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Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, November 1933. Wenn angesichts der mannigfachen Versuche Südosteuropas, sich gegenüber dem Westen fester zu- rechtzusetzen, von einem zwischenstaatlichen Zusammenhalt gesprochen werden kann, so doch zunächst immer wieder nur vom türkisch-russischen Das ist jetzt erneut und — man darf ruhig behaupten — in einer nie dagewesenen Art bestätigt worden durch die gemeinsame Feier der Türken und der Sowjetmacht. Mit dem 10. Jahrestag der türkischen Unabhängigkeit fiel auch die Jubiläumsfeier der türkisch-russischen Freundschaft zusammen. Vor 10 Jahren verbündete sich die Türkei mit der Sowjetunion. Fast volle zwei Wochen weilte jetzt eine große Sowjetdelegation in der Türkei. Nun ist sie heimgekehrt, begleitet von dem Jubel der Bevölkerung und überschüttet mit Ehrungen von Staats wegen-, die Begeisterungswoge schien nicht abflauen zu wollen. Zuguterletzt noch ernannte die Stadt Eskischehir den Führer der Sowjetdelegation, den Kriegskommissar Woroschilow, zu ihrem Ehrenbürger. In Eskischehir befindet sich die Basis der türkischen Militäraviatik, und die Sowjetgesandten hatten der Türkei drei erstklassige Bombenflugzeuge und ein viermotoriges Zivilflugzeug zum Geschenk mitgebracht. Der militärische Charakter der Sowjetdelegation war vorherrschend, selbst den im Sowjetland legendären Reitergeneral Budjonny hatte man mitgebracht. Damit über die sowjetische Luftkriegshilfe für die Türkei nirgendwo Zweifel aufkämen, hatte sich die Delegation auf einem Teil ihrer Herfahrt von 25 ukrainischen Kampfflugzeugen begleiten lassen. Vorweg aber meldeten die Russen nach Ankara: die Sowjetukraine steht zur Türkei. In Ankara wollte man nichts schuldig bleiben. Den Mittelpunkt der Feiern — oft war es schwer zu unterscheiden, was der türkischen Unabhängigkeit, was der Sowjetfreundschaft galt — bildeten d i e Militär- und Jugendparaden. Denn für ihre Verteidigung hat die Türkei außer einer tüchtigen Armee auch ein unvergleichlich hohes Nationalbewußtsein bereit. „Die türkische Armee kann jeder erstklassigen europäischen gleichgestellt werden!", rief hingerissen Woroschilow aus und fand ein be- sonderes Lob für die Infanterie, die Reiterei und die — Jugend außerhalb der Armee, die „erlesenen Mädchenschönheiten" eingeschlossen. Aber der Türkei fehlen ausgiebige Luftwaffen — und Woroschilow tat alles, um sie zu beruhigen: notfalls sind wir zur Stelle — über den Dardanellen! Darin auch gipfelt die gegenwärtige türkisch-russische Politik. Wenn, wie immer wieder hervorgehoben wurde, das Verhältnis zueinander durchwirkt ist vom gegenseitigen Verstehen der nur realen Interessen beider Seiten, wenn schon lange auch eine sich vertiefende wirtschaftliche Zusammenarbeit besteht, so standen doch immer die Meerengen pro- b l e m e im Vordergrund. Und als im letzten Frühjahr die Türkei in Genf die Revision des Dardanellen st atuts verlangte, stand Moskau auf der Abrüstungskonferenz hinter ihr. Durch die Entmilitarisierung sind die Dardanellen der türkischen Macht so gut wie entzogen. Würden nun noch grosse Küstengeschütze verboten, so hätte alle Welt ungehindert jederzeit Durchfahrt, ohne daß die Türkei auch nur einen schütz abfeuern könnte. Dann wäre mit der anatolischen Schwarzmeerküste auch dieSüd- kü sie Rußlands fremden Zugriffen offen. Flugzeuge aber sind dann noch immer das beste und sicherste Verteidigungsmittel, um die Durchfahrt von vornherein zu erschweren. Und hierüber nun besteht Klarheit für die Zukunft: der russisch-tükische Eckpfeiler ist fortan zu Lande, zu Waller und in der Luft mit den modern st en Waffen geschützt. Jedoch weder Türken noch Russen verhehlen sich, daß den allerbesten Hintergrund doch politische Mitverpflichtungen der sonst i g e n Aura i n e r des Schwarzen Meeres, der Meerengen und soweit als möglich auch des Mittelmeeres sind. Es ist denkbar, daß, wenn Litwinow nicht nach Washington, sondern nach Ankara gereist wäre, die Betonung diesmal gerade auf das Zusammenflechten möglichst vieler Anrainer gelegt worden wäre. Rumänien, Bulgarien, Griechenland, ohne sie ist begreiflicherweise auch ein Eckpfeiler immer nur erst ein einziger Eckpfeiler. Selbst P o - l e n läßt sich hierfür umwerben, und die Sowjetdelegation hatte für Polen manches freundliche Augenzwinkern übrig. Denn Polen in diesem Bunde, das wäre im russisch-türkischen Aspekt ein Posten, an dem sich.u. a. die Kleine Entente mürbe reiben würde, mürbe für die Eingliederung in das türkisch-russische Verhältnis. Es besteht aber kein Zweifel, daß, sofern die türkisch-russische Freundschaft ein Bollwerk gegen den Westen darstellt, die ganze südöstliche Selbständigkeit nicht als Anhängsel einer westlichen Großmacht oder Gruppierung gedacht ist. Welche Flotten denn könnten die gemeinsamen türkisch-russischen Interessen bedrohen? Alle, mit Ausnahme der deutschen, die kaum ihre eigene Küste schützen kann. Uno so sehr Rußland auch zur französischen oder italienischen Seite neigt, die Türkei wünscht vor allem reine Beziehungen au Bulgarien, Ungarn und Deutschland. Es hat sich somit gegenüber dem Westen doch schon eine gewisse bewegliche Haltung herausgebildet, ohne daß freilich mehr darüber zu sagen wäre. Man darf ja nicht vergessen, daß die hauptsächlichste russische Spannung heute bei Japan liegt, daß ferner die Türkei mehr noch als ein anderer Staat aus praktischer Erfahrung die schier unüberwindlichen Hemmnisse einer Locarnisierung des Balkans kennt. In der Tat ist ja die Zerstückelung und Verfremdung des Balkans heute um nichts besser als vor dem Weltkrieg. Einzig die türkisch-russischen Beziehungen stellen den ruhenden Punkt in der Erscheinungen Flucht dar. Will man eine Prognose wagen, so wäre es nur die, daß die Befestigung der Dardanellen in dem Grade fortschreiten wird, in dem sich der Vier- m ä ch t e p a k t gegen den Südosten auswirkt. Denn ihm vor allem galt die Demonstration der türkischrussischen Freundschaft. Von dieser Basis her gedenken die Türkei und Rußland die Meerengen zu ummauern, nicht zunächst und vor allem als Gegengewicht zu irgend einem der Partner des Viererpaktes im einzelnen, sondern zu ihm als Gesamtheit mittels eines Balkan-Locarnos. Und da eine Verschiedenheit zwischen Türken und Russen darin nicht besteht, hängt es für die Weststaaten von ihnen selbst ab, wieweit sie entweder draußen bleiben oder miteinbezogen werden. Das haben die Feiern gezeigt. Reichsftatthalter Sprenger m der Ausstellung „Das Tier in der deutschen Kunst". WSN. D a r m st a d t, 24. Nov. Das Staats» Presseamt teilt mit: Am Dienstag, den 21. November 1933, stattete der Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger nebst Begleitung der zur Zeit im Hessischen Lan« des-Museum Darmstadt staltfindenden Ausstellung „Das Tier in der deutschen Kunst" einen Besuch ab. Zur Begrüßung des Herrn Reichsstatthalter« hatte sich Herr Ministerialrat Ringshausen nebst einigen Herren der Ministerial-Abteilung ll (Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum), so« wie Herren des Museums eingefunden. Ferner bemerkte man noch unter den Gästen Herrn Prälat D. Dr. Diehl und Oberkirchenrat Dr. Müller. Die Führung durch die Ausstellung übernahm der Direktor der kunsthistorischen Sammlung, Professor Dr. F e i g e l, der dem Herrn Reichsstatt« Halter Erläuterungen zu dem Gezeigten gab. Anschließend an die Besichtigung führte Professor Dr. F e i g e l den Herrn Reichsstatthalter und die übri« gen Gäste noch in die Glasgemäldesammlung. Hierzu erläuterte Professor Dr1. Feigel, daß dies« Sammlung von Glasgemälden wohl die schönste, wenigstens in Deutschland, wenn nicht in ganz Europa sei. Diese Sammlung, sowie die Ausstellung „Das Tier in der deutschen Kunst" sanden den offensichtlichen Beifall des Herrn Reichsstatthalters, der sich lobend über beide Ausstellungen aussprach. Zum Schluß wurde noch die z. Zt. im Landesmuseum stattfindende Lutherausstel» l u n g besichtigt, die ebenfalls das lebhafte Interesse des Herrn Reichsstatthalters fand. Bei dieser Gelegenheit darf darauf hingewiesen werden, daß die Ausstellung „Das Tier in der deutschen Kunst" in weiten Volkskreisen größten Anklang gefunden hat, was sich schon allein aus der Besucherzahl feststellen läßt. So hatte dies« Ausstellung am vergangenen Sonntag ungefähr 1200 Besucher aufzuweifen. Es ist wünschenswert, daß die Ausstellung, die von der Landschaft Rheinfranken-Hessen des Reichsbundes „Volkstum und Heimat" unter Führung des Ministerialrats Ringshausen ins Leben gerufen worden ist, auch weiterhin die Beachtung aller Volkskreife findet und diese damit wieder zur Pflege und aufmerksamen Betrachtung unserer deutschen baden« und blutbedingten Kunst anhält. Feierliche Rekioratsübergabe an der Technischen Hochschule Darmstadt. WSN. D a r m st a d t, 24. Nov. Heute vormittag fand die feierliche Uebergabe des Rektorats an der Technischen Hochschule Darmstadt durch den Prorektor Professor Dr. Thum an den neuernannten Rektor Professor Dr. Busch in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste statt. U. a. bemerkte man Regierungsrat Reiner als Vertreter des Herrn Reichsstatthalters, Staatsminifter Jung, Ministerialrat Ringshausen, den Oberbürgermeister von Darmstadt Dr. Müller, den Kanzler an der Technischen Hochschule Kopp usw. In dem Bericht des scheidenden Rektors wurde u. a. betont, daß der Wunsch der Studentenschaft nach pflichtgemäßen Leibesübungen erst nach der politischen Umwälzung in Erfüllung gehen konnte. Die Zahl der Studierenden an der Technischen Hochschule Darmstadt betrug im Wintersemester 1932/33 2 8 1 4, im Sommersemester 1933 2 4 01. 313 Studierende haben die Diplom-Hauptprüfung abgelegt, 43 Diplom- dudaveüs Großsender vor der Einweihung. Links: Auf dem Porzellansockel des riesigen Sendeturms, der dauernd polizeilich bewacht wird, ruht eine Masse von 860 000 kg. — Rechts: Der Sendemast ist mit 314 m der höchste Turm der Welt. Gießener Gtavtiheater. Karl Lerbs: „O-Boot 116." Mit toum einem andern Stück hätte — gerade heute — der Tag, der dem Gedächtnis der Toten gehört, würdiger und sinnvoller beschlossen werden können als mit diesem Schauspiel, das vor zwei Jahren in Bremen seine Uraufführung erlebte und seitdem über viele deutsche Bühnen gegangen ist. Der Verfasser hat vorgestern an dieser Stelle über die Entstehungsgeschichte seines Dramas das Wesentliche bereits gesagt. Es handelt sich, ursprünglich, um ein Stück des Engländers C S. Fore st er, und es liegt aus verschiedenen Gründen der Vergleich mit einem früheren englischen Kriegsstück nahe, das mir ebenfalls hier gesehen haben, „Die andere Seite" von Sheriff. Ebenso offenkundig wie die Uebereinftimmungen zwischen beiden Dramen find die Unterschiede-, der wichtigste ist der zwischen Abbild und Sinnbild. Die (ausgezeichnete) deutsche Uebersetzung der „Anderen Seite" entsprach dem Urbild „Journeys end" vollkommen. Die deutsche Uebersetzung von „U 97" ist ebenso gut, gibt aber ungleich mehr, weil mit der Uebertragung zugleich eine entscheidende Umwandlung vor sich gegangen war. Lerbs selber hat beschrieben, wie ihm unter den Händen ein völlig neues Stück entstand, indem der einfache und theatralisch überaus wirksame Bericht des Engländers mit tiefer Sinngebung des Vorganges zum Symbol erhoben und die einmalige Tat einer Idee unterstellt wurde, die ihr eine grundsätzliche und beispielgebende Bedeutung verlieh. Diese Idee aber, die einer längst vergessenen Episode aus den letzten Tagen des Weltkrieges nach dem Willen des deutschen Dramatikers den inneren Antrieb gab, ist eine von jenen sittlichen Grundpfeilern, auf Denen heute die Erneuerung unseres Staates und unseres Volkes ruht. * Die Vorgänge in den drei Akten sind unmißverständlich und einfach. Die Handlung spielt während Der ersten Novemberwoche 1918 in einem deutschen Kriegshafen an der Nordsee Erster Akt: Kasino der U-Boot-Offiziere. Die Offiziere befinden sich in einer verzweifelten Lage Die Meuterei hat ihnen die Waffe aus der Hand geschlagen, den Sinn ihres Lebens genommen und sie zur Untätigkeit verurteilt. Sie müssen den Dingen zähneknirschend ihren Lauf lassen und zusehen, wie ein aus den Fugen geratenes Vaterland dem Abgrunde zutreibt. Da steigt ein Gedanke in ihnen auf, der alle gleichsam erlöst und ihnen den Ausweg weist, den sie als deutsche Offiziere in dieser Lage allein noch beschreiten können: ein einziges Boot, „U. B. 116", ist noch intakt in ihrer Hand. Mit dem werden sie noch einmal, zum letzten Mal, auslaufen gegen die englische Flotte. Ein einziges Boot mit lauter Freiwilligen, von Offizieren bedient, von Offizieren geführt. Der zweite Akt bringt, entlastend und spannend zugleich, den Abschied der Offiziere von ihren. Frauen. Die sollen nicht wissen, daß es ein Abschied für immer ist. Ader noch ehe alle Offiziere den Raum verlafsen haben, ist schon den Frauen die Ahnung zur Gewißheit geworden — mitten in einer ganz kleinen, ganz zarten Liedesszene. Man muß hier an eine wundervolle Novelle des Dichters Wilhelm von Scholz denken, welche „Die Pflicht" überschrieben ist und in klassischer Klarheit und Knappheit eine ähnliche Idee gestaltet: daß hier wie dort der männlichen Tat die weibliche Gefolgschaft und Opferbereitschaft an die Seite tritt, das eben erhebt das Schauspiel