Nr. »73 Erstes Blatt 183. Jahrgang Donnerstag, 21. Juli 1933 Erlchelnl täglttt), autzn Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Di« Scholl» Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen BDL 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Zrantsurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche Umversttälr-Vuch' und Steinöruderei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen füe*6ie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» hlameanjcigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür den Anzeigenteil LV. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Deutschlands Bilanz der Weltwirischafiskonferenz. Reichsbankpräsideni Or. Schacht stellt in seiner heutigen Schlußrede das volle Versagen der Konferenz fest. — Deutschland wird auch künftig jede internationale Zusammenarbeit fördern London, 27. 3ult. (OB 203. Funkspruch.) 3n der heutigen Schlußsitzung der Welt- wirtschastskonferenz hielt Reichsbank- präsidenl Dr. Schacht eine Rede, in der er u. a. sagte: Als vor einem 3ahre m Lausanne die Einberufung dieser Konferenz beschlossen wurde, lag das Programm in den Hauptzügen bereits fest, nämlich die Währungen wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen, die Devise n - und Transfcrschwierigkeiten zu beseitigen und die Wiederbelebung des internationalen Handels zu fördern. 3m weiteren Verlause der Vorbereitungen einigte man sich darüber, keine bloße Sachver- stänoiaenkonserenz, sondern eine Zusammenkunft von Regierungsvertretern au berufen, die in der Lage seien, verbindliche Abmachungen zu treffen. Nach mehr als sechs Wochen anstrengender Arbeit ist leider sestzustellen, daß kein Punkt des Programms zu Abmachungen geführt hat. Die Resolutionen, die schließlich aus den Ausschüssen hervorgegangen sind, stellen lediglich allgemeine Ansichten und Empfehlungen dar. Auf dem Gebiete der Bekämpfung des indirekten Protektionismus wollte die Konferenz, nach der Auffassung des vorbereitenden Ausschusses, „alte zweckmäßig erscheinenden Maßnahmen ergreifen, damit diese verschiedenen Fragen so schnell wie möglich einer vernünftigen Losung zugesührt würden". Die Konferenz hat eine solche Lösung nicht gefunden. Ebensowenig ist cs der Konferenz gelungen, die Empfehlungen des Wirtschaftsausschusses des Völkerbundes über die Milderung des Markte- rungszwanges in eine bindende internationale Vereinbarung umzuwandeln. Auch auf dem Gebiete der Handelspolitik hat es sich gezeigt, wie groß die Gegensätze sind, die zwischen den Auffassungen der verschiedenen Delegationen klaffen. Es würde abwegig sein, irgendeinem Einzelnen die Schuld hierfür zuzuschreiben. Der Fehler liegt im System. Der Gedanke, durch generelle Empfehlungen oder Beschlüße gleichzeitig die Lage von 64 völlig verfchieden gearteten Ländern bestimmen zu können, hat sich als undurchführbar erwiesen, wir haben gesehen, daß nicht einmal auf dem Gebiet der Währungsstabilität eine Einheitlichkeit hergestelll werden konnte, seitdem einzelne Länder die Stabilität ihrer Währungen bewußt auf- gegeben haben und durch Aenderung der Währungsunterlagen ihre Wirtschaft zu beeinfhiffen suchen. So sehr man im 3ntercsse des internationalen Güteraustausches eine solche Politik bedauern mag, so wenig kann man einem souveränen Staat das Recht absprechen, alle diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die er zur W a h r u n g jcincr wirtschaftlichen Lebensrechte für nötig hält. Cs ist deshalb erfreulich, daß in den Resolutionen, die diese Konferenz gefaßt hat, jedes Werturteil über eine solche Politik unterblieben ist. . Solange die einzelnen Rationen nicht i n s i ch ein gewisses wirtschaftliches Gleichgewicht wiedergefunden haben, wird der Erfolg einer neuen We l t w i r t s ch a f t s k o n f e r e n z zweifelhaft bleiben. Das ist die große Lehre, die uns diese Konferenz mitgibt. Die bisher leider gebräuchliche ungesunde Methode, durch internationale Kreditinanspruchnahme die Wirtschaftslage für den Augenblick zu erleichtern, muß dem Willen weichen, aus eigener Kraft eine gewisse wirtschaftliche Stabilität herzusiellen. 3n solcher Anstrengung liegt die größte Bürgschaft dafür, daß die Ansprüche der internationalen Kreditgeber im Laufe der Entwickelung ihre Befriedigung finden nach Maßgabe dessen, was wirtschaftlich und moralisch vertretbar ist. So wenig nämlich solche leichtherzige Kreditnahme gebilligt werden kann, so unberechtigt wäre es, diese Kredithingabe von feiten eines Gläubigers als wirtschaftlich und moralisch berechtigt ohne weiteres hinzustellen. Ein erheblicher Teil der in der Vergangenheit gegebenen und zum Teil von politischen Kräften geforderten Kredite ist in sich ungesund gewesen. Die Deutsche Reichs bank hat in der Vergangenheit immer wieder auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die aus einem Liebermaß von ausländischerKrrditgewährung erwachsen mühten. 3n den Reden, die wir auf dieser Konferenz gehört haben, sind immer wieder zwei Gedankengänge durchgedrungen: 1. daß Schulden nur mit Warenexport und Dienstleistungen bezahlt werden können und 2., daß durch die Ereignisse der letzten Jahre die Schulden ein solches Mißverhältnis zur Zahlungsfähigkeit angenommen haben, daß eine Adjustierung notwendig geworden ift Cs ist selbstverständlich, daß eine solche Adjustierung nur erfolgen kann unter Wahrung der wirtschaftlichen 3ntereffen der einzelnen Länder, sowie unter größtmöglichster Wahrung der 3ntereffen der individuellen Gläubiger. Alle zu treffenden Schuldenregelungen müssen unterstützt werden von einer Wirtschaftspolitik, die die earning Power (die Er» werbskrast) des Schuldnerlandes erhält. Wenn die earning Power des Schuldners intakt bleibt, wird der Gläubiger zu seinem Gelde kommen. Ls ergibt sich deshalb die Frage, ob wir die Menschheit mit produktiver Tätigkeit beschäftigen wollen, selbst auf die Gefahr hin. daß von dem bisher investierten Kapital einiges verloren geht, oder ob wir tatenlos warten sollen, bis uns die soziale Krisis in das Lhaos stürzt. Zu den Ausgaben der künftigen internationalen Wirtschaftspolitik wird es gehören müssen, unsere Arbeitskräfte auch dadurch wieder in Gang zu bringen, daß mir den Ländern, die bisher einen rück - Wenn man einmal die Schäden zusammenzählen wird, die uns das verflossene Zeitalter der „Aufklärung", dieses 3ahrhundert des „Fortschritts", hinterlassen hat, dann wird man noch nachträglich einen Schrecken bekommen. Man hat das 3ndividuum befreit, von jeder Vormundschaft der Allgemeinheit losgelöst, und in falsch verstandenem Humanitätsdusel keinerlei Ausnahmen zu- gelassen. Das Prinzip der Gleichheit war aber in Wahrheit eine Züchtung von Minderwertigen. Das neu erlassene Gesetz zur Verhütung von erbkrankem Rachwuchs schlägt eine Bresche in dieses E y st e m. Cs legt die Fundamente zu einem neuen Begriff der Volksgesundheit. Die Allgemeinheit hat kein 3nteresse an der Erhaltung der Minderwertigen. Es ist genug, wenn ein Einziger mit unheilbarem Leiden behaftet ist, es ist sinnlos, ihn zum Stammvater einer ganzen Generation von Siechen oder Geisteskranken, von seelischen oder körperlichen Krüppeln zu machen, die alle sein Leiden wiederholen und weitervererben. Das neue Gesetz schreibt in bestimmten, genau festgelegten Fällen die Sterilisierung der so belasteten Menschen vor. Die Rotwendigkeit einer solchen Maßnahme ist an sich nichts Reues. Rassenhygieniker und Aerzte haben sie schon seit vielen 3ahren gefordert. Sogar in dem ganz gewiß nicht „fortschrittlichen" England wird neuerdings von solchen Dingen gesprochen. Man will auch dort ein ähnliches Gesetz, wie es jetzt bei uns veröffentlicht worden ist, in Angriff nehmen, obwohl gerade in England die Furcht vor einer Beeinträchtigung der natürlichen Lebensrechte geradezu allbeherrschend ist. Die Erwägung, die zum gesetzlichen Eingriff führt, ist folgende: Es ist eine altbekannte Tatsache, daß die Fruchtbarkeit der minderwertigen Familien weit über jener der gesunden liegt. Schwachsinnige weisen meist eine ungewöhnlich hohe Vermehrung auf. Daraus folgt, daß der Prozentsatz der Minderwertigen innerhalb des deutschen Volkes von 3ahr zu 3ahr ansteigt. 3a, man konnte sogar auf die Vermutung kommen, daß die Zunahme der Kriminalität einfach eine Folge der rassenmäßigen Verschlechterung des deutschen Volkes durch die Vermehrung der erblich Belasteten ist. Daß nebenher ungezählte Millionen für die Fürsorge von lebensunfähigen Menschen aufgewendet werden müssen, die nur eine Last für ihre Umgebung sind, versteht sich von selbst. Gerade aber die Fürsorge hat in keinem Fall eine Besserung der Lage erbracht. 3m Gegenteil, sie hat die Allgemein- heit vermehrten Gefahren ausgeliefert. Es ist erschreckend, wie weltfremd der Staat bisher gewesen ist, der doch im letzten Sinne die Verantwortung für die Zukunft der Ration trägt. Das neue Gesetz bedeutet in diesem Zusammenhänge einen ganz außerordentlichen Fortschritt. Cs beweist zugleich einen Geist der echten Verantwortlichkeit unserer Führung, wie ihn keine bisherige Regierung auch nur annähernd gezeigt hat. Zugleich enthält dieses Gesetz auch die notwendigen Vorschriften, um irgend- welcher Willkür vorzubeugen, es kann aber im öffentlichen 3nteresse zwangsweise etnge- schritten werden. Auch hier sind Sicherhettsfat- toren eingeschaltet. Cs dürfen nur ganz bestimmte Eingriffe vorgenommen werden, die keine Schädigung des zu Sterilisierenden bedeuten. Die Entscheidung über den einzelnen Fall wird einem Gericht, nämlich dem Erbgesundheits- g e r i ch t überlassen. Damit ist der Gefahr einer mißbräuchlichen Anwendung dieses neuen Gesetzes vorgebeugt. . ... Abgesehen von diesen ganz bestimmten und naher bezeichneten Fällen bleibt eine Sterilisation nach wie vor das, was sie bisher war, nämlich eine schwere Körperverletzung, die strafbar bleibt. Wir stehen somit jetzt, oder genauer genommen oom 1. Januar nächsten Jahres ab, an dem das Gesetz in Kraft tritt, vor einer neuen allgemeinen und persönlichenVerantwortung. Diese ständigen Lebensstandard gehabt haben, die Möglichkeit geben, diesen Standard auf d i e Höhe der weifercntroirfcIten Länder zu bringen. Die deutsche Regierung wird auch in Zukunft jede internationale Zusammenarbeit zu fördern bereit sein, wir glauben ober, daß diese Arbeit erst dann Erfolg haben wird, wenn die einzelnen Länder in ihrer eigenen Wirtschaft und in ihren nachbarlichen Beziehungen einen festen Grund dazu gelegt haben. Das Ziel freilich wird immer bas gleiche bleiben: die Bereinigung der Welt oon den wirtschaftlichen und finanziellen Schlacken des Krieges, d. h. einen Start zu gewinnen für eine bessere Zukunft. trifft insbesondere die deutschen Aerzte. Nicht nur, daß die Aerzte in der Mehrzahl der Fälle das entscheidende Wort zu sprechen haben werden, sie stehen in ihrer Gesamtheit vor einer neuen Aufgabe, die ihnen eine ungeheure Möglichkeit eröffnet. In vielen Fällen kann nunmehr eine schwere gesundheitliche Gefahr an der Wurzel getroffen werden. Nichts ist so hoffnungslos wie eine schwere erb- liche gesundheitliche Belastung. Menschen von dieser Art haben in vielen Fällen auf eine Eheschließung verzichtet, aber der Prozentsatz derer, die im höchsten Sinne verantwortlich denken, ist doch sehr beschränkt. Oft ist die Krankheit durch ein völliges Fehlen jeglichen Berantwortungsbewuhtseins getennzeichnet. Wir brauchen hier nicht in Einzelheiten zu gehen. Ja, wir können sogar sagen, daß es sich hier um ein Gebiet handelt, das wohl bekannt, das aber in verantwortlicher Weise noch nicht völlig abgeschlossen durchforscht worden ist. Hier steckt eine zweite große Aufgabe für die deutsche Medizin, und diese Aufgabe kann vielleicht in Zukunft ganz neue ungeahnte Losungen bringen. Es ist ja ein Unterschied, ob man lediglich im Sinne theoretischer Erkenntnisse tätig ist, ober ob man mit einer Arbeit einen höheren, nämlich einen Hand- greislichen Zweck erreichen will. Für die Öffentlichkeit beginnt aber schon letzt eine Arbeit. Gerade in dem von diesem Gesetz behandelten Zusammenhang ist bisher viel Lln- verantwortliches geschrieben und gesagt worden. Da zeigte sich ein Mangel an wirklichem politischen Gemeinsinn Dieses neue Gesetz bedeutet einen neuen Abschnitt in unserer Rassengeschichte. Es kann aber keine Erfolge im Sturmschritt erzielen. Wir sind genötigt, hier mit größeren Zeiträumen zu rechnen. Dies ist nämlich ein Gesetz, dessen segensreiche Wirkung vielleicht erst in zwanzig, ja in dreißig 3ahren spürbar sein wird. Dafür ist es aber ein Gesetz, das nur von segensreichen Folgen begleitet sein wird. Wir haben bisher auch auf rassenhygieni» München, 26. Juli. (TU.) Im Anschluß an den Empfang der i t a l i e n i s ch e n I u n g f a s ch i st e n und ihrer Führer in der Münchener Residenz, fand ein Besuch im Braunen Haus statt. Im Senalorensaal des Braunen Hauses hielt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß folgende Ansprache: „Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, den ersten offiziellen Besuch, den der Faschismus der nationalsozialistischen Bewegung abftaitet, begrüßen zu können, und zwar in dem Hause, das bereits historisch geworden ist als Sitz der Reichsleitung der Nationalsozialistischen Bewegung, und der Stadt, von der aus diese Bewegung ihren Ausgang nahm und die demgemäß für den Nationalsozialismus die gleiche Bedeutung hat, wie Mailand für den Faschismus. Ich heiße Sie im Namen des Nationalsozialismus auf bas herzlichste willkommen, msbefon- bere ben Beauftragten bes großen Segrünbers und Führers des Faichismus Benito Mussolini. Gleichzeitig darf ich aus diesem Anlaß im Namen der nationalsozialistischen Bewegung auch aufrichtigen Dank für die selbstlose Gastfreundschaft aus- sprechen, welche Faschismus und Faschistische Regierung einer Unzahl unserer Kameraden in für den Nationalsozialismus schweren Zeiten erwiesen, ohne Rücksicht darauf, ob dies anderwärts gern gesehen wurde ober nicht. Wir sinb glücklich, baß bie Reise ber Jungfaschisten ber nationalsozialistischen Bewegung Gelegenheit gibt, diese Gastfreundschaft, wenn auch in bescheidenem Maße, zu erwidern und die Dankbarkeit zu dokumentieren. schein Gebiete Selbstmord getrieben. Es ist gut, daß das Zeitalter der Selb st Vernichtung nun auch in diesem Bezüge ein Ende nimmt. „Um Leben oder Sterben der deutschen Nation". Berlin, 26. 