Ur. 122 Krübausgabe 183. Jahrgang Samstag, 27. Mai 1935 Erschein! täglich, augei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegrner Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis. Mi» 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliisse unter 5ammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: frtanffuri am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Universttüks-Vuch. und Steinöruderei B. Lange in Stehen. Schnftleitung und Seschäftzftelle: Schulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 min Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Longe; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbiür denAn- zeigentell i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen vor der Entscheidung. Don unserem Danziger D. B.-Storrefponbenten. Danzig, 25. Mai 1933. Am 28ften des Monats Mai „schreitet", wie es in der schönen Kanzleisprache unserer oerganaenen Zeit hieß, die Danziger Bevölkerung zur Wahl eines neuen Dolkstages, der aus 72 Abgeordneten zufam- nlengefetzt ist; wenn wir diesen Vorgang aber im gegenwärtigen Sinne, politisch ausdrücken, dann bekennt sich Danzig an diesem Tage zu seinem Schicksal als deutsche Stadt. Damit erhält diese Wahl ihre politische Bedeutung. Damit erklärt sich dos auszerordentliche Interesse an diesem Borgang Damit aber sind wir mitten im Zentrum des weltpolitischen Geschehens gelandet, und daher zittert denn auch eine tiefe Erregung durch dies Menschenhäuflein an der Weichselmündung, das auf Vorposten im Osten steht, eine Erregung, die sich ansdrückt in der besten aller deutschen Eigenschaften einer eisernen politischen Disziplin. Die Wahlentscheidung als solche ist einfach. Die Frage ist, ob es der N a t i o n a I s o z i a I i st i s ch e n Partei gelingen wird, von den 72 Mandaten im Volkstage die Mehrheit zu erhalten oder nicht. Sachverständige Beurteiler der inneren Lage zweifeln nicht an diesem Resultat, und der Chronist wird nur einschränkend an die Zufälligkeiten des Wahl- stiirfs erinnern, nicht aber dieser Prognose wider- prechen. Ein nationalsozialistischer Wahlsieg würde, o rechnet man, automatisch einen Wechselinder Staatsführung hervorbringen, nämlich den Rücktritt des bisherigen Präsidenten Z i e h m und feinen Ersas; durch den nationalsozialistischen Präsident- schaflskandidaten R a u s ch n i n g. Ein solcher Wechsel an der Spitze der Geschäfte hätte fraglos schon weiterreichende Wirkungen und würde, vielleicht, auch IRürfiDirfungen ausüben. Damit wäre aber der Inhalt des Gefchehens auch nicht richtig wiedergegeben. Dos Wesentliche der gegenwärtigen Entwicklung liegt, rein politisch gesehen, in der Auseinandersetzung zwischen den bisherigen Führern der Danziger Politik und der nationalen Revolution, also zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten Zwar war die Sozialdemokratie auch in Danzig schon seit Jahren weder herrschend noch führend, aber auch hier bestand eine unterirdische Wirkung der Sozialdemokratie auf die Pottti', die, ebenso wie im Reiche durch Rücksichten auf die vermutete oder vermeintliche Macht der Gewerkschaften und der Arbeitermasse begründet war. Nun stellt aber die Danziger Sozialdemokratie einen nationalpolitischen Sonderfall dar. Es läßt sich leider nicht leugnen, daß eine nicht einflußlose Gruppe darunter ungefähr die Rolle zu spielen suchte, die sich einstmals der Eidechsenbund der Ritter des Kulmer Landes zur Zeit der Ordensherrschaft zum ewigen Unglück dieses Landes anmaßte Sie paktieren mit den Polen. Sie find bereit zu verzichten und zu konspirieren, aber in mengen Tagen werden die Danziger ..Eidechsen" ihr Geschäft aufgeben müssen. Ihre äußerliche Machtstellung haben sie schon verloren. Das Gewerkschaftshaus ist besetzt worden. Die diplomatische Unterstützung durch ihre polnischen Freunde hat sich als „untunlich" erwiesen. Es ist aus mit der Herrlichkeit und es ist sogar noch mehr aus. Zum ersten Male hat nämlich ein deutscher Staatsmann staatsmännisch von der Dftjrage gesprochen und das war der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler in seiner großen Reichstagskund- gebunq. Vielleicht nirgendwo in der Welt ist diese Rede so aufmerksam gehört worden wie gerade hier in der Stadt in der Weichselniederung Die national- sozialistische Formulierung des polnischen Problems entsprach kurz und einfach gesagt der wirklichen Ueberlieferung des Ostens. Zum ersten Male dämmert also eine Lösungsmöglichkeit des Korridorproblems auf, dessen Opfer die Danziger Bevölkerung ist. Danzig ist das in einem solchen Grade, daß davon gesprochen werden muß. Hier erkennen wir den großen Hintergrund der Wahlhandlung am 28ften Mai. Es ist nämlich keine Uebertreibung, wenn wir zunächst seststellen, daß die rund 400 000 Danziger Deutschen oon der polnischen Politik kaltblütig stranguliert werden. Die Weltöffentlichkeit kennt natürlich den Hasen von Gdingen und seine Zweckbestimmung. Sie weiß, daß er umsatzmäßig Danzig überflügelt hat und in wenigen Jahren nicht nur umsatzmäßig, sondern qualitativ den gewinnbringenden Teil des Danziger Geschäfts an sich gebracht haben wird. Die Welt weiß aber im allge- meinen nicht, daß sich in Danzig selbst in den letzten Jahren eine heimliche polnische Neben- regierung gebildet hat. die unter dem Namen Zollinspektion und Zollinspektoren das gesamte Gewebe. die ganze innere Verflechtung des Danziger Handels zu kontrollieren, zu unterwerfen und schließlich zu vernichten trachtet Hier erleben wir tagtäglich und auf allen Gebieten ein Musterbeispiel dessen, was man mit einem französischen Ausdruck „Penetration pacifique" nennt, was aber e i n Wirtschaftskrieg im Frieden, ein Existenzkampf ohnegleichen ist. Selbst der Danziger Bürger weiß davon nicht immer alles. Er weiß nur, daß ihm das tägliche beut- sche Leben mit allen Schikanen, die sich nur erdenken lassen, erschwert und unmöqlid) gemacht wird Das trifft nicht nur das Gefchäftsleben, dieses System zerschneidet die Bande des Famittenzusammen- yanges. Wenn das Enkelkind in Deutschland der Großmutter in Danzig eine unbeholfene Stickerei sendet, als Geschenk, bann ist bas zolltechnisch ein „Kunstwerk" unb muß mit bem hunbert- unb tau fenbfachen Betrage verzollt werben Kurz unb gut. das deutsche Erzeugnis ist verdrängt Billigster polnischer Schund wird zwangsmäßig nach Englands Abrüstungs- und Gicherheitspotiiik. Gir John (Simon lehnt unter Zustimmung des Unterhauses die Uebernahme weiterer Ver- pstichtungen ohne allgemeine Bindung ab. — Eine Absage an die französischen Gicherheitssorderungen. London, 2b. Jllai. (XU.) 3m Unterhaus setzte sich Außenminister Simon mit, der Abrüstungspolitik auseinander. Simon unterstrich die Bedeutung der amerikanischen Haltung, die eine wesentliche Abkehr von der historischen Reutrali- tätslehre sei und deshalb besonders hoch gewertet werden müsse. Der Außenminister erwähnte mit ane.kennendcn Worten die gemäßigte und staatsmännische Rede Hitlers vor dem Reichstag, die zur Entspannung der Lage inGens beigetragen habe. Worte seien aber noch keine Taten Um so bemerkenswerter sei es gewesen, daß Radolny die deutschen Abänderungsvorschläge zum englischen Ab- rüstungsplan zurückgezogen habe. Gegen Schluß der Rede faßte Sir John Simon die englische Abrüstungspolitik wie folgt zusammen; 1. England begrüßt auf das wärmste die Botschaft des amerikanischen Präsidenten. Die Welt wolle praktische Ergebnisse in Gens auf Grund eines gemeinsamen Handelns sehen. Wenn die Staaten sich zusammenfänden, um die Kraft der Offensivangriffe durch qualitative Herabsetzung der Rüstung zu begrenzen, bann wolle England seine Mitarbeit dadurch leisten, daß es auf eine allgemeine Annahme des britischen Abrüstungsplanes drücke. 2. (Er müsse hinzufügen, daß England bereits in ungeheurem Maße Herabsetzungen seiner Rüstungen durchgeführt haben. England könne daher ohne ein allgemeines Abkommen nicht weitergehen. Aber es habe in dem Abrüstungsentwurf, den so viele Staaten jetzt als die Grundlage eines zukünftigen Vertrages angenommen haben, gezeigt, wie erheblich der Schritt für eine weitere Abrüstung ist, bet jetzt als erster Abschnitt getan werden kann, vorausgesetzt, daß die anderen Staaten der weit sich dem Abkommen anschliehen und ihre Versprechen erfüllen 3. Er erachte es für angebracht, zu sagen, daß England die Berechtigung der Sorge um die Zukunft anerkennt, die hinter den Forderungen gewisser Staaten nach S i chcr h e i t liegt. Der Teil I des englischen Planes befasse sich mit dieser Frage unb sei ein Beitrag, ber gerechterweise von der amerikanischen Regierung zusammen mit der Neufassung des Teiles I gemacht worben sei, wozu die entsprechenden technischen Maßnahmen zur Ueberwachung durch eine dauernde Abrüstungs- konferenz hinzutreten. Dieses sollte wesentlich dazu beitragen, die Besorgnisse zu beseitigen 4. England habe seine Bereitwilligkeit zusammen mit den Vereinigten Staaten ausgedrückt, sich mit den anöerenJlationen der Welt zusammenzutun, um die Sicherheit zu fördern. England habe bereits v e r p s l i ch t u n g e naus Grund des Völkerbundsstatuts und des Locarnooertrages angenommen. Die englische Regierung würde alles tun, um diese Verpflichtungen, die England übernommen hat, )u erfüllen. Aber unsere Freunde auf dem Festland mühten ganz klar verstehen, daß England keine weiteren zusätzlichen Verpflichtungen annehmen könne. 