bis § On Sru**»« sSi-5 Ä*»M 8?^' • Uln in itL, 66 Rinde", -« Mark^Akr 20 Nr. 252 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 27. Oktober 1935 totib» ge« rocib« d lich samt üch - 27? 1 - 39 - 17 160 16 5S 1413 224 151 1 , _ IM 2 n ftierfen aus, so ergibt sich Semeinben bii 5 «rbeitslofc - joo : Gemeinden bis ö vbeitsloie . n 25 " , ,100 * Gemeinde» bis^öSl»!- ' > ’ .500 - ,. " "100 , ■ „200 , e 5.2000 r. • "100 « in Ober« tUo »1 j'H ir.s Van' i,si h fa. tf 51,® 8-S 13-2* 16-31 M tzk.il 59.« S.i3 13-13 0,963 2-182 58,5* 22," 16.« 81 Ü.N 61-8 0-18? ti.15 U.ti 3,953 169.62 66.61 58-6® 22- I6.fj 81,38 ti,|6 81,86 Ix 0,22? 5,305 12,1t ZehnZahreWifcheRepublik Am 28. Oktober sind es zehn Jahre, daß Kemal Pascha zum Staatspräsidenten der jungen Türkei gewählt wurde. Der geniale Führer des türkischen Volkes war vom Feldherrn zum Staatsmann geworden, der mit rücksichtsloser Energie sein Land von äußeren Einflüssen und innerer Rückständigkeit befreite und die Türkei zu einem beachtenswerten Machtfaktor im nahen Osten entwickelte. Kemal Pascha, der in seinen Adern makedonisches Blut hat, ist eigentlich mehr Europäer als Kleinasiate. Seine Erneuerungsbestrebungen mögen vielleicht ihre tiefsten Ursachen in feiner Herkunft haben. Es ist erstaunlich, was der Gast in einem .Jahrzehnt aus seinem Land und Volk machen konnte. Der junge Offizier erlebte den Weltkrieg und den Zusammenbruch des überalterten osmanischen Reiches und in ihm wuchs der eiserne Wille, das abgekämpfte und niedcrgebrochene Volk zu neuer Größe emporzuführen. Kemal Pascha mußte sich, um dieses Ziel erreichen zu können, von allen Hemmungen befreien, die einer Erneuerung der Türkei im Wege standen. Er wird zum Meuterer gegen den Sultan, der den Frie- densoertrag von Sevres unterschrieben hat und glaubt unter französischen und englischen Schutz, feine Herrschaft und den Rest seines Än- fchens erhalten zu können. Es ist wunderbar, wie Kemal Pascha in kürzester Zeit die Reste des türkischen Heeres und die freiheitsliebende Bevölkerung für sich gewinnt, denn noch immer ist im türkischen Volk die Achtung vor dem Sultan, der zugleich Oberhaupt des Islam ist, tief verwurzelt. Mit dem Blick des genialen Politikers erkennt er die unhaltbare Stellung Stambuls. Er geht nach Kleinasien, um von hier aus den Kampf gegen die Ententebesatzungen und gegen die eindringenden Griechen zu organisieren. Im Gegensatz zu Enver Pascha, der als Schwärmer an feinen Plänen scheiterte, bleibt er stets auf dem Boden der realen Möglichkeiten. Sein Streben gilt nicht der Wiederherstellung der alten türkischen Grenzen und der Wiedergewinnung der fremdvöl- kifchen Teile des alten Reiches, aber auch nicht der Verwirklichung der utopischen Pläne eines Groß- turan, das in den Hirnen der jungtürkischen Bewegung viel Verwirrung gestiftet hatte. Er will lediglich die tatsächlich von Türken bewohn- len Landesteile zu einem neuen Staatswesen zusammenfassen. Auf dem Weg zu diesem Ziel überwindet er die Schwierigkeiten der mangelnden Bewaffnung, der unzulänglichen Versorgung, der ungenügenden Ausbildung seiner Armee. Er entflammt die abgerissenen und zerlumpten und vielleicht auch kampfmüden Soldaten zu einem unerhörten Fanatismus mit dem er die Schlachten gegen die zahlenmäßig und technisch weit überlegene griechische Armee siegreich durchführen sollte. Die Befreiung der Westtürkei von der griechischen Invasion führt zur Abschüttelung des Joches des Friedensvertrages. Engländer und Franzosen bequemen sich, die Türkei im Vertrag von Lausanne als gleichberechtigte Macht anzuerken- nen und die Versuche einer Bevormundung einzustellen. Die kühne Waffentat Kemal Paschas war aber nur der Beginn einer Entwicklung, die man in. Europa dem kranken Mann am Bosporus nicht zugetraut hätte. Kemal Pascha beseitigt das Sultanat und das Kalifat. Er reformiert die Armee und stärkt die Wehrkraft des Lan- des soweit, daß sich die Eroberungsgelüste der Nachbarn in ein Werben um die Gunst des jungen Staates verwandeln. Um die Schwierigkeiten, die sich aus der siedlungspolitischen Verteilung von Griechen und Türken ergeben, ein für allemal zu beseitigen, wird der griechisch-türkische Bevölkern na saustausch durchgeführt, durch den etwa drei Millionen Menschen im Laufe der Jahre umgesiedelt werden. Diese volkspolitische Flurbereinigung findet ihre Fortsetzung in der B e - kämpfung der Kurden, die die Ostgrenze des Reiches ständig durch ihre Aufstände gefährden. Ein Gebietsaustausch mit Persien und rücksichtsloses Vorgehen gegen die Aufrührer, befriedet auch dieses Gebiet, so daß die Türkei heute ein f a st reiner National st aat ist. Unter heftigen Widerständen der konservativen Bevölkerung führt Kemal Pascha die Verwestlichung seines Volkes durch. Schleier, Fez, Vielweiberei, die Rückstellung der Frau, die islamischen Orden usw. werden abgeschafft. An die Stelle der arabischen Schrift wird die leichter lesbare lateinische gesetzt, die christliche Zeitrechnung Und der Sonntag wird eingeführt, die Hauptstadt wurde von dem schwer zu verteidigenden Konstantinopel nach Ankara verlegt, das sich aus einem Steppendorf in kürzester Zeit zu einer modernen Großstadt entwickelt. Eine radikale Nationalisierung der türkischen Wirtschaft, der Ausbau der Industrie und die Inangriffnahme der Ausbeutung der kolossalen Rohstoffquellen des Landes die Erschließung weiter Gebiete durch Straßen- und Eisenbahnneubauten gestatten dem Land, bald in wirtschaftliche Konkurrenz mit den übrigen Staaten zu treten Heftige Reaktionsbewegungen haben nicht verhindert, daß Kemal Pascha sein Ziel voll erreicht hat. Die junge Republik ist durch innere Festigung fehr schnell zu einem außenpolitischen Faktor ersten Ranges geworden, hat man seinerzeit Kemal Pascha prophezeit, daß mit der Beseitigung der traditionellen Gewalten des Staates und der Religion der Einfluß der Türkei auf die islamischen Volker verschwinden würde, so hat die Geschichte der letzten zehn Jahre bewiesen, daß Ankara ganz im Gegenteil zum Sammelpunkt der nationalen Kräfte im ganzen vorderen Orient werden konnte. Von Aegypten bis Afghanistan reichen die Fäden der türkischen Außenpolitik, die eine gemeinsame Front des vorderen Orients gegen Das Rheinland steht einmütig hinter dem Führer. Gewaltige Treuekundgebung der Westmark in der Kölner Messehalle. Mit dem Führer auf dem Flng durch Deutschland. Abschied von Hannover. Köln, 26. Okt. (Sonderbericht des WTB.) Als der Führer am Donnerstagmittag in Hannover das Haus des Oberpräsidenten Obergruppenführer Lutze verließ, in dem er übernachtet hatte, brachte ihm schon wieder eine große Menschenmenge b e - geisterte Ovationen bar, eine Menschenmenge, die seit dem Morgengrauen wie eine Maner gestanden hatte, um nur einen Blick vom Führer zu erhaschen. Heller Jubel brach aus, als der Führer die Sperre der SA. öffnete und in die Menschenmenge hineinging und den Begeisterten die Hände drückte. Mit Mühe und Not konnte der Führer durch die Flut der begeisterten Menschen wieder zu seinem Wagen gelangen. Auf der Fahrt zum Flughafen dichtes Spalier. In erster Linie sind es die Arbeiter zahlreicher Betriebe, die früher hinter der roten Fahne marschierten und die nun längst das Gedankengut des Nationalsozialismus begriffen und sich von falschen Götzen freigemacht haben. Ein Mädchenpensionat hatte herausbekommen, daß der Führer mittags im Flugzeug Hannover verlassen werde. Und so hatte sich die Mädchenschar, Niedersachsen-Mädels mit flachsblondenKöpfen und blauen Augen, neben dem Flugzeug aufgebaut, Blumen in den Händen und ein fröhliches Lachen in den Gesichtern. Als das Auto des Führers herannaht, ist er im Nu von den Mädels umringt, und die Scherzworte des Führers zeigen, daß ihm diese Ueberraschung Freude gemacht hat. Immer wieder muß sich der Führer an den Fenstern der Kabine zeigen, bis um 12.30 Uhr das Startzeichen gegeben wird. lieber den Deister, den Teutoburger Wald mit dem Hermannsdenkmal, den Bückeberg, beide geschichtliche Stätten deutschen Werdens, über das Sauerland und das Bergische Land trägt uns die brave D 2600, die den Namen eines der größten Kampfflieger des Weltkrieges „Jmmelmann führt. Wir halten 3000 Meter Höhe. Unter uns brodelt ein Wolkenmeer, heult der Regensturm, über uns blau der Himmel mit goldenem Sonnenschein. Um 14 Uhr ist Bonn in Sicht. Wir