3uli. (TLI.) Am Mittwochabend sprach Obermedizinalrat Dr. G ü 11 vom Reichsinnenministerium über alle deutschen Sender über „Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Rachwuchses". Lieber das schon Bekannte hinaus führte er im wefentlichen u. a. aus: Es ist nicht nur der Rückgang in der Volkszahl, der zu den schwersten Bedenken Anlaß gibt, sondern in gleichem Maße die mehr und mehr in Erscheinung tretende Verschlechterung des Erbgutes unseres Volks. 3n etwa drei Geschlechterfolgen wäre die wertvolle Schicht des Volkes fast völlig verschwunden gewesen. Cs geht also um Leben oder Sterben der deutschen Ration! wenn die wirtschaftliche Seite auch nicht ausschlaggebend sein darf, so muß doch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß für Geistesschwache, Hilfsschüler, Geisteskranke und Asoziale jährlich Millionenwerte aufgewandt werden müssen, die den gesunden kinderreichen Familien durch indirekte Steuern entzogen werden. So sind ;. B. nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamts im Rechnungsjahr 1930/31 allein für Geisteskranke, Taubstumme und Blinde für etwa 183 785 Personen ungefähr 170 000 000 RM. ausgegeben worden. Dabei find jedoch noch nicht berücksichtigt die kosten, die Krankenkassen und anderen Zahlungspflichtigen zur Last fallen. Zu betonen ist, daß beim Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse die Liste der im § 1 erkannten Krankheiten erweitert und ergänzt werden kann. 3m übrigen geht das Gesetz davon aus, daß derjenige, dessen Llnfruchtbarmachung zum Rutzen der Volksgesundheit notwendig ist, in vielen Fällen selbst die nötige Einsicht aufbringen wird, um die Operation freiwillig zu beantragen. Die Bestimmungen über die Mitwirkung des gesetzlichen Vertreters, des PslegerS und des Dormundschastsgerichts sind den allgemeinen Vorschriften des Dor - mundschastsrechts angepaßt. Das Gesetz ist also bewußt ein Kann geseh und beruht auf der Grundlage der Freiwilligkeit, um die sittlichen Kräfte des Volkes zur Selbstreinigung anzuregen! Damit aber die Rechte des Staates gewahrt bleiben und eine dauernde Kontrolle der Regierung möglich ist, macht das Geseh den Amtsarzt und den Anstaltsarzt antragsberechtigt. Zusammenfassend soll also bie Unfruchtbarmachung eine ber Allgemeinheit bienende fürsorgliche Maßnahme nach Art ber Lntmünbl- gung barstellen. Mit der Ausmerzung und Reinigung des Volkskörpers allein ist es nicht getan, wenn dieser nicht positiv aufbauende bevölkerungspolitische Maßnahmen folgen würden. Infolgedessen hat das Reichskabinett unter dem Vorsitz des Reichskanzlers beschlossen, daß positive bevölkerungspolitische Maßnahmen beschleunigt vorzubereiten und in Angriff zu nehmen sind, die die ausreichende Fortpflanzung der erbgesunden deutschen Familien wieder fordern und verbürgen sollen! Die Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Faschismus ist der beste Beweis für die Richtigkeit der kürzlich von Adolf Hitler in seiner großen Reichstagsrede ausgestellten Behauptung, daß zwischen bewußten Nationalisten relativ am leichtesten eine Verständigung zu erzielen ist. Abgesehen oon diesen Grundlinien ber Verstän- bigung, ber gegenseitigen Achtung ber nationalen Persönlichkeit unb bes beiderseitigen Verständnisses für bie nationalen Forberungen bes anberen entspringt bie Freunbschast unserer beiben Bewegungen, wie schon öfters betont, nicht Sentimentalitäten, etwa ber Gemeinsamkeit ber großen Grund- ibee, fonbern den gemeinsamenJnteressen ber Völker, welchen unsere beiden Bewegungen dienen, nicht zuletzt den gemeinsamen Interessen am Frieden. Denn Völker, welche bie innere Ordnung s i ch e r g e st e 11 t haben, unb bie in großem Stile aufbauen, wünschen vielleicht ben Frieben für weiteren Aufbau heißer unb ehrlicher als aobere Völker, benen bas Festhalten am liberalistischen System immer neue Krisen bringt, beren Arbeitslosenziffern unentwegt weitersteigen unb bei denen nach alter Regel die Gefahr wächst, baß sie eines Tages von ben inneren Schwierigkeiten abzu- lenken suchen burch außenpolitische Abenteuer. Volker, bie, wie bas beutsche und bas italienische Volk, „siegreich Schlachten gegen bie Arbeitslosigkeit" schlagen, haben es nicht nötig, Siege auf bem Schlachtfeld ber Waffen zu suchen. Gesunde deutsche Zukunft! Der Zweck des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Oie Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Faschismus. Eine bedeutsame Rede des Stellvertreters des Führers, Es ist daher auch kein Zufall, daß der Viererpakt der Initiative Mussolinis und dem verständnisvollen Eingehen Hitlers anderseits sein Zu- standekomtnen verdankt, so wenig, wie es Zufall ist, daß andere Staaten Deutschland die Unterzeichnung dieses Ariedenspaktes nicht leicht machten. Es heißt, daß Systeme Europa beherrschen. Möge dies auch für das in seinen Grundzügen einheitliche System Geltung haben, nach dem unsere beiden Länder zu ihrem Glück regiert werden und daß gemäß dem Gesagten seinem inneren Wesen nach der Beruhigung und dem Frieden geneigt ist. Da dieses System gleichzeitig das Kraftvollste ist, haben wir die begründete Hoffnung, daß es sich, wenn auch in politisch-bedingten Abwandlungen, tatsächlich in der übrigen Welt durchsetzt und somit wesentlich zur Befriedung der Welt beiträgt. Unsere beiden Bewegungen haben das Ihrige zur Erreichung dieses Zieles bereits getan. Der Redner schloß mit der Aufforderung, einzustimmen in den Ruf: Der erfolgreiche Faschismus und fein großer Führer Benito Mussolini heil! Nach der Rede des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß im Braunen Haus hielt Botschafter Geruffi folgende Rede: „Sehr geehrter Herr Vertreter des Reichskanzlers! 3d) glaube, daß es eine besondere Freude für unsere jungen Faschisten ist, heute int Braunen H a u s e zu sein. Sie werden sich in allen kommenden Jahren mit Freude an ihre heutigen Eindrücke erinnern. Sie werden nie vergessen, von welcher Art und von welchen hohen Zielen die nationalsozialtstische Bewegung erfüllt ist. Deutschland wird in Zukunft wieder zu seiner Gröhe kommen, weil es heule unter einer Führung steht, einer Regierung, die am besten dem Frieden der Völker dient. 3ch glaube, wir werden in gemeinsamer Arbeit, der italienische Faschismus und der deutsche Rationalsozialismus, noch vieles und großes für die Welt lei st en. 3m Sinne dieser gemeinsamen Arbeit ein Heil auf den Reichskanzler und auf das große deutsche Volk. Heil!" Italienische Pressevertreter als Gäste der bayerischen presse. M ü n ch e n, 27. Juli. (TU.) Mit den italienischen Jungfaschisten sind am Mittwoch in München e l f Vertreter großer italienischer Blätter angekommen. Der Landesverband der Bayerischen Presse nahm daher Veranlassung, die italienischen Journalisten im Mittwochabend zu einem geselligen Beisammensein einzu- laden, wozu von den italienischen Gasten auch der Botschafter Exzellenz Cerutti, Unterstaatssekretär Ricci, Generalleutnant Pittalis und der Pressechef des Münchener italienischen Generalkonsulates, Guiseppe Bro mb in, erschienen. In Vertretung Adolf Hitlers war dessen Beauftragter Dr. Scholz anwesend. Der Referent der Reichs- oressestelle ucr NSDAP., Dr. D r e s I e r, begrüßte die italienischen Gäste und wies in einer herzlichen Begrüßungsansprache darauf hin, wie sehr sich die Münchener Journalisten freuen, ihre Kollegen aus Italien in der bayerischen Landeshauptstadt begrüßen zu können. Für die italienischen Pressevertreter antwortete Enrico Santamaria, der versicherte, daß sie in München außerordentlich Schönes gesehen hätten und daß Deutschland jetzt den Weg gehe, den der Faschismus in Italien gegangen sei. Sein hoch aalt dem Reichskanzler Hitler und Mussolini. Botschafter Cerutti bezeichnete in einer Ansprache den heutigen Tag als ein Symbol der Zusammengehörigkeit der beiden Nationen. WachsendeEinsichtinEngland London, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Lord Parmoor, der im A r b e i t e r k a b i u e t t Lordpräsident des Geheimen Staatsrates gewesen ist, weilte auf ärztlichen Rat einen Monat zur Kur in Deutschland. Er äußert sich in einem Brief an die „Times" über die gegenwärtige Lage, wobei er für die Einlösung des Versailler Abrüstungs- versprechens einlritt. Lord P a r m o o r bemerkt in dem Briefe, die Stärke der hitlerbewegung in Deutschland beruhe auf dem innigen Wunsch, daß diedeutsche Einheit gefördert werde. Die Bewegung sei zu einem großen Teil zweifellos durch den ungerechten Versailler Vertrag und die Nichterfüllung der bei seiner Unterzeichnung gegebenen feierlichen Versprechungen hervorgerusen. Auch die britische Regierung und das britische Volk feien nicht ohne Schuld an der Mitersüllung der Versprechungen. Nach anerkennender Erwähnung der deutschen Re- aierungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sagt Lord Parmoor, noch wichtiger als das Arbeitslofenproblem sei die Zukunft d^ r A b r ü st u n g s k o n s e r e n z. Die britische Regierung und das britische Volk sollten Henderson ihre volle Unterstützung bei seiner neuen Bemühung gewähren. Lord Parmoor schließt: Es liegen Beweise dafür vor, daß das deutsche Volk einen auf gerechter Anwendung des Grundsatzes gleicher Rechtsstellung beruhenden Frieden wünscht. An dem Grundsatz gleicher Rechts st ellung, der die Grundlage der Völkerbundssatzung ist, muß unbedingt se st geh alten werden. Die Wahrheit über Deutschland seht sich durch Fühlbares Nachlassen der ausländischen Propaganda gegen das neue Deutschland. B e r l i n , 26. Juli. (CNB.) Einer Mitteilung des Deutschen Industrie- und Handelstags zufolge liegen jetzt starke Anzeichen dafür vor, daß die a u s l ä n - difchePropagandagegenDeutschland, die in manchen Ländern bis zur Boykottierung deutscher Waren führte, merklich im Ab- flauen begriffen ist und daß die Aufklärung über die wirklichen Verhältnisse in Deutschland wesentliche Fortschritte gemacht hat. An der Aufklärung beteiligt waren sowohl ausländische Persönlichkeiten, die Deutschland besuchten und sich von den hiesigen Verhältnissen überzeugten, wie auch Maßnahmen, die von deutscher Seite sowohl von amtlichen Stellen, wie von Privatpersonen durchgeführt wurden. Die deutschen Exporteure und die deutschen Auslandsreifenden haben die ihnen zur Verfügung stehenden Verbindungen im Ausland ausgenutzt, um den dort verbreiteten Falschmeldungen zu begegnen. Ein großes Verdienst kommt bei dieser Aufklärungsarbeit den deutschen Industrie- und Handelskammern zu. Das den Industrie- und Handelskammern von den Exportfirmen ihres Bezirks überwiesene Material über die ausländische deutschfeindliche Propaganda ist an den Deutschen Industrie- und Handelstag roeiter^eleitet worden, um hier zentral in enger Fühlungnahme mit den zuständigen amtlichen Reichsstellen bearbeitet zu werden. Der Eingang solcher Unterlagen hat seit etwa einem Monat sehr stark nachgelassen. Wie eine Rundfrage des Deutschen Industrie- und Handelstags bei feinen Mitgliedern ergab, besteht dort überwiegend der Eindruck, daß das Nachlassen dieses Materialeingangs darauf zurückzuführen ift, daß in manchen Ländern die allgemeine Propaganda gegen Deutschland st a r k i in Abflauen begriffen ist und daß die Einsicht in die wirklichen Ziele der nationalsozialistischen Regierung und die Erkenntnis, daß die Greuelpropaganda eine einzige große Lüge war, wesentliche Fortschritte machte. „Niobe"-Gedenkfeier in Kiel. Weihe eines Gedächtnismals. Kiel, 26. Juli. (WTB.) Auf dem Kieler Garnisonfriedhof, auf dem seit den Anfängen der deutschen Marine die toten Helden der See beigefetzt werden, wurde heute am Jahrestag des Untergangs des Segelschulschiffes „Niobe" ein Gedächtnismai für die am 26. Juli 1932 im Fehmarnbett ertrunkenen deutschen Seeleute feierlich einge'weiht. An der Ge* dachtnisstätte waren die Abordnungen aller anwesenden Schiffe und der Truppenteile des Standortes Kiel, der Schutzpolizei, sowie Fahnenabord- nungen der SA., SS. und des Stahlhelms, der Markne- und Kriegervereine, der NSBO., der Hitlerjugend und die Studentenkorporationen erschienen. Vor der Ehrenstätte hielten zwei Matrosen des S>e g e l s ch u l s ch i f f e s „G o r ch F o ck" die Toten- wache. Mit dem Choral „harre meine Seele" wurde die ernste Feier eingeleitet. Zunächst sprach der evangelische Marinepfarrer Sonntag zur Trauer- gemeinbe. Nach dem Musikstück: „Mitten im Leben sind wir vom Tode umpfangen", folgte die Ansprache des katholischen Stationspfarrers Kräu- t e r. Wieder nach einem Choral hielt der Stationöches Vizeadmiral Albrecht folgende Ansprache: „Kameraden! Es ist für uns Soldaten eine feierliche Stunde, in der wir unseren gefallenen Kameraden der „Riobe" am Jahrestage des Unterganges des Segelschulschiffes hier auf unserem schönen Ehrenfriedhofe ein Denkmal weihen können. 3m Namen der Reichsmarine danke ich allen, die durch freiwillige Spenden die Schaffung dieser Erinnerungsstätte ermöglicht haben. 3ch danke ferner allen Arbeitern des Kopfes und der Hand, die dieses würdige Denkmal geschaffen haben. Der Seemann, der in treuer Pflichterfüllung im Kampf mit Sturm und See sein Leben für das Vaterland gibt, stirbt ebenso den Heldentod, wie der Soldat, der, die Waffe in der Faust, int Angriff auf eine feindliche Stellung fällt. So sind auch unsere Kameraden der „Niobe", getreu bis in den Tod, für unser Vaterland gefallen. Sie hoben uns erneut gezeigt, daß wir Soldaten der Reichsmarine auch im Frieden jederzeit bereit sein müssen, Leib und Leben in unserem Seemannsberufe etnzusehen. Auch der Opfertod dieser Gefallenen wird ein Samenkorn fein, aus dem in Zukunft Segen und Heil für unser Volk ersprießen wird. Unfete Kameraden der „Niobe" sind nicht vergeblich gefallen. 