „Sa. Unb?“ „Und wissen Sie von ScottS großem Selbstbe- wußtsein?" „Sa. Und?" „Und war er Syrer Meinung nach davon überzeugt, daß er noch nach mehr als hundert Sah- ren gelesen wird?" „Sa. Unb?“ „Und — ich bin der „freundliche Leser im Kostüm der Zeit um 1930.", Der verstorbene Dichter Peter Altenberg wollte einen vornehmen öffentlichen Ball besuchen. Als Peter in der Garderobe seinen Mantel ab* legt, wird ihm gesagt: „Herren im Sakko ist der Eintritt nicht gestattet." Peter zieht seinen Sakko aus und fragt: „Kann ich jetzt hinein?" „Nein." „Nein? Was soll ich denn noch ausziehen?" Mein Freund Balthasar von Campenhausen, als „Campt" und als Original weit und breit bekannt, ist auf einem Ball. Eine Dame sagt zu ihm: „Sehen Sie sich das Mädchen dort an, tm blauen Kleid. Eie ist sehr hübsch, aber ganz und gar eine Puppe. Man hat das Gefühl, daß sie Mama und Papa sagt wie eine Kinderpuppe, wenn man ihr auf den Bauch drückt." „Srrtum, Gnädigste, ich habe eS versucht, aber da sagte sie: „Lassen Sie mich In Ruhe," ( , Aus der Provinzialhauptstadt. Provinzialverband oberhessischer Geflügelzüchter. Der Provlnzialverband oberhessischer Geflügel- -üchter hielt am Sonntag im Dolkshaus in Dll- •xl ferne diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Sean Kolter- Dad-Rauheim, be- grüßte die Vertreter der Vereine und widmete besondere DegrüßungSworte dem Vertreter des Landwir.sch af.skammer-Ausschus.es, Herrn Cb:r- fctretär Philipp, und dein Dors.henden des Landesverbandes Hess scher Geflügelzüchter, Herrn Ackermann - Sprendl.ngen. Hieraus erstattete der Vorsitzende den De- 'chaftsbericht. Herr Kolter wies hierbei besonders aus den Bezug der Dundesringe hin und empfahl den Züchtern, ihren Tieren unbedingt diesen R.ng anzulegen, da hierdurch die Einnahmen des Bundes vermehrt werden und dementsprechend auch den Züchtern wieder Bundes- Ehrenpreise zufliehen können. Vach einer Zusammenstellung des Herrn Ackermann waren den Provinzen Oberhcssen und Starkenburg über 2C00 Mark an Dundesehrenpreisen zugeflossen. Die Rcchnungsablaae erstattete der Rechner, Herr Reinhardt^ Schlitz. Die Rechnung schloß mit einer Einnahme von 838,52 Mark und einer Ausgabe von 681,39 Mark, so daß ein Kassenbestand von 157,13 Mark verblieb. Als Rech- nungsprüfer wurden die Herren Baer- Ridda und R a d e tz k y - Lich gewählt. Dachdem ti; Rcch- nung geprüft und .Anstände sich nicht ergeben hatten, wurde von den Rechnungsprüfern Entlastung beantragt, die einstimmig erteilt wurde. Es folgte dann die VorstandswahÜ Hier wurde vorher ein Antrag Wieseck behandelt, der die Vorstandsämter so verteilt wissen will, bah aus jedem Bezirk ein Vertreter als Beisitzer dem Vorstand angehören soll. Dieser Antrag wurde angenommen. Bei der Wahl des 1. Vorsitzenden des Rechners und des Schriftführers wurden die seitherigen Herren, und zwar Sean Kolter Bad-Rauheim, zum 1.Vorsitzenden: H. Rein-' Hardt II., Schlitz zum Rechner und Lehrer Stoll, Altenburg, zum Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Zur Wahl der Vertreter der einzelnen Bezirke in den Vorstand wurde ein Vorschlag F e l s i n g, Ostheim, angenommen, der besagt, daß der jeweilige Dezirksvorsitzende dem Vorstände angehört. Es gehören hiernach als Vertreter der Bezirke dem Vorstande an: Riehm, Lollar, für den 1.Bezirk: Södler Rieder-Gemünden, für den 2.Bezirk: Rühl- m a n n, Himbach, für den 3. Bezirk: Gutmann, Vilbel, für den 4.Bezirk: Maul, Beienheim, für den 5. Bezirk: Säger, Ober-Hörgern, für den 6. Bezirk. . diesjährige Provinzialgeflügelausstellung fallt nach dem Schauplane des Landwirtschafts- 'ammer-Ausfchusscs in den Kreis Lauterbach. Da sich auster hem Verein Schlitz niemand um die Schau beworben hat, wurde sie diesem 'Herein übertragen. Ms Termin wurde die Zeit vom 19. bis 21. Januar 1934 bestimmt. Unter .Anträge" wurde zunächst ein Antrag des Vereins Grünberg auf Zuteilung zu einem anderen Bezirk verhandelt. Rach längerer Debatte für und gegen diesen Antrag wurde der Antrag obgelehnt. Ein weiterer Antrag des Vereins Wieseck, welcher die Herabsetzung des Beitrages forderte, wurde ebenfalls abgelehnt. Ein Antrag, gleichfalls vom Verein Wieseck, der auch die Provinzialausstellung an kleineren Orten abgehalten haben will, fand dadurch seine Erle- digung, daß die Hauptversammlung alljährlich den Ort, in dem die Provinzialausstellung abgehalten werden soll, bestimmt. Unter »Verschiedenes" stand die Aufnahme des Kleintierzuchtvereins Rödgen zur Debatte. Aach- dem verschiedene Redner für und gegen die Aufnahme gesprochen hatten, wurde der Verein Rödgen ausgenommen unter der Bedingung, dast er feine Ausstellungen in Rödgen abhält. Hieraus schlost der Vorsitzende mit Worten des Dankes die Versammlung. Talen für Dienstag, 28 Februar. 1683: der französische Physiker A. F. Rene de Reaumur in La Rochelle geboren; — 1833: der preußische Generaifeldmorschall Alfred Graf von Schliessen in Berlin geboren; — 1925: Friedrich Ebert, deutscher Reichspräsident, in Berlin gestorben. Pornotizcu. — Musbern Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend zum erstenmal der -schwank: „Da stimmt etwas nicht" von Franz Arnold. Spielleitung: Heinrich Hub. 21. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr; Ende 22.30 Uhr. — Morgen, Mittwoch, bleibt das Theater geschlossen. e Haus und Schule. Am Freitag fand im Sohannessaal ein Familienabend des Bundes Haus und Schule statt. Frau Landgerichtsrat Strack und Pianist Hahn leiteten ibn durch einen Snstrumcntalvortrag für Harmonium und Klavier stimmungsvoll ein. Hierauf hielt Pfarrer A u s f e l d einen Lichtbildervortrag über „Gustav Adolf". Einleitend zeigte er einige Bilder aus der Reformationszeit, um bann Gustav Adolfs Feldzug in Deutschland von dec Landung des Königs bis zu seinem Tode bei Lützen in Wort und Bild vorzuführen. Dabei schilderte er Gustav Adolf als Retter des Protestantismus' und als Vorbild wahren Bekenner- mutes und selbstloser Opferwilligkeit. An geeigneten Stellen des Vortrags brachte Fräulein Stammle r, von Herrn Hahn begleitet, einige Lieder wirkungsvoll zu Geher. Pfarrer Lenz spielte mit seinem Posaunenchor Gustav Adolfs Kampflied „Verzage nicht, du Häuflein klein". Das gemeinsam gesungene, vom Posaunenchor begleitete Lutherlied „Ein feste Burg" blldete den eindrucksvollen Schluß des interessanten und schön verlaufenen Abends. •• Eisenbahnverein Gießen. Der Eifenbahnverein Gießen hielt am Sonntagnachmittag seine Jahreshauptversammlung im »Aquarium" ab. Dor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Reichsbahnobersekretär A l t h a u S, der im vergangenen Sabre verstorbenen Mitglieder und der Opfer der Explosionskatastrophe in Reunkirchen. Dem von dem Vorsitzenden erstatteten Geschäftsbericht war zu entnehmen, dast die Mitgliederzahl des Vereins auch im verflossenen Sabre zugenommen hat. Der Verein zählt jetzt über 100j Mitglieder. Auf dem Gebiete der Mitgliederfürsorge hat der Eisenbahn- Verein Gießen auch im vorigen Sahre wieder segensreich gewirkt. Heber 200 kranke und erholungsbedürftige Mitgliederangehörige, insbesondere Kinder aus Arbeiterfamilien, wurden aus Mitteln der Dereinsfürsorge in mehrwöchige Kuraufenthalte entsandt. Der von dem Kassierer, Deichsbahnsekretär Loos, erstattete Kassenbericht wies eine Einnahme von 2338,32 Mk. und eine Ausgabe von 2310,27 Mk. auf. Rach dem Bericht des Kassenprüsers wurde dem Kassierer, sowie dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt Für vier satzungsgemäst ausscheidende Vorstandsmitglieder wurden Reichsbahnamtmann Dörr, Deichsbahn-Düteroberin peltcr S ch a r b t, RcichS- bahnbelriebsassistent Rommel und Krankenkontrolleur im Auhestanb Donorius neu gewählt. Das langjährige Vorstanbsmitglieb Franz D e p p l e r wurde aus Anlah deS Aebertritts in den Ruhestand unter ^Überreichung einer Ehrenurkunde zum Ehrenmitglied ernannt. Am Schluß hielt der Vorsitzende der ReichSbahn-Spar- und Darlehnskasfe Frankfurt a. M., Herr Doyen- tobt, einen aufschlußreichen Vortrag über die Mitgliedschaft bei diefer Kaffe und wies auf besondere Vorteile hin. Das WnsmiMe - hier wirds Ereignis.. Tatsachenberichte aus dem Reich des Okkulten. Gesammelt und nacherzählt von F X Schlichters. • ii. Hellsehen — Fernsehen. Auf diesem Gebiet sind uns eine Unzahl verblüffender und prägnanter Fälle überliefert. Zu- wollen wir aus dem Mtertum ein besonders einprägsames Ereignis erzählen, so wie es von P h i l o st r a t u s, dem Diogra-Hcn des Philosophen Appollonius von Thyana in Kappabozien, berichtet unb von Sueton be- ftäiigt wird. Dieser Appollonius hat im Sahre 96 n. Ehr. auf übersinnliche Weise die Ermordung des Kaisers Domitian mit- ertebt — und zwar in Ephesus zu gleicher Zeit, als diese Tragödie sich in Rom abspielte- Wie Apollonius, so erzählt der Biograph, mittags hier in den Hainen am Tystus einen Dortrag hielt, lieh et plötzlich furchtsam die Stimme sinken, starrte dann in die Ferne. Endlich trat er erregt einige Schritte vor unb rief: „Stoß ihn nieder, den Tyrannen! Rieder mit ihm!" Ganz GphesuS war bei diesem Vorgang anwesend — u.ib ganz Ephesus war entsetzt Apollonius schwieg noch, als ob er den Aus- geng eines Ere gaisses abwarte. Endlich jubelte er: „Seid getrost, der Tyrann Domitian ist heute getötet worben! Was sage ich: heute?! Setzt bei Pallas Athene, in eben diesem Augenblick!" Die Anwesenden hielten dies für Wahnsinn. Er aber sprach: „Sch wundere mich nicht, daß ihr dieser Rachricht, die noch nicht einmal ganz Dom weih, feinen Glauben schenkt. Aber jetzt — sie wird bekannt in Rom: Rom tanzt!" — Die Epheser blieben ungläubig, bis endlich Eilboten mit der Rachricht eintrafen, die des Apollonius' Ferngesicht voll bestätigte. Denn die Ermordung Domitians, bet Tag, die Stunbe, bie Mörder, die et durch Zuruf ermuntert —: alles wat richtig und genau so, wie er es während feines Vortrages gesehen und hinbgetan ... Ein klassischer Lall des Fernsehens, älnd absolut nicht vereinzelt dastehend. Aus dem Mittelalter wird uns von einer großen Anzahl von Personen, Frauen, Männern und Kindern, erzählt, die bie furchtbare Gabe gehabt haben sollen, es einem jeben Menschen ansehen zu können unb zu müssen, falls fein £ob in nächster Zeit auf normale ober gewaltsame Art bevorstand. Etwas ähnliche- erzähtt man sich auch von dem großen schwedischen Gelehrten unb Mystiker Swebenborg, der heute noch unvergessen ist. Für ein unerklärlich scharfes Hellgesicht dieses Mannes, das nicht unmittelbar mit Tob. aber doch mit einet riesigen Katastrophe zu tun h"f besitzen wir leinen geringeren Gewährsmann und Bürgen als Smma.iuel Kant. »Die folgende Begrven^eu", vermelbet er, ^scheint mit die große Beweiskraft zu haben unb benimmt allem erdenklichen Zweifel bie Ausflucht." Unb zwar ist es dieses Begebnis: Cs war im Sahre 1753, als Swedenborg gegen Ende des Seplembermonats am Samstag um 16 älhr aus England kommend, zu Gothenburg ans Land stieg. Er begab sich in eine Gesellschaft, entfernte sich um 18 Uhr ein wenig aus ihr, kam aber dann blaß und außer sich zurück ins Zimmer. Gr stammelte: eben jetzt sei ein wilder Dtand in Stockholm am Cübermalm — über fünfzig Mellen entfernt von Gothenbutg! — ausgeb rochen und greife rasend um sich; das §au$ eines feiner Freunde liege bereits in Asche, sein eigenes Haus sei In Gefahr. Erst um 20 Mr beruhigte er sich: gottlob: der Brand ist gelöscht, die dritte Tüt von meinem Hause! — Dieses Gesicht des Mhstllers brachte nicht nur bie Gesellschaft, sondern alsbald ganz Gothen- burg in Aufregung. Man gab gleich dem Gouverneur Rachricht. Zu diesem wurde Swedenborg am nächsten Tage berufen, und hier beleb rieb er genau den Brand, seinen Anfang, seinen Verlauf, fein Ende — alles mit genaueren Zeitangaben. Cs wurde Mont g abeib. Dann traf eine