aus der episodischen Einmaligkeit zum gültigen Beispiel Der dritte Akt bringt, erregend und aufwühlend, das unausweichliche Ende. Wir erleben die letzte Fahrt des Bootes mit; sie finden wahrhaftig ihren Weg durch Nebel und Minenjperre und Zerstörer hindurch bis zum Hafen der englischen Flotte. Sie tauchen auf, verfeuern ihre Torpedos, vernichten einen Kreuzer und sinken, von einer Wasserbombe getroffen, bewegungsunfähig in die Tiefe. Die Tat ist getan, das Opfer gebracht Sie wissen, daß dies das Ende ist, und sie lehnen jede Möglichkeit einer Rettung ab, noch ehe es entschieden ist, daß es keine Möglichkeit gibt Aber sie wissen auch, daß sie nicht allein sind hier unten auf dem Meeresgrund, und aus dem Bewußtsein der Gemeinschaft mit den ungezählten Toten erwächst ihnen der tiefe und ewige Sinn ihres Sterbens, das sie bewußt zum Vorbild und Sinnbild erheben für die Lebenden, als großes Vermächtnis im Glauben an ein Deutschland der Zukunft. — Die feierlichen Klänge der Ouvertüre zum Trauerspiel „Hamlet" von E. Bach, vom Stadttheater- Orchester unter Leitung von Kapellmeister Cujä gespielt, bilderen das Präludium, die Soldatenweise vom guten Kameraden den Ausklang der Aufführung, die unter der Regie von Kurt L ü v k e ernst und würdig in Szene gesetzt wurde Hier war nicht nur die theatralische Wirksamkeit eines überaus dramatischen Stoffes empfunden und ausgewertet, sondern, was ungleich schwerer wiegt und wesentlicher ist, der ideelle Kern der Fabel heraus- gearbeitet und zu tiefer Wirkung gebracht worden. Im einzelnen waren die drei Akte nach Stimmung und Gewicht mit sicherem Instinkt gestaltet, gesteigert und gegeneinander ausgewogen. Besonders die letzten Szenen des zweiten und des dritten Aktes wurden ausgezeichnet gespielt. Mit großer Anerkennung ist der Mitarbeiter im Regiestab zu gedenken, der Herren Löffler (Bühnenbild) und Keim (Beleuchtung), die für das technisch sehr schwierige Problem des Schlußaktes eine überaus geschickte und glückliche Lösung gefunden hatten: sie legten den Jnnenraum des Bootes im Längsschnitt frei und ließen den Zuschauer so die letzte Phase des heroischen Schau- spiels in erstaunlicher Jllusionskraft unmittelbar miterleben • Die Gemeinschaftsidee, die in diesem Drama angerührt wird, schien sich auf das Ensemble frucht- br$na Knhon 9flfi> Tlnrft.pnor Männer und Frauen, waren in voller Hingabe an die Sache am Erfolg beteiligt. Aus dem Kreise der Offiziere hoben sich einige besonders markante Gestalten heraus: Neuhaus (Emsmann) gab einen Aktivisten, entschlossen, energisch, bebingunqslos auf die befreiende Tat losgehend; Hub als Admiral: eine noble und ritterliche Erscheinung, geistiger Urheber und Träger der Idee, überlegen aus Erfahrung, Alter und Reife des Urteils, ein echter Führer, der sich doch im entscheidenden Augenblick schweigend einzufügen weiß in die kleine freiwillige Gemeinschaft. M a r ck s gab den Lucas, schein- bar kühl, skeptisch, ironisch und nervenlos, aber auch er in der Stunde des Abschieds ganz dem großen und strengen Gesetz untertan, das die völlige Aufgabe des eigenen Lebensanfpruchs von ihm wie von ihnen allen fordert. Mit großer Zartheit, Klarheit und wachem Gefühl erfüllte Fräulein Stadler jene kleine und dennoch tief bedeutsame Liebesszene im Mittelakt. Still und fein vermittelte Frau Koch als Admiralin die hellsichtige und schweigende Bereitschaft der zurückbleibenden Frauen. — Die Damen Schubert-Jüngling, Wielander und Bürberg, die Herren Dieten, Geiger, Lüpke, Michel, Nieren, Schorn und Förderer ordneten sich in kleineren Aufgaben vortrefflich ein. Das Haus war im Ganzen leider nur schwach besetzt; SA., SS. und Stahlhelm waren zahlreich vertreten. Unter dem tiefen Eindruck des Schauspiels verließen die Besucher schweigend den Raum. hth. Goethe-Buni. Paul-Ernst-Gedenkstunde. In der Neuen Aula hielt der Goethe-Bund gestern seinen ersten literarischen Abend ab. Der Abend war dem Gedenken des Dichters Paul Ernst gewidmet. Dr. Walbrach begrüßte zunächst die Mitglieder und Gäste, besonders aber den Vortragenden, erinnerte daran, daß Paul Ernst 1921 an gleicher Stelle gesprochen habe, und kennzeichnete dann das Wollen des Goethe-Bundes, für den die Pflege eines nationalen deutschen Schrifttums immer der Kern der Bestrebungen bleiben solle. Die nationale Erhebuny bedeute für den Goethe-Bund einen ideellen Gewinn. Die Freiheit zur Pflege der nationalen Dichtung verdanke man jenem Manne, der dank seiner unbeirrten Tatkraft zum Führer des Volkes geworden fei. Adolf Hitler werde sich auch das Volk erobern. Der Goethe-Bund fei vorbehaltlos bereit, mitzuhelfen, den Dichter in den Staat einzubauen. Im neuen Deutschland seien politisches und kulturelles Leben nicht zu trennen. Was der Goethe-Bund erwarte, sei ausgesprochen worden von Männern, die im vergangenen Jahre in diesem Kreise gesprochen haben: Beumelburg, Wehner, Grimm und KolbenHeyer. Dr. Leonhard Blaß umriß in einführenden Worten fun die Persönlichkeit und das Leben des Dichters Paul Ernst. Er sei Wegbereiter zum Dritten Reich gewesen; er habe den Aufbruch der Na- tion vorausgeahnt und noch erleben dürfen. Die Erfüllung feiner dichterischen Mission sei noch nicht gekommen. Aber es rege sich im Land, da und dort, wenn auch nicht in Berlin. Man werde an deutschen Theatern auf seine Tragödien aufmerksam. Des Dichters Saat sei im Aufgehen begriffen. Er habe es vorausgeahnt, daß die bürgerliche Zeit vorbei fei und ein Neues sich anbahne. So fei er auch zum Dichter für fein Volk geworden, von dem er selbst sage, daß es ein besseres Volk auf der Welt nicht gebe. Mit schlichter Sprache habe er große und kleine Dinge und die Menschen gestaltet. Nun höre ganz Deutschland seine Stimme. * Dann las Dr. Blaß vor. Man hörte zunächst ein von tiefer Religiosität erfülltes Gedicht aus dem Band „Bete und arbeite!" und dann einen fesselnden Abschnitt aus dem größten Werk des Dichters, dem „Kaiserbuch", in dem der großartige Verzicht Konrads und Eberhards von Franken auf die Krone und König Heinrichs I. aus dem Haufe der Sach- fen machtvolle und weife Persönlichkeit ihren Niederschlag fanden. „Der König und der Präsident des Volksstaates", eines der erdachten Gespräche, in dem königliche Gesinnung ihren klaren Ausdruck gefunden hat, forderte zu steten Vergleichen mit Ereignissen der jüngsten deutschen Geschichte heraus. Noch gegenwartsnäher aber berührte der Abschnitt aus dem Bucke „Grundlagen der neuen Gesellschaft", in dem vom Arbeiter die Rede ist, der dem nationalen Staat wieder gewonnen werden soll. Hier predigte der Dichter, daß nicht Verhältnisse den Menschen schaffen, sondern der Mensch die Verhältnisse. Nicht der Lohn ist die Hauptsache, sondern das Werk. Mit großer Freude hörte man einen Ausschnitt aus dem Roman „Der schmale Weg zum Glück" und zwar jenes ernste Kapitel, in dem der Sohn Abschied nimmt aus dem Hause des Vaters, des Försters, und dazu von der Mutter Worte und Lehren mit auf den Weg bekommt, die ficherliche jed« deutsche Mutter gern ihrem Sohn mitgeben würde, wenn ihr die Worte gegeben wären, diese feinen Gedanken auszufprechen wie es hier der Dichter eine Mutter tun ließ. In diesem Kapitel klang vieles auf von dem, was wohl jeder einmal selbst erlebt hat. Aus dem reichen Schatz der Novellen hört« man dann noch die Novelle „Der Blinde", eine Geschichte, die alltäglich erscheinen könnte, wenn fit nicht das Hohelied eines heroischen Opfers gewesen wäre, das hier in schlichtester Sprache edle Gestaltung gefunden hat. Zum Schluß brachte der Vortragende noch das Gedicht „Die Sonne" aus dem Buche „Bete und Arbeite!" zu Gehör, das be« Dichters weltweiten Geist in elementarer Weis« offenbarte. Dr. Leonhard Blaß vermittelte durch seine vollendete Vortragstechnik, durch seine von jeder lieber- treibung freie Sprache und Gebärde den vollen Gehalt der Dichtungen; er sprach zu aufmerksamen und dankbaren Zuhörern. N. Wirtschaft it neue Wege zu bere den Helden- Ingenieure unterzogen sich der Vr.-Ing.-Prüfung. Zum Schluß übereichte der Prorektor dem neuernannten Rektor dos äußere Zeichen der Würde, die goldene Amtskette. Professor Dr. Busch betonte in seiner Anrrittsansprache, daß er mit der Dozentenschaft und den Kommilitonen zum Segen der Wissenschaft und der Technischen Hochschule im Geiste Adolf Hitlers arbeiten werde. Der Führer der Darmstadter Studentenschaft, cand. mach. Otto wenig Gläubige. Heute sind die Stratosphärenflüge keine Seltenheit mehr. Wir Deutschen, die wir in den Reihen der für die Wissenschaft und den Fortschritt der Welt Gefallenen manch schmerzlichen Verlust zu beklagen haben, wissen den Heroismus und die Seelengröße solcher Männer zu würdigen. Drei Musketiere der Lust. Ein „etrafofp&ärenflug' im Jahre 1875. - Tragödie in 8000 Dieter Höhe. sahen, da es galt, der 9 erschließen, so sind noch tot) der Forschung gestorben. Unsere schnellebiae Zeit geht rasch über solche Tragödien hinweg. Wie zahlreich sind die Fälle, in denen Männer zuerst verlacht wurden, die später von der gesamten Welt mit Ruhmesbezeugungen überschüttet wurden. Auch der berühmte Professor Piccard fand zunächst Käfer, gelobte treue Zusammenarbeit der Studentenschaft mit den Dozenten zum Wohle des Volks der Studentenschaft, der Hochschule und der Allgemeinheit. Schließlich hielt der neue Rektor seine Antrittsrede über das Thema: „Die neuere Entwicklung der Fernmelde tech- n j r. Die akademische Feier wurde beendet mit dem Deutschland, und Horst-Wessel-Lied. Börsenprospekten zum Ausdruck gebracht wurde. Hapag verloren 1,40 o. H., Rordd. Lloyd 1,25 v. H. Renten lagen ebenfalls still, während deutsche Anleihen auf dem erholten Abendniveau behauptet lagen, gaben Reichsschuldbuchforderungen bis zu 1 v. H. nach. Im Verlaufe blieb die Haltung uneinheitlich. Betula waren weiter erhöht (plus 0,50 v. H.). Be- sonders fest lagen Daimler 31,50 bis 33 bis 33,75. Don Montanaktien Gelsenkirchen 50,25 bis 51, Stahlverein 33,25 bis 34, Rheinstahl 84 bis 84,50, dagegen Mannesmann 60,13 bis 59,13. Kaliaktien ?aben bis zu 3 v. H. nach. IG.-Farben gingen auf 23,75 (minus 0,50 v.H.) zurück und schlossen mit 124 v. H. Reichsbankanteile lagen mit 170,50 insgesamt 1,5 v. H. niedriger, andererseits konnten sich Chadeaktien um 3,50 Mark auf 138,50 Mk. befestigen. Don Schiffahrtswerten bröckelten Rordd. Lloyd weitere 0,40 v. Sy ab. Am Kassamarkt waren von Großbankaktien Dresdner Bank 1 o. Sy (58,50) fester, während Commerzbank mit 47,50 und DD- Bank mit 56 v.H. unverändert blieben. Hypo- thekenbankwerte gingen dagegen meist um 1 bis 2 v. H. zurück. Deutsche Anleihen und Rcichsschuldbuchforderun- gen waren im Verlaufe lebhafter und fester, Alt- besitz 89,50 bis 90,50, Neubesch 15,40 bis 1^,50 (nachbörslich bis 15,60), späte Schuldbuchforderungen 92,25 nach 91,50 v. H. Pfandbriefe lagen groß- tenteils gut behauptet. Don Stadtanleihen waren Frankfurter gesucht und fest, 7proz. von 1926 84,50 (zuletzt 81,75 v. H), 6proz. Do Har an leibe von 1926 63 (59). Staats, und Ländcranleihen lagen meist 0,25 bis 0,50 v. Sy höher, auch Steuergutscheine in späten Jahrgängen waren weiter erhöht. Der Durchschnittskurs stieg auf 94,25 nach 93,70 o. H. Von Auslandrenten lagen Unaarn und Schweiz. Bundesbahnanleihen nochmals fester. — Tagesgeld war zu 3,25 v. H. unverändert. Bert ner Trühlörse Berlin, 27. Roo. (WTB. Funkspruch.) Die deutfch.französische Annäherung und die dadurch hcrvorgerufene außenpolitische Entspannung lassen im ersten Frühverkehr der neuen Woche für Aktien und Renten eine freundliche Stimmung aufkommen, zumal am Samstag die Börse in größerem Umfange Gewinne mitgenommen hatte, so daß die Märkte technisch günstig liegen. Auch die Berichte aus der Industrie lauten weiter anregend. Zuverlässige Kurse waren zunächst aber nicht zu hören. Am Devisenmarkt errechnen sich über Zürich das Pfund gegen Paris 84,13, Mailand 62,50, Spanien 40,40, Amsterdam 8,16, Schweiz 16,99 und Kabel 5,1950. sehr blaß aus, Tissandier fühlte sich schwach trotz wiederholter Einatmung von Sauerstoff. Sivel leerte abermals einige Säcke Ballast, und mit rasender Schnelle eilte der „Zenith" in die höheren Regionen. Tissandier war inzwischen so schwach geworden, daß er auch nicht die leiseste Bewegung mehr machen konnte. Man war 8000 Meter hoch. In dieser für die damalige Zeit geradezu phantastischen Höhe verlor Tissandier zum erstenmal das Bewußtsein. Um 14.08 Uhr erwachte er für kurze Zeit. Der Ballon war im raschen Fallen begriffen. Um die Schnelligkeit zu dämpfen, schnitt er noch einen Ballastsack ab und machte hierauf mit letzter Kraft eine Bemerkung in sein Register. Die Temperatur betrug minus 8 Grad. Seine Gefährten Innen bewußtlos in der Gondel. Auch Tisiandier snnk wieder in eine Art Ohnmncht, fühlte ober bnbei den auf ein überaus rasches Fallen deutenden heftigen Luftzug. Einige Augenblicke darauf kam er, von Eroc6 am Arm gerüttelt, wieder etwas zu sich. CrocL hatte sich mit einer geradezu übermenschlichen Anstrengung nusgerafft und stieß mit verlöschender Stimme die Worte neroor: „W erfen Sie 93 a 11 a ft aus! W i r sollen!" Tissandier versuchte zu antworten. Die Kehle war iym wie zugeschnürt. Er rang nach Luft. Er vermochte kaum die Augen offen zu halten, und erinnerte sich später nur un- Der amerikanische Stratosphärenballon, mit dem Kapitänleutnant S eitle vor wenigen Tagen aufstieg, hat