3hre Erinnerung wird in der Reichsmarine fortleben, wir werdei; sie niemals vergessen." Nach Beendigung der Ansprachen verlas Marinepfarrer Sonntag die Namen der 69 Toten, während die Musik unter leisem Trommelwirbel das ßieö vom guten Kameraden spielte. Mit dem Flaggenlied wurde die eindrucksvolle Feier beendet. Unter den von der Marine, den einzelnen Schiffsabordnungen, den Behörden, der SA. und einzelner Vereine niedergelegten Kranzspenden befand sich auch ein Lorbeerkranz, den der Bürgermeister der australischen Stadt Gawler nach Kiel gesandt hatte. Auch der englische Kreuzer „Frobisher" hatte durch den britischen Vizekonsul in Kiel einen Kranz als Zeichen der englischen Anteilnahme niederlegen lassen. Oie soziale Botschaft der Deutschen Christen. Berlin, 26. Juli. (CNB.) Im Rahmen einer „Stunde der Einkehr" des Deutschlandfenders sprach heute zu dem Thema „Was uns beseelt" der Reichsleiter der Glaubensbewegung der Deutschen Christen Pfarrer hossenfelder über die s o z i a l e ® o i- schaft d e r Deutschen Christen. Die Deut- scheu Christen, führte der Redner u. a. aus, seien öle SA. Jesu Christi im Kampf zur Vernichtung der leiblichen, sozialen und geistlichen Not. Die soziale Arbeit und die innere Mission der Deutschen Christen wollten niujt nur Einzelne retten, sondern ein Volk Gottes bauen. Eine christliche soziale Lehre, die die Neutralität der Kirche lehrt und keine sozialen Entscheidungen wagt, lehnen wir, betonte der Redner, als Irrlehre und 'als Glaubensnot ab. Ehe, Familie, Rasse, Volk, Staat und Obrigkeit sind uns Gottes Ordnungen, die wir heilig hallen. Visumfreier Verkehr zwischen Oesterreich und Frankreich. Wien, 26. Juli. (WTB.) Der französische Ge- schäftsträger hat heute im Auswärtigen Amt eine Verbalnote übergeben, in der mitgeteilt wurde daß die französische Regierung das Visum für' öle Einreise von Oesterreichern nach Frankreich mit Gültigkeit vorn 1. August aufgehoben hat. Kommentar überflüssig! Dafür Kampf gegen den Nationalsozialismus. Ser Tiroler Landtag beschloß gestern ein besetz, durch das die in die Gemeindevertretungen von Innsbruck, Landeck und Pöttina gewählten nationalsozialistischen Ge- meinderatsmitglieder ihrer Mandate verlustig gehen. Im Landtag selbst waren die Nationalsozialisten nicht vertreten. Die genannten Gemeinden waren die einzigen in Tirol, die nationalsozialistische Gemeinderatsmitglieder hatten. Aufnahmesperre im Kyffhäuser-Bund. Köln, 26. 3uli. (CNB.) Die Kysfhäuser- Pressestelle Westdeutschland teilt mit, daß nach einer Bekanntmachung der Bundesführung in den Preußischen Landeskriegerverband in der Zeit vom l.März bis 10.3uli 1933 insgesamt 303 Vereine mit rund 14 000 Mitgliedern neu- bzw. wiederaufgenommen worden sind. Die übrigen Landeskriegerverbände sind ersucht worden, zu melden, wie sich bei ihnen die Mitgliederbewegung im gleichen Zeitraum ausgewirkt hat. Schon heute wird darauf hingewiesen, daß vom 1. Oktober ab im Bereich des gesamten Kysfhäuserbundes eine Sperre auf unbestimmte Zeit für Aufnahme von Vereinen angeordnet wird. Große französische Lustmanöver beiMeh Paris, 26. 3uli. (WTB.) Vom 1. bis 14. August wird die Gegend von Metz der Schauplatz von Nachtübungen starker fran- z ö s i sch er Lu stge schwader sein. Bomben- und 3agdstasfeln aus Äanch, Reims, Chartres und Diedenhofen, sowie Luftabwehrabteilungen aus Toul werden unter Leitung des Generals de Goys de Mezeyrac, Mitglied des Obersten Rats für die Luftverteidigung, die Wirkung besonderer, für Nachtangriffe vorgesehener 3agdslugzeuge erproben. Kleine poliiische Nachrichten. Bekanntlich hat Adolf Hitler die ihm vom Münchener Volksgericht nach dem sog. Hitler- Putsch im November 1923 in München auferlegte Festungshaft in der Gefangenen- und Festungs- Haftanstalt Landsberg am Lech verbüßt. Nun soll die dortige Hitler-Zelle der Oefsentlich- feit zugänglich gemacht werden. Die Zelle wird so ausgestaltet, wie sie während der Festungshaft des Reichskanzlers war. Zur Einweihung und Uebergabe der Hitler-Zelle an die Allgemeinheit sind nach Mitteilungen der Landsberger Lokalpresse besondere Feierlichkeiten vorgesehen. Wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, erfährt, wird der preußische Ministerpräsident G ö • ring am 18. Auaust in Verona weilen, um den dortigen Sommerfestspielen in der Arena beizuwohnen. An diesem Tage wird die Oper „Troubadour" zur Aufführung gelangen.* Der Magistrat von Berlin beschloß, für den von roten Mördern erschossenen Sturmführer Horst Wessel am Hause Bülowstrahe 51 in Berlin eine Gedenktafel anzubringen. Die Gedenktafeln für Karl Marx und Ferdinand Lassalle wurden entfernt. Um die Verbundenheit der Danziaer Beamtenschaft mit der nationalsozialistischen Staatssührung auch nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen, hat der Danziger Senat für die Beamtenschaft den deutschen Gruß angeordnet. * Der preußische 3ustizminister hat die Strafverfolgungsbehörden ersucht, in allen Fällen, in denen die Strafverfahren gegen Ausländer eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten beantragen, zugleich den Antrag zu stellen, daß die Ausweisung aus dem Reichsgebiet für zulässig erklärt werde. Randnote. Das gewaltige nationale Fest der Deutsch e n T u r n e r s ch a f t in der schwäbischen Hauvt- stadt Stuttgart wird in diesen Tagen seinen Höhe- punkt erreichen. Zweihunderttausend deutsche Turner und Turnerinnen, unter ihnen siebzigtaufend aktive Teilnehmer und rund vierhunderttausend Festbesucher, werden ihr Treffen zu einer gewaltigen Kundgebung des wiedererstarkten nationalen Glaubens und her nationalen Hoffnung gestalten. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß die Deutsche Turnerschaft von jeher die Pflege nationaler Gesinnung als obersten Grundsatz in ihren Satzungen stehen hat. Sie war von ihren ersten Anfängen an, getreu den Ideen ihres Begründers, des Turnvaters Jahn, ein Hort und eine Quelle des Gedankens der deutschen Einheit, der inneren wie der äußeren. So konnte sie auch alle Zeiten eines Krieges und einer Revolution, der wirtschaftlichen Not und des unseligen Parteihaders erfolgreich überstehen. Sie beherrschte allein der Gedanke und der Geist einer Sehnsucht nach der großen Gemeinschaft des ganzen Volkes. Die Förderung der Turnerei war ihr immer nur Mittel und Zweck zur Festigung und Entwicklung des Gemeinschaftsgedankens und der vaterländischen Gesinnung. So waren auch ihre Turnfeste zu allen Zeiten mehr als sportliche Feste und Veranstaltungen, sie waren reine deutsche Volksfeste als Ausdruck ihres völkischen und nationalen Ziels. Unter seinen vierzehn Vorgängern ragt im Sinne des Festes unserer Tage besonders das Fest der Deutschen Turnerschaft im 3ahre 1863 hervor. Es waren damals die ersten Anfänge 6er Deutschen Turnerschaft, es waren die Tage der Erinnerung an die 50jährige Wiederkehr der Defreiungsschlackt von Leipzig, es waren die Tage des heißesten Verlangens nach der großen deutschen Einigkeit, von dem gerade die deutschen Turner mit am meisten erfaßt wurden, es waren die Tage der Vorahnung der 1870 gegründeten deutschen Einheit. Und heute? Wieder ist es eine heiße Sehnsucht, die unter deutsches Volk erfaßt hat, die Sehnsucht nach der wahren und innerlich zutiefst gebundenen Volksgemeinschaft, die endlich über alle Gegensätze, über alles Partei- und inieressengebundene Denken und Handeln hinweg das ganze Volk zu einer nimmer mehr au lösenden Einheit verschmelzen möge, damit in Dem geeinten Deutschen Deiche endlich auch ein geeintes deutsches Volk wohne! Von der Reichseinheit und der Volksgemeinschaft hin zur Ration — dafür wird das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart im 3ahre 1933 ein machtvolles Bekenntnis fein, ein Wegbereiter mit zu der endlichen Erfüllung deutschen Glaubens, deutschen Wollens und deutscher Kraft. So hat dieses Fest der Deutschen Turnerschaft seine ungeheure und ganz besondere Bedeutung im volkspolitischen und'nationalpolitischen Sinne. 3a, es hat auch heute seine, besondere Mission zu erfüllen inmitten des Aufbaues des neuen Deutschland, wie es uns die nationalsozialistische Revolution gebracht hat. Richt zuletzt aber hat das Turnfest auch die hohe Aufgabe, abseits von aller unzeitgemäßen und auf das 3ndividuum abgestellten Starzüchtung, wie sie uns früher auch im Sport zur Genüge entgegengetreten ist, ein Fest und eine Bewegung der breiten Masse zu fein. So kann und wird es wahrhaft sozial und sozialistisch wirken und eine wichtige Mit- und Vorarbeit zu leisten haben für den Aufbau des neuen Staates, wie ihn die nationalsozialistische Bewegung als die Trägerin des Staates sich heute als Ziel gesetzt hat. Aus aller Welt. Horst-Messel-Film wird in Berlin gedreht. Die Weberstraße im Nordosten Berlins, früher eine kommunistische Hochburg, war dieser Tage zum großen Erstaunen der Bewohner und Passanten mit Sowjetfahnen, kommunistischen. Plakaten und einem Transparent geschmückt, das die Aufschrift trug „Berlin bleibt rot. Die Aufregung legte sich jedoch, als man erfuhr, daß es sich nicht um eine tollkühne Demonstration, sondern um eine Aufnahme für den in Arbeit befindlichen Horst- Wessel'Film handelt. Es wurde eine Szene gedreht, wie ein nationalsozialistischer Sturm unter Führung von Horst Wessel durch die Straßen marschiert und aus einem kommunistischen Verkehrelokal heraus beschossen wird. Im Anschluß daran ent- wickelt sich eine wilde Straßenschlacht: Schüsse knallen, Blumentöpfe und Briketts prasseln aus den Fenstern auf die SA.-Leute nieder, bis das lleber- fallkommando anrütft und der „Schlacht" und damit auch der Filmfzene ein Ende macht. Das Publikum verfolgte mit großem Interesse die Gratisoorstel- lung. Die Entführung der Gebrüder Rotter vor Gericht. Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Konstanz fand der Prozeß wegen der v e r« suchten Entführung der Gebrüder Rotter (Schale) in Liechtenstein am 5. April d. 3. statt. Als Täter sind beschuldigt der Krast- wagenführer Max Witt, der Arbeiter 3osef W c e s e r, 3akob Friedrich Lehmann, der Student Theodor G r ö tz und Gotthilf Trom- m e 11 e r. Alle Angeklagten außer Trommetter waren im Sinne der Anklage voll g e st ä n d i g und gaben an, allein die Absicht gehabt zu haben die Gebrüder Schaie der deutschen Gerichtsbarkeit zuzuführen, irgendeinen finanziellen Hintergrund hatte die Tat nicht. Die Angeklagten Witt, Wieser, Lehmann und Grötz wurden dem Antrag des Oberstaatsanwalts entsprechend zur Mindeststrafe von je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Trommetter, gegen den ein Monat Gefängnis beantragt war, wurde freigesprochen. Grohfeuer auf einer Hamburger werft. Auf der Howaldtwerft (früher Vulkan) in Hamburg kam In einem Schuppen, In dem Modelle aus trockenem Erlenholz lagerten, ein Feuer zum Ausbruch, das rasend schnell um sich griff und die angrenzenden Baulichkeiten — eine Tischleret und einen Schlossereibetrieb — stark gefährdete. Die Feuerwehren gaben aus zwölf Rohren Wasser und wurden schließlich des Feuers Herr. prähistorischer Menfchenfchädel gefunden. Wie die „Ludwigsburger Zeitung" berichtet, wurde in Steinheim an der Murr (Oberamt Marbach, Württemberg) in einer Kiesgrube ein Mensch e n f ch ä d e l gefunden, der in Anwesenheit von Dr. Bergheimer und Oberpräparator Böckh aus Stuttgart wohlbehalten geborgen wurde. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Fund aus der Diluvialzeit. Der Schädel dürfte noch alter fein als der Neandertalschädel. Die rechte Hälfte sowie die Schädeldecke sind vollständig unversehrt. Die linke Hälfte ist etwas zerbröckelt, aber auch Teile des linken Oberkiefers sind erhalten. Mit Sicherheit steht fest, daß es sich um den ältesten Menschenschädel handelt, der bis jetzt in Württemberg gefunden wurde. Drei Personen verbrannt In einem in der Nähe des Tilsiter Zolldamms an der Memel gelegenen Holzhäuschen, in dem mehrere Familien wohnten, brach ein Feuer aus. Während die im Erdgeschoß wohnenden Leute sich und ihre f)abe noch in Sicherheit bringen konnten, sind die Bewohner des oberen Stockwerks ein Opfer der Flammen geworden. Es handelt sich um eine geschiedene Frau Berg, ihr achtjähriges Söhnchen und einen gewissen Kloneck. Sie wurden als verkohlte Leichen aus den Trümmern geborgen. Feierlicher (Empfang des wettfliegers Post in Reuyork. Der Weltflieaer Post wurde nach einer feierlichen Empfangsparade in Begleitung von Polizei und Militärabteilungen durch den Broadway zum Rathaus geführt und dort vom Oberbürgermeister empfangen, der dem Flieger die Tapferkeitsmedaille überreichte. Post dankte in herzlichen Worten für die Ehrung und gab eine Beschreibung seines Weltfluges, rool ei er gleichzeitig für die Bereitstellung von Geldmitteln für weitere Forschungen auf dem Gebiete des Flugzeugwesens warb. Die ursprüngliche Absicht Posts, in feinem Flugzeuge sitzend den Broadway hinaufzufahren, mußte aufgegeben werden, da die Flügelspannung des Flugzeuges sich als zu groß herausstellte. Mattern fliegt nach Kanada. Der amerikanische Flieger I. Mattern ist von Juneau (Alaska) nach der Hauptstadt Edmonton des kanadischen Staates Alberta aufgestiegen. Bei der Stadt Terrace in Britisch-Columbien beabsich- tigt er eine Zwischenlandung vorzunehmen, da dort das ihm entgegengesandte Hilfsflugzeug verunglückte. Heuschreckenplage und Hungersnot In China. 5Bie das chinesische Landwirtschaftsministerium mitteilt, sind weite Gebiete Chinas, vor allem die Landstrecken am Gelben Fluß, die kürzlich von einer Wasserkatastrophe heimaesucht wurden, jetzt das Opfer gewaltiger Heuscyreckenschwärme geworden. Die Felder wurden vernichtet, die Ernte zerstört und 65 Millionen chinesischer Bauern sind ohne Getreide und Lebensrnittel. Die chinesische Regierung hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Abwendung des drohenden Hungertodes der vielen Millionen Bauern getroffen. Kunst und Wissenschaft. „Siegfried" in Bayreuth. Nachdem die szenischen Erneuerungen der „Walküre" in manchen Punkten sich als anfechtbar erwiesen haben, vermittelte die Ausführung von „Siegfried" am Mittwoch freundlichere Ein- drücke. Das Bühnenbild des ersten Aktes stammt noch aus den Festspielen 1931. Der erste Auszug ist damals nach aufgesundenen Entwürfen Siegfried Wagners neugeschaffen und für die diesjährigen Festspiele in seiner alten Form vollkommen belassen worden. Max Lorenz hielt als junger Siegfried anfänglich mit dem stimmlichen Einsatz zurück, ging dann Tm zweiten Auszug viel klarer aus sich heraus und beschloß mit der Brünhilde der Frieda Leider den Abend im herrlichen Zwiegesang. Rudolf Bockelmann als Wanderer war von guter Charakteristik. Auf das Schärfste prägten Erich Zimmermann Den Mime und Robert Burg den Alberich. Irmaard Scheidemantel sang klar den Waldvogel. Umfangreiches Bauprogramm der Firma Merck. Darmstadt. 