landen, und dann führt ein Auto den Führer hinein in das weite rheinische Land. Erst als am Rhein die Lichterketten aufflammen, geht es hinein in die Domstadt Köln, die an diesem Donnerstag ganz im Zeichen des Führers und feines Kampfes steht. Man sieht es diesen Menschen an, die in geballten Massen über die Rheinbrücken fließen, hinüber zu den Messehallen, in denen der Führer sprechen wird, daß sie den Kampf des Führers begriffen haben. Das Rheinland hat sich schon einmal für Deutschland entschieden. Es wird am 12. November, wenn es heißt, für oder gegen das deutsche Volk und das Deutsche Reich zu Westeuropa anstrebt. Eine starke Stütze hat die Türkei in Rußland gefunden, das sehr bald ein enges Bündnis mit ihr einging. Die Türkei hat es aber nichts desto weniger verstanden, sich von allen kommunistischen Einflüssen freizuhalten und ihre eigenen Wege in der Außenpolitik zu gehen. Die Aktivität Ankaras in den letzten Wochen, die Reisen türkischer Politiker in die Hauptstädte des Balkan und die Diplomatcnbesuche in Ankara, die durch den jugoslawischen Königsbesuch bei Kemal Pascha gekrönt wurden, die verschiedenen Vertragsabschlüsse mit südosteuropäischen Staaten und die schwebenden Verhandlungen über einen Schwarzen-Meer- Pakt lassen vermuten, daß did Türkei sich stark genug fühlt, über den engeren Aktionsradius ihrer Außenpolitik hinaus in das Konzert der europai- schen Politik entscheidend einzugreifen. Für uns Deutsche ist es ein Erlebnis, die Entwicklung dieses jungen Staatswesens zu verfolgen und mit Freude feststellen zu können, daß sich unser ehemaliger Verbündeter von den Schranken und Fesseln, die ihm eine hemmungslose Siegerwillkür auferlegt hatte vollständig befreite. Lester, Vötkerbundskommiffar in Danzig. G e n f, 26. Okt. (WTB.) Der Völkerbundsrat hat einstimmig, auf Vorschlag des Ratspräsidenten Amador (Kanada) den bisherigen ständigen Vertreter Irlands beim Völkerbund Lester, zum Hohen Kommissar des Völkerbundes in Danzig auf drei Jahre gewählt. Der neue Kommyfar tritt fein Amt am 15. Januar 1934 an. Sean Lester ist 1889 geboren. Er trat 1909 in die Sinnfein- Pariei ein und nahm besonders als Journalist an den politischen Kämpfen teil, die sich in Irland bis zur Gründung des Freistaates im Jahre 1922 ab- spielten. Von da an gehörte er dem irländischen Außenministerium an und wurde 1929 ft a n b t g e r Vertreter Irlands beim Völkerbund. In der letzten Zeit ist Lester wiederholt als Beauftragter des Völkerbundsrates in den sud amerikanischen Wirren heroorgetreten. Zuletzt hatte er im Völkerbundsrat die Berichterstattung über die Minderheitenfrage. —— stimmen, sich einmütig für Hitler, Volk und Reich entscheiden. Köln in Erwartung des Führers Köln, 26. Okt. (TU.) Köln stand schon den gangen Tag über im Zeichen der Kundgebung. Ein Fahnenwald gab der Stadt auch äußerlich das Bild eines großen Tages. Schon in den frühen Nachmittagsstunden sah man die Teilnehmer an der Kundgebung zu den Messehallen eilen, um sich einen guten Platz zu sichern. Gegen 18 Uhr wälzte sich ein ungeheuerer Menschen st rom über bie Hohenzollern brücke zum Messegelänbe. Dauernb trafen Lastwagen aus ber näheren unb weiteren Umgebung ein, bie immer roieber neue Massen heranführten. Auch auf ber Reichsbahn, bie zum heutigen Tage Sonntagskarten ausgegeben hatte, herrscht Hochbetrieb. Die ganze Westmark nahm teil an biesem gewaltigen Erlebnis. Tausenbe von Kraftwaaen, unter benen man auch zahlreiche auslänbische Trennzeichen sieht, finb in ben Parkplätzen untergestellt. Die Messehalle, bie über 50 000 Menschen saßt, war schon eine Stunbe vor Beginn ber Kunb- Geheime Stimmabgabe im Wahllokal. Berlin. 26. Okt. (TU.) In einem Erlaß zur bevorstehenben Reichstagswahl unb Volksabstimmung hat ber Reichsminister bes Innern, um bem Verbacht von vornherein zu begegnen, baß bie Abstirnmungshanblung sowie bie Ermittlung bes Ergebnisses nicht in einroanbfreier Weise vorgenommen wirb, ausbrücklich hervorgehoben, baß ent- sprechenb bem Reichswahlgesetz unb bem Volksent- scheibgesetz bie Wahl- unb Abstirnmungshanblung, sowie bie Feststellung bes Ergebnisses sich i n völliger Öffentlichkeit vollziehen. Um etwaigen Mihverstänbrnssen- zu begegnen, wirb amtlich barauf hingewiesen, baß bie Stimmabgabe selbst, also bie Kennzeichnung bes Stimmzettels, bie ja bekanntlich in ben Stimmzellen erfolgt, selbstverstänblich geheim ist. Die biesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen finb nach w i e vor in Kraft. Unter ber Wahl- unb Abstirnmungshanblung, bie wie stets auch biesmal öffentlich ist, ist bie Uebergabe des bie Stimmzettel enthaltenben Briefumschlages an ben Abstimmungsvorstanb zu verstehen, ber ben Briefumschlag in Gegenwart bes Stimmberechtigten in bie Wahlurne z u st ecken hat. Im Reichswahlgesetz heißt es, baß zum Abstimmungslokal j e b e r • mann Zutritt hat, ber nicht bie Ruhe unb Drbnung stört unb somit bas Abstimmungsgeschäft nicht behinbert. Die Landfrauen geloben einmütige Gefolgschast. B e r l i n , 26. Okt. (TU.) Die kommissarische Füh- rertn ber ßanbfrauen veröffentlicht folgenben Auf- rauf: Unser Führer Aböls Hitler hat einen ent- scheibenben Schritt zur Wieberherstel- lung beutscher Ehre getan, inbem er bem Völkerbund» unb ber Abrüstungskonferenz fernblei- ben will. Er ruft bas beutsche Volk aus, am 12. No- oembec ihm seine Zustimmung hierzu auszuspre- gebung bis auf ben letzten Platz gefüllt. Von ben Emporen grüßten bie Fahnen bes Dritten Reiches, Tannengrün gab bem Raum einen stimmungsvollen Rahmen. Am Schnittpunkt ber West- unb Sübhalle ist eine große Tribüne aufgebaut. Von hier wirb ber Führer zu ben Massen sprechen. Auf allen Plätzen ber Stabt finb Lautsprech-er ausgestellt, bie bie Kundgebung übertragen. Eine fiebernbe, ungeheure Spannung lag über ber Riesenoersammlung, als zum Beginn ber Kunb- gebung unter ben Klängen bes Präsentiermarsches einige hunbert Fahnenträger sich einen engen Weg burch bie roogenben Menschenmassen bahnten. Ein ungeheuerer Jubelsturm erhob sich, als kurz barauf ber Führer in ber Halle eintraf. Immer wieder brandeten begeisterte Heilrufe aus und kaum konnte sich Gauleiter Staatsrat Gr oh 6 zu einer kurzen Begrüßung des Führers Gehör verschaffen. In markigen Worten gelobte er bem Führer bie treue Gefolgschaft bes rheinischen Volkes. Als bann ber Führer bas Wort ergreifen wollte, brausten immer unb immer roieber Heilrufe auf unb minutenlang mußte ber Führer warten, bis sich ber ungeheure Jubel gelegt hatte. chen. — Deutsche ßanbfrauen! Ich erinnere Euch daran, mit welchen Hoffnungen wir vor Jahren dem Zusammentritt dieser Abrüstungskonferenz entgegensahen, der wir mit Millionen von Unterschriften versehene Petitionen einreichten in dem Wunsch, mitzuhelfen zur Befriedung der Welt durch die Abrüstung der anderen Völker nach dem Beispiel Deutschlands, wie sie der Versailler Vertrag vorschreibt. Ader wir wurden bitter enttäuscht. Die Verhandlungen hat man verschleppt, immer fand man Gelegenheit, Deutschland vor neue Demütigungen zu stellen. Nun hat unser Führer dem Spiel ein Ende gemacht, und unsere Herzen schlagen höher bei seinen mannhaften klaren Worten am 14. Oktober, die keinen Zweifel an seinem Mut zur Wahrheit und seiner Friedensliebe lassen. — Am 12. November werden wir alle ohne Ausnahme ihm unsere treue Gefolgschaft bezeugen! gez. Elisabeth Boehm, kommissarische Führerin der ßanbfrauen. Treuekundgebungen zahlreicher Studentenschaften. Berlin, 26. Okt. (TU.) Die Stubentenschast der Universität Marburg a. b. ßahn hat folgende Treuekundgebung gesandt: Im Kampfe um Deutschlands Freiheit steht die Marburger Studentenschaft geschlossen hinter ihrem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. In Treue sind sie bereit, mitzukämp- fen für Ehre und Freiheit unseres Vaterlandes, für den Frieden unseres Volkes und für die Arbeit unserer Volksgenossen. Studentenschaft ber Philipps- Universität Marburg. Ferner finb Treuebekenntnisse eingegangen von ber Stubentenschast ber Hochschule für ßefjreraus» bilbung Rostock , ber Universität Gieße n, der Technischen Hochschule Aachen, ber Tierärztlichen, Technischen unb ßanbwirtschaftlichen Hochschule Berlin , ber Hochschule für ßeibesubungen B e r- lin, ber ßanbwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim, ber Technischen Hochschule Karlsruhe unb ber