5. Wir stimmen darin überein, jo schloß Sir John Simon seine Rede, daß die internationale Abrüstung von der Politik abhängt. Außergewöhnlich hohe Rüstungen sind ein Symptom. Der einzig mögliche Weg, dieses Symptom zu beseitigen, oesicht darin, daß man die Ursache der Krankheit beseitigt. Es sei daher eine notwendige Vorbedingung, daß die Abrüstung wirksam wird, so daß die Verhältnisse in ber Welt sich verbessern, das Vertrauen wiederhergestellt wird, unb baß bie Zu - fammenarbeit an bie Stelle ber ungeheueren Gegensätze unb bes Mißtrauens tritt. Oie Meinung der Parteien. Im Namen ber Opposition erklärte sich L a n s - b u r i) mit ben von Sir John Simon gemachten Vorbehalten in ber Sicherheitspolitik nicht .jufrieben unb verlangten, baß Mittel unb Wege gefun» ben werben müßten, um einen Angreifer genau seststellen zu können. Sobann wies er auf bas Ver- Öen ber Alliierten hin. nach erfolgter Abrüstung chlanbs ebenfalls abrüsten zu wollen. Diese heilige unb feierliche Verpflichtung sei noch im- m e r nicht ausgeführt unb es feien auch noch nicht einmal Anstalten hierzu gern a d) t worben. Sir Austen Chamberlain gab seiner vollen Zufriebenheit mit ben Mitteilungen des Außenministers Ausbruck, warnte ihn, sich auf bie Wünsche Frankreichs unb anberer Staaten nach einer genauen Begriffsbestimmung bes Angreifers einzulassen unb sortierte ihn auf, sich freie Hand zu lassen. Die französischen Wünsche seien praktisch nicht durchführbar unb unklug. Er wandte sich bann Deutschlanb zu unb sagte, daß bie Rebe Hitlers, wenn man ihr Vertrauen schenke, ein gutes Vorzeichen für eine Besserung ber Beziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Welt sei. Chamberlain, ber über bie Rebe bes Vizekanzlers von P a - p c n anscheinenb nur auf Grunb ber in ber englischen Presse erschienenen teilweise falschen, teilweise entstellten ober mißverstanbenen Verarbeiten unterrichtet war, brückte bann seine Uederraschung aus, daß niemanb an verantwortlicher Stelle in Deutschlanb von ben Aeußerungcn Papens abgerückt sei. Er hoffe, bie Rebe Hitlers als eine stillschwei- genbe Ablehnung ber Rebe Papens ansehen zu können. Er betonte Dann, man müsse Vorsicht malten lassen, wenn man Deutschlanb abschnitt-' weise die Gleichberechtigung geben wolle. Hindenburg vereidigt die Aeichsstatthalter. ................. 111 1 --t " Die Statthalter nach der feierlichen Eidesleistung im Hofe der Reichskanzlei. — Von links nach rechts: Mutschmann (Sachsen), Saurfel (Thüringen), Murr (Württemberg), Wagner (Baben), Sprenger (Hessen), ßoeper (Braunschweig und Anhalt) und Meyer (Lippe unb Schaumburg-Lippe). Berlin, 26. Mai. (WTB.) Reichspräsi - bent v. Hinbenburg empfing heute in Gegenwart bes Reichskanzlers Hitler unb bes Reichsministers bes Innern Dr. Frick bie bisher ernannten Reichsstatthalter v. Epp- Bayern, Mutsch- mann- Sachsen, Murr- Württemberg, Wagner- Baben, oaucfel - Thüringen, Sprenger» Hessen, Kaufmann- Hamburg, Rover- Dlbenburg unb Bremen, ßoeper- Braunschweig unb Anhalt, Dr. Alfreb Meyer- ßippe und Schaumburg-ßippe zur Vereidigung. Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte die Herren in einer kurzen Ansprache, in der er daraus hinwies, daß die Einrichtung ber Reichsstatthalter eine neue Klammer zwischen bem Reich und ben ßänbern bilben solle; sie solle eine einheitliche Reichspolitik ermöglichen unb so bie Einheit bes Reiches stärken, er bitte bie Reichsstatthalter, in biesem Sinne ihr Amt aufzufassen unb zu führen, unb wünschte ihnen für ihre Arbeit reichen Erfolg zum Besten ihres Vater» lanbes. Die Reichsstatthalter leisteten hierauf ben im Reichsministergesetz für ben Reichskanzler unb bis Reichsminister vorgeschriebenen, ihnen von bem Herrn Reichspräsibenten vorgesprochenen Gib, ber folgenben Wortlaut hat: „Ich schwöre: Ich werbe meine Kraft für bas Wohl bes beutschen Volkes einsetzen, die Verfassung unb bie Gesetze Des Reiches wahren, bie mir oblieqenben Pflichten ge- wissenhaft erfüllen unb meine Geschäfte unparteiisch unb gerecht gegen jebermann führen. So wahr mir Gott helfe." Das Mitglieb bes Reichstags Friebrich Hjlbell r a n b t ist heute auf Vorschlag des Reichskanzlers vom Reichspräsibenten zum Reichs st atthal- t e r von Mecklenburg-Schwerin, Werf« lenburg-Strelitz unb ßübed ernannt worben. Danzig hineingepreßt unb gepumpt. Die Danziger Bevölkerung wirb wirtschaftlich entbeut s ch t unb in bie polnische Orbnung wie in eine Zwangsjacke hineingepaßt. Hier geht es um Sein ober Nichtsein. Ob es sich um ßandwirtschaft ober Inbustrie hanbelt, um Gewerbe ober Handel, allenthalben steht das Danziger Deutschtum vor bem absoluten Nichts. Unb b e n n o d) wirb Danzig am 28sten Mai so wählen, wie es ben Ueberlieferungen biejer Stabt entspricht Denn es kommt am 28ften Mai barauf an, baß bie gesamte Danziger Bevölkerung trotz allen Hinbernisten unb Gefahren, sich mit bem Herzen zum Reich bekennt und gleichschaltet, mag sie politisch und wirtschaftlich auch abgetrennt fein. Hier erhält aber auch die überaltete und reaktionäre Weltvorstellung bes Danziger Marxismus ihren ver- bienten Denkzettel Danzig ist einstmals, unb es ist gar nicht so lange her, bie Köngin ber Hansestäbte gewesen Es gab eine Zeit, ba war Danzig mächtiger als irgenb eine anbere beutsche Stabt. Heute ist Danzig verarmt, heute ist es in ber Wurzel getroffen. Dennoch wirb bie alte Ueberlieferung wieder lebendig. Hier hat wirklich ein Volkstum seine schlechter. Eigenschaften abgelegt. Hier findet sich ber 'Beginn einer neuen Zeit. Es ist kein Kunststürf. im Reiche sich zum nationalen Gebanken zu bekennen. Es ist aller eines, wenn es angesichts einer Gefahr Scschiehl. bie jeben einzelnen unmittelbar llebroht. nd wenn jemals von der neuen Zett gesprochen wird, die im deutschen Volke anllricht, bann wirb man bie Danziger alsfbie ersten nennen müssen, wenn sie am 28sten Mai ben Weg zu sich zurückge- funben hallen werben, womit sie gleichzeitig ben Grundstein zu einer größeren Zukunft bes Ostens legen. Wie Der Zoppoter Hehfilm zustande kam. Vier polnische Staatsbeamte als Lchau- fpicler bei oer (tzreuelaufnahme. Danzig, 26. Mai. (SU.) Die von Polen am Samstag gestellte Greuelaufnahme in Z o p p o t, die dank der Umsicht der Danziger Polizeiorgane im letzten Augenblick noch unschädlich gemacht werden konnte, ist Gegenstand eingehender Untersuchungen gewesen. Marian F u k s, der Generaldirektor eines bekannten Warschauer Filmunternehmens, hatte in Danzig seit dem 23. Mai bereits eine große Anzahl Aufnahmen gemacht. Seine Bildreportage war so ziemlich beendet, als ihm im Gebäude des diplomatischen Vertreters der Republik Polen in Danzig am 24. Mai mitgeteilt wurde, daß Dr. Moszinski, der Führer der polnischen Wirtschaftsliste, ihn im Viktoriagarten in Zoppot zu sprechen wünsche. Er begab sich mit einer Kraftdroschke dorthin, wo inzwischen ein fingierter Ueber fall von Rationalsozialisten auf dort vor einem polnischen Wahl- Plakat stehende Juden vorbereitet wurde. Bei seinem Eintreffen in Zoppot wurde dann durch den ihn begleitenden Filmoperateur berileber- fall im Bilde festgehalten, der nach seiner Angabe einen komischen Abschluß finden sollte. Dem schnellen Zugreifen der Polizei gelang es, den Film zu beschlagnahmen, außerdem eine SA.- und eine SS.-Mühe und einen Gummiknüppel. Die Untersuchung hat ergeben, daß Dr. Moszinski der Urheber dieser infamen G r e u e l p r o p a g a n d a ist. Mitgewirkt haben an diesem fingierten Ueberfall vier polnische Staatsbeamte, die bis auf eine Ausnahme im Dienste der polnischen Staatsbahn stehen. Hauptbeteiligter ist der polnische Zollinspektor Peszkowski Weiterhin hat die Untersuchung ergeben, daß d i e SA. - und SS.-Uniformen von einem Schneidermeister in Danzig eigens zu dem Zwecke von Provokationen angefertigt wurden. Zweifellos sollte der Film als Beweismittel für zu erwartende Behauptungen benutzt werden, daß bei den Wahlen Zerr o r - akte vorgekommen seien, die die Ungültigkeitserklärung der Dolkstagswahl zur Folge haben muhten. Fuks ist in Schutzhaft genommen worden. Der Senat der Freien Stadt Danzig hat bei dem diplomattschen Vertreter der Republik Polen wegen des Vorfalles P r o t e st eingelegt- Reichskanz'erAbolMler besucht d-e Lantwirtschastsausstellung. Berlin, 26 Mai. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler stattete heute früh um 7 Uhr der großen -Landwirtschaftsausstellung am Kaiserdamm einen Gesuch ab. Der Kanzler befand sich in Begleitung des stellvertretenden Parteiführers Heß, des Staatssekretärs Lammers und des Führers des Deutschen Bauernstandes, Walter DarrL. Der Besuch des Reichskanzlers dauerte mehrereStun- d e n. Der Kanzler wurde am Eingang vom Präsidium der DLG. empfangen. Dre Sohn des Vizepräsidenten für den Ausstellungsgau, Rittergutsbesitzer von Opper^-Dannenwalde in SA.-Uniform, überreichte dem Reichskanzler einen Blumenstrauß. Dann begann die Führung, die zunächst durch die Abteilung der deutschen Tierzucht führte. Es folgte ein Rundgang durch das große M a sch i n e n f e l b und die übrigen Abteilungen der Ausstellung. Der Reichskanzler bekundete für alle Darbietungen lebhaftes Interesse und ließ sich wiederholt nähere Erklärungen geben. Auch die Kolonialausstellung, die Gartenbau- ausstellung und das Haus der Milch wurden besichtigt. Der Rundgang schloß mit einem B e - such des Hauses der NS. -Bolkswohl- fahrt e. V. Der Reichskanzler sprach der DJG. Anerkennung für den Aufbau und die Durchführung der Schau aus und gab seiner Freude über die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft mehrfach Ausdruck. Ueberatl wurde er von deki Ausstellungsbesuchern mit lebhaften Heil-Rufen und großer Begeisterung begrüßt. Bei den Ställen hatte eine Abordnung der Saarländer unter Führung ihres Kammerdirektors zu einer besonderen Huldigung Aufstellung genommen. An vielen Stellen überreichten Kinder dem Kanzler Blumen. Hohe italienische Ehrung für Ministerpräsident Göring. Berlin, 26. Mai. (ERB.) Am Donnerstagabend gab der italienische Botschafter Cerutti ein Galadiner. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Botschafter im Namen des Königs von Italien in Anerkennung ihrer langjährigen Bemühungen um die deutsch-italienische Freundschaft dem Ministerpräsidenten Göring das Großkreuz (Gran Cardone) des Heiligen Mauritius und Lazarus und dem Staatssekretär Körner das Großoffizierskreuz (Grande llfficiale) des Heiligen Mauritius und Lazarus. Die gleiche Auszeichnung erhielt auch Staatssekretär Milch. Ministerialrat Bolle wurde das Kommandeurkreuz (Commenda- tore) des gleichen hohen italienischen Ordens überreicht. Oer „Bund Deutscher Osten" gegründet. Berlin, 26. Mai. (CNB.) Nach längeren Vorverhandlungen ist jetzt als eingetragener Verein der „Bund Deutscher Osten" gegründet worden, der die gesamten Ost verbände in einer Organisation zusammenfassen soll. Der neue Bund wird ganz besonders den Heimatgedankenpflegen und eine intensive Kulturpolitik im deutschen Osten betreiben. Bundesführer des „Bund Deutscher Osten" ist der bekannte Ostmarkvorkämpfer und Ostmarkdichter Dr. Frand Lüdtke. Die Geschäftsstelle des Bundes befindet sich Berlin W. 35, Motzstraße 22. Der Bund hielt im Volksdeutschen Klub zu Berlin seine erste Arbeits- und Führertagung ab, die ein machtvolles Bekenntnis zum deutschen Osten und eine Absage jeder Zersplitterung war. An der Tagung nahm eine große Zahl von Führern der bisher bestehenden Verbände teil, so des Deutschen Ostbundes, des Deutschen Ostmarkenvereins, der Heimattreuen Ost- und Westpreußen, des Reichsbundes der Posener, j des Neichsbunbes der Schlesier und der Heimattreuen I Oberschlesier. Am Schluß der Tagung wurde eine Entschließung angenommen, in der sich alle diese Ostführer vorbehaltlos mit ihren Organisationen dem „Bund Deutscher Osten" eingliedern und sich zur Verfügung stellen. Dem von Alfred Rosenberg, dem Leiter des Außenpolitischen Amts der NSDAP., eingesetzten Führer Dr. Franz Lüdtke wurde eine besondere Vertrauenskundgebung zuteil. Verordnung über den landwirtschast- lichen Vo lstreckungöschutz. Berlin. 26. Mai. (WTD.) Es ist als Mißstand empfunden, daß die Vorschriften, wonach zur Wahrung des Vorrangs vonAn- sprüchen für den Fall der Zwangsversteigerung die Beschlagnahme des Grundstücks binnen einer bestimmten Frist zu erfolgen hat oder der Antrag auf Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung binnen bestimmter Zeit nach Aufhebung des Sicherungsverfahrens gestellt werden muß, den Gläubiger zwingen, zur Wahrung seines Vor- rangs den Antrag auf Zwangsversteigerung zu stellen. Durch die Vierte Ausführungsverordnung über den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz ist nun bestimmt worden, daß derartige Rangrechte auch dann gewahrt bleiben, wenn der Antrag auf Zwangsversteigerung, Zwangsverwaltung usw., binnen drei Monaten nach Außerkrafttreten der Rotverordnung über den Vollstreckungsschuh (31. Oktober 1933) gestellt wird Soweit das Rangvorrecht zur Zeit des Inkrafttretens der Vierten Ausführungsverordnung bereits erloschen war, bleibt es erloschen. Staat und Wirtschaft im neuen Reich. Außen- und wirtschaftspolitische Kragen vor dem^fleichskabineti Berlin. 26. Mai. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichskabinetts erstattete zunächst Reichsbankpräsident Dr. Schacht einen Bericht über seine Reise nach Amerika und England und über die mit dem Präsidenten Roosevelt sowie mit amerikanischen und englischen Bank- kreisen gepflogenen Verhandlungen. Das Reichs'abinett beschäftigte sich alsdann in einer fast fünfstündigen Sitzung mit außen- und wirtschaftspolitischen Fragen. Verabschiedet wurden ein Gesetz zur Gleichschaltung der Aufsichtsräte von Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie ein Gesetz über die Einziehung kommuni st ischen Vermögens. Bei diesem Enteignungsgesetz gegen die Kommunisten ist man von dem Paragraphen 40 des Strafgesetzbuchs ausgegangen, wonach Gegenstände eingezogen werden können, die durch Verbrechen oder Vergehen hervorgebracht oder zur Begehung eines Verbrechens oder Vergehens gebraucht oder bestimmt sind. Diese Bestimmungen gelten für jedes Verbrechen, also auch für den Hochverrat. Da die kommunistische Tätigkeit generell als Hochverrat zu betrachten ist, erfolgt auch die Generalkonfiskation des gesamten kommunistischen Vermögens. Verabschiedet wurde ferner ein zweites Gesetz zur Aenderung des Reichs st atthal- tergesehes, durch das das Beamten-Ernen- nungs- und -Entlassungsrecht, sowie das Begnadigungsrecht in bestimmten Fällen zur Entlastung des Reichsstatthalters auf die Landesregierungen übertragen werden kann. Schließlich wurde ein Gesetz über Ablösung der Kraftfahrzeug st euer verabschiedet und beschlossen, der Seeschiffahrt einen Betrag bis zu 20 Millionen Mark aus Reichsmitteln zur Verfügung zu stellen. Der vom Reichsernährungsministerium vorgelegte Entwurf zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse macht noch weitere Vorbesprechungen erforderlich und soll in der nächsten Kabinettssihung behandelt werden. Das Gesetz über die Ablösung der Kraftfahrzeug st euer ist insbesondere dazu bestimmt, der Wertminderung der Altwagen in gewisser Weise Einhalt zu gebieten, da durch den Paragraphen 2a des Kraftfahrzeug- steuergesehes vom 11. April d. I. alle nach dem 25. März zugelassenen Personenkraftwagen und Personen-Motorräder von der Steuer befreit sind. Der Altwagenhandel ist dadurch naturgemäß beeinträchtigt worden, da niemand mehr einen alten Wagen kaufen wollte. Das Gesetz über die Ablösung der Kraftfahrzeugsteuer sieht nun vor, daß auch Altwagen gegen Zahlung einer Ablösungssumme von der Kraftfahrzeugsteuer ganz befreit werden rönnen. Das würde praktisch dazu führen, daß die Altwagenhändler die Ablösungssumme selbst bezahlen und die Wagen dann steuerfrei verkaufen. Nach dem Gesetz kann jeder am 1. April in Betrieb gewesene Personenkraftwagen bzw. jedes Der- sonenkraftrad dergestalt befreit werden, daß vor dem 1. April 1933 zugelassene Fahrzeuge das dreifache der Jahres ft euer als Ablösung bezahlen, in der Zeit vom 1. April 1931 bis zum 1. April 1932 zugelassene Fahrzeuge das zweieinhalbfache, in der Zeit vom 1. April 1930 bis zum 1. April 1931 zugelassene Fahrzeuge das doppelte und in der Zeit vom 1. April 1929 bis zum 1. April 1930 zugelassene Fahrzeuge das eineinhalbfache des Jahresbetrags der Kraftfahrzeugsteuer entrichten. Die Anträge müssen bis zum 1. Oktober 1933 beim zuständigen Finanzamt gestellt sein. Der Betrag kann in zwei Hälften entrichtet werden, und zwar Die Hälfte bei Antragstellung, die zweite Hälfte ein Vierteljahr später. NGBO. und Gewerkschaften. Ein klärender Erlaß Schuhmanns Berlin, 26. Mai. (TU.) Der Führer des Gesamtoerbandes der Deutschen Angestelltenverbände, Walter Schuhmann, legt in einem Erlaß das Verhältnis zwischen NSBO. und den Gewerkschaften klar. Es heißt darin: Die Gewerkschaft stellt die wirtschaftliche, die 9kSBO. die politische Vertretung der Arbeiterschaft in den Betrieben dar. Der NSBO. steht ein Eingriffsrecht in die gewerkschaftliche Verwaltung nicht zu. Die Beauftragten der NSBO. empfangen ihre Weisungen nur von d er Deutschen Arbeitsfront oder den Beauftragten der NSBO. bei den Zentralstellen der einzelnen Verbände. Insbesondere sind aus der NSBO. b i € für d i e Führung der Gewerkschaften und deren Ausbau erforderlichen Amtswalter zu nehmen. Die NSBO. ist und bleibt der Vortrupp des deutschen Ar- beitertums. Es ist deshalb unerwünscht, daß gewerkschaftlich organisierte Arbeiter jetzt noch in die NSBO. eintreten. Im Einzelnen wird angeordnet: Es ist den Be; auftragten der NSBO. bei den Zentralstellen der einzelnen Verbände verboten, selbständig Rundschreiben an die ihnen unterstellten Gliederungen herauszugeben. Rundschreiben bedürfen der vorherigen Genehmigung des Führers des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiterverbände. Desgleichen hat sich jeder NSBO.-Beauf- tragte jeglicher Stellungnahme und Eingriffe in die NSBO.-Arbeit zu enthalten. Er hat sich lediglich an die ihm vom Führer des Gesamtoerbandes der deutschen Arbeiterverbände oorgeschriebenen Anordnungen zu halten. Darunter fallen auch alle Fragen der Beitragshöhe, Beitragszahlungen sowie Tarife oder Lohnsenkungen. Keine Beauftragten der NSBO. dürfen sich in Zukunft noch Kommissar nennen. Wer das trotzdem tut, wird seines Amtes enthoben. Er ist der Beauftragte der NSBO. zur vorläufigen Leitung des betreffenden Verbandes. Die NSBO.-Beauftragten haben das Recht, die bis zum 15. Mai 1933 nicht gezahlten Beiträge niederzuschlagen, sofern das frühere Mitglied seine Mitgliedschaft wieder auf nimmt. Diese Vergünstigung gilt bis zum 15. 9 u n t 1 9 3 3. Das NSBO -Mitglled, das zugleich Gewerkschaftsmitglied ist, soll künftig an die Gewerkschaft einen um den NSBO.