Nr. 226 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 27.8eptember 1953 Erschein» »Ügllch, autza Aonniags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« Gießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholl« Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ern|prechanfd?lüfle anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten- Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Krankfvrl am Main 11686. Gietzenn Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Universttätr Buch' und Steindruckerel R. Lange in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme oon Anzeige» für die Tagesnurnrner bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mtn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Randnoten. Wie in grauer Vorzeit die germanischen Stämme zu ihrem Thing, ihren großen Volksversammlungen zusammentraten, so 'werden am Tage des Erntedankfestes auj allen Gauen, aus dem entlegenen Osten, aus den Marken des Bayernlandes, vom Rhein und der Elbe, aus dem Herzen des Reiches ebenso wie den Randgebieten viele, viele tausend deutsche Bauern an einer uralten germanischen Thingstätte, auf dem Bückeberg bei Hameln, zusammentreten. Sie werden wie einst oon Mann zu Mann einen Gedankenaustausch pflegen, der Süddeutsche wird dem Volksgenossen aus dem Norden die Hand reichen, sie werden von ihren Nöten und Sorgen, von Vergangenem und Künftigem sprechen, sie alle werden aber den Worten des Kanzlers lauschen, der zu ihnen kommt, um mit ihnen Gott für den reichen Erntesegen dieses Jahres zu danken, um ihnen aber auch das Selbst- bewußtsein wieder zu wecken, das so manchem Mann, der hinter der Pflugschar geht, in den letzten Fahren geschwunden ist. Wurde doch die Kluft zwischen Stadt und Land immer tiefer, ging doch die Achtung vor dem Nährstand immer mehr zurück. Der Landmann fühlte sich ^urückgesetzt, in ihm wich langsam die Freude am Beruf, das Vertrauen in das eigene Ich, der Glauben an seine Sendung. So wie sich der schaffende Städter am 1. Mai wie- derfand, so wird am 1. Oktober durch den Kanzler den Sendboten des deutschen Bauernstandes verkündet werden, daß von nun ab das Bauerntum nicht nur Teil des Volksganzen, sondern wieder festester Unterbau unseres Volkes ist, aus dem ihm täglich neue Kräfte erwachsen, der aber auch ohne Unterlaß zu schützen und zu sichern ist. Nicht ohne Grund ist für das Bauernthing der 8 ü d e b e r g gewählt worden, liegt doch zu seinen Füßen ein Stück deutschen Bodens, das so recht der Ausdruck bäuerlichen Willens und bäuerlicher Schaffenskraft ist. Kein Fleckchen Erde ist hier unbebaut, stolze Gehöfte mit Familien, die seit Jahrhunderten auf ihrer Scholle sitzen, liegen über das Land verstreut. Ein Menschenschlag sitzt hier zu beiden Seiten der Weser, dem eine unendliche Lebenskraft innewohnt, der stets von neuem Söhne und Töchter an die Nachbarstädte und Industriegegenden abgeben muh, weil Neuland nicht mehr vorhanden ist. So sorgt der deutsche Bauer aller Gaue schlechthin mit seinem Blute dafür, daß die Städte nicht veröden. Erlahmt die Kraft des deutschen Bauern, dann kommt das gesamte deutsche Volk zum Erliegen. Gerade darum ist das Treffen auf dem Büchlberg von ungeheurer nationaler Bedeutung, weil die Bauernoertreter die Worte und Mahnungen des Kanzlers in ihre Heimat bringen, damit sie hier wieder auf fruchtbaren Boden fallen. Und so wird und soll es alljährlich sein. Stets bleibt das Erntedankfest ein sichtbares Zeichen der Stärkung und Pflege des Bauernstandes, der unermüdlich für die Erneuerung unseres Volkes sorgt, dessen althergebrachte Ueberlieferungen, Sitten und Bräuche nicht verloren gehen dürfen, sondern der Nation erhalten bleiben müssen und der bis in seine letzten Fasern oon dem hohen Gedanken durchdrungen werden muß, daß er nicht um feiner selbst willen da ist, sondern durch seine natürliche Verbundenheit mit dem Boden höchste nationale Aufgaben zu erfüllen hat. * Der geistige Kampf um den neuen Staat kann sich nicht auf Gleichschaltung und Ueberwachung beschränken. Das sind äußere Behelfsmittel, die vorübergehend angewandt werden können, die aber abgelöst werden müssen durch die geistige und sittliche Erziehung im Sinne der nationalen und sozialen Erneuerung. Der Staat kann nicht zulassen, daß die Lebensströme, die die Gesittung des deutschen Volkes im ganzen, wenn nicht bilden, so doch stark beeinflussen, sich selbst überlassen bleiben. Zu diesen Lebensströmen gehören die Schaubühne, das Schrifttum, die Presse, der Rundfunk, sowie die Musik und die bildende Kunst. Die Mittel zur Erfassung der Lebensströme sind durch den ft ä n • b i f d) e n Aufbau gegeben, also durch die Eingliederung und Einoronuna in den Gesamtbereich des neuen Staates. Aeußerlich kennzeichnet sich das durch die Errichtung von Sonderkammern für das Schrifttum, für die Schaubühne, für die Musik, für die bildende Kunst, den Film und die Presse. Diese Sonbertammern werden überwölbt von einer R e i ch s k u l t u r k a m m e r , von der aus die Richtlinien für die geistige und seelische Erneuerung gegeben werden. Die Erneuerung ist aber nicht so gedacht, daß die Sonderkammern und die Reichskulturkammer dies und jenes verhindern oder anregen, sondern diese Kammern haben vielmehr die Aufgabe, alle Menschen, die im geistigen Bereich des Volkes tätig sind, mit dem Gedanken und dem Willensgut des neuen Staates zu durchdringen. Der geistige Kämpfer und Erzieher muß mit dieser Aufgabe aus Ueberzeugu rg und Erziehung verbunden fein, muß in sich fühlen, was dem deutschen Volke und dem neuen Staat frommt. Der Einfluß, der von diesen geistigen und künstlerischen Lebensströmen ausgeübt wird, ist so mannigfaltig und vielgestaltig, daß er in irgendeiner Form an das Volk heraytri11. Wo der Einfluß des Schrifttums oder der Presse auf- Stören, kann der Einfluß der Schaubühne, des Rund- unks, des Films sowie der Musik und der bilden- en Kunst einsetzen. Auch der umgekehrte Weg ist möglich, aber in dem einen wie dem andern Falle ist das Ergebnis auf die Willensbildung sowie auf öie geistige und seelische Gesittung des ganzen Volkes unvermeidlich. Aie Schule erfaßt zwar eindrucksvoll die Heranwachsende Jugend, aber der geistige Einfluß, dem das deutsche Volk nach der Schule ausgesetzt ist, kommt aus den ßebensftrö- Künstliche pause in Genf. Die Generalaussprache in der Völkerbundsversammlung verschoben — Niemand will den Anfang machen. Genf, 26. Sept. (TU.) Das Präsidium der Döl- kerbundsoersammlung hat heute in längeren grundsätzlichen Verhandlungen den Verlauf der Hauptaussprache erörtert, in der die Großmächte alljährlich große politische Erklärungen ab- geben. Da offiziell keine Wortmeldungen Vorlagen, ist die ursprünglich auf heute nachmittag festgesetzte Hauptaussprache auf Mittwoch nachmittag verschoben worden. Es besteht in leitenden Kreisen der Eindruck, daß die Eröffnung der Hauptaussprache auf Schwierigkeiten stößt, da zunächst noch keine von den Großmächten die Neigung hat, in der gegenwärtigen schwierigen internationalen Lage grundsätzliche Erklärungen abzugeben. Das bisherige Arbeitsprogramm mußte daher geändert werden. An Stelle der ursprünglich vorgesehenen Vollversammlung tritt der Rechtsäusschuß zusammen. Die Wahlen zum Völker oundsrat sind auf Montag festgesetzt. Ein holländischer Antrag auf Behandlung der Flüchtlingsfrage ist auf eine der nächsten Sitzungen des Präsidiums verschoben worden. Em neuer Plan sieht vor, die Flüchtlingsfrage überhaupt nicht im Rahmen des Völkerbundes zu behandeln, sondern zwischen Deutschland, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Tschechoslowakei und Polen direkt. Man erklärt, daß es sich nur darum handeln könne, die technische S e i t e , die Unterkunft und Versorgung der deutschen politischen Flüchtlinge zwischen den Mächten zu erörtern. Die Gesamtzahl der politischen Flüchtlinge aus Deutschland wird mit 50 000 angegeben, von denen 27 000 in Frankreich und 4000 in Holland sein sollen. Ein Ausschuß des Völkerbundes beschäftigte sich mit der geplanten Ratsreform und beschloß, die Ratssitze zunächst vorläufig um einen z u erhöhen, um den Staaten, die nicht einer besonderen politischen oder geographischen Gruppe angehören, die Möglichkeit einer besseren Vertretung zu geben. Die Zustimmung des Völkerbundsrates und der Bundesversammlung ist erforderlich. Besuche bei der deutschen Abordnung. Genf, 26. Sept. (TU.) Von zuständiger deutscher Seite wird mitgeteilt: Zwischen dem polnischen Außenminister Beck, dem Reichsaußenminister Freiherrn oon Neurath und dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels fand Dienstagmittag eine Zusammenkunft statt, die Gelegenheit zu offener Aussprache über die deutsch-polnischen Fragen bot. Ferner stattete im Lause des Nachmittags der Schweizer Bundesrat Motta, der Führer des Departements der auswärtigen Angelegenheiten, den beiden deutschen Reichsministern einen Besuch ab. Hierbei kam es zu einem freundschaftlichen Gedankenaustausch über die allgemein politischen und die schwebenden deutsch-schweizerischen Angelegenheiten. In den späten Nachmittagsstunden statteten sodann der italienische Unterftaatsfretretär des Aeußern, Suvich, uni) der Kabinettschef Mussolinis, Botschafter Baron Aloisi, dem deutschen Außenminister einen Besuch zu einer längeren Unterredung ab. Es wird angenommen, daß es sich dabei um eine Fortsetzung der letzten Abrüstungsbesprechungen handelte. Daran anschließend stattete Staatssekretär Suvich Reichsminister Dr. Goebbels einen Besuch ab. Vertreter der Saarbevölkerung bei Reurath und Dr. Goebbels. Genf, 26. Sept. (WTB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath und Reichsminister Dr. Goebbels empfingen eine Abordnung vonVertretemderSaarbevölkerung, die die beiden Minister über die augenblickliche Lage im Saargebiet und die verschiedenen aktuellen Fragen eingehend unterichtete. Die Vertreter der Saar- bevolkerung haben ihre Anwesenheit in Genf dazu benutzt, mit führenden Persönlichkeiten anderer Länder und des VölkerbundssekretariatsFühlung zu nehmen. Der deutsche Außenminister hat andererseits heute auch den Präsidenten der Regierungskommissivn des Saargebietes Knox empfangen. pariser Gorgen. Beunruhigung über die italienische Initiative. Paris, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) In den Meldungen der Pariser Presse aus Gens wird vor allem davon gesprochen, daß die Italiener mehr und mehr die Rolle des Vermittlers übernehmen. „Petit Parisien" schreibt, man könne zwar nicht von einem italienischen Plan sprechen, jedoch fänden Sondierungen statt, um zu versuchen, dem Äon- trollsystem sein [tarres Oe präge zu nehmen, d i e Bewährungsfrist abzu- kürzen und die Vernichtung von Kriegsmaterial zu beschleunigen. Diese Sondierungen hätten bei Franzosen undEnglän- dem keine günstige Aufnahme gefunden. Frankreich halte an dem Grundsatz fest, daß nicht ausgerüstet werden dürfe und die Kontrolle wirksam bleiben müsse. „Matin" er- klärt, es sei eine große Annäherung zwischen der französischen und englischen These erzielt worden. Man habe sich aber über die Ausführungsbestimmungen noch keineswegs geeinigt. Die Auffassung der englischen Regierung von der Kontrolle weiche sehr merklich von der französischen ab. Der Genfer Sonderberichterstatter des „Intran- s i g e a n t" schreibt, England tue gerade so, als ob es sich nur um eine deutsch-französische Streitfrage handele und als ob es den Versailler Vertrag nicht mitunterzeichnet hätte. Italienischerseits habe man nie besondere Sympathie für den Völkerbund gezeigt, und wenn man heute hinter den Kulissen behaupte, Italien werde irgend etwas unternehmen, so könne es sich nur um einen Vorstoß in der Reoisionsfrage handeln. Der Viererpakt habe das bestimmte Ziel, die Ser- träge zu ändern. Italien versuche, außerhalb des Genfer Rahmens seine Tätigkeit fort- zusetzen. Glücklicherweise könne man noch auf die Vertreter der Kleinen Entente rechnen, die genau wüßten, daß alle Gefahr aus Berlin komme, und die deshalb den Frieden im Rahmen der bestehenden Verträge festigen wollten. Gegen internationale VmnnenverMer. Oer Stellvertreter des Führers stellt Lügen fest. — Ein Hetzer entlarvt. B e r I i n, 26. Sept. (ERB.) Wie die NSK. mel- bet, gibt der Stellvertreter des Führers bekannt: In einigen Teilen des Auslandes hat sich die gegen Deutschland gerichtete Propaganda neuerdings der unwahren Behauptung bemächtigt, die NSDAP, erstrebe auf weitere Sicht d i e Einverleibung von Teilen der Schweiz, Hollands, Belgiens, Dänemarks usw. So unsinnig die Unterstellung ist, so findet sie nichtsdestoweniger hier und da Glauben. Die Reichsleitung legt daher Wert auf die Feststellung, daß kein ernsthafter Mensch in Deutsch- l a nd daran denkt, die Unabhängigkeit anderer Staaten auch nur anzutasten. * Der Genfer Sonderkorrespondent der „Frankfurter Zeitung" befaßt sich in einem Bericht an seine Zeitung mit der im Ausland verbreiteten Ansicht, Deutschland habe einen Plan zum, Einmarsch in die Schweiz ausgestellt. Er führt dazu aus: Leider hat sich die Schweizer Presse mit diesem angeblichen Plan ernsthaft auseinander- | gesetzt, ohne auf den ersten Blick die Bedeutungslosigkeit zu erkennen. Wie man weiß, war cs der „Petit P a r i s i e n", der gleichzeitig mit einem Warschauer Blatt diese Hetzerei veröffentlicht hat. Ihr Verfasser zeichnet mit „Augur" und ist das übelberüchtigte Redaktionsmitglied der Londoner „Times", Herr P o l l i a k o f f. Dieser Herr Polliakoff ist ein in diplomatischen Dingen versierter Russe, der vor nicht allzu langer Zeit nach langen Bemühungen die englische Staatsangehörigkeit erlangt hat, aber nichts anderes ist, als ein notorischer Handlanger für politische Aktionen, die keineswegs englischen Ursprunges sind und die dem Geschmack der englischen Oeffentlichkeit widersprechen. Wir glauben, daß dieser Hinweis genügen könnte, um die leider sehr stark betroffene öffentliche Meinung der Schweiz darüber aufzuklären, daß es sich bei dem Polliakoff'schen Plan um eine Arbeit handelt, die man-besser in denPapierkorb ge- warfen hätte. Oie Sowjetunion weist die deutschen Zeitungskorrespondenten aus. Berlin, 26. Sept. (WTB.) Wie bekannt, wurden Vertreter kommunistischer und so- zialistischer Zeitungen zu dem Reich s- tagsbrandprozeß in Leipzig nicht zu- gelassen, da auf Grund des Verhaltens der Zeitungen dieser Richtungen bereits vor Beginn des Prozesses eine objektive Berichterstattung nicht erwartet werden konnte. In Verfolg dieses grundsätzliches Ausschlusses sämtlicher kommunistischer und und sozialistischer Zeitungen konnte auch den Vertretern der Sowjetpresse die Teilnahme am Leipziger Prozeß nicht ermöglicht werden. Zwei Vertreter der Sowjetpresse In Berlin begaben sich trotzdem nach Leipzig, wo sie sich verdächtig machten und infolgedessen am 22. d. M. festgenommen, bereits aber nach einigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Die Tatsache, daß trotz der Nichtzulassung zum Leipziger Prozeß diese beiden Journalisten sich nach Leipzig begaben, kann nur als bewußte Umgehung einer Maßnahme, die im Interesse einer objektiven Berichterstattung über den Reichstagsbrandprozeß von den zuständigen Stellen getroffen worden war, gewertet werden. men, denen wir nicht einmal unmittelbar ausgesetzt zu sein brauchen, um dennoch unmittelbar ihre Wirkung zu spüren. 'Die Gestaltung der Sonderkammern sowohl wie der Reichskulturkammer ist dem R e i ch s m i n i - sterium für Volksaufklärung und Propaganda übertragen, das damit zu seinen vielen anderen Aufgaben wohl die schlechthin w i ch t i g ft e und entscheidende für den geistigen und politischen Aufbau des deutschen Volkes erhält. Viel ist auf dem Gebiet geistiger Beeinflussung in der November-Republik gesündigt worden. In den ersten Nachkriegsjahren hatten Schaubühne, Schrifttum, Film und bildende Kunst einen sittlichen Tiefstand erreicht, der vom Ausland als völliger Verfall des deutschen Volkes bezeichnet wurde. Die deutsche Presse, soweit sie außerhalb der Reichshauptstadt erschien, machte im großen und ganzen eine Ausnahme, sie blieb sich ihrer Pflicht bewußt, die Ueberlieferung zu bewahren, um das deutsche Volk für die sittliche Erneuerung vorzubereiten. * Gleichzeitig mit der Eröffnung der 14. Jahresversammlung des Völkerbundes findet in dem rumänischen Königsschloß S i n a i a eine Zusammenkunft der leitenden Staatsmänner der Klei- nen Entente statt, die durch die Anwesenheit des jugoslawischen und rumänischen Königs noch eine besondere Note erhält. Das Zusammentreffen der beiden Ereignisse ist keine zufällige Erscheinung. Vielmehr bedeutet es eine bewußte Demonstration gegen diejenige internationale Konstitution, auf die die Staaten der Kleinen Entente ihre Hoffnungen konzentriert haben, darüber hinaus aber auch gegen den großen westlichen Schutzherren der Kleinen Entente. Seit ier Diskussion um den Viermächte - Pakt konnte man eine deutliche Verstimmung vor allem in Prag wahrnehmen. Es war schon damals interessant zu sehen, daß ein so besonders eifriger Verfechter der Völkerbundsidee, wie Dr. Benesch, rund heraus erklärte, die Genfer Institution interessiere ihn nur insoweit und solange, als der dortige Kurs sich mit feinen eigenen politischen Zielen decke. Man wirft in Kreisen der Kleinen Entente der französischen Regierung vor, sie zeige in allen die Nachfolgestaaten betreffenden Fragen ein zu großes Entgegenkommen italienischen Wünschen gegenüber. Umgekehrt hat man von französischer Seite kürzlich in Prag feine Unzufriedenheit darüber ausgesprochen, daß die Tschechoslowakei zum deutsch-österreichischen Problem eine zu wenig entschiedene Stellung einnehme. Angesichts dieser Auseinandersetzung soll nach dem Wunsch Beneschs die jetzige Konferenz in Sinaia d i e Selbständigkeit der Kleinen Entente sowohl Frankreich als auch Italien gegenüber bekunden und festlegen. Es soll dabei offenbar auch mit größerer Schärfe, als gegenwärtig vom offiziellen Frankreich geschehen kann. den Plänen entgegengetreten werden, die Italien hinsichtlich der Organisation des Donauraums hat und die sich vor allem auf Oesterreich und Ungarn stützen. Die Kleine Entente ist bekanntlich als Bund oer drei Staaten, Rumänien, Jugoslawien und Tschechoslowakei, zur Niederhaltung ungarischer Revisions- und Restaurationsbestrebungen gegründet worden. Die Geheimverträge, die auch unter dem im Februar geschaffenen neuen Organisationsstatut fortbestehen, sehen z. B. für gewisse Fälle Truppenzusammenziehungen an der ungarischen Grenze vor. Die gleiche Methode soll nun auch, wie gewisse Wiener Meldungen aus Bukarest besagen, für bestimmte österreichische Eventualitäten ins Auge gefaßt werden. Solche Pläne würden allerdings einen bedenklichen Rückfall in ein machtpolitisches Denken bekunden, das ausschließlich an dem für eine fortschrittliche Entwicklung der europäischen Beziehungen unfruchtbaren Gedanken vom Sieger und Besiegten ausgerichtet ist. Die Ideen, die vor allem der nimmermüde Herr B e n e s ch verficht, scheinen trotz weitgehender Interessengemeinschaft der drei Staaten auch auf Schwierigkeiten zu stoßen. Rumänien unterhält sowohl zu Italien als auch zu Deutschland freundschaftliche Beziehungen, die es den tschechoslowakischen nicht zu opfern geneigt ift Jugoslawien seinerseits hat kein Interesse an einer Verschärfung der Gegensätze zu Italien. Diese Tatsache hat die Sowjetregierung zum Anlaß einer schwerwiegenden Maßnahme genommen. Sie hat den deutschen amtlichen Stellen mitgeteilt, daß sämtliche Vertreter der Sowjetpresse binnen drei Tagen aus Deutsch- land zurückgezogen würden und sie hat den deutschen Pressevertretern in Moskau nahegelegt, die Sowjetunion ebenfalls zu verlassen. Im Interesse der von Deutschland stets gewünschten freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion ist zu hoffen, daß dieses Ansinnen an die deutschen Pressevertreter in Moskau wieder zurückgenommen wird, um so mehr, als es doch keine begründete Gegenmaßnahme dafür sein kann, daß die beiden Berliner Vertreter der Sowjetpresse durch eigene Schuld sich der Möglichkeit einer Verhaftung aussetzten. Bei der Beurteilung der von der Sowjetregierung getroffenen Maßnahmen fällt erschwerend ins Gewicht, daß das Ergebnis der deutscherseits unverzüglich eingeleiteten Ermittlungen nicht a b gewartet wurde und diese Maßnahme auch ohne Rücksicht darauf erfolgt ist, daß sowohl von dem Polizeipräsidenten in Leipzig wie auch von der deutschen Regierung sofort das Bedauern ausgesprochen worden ist. Reichsbaudarlehen für Eigenheime. Berlin, 26.Sept. (ERB.) Der Reichsarbeits- Minister veröffentlicht Bestimmungen über Reichsbaudarlehen für Eigenheime. 20 Millionen Reichsmark in Arbeitsschatzanweisungen sind zur Forde- rung des Eigenheimbaues bereitgestellt. Als Eigen- Heime im Sinne der Bestimmungen gelten Einzel- Häuser, Doppelhäuser oder Reihenhäuser. Der Einbau einer zweiten Wohnung ist zu- lässig, ebenso die für einen kleinen Wirt- schaftsbetrieb erforderlichen Baulichkeiten. Die Herstellungskosten des Eigenheimes ausschließlich der Kosten des Grunderwerbes und der Geländeerschließung sollen in der Regel 8000 Mark nicht übersteigen. Ist eine zweite Wohnung eingebaut, so beträgt die Kostenhöchst- §renze 12 000 Mark. In erster Linie sind fernerer zu berücksichtigen, die über besonders viel Fremd- und Eigenkapital für den Bau verfügen. Dabei sind Schwerkriegsbeschädigte und Kinderreiche sowie solche Bewerber zu bevorzugen, die voraussichtlich den Lebensunterhalt ihrer Familien im Wege der Selbstversorgung erleichtern werden. Das Reichsbau- d a r l e h e n soll in der Regel 15 0 0 Mark nicht über st eigen. Ist eine zweite Wohnung eingebaut, so darf es um 1000 Mark erhöht werden. Für Schwerkriegsbeschädigte und Kinderreiche sind Zusatzdarlehen zulässig. Die Amortisationsquote wird auf 1 d. $)., die Höhe des Zinsfußes auf 4 v. H. festgesetzt. Daneben ist eine Verwaltungsgebühr vom 0,50 v. H. zu entrichten. Neue Existenz für ältere erwerbslose Angestellte Berlin, 26. Sept. (Vdz.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gibt nunmehr die Richtlinien für die Gewährung von Darlehen aus Reichsmitteln für erwerbslose ältere A n - gestellte bekannt. Im Zusammenhang mit der Darlehensgewährung macht der Präsident der Reichsanftalt u. a. auch auf das Gesetz zum Schutze des Einzelhandels aufmerksam, das naturgemäß beachtet werden müsse. Als erste Instanz für die Anträge gelten die Wohlfahrtsämter. Als Darlehensnehmer kommen über40Iahre alte A n g e st e l l t e in Betracht, die ohne aus- reichenden Erwerb sind und nach Lage des Arbeitsmarktes bis auf weiteres keine Aussicht auf Unterbringung in einer geeigneten Arbeitnehmerstellung haben. Weiblichen Personen kann in Ausnahmefällen gleichfalls ein Darlehen gewährt werden, foforn sie das 35. Lebensjahr überschritten haben. Mit Hilfe der Darlehen für erwerbslose ältere Angestellte dürfen nur Vorhaben gefördert werden, die die begründete Aussicht bieten, daß der Antrag- steiler eine dauerhafte Existenz erlangt. Insbesondere gilt als Voraussetzung, daß der Antragsteller die persönliche und beruf- liche Eignung für die von ihm angestrebte Tätigkeit sowie die nötigen Erfahrun gen und die erforderliche Zuverlässigkeit besitzt, daß ferner das Vorhaben Aussicht auf Erfolg bietet, daß ein wirtschaftliches Bedürfnis für diese Tätigkeit besteht und daß das Vorhaben in betriebstechnischer Hinsicht keinen Anlaß zu Bedenken bietet. Die Sicherung der Darlehensrückzahlung kann erfolgen vor allem durch die Gestellung, Uebertragung oder Verpfändung einer Hypothek oder Grundschuld. Auch ist die Bürgschaft von zahlungsfähigen Personen ermöglicht. Die Darlehen sollen regelmäßig einen Betrag von 1000 bis 2000 Mark nicht übersteigen. Die Verzinsung wird im Einzelfalle zwischen 3'/» und 4Vi Prozent im Jahre festgesetzt. Die Rückzahlung soll spätestens nach zwei bis vier Jahren in der Regel beendet sein. Der fünfte Tag des Prozesses gegen die ÄeichslagsbrandMer. Leipzig, 26. Sept. (WTB.) Am fünften Tag des Reichstagsbrandprozesses erklärt der Vorsitzende: Der Angeklagte v a n d e r L u b b e hat in der Voruntersuchung sehr präzise, deutlich und eindringlich gesprochen. Heute zeigt er sich zurückhaltend, spricht undeutlich und gibt manchmal widerspruchsvolle Antworten. Der Senat hat daher beschlossen, zu den weiteren Vernehmungen, soweit' jie den Angeklagten van der Lubbe betreffen, d i e l h n s e i n e r- zeit vernehmenden Personen zuzuziehen, die für morgen geladen werden sollen. Der Angeklagte Dimitroff erhebt sich und ruft: Ich möchte eine Erklärung abgeben, eine Berichtigung! Vorsitzender: Das lehne ich ab. Sie sind nicht berechtigt, bei jeder denkbaren Gelegenheit Erklärungen abzugeoen. Wann solche Erklärungen abzugeben sind, bestimmt die Prozeßordnung und bestimme im übrigen ich. Angeklagter Dimitross: Ich muß erklären, daß am Samstag den deutschen Zeitungen... Vorsitzender (unterbrechend): Halt, diese Erklärung lasse ich nicht zu. Heute wird die Der- nehmung van der Lübbes durchgeführt. Angeklagter Dimitrosf: Ich stelle fest, daß ich nicht die Möglichkeit habe ... Vorsitzender: Sie haben hier gar nichts festzustel- len. Sie haben sich mindestens zunächst an Ihren Verteidiger zu wenden. Angeklagter Dimitrosf (schreit erregt): Ich verteidige m i ch s e l b st hier. Van der Lübbes Brandstiftungen Das Wohlfahrtsamt Neukölln. Der Vorsitzende ruft nunmehr in entschiedenem Ton den Angeklagten Dimitrosf zur Ruhe und setzt dann die Vernehmung des Angeklagten van der Lubbe über die Vorbereitungen zu seiner Tat fort. Zu van der Lubbe gewandt sagt der Vorsitzende: Wir kommen jetzt zum Samstag, den 25. Februar. Bis zu diesem Tag waren Sie im Männe r he i m in der Alexandrinen- straße. Ist das richtig? Der Angeklagte van der Lubbe zögert bei dieser und bei allen folgenden Fragen des Vorsitzenden immer fast eine Minute, bis er seine einsilbige Antwort erteilt. Die Frage, ob er in der Nacht zum Samstag im Männerheim war, beantwortet er mit Ja. Vorsitzender: Wohin haben Sie sich am Sams- taamorgen begeben? Angeklagter: Zentrum. Vorsitzender: Sind Sie also ins Zentrum der Stadt gegangen, und sind Sie dabei auch am Rathaus und am Schloß oorbeige- kommen? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Haben Sie damals schon die Absicht gehabt, Rathaus und Schloß anzustecken? Angeklagter: Nein. Vorsitzender: Am Mittwoch vor dem Wohlfahrtsamt wurde doch in Ihrer Gegenwart geäußert, man müßte die öffentlichen Gebäude an- stecken. Sind Sie damals nicht auf den Gedanken gekommen? Angeklagter: Nein. Der Vorsitzende fraat den Angeklagten, ob er bei dem Gespräch vor Dem Neuköllner Wohlfahrtsamt auch selb st gesagt habe, es müßten öffentliche Gebäude angesteckt werden. Van der Lubbe: Nein. Vorsitzender: Sie haben früher gesagt, Sie seien am Samstag von der Alexandrinenstraße in Richtung Hermannplatz gegangen. Sie haben bann in der Liegnitzer Straße Kohlenanzünder gekauft. Auf die Frage, ob Sie ein Holländer feien, sollen Sie erwidert haben, Sie wären ein Rheinländer. Erinnern Sie sich dessen noch. Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Damals hatten Sie also schon den Entschluß gefaßt, die Anzündung oor- zunehmen. Angeklagter: Nicht endlich. Vorsitzender: Das heißt also, Sie wären noch n i cf) t f e ft entschlossen gewesen. Angeklagter: Ja. Aus weiteren Fragen ergibt sich dann, daß der Angeklagte in Richtung W ohlsahrtsamtNeu- kölln in Richtung Mittelweg gegangen ist. Dieses Wohlfahrtsamt liegt ziemlich einsam und ist eine lange Holzbaracke, die sich etwa 100 bis 120 Meter die Straße entlang erstreckt. Als der Angeklagte zum Wohlfahrtsamt kam, war es noch hell, so daß er sich noch einmal entfernte, um gegen 18.30 Uhr wiederzukommen. Vorsitzender: Wie sind Sie in das Wohlfahrtsamt hineingekommen? Angeklagter: Ich bin über die Latten gestiegen. Der Vorsitzende stellt weiter durch Fragen, die Aer Angeklagte immer nur zögernd und einsilbig mit Ja beantwortet, folgenden Tatbestand fest: Der Angeklagte hat in ein offenstehendes Fenster ein halbes Paket brennender Kohlenanzünder hineingeworfen. Dieses Paket fiel an eine geschlossene Tür. Es hat dort eine zeitlang weitergebrannt, auch die Tür angekohlt, ist dann aber ausgegangen. Van der Lubbe ist dann a u f das Dach geklettert und hat dort ein weiteres Paket brennender Kohlenanzünder hingeworfen, obwohl auf dem Dach Schnee lag. Dann ist er wieder heruntergeklettert und hat brennende Kohlenanzünder in ein anderes Fenster hineingeworfen. Die Brandstiftung wurde dadurch entdeckt, daß der in der Nähe stehende Polizeioberwachtmeister Albrecht von einem Zivilisten auf die auf dem Dach brennenden Kohlenanzünder aufmerksam gemacht wurde. Albrecht hat bann mit anderen Zivilisten das Feuer gelöscht. Rathaus und Schloß. Aus den weiteren Vorhaltungen des Vorsitzenden, auf die der Angeklagte nur zögernd bestätigend antwortet, ergibt sich, daß der Angeklagte sich dann schnell entfernt und mit der Untergrundbahn nach dem Alexanderplatz gefahren ist. Er ist dann die Königstraße entlang gegangen und etwa um 1945 Uhr am Rathaus eingetroffen. Vorsitzender: Das Rathaus hatten Sie sich wohl schon vorher am Tag angesehen. Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Und da hatten Sie gesehen, daß in einem Kellerraum ein Fenster offen stand? Angeklagter: Ja. Aus die Frage des Vorsitzenden, was er nun an Auf die Frage des Vorsitzenden, was er mit den Brandstiftungen erreichen wollte, antwortete van der Lubbe, daß er das zu jener Zeit selbst nicht gewußt habe. Der Vorsitzende weist auf die Gespräche hin, die van der Lubbe vor dem Wohlfahrtsamt geführt habe. In Deutschland ginge es v i e l z u langsam, die Arbeiter seien viel zu feige. Van der Lubbe habe sogar einmal gesagt, er bleibe nur noch bis zum 5. März in Berlin, und wenn b i s dahin nichts gemacht wäre, werde er wieder nach Holland zurückkehren. Es handele sich durchweg um Aeußerungen, die meist ausklingen in die Schlußworte: Es müsse Revolution gemacht werden, es sei noch nicht zu spätdazu. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob dies die Absicht bei den Brandstiftungen gewesen sei, antwortete her Angeklagte mit 91 e i n. Vorsitzender: Sie haben aber doch erst gesagt, die Arbeiter sollten aufgerüttelt werden. Wodurch sollten Sie denn aufgerüttelt werden? Angeklagter: Kann ich nicht sagen. Vorsitzender: Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem Angeklagten einmal seine politische Einstellung vorhalten, wie er sie vor dem Untersuchungsrichter am 23. April geäußert hat. Auf die Frage, wogegen er protestieren wollte, hat der Angeklagte damals folgendes gesagt: Ich wollte protestieren gegen dasSystem, das heute von den N a t i o n a l s o - zialiften ausgeübt wird, man kann auch besser sagen gegen daskapitalistischeSy- ft e m. Unter kapitalistischem System verstehe ich den ganzen heutigen gesellschaftlichen Ausbau. Was ich für einen Aufbau haben will, kann ich nicht sagen. Ich sehe in dem gesellschaftlichen Streben Kräfte, die einen neuen Aufbau bestimmen werden. Die neuen Kräfte, die ich i n d e m K l a s - fenauftreten des Proletariats sehe, will ich unterstützen. Ich will damit sagen, daß es sich um völlig neue Rechte handelt, die darin bestehen, daß Gruppen des Proletariats, bloßgelegt vom Kapitalismus, selbständig auftreten. Ich unterstütze diese Kräfte, wo sie zum Ausdruck kommen. Was sie dann machen sollen, daß bestimmen diese Kräfte selbst. In dem Moment, wo ich mich beteilige, weiß ich auch, was das für Kräfte sind. Las heutige kapitalistische System will ich beseitigen dadurch, daß die Klassenkräfte des Proletariats total zum Ausdruck gebracht werden. Die Ueberroinbung und Vernichtung des Kapitalismus kann nicht geschehen durch den Stimmzettel. Sie kann nur geschehen durch das tatkräftige Auftreten der werktätig e n K l a s s e. Das ist natürlich d i e Revolution. Um zu einer Revolution zu kommen, tut Fortentwicklung not. Fortentwickelt werden muß das selbständige Auftreten, das man schon in den letzten Jahren bei einzelnen Gruppen der Arbeiter im Klassenkampf gesehen dem offenstehenden Kellerfenster in der Rathausstraße gemacht habe, erwidert der Angeklagte: Ein Brandpaket hineingeworfen. Der Angeklagte hat sich auch hier wieder schnell entfernt. Der Vorsitzende verliest aus der Anklageschrift, daß dieser Brand sich etwas intensiver entwickelt hat als der im Wohlfahrtsamt. Wenn das Feuer nicht rechtzeitig gelöscht worden wäre, hätte es leicht einen großen Umfang annehmen können, da - die neben dem Brandzimmer gelegenen Lagerräume leicht brennbare Gegenstände enthielten. Van der Lübbes Verteidiger, Dr. S e u f f e r t, fragt den Angeklagten, ob er denn erkannt habe, daß die hinter dem Fenster gelegenen Räume a l s Wahnräume dienten. Der Angeklagte bejaht diese Frage. Dan der Lubbe ist vom Rathaus zum Schloß gegangen. Dort war vor dem großen Eosander- portal an der Westfront ein Baugerüst aufgestellt. An der Gerüstleiter ist der Angeklagte zum Dach hinaufgeklettert und hat in ein offen stehendes Doppelfenster ein halbes Paket brennender Kohlenanzünder mit dem Erfolg geworfen, daß das Fenster- kreuz Feuer fing und die Stube verqualmt wurde. Dann sah van Der Lubbe auf dem Dach an einer Mauernische ein Laubengerüst, an dem im Sommer Grünpflanzen emporkletterten. Lubbe ver- suchte, die Gerüststange der Laube in Brand zu setzen, zunächst mit Kohlenanzündern, dann mit Streichhölzern. Er hatte einige der Stangen «er- brannt, einige waren auch angekohlt, doch hatte der starke Wind auf dem Dach sehr bald das Feuer gelöscht. hat. Unter Revolution verstehe ich die Beseitigung des kapitalistischen Systems durch gewaltsamen Uebergang zum proletarischen Sy st em. Die Anzündung des Wohlfahrtsamtes war eine kleine Strömung in dem großen Strom der Revolution, weine Handlung, so Hal van der Lubbe gesagt, war lediglich Mitarbeit. Meine Handlung kann die Entwicklung der Revolution nicht bestimmen. Vorsitzender: Sind Sie bei den Brandstiftungen im Wohlfahrtsamt, im Schloß und im Rathaus allein gewesen? Angeklagter: I a. Vorsitzender: Sie sagten schon anfangs, Sie hätten diese Brandstiftungen aus s i ch heraus unternommen. Sie sind der Ansicht, daß eine Aende- rung der jetzigen Anstände in Ihrem Sinne nur mit Gewalt erfolgen könne. Sie haben weiter gesagt, daß eine Revolution nicht zu vermeiden wäre. Wollen Sie sich auslassen zu dem, was ich eben als Ihre Ansicht vorgetragen habe? Der Angeklagte van der Lubbe hält den Kopf tief !;ebeugt und schweigt. Nach einigen Minuten ragt der Vorsitzende: Ist das Ihre Ansicht, daß as Volk, daß die Proletarier aufgemuntert werden müssen, damit sie in Bewegung kommen, damit sie sich selbst zur Befreiung bringen müßten und daß das mit Gewalt geschehen müsse? Van der Lubbe verharrt in gebeugter Haltung weiter im Schweigen. Der Vorsitzende fragt den Sachverständigen, Medizinalrat Schütz, wie man den Angeklagten zur Beantwortung der Frage bringen könne. Medizinal- rat Schütz erklärt, die einzige Möglichkeit sei zu- reden. Wenn er dann immer noch nicht antworte, dann wolle er nicht antworten. Er sei der lieber« zeugung, daß van der Lubbe sehr wohl der Verhandlung folget und auch sehr wohl auf die Fra- gen antworten könne, wenn er das wollte. Er halte das ganze Verhalten van der Lübbes für eine ganz typische und zielbewuhte Verteidigungs- Haltung. Van der Lubbe wolle also nicht antworten, weil er dies für das Beste halte und weiche bewußt den Fragen aus. Auf wiederholte Fragen des Vorsitzenden schweigt van der Lubbe weiterhin hartnäckig und ändert seine Haltung nicht. Vorsitzender: Dann müssen wir diese Auslassun- gen durch Vernehmung des Untersuchungsrichters feststellen. Der Angeklagte hat gesagt, als er gefragt wurde, weshalb er gerade das Wohlfahrtsamt angesteckt hätte, man könnte, wenn man eine so große Sache vorhabe und sein Ziel erreichen wolle, nicht darauf Rücksicht nehmen, daß Schaden entsteht. Es war ihm nämlich gesagt morgen, er hätte dadurch die Erwerbslosen selbst geschädigt, weil bei einem Gelingen der Brandstiftung einige Tage die Auszahlung der Unterstützung Welche Absicht verfolgte van der Lubbe mit den Brandstiftungen? behindert worden wäre. Dan der Lubbe hat wet« ter gesagt, das Schloß sei ihm als Objekt be» anders geeignet erschienen, weil es im Zentrum )er Stadt liege und, wenn es gebrannt hatte, hohe Flammen entstanden wären. Daß van der Lubbe sich gerade die öffentlichen Gebäude zur Brandstiftung ausgesucht hat, hat er in der Voruntersuchung damit erklärt, daß er ja das gegenwärtige System bekämpfe und darum ich an die Gebäude halten wollte, die zu diesem eben gehörten. , Auf Anweisung des Vorsitzenden gibt der bulgarische Dolmetscher dann den bulgarischen Angeklagten eine kurze Darstellung der Vernehmung van der Lübbes. Popoff erklärt, er habe aus den Aussagen van der Lübbes nicht entnorn» men, daß er an der Brandstiftung beteiligt sein soll. Vorsitzender: Die Beteiligung an diesen drei Brandstiftungen wird Popoff auch nicht zur ß a ft gelegt. Popoff: Ich habe van der Lubbe niemals im Leben gesehen, und habe nichts mit ihm zu tun. Auch der Angeklagte T a n e f f erklärt, die Brand- ftiftungen feien eine persönliche Angelegenheit van der Lübbes, mit der er nichts zu tun habe. Der Angeklagte Dimitrosf erklärt: Wenn van der Lubbe normal ist, wie die Sachverständi- gen-Professoren feststellen wollen, dann gibt es nach meiner Meinung nur eine einzige Hypothese, daß van der Lubbe ein großes Verbrechen gegen das Proletariat begangen hat und unter der Last dieses Bewußtseins schweigt. Der Angeklagte zeigt dabei mit dem Finger auf van der Lubbe und spricht von einem kläglichen Verhalten. Er stellt dann folgende Frage an van der Lubbe: Hat dieser Mann einmal in seinem Leben meinen Namen gehört? Vorsitzender: Sie sollen sich auf die drei Einzelbrände beschränken. Sie sind in der Anklage nicht beschuldigt, daran beteiligt zu fein. Folglich gehört diese Frage nicht hierher und ich lehne sie ab. Dimitrosf: Hat van der Lubbe die Protokolle persönlich durchgelesen und unterschrieben? Vorsitzender: Diese Frage lehne ich ab. Dimitrosf: Eine dritte Frage: Hat van der Lubbe mit jemand persönlich über diese drei Brände gesprochen^ Vorsitzender: Was soll diese Frage bezwecken? Dimitrosf: Ob er mit jemanden Vereinbarungen darüber getroffen hat. Vorsitzender: Diese Frage lehne ich ab. Dan der Lubbe hat gesagt, er habe die Sache aus sich heraus gemacht. Dimitrosf: Eine letzte Frage: Warum hat van der Lubbe dieses ungeheure Verbrechen gegen b i e Arbeiterklasse und gegen den Kommunismus begangen und in i t wem? Vorsitzender: Diese beiden Fragen lehne ich^auch ab. Ich lasse keine weiteren Fragen von Ihnen zu, weil ich der Ansicht bin, daß Sie nur Fragen stellen, die entweder schon beantwortet sind oder nicht zur S a ch e gehören. Der Senat zieht sich zurück und beschließt, ob er Sie noch anhören will. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende folgenden Beschluß: „Der Senat hat beschlossen: Weitere Fragen des Angeklagten Dimitrosf werden nicht zugelassen, weil Dimitrosf mit dem Fragerecht Mißbrauch getrieben und die Fragen nur gestellt hat, um kommuni st ische Agita tion zu treiben". Er fügt hinzu: Dimi- troff, wenn Sie Anträge zu stellen haben, so wenden Sie sich an Ihren Verteidiger! Dimitrosf ruft: „Ich protestiere!" und setzt sich Dann. Die weitere Verhandlung wird dany auf Mittwoch vertagt. Ausländischer Besuch bei van der Lubbe. Der Angeklagte macht einen gesunden und intelligenten Eindruck. Leipzig, 26. Sept. (TU.) Der schwedische Kriminalpsychologe Prof. Dr. Harry So e der» man von der Universität Stockholm, der als Zuhörer dem Reichstagsbrandstifterpro^eß beiwohnt, und der holländische Journalist Johann Luger vom „Telegraaf" haben in Begleitung des Verteidigers Rechtsanwalt Scuffert van der Lubbe länger Zeit allein gesprochen. Sie fanden den Angeklagten bei einem Spaziergang im Garten des Untersuchungsgefängnisses vor. van der Lubbe antwortete ausführlich im Satz und hat überhauot nach den Schilderungen der beiden Herren auf sie den Eindruck gemacht, daß es sich bei ihm um einen durchaus gesunden und normalen Menschen handelt, der aber scheu und in s i ch gekehrt ist und zunächst mit sehr großer Freundlichkeit behandelt werden muß, ehe er aus sich herausgeht. Sie hatten den Eindruck, daß er über jede an ihn gerichtete Frage erst lange Zeit nachdenkt, bevor er darauf antwortet. Die Herren sind dann in das Untersuchungsgefängnis gegangen, wobei van der Lubbe sehr lebhaft die Treppe hinaufsprang. In der Zelle, in der van der Lubbe als Untersuchungsgefangener untergcbracht ist, lag Schokolade, von der van der Lubbe etwas genossen hatte. Auch von Butterbroten mit Wurst, die auf dem Tische lagen, hatte van der Lubbe etwas gegessen. Dr. Soederman fragte ihn, ob er sich nicht aus- kleiden möchte, da in der Welt Greuelnach- richten verbreitet würden, er würde geschlagen oder sogar langsam vergiftet, van der Lubbe hat darauf nur gelacht und sich bereitwilligst vollkommen ausgezogen. Soederman hat ihn von Kopf bis zu Füßen eingehend untersucht. Der Körper van der Lübbes ist zwar sehr mager, aber kräftig und muskulös. Er zeigt vor allem {einerlei Spuren irgendeiner Mißhandlung. Es ist auch kein Einstich ober dergleichen zu bemerken, auch keine Narbe von Spritzen. Die Frage, ob er Medizin nehmen müsse, hat van der Lubbe lachend verneint. Er würde sie auch gar nicht nehmen, erklärte er. Soederman fragte ihn, wie er sich denn fühle, wenn er gegessen habe, ob er sich nach dem Essen auffallend belebt fühle? van Der Lubbe verneinte darauf, er esse aber ziemlich wenig. Lanae Zeit habe er fast garnichts gegessen, jetzt allerdings wieder etwas mehr. Er fühle sich aber durchaus gleich vor ober nach bem Essen, van bet Luboe hat bann seinerseits noch einige Fragen an Soeberman gerichtet, bie einen bemerkenswert intelligenten Eindruck machten unb in gutem unU ordentlichen Deutsch formuliert waren. Die aber* malige Frage, wie er sich körverlich fühle, hat van der Lubbe am Schluß nochmals beantwortet: „Aus» gezeichnet, gut". «A« b' A°^enili* van Ou,9efUifat J? ®e. bl,«mpie ’H et j, fit,, s # b*l Lübbes D et to* i,,i,hn8 btte»^ -7°7ch *fc »-I "'chtzur ""As mit ihn, ^'fiule8r* sssa- S«*Äi’ä*5 isSäü S,tS*Ä * &“4"i4 ? ß?5e d-e Protokolle d unterschrieben? ge lehne ich ab. lr°ge: hat von der Lubbe er diese drei Vrändr ye. d'^se Frage bezwetlen? jemanden Dereinba, lfen hat. aae lehne ich ab. Dan der abe die Sache aus sich Frage: Warum hat van geheure Verbrechen erklasse und gegen us begangen und mit 'den Fragen lehne ich auch e weiteren Fragen il ich der Ansicht bin, daß , die entweder schon be. • r nicht zur Sache oc t sich zurück und beschließt, r will. ' ocrtünbet der Vorsitzende ?r Senat bot beschlossen: etlagten Dimitra ff roer- en, weil Vimilroff mif auch gelr'iedru und l,umlvmmunlslische [\u. r ch e voraus Die Predigt hält der wurttembergische Landesbischof. Nach dem Gottes- dienst ziehen die Mitglieder der Synode, an ihrer Spitze Landesbischof Müller, zum Marktplatz wo Oberbürgermeister Fader an die Führer der deutschen Kirchen ein Grußwort richtet, auf das Landesbischof Müller im Namen der Kirchen- leitung antworten wird. Die e r ft e Sitzung der Synode wird i n öer Stadtkirche durch Landesbischof Müller eröffnet. Danach gibt die einstweilige Leitung der Kirche einen Bericht über ihre bisherige Tätigkeit Am Nachmittag treten bann die Führer ber Landeskirchen zu einer geschlossenen Sitzung zusammen Um 18 Uhr erfolgt in der Stadtkirche in feierlicher Sitzung die Berufung des Reichs- bischofs durch die Synode. Der Reichsbischof wird nach einer kurzen Begrüßung durch zwei Mit- glieder der Synode eine Kundgebung an ö a s e oangelische Kirchenoolk erlassen. *)te Sitzung wird auf den Rundfunk über- ^ggen. Nach Schluß der Synode begeben sich die Mitglieder und die Führer der deutschen Landeskirchen in geschlossenem Zuge zum Marktplatz, wo der erste Deutsche Reichsbischof von dem Ober- burgermeister der Lutherstadt feierlich begrüßt ipirb. Gleichzeitig findet ein Fackelzug zu Ehren des neuen Reichsbischofs statt, an dem die Formationen der SA. SS des Stablbelms unb ber HI teilnehmen Heute, Mittwoch, 18.05 Uhr dis 18.35 Uhr wird vom D e u t s ch l a n b f e n d e r, von ber Berliner Funkstunde unb vom Deutschen Kurz- roellenfenber in ber Stunbe „Was uns bewegt", die Wahl des Reichsbischofs durch die Nationalsynode übertragen werden. Aischof Hoffenfelder über die Ziele der „Deutschen Christen" Wittenberg, 26. Sept. (TU.) Dor dem Großen Führrat der „Deutschen Christen" gab Bischof Hossenfelderals Leiter der Glaubensbewegung eine programmatische Erklärung über die Ziele der von ihm geführten Bewegung ab. Die „Deutschen Christen", so führte er aus, sahen in ber national- sozialistischen Bewegung bie einzige Möglichkeit, bas beutsche Daterlanb vor dem sichtbaren Untergang zu retten. Sie sahen in Abolf Hitler einen von Gott gefärbten Mann Die evangelische Kirche hatte zum Nationalsozialismus eine andere Haltung als die katholische Eingenommen. Während die katholische Kirche bis zum Abschluß des Reichskonkorbats als Gegnerin des Nationalsozialismus auftrat, hat sich die Evangelische Kirche in dem gewaltigen Ringen um die Wiedergeburt des deutschen Volkes neutral verhalten. Die alte Kirche aber hatte sich in einer falschen Neutralität gegenüber dem Nationalsozialismus zu stark mit den staatsfeindlichen Mächten des alten Staates eingelassen. Daraus entsprang für bie Deutschen Christen bie Aufgabe, von Orunb auf eine neuekirchliche Organisation zu schaffen, um Kirche unb Volk einander näher zu bringen. Hatte der Nationalsozialismus die heilige Aufgabe, dem Reich des eisernen Kanzlers, das ber November von 1918 nicht zu zer- schlagen vermochte» bas eine deutsche Volk zu schenken, so war es die heilige Aufgabe ber Deut- schen Christen, für dieeine beutscheKirche zu kämpfen. Dieser geeinten deutschen Kirche stellte der Bischof die Ausgabe, den Menschen des Dritten Reiches das Evangelium zu verkünden, wobei er sich besonders gegen den Vorwurf verwahrte, daß die Deutschen Christen das Evangelium von Christus verfälschten. Wer wird Landesbischof der Großhessischen Kirche? EineEntschlietzung der „Deutschen Christen". Frankfurt a. M., 26. Sept. (WSN.) In einer von der Landesleitung der Deutschen Christenbe- wegung nach Frankfurt a. M. einberufenen Versammlung sämtlicher Gau- und Kreisobleute der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" wurde die Frage ber Ernennung bes Lanbesbischofs für bie Groß-Hessische Kirche eingehend erörtert unb folgende Entschließung angenommen: „Die am 25. September 1933 in Frankfurt a. M. versammelten 40 Gau- und Kreisvbmänner der GDC. von Hessen- Darmstadt, Hessen-Nassau, Hessen- Kassel-Süd und Frankfurt begrüßen den Zusammenschluß ihrer Landeskirchen unb erwarten aut bas bestimmteste, daß ber Landesleiter der GDC., Pfarrer Probst, zum Landesbischof der Kirche Hessen-Nassau ernannt werde. Probst hat die gewaltige Bewegung in unserem Gebiet geschaffen, auf feinen Namen' hin haben sich Tausende der Bewegung angeschlossen, sein Kamp» fesmut ist uns allein Gewähr für die Erneuerung ber Kirche im großhessischen Raum. Mit ihm steht unb fällt die GDC. hier zu Lande Wir bitten, daß dem Landesleiter unserer Glaubensbewegung auch die Führung der Nassau-Hessischen Kirche übertragen werde." Soziale Leistungen bei der AEG. Berlin, 26. Sept. (CNB.) Die Arbeiter unb Ange st eilten ber AEG führten an bie S eiwillige Spenbe zur Förderung der nationalen _ rbeit. Der sie bereits im Juli 18000 M k. überwiesen hatten, im vergangenen Monat weitere 3 5 4 0 0 M k. ab. Im gleichen Monat hat bie AEG. in ihren Berliner Betrieben rund 2300 Angeftelte und Arbeiter neueinge- stellt. Oer Rundfunk an Hindenburgs Geburtstag. Berlin, 25. Sept. (TU.) Der Deutsche Rund- fünf wird anläßlich des 86. Geburtstages des Reichspräsidenten (2. Oktober) folgende Reichs- fenbungen zur Uebertragung bringen: 6,30 Uhr: Tagesfpruch, anfchließenb bis etwa 8 Uhr Frühkonzert aus Hamburg. 10,10 Uhr bis 10,50 Uhr: Schulfunk, Reichsfenbung: Gedenkstunbe anläßlich bes 86. Geburtstages bes Siegers von Tannenberg: 1. Kurze Würdigung des Generalfeldmarschalls. 2. „Brandfackel überO ft preußen", Hörspiel von Friedrich Wilhelm Brand unb Ebith Heinrich. 19 Uhr bis 20 Uhr: Stunbe ber Nation: „Ewiges Deutsch! and". Hörspiel von Otto Heinz Jahn Aus aller Well. Schweres Erdbeben in den Abruzzen. 15 Tote, 200 Verletzte. Rom, 26. Sept. (TU.) Dienstag früh 4.35 Uhr hat in den Abruzzen ein schweres Erdbeben [tattgefunben, besten ganzer Umfang fid) noch nicht übersehen läßt. Das Zentrum bes Erbvebens liegt etwa auf ber Linie zwischen Sulmona unb Pescara. Auch in Rom ist ber Erbstoß ziemlich stark verspürt worben. Ein Ueberblick über den vom Erdbeben in den Abruzzen angerichteten Schaden ergibt: In der Provinz Aquila sind 11 Gemeinden vom Erdbeben betroffen. In der Provinz Chieti, bie am stärksten in Mitleibenschaft gezogen ist, lind 14 Orte vom Erdbeben erfaßt worden. Hierbei sind zehn Tote zu beklagen unb 150 Personen würben verletzt. Tausenbfünfhunbert Häuser sind beschädigt, davon 200 zerstört. In der Stadt Sulmona beträgt die Zahl ber beschädigten Häuser 2300, davon sind 300 unbewohnbar geworden. Weit geringer ist der Schaden in der Provinz Pescara. Insgesamt darf man mit 15 Toten und 200 Verletzten rechnen. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten hat 100 000 Lire für die allerbeste Hilfeleistung zur Verfügung gestellt. Das am schwersten betroffene Gebiet ist ber südliche Teil der Hauptberge ber Abruzzen, nämlich das Gan Sasso unb die Majella-Gruppe. Die runb um bie Majella-Gruppe liegenden kleinen Ortschaften scheinen größtenteils zerstört. So werden aus Lama bei Pelignie sechs Tote unb mehrere Ver- rounbete gemelbet. Oestlich über Sulmona hinaus sind bie telephonischen unb bie Eisenbahnverbindun- gen nach bem Osten hin unterbrochen. Auch bie Wasserleitung, bie viele Orte ber Abbruzzen speiste, ist beschäbigt. Oie Wirbelsturmkatastrophe in Mittelamerika. Aus dem Katastrophengebiet in Mittelamerika laufen noch immer Schreckensmel- düngen ein, die über die Schäden berichten, die der Orkan angerichtet hat. In Tampico sind fast alle Gebäude zerstört. Das Krankenhaus, ber Bahnhof unb bas Zollgebäube finb vom Boben glatt wegrasiert worben. Aus Carbena auf Cuba werben 20 Tote gemeldet. An den Gleiskörpern der Eisenbahn sind die Böschungen in sich zusammengestürzt. Der Fluß, an bem die Stadt liegt, ist über die Ufer getreten. Die Umgebung der Stadt ist von ungeheuren Schlammassen überflutet worben. Tampico bietet den Anblick einer überschwemmten Ruinen st ad t. Der deutsche Dampfer „Adria" und ber norwegische Dampfer „Mirlof Tonsberg" sollen angeblich schwer beschäbigt sein. Zahlreiche kleine Dampfer unb Schlepper würben auf bie offene See abgetrieben ober an Lanb geschwemmt. Die nicht zerstörten Amts- gebäube, Kirchen, Hotels unb Privathäuser sind mit Verletzten überfüllt. Die Meldungen, die fortwährend aus bem Katastrophengebiet in Mittelamerika einlaufen, lassen nach unb nach ein Bild von den schweren Schäden und von den Fortschritten der Bergungsaktion entstehen. In Tampico sind aus den Trümmern der eingestürzten Häuser bisher 50 Tote hervorgezogen worden. Man hegt jedoch Befürchtungen, daß Die Zahl der Toten sich noch bedeutend erhöhen wird. Vor allem ist man noch nicht an die Häuser herangekommen, bie burch bie lieber« schwemmung unter Wasser gesetzt sinb. Die Kran- kenhäuser sinb mit Verletzten überfüllt. Trotzdem werden immer neue Verletzte eingeliefert, die man aber nicht mehr in den Gebäuden unterbringen kann. Etwa 20000 Familien sind ohne Obdach, ohne Nahrungsmittel und ohne Wasser Bei all diesen Opfern der Katastrophe macht sich mehr und mehr eine allgemeine körperliche Erschöpfung bemerkbar, so baß man mit bem Ausbruch einet Epibemie rechnen muß. Aus immer neuen Gebieten Mittelamerikas laufen noch Schreckensmelbungen ein. Große Teile von Miramar sollen burch Hochwasser vernichtet worden fein. verheerende Unwetter über Frankreich unb Oberitalien. Die schweren Unwerter, die seit einigen Tagen über ganz Frankreich niedergingen, haben nicht nur großen Schaden angerichtet, sondern auch Menschenleben gefordert. Auf ber großen Landstraße zwischen Sete und Montpellier schlug der B 1 i tz in eine Baubude ein, in der sich mehrere Sack Sprengstoff für Steinbrucharbeiten befanden. Drei Arbeiter, bie in ber Baracke Schutz vor bem Unwetter gesucht hatten, mürben buchstäblich i n Stücke gerissen. In ber Gegenb von Toulon wechseln wolkenbruchartige Regenfälle mit Hagelschlägen seit 48 Stunden ununterbrochen ab. Die Braque ist aus den Ufern getreten unb hat weite Strecken überschwemmt. Auch bie Gegend von Avignon wird von einem Dauerregen heimgesucht. Die Bewohner der Flußgegenden haben bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die italienische Riviera wurde in den frühen Morgenstunden des Dienstaas von einem von Hagelschlag und Gewittern begleiteten furchtbaren Unwetter heimgesucht, bas mehrere Stunden andauerte. Besonders stark wütete bas Wetter in der Umgebung von Savona. Die Gewalt ber an- ftürmenben Wassermassen riß ganze Stücke aus bem Erdreich, überschwemmte Mauern und Hinder- nisse unb ergoß sich reißend in die tiefer gelegenen Gebiete, wobei riesiger Schaden angerichtet wurde. In Borgio Verezzi rissen Sturm und Wasser ein Haus ein. Drei Personen fanden den Tob. In Pietra Ligure waren bie Einwohner an verschiedenen Stellen vom Wasser gänzlich eingeschlossen. Zahlreiche Häuser würben buchstäblich w e g geschwemmt. Das millionste Exemplar von Hitlers „Mein Kampf". Wie der Zentralparteiverlag der NSDAP. Franz Eher Nachfolger in München mitteilt, wirb am 2. Oktober dieses Jahres bas millionste Exem- plar von Abolf Hitlers Buch „Mein Kampf" ausgeliefert werben. Selten hat ein politisches Werk eine berartig hohe Auflageziffer allein in beutscher Sprache erreicht, ein Beweis Dafür, wie sehr sich bas beutsche Volk in bie Darlegungen feines Führers vertieft hat. Die englische unb ame- rikanische Ausgabe bes Buches „Mein Kampf" ge- langt im Oktober in ben betreffenben Staaten zur Ausgabe. Weitere Ausgaben in Italienisch unb Dä- nisch sind in Vorbereitung. Spionageffanbai in ber Schweiz. Unter bem bringenden Verbacht bes Landesverrats durch Verkauf militärischer Geheimnisse ist ber Angestellte beim schweizerischen Militärdepar- tement, Jakob Steiner, ber ben Rang eines Ooerleutnants befleibete, verhaftet worben. Der Fall Steiner wirb als der schwerste Fall seit Jahr- zehnten bezeichnet. Der Verkauf von Plänen usw. soll sowohl nach Italien als auch nach Frankreich erfolgt sein. Steiner hatte diese Verkäufe durchfüh- fl"J10nnen' er als Zeichner für die „Kriegsge- schichte der Schweiz" verwendet wurde. Schwere Strafen in einem Wilderer-Prozeß. 3m Prozeß gegen bie Elsener Wilddiebe in Paderborn wurde der Angeklagte Derroig junior wegen versuchten Totschlags in drei Fällen, wegen gewerbsmäßigen Wilderns, foroie unbefugten Waf- fenbefifces zu 12 Jahren Zuchthaus, Dermin entor wegen gewerbsmäßigen Wilderns unb unbefugten Waffemragens zu 5 Jahren Gefängnis und Heiermeier ebenfalls zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Diesen drei Angeklagten wurden außer« dem die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab- erkannt. Die Angeklagten waren im April b I von zwei Gutspächtern beim Wilbern überrascht worben, worauf sie von ber Schußwaffe Gebrauch machten unb beibe Pächter lebensgefährlich verletzten. Auf ber Flucht würben sie von Oenbarmerie erneut gestellt, bie ebenfalls beschossen würbe. Da- bei würben ein Oberlandjäger und ein Hilfspolizist schwer verletzt. 0 1 WJärung einer Mordtat nach 8 Iahren. Em M o r d der vor acht Jahren in Kottbus begangen worden ist, hat nunmehr feine Aufklä- rung gefunden. In einer Märznacht bes Jahres «THfa %uröe. ,n Cottbus der Polizeiwachtmeister Fntz Zunker erfchoffen aufgefunden. Die SÄhS'V 3®*! ®‘5.u6tJerIeöungen auf. Unter dem ^erdacht ber Täterschaft würben bamals vier Brü- Der namens Kleitz in Haft genommen, bie u. a. bereits wegen schweren Einbruchbiebstahls mit Zuchthaus vorbestraft waren. Die Jnbizien reich, tzn aber nicht aus, so baß sie wieder auf freien gu& gefefet werden mußten. Im August d.J. schritt die Polizei erneut zur Festnahme der vier Brüder. Im Konzentrationslager Sonnenburg g e st a n d letzt einer von ihnen, Gustav Kleitz, die Mordtat begangen zu haben. Inwieweit die übrigen Brüder H.n .er Tat beteiligt waren, müssen die weiteren Ermltllungen ergeben. töc 11 c rvo rn nssage. Der hohe Druck im Norden und Osten macht L k?. weiterhin geltend, so daß das schöne Herbstwetter bestehen bleibt. Da sich stellenweise in höheren Schichten sehr warme Luft befindet, kommt es weiterhin zu Nebelbildungen, die sich aber tagsüber wieder auflösen. . 2l" s s i chten für Donnerstag : Nach kal- ter Nacht und Nebelbildung tagsüber aufheiternb, warm unb trocken. Ausfidjten für Freitag: Fortdauer der Hochbruckwetterlage. Lufttemperaturen am 26. September: mittags 21,5 Grab Celsius, abends 13,6 Grad: am 27. September: morgens 12 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 10,5 Grad — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. September: abenbs 17 Grab; am 27. September: morgens 13,7 Grad Celsius. — Sonnenschein, dauer 5n Stunden. Nachdruck verboten! 9. Fortsetzung. seit 50 Jahren Bremer Qualitäts-Kaffee Klipps Kaffee Jetzt mit Sammelbildern: 5867 V Mit Schomburgkquer durch Afrika Nur zu haben in Fachgeschäften des Einzelhandels Für die Dame Geschäfts-Empfehlung! Herbstkostüm im 68. Lebensjahre. Mantel form vollendet nach Maß IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIII 05617 L) Eva Helene Keßler Wwe., geb. NolL Niederlage Gießen / Kreuzplatz 14 / Telefon 2512 6909 V 05618 laDiin|e-KalkHa"slraBSera* D Donnerstag, den 28. September, nachm. 4 Uhr I 6921V 3um Erntedankfest empfehle 6903A Aktiengesellschaft, Halle an der Saale. 6920 D Fff Reichillustrierte WMF-Prospekte mit Preisen stehen kostenl. zur Verfügung Württembergische Metallwarenfabrik Wir gestatten uns, Sie zur zwanglosen Besichtigung unserer hochmodernen Tafel- und Ziergeräte, Kristall-und Metallwaren ergebenst einzuladen das Sauberhalten der das Essen wurde aus Früher, als Robertas Jnspektorhaus in der aber nach dem Tode der Herrschaftsküche serviert. Vater noch lebte, war das Kolonie ihr Heim gewesen; ihres Vaters durfte sie ins Im Namen der Hinterbliebenen: Lina Krämer und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen auf diesem Wege herzlichen Dank. Fahnenstangen, Fahnenhalter Spitzen u. Wimpelknöpfe usw. Preisw. BezugsauHlle f. 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(die Grundlage Killjöcf *« jeder Düngung) 6 S C.Riihsamen/Fernrul3659 Er stand noch lange auf demselben Fleck, nachdem Marlene sich längst entfernt hatte, und ihm war noch immer, als umspannten schmale, warme Finger seine Rechte als lächle ein reines Mädchenantlitz zu ihm auf, als sähen ihn die schönsten Blauaugen der Welt dankbar an. Und wieder glaubte er die so überaus sympathische Altstimme singen zu Horen: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt, Das mir in Not und Jammer frommt — Er legte die Rechte gegen die Stirn, besann sich. Wie ging das Lied eigentlich weiter? Er besaß doch ein ausgezeichnetes Gedächtnis, behielt.leicht, was ihm besonders gefiel, selbst wenn er es erst einmal gehört hatte. Ach ja, jetzt erinnerte er sich. Leise sprach er vor sich hin: Auf das ich gewartet seit Jahr und Tag, Weil niemand sonst mich erlösen mag, Weil niemand die Kraft hat. Nur du, nur du! Du bist mein Wunder, mein Glück, meine Ruh'l (£r trat an seinen Schreibtisch zurück, und ihm war, als fühle er sich merkwürdig leicht und frei. Zum erstenmal seit langer Zeit. Es schien, als |et der ständige Alpdruck, den er seit dem furchtbaren Geschehnis vor zwei Jahren immer mit sich Herumtrug, etwas gewichen. Er empfand die Last nicht mehr so überschwer, so dumpf und marternd. Ihn beherrschte Dankbarkeit gegen Marlene Werner, und er dachte, wie gut es doch war, daß sie der Zufall nach Maltstein geführt hatte. Vielleicht half sie, die finsteren Schatten verjagen die sich hier eingenistet hatten. Ein leichtes Frohgefühl erfüllte ihn und Hoffnung auf etwas glücklichere Tage. Einen Moment lang war er freilich wieder verstimmt, als er an Roberta dachte. Er wollte die unangenehme Sache lieber sofort erledigen. Aber er wußte nicht, wo sich Roberta augenblicklich befand. Ihm fiel ein, sie war wohl noch in der Bibliothek. Sie hatte doch durchaus die Bücher ordnen wollen. Er ging deshalb in die Bibliothek, fand aber zu feinem Erstaunen die beiden Gesellschafterinnen seiner Mutter dort. Marlene berichtete ihm, daß Roberta Olbers keine Luft mehr gehabt habe, die Bücher zu ordnen. Er sah sich befremdet um. „Ich meine fast, so wirr hätte es hier nicht aus- gesehen, nachdem das Regal umgefallen war." Olga lachte: „Fräulein Olbers hat alles noch mehr durcheinandergebracht." Er nickte. „Es scheint mir auch so!" Er ging wieder. Draußen, auf dem Wege zu den Pferdeställen, kam ihm Roberta entgegen. Er blieb stehen. „Ich suche Sie, ich habe Ihnen etwas zu sagen, Fräulein Olbers!" Sie sah ihn fragend an. „Bitte, Herr von Malten." Er spürte eine leichte Verlegenheit, fuhr aber schnell fort: „Ich habe es mir überlegt und bitte Sie, dem Knecht Wollner nicht zu kündigen!" Robertas Brauen bewegten sich nervös. usw.) einen neuen tleeteette Er war rasch an ihrer Seite. Ihm war, als höre er noch immer ihre weiche bestrickende Stimme wie vorhin singen: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt, Das mir in Not und Jammer frommt. Er hielt sie ganz leicht am Arme fest. „Sagen Sie mir doch Ihre Bitte. Ich freue mich, daß meine Mutter mit Ihnen so besonders zufrieden ist. Wenn Sie nichts Unmögliches von mir verlangen, ist Ihre Bitte schon gewährt, ehe ich sie kenne." .... Marlenes Augen strahllen den Mann ganz glücklich an. . „Oh, das wäre herrlich! Ich wäre Ihnen sehr, sehr dankbar!" Sie hatte einen Augenblick alle Scheu verloren, weil um den Mund des Mannes ein so gütiges Lächeln lag. Sie begann lebhaft von ihrer Begegnung mit Frau Wollner zu erzählen; aber sie unterließ, irgend etwas zu wiederholen, was diese über Roberta Olbers geäußert hatte. Sie schilderte nur, in welcher Verzweiflung die Frau gewesen war und welche besonders große Angst sie vor der Zukunft hätte, um ihrer Kinder willen. Achim von Malten machte keinen Versuch, Marlene zu unterbrechen; aber das Lächeln um seinen Mund schwand bald, und schließlich sagte er sehr zögernd: „An diese Bitte habe ich nicht im entferntesten gedacht, sonst wäre ich nicht so vorschnell gewesen. Ich gestehe Ihnen offen, Fräulein Werner, ich habe meiner Inspektorin auf ihre Anfrage erlaubt, den Menschen zu entlassen; aber ich versprach Ihnen jetzt Gewährung Ihrer Bitte, wenn es sich um nichts Unmögliches handelt, und ich halte mein Ver- sprechen." Er hatte es fast ein wenig unwillig gesagt. Dach davon merkte Marlene nichts; sie hörte nur, daß die Familie Wollner Maltstein nicht zu verlassen brauchte, daß der Knecht hier weiter sein Brot verdienen durfte. Sie erinnerte sich an die erregte Frau, und ihr Gesicht war übersonnt von der reinen Freude, ein gutes Werk getan zu haben. Impulsiv griff sie nach der Rechten Achim von Maltens und drückte sie ganz fest. „Vielen herzlichen Dank, Herr von Malten! Ich freue mich ganz unbeschreiblich." Er hatte noch eben mit einem peinlichen Gefühl an Roberta Olbers gedacht; aber diesem glücklichen Gesicht gegenüber schien es ihm mit einemmal nicht mehr wichtig, wie Roberta es aufnehmen würde, daß er eine Maßnahme von ihr wieder umstieß. M Lied vom Glück Vornan von Anny von panhuys. Achim von Malten nickte: „Sie werden sie schon gelegentlich sehen. Vorläufig werde ich es ihr bestellen." ,AJa, sein'n Sie so jut, Herr von Malten, und sagen Sie ihr man, an mir hat sie een' Ritter je- funden, der sich vor ihr in Stücke hauen läßt, wenn et nötig ist." Er ging. Als er außer Hörweite war, mußte Achim lachen. Ganz laut und lustig. Es war zu drollig gewesen, daß sich Wollner einen Ritter genannt hatte. Verwundert sah Roberka ihn an. Ein lautes Lachen hatte sie seit zwei Jahren nicht mehr von dem Jugendfreund gehört. Das Lachen schien er dieser Gesellschafterin zu verdanken, diesem Nichts mit dem Alltagsgesicht und den gräßlichen Riesenaugen. Sie konnte, obwohl es tiug gewesen wäre, ihren Groll nicht stumm hinunterschiucken. Sie jagte: „Es kränkt mich, daß ich plötzlich beiseite geschoben werde wie eine Ueberflü||ige. Es muß mich kränken, weil meine Ratschläge unbeachtet bleiben, weil ich eben vor dem Kerl lächerlich gemacht worden bin." Fast schien es von Mallen, als hätte Roberta recht. Nie hatte er bisher daran gedacht, eine Angelegenheit, die sie, noch dazu mit seiner Zustimmung, endgültig geordnet, wieder umzustoßen. Sie bewirtschaftete Maltstein zu seiner vollsten Zufriedenheit; er selbst hatte in den letzten zwei Jahren kein Interesse dafür gehabt, war froh gewesen, daß er sich um nichts zu kümmern brauchte. Er antwortete: „Sie haben sich so, wie ich die Angelegenheit jetzt gedreht habe, gar nichts vergeben, Fräulein Olbers, und das ist die Hauptsache!" Er grüßte freundlich und wandte seine Schritte dem Park zu. Er verspürte zum ersten Male seit langer Zeit Verlangen, im Park spazierenzugehen. Spätnachmittag war es, unb die Sonne machte chon ein müdes Gesicht, ließ aher all ihr Gold, das ie für heute noch übrig hatte, niederträufeln auf las kleine Stückchen Erde an b^r böhmischen Grenze. Roberta war stehengeblieden und begrif nicht, daß Achim von Malten den Park ausiuchte, den er seit langer Zeit ebenso mied wie Wanderungen in die Nachbarschaft. Er saß nur immer in seinem Zimmer und fing Grillen, spann sich ebenso in Verzweiflung ein, wie feine Mutter es tat. Ganz verwandelt schien er ihr heute. Es war nicht schwer, den Grund dazu zu erraten. Marlene Werner nannte er sich, und es hieß aufpaffen, sonst war es „Herr von Malten, ich habe dem aufsässigen Men- ■ scheu bereits gekündigt!" „Dann machen Sie die Kündigung rückgängig." „Dadurch würde ich mich um den Respekt bringen", entgegnete sie, und er hörte deutlich Aerger in ihrer Stimme. „Damit vergeben Sie sich gar nichts. Im Gegenteil, man wird ihnen die Meinungsänderung hoch anrechnen", beharrte er auf feinem Willen. „Wollner wird sich wahrscheinlich von nun an zusammen- nehmen und —" Er unterbrach sich: „Da kommt er ja gerade. Also kann ich die Sache gleich selbst ins Reine bringen." Er achtete nicht auf das, was ihm Roberta Olbers zuflüsterte, sondern winkte dem Knecht. Der schob sich mit derbem Schritt heran. Sein Gesicht war gutmütig, aber ein wenig leichtsinnig. Er stand vor seinem schlanken Herrn wie ein plumper, breiter Bär. Achim von Malten begann: „Sie dürfen jiuf Ihrem Posten bleiben, Wollner; aber lernen Sic, Ihren Mund nicht überflüssig aufzumachen, weil ja doch nichts Gescheites rauskommt. Fräulein Olbers will es noch einmal mit Ihnen versuchen. Es hat jemand für Ihre Frau und Kinder gebeten; deshalb will Fräulein Olbers noch einmal Gnade für Recht ergehen lassen." Roberta Olbers biß auf ihrer Unterlippe herum. Das war ja eine schöne Geschichte! Schon seit langer Zeit lag ihr besonders daran, Wollner loszuwerden. Immer hatte Achim von Malten widersprochen, und nun es endlich geglückt wäre, ja, bereits geglückt war, wurde alles wieder hinfällig. Am liebsten hätte sie jetzt geflucht wie der derbste aller Knechte, aber sie mußte ruhig fein und sich dem fügen, was Achim von Malten bestimmte. Wollner hatte sich inzwischen von seinem freudigen Schreck erholt. Er stotterte zufrieden: „Na, denn is ja allens jut, Herr von Malten; meine Olle war ja janz verrückt vor Uffregung, ick dachte schon, ick würde ihr in die Irrenanstalt bringen müssen. Et hat also ein Mensch vor meine Frau un Kinder je* beten? Fein! Ick weeß ooch schon, wer bat jewesen is. Meine Frau hat mir erzählt, sie hat die deeden neuen Fräuleins jetroffen und besonders die eene davon ihr Leid jeklagt. Die eene, die so ’ne mächtig stoße Dogen hat, sagt meine Olle." Achim von Malten dachte an diese „mächtig stoßen Dogen" und lächelte versonnen. Roberta Dlbers schrieb das Lächeln auf das Schuldkonto Marlenes, und daß sie es fertiggebradjt, Achim von Malten zur Wiedereinftellung Wollners zu bewegen, notierte sie auf das gleiche Schuldkonto. Sie riß sich zusammen. „Also, Wollner, wir wollen es noch einmal miteinander versuchen, und nun können Sie gehen —* Wollner blickte seinen Herrn an. „Ick möchte mir ooch bei bet Fräulein bedanken, Herr von Malten." Sehr schöne 4- auch F-Zimm.-Wohnung m. Bad u.allemZu- behöri.best.Lagen, sofort oder 1.11.33 preisw. zu vermiet. Schriftl.Angeb.unt. 05613a.d.Gleß.Anz. Cer. 5-Zimmer-Wohn, mit Bad u. Balkon Molt!estraße2,1. sofort zu vermieten. Näheres 21. Becker, Kevlerstraße 9 Telefon 3804 (bg-sv | Vermietungen | 4-5 -Zimm.-Wohrr. rn. komvl. Bad, Balkon,!.Stock, z.1.10. z. vm. Näh. Haas, Schubertstr. 2II o&M6 herrschaftliche 4-Zimmer-Wohnung Ludwigstraße61ver sofort zu vermieten. 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Oie Eröffnungssitzung des neugebildeten Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages wird von Reichsstatthalter Sprenger mit einer wichtigen JteDe eingeleitet. WEN. Mainz, 26. Sept. Die erste Sitzung des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, zu dem sich die Preußische Industrie- und Handelskammer für das Rhein- Mainische Wirtschaftsgebiet und die Industrie- und Handelskammern des Volksstaates Hessen zusammengeschlossen haben, fand heute nachmittag im Akademiesaal des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz unter Leitung des Reichsstattyalters Gauleiter Sprenger statt. Zu dieser denkwürdigen Sitzung, der nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in politischer Hinsicht weittragende Bedeutung beizumessen ist, hatten sich die Mitglieder des neugebildeten Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, die Spitzen der Behörden, der Hochschulen und Abordnungen der nationalen Verbände zahlreich eingefunden. Kurz nach 17 Uhr betrat Reichsstatthalter Sprenger, von der Versammlung mit dem deutschen Gruß empfangen, mit seiner Begleitung den Saal. Instrumentalmusik leitete den historischen Akt ein. Oberbürgermeister Or. Barth, Mainz, begrüßte die Versammlung, insbesondere den Reichs- statthälter Gauleiter Sprenger und die übrigen Ehrengäste. Die Stadt Mainz, führte er u. a. aus, ist sich der Ehre bewußt, Geburtsstätte eines Werkes zu sein, das für die Gestaltung des innerpolitischen Aufbaues des Deutschen Reiches einmal große'Bedeutung haben wird. Herr Reichsstatthalter, Sie haben auf der großen Linie, die uns der Führer gezeigt hat, und die zu einer einheitlicheren, strafferen Zusammen- fassung des Reiches dermaleinst führen soll, eine bestimmte Marschrichtung für das Rhein-Main-Gebiet angegeben,eine Marschrichtung, die zunächst wirtschaftspolitische Bedeutung hat. Aber schon einmal hat in der deutschen Geschichte zunächst eine wirtschaftspolitische Maßnahme siattgefunden, um später die Basis abzugeben für den neuen staatsrechtlichen Aufbau. Ich denke an die preußisch-hessische Zollunion. Am Schluß seiner Rede feierte Oberbürgermeister Dr. Barth den Reichs st atthalter als Garanten dafür, daß alle Fragen, die in Zukunft im neuen gemeinsamen Arbeitsgebiet auftreten, ohne Ansehen der Person entschieden werden, ohne Ansehung der Stadt oder des Landstriches. Reichsstatthalter Sprenger, mit lebhaften Beifall empfangen, führte u. a. aus: Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag ist gebildet. Die preußische und die hessische Staatsregierunq haben ihre Zustimmung zu der Bildung erteilt. Pis zu diesem Tag, bis zu dieser Stunde war es ein weiter Weg. Die politische Z e.r r i s s e n h e i t des Gebiets in der Vergangenheit konnte selbstverständlich auch einen einheitlichen Wirtschaftswillen vicht aufbringen und nicht aufkommen lassen. wo aber ein einheitlicher Wille nicht gebildet werden konnte und nicht vorhanden war, muhte die einheitliche Tat fehlen. Der Reichsstatthalter gab dann einen kurzen Rückblick auf die politische Zerrissenheit und ihre Hintergründe und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Rivalität unter den Städten im Rhein-Maingebiet. Weiter, so fuhr der Reichsstatthalter fort, sehen wir klar, daß die a b - gestsrbe»e Vergangenheit noch einige Erbstücke uns hinterlassen hat, die wir entweder beseitigen müssen, oder, was besser ist, wenn irgend möglich ihrem natürlichen Untergang entgegenführen lassen. Es sind degenerierte Erscheinungen, die meiner Auffassung nach ohne Zutun von selbst dem Verwelken und Absterben anheimfallen. Die 7l$D2Ip. hat von Anbeginn ihres wir- kens ab erklärt, daß sie nicht allein die wacht im Staat erobern werde, sondern sie hat auch erklärt, daß sie diese wacht allezeit behalten will, und sie hat erklärt, daß sie mit dieser wacht das ganze Volk führen oill. Damit ist der Grundsatz des Führerprinzips von Anfang an dem ganzen Volk vor Augen geführt worden. Lin Führer nur kann das Volk als Gefolgschaft vereinigen und unter seiner Hand das Volksleben gestalten und weiterentwickeln. Unter dieser Führung werden alle Zweige, die das Volksleben ausmachen, gleichermaßen zu entwickeln sein. Auch die wirtschaft ist ein Teil dieses Volkslebens, und die wirtschaftliche Entwicklung ist niemals von der politischen zu trennen. Zu allen Zeiten, sagte Adolf Hitler im General- rar der Wirtschaft, ist die Macht Wegbereiterin der deutschen Wirtschaft. Die politische Führung, die Re- gierung, sichert die ruhige Entwicklung, und Sie werden mir zugeben müssen,daß der 30. Januar als Fundament, und in Fortsetzung die Taten dieser Regierung, die Richtigkeit desPrimatsderpo- litischen Führung bewiesen haben. Seit dem 30. Januar geht es zielsicher aufwärts. In ruhiger Entwicklung gestaltet sich die politische Lage und gibt den Resonanzboden auch zur Entwicklung der Wirtschaft. Seit diesem Tage kann die Wirtschaft wieder disponieren. Rach dem Wil- len des Führers soll allerdings nicht, wie es in der Vergangenheit gewesen ist, der Staat allzuviel in die Wirtschaft eingreifen, während umgekehrt unter keinen Umständen geduldet werden kann, daß die g<7&. 