Universität Bonn. Für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung. Führer und Volk sind eins im Kamps um einen wirklichen Frieden der Welt. 150 000 Rheinlänber hörten begeistert zu, als ber Führer in seiner Rebe ben Versailler Vertrag unb seine Folgen geißelte, sowie feine folgenschweren Auswirkungen nicht nur für bas beutsche Volk, sonbern auch für bie ganze Welt aufzeigte. Dieser Vertrag, ber zum Instrument bes Friebens unb ber Verstänbigung bestimmt war, sei z u einem Instrument ber Zwietracht unb z u einer Quelle ewigen Streites geworben. Er habe wirtschaftlich unb politisch bas Gegenteil von bem gebracht, was bie Völker erwarteten. Er sei ein Werkzeug geworben für jene, die sich als bevorrechtigt fühlten unb andere als zweitberechtigt betrachteten. Nicht Frieben sei eingekehrt, sonbern Unsicherheit, nicht Abrüstung sei eingekehrt, sonbern gegenseitiges Wett- rüsten ber anberen, nicht Vertrauen, sonbern Mißtrauen unb zwar überall, wohin man blickt. Vergeblich warte Deutschlanb seit 13 Jahren auf die Einlösung ber Verpflichtung ber anderen. Wer bedrohe die anderen Wachte? Etwa wir? Und mit was denn? „Wir können sie nicht bedrohen und wir haben sie nicht bedroht." Sei es etwa eine Bedrohung der Welt, wenn ein Volk feine Arbeitslosigkeit beseitigt, sei es eine Bedrohung der Welt, wenn ein Volk seinen inneren Frieden herstellt, es von feinen Caften befreit und seine wirtschaft in Gang bringt? Dieselben Völker, deren Presse schreibt, daß sie sich von Deutschland bedroht fühlten, hätten kein Verständnis dafür, daß sich Deutschland mit Recht bedroht fühlen müsse, wenn in anderen Ländern solche Verleumdungs- seldzüge gegen Deutschland möglich seien, wie wir sie heute erlebten. Er frage, ob in einem anderen Staate eine Bewegung, die 14 Jahre lang so verfolgt werden konnte, wie der Nationalsozialismus in Deutschland, nach ihrem Siege so mäßig gewesen sein würde, wie wir es gewesen seien. Der Führer erinnerte daran, daß es auch eine internationale Verpflichtung z u gegenseitiger Achtung der Völker gebe. Wie sei es möglich, daß solch ungeheure ßügen, wie sie das Braunbuch enthalte, eine derartige Gerichtskomödie, wie man sie im Auslande aufgeführt habe, hätte geduldet werden können. Wenn man uns heute die Einlösung des Abrüstungsoersprechens vorenthalte mit der Begründung, man könne im Augenblick fein Vertrauen zu Deutschland haben, bann müsse er erroibern, baß man boch zu ben früheren beutschen Se von schränkung der Rüstungen führe. Die Sozialisten schränkung der Rüstungen führe. Die Sozialisten rütf. /w a werden zunächst abwarten, bis der nach ihrer Mei» | vo- m nung günstige Zeitpunkt xur Entscheidung gekom» । Un 9.45 men ist. 3m „Figaro" wird bedauert, bcfo Sarraut bas m vor der Kabinettsbildung m i t der radikalen, »alitli < Kammerfraktion R ü h l u n a aen 0 m» * • .me Fraktionen unterwerfe, werde er ihr Knecht. ler r.d zu rüstet» und zu festigen. tem Zusammen« ile gesamte gen. daß Gottes e w i Gottes ewige Wahrheit nicht Bei vieler Gelegenheit und i leit, sondern in dieser Zeit der Lüge Hang muß ich uuch aber auch Bei vieler Gelegenheit und in die! verdun an republikaner; Pensionen: Duc 0 s , Abgeordneter. Radikal: Oeffentliche Gesundheitspflege: Li» b 0 ne, nalor, Radikal. Reichskanzler Adolf Hiller. Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. Reichsminister vr. Wilhelm Frick. Reichsminister Hermann Göring. Reichsminister Dr. Josef Goebbels. Stabschef der SA. Ernst Röhm. Reichsminister Walter Darrt. Reichsminister Franz S e l d 1 e. Vizekanzler Fran; von Papea. und Unwahrheit um so lauter und gewaltiger ge» predigt und in die Tat umgeseßt wird. Auch Hugcnberg unter den ersten 10. Berlin, 27. Oh. (VDZ. Fuukfprnch.) Wie das VDZ.-Vüro meldet, ist nunmehr von den mahgeden. den Stellen bei den einzelnen Wahlkreisen die Einheitsliste der Kandidaten für die Reichslagswahl vom 12. November eingereicht worden. Die EinheitsNste enthält, wie bereits angekündigl, zehn Flamen, die also In allen 3 6 Wahlkreisen auf der Liste als Spitzenkandidaten für den neuen Reichstag erscheinen werden. Es handelt sich dabei um solgende Persönlichkeiten: RammtrfraUion Fühlung genommen habe, denn, wenn er sich dem Dillen der /■'i begab | fff Dellausslellu Bahnbrecher eines glücklichen und friedlichen Europas. Reichsminister Dr. Goebbels spricht in Breslau. 2lur eine einzige wirkliche Lösung ist denkbar: Deutschland unh Frankreich verständigen sich über eine ialsächliche Gleichberechtigung. Parts. 27. Ott Die Verhandlungen Albert Sar- rauts mit feinen Mitarbeitern über die Verteilung der Portefeuille» haben sich bis nach Mitternacht hingezogen. Da» Ministerium ist nunmehr endgültig wie folgt gebildet: Ministerpräsidium und Marine: Albert Sar- raut. Senator, Radikal: Vizepräsidium und Justiz: v all m ler, Abgeordneter, Radikal: Inneres: Lhautemp», Abegeordneter, Radikal; Auswärtige Angelegenheiten: Paul - Boncour, Senator, Unabhängig: Krieg: D a l a d i e r, Abgeordneter, Radikal; Finanzen: George Bonnet, Abgeordneter, Radikal; Budget: Abel Gardley, Senator, Radikal: Landwirtschaft: 0 u e n 111 e, Abgeordneter, Radikal; handel: Laurent -Eynac, Abgeordneter, Radikale Linke; Post und Telegraphen: Ml st ler, Abgeordneter, Radikal; Oeffentliche Arbeiten: P a g a n 0 n, Abgeordneter, Radikal; Arbeit: F r 0 t, Abgeordneter, Unabhängig; Erziehung und Unterricht: de Monzle, Abgeordneter, Rechtsstehender Sozialist; Kolonien: Pie tri, Abgeordneter, Linksrepublikaner; Luftfahrt: Lot, Abgeordneter, Radikal: Handelsmarine: Stern, Abgeordneter, Links- Das Kabinett Garraut gebildet. Oaladier und paul«Boncour bleiben.- Llebergangslabinett auf schmaler Basis. 5. 6. 7. 8. 9. Das innerhalb des klassischen Zeitraums drei Tagen gebildete Kabinett Sarraut unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung nur wenig von seinem Vorgänger. Dor allem führt Da lädier 1. 2. 3. Oer Kampf für die Wahrheit ist Aufgabe aller christlichenKirchen Eine Kundgebung des Reichsbischofs Müller zu Luthers Geburtstag. über der ‘ V" LMM I Stt5ta9 mch i ^ttagoi unb be | um 14.10 U .. «vmnghi, wo 25 Einheitsliste für die Reichstagswahl eingereicht 10. Reichsminister a. D. Dr. Alfred hugenberg. Oer Deutsche Gruß bei der Reichsbahn. Berlin. 26. Oft. (VdZ.) Die Reichsbahnhaupt- oerwallung hat eine neue Anweispng über die Anwendung des Deutschen Grußes in Der Reichsbahn erlassen. Darin wird oorgcschrieben. daß s ä m t« liche Beamte, Angestellte und Arbeiter, gleichviel ob sie Uniform tragen ober nicht, im Dienst und innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten A r m e s zu grüßen haben. Abweichend von dieser Regel ist aber zur Vermeidung irriger Signalauffassung der militärische Gruß anzuwenden im Bereich aller Gleisanlagen, auf allen Fahrzeugen, auf Bahn st eigen und von den Bahnschaffnern an der Bahnsteig- Paul-Boncour geblieben. Der bisherige Bud» getminister Lamoureux ist aus der Ministerlist« verschwunden. Dafür hat aber Georges Bonnet das Finanzministerium behalten. 3n den übrigen Ministerien sind nur gewisse Verschiebungen inner« halb des alten Personals eingetreten. Unterstaatssekretäre sind zu Ministern und Inhaber technischer Ministerien zu politischen Ministern aufgerückt. lieber das Linkskartell greift die Regle- runo nicht wesentlich hinaus. Abgesehen von zwei Linksrepublikanern und einigen unabhängigen Abgeordneten sind die Kabinettsmitglieder anerkannte Vertrauensmänner der Radikalen Partei. Insbesondere ist eine Erweiterung nach li n k s durch Aufnahme von Neusozialisten nicht erfolgt. Das Kabinett Sarraut stellt sich daher als Versuch einer Rekonstruktion des Ltnkskartells aus denkbar schmälster Basis und damit als ausgesprochene Minderheitsregierung bar. Man kann es nur als eine Heber- gangsiöfung in Erwartung einer Umgmp» pierung und Klärung der politischen Fronten be- IM fern- wie I g«'N a «. 