26. Juli. (WSR.) Die Firma S. Merck in Darmstadt teilt mit. daß sie im Ginne des Arbeitsbeschassungsprograrnms der Regierung ein außerordentlich umfangreiches Bauprogramm im lausenden und nächsten Jahr durchführen wird. Es handelt sich um eine Anzahl Umbauten und Neubauten, deren Durchführung an sich betrieblich erwünscht war, zu deren beschleunigter Dornahrne in erweiterter Form sich die Firma aber in diesem Frühjahr entschlossen hat. um auch ihrerseits im entscheidenden Stadium des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit mit Aufträgen für das Bau- aewerbe und dessen HilfSgewerbe auf dem Ar- beitSmarkt zu erscheinen. Aach den angestcllten Berechnungen wird die Durchsuhrung des Bau- Programms etwa 23 000 Arbeitstage erfordern, was bedeutet, daß bei 40stündiger Arbeitszeit 103 Arbeitnehmer saft ein 3ahr an diesen Bauten beschäftigt sein werden. Universitäts-Professor zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Frankfurt a. M., 26.3uli. (MSN.) 3m S ch ne ll v erfahren verurteilte das Kleine Schöffengericht den hiesigen 44jährigen Universitätsprofessor Prof. Dr. Georg S t ü v e wegen öffentlicher Beleidigung des Frankfurter Polizeipräsidenten zu zwei Monaten Gefängnis. Dem Beleidigten wurde Publikationsbesugnis zugesprochen. Der Angeklagte hatte in der Nacht zum Montag in nicht völlig nüchternem Zustand sich gegenüber Polizeibeamten in beleidigender Weise geäußert, nachdem zuvor ein Bekannter des Angeklagten festgenommen worden war. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gefängnis beantragt. Aus der Provinzialhauptstadt. Unser Stadtbild, * Don Prof. Dr. K. Ebel. Unter dieser Ueberschrift hat In Rr. 170, Erstes Dlatt des „Gießener Anzeigers" Herr Reg.-Baurat Steinbach einen schönen und warmen Artikel zugunsten der Wiederher st ellung unserer alten F Fch w e r k b a u t e n veröffentlicht. Ich freue mich und bin dankbar, daß mir endlich aus der Bürgerschaft heraus Unterstützung kommt in meinen Bestrebungen, zu retten, was noch von Altertümlichem in unserer Vaterstadt zu retten ist. Seit vierzig Jahren bin ich in Wort und Schrift, in vielen Vorträgen über unser altes Gießen, in denen ich in Lichtbildern gezeigt habe, welche Schönheiten ohne Rot zerstört worden sind, in zahllosen Zeitungsartikeln, in Aufsätzen, in Sammelwerken über Hessen und wo sich Gelegenheit bot, für die Erhaltung des schönen Alten eingetreten. Ich bin meist auf Verständnislosigkeit gestoßen, habe Spott und Hohn über mich ergehen lassen müssen, wie beim Kampf um die Erhaltung der ehemaligen Torhäuschen, und habe oft die läp- pische Frage zu hören bekommen: „Möchten Sie in so einem alten ,©dörr' wohnen?" Wie habe ich mich bemüht, um die Freilegung eines Fachwerks an der Mausburg; das scheiterte in Der bösen In- flationszeit an den Kosten; wie um die eines Hauses am Kreuz, das ein ganz wunderbarer Fachwerkbau, vielleicht der schönste in der Stadt, ist. Warum hier nicht die Liebe zur Heimatkunst gesiegt hat, warum hier ein stolzer Marmorunterbau geschaffen werden mußte, ich weiß es nicht. Wie rühmlich ist dagegen die Wiederherstellung der Fachwerkhäuser in Det Sonne, in Den Neuenbäuen, im Neuenweg, auch in Der Kaplansgassel Aber Damit Ist auch Die Aufzählung beenDet, unb Doch stecken noch so viele alte Häuser unter Dem „scheußlichen Spritzbewurf". Herrn Steinbachs Aufforderung schließe ich mich von Herzen an: herunter mit ihm! Die ForDerung, Die hier aufgestellt ist, kann unD muß aber noch erweitert werden. Die Fachwerk- Häuser sind nicht das einzige Altertümliche, das wir noch reiten können, wir haben auch noch Stra- ß e n z ü g e, Die uns eigentümlich sinb und Die vor moDerner Verbreiterung und Dem Zugriff Der „Ver- kehrsinteressen" geschützt roerDen müssen. Ich bin lange genug Stabtverorbneter gewesen, um zu wissen, was Der Verkehr, was moDerne Hygiene unD anDerc Rücksichten verlangen. Aber ich weiß auch, daß vieles geopfert roorDen ist, weil an Den zuständigen Stellen kein Sinn war für Die Notwen, digkeit Der Erhaltung, kein Sinn für Pietät unD keine — H e i m a t l i e b e. Der Seltersweg ist in [einem süDlichen Teil verschwunDen, an Die Verbretterung Des Stückes Kreuz — Plockstraße wirD gedacht, wenn Die alten Pläne nicht inzwischen fal- len gelassen sein sollten. Man denke sich Doch nur einmal Diesen Straßenzug, Die Mäusburg, Die Marktstraße, Die eigentlid? NeustaDt heißt, Das Durch Die Beseitigung Der Zozels- unb Flügelsgasse schon angegriffen ist, in Diesem Sinne umgestaltet! Was blieb bann vom alten Gießen? Nichts als ein langweiliges Nest, wie es taufenb anbere gibt. Zu unseren alten Fachwerkhäusern gehören untrennbar unsere alten eigensinnigen Straßenzüge, die Dem, Der geschichtlich den- ken kann, ein Bild von Der Entstehung unserer Stadt geben, so eindrucksvoll wie in anderen mittelalterlichen Städten auch. Hinter diesen brauchen wir uns nicht zu verkriechen. Diesen Forderungen sollte Der Derkehrsoercin (jawohl, Der Ver- kehrsverein!), ein starker Helfer sein. Langweilige, breite unD geraDe Straßen haben viele Stähle, aber mittelalterliche Straßenzüge unD Fachwerkhäuser sinD so augenfällig meist nur in kleineren Städten erhalten, unD eine kleinere StaDt sinD wir ja Golt sei Dank noch und wollen es dem Charak- ter nach auch bleiben. Darum: Der Verkehrsoerein gehört auf unsere Seite, weil er mit Hervorhebung des Altertümlich-Schönen Den Verkehr heben kann, nicht Durch BeanstanDung eines TaDels über Die Verballhornung unseres einst so schönen „BranDes"- Verzeihung, des „Landgraf-Philipp-Plakes". Von den neuen Herren im Stadthaus Darf erwartet werden, baß sie bei ihrer starken Einstellung für das Geschichtliche unb Heimatliche diesen Fragen erhöhte Aufmerksamkeit unb Liebe zürnenden. Hier heißt es, zunächst Zerstörung von U n e r - feftlidjem zu verhindern und dann beim Anbruch besserer Zeiten städtische Mittel zur Ver- fügung zu stellen, um Die Besitzer alter Fachwerkbauten in Der WieDerherstellung ihrer schönen Häuser zu unterstützen. Oie bienenwirtschastliche Ausstellung in Bad-Nauheim. Schulferien sind zwar anaesagt, aber in der Stadtschule von Lad-Nauheim ist ein Betrieb wie selten jemals in einer Pause, wenn alle Jungen unb Mädels aus- unb einftrömen. 130 Aussteller bringen ihr Gut. Mehrere in ganzen (Eifern bahnwagenlabungen, andere wieder mit eigenen Lastautos, Dazwischen Der Bahnhof-Spediteur mit seinen Gespannen und Die einfachen Imker mit Dem Rucksack. Elektromonteur, Dekorateur, Maler, Tischler, Zimmerleute, Gärtner, kurz alles ist im Wirtschaften begriffen, fo daß einem Der Kopf Dumm werDen könnte, wenn man nicht wüßte. Daß hier viel Hoffnungsfreubigkeit, Wissen unb Können zusammenge- kagen wirb, um etwas Rechtschaffenes zu leisten. Schon sieht man aus leuchtenden Honigglasern wirkungsvolle Aufbauten werben, schon enthüllen sich die großen Stiften bes Reich sausschusses für Bienenzucht aus Berlin, bie allerlei Darftellun flen vom Wert bes Honigs unb Der Bienenzucht ,n sich bergen. Schon laben Inschriften zu Den aUerDings noch nicht vorhandenen K o st p r o b e n in bie Honigküche ein. Dazwischen stehen bie Gruppen Der Imker, Die allmählich aus Dem ganzen Reich zusammengekommen sinD unD nun herzliche HanDschläge unD FreunDesworte tauschen. JeDer empfindet Die große Ausstellung als Fest. Es gibt ja auch Feste Der Arbeit unb — sie sollen nicht Die schlechtesten fein. . Am Donnerstagmittag soll alles fertig fein. Am Freitag um 17 Uhr wirD Die Ausstellung für Die Besucher geöffnet. Inzwischen werDen Die Preis- richter ihres Amtes walten. rvornotizen. — TageskalenDer für Donnerstag. Bergschenke: 20 Uhr, Künfllerkonzerl. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wege zur guten Che". — Hohensolms — Greifen st ein — Braunfels. Das Postamt Gießen veranstaltet am fommenDen Sonntag wieder eine der mit Recht beliebten Kraftpost-Ausflugsfahrten, Die Diesmal von OaS Los. Ist es Zufall oDer nicht vielmehr in Der Tiefe Deutschen Lebensgefühls begrünDet, Daß unsere Muttersprache Diesem Wort einen Doppelten Sinn gibt? Daß es Damit Das Schicksal Des Einzelnen unD jeDen Glücksfall ins große Spiel Der naturhaften, der nationalen Kräfte einorDnet? Und war je ein „Los" sinnbildlicher als dieser braune Schein der „Dem Deutschen Volke geroiDmeten" Nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffungs-Lotterie? Der Volksschrei nach Solidarität, nach Gefolg- schäft im Geiste des Führers äußert sich im Opfer, zunächst im bescheidenen Opfer einer einzigen Mark, kann aber reichlich Lohn unb Glück für Den Einzelnen roerDen, wie JeDer Beitrag es bestimmt für Die Gesamtheit ist. Gießen aus nach Hohensolms, nach Greifenstein und nach Braunfels führt. Die Abfahrt erfolgt um 7.45 Uhr vom Postamt I aus, unb um 19 Uhr kommen Die Teilnehmer wieder In Gießen an. Der Fahrpreis beträgt 3 Mark. Auf bie heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. — „Fahrt ins Blaue." Das Gießener Hapag-Reisebureau veranstaltet am kommenden Sonntag, 30.3uli, eine unterhaltsame Fahrt. Wohin die Reise geht, wird man erst bei Ankunft am Reiseziel erfahren. Soviel kann jedoch heute schon verraten werden, daß jeder auf feine Rechnung kommen wird. Für solche, die einen Badeausenthalt suchen, steht ein herrliches Strandbad zur Beifügung. Der Fahrpreis beträgt nur 1,40 Mark (für Kinder von 4 bis 10 3ahren die Hälfte). Fahrkarten find schon jetzt im Hapag-Rcisebureau im Tor- häuschen am Seltersweg erhältlich. Gictzener Wochcnmarktprcise. * Gießen, 27. Juli. Auf dem heutigen Wachen- marft kosteten: Üanöbutter, bas Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,—, Matte, das Pfund 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Wirsing (grün), bas Pfunb 10 bis 12 Pf., Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 20, Römifchtohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 12 bis 15, Mischgernüfe 10, Tomaten 25, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Pilze 25, Kartoffeln (neue) 4, Pfirsiche 40, Himbeeren 20 bis 30, Birnen 20, Kirschen 35, Heidelbeeren 28 bis 30, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 12 bis 15, Pflaumen 25 bis 30, Mirabellen 30 bis 35, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 45 bis 50, Eier (Inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurfen 10 bis 40, Einmachgurken 1 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf., Kartoffeln (neue), Zentner 3,— Mark. ♦ ** VomReichsstandderPreffe. Von dem Vorsitzenden des Zeitungsverlegeroereins von Hef- ^fen-Naffau und Hessen wird nochmals darauf hingewiesen, daß Diejenigen Zeitungsverleger, die zwar dem Deutschen Buchdruckeroerein, nicht aber Dem Verein Deutscher Zeitungsverleger angehören, sich selbst außerhalb Des Reichsstandes Der Presse stellen. Die einzige von Der Regierung anerkannte Berufsorganisation ist der V. D. Z. V. mit seinen Kreis- oereinen. ** (Ein Zweiundachtzigjähriger. Der Stellwerksmeister i. R. Joseph Schmi11Diel, der während der Jahre 1894 bis 1920 im Bahnhof Gießen Dienst tat und nach seiner Versetzung in den Ruhestand nach Wetzlar zog, kann am heutigen Don- Heue Heichshüse für HauSlustaudsehung. Die außerordentlich guten Erfolge, die die Reichszuschüsse für die 3nstandfetzung von Wohnhäusern gezeitigt hat. haben die Reick>Sregierung veranlaßt, weitere 50 Millionen Mark für den flleichen Zweck zur Verfügung zu stellen. Bisher Ind zusammen i03 Millionen Mark an Zuschüssen für Hausinstandfetzungen bereitgestcllt und verbraucht worden. Die günstigen Wirkungen, die dadurch auf dem Arbeitsmarkt ausgeübt worden sind, werden allgemein anerkannt und gerühmt. Ramentlich ist es das Bauhandwcrk, das dieser Form der Arbeitsbeschaffung eine wesentliche Belebung verdankt. Durch Die neuberoiUigtcn 50 Millionen Mark ist eine Fortsetzung der Instandsehungsarbeiten und damit auch ihrer den Arbeitsmarkt entlastenden Wirkungen gewährleistet. Die Inanspruchnahme der Reichszuschüsse ist gerade in diesem Jahre außerordentlich lebhaft, so daß der bewillrgte Betrag voraussichtlich sehr bald wieder ausgebraucht fein wird. Die Bedingungen für den Bezug der Reichs- zuschüsse zur Hausinstandssetzuna sind in einigen Punkten abgeändert worden. Der Reichszuschuß wird für alle Instandsetzungen von Wohngebäu- den bewilligt, ganz gleich, ob es sich um Alt- ober Ncuwohnungen handelt, ob sie also vor ober nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworben sinb. Voraussetzung ist nur, baß bie Instandsetzungskosten für ein Grundstück mindestens 100 Mark betragen haben. Dabei werben mehrere Wohngebäude dann als eines angesehen, wenn sie einen einheitlichen Baublock bilden. Den Wohngebäuden gleichgestellt sind landwirtschaftliche Betriebsgebäude. Dagegen dürfen für Gasthäuser, Hotels, Kurhäuser, Sanatorien usw. keine Reichszuschüsse gegeben werben, soweit sie lediglich geroerbltdjen Zwecken bienen. Der Reichszuschuß beträgt bekanntlich 20 Prozent der aufgewendeten Instandsetzungskosten. Im allgemeinen wird er nur für größere Bauarbeiten, wie z. B. Abputz ober Anstrich bes Hauses, Umdeckung des Daches, Erneuerung Der Dachrinnen und Abflußrohre, Beseitigung von Hausschroamm, Neuan- lage von Licht unb Gas, Kanalisation, Badestuben usw., bewilligt. Doch werben kleinere Jnstanb- sctzungen bann in Den Reichszuschuh eingezogen, wenn sie gleichzeitig mit größeren Instandsetzungen ausgeiührt roerDen. Kein Zuschuß wirb aber für log. Schonheitsreparaturen, wie Tapezieren unb Fußbodenstreichen, gegeben, weil es sich hier ja um laufcnbe Reparaturen, nicht um einmalige Jnstand- setzungsarbeiten handelt. Dagegen werben Teilungen unb Umbauten von Wohnungen den größeren Instandsetzung», arbeiten nicht nur gleichgestellt, sondern cs wird für sie sogar ein höherer Reichszuschuß gewährt. Für diese besonders zu sörderndcn Bauvorhaben beträgt der Zuschuß nämlich 5 0 Prozent der entstehenden Gesamtkosten, allerdings höchstens 600 Mark für jede neugewonnene Wohnung. Auch Anbauten und Aufstockungen werden als WohnungSumbauten angesehen, wenn dadurch neue Wohnungen entstehen. Alle Anträge auf Bewilligung von 3nstanb- fetzungSzuschüssen müssen baldmöglichst unter Benützung der amtlichen Formulare an die zuständige Gemeinde gerichtet werden. Rach dem 31. August eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Den Anträgen ist ein Kostenvoranschlag beizufügen. Die Arbeiten selbst müssen vor dem 1. September d. 3. begonnen werden und am l.März 1934 vollendet sein. nerstag bei guter geistiger unb körperlicher Frische seinen 82. Geburtstag feiern. " Derkehrsunfall. Gestern gegen 17 Uhr geriet ber 18jährige Heinz Otto Jahn von Darm- o°bt, ber mit feinem Motorrad (mit Beiwagen) Durch Lc Walltorstrahe fuhr, gegen einen stehenDen Lieferkraftwagen. Der Unfall kam dadurch zustanbe, baß ber Fahrer einen kleinen Hunb, ben er im Bei- wagen hatte, am Herausspringen hindern wollte, habet aber anscheinend bie Herrschaft über Das Kraft- raD verlor. Der junge Mann mußte mit einer Kopfverletzung In Die Chirurgische Klinik