3 5?Aein - Tftain ischen und .Handelslager ^■‘»’^Zandergrenjen-z*** 'vinjgrvnjen. ynuxi. --4—z'mlii T —/—) lt>U 4-----feaJUftJu. I Ein alter Müller wollte feine Windmühle, die Oer Konkurrenz der modernen Motormühlen nicht mehr gewachsen war, abreißen. Die Stadt erlaubte es nicht und bestimmte, daß die Mühle als technisches Kulturdenkmal erhalten bleiben solle. Man beriet sich mit Rektor Körte, dessen Geschick in solchen Fragen weit über das Städtchen Bernau hinaus bekannt ist: er hat das berühmte Sern» ouer Hussitenmuseum geschaffen, eine der orei großen „Rüstkammern" in Europa neben *mben unD Graz. Rektor Körte machte den Vorschlag, in der alten Windmühle ein Mühlenmuseum |tfe2Uu<^en — ein Plan, der mit Verständnis und lebhafter Zustimmung ausgenommen wurde. Eine Mühle wird Museum. Don Michael Bauer. „Brot essen — das kann jeder; aber wie es gemacht wird, davon haben die wenigsten Menschen eine Ahnung;" meint der Stadtschulrektor Körte, den wir in seinem entzückenden alten Städtchen Bernau vor den Toren Berlins besuchten. Man überlegt sich den Satz des Rektors. Wirklich — in Schule und Leben hat man recht wenig über die Entstehung unseres wichtigsten Nahrungsmittels erfahren. Die Arbeit des Bauern kennen wir Städter zur Not; wir wissen auch, wie der Bäcker mit dem Mehl umgeht; aber wie der Müller aus dem Korn das Mehl herstellt: da klafft meist eine stroße Lücke in unserem Wissen. Und doch müßte gerade in unserem technischen Zeitalter die Mühle aus besonderes Interesse stoßen — denn die Müllerei ist wohl die älteste Derarbeitungstechnik der Menschheit! Der Gedanke, durch Schaffung eines Mühlen- mufeums zur Verbreitung besserer Kenntnis in diesen Dmgen beizutragen, ist bisher nur in Holland durchbefuhrt worden; an die Universität Leyden ist em kleines Mühlenmuseum angegliedert Auch das „Deutsche Museum" in München, diese Fundgrube unerschöpflicher wissenschaftlicher Belehrung, hat einige Mühlenmodelle ausgestellt. Sie sind jedoch, wie es dem Wesen des „Deutschen Museums" entspricht, nur nach rein technischen Gesichtspunkten emgegheDert worden. Die nicht minder wichtige Bedeutung der Müllerei für die menschliche Kultur hat noch keine Schaustätte gefunden. Auch die berühmte Schiffsmühle, die bei Ginsheim auf dem Main schwimmt, führt dem Besucher nur einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Gebiet der Müllerei vor Augen. Auf engem Raum sollen die interessantesten Marksteine in der Geschichte dex-Müllerei gezeigt werden: die Mühle von der Urzeit bis heute in ihren prägnantesten Typen. Da wird die Handmühle zu sehen fein, die im Altertum von Sklaven betrieben wurde; die Wassermühle, die Zeugnis von wachsendem technischen Geschick der Menschen ablegt; die Tiermühle, die sich der Arbeitskraft von Ochsen und Eseln bediente; die' Mahlsteinmühle, die noch im späten Mittelalter im Gebrauch war und aus einer runden, mit der Hand gedrehten Steinkugel in einer Stein- schale bestand; die Windmühle, die in ihrer ältesten, von Italienern erdachten Form bis in die Jetztzeit nahezu unverändert benutzt wird; und schließlich die Dampf- und Motormühlen des 19. und 20. Jahrhunderts mit modernem Mahlgang und Walzenstuhl. Viele Arten von Mühlsteinen, Mehlbalken und Mehlwaagen werden die Sammlung vervollständigen. Natürlich ist eine Windmühle zu klein, um Platz für ein derartiges Museum mit Ausstellungsstücken in Originalgröße zu bieten. Man wird zum Vehclfs- mittel instruktiver Zeichnungen greifen und größere Stücke in Modellen zeigen; von jedem Modell werden zwei bis drei Exemplare hergeftellt werden — denn Mühlen sind bekanntlich recht feuergefährlich, und es könnte sein, daß ein Brand unersetzliche Werte vernichtet. Auch die Zeichnungen und Tafeln werden gleich in mehrfacher Auslage angefertigt. Die Windmühle selbst, die für den Besucher in Betrieb gesetzt werden kann, dürfte das interessanteste Ausstellungsobjekt sein, weil sie davon Aeugt, wie lange sich trotz der ungeheuren technischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte die Windmüllerei gehalten hat. * Noch eine andere, nicht minder wichtige Aufgabe als die der rein technischen Belehrung soll das erste deutsche Mühlenmuseum erfüllen: es soll die Bedeutung des Müllers und der Müllerei für die Kultur zeigen. Eine Sammlung von Innungs - Zeichen Der Müller wird dem Handwerksforscher wertvolles Material bieten; Hausrat und Lebensweise der Müller aller Zeiten sind ebenfalls aufschlußreiche Themen. Aber am merkwürdigsten ist die besondere Bedeutung, die Mühle und Müller in Geschichte und Literatur erlangt haben. Kein Handwerk ist so oft von Volksmund und Dichtern besungen und zu Vergleichen herangezogen worden, wie die Müllerei: „Es klappert die Mühle" — „Das Wandern ist des Müllers Lust" — „Gottes Mühlen mahlen langsam" — die Reihe bekannter Zitate läßt sich leicht vermehren. Die reizvolle Verbindung von Romantik und Technik mag es sein, die Das Handwerk des Müllers so volkstümlich gemacht hat und die sicherlich auch bewirkte, daß das Volksgedächtnis eine Reihe historischer Mühlen — etwa die von Potsdam und die von Tauroggen — nicht vergessen wird. Das Mühlenmuseum wird diese Mühlen im Bild zeigen und ihre Geschichte erzählen. * „Wann wird das Mühlenmuseum fertig sein?" Rektor Körte zuckt die Achseln. „Wir haben wenig Geld; wir sind daraus angewiesen, daß in allen Teilen Deutschlands ein bißchen an uns gedacht wird; daß man uns historisch interessante Stücke, die irgendwo vergessen ruhen, überläßt. Erst im großen Rahmen eines Museums erhalten solche Dinge Wert und Bedeutung." Mairosen mögen keine Liebesgeschichten. Die Liebe der Matrosen, die in einem volkstümlich gewordenen Schlager gesungen wird, scheint sich nicht auf das Theoretische zu erstrecken. Denn wir hören von Den Bibliothekaren Der Britischen-See- mannsgesellschaft, Die Die Organisation der „Ozean- Büchereien" unter sich hat, Daß Die Matrosen keine Liebesgeschichten haben wollen. .Dieses sentimentale Zeug ist nichts für einen Seemannsgeschmack", Derartige Aeußerungen erfährt Der Bibliothekar immer wieder. Einer von ihnen, Clarke, berichtet in einem Fachblatt über die Einrichtung der englischen Ozean- Büchereien, die 3-4 Millionen Bücher,zur Unterhaltung und Bildung der Seefahrer un Umlauf haben. Bor 100 Jahren gab es schon 80 solcher Ozean-Büchereien auf den Britischen Handelsschiffen, seitdem sind es über 800 geworden. Jede dieser Schiffsbibliotheken enthält 30 ausgewählte Bände, von denen zwei Drittel aus schöner, ein Drittel aus wissenschaftlicher Literatur bestehen. Ze nach der Gröhe des Schiffes werden auch mehrere dieser Zusammenstellungen auf eine Reise mitgegeben. Bach Beendigung der Fahrt wird gewechselt. „Es mag vielleicht manchen verwundern", schreibt Clarke, „dah die Lieblingsbücher der Matrosen Seegeschich- ten sind, aber trotzdem ist es wahr. Bichts gefällt dem Seebären besser als eine spannende Erzählung, die in seinem Milieu spielt und in die er sich recht anschaulich versehen kann. Der Seemann von heute ist durchaus fein ungebildeter Mensch, sondern von einem starken Dildungsdrang ergriffen. Diele von ihnen sind leidenschaftliche Leser; bevorzugt werden im allgemeinen Detektivgeschichten und überhaupt Mittwoch, 27. September (955 spannende Romane: aber es zeigt sich auch eine wachsende Wertschätzung für Biographien, geschichtliche und besonders naturgeschichtliche Werke. Dor allem sind die Leute auf Leuchttürmen und Leuchtschiffen für Naturgeschichte interessiert. Wirtschaft sich in die Staatsgeschäfte einmischt. Vornehmste Aufgabe des Staates wird cs sein und bleiben, Ordnung in seinem Bereich zu schaffen. Wird diese Ordnung im Reich geschaffen, dann überträgt sic sich bis herunter zum letzten Einzclstaat. Das Leben kann und darf nicht beunruhigt werden durch besondere Fragen der Verfassung, Erhaltung der Eigenstaatlichkeit der Länder usw. Ich wiederhole auch in diesem Gremium: Oberstes Gesetz und Verfassung ist der Wille des Führers. Wie der Führer das Reich zu gestalten gedenkt, darüber sind nicht nur klare Gesetzesbestimmungen erlassen worden, sonderen ist auch klar und eindeutig in der Proklamation und der Rede desFührersauf demReichspar» teitag der NSDAP, in Nürnberg zum Ausdruck gekommen. In diese organische Entwicklung einzugreifen, kann niemand gestattet werden. Die Gründung des Industrie- und Handelstagcs kann und darf ebensowenig ein Vorareifen in die Entscheidungen der Reichsregierung sein, wie auf der andern Seite nicht geduldet werden kann, daß noch einmal Trennungsmomente in das orga- nischeWerden hineingetragen werden dürfen. Diese staatliche Entwicklung des Deutschen Reiches wird eine durchaus organische bleiben, well als Führer eine Persönlichkeit letzten Endes entscheidet. Auf der andern Seite ist gerade für Sie, meine Herren von Industrie und Wirtschaft, durch diese ruhige, zielsichere Entwicklung die Möglichkeit geboten, zu jenen ewigen Rechtsgrundsätzen in der Wirtschaft zurückzukehren, daß der Starke führen soll, daß die schöpferische Kraft des Einzelnen wieder zur Geltung kommen soll. Betrachten Sie es als Ihre hervorragende Aufgabe, solche Kräfte zu fin- den und sie zu fördern. Damit werden Sie Den Grundstein gelegt haben zu einem neuen Aufblühen der deutschen Wirtschaft. Mir sind berufen, das wollen des Führers in die Tal umzusehen. Kampf gilt es nun zu führen gegen die Arbeitslosigkeit. Dieser leil- tampf ist als vordringlich in den Vordergrund gestellt worden und die Arbeitslosigkeit gilt es nunmehr anzugreifen, wo wir sie treffen. Die erste und zweite Etappe dieses Kampfes liegt bereits hinter uns, und ich darf mit Genugtuung feftftellen, daß dieser Kampf im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet durchaus mit Erfolg geführt wor- den ist. Wir können stolz der Öffentlichkeit sagen, daß in unferm Gau mehr Arbeitslose dem Elend entrissen und in den Arbeitsprozeß zurückgesührt worden sind, als ganz Ostpreußen überhaupt jemals Arbeitslose hatte. Durch die Tatkraft des Führers find uns die Wege gewiesen. Die öffentliche Hand ist stark eingespannt worden in die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten. Ich Darf nur erinnern an Den Baubeginn der Autobahn, und Ihnen braucht nicht besonDers aufgezeigt zu werden, daß ein solches Problem Arbeitsmöglichkeiten auf allen Gebieten schafft. Wir sind i m starken Vormarsch begriffen, und in un- ferm Gebiet können wir uns glücklich schätzen, daß wir in Der nächsten Zukunft eine merkliche' Abnahme der Arbeitslosenziffer haben werden. Die Theorien der liberalistischen Wirffchaftsentwicklung müssen endgültig als überwunden angesehen werden« Nie wieder Dürfen wir zurückkehren zu der Theorie der Bedürfnislosigkeit, der Senkung der Löhne. Dieser weg würde ohne weiteres einen Stillstand, Rückgang und endgültigen Tod Der Deutschen Wirtschaft beDeuten. Der Wille Des Führers, Der Sinn Der nationalsozialistischen Weltanschauung ist allezeit gewesen, Daß eine gewisse BeDarfshähe Der Lebenshaltung im Interesse Des Volkes, seiner GesunDheit unD seines Fortlebens nicht unterschritten werben kann. Die Führer der Industrie, die Führer Der Wirt- schäft kurzhin müssen sich gerade der B e d e u t u c g dieser Frage und i hr 4 r Tragweite Korsikas allerletzter Bandit. Seit dem großen Feldzug gegen das Banditen- wesen im November 1931 sollten zwar auf Korsika alle berühmten Räuber ausgerottet sein, aber einer war doch noch übrig geblieben. Dieser, Der allerletzte BanDit Der Insel, Der die alte romantische Ueberlieferung noch aufrecht erhält, ist jetzt wieder aufgetaucht. Franxois Bornea, der Gendarm mar, bevor er sich einem ungesetzlichen Leben ergab, galt für tot; jedenfalls war er seit zwei Jahren verschwunden. Nur ein Mann auf Korsika erklärt offen, daß er den Geächteten gesehen hat. Es ist ein gewisser Usciata, der sich jetzt in sehr bedenk- lichem Zustand im Krankenhaus zu Ajaccio befindet. Bewohner von Coti-Chiavari hörten Ge- wehrfeuer und fanden Usciata schwer verwundet auf der Straße etwa 400 Meter vom Dorf entfernt, bevor er ohnmächtig wurde, brachte er noch Die Worte heraus: „Bornea hat mich getötet". Ge- rückste. Darüber, daß dieser Bandit aus seinen alten Schlupfwinkeln sich wieder herausgewagt habe, gingen schon seit einigen Wochen um. Man Der- mutet, Daß er Usciata angriff, well er glaubte, dieser habe der Polizei Mitteilungen über ihn gemacht. Bisher waren alle Versuche, Bornea zu fassen, vergeblich. Der Räuber, der eine Zeit lang Der Gefährte des berüchtigten Bartoli war und „der König des Busches" genannt wird, ist von ebenso großer Kühnheit wie Schlauheit. Einmal war fein Haus schon von Gendarmen umstellt, die mit Maschinengewehren bewaffnet waren, aber als sie nach heftigem Feuer eindrangen, war der Räuber be- reits entflohen. Als man Das Haus feiner Mutter Durchsuchte, fand man drei Pistolen, drei Gewehre und 400 Schuß Munition. An Der Wand hing eine em Meter hohe Photographie Borneas, die ihn in Der „Uniform" Der korsischen BanDiten zeigte, in Samtanzug, hohen Schaftstiefeln unD mit breitem Gürtel, in dem Dolche und zwei Pistolen stecken, sowie einem an der Brust angebrachten Fernglas. Vor einigen Monaten erfuhr Die Polizei, Daß Borneas Frau aus Tunis nach Ajaccio zurück- gekehrt fei; aber bei einer Hausuntersuchung wurde bei ihr nichts gefunben. Aus -er Provinzialhauptstadt F. K. In den nächsten Tagen werden in unserer Pronin; rund 5 00 0 3ungoottjungen unterwegs fein, um untereinander im Kampf ihre Kräfte zu meffen. Diefe G e l ä n d e f p i e l e, die ursprünglich am 28. September beginnen sollten, sind jetzt wegen des Erntedankfestes auf den 2. Oktober verfchoben worden. Die uns unterstützenden Ortsgruppenleiter und andere Helfer werden gebeten, ihre Vorbereitungen dementsprechend umzustellen. Genauere Angaben werden sofort durchgegeben. Am 2. Oktober, am Jahrestag des Potsdamer Reichsjugendaufmarfches, werden unsere Iungvolk- gruppen überall aufbrechen, um sich in Stämmen und Iungbannen zu fammeln und fo in freiem und gesundem Kriegsleben ihre Kräfte zu üben. Alle Ortsgruppen bitten wir nochmals auf diesem 2D ege, unsere Gruppen bei der Verpflegung und Einquartierung weitest zu unterstützen. Alle L l t e r n bitten wir, ihren Jungen aus jeden Fall die Teilnahme zu ermöglichen. Nichts kann gesünder und besser für den Jungen fein, als dah er sich hier freudig und ganz mit feinen Kameraden in den Dienst einer gemeinsamen Sache stellt. Das ganze Oberhefsen soll in diesen ersten Oklobertagen die Lebendigkeit unserer Jungvolkgruppen spüren. Die Freude und Dienslbereitschast seiner Jungen soll zugleich der Dank für alle aufgewendete Mühe sein. heil Hitler! ' Rupprecht Hainer, Oberjungbannsührer. In diesem Winter darf kein Volksgenosse hungern und frieren! Zeder spendet auf Postscheckkonto Berlin Nr. 77100, NS.-Volkswohl- fahrt Reichsführung, Konto Winterhilfswerk oder auf das gleichlautende Konto bei der Reichsbank. An die Obecheffen! Eine Bitte der oberhessischen Zungvolk-Zührung. Durch alljährliche Prüfungen hat der Hubertus das Verständnis für den Wert dieses Hundes in der heimischen Jägerwelt zu wecken gewußt. Die Namen der Zwinger seiner Mitglieder sind weit über die engen Grenzen der Heimat hinaus bekannt geworden. Der einheimische Jäger, der einen guten Hund sucht, braucht ihn nicht mehr von weit- Eicheln und Kastanien. Niemand soll den Herbst schelten. Sein Reichtum an Geschenken ist fast unerschöpflich. Immer noch einmal steckt er die Hand in seine tiefen Taschen und holt mit geheimnisvoller Miene eine neue Ueberraschung heraus. Dem gibt er Korn und Obst, und dem Gemüse und Kartoffeln. Den Kindern aber, den kleinen Spielratten, streut er Eicheln und Kastanien auf den Weg. Mit eifrigen Füßchen rascheln die Jungen und Mädchen durch das welke Laub und über den Rasen und suchen sich ihr herbstliches Spielzeug. Körbchen und Beutel werden gefüllt, und zu Hause verfertigen die Kinder kleine Wunderdinge daraus. Die länglickspitzen Eicheln werden ausgehölt, vier Reißnägel als winzige Rädchen angebracht, und das schnittige Rennauto ist fertig. Das Eichelkörbchen mit dem langen Stiel wird natürlich als Pfeife in den Mund gesteckt, jeder kleine Hosenmatz geht dann geschwellt von männlicher Würde einher, und der jüngste Dreikäsehoch vergißt sogar nicht das wichtige Geschäft des Feueranzündens. Mit unnachahmlichem Ernste hält er ein unsichtbares Streichholz an das Pfeifchen, schützt die „Flamme" vor dem Wind und zieht aus vollen Lungenkräften an dem Stiel. Jubelnd werden auch die ersten reifen Kastanien begrüßt. Mit Spannung sieht man zu dem breiten Geäst des Baumes auf und wartet darauf, daß wieder eine grüne Stackelkugel durch die Zweige poltert und auf der Erde zerspringt. (Manch ein Junge wartet aber gar nicht erst...) So blank und sauber schält sich die neugeborene rostbraune Kastanie aus ihrem schneeweißen Bettchen, daß auch ein Erwachsener mit Vergnügen nach ihr greift. Die kleinen Mädchen ziehen sie auf eine Schnur und legen sie sich als Kette um den hals, sie schnitzen sich Körbchen und kleine Puppenwiegen daraus und schneiden lustige Gesichter in die braune Schale. Die Eltern brauchen sich in dieser Zeit nickt den Kops darüber zu zerbrechen, womit sie Ihre Kinder beschäftigen sollen. Der Herbst selbst hat für die nimmermüden kleinen Hände das schönste Spiel- hert kommen zu lassen. Die Prüfungen bei Gießen waren immer durch die gute Vorbereitung und Durchführung bekannt. So ist es auch zu erklären, daß zu dieser Jubiläumsprüfung die für eine Gebrauchssuche sehr hohe Zahl von 23 Meldungen abgegeben wurde und daß neben einheimischen Führern Jäger vom Mittelrhein und Niederrhein, wie von Hannover ihre Hunde den Richtern stellen werden. Jagdpresse und jagdliche und verwandte Industrie yaben die Veranstaltung durch wertvolle Ehrenpreise unterstützt. Freunde des deutschen Gebrauchshundes werden als Gaste bei den Veranstaltungen willkommen sein. Die an der Suche beteiligten Drahthaarigen werden am 29. September^ um 8 Uhr am Schützenhaus auf einer Pfostenschau gezeigt und durch Dr. W i n t e r h e l t (Miltenberg) gerichtet werden. Auch hierauf seien Freunde des ■ Hundes In der rauhen Jacke besonders hingewiesen. h. Blumenschmuck-Schönheitswettbewerb bei der Reichsbahn. Ein Wettbewerb im Ausschmücken der Bahnanlagen wurde im Bezirk der Relchsbahn- direktion Frankfurt unter den Angehörigen der Reichsbahn ausgetragen. Die Reichsbahn rechnet es nicht mit Unrecht zum vielberufenen Dienst am Kunden, daß dieser auch in den landschaftlich nicht gerate hervorragenden Gegenden in Schönheit reise. Sie meint damit ebenso die Schönheit, die den Reisenden unterwegs von einem im Blumenschmuck prangenden Bahnwärterhäuschen bescheiden grüßt, wie die augenfälligere Schönheit, die ihm auf Bahnhöfen im Schmuck von Grünanlagen empfängt, und alle anderen Bahnanlagen im Bereich der Oesfentlichkeit. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs war ein sehr erfreuliches. Etwa 2 0 0 Angehörige der Reichsbahn kommen für besondere Anerkennung in Frage, vom einsamen Bahnwärter auf ferner Strecke bis zum Stationsvorsteher. Durch besonders hübschen Blumenschmuck fiel auf das Bahnwärterhaus 75 der Strecke Gießen—Köln u. a., Bahnhöfe, die wegen besonders schöner Grünanlagen eine Zierde der Reichsbahn sind, lind Bad Salzhausen, Nauheim, Friedberg, Bräunsels, Hadamar, Nidda, Asbach, Montabaur, Schlitz, Eppstein u. a. m. Daten für Mittwoch, 27.September. 1856: der Kolonialpolitiker Karl Peters in Neuhaus an der Elbe geboren (gestorben 1918); — 1914: Beginn des Angriffs auf Antwerpen; — 1921: der Komponist Engelbert Humperdinck in Neu-Stre- litz gestorben (geboren 1854). * ** Keine wesentlichen Einschränkungen im Winterzugoerkehr. Mit dem 8. Oktober beginnt der Winterabschnitt des Fahrplans der Reichsbahn. Gegenüber dem Sommerfahrplan kommen im Winterabschnitt nur unwesentliche Kenterungen in Frage. Viele Kenterungen sind bereits im Sommerfahrplan als im Winter wegfallend gekennzeichnet; diese Bemerkungen werden allerdings noch viel zu wenig beachtet. Wesentliche Einschränkungen im Zugverkehr sind diesmal jedenfalls nicht geplant. ** Der Fachdrogist im Dienste der Volksgesundheit! Die Mitglieder des Deutschen Drogistenverbandes zeigen zur Zeit eine beachtenswerte Schaufensterdekoration, welche für die Gesundheit des deutschen Volkes wirbt. Ihre Mitgliedschaft zum Deutschen Drogisten-Derband bietet Gewähr für eine einwandfreie, fachmännische Versorgung des Volkes mit freigegebenen Krzneimitteln, Drogen, Desinfektionsmitteln, Kritteln zur Körper- und Krankheitspflege und Verbandstoffen. ** Kuftaudjen sogenannter Ketten- b r l e f e. In letzter Zeit macht sich in Frankfurt a. M. wieder die Unsitte breit, daß sogenannte Kettenbriefe mit der Überschrift: „Hüte Dich, das Schicksal herauszufordern", verfertigt und versandt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß das Versenden solcher Kettenbriefe ein grober Unfug ist, der nach § 360 II RStGB. bestraft wird. Amtsgericht Gießen. Der Draschkenhalter G. T. von hier erhielt einen Strafbefehl, weil er am 1. Kuguft die zulässige De- lastung seines Wagens überschritten hatte. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Berufung ein. In der heutigen Hauptverhandlung beantragt» der Kmtsanmalt nach Vernehmung verschiedener Zeugen eine Geldstrafe von 5 RM. Das Gericht erkannte auf 3 RM. Geldstrafe. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. — „Frau und Kleid im Wandel der Z e i t". Am morgigen Donnerstag, 28. September, 16 Uhr, zeigt die Hausfrauenberatung in ihren Räumen am Kirchenplatz einen Film unter dem Titel „Frau und Kleid im Wandel der Zeit". Der Film zeigt die auf der Ausstellung „Die Frau", dis im Frühjahr in Berlin ftattfano, vorgeführten Originale aus den verschiedensten Epochen unserer Mode. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Bekanntmachungen des Personalamtes Auf Grund, des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden am 21. September 1933 mit sofortiger Wirkung aus dem hesfifchen Staatsdienst entlassen: der Justizinspektor am Landgericht in Gießen, Ed. Bayersdorf zu Gießen; der Ober« sekrstär Heinrich Karl Huth beim Hessischen Staatsbad Bad-Nauheim; der Kanzlist Iwan L i h beim Forstamt Dieburg; der Förster Philipp M e n g e r beim Forstamt Dieburg. In den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Nachsuchen am 21. September 1933 der Kreisveterinärarzt bei dem Kreisveterinäramt Worms, Veterinärrat Ferdinand T r o p s, und der Oberkasseninspektor Ludwig Kraus bei der Landes- Heil- und Pflegeanstalt „Philipps-Hospital" bei Goddelau, beide unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1933. Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden in den Ruhestand versetzt: am 21. September 1933 der Studienrat Professor Karl Huber an der Kunst- und Gewerbeschule zu Mainz; der Studienrat Drofessor Bruno Panitz an der Kunst» und Gewerbeschule zu Mainz, beide mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; am 20. September 1933 der Kanzleiassistent bei dem Amtsgericht Gießen, Ludwig Stroh, unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1934. Ernannt wurden: am 11. September 1933 der Schulamtsanwärter Ludwig Haas aus Offenbach zum Lehrer an der Volksschule zu Rinderbugen, Kreis Büdingen, und der Schulamtsanwärter Adam Marquardt aus Darmstadt zum Lehrer an der Volksschule zu Bobstadt, Kreis Bensheim, beide unter Berufung in das Beamtenverhältnis; am 15. September 1933 die Zeichenlehrerin an der Volksschule in Gießen, Katharina Gröde, zur Reallehrerin an der Studienanstalt und Frauen- — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 Uhr, Bunter Abend. — REV. Ortsgruppe Gießen, 15,30 Uhr, Caf6 Leib, große öffentliche Kundgebung des geeinten deutschen Gaststätten- g-?merbe5 für den Kreis Gießen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Blume von Hawai" mit Maria Eggerth. durchaus bewußt fein. Denn nur wenn diese B e - darfshöhe anerkannt wird und wenn jeder ich bemüht, sie zu fördern und auf der Höhe zu galten, nur dann wird die gesamte Industrie, die gesamte Wirtschaft nicht nur anfangen zu wachsen, andern wird allein durch den Jnnenbe- > a r f des deutschen Volkes auf eine beachtliche Höhe heraufgeführt werden können. Anderseits wird, wenn die Wirtschaft so geführt wird, auch der Arbeiter auf der gleichen Anschauungs- höhe zu finden sein. Das Verdienst Adolf Hitlers ist es, daß er den deutschen Arbeiter wieder hineingestellt hat in die Volksgemeinschaft. Sein Verdienst ist es, dem Arbeiter das Selbstbewußtsein zurückgegeben zu haben, dessen er bedarf, um an dem harten Platz des Kampfes, an den er gestellt ist, auszuharren. So ist im nationalsozialistischen Staat der Zusammenklang von wirtschaft und Arbeit gesichert. Ist aber dieser Zusammenklang gesichert. dann haben wir bas Fundament des neuen Reiches, des Reiches der Arbeit. Wir können stolz darauf fein, daß es uns.vergönnt ist, zuerst im Deutschen Reich eine derartige organische Gestaltung werden zu lassen. Die rhein-mainische Senke ist alter historischer Boden, und bewußt wurde diese Tagung nach der Stadt Mainz gelegt, die Zeugnis ablegt von der ruhmreichen großen Vergangenheit des deutschen Volkes, soweit sich diese Vergangenheit auf dem Boden in dem Gebiet der Rhein-Mckin-Senke abgespielt hat. Zeigen wir uns also würdig unserer Ahnen und suchen wir zu bestehen vor unferm Führer Adolf Hitler. Sehen wir hinaus auf die herrliche Verbindungslinie Rhein-Main und auch am Neckar, wo Telle unseres Gebiets liegen, und umschlingen diese herrliche Natur, die Völker, die Stämme, die an ihren Ufern wohnen. Eins sind wir blutsmäßig, eins sind wir durch die Gestaltung des Bodens, und eins wollen wir bleiben in der Entwicklung, vorgezeichnet von unferm Führer, die Linie, die aufwärts führt zum einigen Deutschen Reich, zur Einheit des gesamten deutschen Volkes. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede und nach dem Gesang des Deutsckland-Liedes sprach der Präsident des hessischen Industrie- und Handelskammertages Fabrikant Rudolf Scholz (Mainz), worauf Ministerialrat Zrielinghaus die herzlichen Glückwünsche des Reichs- und des preußischen Wirtschaftsmini st ers überbrachte. Als Preuße freue ich mich, jo führte er u. a. aus, daß diese Tagung auf hessischem Boden in Mainz stattfindet. Die neue Zeit tonnte erst mit diesem schweren Problem fertig werden. Dieser Zusammenschluß konnte nur zustande kommen, weil hier die richtigen Männer am richtigen Platz waren. Wir haben es geschafft, obwohl die Schwierigkeiten auch hinsichtlich der Landesgrenzen ganz besonders groß waren. Ich darf die Hoffnung aussprechen, daß das Werk dieser Männer sich segensreich vollenden möge. Oer hessische Staatsminister Jung stellte in seiner Ansprache den obersten Grundsatz des neuen nationalsozialistischen Staatsrechts heraus. Danach sind die Länderregierungen die Vollstreckerinnen des Willens des Führers. Die Vertreter des Führers feien die Reichsstatthalter. Die Länderregierungen hätten daher nichts anderes zu tun als dem Willen des Reichs st atthalters zu entsprechen. Die hessische Regierung habe daher durch Gesetz vom 22. September die rechtliche Grundlage der nunmehr vereinigten Industrie- und Handelskammern geschaffen. Staatsminister Jung dankte am Schluß feiner mit lebhaftem Beifall angenommenen Ansprache dem Herrn Reichsstatthalter für seine Tat und für die Initiative, die er in dieser wichtigen Frage entfaltet habe. Der Frankfurter Handelskammerpräsident und schule in Mainz; sämtlich mit Wirkung vom 1. Ok- tobet 1933 an; am 31. August 1933 der Studienassessor Dr. Wilhelm Henh aus Beuern, zur Zeit mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kreis- schulamts Gießen (Stadt und Land) beauftragt, i unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum I überplanmäßigen Studienrat mit Wirkung vom 1. September 1933 an; am 20. September 1933 der Justizsekretär bei dem Amtsgericht Mainz, Georg Orth, zum Justizsekretär bei dem Landgericht Mainz mit Wirkung vom 1. September 1933 an. Uebertragen wurde mit sofortiger Wirkung: dem Lehrer Jean B l o d t zu Gau-Odernheim, Kreis Alzey, die Leitung der Volksschule zu Gau-Odern- heim und dem Lehrer Albert Thomas zu Jügesheim, Kreis Offenbach, wurde am 18. September 1933 die ehrenamtliche Leitung der Volksschule daselbst, beiden unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit. NSDAP. Gießen. Von ter NS. -Frauen schäft Gießen haben die Sozialwalterinnen an dem Amtswalter- appell der NS.