6dW) ü! « ium la tifl überqueren Bobfahrerin mau i'-'Mdngerin tri Die Ursache des Uärt. Man nim durch sein unoor tarn Unglück hat in 0^6) sh»:'' Die Deutsche Evangelische Kirche erlebt bm 450. Geburtstag ihres Reformators in einer ernften Schicksals ft unbe be» Baten l a n b e s. Unser Volk ist von seinem Kanzler auf- i gerufen, aller Welt zu bezeugen, daß es geschlossen I hinter ber Regierung steht. Wir Deutsche Eoan- gelifche Christen nehmen die Errettung unsere» Volke» durch unseren Führer Adolf Hiller al» ein Geschenk aus Gotte» Hand. Wir stimmen von ganzem Herzen zu, daß der Ranxlr Leden und Ehre der Nation verteidigt. Dir fir mit ihm ein» in seinem echten und wahr- haften Friedenswillen gegenüber dm anderen Völkern der Erde. E» ist für un» Dank wollen? Don der Abrüstungskonferenz könne man, vor allem, wenn Frankreich auf feiner Stellung beharre, nichts mehr erwarten. Sie fei trotz aller Reden stets nur eine Täuschung für bie Volksmassen gewesen. Es gebe jetzt nur eine Lösung: Dem Deutschland Hitlers das zu- zugestehen, was Frankreich dem früheren Deutschland hätte zugestehen sollen: Die effektive Gleichberechtigung in einer international organisierten staffelweisen und einer gegenseitigen Kontrolle unterworfenen Abrüstung. Ein Wort des Verständnisses. London, 26. Oh. (WTB) Das konservative Unterhausmitglied Thomas Levy sagt im „Daily Telegraph" auf Grund eines Aufenthaltes in Deutschland u. a, vor allem wünscht Deutschland Frieden. Deutschland ist heute von einem starken nationalen Feuer ersaßt. Ich habe es allenthalben beobachtet und vernommen, der deutsche Drang nach Freiheit geht heute nicht von einer Minderheit aus, sondern von einer die Nation umfassenden Begeiste- rung, die ihre Kraft hauptsächlich aus der Fugend Deutschlands gewinnt. Frankreich und Deutschland wünschen beide das Wohlwollen Englands. Dieses Wohlwollen sollte nur unter gewissen Bedingungen gewährt werden. Die grundlegende Bedingung sei wirksame Abrüstung, die nicht aufgeschoben werden dürfe. Für einen Aus- schub von acht Jahren besteht kein Grund. Zu einem Kompromiß, das für Frankreich und für Deutschland annehmbar ist, bas Mißtrauen und Furcht beschwichtigt und Europa vor der Gefahr und dem Ruin eines Rüstungswettbewerbes beschützt, kann England, das die Waage zwischen beiden Ländern hält, durch ein kühnes und entscheidendes Bort viel beitragen. Rine besondere russische Delegation unter Führung des Kriegsministers W 0 r 0 s ch i l 0 f f traf mit zwei russischen Kreuzern in Konstantinopel zu einem offiziellen Besuch aus Anlaß ber Feier bes 10jährigen Bestehens der türkischen Republik ein. trachten. Oie Ausnahme in der Presse. Pari», 26. Oh. (WTB -Funkspruch) Do» Kabinett Sarraut wird sich, wie „Figaro" schreibt, er st nach b c n deutschen Wahlen am 12 November der Kammer vor st eilen, weil man jede Ministerkrise vorher zu vermeiden wünsche. Die Aufnahme des neuen Kabinetts in ber Dresse ist ziemlich einheitlich: man glaubt, daß bi» Kammer ihm zunächst keine Schwierigkeiten bereiten werbe, baß aber auch bas Robinett Sarraut nur Uebergangscharakter haben könne. „Echo be Pari»^ fragt, ob ber neue ÜRinifterpräfibent es wagen werbe, mutig Gegen- bampf zu geben unb bie Finanzgesetze seine» Dor» aänger» in ben Papierkorb zu werfen „Deuore* begrüßt bie Beibehaltung Paul-Boncours und ber Briandschen Politik bes Friedens, die auf der Gleichberechtigung der Nationen beruhe und zur Be- ll'* -UK W Lachen & !’>'*> .'p in । Kann Frankreich Hitlers Hand zurückweisen? tein Artikel von Victor Marguerite. Paris, 27. Oh. (WTD.-Funkspruch.) Die „Do- lontö" veröffentlicht einen Artikel von Victor Marguerite, überschrieben „Die vollendete Tatsache." Darin wird erklärt, der Entschluß Deutschlands sei unvermeidlich gewesen, und das einzige, worüber man sich noch wundern könne, sei bi e Geduld, die diese» große Volk, das während der letzten 14 Fahre erniedrigt und schikaniert worden sei, bewiesen habe. Frankreich habe sich darauf versteift, den Besiegten ein Eisen an ben Hals zu legen aus hochfahrenber Verblendung! Es fei unmöglich zu sagen, daß Deutschland rechtlich gesehen die Gleichberechtigung habe, aber praktisch Sklave bleiben solle. ^ Deutschland wende sich jetzt in der Person de» frührere in einem neuen Ton an Frankreich, volle Frankreich dem ausweichen, unter dem Vor- roanb, daß es bei Verhandlungen mit Deutschland feine verbündete Anhängerschaft verstimmen könnte? Wer spreche denn davon, sie zu verraten? Man müsse den Aeußerungen Hitlers nicht die üblichen Hintergedanken der diplomatischen Sprechweise bei- leaen. Ein Soldat spreche, dessen guter Glaube und dessen Ehre man auf keine Weife zu verdächtigen das Recht habe und ber, ohne daß man die Volks- abftimmung am 12. November abzuwarten brauche, der Wortführer feines Volkes fei. Daher bilde die deutsch - franzöfifche Verständigung der Angelpunkt des europäischen Gebäude». Frankreich werde da» Zeichen zur end- gültigen Zerstörung geben, wenn es nicht den Augenblick zur Anknüpfung von Verhandlungen benutze, wo eine Einigung im Bereich der Möglich, feit bleibe, natürlich mit internationaler Zustim- mung und mit allen möglichen Garantien Weshalb sollte Frankreich, da» mit so vielen Diktaturländern befreundet oder sogar verbündet ist, nur den Nationalsozialismus beiseite schieben gemacht, sondern wenn ihm Deutschland verfallen märe, hätte er Europa geistig erobert. Das Bürgertum hatte dem Bolschewismus keine Idee entgegen- zusetzen. Erst der Nationalsozialismus brachte etwas ganz Neues. Die deutsche Wiedergeburt geschieht nach einem Generalplan, der sich auf alle Gebiete erstreckt. Wir haben uns an keinem Gebiet, das schwierig zu sein schien, vorbeigedrückt. Wir haben auch Glück, aber das Wort ist schon richtig: Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige. Wir werden die außenpolitischen Probleme lösen, genau so wie wir die innenpolitischen Probleme gelöst haben. Es kann zwar Rückschläge geben, aber auf den toten Punkt kann es niemals mehr zurückgehen. Daß die Emigranten gegen Deutschland hetzten, hoben wir erwartet. Es ist aber verwunderlich, daß das anständige Ausland solchen Hinausgeworfenen Gehör schenkt und daß nicht zum Beispiel England, wo doch die Fairneß so viel gilt, solchen feigen Dolksoerführern den Mund verbietet. Wir mischen uns doch auch nicht in die innerpolitischen Verhältnisse des Auslandes ein, worum tut es dos Ausland bei uns? Wenn der Völkerbund nicht imstande ist, seine Aufgabe, das Abrüstungsproblem zu lösen, Hot er seine Existenz verspielt. Wir sind abgerüstet, also können sich die anderen in der Abrüstungskonferenz auch allein unterhalten, wenn sie abrüsten wollen. Niemand hat die Macht, uns selbst mit Kanonen zu zwingen, einen Vertrag zu unterschreiben, den wir nicht halten können. Wir werden gern wieder an den Konferenztisch zurück- kehren, wenn man unsere Ehre nicht an- t a st e t. Arn 12. November soll sich zeigen, daß der Führer mit der Formel „Ehre, Gleichberechtigung und Frieden" das deutsche Volk hinter sich Hot. Die Feste sind vorbei. Jetzt beginnt wieder der ernfte Kampf, jetzt verläßt die Bewegung die Innenpolitik und begibt sich mit demselben Fanatismus an die Lösung der großen außenpolitischen Probleme. Wir sind die Bahnbrecher eines glücklichen und friedlichen Europa. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen. Berlin, 26. Oh. (TU.) Zum 450. Geburtstag Dr. Martin Luthers am 10. November veröffentlicht der R e i ch s b i s ch 0 f durch den „Evangelischen Pressedienst" folgende Kundgebung: „Am 10. November wird die Evangelische Thri- stenheit ber Welt an eine der wichtigsten Zeilen der Kirchengejchichte erinnert. In Deutschland wurde Martin Luther geboren. Von hier aus gingen Wellen religiöser Erneuerung in alle Lande. Am 10. November d. I. solle nicht zumeist der Ruhm bes Menschen Martin Luther» besungen werden, sondern wir verkünden mit Lucher Den Ruhm bes lebendigen Gotte», der die Geschicke ber Völker und die Geschichte seiner Kirch« lenkt und leitet. Die Kirche der Reformation aus deutschem Boden gelobt an diesem Tage vor dem Angesicht Gotte» re st zuhalt en an dem ewiaen Eoanae- l i u m, wie Luther es neu an» Licht gebracht hat. Weil Lucher völlig erfaßt war von Thristu», der gesagt hat: ,Lch bin dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll", wollte er auch nicht» andere», als eben dies« Wahrheit Gott«» wieder klar und deutlich zur Geltung zu bringen. Will darum die getonte evangelische Ehri- stenheit bes Reformator» recht gedenken und iein Gedächtnis in Ehren halten, so muß sie dafür for« Au Sttabigct Der neue Leck gUningibirettor Angriff melde nir wirksamen . chertams in Rückgang J jäten. Seit M $ ter nationalioM L, find beson! ridMir.gtn.thr höre, b«r schwer bunj von Dassel -«rangen von grngenen