Estafette in Gothenbutg em, bie von bet Kaufmannschaft zu Stockholm während bes Branbes abgeschickt worben wat. Sn ben Driesen würbe bet Brand auf bie gleiche Art beschrieben, wie ihn Swedenborg gesehen hatte. — Am Dienstag meldete sich beim Gouverneur ein königlicher Kürrier: nun erfuhr man genaue Einzelheiten unb baS Ende des Brandes. AlleS verhielt sich aufs Haar genau so, wie es Swedenborg „hellgesehen" hatte ... Ein wahrhaft klassischer Zeuge für die tatsächliche Möglichkeit des Hellsehens ist Goethe. Man erinnert sich: er schied von Sesenheim... „Sn solchem Drang und Verwirrung konnte ich doch nicht unterlassen, Friederiken noch einmal zu sehen. Es waren peinliche Tage, deren Sv- Jnnerung mir nicht geblieben ist. Als ich ihr die Hand noch vom Pserd reichte, standen ihr u^e Tränen in ben Augen, und mit war sehr übel zumute. Run ritt ich auf dem Fußpfade gegen Drusenhelm, und da überfiel mich eine der sonderbarsten Ahnungen. Sch sah nämlich, nicht mit den Augen des Leibe-, sondern deS Geistes, mich selbst denselben Weg zu Pferde wieder ent- fjegenfommen. und zwar in einem Kleide, wie iQ es nie getragen, es war hechtgrau mit etwas ®olö. Sobald ich mich aus diesem Traum auf- schuttelte, wat die Gestalt ganz hinweg. Sonderbar ist es jedoch, daß ich nach acht Sahten irr Dem Kleide, das mir geträumt hatte und daS ich nicht aus Wahl, sondern aus Zufall gerade trug, mich auf demselben Wege fand, um Frie- detiken noch einmal zu besuchen .. ®in Hellgesicht ist, wie Caroline von Wol» zogen, geh. von Lengefeld, erzählt, auch Schiller einmal geschehen. Schiller hatte die „Räu- bet" geschrieben und auf der Bühne erlebt und toeilte darauf in völliger Zurückgezogenheit auf dem Gut Bauerbach. „Ein halbes Jahr lebte er so, größtenteils mit sich und der Ratur, unbekannt und unerkannt von selten des Geiste-, in den rauhen Umgebungen. Ein einziger Freund In Meiningen, Re in Wald, der in der Folge fein Schwager wurde, kannte die Sage des gc- heimnisvollen Fremdlings: dieser, als Bibliothekar, versorgte ibn mit Büchern und besuchte ihn auch zuweilen. Mit dem Verwalter des Gutes spielte et Schach und machte oft Spazier- gänge mit ihm. Auf einer dieser Wanderungen durch die Wälder hatte er eine sonderbare Qnjnung, die ihm immer merkwürdig blieb. Auf dem unwegsamen Pfade durch den Tannenwald, zwischen wildem Gestein, ergriff ihn das Gefühl, daß hier ein Toter begraben liege. Dach wenigen Momenten fing der ihm folgende Verwalter die Erzählung von einer Mordtat an, bie mfi diesem Platze vor Sahten an einem reisenden Fuhrmann verübt worden, dessen Leichnam hier eingescharrt sei ..." Goethes LebenSkreise haben sich deS öfteren berührt mit denen des seltsamen Pfarrers und „Physiognomikers" Sohann Kaspar La v a ter, von dem dessen Schwiegersohn und Biograph Geßner berichtet: „Mehrmals sagte mir der selige Lavater, wie er oft mit Zuversicht geohnet habe, daß er auf gewalttätige Weise sterben werde. Ganz bestimmt, sagte er mir, ich gewarte ost, daß nach mir werde geschossen werden. Et nahm für sicher, daß er gewalttätig fterben werde, unb zwar um der Freimütigkeit werde sterben müssen, mit der er stets seine Ueberzeugung vertrat." — Lavater, Pfarrer in Zürich, wurde dort im Sahre 1799 auf der Straße, wie er sich für einen Bedrohten einsehte, von einem französischen Soldaten über den Haufen geschossen: er starb an dieser Verwundung 1801, nach langen furchtbaren Qualen ... Das stärkste aller bisher aufgetauchten „Medien' soll angeblich der im Sahre 1886 verstorbene Schotte Daniel D. Home gewesen fein. Der Berner Universitätsproseffor Petry erzählt von ihm in seinem Werk „Blicke in das verborgene Leben des Menschrngeistes": Home war 1866 in London öfters mit dem berühmten Tra- giker Fechter, einem Spiritualisten, zusammen. Eines Tages streckte er plötzlich seine Hand aus und drückte stark auf Fechters Brust. Dieser" bat ihn, die Hand zurückzuziehen, weil sie ihm Schmerz verursache, aber Home konnte es eine Zeitlang nicht. Als er sie wegnahm, war die berührte Stelle an Fechters Hemd blutig, und doch war kein Blut an dessen Brust oder an Hom es Hand. Während sie ben Blutfleck betrachteten, verschwand er. Danach bäumte sich der Disch wie ein Pferd, unb Home behauptete, er habe da- Gefühl, Fechter drohe Gefahr, wenn er äu Pferde fei — Der Tragiker reiste nach Deutschland auf ben Kriegsschauplatz, und a!6 man ihm eines Morgen- wie gewöhnlich sein Pferd vorführte, schauderte ihn, und er erklärte, cS nicht beftefgen zu wollen. Den gleichen Morgen entlehnte ein Freund von ihm da- Pferd und erh.ett wenige Stunden nachher einen Schuß durch die Brust ... Die bekannten Fälle von Hell- und Fernsehen sind zahllos, sie lassen sich unmöglich alle auf- zählen. W.r betreten unser Jahrhundert mit der Betrachtung eines Ereignisses, da- der italienische Parapsychologe Professor D o z z a n o nutgeteilt hat. Sn Pari- lebte um 1900 eine Lady A.. der aus einer Tasche 3600 Franken gestohlen worden waren. Sie zog eine Hellseherin ju Rate, die erklärte, daß eine Person aus der Dienerschaft das Gelb gestohlen habe. Sie weigerte sich zwar, die Person näher zu bezeichnen, da sie nicht- mit der Polizei zu schaffen haben wollte, erklärte jedoch mit Bestimmtheit, es handle sich um eine männliche Person, die *toei Sa^re später hingerichtet werden würde. Tatsächlich: zwei Sahre darauf wurde wegen Morde- ein ehemaliger Bedienter der Lady hingerichtet, der. wie sich dann einwandfrei herausstellte, auch den Diebstahl begangen hatte ... Sn aller Erinnerung dürfte noch bas schreckliche Hochbahnunglück sein, baS sich am 26- September 1908 am Gleisdreieck zu Berlin zutrug. Mit diesem Unglück ist ein .Hellgesicht" verknüpft, das sechs Sahre später Dr. Matti e s e n au- Rostock in der Zeitschrift der Londoner Gesellschaft für Psychische Forschung ver- ösfentlichie. nachdem man Zeugen gesucht, gefunden unb