gebracht werben. Sein Besinben ist ben Umftänben entsprechen!» gut. Amtsgericht Gießen. Für Forstfrevel (Fclstdiebstahl, Forstbeschädigung, Forstpolizeiübertretungen) lieht bie Hessische Forst- strafgesetzgebung wegen ihres häufigen Vorkom- mens, ihrer Gleichartigkeit unb zum Teil auch wegen ihrer Geringfügigkeit ein vereinfachtes besonderes Gerichtsverfahren vor. Für ihre Untersuchung und Aburteilung sind nicht die ordentlichen Gerichte zuständig: es find vielmehr hierfür Sondergerldjte mit einem Einzelrichter unb ohne Laienzuziehung eingerichtet. Die Forstsrevlern angedrohten Strafen sinb im Vergleich zu ben entsprechenden im Reichs- strafgesetzbuch angebrohten Strafen gering. Der tief eingewurzelten, wohl auf längst vergangene Zelten, in denen die Erzeugnisse und Tiere des Waldes gleichsam als Allgemeingut angesehen wurden, zu- rückzuführenden Volksanschauung, wonach namentlich ber Forstbiebftahl viel milber beurteilt wirb als ber gemeine Diebstahl, ist in ber Partikulargesetz- gebung im weitgehendsten Maße Rechnung getragen morden. Doch wirkt es straserschwerend auch hier, wenn Der Frevel gemeinschaftlich oDer unter Anwen- Dung einer Waffe oDer eines Werkzeugs (Beil, Säge u. Dgl.) ausgeübt wirD, im letzteren Falle unter llmftänDen wohl auch wegen Der Gefahr, Der bas reoidierende Forftperfonal beim Ertappen Der Frevler auf frischer Tat ausgesetzt ist. In Feld- unb Forstrügesachen — beibe unterscheiben sich im großen unb ganzen nur Durch Den Ort Der '.Begangen- ichaft — gehen Den Frevlern zunächst vereinfachte Strafbefehle zu. Die etwa Dagegen erhobenen Einsprüche pflegen in ein unD Derselben Sitzung erledigt zu werden. In ihr hat früher, jetzt nicht mehr, in Forstrügefachen ber zuständige Beamte der Forst- Verwaltung die Funktionen der Staatsanwaltschaft ausgeübt. Nach Zurücknahme aller übrigen Einsprüche stand letzthin nur noch eine Forststrafsache zur Verhandlung. Die beiden oben erwähnten Straf» schärfungsgründe lagen vor. Drei Einwohner eines Nachbarortes sollten in einer nahen Waldgemar» kung an einem Holzlesetag Fichten durch Absägen zu Fall gebracht unb sich angeeignet haben. ®ie wurden aber sämtlich freigesprochen, weil auf Grund Der langwierigen Beweisaufnahme immerhin Die, wenn auch entfernte, Möglichkeit Der Täterschaft eines anDeren offen blieb. Die für Den Schluß Der Sitzung noch vorgesehene VerhanDlung gegen einen schon Dreimal wegen Unterschlagung vorbestraften ReisenDen, Der sich wie- Derum wegen Unterschlagung von für seinen Chef vereinnahmten GelDern zu verantworten hatte, mußte ausgesetzt roerDen. Der Angeklagte war ausgeblieben, unD es rourDe gegen ihn, zumal er slucht- verDächtig war, Haftbefehl erlassen. Acht Monate Gefängnis wegen Verhöhnung des Papstes. WSR. Frankfurt a. M., 26. 3uli. Der antifaschistische Kampfbund und Kommunistische Partei veranstalteten am 27. 3anuar d. 3. im Allcehaus in Tlnter-Liederbach eine Liebknecht- unb Rosa-Luxemburg-Feier, zu der etwa 150 Personen, darunter auch viele Kinder, erschienen waren. Die Deranstaltung wurde von drei Polizeibeamten überwacht. Don der Bezirksleitung der KPD. war die sogenannte rote Truppe, die schon in Hanau, Worms, Frankfurt gastiert hatte, zur Mitwirkung ausgefordert worden. Es Han- oelte sich um etwa acht Personen, darunter ein Mädchen. Nachdem der Ansager der Truppe, der junge Tapezierer H a u b r i ch, Höchst, die Truppe vorgcstellt hatte, wurde ein Theaterstück, »Links", gegeben, unb dann folgte eine Revue, bei der ein Mitglied auch als Papst mit dem Kreuz en den gefalteten Händen auftrat. Die Kinder johlten. Die Polizei, die einfchritt und sich Hilfe kommen ließ, löste die Deranstaltung auf. Der Tapezierer wurde verhaftet und der öffentlichen Beschimpfung einer Einrichtung der christlichen Kirch« angeklagt, da in dem Verhalten der Truppe eine Derhöhnung des Papstes gesehen wurde. Der Tapezierer bestritt in der Schöffengerichtsverhandlung, daß er der Leiter der Truppe gewesen sei, und daß er gewußt habe, um was es sich überhaupt handelte. Der Ltaat-anwalt beantragte eine Gefängnis st rase von einem 3 ahr, da- Gericht erkannte auf acht Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Don der Strafe werden vier Mockütc bedingt auSgesetzt. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte bei der Truppe irgendeine leitende Stelle innehatte und daß hier eine Dolksver- Hehung tm schlimmsten Sinne stattgesunden habe. Es sei nur bedauerlich, daß nicht auch die anderen Mitglieder ber Truppe gefaßt wurden. Ein Hanauer Fabrikant ins Ausland geflüchtet. WSN. Hanau, 26. Juli. Staatskommissar Sand» rat Löser hatte die Unternehmerschaft in Hanau unb Umgegend zu einer Besprechung über die F ü h - rung des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit in Hanau unb Umgegend ein- berufen. In biefer außerorbentlich wichtigen Besprechung, in ber Angelegenheiten der verschiedensten Art erörtert würben, bchanbclte er u. a. auch ben Fall bes Fabrikanten Jakob UH mann, Inhaber eines Drahtwerkes unb einer (Sprungfedern- fabrik in Hanau. Der Inhaber sei ins Auslanb ge- flüchtet und versuche von dort aus über die Hanauer Fabrik Geschäfte zu machen, nachdem er sich am deutschen Volke schwer vergangen habe Die Fabrik werbe durch einen Treuhänder weitergeführt. Gegen ben flüchtigen Fabrikanten Ist von der Staatsanwaltschaft Hanau Haftbefehl wegen D e d i • senschieberei erlassen morden. Vermögenswerte bes flüchtigen Fabrikanten tm Werte von etwa 70 000 Mark sinb für bas Reich sichergeftellt worden. In ber gleichen Zusammenkunft betonte Staatöfom- missar Löfer weiter, daß im letzten Jahr im Landkreis Hanau runb sieben Millionen Mark Unter ft üßungsmlttel aufgebracht werben mußten. Oer Kegler-Festwirt rückt aus, ohne seine Schulden zu bezahlen. WSR F r a n k s u r t a. M., 26. 3ull. Der Gastwirt Eckermann, der während des Deutschen Bundcskcgelns auf dem Zestplatz eine ganze Anzahl Betriebe bewirtschaftet hat, war unter M i t- nähme seiner ganzen Einnahmen unb Hinterlassung einer Schuldenlast von 50000 Mark geflüchtet. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, den Aufenthalt des Geflüchteten im Odenwald zu ermitteln unb ihn fest zunehmen. Lein Inventar hatte Öder- mann mehrfach übereignet. Er wurde dem Richter vorgeführt. Ebert-Gedenkstein wird entfernt. Dillenburg, 26.3uli. (WER.) Auf Antrag der RSDAP. wurde von der Rachbargemeinde Oberscheld der Beschluß gefaßt, den Ebert-Gedenkstein zu entfernen. Das Relief mit dem Bildnis des ersten Reichspräsidenten wurde schon vor einiger Zeit aus dem Stein gebrochen, ohne daß man es wiederfinden konnte. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Süddeutschland hat nach Dem Mittelländischen Meer unb ben Balkanländern hin zugenommen unb sich somit räumlich wesentlich vergrößert. Gleichzeitig aber hat bie Störung im Westen sich nach jzrankreich unb Englanb hin weiter entwickelt. Es wirb Dadurch mehr ein Umdrehen der Winde auf Süden zu erfolgen, so Daß Die Hitze noch weiter zunimmt unb sich DaDurch Gewitterstörungen bilDen dürften. Aussichten für Freitag: Heiß, meist heiteres Wetter, später aufkommende Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 26. Juli: mittags 28,4 Grad (Eelfius, abends 20,5 Grad- am 27. Juli: morgens 17,2 Grad. Maximum 28,4 Grad, Minimum 13,5 Grad. — (Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 26. Juli: abends 29 Grab: am 27. Juli: morgens 20,6 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 13% Stunden. Verantwortlich für Politik: t. V.: Ernst Blumschein. Sonnenqebräunte Haut ^JNIVEA-CREME • oder aber ÖL _ __ MMMewMU. Vornan von Helma von Hellermann. 2V. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Madame von Vandro, wenn ich bitten darf!" Sie zuckte zusammen, trat vor. „Ihr augenblickliches Guthaben ist bis auf fünfundachtzig Mark erschöpft, Madame. Doch ist bereits, wie vor einigen Wochen, nach D. gekabelt worden, wie Ihr Bevollmächtigter, Herr Magnus Steinherr, Ihren Wünschen entsprechend seinerzeit angeordnet hat. Wir können also Madame mit jeder beliebigen Summe dienen. Möchten Sie gleich etwas Mitnahmen?" Ueberaus höflich und bereitwillig war der bebrillte Herr. Wenn die Steinherrsche Schwerindustrie für eine Kundin bürgte, konnte man ruhigen Gewissens gefällig sein. „Ein Rest von fünfundachtzig Mark!", wiederholte die Frau mechanisch und fühlte, wie ihr das Blut aus den Wangen lief. Das langte noch nicht für eine Wochenrechnung in der Pension, geschweige denn für die Heimreise. Aber es war bereits um Geld gekabelt worden, nach D. Wie vor einigen Wochen, hatte der Mann da gesagt? Verwaltete Steinherr das Geld dort? Die fünftausend Mark mußten aber längst erreicht worden sein. Sie mußte das alles einmal in Ruhe berechnen. Ihr wirbelte der Kopf. „ Mit den fünfundachtzig Mark verließ Wcra von Vandro die Bank, ging langfani wie eine Traumwandelnde durch die von frohen Menschen belebten, sonnenbcschienenen Straßen dahin, von einem einzigen Gedanken erfüllt: Woher kam das Geld? Zu Hause angelangt, setzte sie sich, ohne Hut und Mantel abzulegen, hin und schrieb an den alten Ju- stizrat Böhme in Berlin, der seit Jahren die Geschäfte der Wetterns verwaltete. Oft hatte sie nach des Onkels Diktat an ihn schreiben müssen. Keine ruhige Minute hatte sie mehr, ehe Klarheit geschaffen. An der Tür traf Wera den Diener, der sie unsicher ansah. „Haben gnädige Frau nicht eben gerufen?" stammelte er, den Brief in ihrer Hand bemerkend. Wera verneinte kürzer, als es sonst ihre Art. „Ich habe Kopfschmerzen", erklärte sie, sich zusammennehmend. Der gute Alte sah sie so ängstlich an. „Ich gehe nur ein Stückchen spazieren und komme gleich wieder." Besorgt sah der Treue ihr nach. Da stimmte etwas nicht' Heimlich auf der Bank gewesen, statt ihn, wie sonst, hinzusenden, einen Brief geschrieben, den sie eigenhändig zur Post trug ... Das mußte er gleich Herrn Steinherr melden! Vier Tage vergingen, voll marternder Ungewißheit für die Frau, die nicht mehr aus noch ein wußte. Dann kam die Antwort auf ihren Brief. Mit zitternden Fingern riß sie den Umschlag auf. Sehr kurz und höflich teilte Justizrat Böhme Frau Wera von Vandro, geborene Gräfin Wettern, mit, daß ihm auf sofortige Anfrage bei den Erben des verstorbenen Grafen die Mitteilung geworden, daß sie von keiner Seite um Unterstützung für Frau von Vandro gebeten worden seien, einem solchen Ersuchen auch nicht hätten entsprechen können, da die gegenwärtigen Verhältnisse dies gänzlich ausschlössen. Auch ihm persönlich sei kein derartiges Ersuchen bekannt geworden. Es müßte ein Irrtum vorliegen. Mit ganz vorzüglicher Hochachtung ... Erstarrt ließ Wera den Briefbogen sinken. Die Verwandten hatten nichts gegeben — ander für sie in Betracht kommende Hilfsquellen aber gab es nicht. Also war es Magnus Steinherr gewesen ... Alles kam von ihm ... 31. Kapitel. Verwirrt, hilflos, unfähig zu einem klaren Gedanken, saß die Frau in ihrem Zimmer, Essen und Trinken verschmähend. Wie ein glühendes Eisen fraß sich das demütigende Bewußtsein in ihre Seele: monatelang hatten Georg und sie vom Almosen dieses Mannes gelebt und — war cs auszudenken: Sie lebte noch hier auf feine Kosten! Schmach und Schande ... In die Arme wühlte sie den Kopf. Nichts sehen, nichts hören! Wäre nur ewige Nacht; ein neuer Tag brachte nur neue Not. Es war spät am Abend, als der alte Werner, der in seiner Herzensangst dauernd auf dem Flur zwischen seinem und Weras Zimmer hin und her gelaufen war, mit tiefster Erleichterung die hohe Gestalt seines Herrn auf sich zukommen sah. Magnus Steinherr kam selbst als Antwort auf seinen Brief. Nun war alles gut! Als auf sein Klopfen nicht geantwortet wurde, öffnete Steinherr kurzerhand die Tür. Das Zimmer war dunkel. Er tastete nach dem Lichtschalter. Das aufflammende Licht ließ die zusammengesunkene Gestalt auf dem Stuhl am Fenster auffahren, Angst im verstörten Gesicht. Aber schnell klärte sich der Blick, der lichtgeblendet den Eintretenden angestarrt; die zuckenden Züge erstarrten. Totenblaß, aber beherrscht erhob sich Wera von Vandro. Schnell erhob sich Wera von Vandro. Schnell schritt Steinherr auf sie zu. „Frau Wera ..." Aber sie ergriff nicht die dargebotene Hand, sondern stand steil aufgereckt vor ihm. „Es ist gut, daß Sie kommen, Herr Steinherr", klang ihm ihre Stimme hurt entgegen. „Morgen hätten Sie mich nicht mehr hier angetroffen. Nun können wir gleich abrechnen." Auge in Auge standen die beiden Menschen sich gegenüber. Und wieder überkam die Frau das lähmende Bewußtsein einer dunklen Gewalt über sie, die ihren Willen niederzwang, der man nicht zu entrinnen vermochte, floh man auch bis ans Ende der WeU. Ihr Herz schlug in rasender Hast, daß der Puls unter der weißen Haut des schlanken Halses wie ein gefangener Vogel flatterte. Der Mann sah es.,, „Wie Sie wünschen!" erwiderte er ruhig. „Auch mir ist es recht und lieb, Klarheit zwischen uns zu schaffen." Er machte eine einladende Bewegung nach dem kleinen Empiresofa und zog sich einen Stuhl heran, als die Frau wortlos gehorchte. Aber dann hob sie den Kopf: „Klarheit wollen Sie — warum wurde mir die nicht sogleich zuteil; als man geliebter Mann verschied?" forderte sie leidenschaftlich, vor Erregung zitternd. „Mit welchem Recht setzten Sie mich der Demütigung aus, vom Gelde eines Fremden ahnungslos in den Tag hinein zu leben?" „Mit dem Recht des Freundes, der einem Sterbenden versprach, für seine Frau zu sorgen", unterbrach sie Steinherr gelassen. „Sie waren durch die lange Pflege und Georgs Tod körperlich zusammengebrochen und völlig unfähig, die Last einer un- gwissen Zukunft sogleich auf sich zu nehmen. Und da Sie in Ihrem törichten Stolz sich schon geweigert hätten, meine Hilfe für Ihren Mann anzunehmen, um wie viel sicherer mußte ich mit einer Verweigerung meiner Hilfe für Sie selbst rechnen! Da griff ich zur Notlüze — und bereue sie nicht. Sie hat ihren Zweck .füllt, Georg von Vandro ist beruhigt und in Frieden heimaegangen, nachdem er mir die Sorge für Sie vermacht." Ihr Blick wurde unsicher. „Die Sorge um mich vermacht?" wiederholte sie lanasam. Sie begriff nicht. Steinherr beugte sich vor, legte seine Rechte aus ihre Hand, die nervös ein kleines Taschentuch zusammenknüllte. „Als wir an seinem letzten Lager knieten, Sie auf der einen, ich auf der anderen Seite des Bettes, legte Georg kurz vor feinem Ende Ihre Hand in die meine. ,Dir vermache ich mein Liebstes, Magnus Steinherrk' sagte er, und sah mich groß und klar dabei an. ,Hüte es!' Und ich versprach dem Freund, sein Erbe anzutreten. Nicht nur, weil er es wollte, sondern weil mein Herz den gleichen Wunsch hegte. So, nun wissen Sie, wie es zwischen uns beiden steht, Frau Wera. Wissen, warum ich Ihnen bis jetzt die Wahrheit verschwieg. Ich wollte Sie „hüten", wie Georg es getan hätte. Das Leben ist grausam, wenn man ihm allein und wehrlos ausgeliefert ist, Frau Wera. Wissen Sie das nicht mehr?" Ganz still saß sie da und sah starr vor sich hin. Ob sie es noch wußte! Steinig, grau und freudlos lag der Weg in die Zukunft vor ihr, von tausend Hindernissen belagert. Wie sollte sie die je überwinden? Aber sie mußte es ja, mußte sich frei machen vom Zwang dieser fremden Güte, die sie als unerträgliche Last empfand. „Haben Sie irgendwelche. Wünsche für die nächste Zukunft, Frau Wera?" klang die ruhige Stimme in ihr verzweifeltes Sinnen. Sie zwang ihre Gedanken zusammen. „Ich möchte gern die Einrichtung unseres kleinen Heims verkaufen", begann sie stockend. „Der Erlös wird langen, bis ich eine Tätigkeit gefunden habe." „Ja, wußten Sie denn nicht, daß die Möbel erst zur Hälfte abgezahlt waren, zur Zeit von Georgs Erkrankung?" fragte Steinherr leicht verwundert. Ein großes Mitleid war in ihm für diese zarte, leidgeprüfte Frau, die ihn jetzt ganz entsetzt ansah. „Nur zur Hälfte?! Ja, da — da muß ich ja ..." „Gar nichts müssen Sie, Frau Wera , unterbrach er sie voll ruhiger Herzlichkeit. „Es ist alles beglichen worden und steht zu Ihrer Verfügung." (Fortsetzung folgt.) 