Jahre « kommen aus geh öl ein dMiyr M vom Äärz bis - kein einzige sich seitdem leiht tragen haben, s hälinie zu früh durchschnittlich j Mnen waren, julage ganz gen der mit seinen 6 nen muß. Die ! hat sich schon je Zwei Iota Tin schweres sich auf der Ti Hin). Tin Last überquerenden R ouLgedogen war zweitklassige, at» rechtlose Ration an Abmachungen za beteiligen." (Stürmischer Beifall.) „Nickt für mich braucht Ähr zur Wahlurne zu gehen, sondern für Euch selbst. Nicht ich brauche gestützt zu werden, ich bin stark und fest genug. Euer Reich müht Ähr stützen. (Stärkster Beifall.) Ick werde nicht schwanken, son- dem ber Welt sollt ^hr zeigen, bah bas deutsche Dolk nicht mehr wankelmütig ist. (Lebhafte Zustimmung.) Am 12. November werden Sie Be- kenntms ablegen für Deutschland, für unsere Ehre, für unser gleiches Recht und damit am Ende auch für einen wirklichen und dauerhaften Frieden der Welt." selbst wieder, wenn auch nicht, wie angenommen worden war, mit dem neuen Amt des Außenministers, sondern mit dem Portefeuille des Kriegs Ministers, dos er bisher schon inne hatte. Außenminister ist trotz aller Anfeindungen von den mittleren und rechtsstehenden Blättern und Gehorsam gegen Gott, wenn wir mit unserer Regierung fest und unverbrüchlich zusammen stehen im Kampf für unsere» Volke» Ehre unb Freiheit. Ich fordere darum alle evangelischen Kirchen uyd Gemeinden Deutschland» auf, ... . sich der gewaltigen nationalen Aufgabe, die uns »otaJ,Men obliegt, bewußt zu werben unb bei jeher Gelegen- ■ oirt-T Iu6 h„ beit auch im Gottesdienst und bei kirchlichen Feiern die «Bemeinbeglieber zur Erfüllung ihrer oaterländtschen Pflicht am 12. November Breslau, 26. Oh. (WTB.) In ber Breslauer Iahrhunderthalle fand die erste große Kundgebung für bie Volksabstimmung am 12. November statt, auf ber Reichsminister Dr. Goebbels sprach, lieber bem Podium spannte sich ein Transparent mit 3 Meter großen Schwurhänben, unter benen in großen Buchstaben zu lesen war: „Tue erst Deine Pflicht!". Auf beiben Seiten des Pobiums ftanben zwei gleiche Transparente mit 5 Meter hohen Schwurhänben unb ber Unterschrift: „Du hast geschworen, alles für Deutschland, Adolf Hitler bie Treue!". Trotz regnerischen Wetters ist die Halle schon vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Um 19.30 Uhr beginnt ber Einmarsch der Breslauer Amtswalter und NSB0.- Abordnungen. Eine besondere Abordnung, ein Fackelspalier von 200 Amtswaltern, hat sich vor dem Haupteingano zur Iahrhunderthalle postiert. Auch dort stehen Lausende von Menschen, um den Minister bei seinem Erscheinen begrüßen zu können. Minister Goebbels wird von der Menge mit riesigem Beifall empfangen. Kreisleiter Klepper begrüßt den Minister unb sein Gefolge, unter bem sich auch Obergruppenführer Heines besindet. Dann ergriff, mit stürmischem Beifall begrüßt, Reichsminister Dr. Goebbels bas Wort: Die großen geschichtlichen Revolutionen, bie bie Welt erschütterten, haben ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Dynamik. Nur Revolutionen, bte von unten kommen, b. h. bei denen das Volk selb st die Macht an sich reiht, sind von langer Dauer. Die nationalsozialistische Bewegung hat die ihr innewohnende eigene revolutionäre Gesetzlichkeit auf ben Staat übertragen. Die nationalsozialistische Revolution beschränkte sich nur auf Die Durchsetzung eines einzigen Grunbsatzes. Während die liberale Welt in der Atomisierung und Zersplitterung ihr letztes Ziel sah, hat der Nationalsozialismus die Interessen des Einzelnen und der einzelnen Stände zus am me n ge s chmI ed e t zu einem Dolksganzen. Wir haben die brennendste Aufgabe Europas gelöst: Den B 0 1 sche - wismus zertrümmert. Das ist das größte Verdienst des Nationalsozialismus. Nie hätte der Bolschewismus an den Grenzen Deutschlands Halt sperrt. Die Fahnen der nationalen Verbünde lind bei Aufmärschen geschlossener Abteilungen ober öffentlichen nationalen Kundgebungen mit dem Deutschen Gruß zu grüßen. Ebenso ist der Deutsch« Gruß stets anzuwenden beim Singen des Deutschland- und be» Horst-Wessel-Liedes. Von den Bcam- , len wird erwanet, daß sie auch außerhalb be» Dienste» in gleicher Weise mit dem Deutschen Gruß grüßen. Im innerdeutscken Schriftverkehr wird empfohlen, am Schluß ber Schreiben die kurzen Worte „M i t deutschem Gruß" anzuwenden, wobei gegebenenfalls auch die Wendung gebraucht werden könne: „Mit deutschem Gruß und mit Heil Hitler!^ Weitere Bauleitungen für Reichsautobahnen. Ber 1 in, 26. Oh. (TU.) Außer ben Bauleitungen I in Frankfurt a. M unb München^ die den 1 Ausbau der Strecken Frankfurt a. M.—Mannheim I unb München—Reichenhall zu betreiben haben, be- I steht feit einigen Tagen auch bie Oberste Leitung I für den Bau der Kraslfahrbahn (OBK ) Berlin— 1 Stettin mit dem Sitz in Stettin. Sie hat mit der Ausarbeitung des Einzelentwurfs und der Vorbereitung ber Vergebungsunterlagen begonnen. Die ersten Vergebungen lallen im Laufe be» Monats Dezember erfolgen. Der Generalinspektor für bas Deutsche Straßenwesen hat jetzt auf Grunb der vorgelegten Entwürfe zwei weitere Strecken zur Einzelbearbeitung freigegeben. Es sind dies Im Rheinland die Strecken Köln- Düsseldorf, von der schon ein Teilstück bei Opladen fertiggestellt ist, und eine Strecke in Ostpreußen. Die Bauleitungen in Köln und Königsberg sind bereits eingesetzt. Die ersten Berge» bungen werden beschleunigt vorbereitet, so daß zu erwarten ift, daß hier bald mehrere tausend Volk»- i genossen Arbeit und Brot finden. In der Streck« \ Frankfurt a. M. — Mannheim sind zur Zeit 1500 Mann beschäftigt. Der Einsatz weiterer Bauleitungen in Mitteldeutschland, Im Ruhrgebiet und im Bereich der Hansestädte ist in Vorbereitung. beufffrji L^Ui.a k btt 'm e hapRji ■ein- »e ■ ' 0 j Wev ft , I Äff'" m in btt Presse. |0 C Sechs Monale in der Gewalt chinesischer Straßenränder. ($01; .Ts chang tschun ,26. Okt. (TU.) Der amerika- "M uni«6 Nische Missionar Dr. Nils Nilsen, der vor sechs 1!’ Monaten von chinesischen Straßenräu- Mj.j, oern überfallen - id in die südöstlich von ''Voltes Mzl« Mukden gelegenen Berge geschleppt wurde, ist dieser ,r ,u, boBJ gjir |irt> Tage nach abenteuerlichen Befreiungsversuchen ent- n verleid^ öaV': kommen. Die Banditen verlangten damals ein ,ilier N 2üseg." ' ~ " “ '?i(n D-H . mand| über die Freilassung Nilsens oerhi ____ Mo wurde aber ebenfalls überfallen und »nt führt. Inzwischen nahmen die Behörden mit Das Luftschiff „Graf Zeppelin" flog am Donnerstag mehrere Schleifen über dem Zentrum Chicagos und der Weltausstellung und landete sodann um 14.10 Uhr MEZ. auf dem Flugplatz Cur- tißwright, wo 250 Infanteristen als Landemannschaft warteten. Dr. Eckener verließ das Luft- schiff und begab sich in die Stadt zur Besichtigung der Weltausstellung. Nach einem offiziellen Empfang fährt er mit der Eisenbahn nach Acron zurück. „Graf Zeppelin" siva nach schnellem Passagier- und Postwechsel über Milwaukee nach Acron zurück. Um 9.45 Uhr Ortszeit (16.45 Uhr MEZ.) überflog auilw Vas Luftschiff Seattle Creek, um 12.15 Uhr Ostnor- ab Halt« Malzeit die Stadt Detroit. Zwei deutsche Flugboote nach Rio unterwegs. nana: ;elö in Höhe von einer Million Pen, aber die innen1 'nen ®a‘' mandschurischen Behörden lehnten es ab, auch nur (f. ist unl«,I; ^,nPn Pfennig zu zahlen. Später wurde in Zusam- ► .r anj, (i* 3-itenarbeit mit ja . manischen Truppen eine Straf- @od 1 jjoÖtNrre i> i1: non in Marsch gesetzt; die Straßenräu- nnd urruf un' ju evc-T1' $ev* itifyten indessen ständig andere Schlupfwinkel - a auf, wodurch sich das Beffeiungswerk in den Bergen außerordentlich schwierig gestaltete. Ein in ---J - '*= —rL— japanischer Po- “tc am 16. Okto- IUilkI im . ll‘ mitker^