eingehend ausgeforscht hatte. ES handelte sich um folgendes: Ein Fräulein Frieda GenteS, bie In der Alexanderstrahe einen Zigarrenladen innehatte, sah am Vormittag des 26. September 1908 in ihrer Wohnstube mit den Augen deS Geistes plötzlich ihre Schwester Elsa, Angestellte eines Berliner Kaufhauses im Westen der Stadt, vor sich mit zur Hälfte blauem Gesicht. Die „Visio- närin7 ersckrak heftig, denn sie wußte: das bedeutete Tool — sie hatte diese Erfahrung schon einige Male machen müssen. Es erfuhren vor dem kommenden schrecklichen Ereignis von diesem Gesicht: eine Friseuse, eine Stiefschwester unb ein Stiefbruder deS Fräulein Gentes, die diesen Bruder flehentlich bat, doch „zur Mutter und zur Schwester in die Dlücherstraße" zu eilen, um zu sehen, was geschehen sei. Die Mutter aber Mar nicht anwesend, sondern ins Kaufhaus gegangen und hatte ihr Tochter Elsa gebeten, doch heute nicht zum Mittagessen nach Hause zu kommen, da sie Einkäufe machen und bann auswärts speisen wolle. Elsa GenteS kam aber auS nie geklärten Gründen dieser Bitte nicht nach unb machte sich später auf den Weg nach Hause, und zwar stieg sie in die Hochbahn — in jenen Wagen, der am Gleisdreieck infolge falscher Weichenstellung von einem entgegenkommenden Zuge gerammt und aus der Höhe auf die Straße gestoßen wurde. Shr Dame als der einer Toten wurde erst am nächsten Tage bekannt. Als ihre Schwester Frieda aber die ersten Gerüchte von dem furchtbaren Unglück vernahm, war sie, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, sogleich der erschütterten Ueberzeugung. es sei auch ihrer Schwester daS Schlimmste geschehen, so daß sie ihre Angehörigen beschwor, sofort nachHuforschen. Und wirllich wurde von den Angehörigen die Leiche der Elsa Gentes noch am Tage deS Unglücks im Leichen- schauhaus aufgefunden ... (Forts, folgt) S.J.-fport DerbandSspiel-Ergebniffe aus dem Gau GießemWetzlar. Dezirkskkas se I (Gruppe Lahn): VfB. Gießen-Wallau 42 (22); Wetzlarer SV.—1900 Gießen 5:0 (1:0); Frohnhausen—Breidenbach 4:4. Bezirk-klasse II: SC. Wetzlar-Rieder- girmes—Aßlar 2:3 (1:2) (20 Minuten vor Schluß abgebrochen, Platz nicht mehr bespielbar); Löhnberg-SV. Wetzlar 2 5:1; Dissenberg—Oberbiel 9:1 (5:1); Leihgestern—Daubringen (Daubringen nicht angetreten); 1900 Gießen 2—Steinberg 0.-9 (0:3). Gauklasse I: Allendorf—Löhnberg 2 (Löhnberg nicht angetreten); Werdvrs—Obemidorf 52; Steinbach—Butzbach 2 0:5 (0:2); Garbenteich— Wieseck 5.-0 (2:0); Heuchelheim—Riederweisel 4:1 (3:0); Dutenhofen—VfB. Gießen 3 4:3 (2:3); Großen-Duseck—1900 Gießen 3 2.-0 (1:0). DfB. Gießen. DfB. I — wallau I 4:2 (22). Dor vielen Zuschauern entspann sich am Sonntag auf dem Waldsportplatz zwischen VfB. Gießen und Wallau ein zum Teil recht dramatischer Kampf. Wallau gab einen beachtlichen Gegner ab. DfB. war durch Balser: Wilhelm, Leutheuser: Lehrmund, Knaus, Feuster: Schmidt. Bischoff, Fehling, Haupt unb Ritter vertreten. Da- Spiel begann mit leichter Überlegenheit der Wallauer. Sie drängten immer wieder zum Tor, aber erst als Leutheuser den aufrüdenben Gästen einmal nicht nachsetzte, war der erste Erfolg für sie fällig. Die Gäste erfreuten sich aber der Führung nicht lange. 12 Minuten später brachte Haupt einen halbhohen scharfen Schuß an, der Tormann hielt den Ball hinter der Linie, der Schiedsrichter pfiff Tor, der Tormann schlug das Leder wieder in das Feld, das dann endgültig von Mattern in das Reh gejagt wurde. 1:1! Durch den Erfolg ermutigt griffen nun die VfBer energischer an. Wallau wehrte sich sehr. Shr Angriff wurde nicht müde, das Gießener Tor zu beren- nen. Sn ausgeglichenem scharfen, ideenreichen Kampf vergingen die Minuten. Chancen wurden ausgelassen. Unter großem Beifall schoß Haupt das zweite Tor, nach dem der Tormann heraus- gclaufen war und nicht rechtzeitig genug zurück- kchren konnte, um den Erfolg zu verhindern. Haupt, schwer bedrängt, hatte sich den Ball nicht nehmen lassen. Kurz vor Halbzeit glichen die Gäste aber doch aus. Die Verteidigung war auch diesmal nicht ganz auf dem Posten; andererseits lieh sich Balser ben Ball entwischen und unter dem Körper in das Tor rollen. Die zweite Halbzeit unterschied sich wesenllich von der ersten. Dor dem Wechsel fach man auf beiden Seiten schöne Leistungen. Setzt aber wurde, ausgeglichen zwar, aber doch sehr nervös gespielt. Beide Parteien blieben zunächst ohne Erfolg. Während der letzten zehn Minuten gingen die Grünweißen sehr aus sich heraus, schufen brenzliche Situationen vor dem Gästetor, deren eine wiederum Haupt geschickt auszunühen verstand. Es sollte aber nicht beim 32 bleiben. Wenig später lief der Tormann einmal leichtsinnig toeit aus seinem Tor, so daß Wilhelms flacher scharfer Schuß leichten Weg in das Retz hatte. Kurz vor Schluß leistete sich Knaus ein Foul, sicherlich nicht sehr böse gemeint unb gleich bereut, es brachte ihm aber doch die Herausstellung ein, die u. E. Leutheuser längst zuvor hätte treffen müssen. Bester Mann auf dem Platz war Haupt. Er hatte einen großen Tag. Drei Tore gingen allein auf fein Konto. Die Grünweihen haben den Sieg in Anbetracht ihrer, wenn auch nur leichten, technischen Ueberlcgcnljeit, verdient. Die Gäste stellten eine eifrige, sympathische Mannschaft, deren linker Flügel sehr stark beschäftigt und der (bessere) rechte Flügel stets vernachlässigt war. Die Gäste hinterliehen einen guten Eindruck. Don den Platzverhältnissen schweigt deS Sängers Höflichkeit. Der Schiedsrichter konnte nicht immer überzeugen. Aus dem Mitielrheinkreis der OT. wichtige Tagungen. Wegen der am 12. März in Preußen statd- findenden Gemeindewahlen ist der 101. ©auturn» tag der Hessenturner in Gießen auf den 19. März verlegt worden. — Der Feldberg- fest-Turntag, der ebenfalls für den 12. März angesetzt war, findet nunmehr am 26. März in Frankfurt a. W.