04462 M ^'2'- Bücher für den Vogelfreund (Durch jede Buchhandlung oder vom Verlag zu beziehen) Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 129 Färb- und 280 Schwarztafeln. 3 Bände in Halbleder geb. 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Schubertstr.21I.°"^ Geräumige o Der Hitler-Polo des Land-, Industrie Pokal erhält der Si München siattsindeni denbi Oer Gausü im Deutsch Dieser Tage mir Deutschen Fußballv des Gaues 12 (Ni Heinrich Nieman rung der Geschäfte er seinen Wohnsitz legenheit zu einer Regierung gegeben Deutschen lurnerfd glied des VfB. j?u. den Jahren von 190i dieses Vereins. Man jener Zeit dürfte bei Der Gau 12 im ! moü Prüde, in den Bezirt Gießen. Ais wurde vvm ÄMÄ sitzende des Bezirks scheu Sgielverband sehen. Die endgüiii Oie auf dem Das diesjährige Stuttgart wird ni nis zum Iahnjchen Stelle berufen ist, b'lden und zu erz der 300000, dadui ju seinem Gelinc Aquarium, Liebe un Morgens um f Uemt. Im K Aquariums. Wall laut aus fette. 8ter Erde. - Schlinggewächse, Baumstämme. 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Lim diese« preis kämpfen die deutschen Fußball-Gaue. Studenten vom deutschen Arbeiter oder Angestell, ten zu trennen schienen, niederzureitzen gewillt ist. Die Gießener Akademische Turnver» b i n d u n g „R h e i n f r a n k e n" hat eine Anzahl ihrer Mitglieder zum Deutschen Turnfest entsandt. Mit berechtigter Hoffnung verfolgt sie insbesondere das Auftreten ihrer Faustballmannschaft in der Aufstellung Loh l, Pfeffer. Rheinhard, Loh II, trapp. Der Mannschaft gelang es in diesem Sommersemester zum vierte Male, die Faustballmeisterschaft A ch t k a m p f: 1. Ernst Rumpf 132 P ; 2. Wil» Helm Bingel 126; 3. Wily. Alles 112 Punkte. Turnerinnen. Achtkampf: Ehrenpreis, Meta Rack, 138 P; 1. Frieda Hofmann 134,5; 2. Erna Rumpf 130,5; 3. Irma Reichardt 109 Punkte. Schüler-Zehnkampf: 1. Walter Bingel 188 Punkte; 2. Richard Grieb 178; 3. Kurt Metzger 161,5; 4 Walter Mohr 158,5; 5. Fritz Wolsner 153; 6. Richard Fenchel 142,5 Punkte. Schüler - Achtkampf: 1 Erwin Schäfer 145 Punkte; 2. Helm. Bolz 144, 3. Heinr. Grieb 140, 4. Karl Boller 136; 5. Karl Schneider 134; 6. Heinr. Mattheis 132, 7. Gust. Alles und R. Rumpf 131; 8. Willi Wolf 129,5; 9. Heinr. Grünewald 127,5; 10. Adolf Grünewald 126; 11. Heinz Grieb 121 Punkte. Schüler-Siebenkampf; 1. Heinrich Wolf 126 Punkte; 2. Otto Hofmann 123,5. 3. Richard Schäfer 122; 4. Waller Riegelhuth 120; 5. Erwin Wagner 117; 6. Walter Fenchel 106; 7. Alfred Alles 104; 8. Heinrich Alles 82,5; 9. Werner Grünewald 82 Punkte. Schülerinnen-Siebenkampf. 1 (Elfe Busch 131 Punkte; 2. Hilde Mohr 130; 3. Klärchen Haase 125,5, 4. Paula Bröder 123; 5. Frieda Becker 121; 6. Emma Klein 118,5; 7. Erna Klein 113; 8. Hilde Haase 99; 9. Alice Löschhorn 97 Punkte. Schülerinnen-Siebenkampf (2. Riege): 1 Alice Busch, 122 P.; 2. Erna Leschhorn und (Erna Rumpf, je 117; 3. Irma Boller 107,5; 4. Hedwig Ratz 99. 5. Elli Wächter 98; 6. Gertrud Alles 96,5; 7. Paula Beuler 96. 8. Liselotte Schmidt 90 Punkte. der Landesuniversität zu erringen. Auch innerhalb der südwestdeutschen Hochschulen hat sie sich Ergebnisse Turnet. Zwölfkampf: 1. Ehrenpreis Heinrich Hofmann, 231 Punkte; 2. Ehrenpreis Gustav Rumpf, Der H i t 1 e r - P o k a 1 mit den symbolischen Figuren des Land-, Industrie- und Geistesarbeiters. Diesen Pokal erhält der Sieger des am 6. August d. I. in München stattfindenden Endkampfes zwischen Bran- Frankfurt uneinheitlich. Frankfurt a. M., 27. Juli. (WTB.-Drahtmel- öung.) Die Kursgestaltung zu Beginn der neuen Woche war erneut uneinheitlich und infolge Cer (Enge des Geschäfts meist von Zusallsausträgen abhängig. Indessen war die Grundstimmung widerstandsfähig, wenngleich die wenig optimistischen Ausführungen auf der gestrigen Hapag-GB. und die Aeußerungen Dr. Schachts über das Ergebnis der Londoner Wirtschaftskonferenz nicht unbeachtet blieben. Auch die Vorgänge bei der Deutschen Kabelwerke-AG. führten zu einiger Zurückhaltung. Andererseits boten die festen Schlußkurse Wall- streets der Tendenz eine Stütze. Bei kleinem Umsatz erfuhr das Kursniveau im Vergleich zur Abend- börje nur kleine Veränderungen, und zwar hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten im Rahme" von 0,25 bis 0,75 Prozent. Einiges Kaufinter- efs? zeigte sich für Montanaktien, insbesondere für Klöcknerwerke (plus 1,50 Prozent), Harpener (plus 1 Prozent) und Phönix und Stahloerein mit je plus 1 Prozent. Dagegen eröffneten Rheinstahl 1 und Mannesmann 0,75 Prozent niedriger. IG. setzten mit 129 Prozent unverändert ein, während am Elektromarkt die Kurse meist um 0,50 Prozent nach- ließen. Das Angebot in AEG. hat jedoch aufgehört Chade und Elektrische Lieferungen lagen behauptet, Akkumulatoren 0,50 Prozent freundlicher. Reichs- bankanteile konnten sich um 0,50 Prozent erholen. Zement Heidelberg und Zellstoffaktien blieben gut gehalten. Rach den ersten Notierungen zeigten die Kurse vielfach Ansätze zu leichter Erhöhung. Die Glattstellungen zum Ultimo sind offenbar abgeschlossen. Arn Rentenmarkt zeigte sich etwas Rachfrage nach Altbesih (plus 0,25 Prozent) und Reichsbahnvorzugsaktien (plus 0,4 Prozent), wogegen späte Reichsschuldbuchforderungen angeboten und 0,75 Prozent schwächer lagen Reu- besih blieben behauptet. 3m Verlaufe blieb die älmsahtätigkeit mit Ausnahme einiger Spezialwerte ziemlich klein, doch lagen die Kurse im Vergleich zutn Anfangsniveau meist um 0,5 Prozent höher, teilweise kamen auch einige Werte noch etwas niedriger zur Rotiz, so u. a. Schifffahrtsaktien, Schuckert, Ilse Bergbau. Für die Altbesitzanleihe hielt das Interesse an, so dah das Papier um 0,6 auf 77,1 Prozent stieg. Heinrich R i e rn a n n-Kassel vorläufig mit der Wahrung der Geschäfte des Gauführers beauftragt, da er feinen Wohnsitz in Kassel hat und dadurch Gelegenheit zu einer raschen Zusammenarbeit mit der Regierung gegeben ist. Der Gauführer gehört der Deutschen Turnerschaft an, war aber früher Mitglied des VfB. Kurhessen-Marburg und spielte in den Jahren von 1906 bis 1912 in der 1. Mannschaft dieses Vereins. Manchem Gießener Fußballer aus jener Zeit dürfte der Gauführer also bekannt sein. Der Gau 12 im DFB. teilt sich bekanntlich in zwei Bezirke, in den Bezirk Kassel-Fulda und den Bezirk Gießen. Als Führer des Bezirkes Gießen wurde vorn Gauführer der bisherige Bezirksvorsitzende des Bezirks Hessen-Hannover im Westdeutschen Spielverband, Herr Happ- Gießen, vorgesehen. Die endgültige Bestätigung steht noch aus. Oie Rheinfranken auf dem Oeuischen Turnfest. Das diesjährige Deutsche Turnfest in Stuttgart wird nicht nur ein gewaltiges Bekennt- nis zum Iahnfchen Turnen sein, das mit an erster Stelle berufen ist, wahrhaft deutsche Menschen zu bllden und zu erziehen. Vielmehr stellt dieses Fest der 300 000, dadurch daß alle Berufe und Stande zu feinem Gelingen beitragen wollen, auch eine preutzen. Atreiö Wetzlar 0 Groß-Rechtenbach, 26. Juli. Dieser Tage sand hier eine Gemeinderatssitzung statt. Die jetzt neu in die Gemeindevertretung ein- tretenden Verordneten Karl Engel, Johannes Mack und Wilhelm Hundt wurden von Ortsbürgermeister Langsdorf verpflichte! und in ihr Amt eingeführt. Zum Schiedsmann wählte die Gemeindevertretung Den Zimmermeister Heinrich Binz und zu dessen Stellvertreter den Landwirt Friedrich Marr. Die Vorlage der Waldwirt- schaftspläne der Gemeinde wurde beraten und der Hauungsplan genehmigt. Die im Kulturplan vorgesehenen Arbeiten sollen ausgesetzt werden, wenn die vorgesehenen größeren Aufforstungsarbeiten im kommenden Herbst als Notstandsarbeiten zur Ausführung gelangen. Es wurde ferner noch beschlossen, daß der Weg an der Dorswcid trocken gelegt werden und die Gemeindewiesen am Glockenbrunnen drainiert werden sollen. Der vergangene Sonntag brachte für unser Dorf eine volkstümliche Veranstaltung: die Feier des 3 0. S t i f t u n g s f e st e s des hiesigen Turnvereins. Don einer größeren Veranstaltung wurde abgesehen. Es fand lediglich ein Preis-, Werbe- und Schauturnen statt. Mittags zogen SA.- Turner und Turnerinnen und die übrigen Vereins- angehörigen nach dem Festplatz auf den ftneiben, wo sich ein reges, turnerisches Treiben entwickelte. Unter der Leitung des rührigen ersten Führers des Vereins, Karl Heinrich Ohlemutz und seine Mitarbeiter, sowie unter der Mithilfe von Turnbrüdern der benachbarten Turnvereine Griedel, Holzheim unb Eberstadt als Preis- und Wertungsrichter wickelten sich die einzelnen Wettkämpfe reibungs- ‘ los ab. Vorgefchrieben waren, je nach dem Alter, 12», 10- und 8°Äämpfe. 3* allen Wettkampfarten konnte man sehr schöne Leistungen beobachten. Die Geräteübungen rissen das Publikum zu immer neuem Beifall hin. Alle Uebungen zeugten von fleißiger turnerischer Erziehungsarbeit. Ebenfalls großes Interesse erregten die Leistungen der kleinen und kleinsten Turner und Turnerinnen. Nach dem Abschluß der Wettkampfübungen führten sämtliche Turner und Schüler unter der Leitung des Tum- wartes Heinrich Hofmann nach der Festmusik die Freiübungen vor, die auf dem deutschen Turnfest in Stuttgart zu turnen sind. Die Uebungen wurden sehr exakt durchgeführt und fanden ungeteilten Beifall. Als Abschluß der nachmittäglichen Veranstaltungen wurde noch ein Handballwerbespiel ausgetragen. Als Gegner hatte sich die Meisterelf eine kombinierte Mannschaft der Turngemeinde Friedberg verpflichtet. Das Spiel wurde verdient von Gambach mit 8:5 Toren gewonnen. Am Abend fand man sich zu kameradschaftlicher Unterhaltung in der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" ein. Der erste Führer des hiesigen Vereins begrüßte besonders den zweiten Bezirksvertreter des Bezirkes Hessen, Redakteur Schneider- Butzbach, der in Begleitung des ersten Führers des Askanifchen Turnvereins Berlin, Hauptmann a. D. Lembke, erschienen war. Der zweite Bezirksvertreter hielt ebenfalls eine kurze Ansprache, dankte für die freundliche Aufnahme und wies auf den Wert des rechten Turnens für Die Jugendlichen, und auf die Bedeutung der Arbeit der Turnvereine für das Vaterland hin. In Anschluß an seine Ausführungen überreichte er unter großem Beifall dem ersten Führer des Vereins Karl Heinrich Ohlemutz, der schon über zwei Jahrzehnte der Führer des Vereins ist, den Gauehrenbrief der Deutschen Turnerschaft. Der Führer nahm die Urkunde mit herzlichem Dank für die ihm zuteil gewordene Ehrung entgegen. Die Turnerinnen zeigten sodann unter der Leitung ihres Turnwartes Gustav Ze iß Keulenschwingen und die Freiübungen des Deutschen Turnfestes in Stuttgart, wäh renb die Turner unter Der Leitung von Heinrich Absage an deutsche Uneinigkeit und Hader dar, und einen Aufruf zum gemeinsamen, einigen Wollen. Daß die deutsche Studentenschaft hierbei hinter keinem anderen Stande zurückstehen will, beweist die Tatsache, daß Tausende ihrer Mitglieder sich an den Wettkämpfen und Kundgebungen beteiligen. Als geschlossene Säule innerhalb der DT. wird der Akademische Turnbund in Stuttgart auftreten und damit zeigen, daß der studen- tische Turner jede *2Irt von Schranken, die den Späte Reichsschuldbuchforderungen waren uncr- holt. An den festverzinslichen Märkten herrschte Geschäftsstille. Gold- und Liquidationssandbricse sowie Kommunalobligationen wiesen Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,5 Prozent auf. Stadt- und Staatsanleihen waren kaum verändert. Von Jndustricanlcihen waren Stahlvereinsbonds leicht befestigt. Am Aus - landrentenmarkt zogen Rumänen etwas an. Tagesgeld war zu 3 Prozent unverändert. Frankfurter Schlachtvietzmarkt. Frankfurt a.M.. 27. Juli. Austrieb: 101 Rinder, 444 Kälber, 83 Schafe, 1164 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 34 bis 38, mittlere Mast- und Saugkälber 28 bis 33, geringere Saugkälber 24 bis 27, geringe Saugkälber 18 bis 23; Schafe: beste Schafe 23 bis 25, mittlere Schafe 20 bis 22; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 39 bis 40, von etwa 200 bis 240 Psd. 