H^inettsmilgfieber anerfonnie nner ber Radikalen ere ist eine Erweiterung^ Lumahme von Reusozialifter iS Äabinett Carraul stellt flq itr Rekonstruktion bei uf bentbar schmälster. ausgefprodjent Minderheit--! nn es nur als eine 11/ btt> b Erwartung einte Umgnp' 5er politischen Fronten de- Christenheit der gesamten Welt wenden, um des guten Gewissens und um der Wahr- heU willen: Bei dem großen Streit der Meinungen, die entstanden sind durch Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund, geht es ja um viel mehr als um die Dinge des äußeren vergänglichen Lebens. Es geht darum, ob im Leben der Völker und Menschen die Wahrheit herrschen soll oder die Luge. Wir leben in Deutschland wie auf einer Insel, die umgeben ist von waffenstarrenden Soifern. Wir sind abgerüstet und wehrlos gemacht wie kein Volk der Erde. Uns ist heilig und teuer versprochen, daß alle Länder der Welt ihre Rüstungen einschränken würden, wenn Deutschland abgerüstet sei. Dieses Versprechen ist nicht gehalten. Dafür verstärken alle Völker rings um uns noch in wahnsinniger Verblendung ihre Rüstungen. Sie reden von Frieden und meinen den Krieg. Gegen die Herrschaft eines solch christusfeindlichen Gei st es der Lüge und Unwahrheit rufe ich die gesamte Christenheit der Welt auf zum flammenden Protest. Aus solch gottfremdem Geist kann kein ehrlicher und gerechter Friede unter den Völkern werden. Haß und Zwietracht vergiften Menschen und Völker. Sie bringen Unglück und Not über alle Länder. In dieser Notzeit, wo es um die entscheidende Frage geht, ob die Wahrheit oder die Lüge die Welt regieren soll, bitte ich alle christlichen Kirchen im Kampf um die Wahrheit zusammenzustehen, damit wieder Gott die Ehre gegeben wird und Gottes Wahrheit die Völker erleuchte und heilige." Aus aller Wett. Ständiger Rückgang der verbrechen in Berlin. . Der neue Leiter der Berliner Kriminalpolizei, Re- gierungsdirektor Schneider, äußerte sich, wie der „Angriff" meldet, eingehend über die Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung des Verbre- ch e r t u m s in Berlin, die zu einem erfreulichen Rückgang der Kriminalität geführt haben. Seit der Machtübernahme durch die Männer der nationalsozialistischen Revolution, so erklärte er u. a., sind besonders die Raubüberfälle zurückgegangen. Auffällig ist dabei das völlige Aufhören der schweren Raubüberfälle unter Anwen- düng von Waffen. Desgleichen haben die Plün- derungen von Lebensmittelgeschäften — im ver- gangenen Jahre eine wahre Großstadtplage — voll- kommen aufgehört. Im Jahre 1933 ist bisher nicht ein einziger Fall zur Anzeige gelangt. In der Zeit vom März bis September hat sich in Groß-Berlin fein einziger Raubmord ereignet. Wenn sich seitdem leider wieder zwei Raubmordfälle zugetragen haben, so steht diese Zahl in keinem Ver- hältnis zu früheren Jahren, in denen monatlich durchschnittlich zwei bis drei Raubmorde zu verzeichnen waren. Der Berufsverbrecher weiß heutzutage ganz genau, was ihm blüht, wenn er wieder mit feinen Spezialvergehen vor Gericht erschei- nen muß. Die Richtigkeit der Abschreckungstheorie hat sich schon jetzt durchaus erwiesen. Zwei Todesopfer eines Verkehrsunglücks. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete stch auf der Einfahrtstraße nach Haltern (Westfalen). Ein Lastwagen, der einem die Fahrbahn überquerenden Radler vorschriftsmäßig nach rechts ausgebogen war, überfuhr diesen Radfahrer, als er sich plötzlich wieder umwandte und die Mitte der Fahrbahn benutzte. Gleichzeitig überfuhr der Lastwagen auch noch eine Radfahrerin, die anscheinend auf der falschen Straßenseite gefahren war. Schließlich überfuhr der Wagen noch, bevor er zum Stehen kam, eine Frau, die den Sommerweg überqueren wollte. Der Radfahrer und die Radfahrerin waren beide auf der Stelle tot. Die Fußgängerin erlitt erhebliche Verletzungen. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht restlos geklärt. Man nimmt aber an, daß der Radfahrer durch sein unvorschriftsmäßiges Fahren Schuld an dem Unglück hatte. „Graf Zeppelin" über der Weltausstellung von Chikago. l MW.'Funkspnlch.) Das’ Tb sch, m» „Figaro" chnch heutigen Dahlen an, er Kammer vvrsteller liitertrift vorher }u vermeid- ■me des neuen Kabinetts m de ■ indeitllch; man glaubt mb» it keine Schonens' :.Ä ich • iiebergangscharaliec. Karis' fragt ob ber neue ) wagen werbt, mutig «eg» ’ SÄS?»«“ gjeaSg OT8 rblunfl geno»R i o d e Janeiro aufge- — Begen und/ trafen a 3m Donnerstagnachmittag um , । 15.3) Uhr MEZ. im e englischen Seeflughafen Wool- y /L fbm bet Southampton s'ol ein. Trotz schlechtem Wetter '/eHpalyll fn$ der Flug der be’;.beröen deutschen Flugboote, die > W( ▼ “ tnttr der Führung t e Jer Flugkapitäne v. Stud - ' . 1 u ri rh unb v. C l a s b r u d) standen, glatt von fatten. Die Besatzu imngen sind in glänzender Ver- ktl w\ll U/W'l’f nhnr .v99- -««gfrüh erfolgte der Start nach 1 D 2a Coruna an der spanischen Westküste, wo die , zweite Zwischenlandung vorgenommen werden soll. Hekll'lviuv' — Wie der Londoner Vertreter der Lufthansa mit- ................................... teilt, ist die „schwimmende Insel" das Zwischenlandungsschiff „Westfalen", das die Flugboote unterwegs anfliegen werden, auf seiner Position 6,rdle erlebt. »» im Südatlantik auf der Flugstrecke zwischen Afrika • mrs in hi und Südamerika eingetroffen. 1 jdi fjjjjj MtiE uH gen außerordentlich schwierig ges gelegt' mandschurischen Diensten stehender j . . , , bei ltb?L itf* Ilzei-Offizier, namens Torihata, stellte am 16. Okto- - ■ ' kirchl^ ihsil, ber den Aufenthaltsort der Banditen fest, mit denen unb er über die Freilassung Nilsens verhandelte. Tori- °"12 J ;»«"* i tyi&b&K Hönruzn Sie äicfi ERNTEN 27 BIS 30 ♦ MU5TERCI0ARETTEN ♦ MISCHUNOSNUMMER R 6 a.M Oer uegewöhruich zorte ued reine ChzrTTlar dleier Mischung beruht dereuf, d»6 UmtflcheTebike zwelmcQr|B tolgwMAOltrikUn, yv2 , ;• - —- allem Nachdruck die Verfolgung auf. Torihata gelang es am 19. Oktober, zu entkommen; er unterrichtete die japanische Garnison in Hsiuyen über den neuesten Schlupfwinkel der Banditen, die daraufhin von japanischen Truppen umzingelt wurden. Die darauf bei den Straßenräubern entstehende Verwirrung nutzte Nilsen zur Flucht aus. Er traf wohlbehalten in Hsiuyen ein. Auflösung bet Universität Warschau. Wie Berliner Blätter melden, ist die Warschauer Universität auf Grund der blutigen Zwischenfälle am Mittwoch, wobei ein Student g e - tötet und 20 weitere verletzt wurden, von der Regierung a u f g e l ö st worden. Sämtliche Professoren der Universität wurden pensioniert. Der Rektor der Warschauer Universität, Stanislaus P i en- ko w f k«, wird vor Gericht gestellt werden, weil er es unterlassen hatte, die Polizei herbeizuholen. Die Auflösungsoerfügung wird mit einem vor zwei Monaten erlassenen Gesetz begründet. vom eigenen Vater im Streit erstochen. In einer der letzten Nächte ereignete sich in dem pfälzischen Orte Rülzheim eine schwere B l u t - t a t. Im Verlaufe eines Wortwechsels in Familienangelegenheiten kam der 52jährige Landwirt Eduard Kerner so in Erregung, daß er zum Messer griff, blindlings auf seinen 33 Jahre alten Sohn Albert einstach und ihn dabei so schwer verletzte, daß seine sofortige Ueberführung ins Krankenhaus notwendig war. Doch erlag Albert Kerner schon auf dem Transport seinen schweren Verletzungen. Der Täter wurde verhaftet und in das Landauer Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Die „wandelnben Rabloempfänger" lm Völkerbunds- Palast. Das politische Interesse an ber Sitzung des Hauptausschusses beim Völkerbund in Genf wurde dieser Tage durch eine merkwürige technische Neuerung des Völkerbundssekretariats abgelenkt. Zum allgemeinen Erstaunen und Gelächter bewegten sich in den Wandelhallen des Völkerbundssekretariats und im Pressesaal die meisten Persönlichkeiten mit eigenartigen Hörern am Kopf, verschiedene Drahtschlingen um den Körper gelegt. Es handelt fick hierbei um die neueste funktechnische Errungenscyaft des Völkerbundes, ourch die jede Person außerhalb des Sitzungssaales überall im Völkerbundspalast mit anhören kann, was im Sitzungssaal selbst vor sich geht. Man ist also in Zukunft nicht mehr gezwungen, im ver- räucherten Sitzungssaal zu sitzen, sondern kann friedlich im Völkerbundsgebäude spazieren gehen, an der Bar feinen Kaffee oder Coctail trinken und dabei mit diesen Kopfhörern alles in verstärkter Deutlichkeit mit anhören. Der kleine Apparat, den sich jeder beschaffen kann, ist keineswegs irgendwie angeschlossen. Mit dieser Erfindung soll es in Zukunft der Presse möglich gemacht werden, selbst in der Telefonkabine bei gleichzeitigem Gespräch mit einer europäischen oder außereuropäischen Hauptstadt den Verhandlungen im Sitzungssaal folgen zu können. Angelsächsische Kreise erklären diese neue funktechnische Einrichtung lediglich als eine Erfindung der Völkerbundsbar und befürchten eine wesentliche Abwanderung aus dem Sitzungssaal zugunsten des Restaurationsbetriebes. Unwetter über England. Die englische Ostküste wurde in