-Griesheim statt. Lleberreichung des Hindenburgpokals an Wolf Hirth. Der Reichspräsident empfing am Montag den Flieger-Diplomingenieur Wolfram H i r t h (Leiter der Segelfliegerschule in Grunau bei Hirschberg t Schlesien) unb überreichte ihm den Hin- denburgpokal für die beste Leistung im Segelfluge im Sahre 1932. Der Preis ist Hirth am 15. Februar 1933 von dem Preisgericht unter Vorsitz des Ministerialdirektors Dr., ing. e. h. Brandenburg zuerkannt worden. Hirth hat eine Reihe wertvoller Flüge, teils größere lleber- lanbflüge, teils längere Sauerflüge, ausgeführt und durch sein Studium den thermischen Segel- flug, d. h. den EeAelslug unter Ausnutzung der atmosphärischen Warmeströmungen, hervorragend gefördert. Mit dem Hindenburapreis ist eine Prämie von 2000 Mark verbunoen. Hirth, der jüngere Bruder des bekannten Vorkriegsfliegers Hellmuch Hirth, hat bereits im Sahre 1929 den Hindenburgpokal für die beste Leistung mit Motorsportflugzeug erhalten. Höhepunkt und Abschluß der Deutschen Skimeisterschasten. Der Sonntag brachte mit dem Sprunglauf den Höhepunkt der deutschen Skimeisterschaften in Freudenstadt-Baiersbronn. 20 000 Zuschauer hatten sich zu dieser Konkurrenz eingefu»den. Ein- geleitet wurden die Meisterschaftskämpfe mit dem Damen-Abfahrtslauf, der einen Höhenunterschied von 200 Meter aufwies. Siegerin wurde Gundi Kiefner, Ebingen (Schwaben), mit 5:31 vor Ilse Kranz, Freiburg, und 3lfe Adolph (Schlesien). 3m Kombinationslauf wurde — wie wir gestern bereits kurz berichteten — Sieger und damit zugleich Inhaber des „Goldenen Ski" der Schwabe Max Fischer, Wangen, der im Langlauf zwar nur als 12. einkam, dafür aber durch seine Leistungen im Sprunglauf sich nach vorne brachte, mit Note 608,75. Dicht hinter ihm endete der 'Titelverteidiger Gustl Müller, 'Bayrisch-Zell, mit Note 599,45, vor Gaiser, Baierbronn, (Note 587,20), Erich Recknagel, Oberschönau. (Rote 576,85), Stoll, Berchtesgaden, 'Rote 571.80), Hans Dauer, Bayrisch-Zell, (Rote 5.6,225), Walter Giah, Klingenthal, (Rote563,70), Dogner, Traunstein, (Rote 533), Steinhäuser, München, (Rote (531,10) und Scherbaum, Aschberg, (Rote 530,75). Sehr stimmungsvoll ging es bei der Siegerseier auf dem Marktplatz in Freudenstadt zu. Die Deae-lteruna erreichte ihren Höhepunkt, als Max Fischer mit dem „Goldenen Ski", dem Chrenze.cy.n de- DSD. geschmückt wurde. Lenze (Oberkochen) gewinnt den 50-km-Dauerlauf. Die deutschen Ski-Meisterschaften wurden am Montag mit dem 50-Kilometer-Dauerlauf abgeschlossen, zu dem sich 45 Läufer am Start einfanden. Der Start lag in 919 Meter Höhe und wies bis zum höchsten Punkt, dem Dogelskopf, einen Höhenunterschied von 115 Meter auf. Dom Dogelskopf aus ging es in dauernder Abfahrt zum Startplatz zurück. Sieger wurde der als 34. gestartete Lenze-Oberkochen in 3: 45: 31 Stunden vor Darchinger-München (3:48:05), Gustl Müller- Dayrisch/Zell (3:50:46), Hagn-Rottach (3:51:54) und Krebs-München (3:54:35). Der zweite Platz von Darchinger ist um so anerkennenswerter, als der Münchener vom 4. Kilometer ab mit einem fremden Ski laufen muhte und fast so die ganze Strecke mit ihm völlig ungewohnten Material beendete. Mit dieser Konkurrenz fanden die Ski-Meisterschaften, die finanziell und sportlich ein großer Erfolg waren, einen glänzenden Abschluß. DSV.-Abfahrkslauf oerlegt Die vom Deutschen Ski-Derband am Feldberg angesetzten internationalen Abfahrts- und Slalomläufe können wegen der mäßigen Schneelage im Schwarzwald dort nicht durchgeführt werden. Die Veranstaltung wird nunmehr der Dayerische Ski-Derband am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen oder Oberstaufen ausrichten. Amerika Eishockey-Weltmeister. Kanada 2:1 geschlagen. Mit einem Kampf voll großer Spannung, unerhörtem Tempo klang am Sonntagabend das Weltmeisterschaftsturnier in Prag aus. Als Kanada und Amerika zum Endkampf antraten, drängten sich 12 000 Zuschauer auf den Plätzen des riesigen Eisstadions. Das Spiel begann in einem scharfen Tempo, beide Mannschaften setzten vom Anpfiff an sofort alle Kräfte ein. Bereits in der vierten Minute wurde ein schönes Zusammenspiel des amerikanischen Sturmes mit dem Führungstreffer durch Korbes abgeschlossen. Die Kanadier kamen jedoch noch vor Ablauf des ersten Spieldrittels in der 13. Minute durch Kerr zum Ausgleich. Obwohl in den nächsten beiden Spielabschnitten beide Parteien erbittert mit allen Mitteln um das siegreiche Tor kämpften, wurde der 1:1 Stand nicht mehr geändert. Nach kurzer Pause ging es in die Verlängerung und jetzt glückte es dem amerikanischen Verteidiger Garrison, mit einem fabelhaften Durchbruch auf der Seitenlinie mit unhaltbarem Schuß das zweite Tor anzubringen. Obwohl die Kanadier ihre Anstrengungen verdoppelten und unentwegt gegen das amerikanische Tor vorstürmten, es gelang ihnen nicht mehr, die Niederlage abzuwenden und Amerika den knappen Sieg zu entreißen. Zum ersten Male mußte damit Kanada mit dem zweiten Platz in der Weltmeisterschaft vorlieb nehmen. Das Spiel wurde von zwei Schiedsrichtern, Noncarelli-Jtalien und W. Brück-Oesterreich, geleitet. Westdeutscher Hockeysieg über Hollands Studenten. In Köln standen sich am Montagvormittag die Studenten-Hockeymannschaften von Westdeutschland und Holland gegenüber. Die Westdeutschen blieben mit 8:3 (5:2) verdient und überlegen Sieger, obwohl die holländischen Gäste vier Internationale in in ihren Reihen hatten. Kurze Sportnotizen. Die deutsche Zweierbob-Meisterschaft in Hahnenklee gewannen die Berliner Zahn-Hopman aus Bob „Framfrau" in 3:18,6 vor Bob „Angelus" (Grau-Brehme) und Bob „Berolina III". 