-Dolkswohlfahrt am heutigen Mittwoch, 18.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, teilzunehmen. Die Ortsgruppe Gießen-Nord hat heute Mittwoch für Helle 7, Block 2, Blockabend in der Wirtschaft Nohl, Eterstraße. Die Ortsgruppe Gießen-Mitte hält ihre Ortsgruppenoerfammlung mit deutschem Abend und Fahnenweihe nicht heute, Mittwoch, 27. September, sondern Mittwoch, 4. Oktober, ab. Beurlaubungen sind zwei Tage vor der Versammlung bei dem Ortsgruppenleiter zu beantragen und werden nur in den allerdringendsten Fällen bewilligt, keinerlei Entschuldigungen werden angenommen. — Arn nächsten Sonntag, 1. Oktober, 9.30 Uhr, nimmt die Ortsgruppe geschlossen an dem Gottesdienst aus dem Landgras-Philipp-Platz teil. Antreten um 9 Uhr Bahnhofstraße, Ecke Mühlstraße, Amtswalter in Uniform. Um 12 Uhr Antreten oller Männer im Ortsgruppenbereich (Amtswalter in Uniform), gleichgültig ob sie Parteigenossen sind oder nicht, Mühl- straße-Ecke Bahnhofstraße zum Abmarsch nach Watzenborn zwecks Teilnahme an der dortigen Feier des Erntedankfestes. Frauen und Kinder marschieren gesondert, oder benutzen den Zug ab 13.38 Uhr bis zur Station Schiffenberg. Rückmarsch geschlossen um 22 Uhr. Die Ortsgruppe Gießen-Süd feiert den Erntedanktag gemeinsam mit der Gemeinte Leihgestern. Abmarsch 12.30 Uhr von der Friedrichstraße aus. Um 14 Uhr Festzug in Leihgestern. In der Ortsgruppe Gießen-Nord morgen Donnerstag, 28. «September, gemeinsame Mitgliederversammlung der Zellen 3 und 5, 20.30 Uhr im Restaurant „Zum Haberkasten". Pg. Michel spricht über „Die Politik der Zukunft". Eine Mitglieder - Versammlung der Fachschaft „Länderverwaltung" der N S. - B e a m t e n a b = teilung, Ortsgruppe Gießen, findet am nächsten Freitag, 20.15 Uhr, im Restaurant „Bürgerhof", oberer Saal, statt. Die Mitgliederbeiträge für den NS. -Lehrerbund, Kreis Gießen, sind nur noch auf das Postscheckkonto des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, Kreisleitung Gießen, beim Postscheckamt Frankfurt a. M. Nr. 64 849 einzuzahlen. ZubiläumSgebrauchssuche des Hubertus Gießen. Am 29. und 30. September hält der Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, in Revieren um Gießen in Zusammenarbeit mit dem Verein Deutsch Drahthaar, Gau Hessen, seine 10. Verbandsgebrauchssucke ab. Bereits in seiner Gründungsversammlung oe° schloß der Verein, dem Verbände der Vereine zur Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd beizutreten, und er zeigte damit, daß seine Gründer ein wirklich weidgerechtes Jagen nur mit Hilfe des deutschen Gebrauchshundes für möglich hielten. Während in anderen Ländern für die verschiedenen Zweige des Weidwerks Spezialhunde Verwendung fanden, erforderten die Jagdverhältnisse in Deutschland einen Hund, der allen Aufgaben gerecht werden konnte, die ihm von der Praxis gestellt wurden. Der Gebrauchshund soll die Wundfährte des Schalenwildes ausarbeiten und seinen Herrn zu dem verendeten Stück geleiten, oder durch seinen Laut herbeirufen, wenn er es gefunden hat. Er soll das kranke, flüchtige Stück hetzen und niederzishen, der Spur des angeflickten Hafen folgen und ihn bringen, den kranken Fuchs abwürgen und apportieren. Selbständig stöbernd bringt der kluge Hund lauthals das Wild vor den Schützen, kurz unter der Flinte sucht er beim Buschieren im niederen dichten Bestand. Er stöbert im Schilf hinter der Ente und holt die geschossene aus tiefem Wasser. In flüchtiger Suche nimmt er unter steter Ausnutzung des Windes das Feld, zieht die Hühner an, bringt die Geschossenen Ober folgt dem Geläufe des geflügelten Rebhahnes, der ihm das Finden nickt leicht macht. Ohne viel Umstände schlägt er sich die verwilderte Katze, diese Geißel der Niederjagd und der Vogelwelt, um die Behänge, wenn sie sich in den Kartoffeln drücken will. Die Leistungen des wirklichen Gebrauchshundes, der alle diese Aufgaben erfüllen muß, sind so vielseitig, daß man immer wieder voll Bewunderung dieses Ergebnis verständiger Zucht und hingebender Arbeit der Abrichter beobachtet. Der Ruf des deutschen Gebrauchshundes ist weit über die Grenzen Deutschlands hinausgegangen, und der Ausfuhr guter Hunde ins europäische Ausland und nach Uedersee kommt heute eine große Bedeutung zu. PräsidentdesJndustrie-undHandels- t ag e s, Dr. Lirer-Frankfurt a. M. gab sodann ausführliche Erläuterungen über Zweck und Aufgaben des neugeschaffenen Gremiums. Die Wirtschaft habe sich dem nationalen Einheitswillen ohne Rücksicht auf persönliche oder historische Verhältnisse zu unterwerfen und dafür zu sorgen, daß auch in ihrem Interessengebiet Organisationen geschaffen würden, die der natürlichen Einheit Rechnung tragen. Das jetzt vorliegende Ergebnis fei besonders ter Tatkraft des Reichsstatthalters Sprenger zu danken. Die hessische und die preußische Regierung haben die Satzungen genehmigt, und die Zustimmung des Reichswirtschaftsministers fei eine Gewähr dafür, daß der Zusammenschluß innerhalb des Rabmens erfolgt sei, den die Reichsregierung für den Aufbau wirtschaftlicher Organisationen für zweckmäßig halte. Die Arbeitsgemeinschaft setze sich aus i e 20 preußischen und hessischen Mitgliedern zusammen. Bel der Bildung einheitlicher Wirtschaftsgebiete müsse angestrebt werden, räumliche Einheiten zu finden, deren Grenzen einmal möglichst viele Betriebe eines Wirtschaftszweiges (Landwirtschaft, Bergbau usw.) umschließen, weiter müsse darauf gesehen werden, möglichst wenige wirtschaftliche Zusammenhänge zu zerreißen. Die Berwaltungsmittel- punkte mühten möglichst weitgehend mit den tatsächlichen Brennpunkten des wirtschaftlichen Lebens zusammenfallen. Ein eindeutiger Gesamtcharakter des Wirtschaftslebens, wie er unbestritten im Rhein-Mainiischen Wirtschaftsraum vorhanden sei, erleichtere die Losung dieses Problems. Jedoch solle die neugesckaffene Organisation nicht zu einer Zusammenfassung aller Aufgaben führen, sondern alle Funktionen des in ihr vereinigten Wirtschaftsgebietes sollen entsprechend ihrer Bedeutung und Zwecksetzung gegliedert, geordnet und zufammengefaßt werden. Dementsprechend sollen die einzelnen Kammern weiter alle ihren engeren Bezirk betreffenden Aufgaben felbftändig r e - g e l n. Dagegen habe der Industrie- und Hantelstag die Aufgabe der Interessenvertretung des Gebiets nach außen und bei den Reichs- und Landesbehörden, sowie die Uebertragung von speziellen Erfahrungen auf andere Gebiete seines Bezirks. Der Redner schloß seine Ansprache mit dreimaligem, begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Bannerträger des deutschen Geistes, deutscher Wiedergeburt und deutscher Einheit. Mit den Klängen des Horst-Wessel-Liedes fand bann die Tagung ihr Ende. Erweiterung der Ausgaben des Hess. Industrie- und Handels- kammertages. WSN. Darmstadt, 26. Sept. Auf Grund des vorläufigen Gleichschaltungsgesetzes vom 31. März 1933 und der Hessischen Ermächtigungsgesetze vom 13. März und 16. März 1933 hat der hessische Staatsminister Jung folgendes Gesetz erlassen, das am 26.9.33 in Kraft getreten ist: Dem Artikel 40 des Gesetzes über die Jndustrie- und Handelskammern in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juni 1925 (Reg.-Bl. S. 86) und des Aenderungsgesetzes vom 30. Juni 1933 (Reg.- Bl. S. 151) wird folgender Absatz 5 angefügt: „Der Hessische Industrie- und Handelskammertag ist befugt, zur Behandlung allgemeiner oder das gemeinsame rhein-mainische Wirtschaftsgebiet betreffender Angelegenheiten mit in benachbarten Ländern bestehenden öffentlich-rechtlichen Vertretungen der Belange von Handel, Industrie und Verkehr Zweckverbände und Arbeitsgemeinschaften zu bilden. Ein solcher Zusammenschluß und seine Satzungen bedürfen der Zustimmung der Hessischen Landesregierung." zeug bereit. Bornotizen. 18. W botf fein ’flern unb frieren’ *ta»f ; m«. 10 Ob« "1° M i« MdjMl. bet ■*» rrm-3unS--li,v. D,09Iid)en'?btn den 3ungen '°NZ mif£Ättls *f“*Ä t! 7 Ob”i"*nnfük„. Wert Us 'wettus iu lvr2 . -undes in -r wußt- Die, drr Sjntl weit °Mä>e i?JQUS. be. 111 Nen gute iBorbetcihmg unb 5 ® es auch zu edlören, pnifung bie für eine ®e. ‘i)i non 23 Meldungen ob' neben einheimijchen Fühlern und Niederrhein, wie e den Richtern stellen wer- bliche und verwandte Fn> lnstaltung durch wettvolle Freunde des deutschen (Bete Gäste bei den Beranftal- Die an der Suche beteilig« )en am 29. September ym is auf einer Psoslenschau Bintet!)eit Miltenberg) hieraus seien Freunde der ■ jade besonders hingewiesen. h -öcheiislvettbewerb eicfaMn. Uusfämüden ber rt der Reichsbahn« 11 unter den Ängechvngen gen. Die Mchsbchn rech« i, zum nielberufenen Dienst auch in den landschaftlich enden Gegenden in Schön- damit ebenso die Schönheit, >rwegs von einem im Blu- i Bahnwärterhäuschen bete augenfälligere Schönheit, en im Schmuck von Grün- ) alle anderen Bahnanlagen lichleit- Das Ergebnis W sehr erfteuliches. Etwa 200 Reichsbahn kämmen icrtennung in Frage, Örter aus ferner Strecke bis Durch besonders hübschen äs das Bahnwärterhaus 15 - ©tünanlagen eine 3 r L«, schttd. ”t«8art t Humperdinck m 854). SfeS Frage. W, im Winter ersahrplan als, «n «'SS? brtefe y ^rh. w. :5 *c*^* afe Die S°lten Aiisgabeii der Lrbgesunicheiis- mdMenpflege. Don Dr. med. H. W. Kranz, Gießen, Leiter der Abteilung Srbgesunbheits- und ^affenpfleqe bei der Hessischen Aerztekammer*. mnerpolitische Aufgabe des neuen Staates besteht oatjer — auf einen einfachen Nenner gebracht — ?lr, Vorsorge für bie kommenden Geschlechter. Diese ist aber nur möglich, wenn uns die Aufhaltung des katastrophalen Geburtenrückgangs und eine rassische Ausartung und Reinerhaltung gelingt. Greifen wir zurück auf die Vergangenheit, so sehen wir, daß die Landschaften und Gegenden heute noch vorhanden und dieselben sind, in denen vor Jahrhunderten kulturelle Hochleistungen geschaffen wurden, von denen eine unermeßliche Macht aus« ging, Länder, Völker und Weltreiche regiert wurden. Aber — Glanz und Bedeutung sind verschwunden, weil die Menschen nicht mehr leben, die dort einst ewige Werte schufen. Die Landschaften sind geblieben, aber die Menschen sind nicht mehr dieselben. Sie haben ihre Bedeutung und ihren Wert eingebüßt und sind nicht mehr zu großen kulturellen Leistungen fähia, weil sie durch Geburteneinschränkung und Rassenmischung ihre ausschlaggebenden Rassenwerte und damit die Voraussetzungen für arteigene und schöpferische große Leistungen verloren haben. Blut unb Rasse aber sind Träger des Volkstums unb bas Köstlichste, heiligste unb höchste, was ein Volk besitzt unb in feiner Reinheit ju hüten hat, benn bie Gesetze ber Natur verlangen bie Reinerhaltung von Art unb Rasse. Jnsbefonbere wir Aerzte haben bafjer nicht nur bie Pflicht, bas überkommene Erbgut unserer Vorfahren zu verwalten, fonbern müssen es auch möglichst gebessert unb gesünder an unsere Nachfahren weitergeben. Immer wieder wird uns von unseren Gegnern vorgeworfen, daß wir einen Rassenhaß unter den Völkern erzeugen, wenn wir den Rassegedanken predigen. Das tun wir keineswegs. Wir fördern im Gegenteil bei richtigem Verständnis die Hochachtung der einzelnen Raffen untereinander, indem wir über die Feststellung ihrer Werte und ihrer kulturellen Leistungen hinaus auch zu ihrer Anerkennung gelangen. Wir wissen, daß den einzelnen Völkern verschiedenartige, kulturelle Aufgaben gestellt sind. Wir wissen ferner, daß die rassische Zusammensetzung eines Volkes Erfüllung oder Nichterfüllung dieser Aufgaben bedeutet. Wir wissen, daß alle Völker der Erde aus verschiedenen Rassen zusammengesetzt sind, daß aber ein bestimmter und vorherrschender Rassenbestandteil einem Volke sein Gesicht und Gepräge gibt und daß nur die politische unö kulturelle Führung eben dieses Rassenbestandteiles, sowie sein blute- und zahlenmäßiges Vorherrschen einerseits den Nieder- und Untergang des betreffenden Volkes verhindern kann, anderseits aber die Erfüllung feiner kulturellen Aufgaben in der Welt garantiert. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht daher in der Förderung desjenigen Rasse n b e ft a n b t e i I e s, der alle ' Volksgenossen blutsmäßig miteinander verbindet und die W e • fensart des deutschen Volkes aus» macht, und wir wissen, daß dies für uns der nordische ist. Ader gerade die nordische Rasse, die unsere schöpferischsten und wertvollsten Erbanlagen vermittelt, ist durch die Gefahr des Aussterbens in besonderem Maße bedroht. Zwangsläufig kommen wir mit der Herausstellung des Wohles der Gesamtheit der Volksgemeinschaft und mit der Abkehr vom individualistischen Denken zu einer Wertung der Rassenbestandteile, des Blutes und des hervorragendsten Rassenanteils und auf diesem Wege zu einer heroischen Auffassung des Geschehens im Völkerleben. Die vorn Nationalsozialismus verkündete heroische Weltanschauung hat bereits zu einer Umgestaltung des völkischen Lebens auf allen Gebieten geführt und besonders auch auf dem Gebiete der Medizin. Wir Nationalsozialisten fassen die Volksgesundheitspflege und ihre Aufgaben nicht in erster Linie als Mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus sind bie Voraussetzungen geschaffen für bie Umsetzung unseres nationalsozialistischen, bisher zum Teil theoretischen seelisch-geistigen Gestaltenkampfes, in die Praxis. Wir haben bisher bekämpft unb bekämpfen weiter eine Weltanschauung, bei ber bas Einzelinbivibuum Anfang unb Enbe ist unb im Mit- telpunkt allen Geschehens steht, eine Weltanschauung, bie in ber Überbewertung bes Einzelnen bie Sorge um bas große Ganze unb die Zukunft der Volksge- meinschaft vergißt unb baher in ihren Auswirkun- gen eine oolkszerstörende unb völkermorbenbe sein muß. Daß unsere nationalsozialistische Weltanschauung nicht nur die richtige, sondern auch bie einzig richtige ist, folgern wir baraus, baß sie auf ben Naturgesetzen organischen Lebens unb organischer Entwicklung aufbaut und nichts anderes barfteUt als eine Nutzanwenbung biologischer Erkenntnisse aus ben ewigen Gesetzen ber Natur. Wir sind baher Wecker unb Verkünder eines naturgegebenen unb natur- notwenbigen Selbsterhaltungstriebes unseres Volkes und sehen in unserer Weltanschauung gewissermaßen bie Idee ber naturgegebenen Selb ft- Verständlichkeit. Die uneigennützige Mitarbeit an ber Volksgemeinschaft, ihre Erhaltung, ©efunbung unb Ausartung betrachten wir als Ehrenpflicht unb Ehrendienst für jeden Nationalsozialisten. In diesem Sinne bekämpfen wir auch ben Stanbesbünkel früherer Prägun. gen und fassen bie Standesehre aller Berufsgruppen als eine gleichberechtigte auf. In ber Gemeinschaftlichkeit der Pflichterfüllung und in der gemeinsamen Verantwortung gegenüber der Nation und ihrer Zukunft wirb eine Verzerrung und Entwürdigung unserer ärztlichen Standesehre zu einem verhängnisvollen Standesdünkel verhütet. Indem wir bie Forderungen von Blut unb Rasse zum Maßstab unb zur Richtschnur unserer ganzen Arbeit für die Nation werben lassen, ehren wir bas Leben als solches, bas letzten Enbes nichts anderes bedeutet als die ununterbrochene Erhaltung gesunder Geschlechterfolgen in ihren Auseinandersetzungen zwischen Erbanlage und Umwelt. Unter ber Führung Adolf Hitlers hat die Idee des Blutes, der gefunden Auslese und Ausmerze, der Persönlichkeit und der Leistung die Herrschaft angetreten über bie Gleichheitslehre und über die materialistische unb individualistische Auffassung. Zum ersten Male in ber Weltgeschichte wirb ein Volk nach ben naturgegebenen unb heiligen Gesetzen seines Blutes regiert. Die blutsbebinglen Lebensgefehe ber entstehenden unb wahrhaften deutschen Nation find zum obersten und einzigen Maßstab ber Politik erhoben woroen. Wir haben gelernt, daß der Einzelne nur ein Tröpfchen im großen, lebendigen Blutsstrom unseres Volkes unb unserer Rasse ist. Wir wissen, baß er mitverantwortlich dafür ist, daß dieser Strom nicht versickert, sondern ein ewiger bleibt, indem immer wieder neue, reine unb ungetrübte Quellen hinein- sließen. Unsere nächstliegenbe Aufgabe besteht in einer oolksgesunbheitlichen Erzie - hung unseres Volks - unb Rafsegenos- jen zum Lebens- unb Gesundungswil- len ber Gesamtheit, zu einer alle umschließenden, vom gleichen Blut getragenen Idee unb bamit zu einer großen, starken unb gefunben Nation. Der Staat Abolf Hitlers hat ben Schwerpunkt politischer Willensäußeruna von ben Gebieten politischer Kuhhänbel, politischer Eintagslösung unb diplomatischen Hasarbierens auf bas ber Erbgesunb- heit, ber Rasse unb bes Blutes verlegt unb bamit auf ein Aufgabengebiet, welches bie Voraussetzung für Glück unb Freiheit bes beutschen Volkes unb Der entstehenben beutschen Nation bebeutet. Die * Nach einem Vortrag von Dr. Kranz, gehalten bei ber Eröffnung der neuen Hessischen Aerzte- fammer am 21. September in Darmstadt. eine Förderung des Einzelindioiduums auf, die festen Endes in der Erhaltung des Minderwertigen mündet, sondern vom heroischen Standpunkt aus, der das für die Volksgemeinschaft Wertvolle fördert und ebenso wie die Natur brutal sein kann, wenn das Minderwertige die Vorherrschaft über das Hochwertige zu erringen droht. Wir vertreten Die Erkenntnisse einer klar verstandenen Zweckmäßigkeit im Leden unseres Volkes und find bestrebt, die uns gestellten Aufgaben mit dem Zweck und dem gegebenen Material in Einklang zu bringen und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Das Material, das besonders uns Aerzten der neue Staat zu treuen Händen überantwortet, ist die heutige deutsche Generation, ist Leben und Blut mit seinen erblichen Rassenanlagen, ist wertvollster und köstlichster Besitz unserer Nation. Eine klare Erkenntnis der erbgesundheitlichen Schäden aber wird es uns Aerzten ermöglichen, an ber Schöpfung gesunder Geschlechterfolgen maßgeblich mitjuarbeiten. Parteigenossen und Kollegen! Sie wissen alle, daß der katastrophale Geburtenrück- gang in Deutschland uns zu beschleunigten unb wirkungsvollen Maßnahmen zwingt unb uns zum Aushalten ber Abnahme unserer Beoölkerungszif- fer verpflichtet. Hier gilt es, vor allem ben Willen Zur Fruchtbarkeit und zum Leben innerhalb des Volkes zu wecken. Ferner müssen wir dafür sorgen, daß der wertvollste und schöpferischste Rassenbestandteil unseres Volkes auf allen Gebieten die Führung bekommt und erhält. (Schluß folgt.) S.J.-fpor/ Abschluß des Hirzenhainer Segelflug- Wettbewerbs. Der zweite Segelflugwettbewerb ist am Sonn- tag zu Ende gegangen. An ihm haben 192 Flieger mit 35 Maschinen teilgenommen. 571 Starts wurden ausgeführt, was bei ben mißlichen Winbver- hältniffen unb ben Gelänbefchwierigkeiten eine her- oorragenbe Rekorbleistung barfteUt. Auch bie Zahl der abgelegten Prüfungen ist sehr groß. In ber Punktwertung rangiert Frankfurt a. M. mit 277 Punkten an ber Spitze, bicht gefolgt von Hirzenhain mit 273 Punkten. Fischer auf „Darmstadt" vollführte mit 89 Kilometer unb Wiegmeyer auf „Rhönbussard" mit 43 Kilometer bie längsten Streckenflüge. Auch in ber ©efamtfluqbauer rangiert bie Maschine „Darmstabt" bes Fliegers Fi- scher mit 9 (Stunben 40 Minuten an ber Spitze, ber bie Maschine „Rhönbussarb" (Wiegmeyer) mit 9 Stunben 30 Minuten nur wenig nachsteht. Den Preis bes Reichsluftfahrtministers Göring in Höhe von 200 Mark für einen Zielflug um ben Dillenburger Wilhelmsturm würbe je zur Hälfte ben beiben Flieaern Fischer unb Wiegmeyer zugesprochen. Den Preis bes Reichsstatthalters Sprenger für bie größte Führerleistung holte sich ebenfalls ber glückliche Flieger Fischer, währenb Wiegmeyer für feine Führerleistung ben Groen- Hoff-Gebächtnispreis erhielt. Leichtathletiksiege der Spielvereinigung in Kastel. Bei ben am Sonntag abgehaltenen nationalen Wettkämpfen bes VfL. Hessen-Preußen Kassel war bie Spielvereinigung 1900 burch Unterfelbwebel 0. Gugel (1. Stomp. JR. 15) unb Heini Jung vertreten. Die beiben 1900er machten ihre Sache ausgezeichnet, inbern sie vier erste unb zwei britte Plätze belegten. Durch ihre recht guten Leistungen trugen sie einen nicht geringen Anteil bazu bet, ber Veranstaltung ansprechendes Niveau zu Der- leihen. Nachstehend die betreffenden Wettbewerbe: 400 Meter Hürden: 1. Jung (1900) 58,8 Sek.; 2. Dornfeiffer (Kurl). Kassel) 64,8 Sek. Jung lief das Rennen für sich und verbesserte dabei seine bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften erzielte Zeit um 2/io Sekunden. Stabhochsprung: 1. Jung (1900) 3,30 Steter (nicht ausgesprgn.); 2. Dornseifser (Kurh. Käst sei) 3,20 Meter; 3. Gabriel (Hess.-Pr. Kassel) 2,93 Meter. Der 1900er, ber zur Zeit auch im Stabhochsprung in guter Form ist, mußte leiber infolge Verletzung bei 3,30 Meter aufhören. Dreisprung: 1. Kermer (Hess.-Pr. Kassel) 13,07 Meter; 2. Mergarbt (Hess.-Pr. Kassel) 12,53 Meter; 3. Jung (1900) 12,50 Meter. Da Jung nur „beiläufig" mitfprang, finb bie 12,50 Meter recht beachtlich. Kugelstoßen: 1. Ufw. Gugel, l.Komp. JR. 15 (1900) 14,18 Meter; 2. o. Hofe (Hess.-Pr. Kassel) 12,98 Meter; 3. Schocke (ASE. Göttingen) 12,33 Meter. Gugel, ber beim Nationalen ber Frankfurter Eintracht stark inbisponiert an ben Start gegangen war, präsentierte sich in Kassel wieber in hervorragenber Form unb erzielte eine ber besten Tagesleistungen. Stein stoßen: 1. Ufw. Gugel (1900) 8,96 Me- ter; 2. o. Hofe (Hesi.-Pr. Kassel) 8,69 Meter; 3. Schocke (ASE. Göttingen) 8,69 Meter Der 1900er konnte erst mit dem letzten Stoß seinen Sieg sicher- steilen. Die 8,96 Meter sind auch als erstklassig zu bezeichnen. Diskuswerfen: 1. Schocke (ASE. Göttingen) 39,25 Meter; 2. Dornfeiffer (Kurh. Kassel) 35,10 Meter; 3. Ufw. Gugel (1900) 34,75 Meter. Spielvereinigung 1900 Gießen. Iugendspiele. 1900 All — Spvg. Leihgestern Al 7:3. Wie im Vorspiel, so stellten auch im Rückspiel tn Leihgestern die Gäste den Sieger. In ber 1. Spielhälfte war das Spiel ziemlich ausgeglichen. Leihgestern ging in Führung und konnte bis zur Halbzeit das Spiel mit 3:2 halten. Nach der Pause hatten die Gastgeber nicht mehr viel zu bestellen. 1900 stellte das Resultat bis zum Schluß auf 7:3 Toren. 1900 1. Schüler — Spvg. Leihgestern 1. Schüler 1.-6. Die Schüler von 1900 traten unvollständig, mit nur acht Mann, an und waren demzufolge von Anfang an sehr geschwächt. Ein sicherer Sieg für den Gastgeber konnte, wie vorausgesagt, nicht aus- bleiben. Die deutschen Meister im Segeln. I I -- »'M- Die Mannschaft Graetz» (rechts) Pohl gewann die Deutsche Segelmeisterschaft 1933, bie in Berlin ausgetragen würbe. Perwachs auch zum Polieren von Möbeln, Leder, Stein und Marmor unübertroffen 7/ PW-105 Intendiert Mimmtcuuh fie: K ,, AufPerWachSBöden Tuscht man nicht! Anmachholz Bestellung, erbitten wir direkt an unA möglichst oer Postkarte. 5838V Domoffligewen £onar B. Huhn. Eoiiot. Beiert I So fängt es an. Geben SiederMildi sofort einige Kaiser1« Brust - Caramellen bei. Sie lösen den Sdileim u. ersticken Husten. Heiserkeit und Katarrh in den Anfängen. 