den letzten Tagen von schweren Stürmen heimgesucht, die teilweise eine StunLengeschwindigkeit von 110 km erreichten. Gleichzeitig gingen Gewitterregen und Hagel nieder. Im Hafen von Scarborough s a n- k e n mehrere Fischer- und Segelboote. Einige . Dampfer wurden von den Vertäuungen losgerissen. Schwere Seen haben das Dach desPierpaoMons zer- I schmettert und mehrere Schornsteine von den Häusern gerissen. In Lowestoft verursachte der Sturm einen Erdrutsch. Teile der Felsenküste lösten sich los und stürzten ins Wasser. Mehrere am Rande der Felsenküste stehende Häuser sind in großer Gefahr. Ein Teil der Gärten ist bereits in die See gestürzt. Die Stürme waren von einem heftigen Temperaturfall in ganz England begleitet. Verheerende Stürme in Kanada. Verheerende Stürme haben während der letzten 20 Stunden ungeheueren Schaden in den atlantischen Drovinzen Kanadas angerichtet. Sieben Holz- i slößer, die auf einer kleinen Insel im Lorenzstiom Zuflucht gesucht hatten, wurden von den Fluten überrascht und ertranken. In Neu-Braun- schweig wurden viele Brücken weggerissen, Straßen unter Wasser gesetzt und Eisenbahndämme zerstört. Der Verkehr ist teilweise völlig lahinaelegt; im westlichen Teil der Provinz sind viele Dörfer von der Umwelt abgeschnitten. Die gesamte Schifffahrt in den Häfen wurde ebenfalls lahmgelegt. Wildererbande in der Lüneburger Heide festgenommen. Der Kriminalpolizeit und den Landjägereibeamten gelang es in Wintermoor in der Lüneburger Heide 20 Personen f e st z u n e h m e n, die sich als Wilddiebe ober Abnehmer des Wildes betätigten. In dem reichen Hochwildbestand der großen Forsten suchten die Wilderer durch regelrechte Treibjagden nach ihrer Beute. Sie schossen u. a. Hirsche, Rehe und Schwarzwild. Von Iagdvächtern angrenzender Jagden wurde sehr oft verludertes Wild gefunden, das offenbar krank geschossen, auf der Suche nicht gefunden und dann verendet ist. Soweit das Wild von den Wilderern nicht im eigenen Haushalt verbraucht wurde, gelangte es zum Verkauf. Dem Wild ist mit Gewehren und Schlingen nachgestellt worden. Bei einem der Täter würbe eine große Menge Rehgehörne gefunben, 16 Gewehre aller Art, barunter brei umgebaute Militärgewehre, zwei Revolver, Fuchseisen unb Munition würbe beschlagnahmt. Den eigenen Vater erschossen. — Elf Jahre Zuchthaus. Das Schwurgericht in Kempten (Allgäu) verurteilte ben 41jährigen verheirateten Landwirt Josef Fickte! aus Untergermaringen wegen Totschlags an feinem Vater, bem 63jährigen Austragsbauem Georg Fichtel, zu elf Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehrverlust. Josef Fichtel hatte am 16. März b. I. seinen Vater nach einer Streitigkeit über Gelbfragen burch einen Revolverschuß in ben Unterleib getötet, nachbem ein erster Schuß bie Kleibung seines eigenen Kinbes burchbrungen hatte, bas sich schützenb vor ben Großvater stellte, unb in bem Gebetbuch steckenblieb, bas der alte Mann in ber Brusttasche über bem Herzen zu tragen pflegte. Großer hoteldiebstahl in Berlin. Ein noch unaufgeklärter Hotelbiebstahl würbe in einem Luxushotel im Berliner Westen verübt. Dort wohnte ein Schweizer Gutsbesitzer, Graf K. Er hatte in Deutschlanb größere Einkäufe getätigt unb au diesem Zwecke Bargeld flüssig gemacht. In seinem Koffer, der mit einem Sicherheitsschloß versehen war, verwahrte der Graf 10 000 Mark in Tausend-, 5000 Mark in Hundertmarkscheinen, den Rest in kleineren Noten. Da er beabsichtigte, in Kürze wieder in die Schweiz zurückzureisen und bereits Fahrkarten besorgt waren, brachte er das Geld nicht mehr in den Hotelsafe, sondern ließ es im Koffer. Als er von einem Ausgang zurückkehrte, war das Geld verschwunden. Während ber Abwesenheit hatte sich ein Hoteldieb eingeschlichen unb mit Nachschlüsseln ben Stoff er geöffnet. Alle Nachforschungen näch dem Dieb waren bisher erfolglos. Fünf weitere Todesopfer des französischen Eisenbahnunglücks. Havas meldet aus Evreux, daß fünf in den Krankenhäusern liegende Opfer des Eisenbahn-Unglücks ihren Verletzungen erlegen find. Unter den Trümmern liegen übrigens noch immer Leichen; ihre Bergung wurde durch die technische Untersuchung über die Ursache des Unglücks verzögert. Kleine politische Nachrichten. Wie bereits gemeldet, wird die Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler am Freitag um 22.15 Uhr von Wachsplatten wiederholt. Neben der Funk stunde Berlin, dem Bayerischen Rundfunk und der Schlesischen Funkstunde werden auch der Ostmarkenrundfunk und der Mitteldeutsche Rundfunk diese Rede übernehmen. * Der amtierende Präsident des Völkerbundsrats hat entsprechend dem letzten Beschluß der Völker- bundsversammlung zum Oberkommissar für die Flüchtlinge aus Deutschland nach Rückfragen bei verschiedenen Regierungen den amerikanischen Professor James Macdonald ernannt. * Der Newyorker Bürgermeister O' Brien hat die für den 29. Oktober geplante Feier eines Deutschen Tages in* Newyork untersagt. Papst Pius XI. hat Bischoff Hilf rich von Limburg in Prioataudienz empfangen. Der Herr Reichspräsident hat den Reichskommis» sar Domänenpächter Backe zum Staatssekre- t ä r im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Der Reichspräsident empfing den zur Zeit in Berlin weilenden langjährigen Präsidenten des japanischen Herrenhauses, Fürst T o k u g a w a, der von dem japanischen ^Botschafter begleitet war. Die deutsch-holländischen Transfer- Besprechungen konnten im Haag zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden. Die holländischen Forderungen sollen zu 50 o. H. in bar und zu 50 v. H. in Strips beglichen werden, wobei die Strips jedoch zu 100 o. H. eingelöst werden. Eine zweite deutsche Delegation wird Vorbespre- chungen über die Verlängerung des bis zum Iah- resende ablaufenden Handelsabtommens vom 27. April 1933 haben. * Frankreich hat den Z o 11 w a f f e nft iIIft a nb gekündigt. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit über Zentraleuropa hat sich erheblich verstärkt. An der Rückseite des Wirbels über der Nordsee fließt fortgesetzt kühle maritime Luft abwärts und gestaltet das Wetter unfreundlich und regnerisch. Da keine Anzeichen für die Verlagerung des Tiefs vorhanden find, ist auch vorläufig nicht mit einer Wetterbesserung zu rechnen. Aussichten für Samstag: Vielfach bewölkt und regnerisch, ziemlich falt. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des unfreundlichen und naßkalten Wetters. Lufttemperaturen am 26. Oktober: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 27. Oktober: morgens 4,6 Grad. Maximum 11 Grad, Minimum 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Oktober: abends 7,9 Grad; am 27. Oktober: morgens 6,7 Grad Celsius. — Niederschläge 3,8 mm. — Sonnenscheindauer 3% Stunden. Nachdruck verboten! 85. Fortsetzung. Die Ist worden? Herbst —Winter! bestickten Gauchoanzug. Die Augen, die übergroßen dunkelblauen Augen aufbrechen?" Sie erhob sich schon, und ehe die neue Programm» nummer auftrat, hatten sie den Ausgang erreicht. Draußen sahen sie sich beide wie fragend an, und stumm gingen sie die Georgenstraße hinunter. 21. Friedrichstraße war ihnen zu belebt. Plötzlich blieb Olga stehen. „Was sagen Sie nun, Herr von Malten? 