64MeterstandderIungmannStein- müller - Aschberg auf der Hanns-Heins- Schanze in Johanngeorgenstadt und wurde damit überlegener Sieger in seiner Klasse und Bester des ganzen Wettbewerbes. * Gottfried von Gramm schlug im Tennisturnier in Beaulieu in der Single-Entscheidung Bela von Kehrling 6:3, 6:3, 3:6, 8:6, während bei den Damen Miß Ryan gegen Miß Scriven 4:6, 13:11, 4:6 unterlag. Im Herrendoppel fertigten Maier-Durall Fisher-Aeschlimann 6:2, 6:2, 8:6 ab. * Sportfreunde Eßlingen unterlagen gegen Olympique Lille 3:1 (1:1). Wirtschaft. Verbilligungen im Expreßgut-Tarif. Der neue Cxpreßguttarif der Reichsbahn weist eine ganze Reihe von Derbesserungen auf. Die Mindestfracht beträgt nur noch 40 Pf., bei Sendungen von 5 bis 20 Kilogramm wird die Fracht für einzelne Kilogramm (bisher von 5 zu 5 Kilogramm) berechnet. D'e Frachtbeträge bis zu 1 Mark werden auf 5 statt bisher auf 10 Pf. aufgerundet. Weiter sind die Frachtsätze und besonders die für die großen Entfernungen fast durchwegs ganz erheblich herabgesetzt worden. Durch diese Maßnahmen ergibt sich in sehr vielen Fällen eine teilweise sehr erhebliche Frachtverbilligung, die es ermöglichen wird, künftig in noch weiteren Fällen wie bisher Güter als Expreßgut aufzugeben. Die besonderen Vorteile des Dahnexpreßgutes sind: 1. billigste Schnellbeförderung für Güter aller Art, soweit Derladung im Packwagen möglich: 2. ermäßigter Tarif (halbe Fracht) für be» stimmte einheimische landwirtschaftliche Erzeugnisse (frisches Obst usw.): 3. Annahme und Auslieferung bei Tag und bei Rächt, solange die Dahnhöfe geöffnet sind: 4. Versand von 1 bis 10 Stück auf eine Ex- preßkarte: " 5. Abfertigung nach allen Dahnhöfen, die dafür eingerichtet sind: 6. schnellste Deförderung mit den nächsten geeigneten Schnell-, Eil- oder Personenzügen, auch kann ein bestimmter Zug vorgeschrieben werden: 7. Sendung unter Rachnahme, Detrag wird durch Postanweisung ausgezahlt oder durch Zahlkarte auf Postscheckkonto überwiesen: 8. Auslieferung sofort nach Ankunft, Zustellung durch Dote oder Selbstabholung am Zuge: 9. volle Haftung der Eisenbahn nach dem Wert des Gutes. Dor allem auf weite Entfernungen schafft die neue Regelung bei Sendungen über 9 Kilogramm nicht nur die billigste, sondern auch die schnellste Deförderung von Zug zu Zug. Die Auflieferung kann noch wenige Minuten vor Abgang des Zuges erfolgen. Der Cxprehgutverkehr eignet sich besonders auch für Ausführung eiliger Destellungen im Geschäftsverkehr, aber auch für Sendimgen von privater Seite aller Art, bei denen es auf sofortige Zustellung am Ankunftsorte ankommt, so z. D. auch für schriftliche lieber- mittiungen (in Form eines Päckchens) oder für Geschenksendungen, da auch Postsendungen nicht mit allen Zügen gehen und die Post im allgemeinen nur eine zweimalige Zustellung am Tage ausführt. • Portland Zementwerke Dycker- Hof f - W i ck i n g AG., Mainz-Amöne- burg, Die Produktion des Dyckeryosf-Wicking- Konzems wird in diesen Tagen nach Beendigung der Winterpause wieder ausgenommen. Man hat die Erfahrungen des Detriebsjahres 1932, des ersten Jahres, in dem sich der Zusammenschluß der Firmen Dyckerhoff und Wicking voll auswirken konnte, dahingehend ausgewertet, daß man die Produktion in der Hauptsache auf die Werke Amöneburg, Reuwied und Lengerich 1 konzentriert. Die Verwaltung der Gesellschaft hat sich entschlossen, zur Einsparung der Dewachungs- kosten einige feit längerer Zeit stilliegende Werke abbrechen "zu lassen. Es handelt sich dabei um die Werke Union-Ennigerloh, Grimberg, Rosenstein und Zollern, die sämtlich im Beckumer Revier gelegen find. Frankfurter Abendbörse sehr still. Frankfurt a. M., 27. Febr. Auf Grund der wieder schwächeren Auslandbörsen war die Unternehmungslust an der heutigen Abendbörse außerordentlich gering. Das Geschäft stagnierte nahezu vollkommen, die Grundstimmung blieb aber weiterhin freundlich^ zumal kein Angebot an die Märkte kam. Im Vergleich mit dem Berliner Schluß waren die Notierungen gut behauptet. JG.-Farben lagen mit 109,13 leicht erhöht, ferner zogen Bemberg um 0,75 auf 40,50 v. H. an. Am Rentenmarkt herrschte bei unveränderten Kursen ebenfalls Geschäftsstille. Von fremden Werten lag 4 5prozentige Ocsterreichische Schatzrente von 1914 mit 18,25 v. H. gegen die letzte Notiz am Freitag um 3 v. H. fester. Neubesitzanleihe 8,90, Altbesitzanleihe 68,90, Schutzgebietsanleihe 6,15, Reichsbahnvorzugsaktien 94,65, 6prozentige Stahlverein 66 75, Dresdner Bank 61,50, Reichsbank 148, Gelsenkirchen 58 50, Harpener 85,50, Phönix 34,40, Stahlverein 34 50, AEG. 30,13, Aku 33,90, Bekula 119,75, Scheideanstalt 158, JG.-Farben 109,13, Gessürel 76, Holzmann 49, Junghans 21,65, Lahmeyer 117, Me- tallgesellschaft 34, Rütgerswerke 42,13, Siemens & Halske 137, Hapag 17, Lloyd 17. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Febr. Die Getreidebörse war bei kleinem Geschäft erneut befestigt. Die erhöhten Forderungen wurden aber nur im Bedarfsfälle bewilligt. Der Gerstenmarkt lag fast geschästs- los, auch Hafer verzeichnete nur in Spitzenqualitäten zu Saatzwecken einige Umsätze. Das Mehlgeschäft hielt sich bei bis zu 1 Mark erhöhten Sortierungen in engen Grenzen, nachdem noch in der Vorwoche größere Umsätze getätigt worden sein sollen. Am Kraftfuttermittelmarkt lagen besonders Biertreber und Kleie fest, ölhaltige Futtermittel waren im Hinblick auf die bevorstehende Inkraftsetzung des Verwendungszwanges von inländischen Oelsaaten von 0,25 bis 0,50 Mark teurer. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) tn Mark: Weizen 216 bis 217,50, Roggen 170, Sommergerste 180 bis 182,50, Hafer 140 bis 142 50, Weizenmehl (süddeutsches und niederrheinisches, Spezial 0 mit Austauschweizen) 30,50 bis 31,50, Weizenkleie 8,10. Roggenkleie 8,50 dis 8,60, Sojaschrot 10 bis 10,75, Palmkuchen 9,25 bis 9,50, Erti- nußkuchen 11,80 bis 12, Treber 12, Heu 4,30 bis 4 50, Weizen- und Roggenftroh 2,20. Kartoffeln Industrie hiefiaer Gegend unverändert 1,65 bis 1,70 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. — Tendenz: ruhig. Oberbeffen. Landkreis Giesten. U Grvhen-Linden. 