eine Höhe von 18 300 Metern erreicht. Der Stratosphärenrekord des Sowsetballons im September dieses Jahres betrug annähernd 19 000 Meter. Damit war der von dem Physiker Piccard gehaltene Rekord von rund 16 000 Metern erheblich Überboten. Der Stratosphärenflug des amerikanischen Offiziers fetzt den Triumphzug einer Wissenschaft fort, die in ihren Anfängen Diele Todesopfer forderte. Immer wieder haben die furchtlosen Pioniere der Luft den Versuch gemacht, die Geheimnisse der Atmosphäre zu erforschen. Zahlreiche Ballons sind in der ersten Zeit dieser waghalsigen Columbusfahrten explodiert. Wer die Geschichte der Ballon- aufstiege verfolgt, wird es heute kaum begreifen können, daß es einem Menschen möglich ist, sich In einer phantasttsehe n Höhe von 18 00Ö Metern aufzuhalten. Roch vor 60 Jahren wurde eine Höhe von 8000 Meter als ungeheuerliche, noch nie dogewesene Sensation empfunden. Heute jaat ein Rekord den andern, und unabsehbar sind die Möglichkeiten, die sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte entwickeln werden. Die alte Legende von Ikarus ist unfaßbare Wahrheit geworden. Der Mensch von heute hat die Luft bezwungen, eines der gefährlichsten Elemente. Während der Ballonaufstieg des Professors Piccard noch als Sen- Jatlon empfunden wurde, empfindet man heute diese lufstiege schon fast als eine Selbstverständlichkeit. Heute, da die Erforschung der Stratosphäre einen neuen sensationellen Erfolg zu verzeichnen hat, mol- len wir der Vorläufer Piccards gedenken, die durch ihren unerschrockenen Unternehmungsgeist erst die Möglichkeit für eine solche Forschung schufen. Da ist vor allem die unglückliche Fahrt des Ballons „Z e n i t h" bemerkenswert, der am 15. April 1875 um die Mittagszeit aufstieg. In Paris hatte sich seit 1870/71 eine Vereinigung hervorragender Luftschiffer herangebildet unter denen Sivel, die Gebrüder Tissandier und der Ingenieur Crocö-Spinelli eine besondere Rolle spielten. Sivel hatte sich als gewandter und unternehmender Flieger weit über Frankreichs Grenzen hinaus einen Ruf erworben und war übrigens auch in Leipzig, wo er häufig Aufstiege veranstaltete, eine ebenso beliebte wie bekannte Persönlichkeit. Durch die Ausstiege Sioels wurde schon damals das Vorhandensein eines warmen Cufftromes ermittelt, der in einer Höhe von 6000 Metern, vergleichbar dem Golsitrom des Meeres, aus Südwesten kommt. Sivel unternahm mit seinen Mitarbeitern am 23. März des Jahres 1875 einen Aufstieg, der glücklich verlief. Es handelte sich darum, den Kohlensäurege- halt der höheren Luftschichten zu messen und die Ringe des Mondes einer Untersuchung zu unterziehen. Der Start erfolgte In Anwesenheit zahlreicher wissenschaftlicher Autoritäten. Die Gondel des „Zenith", mit Barometr, Thermometer, Kompaß, Spektroskopen und sonstigen wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, glich dem Studierzimmer eines Naturforschers. Am 24. März nachmittags ging der Ballon mitten In einer Heidelandschaft nieder. Mit Hilfe einiger Hirten gelangten die Insassen glücklich aus der Gondel, der Ballon hatte sich bis zu einer Höhe non 1800 Meter erhoben. Der erfolgreiche Verlauf dieser ersten Luftfahrt mit dem „Zenith" ermutigte die Flieger zu einer Wiederholung. Der zweite Ausstieg sollte Ihnen jedoch zum Verhängnis werden. In 8000 Meter Höhe spielte sich eine furchtbare Tragödie ab. Um 12.25 Uhr, so heißt es in einer zeitgenössischen Schilderung, erhob sich der „Zenith" am 25. April mit Gaston Tissandier, Sivel und Croc6-Sninelli, den drei Musketieren der Luft, von der Pariser Gasfabrik aus. Um 13 Uhr befanden sich die Reisenden bereits in einer Höhe von mehr als 5000 Metern. Sie hatten sich die Pulsschläge genenseitig gezählt und die innere Temperatur des Ballons gemessen. Sie betrug über 20 Grad, die der äußeren Luft minus 5 Grad. Es wurde Ballast ausgeworfen, worauf der Ballon abermals in die Höhe ging. Die Aeronauten fühlten bereits einige Beklemmungen, doch war die Einatmung von Oxygengas von wohltätiger Wirkung. Um 13 20 Uhr war eine Höhe von 7000 Metern ereicht. Sivel und ttroed fahen deutlich, daß ErocL allerhand Ballast über Bord warf. Wieder schwanden ihm die Sinne. Der entlastete Ballon i'ueg nochmals in die hohen Regionen auf. Um 15.15 Uhr erwachte Tissandier wieder. Der Ballon senkte sich mit entsetzlicher Geschwindig- feit und unter gewaltigen Schwankungen. Die Kameraden Tissanoiers waren schwächer als er and lagen, in ihre Mäntel gehüllt, bewußtlos und zusammengekauert am Boden. Tisiandier, der einzige. Der noch bei Bewußtsein war, kniete in der Gondel und machte die verzweifeltsten Anstrengungen, um seine Freunde zu sich zu bringen. Er versuchte, sie auszurichten, und sah zu seinem Entsetzen, daß Sioels Gesicht vlötzlich ganz verfärbt war. Die Augen waren erloschen, der Mund ftanb offen und war voll Blut. Crocd-Spinclli hatte ebenfalls die Augen geschlossen, auch er hatte Blut im Mund. Noch betrug die Höhe, in welcher der Ballon schwebte, 6000 Meter. Tissandier warf weiteren Ballast aus. Als die Erde näher rückte, vermochte er kaum den Anker loszumachen. Mit einem furcht- baren Aufprall stieß die Gondel auf dem Boden auf. Sie wurde samt dem Ballon vom Wind noch ein großes Stück über die Felder geschleift, dis cs Tissandier endlich gelang, die Klappe zu öffnen. i!e Landung erfolgte um 16 Uhr. Der vollkommen erschöpfte und verzweifelte Tisiandier wurde geborgen. Die Leichen seiner unglücklichen Gefährten trug man in eine Scheune. So wie diese drei kaltblütig dem Tod ins Auge • Genehmigungspflicht für alle G e - webe in „Hitler Braun". Der Reichsoerband des Textil-Groß- und Exporthandels E. 93. teilt mit: Nach von der Reichszeugmeisterei München eingeholten Informationen fallen alle Gewebe, gleichgültig welcher Art, also auch Seide, in der Farbe .Hitler Braun" (d. y. indanthrencs Braun eingefärbt) sowohl hinsichtlich der Herstellung, als auch des Vertriebes unter die Genehmigungspflicht der RZM. Eine derartige Ware darf demnach nicht ohne Stempel, Lallfzettel usw. verkauft werden. * Devisengenehmigungen zur B e - Zahlung von bewirtschafteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Der Reichswirtschaftsminister hat in einem an die Devisenstellen gerichteten Erlaß die Bezahlung von aus dem Auslande eingeführten bewirtschafteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Reis einschließlich deren Rückstände, Oelsrüchie, Oelsämereien, Del- kuchen usw.), von Deien und Fetten (Waltran, Fischtran und Robbentran, RübSl, Leinöl, Olivenöl, Sulfuröl, Sojabohnenöl, Palmöl, Baumwoll- famenöl, gehärteten Fetten, Dehrn und Tranen usw), von Papierholz, von Schwefelsäure, sowie von Pferden mit Wirkung vom 1. Januar 1934 ab aus den allgemeinen Devisengenehmigungen herausgenommen und die Erteilung von Einzel- genchmigungen vorgeschrieben. Die Devisenbewirt- scha^tungsstellen erteilen auf Anfrage nähere Aus- $ronffurfer Börse Frankfurta. M, 25. Noo. Die Wochenschluß- börs« eröffnete mangels besonderer Anregungen und infolge des merklich verringerten Dr herein- ganges in stiller Haltung. Indessen war die Grund- ftimmung freundlich. Einigen Realisationen in den in letzter Zeit stärker gestiegenen Werten stan- den neue Kauforders gegenüber, so daß die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, jedoch überwiegend etwas hoher war. Am Elektromarkt blieben Bekula mit plus 1,25 d. Sy in Front, auch Gesfürel, Felten, Lahmeyer und Elektr. Lieferungen zogen bis zu 1 v. Sy an, während Siemens 0,50 d. Sy nachgaben. IG -Far- ben fetzten mit 124,75 0,25 v.H. höher ein, spater gingen sie jedoch auf 124,25 v.H. zurück. Montan- aktien lagen überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. höher, unb nach den ersten Kursen erhielt sich weitere Nachfrage. Ilse Genuß büßten dagegen 2,50 v. H ein. Auf den günstigen Geschäftsgang konnten sich Aschaffenburger Zellstoff um 1,50 v.H. auf 28 v. Sy befestigen, Waldhof gewannen 0,50 v. Sy Matt lagen Schiffahrtsaktien auf die schwierige Ge- schäftslage, wie sie in den soeben veröffentlichten Hiller schasst Arbeit! weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeiisbeschaf- fungsprogramm: Tagewerke auf der Maßnahme: BaufleUet Regulierung des herrenwiesbaches und des Lijenbaches in der (Bern. Haintchen 2074 Instandsetzung des Bad)- und Schinder- grabens der Gemeinde Hechtsheim 750 Dränierung von Ackergelände In der Gemeinde Burkhardsfelden 710 Dränage injlur 24 der Gemeinde Helsfl r d) e n 400 Dränierung von Grundstücken in Bark- feto 1040 Dränierung von Ackergrundftücken der Gemeinde Beltershain 3100 Instandsetzung und Profilierung der Nidda, des Mühlbaches u. des Schwasbaches, sowie eines Nidda-Durchstiches bei der Gemeinde Dauernheim 18400 Entwässerung von Grundstücken durch Ackerdränage, Gemeinde A l b a ch 580 Herstellung von Dränagen, Gemeinde Usenborn 3600 Herstellung eines Durchstiches der Wetter, Gemeinde Muschenheim 2020 hutweidenmestorationen, Gemeinde Dollar t s h a i n 1760 Erweiterung der Kanalisationsanlage und Neubau eines Gasofens mit 8 Retorten in Oberlahnftein 2300 Herstellung von Kanal- (Enfwäsiernngs-) Leitungen in mehreren Straßen In Limburg 2100 Regulierung des Dorfbaches innerhalb der Ortsanlage in Rockensüh 480 Entwässerung von Ackerland In Usingen 2200 Regulierung der Weschnitz In der Gemar- hing Klein-Hausen und Groß-Hausen 2616 Drainagen und hohloerschleifung In Schlitz 4000 " Dorflut- und Drainarbeiten in hümmen 1800 Kanalisierung des Fohrenbaches In der Ortsanlage in der Gemeinde Ocbels- hcim 1050 frankfurter (Siermavft Frankfurt a. M, 25. Noo. Bei gegen die Vorwoche völlig unveränderten Preisen verlies das Geschäft während der ganzen Woche nur schleppend, wobei die Nähe des Ultimos von Einfluß gewesen sein dürste. Im Hinblick auf die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest erwartet man aber im Laufe der nächsten Woche eine lebhaftere Nachfrage. Die Zufuhren dieser Woche genügten vollkommen. Es notierten pro Stück In Pfennig frei Frankfurt a. M : Deutsche Frischeier Kl. S 14,50, Kl. A 14, Kl. B 13,50, Kl. C 13. Holländer Kl. S 14, Kl. A 13,50. Kl. B 13, Kl. C 12, geringere Gewichte 9.25 bis 10,50. Dänen Kl. 8 13,50, Kl. A 13, Kl. B 12,50, Kid 12. Est-n und Finnen Kl. S 13, Kl. A 12,50, Kl B 12, Kl. C 11,50. Polen 9,50 bis 10,50, Rumänen und Süd- flamen 10,50, Bulgaren und Steiermark 11. Kühlhauseier: deutsche 10 bis 11,50, holl. 9,50 bis 10,50, Balkanware 9,25 bis 9,50 Pfennig. Frankfurter Buttcrmarkt. Frankfurt a. M., 25. Noo. Die Laye am Buttermarkt hat sich kaum nennenswert geändert. Die Eingänge vom Inlands und Auslande blieben verhältnismäßig klein, und auch die Nachfrage ließ weiterhin sehr zu wünschen übrig. Die Preise erfuhren gegen die Vorwoche keine Veränderung und notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Markenbutter 148 bis 150, deutsche Molkereibutter zirka 145, holl. Markenbutter Im Faß 149, per ’/» Faß 152 und ausgeformt 155. Allgäuer vukter- und Läsebörse. Kempten, 25. Noo. Allgäuer Molkereibutter 1. Dualität 125 (zuletzt 125), dito 2. Qualität 123 (123), Landbutter 116 (116) in Mark per 50 Kilogramm einschließlich Verpackung ab Versandstation des Erzeugers. frankfurter Zchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Noo. Um 10 Uhr war folgende 9)larttlage: Dorauftrieb: 1542 Rinder (357 Dchsen, 115 Bullen, 598 Kühe, 437 Färsen), 506 Kälber. 151 Schafe, 3530 Schweine. Ls kosteten: Rinder: Dchsen 20 bis 31 Mark, Bullen 21 bis 30, Kühe 10 bis 26. Färsen (Kalbinnen) 22 bis 31; Kälber 20 bis 37; Scyafel6 bis 27, Schweine 43 bis 52 Mark. Marktverkauf: Rinder und Schweins schleppend, Kälber und Schafe ruhig. Kurszettel her Berliner unh Frankfurter Börse. Die htnter Den Papieren angeführten Ziffern geben öle Hohe der zuletzt deichlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H vrantiut JM Oerti'i C®(Slu6- htr* täbenb- bflrfc e für* mitiafl. »Orfc Oatum 2411. I 25.11- 24.11. 25.11. TteullAr ÄrktteanleUte ö IOT7 91.9 92.25 92.5 92.65 fl . rbtm.7% Ti.McktjMnl o. I9U9 100.25 100.13 100 99.9 t)üunfl-!ibitdbc oon 1930 teuiW #lnl..ÄM6l.-6QDot6etrn- b int Tarmftabt Üfout 90,5 90 CbftDfllen ’UtDoltu-Unltlb# mü Äu#lo|..»tc(t)trii leutjdte Komm. Sammrlabl. Un- 86 — — — leibt etrtt 1 mtt fluibf.-Mfrhtcn 68.5 88 88.5 88.5 tbcm 8% ilrontl ftni'.-C’ant (Molbpfe 15 unkündbar bl« lU 91.25 91.25 —■ — ebem 7% graust. Hyp-Vani olbpft 16 untünNMT bl* 1938 91.25 91 — — 6h% »6*m «>-.% ilronfl Hop.» Ban|.l.'lqu..Piünk>drt,lk 90.f5 90.75 — "r % tbem 4^% Rhtlnllche DD.-’yanM'tau.-Ootbpff —- _ •% rbrm. »% Pi eanbHpfanb- bdtlanfUlt. Vsanvdnrsr W 19 91.5 91,5 91.25 91.75 •% rhrm 7% Pr eanbtflpfanb- bnelanilaU. Vlanbbnffr 9J. io 91.5 91.5 91 .75 91.75 6tturtflurid> etfrrvdmunü«hirt 93.7 94.25 93.7 94.25 4% Ctlttnttdjndx »olbrrntt 13.75 14 —— 14.5 4,90% Cteflrrrtlrfnldte £ Übertritte '.85 <65 — 0.85 Unflürildw Ok'Ibrrntr 4.25 4.5 4.25 4,6 Staat«rvntr b 1910 4 4.1 42 < „ von un» 4 4.25 4.7 4.’S 6% abflfit t>i'lbmfd!anrt von 99 6 6 8.4 4% lurtikbr Mollanlnbe von iflij 4.85 4.8 4.9 43 Tranhur a. JD1 Berlin turt e*d>iug. Ubenö« Mn t»chiuS- hir# ediluit JJll tdO* dsn« 'Datum 24.11. 25.11. 24.11. 25.11. 4% betfli. «»nr II 6% Otumdn. oereinb Rente o. 1PO3 4 H %9ht nuln .otrt InbÄe n trt>. l D13 4% Sumäniftfte Bf rein b. Mente • 14% Änatolirr ramburg.flmfrtla-*8afrt 0 dfltndurg.