-Beitrag gekürzten Beitrag zahlen. Besondere Anweisungen hierüber werden noch ergehen. Kunst und Wissenschaft. Generalmusikdirektor Heinz Bongarh nach Kassel verpflichtet. Generalmusikdirektor Heinz Bongarh, der seit einer Reihe von Jahren als erster Kapellmeister während der Saison in Bad-Nauheim tätig ist und in den letzten Jahren im Winter in Gotha wirkte, ist nach erfolgreichem Gastspiel (Wagners „Lohen- grin") als musikalischer Oberleiter an das Staatstheater Kassel verpflichtet worden. Dichtertag auf der Wartburg. In der Kemenate der Hl. Elisabeth auf der Wartburg fand vor geladenem Kreise der zweite Dichtertag der Wartburg-Stiftung statt, der feine besondere Weihe durch die feierliche Verleihung der Wartburg-Rose an vier deutsche Dichter fand. Ausgezeichnet wurden Hans Friedrich Blunck, bekannt durch feine Balladen und Romane, insbesondere durch den Roman „Volks- wende", ferner die Dramatiker Max Dreyer und Hanns Johst, der Dichter des „Schlageter", sowie die ostpreußische Balladendichterin Agnes M i e g e l. Mit der Verleihung der Wartburg-Rose will die Wartburg-Stiftung Dichter auszeichnen. Im Vorjahre wurde der verstorbene Paul E r n st, ferner Kolben. Heyer, Börries, Freiherr von Münchhausen, Hermann Stehr und Heinrich L i l i en- fein zu Rosen-Rittern ernannt. Vor der Verleihung, die mit alten Chorgesängen der Eisenacher Kurrende umrahmt war, hielt der 70jährige Max Dreyer eine Ansprache, in der er die Wartburg als das Symbol feierte, zu dem die deutsche Jugend heute wieder wie in den Hochzeiten des Deutschtums voll gläubiger Andacht und froher Begeisterung aufblicke. was will die „Deutsche Bühne"? Der Reichsleiter des Reichsverbandes „Deutsche Bühne EV." km Kampfbund der Deutschen Kultur, Dr. Walter Stang, sprach in Berlin vor Vertretern der Presse über Organisation, Ziele und Aufgaben der „Deutschen Bühne". Dr. Stang führte u. a. aus: Die verschiedenen Besucherorganisationen der vergangenen Jahre hatten stark weltanschauliche Motive. Sie hatten sich sehr schnell zu einem Selbst- zweck entwickelt. Alle Schäden zu überwinden, hat sich die „Deutsche Bühne" zum Ziel gesetzt aus der Erkenntnis heraus, daß das Theater eine künstlerische Einheit, ein Organismus des Volkstänzen ist, von dem der Besucher einen wesentlichen Teil abgibt, zu dem aber Darsteller und Dichter hinzukommen. Erst, wenn diese drei Faktoren in eine lebendige Wechselbeziehung gebracht werden, kann das Theater neu erstehen. Die „Deutsche Bühne" will dem deutschen Theater eine ideelle und wirtschaftliche Grundlage geben, auf der zunächst seine weitere Daseinsmöglichkeit geschaffen und durch unentwegte Werbung für ein neues deutsches Volkstheater das Volk an das Theater herangeführt wird. Die „Deutsche Bühne" hat aber auch die Möglichkeit, eine ganze Reihe von wichtigen Aufgaben des deutschen Theaterlebens selbst anzupacken. Es sei hin- gewiesen auf die Neuorganisierung i) es Provinztheaterwesens und des Wander- thcaterwesens. Im Zusammenhang mit den Aus- führungen von Dr. Stang wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die „Deutsche Bühne" die einzige von Der NSDAP, amtlich anerkannte und ermöglichte einheitliche Besucherorganisation des deutschen Volkes ist. Sie ist dazu bestimmt, alle vorhandenen Besucherstämme in fich aufzunehmen und ein» zugliedern. Die Deutsche Bühne wird der schöpferischen Initiative der Bühnenleiter und ihrer Dramaturgen nicht in die Zügel fallen. Selbstverständlich werden alle ihre Organisationen auf einen würdigen deutschen Spielplan bringen und nur den Aufführungen dieser Art ihren Besucher zuführen. Die Jagdgeschwader im Weltkriege. Von Reichsmimster Hermann Goering. Wir entnehmen den nachfolgenden hoch- bedeutsamen Aufsatz des Reichsministers H. Goering mit Erlaubnis des Verlages I. F. Lehmann, München 2 SW, dem Buche „3n der Luft unbesiegt" (2. Auflage. Herausgegeben von Mcyor P. G. Reumann. Geheftet 3.L0 Mk., Leinwand 4,50 Mk.) Deutschland besitzt zur Zeit zwar keine Angriffswaffen im Flugzeug; aber der von Minister Goering geschaffene Reichs- luftfchuhbund beweist, wie ungeheuer wichtig es für uns ist, sich mit allen Fragen der Luftfahrt, und besonders des Luftkrieges, vertraut zu machen. Das Buch von Reumann „In der Luft unbesiegt" ist für diesen Zweck unentbehrlich. Rachdem sich im Weltkriege mit rasender Geschwindigkeit die Erkenntnis Bahn gebrochen hotte, daß der Kampf gegen die uns schwer schädigende feindliche Luftmacht nicht durch Abwehrgeschütze vo der Erde aus geführt werden konnte, sondern day wir den Flieger durch den Flieger bekämpfen mußten, entstand die Kampf- bzw. Iagd- fllegerei. Man ging daran, rasch steigende, kleine Flugzeuge zu schaffen (Iagdeinsiher), die von großer Wcndiglctt und Geschwindigkeit bei guter Bewaffnung (Maschinengewehr) die Möglichkeit boten, den Gegner durch Luftkampf zu vernichten. Rachdem nun das Werkzeug hergestellt war, galt es, dieses taktisch richtig auszunutzen. Hierbei besaß man jedoch keinerlei Erfahrung. Und so waren es zunächst nur einige wenige, besonders ausgezeichnete Flieger, denen man diese Kampfflugzeuge anvertraute und die nun damit noch eigenem Ermessen den Luftraum durchkreuzten, den Gegner aufsuchten und vernichteten und somit in freier Jagd den Kampf in der Luft selbst aus- führten. Daher entstand der Rame Iagdfliegerei. Do der Gegner jedoch dasselbe Mittel anwandte und infolge seiner zahlenmäßigen Überlegenheit sehr bald die Luftherrschaft an sich riß, mußten auch wir daran gehen, die Iagdfliegerei in größerem Maße auszubauen. Die Erfahrungen unserer kühnen Helden Immelmann, Bölcke und anderer boten nunmehr eine taktische Grundlage. Man ging dazu über, die Iagdketten (drei Flugzeuge), Iagdschwärme (sechs Flugzeuge) und schließlich Jagdstaffeln (zwölf Flugzeuge) zu bilden. 3m Juli 1917 wurde versuchsweise das erfte Jagdgeschwader zusammengestellt, welches aus vier Jagdstaffeln bestand. Hierbei waren zweierlei Gründe maßgebend. Erstens hatte es sich gezeigt, daß der Engländer in seinen Luftschlachten in Flandern oft gleichzeitig mit über 50 Flugzeugen erschien und wir dieser Masse keinen einheitlich geleiteten Kampfverband von ausreichender Stärke entgegensetzen konnten. Zweitens war in der Person des Rittmeisters Freiherrn v. R i ch t h o f e n ein Jagdflieger entstanden, dessen höhere Führerbegabung in größe- rem Umfang., als es bei einer Jagdstaffel möglich war, ausgenüht werden muhte. Es folgten diesem Jagdgeschwader später noch einige andere. Der -3toed dieser Jagdgeschwader war, sie an Brennpunkten der Hauptkampffronten einzusehen, um Dort die feindliche Luftüberlegenheit zu brechen. Dre Taktik dieser Jagdgeschwader war eine außerordentlich schwierige. Galt es doch, rund 50 bis 60 Flugzeuge nach einheitlichem System und klaren Richtlinien in den Kampf zu bringen. Es blieb jedoch die Ausnahme, daß das gesamte Geschwader geschlossen eingesetzt wurde. Im allgemeinen erfolgte durch den Kommandeur der ftaffcltoeife Einsatz. Im allgemeinen war also die Taktik der Jagdgeschwader folgende: -.J^Pf Grund der einlaufenden Meldungen mußte sich der Kommandeur darüber klar werden, welche Streitkräfte er einzufehen hatte, um den Luftraum zu beherrschen. Dies geschah meist derart, daß eine Staffel nach der anderen eingesetzt wurde und somit immer eine gewisse Streitmacht über der sront kreuzte. Selbstverständlich ist dies nicht so aufzufassen, als ob es sich lediglich um Sperrefliegen handelte. Dieses Sperrefliegen hatte sehr bald den Kampfgeist der Staffeln ab- genutzt und abgestumpft. Aus diesem Grunde beschrankte sich der Einsatz lediglich auf zeit- toeife erhöhte feindliche Fliegertätigkeit, im Vorstoßen eigener Crkundungsflieger und der Deglei- tu.ng eigener Erdangriffe. Rur in besonders Ml'gen Fallen wurde das Jagdgeschwader geschlossen in den Kampf geführt. Die Taktik war im allgemeinen so, daß sich jede Staffel für sich sammelte und in sich geschlossen blieb. Diese geschlossenen Staffeln gruppierten sich dann- um den am tiefsten und allen vorausfliegenden Kommandeur derart, daß eine Staffel ihm im unmittelbar folgte, während die zweite nlttnfbtÄ Hn-fß °ben etwas zurück gestaffelt wurde und. die vierte Staffel über den drei anderen als Hauptreserve und Rücken- ^dung anzusehen war. Der Angriff eines solchen Geschwaders mußte mit ungeheurer Wucht und Stoßkraft geführt werden. Der Kommandeur suchte das Angriffsobjekt aus und gab dann das Signal zum Kampf. Während bisher im Fluge das Geschwader selbst eine dicht geschlossene Masse bildete, galt es, den Angriff rechtzeitig zu entwickeln, die Abstände zu vergrößern, um für den Einzelkampf beweglicher zu sein. Es war dann etwa so, daß die mittlere Staffel in den Kern des gegnerischen Geschwaders stieß und dieses auseinanderzusprengen versuchte, während gleichzeitig die beiden Flügelstaffeln den Gegner zu umfassen und aüzuschneiden suchten und die Reservestaffel diesen Kampf gegen weitere feindliche Angriffe von oben deckte bzw. auf abgesplitterte oder aus dem allgemeinen Kampffeld herausgetretene Einzelgegner stürzte, um diese zu vernichten. War der Kampf beendet, so sammelten die Staffelführer, indem sie über einen bestimmten Platz kurvten, um die in dem Kampf selbst auseinandergekommene Staffel wieder zu einer festen Formation zufammenzufchliehen. Diese führten sie dann dem Geschwader-Kommandeur in derselben Gliederung wie vorher zu, so daß das Geschwader für einen neuen Kampf bereinigt war. Außer diesen Luftkämpfen hatten die Geschwader noch eine zweite Aufgabe zu lösen. War es ihnen gelungen, die Luftherrschaft zu erringen, und der Gegner selbst aus dem Luftraum weggefegt, so blieb es für den Kommandeur eine dankenswerte Aufgabe, mit feinem Geschwader in den Erdkampf einzugreifen. Dies geschah derart, daß auf fein Signal die vier Staffeln in breiter Front aufmarfdjierten und im Sturz- fluge auf das Erdziel losgingen: auf marschierende Kolonnen, auffahrende Artillerie, rückwärtige Batteriestellungen und vor allem auf die der Infanterie so gefährlichen Tanks. Ich will mich befchränken, m diesem kurzen Umrih über die Taktik der Jagdgeschwader nur baä zu erwähnen, was in dem vergangenen Weltkrieg tatsächlich ausgeführt worden ist, und an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wie auf Grund der gemachten Erfahrungen die Taktik der Jagdgeschwader noch weiter ausgebaut worden wäre. Aber wir wissen alle, daß wir bezüglich der Tätigkeit der Luftwaffe noch ungeahnte Möglichkeiten vor uns hatten und daß das vorhin Gesagte lediglich die erste Anwen- dung und die Grundbasis der Zusammensetzung und Taktik der Jagdgeschwader bildete. Jetzt da wir durch den Schandvertrag von Versailles vorläufig über keine Luftmacht verfügen, erscheint es auch müßig, sich mit den erweiterten taktischen Problemen dieser Waffe zu befassen. Dies wird die grandiose Aufgabe der Führer fein, die in dem zukünftigen gewaltigen Ringen, dem Entscheidungskampf um Deutschlands Freiheit, be- I