25. Febr. Heute sand hier im Saale der Gastwirtschaft Schaum ein stark besuchter Deutscher Abend der Hitlerjugend. verbunden mit Fahnenweihe statt. Rach der Degrühung durch den Sturmführer Willi Decker, Großen-Linden, erfolgte die Weihe der neuen Fahne durch den älnterbann- führer Weber, Gießen. Anschließend hielt stud. theoL Wendnagel eine Ansprache, die starken Deifall fand. 3m weiteren Verlauf der Feier wurden neben einem Theaterstück Reigen, humoristische Darbietungen usw. vorgeführt. Den musikalischen Teil des Abends bestritt die Standartenkapelle Friedberg. Tanz und geselliges Dei- fammenfein beschloß die Feier. • Steinbach, 26. Febr. Der Gesangverein „Eintracht" hielt im „Einhorn" seinen Familienabend, mit dem gleichzeitig die Feier des 70jährigen Bestehens des Vereins verbunden war, ab. Der erste Vorsitzende Friedrich W a l b begrüßte die zahlreichen Besucher und betonte, daß man in Anbetracht der schweren Zeit von einer größeren Feier abgesehen h< be. 3n längeren Ausführungen gab er einen Rückblick auf das Vereinsleben von der Gründung bis zur Gegenwart und erntete dafür reichen Deifall. Mehrere Gesangs- und Musikvorträge sowie einige humoristische Einlagen trugen zur Verschönerung der Feier bei. Der Gesangverein „Eintracht" ist Mitglied des Sängerbundes „Hüttenberg-Schiffenberg" und dadurch Mitglied des Hessischen bzw. des deutschen Sängerbundes. * Annerod, 26. Febr. Dieser Tage gastierte hier die Hassia-Jugendgruppe Steinbach und bot im Saalbau Engelhardt einen unterhaltsamen Abend. Die Kapelle Brück eröffnete den Abend mit flotter Musik. Hierauf begrüßte I. A. F. S e r t h die Teilnehmer. Jungmann Leinweber richtete mahnende Worte an jung und alt Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gelangten Theaterstücke, ein Drama und ein Lustspiel, zur Ausführung. Ein heiterer Gedichtvortrag unterhielt ebenfalls gut. Die Darbietungen hinterließen einen guten Eindruck und fanden lebhaften Beifall. Zum Schluß gab Herr Ser 1 h noch einen kurzen Ueberblick über Zwecke und Ziele der Hassia-Jugend. Tanz beschloß den Abend. SriefToflen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ertiriftieitunfl ) E. Sch., Frankfurter Straße. Stand von 1925: 564 379. RirdMiffto Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 1. März. Iohanneskirche. 18 Uhr: 1. Passionsandacht; Pfr. Bechtolsheimer. Sprechstunden der Nedaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Gewinnauszug 5. Klasse 40. Preuß.-Süddeulfche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 16. Ziehungstag 25. Februar 1933 Ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 ©etolnne zu 5000 M. 165785 297373 336267 24 Gewinn- »u 3000 M. 58103 62437 79613 108905 120525 140044 178962 220017 244601 321408 341957 361704 50 Sew nne 2000 M. 5019 8644 24205 30687 53880 67850 98839 127931 131239 131341 137489 149365 153687 154589 158780 228814 241973 293496 310409 310611 326657 329594 351752 373287 398251 106 Gewinne ,u 1000 M. 1970 6131 8507 22678 32197 37219 40378 45523 48822 94302 95753 109577 116924 123374 125335 127709 144260 146330 158741 160886 168487 187485 195160 195548 199591 207153 216092 237099 244455 254945 257858 269621 283036 288655 289485 291782 300278 30=863 323057 323615 338296 348716 356507 362032 362363 364157 366049 378818 382600 389638 392006 396438 396598 216 Gewinne »u 500 M. 2869 3920 6266 7330 17272 33723 37387 42979 44499 45432 46593 50520 54795 57674 58417 68171 68475 75196 76320 83657 85072 85780 86985 96865 96918 98943 109232 114411 119140 131962 u 36171 140328 146341 149712 150405 151614 151712 170076 176776 179046 180091 182889 184555 190204 190354 193482 197878 201904 202415 204863 210859 215580 224796 225929 229564 230640 230746 241074 245480 248415 250330 256040 257799 258572 258858 259892 260261 260832 264067 272741 273779 274449 274464 277156 290880 29/013 298882 305681 308313 309110 309278 315555 319296 324096 325000 327011 327916 330939 333338 334343 338237 345108 352389 354554 356941 361691 361911 362269 366392 368880 372672 375825 376057 382656 386526 388636 393372 396670 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne ju 50000 M. 318139 4 Gewinn« tu. 10000 M. 155963 158377 6 Gewinn«zu 5000 M. 46935 205827 253787 1 2 Gewinne zu 3000 M. 52840 112220 199620 268525 309951 333201 64 Gewinne zu 2000 Q)(. 21747 51135 66317 57054 61234 61419 70892 85658 88761 99213 105041 114799 116763 118601 129928 142802 148920 165092 174474 181971 234819 238267 246881 333349 333651 359787 382721 116 Gewinn« zu 1000 9". 1532 1588 11532 16938 21764 23066 27366 32837 44683 48231 5361061585 63508 64129 71018 97549 106104 108981 109883 117200 118861 129198 129853 131442 134803 149803 156026 160338 163799 164844 170451 171532 174575 178210 214289 237955 242795 243466 245801 252020 270585 276996 278913 286303 290869 296862 301415 305096 307314 322063 325979 328821 340316 341139 379341 381457 390777 394878 124 Gewinne zu 500 A<. 2577 3410 5579 9322 9377 12168 26177 31190 31445 33161 41236 42694 42993 54132 60844 68363 86224 89237 100289 101638 112994 124663 142704 158384 163722 165677 173700 179643 181335 181603 189267 189596 191374 216400 221623 225743 228955 233125 254408 257354 260258 273703 275791 277418 279426 282524 284829 296912 307496 310988 311236 334997 339422 344028 345454 357456 363017 366435 376700 376900 381894 396653 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 500000, 2 Gewinne zu je 200000, 4 zu je 100 00, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 18 zu je 25000, 84 zu je 10000, 222 zu je 5000, 486 zu je 8000, 1290 zu je 2 *Ö, 25Q6 zu je 1000, 4338 zu je 500, 12704 zu je 400, u. 100 Schlußprämien zu je 3000 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M Banknoten r 01 8] 29,25 80,5 91,75 51.5 34,25 203 75.5 24,25 35,25 35,5 122,5 100,25 34,4 39,5 48 0 b 6 0 76 97 86 137 117 34,5 40 48,5 36 123 25,5 67,5 142,75 112,5 24,25 35,5 39,5 35,5 126,75 101 33,5 39,75 48,25 5 0 f 10 46 89,75 58,5 85,5 47 89.5 58 85,75 53,9 139,5 102,5 44,25 58,25 23,75 68.9 34 5 204 75,4 34,4 204,5 75 103 44 58,25 23.5 24,25 35 76,25 95 85 137,5 117 33,9 80 5 SO, 75 51 28,65 80,25 92 51,5 112,5 24,4 35,5 40,25 36 124 Aritzner Dlainfraftwerte HSchst a.DL SüddeuÜcher Ziuler ...... 