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Psd. 34 bis 37. Marktveriauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine schleppend, Lieberstand. Dieser Tage wurden die Führer der Gaue Deutschen Fußballverbandes ernannt. Zum Führer des Gaues 12 (Nordhessen) wurde Oberstudienrat Aquarium,wie Sie es nicht kennen Don £o Beyer. Liebe und Trompetenblasen. Morgens um 8 Uhr, bevor das Publikum er- scheint. Im Krokodil-Urwald des Berliner Aquariums. Wassertropfen klatschen in der Stille laut auf fette, grüne Blätter. Es riecht nach feuchter Erde, Wasser. Schwüle Tropenlust. Schlinggewächse, grellrote Blüten, verfaulte Baumstämme, Dambusstauden. Die Tiere allein mit ihrem Wärter. In abgeklärter Ruhe liegen die Krokodile da. Träumen sie vom Ril, von Indien? Philipp, Jonas, Sarah, Krümel, die riesigen schwarzen Alligatoren „parken" im dunklen Wasser, sauber aus- gerichtet. Rur ihre keinen scharfblickenden Augen mit den Wülsten darüber, ihre langen Rachen und die harten Drachenschuppen ihres Rückens ragen aus dem Wasser hervor. Drüben auf dem weihen Sand liegt das Ril- krokodil Peter. Den rosa Rachen weit geöffnet. In einem dicken Knäuel zusammcngeballt ein ganzes Mädchenpenfionat: Krokodilschönheiten. Die Damen halten sich gerne separat. Sie wollen umschwärmt sein. Wenn man auf der kleinen Brücke im Krokodil-Urwald steht, glaubt man sich weit weg in einem fremden Erdteil, mitten in den Tropen. Plötzlich, aus einem dichten Gewirr Schlingpflanzen, ein furchtbarer, wilder Schrei, hört sich fast wie das Brüllen eines Löwen an. Der erste, wilde Liebesschrei eines Krokodilmännchens. „Ooouuhh — Ooouuh — Ooouuhl" Laut, immer lauter anschwellend, zitternd in furchtbarer Leidenschaft. In derselben Sekunde wird es lebendig unter den anderen Krokodilen. Philipp, Jonas, Krümel stecken die Köpfe aus dem Wasser, ihre Augen funkeln eroberungslustig zu dem Mädchenpensionat herüber, sie sperren die Rachen weit auf, holen tief Lust und stimmen in den Liebesgesang ein. Ihr langer Drachenkörper zittert vor Leidenschaft, mit dem Bauch trommeln sie so heftig im Wasser, daß es hoch spritzt. Die Weibchen werfen den Männern kokette Blicke zu und beginnen auch ihre Lievesgesänge anzustimmen. Wer noch nie Krokodile hat schreien hören, glaubt sich ins Raubtierhaus verirrt zu haben. Wild spritzt das Wasser auf, langsam nähern sich die Weibchen, durch so wildes Werben betört, den Männchen. Da verstummt der Aufruhr. Stille in dem Gebüsch, aus dem der erste Liebesschrei ertönte. Der Krokodilwärter kommt hervor. Er nimmt die große Gießkanne, mit der er die ersten Schreie ausgestoßen hat, vom Munde. Das erste, verliebte Krokodil war also er. Er versteht ihren Gesang auf der Gießkanne nachzuahmen und die Männchen zur Galanterie anzuhalten. Quallen-Früh stück. Stumm, milchig-gläsern durchsichtig, geistern Quallen in ihrem Bassin. Auf ihrer Visitenkarte steht: „Ohrenquallen“. Inspektor Seih, ein kleines Glasgefäß und eine Pinzette in den Händen, steht neben den Quallen. Cs wird ihnen sofort das erste Frühstück überreichen. Rach englischer Art: einen Fleischgang auf nüchternen Magen. Diesmal besteht das Menü aus kleinen, weißen Würmchen. Die Würmchen haben sogar einen wissenschaftlichen Ramen. Aber als „Würmchen" weiß man besser, wie sie aussehen. Hauptsache. es schmeckt den Quallen. Manchmal, an besonderen Festtagen, bekommen die Quallen windige Fischchen zum Frühstück. Ob es nur Würmchen sind oder Fischchen — sie „nesseln" mit den „Resselkapseln" (das sind Die kleinen Fransen, die runterbaumeln) ihr Frühstück. Wenn die Würmchen oder Fischchen mit den „Refselkapfeln" berührt werden, sind sie sofort tot. Oben, in der Qualle, sitzen vier Ringe. Man glaubt es sind die Augen. Aber das ist ein Irrtum. Es sind die Magenringe. Die Quallen sind nur Magen, Gelatine und so weiter, und haben keine Gedanken. Auch Liebesgesänge stimmen sie nicht an. Wenn man Qualle ist, bleibt einem Liebeskummer erspart. Moritz liebt das Licht. Um eine Ecke kommt Tlorih, der bekannte Nie- senwaran, gelaufen. Moritz ist prominent. Während er spazierengeht, wirft er Den Sehens- roürDigfeiten Des Aquariums nur flüchtige Blicke zu Viel mehr interessiert sich Moritz für Licht. Er sucht sich danach seinen Weg aus. Die Riesenichlld- träten haben ihren Platz am Fenster, und Moritz wirft ihne gönnerhafte Blicke zu. Moritz hat ein ganz nettes Tempo am Leibe. Er rennt an Der Aufwartefrau mit ihrem Besen vorbei, ohne sie zu beachten. Von Der Treppe ist er schwer wegzubrm- gen. Unaufhörlich tastet er mit seiner langen gespaltenen Zunge vor sich hin Erstaunt unb stark interessiert, sieht er sich Durch Das große Glossen- jter Die Krokodile an. Er glaubt Artgenossen zu erkennen. Läuft Dann weiter um Die Ecke. Besinnt sich unD will zu Den KrokoDilen zurück. Die Wärter wollen ihn sanft führen, aber Moritz bockt. Er hat es sich einmal in Den Kopf gesetzt. Der Wärter bittet, reDet sanft auf ihn ein. Moritz macht an Der Ecke immer wieder kehrt. Zwei Mann können Moritz nicht bewegen, weiterzugehen. EnDlich wird Moritz, wie ein bockiges KinD, auf Die Arme Der beiDen Wärter genommen unD zurück in feinen Käfig getragen. W o hie Futterfliegen wachsen. Tief unten im Keller Des Aquariums ist Die Fliegen st ube. Hier werben Fliegen gezüchtet. Die man sonst lieber unschäblich an Leimtüten hängen sieht, unb bie sich überhaupt sonst nicht gerabe (»liebt machen. Das Aquarium hat zwei Fliegen- ftuben. In her ersten Fliegenstube wirb bie brave, runbliche Hausfliege gezüchtet. In her zweiten Fliegenstube bie winzige, monbän wirkenbe Essigfliege. Sie finb Futter für Frösche, Eibechsen, Insekten. Die kleinen Essigfliegen finb wegen ihrer Winzigkeit als Babyfutter bestimmt, Säuglingsnahrung für kleine Frösche unb Eibechsenbabys. Der Werbegang einer Fliege, kurz gefaßt, ist so: Fliege, Eier, Mabe, Puppe, Fliege. Von her Ei-Ablage bis zur Verpuppung finb es zehn Tage. Bis zum Schlüpfen sechzehn Tage. Zusammen sechsunbzwanzig Tage. Das Futter kommt zum Gären, bie fliege legt bie Eier in bas Futter, es bilbet sich bie Mabe, bie sich verpuppt. Aus her Puppe entwickelt sich bie Fliege Hier werben mehr (Eier gelegt als auf her besten Hühnerfarm. Die Temperatur in der Flie- genftube wirb genau geregelt .Sie muß 25 bis 27 Grab betragen. Dreimal am Tage wirb gespritzt. Die Fliege braucht Feuchtigkeit. Der Futtermeister Gustav forbert mich auf, mit ihm in bie Fliegenstube zu gehen, um alles genau zu untersuchen. Wir treten ein, unb ein bichter Strom von bitten, schwarzen Fliegen begrüßt uns. Tausenbe ober Millionen, man kann es nicht genau wissen. Sie können nicht gezählt werben. Als reiner Vegetarier bewahrt bie Fliege, wie bie Menschen, bie schlanke Linie, als Fleischfresser werben bie Weibchen mollig, runblich Die Männchen bekommen einen wohlhabenb aussehenben Bauch. Mit einer richtigen Falle, bie man auf Den ersten Blick für eine Mausefalle halten kann, werben bie Fliegen vom Fliegenmeister gefangen. Dann werden sie abtransportiert, mit Wasser betäubt unb schließlich: allen Fliegenfressern „Guten Appetit". Oie Erfindung der Panzerschiffe. Deutschland baut unter den ihm durch Den Vertrag auferlegten Beschränkungen nur noch kleine Panzerschiffe, deren Gesechtswert aber sehr beträchtlich ist. Wie diese Schiffsform entstand, darüber hat jetzt der englische Historiker Baxter unter Dem Titel „Die Einführung des Panzer-Kriegstchiffs" ein gelehrtes Werk veröffentlicht. Die Umwandlung des hölzernen Kriegsschiffes in das mit Eilen gepanzerte begann im Krimkrieg. Als man nämlich in der Schlacht bei Sinope beobachtete, wie furchtbare Wirkung die Bombengeschoffe der Ruffen auf die hölzernen Schiffe bet Türken ausübten, suchte man sich in der französilchen und englischen Marine durch Schiffe zu sichern, deren Wände gepanzert waren, und so erschienen im Krim-Krieg die ersten französischen Panzerschiffe. Baxter schreibt das Verdienst dieser Erstndung hauptsächlich drei Männern zu: dem französischen Artilleristen Paixhans, der die Bomben-Kanonen herstellte, die an Bord aufgestellt werden konnten, dem Kaiser Rapoleon III., Der „den richtigen Mann an die richtige Stelle brachte", und dem französischen Schiffsbaumeister Dupuy be Lome, Der als erster das Problem eines seetüchtigen Panzerschiffes löste. Paixhans hatte schon 1824 Kanonen- Boote gelchaffen, mit Denen Frankreich Englands Herrschaft zur See brechen wollte, und 10 Jahre später waren diese in den meisten europäischen Marinen im Gebrauch. Doch kam man zunächst nicht weiter, obwohl all« Sachverständigen wußten, dah diesen Geschützen kein Holzschiff ftanbbalten könne. Erst Rapoleon III., der zur Macht gelangte, als die französische Flotte in der Verwendung Der Dampfkraft allen an Deren Marinen überlegen war, forderte Den Dau von „schwimmenDen Batterien", Die aus Holz beftanDen, aber mit Eisenplatten gelchützt waren. Zur Durchführung Dieses Planes erkor er Dupuy De Lome, Der Den besten Dreiheck-Dampser jener Tage gebaut hatte. Er machte ihn 1857 zum Chef aller Bauten solcher, schwimmenden Batterien", und nun entstanden rasch Panzerschiffe, hie in England die größte Beunruhigung erregten. Dupuy de Lome hatte erkannt, daß das Problem des Panzerschiffes nur gelöst werden konnte, wenn man die Zahl Der Kanonen herablehte, und hatte so ein Schiff geschaffen. das den viel stärker bewaffneten Fahrzeugen her englischen Marine überlegen war. Die Engländer aber machten sich diese Erfindung rasch ebenfalls zu eigen, und Dank ihrer Ueberlegenfjeit in Der Eisen- Herstellung unD Dem Schiffbau übertrafen Die englischen Panzerschiffe balD Die französischen. jr. l» $tl ss'S sSs« ,,näS« ®'”“1 -Sr*’ljSs *ti”*l0;,686 ßineSu ^Msar! hdt5fflin ' 61 >.<- f hcnAblchiuK $ * **■ * » )rr träger der M 2>e->M^ 'n Re' qcaeben rooröen. " 3m MfN daran h° nif(erprä|i6eni für den befohlen, daß kontrol roallong ober gar 61 anßenslehende Pe, boten find. Derartiger . Mitteln entgegenzutreten. Demzufolge erwarte Akbeitsberelch die Au rcglerung unter fichergeftellt blei w erschüttern, untetbun weife ich aus den Ausf kanzlers auf zwei Dun 1. Jede Neben men wo fie woll werden. 2. Keinerlei Orga irgendwelcher A besugniffe fetzen und Aem wie in bezug auf Reichswirifchastsminis Aufgaben des Reichs Reichsarbeitsminifler der Politik des Herr verantwortlich. Berlin. 27. Juli 193 Mimstergehö auch in b Berlin, 27. Sn gierung befteljt bie Kürzung von Di lionen der Dorsta glieder bei Unfern öffentlichen Ha Beihilfe erfahren rechtlichen Betrieben schweben im Deichsle Handlungen, diese Best in die Wirklich wurde in der OeffentV cen, wenn die v'on de homerten Betriebe Kraft erhalten könne an ihre Direktoren ur ben. die die Winist gen. Reue" für den Gesi lin?Cr .^'chbminifter bi ä" W^iniftern £ h 5 ^rbüd)er üt der Geschiß ®er.l,tfiid)tiqunq d.'eser Richtlinj Sb -nder.m?'""-» «SS“1" mt >»eri>en "4 r' bürge?°A ?eschicht» fi41oci. bet schon (Zrenr? n,$( c Indern K ?u8t>tägunQ ®en b°Uchn S-°- Sei d>-ge7^'°L,7?! P»? '1 Obecheffen von ler-Rodheim, drei 1. Pr. O. Pavenaro-Krofdorf, 1. usw. bc' ten Eisen wegen erfordert 4500 QHf. Für Unterhaltung der • elektrischen Straßenbeleuchtung und für Strom-- Freunde und Gönner Gustav Sack, Mehgermeister Gießen, den 27. Full 1933 04466t 4788 C TMMET.AC.PHENyil PHENAC. LITHIUM Ausgabe der Ein- Für die mir anläßlich meines 75. Geburtstags dargebrachten Glückwünsche danke ich herzlichst Dam: AnserwähltesBeb progr. u. Üfa-Ton-Woche empfehlt uns weiter, zeigt unsere eingenähte Marke: „Das Haus der guten Qualitäten" Ein Wort der Zufriedenheit vom Kunden ist mehr wert als zehn Worte der Werbung von uns. u Sie werden angenehm überrasch/ sein. H O. ALBERT WEBER. MAGDEBURG. Die zuverlässigen Kleider-Fachleute Gießen ■ Seltersweg Aufwand von rund 3100 Mk. Für die Hinterhaltung des Friedhofes werden unter Absetzung der Einnahmen rund 700 Mk benötigt. Größere Mittel sind für Straßen ausgewor- fen. Die Unterhaltung von Straßen und Feld- weist in Einnahme 1100 Mk., und in 1970 Mk. auf. Für Märkte werden nach Abzug nahmen noch 950 Mk. erforderlich. Die Einnahme aus Wassergeld Die Verzinsung und Tilgung von aufgewerte- bahnschulden erfordert einen 2100 Mk. erwartet. In der Ausgabe werden für Kapitalzinsen 8100 Mk. erforderlich. Als Schuldentilgung steht ein Betrag von 630 Mk. auf der Einnahmeseite und ein solcher von 1500 Mk. auf der Ausgabeseite. Der anteilige M i et- unterstützungsaufwand beträgt 1220 Mk., für uneinbringliche und erlassene Umlagen sind 800 Mk. und als Ablieferung von 8 Prozent des Aufkommens an Sondergebäudesteuer in 1930 an den hessischen Staat 1200 Mk. vorgesehen. An Gemeindeumlagen sollen, wie im Vorjahr, 82 900 Mk. einschließlich des Beitrags der Stadt zu ihren eignen Umlagen erhoben werden. Sri der Vermögensrechnung sind die Kosten für die Einrichtung eines Arbeitsdienstlagers, für die Erweiterung des städtischen Wasserwerks, für außerordentliche Wegebauarbeiten im Stadtwald und für im Laufe des Jahres auszuführende Votstandsarbeiten eingestellt. Der Entwurf des Voranschlags fand mit der Erklärung des Bürgermeisters, durch sparsamste Haushaltungsführung kreditüberschrel- iungen zu vermeiden, einmütige Annahme. Die Ausschlagssätze der Gemeindeumlage wurden, wie im Vorjahr, in Höhe der Landesdurchschnittssätze festgesetzt. 3m Anschluß an die Voranschlagsberatung wurde der Voranschlag der städtischen Wohlfahrtskasse für 1933, der in Einnahme und Ausgabe mit 40 700 Mk. bei einem städtischen '-Zuschuhbedarf von 16 000 Mk. abschließt, genehmigt. Sodann wurde auf Antrag der Provinzialdirektion Oberhessen die formelle Heber- t ragung der noch auf den Vamen der Stadt eingetragenen Strahengrundstücke der Provinzialstrahen Lich—Garbentcich und Lich— Hattenrod auf die Provinz Oberhessen beschlossen. Einem hiesigen Einwohner ist von der Bezirkssparkasse Gießen zur Errichtung eines Wohnhauses ein Bauspardarlehen in Höhe von 7500 Mk- bewilligt worden. Der beantragten Bürgschaftsübernahme durch die Stadt während der Bauzeit wurde gegen Stellung von zwei zahlungsfähigen Rückbürgen der Stadt gegenüber zugestimmt. Die Stadt Lich hat in früheren 3ahren mehreren hiesigen Einwohnern Bauplätze im Wege des Erbbaurechts gegen Zahlung eines jährlichen Erbbauzinses in Höhe von 5 Prozent des Grundstückswertes überlassen. Ein Gesuch um Senkung des Erbbauzinses wurde abschlägig beschieden, dagegen einem weiteren Antrag auf Senkung der Hhpo- thekenzinsen für städtische Baudarlehen zu- gestimmt, und zwar derart, daß allgemein die Hypothekenzinsen, soweit sie über dem Zinsfuß liegen, den die Stadt für eigene Bank-Verbindlichkeiten zu entrichten hat, auf diesen Zinsfuß ab 1. April dieses Jahres ermäßigt werden. Der beantragten Abänderung von zwei Erbpachtverträgen infolge Abtretung von Gelände für die Straßenerweiterung in der Straße Am Wall wurde zugestimmt und die jährlichen Erbpachten entsprechend gesenkt. gegenüber 21 200 Mk. im Vorjahre eingestellt. Der Reservefonds zur Deckung unzureichender Kredite erscheint mit rund 3000 Mk. Dem Mobiliarerneuerungsfonds werden weiterhin 135 Mk. zugeführt. Von den ausgeliehenen Kapitalien usw. wird eine Einnahme Rebennutzungen werden erforderlich 8700 Mk., für Holzerntekosten, Bekanntmachungen der Holzversteigerungen und für den Zinfendienst 16 000 Mk. Die gleichfalls auf dem Walde ruhenden Steuern, einschließlich der Hlmsatzsteuer, und soziale Beiträge erfordern 12 550 Mk. Rechnet man den zur Auszahlung des Ortsbürgernuhens benötigten Betrag von 10 250 Mk. hinzu, dann kommt man auf die Summe von 