rufen sind, unsere Kampfgeschwader zu denselben | Siegen und den gleichen Erfolgen zu führen, wie es ein Richthofen verstanden hat, das erste deutsche Jagdgeschwader zum Schrecken seiner Feinde zu machen. Viel Lärm um Nichts. St. Bürokratius wird augenscheinlich nirgends so verehrt wie in Frankreich. Das zeigt wieder einmal eine Geschichte, die Pariser Blätter erzählen- Eine Frau C., die Witwe eines im Südosten Frankreichs verstorbenen Herrn, der ein Konto bei einer Post-Eparbank hatte, wurde durch ein offizielles Schreiben dahin unterrichtet, daß eine Summe von 0,03 Francs, also von '/, Pfennig, sich noch auf dem Konto befinde. Das denkwürdige Schriftstück lautet: »3ch habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß nach dem Tode des Herrn Louis C. sein Konto aufgelöst wird und von diesem die Summe von 0,03 3red. den Erben ausgezahlt werden muh. Diese Zahlung erfolgt nach Einreichung einer gestempelten Vollmacht, die direkt an die Bank gesandi werden muh. Diese Vollmacht kann auf dem Rathaus in Empfang genommen werden, nachdem allen Formalitäten genügt ist. Das Dokument muh die Schluh- Summe der Dankrechnung, die Rümmer des Kontos und die Ramen der Erben enthalten. Rach Empfang erfolgt die sofortige Auszahlung durch Scheck. R S. Wenn diese Vollmacht nicht eingereicht wird, dann wird die Summe nach Ablauf von 10 Jahren Eigentum des Staatsschatzes." Oie Wunderuhr auf -em Eiffelturm. Der Eiffelturm hat jetzt eine neue Sehenswürdigkeit erhalten, nämlich eine Uhr, die manche Besonderheiten besitzt. So soll sie die Größte der Welt sein, denn die Zifferblätter der berühmten Uhr von Chicago haben nur einen Durchmesser von 14", m, während der Durchmesser derjenigen der Eiffelturm- Uhr über 20 m beträgt. Das eine Zifferblatt liegt auf der Seite des Turms, die nach dem Trocadero gerichtet ist, während das andere nach der Place de la Concorde hinüberblickt; sie befinden fich zwischen der zweiten und der dritten Tlatt- form und liegen an ihrem tiefsten Punkt 269 m übet dem Erdboden. Die Zifferblätter, die eine starke Leuchtkraft haben, sind nur im Dunkeln sichtbar; fie besitzen keine Zeiger, sondern ein Kreis von Lampen zeigt die Stunden und Minuten an, und zwar flammt immer eine Reihe Lampen für jede Stunde unö eine andere für jede Minute in grünem und rotem Licht auf. Diese Lichter sind bei gutem Wet- ter vom Montmartre aus, etwa 5 km entfernt, zu sehen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Besuch des HeichsstatthalterS in Gießen. Am morgigen Sonntag wirb her Herr Reichsstatthalter und Wauletter Sprenaer um 10,45 Uhr in (Liehen zum Bcfuchc ber Provinzialhauplsladt eintreffen. Der Herr Reichsstatthalter wirb von Butzbach her über Wroßen-Uinben kommen. Am Eingang zur Stabt in ber Hohe ber Schubert sl raße ist ihm juin Gruß <'”c Ehrenpforte errichtet worben. Die (jabrl wirb burdj ble Frankfurter 5trabe, Sei- tersweg, Sonnenftrafoe, Brandplatz zum 2a nb- araf-Philipp-Platz gehen. Hier werben ihn Abordnungen aller BeKorben, bas Offizierkorps unseres Bataillons, bie SA., bie SS., bie Polizeibeam- tenschast unb bie in Sieben stationierte ©enbarmerie, sowie zweifellos eine große Menschenmenge empfangen. Die Begrüßungsansprache an ben Herrn Reichsstatthalter wirb von bem Kreispropagandaleiter ber NSDAP. Herrn Hopfenmüller gehalten werben. Hierauf wirb ber Herr Reichs st atthalter mit einer Ansprache antworten. Damit bie Reben auf bem weiten Platze überall gut zu oerstehen finb, werben Lautsprecher zur Uebertragung aufgestellt, ,o baß also jebermann an jeber Stelle bes Platzes alle Worte gut oerstehen kann. Nach ben Ansprachen wirb Herr Reichsstatthalter bie Vorstellung ber Spitzen ber staatlichen unb städtischen Behärben, sowie bes ftommanbeurs bes Bataillons entgegen» nehmen. Anschließend wirb er bie Front ber Poltzei, Gendarmerie unb SA. abschreiten. 3m Rahmen dieser Begrüßungsfeier wirb auch bie Uni oerfi tat bem Herrn Reichsstatthalter ihre Hulbigung barbringen. Als Vertreter ber Uni- oersität werben Se. Magnifizenz ber Rektor Prof. Dr. Jeß, der Kanzler Der Unioerfität, Prof. Dr. Rubolf Herzog, der Exrektor Pros. Dr. D a n f e • low, bie Dekane Prof. D. Cor hier, Prof. Dr. Eger, Prof. Dr. Bürker, Pros. Dr. Schauder, Prof. Dr. Sefsous, der Vorsitzende ber Alsistentenschaft Dr. Eichler, als Vertreter der Doerbeamten Unioersitäts-Bürodirektor Erle, als Vertreter ber Unterbeamten Oberpedell Kreiling, als Vertreter der Studentenschaft deren Sprecher Bernhard Edler von Graeve, ber Stellvertreter des auswärts weilenden Führers ber Studentenschaft stud. jur. Otto Müller unb der persönliche Referenz des Führers stud. med. Hey zugegen fein. 3m Anschluß an bie Begrüßungsfeier wird der Herr Reichsstatthalter noch mehrere Straßen der Stabt passieren unb bann über Reiskirchen nach Grünberg weiterfahren. Es darf wohl als selbstverständlich erwartet werden, daß die Bürgerschaft bem Herrn Reichsstatthal- ter zu Ehren bie Häuser in reicher Weise mit Flaggen schmückt. Ausruf zur Unterstützung der aus Oesterreich ausgewiesenen Deutschen. Soeben erreicht mich die Meldung von der Ankunft einer großen Anzahl aus Oesterreich ausgewiesener Deutscher; ungezählte werden noch folgen. Ihrem Wirkungskreis gewaltsam entrissen, ohne Einkommen, ohne Obdach, in ihren Herzen die Dekenntnisfreude zum großen Deutschen Reich sind sie auf reichs - deutsche Llnterstühung angewiesen. Die kleinste Verzögerung in der Hilfe hat ungeheueres Elend zur Folge I Ich wende mich deshalb an diejenigen Stände, die heute noch über ein gesichertes Einkommen verfügen und bitte jeden, nach seinem besten Können ohne Vernachlässigung seiner bisherigen sozialen Pflichten durch die Tat sein Bekenntnis zum großen deutschen Volkstum durch rasche Hilfe zu beweisen. Alle ®roft- firmen der Industrie und des Handels bitte ich herzlich, in die vorderste Linie derHilfs- front zu treten und Einzahlungen zu leisten auf das Konto RS.-Rothilfe im Gau München, x Händen der Gattin des Herrn Reichsinnenministers Dr. Frick, Frau Elsbeth Frick, Deutsche Dank und Diskonto-Gesellschaft München, Len« bachsplay. Für jede Spende danke ich im Ramen unserer deutschen Brüder in Oesterreich! Der Sonderkommissar für den Dolksstaat Hessen und die Provinz Hessen-Rassau: gez. v. LI l r i ch, Generalinspekteur, Ortsgruppenführer, M. d. R. Oer Siahlhelmtag in Gießen. Dom Stahlhelm (D. d. F.), Dau Hessen-Rord, wird uns geschrieben: Der Landcsführer des Landesverbandes Groß- Hessen des Stahlhelm (B- d. F.), Kamerad Kapitän z. E. a. D. Weiße wird am Samstag, 27. Mai, 15-43 LI h r, in Gießen eintreffen. Zu seinem Empfang stellt die Ortsgruppe Gießen eine Ehrenkompanie am Bahnhof. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wird der Landesführer die Front abschrciten. Die Kompanie rückt anschließend zum Stahlhelm- heim, in dem um 17 LIHr der feierliche Festakt stattfindet. Die Wehrsportkämpfe am Sonntag, 28. Mai, beginnen um 7 LIHr mit einem Gepäckmarsch der einzelnen Gruppen. Llm 8.30 LIHr findet auf dem Trieb ein Feldgottesdienst statt, an dem auch das hiesige Bataillon teilnimmt. Anschließend nehmen die Wehrsportkämpfe auf dem Trieb ihren Fortgang. 3n der Zeit von 11.15 bis 12.15 LIHr wird die Stahlhelmkapelle auf dem Hindenburgwall ein Platzkonzert veranstalten. Der um 14.30 LIHr beginnende Marsch durch die Stadt geht vom Oswaldsgarten aus und wird folgende Straßen berühren: Wernerwall, Hitlerwall, Landgrafenstraße, Landgraf-Philipp- Platz, Drandplatz, Kanzleiberg, Sonnenstrahl:, Seltcrsweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße, Löwcngasse, Goethestraße, Lud- wigstrahe, Ludwigsplah, Kaiferallee nach dem Trieb. Zu dem kameradschaftlichen Zusammensein um 16 LIHr und ab 20 LIHr sind alle Freunde des Stahlhelms mit ihren Angehörigen herzlich eingeladen.' Abschiedsfeier füfZniendantOi-.pl-asch Aus bem Stabttfjeaterbureau wirb uns geschrieben: 3ntenbant Dr. Rolf Prasch, ber in ber Zeit feines hiesigen Wirkens trotz aller Fährnisie unb Schwierigkeiten bas Stabttheater Gießen zu einer in Theaterkreifen sehr beachtlichen Höhe gebracht hat, scheibet mit Schluß ber Spielzeit aus feinem hiesigen Aufgabenkreis aus, um ber ehrenvollen Berufung als General-Intendant bes Heß'. Lanbestheaters zu Darmstadt Folge zu leisten. Aus diesem Anlaß findet am Mittwoch, 31. Mai, eine Abschiedsfeier stall, bi* auf Wunsch des scheidenden Intendanten nur im schlitzten Rahmen gehalten wird. Im Anschluß an bie Ausführung: „Schlageter" wirb Bürgermeister Dr. Hamm im Namen ber Stabtoerwaltung, bes Theaterpublikums unb bes gesamten Personals in kurzer öffentlicher Feier Dr. P r a s ch für fein künst- lyrisches unb menschliches Mühewalten um bie Gießener Bühne banken. Dann wirb Dr P r a s ch in kurzer Erwiberungsansprache sich vom hiesigen Theater, seinem Publikum unb ber Stabt verabschieden. Werbeabend des Hitler-Jungvolks. Das Hitler-Jungvolk, die Gießener „Welfen" vom Stamm ber Chatten, veranstaltete am Mittwoch- abenb im Cafe Leib einen wohlgelungenen Eltern- abenb. Der Saal war schon lange vor Beginn fast voll besetzt. Die Kapelle des Jungvolks Butzbach eröffnete ben Abenb mit einem fdjneibigen Marsch ber Spielleute, währenbbern bie Wimpel in ben Saal gebracht würben. Das Jungvolk folgte bann in überaus stattlicher Anzahl, ebenso bie Hitler-Iugend unb ber Bund beutscher Mädchen. Frischer Schargesang eröffnete das Programm des Abends. Ein kurzer Dorspruch, weiterer flotter Gesang, ©efaUenenge» denken in einem finnigen Vers und dem Lied vom fluten Kameraden feffeleten die Aufmerksamkeit ber Zuhörer. In einem weiteren stimmungsvollen ©e dicht hörte man von ben ©rädern ber Gefallenen des Weltkrieges. Stammführer Hain- Butzbach hieß bann zunächst die Vertreter ber Behörden, die Hitler-Jugend, die Mitglieder des BdM., insbesondere