76,5 97 86 137,75 117,25 46,25 88,9 58.25 85,75 54,25 134,75 103.25 44 58,5 23,75 68,25 34,65 204,25 73,75 25,5 67,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 30,13 80 90,5 52 77,5 96 85,5 137 118 33,9 40,5 48,5 A.E.G Elektr. LieferungSgefellschast ... Licht und Kraft ............ Reiten & ffluiUeaume Gesellschaft für Elektrische Unter, nehmungen Rheinische Elektrizität Schurken & Go.............. Siemens & Halske Lahmeyer L So. .......... 140 102,5 44.5 58,75 23.5 0 0 0 0 f) 1 0 0 0 6 .12 Buderus Deutsche ErdSI . Gelsenkirchener Harpenec Voesch Eisen—Köln-Neuessen. Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse ß-lödnerroerle .............. Manne^mann-Röhren Mansfelder Bergbau ..... Sberfchles. Kotswerke Phönir Bergbau ......... Rheinische Braunkohle« R-elnstahl................. - ' 77,75 143.25 I 143,13 90 58,5 86,5 Schultheis Batzenhofer Mu «Allgemeine Kunstseide) Bemberg ............ gellstofk Waldhof Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer GaS ........... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein « Koppel .. Leonhard Tietz....... Lhade ............... 0 o o 7 7 0 0 0 0 0 10 0 .viani ur> u. jji. Z>ernn Schluß- kurs Echwßk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- bSrle Datum 25-2. 27.2. 25.2. 27.2. Hamvurg°Amenla-Pakei ..... « 17 17 17 17 Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... 0 0 — 36,75 30 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,25 17 17,25 17,13 A ®. für Verkehrswesen Akt. .. c 40 40,25 40,5 41 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97,5 97 97 97 Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Diöcont» 0 53 53 53,5 53,5 Gesellschaft................ 0 71,75 71.75 71,75 71,75 Dresdner Bank.............. c 61,5 61,5 61,5 61,5 ReichSbcmk ................. 1 148,5 148 148,9 148,25 Hronyurt a.M. Berlin Schluß« hird Schluß!. Abend« Mrf- Sch uß« kurs Schlußk. Ml lag« bSre Datum 25.2. 27.2. 25.2. 27.2. Verewigte ©taOlroerte. Otavt Minen ........ ......u 34,4 34 6 34,65 34,65 ......0 15 14,75 14,9 14,5 Kaliwerke Aschersleben. ......6 112 114 114 114,5 Kaliwerke Westeregeln . ......6 116 116 115 116 Kaliwerke Salzdetfurth ......L 172 170 172,75 170,5 3 G- ffarben.Industrie ......7 109,25 109,13 109,25 109 Scheideanstatt........ ......10 157,25 158 — — Goldschmidt ......... .......0 37 37 37,25 37 Rütgerswerke........ .......0 42.5 42,131 42,5 42,25 Metallgesellschaft...... .......0 34,5 34 34,13 Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. .......0 48,25 49 49,5 ......4 .......0 - 50 _ 49,5 Wayß & Freytag..... .......0 4,25 4,25 4.5 — Srannun a. 2)1. Derim Schluß- furd Schluß!. Abend« börs Schluß, iura Schlußk. Mittag, Mrfc Datum 25.2 | 27-2. 25.2. 27-2- 6% Deutsche RetchSanlethe v. t«2i 76,75 — 77,25 _ 6% ehem.7°/<»Dl.RetchranI.v. 1929 93 92,75 93 92,75 6>/2% Dming-Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablös.-Schuld mii 79,5 79,75 79,5 79,4 Auslos.-Rechten ........... 68,75 68,9 69,1 —— $evfll. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Bolksstaat 1929 8,95 8,9 3,95 — «rüchzahlb >02%) ........... Lberhessen Provinz-Anleihe mii 76,5 76,13 76.5 76 Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelab l.An — 64 - — leibe Sertei mitAuslos.-Rechten 6°/„ ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl 61.9 61,5 61,9 61,9 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 S% ebem. 7% Rranlf. Hyp.-Bau! 84 84 — — Goldvse. 16 unkündbar bis 193C 6’/?% ebem. 4'/2% Franks. Hyp. Bank-Liau.-Psandbrtese ..... t>Vi% ebem. 4‘/z% Rheinische 84 83,75 -* — 86,65 86,25 • — Hyp.-Bank-Liou.^Soldpse. 6% ehern. 8% Pr. Landespfaud 86 85,9 • — briesanstall, Pfandbriefe R. 19 6°/„ ehern. 7% Pr. Landespfaud 83,5 83,5 83,5 83,5 briesanstall. Pfandbriefe R. 10 84 84 - - Oefterretchische Goldrente... 13,5 13,25 13,25 4,20% Oefterretchische Silberrente — 1.25 1.25 1,4 4% Ungarische Goldreuie — — — *% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 4yz% »eSgl. von 1913 — — — 6% obgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anlethe 6,13 6 6,3 6,13 5,3 5,25 5,3 5.35 Serie I ................ — — 5,85 5,65 4% vesgl. Serie II ............ ■»,85 5,8 5.85 5,75 6% Rumän. vereint». Rente v. 1903 7 7 - — 4^,%Rumän.oereinh.Rentev.lS13 10 10,1 10,25 — 4% Rumänische vereint;. Rente 5,5 5,5 5,5 5,75 8%% Anatolier............... 25,13 25 25.13 25,13 25- Februar 27-Februar Amtliche -Notierung wel" I Drie äimihehe Dotierung Geld | Lrie Helstngiors.. Wien...... 6,344 48,45 6,356 48,55 6,344 48,45 6,356 48,55 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 170,08 170,42 170,18 170,52 Oslo....... 73.43 73,57 73,53 73.67 Kopenhagen. 63,84 63,96 63,94 64,06 Stockholm.. 75,97 76,13 76,07 76,23 London ..... 14,32 14,36 14.35 14,39 Buenos Aires 0,833 0,837 0,833 0,837 Neuyork.... 4,209 4,217 4 209 4,217 Brüssel.... 59,09 59.21 59,09 59,21 Italien..... 21,53 21.57 21-52 21,56 Paris..... 16,595 16 635 16,595 16,635 Schmolz ... 81,92 82.08 81,92 82,08 Spanien.... 34,87 34,93 34,87 34,93 Danzig.... 82,37 82,53 82.37 82,53 Japan..... 0.854 0,856 0.854 0,856 Rio oe Jan. 0,239 0,241 0 239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,566 Lissabon... 13,04 13,06 13,04 13-06 Serlin, 27-Februar Seid Drie« Amerikanische Noten.............. 4 20 4,22 58.93 59,17 Dänische Noten ................. 63,57 63,83 Ortinlilrfi« 9?nten ............. 14'31 14,37 Französische Roten............... 16.555 16,615 169.81 170 49 ......... 21 45 21,53 Norwegische Noten .............. 73 35 73,65 Deutsch Oesterreich, » 100 Schilling — — Rumänische Noten............... 2,46 2,48 75.90 76.20 fll 74 82,06 34.73 34,87 Ungarische Note»................