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September 1933. iessisches Amtsgericht. smMMiäl. intoidinet« M -b2en" Elektrizitätswerks, ^tadtiichea Ä kostenlos 35, Zimmer Nr. N, lind °°M^ E XÄ«ötre'"' ■bÄ'w9sä“f,r*“'"’r ien26.6.pl®krl933' Stolte-___ MS-Z doh'^' 3 0 Diwans, anfC/-urloileli6- VvL 1 Nab' 1 ^"Vertikos, 1 Badeose"' x ^r- * ‘ sl# m Orl ^!rvngslokal)' t Persv' K-L.» M* - Nr. 226 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 27. September (955 Mchspropagandaminister Dr. Goebbels in Gens Dr. Goebbels wird bei seiner Ankunft auf dem Genfer Flugplatz von Mitgliedern der Deutschen Kolonie empfangen. I Was bringt der Deutsche Luristentag 1933? DonLandgerichtSratOr. Bergmann,HalleaS. Vom 30. September bis zum 3. Oktober 1933 findet in Leipzig der Deutsche Juristentag statt. Es ist die vierte Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Während sich aber früher nur eine verhältnismäßig kleine Schar zu diesem Bunde bekannte, ist er heute nach dem Siege der Nationalsozialistischen Revolution die S? offizielle, von der Regierung anerkannte esvertretung aller Juristen. Er umfaßt nicht nur die Richter und Staatsanwälte, wie die früheren Richteroereine, nicht nur die Rechtsanwälte, sondern auch die Nationalökononien, die eine juristische Vorbildung haben und vor allem auch die Hochschullehrer der deutschen Rechtswissenschaften. Deshalb ist der diesjährige Deutsche Juristentag eine Angelegenheit des ganzen Juri- st e n st a n d e s. Er ist deshalb von ganz besonderer Bedeutung, weil es der e r st e Juristentag ist, der den ganzen Juristenstand in des Wortes weitestem Sinne vereinigt. Auch zeitlich gilt die Versammlung als die erste Juristentagung, die unter der nationalsozialistischen Negierung stattfindet. So soll er nach dem Willen des Führers der Deutschen Rechtsfront, des Herrn Reichsjustizkom- missars Dr. Frank, ein feierliches Bekenntnis des deutschen Juristentums zum Nationalsozialismus und zur deutschen Volksgemeinschaft werden. Die Reichsregierung, sämtliche Landesregierungen und führende Juristenpersönlichkeiten des germani- schen Auslands werden daran teilnehmen. Aus allen deutschen Landen werden die Juristen nach Leipzig, dem Sitz des Reichsgerichts, unseres höchsten Gerichtshofes, zusammenströmen und dort durch eine gewaltige Kundgebung nach außen ihre Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus und der Volksgemeinschaft zum Ausdruck bringen. Es soll der Allgemeinheit gezeigt werden, daß die Juristen nicht eine Klasse für sich sind, die angeblich weltfremd ist, und dem Volke als etwas Wesensfremdes gegenübersteht, sondern, daß sie e i n T e i l d i e s e s deutschen Volks sind, in dessen Namen sie Recht sprechen, und mit dem sie durch die Bande des Blutes und der Sprache verbunden sind. Leider atmen aber unsere Gesetze noch sehr viel fremden Geist. So beruht z. B. noch heute unser Deutsches Zivilrecht zum großen Teil auf den Anschauungen des römischen Rechts, das dem deutschen Wesen oft widerspricht. Durch die sogenannte Rezeption war das römische Recht im Mittelalter in Deutschland ausgenommen worden. Seitdem beherrschte römisches Denken unser Rechtsleben. Das soll jetzt anders werden. Der Deutsche Juristentag soll die Grundlage für die Erneuerung des deutschen Rechts bilden. Unter dem Geleitwort „Die nationalsozialistische Revolution und Neugestaltung des deutschen Rechtes" werden grundlegende Vorträge in Leipzig gehalten werden. Zwei Vorträge allgemeiner Art: „Nationalsozialismus und Recht" sowie „Rasse und Recht" werden das Verhältnis des Nationalsozialismus zum Recht erörtern und besonders die außerordentliche Bedeutung der Rasse für das Recht heroorheben. Jedes Recht hat nur Anspruch auf Geltung, wenn es den Anschauungen der Rasse entspricht, die nach diesem Recht leben soll. Ist das nicht der Fall, so versteht das Volk das Recht nicht. Deshalb müssen die dem deutschen Volk wesensfremden römischen Rechtssätze beseitigt werden. Aber auch nur ein Angehöriger der gleichen Rasse kann das Recht im Geiste dieser Rasse anwenden. Drei Vorträge betreffen das deutsche Zivil- recht: 1. „Zum System des deutschen Rechts", 2. „Nutzen ober Nutzung, eine Studie zum Eigen- tumsbegrifs", 3. „Bauernsiedlung und Erbhofrecht". Hier wird sich hauptsächlich der Gedanke der deutschen Rechtsanschauung Bahn brechen. Der Hauptunterschied zwischen dem römischen und deutschen Recht ist ja der, daß das römische Recht das Individuum, die Einzel Persönlichkeit, das deutsche Recht dagegen die Gesamtheit, das Gemeinwohl in den Vordergrund stellt. Der nationalsozialistische Hauptgrundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" kennzeichnet die deutsche Rechtsauffassung in treffendster Weise. Das zeigt fich ganz besonders beim Eigentumsbegriff. Während das römische Recht dem Eigentümer das Recht gibt, über fein Eigentum nach freiem Belieben zu verfügen, ist das Eigentum nach deutschem Recht nur die Berechtigung, eine Sache zu benutzen, soweit nicht die Interessen der Allgemeinheit entgegenstehen. Auch das Erbhofrecht, das ja durch die preußische Gesetzgebung schon für Preußen eingeführt ist, gibt rein deutsche Rechts- aedanken wieder, die in Verbindung mit der Bauernsiedlung dem deutschen Volke die Erhaltung eines gesunden lebensfähigen Bauernstandes als Grundlage für die Zukunft sichern sollen. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Reform des Strafrechts und des Strafprozef- f e s. Hier gilt es ganz besonders durchzugreifen und durch Abschaffung überlebter Einrichtungen dem Staat wieder die ihm gebührende Autorität zu geben. Durch Anpassung des Strafvollzugs an die neue Rechtsanschauung, daß die Strafe den Verurteilten nicht in erster Linie erziehen, sondern abschrecken und die Allgemeinheit vor dem Verbrecher schützen soll, ist hier bereits ein großer Schritt vorwärts getan. Wer durch Richterspruch zu Strafe verurteilt ist, soll sie auch verbüßen. Die Bewährungsfrist, die so viel Unheil ,söern y :. v - MeiÄsiüymM MesZundesöer National -fosialift i)aitrd)en|lJuriften In Äespzi 4 IIMS-pHMt Oer Kommunist Torgler sagt aus. Der ehemalige kommunistische Reichstagsabgeordnete Torgler (stehend) bei der Abgabe seiner Erklärung im Reichstagsbrand-Prozeß. >- § Oer Darre-Gedenkstein in Wiesbaden. Am Sonntag wurde im Rahmen des Gauparteitages Hessen-Nassau an der Rentmauer bei Wiesbaden ein Gedenkstein für den Bauernführ?r Reichsernährungsminister Darrä eingeweiht. Der Stein wurde im Juli von den Bauern selbst vom Westerwald nach Wiesbaden gebracht. — Unser Bild zeigte den Bauernführer bei der Entgegennahme von Blumenspenden durch Kinder. angerichtet hat, ist wieder auf das Mindestmaß beschränkt. Aber auch das materielle Strafrecht bedarf noch einer grundlegenden Reform, so daß derartige Korruptionen, wie sie unter dem alten System an der Tagesordnung waren, nicht mehr möglich sind. Interessantes erwarten wir auch von den Vorträgen über die „I u st i z r e f 0 r m und der deutsche Richte r", sowie „D i e Reform des Zivilprozesse s". Der Zivilprozeß ist noch reichlich schwerfällig und bedarf der Vereinfachung. Weitere Vorträge befassen sich mit der Reform des Steuerrechts und dem Neubau des Staats- und Verwaltungsrechts. Auf beiden Gebieten werden durchgreifende Aende- rungen erwartet, die besonders auf eine Vereinfachung des ganzen Apparates hinauslaufen. Endlich find noch zwei Referate zu erwähnen: „Die Stellung des Anwalts und Notars sowie der freien Berufe im Staat" und die „Reform des rechts - und staats- wissenschaftlichen Studiums". Die Stellung des Anwalts im neuen Staat hat sich grundlegend geändert. Früher war der Anwalt der Vertreter und Verteidiger des Einzelindividuums gegenüber dem Staat. Heute ist er nur zur Wahrung des Rechts für das Allgemeinwohl berufen und somit im wahren Sinne des Wortes Organ der Rechtspflege geworden, was man früher nicht von ihm fagen konnte. Was endlich die Ausbildung des juristischen Nachwuchses anlangt, so fei nur darauf hingewiesen, daß heute nicht nur die Kenntnisse, sondern insbesondere auch die Charaktereigenschaften des jungen Juristen ausschlaggebend sind. Nur wer im Lagerleben bewiesen hat, daß er auch als Kamerad und Mensch seinen Mann steht, gilt im nationalsozialistischen Staat als geeignet, über das Wohl und Wehe seiner Mitmenschen zu entscheiden. Möge der Deutsche Juristentag reiche Früchte tragen, so daß es recht bald nur noch deutsches Recht im deutschen Volk gibt. Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete. Die nachstehenden Bürgermeister und Beigeordnete wurden kommissarisch in ihr Amt eingesetzt: Rüddings Hausen: Peter Hahn für den seitherigen Beigeordneten. Angersbach: Johannes Fehl III., seither Beigeordneter, an Stelle des Bürgermeisters Renker; Friedrich Kraft für den seitherigen Beigeordneten Johannes Fehl III. B ö s g e s ä ß : Schneider, seither Beigeordneter, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Michel. Unter-Mossau: Jakob Eckhard an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Peter Kredel. H i tz k i r ch e n : Christian Bien an Stelle des zu- rürfgetretenen Heinrich Reutzel, Beigeordneter. O st h e i m : August Schneider IV. an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Reuter. Köddingen: Karl Döring an Stelle des zu- rüefgefretenen Bürgermeisters Ruhl. Busenborn: Karl Hofmann an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten. Der Leiter der NS.-Volkswohlfahrt, H i l g e n f e 1 d, wurde zum Reichswalter für das gefamte Winter- Hilfswerk ernannt. Bechenheim: Georg Klee, Landwirt,/an Stells des zurückgetretenen Bürgermeisters Dexheimer. Wisselsheim: Wilhelm Gerber an Stelle des seitherigen Beigeordneten Thiele. Oppershofen: Edmund Weil an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Weil. Nieder-Wöllstadt: Oswald Schmidt an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Karl Wehr- heim. Langenhain: Heinrich Gebhardt III., Land- wirt, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermei- fters Rumpf; Wilhelm Christoph Huth, Landwirt, an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Balthasar Huth. Wölfersheim: Adolf Schmidt an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Kraft. Ober-Efchbach: Heinrich Wagner, Beigeordneter, kommissarisch bestätigt. Diebach a. H.: Heinrich Bopp, Landwirt, an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Hermann Eckert. Schornsheim: Eduard Walldorf an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Robert Ebling. Ludwigshöhe: A. Hasenfuß, seither Beigeordneter, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Jakob Weber; Christian Schaad, Landwirt, an Stelle des seitherigen Beigeordneten Anton Hasenfuß. Heichspropagandastelle Hessen. Die Reichspropaganda st ekle Hessen, Leiter Karl Wilhelm Trefz, befindet sich im Staatsministerium, Darmstadt, Adolf-Hitler-Platz 5, Fernruf für Darmstadt 5001, Nebenanschluß 28^ für auswärtige Gespräche 5040, Nebenanschluß 283. Die Sprechstunden des Leiters sind täglich von 10—12 Uhr vormittags. Was gibt es Neues in der Medizin? DonDr.p.Wölffel. Vergiftung und Konstitution. Professor Dr. W. Roth macht in einem Artikel über Unfälle und Vergiftungen im chemischen Laboratorium und im Betrieb die Feststellung, daß unter den gewerblichen Berufskrankheiten die Bleivergiftung noch immer verhältnismäßig häufig vertreten ist. Als besonders typisch tritt aus der Reihe der Vergiftungsfälle das tragische Geschick des Direktors einer Bleifarbenfabrik heraus, der seit 12 Jahren in Bleibetrieben tätig war. Der Direktor erkrankte mit der Zeit an Bleischrumpfniere und fiel schließlich der schweren Krankheit anheim. Von der Bleierkrankung bedroht sind besonders auch Bleilöter, die Kutscher von Chemikaliengrohhand- hingen, denen die regelmäßige Beförderung der Bleizucker-, Menninge- und Bleiweißbehctter obliegt, auch das Arbeiten an keramischen Glasuren birgt mancherlei gesundheitliche Gefahren. Paraffin, Teer und Ruß wieder schufen die Grundlagen zu Hautleiden. Eine höchst eigenartige Beobachtung hat man bei Phenol, Benzol und Naphtalin gemacht, bei Stoffen also, die ihrer ekzemerregenden Einflüsse wegen bekannt sind. Hier zeigte sich londer- barerweise, daß sie ohne eine nennenswerte Wirkung blieben. Im Gegensatz hierzu gingen die größten ekzemerregenden Wirkungen von den niedrig siedenden (stark hydrierten) Leichtölen aus. Wie sich oftmals bewies, spielt bei den Dergiftungs- erscheinungen die körperliche Konstitutwn eine wichtige Rolle. Fuchsprellen als Wiederbelebungsverfahren. Dr. Felix Mocny weist in einer ärztlichen Zeitschrift auf ein besonders bewährtes und wirksames Verfahren zur Wiederbelebung Er- trunkener hin, ein Verfahren, das seit langem bei den Holzflößern auf der Weichsel in Hebung ist, und das seinen guten und schnellen Erfolg schon häufig bewiesen hat. Diese Methode ist nach Ansicht Dr. Mocnys wert, namentlich bei den Leitern von Samariter- und Rettungskursen Beachtung zu finden. Das Verfahren hat viel Aehnlichkeit mit dem „Fuchsprellen", das von den Turnspielen her bekannt ist. Man veranlaßt also je zwei Mann, eine Handgrätsche zu bilden und sich nebeneinander aufzustellen. Man legt den Bewußtlosen mit der Bauchseite auf die verschränkten Handrücken. Jetzt darf jedoch noch nicht mit dem „Prellen" begonnen werden. Zuvor muß noch dafür gesorgt werden, daß der Kopf des Bewußtlosen in die richtige Lage kommt. Es muß deshalb noch ein weiterer Mann zur Stelle sein, der den Kopf des Verunglückten in Längsrichtung gestreckt hält, wobei dieser Mann die Handflächen zweckmäßigerweise flach anlegt. Nach diesen Vorbereitungen kann das „Prellen" ein- setzen, und zwar ist aller Wert darauf zu legen, daß das Hochwerfen des Bewußtlosen während der ganzen Prozedur rhythmisch erfolgt, entsprechend dem Kommando. Naturgemäß muß das Hochwerfen immer in der nötigen Grenze bleiben. Diese Grenze wird ganz von selbst von der Armreichweite des Mannes gezogen, der den Kopf des Bewußtlosen festhält. Hängt das Ertrinken also mit einer inneren Verblutung zusammen, so muß der rhythmische Einfluß dieses Verfahrens besonders nachhaltig fein. Nicht allein, daß die Atmung angeregt wird, es begünstigt auch den Abfluß und, was das Bedeutsamste bleibt, das Stagnieren der Blutsäule wird mehr und mehr behoben, da die dauernden rhthmyischen Bewegungen das Abströmen der Blutmengen aus der Bauchhöhle nach der Peripherie veranlaßen. Eine halbe Million Afthmaleidende. Auf mindestens 500 000 hat man in Deutschland die Zahl der A st h m a l e i d e n d e n zu veranschlagen. Die Zahl macht um so bedenklicher, als viele Aschmakranke durch die Beschwerden ihres Leidens in ihrem Berufe schwer behmdert oder aar aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet werden. Nach dem Standpunkt der modernen Wissenschaft trägt zur Entstehung des Asthma nicht allem eine krankhafte Verengung, sondern auch eine Ver- leauna der Luftröhrenäste bei, eine Erscheinung, öie noch durch die bald darauf eintretende Lungen- blähuna unterstützt wird. Bei der beginnenden Atemnot und dem oft bis zur Verzweiflung ge- steigerten Bemühen, die Lungen aufzublasen, werden größere Luftmengen in die engen Bronchial- ästchen hineingedrückt. Bald darauf wird der Kranke zu beschleunigter Ausatmung gezwungen, da die Elastizität der Lunge die größeren Luftmengen wieder aus dem übermäßig angespannten Gewebe hinausdrückt. Die Häufigkeit der Anfälle hat zur Folge, daß das Lungengewebe mehr und mehr in Milleidenschaft gezogen wird, daß sich nach und nach krankhafte Veränderungen einstellen. Auch die Elastizität des Lungengewebes leidet oft erheblich darunter. Wohl die heimtückischste Folge des Bronchialasthmas ergibt sich daraus, daß nicht nur die Häufigkeit der Anfälle und das Ringen nach Lust zu einer entsetzlichen Qual werden können, noch ernster zu werten bleibt meistens der verhängnisvolle Rückschlag auf die Herzkraft und auf „das Lungengewebe. Bei diesen zermürbenden Einflüssen ist es keine Sellenheit, daß ost schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit die Arbeitskraft^ gänzlich untergraben wird. Die Anschauungen über das Asthma haben sich seither zwar noch nicht auf eine einheitliche Formel bringen laßen, doch darf immerhin als unbestritten gelten, daß bei den Asthma- leidenden Einflüße zur Schädlichkeit werden, an denen andere Menschen völlig unbeschadet Darüber- Sehen. Die Behandlungsweife hängt in allererster inie von den Entstehungsursachen ab. Die genaue Feststellung der Ursache kann selbst dem Artt unter Umständen nicht ganz leicht fallen. Die Schwierigkeiten der Diagnose sind um so größer, als auch bei einer Reihe anderer Erkrankungen, so beispielsweise bei der Tuberkulose, bei der Diphtheritis usw. asthmatische Anfälle als Begleiterscheinung angetroffen werden. Kopsweh und Migräne. Don 100 Patienten klagen 90 über den „e w i - gen" Kopfschmerz, der trotz aller erdenklichen Bemühungen nicht weichen will. Das kann nicht wundernehmen, denn es ist für den Laien fast aussichtslos, Kopstchmerzen wirksam bekämpfen zu wollen. Wie nutzlos es ist, das eigentliche (Bruno» leiden der Kopfschmerzen ohne ärztliche Inanspruchnahme herausfinden zu wollen, erhellt zur Genüge aus der Tatsache, daß es etwa 300 verschiedene Entstehungsursachen für Kopfweh gibt. Im streng medizinischen Sinne hat das Kopfweh nichts mit einer Krankheitserscheinung zu tun. Es ist, richtig gesehen, nur die Begleiterscheinung irgend eines Leidens und oft das Warnungssignal für eine in der Entwicklung begriffene Krankheit. Freilich wird ein besonderes Grundleiden nicht immer ohne weiteres zu erkennen sein. In diesem Falle wird man meist auf einen nervösen Ursprung schließen müssen. Auch die mangelhafte und wenig abwechslungsreiche Ernährung kommt mit in Betracht. Zur Feststellung des Grundleidens bietet fast immer das Lebensalter des Patienten einen wichtigen Anhalt. Desgleichen können auch aus den Tageszeiten, in denen die Kopfschmerzen am fühlbarsten aufzutreten pflegen, oft wertvolle Rückschlüsse gezogen werden. Mit am meisten vom Kopfschmerz bedroht sind Personen mit sitzender Lebensweise und von ihnen wieder ganz besonders solche der sogenannten „Stubenluftberufe". Leider sind gerade in diesen Berufen die meisten Verschleppungen anzutreffen. Auch der anfänglich nur mit geringen Beschwerden auftretende Kopfschmerz ist unter allen Umständen ernst zu nehmen. Es gibt kaum eine Krankheit, die nicht Kopfschmerzen als Begleiterscheinung hat. Gerade die schlimmsten Leiden entwickeln sich zumeist unter den Symptomen des Kopfschmerzes, und das sollte zumindest zu denken geben. So gehen die meisten Gehimleiden mit Kopfschmerzen, Weltanschauung und deutsche Bühne. Von Dr. Karl Ruckelshausen, Gießen, Ortsgruppenleiter der „Deutschen Bühne" e. V. Wissen und Erkenntnis allein vermögen nicht, eine Weltanschauung zu vermitteln. Denn sie sitzen im Hirn, ohne den Kern von Wesen und Persön- lichkett in ihren Bannkreis zu ziehen. Eine Weltanschauung ist nur echt und zuverlässig, wenn sie Si Vluie rollt, wenn sie von dem Eigenwesen ihres Trägers bejaht wird, wenn sie ihm Notwendigkeit ist. Daheö kann eine Wettanschauung nur durch das Leden oder durch des Lebens edles Spiegelbild, die Lunst, vermittelt werden. Damit ist die magische Kraft bloßgelegt, welche seit Jahrtausenden den Menschen antreibt, auf der Bühne des Theaters zu spielen und zu schauen, was ihn im ße*en belegt. Im Schauspiel sind den Wechselfällen des Schicksals keine flachen Zufälligkeiten des Alltags beigemischt; vertieft und verdichtet kommen hier die Erlebnisse zur Darstellung. Weite und Größe des Bühnengeschehens lösen dem Zuschauer die Rätsel sknes eignen Schicksals: er steht plö^lich Zusammenhänge in seinem Werden, er findet Gefahren und Hoffnungen seiner Zukunft. In der Sonne der dramatischen Dichtkunst weichen die Nebel des Alltags, welche dem Menschen zuvor den Weg zu sich selbst verhüllten. So findet in der Ergriffenheit oder auch Heiterkeit des Theatererlebens der Zuschauer seine ihm eigne Weltanschauung, und gefestigt durch inneres Erleben verläßt er das Haus der Dühnenkunst. Es hat seinen guten Grund, in den Worten „Schau- spiel" wie „Weltan schau ung" dem Auge die Führung zugesprochen wird. Drum vermeine auch kein Kopfarbeiter im Lehrzimmer oder Laboratorium, die Schärfe seines Geistes bedürfe keine Belebung durch Bühnenkunst; er beachte, daß die Erkenntnisse des Verstandes zwar Ausbildung des Hirnes bringen, daß aber die wahre Bildung eine in dem Gemütsleben verankerte Weltanschauung voraussetzt. Kein Handarbeiter oder Erfinder in dem Labyrinth der Technik kann dem Theater auf die Dauer fernbleiben; der Durst seiner Seele wird ihn doch eines Tages zwingen, hinaufzuschauen zu den Brettern, welche die Welt bebrüten. Solche Macht über alle Menschen übt das Theater aus, wenn, ja wenn es wirklich das echte, reine und' edle Spiegelbild des eignen Erlebens und kein Zerrbild vorweist. Dem Rufe falscher Propheten allerdings wird der durch Verankerung im Volkstum zuverlässig Hellhörige den Rücken kehren. So nur kann die zunehmende Leere gedeutet werden, welche in den Theatern der letzten Jahre immer mehr um sich griff, nachdem von den Großstädten her Spekulation auf niedere Instinkte und bewußte Verfälschung des deutschen Eigenlebens sich durchsetzten. Die Schädlinge am Baume des deutschen Theaters sind durch den Sturm der nationalen Erhebung abgeschüttett worden. Kein Loblied auf die guten Europäer, welche es in Wirklichkeit nicht gibt, wird mehr von bünnblütigen Gehirnakrobaten gesungen werden. Kämpfe, Leiden und Freuden wahrer Menschen, aus denen artgemäße Weltanschauung und Lebensbejahung spricht, werden die wieder deutsch gewordene Bühne beherrschen. Vorbei ist es daher mit der Gefahr, daß das Gift pazifistisch-internationaler Gesinnung in die Herzen von Theaterbesuchern geträufett wird. Ganz umgekehrt soll jetzt die deutsche Bühne helfen. Verführte wieder zurückzuführen zu ihrem ursprünglichen deutschen Gefühlsleben. Nach einem Worte unseres Volkskanzlers Adolf Hitler muh sich das Theater von innen heraus erneuern. Dieser ebenso großen wie schweren Aufgabe zu dienen, wurde die alle Deutsche umfassende Besucherorganisation der „Deutschen Bühne e. D. Berlin" geschaffen. Denn nur durch engste Verbindung von Spielleitung und Vertretung der Besucher kann das Ziel, das deutsche Theater zu erhalten, zu erneuern und zu bereichern, erreicht werden. Man wende nicht ein, Kino und Rundfunk könnten das Theater in naher oder ferner Zukunft ersetzen Die Bühne allein vermag ein Erlebnis von Mensch zu Mensch, also ohne das Hilfsglied der Technik, zu vermitteln. Am tiefften wird daher auch stets das Erlebnis fein, wenn lebensvolle Künstler unmittelbar die Schönheit, Kraft, Tiefe und Lebensfreude deutscher Dichtung vorführen. Gewiß, auch die Technik hat ihre Wunder voll Reiz und Wert. Aber von der Bühne wird auch für alle Zukunft am meisten das Dichterwort gelten: „Märchen, noch so wunderbar, — Dichterkünste machen's wahr." Sind so die Aufgaben der deutschen Bühne groß und vielfältig, so darf es hier auch keine Hindernisse finanzieller Art geben. Es ist Sache jeder Ortsgruppe der „Deutschen Bühne", durch Anpassung an die örtlichen Verhältnisse dem Theaterbesucher den Weg so zu bereiten, daß alle Kreise, auch die wirtschaftlich schwachen, chn gehen können. und zwar ost sehr quälender Ari, einher. Besonders gefürchtet ist das Kopfweh, das durch das schwerste Hirnleiden, die Hirnaeschwülste, verursacht wird. Veranlaßt durch den stärkeren Hirndruck, wird ein sehr peinigender, meist bohrender und klopfender Kopfschmerz hervorgerufen, während sich häufig auch heftiges Erbrechen in Verbindung mit vermindertem Pulsschlag aeigt. Eine Blutleere der Hirngefähe, wie sie bei Blutarmen und Bleick- süchtigen anzutreffen ist, führt gleichfalls zu recht lästigem Kopfweh. Hier ist durch Tieflage des Kopfes eine nicht unwefenlliche Milderung der Beschwerden zu erreichen. Nur zu oft trifft man Menschen, die Monate, ja Jahre hindurch unter den Beschwerden der Migräne zu leiden haben. Auch kei der Migräne hak man es nicht mit de- Ausgangsform eines Leidens, sondern mit einet Warnung des Organismus zu tun. Ursachen fü# bas Leiden können sein: Unruhiger oder häuft- verkürzter Schlaf, überstiegene Zumutungen an das körperliche und geistige Leistungsvermögen, seelische Aufregungen, Kummer und Entbehrungen. Auch Rheumatismus, Verstopfung und Darmträgheit können eine Rolle spielen. Manchmal offenbaren sich im Migränefall auch Dauerstorungen konstitutioneller Art. Kopfwehmittel, die für Hunderte von Entstehungsursachen wirksam sind, gibt es nicht. Nur der Arzt kann durch eine genaue Diagnose zum Grundübel der Beschwerden vordringen. Obecheffen. Sängertagung des Gaues Vogelsberg-Nord. A Angersbach, 26. Sept. Der Gau B o - gelsberg-Nord im Hessischen Sängerbund hiett hier seine Sänger tagung ab, die sich zu einer erhebenden Kundgebung für das deutsche Lied gestaltete. Besondere Bedeutung erhiett die Tagung durch die Anwesenheit des Prooinz- führers Wendler (Bad-Nauheim) und des Bundeschormeisters Prof. Dr. Temesvary (Gießen). Die Versammlung war sehr gut besucht, auch aus dem Kreise Schotten, weil gleichzeitig mit der Auflösung des Vogelsbergbundes die Angliederung an den Gau vollzogen wurde. Ehrenmitglied Schulz vom Männergesangverein „Eintracht" Angersbach begrüßte die Teilneh- mer. Der Ortsgruppenführer der NSDAP, und Bürgermeister Fehl wünschten der Tagung einen würdigen Verlauf. Gauführer F e i ck - Schlitz eröffnete die Versammlung. Die Tagung solle, so führte er u. a. aus, neue Richtlinien über den Auf- und Ausbau des Hessischen Sängerbundes vermitteln. Heute würden große Anforderungen an den Sänger gestellt, und er müsse sich seiner Verantwortung für das Kulturgut des deutschen Liedes bewußt sein. In einem längeren Vortrag legte dann der Bundeschormeister, Universitäts-Musikdirektor Prof. Dr. Temesvary - Gießen die Aufgaben und Ziele der deutschen Männergesangoereine in Verbindung mit der neuen Staatsidee dar. Im Anschluß daran wurden unter Leitung von Chormeister Schäfer vom Männergesangverein „Eintracht" Angersbach einige Chöre vorgetragen, zu denen Prof. Dr. Temesvary einige Erläuterungey gab. Er sprach dabei dem Dirigenten Schäfer volle Anerkennung für die vorzüglichen Leistungen aus. Nach der Mittagspause gab Gauführer Feick - Schlitz einen Ueberblick über die politischen Ereignisse feit dem letzten Gautag, außerdem erstattete er den Jahresbericht über die Entwicklung im Gau. Nach der Eingliederung des Vogelsberg- Sängerbundes in den Gau erfaße der Gau insgesamt 2300 Sänger. Die Kassenverhältnisse wurden in Ordnung befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Für die im Laufe des vergangenen Jahres verstorbenen Sangesbrüder fand der Gauführer herzliche Worte des Gedenkens. Die Versammlung ehrte die Toten in üblicher Weise, der Männer- gefangoerein „Eintracht" sang ein Lied. Der Führer referierte sodann über die Zusammenlegung von Vereinen. Soweit in Tum- oder in anderen Vereinen Gesangsabteilungen bestünden, müßten diese dem Hessischen Sängerbund angegliedert werden. Neugründungen dieser Art gelte es zu unterbinden. Die Chorlieder seien dem neuen Geist im Staate anzupassen. In kurzer Ansprache dankte der Führer des Provinzialsängerbundes Wendl e r-Bad-Nauheim dem Vogelsberg-Sängerbund für feine Arbeit. Sein Dank galt besonders dem Vorsitzenden des Bundes, Herrn- Komp, den er in den Provinzvorstand berief. Er forderte die Sänger auf, sich in den Dienst der nationalen Sache zu stellen, fei es durch die Mitgliedschaft im Kampfbund für deutsche Kultur, ober als förderndes Mitglied der SS. Mit dem Treugelöbnis zu den Führern des Volkes wurde die anregende Tagung geschloßen. Im Anschluß daran marschierten die Sänger unter Vorantritt der Landenhäuser Musikkapelle zu einem freien Platze inmitten des Ortes, um dort unter Anteilnahme der zahlreich herbeigeeilten Bevölkerung erneut ein Gelöbnis der Treue zum nationalsozialistischen Staat abzulegen. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und das Horft-Weßel-Lied bildeten den Abschluß der öffentlichen Kundgebung. Lanvkrcis Giesten. t Lauter, 26.Sept. Rege Bautätigkeit hat im Laufe des Jahres in unferm kleinen Dörfchen geherrscht. Drei neue Arbeiterwohnhäuser sind im Rohbau fertiggestellt worden, und ein weiteres soll noch in Angriff genommen werden. Außerdem hat ein Fabrikbesitzer an der Straße nach Wetterfeld ein neues Landhaus errichtet. — Die ArbeitenamLautertalweg schreiten rüstig voran, die Planierungsarbeiten sind schon bis an die oberste Brunnkammer des staatlichen Wasserwerks gediehen. Die Straße wird soweit an die Bergabhänge gelegt, daß sämtliches Baumaterial an Ort und Stelle gewonnen wird. Kreis Schotten. * Schotten, 26. Sept. Zum Gaupartei« tag in Frankfurt a. M. am 23. uni) 24. September waren aus dem Kreise Schotten insgesamt über 800 Pa. und nationalgesinnte Männer und Frauen gefahren. Wegen der verkehrspolitisch un- günftigen Lage des Kreises wurden die Teilnehmer auf drei Sonderzüge verteilt, Schotten — Nidda —- Frankfurt a. M., Hungen — Frankfurt a. M., Ge« dem — Stockheim — Frankfurt a. M. Die Teil» ncljmer aus dem Kreise Schotten waren durchweg in Frankfurt a. M.-Nied ein quartiert, das hauptsächlich von Arbeitern bewohnt ist. Die Aufnahme, auch in ärmsten Familen, mar überaus zuvorkommend und herzlich und zeigte, daß die Arbeiter der Großstädte den Weg zum Nationalsozialismus gefunden Habern Die Pg. aus dem Kreise Schotten denken gerne an ihre lieben Gastgeber zurück und hoffen, daß es ihnen vergönnt sein möge, diese Gastfreundschaft, zu erwidern. Die Kreisleitung Schotten >d er NSDAP, hat in einem Schreiben an die Ortsgruppe Frankfurt a. M.-Nied ihren Dank ausgesprochen und diese gebeten, in der örtlichen Presse von Nied folgendes Dankschreiben aus Kosten der Kreisleitung Schotten zu veröffentlichen: „An die Einwohner von Frankfurt a. M.-Ni .'ll-K-- ®l?e genaue ^en »«bring?** MM dm WIM** dSswwM* hrtefltafunSiflWiia.»« jchonmüSchMihbrd^^ £Ä Äbaßtd?^ Lß gewinnen würbe. K des Staunen 0^2* “Tmo rotten Gras zu 2- tnes Dankschreiben auf Kosten len zu veröffenttichen: „8n rranffurt a. M.-Md. Die antt hiermit Öen Einwoh- H.'Ulieb für bie Mitnahme tgelsberg aufs herjfidjftA, am Parteitag in Frank» bes coli über bie gch- Wed. S)eil Werl Kreis- W Altzzett. n, 26. Sept. Im Zeichen erhielt der B a sattste in- mhere Aufträge. Wenn auch er beschMgt werden, so ist daß in Kürze weitere Ein- icrbings wurden auch in der Schürfungen vorgenommen, t für Llraßenpflaster lagert, ert zwischen Nieder-0hmen iur Zett das Innere ber rrtfemt und soll durch neue n. - Tn y.-te*' 00,1 Afi von BerSn Oft u^Mlandsar- Kür den Büchertisch Deutsche Erzähler. — Siegfried non Degesack: „Blum» betast) o f". Der Roman einer Kindheit. 222 Seiten. Pappe 3,50 Mark, Seinen 4,50 Mark. Universitas Deutscher Derlags-AG-, Berlin W 50. — (332.) — In dieser Geschichte einer Kindheit wird die idyllisch-patriarchalische Atmosphäre eines alt- livländischen Herrenhauses lebendig, eine Welt von wunderlichen Tanten, Onkeln, Hauslehrern, Gouvernanten und schrullenhaften Käuzen. Daneben ersteht vor uns die nordische Landschaft, der endlosen Wälder, der einsamen Hochmoore und hellen Sommernächte, der Elchjagden und Schlittenfahrten. Hier wächst der Knabe Aurel in verträumter Geborgenheit auf. Aber auf die helle und heiter besonnte Kindheit fallen schon früh die Schatten von schmerzlicher Trennung und Tod, und unter aller Heiterkeit und Sorglosigkeit schwingt ein dunkler Unterton verhalten mit: man spürt, daß diese baltisch-aristokratische Welt unwiederbringlich dem Untergang geweiht ist. — „Blumbergshof" ist der erste, selbständige Band einer Trilogie des baltischen Deutschtums, an der Vegesack gegenwärtig arbeitet, einer Trilogie, die die Schicksale dieses versprengten Teiles des deutschen Volkes vor der Vergessenheit bewahren soll. — Henry vonHeiseler: WawasEnde. Ein Dokument. Albert Langen / Georg Müller, München 1933. (Die Kleine Bücherei Nr. 19.) Preis 80 Pf. — (319.) — Die schlichte Geschichte eines russischen Offiziers, der in die Hände der Tscheka fällt. Was darin erzählt ist, ist uns Deutschen leider nichts Neues mehr, es ist nur ein weiteres Dokument der unsäglichen Barbarei, der unmenschlichen Grausamkeiten, die im Namen der kommunistischen Welterlösung geschehen sind und immer noch geschehen. Aber rote das erzählt ist, das beweist das hohe Können dieses Dichters, der in seiner Einsamkeit unbeachtet starb. So wird seine Erzählung in ihrer jede Phrase vermeidenden Schlichtheit zum stillen Heldeneoos eines Menschentums, das die Gemeinheit der Welt und die Schrecken des Todes überwindet und mit sieghaftem Lächeln dem Ende entgegenschreitet. — Eduard Reinacher: Herr Wilhelm und sein Freund. Ein Elsässer Totentanz. (Die kleine Bücherei Nr. 22.) Albert Langen / Georg Müller, München 1933. — (322.) — Reinachers Geschichten um den Tod sind in der Hand dieses Meisters deutscher Sprachkunst etwas völlig Eigenes geworden, sie sind gar keine Geschichten meyr, sind Lieder und Hymnen geworden. Jedes Wort ist gewogen und abgemessen und nach seinem Gewicht an seine Stelle gesetzt. Die unheimliche Macht des Todes verliert ihr Grauen, wir fühlen die Einheft von Leben und Tod, so wie es Herrn Wilhelm von Grallenfels geschah, der sich von seinem Freund bis zu jener Pforte leiten ließ, von der es keine Rückkehr mehr gibt. — Paul Barsch erzählt aus seiner Kindheit und Jugend. Mit einem Vorwort von Daul Keller. 187 Seiten, Seinen 3,50 Mark. Bergstadtverlag, Breslau I. — (183.) — Was der Dichter in dem neuen Buche erzählt, sind Ereignisse aus seiner Heimat und Erlebnisse aus feiner Kindheit und Jugend, die für den werdenden Menschen bedeutungsvoll gewesen sind. Seine Erzählung schuf plastische Bilder schlesischer Menschen und schlesischer Landschaft, die der junge Paul als Handwerksbursche durchwanderte unb verließ, um in anderen Gauen deutschen Landes eine neue Heimat zu suchen, zu finden — und zu verlieren. Denn der dem Menschen innewohnende Zug nach der Heimat, an die jeder durch irgendwelche Fäden für immer verknüpft bleibt, führte auch den jungen Handwerksburschen zurück, um langsam unb stetig, burch die vielen Erlebnisse tiefer Not unb Entbeh- rungen reif unb still geworden, zu einem Dichter von besonderer Eigenart zu reifen. Kunst un- Musik. — Der neue „Grünewald". Das Kilians- Martyrium von Mathis Gothart-Grünewald im Wagner-Museum ber Alten Universität. Don Dr. Fritz Knapp, Universitätsprofessor in Würzburg. 15 Seiten Groß 8° mit 18 Abbilbungen. Preis 1 — Mk. Verlag Unioersttätsbruckerei H. Stürtz AG., Würzburg. — (265.) — Professor Knapp, Orbinarius für Kunstgeschichte in Würzburg, entdeckte ein neues Werk des großen „Grünewald". Dargestellt ist die Legende des bl. Kilian unb seiner Gefährten; ein Thema, bas der Religiosität der Zeit entsprechend damals öfters als Vorlage zur künstlerischen Betätigung diente. Noch sind die Geister über „Grünewald" sich nicht einig; Ungewißheit und Zweifel verhüllen noch Person und Werk des Künstlers. Wohl ist man sich darüber klar, daß er einer der größten, wenn nicht ber größte Farbenkünstler aller Zeiten war, aber bie Frage bereits bes Woher, ber Namensnennung, ber künstlerischen Ausbildung u. ä. scheidet die Ansichten. An den Fingern einer Hand fast sind die Werke aufzuzählen, bie ihm bis heute einwandfrei zugeschrieben wurden (Lindenhardter Altar, Münchner Verspottung, Baseler Kreuzigung, Jsenheimer Altar, Stuppacher Madonna, Tauberbischofsheimer Altar). Da gewinnt die Wiederauffindung eines weiteren namhaften Werkes erhöhte Bedeutung; es ist ein Jugendwerk des Meisters, noch zart und schüchtern in seiner zeichnerischen Formgebung, in seiner wundervollen Farben-Harmonie aber bereits eine Vorahnung der späteren Stuppacher Madonna. Leben unb Schaffen des Malers lösen sich mit dieser neuen Arbeit weiter aus dem Dunkel und werden deutlicher. Für Professor Knapp gibt es heute kein Grünewald-Problem mehr. Hier begründet er eingehend die Zugehörigkeit des Slttar- gemäldes zu Grünewald und führt den Beweis, daß der Name des Künfllers: Machis Gothart- Neidhardt ist, seine Heimat: Würzburg, das Geburtsjahr: etwa 1475 und feine künstlerische Herkunft: Dürer und Riemenschneider. Bei der Bedeutung der Materie wird das kleine mit 18 Bildern auf Kunstdrucktafeln ausgestattete Büchlein allgemeine Beachtung finden. Mag sich der Optimismus des Verfassers, daß nun alle Gegensätzlichkeiten in ber Beurteilung bes Künstlers ver- schroinben müßten, erfüllen ober nicht: Das „Grüne- walb"-Prodlem wirb durch die Knappsche Entdeckung weiter vorwärts getrieben unb feine Lösung dadurch gefördert werden. Kampf um deutsche Musik. Eine Schriftensammlung unter dem Titel „Der Aufschwung" von Dr. Karl G r u n s k y, Stuttgart. Umfang 74 Seiten. Kartoniert 1,— Mk. Erhard Walther, Verlag für Nationalsozialistisches Schrifttum, Stuttgart — (205.) — Aus ber musikalischen Reche der Sammlung liegt als Neuerscheinung eine höchst zeitgemäße Schrift vor, die alles zusammensaßt, was über den Kampf um deutsche Musik notwendig gesagt werden muß. Der Verfasser hat viele ge- schätzte Werke auf musikalischem Gebiet versaßt; auch die zweiklaoierigen Auszüge zu den neun Symphonien Anton Bruckners stammen von chm und haben seinen Namen überall bekannt gemacht. 3n sarkastisch zutreffender, aber immer höflich bleibender Form schildert er bie Zustände, wie sie sich herausbildeten, gibt auch bie Mittel und Meinungen an, welche im Sinne der neu herangebrochenen 3ett helfen unb heften. Für die Maßnahmen der Regierung volles Verständnis zu verbreiten, ist der Zweck der kleinen, gehaltvollen Schrift. — Professor Dr. Joses Müller-Blattau: Johannes Brahms. 88 Seiten. 17 Abb. auf 12 Kunstdrucktafeln, 14 Notenbeispiele. 1,80 Mk. Akademische Derlagsgesellschast Athenaion m. b.H., Potsdam. — (143.) — In gefälliger Form und geschmackvoller Ausstattung, handlich und billig gibt Prof. D. Heinrich Bornkamm: Die Bebe u t u n g der Reformation f ü r das deutsche Beamtentum. (Schriften des Verbandes deutscher evangelischer Beamtenoereine, Heft 3), Berlin W. 35, 1932. Verlag des Evangelischen Bundes. 20 Seiten. Preis 50 Pfg. — (517) — Die vorliegende Arbeit bildete auf dem letzten deut- fchen evangelischen Beamtentag in Bonn einen der Hauptvorträge. Der Gießener Kirchenhistoriker gibt einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Be- russbeamtentums, das ja älter ist als die Refor- mation, dem aber erst durch die Reformation und durch Luthers grundsätzliche Erneuerung der Begriffe Beruf und Staat der innere Sinn feiner Stellung erschlossen wurde. In der evangelischen Anschauung von Beruf und Staat sind dem Beamtentum von der Reformation her die wesentlichsten Kräfte und Antriebe auch für die Gegenwart mit- gegeben worden. Die Gewissenskonflikte, in die der mittelalterliche Beamte durch die Lösung der ge- schworenen Eide durch den Papst gestoßen wurde, sind heute nicht mehr möglich, auch für den katho- lischen Beamten — das ist eine der vielen stillen aber tiefen Wirkungen der Reformation auch auf die katholische Kirche. Der Beamte tut heute feinen Dienst an Staat und Volk als den Schöpfungsordnungen Gottes mit ungebrochenem Gewissen. — Heinrich Adolph: Theologie, Kirche, Universität. 0,60 Mark. Verlag I. B. C. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 1933. — (229) — der liberale Protestantismus und der autonome Kulturstaat fanden ihre geifte Verzahnung in den theologischen Fakultäten, die gut protestantisch sein wollten und sich daneben als wesensgernähe Glieder ber profan geworbenen universitas literarum emp- fanben. Heute macht bie Kirche einen starken Äon- solidierungsprozeß durch. Sie entfaltet sich zu einem Organismus, der feine sämtlichen Funktionen einem einheitlichen Stilgesetz zu unterwerfen und von einer lebendigen Mitte aus zu regeln sucht. Gleichzeitig erfährt der Staat eine unerhört machtvolle Umbildung aus den Kräften völkischen Lebens. Angesichts dieser Umschaltung der Kultur im Sinne überpersönlicher Ganzheitsformung ist es keineswegs mehr als selbstverständlich zu betrachten, daß ber Schnittpunkt ber beiben großen Sinnkreise Staat unb Kirche gerabe an bem Ort liegt, wo bie theologischen Fakultäten stehen. Dielmeyr erwächst aus — Don sieben Mann zum Volk, Illustrierte Geschickte ber NSDAP, unb SA., von W i l« heim 5 a n b e r l, Schriftleiter bes .Angriff", Berlin. Verlag Gerhard StaUina, Oldenburg i. 0. 112 Setten mit vielen seltenen Abbildungen. Kart. 2,85 Mark. — (256) — Als im November 1918 die roten Fahnen über Deutschland aufgingen, da dach- ten die wahren Patrioten, daß nunmehr die zwei- tausendjährige Geschichte bes deutschen Volkes rühmlos au Ende gegangen sei, ohne daß unser Volk die Aufgabe erfüllt hatte, für die es im Zentrum Europas berufen schien. Viele Nationalisten, im besten Sinne Männer, die ihr Volk liebten und bie an der Front gestanden hatten, wandten sich mit Protest gegen das Novemberverbrechen. Aber nur ein einziger, ber unbekannte Gefreite Adolf Hiller, brachte bie Kraft und ben Mut auf, mit sechs Frontkameraden dieser neuentstandenen Wett des Liberalismus den Kampf anzusagen unb ihn 14 Jahre lang durchzufechten. Dieser Mann hebt sich kraft seiner schicksalhaften Sendung aus der Masse empor und wirbt eine Gefolgschaft. Die Gefolgschaft fammett er in einer festgefügten Organisation, unb die Organisation stellt er in ben Dienst des Kampfes gegen die bestehende, bereits im Ablauf begriffene Zettcnperiode. Wird feine Organisation stärker als das abfterbenbe System, bann wirb er es stürzen unb feine ihm vom Schicksal ein- gegebene Idee an seine Stelle setzen. Das ist ber Weg, ben ber Nationalsozialismus ging. Vor 14 Jahren noch ein Klub von sieben unbekannten Frontsoldaten — heute im Besitze ber Staatsmacht. Diesen Weg, ber burch Verfolgungen, burch Terror, durch Verbote, durch Verachtung unb Verfemung, durch Gefängnis unb Mord führte, schil- bert bas Buch „Don sieden Mann zum Volk". Reichsminister Dr. Goebbels schrieb das Vorwort dazu. — Adolf Hitler unb sein Stab, von Erich Czech-Jochberg. Verlag Gerhard Stelling, Oldenburg i. 0. Mit vielen Abbildungen. Steif kartoniert 2,85 Mark. — (228) — Das Leben ber engsten Mitarbeiter Hitlers war reich an Not, reich an Unglück, überreich an Feinden, Haß, Verrat, Verleumdung. Sie haben das Finstere überwunden: Göring, Goebbels, Epp, Heß. Der Führer selbst. Unb dennoch überroanben sie das Unglück alle. Um die Person und das Schicksal Adolf Hft» lers hat Erich Czech-Iochberg eine Reihe von Biographien führender Nationalsozialisten gestellt. Für die Auswahl dieser Ledensbllder waren nicht nur Bedeutung und Rang maßgebend, es war dem Autor vielmehr darum zu tun, typisch nationalsozialistische Schicksale festzustellen. Die interessanten Bilder ergänzen den Text in glücklicher Weise und verstärken den Eindrucks ben ber Leser von ber Lektüre bes Buches erhält. — „Schriften an bie Nation". Einzel- bände 1,— Mark, Doppelbände 1,50 Mark. Serbas oorliegenbe Merkchen eine lebensvolle mit allem Wissen und aller sachlichen Liebe geschriebene Einführung in Brahms Werk und UmroeÜ. Brahms hat längst feinen festen Platz in der deutschen Musikgeschichte. Gerade der junge Brahms ist es, dessen Liedkunst heute jedem zum Herzen spricht. Jene Werdezeit bes Genies, in beren Erlebnis unb Arbeit alles Spätere wie im Keime zusammen- geschlossen liegt, rückt Müller-Blattau roieber stärker in ben Borbergrunb. Don hieraus öffnet er bem Leser auch ben Zugang zum reifen Meister, führt ihn in bie großen Chorwerke, in bie Klavier- unb Kammermusik ein unb bringt chm bie Symphonien unb sonstigen Orchester-Kompositionen nahe. Wie in biesem Merk auf kleinem Raume ber Reichtum ber Brahmsschen Musik deutlich gemacht wirb, wie sich in ber fesselnden Schilderung Müller-Blattaus das Bild der großen Künstlerpersönlichkeit immer klarer heraushebt, bas weist biefer Schrift eine besondere Bedeutung zu. diesem Sachoerhaft eine reichhaltige Problematik, die schon längere Zeit fühlbar ist, in Zukunft jedoch noch viel schärfer hervortreten wird. Einige Seiten dieser Problematik sollen in vorliegender Schrift von dem Standpunkt der werdenden Kirche aus beleuchtet werden. Dabei ist gerade auch das 23er- hältnis von Theologie und Kirche näher ins Auge zu fassen. — Das Wiedererwachen des Glaubens in der Gegenwart. Don D. Dr. Otto Sibelius, Generalsuperintendent der Kurmark. Verlag Buchholz & Weißwange GmbH., Berlin-Charlottenburg 2. Preis 75 Pfg. — (20) — In tiefgründiger Untersuchung analysiert der Verfasser die heutigen Geistesströmungen und kommt zu dem Schluß, daß das Leben unserer Zeit zwar noch immer in einem Prozeß der Verweltlichung begriffen ist, daß wir aber bereits ein Ende dieser Epoche absehen können. Der Verfasser weist an den historischen Tatsachen der letzten anderthalb Jahrzehnte die Unmöglichkeit nach, bas religiöse Leben auszurotten. — Aus bem Verlag ber Christengemeinschaft GmbH., Stuttgart, liegen uns folgende Broschüren vor: August Pauli: Blut und G e i st. Dölki- scher Glaube und Christentum. (0,80 Mark.) Die Schrift ist eine Auseinandersetzung mit dem völkischen Rassegedanken, der hier mit dem christlichen Menschheitsgedanken konfrontiert wird. — Dr. Friedrich Ri11elmeyer: Der Deutsche in seiner Weltaufgabe zwischen Ruß- land und Amerika. (0,80 Mark.) In einem Ueberblick über die deutsche Geschichte und Gegenwart soll gezeigt werden, wie der Deutsche seine Wellaufgabe zwischen den änderen Völkern zu erkennen und zu erfüllen vermag. — Eduard Lenz: Gegner des Christentums. Zur Gott- lofenberoegung. (0,70 Mark.) Hier wird aufgezeigt, welches die historischen unb zeitlichen Voraussetzungen ber von Sowzetrußlanb ausgehenben ©ottlofenpropaganba find. — Dr. Alfred Heide n r e i ch : Weltkirchenpläne. (0,70 Mark.) Die Schrift schildert die Grundprobleme unb Aussichten ber englischen Wettkirchenpläne im Zusammenhang mit ber religiösen Wettaufgabe bes deutschen Geistes. — (48/51) lag Gerhard Stelling, Oldenburg i. 0. — (138- 139) — Unter der neuen Herausgeberschaft von Werner Beumelburg erscheint Vizekanzler von Papens „Appell an das deutsche Gewissen" (Reden zur nationalen Revolution) ein Bekenntnis zum neuen Staat und zu einer neuen konservativen Gesinnung, die sich vor allem an die junge Generation wendet. Papens Reden haben im deutschen Volke einen ungeheuren Widerhall gesunden. Ihren Wert zu erhallen und zu vertie- tiefen, ihren hohen geistigen Schwung nutzbar zu machen für den Aufbau ber Nation ist bie Aufgabe dieses Bandes. Der Herausgeber Werner Beumel- burg entwirft in dem Band „Arbeit ist Zukunft" (Bd. 20) ein lebendiges Bild der ideellen und materiellen Grundlagen des deutschen 21r- beitsbienftes. Nachdem die nationale Regierung sich zu dem Grundsatz des Arbeitsdienstes bekannt hat, ist es Pflicht aller, die Quellen dieses neuen Ethos von der Arbeit zu erkennen, ein Bild zu gewinnen von dem praktischen Betrieb des Arbeitslagers und teilzunehmen an diesem Werk der Versöhnung ber Klassen unb Stänbe. — Gustav Stresemanns Vermächtnis. Der Nachlaß in drei Bänden, herausgegeben von Henry Bernhard unter Mitarbeit von Wolfgang Goetz und Paul Wiegler. Band III. Von Thoiry bis zum Aus klang. (Ullstein-Verlag, Berlin.—(72)—Mit diesem letzten Band liegt uns die Sammlung Stress- mannscher Dokumente zrtr Zeitgeschichte abgeschlossen vor. Ihre Bedeutung als Quelle historischer Bekenntnis ist durch die großen polittschen Ereignisse der letzten Monate nicht geringer geworden, wenn ihre Veröffentlichung auch begreiflicherweise von ihnen überschattet werden und mancher beim Durchblättern dieses umfangreichen Bandes Mühe haben wird, sich in Zusammenhänge einer Zeit zurückzu- versetzen, die doch in Wahrheit erst wenige Jahre zurückliegt. Thoiry bedeutet die große Enttäuschung in der der Herstellung eines modus vivendi dienenden deutsch-französischen Aussprache, deren Exponenten Briand und Strefemann waren. Und Thoiry steht auch als Symbol über der ganzen Politik dieser letzten Lebensjahre, die Stresemann, der Patriot von untadeliger Gesinnung, der heimtückischen Todeskrankheit mit zäher Energie und leidenschafllicher Hingabe an seine politische Arbeit abrang. Immer störender werden die Hemmungen, die von ber verworrenen innerpolitischen Lage aus, in ber kleinliche Parteiinteressen und Rücksichten des parlamentarischen Kuhhandels alle höheren Gesichtspunkte zurückdrängen, den leitenden Staatsmann lähmen. So ist Stresemanns Vermächtnis auch von dem heute gewonnenen Stanbpunft aus aufschlußreich und des Studiums wert. Daneben rückt gerade dieser Band auch den Menschen Stresemann näher in unfern Gesichtskreis. Theologische Gchristen. Politik und Geschichte. Verschiedenes. — 150 Jahre EIw ert' sche U ntoerfi« täts» u nd Verlagsbuchhandlung in Marburg, 1 7 8 3 bis 193 3. Herausgegeben von dem derzeitigen Inhaber Gottlieb Braun, 1933. Der Verlag Elloert in Marburg kann heuer auf 150 Jahre feines Bestehens zurückblicken. Die vorliegende kleine Iubiläumsschrift (30 Seiten mit mehreren Bildnis-Photographien) gibt einen Rückblick auf die Geschichte des Verlages, einen Rechenschaftsbericht über seine Arbeit im Dienste ber Wissenschaft und eine Würdigung der Persönlichkeiten, die das Unternehmen geleitet haben und noch leiten. Die Schrift ist gleichzeitig als Einleitung zu dem stattlichen Jubiläums - Verlagskatalog gedacht, der einen ausführlichen Ueberblick über die Verlagsproduktion seit dem Jahre 1870 vermittelt. — (261/62) — — Bridge. Einführung für Anfänger und Regeln für ein zweckmäßiges Spiel von H. v. Da- zur. Verlag Dto Maier, Ravensburg. Preis 1,50 Mark fort, 2 Mk. gebunden. — (12) — Dieses neue Lehrbuch bes Bridge zeichnet sich aus durch knappste Behandlung des Stoffes und Klarheit feiner Sprache. Der Stoff ist in zwei Grundabschnitte geteilt: für beginnende Spieler unb für Fortgeschrittene. Beide Abschnitte sind nirgends mit dem Wust an Fachaus- drücken belastet, ber es sonst meist dem Bridgespieler — selbst wenn er schon einige Erfahrung hat — unmöglich macht, sich durch ein Bridgebuch durchzuarbeiten. Diese Schlichtheit macht die Ausführun- gen der Baronin Dazur zu einer wirklichen Bridge- fibel und damit zu dem Bridge-Einmaleins, das eigentlich bisher in der umfangreichen Bridgelitera- tur fehlte. Das Buch ist unter Berücksichtigung de? neuesten internationalen Bridgegesetze vom 7. November 1932 verfaßt. — „W er ist das?" Ein Spiel aus 120 Kurz- biographien mit einer (Einleitung von Arthur Rundt. 161 Seiten. Verlag E. P. Tal & Cv^ Leipzig, Wien, 1933. — (196) — Dies ist eine lehrreiche Lektüre, zugleich ein anmutiges Gesellschaftsspiel in Buchform. Der Verlag Tal, aus dessen Produktion wir früher schon ähnliche Deröftentlichungen unter dem Titel „Frag mich was!" und „1235 — das sind Sie!* angezeigt haben, greift hier auf den amüsanten Einfall des Amerikaners Frank P. Foster zurück: der kam auf die Idee, kleine Bio- graphien zu erzählen, ohne den Namen des Helden zu nennen; ber Leser sollte erraten, um wen es sich handelt. Also: eine Prüfung in Allgemeinbildung, gemildert durch die gesellige und unterhaltsame Form eines gemeinsamen Spiels. Die Regeln finb einfach: die Dreiteilung der winzigen Lebensgescyichten trägt zur Erhöhung der Spannung bei. * Meyers Lexikon, Band 15 (3.Ergänzungsband: Laichzett bis Zz, mit einem Anhang: Deutsches Reich — Die nationale Revolution). 1440 Lexikonspatten mit zahlreichen Textabbildungen unb 46 z. T. mehrfarbigen Tafeln, 20 mehrfarbigen Kais ten unb Plänen, 23 Setten Textbeilagen. In Hall'» leder 28 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (331) — Meyers Lexikon. Dritter Ergänzungsband! bis zur nationalen Revolution. Die neue Ausgabe bes Meyerschen fierte f o n s, die vor zehn Jahren mit mehr als 150 Mitarbeitern begonnen wurde, ist in ihrer siebenten Auflage mit 15 starken Bänden jetzt fertig geworden — ein Zeugnis deutschen Wissens und deutschen Werksleißes. Der soeben erschienene letzte (Ergänl zungsband* bringt außer dem Schluß bes Alpha» betes einen Anhang „Deutsches Reich — Die natiol nale Revolution". All das Gewaltige, was wir iN den letzten Wochen und Monaten miterlebt haben, ist hier bereits in die Sphäre zeitloser Gosch ich tsdar« ftcUung gerückt, die nur Tatsachen, Daten und Zah, len sprechen läßt. An die Darstellung der politischen Entwicklung von der Wiederwahl Hindenburgs bis 3um 1. Juni 1933 schließen sich einzelne Abschnitts über die Auswirkungen der nationalen Revolution in bezug auf Reichsreform, Verfassung, Rechtswesen, körperliche Ertüchtigung, Schul- unb Hochschulwesen, Schrifttum, Theater, Kunst, usw. Blättert man in dem stattlichen fiepfonbanbe rück» roärts, so finbet man auch bei allen übrigen Staaten und Völkern, die zwischen fi und Z eingeordnet sind, einen ebensolchen ergänzenden Bericht. Oesterreich, Schweiz, Tschechoslowakei, Sowjetunion, Vereinigte Staaten usw. In jebem Artikel wird die Entwicklung bis zum Sommer 1933 geschildert. Wie viele neue Begriffe, bie erst in letzter Zeit entstanden sind, ober besondere Bedeutung bekommen haben: sei es die Technokratie oder Staatskapitalismus, Luftschutz oder Schwingachse! Daneben werden alle früher schon behandelten Ge« biete weitergeführt, vor allem die so rasch vorwärts« drängende Technik, Physik und Chemie, aber auch die Geisteswissenschaften, Literatur, Musik, Bildende Kunst aller Völker. Besonders hervorgehoben seien die reichhaltigen Quellenangaben, die alle wichtigen Neuerscheinungen des In- und Auslandes verzeichnen, ferner die vielen tabellarischen Uebersichten unb zufammenfassenden Textbeilagen über bie Weltwirtschaftskrise, die internationalen Sportverbände, Re» ligionsftatiftif, Gold- unb Silbermünzen aller Staaten usw. Wo bas Wort zur Erklärung nicht ausreicht, da findet man klare technische Zeichnungen, Tafeln mit instruktiven Photos, übersichtliche Karten und pracht» volle Farbendrucke. Die Dfffettafeln über bie Men« delschen Vererbungsregeln, Posamenten, Marine» uniformen, die Karten über die Waldoerteilung und Landschaststypen in Mitteleuropa, über die Geschichte ber Schweiz und ber USA., bie Eierfarben» brücke über Linoleum und Linkrusta, Temperatur» Wirkungen bei Schmetterlingen, Tiofaite und Teppiche usw. können an Farbenschönheit kaum übertroffen werden. Was bie moderne Photographie für die Veranschaulichung bedeutet, zeigen die Autotypietafeln über Mikrophotographie, Neue Sacklichkeit, Segelflug, Tierphotographie, neue römische Ausgrabungen usw. Am Schluß gibt eine systematische Uebersicht der 1570 Beilagen, gegliedert in 36 Wissensgebiete, nochmals einen imponierenden Eindruck von dem geroal» tigen Werk unb ein brauchbares Hilfsmittel für ben Benutzer. So ergänzen sich Tabelle, Karte, SMb unb Wort zu einem einheitlichen Ganzen. Wirtschaft Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. Deoifenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Berlin Franktun a. M. Berlin Frankfurt a.M. 26.9. 