aber die Eltern herzlich willkommen. In seinen weiteren Ausführungen sprach er von dem jahrelangen Sehnen der Jugend nach einer neuen Form und nach neuem Lebensinhalt. Beides sei zu aller Freude durch den Geist des Führers zur Wirklichkeit geworden. Nun wolle die Jugend hineinwachsen in das Reich, sie wolle dazu beitragen, daß deutsche Lebenswerte erhalten und in die Zukunft getragen werben. Die Iugenb fei nicht mehr ohne Hoffnung, sie bekenne, daß sie immer dem treu ein wolle, was dem Reiche und dem Vaterland romme. Für alle Jugendlichen, die heute noch ab» eits stehen, sei es Zeit, sich einzureihen und dabei zu sein im Geiste einer eisenharten Kameradschaft aus der deutschen Brüderlichkeit heraus. Jeder Einzelne müsse sich dienend der Gesamtheit unterordnen, denn der Einsatz für die Volksgemeinschaft allein fei wahrer Sozialismus. Im Opfer und im Geiste fühle man sich einig mit den deutschen Frontsoldaten bes Weltkrieges. Die Jugend wolle sich dabei nicht in irgendeinen Gegensatz zu der älteren Generation stellen, sondern einig mit ihr sein in dem Gedanken: alles für Deutschland! Der Kampf der Jugend gehe nicht um ihre eigenen Vorteile, sie fei vielmehr erfüllt von dem großen unerschütterlichen Glauben an Volk und Vaterland. Niemals wolle sie abgehen von den Zielen der Gemeinschaft im vaterländischen Sinne. Man wolle die-Fahnen rein erhalten und sich immer zum Germanentum bekennen. Es dürfe aber nicht vergessen werden, daß hinter Staat und Volk immer der blutvolle Mensch und die begeisterte Jugend stehen müsse. In Scharen müsse die Elternschaft die Jugend zum Jungvolk schicken, um auch jene, die noch fernstehen, mit begeistern zu können für die deutsche Sache, denn einst werde das Jungvolk zu Männern heranwachsen, die bas Vaterlanb tragen unb bewahren wollen! Lebhafter Beifall dankte dem jugendlichen Redner für seine von glühender Vaterlandsliebe getragenen Worte. Der restliche Teil des Abends brachte lebhaften Schargesang, auf der Bühne wurde in vielen Bildern das Leben und Treiben in einem Jungvolk- lager dargestellt und die einzelnen Szenen (man sah eine richtiggehende Zirkusvorstellung dabei) mit viel Unbekümmertheit und ursprünglichem Humor wiedergegeben. Schargesang, das bekannte Fichte-Wort „Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben . . das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und ein begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beschlossen den Abend. Sonntagsrückfahrkarten zum Zunglandbundtag in Nidda. Dom Bahnhof Gießen wird uns geschrieben: Am morgigen Sonntag, 28. Mai, findet in R i d d a der Iunglandbundtag der RSDAP. statt. Zu der Veranstaltung werden von allen Bahnhöfen der Strecken Gießen—Gelnhausen. Friedberg—Hangen—Mücke. Friedberg—Ridda— Schotten. Dilbel-Rord—Stockheim—Lauterbach- Rord, Gießen—Lauterbach-Rord. Lollar—Vilbel- Rord und Lollar—Grünberg Sonntagsrückfahrkarten nach Ridda ausgegeben. Die Karten haben die für Sonntage allgemeine übliche Geltungsdauer. Sonderzüge und Sonntagsrückfahrkarten zum Zirkus Krone in Gießen. Aus Anlaß des Gastspiels des Zirkus Krone in Gießen vom 29. bis 30. Mai hat die Reichsbahn folgende Sonderverbindungen eingelegt: Richtung Gießen — Friedberg ab Gießen 0.42 LIHr. (Sonderzug) Richtung Gießen — Ridda ab Gießen 23.34 LIHr (40 Minuten später wie Fahrplan), Gießen — Grünberg ab Gießen 23.30 LIHr (30 Minuten später wie Fahrplan), G i e - hen — Haigerab Gießen 23.30 LIHr (30 Minuten später wie Fahrplan), Gießen — Marburg ab Gießen 23.26 LIHr (40 Minuten später wie Fahrplan) und für Rachmittagsbesucher fährt an beiden Tagen in der Richtung Gießen — Weilburg der Zug ab Gießen 18.28 LIHr. Während der Dauer des Gastspiels werden von allen Bahnhöfen in einem LImkreis von 30 Kilometer um Gießen für Zirkusbesucher Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die am Zirkuseingang zur Kontrolle abgestempelt werden müssen. Nichtpreise für den Butterkleinhandel. Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird den Beschwerden, daß der Einzelhandel seine Gewinnspanne beim Verkauf von Butter prozentual berechnet, Rechnung tragen, indem er von jetzt ab laufend den Butter - Kleinhandelspreis bekanntgibt, den er für angemessen erachtet. Der Reichskommissar steht auf dem Standpunkt, daß es unter den heutigen Der- hältnissen nicht berechttgt ist, derartige prozent- mäßige Zuschläge zu erheben. Auch die Erhebung eines prozentualen Aufschlages auf die Fettsteuer durch den Kleinhandel wird als nicht berechttgt erklärt. Daten für Samatan, 27. Mai. 1676: Der protestantische Liederdichter Paul Gerhardt in Lübben geft — 1564: Johannes Calvin gest. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Bund ber Frontsoldaten, 17 Uhr, Stahlhelmheim, Festakt — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Meisterdetek- tto". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Sprung in ben Abgrund". — Aus bem Stpdttheaterbüro wirb uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr letzte Operetten- Vorstellung ber Spielzeit und 31. Vorstellung im Mittwoch.Abonnement. Zur Aufführung gelangt bie Operette „Lifelott" von Künnecke unter der Leitung von Wrede-Cufö-Bäulke. Ermäßigte Dpe- rettenpreife. Ende 22.30 Uhr. — Sonntag, 28. Mai, bleibt das Theater geschlossen. — Dienstag, 30. Mai, einmalige Ausführung des Eifenbahnromans in neun Kapiteln „Die Nacht zum Donnerstag" von Leo Lenz unter der Spielleitung von Karl Hey - f e r und mit unserem früheren Mitglied Alix Kräh- mer als Gast. Die Veranstaltung ist außer Abon- nement unb zu gewöhnlichen Preisen. Anfang 20 Uhr, Enbe 22 Uhr. — Montag, 29. Mai, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung ber Arbeitsgemeinschaft ber Militärverbände mit einer Aufführung von Hanns Johst's Schauspiel „Schlageter . — Mittwoch, 31. Mai, letzte Vorstellung der Svielzeit 1932/33 unb letzte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf Prasch Aufführung des Schauspiels „Schlageter". Abschieds- Vorstellung für ben scheidenden Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. Gewöhnliche Preise. Ansang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. e ** Probevorlesung. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Dr. med. I. Iacobi, der sich für das Fach der Neurologie und Psychiatrie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wirb am Donnerstag, 1. Juni, 18 Uhr, in ber kleinen Aula seine öffentliche Probe- Vorlesung halten über bas Thema: „Allgemeine chemisch-physiologische Untersuchungsmethoden in ber Neurologie unb Psychiatrie mit besonderer Berücksichtigung ber Pathophysiologie des Blutes". ,e Benefizvorstellung der Mitglieder desGießenerStadttbeaters. Man schreibt uns: „Krieg im Frieden". das entzückende Lustspiel von Moser und Schönthan, kommt am Freitag, 2. Juni, erstmalig und einmalig unter der Spielleitung von Karl D o l ck als Denefizvorstellung zur Aufführung. Alle, die einen lustigen, harmonischen, schönen und von aller Last unbeschwerten heiteren Abend verleben wollen, mögen ihren Weg am Freitag ins Theater nehmen. Alle Theaterfreunde Gießens, d'e für die Leistungen und für die Arbeit des Ensembles sich dankbar erzeigen wollen, werden sicher diese Ausführung besuchen, zumal der Reinertrag der Veranstaltung den Künstlern zugute komGt. Die Deranstalter machen besonders daraus aufmerksam, daß die Dorstellung — um allen die Möglichkeit des Besuches zu gewähren — zu gewöhnlichen Schauspielpreisen stattfindet und erst um 20.15 LIHr beginnt. Der Vorverkauf beginnt heute. Kasfenstunden wie üblich. *• Maienblase n. Bei dem heute um 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche aus stattfindenden Maienblafen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: „Wenn ich o Schöpfer deine Macht". 2. „In dem hohen Reich der Sterne" von Zwingli. 3. Jägers-Abschied vom Walde. *• Besuchszeiten derMuseen. Die städtischen Museen und Sammlungen im Alten und 'Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Schlageter-Gedenkseier im Sladtlhealer. Die gestrige Aufführung des vieraktigen Schauspiels „Schlageter" von Hanns Iohst (Spielleitung Generalintendant Dr. P rasch) war in besonderer Weise dem Gedenken des Todes des Freiheitskämpfers Albert Leo Schlageter gewidmet. Das Theater war außerordentlich gut besucht, ein Zeichen dafür, daß auch die Bürgerschaft unserer Stadt sich einig weiß mit dem Geist des Opfers, das Albert Leo Schlageter seinem Vaterlande brachte. Einen würdigen Auftakt erhielt die Feier durch einen Dorspruch von Paul R i e r e n, der als ehemaliger Angehöriger einer Aktionsgruppe und persönlicher Bekannter Schlageters berufen war, Wor^e der Erinnerung an den Helden zu sprechen. In diesem Dorspruch wurde die Tat Albert Leo Schlageters zum Symbol für den Willen zu einem freien Deutschland, und die letzten Woxte des Sterbenden „Es lebe Deutschland!" zum Gebet erhoben. Sodann sprach Bernhard Edler v- G r a e v e, der Sprecher der Gießener Studentenschaft, der u. a. sagte: Rach einer Reihe von Feiern, die hinter uns liegen, nach Festlichkeiten, über denen die Fahnen des neuen Reiches flatterten, senke man heute die Fahnen am Grabe eines Helden, den Deutschlands Auferstehung als erstes Opfer gefordert habe. Dor zehn Jahren habe das Blut Albert Leo Schlageters, verraten von eigenen Volksgenossen, die Heimaterde gefärbt. Es habe sich dabei erwiesen, daß der Deutsche nur durch den Deutschen bezwungen werden könne. Der Verrat habe den Besten getroffen: Schlageter! Die französischen Kugeln, die den prächtigen Frühlingstag vor zehn Jahren zerrissen, hätten überall in Deutschland die Herzen junger Kämpfer zerrissen, und die Dlutsaat, das Blut, das den Heimatboden gefärbt habe, sei herangereift zur Ernte. Der Raine Schlageter sei Mythos geworden. In der Heldengeschichte seines