58 000 Mk. Aus der 3 agb» und Fischereiberech- tigung werden 2713 Mk. eingenommen. Von diesem Betrage sind 1700 Mk. dem Wald zuzu- rechnen. Die Schäferei bleibt trotz Erhebung von Deitriebsgeld für Schafe ein Zuschußbetrieb. Sie 9er HauchMvoranschlag lyZZ der Stahl Lich Kein Fehlbetrag. — Einstimmige Annahme des Haushaltplanes. kosten find 3200 Mk. und für Straßenreinigung 260 Mk. eingestellt. Die Verzinsung und Tilgung der Anleihen zum Ausbau von Straßen erfordert einen Aufwand von 5440 Mk. Der Gesamtaufwand dieser Rubrik beträgt 13 400 Mk. Die Kosten für die Unterhaltung der Kanalanlage in Höhe von 5000 Mk. gleichen sich durch die Einnahmen aus Kanalgebühren usw. aus. Die Einnahme in der Rubrik Landwirtschaft beträgt 2500 Mk., die Ausgabe 11 900 Mk. Für Wiederherstellungen usw. werden 800 Mk., für öffentliche Anlagen, Denkmäler usw. 600 Mk. und für die Unterhaltung von Bächen ebenfalls 600 Mk. angefordert. Hinter der Bezeichnung soziale Fürsorge werden die Hlnterstühungen für Klein- und Sozialrentner, sowie die Anteile für Kranken-, 3nvaliden- und Erwerbslosenversicherung der städtischen Arbeiter, Holzhauer, Fürsorgearbeiter, der Anteil an der Krisenfürsorge usw. verrechnet. Hier beträgt die Ausgabe 27 200 Mk., von denen 11 400 Mk. wieder ersetzt werden. Für W o h n b a u z w e ck e ist ein Aufwand für Zinsen und Tilgungen von rund 9300 Mk. erforderlich. Der Einnahmeposten beträgt hier abgerundet 1900 Mk. Der Beitrag der Stadt zu ihren eignen Hl m l a g e n, zur Kreis-, Provinzial- und Staats- fteuer beläuft sich auf 15 000 Mk. Die Hundesteuer ist mit 1000 Mk., die Vergnügungssteuer mit 500 Mk., die Grunderwerbsteuer mit 200 Mk., die Bürgersteuer mit 4000 Mk. und die Biersteuer mit 4500 Mk. veranschlagt. Die Hieberweisungen aus Reichseinkommensteuer, Körperschaftssteuer und Hlmsatzsteuer sind mit 17 700 Mk. trägt 16 800 Mk., denen an Ausgaben unter Hinzurechnung von Zins- und Tilgungsbeträgen und Zuführungen zum Wafserleitungsfonds rund 15000 Mk. gegenüberstehen. Für die allgemeine Verwaltung wird unter Absetzung der Einnahme ein Betrag von 24 350 Mk., für die öffentliche Sicherheit ein solcher von 4460 Mk., und für öffentliche Gesundheitspflege ein Betrag von 1150 Mk. angefordert. Die Einnahme für Feuerlöschwesen beträgt 387 Mk., die der Ausgaben 1500 Mk. Die Armen- und Wohlfahrtspflege erfordert einschließlich des Zuschusses zur städtischen Wohlfahrtskasse insgesamt 18 000 Mk. Für persönliche und sachliche Schulkoste'» werden 12 000 Mk. benötigt, in Einnahme stehen 950 Mk. einschließlich des Schulgeldes für auswärtige Fortbildungsschüler. 1200 Mk. in Ausgabe sind für die evangelische Kirche eingestellt. stück vom Posaunenchor und einem Lied, vorgetragen vom Gesangverein „Germania", hielt der Ortsgeistliche die Predigt. Er erinnerte daran, daß unser Dorf im Jahre 1690, nachdem kaum ein Menschenalter vergangen war, daß der Dreißigjährige Krieg über die deutschen Lande brauste, fast ganz abbrannte, die Kirche, der Turm und 150 Wohnhäuser. Trotzdem ließen es sich die Einwohner nicht nehmen, aus dem Schutt die Metallreste der geschmolzenen Glocken herauszuholen und vier neue Glocken gießen zu lassen. Die kleinste davon, die 1811 umgegossen werden mußte, wurde vor genau 16 Jahren, am 23. Juli 1917 abgeliefert, um für Kriegszwecke verwandt zu werden. Im An- schluß an die Predigt sprach die Gemeinde gemeinsam das Vaterunser beim Klang der neuen Betglocke. Sodann ertönte einige Zeit das ganze Geläute. Zum Schluß trugen der Gemischte Chor sowie der Gesangverein „Frohsinn" noch einige Lieder vor. — sJlacf) einer Kaffeepause wurde das Fe st der Kleinkinderschule auch auf dem Kirchplatz gefeiert. Daran anschließend sprach Kandidat Heinemann (Gießen) über das neu erwachte Deutschland. Am Abend fand, da das evang. Gemeindehaus die Gäste nicht alle fassen konnte, eine Versammlung in der Kirche statt, in der Kandidat Heinemann noch einmal sprach. Außerdem gab der Ortsgeistliche einen Bericht über die Geschichte unserer Kirchenglocken. O Holzheim, 25. Juli. Dieser Tage feierte unser Kirchspiel sein großes Heidenmission s- f e ft, und zwar in Dorf-Gill. Eine ruhig gelegene, von Obstbäumen beschattete Wiese gab einen schönen Festplatz ab. Viele Besucher waren, obwohl es Werktag war, aus nah und fern herbeigeeilt. Nach einem einleitenden Posaunenvortrag predigte Pfarrer Arndt-Weidenau und danach'Missionar Lind-Rheydt. Nach der Kaffeepause sprach Pfarrer Weber- Eschbach — der frühere Seelsorger unseres Kirchspiels — zu der großen Versammlung. Pfarrer K ö d d i n g = Eberstadt, der an Stelle des verhinderten Ortsgeistlichen das Fest leitete, gab die Einlagen der Missionsbüchsen bekannt und dankte allen Mitwirkenden. Lehrer Ratz, Ober- Hörgern, sprach das Schlußgebet. Der Gemischte und der Posaunenchor trugen viel zum Gelingen der Feier bei. Die beträchtliche Geldsammlung von weit über 500 Mark kommt der Rheinischen Mission zugute. (Lsfolgreiche Geflügelzüchter. 0 Wetzlar, 26. Juli. Bei der aus Anlaß des aroßen Bauerntages in Wetzlar abgehaltenen G e - flügelausstellung konnten folgende Züchter mit Preisen bedacht werden: Abteilung Hühner, Brahma hell: 1. Preis Fritz Bill-Naunheim: Drpington gelb: 3. Preis Wilhelm Valentin-Krofdorf: Reichshühner, weiß: 3. Pr. Fritz Bill-Naunheim: Rotländer: 2. Pr. Wilhelm Schmidt-Hochelheim: 3. Pr. Wilhelm Schmidt-Hochelheim: Wyandottes, weiß: 1. Pr. Anton Zörb II- Hörnsheim: Wyandottes, filber: 3. Pr. Adolf Rinn- Krofdorf: Wyandottes, blaugold: 3. Pr. W. Martin- Hochelheim: Welsumer: 2. Pr. Friedr. Mack-Hochelheim, 3. Pr. Wilh. Weber-Hochelheim, 2. Pr. Friedrich Schmidt-Hochelheim: Barnevelder: 2. Pr. Karl Schieferstein-Hochelheim, 2. Pr. Joh. Weber-Hochelheim: Lachshühner: 2. Pr. Ch. Steiß-Gleiberg: Altsteirer, wildfarbig: 3. Pr. Friedr. Alhen-Hochelheim: Goldbrackel: 1. und 3. Pr. St Wagner-Krofdorf: Italiener, silberhalsig: 1. und zwei 3. Pr. W. Müller-Hörnsheim; Italiener, blaugold: 2. Pr. Friedrich Schmidt-Krofdorf: Italiener, schwarz: 1. und 3. Pr. A. Wenzel-Hochelheim, 3. Pr. Wilhelm Ludwig- Hörnsheim; Legehorn, weiß: 1. Pr., drei 2. und zwei 3. Pr. Ed. Weber-Krofdorf, 3. Pr. H. Engel II- Hörnsheim, 3. Pr. W. Wagner-Hochelheim; Rheinländer, schwarz: 1. Pr. H. Zörb-Hörnsheim, 2. und zwei 3. Pr. H. Schaum-Hochelheim, 3. Pr. H. Hofmann-Hörnsheim: Indische Kämpfer: 1. Pr. Friedrich Bill-Naunheim. Zwerghühner, Zwergbrahma, dunkel: 3. Pr. Friedrich Schmidt-Krofdorf: Zwerg-Rhodeländer: 3. Pr. Joh. VvLt-Hochelheim; Silber-Sebright-Ban- tarn:: 2. Pr. Ehr. Steiß-Gleiberg, 3. Pr. W. Wagner-Hochelheim. Wassergeflügel, Pommersche Gänse: 3. Pr. Friedr. Mack-Hochelheim; Peking-Enten: 3. Preis H. Krombach-Hochelheim. Kaninchen, Weiße Riesen: 2. Pr. W. Feller- Hörnsheim, Anerkennung: Bepler-Rodheim; Grausilber: 2. Pr. H. Schaum-Hochelheim; Gelbsilber: zwei 2. und 3. Pr. Gr. Lapp-Rodheim; Chinchilla, groß: zwei 2. Pr. I. Heppert-Hochelheim, zwei 2. Pr. W. Weber-Hochelheim; Blaue Wiener: drei 2. Pr. K. Schaum-Hochelheim; Japaner: 1. Pr. O. Bebler- Rodheim: Angora: zwei 1. und drei 2. Pr. O. Beb- EmKind überfahren und schwerverletzt. * Rödgen, 26. Juli. Heute gegen 10 Uhr ereignete sich in unserem Dorfe ein schwerer Unglücksfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Der 9jährige Karl Balser, der Sohn eines hiesigen Arbeiters, geriet gegen einen Personenkraftwagen und wurde heftig angefahren. Der bedauernswerte Junge erlitt einen schweren Schädelbruch und mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Noch am gleichen Abend erlag der Knabe den erlittenen schweren Verletzungen. Landkreis Gießen. * Mainzlar. 26.3uli. Heute wurde auf den Feldern der hiesigen Gemarkung vereinzelt mit der Roggenernte begonnen. Der Stand des Wintergetreides ist trotz der Schneckenplage im vergangenen Herbst als recht gut zu bezeichnen. — Dieser Tage wurde hier eine Milch-Absatz- genossenschaft gegründet, der sofort 24 Landwirte beitraten. Zum Vorsitzenden wurde Heinrich Schlapp V. bestimmt. 0 Holzheim, 25. Juli. Gestern abend hielt der Turnverein in seinem Vereinslokal (Wirt Gg. (Sarnes) eine außerordentliche Generalversammlung ab. Am 5. und 6. August feiert der Verein in großem Rahmen sein 25jähriges Bestehen. Damit verbunden wird gleichzeitig das diesjährige Kreis- spielfest. Dr. weck. Rau (Butzbach) hält die Festrede. Das Faustballspiel für die verschiedenen Altersstufen und Turnerinnen wird mit im Vordergrund stehen. Holzheim — seit Jahren Meister im 5. Bezirk — ist noch der einzige Landverein in der Klasse. Es sind bereits 11 Mannschaften zum Wettkampfe gemeldet. Ein Blitzturnier ist genehmigt. Die Mädchenriege tritt zum erstenmal an die Oeffentlichkeit. Abends findet unter Mitwirkung des Gesangvereins eine Feier am Kriegerdenkmal statt. Am Vorabend wird die Gauriege ihr Können zeigen. 0 Holzheim, 25. Juli. Auf unferm großen i Friedhof, dessen jüngste Gräber zu seinem Vorteil | mehr nach städtischem Muster angelegt werden, wurden jetzt von der Gemeinde mehrere feste Bänke aus Birkenholz aufgestellt. Kreis Schotten. * Schotten, 26. Juli. Spenglermeister Heinrich Straub, Sturmführer der SA. und ältestes eingeschriebenes Mitglied der Ortsgruppe Schotten der NSDAP., wurde zum Beigeordneten unserer Stadt ernannt. * Ruppertenrod, 27. Juli. Dieser Tage ereignete sich in unserem Dorfe ein .Unfall. Die Ehefrau des Landwirts Heinr. $ roller IV. stürzte, als fie auf dem Scheunenboden Futter holen wollte, von der Treppe und erlitt dabei schwere innere Verletzungen, die die sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machten. Das Befinden der bedauernswerten Frau ist den Umständen entsprechend gut. Kreis Alsfeld. * 3)1 au Ib adj, 25. Juli. Am Samstagabend wurde bei Gastwirt Wilhelm Stroh in einer Versammlung des Kriegervereins dessen Gleichschaltung vorgenommen. Einstimmig wurde der seitherige Vorsitzende Kamerad Pg. Förster Hel - fenbein -wiedergewählt. Der neugewählte Führer - ernannte dann den Pg. Heinrich Kirchner zum stellvertretenden Führer. Durch freiwilliges Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes konnte der frühere Vorstand insgesamt wiederernannt werden. Nach Erledigung des offiziellen Teiles spielte die eingeladene Kapelle der Ortsgruppe der NSDAP, einige Vaterlandslieder und Märsche und begleitete das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Der Führer des Kriegervereins schloß die Versammlung mit einer Ansprache, die in einem dreimaligen „Sieg-Heil!" auf die Führer des Reiches und der Heimat ausklang. A Kirtorf, 26. Juli. Das Forstamt Kirtorf veranstaltete dieser Tage eine P o l i z e i j a g d auf Schwarzwild. Es beteiligten sich über fünfzehn Schützen. Beim zweiten Trieb konnten am sogenannten Oberdottenberg zwei Schwarzkittel umkreist werden, und es gelang Förster Lehrer, Obergleen, eine schwere Bache zu erlegen. Das andere Tier entkam. — Kürzlich fand in der hiesigen Gemarkung ein Feldrundgang statt, der von einem Beamten des Landwirtschaftsamtes und der Landwirtschaftsschule Alsfeld geführt wurde. Den teilnehmenden Dauern wurden wertvolle Anregungen gegeben. Kirche und Schule. Lanvkrcts Gietzcn. = Lang-Göns, 25. Juli. Der vergangene Sonntag war füi; die e v a na e l i s ch e Kirchengemeinde von größter Bedeutung. Bei herrlichstem Sommerwetter sand auf dem großen, schattigen Kirchplatz die Weihe unserer vierten Glocke statt. Die Gemeinde war fast vollzählig erschienen, ebenso waren viele auswärtige Gaste vertreten. Nach einem einleitenden Musik- D Lich, 25. Juli. 2m Vordergründe der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stand die Beratung des städtischenVor- anschlags für das Rechnungsjahr 1933. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters schließt der Voranschlag in Einnahme und Ausgabe mit 353 500 Mk. ab, wovon auf die Abteilung für den Betrieb 245 600 Mk., auf die Abteilung für das Vermögen 107 900 Mk. entfallen. Die Einnahmen aus dem Waldbefih der Stadt und aus Reichs st euerüberweifungen feien gegenüber dem Vorjahr wiederum stark zurückgegangen. Durch weitere Einsparungen sei es trotzdem möglich gewesen, den Voranschlag unter Beibehaltung der gleichen Umlagen wie im Vorjahre auszugleichen. Das Erläuterungsheft weift im einzelnen folgende bemerkenswerte Zahlen auf. Als Rechnungsrest des Rechnungsjahres 1931 ist ein Betrag von rund 49 250 Mk. vorhanden, wovon 16 000 Mk. noch in Ausständen bestehen. Bon dem Rechnungsrest find abgefetzt die im vorhergehenden Horanschlagsjahr zur Verwendung in Aussicht genommenen 11 500 Mk., das bare Betriebskapital mit 27 000 Mk., und rückständige Zuführungen zu verschiedenen städtischen Fonds mit 1250 Mk., so daß hier ein Einnahmeposten von 9500 Mk. gebildet ist. In Ausgabe erscheint unter dieser Rubrik ein Betrag von 800 Mk. für uneinbringliche Außenstände. Aus Gebäuden wird eine Einnahme von 20 000 Mk. erwartet, denen 9800 Mk. an Ausgaben gegenüberstehen. In diesen Zahlen ist ein durchlaufender Poften an Miete und Tilgung für das Mietpoftgebäude in Höhe von 7242 Mk. enthalten. Die Einnahme aus Grundstücken beträgt 1300 Mk. An Ausgaben werden erforderlich 2800 Mark einschließlich des Beitrags zur land- und forstwirtschaftlichen Derufsgenofsenschaft für Hessen in Höhe von 1550 Mk. Die Einnahme aus dem W a l d b e s i tz stellt sich nach dem Submissions- und Versteigerungsergebnis auf rund 52 000 Mk. gegenüber 57 000 Vlark im Vorjahre. Die auf dem Wald ruhenden Ausgaben sind ganz bedeutend. An den Staat werden bezahlt für Forstverwaltungskosten 10 500 Mark. Für Betriebsausgaben und Kosten der und zwei 2. Pr. H. Bloh-Krofdorf; Hermelin: zwei 2. Pr. Wilh. Dutenhöfer-Rodheim. Lichtspielhaus GieBen Ab heute Donnerxtag das neueste, interessante, aktuelle und packende Filmwerk, in dem der weltberühmte Frauenarzt Prof. Th. H. van der Velde zum ersten Male mitspielt. Wege zur guten Ehe Dieses sensationelle Werk nach dem Motto: Liebe, wie die Frau sie braucht ÄSl SPtolhandl™8 den Pfad zu Ge- SH","vdn C“ »»“«««ehe Ehen sind der unersetzliche Schatz jeden Volkes: Wer ftir sie wirbt, wirbt für sein Vaterland. ... , .. । _ Weitere Hauptrollen: Alfred Abel, Olga Tschechowa, Th. Loos, Hilde Hildebrandt. Ein Filmwerk, das jede Frau, jeder Mann und jedes junge Mädchen sehen sollte. Rheuma-Muskel-u. Nervenreißen häufen Sie in der Apotheke ober nur* Sbital Werbin Stodin ----.. 4781 A Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Rullrirh-fnl-r bei Sodbrennen * 250 gr. o.5o. Tabletten 0.20 u.1.25 Bei Kopfschmerzen