26.9. 10 174,25 10,9 Banknoten. 4 »95 Gritzner..............•••••• °| — MainKasiwerke Höchst S.M.... 4 55 I Süddeutscher Sudes ........ 8| 1561 o o 11,9 40,25 45 46 38 139,5 17,75 112,5 74,5 88,5 40,5 78,5 89,75 140.5 113 65 96,25 47 81,25 97,75 52 51,5 11,13 24 20,25 12,25 42 23,5 33,5 10,65 19,75 11,75 40,5 84 45,25 46 38 139,5 17,75 112,25 73,25 89 41,25 72.5 77,75 88,75 141 115 65 95,5 47 81,5 53,25 128,5 97 52 61,75 27 42,5 34 20 25,75 41 11 152 179 134,25 Schluß!. Abend» börse 10,25 0,75 4,75 e,3 99,5 54,5 62,5 139,5 18,75 112 74,5 89,75 41,5 73 76,65 91 138,75 115,25 65,25 96,25 48,5 82,13 53,25 130 99,75 63,5 53 11 0,70 4,65 5,4 4,25 5,5 5,05 12 42 45,5 46,5 39 139,5 18,25 111,5 72 88,5 43,25 77 90,25 141 114 64,6 97,25 48 81,5 Denkt an die „Stiftung für Opfer -er Arbeit"! Einzahlungen an Reichskredltgesellfchaft Berlin W 6, Behrensslrahe 21/22, sowie aus deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". 5.05 4,25 2,6 25 Datum .......01 .......o .......0 Schluß!. Dlittog» börse Land in diesen Tagen in Waltersdorf bezogen werden konnten. Weitere 50 Siedlerstellen werden dem- nächst fertig, in Lübars folge eine neue Siedlung in gleicher Größe, und weitere Siedlungen seien vorgesehen. Ziel der Bewegung müsse die Beseiti- gung des Proletarierbewußtseins und die falsche Einteilung in Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein. Wir alle, ob Arbeiter, Angestellte oder Direktoren, seien letzten Endes Arbeitnehmer des deutschen Volkes. Der mit großem Beifall aufgenommenen Rede des Pg. S p i e w o k folgte der gemeinsame Gesang des Horst-Wessel-Liedes und der feierliche Fahnenausmarsch. Damit fand die große Kundgebung, die Zeugnis ablegte für den neuen Geist in einem großen deutschen Industrieunternehmen, ihr Ende. 11 0,65 4,65 5,25 4,5 6,5 6 10,75 0,65 4,7 5,25 4,5 5,05 M6: 5,05 2,9 4,5 2,5 25,25 5,05 4,5 2,5 24,9 5,05 4,3 2,5 25 Schluß!. Dlittag» börse 26.9. 4% Oesterreichifche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4‘/.% bcifll. von 1913........ • 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Arüeihe bis 14. Färsen: vollfleischige, ausgemästete 30 bis 32; vollfleischige 25 bis 28; fleischige 22 bis 25. Kälber: Doppellender 39 bis 42; beste Mast- und Saugkälber 34 bis 38; mittlere Mast- und Saugkälber 29 bis 32; geringe Kälber 25 bis 28. Schafe: mittlere 21 bis 27. Schweine: über 300 Pfund 50 bis 53; vollfleischige 240 bis 300 Pfd. 49 bis 52; vollfleischige 200 bis 240 Pfd. 49 bis 52; vollfleischige 160 bis 200 Pfund 48 bis 51; fleischige 120 bis 160 Pfd. 44 bis 47. Arbeitspferde: pro Stück 300 bis 1100 Mark; Schlachtpferde: 30 bis 130 Mark. — Marktverlauf: Großvieh ruhig, Ueberftand. Kälber ruhig, langsam geräumt. Sckweine ruhig, Ueberftand. Arbeitspferde ruhig, Scylachtpferde mittel. Die AEG. imOntten Reich. 20YVÜAEG.-Arbeiter derStirn und derFaust füllen den Berliner Sportpalast. Die in der A r-b e i t s f r o n t zusammengefaßte Belegschaft der AEG. in Berlin veranstaltete unter Führung ihrer NSBO. eine Massenkundgebung im Berliner Sportpalast, die einen^verheißungsvollen Auftakt zur großen Winterschlacht für den Ausbau der deutschen Arbeitsfront und für den Schutz der noch leidenden Volksgenossen vor Hunger und Kälte bildete. Nach Dienstschluß sammelten sich die Belegschaften der in Berlin verteilten AEG.-Fabriken, der Groß-, Klein- und Bahnmotorensabriken in der Brunnenstraße, der Turbinen- und Gluhlampenfabriken in )er Huttenstraße, der Apparate-, Meßinstrumente-, Radio- und Gleichrichtersabriken in Treptow, des Kabelwerks Oberspree und der Hochspannungsapparatefabriken in Oberschöneweide, ferner der Hauptverwaltung auf dem Friedrich-Karl- und Alexander- Ufer, sowie des Hauses der Technik in der Friedrichstraße, bei Platzkonzerten vor ihren Arbests- stätten. In langen Zügen marschierten dann die braunen Kolonnen mit klingendem Spiel und fliegenden Hakenkreuzbannern strahlenförmig zum Mittelpunkt des Tages, zum Sportpalast. Von weiter entfernt liegenden Werken trafen die Kameraden mit großen Lastwagenzügen ein. ,. Bald waren die Plätze des Sportpalastes bis hinauf in die höchsten Teile gefüllt. Musik dröhnte durch das Haus, es erklangen die alten Armee- Märsche und die trotzigen Kampflieder der SA. Die Kapelle des Kabelwerks Oberspree war unermüdlich. Die Belegschaft eines einzigen BerUner Großbetriebes füllte Berlins größte Halle. Kopf an Kopf faßen die Kameraden von den Maschinen, den Kontoren, Konstruktionsbüros und den Direktorenzimmern. Von den auswärtigen Niederlassun- gen der AEG. im Reich waren zahlreiche Abordnungen erschienen. Alle standen unter dem einen Gedanken der gemeinsamen Verbundenheit und Kameradschaft. . Rach dem Fahneneinmarsch erfolgte eine kurze Totengedenkfeier. Pg. Muchow, der Herausgeber des „Arbeitertum" und Leiter des Organisatlons- amtes der NSDAP., war am gleichen Tage tödlich verunglückt. Als erster Redner sprach ein AEG.- Kamerad über die Stellung des deutschen Arbeiters in der deutschen Arbeitsfront, die den deutschen Arbeiter wieder in die Gemeinschaft der Nation ein« geschweißt und den Klassenkampf ein für alle Male beseitigt habe. Dann ergriff der Berliner Stadtverordnetenvorsteher und Mitglied des Aufsicktsrates der AEG., SS.-Sturmführer S p i e w o k das Wort. Er sagte u. a.: Die in den letzen Monaten eingeschlagene Linie im Leben der AEG. sei ganz eindeutig und klar. Es sei Grund vorhanden, der weiteren Entwicklung froh und zukunftssicher entgegenzusehen. Pg. Spiewok betonte, daß es für ihn keine Interessen- oder Firmenpolitik gebe, sondern lediglich den Kampf um Arbeit und Brot für möglichst viele Volksgenossen. Die beste Gegenwehr gegen üble Machenschaften sei, ganze Nationalsozialisten zu sein. Die Belegschaft der AEG. habe bisher bewiesen, daß sie dazu auf dem besten Wege sei. Von den Mitgliedern der Direktion bis zu den jüngsten Lehrlingen sei aus freien Stücken alles erschienen. Die Erziehung zum Nationalsozialismus höre nicht auf mit der Erziehung der Angestellten und Arbeiter, sondern müsse auch die leitenden Männer der Gesellschaft erfassen. Ein Niederschlag dieses guten Geistes könne erblickt werden m der Zeichnung des Betrages von 300 000 Mark durch die Geschäftsleitung für die Adolf-Hitler-Spende, ferner in der Neueinstellung von 3428 Angestellten und Arbeitern im letzten Vierteljahr und in der Opfer- frcudigkeit der Belegschaft, von ihrem Einkommen monatlich 35 000 Mark als Spende für die nationale Arbeit zur Verfügung zu stellen. Durch Sammlung kleiner und kleinster Beträge war es möglich, 458 erholungsbedürftige Kinder von Arbeitskameraden zu dreiwöchigem Erholungsurlaub an die See oder in den Harz zu schicken. Den Sozialismus der Tat beweise auch das umfangreiche Siedlungsprogramm der AEG., auf Grund dessen 50 Siedlerstellen mit je 2000 qm Mansselder Bergbau ... Kokswerke............ Phönix Bergbau Rheinische Braunkohle« Ryeinstahl............ Vereinigte Stahlwerke.. Olavi Minen ......... Kaliwerke Aschersleben.. Kaliwerke Westeregeln.. Kaliwerke Salzdetfurth . I. G. Farben-Industrie. Scheideanstalt......... Goldschmidt RülgerSwerke Metallgesellschast Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Vie hessische Pferdezucht. Don der Hessischen Bauernkammer in Darmstadt wird uns geschrieben: . . Die Hessische Bauernkammer fuhrt seit einigen Jahren die Aufzucht von guten Fohlen auch in den Weidebetrieben durch. Besonders die Fohlenaus- zuchtstation Selgenhof bei Ulrichstein, die über die alten, guten Vogelsberger Pserdeweiden oer- füat ist den Pferdezüchtern und Landwirten bekannt geworden. Aber auch die Odenwälder Weiden Etzean und Groß-Breitenbach sind jur die Heranzucht von Pferden bestens geeignet. Im letzten Jahre konnte die Bauernkammer bereits 12 erstklassige Fohlen in Friedbera zur Versteuerung bringen Diesmal wird die gesamte Aufzucht von den Weidebetrieben Selgenhof, Etzean und Gr tz Breitenbach den Landwirten 'n Darmstadt am 3. Oktober öffentlich ausgeboten. Es wird allseitig begrüßt, daß diese Veranstaltung mit em" Bullen und Eberoersteigerung zusammengelegt worden ,st Die diesjährige Fohlenauszuch bestcht aus 20 Stück und kommt restlos zum AngebotFür alle IÄ 7u stnd durch die Bauernkammer gegen Voreinsendung von 25 Pfennig in Briefmarken erhältlich. In der Abteilung Kaltblut werden angeboten. 2 sehr gute gedeckte Stammbuch tuten, 5 öwerein- halbjährige Stuten, ein zweiemhalchahriger Wallach und 4 eineinhalbjährige Stuten. Beim Warmblut kommen 5 erstklassige zwe,elnhalbsahrlge(darunter 2 Paßgespanne) und 3 eineinhalbfahrige Stuten xum Angebot. Die Stuten haben alle erstklassige Abstammung aufzuweisen und stammen von den besten Mchen Hengsten ab; die Kaltblutstuten u a von L für U, Wrangel, Ambos, Artist, die Warmblutstuten von Zobel, Zecher und sehr guten Original-Oldenburger-Hengsten. Die Veranstaltung m Darmstadt am 3. Oktober verspricht eine züchterische Veranstaltung ersten Ranges zu werden. Die Genehmigung zur Benutzung von Sonntagskarten ist beantragt worden. * Gute Beschäftigung in der Dillen- burger Ofen - und Herdindustrie. In der Ofen- und Herdindustrie im Handelskammer- bezirk Dillenburg hat sich die saisonmaßige Ge- schäftsbelebung weiterhin zufriedenstellend entwickelt. Die Betriebsergebnisse der letzten Wochen liegen wesentlich über denen des Vorjahres und übertreffen die Erwartungen, die man an das Herbst- oeschäft geknüpft hat, so daß teilweise die volle Aus- Nutzung der Leistungsfähigkeit der ©rofcbetnebe möglich ist. Trotzdem in den Frühjahrs- und Sommermonaten die vorhandene Belegschaft soweit wie möglich durchgehalten wurde, konnten wesentliche Mehreinstellungen von Arbeitskräften vorgenommen werden. , , . . . * Die deutsche L a n d m a s ch l n e n l n d u - ftrie hat im Monat September wieder umfang- reiche Aufträge hereinnehmen können. Ihr Beschäftigungsgrad war um mehr als 25 Prozent höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Guten Absatz finden vor allem Maschinen für den mittleren und kleineren Landwirt, wie Häckselmaschinen, Drillmaschinen und zum Teil auch Dampfpflüge. * Elektrizitäts-Actien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer 8- Co., Frankfurt- Main. In der gestrigen AR.-Sitzung der Elektn- zitäts-Actien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer & Co,. Frankfurt a. M., wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1932/33 genehmigt. Der Ueberschuß beträgt einschließlich Vortrag aus dem Vorjahre 2 015 659 Mark (i. D. 2155 232), woraus 8 v. H. (i. 23. 10 v. H.) Dividende auf das erhöhte Aktienkapital verteilt werden sollen. (GD. 31. 10.) Frankfurter Börse. IHittagsbörfe: uneinheitlich. Frankfurt a. M., 26. Sept. Das äußere Merk- mal bei Beginn der heutigen Mitagsbörse war eine wesentlich ruhigere Geschäftstätigkeit. Von der Kundschaft waren nur minimale Kauforders eingetroffen, während die Kulisse offenbar die weitere Entwicklung des Kursniveaus und auch den Verlauf der Genfer Verhandlungen ab« wartet. Die Stimmung war nicht unfreundlich. Die gewisse Ernüchterung, die nach den letzten stürmischen Kurssteigerungen eingetreten ist, hält man in Börsenkreisen für durchaus gesund. Nach den Abbröckelungen im gestrigen Abendver- kehr zeigte der heutige amtliche Beginn ein uneinheitliches Bild für Aktien, während am Renten- markt auf dem erhöhten Niveau allgemein Realisationen erfolgten. Alt- und Neubesitz gaben je 15 Pfennig, späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,65 v. H. auf 82,5 nach, dagegen konnten sich die gestern Das Eintopfgericht am ersten Oktober-Sonntag. In gemeinsamer Vereinbarung zwischen dem Reichseinheitsverband des Deutschen Gaststätten- gewerbes und dem Reichsführer für das Deutsche Winterhilfswerk wurde einp generelle Regelung für alle Gaststätten bezüglich des zu verabreichenden Eintopfgerichtes herbeigefuhrt. Die Berliner Gaststätten werden in drei K1 a f ■ f e n eingeteilt (dieselbe Regelung gilt für alle @ a ft ft ä 11 e n im Reich). In Klasse I fallen alle einfacheren kleineren Gastwirtschaften, in Klasse II die sogenannten bürgerlichen Lokale und Hotels sowie die Eisenbahnen, in Klasse III die erstklassigen Gaststätten und Luxushotels. Verabreicht wird überall nur ein Eins topfgericht, dessen Zusammensetzung dem Gastwirt überlassen bleibt, das er aber gegenüber dem Winterhilfswerk mit nur 50 Pfennig in Ansatz bringen darf. Dem Gast wird das Eintopfgericht in Klasse I mit 60 Pfennig, in Klasse II mit einer Mark berechnet. Die Differenz ist an das Winterhilfswerk abzuführen. Schwieriger gestaltet sich die Sachs schon in Klasse III (Luxusgaststätten). Hier soll der an anderen Tagen übliche Menupreis in Ansatz gebracht werden. Beträgt dessen Höhe 3 Mark, so sind eben 2,50 Mark abzuführen, bei 5 Mark 4,50 Mark usw. Nun gibt es aber eine ganze Anzahl erstklassiger Gaststätten, die niemals ein Menu zu einem festen Preis verabfolgen. Hier ist man sich über die. Art des Verfahrens noch nicht schlüssig geworden. Es wird vorgeschlagen, einfach einen Menupreis fest- zusetzen, den der Gast bezahlen muß. Es bleibt den Ortsgruppen überlassen, hierüber eine Regelung zu treffen. lieber den Rahmen dieser leitenden Spenden hinaus wird der Reichseinheitsverband des Deutschen Gaststättengewerbes der NS.-Volkswohlfahrt noch eine wesentliche Spende zur Verfügung stellen. Was bezweckt das Eintopfgericht? In erster Linie soll durch bisse Maßnahme eine starke finanzielleFörderung desKamp- fes gegen Hunger und Kälte erzielt werden, weil der durch das Eintopfgericht gegenüber anderen Sonntagsgerichten ersparte Betrag zusätzlich und restlos an das Winterhilfswerk abgeführt werden soll. Zweitens aber ist es ein vom rein nationalsozialistischen Geist diktiertes Erkenntnis zur Volksgemeinschaft, zur Schicksalsverbundenheit mit unseren notleidenden Volksgenossen. Der Preis von 5 0 P f e n n i g e n ist als H ö ch st p r e i s anzusehen, der vor allen Dingen für die Gastwirtschaften Bedeutung besitzt. Es gibt zweifellos in der heutigen, durch 14jährige Mißwirtschaft verursachte Notzeit vielköpfige Familien, die mit einem weit geringeren Durchschnittsbetrag für jede Person ihren Mittagstisch bestreiten müssen. Einzelpersonen aber, die vorzugsweise in den Gasthäusern essen, werden für ihr Mittagessen im Durchschnitt weit mehr als 50 Pfennig ausgeben. Es wird mit dem Eintopfgericht bezweckt, daß jeder Volksgenosse noch sparsamer lebt als an anderen Sonntagen, um den ersparten Betrag seinen hungernden Brüdern und Schwestern zur Verfügung zu stellen. Das ist Sozialismus der Tat im Kampf gegen Hunger und Kälte! abend stärker gedrückten Stahlverein-Bonds zunächst um 1 25 d H. und später um weitere 1,75 v. H. auf fin nf) befestigen An den Aktienmärkten gingen die Veränderungen nach beiden Seiten kaum über 1 o. H. hinaus. Fest lagen M.-Farben, die nach vorbörslich 116 v. H. mit 11813 vH. ein« lebten da herauskommendes Angebot glatt ausgenommen wurde. Scheideanstalt und Deutsche Erdöl gaben bis zu 1 v. H. nach. Am Elektromarkt lagen Lichts-Kraft unverändert, Elektrische Lieferungen 25 v H. fester, dagegen AEG. 0,40 v.H. und Siemens 1 v. H. niedriger. Am Montanmarkt hielten sich die Besserungen und Abschwächungen im Ausmaß von 0,5 bis 1,5 v.H. die Waage. Im übrigen eröffneten Süddeutsche Zucker unverändert, Aku 0,5 v. H. höher, andererseits Daimler und Reichsbank 0,25 v. H. bzw. 0,50 v. H. schwächer. Akkumulatoren Berlin tarnen ex Dividende mit 164,50 v. H. gut behauptet zur Notiz. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein. JG.- Farben waren zunächst auf 119 v. H. erhöht, litten aber später unter Angebot und gaben auf 117 v. H. nach. An den übrigen Marktgebieten betrugen die Rückgänge meist 1 v. H. Akkumulatoren senkten sich um 2 v. H. Etwas fester waren Braubank 75 bis 76. Von deutschen Anleihen blieben Altbesitz zu 80 v. H. unverändert, Neubesitz unterlagen mehrfachen Schwankungen: 10,75 bis 10,8 bis 10,55 bis 10,70, späte Schuldbücher gaben auf 82,25 v. H. nach und Stahlverein-Bonds gingen auf 58,65 v. H. zurück. An den festverzinslichen Märkten lagen die Kurse unter Berücksichtigung der vorhergegangenen Steigerungen relativ gehalten, so daß Rückgänge bei Kommunal-Obligationen um bis zu 1,3 v. H. und bei Stadtanleihen von 1 bis 2 v. H. nicht so stark waren. Einzelne Werte tarnen auch noch höher bzw. behauptet zur Notiz. Gold- und Liquidationspfandbriefe waren teils 0,5 bis 1 v. H. niedriger, teils ziemlich unverändert. Von Länderanleihen waren Hessen mit minus 2 v. H- etwas stärker gedrückt. Fremde Werte lagen geschäftslos. — Tagesgeld war zu 3,75 v. H. (4 v. H.) leichter. Abendbörse: keine Belebung. Auch an der Abendbörse erfuhr das Geschäft keine Belebung, da sowohl Kundschaft, als auch Kulisse Zurückhaltung bekundeten, wozu die unsichere Haltung der Farbenaktie beigetragen haben mag Die Farbenaktie eröffnete heute abend 0,5 v H. unter Berliner Schluß. Auf den übrigen Marktgebieten waren die Veränderungen nur sehr klein. In festverzinslichen Werten lag kaum noch Angebot vor; die letzten Kurse von heute mittag waren daher meist unverändert. Don deutschen Anleihen verloren Neubesitz 10 Pf., Altbesitz waren unverändert, ebenso späte Reichsschuldbuchforderun- gen mit 82,25 v.H. Etwas fester lagen wieder Stahloerein-Bonds, die bis 61 v. H. anftiegen, später aber 0,5 o. H. nachgaben. IG. Farben waren im Verlauf etwas erholt. U. a. notierten: Neu- besitz 10,60, Altbesitz 80, Schutzgebiete 7,45, 6 v. H. Stahlverein 60,5—61—60,5, Reichsbank 139,5, Buderus 65, Harpner 81,5, Mannesmann 51,5, Rheinstahl 72,25, Bckula 112,5, IG. Farben 116,5—117 bis 116,90, Lahmeyer 113, Siemens 140,5, Reichs- bahn-VA. 99,40. Berliner Frühbörse. Berlin, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon an der gestrigen Frankfurter Abendborse eine Beruhigung festzustellen war, rechnete man auch im heutigen Frühverkehr mit wenig verander- ten Kursen. Das Geschäft blieb ziemlich unentwickelt, jo daß bei den nur wenig vorliegenden Anregungen bestimmtes über die Tendenzgestaltuna nicht gesagt werden kann. Der Neuyorker Börsenschluß machte wenig Eindruck. IG.-Farben wurden ziemlich unver- ändert taxiert. Am Devisenmarkt nannte man Pfund gegen Paris 79,65, Mailand 59,25, Spanien 37,30, Amsterdam 7,72, Schweiz 16,08 und Kabel zirka 4,74. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 26. Sept. Auftrieb: 35 Ochsen, 21 Bullen, 583 Kühe ober Färsen, 365 Kälber und 2 Schafe. Marktverkauf: Großvieh und Kälber schleppend, Ueberftand. Preis pro 50 Kilogramm Lebendgewicht von bis RM.: Ochsen al) 28—32, b2) 22—25. Bullen c) 22—26. Kühe a) 23—27, b) 20—22, c) 14—17. Färsen a) 30—33. Kälber c) 32—36, d) 30—32. Schafe —. Mannheimer Grotz-Biehmarkt. Mannheim, 26. Sept. Austrieb: 148 Ochsen 128 Bullen, 289 Kühe, 376 Färsen, 832 Kalber, 20 Schafe, 2729 Schweine, 112 Pferde. — Es wurden bezahlt: Ochsen: junge, vollfleischige 29 bis 31; ältere 24 bis 28; sonstige vollfleischige 22 bis 25. Bullen: jüngere, vollfleischige 26 bis 29; sonstige vollfleischige 23 bis 25; fleischige 20 bis 23. Kühe: jüngere vollfleischige 22 bis 25; sonstige vollfleischige 17 bis 20; fleischige 15 bis 17; gering genährte 10 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Datum 4% desgi. Serie II 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% ............... Schluß». Abend» börsc 26.9. 72 32 11,25 116,5 115,5 160 116 170 40,75 48 53 58 I 7-ll Schluß- furd 25-9. Eiettr. LIeferungSgesellschast... 6 Licht und Kraft .............6 Felten & Guilleaume o Geselllch.f.Elektr.Unternehmuna. 5 Rheinische Elektrizität ........6 CchuckeriSCo........... 5 Siemens L HaiSke 7 Lahmeyer LLo io Buderus ....... O Deutsche Erdöl Gelsenkirchener 0 Harpener...................0 Voesch Eisen—Köln-Neueste« .. O Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 klScknerwerke ............ O Mannes mano-Röhre« ....... O Schluß» turs 25.9. Schluß» kurs 25.9. Hamdurg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiss. O Hansa-Dampsschiss...........O Norddeutscher Lloyd O A.G. sür Verkehrswesen Mt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellfchaft................O Dresdner Bank O Reichsbank ................ 12 ll.E.G. Bekula Schlußkurs 25.9. Schultheis Patzenhofer ....... O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg .............® Zellstoff Waldhof ...........O Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer ...............1 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum..... O Lrenslein & Koppel .......O Leonhard Tietz O Ehade..........••••........ Aecumnlatoren-Fabrik 0 ..........................0 $ranffuri a. M. Derlm Schluß» turd Schluß». Abend» börse Schluß» turd Schlußk. mittag* börse Datum 25-9. | 26.9. 25-9. | 26.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 85,9 85 85,5 85,5 6% ebem.7% Di.Reichsanl.v.1929 98,4 98,5 98,7 98,5 6^1% Doung-Anlelhe von 1930 .. 87,5 — 87,5 87,4 Deutsche Anl..Wlös.»Schuld mit Auiws.»Rechten ............. 80,13 80 80,8 80 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 10,9 10,6 10,95 10,7 6% ebcm.8% Hess. BolkLstaat 1929 lrück^ablb. 102%)............ 82,5 80,25 81,75 80,75 6% Hess. Landeübank Darmstadt Gold R 12................ 83 82,5 83. 82,5 6)4% Hess. Landes-Hypotheken- 85 85 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 72 72 Deutsche Komm. Sammelabl. An. lei^e Serie 1 mitAuSlos.-Rechten 75,25 74,25 75,75 74,75 6% ehem. 8% Franks. Hvp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 84,75 84 — •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 84,75 — * 6y,% ehem. 454% Frgnll. Hhp-- 84,75 84,75 — 6y,% ehem. 454% Rheftiische Hl>p..Bank-Liqu.»Goldpse. ... 87,5 87 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. li 85,5 Ü5,d 85 85 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. IC 85 85 85 | 85 Steuergutfch. BerrechnungSkurS. | 86,7 86,7 86,7 | 86,7 25. September 26. September Amtliche Geld Notierung Äriel Amtliche 3 Geld Dotierung Brlei HelsingsörS.. 5,764 5,776 5,734 5,746 Wien....... 48,05 48,15 48,05 48,15 Prag....... Budapest ... 12,41 12,43 12,41 12,43 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,03 169,37 169,08 169,42 OSlo....... 65,53 65,67 65,23 65,37 Kopenhagen. 58,24 58,36 57,99 58,11 Stockholm... 67,23 67,37 66,93 67.07 London ..... 13,03 13,07 12,98 13,02 Buenos Aires 0,963 0.967 0,963 0,967 Neuyork.... 2,757 2,763 2,732 2,738 Brussel..... 58,48 58,60 58,47 58,59 22,11 Italien..... 22,04 22,08 22,07 Paris...... 16,40 16.44 16,40 16,44 Schweiz.... 81,05 81,21 81,07 81,23 Spanien.... 35,06 35,14 35,04 35,12 Danzig..... 81,52 81,68 81,62 81,78 Japan...... 0,761 0,763 0,759 0,761 Rio de Ian. 0,231 0,233 0,231 0,233 Ingoslawien. Lissaboa.... 5,295 5,305 5,295 5,305 12,68 12,70 12,68 12,70 22,75 23 23 68,65 67,65 32 33 32 174 174,5 174 72,25 72,65 72,25 31,75 32,13 31,5 11 11,25 11 115 116 116 116 115,5 116 159,5 160 117 116,75 117 169,5 —— —— 41,5 41,75 41.65 48 49,5 48,25 53 53 52,5 58 59,75 58,5 71 — — — — 93 92,5 27,4 26,75 28 41 42 —— 33 34 33 20 — — — 99,5 98,25 24,75 25,75 24,5 39,75 39,5 38,75 — 28 27 10,75 10,75 11,4 154 152 153,5 162,5 179 164 133 133 132 I - | - 1^6 1 166,CT 1 5 Berlin, 26-Scpiembcr Geld Bries Amerikanische Noten.............. 2,685 2,705 Belgische Noten.................. 58,31 58,55 Dänische Noten ................. 57,73 57,97 Englische Noten ................. 12,94 13,00 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,36 16,42 168,66 169,34 Ilattenische Noten................ 21,95 22,03 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 6 100 Schilling 65,07 65,33 — -— Rumänische Noten............... — — Schwedische Note«............... Schweizer Noten................. 66,77 67,03 80,89 81,21 Spanische Note«.»............... Ungarische Note« •••••••••••••••• 34,91 35,05 ■■ SerN ^^Ä-Htbare Spitz So""109. e rf*! BtlWy' Family" . og, • -s-s tnfolq« ift richte»- allerdings über den @k nis, zu entscheiden. Es daß, wer als Fürst bie Religion feiner Untertane es vor, ba& 5 Ä ber fiurj u fuitiecifdjen tfuffaffunge mnu ÄchW vertrieb c §tovÄ MgMe, d über bie §rray wies. A lutherische Mewte, 1 Gottes und auf der refy Protestanten, konnte tev und der Kamps um du Concordienformel, zeigt ftontismus die einzelne kenntnisfreiheit rangen, unter der Zerteilung i undenkbar. Eine ähnliche Wesei prägte sich auf her b kich VIII. versuchte nat den römischen Kultus I wesen und den Bilderdi «rotze Königin Elifabet nche