äuvam. DamvftchlN 0 (^nla-tampffdiiff . o «jrbbeutlctwr Llovd o A.01. für ^frtrbrtrorlfn ®h. 0 tfnltnn 0ucfrn S Öo........... 6 ettmtMÄ valtte............ 7 tiabereran. u a. JJi D« n> SchluS- tur# tSchiuiil. ttlbmN tdrl fur< c'anuil IHinaa. 'Datum 24.11. 25.11. 24.11. 25.11. Waniftlber flngbei......... 0 tobivertr 0 Bbontr Brradau .......... 0 Rbfinildit ttitdunfoblni ..... 10 Rbeinüabl o lifttlniflie etaMöerfe........ 0 Dtaui iXtnen 0 talirofdr ilfdiftilebfn........ 6 laitrotrtr tiefifttflcln........ 5 »olÜDtdr feaUb#tlurt6 .... 7v, Z ®. UaTb*ttrtbmd| .... cvamtn .... latq-a .... ?aoa» ... »No Df ^uA?>Iawl«. 6,074 48.05 12.425 1.04) '69.03 69.03 61.34 70.88 13.74 2,59? 58.24 22.12 16.40 81.17 34.27 81 62 0.807 0,22« 5,295 l?,67 6,086 48.15 12.445 4.053 169.37 69.17 61.46 71.02 13.78 0.967 2.598 58 36 22.16 16.44 81.33 34-33 81.78 0.809 0.226 5.305 12.69 Banknoten. 6.064 48,05 12,415 3,047 169.03 68.93 61,24 70.73 13.72 3.963 2.637 50.20 22.12 16.40 81.19 34.27 81.67 0.807 0.224 5.295 12.67 6.076 48,15 12.435 3,053 169.37 69.07 71,87 13.76 0.967 2.643 58.38 22.16 16.44 81.35 34.33 81.83 0,809 0.226 5.305 12.69 Dnfln, 25.^»v'mDrr <*<1B »fit« Umrrttanliaw Hotte.............. 8ei«i1iHh>fl ÄamanilJx flott3 ... SAöfNlAr Wette..... - $ Aron« ft Weite............... • Wette....... ......... ttnfljnidw 9?otte ................ 2 59 56,10 60.98 13,68 16.36 168.61 22,0r 68.76 70.56 01,01 36,13 rei 58.34 61 22 13,74 16.4» 169.29 22.00 69.04 70.84 81.33 34.27 Nr. 278 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 27. November MZ Eine Kahnenhalle der SA. -H S' Seit einiger Zeit sind die Geschäftsräume der SA. des Kreises Gießen unter Standartenführer Lutter im ersten Stock des Neuen Schlosses am Landgraf-Philipp-Platz untergebracht. Dort stehen für die Verwaltung der SA. bessere Raummöglichkeiten zur Verfügung, als in der früheren Unterkunft im Kreisamt. In Verbindung mit den neuen Geschäftsräumen ist nun von dem Kommando der SA. auch ein Raum geschaffen worden, der als Fahnensaal der Aufbewahrung des Feldzeichens der SA.-Standarte 116 und der Fahnen der Gießener SA.-Stürme dient. Am gestrigen Sonntag wurden nach den Vormittagsgottesdiensten die Standarte 116 und die Sturmfahnen von den Gießener Stürmen nach dem Neuen Schloß gebracht, wo sie im Fahnensaal aufgestellt wurden und dort künftig in der Obhut der Standarte verbleiben. Unsere Bilder zeigen einen Blick in den Fahnensaal und den Standartenführer Lutter. Oer Totensonntag in Gießen. Der gestrige Gedenktag an unsere Toten wurde in Gießen würdig begangen. Schon am Samstagnachmittag begaben sich viel Mitbürger nach den Friedhöfen, um dort die Gräber zu schmücken. Der gestrige Sonntag wurde von vielen weiteren Bürgern zu "einem Gang nach dem Friedhof benutzt, um dort still der Heimgegangenen zu gedenken. Am Vormittag sanden in den Kirchen stark besuchte Gottesdienste statt, an denen die Stürme der SA., SS., des Stahlhelms, die JH., ferner die Militar- und Regimentsoereine teilnahmen. Neben den Angehörigen der Wehrverbände und der Vereine wohnten auch viele Mitbürger in Zivil und Mitbürgerinnen den feierlichen Gottesdiensten bei. Nach dem Kirchgang folgten Gedenkfeiern aus dem Neuen Friedhof und am 116er Denkmal auf dem Land- graf-Phuipp-Platz. Zwei Stürme der SA.-Reserve marschierten zum Neuen Friedhof, um dort des im blühenden Alter von 26 Jahren im Kampf für die Be- roeguna erkrankten und gestorbenen SA.-Kameraden Hugo S o l d a n am Grabe zu gedenken. Die NS- Kriegsopferversorgung hatte sich zur gleichen Zeit auf dem Ehrenfriedhof des Neuen Friedhofes zu einer Gedenkfeier für die gefallenen Kameraden versammelt. Der SA.-Marinesturm gedachte in einer Feier am Bootshaus des Marineoereins der Heimgegangenen. An den Gefallenendenkmälern, wie auch an den Denkmälern in der Stadt waren Kränze als äußeres Zeichen des Gedenkens niedergelegt. Oie Gesattenen-Gedenkftier am llömöentmal war von der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine veranstaltet worden und vereinigte im Anschluß an den Kirchgang die Mitglieder dieser Vereine, ferner Abordnungen der Reichswehr, der nationalsozialistischen Formationen, des Stahlhelms und eine große Menschenmenge auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Die Feier wurde vom Bauerschen Gesangverein unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Temesvary mit dem Choral „Heilig ist der Herr" eingeleitet. Hierauf folgte die nachstehende Gedenkrede jon Prof. Or. Schmoll. Kameraden! Wieder ist aus dem nebelverhangenen Grau des Novembers der Totensonntag heraufgestiegen. Die letzten Blumen und Zweige, die Gärten und Wald im späten Herbst noch bieten, liegen in Kränzen und Sträußen auf den Gräbern. Dort sprechen sie eine eindrückliche Sprache, die Sprache von Liebe. Sie wollen bekunden, daß die Toten, die dort ruhen, doch noch ein inniges, wenn auch stilles und heimliches Leben führen: nämlich in den Herzen derer, die ihrer gedenken und sich nach ihnen sehnen. — Nur wenige Menschen aber wissen, daß der Totensonntag ober das Totenfest im Jahre 1815 in Preußen angeordnet wurde, um das Gedächtnis der >n den Freiheitskriegen Gefallenen zu ehren. Neben den Sieges feiern, die nach dem Sturz Napoleons überall begangen wurden, sollte auch der gewaltige EruÜ ber Zeit unb dl» Gröhe be«1 Vvk-- ni/üt 'vergessen werden. — Und nach dem großen Kriege den mir erlebt haben, empfinden wir wohl alle, daß der Gedanke richtig war. Die Millionen, die auf dem Felde der Ehre für Heimat, Recht und Vaterland gefallen sind, haben es wahrlich v e r d , e n t daß man die Mahnung des Dichters beherzige: „Vergeßt die teuren Toten nicht." — Vergeßt d i e teuren Toten nicht" — fo'bitten'alle die, welche in fremder Erde oder auf dem Boden des Meeres, im Massengrab ober wo immer zum letzten Schlaf gebettet fmtn Gerade heute weilen unsere Gedanken bei ihnen, die hinauszogen gegen eine Welt von Feinden und in aller Herren 'Länder nach Kampf und Streit den Tod gefunden. — . Mit der Erinnerung an unsere Toten aber steigt sie selbst wieder auf, jene gewaltige.Ze", der Heldenkampf ohne gleichen, von dem es einmal heißt. „Standen die Männer in Tod und Verderben, Stand Deutschlands Leben, für Deutschland zu ft e r b e n. Sieghaft in trotzigem, einigem Sinne Stehn an den Grenzen die deutschen Ritter, Schulter an Schulter und Hand in Hand: Vorwärts für König und Vaterland! Ich will ihn nicht wieder schildern, den Riesen- | fampf vier Jahre lang, aber wenn sie wieder vor । unserem geistigen Auge ersteht, die große Zeit täi4~tK bann iü e» doch immer, als ob em Vor- I hang auiuug.^ . »ui lilusoha bis dahin verhüllte; dann werden auch sie alle wieder lebendig, die vielen, vielen grauen Scharen, die unsere Brüder, unsere Kameraden waren. Und wir bezeugen es ihnen in Ehrfurcht und Dankbarkeit: sie waren ganz gewiß nicht schuldig daran, daß der deutsche Adler schließlich wieder niedergerungen wurde, daß der große Krieg so jammervoll zu Ende gehen mußte, wie nie ein anderer zuvor, daß die klaren reinen Quellen, aus denen er entsprang, trüber und trüber wurden, um endlich in Verrat und Schmach zu versanden und zu verschlammen. — Scanner geschenkt hat, die uns wieder frei und ehrlich vor der Welt gemacht haben: der Marschall und der Gefreite des Weltkrieges, Hand in Hand. Und beide, die den Krieg kennen, wie wenige, betonen es immer wieder, daß nicht neue Kriege uns Anerkennung, Gerechtigkeit und einen wahren Frieden bringen können, sondern nur die stille, beharrliche, zähe Arbeit an der deutschen Volksseele und am Ausbau wahrer Volksgemeinschaft. — Ein langer, boyienooller Weg, bis wir so weit waren. Und wenn wir, wie wir sagten, in stolzer Trauer der Gefallenen des Weltkrieges gedenken. D ■. £ MM & MW - Professor Schmoll bei der Gedenkrede am 116er-Denkmal. Ich weiß es, Kameraden, es gibt viele Menschen, die aus den verschiedensten Gründen, edlen und unedlen, überhaupt nichts mehr vom Kriege hören wollen. Und andere, die meinen: wir haben ja Denkmäler und Gedenktafeln, auf denen die Namen der Gefallenen stehen. Ganz schön!" Aber das i st nicht genug. So kann nur Undankbarkeit und Gedankenlosigkeit sprechen. Nein., in unserem Herzen müssen wir ihnen ein Denkmal setzen, muß ihr Gedächtnis leben. Heimrecht den Toten in den Herzen der Lebendigen: das erst ist rechte Heldenehrung, ist wahrer, deutscher Totendienst. — Es wird in diesen trüben Nooembertagen, an Allerseelen und am Totenfest viel getrauert in Deutschland; alte Wunden brechen wieder auf und bluten von neuem. Das Entscheidende ist nur, daß die Trauer von rechter Art ist. Denken wir zurück an die Kriegszeit, so erinnern wir uns daran, daß unter den zahllosen, schwarzgeränderten Todesanzeigen, die ganze Spalten in den Zeitungen füllten, oft die Worte zu lesen waren: in stolzer Trauer. Gewiß ein eigenartiger Ausdruck! Aber er hatte feinen guten Grund. Die Angehörigen waren stolz darauf, daß einer der Ihren mit dabei gewesen war, wenn in Angriff und Verteidigung unsere unvergleichlichen Truppen mit ehernem Griffel ihre Taten in das Buch der Geschichte eingruben. — So ist auch unsere Trauer um die gefallenen Kameraden stolze Trauer. Aber auch das ist noch nicht genug. Bei aller berechtigten Heldenehrung dürfen sie uns nicht mit in ihr Grab ziehen. Die würdigste Ehrung und Trauer um einen Toten ist doch die, daß man in feinem Sinne lebt. Auf einem Krie- dann wollen wir auch die Hunderte und Tausends nicht vergessen, die ebenfalls ihr Leben einsetzten, um neues Leben im deutschen Vaterlande zu schaffen, würdig der Väter und Vorväter. Im Einlaß ihres meist jungen Ledens haben auch sie die Krönung ihres Wesens erreicht; auch sie die Opfer für eine große, heilige Aufgabel Und ist es uns nicht, als ob die toten Krieger nicht eher hätten Ruhe finden können, als bis das deutsche Volk, für das sie litten und stritten, bluteten und starben, wieder besser und gotteswürdiger gemacht wäre? Nur im Opfer und niemals ohne Opfer reift das Glück, wächst Segen und Sieg, und nur aus dem Dunkel können wir zum Hellen streben. Wir stehen erst am Anfang einer neuen deutschen Zukunft, viel schwere Arbeit bleibt noch zu tun. Wir haben feine Zeit, müde zu sein und erst nicht zu faulem, trägem Genießen. „Arbeiten und nicht verzweifeln", ist unsere Losung. Jeder gefallene Bruder, dessen wir heute in Dankbarkeit gedenken, will neue Hände werben, daß sein verlassenes Werk nicht sterbe. Darum, Kameraden, wenn wir nachher auseinandergehen, wollen wir es an ihrem Ehrentage ihnen feierlich geloben und beten: .Laßt pflügen uns alle ein heiliges Land, Nachdem wir errettet aus Elend und Schänd! Die Sonne im Morgen, wir pflügen ihr zu: Herr Gott im Himmel, dazu hilf du." Der Abschluß. Im Anschluß an einen weiteren Liedvortrag des Bauerschen Gesangvereins gedachte der Führer der Arbeitsgemeinschaft der Militär und RegimentsDie Gefallenen-Gedenksteine auf dem Neuen Friedhof. • ! 1 I < I gerbenfmal in Tirol stehen die ergreifenden Worte: „Sie gaben alles, was sie konnten geben: Die Seele Gott, der Heimat Blut und Leben. Vorbei Leid, Mühsal, Not und Tod und Schlacht: Es ist vollbracht." Das soll doch wohl heißen: Die Toten haben ihr Werk getan; nun ist es Pflicht der Lebenden, das Werk weiter zu führen. Aus ihrem Opfer sollen neue Helden erstehen. Denn es gibt nicht nur ein Heldentum auf dem Schlachtfelde, im Trommelfeuer der Maschinengewehre und in dem Stahlgewitter der Granaten, sondern auch im kleinen alltäglichen Leben. Sie starben, damit wir leben und wirken. Haben wir das immer beherzigt nach dem Kriege? War es lange Jahre nicht fo, daß alle Opfer umsonst gebracht schienen, daß in weiten Kreisen unseres Volkes das Lied von deutscher Treue und mannhaft deutscher Wahrheit und Wehrhaftigkeit fast nur noch wie ein Märchen aus uralt versunkener Zeit erklang? Waren wir fast 15 Jahre lang nicht ein Volk, das im Finstern wandelte und in dem nur die Besten darauf hofften, daß auf die Nacht auch wieder einmal ein strahlender Morgen folgen würde, während im allgemeinen Verdrossenheit und Mißmut, Unehrlichkeit und Bestechlichkeit, Kleinglaube und häßlicher Parteihader an allen Ecken und Enden sich breit machten, — dachte man daran, daß Millionen deutscher Brüder und Schwestern durch einen schändlichen Vertrag, auf Lüge und Betrug aufgebaut, uns entrissen waren und mit wundem Herzen sich im Stich gelassen sahen? Jene anfänglich so schwachen feldgrauen und braunen Scharen aber wußten es, im Geiste der alten Frontkämpfer, daß ein Aufstieg nicht möglich sei ohne innere Erneuerung in Dpferfinn und Treu, in Gottesfurcht und Glauben. Heute aber dürfen wir stolz und froh bekennen: Deutschland ift erwacht. „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung!" Der uns nach langer Schänd« Nacht bi« vereine, Kaufmann Müller, mit einer kurzen Ansprache der gefallenen Kameraden, zu deren Ehren der Redner einen Kranz am Denkmal nieder- legte. Mit dem Lied vom guten Kameraden fand die Feier ihren Abschluß. MinisterpräsidentGönnaalsEhrenpaie Dillenburg, 26. Nov. (WSN.) Ministerpräsident Göring hat bei dem 14. Kinde des Arbeiters S ch w e h n im Kreisort Eibelshausen die Ehrenpatenschaft übernommen. Arbeitsbeschaffung im ReichSbahn- OirektionSbezirk Frankfurt. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat zur Förderung der Arbeitsbeschaffung für die Wintermonate Zusatzmittel in Höhe von 963 000 Mk. bereitgestellt. Davon sind 700 000 Mk. vorwiegend für Jnstandsetzungsarbeiten an Bahnhofsgebäuden, Wohnhäusern und Werkstättenbauten bestimmt, kommen also in erster Linie den mittleren und kleineren Handwerksbetrieben zugute. Es soll damit erreicht werden, daß in den saisonmäßig ungünstigen Wintermonaten diese Mittelstandsbetriebe Beschäftigung erhalten. Um eine Gewähr zu haben, daß dieses Ziel erreicht wird, sollen die neuen Aufträge bis spätestens 31. März 1934 erledigt sein. Die rest- lichen 263 000 Mk. sind für Arbeiten an den Siche- rungseinridjtungen bestimmt. Bei all diesen Arbeiten handelt es sich um zusätzliche Arbeiten, also um solche, die ursprünglich für diesen Winter nicht vor» gesehen waren. Daten für Montag, 27. November. 1701- der Astronom Anders Celsius in Upsala geboren (gestorben 1744); — 1850: der Geograph Rudolf Credner in Gotha geboren (gestorben 1908). Aus der provinzialhauptstadi. Gegen Verbrechen am W.nterhilfswerk Die Gauführung des Winterhilfswerks Hessen- Nassau teilt folgendes mit: Die große Bedeutung, die das Winterhilfswerk des deutschen Volkes für die Allgemeinheit hat, verlangt noch aus strafrechtlichem Gebiet ein nach- drückliches Einschreiten gegen jeden, der sich un- rechtmäßig, insbesondere durch Diebstahl, Unterschlagung, Untreue oder Betrug Liebesgaben des Winterhllfswerks verschafft und sie dadurch ihrem Zweck, die bedürftigen Volksgenossen vor Hunger und Kälte au schützen, entzieht Der Reichsminister der Justiz hat am 26. Mai, RGBl. I S. 29, folgendes Gesetz veröffentlicht: „Wer vorsätzlich die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäfte eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die chm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrages, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Dflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzuneymen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird wegen Untreue mit Gefängnis und mit Geldstrafe bestraft. Daneben kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. In besonders schweren Fällen tritt an die Stelle der Gefängnisstrafe Zuchthaus bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt insbesondere dann vor, wenn die Tat das Wohl des Volkes geschädigt, oder einen anderen besonders großen Schaden zur Folge gehabt, oder der Täter besonders arglistig gehandelt hat." Wie aus Absatz II dieses Gesetzes hervorgeht, wird der Tater mit Zuchthaus bestrast, wenn die Tat das Wohl des Volkes schädigte. Dieser Tatbestand ist zweifellos gegeben, wenn sich der Täter an den Liebesgaben des Winterhilfswerkes vergreift. Zuchthausstrafe tritt ferner ein, wenn der Täter durch Betrug das Wohl des Volkes schädigt, also Liebesgaben unter Vortäuschung von Hilfs- bedürftigkeit und dergleichen erschwindelt. Lehrlingseinstellung — eine nationale Pflicht! Das Landesarbeitsamt Hessen teilt mit: Zu Ostern 1933 sind aus den Volksschulen im Be- zirk des Landesarbeitsamts Hessen rund 17 000 Knaben und 17 150 Mädchen zur Entlassung gekommen. Cs war dies der letzte schwache Kriegsaeburtenjahr- gong. Zu Ostern 1934 ist mit einer Verdoppelung dieser Zahlen w rechnen. Schon jetzt ist bei den Be- rufsberatungsstellen der Arbeitsämter der Andrang von Jugendlichen, die zu Ostern 1934 aus der Schule entlassen werden, außerordentlich groß. Kinder und Eltern rechnen mit Sicherheit darauf, daß es im neuen Staat gelingen wird, dem Nachwuchs eine gute Berufsausbildung zuteil werden zu lassen. Die Prüfung der Jugendlichen auf ihre Berufseignung ist von den Arbeitsämtern mit allem Nachdruck in Angriff genommen worden, da sie bestrebt sind, den einzelnen Berufen den jeweils bestgeeigneten Noch, wuchs zuzuführen, und da zum andern auch die jungen Menschen auf solche Posten gestellt werden sollen, wo sie das ihrer Anlage entsprechend Beste für die Allgemeinheit zu leisten imstande sind. Noch ober fehlt es bei den Berufsberatungsstellen an der Anmeldung der zu Ostern 1934 zu besetzenden Lehr- stellen. Dabei kann infolge der allgemeinen Belebung der Wirtschaft mit Sicherheit angenommen werden, daß eine größere Zahl von Ausbildungs- stellen verfügbar fein wird, als während des Darniederliegens der Wirtschaft in den letzten Jahren. Je früher sich die Gesamtheit der verfügbaren Lehr- stellen übersehen läßt, um so mehr Möglichkeiten haben die BerussberatungsstcNen der Arbeitsämter, ein« zweckmäßige Verteilung der Jugendlichen auf die verschiedenen Berufe und Stellen durchzuführen, um so besser kann die Auslese nach den Wünschen der Arbeitgeber gestaltet werden. An alle Arbeitgeber ergehl nunmehr der dringende Aufruf, sobald und so zahlreich wie möglich Lehrstellen bei dem für sie zuständigen Arbeitsamt zur Besetzung anzu- melden. Die Vermittlung geschieht vollständig kosten- los, die freie Enticheidung über die Einstellung bleibt den Arbeitgebern selbstverständlich in jedem Falle gewahrt. Oer ^Hetn-Mainische Garantieverband Um die für die Arbeitsbeschaffunasmaßnahmen im Rhein-Maingebiet notwendigen Kredite bereitzustellen, wurde auf die Initiative des Rhein-Mainischen Industrie- und Hondelstages der Rhein-Mai- nifche Garantieoerband G. m. b. H. mit dem Sitz in Frankfurt a. M. errichtet. Der Garantieoerband will die Finanzierung solcher Arbeitsbeschaffungsaufträge erleichtern, bei Denen ausreichende Sicherungen für die Aufnahme eines gewöhnlichen Bankkredits fehlen, für die aber die Garantie der neuen Gesellschaft die Gewährung eines Personalkredits ermöglicht. Zu diesem Zweck wird ein Garantiekapital von ca. 2 Millionen Mk. gezeichnet von Gemeinden, Ge- meindeoerbänden, öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Banken, Genossenschaften und Sparkassen, sowie von größern Firmen des Bezirkes. Die Kreditinstitute, die die Garantie der Gesellschaft in Anspruch nehmen, haben für einen Teil der etwaigen Aus- fälle selbst einzustehen, bevor jene Garantie wirksam wird. Desgleichen wird ein von den Banken zu schaffender Delkredere-Fonds und der Anteil des Wirtschaftsgebietes an dem vom Reich als Garantieunterlage zur Verfügung gestellten Betrag von insgesamt 10 Mill. Mk. vor Rückgriff auf den Goran- tieoerband in Anspruch genommen werden. Die Höchstsumme der von der Gesellschaft zu garantierenden Kredite ist auf rund 10 Mill. Mk. begrenzt worden. Durch die mit den Danken getroffene Verein- barung erübriaen sich auch langwierige Nachprü- fungen der Kreoitgesuche durch den Verband, so daß eine beschleunigte Bearbeitung der Gesuche ficher- gestellt ist. Die garantierten Kredite sollen im allgemeinen den Betrag von 5000 Mk. nicht übersteigen. Zu berücksichtigen sind vor allem mittlere und Heinere Firmen und die Finanzierung von Jnstand- setzungsarbeiten. Deutscher Arbeiterverband der öffent« lichen Betriebe. Wir machen alle Mitglieder unseres Verbandes heute schon darauf aufmerksam, daß wir in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember ds. Is. eine Kontrolle der Verbandsbücher durchführen. Unsere Kassierer werden die Bucher bei unseren Mitgliedern einsammeln. Es ist aber Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes, fein Buch in der genannten Zeit selbst auf dem Derbandsbüro abzugeben, falls kein Kassierer das Buch einfordert. Der Hinweis, daß die Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft von der Abgabe der Bücher abhängt, dürfte genügen, jedes Mitglied zu veranlassen, sein Buch abzugeben. Notwendig ist unter allen Umständen, daß von jedem Mitglied ein Zettel in das Buch hineingelegt wird, aus dem folgendes zu ersehen ist: 1. ob ledig ober verheiratet 2. Kinderzahl 3. ob in der NSBO. und evtl. Nr. 4. ob in der Partei und evtl. Nr. 5. ob in der SA., SS., St. Die Bücher werden nach der Kontrolle den Mitgliedern sofort wieder zugestellt. Es liegt nun an jedem Mitglied«, schnellstens für Ablieferung des Buches zu sorgen, sei es durch den Unterkassierer, oder durch Selbstablieferung. Auf keinen Fall darf es Vorkommen, daß es nach dem 15. Dezember 1933 noch Mitglieder gibt, die ihre Mitgliedsbücher nicht vorgelegt haben. Deutscher Arbeiteroerband der öffentlichen Betriebe, Verbandskreisverwaltung Gießen, Schanzenstraße 18. Wehrum, Verbandskreisleiter. Verlegung der Bauernkammer nach Frankfurt. Das Staatspresieamt teilt mit: Infolge Verlegung der Bauernkammer Darmstadt nach Frankfurt a. M. finden von Dienstag, 28. November, bis einschließ- lich Samstag, 2. Dezember, keine Sprechstunden statt. Ab Montag, 4. Dezember, befindet sich die Hauptabteilung II (Bauernkammer) der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Frankfurt a. TL, Bockenheimer Landstraße 25. Der Winter im Vogelsberg. Wie wir heute früh auf Anftage auf bem Hohe- rodskopf hören, hat der Winter feinen Einzug im Vogelsberg gehalten. Heute früh lagen im Oberwald bet 5 Grad Kälte 15 Zentimeter Pulverschnee. Auf der Heide ist der Schnee verweht, dagegen ist im Walde selbst gute Sportmöglichkeit vorhanden. Gegen 9.30 Uhr heute vormittag war der Schneefall noch im Gange. Unsere Wintersportler mögen sich also rüsten. Oie neuen Münzen. In diesen Tagen sind die ersten Münzen auf Grund der Münzreform dem Zahlungsverkehr übergeben worden. Die 1-Markstücke werden in Zukunft aus Reinnickel hergestellt. Die 2-Markstücke sind gegenüber den jetzigen 2-Markstücken um einen Milli- vieler kleiner. Die 5-Markstücke sind um etwa elf Gramm leichter und um 9 Millimeter kleiner, als die bisherigen 5-Markstücke. Auch gegenüber den jetzigen 3-Markstücken sind sie eine Kleinigkeit leichter und kleiner. Die alten und die neuen Münzen werden eine ge- wisse Zeit nebeneinander im Zahlungsverkehr umlaufen. Es ist daher bei allen Zahlungen Vorsicht geboten, um Verwechslungen zwischen dem alten 3 Mark- und dem neuen 5-Markstück zu verhüten. Wenn genügend neue Münzen geprägt sind, werden die alten Münzen eingezogen und außer Kurs ge- setzt werden. Ein Prägung von neuen 3-Markstücken findet nicht statt. Wenn die neuen 2- und 5-Markstücke auch leichter sind, so enthalten sie doch die gleichen Mengen an Silber, wie die alten Münzen. Vornotizerr. — Tageskalender für Montaa: Tun» haus am Brandplatz, 16 bis 18.30 Uhr, Kunstguss stellung des Reichskartells der bildenden Künste. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Zeichen bei Kreuzes". Leseholzfammeln beim Holzsäl- len verboten. Die Bürgermeisterei veröfsentticht in unserem heutigen Blatte eine Bekanntmachung, nach welcher im Hinblick auf früher« Ungluckssälle bas Leseholzfammeln in solchen Waldstücken, in denen Holz gefällt wird, verboten ift Das Leseholzsammeln ist nur Mittwochs von 8 bis 17 Uhr erlaubt • • Kauft rechtzeitig Christ bäum- schmuck. Der Erwerb von Christbaumschmuck ist nicht nur eine vorweihnachtlich« Freude, sondern auch eine besonders zu begrüßende soziale Tat Es wirb daher der Bevölkerung nahegelegt. möglichst bald Christbaumschmuck für das Weihnachtssest zu erwerben bzw. die Bestände an Christbaumschmuck SU ergänzen. Dabei sei daran erinnert, daß gerade Chrislbaurnlchmuck ein Erzeugnis der ärmsten Heim- arbeitertreife ist, die in besonders notleidenden Gebietsteilen des Reiches leben. Im Interesse dieser Kreise liegt es, wenn die Einkäufe von Ehristbaurn- schmuck recht bald durchgeführt werden. Diese Herrn- ften der Heimarbeiter haben bann auch eine Weih- nachtsfteube. • • Stroßensoerr.ungs nachrichten, mit- Seteilt vom Oberhessisch.