Volkes sei sein Leben und Tod zum Ewigkeitswert geworden. Er habe auf dem Altar des Vaterlandes das Opfer seiner Lebens gebracht, ohne Klage und ohne Schmerz. Er habe nicht das Leben verachtet, er verachtete es aber, als er cs dem Zufall preisgcgeben gesehen habe- Ein Mensch, der im Herzen seines Volkes lebe und sich erfülle, fei ein höher gearteter Mensch, den kommenden Geschlechtern ein Vorbild. Er lasse in seinem Beispiel sehen, was groß und wahr sei. Er lasse uns schöpfen aus dem Dorne seines Heldentums, ewige Kräfte über ewige Zeit- Das deutsche Volk lebe, weil es aus diesem Dorne schöpfe und immer schöpfen werde. So erwüchsen Helden, die das Leben einsehten, wenn es gefordert werde. Ein Mensch lebe nur, wenn er für sein Dolk lebe. Diele deutsche Menschen lebten, kämpften, bluteten und starben seit Albert Leo Schlageters Tod für ihr Volk. Deren Blut sei aufgegangen. Die Toten, die ihr Leben gaben, feien bei uns, sie marschieren, wie es im Liede heiße, mit uns. Neben Leo Schlageter marschiere ein Horst Wessel unb neben ihnen seien hunderte von Kameraden. Wir aber sollen nicht trauern und flogen, sondern kämpfen und ihr Gedächtnis bineintragen in die deutsche Zukunft. Es gelte, das Gelöbnis abzulegen, daß wir das Werk vollenden, daß mir alle wie Schlageter fest und kalt das meistern, was er meisterte im Willen, der über uns lebe, voll eines Glaubens an unseres Volkes Berufung unb Zu- fünft. Mit einem eindrucksvollen Vers, der allen Willen zur Freiheit, die ernste Mahnung zur rechten Verwaltung bes Erbes der Helden und den Glauben an unseres Volkes Zukunft im klaren Wort vereinigte, und mit dem Rufe „Heil Hitler!" beschloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Das äußere Bild für den Vorfpruch und bie An- spräche war dem Ernst der Feier angepaßt. Die Bühne zeigte keinerlei Ausschmückung. Auf der Bühne halten nur die Chargen der studentische,» Korporationen im offenen Viereck Aufstellung genommen. Nach einer kurzen Pause gelangte das Schauspiel „Schlageter" zur Aufführung, bas den Besuchern das Gewissen schärfte für bie Verpflichtung um das Erbe des Opfertodes des Helden Albert Leo Schlageter. Große Erfolge der hessischen Landwirsschaft ans der Denlschen Wanderausstellung der ÄLG. in Berlin Don der Landwirtschaftskammer für Hessen wird uns mitgeteilt: Wenn auch durch die große Entfernung bes Ausstellungsortes Berlin von Hessen sich eine weniger umfangreiche Beteiligung der hessischen Landwirtschaft aus der großen Wanderschau der Deutschen La.ndwirtschaftsaesellschaft wie im vorigen Jahre, wo diese Ausstellung in Mannheim stattfand, ergeben mußte, so ist doch die hessische Landwirtschaft auch in diesem Jahre auf der Schau in bester Weise vertreten. Dort tritt die Landwirtschaft der verschiedenen deutschen Gauen miteinander in Wettbewerb. Bei diesem Wettbewerb hat auch in diesem Jahr Hessen große Erfolge auszuweisen, ein Beweis für die Leistungsfähigkeit unserer hessischen Landwirtschaft unb bie fortschrittliche Arbeit bes hessischen Landwirtes und Winzers. 3m Rahmen ber Beteiligung bes mitteldeutschen Rotoiehzüchteroerbandes hat bie Provinz Oberhefsen drei Vogelsberger ausgestellt. Alle drei Tiere wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet, gewiß ein hervorragender Erfolg. Daß die Vertretung der hessischen Ziegenzucht auf einer so großen Wanderschau wie in Berlin nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich. Die große Sammlung Ziegen des Landesverbandes der hessischen Ziegenzuchtoereine erhiett den 1. Samin- l u n g s p r e i s. Den la-Familienpreis holte sich der Ziegenzüchter Philipp Räd^e IX. in Pfung- stabt, ber auch für seine Ziege „yrieba" einen la- Preis und Siegerpreis erhielt. In ben einzelnen Klassen entfielen auf bie hessischen Ziegenböcke unb Ziegen bret la» unb 1. Preise, vier 2a« unb 2. Preise, drei 3. Preise, vier 4. Preise und drei Anerkennungen. Die Erfolge der hessischen Ziegenzucht sind auch in diesem Jahr wieder hervorragende. Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft hat Hessen im scharfen Konkurrenzkampf mit anderen Ausstellungsgauen ebenfalls vorzüglich abgefchnitten. Auf hessische Aussteller in den Sammelausffel- lungen, die durch bie Milchwirtschaftliche Versuchsanstalt mit Hessen-Rassau gemeinsam veranlaßt worben war, entfielen auf Markenrohmilch insgesamt vierzehn L unb vier 2. Preise, außerdem ein Siegerpreis, den Gutspächter Müller- Georgenhausen für eine Markenrohmilch erhalten hat. Aus dauererhihte Milch hessischer Ge- nossenschafts- unb Privatmolkereien entfielen neun 1. unb zwei 2. Preise, ferner auf verschiebene Ausstellungserzeugnisse noch brei 2. Preise. Einen besonders großen Erfolg hatte bie Weinausstellung. Hier entfielen auf bie hessischen, unb zwar ausschließlich rheinhessischen Weine: Sechzeyn 1. Preise, ^werundzwanzig 2. Preise, elf 3. Preise unb acht Anerkennungen, insgesamt also 49 Preise unb 8 Anerkennungen. Außerdem entfielen auf Hessen zwei Siegerpreise, darunter bie silberne Staatspreis- münze bes Rei ch s er näh r un g sminist e r i u m s auf einen Wein von Fritz Hassel- bach in Rierstein unb bie silberne Staatspreismünze bes Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft auf einen Wein bes Schloßgutes Schmibt, Guntersblum. Der Lanbwirtschaftskammer-Ausschuß für Rheinhessen, ber vier Weine (barunter Müller Thurgau) ausgestellt hat, konnte auf bie vier Weine vier 1. Preise erhalten. In bet Tabakausstellung entfielen auf bie hessischen Aussteller zweiundzwanzig 1. Preise, einunbbreifoig 2. Preise, neun 3. Preise unb eine Anerkennung, insgesamt also 62 Preife unb eine Anerkennung. Außerbem würben noch 7 Ehrenpreise als Zuschlagspreise zuerkannt. Gewiß ein guter Erfolg bes hessischen Tabakbaues, ber hier zu verzeichnen ist. Das Versuchs - unbMustergut Groß- LI m st a b t hatte im Rahmen ber beutschen Gartenbauausstellung, bie neben der großen Wander- ausstellung ber DLG. zu gleicher Zeit in Berlin ftattfanb, ebenfalls ausgestellt unb erhielt bott für hervorragende Leistungen auf bem Gebiete des Treibgemüsebaues bie silberne Mebaille ber Badischen Landwirtschaftskammer. Auch in Gruppe Käse waren verschiedene hessische Molkereien im Wettbewerb tätig, und zwar mit hervorragendem Erfolg. 1. Preise und Siegerpreise erhielten die Molkereigenossenschaft Groh-Felda, für Handkäse die Mainzer Käserei Einsiedel-Königstädten und Steinmetz, Rohdorf. Rundfunkprogramm. Sonntag, 28. Mal. 6.35: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Morgenfeier. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 11.15: Von Köln: Auflagesettbung: Rede des Herrn Ministerpräsidenten Goering auf der Golzheimer Heide, der Aichtstätte Albert Leo Schlageters. 11.45: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate. 12.15: Konzert. 12.50: Dom Rürburgring: I. Bericht vom Eifelrennen. Vom Ziel des Motorräderrennens. 13.20: Mittags-Konzert. 14.15: Vom Rürburgring: II. Bericht vom Eifelrennen. Vom Start des Wagenrennens. 14.55: Stunde des Landes. 15.3(f: Stunde der Jugend. 16.30: Vom Rürburgring: Hl. Bericht vom Eifelrennen. Vom Ziel des Wagenrennens. 17: Von Köln: Auflagesendung: Hörbericht Kruppscher Arbeiter 18: Antcrhaltungstonzert des Mundfunk-Orchesters. 19: Zwischenspiel. 19.40: Von Caub: Lotsenstation. 20.05. Von Berlin: „Der Weg der Operette." Musikalisches Zeitbild. 22.45: Von Königsberg: Llnterhaltungskonzert der Danziger Schutzpolizei. Tllontag, 29. Mai. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: „Anselm Feuerbach, ein Frankfurter und deutscher Jurist." Ein Zwiegespräch zum Gedächtnis feines 100. Todestages zwischen Aniv.-Professor Dr. Heinrich Voelcker und Dr. jur. Car. G. Cornelius. 18.15: Schnellkursus in italienischer Sprache. Don Lino Müsala. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. Das Erbe der Däter. Don Martin Raschke. 20: Strauß-Konzert. 21: Deutschland ehrte Schla- geter. 21.15: Violin-Konzerte. 22.45 bis 24: Rachtkonzert. Dienstag, 30. Mal. 7.15: Frühkonzert. 11: Hausfrauen-Funk. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: „Aus der Praxis eines Strafanstaltpfarrers." — Don A. Ebbecke. 18.30: 3X5 Minuten. 18.45: Kurzberichte vom Tag. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. Abbu Hassan. Komische Oper in einem Aufzug von Carl Maria von Weber. 20: Freiburg: Volksmusik des 1. Freiburger Mandolinen- und Gitarrenvereins. 20.30: Zum Schwäbischen Heimattag, Pfingsten 1933. Schwaben und Deutschland. Ansprache: Kultusminister Mergenthaler. 21.30: Llnterhaltungskon- zert des Württ. Landes-Symphonieorchesters. 22.45 bis 24: Tanzmusik » Mittwoch, 31. Mal. 7.15: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. Lehrstück und Schulkantate." Von Hans Rosbaud. 11: Hausfrauen-Funk. 12: Mittagskonzert I. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Rach- mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters 18: „Der Heiligenmaler." Rovelle von Alf Teichs. 18.25. Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. 12 Bilder aus der Skagerrak-Schlacht. 20: Bad Kissingen: Konzert der Münchener Philharmoniker 21: Heiteres Zwischenspiel. 21.15: Johannes Drahms. Streichquintett Rr. 1 5-Dur, op. 88. 22. Deutscher Almanach. 22.45 bis 24: Racht- mufik. . _ , Donnerstag, 1. Juni. 7.15: Frühkonzert erwerbsloser Derufsmusiker. 10 20 bis 10.50: Schulfunk. 11: Hausfrauen- Stunde. 12: Militärkonzert des Musikzugs der Standarte 117 (Mainz). 13.30: Mittagskonzert II. 15.30: Stunde der Jugend. Zum Tag der Skagerrak-Schlacht. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: Zeitfragen. 18.25: „Der Erzkömg." — Das neue Werk von Georg Sebastian Faber. 19: Von Leipzig: Reichssendung: Stunde der Ration. „Musik der Romantik." 20: 3x5 Minuten. 20.15: Unterhaltungskonzert. 20.35: „Magna Chartader Arbeit", Vortrag von Lino Masala. 