2'1 Marlene nicht eine wundervolle Künstlerin ge» Ein Lied vom Glück Vornan von Anny von panhuys. In dem kleinen Wohnstübchen aber besprachen Paul Werner und die Baronesse dasselbe Thema. Olga meinte: „(fr wird stutzen, wenn er Marlene als Argentinierin sieht." Der alte Herr lächelte: „Endlich werde auch ich mein Mädel so sehen, ich freue mich auf Marlenes Auftreten in Berlin." Beide verabredeten, Marlene dürfe nichts von Achim von Mallens Besuch erfahren. Erst sollte er sie auf der Bühne sehen. Am nächsten Tage in aller Frühe depeschierte Marlene schon von Leipzig aus. „Komme zu Euch, treten heute abend schon in Berlin auf!" Da erklärte Olga dem alten Herrn: „Frische Fische, gute Fische! Ich möchte gleich heute nach Berlin, und nach achtzehn Uhr suche ich Herrn von Malten Im Adlon auf." Der alte Herr hatte nichts dagegen. ,Zch schaue mir die vier Argentinier erst an, wenn Marlene bei uns gewesen ist." Olga war froh, allein fort zu können; sie sehnte sich danach, Ramon Vega wiederzusehen. • Olga fragte im „Adlon" nach Achim von Malten. Es war sechzehn Uhr dreißig Minuten. Sie mußte ein wenig warten, und dann erschien er, lud sie zum Tee ein. Sie wehrte ab: „Es wird spät werden, ehe sie Marlene sehen können — wie wäre es, wenn wir die Zeit bis dahin im .Wintergarten' verbrächten? Ich sehe Varietenummern gar zu gern." Er erwiderte zögernd: „Ehrlich gestanden, Ba» ronesse, bin ich für so etwas nicht in der richtigen Stimmung." Sie lächelte: „Die Stimmung findet sich schon ein. Nebenbei bemerkt, kann Marlene erst morgen nach Haufe zu ihrem Vater kommen; doch Sie und ich, v>ir werden sie heute noch sehen." Er blickte sie verständnislos an. „Was ist denn nur mit Marlene? Ich werde aus allem nicht klug." Sie erwiderte: „Sobald Sie Marlene, wenn auch nur von weitem, gesehen, wissen Sie viel, wissen Mit einemmal gab es keine Rätsel mehr. Er begriff, was die Baronesse mit ihren Rätselworten gemeint hatte, und begriff, weshalb sie durchaus in den „Wintergarten" mit ihm gewollt. Alles war ihm jetzt klar. Er ließ keinen Blick mehr von Marlene; ober dann sah er unwillkürlich auch die drei Herren da oben genauer an. Hübsch waren sie alle; aber der eine, der jetzt seinen Stuhl vorgerückt hatte und allein sang, schien ihm wie ein Feind. Welche gesährlichen Augen, welch fremdartig reizvolles Gesicht hotte der Mensch. Quälend war dos Gefühl, das ihn erfaßt hatte; er erschien sich sehr unbedeutend und flach neben dem auffallenden Sänger, in dessen Nähe Marlene jetzt lebte, mit dem sie durch die Welt zog und leiden- schaftliche Liebeslieder sang. Er wollte etwas zu seiner Begleiterin sagen und merkte erst jetzt, mit welcher Inbrunst und Hin- gebung die Augen der Baronesse an dem Sänger hingen. Wie aber stand es um Marlene? Vielleicht galt ihr der Sänger wirklich etwas, weil sie sich zu dieser Truppe gefunden. Er erwachte wie aus einem Traum, als die vier noch tobendem Beifall von der Bühne verschwanden, und er starrte noch immer auf die Stelle, wo er sie gesehen. Sie erschienen noch einmal. Die drei Männer begannen mit Gitarrenspicl. Marlene trat vor, sang mit ihrer weichen, bezaubernden Stimme: „Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt!" Sie sang das kleine Lied als Zugabe, und das Publikum faßte die Zugabe so auf, wie sie aufgefaßt werden sollte. Als Dank für den Beifall schenkte ihnen die Argentinierin ein deutsches Lied. Die mela- diöse, einfache Weise gewann die Herzen, und von Beifallswogen umbrandet, stand Marlene da oben und verneigte sich mit leichtem Lächeln immer wieder. Achim von Malten lag das Herz schwer in der Brust. Marlene schien ihm fern, so nahe sie ihm m Wirtlichkeit auch war. Sie gehörte jetzt einer Welt an. die er nicht kannte, und dieser Partner mit dem dämonischen Aeußeren hatte sie vielleicht vergessen lassen, daß es einen Mann gab, den sie zu lieben geglaubt, und der sie gar so bitter schwer gekränkt. Er flüsterte Olga zu: „Nun können wir wohl darf meine Stimmung nicht in den Dordergrund I schieben." Erst ging man noch eine Tatze Kaffee trinken, bann schlug man den Weg nach dem „Wintergarten" ein. Olga sah dort sofort die Bilder der vier Argentinier und führte Achim von Malten so geschickt, lenkte ihn durch Plaudern so ab, daß er gar nicht dazu kam, die Bilder zu betrachten. Wahrscheinlich halle er auch ohne Olgas Bemühungen den Bildern keinen Blick geschenkt. Das DarietLprogramm interessierte ihn gar nicht. Beide saßen dann ziemlich nahe der Bühne, und als die Vorstellung begann, achteten beide kaum darauf. Der Sinn des Mannes war bei Marlene. Er haue lieber in einem stillen Winkel abgewartet, bis ihn die Baronesse dorthin brächte, wo er Marlene ahe. Olga aber fieberte der Nummer entgegen, in der sie Marlene und Ramon Vega Wiedersehen würde. Manchmal heuchelte Olga Interesse, behauptete, die Tänzerin oder der Zauberkünstler wären hervor- ragend. Und immer war Achim von Malten ihrer Meinung. Er fragte einmal: „Liegt Ihnen lehr viel daran, das ganze Programm zu sehen, Baronesse?" Sie antwortete: ,Zch möchte wenigstens noch »Los quatro Argentinos* hören; sie sollen sehr gut sein." _ Er neigte den Kopf. „Ganz, wie Sie wunjchcn, Baronesse"; aber keine innere Stimme sagte ihm, daß die vier Argentinier seine ganze Aufmerksamkeit fesseln würden. So kam nach der Pause die Nummer dran. Olga preßte die Linke aufs Herz, das sich gar |o aufrührerisch gebärdete, und sie saß ganz starr, sah wohl Marlene; aber noch mehr, viel mehr sah sie den Mann, den sie liebte, nach dem sie sich in Sehnsucht verzehrte. Da stand er, schlank und stolz. Olgas Blick saugte sich fest an seinem tiefbrünetten Gesicht, seinen Augen und seinem leicht spöttischen Lächeln. Ihr war es, als müsse sie aufspringen und zu ihm emporrufen: Hier bin ich, nimm mich noch einmal in deine Arme wie damals, ich komme ja nicht mehr los von dir! Sie vergaß ganz, auf Achim von Malten zu achten. Der hatte kaum flüchtig auf die Bühne geschaut; er sah vor sich hin, die Vorstellung langweilte ihn. Nun fangen die vier da oben, und aus dem Gesang hob sich eine Frauenstimme. Jetzt horchte Achim von Malten auf; die Stimme kannte er. Unter Tausenden von Stimmen hätte er sie herausgekannt. Er stutzte -und musterte forschend die dunkel gepuderte Argentinierin in dem grauen Er blickte ernst und traurig. ,Zetzt wage ich mich nicht mehr mit meiner Bitte um Verzeihung an Marlene heran." Eifersucht 'aß ihm im Blut, und er faßte Olgas Hand: „Baroness«, bitte, die Wahrheit! Das bedeutet dieser Mensch, der mit der Zigeunerhaut, für Marlene? Gibt es da Zusammenhänge?" Ganz scheu wurde nun seine Stimme: .Liebt sie ihn etwa? Es ist ein gefährlicher Mensch für Frauen, glaube ich. Sagten Sie deshalb, wenn ich Marlene gesehen, wurde ich sie vielleicht von selbst gar nicht mehr sprechen wollen? — Die Wahrheit. Baronesse! Sagten Sie es deshalb?" Olga war betroffen von feiner Auffassung und schüttelte heftig den Kopf. „Nein, nein, bewahre! Ich meinte nur, wenn Sie Marlene in diesem fremden Milieu sähen, gegen das Sie vielleicht ein Vorurteil haben, wollten Sie Star- lene möglicherweise gar nicht mehr sprechen. Der Mann, der Sänger, ist für Marlene nicht gefährlich. Er ist ihr Ehes, nicht mehr. Er respektiert Marlene wie nur irgendeiner." Sie zog ihn weiter. ..Der braucht Marlene nicht; er ist viel zu geschäftstüchtig, um sie kopfscheu zu machen. — solche Kraft ftndet er nicht alle Tage wieder. Und bann, dem rennen die Frauen und Mädel nach wie nicht gescheit." Ihre Stimme war wie ein Weinen. Hallo? Achim von Malten begriff. Das schmale, rotblonde Baronehchen liebte den Sänger, und irgend etwas spielte zwischen ihm und ihr, was ihr die Worte eben erpreßt. Er aber fühlte sich leichter. Für Marlene bestand keine Gefahr. Er sagte leise: „Arme Baronesse!", und nach einem Weilchen: „Ich wäre glücklich, Marlene sprechen zu dürfen!" Olga dachte: Vielleicht gelang es wirklich, zwei, die sich liebten, wieder zu vereinen, und sie antwortete: „Wollen irgendwo in der Nähe ein stilles Eckchen suchen, ich gehe bann; t ben .Wintergarten' unb versuche in Marlenes voarberobe zu kommen. Ich bringe sie Ihnen bann, bas heißt, wenn sie mit- kommen will." Er war einverstanden, unb sie gingen in einen Wartesaal bes Bahnhofs Friedrichstraße. Olga eilte gleich wieder fort; Achim von Malten aber blieb zurück wie ein Trunkener. Er vermochte kaum noch klar zu denken. Ob Marlene wirklich hierherkam? Ob sie ihn sehen machte? Sie hatte ihm heften wollen, sonst hätte sie ihm nicht das Kleeblatt schicken lassen, also zürnte sie ihm nicht unerbittlich. Zwischen Enttäuschung und Hoffnung hin unb her geworfen, wartete er. Minuten würben ihm zu Stunden — zu Ewigkeiten. Schluß folgt. Sie alles." „Das Geheimnis erscheint mir jetzt noch viel geheimnisvoller", gab er zurück. „Aber wenn Sie in den .Wintergarten' möchten, führe ich Sie natürlich „ dorthin; ich bin Ihnen ja vielen Dank schuldig und I kannte er, wie er die Stimme kannte. Motorrad- Stiefel 1350 Marsch-Stiefel schwarz,braun.R'box hochwertige Qualität Ä V 21so Schuhe, die jeder Witterung trotzen - die aber dabei preiswert sind: Herren - Schuhe Damen-Schuhe bequeme Ausführung in Ein- und Zweispangen ........... Knaben-Siiefel kräftig, wie sie der Junge braucht 31 35... 6.50 550 von Das führende Fach-Geschäft in der Turnhalle. €620 D Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Stellenangebote| Achtung! Gießen. Asterweg 47. «HD Drogerie W. Kilbinger ■acht. 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