-n Automobil-Elul) E. D., iiefeen: Die Straßenstrecke Romrob —Schellnhausen im Zuge ber Straße Gießen—Alsfeld wird wegen Umbauarbeiten vorn 29. November ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt für Nahverkehr über Großfelda—Windhausen, für Fernverkehr über Ulrichstein—Lauterbach. Die Ortsdurchfahrt Wölfersheim im Zuge der Stroh« Friedberg- Hungen wird ab 30 November für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung des Durchgangsverkehrs erfolgt über Beienheim — Reichelsheim — Echzell und umgekehrt. * * Eine Achtzigjährige. Am heutigen Montag, 27. November, begeht Frau Katharina Eberle, Schottsttaße 3, chren 80. Geburtstag OieJmker im Dritten Reich. Tagung der Ve freier der oberhessischen Bienenzüchter Jrn Saale des Gasthauses Hindenburg" fand am Samstagnachmittag bie letzte Dertretersitzung bes Oberhessischen Bienenzüchter-Bereins unter bem Vorsitz von Lehrer Braun (Robheim o. d. H.) statt. Die Versammlung war von ben Vereinsoertretem sehr gut besucht. Lehrer Braun leitete bie Tagung mit herzlichen Degrüßunas- warten, insbefonbere an die Gäste, den Verbands- führer Reichsbahn - Oberinspektor Vogelsang (Kassel), ben landwirtschaftlichen Fachberater Hup- selb (Altenritte), Dr. Freubenstein von der staatlichen Bienenzucht- unb Lehranstalt in Marburg unb bas Ehrenmitglieb Lehrer i. R. Spitz (Gießen) ein. Er teilte bann mit, bah er nach Dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Lehrer i. R. R u n k (Nidda), der mit großem Geschick das Amt des Vorsitzenden des Oberhessischen Bienenzüchter-Der- eins versehen habe, als 2. Vorsitzender die Geschäfte seit 21. Oktober geführt hohe und die Vertreteroersammlung nun den Gauobmann wählen müsse. Diese Wahl zu leiten, bitte er ben bisherigen Dor- sitzenben Lehrer R u n k. Lehrer i. CR. Runk-Aidda betonte, baß bie Dertteterversammlung zum letztenmal tage unb auch keine Hauptversammlung mehr ftattfinbe. Das Alte sei vergangen. Neues sei gekommen. Es gelte jetzt, neue Männer zu bestimmen, bie bei ihrer Arbeit vom Vertrauen der Mitglieder getragen seien. Er schlage vor, als Gauodmann I Herrn Lehrer Braun (Robheim v. d. H.) zu wäh- | len, dessen Name in der Imkerwelt einen guten Klang habe. Der seitherige Verein werbe aufgelöst, er werde nur noch ein Teil bes großen Gaues Hessen sein hierauf würbe Lehrer Braun (Robheim o. b. h.) einstimmig burch Zuruf zum (Bauobmann gewählt unb diese Berufung mit lebhaften Heil-Rufen begrüßt. Lehrer Braun dankte sodann dem bisherigen Vorsitzenden R u n k (Nidda) für seine Mühewaltung, ferner im Namen aller Vertreter von ganzem Herzen für alles, was er (Herr Runk) für den Oberhefsilchen Bienenzüchter- verein getan hab«. Herr Runk werde b«i den Zusammenkünften der oberhefsischen Imker stets willkommen sein, unb seinen guten Rat werbe man immer gern hören unb achten. Der Tiebner dankte weiter ben vereinsoertretem herzlich für bie einstimmige Wahl zum Führer des Oberhessischen Die» nenzüchteroereins unb ben damit bekundeten Beweis des Vertrauens. Er werde seine ganze Kraft für die Aufgaben unb Ziele des Bersins einsetzen. Oer Verbandsfuhrer Reichsbahn» Obertnspek or Vogelsang taflet erklärte nach Danfesworten an ben neuen Gauobmann Braun unb an bie Versammlung, mit ber Entscheibung in biefer Versammlung über ben neuen Führer fei bas bisherig« parlamentarischHemokra- fische Verdandsleben auch im Bezirk Oberhesfen zu „3m Zeichen des Kreuzes " Lichtspielhaus. Mit bem Film „3m Zeichen bes Kreuzes" knüpft die amerikanische Probuktion stilistisch unb stofflich an bie Historien „Ben Hur" unb „Quo vadis“ an. Das kaiserliche Rom zur Zeit Neros bildet ben Schauplatz ber .Hanblung, bie ihren bramafischen Antrieb unb ihre Konflikte aus ben Märtyrerkämp- fen ber ersten Christengemeinben um ihren Glauben bezieht. Der Wiberstreit zweier Weltanschau- ungen bot ben Herstellern willkommenen Anlaß zur Entfaltung einer pompösen Ausstattungsszene, rie unb zum Massenaufmarsch von 7500 Mitwir- kenben. Das Stück von Wilson Barrett, bas bie literarische Vorlage bildete, bürste bem beutschen Publikum kaum bekannt sein, boch ist ja ber klassische Stoff in seinen Grunbzügen ohnehin jeher- mann aus ben verschiebensten Quellen geläufig. Die deutsche Bearbeitung stammt von Dr. Karl Vollmöller. Regie führte Cecil B. de Mille, ber hier „3m Zeichen bes Kreuzes" fortführte, was er den von ihm geschaffenen stummen Filmen „Die flebn Gebote" und „Aönig ber Könige" begonnen hatte. Wir beuteten bereits an, bah bie Rückkehr zu jenem klassischen Mofiokreis mit ben schon da- male angemenbeten stilistischen Mitteln geschah. Auch dieser Film wendet sich woyl in erster Linie an das Publikum, für das die englische Originalfassung geschaffen wurde. Di« Stärke der Regie liegt weit weniger in der Vermittlung einer weltgeschichtlich bedeutsamen Auseinandersetzung als In gewissen realistisch ausführlichen Details und dem, was mir etwa als filmisches Kolossalgemälde bezeichnen würden. Mit groß angelegten Schilderungen des brennenden Rom setzt die Handlung ein; mit ben oer- schwenberisch inszenierten Bildern ber riesigen Kampsarena, in ber bie stanbhaften Christen bem Barbarentum der Kaiserzeit aufgeopfert werden, klingt die Darstellung aus. Dazwischen liegen die höchst effektvollen und auf sinnfällige Wirkung be- rechneten Szenen, welche etwa den sittlichen Verfall der römischen Gesellschaft ober eine geschickt aus- gesponnene Liebesintrige, Ipiclenb zwischen der Kaiserin Poppaea, dem Präsekten Marcus und der jungen Christin Mercia, schildern. Außer dem enormen Aufwand an Architektur, Ausstattung unb Kostüm, einem Massenaufgebot von Statisterie unb einem kleinen Tierpark für die Spiele in der Arena hat die Paramount ein rein amerikanisches Ensemble von Solisten eingesetzt, die dem deutschen Publikum namentüd) kaum bekannt sein Dürften, Deren Darstellung ohne Ausnahme durch ben in Hollywood ausgebildeten typischen Spielstil ber klassischen Historu gekennzeichnet wird. Die besten Leistungen bieten Claubctte Holbert als Kaiserin Poppaea, die unserer Vorstellung von dieser Gestalt durchaus entgegenkommt, und — In scharfem Kontrast — Elifsa Landi als Mercia. Gut auch Fredric March als Marcus Superbus, während Charles L a u a h t o n als Nero zwar sehr angemessen in der Maske, in Einzelzügen aber doch wohl etwas übertrieben erscheint. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus unb wirb burch ein abwechslungsreiches Beiprogramm ergänzt. —r— Reichskarieit Der biiDenden Künste. Ausstellung im Turmhaus am Brand. Die im Reichskartell ber*bilbenben Künste zusammengeschlossenen Künstler Oberhessens eröffneten am Samstagnachmittag ihre erste Ausstellung im Turmhaus am Drandplatz. Nach Variationen eines Streichquartetts über bas Deutschlanb-Lieb unb nach kurzen Begrüßungsworten von H. Will, Gießen, ber insbefonbere bie Vertreter ber Behörben, ber Stabt unb ber Universität willkommen hieß unb betonte, man wolle hier ein gutes Adbilb heimatlicher Kunst geben, ergriff Felix Klipstein, Laubach, bas Wort zu einer einleitenben Ansprache. An- knüpfenb an bas Wort „Äunft bringt Gunst, unb ohne Gunst ist alle Kunst umsunst" unb an bie klassische Formulierung „Vieles Gewaltige lebt, boch nichts ist gewaltiger als ber Mensch" umspielte ber Maler bie Begriffe Kunst unb Gunst in ihren wechselseitigen Beziehungen unb ihren Zusammenhängen mit bem Leben in vielfältig aphoristischen Ausblicken unb Deutungen. lieber bas Wesen ber Kunst unb ber Schönheit, so führte ber Bortragenbe aus, fei viel geschrieben unb gesagt worben; hier handle es sich um etwas Absolutes. Kunst schlage, wie mit mancherlei literarischen Zitaten belegt mürbe, bie Drücke zwischen Welt unb Menschheit als eine im letzten unb tiefsten Orunbe religiöse Angelegenheit. Die vergangene Epoche des Liberalismus meinte, aus Reichtum wachse Kunst Gunst aber sei nur ein Nährmittel, nicht Befruchtung. Gunst ist zu begreifen als Miterleben, Miterleiden, Miterschaffen. Das Volk fall ber Boben sein, aus bem ber Gesang sich erhebt. Adolf Hitler hat bas Volk als einen „klingenden Körper" bezeichnet, als eine große kulturelle Einheit. Darum muffen wir alle Mitarbeiten. Wo stehen wir heute, wo knüpfen mir an? Bei den Brüdern van Eyck oder bei den Zeich- nungen Holbeins. Aber Die Tradition und mit ihr die handwerklichen Voraussetzungen aller großen Kunst gingen uns teilweise verloren unb müssen beute erst wieher neu erworben werben. „Blut unb Bobert" — ein in unser« Zett mit neuen 3nhalten gefüllter Begriff muß auch auf Das künstlerische Schassen angemenbet werben. Als Leitsatz habe zu gelten: Einfachheit und Aufrichtigkeit; an unfern Früchten soll man uns erkennen, — nicht nur un unserer Schädelsorm. Klipstein warnte bann, antnüpfenb an ein Wort bes neuernannten Frank- furter Universitätsrektors Professor Krieck, vor naheliegenben Mißverstänbnissen und sehlgeleiteter Propaganda. Auch bie Kunst sei — von Dürers unb Luthers Zeiten bis in bie deutsche Gegenwart im Zeichen Adolf Hitlers — ein Teil bes Vaterlandes. Unb ber Geist, ben bie Griechen ben großen Pan nannten, stirbt nicht aus. — Die Ansprache würbe vom statllichen Besucherkreis mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Herr Will dankte anschließend bem Bortragenben, sowie bem Quartett, bas sich freundlicherweise zur Verfügung gestellt habe. Bei ber Fülle dessen, was die neue Ausstellung rein stofflich bem Beschauer bietet, müssen wir uns schon aus räumlichen Grünben baraus beschränken, bie Eindrücke aus dem ersten Rundgang in einem Ueberblitf zusarnmenzufasfen. Von Karl Fries (Ortenberg), ber in ber Gießener Ausstellung feit langem regelmäßig vertreten ist, finden wir eine Gruppe von Lanbfchaften, bie sich ben neu gefunbe- nen Gesetzen einer bobenftänbigen Kunst schlicht unb felbstoerstanblich unterstellen. Sigurb Lange, ben unsere Leser bereits aus zahlreichen illustrativen Beiträgen zur .Heimat im BUb" kennen, erweist sich auch hier, mit Aquarellen, Zeichnungen unb Holzschnitten, als ein Lanbschaster von sicherem Blick unb energischem Zugriss, sehr fein unb glücklich gelöst scheint uns vor allem bie Rheinlandschaft bei Bafel, bie in großer farbiger Kurve destechenb an ben Zuschauer herangebracht wirb. Daneben sei ein markantes Porträt besonders genannt. Geil- f u s, offenbar von Spitzwegs kleinmeisterlichen Schilderungen angeregt, bringt eine Gruppe liebens- würdiger unb humorvoller Genreszenen, wie bie vier Musikanten unb ben „Prähistoriker". Steinbachs Malerei wirb, wie uns eine schöne, tonige unb plastisch gerundete Landschaft zu erweisen scheint, von Ausstellung zu Aussiellung reifer und unproblematischer in feiner Malerei. Von H. H. Walther fei ein farbig sehr lebendiges und reizvoll akzentuiertes Gießener Stadtbild herausge- griffen; Daneben einige südlichere Motive und eine Sammlung hüdfcher Gebrauchsgraphik. H. E. Kleine bringt neben etlichen Tierstudien ein paar apart zusammengestellte unb koloristisch sehr kultivierte Stilleben: mit blau-r Schale; italienische Pfirsich«; ein Bund Spargel. Margret Kranz zeigt, wie schon in früheren Jahren, eine Auswahl aus ihren femgliedrigen Blumenstücken. Von Hein- I rich Will sieht man u. a. zwei grofjangelegte Bilder von Schwalm« Bauern; Die barocke Form | Der altüberlieferten Tracht in klaren einfachen Farbtönen sympathisch beruhigt und zusammengefaht. Die Radierungen von Felix K l i p st e i n (wir kennen schon einige davon aus früheren Ausstellungen) voller Zartheit und inniger Liebe zu allem Geschaffenen, scheinen uns an die beste Tradition altdeutscher Griffelkunst anzuknüpfen. Ueberaus reizvoll, aus Gemüt und Humor geschaffen, präsentiert sich unter dem Titel „9m Wald und auf der Heide" ein neues deutsches Bilderbuch (mit Versen) von Felix K l i p st e i n , geschnitten von Ernst Feuer- st e i n ; das ist ein anmutiges und seyr deutsches Werkchen, „einfältig" im guten alten Sinne des Wortes, in der Freude an der Miniatur gelegentlich an die Illustrationen von Timmermans erinnernd. Daneben eine Gruppe von Radierungen, die in ihrer zarten und gewissenhaften Durchbildung und eingehenden Genauigkeit ganz erfüflt sind von Hingabe an die beseelte Welt Der Dinge. In merkwürdigem Kontrast dazwischen einen weiträumig« spanische Landschaft, die vom Weitblick dieses hessischen Malers Kunde gibt. Karl Lenz bringt neben kleineren Landfchaftsmotioen ein paar große Figurenstücke. In den „Pflanzenhackern" stellt er Derbe bäuerliche Gestalten frei unD bewegt in Die Landschaft, angeleuchtet von Sonne, fest auf Heimat- lichcm Boden, mitten im Drang ber schweren Arbeit. O. I. Kutscher bringt in starken, ungebrochenen Farben und kräftigen Konturen ein paar Bildnisse von Charakter und selbstsicherer Haltung. Paul Maus ift mit einem eleganten unb dekorativen Damenbilbnis vertreten, bas sich auf wenigen, gut zusammenklingenden Farbakkorben aufbaut Die Plastik ist biesmal erfreulicherweise etwas stärker vertreten, als bas sonst auf unseren Ausstellungen der Fall war. Von Ludwig ® ü n g e • r l ch sieht man bas Bronzeporiröt Geheimrat Dr. G., ein in Konturen unb Gcsichtsslächen herzhaft belebtes Porträt, besten unstilisierte Naturnähe durch die Einbeziehung der Augengläser ins Gesamtbild noch verstärkt scheint. K ö d D i n g bringt neben einer Porträtbüste eine recht dramatisch auf- gebaute biblisch« Gruppe „Der verlorene Sohn". Bourcarbe geht (unter dem Einfluß von Barlach?) immer entschiedener zur Holzplastik üb«. Eine schöne, ausgereifte Leistung: „Der Suchend«", in bem sich Gesichtsausbruck und Körperrhythmus der schwer und verhüllt aus Dem Block heraus entwickelten Gestalt zu einer ganz geschlossenen Wirkung verbinden. Sehr fein auch Die Gruppe „Das Paar", die materiell und gefühlsmäßig zu einer beruhigten Einheit verschmolzen ist. Zwei charakteristisch« Porlrätköpfe sollen nicht unerwähnt bleiben. Die Ausstellung ift feit gestern allgemein zugänglich und wird sich hofsenttich eines recht regen Besuches zu erfreuen haben. —y— olle Die den Maßnahmen zur Gleichschaltung zu treffen. Rechte der Vertreter-Versammlung gehen auf Führer über. £>r. Hreudenffem-Marburg (Bratet getragen worden. Man wolle und dürfe aber nicht den bewährten alten Führer von Oberhessen, Lehrer R u n k, vergessen. Er sei ein einsichtiger Führer gewesen, der chm (dem Gauführer) freiwillig seine Aernter zur Verfügung geiitlL1 habe. Herr Runk habe durch diese freiwillige Niedeneg^g feiner Aemter der Forderung des Agrarpolitischen Amtes der NSDAP., daß als Führer Männer zwischen 30 und 40 Jahren berufen werden sollten, den Weg zur Erfüllung geebnet; er sei also nur ein Opfer des Verjüngungsgedankens geworden. Mit Dankbarkeit begrüßte er als Gauführer es auch, daß Herr R u n k den Posten des Schriftleiters der „Biene" beibehalten habe. Er behalte sich vor, die Verdienste des Herrn R u n k noch besonders zu würdigen. Den Nachfolger für Herrn R u n k auszuwählen, sei chm leicht gewesen. Er habe Herrn Lehrer Braun (Rodheim v. d. H.) schon früher auf Jmkertagungen in seinem Wirken kennen und schätzen gelernt, und daher sei sein Entschluß gekommen, Herrn B r a u n zum Führer der oberhejsischen Imker vorzuschlagen. Zu der einstimmigen Wahl des Herrn Braun könne er die Vereinsvertreter nur beglückwünschen. Bei einer Besprechung der künftigen Aufgaben erklärte der Gauführer, das Wort „Äampf" müsse jetzt gestrichen werden; Kampf gebe es nicht mehr. Den Wunsch der Imker nach st e u e r- freiem Bienenzucker werde er Vorbringen, und er hoffe, daß dieser Wunsch erfüllt werde. Er glaube, daß die Regierung ein größeres Interesse an gesund durchwinterten Bienenvölkern habe als an einzuwinternden Völkern. Die Regie- rung dürfte wohl dazu übergehen, für gesund durchwinterte Völker eine Prämie zu gewähren. Dringend notwendig fei für die Bienenzucht die Zucht- aus lese. Es gehe nicht mehr an, daß von einem Lmker 30 Völker gehalten werden, von denen zwei ausgezeichnet, 13 genügend und 15 ungenügend feien. In Zukunft könne nur noch auf Leistung gesehen werden. Dabei werde das Forschungsinlti- tut in Marburg unter Dr. Freuden st ein den Imkern wertvolle Hilfe leisten. Ganz besonderer Förderung bedürfe die Beschaffung ausreichender Dienen weide. Auf diesem Gebiete sei bisher noch viel zu wenig getan worden. Der Redner berichtete bann von bedeutsamen Schritten, die er in dieser Frage bei den zuständigen Regierungs- und bei den für die Bepflanzung von Bahndämmen maßgebenden Reichsbahnstellen unternommen hat. Besonders komme für diesen Zweck die vermehrte Pflanzung von Weiden, Akazien usw., aber auch d'r Anbau von Honigkleesamen in Betracht. Zum Schlüsse feiner Ansprache betonte der Redner, cs werde von den neuen Führern alles getan werden, um den berechtigten Belangen der Bienenzüchter Erfüllung zu verschaffen. Notwendig sei es aber auch, den Verband immer mehr zu stärken, die noch abseits der Organisation stehenden Imker in den Verband hereinzubringen, diejenigen in Verzeichnisse einzutragen, die den Beitritt zum Verband ablebnen und damit zu erkennen geben, daß sie aus den Opfern und der Arbeit der Verbandsmitglieder Nutzen ziehen, selbst aber nicht opfern wollen, und aste Kräfte einzufetzen für die Arbeit und die Ziele des Verbandes. <5ouo6mattn Broun dankte dem Gauführer und feierte feine bisherige Arbeit zum Nutzen der Bienenzucht. Seine Bestrebungen, die er in feiner Ansprache richtunggebend gekennzeichnet habe, müßten von allen Imkern unter- stützt werden. Die oberhessischen Imker würden in Treue zu chm stehen und alle Kraft anspannen zur Erreichung der Ziele. Hierauf bestimmte Gauobmann Braun seine Mitarbeiter wie folgt: fteUoertretenber Führer und Schriftführer der Vorsitzende des Gießener Zweig- Vereins, Gotthard Bodendender, juristischer Fach- roart Oberamtsrichter Klitsch- Büdingen, Rechner Eduard Schäfer-Gießen, der bisher schon Rechner des Hauptvereins war. Herzlichen Dank des Oberhessischen Bühnenzüchtervereins stattete der Gau- obmann Herrn Pfarrer Böchner - Treis a. d Lumda ab, der nur feines vorgerückten Alters wegen auf die weitere Mitarbeit im Beirat verzichtet habe. Er würdigte die Gründe von Pfarrer Büchner und rühmte deffen Leistungen für den Oberhef- fifchen Bienenzüchterverein. Ferner bestimmte der ©auobmann, daß der Schriftleiter der „Bien e", wenn er Oberheffe ist, dem Beirat des Oberheffifchen Vereins angehört, und er begrüßte es, daß in dieser Eigenschaft Herr R u n k nach wie vor mitarbeite. Ermächtigung für den Gauobmann. Anschließend wurde einstimmig folgende Ermächtigung beschlossen: „Die Vertreterversammlung der oberhessischen Imker ermächtigt den Gauobmann von Oberhessen, vom Forschungsinstitut für Bienenzucht hielt hierauf einen Vortraa über das Thema: „Welche Aufgaben hat der hessische Imker in der neuen Zeit?" Der Redner begrüßte zunächst die Einbeziehung der Bienenzucht m die Kleintierzucht durch das Reichsernährungsministerium. Die Bienenzucht sei jetzt zu einem Faktor in der Landwirtschaft geworden. Den Arbeiten des neu errichteten Reichs-Bienenweibe- Ausfchusfes könne der Imker mit Interesse entgegensetzen. Aus der Einalieberung der Bienenzucht in die Kleintierzucht, tue zu den besten Hoffnungen berechtige, seien aber auch Verpflichtungen zu übernehmen. Die Imker müßten sich eine Steigerung und Verbilligung der Honigerzeugung angelegen fein lassen, damit in absehbarer Zeit die Verso» gung unseres Volkes mit Honig aus der eigenen Erzeugung gedeckt werde. Der Weg zu diesem Ziele gehe nur über eine gute Schulung aller Imker. Dazu sei engfte Zusammenarbeit zwischen der float- lichen Imkerschule und den Verbänden erforderlich. Wanderlehrer müßten in den Imkervereinen Schulungskurse hallen. Dazu sei die Umgestaltung der Verbände zu Arbeitsgemeinschaften erforderlich. Notwendig seien auch Kurse in der Königinnen- zücht, in der Bekämpfung von Bienenkrankheiten, Standschauen, Beteiligung an Ausstellungen, Verbesserung der Bienenweide, -besonders auch mit Hilfe der Landwirtschaft, Belehrung durch die Fachpresse usw. Jeder einzelnen Imker müsse rege mitarbeiten, damit für Deutschland noch bessere Imker herangebildet würden. Oer Abschluß der Tagung. Herr H u p f e l d (Altenritte) erinnerte in einer kurzen Ansprache an den gewaltigen Sieg unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler am 12. November, forderte alle Mitglieder der Jmker- oereine zu eifrigster Mitarbeit am Werke des Führers des deutschen Volkes auf, gedachte des Helden- todes der 400 Gefallenen der deutschen Freiheits- bewegung, während die Versammlung stehend das Andenken an diese Helden mit dem deutschen Gruß Tk' cerbat 3um Schluß die Mithilfe der Landwirtschaft bei der Erfüllung der Aufgaben der Bienenzüchter durch Schaffung geeigneter Bie- nenroeibe. Herr R unk (Nida) gab sodann bekannt, daß das Blenenseuchengesetz jetzt auch in Hessen in Kraft getreten fei, und forderte zum aufmerksamen Lesen der Fachpresse auf. Nachdem der Gauobmann Braun einige Mitteilungen über* die Gleichschaltung der Vereine ge- macht hatte, wurde noch über die Sammlung der Honigspende für die NS.-Dolkswohlfahrt verhan- dell und die Dereinsverireter auf die Richtlinien des Obmannes hingewiesen. Mit begeistert aufgenommenen dreimaligen „Sieg-Heil!"-Rufen auf den Führer Adolf Hit- le.r, den Reichspräsidenten von Hindenburg und das deutsche Vaterland schloß Gauobmann Braun die Tagung. S.4.-fpori DieersteTagung derGausachwarie Bei der Besprechung der einzelnen Fachgebiete wurde der kameradschaftlichen Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden wiederholt das Wort geredet. U. a. sand die Einladung desSchwimm ° verbau des Gau XII zu einem gemeinsamen Olympia • Vorbereitungskursus (am 14. Januar in Marburg, 18. Februar in Kassel) die freudige Zusage des Gauführerrings. Die Wettkämpfe Im Gau und feinen Untergliederungen werden nach den Bestimmungen der Wett- kamof-Ordnung der DT. durchgeführt. Der Mann- schaftskampf wird einen wesentlichen Ausbau erfahren und in allen Fachgebieten möglichst in den Vordergrund gestellt werden. Weiter waren Gegenstand der Besprechung eine Reihe wichtiger fleitfragen, so die Pflege einer gesunden, volksnahen Vereinskultur, die Unter- stützung des Winterhilfswerks, der NS.-Volkswohl- fahrt durch besondere Veranstaltungen, die vom Reichssportführer angeordnete Erhebung des „Sport- groscheus". Auch zur Neugestaltung des oerbandseigenen Presiewesens der DT. nahm die Gaufach- warte-Tagung Stellung. Alles in allem kann gesagt werden: der neue Turngau steht festgefügt da. Die Führerschaft ist bereit, arbeitsfreudig ans Werk zu gehen und in turnbrüderlicher Zusammenarbeit alles daran zu setzen, den Gau der Nordhessen zu einem Turnge- biet wirkungsvoller turnerischer Breiten- und Tiefenarbeit zu gestalten. Mll dem Wunsche, daß das erstrebte Ziel zum Segen für Volk und Vaterland erreicht werden möge, und mit einem „Sieg-Heil" auf das deutsche Volk und feine Führer schloß der ©auoberturnmart die anregend verlaufene Arbeitstagung. Die im Führerring vereinigten Fachwarte des 12. Gaus (Nordhessen) der DT. tagten am Sonn- *00 unter Führung von Gauoberturnwart R. Paul (Gießen) erstmals in Marburg. Gauoberturnwart Paul eröffnete die arbeitsreiche Sitzung mit einem Gedenken an die Toten, die im Wellkriege und im Kampf um die nationale Erhebung ihr Leben für Bolk und Vaterland gegeben haben. Nach geschäftlichen Mitteilungen wurde dann der turnerische Aufbau des neuen Turngaus in den Grundzügen festgelegt, und die Durchführung der geplanten Maßnahmen in Gleichklang zu den gegebenen finanziellen Möglichkeiten gebracht. Das Schwergewicht der Tätigkeit liegt zunächst in einer vertieften Lehrgangsarbeit, die im Januar für alle Fachaediete einsetzt und die Grundlage bietet für den Arbeitsbeginn in den zwölf Turnk-reisen, den schlagkräftigen turnerischen Einheiten. U. a. findet am 20. und 21. Januar in Gießen ein Lehrgang für die Oberturnwarte, Männer- und Frauentum- warte der 12 Turnkreise statt. Für alle lurntreife ist 1934 die Durchführung einer turnerischen Ver- anstallung ovrgeschrieben, mit Ausnahme der beiden Turnkreise, in deren Gebiet die Bezirkstumfeste der Bezirke Kassel und Gießen stattfinden. Die einzelnen Fachgebiete wurden der Reihe nach eingehend durchberaten und dabei die Termine für die einzelnen Lehrgänge festgesetzt. Den besonderen Wünschen der Fachwarte soll nach Möglichkeit Rech, nung getragen werden. Bei allen Lehrgängen soll neben der technischen, turnerischen Schulung die D i e t a r b e i t nicht vernachlässigt werden, die in die Turnertums- und Volkstumskunde einzuführen und die national-politische Erziehung des deutschen Turners zum Ziele hat. Fußball zu Gunsten derWinterhilfe Gießen A gegen Zriedberg/Ba -Nauheim 2:4. Im Dienste des Winterhilfswerks fanden die Gießener Fußballer Gelegenheit, ihre Mithilfe kundzutun. Das Spiel in Friedberg war eine Abwechs- lung und stand im Gegensatz zu der überhasteten Spielweste der Verbandsspiele. Ein ritterlicher Kampf zweier gleichwertiger Gegnerl Durch viel Pech mußten die Gießener den Sieg den Kombinierten von Friedberg und Bad-Nauheim überlassen. Die Gießener Elf setzte sich wie folgt zusammen: Schlari, Zeiler Lippert Bromm Knauß Hainbach Ranft Schmelz Schmidt Heilmann Lehrmund. Mit dem Anstoß waren die Gießener sofort im Angriff und hatten gleich gute Torgelegenheiten. Ehe sich die Gastgeber gefunden hatten, diktierten die Gießener den Spielverlauf. Gut wurde das erste Tor eingeleitet. Aus der Läuferreihe kam ein exaktes Durchspiel zu Lehrmund, der an Hellmann weitergab Hellmanns kräftiger 16-Meterball faß unhaltbar in den Maschen. Die Gießener drängten weiter. Schmidt und Schmelz ließen gute Chancen aus. In der 16. Minute erzielte Schmidt einen Eck- ball, der schlecht getreten, im Aus endete. Der erfolgte Torabstoß kam zu dem ungedeckten Rechtsaußen, der nach der Mitte flankte. Der Halblinke schoß zum Ausgleich ein Die Gastgeber gingen nun mehr uus sich heraus und gestalteten das Spiel offen. Wieder kam der Rechtsaußen zu einem Alleingang. Der Ball kam gut oors Tor. Ein Gedränge und wieder mußten sich die Gießener ein Tor gefallen lassen Von nun an spielten die Hiesigen noch besser zusammen Knauß, der einen seiner besten Tage hatte, fütterte geradezu feinen Sturm mit Bällen. Eine Steilvorlage an den Mittelstürmer gab eine gute Torgelegenheit. Schmidt wurde aber im letzten Augenblick unfair gelegt. Elfmeter! Heil- mann tritt! Tor! Der Ausgleich war gefallen. Pause. Kurz nach Wiederbeginn stand der gefamk Sturm Gießens vor des Gegners Tor, als der Schieds- richter zur Schweigepause zum Gedächtnis an die Toten abpfiff. Die Gießener fanden nicht gleich den Zusammenhang wieder und lo kam es, daß die Gastgeber etwas mehr vom Spiel hatten. Schlarb mußte einen unhaltbaren Schuß des Mittelstürmers passieren lassen und zu allem Unglück gab der Schiedsrichter hinterher einen Elfmeter, aus welchem Grunde war unverständlich. Den gut geschossenen Ball konnte Schlarb nicht halten Die Gießener gingen nochmals zur Offensive über, aber Pech verhinderte jeden (Erfolg. Das Endresultat gibt die Stärke der beiden Mannschaften nicht richtig wieder. Die Gießener hätten ein Unentschieden verdient, Gießen 8 —S einbero-Lollar komb. 3:3 (1:0). Die Gäste erschienen mit der Angriffsreihe Lollars, während Tor, Verteidigung und Läuferreihe durch Steinberger Spieler besetzt waren. Die Gießener Stadtelf B hatte mannigfache Umbesetzungen erfahren müssen. Sie hatte folgendes Aussehen: Becker; Singel (VfB ), K. Schneider (1900); Gath (1900), Michel (VfB), Schomber (1900); Leut- Heuser II. (VfB.), Jäger, Grünewald, Güncher (1900) und Mattern (VfB.) Mit Ausnahme von Becker, Singel und Grünewald waren alle Gießener Spieler den Reserven entnommen. Trotzdem überraschte die einheimische Vertretung durch ein frisches eifriges Spiel. Das erzielte Unentschieden ist nicht unverdient. Das Treffen war jederzeit ausgeglichen. Serfer im Gießener Tor war immer etwas mehr beschäftigt, wurde aber durch Singel und Schneider gut assistiert. Die gute Routine dieser alten bewährten Spieler half oftmals über auftretende Schwächen in der Läuferreihe hinweg. Im Sturm war Grünewald die treibende Kraft. Seine drei Treffer waren Prachtleistungen. Gute Unterstützung fand er dabei durch seine Halbstürmer, während die Außen meistens den Ball zu lange hielten und ungenau flankten. Die Gästekombination war schnell und wuchtig. Sie verfügte auch über gute Torschützen, die aber oom Pech verfolgt waren, denn drei- bis viermal wurde die Querlatte angeschossen. Andererseits kam sie aber auch zu zwei billigen Erfolgen, die natur- gemäß der Gießener Hüter verhindern mußte. Das Spiel war verhältnismäßig gut besucht. Schieds- richter Hohmann (1900) sorgte durch eine ge- wissenhafte Spielleitung für einen korrekten fairen Verlauf. Der auf- und abwoaende Kampf sah die Hiesigen in der ersten Spielhälfte in der Kombination etwas ausgeprägter. Aus einer solchen fiel Mitte der Halbzeit durch Grünewald der Führungstreffer für Gießen. Die Gäste kamen, trotz guter Chancen, nicht zum Zuge, tauten aber nach dem Wechsel merklich auf. Die Erfolge lagen ständig in der Luft und blieben auch nicht aus. Salb hieß es nach einem Eckball 1:1 und als Serfer einen hohen SaU verfehlte 1:2. Durch einen Strafstoß gar 1:3, da Serfer den Bombenschuß ins eigene Tor lenkte. Jetzt tauschten Bingel und Jäger die Plätze und die Gießener Elf lief, angefeuert durch die Zuschauer, zu prächtiger Form auf. Der Kampf ge- wann sehr an Spannung. In einem großartigen Endspurt holten die Einheimischen den Vorsprung der Gäste auf. Grünewald schoß zunächst einen Strafstoß von der 16-Meter-Linie ein und stellte bann in einem Alleingang ben Gleichstanb her. Den Siegestreffer verfehlte er nur um em knappes, während auch bie Gäste oftmals in aussichtsreichen Situationen bas Gießener Tor verfehlten. Das Spiel fanb zugunsten ber Winterhilfe statt, der ber gesamte (Ertrag abgeführt würbe. In Anbetracht besten hätte ber Besuch ein noch größerer sein bürfen. Weitere Mnierlnifespiele im Gau Nordßefsen. Kasseler Stäbtelf — Hanau-Friebberg 1:1 (0:0); Germania Fulba — Kreismannschaft Fulba 3:1 (2:1); Borussia Fulba — Bezirksmannschaft Fulba 7:0 (5:0); Hessen Hersfelb — Stäbtelf Kassel B 5:2 (0:2); Hanau Stabt — Hanau Lanb 4:4 (2:1). Das erste Skirennen auf dem Zugspitzplatt. Am Sonntag würben auf bem Zugspihplatt bie ersten skisportlichen Veranstaltungen dieses Win- ters zur Durchführung gebracht. In Anwesenheit der Mitglieder des Organisationskomitees für die 4. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch- Partenkirchen beteiligten sich 90 ber besten beut- fchen Läufer unb Springer am Abfayrts- unb Sprunglauf. Sieger bes Abfahrtslaufes würbe bei den Senioren ber Berchtesgabener Friedel Däu- bert in 1:58,4 Min. vor Hans S chm ibt-Garmisch in 2:03 Min. unb bei ben Jungmannen der Partenkirchener Roman Wörndle in 1:58,3Min. 3m Sprunglauf stand zunächst der Norweger Sir- aer Ruu d außer Konkurrenz mit 34 und 35 Meier die weitesten Sprünge des Tages. Sieger des offiziellen Sprunglaufes wurde Toni Saber- Partenkirchen mit zwei gestandenen Sprüngen von 32 unb 31 Meter unb Note 216,6. Matthias Womble- Partenkirchen sprang die gleichen Weiten, bekam jedoch nur eine Note von 205,6 zugesprochen, so baß er sich mit dem zweiten Platz begnügen mußte. Sei ben Iungmannen blieb Hutter- Garmisch erfolgreich. Kurze Sporinoiizen. Seim III. Fest ber Sportpreffe in Frankfurt am Main gewann Borchmeyer den Sprinterkampf vor Hornberger, Vent, Schmib, Schein unb Mährlein, Dr. Peltzer siegte über 1000 ■ir-STl Meter überlegen vor dem Frankfurter Nachwuchs. Ein Städteboxkampf Frankfurt gegen Serlin endete mit einem 6:0=Sieg der Einheimischen und auch im Handballkampf gegen Darmstadt holle sich Frankfurt mit 6:3 einen schönen Erfolg. Im Schimr- gewichtsringen holle sich Europameister Hornfischer (Nürnberg) über den Deutschen Polizeimeister Siebert einen Schultersieg. * Die deutsche Eishockey-Mannschaft unterlag in Paris einer Pariser Auswahlmannschaft mll 1:2 (0:0, 1:1, 0:1). * Das Zusammentreffen der beiden alten Rivalen im Serliner Fußball, Tennis- Borussia und Hertha/SSC. endete diesmal vor 22 000 Zuschauern mit einem 3:2-(2:0-)Sieg hop Tennis-Borussia. * 38 Tore in zwei Spielen erzielte der westdeutsche Meister Schalke 04 am Wochenende. Am Samstag siegten die „Knappen" über Remscheid 07 mit 14:0 unb mll nicht weniger als 24:0 wurde am Sonntag eine Kombination von zwei Vereinen in Langendreer geschlagen. * Der Fußball-Länderkampf Selgicn gegen Dänemark in Vrüssel endete mit einem Unentschieden von 2:2 (Halbzeit 2:1 für Dänemark). Vom Oarmstädte^ Sonder erch#. Darmstadt, 25. Nov. (WSN.) Der Strafsenat bes Oberlandesgerichts verurteilte heute vier Darm» ftäbter Kommunisten, die staatsfeindliche Flugschriften vor der Chemischen Fabrik Merck verteilt hatten, unb zwar zwei Angeklagte zu je 1 Jahr, bie beiden andern zu je 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis Der Schuhmacher Anton Fuchs aus Mainz erhielt wegen des ^ei°. chen Vergehens 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Gleichzeitig tagte das Sondergericht in einer viel- stündigen Sitzung bis zum späten Abend. Es handelte sich meist um Anklagen wegen Beschimpfunaen der Reichsregierung bzw. des Reichskanzlers. Eine Schneiderin aus Weiterstadt erhielt deswegen 7 Monate Gefängnis, ein junger Friseur aus Groß-Gerau 2 Monate Gefängnis, ein 57jähriger Kanalarbeiter 5 Monate Gefäng - n i 5, sein Sohn kam mit 2 Monaten Gefä n g- n i s davon. Freigesprochen wurde ein (Elfenbein- dreher aus Erbach, da der einzige Belastungszeuge widersprechende Aussagen machte Wegen Nichtab- lieferung von Waffen wurden fünf Einwohner aus Reichelsbach im Odenwald zu Gefängnis st ra- fen von 6, 8 unb 9 Monaten verurteilt; der süngste kam mit zwei Monaten davon. Ein polnischer Jude wurde von der Anklage der Verbreitung unwahrer Tatsachen freigesprochen. Der Betriebsleiter einer Offenbacher jüdischen fieber» morenfafrit, ber sich bie Mitgliedschaft bei ber Partei erschlichen hatte, obwohl er nicht beutschstämmig war, und ohne Berechtigung das Parteiabzeichen trug, wurde zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Oie Wetz arer Kommunakaffäre Kühn. WSN. Wetzlar, 24. Nov. Drei Beamte der Stadtverwaltung Wetzlar standen am Donnerstag vor der Dienststrafkammer der Regierung zu Wiesbaden. Ihnen war zur Last gelegt, den Machenschaften des früheren Wetzlarer Bürgermeisters Dr. Kühn, der bekanntlich im September 1929 nach Aufdeckung feiner schweren Korruption durch Selbstmord endete, allzu willfährig gewesen zu sein. Sie wurden daraufhin beurlaubt und gegen sie ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das nach monatelanger Pause jetzt entschieden wurde. Die Disziplinarkammer erkannte an, daß die Beamten mehr ober weniger ein Opfer bes außerorbentlich autokratischen bamaligen Verwaltungschefs seien; sie erkannte baher auch in keinem Falle auf Dienstentlassung, fonbern verhängte ©elbftrafen. Stabtrat Winkelmann, der nächste Mitarbeiter des früheren Bürgermeisters, erhielt 300 Mark Geldstrafe, der Betriebsdirektor der städtischen Gas» unb Wasserwerke, Dipl.-Jng. Ehlert, erhielt 150 Mark Gelbstrafe, der Kommissar ber städtischen Polizei, Stein, kam mit einem Verweis bavon. Die Kosten bes Disziplinarverfahrens haben bie Beamten zu tragen Es schweben noch Disziplinarverfahren gegen fünf weitere stäbtische Beamte. vtir m £"•*1 ■“ für ledenninn von Richard Schlmpflrr. 3., itirk vermehrte and verbesserte Aafla H o l z h e i m, 25 Nov. Heute nachmittag bewegte sich ein großer Trauerzug durch unser Dorf nach dem Friedhof. Der am Dienstagabend von einem Auto angefahrene und tödlich verletzte Steinrichter und SA.-Mann Heinrich Wagner wurde zur letzten Ruhe gebettet. Die gesamte SA., SA.- Reserve, Stahlhelm und Turnverein von Holzheim, sowie SA. von Gießen, Lang-Göns und Grünin- gen gaben Ihm das letzte Geleit. Pfarrer K ö d - ding von Eberstadt sprach in der Kirche und am Grabe trostreiche Worte an die Witwe mit ihren vier unmündigen Kinder und an alle anderen Leidtragenden. Sturmsührer R o m p s (Lang-Göns) legte im Namen des SA.-Reservesturmes, dem der Berstorbene angehörte, einen Kranz nieder. Ferner legten noch der Turnverein und die NSBO. im Namen der gesamten Arbeiterschaft Kränze nieder. Seine letzten Gedanken auf dem Sterbebett galten noch unserem Führer Adolf Hitler, denn mit den Worten „Heil Hitler" entschlief er sanft. — An Liebesgaben für die Rheinische Mission in Barmen wurden in Holzheim 128 Zentner Kartoffeln gesammelt und am Bahnhof Gambach verfrachtet. * Lumda, 26. Nov. Prediger Peters vom Bibelheim Flensungerhof hielt in unserer Kirche einen Vortrag über das Thema „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Der Redner führte aus, daß das schon eine alte biblische Forderung fei und in dem Gebot, dafe man den Nächsten wie sich selbst lieben soll, und dem Pauluswort: „Ein jeglicher sehe nicht nb zu beiben Seiten auf ben Fußsteigen mit L i n- benbäumen zur Verschönerung bes Stabtbildes bepflanzt worben ist, von einem Rohling e i n j u n • ges Bäumchen unmittelbar über dem Erbreich abgeschnitten Die Polizei hat diesen Baumsrevier ermittelt, der heute nom hiesigen Amtsgericht mit der exemplarischen Strafe von 3 Monaten Gefängnis belegt wurde. Kreis Schotten. • O b e r - La i s , 23. Nov. Das Arbeits- bien ft lager, bas für bie Durchführung von Arbeiten in den Gemarkungen Ober-Lais und Glashütten hier und in Glashütten im Frühjahr errichtet worden war, ist nunmehr aufgelöst worden Die wenigen zuletzt noch hier verbliebenen Freiwilligen wurden an andere Lager überwiesen. Die hier in Angrift genommenen Arbeiten — Ausbau der Hohen Straße und Geradelegung des Laisbaches — konnten nicht völlig zu Ende geführt werden. Es Ist vorgesehen, sie später vom Stammlager Eichel- sochftn aus fcrtigfteUcn zu lassen. — Die Holzhauerarbeiten haben hier begonnen. I ® e b e r n, 24. Nov Der Kampf gegenbie Arbeitslosigkeit wirb auch hier mit aller Kraft weitergeführt. Durch Zusammenarbeit des Arbeitsamtes mit der Fürst zu Stolberg-Werninge- s produziert die meisten Bücher der Weit Deutschland Ver.Staat*.Amerika Japan 27000 Bücher 1OOOO Bücher 17000 Bücher In allen Apotheken erhältlich zum Preise von RM. 0.93 u. 1.88. S«5 ,Srfu„' HiuS M. Heater. 27®^ 18 27. 9?od.; Von 20 Aoolleria Uhr: 15» Uhr: uhr: Der , Von Jl 1. De. Nelljünb. ) W: Die 5 b>s 17.30 «bis 22.30 V°N 26 bis 20 bis ''enrtog, 28,. 7 Mittwoch '£■ kcho-on. 30-; ^on 20 - {• Dezem. loianche. _ Räuber, unb bi« 0 Uhr: Te- «r. - Don Montag, 4; chuiervorstel. 1 Uhr: Kon. stürzt. sie auf dem in her fJltyt von seinen mg verlassen dem Loden sich an der ns Leben. :bien. Mioniza, an es, wie aus Ten Echir« 8nholen der i Sagen« . Der Streit nisgehvgen. legt und den, mäh« ,en «erben gen. )e aus einen etwa sieben ie Täler hat« chasst, hielten n Schach und Schilling, ebenen Driesen die Täter tarnen uner« sherigen Er« Männer, die ücksp'M m XasVdOÄ ißen Abw ' Bruder mir *?£ rall >° Sud Ses Bsenüg« . fehlt nur neraugen* jewohl“- 1570’ »d. (8 Pflfl6t,) r-» o cn e s -*■* *=■* S s *** w « Ä cm e>* 6 E =3 « CM E Cb* O o « q- q c o s to ö L- 9 q» «-» US- q r> £ s o p 3 « . -O — O =r- .<2 = - S C 2 :§ -o p » 3 ff £^« <9-2 £ 5£5§S== Oft o J2 V o — P Ör »E c -- § ff oft Ü <= c c Oft • r~, v ff CI — c; P ff Ä> => o o . - -r* vd ff «H ff o c.-2 4a P P oft® w ff E ff - a — 'troft c 2- ff o >-' -ZL-- Ü a q |^2 ffff I E£2: c-2 o o — o» o — ‘■-oSuE x.— ~ Hz>o»® «->-ff. ff >-« o»-« ffECffffj3— ff>öP - E*fiäläöW fi3?““3eg®h® ff _E w®* er. *“-ff "ff o^2N2s: ff s — _ H =>b= c O 2 sD « — s ii®5 ff ,e :ff JD «ZN ffS-o -€H3 •e « ff "Ä S "P hCCcW «wM»g ffso^.5 s o o Oft o C V ff ff •" ff u- vO ff ff C Ä .E ’S et E Cb> es c « Ä ff V «'S o> « ff-O ff t: " E S.s .ff^K .5" c— 5 3 £8S ff.-ff 3 ~ V v cs ff - O SJ. W § ff 19 5 Oft «JW V ff cs O ff .9 W »> '«Sm ff oft ^7 S5* ff ff ’—u— C C C— ff «- C o ff O ff •» s ’Jj ff- P — w C3 2«_ ° -ff o :c ff CJ W* Q ff C« O J. ■j. 2 ti-O y :C ff u- J2 O , "ff o c . 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JC -ff ff JD t7 ff CV S iff- Oft 0, fff 2 C- 2 c'S^o ff ffffS SS'g«5u-s ff S eä Sä^Ä ff - s ff .p«? ff O 3 Z o-°£kpo •— 's. ff 'ff ff "ff. ff s- ff ff -r ’ff ff 2Q,/=‘ Ü c: 2 ® 'S ff "ff " ~‘ff^ csff.12 fftXS-^ — JD ff ff 2'ff*S'° w ff '*■* .ff ff 3 2 L.ff -m c ö ff 3 t:7u__,5:y £ff^-3 ff5.—ff-c ff 5 - - ff'0.» s '-> ff £-'■*-:=ffp =' £^§°S §5^=S = S=-g "S ='-g L^L ’gt'l® e'e^. - »ZZ°Z-b§ZSL^ Sy 8 = So =^11« = $ = S g* öS c SsÄS-2® = -rZL-L§L S §s SS««^ «*« « pKiSe«-wÄ_® « se e .. - 2^ SÄ.S -^705..»-?«^ “ 7"ff'So732 .=««» ff0» S ESS ff^SS&^ff ff ^ssg-e-ö^a |5ßS«s . „cC AL--^7 Z Z^AZrZHZ" M ffff.5aft_.Si -JD-^ ffpJ2 eve3 ff^> S ff ff 7* 2-E SX° ÖJ^Ä81 B^^ff® 3 o 5toes S£B7 ff^ s« ff 3<2 s^ff 5 'S ff 2 =i:^e"zo^ff'E S-'-E^p’s ? 5-gff“° ^"f'6^GQsS §GQ 2L> -ZZff^NZ *O H-O M 4) “ «VD S-» oft S « s 2B s.» S O *®’S »JD e E N« <9 Oft c«V> ff « p 2 ^ §«£«•• ff*— £ c J 2 oft K ff^ E® S Eff s 5®5S «ti V KL6Ä K 2^2 R » se 'S O iö ff* e « 2 ff s ,7^e s«^ — <3 Q £ft _ff >ff o « »-a ff oft & 3 3 C i!5 p ff ff ©5 E Q »ZG Sw ’S-o <3 2jo°S.3is 3 ff JD C o 3 ff E c st: c ff ff‘S’?)- 2<^ff •2 4* g “-°-S55ff <9 =« - ff . 5 ff k ZEZT ff e _ c §ff c^ N<9 L ff 3: LT C3 Em-ZZff §q ^^sKL-LZ^ ff ff ff C P D C H 2 «<9 ■ u ° n Q «E|®t s «2 £e ZZ ZEZ2L. 5«s S ff nn 7 ff — s r ff «»« *=> ->w — p c _ .ff ^wec »..»i E -2 3j=>-<9 o f- ff Ä ff R = “ci ff E s-* 3 © X5Ä L-; er.— *“ ff S ff jzm - LZ8-SZSZKZ s sS> g ff j- “7s«ec c ff ff tZ QU / . •* *3 "2 — ^4>ttvftCT4,$;C„ 5®£®bs«»5§ AZ-ZZ>N§ p ff.ff e^2ö « **“ J-» E5^ 3 35ps ff — p E ■ ••-* Xft P JD P P 2 P M — o *— -«„— « o P<® s2^ g«/9 <9© öSGQSJ^CQ rr-EK P L ^«.ZS .2b <9 o p 2 Q p<9 ii« o « *, ZD Ep 2 G p SO1 a P R c P ?SsO P a R c p n> 3 Cx> uo ff P P 40 P ff P CS r ff LE .p" JD C « P P — c c «s Pb= c s M E o C 6J*- n ff tJ 3 c 3 « 3 ? oft -Q ff a c 7$ « 4> ■3 R CO <3 M ff (9 XD P 3 *o 3 5 i o S- 4> w Ofl p ti o « Q a p Q H ff F E6# »»59*5 ® :16# B 9 2. 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