21.10: Orchesterkonzert des Württ. Landes-Symphonieorchesters. Jreitag, 2. 3uni. 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 16.30: Rachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18: Aerzte-Dortrag. 18.25: Zeitfragen. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. Rhein-Mainische Stimmen. Hörfolge. 20: Blätter und Blüten aus den Gärten der Erde. Eine Funkunterhaltung. 21: Die Fahnen Deutschlands. Hörfolge von Heinz Rieth. 21.30: Konzert. 22.45 bis 24: Rachtkonzert. Samstag, 3. Juni. 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18: Schriften an die Ration. Besprochen von Dr. W. Köniher. 18.30: Wochenschau. 19. Reichssendung: Stunde der Ration. Deutsche Pfingstbotschaft. 20: Musik für Bratsche. 20.20: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Funkbrettl. 22.45 bis 24: Rachtmusik. Spielvereinigung 1900 Gießen. ICO) I — Sportverein Wetzlar l. Am morgigen Sonntag trägt die Spielvereinigung bereits das Rückspiel gegen die 1. Elf des Sportvereins Wetzlar aus. Das Vorspiel wurde bekanntlich mit 6:2 verloren, allerdings von einer Mannschaft, die eine Verlegenheitself darstellte. Immerhin schlugen sich die Ersatzleute gan$ gut. Für das Spiel des Sonntags hat man eine etwas schlagkräftigere Mannschaft zur Verfügung. Die Spielvereinigung tritt in folgender Aufstellung an: Schlarb; Zeiler Luft: Schmelz, Bromm, Lotz: Lippert, Grünewald, Hofmann, Schneider, Heilmann. Das Spiel findet auf dem Platz an der Liebigshöhe statt und man wird erwarten dürfen, daß die Blauweißen ein anderes, besseres Ergebnis, als am Vorsonntag zu erzielen wissen. Vor diesem Spiel treffen sich auf dem Platz der Spielvereinigung 1903 die ersten Mannschaften von Bissenberg und Lollar und kämpfen um den Aufstieg in die 1. Bezirksklasse. Die unteren Mannschaften der Spielvereinigung 1803 sind spielfrei. Jugendklubkampf gegen „Germania" Marburg. Die Jugendlichen der Spielvereinigung 1803 bestreiten am Sonntag einen Klubkampf gegen die Germanen in Marburg. Die A l- und die A II-Jugend, sowie die Schüler beteiligen sich an diesem Wettkampf, den die Gießener kaum gewinnen können. Der Vorkampf auf dem Platz der Spielvereinigung endete mit einem llncnt* schieden. Die Blauweihen müssen mit viel Ersah fahren, so daß ihnen kaum große Chancen gegen, die körperlich weit überlegenen Gegner gegeben sein werden. Unter den herrschenden Umständen rechnet man mit einem ehrenvollen Ergebnis. 1900 AI — DfB. Gießen AI 5:0 (3:0). Beide Mannschaften zeigten ein flottes, faires Kampfspiel und recht ansprechende Leistungen. 1900 trat mit 2 Mann Ersah an, VfB. hatte zunächst nur 10 Mann zur Verfügung und ebenfalls einige Mann Ersah. Die Dlauweihen gewannen das Spiel infolge der besseren Gesamtleistung verdient. Den Gästen wäre aber das Ehrentor zu gönnen gewesen. Zuerst wurde reichlich nervös gespielt. Schnelle Angriffe gab es auf beiden Seiten. 1900s Torhüter hatte zunächst zwei gefährliche Bälle zu halten, bekam dann aber nicht mehr viel Arbeit. Beim Plahverein klappte es zunächst im Sturme nicht, als aber durch den Linksaußen (Kopfball) das erste Tor fiel, war der Bann gebrochen. Zur Halbzeit führten die 1900er bereits 3:0. Die 1900er wurden nun sehr aktiv, Verteidigung und Tormann der VfBer verhinderten aber weitere Erfolge. Rach der Pause flaute das Spiel ab, beide Mannschaften hatten sich zu sehr verausgabt. 1900 lag weiter im Angriff, lieh aber viele Chancen aus, der Gegner wehrte sich anderseits heftig, kam aber nur noch zu einigen Durchbrüchen. Der Schiedsrichter leitete sehr sicher. Die 2. Jugend der Spielvereinigung muhte sich der 1. Jugend von Wiefeck mit 2:3 Toren beugen. VfB. Gießen. Die 1. Mannschaft in Sinn. Mit dem Ballspielklub Sinn sind die Grün- weihen durch alte Freundschaftsbande verbunden. Die Mannschaft des Gastgebers der Grünweihen ist auch in Gießen nicht unbekannt. Bisher gelang es ihr allerdings noch nicht, den Gießenern eine Riederlage beizubringen. Die Leute aus dem Dillkreis Verloren meist, zum Teil mit hohen Ergebnissen. Die Mannschaft des BC. Sinn gehört der zweiten Bezirksklasse im Dillkreis an und hat sich in den Verbandsspielen der letzten Saison an die Spitze der Tabelle gesetzt, so daß sie jetzt als Anwärter auf die Teilnafnne an den Spielen in der ersten Bezirksklasse anzusehen sind. Die Gastgeber sind als spielstark, schnell, aber auch als hart bekannt und werden, zumal auf eigenem Platze, den Grünweihen keinen leichten Sieg erringen lassen. — Die 4. Mannschaft trägt ein Gesellschaftsspiel gegen die Dritte von Wieseck aus. Gportabteilung des Tv. Wieseck. Für den morgigen Sonntag hat sich die Sportabteilung des Tv. einen sehr starken Gegner verpflichtet. Die 1. Mannschaft spielt gegen die gleiche des FC. Watzenborn-Steinberg, vorher treffen sich die 2. Mannschaften beider Vereine. Die 1. Mannschaft des Gegners brachte es bis zum 2. Platz in der Bezirksklasse II bei den vergangenen Verbandsspielen. Die 1. Mannschaft des Tv. tritt verstärkt auf den Plan, so daß mit einem äußerst spannenden Treffen zu rechnen ist. Auch die 2. Mannschaft ist als spielstark anzusprechen, errang sie doch bei der letzten Verbandsspiel- runbe die Meisterschaft in ihrer Gruppe. Die zweite Mannschaft des Tv. ist ebenfalls erheblich verstärkt. Die neu aufgestellte 3. Mannschaft tritt auf dem Waldsportplatz des VfB. Gießen gegen die dortige 4. Mannschaft an. Die Jugend erwartet die 1. Jugend von Heuchelheim zum angesetzten Wimpelspiel. Am Sonntag hatte Wieseck die Reserve des VfB. Gießen zu Gast. Die Gastgeber mußten mit Ersatz antreten. Man sah einen schönen und flotten Kampf. Die Gäste gingen in der 30. Minute in Führung. In der 20. Minute nach der Pause schoß der Halblinke das Ausgleichstor. Wieseck war immer wieder am Ball und der Mittelstürmer konnte schließlich das Siegestor erzielen. Der VfB.-Tormann ersparte seiner Mannschaft eine höhere Niederlage. Das Spiel war gut geleitet. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Elf der Spieloereinigung Leihgestern weilt am Sonntag zum Gesellschaftsspiel in Heuchelheim zu Gast. iDe Leihgesterner sind als sehr spielstark bekannt. Die Einheimischen dürften nicht allzu große Siegesaussichten haben. Man rechnet bei einigem Siegeswillen mit einem ehrenvollen Ergebnis. Vorher spielt die 2. Mannschaft des Sportvereins gegen die 1. von Bieber. Die Jugend tritt in Wieseck an. Handball im Gau Hessen CD. T ) Tv. Gacbenieich I — 2. Komp. Gießen II. Arn morgigen Sonntag empfängt die 1. Handballelf des TV. Garbenteich die 2. Mannschaft der zweiten Kompanie (Jnf.-Regts. 15 Gießen) zu einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste, denen die Turner schon beim Hallen-Handballturnier in der Volkshalle gegenüberstanden, stellen eine in allen Teilen erprobte Mannschaft. Das Spiel verspricht interessant zu werden. TV. Dorlar I — TV. Wetzlar II. Die 1. Mannschaft des TV. Dorlar empfängt die 2. des TV. Wetzlar. Beide Mannschaften stehen sich zum ersten Male gegenüber. Der Ausgang des Treffens ist nicht vorherzusagen. TV. Hausen — TV. Waldgirmes. Die 1. Mannschaft des TV. Hausen trägt in Waldgirmes ein Spiel gegen die dortige 1. Elf aus. Die Alten Herren der beiden Vereine treten gleichfalls an. In beiden Begegnungen stehen sich gleichwertige Mannschaften gegenüber. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Die Getreidebörse entbehrte in der verflossenen Berichtswoche jeglicher Anregung. Die Erhöhung der Mehlpreise in der Vorwoche ließ das Mehl- geschäft wieder völlig stagnieren. Die Tendenz neigte etwas yir Abschwächung. Am Weizenmarkt beobachtete man nur Käufe für den unmittelbaren Bedarf. Der Preis für Mahlweizen, hessischer, hessen-nassauischer und unterfränkischer Herkunft, mit einem Hektolitergewicht von 76,50 Kilogramm ging um 1 Mark auf 213 bis 214 Mark per Tonne zurück. Besonders auffallend ist die nach wie vor nur vorsichtig^ Belieferung des Roggenmarkt es. Die Haltung des Roggenmarktes war ziemlich stetig und der Preis für Roggen Hess., hess.-nass. und unterfränkischer Herkunft bei einem Hektolitergewicht von 71,5 Kilogramm mit 172,50 bis 174 Mark per Tonne unverändert. Der H a f e r m a r k t ist nach den letzten Preiserhöhungen wesentlich ruhiger geworden. Die Ro- tierung für guten inländischen Hafer stellte sich mit 147,50 bis 151,50 Mark per Tonne um 1 Mark niedriger. Für F u 11 e r g e r st e ist die Rachfrage gleichfalls recht ruhig geworden, doch waren die letzt- wöchigen Preise von etwa 162,50 bis 167,50 Mark pro Tonne noch zu erzielen. Braugerste blieb ohne Umsatz. Das Mehlgeschäft stagnierte so gut wie vollkommen. Auch die Ermäßigung um eine Viertel Mark für Weizenmehl bot keinen Anreiz zu Reuabschlüssen. Roggenmehl war noch etwas beachtet. Je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenmehl südd. und Niederrhein. Spez. 0 mit Austauschweizen 30,50 bis 31,75, Roggenmehl 60prozcntige Ausmahlung 23,75 bis 25,25. Am Futtermittelmarkt blieben die Kleiepreise behauptet. Der Absatz wurde aber durch die zunehmende Grünfütterung beeinflußt. Das Geschäft in Kraftfuttermitteln stockt vollkommen. Die Preise notierten je 100 Kilogramm ab Frankfurt wie folgt: Weizenkleie 7,75 bis 7,80, Roggenkleie 8,70 bis 8,75, Soyaschrot 9,75 bis 10,40, Palmkuchen 9,50 bis 9,75, Erdnußkuchen 12 bis 12,25, Treber 11,50 bis 11,75 Mark. Die Rachfrage nach Hellen Sandboden-Jndu- strie-K a r t o f f e l n war rege. Jndustriekartof- feln hiesiger Gegend konnten um 15 Pf. auf 1,55 bis 1,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug anziehen.* * Reichsbahnaufträge für d i e Eisen- bahninduftrie. Nachdem die Lieferungen der Eifenverbände für die Reichsbahn in Gesamthöhe von 320 000 Tonnen Eifenbahnoberbaumaterial, die sich auf die Monate Oktober 1932 bis Mai 1933 verteilten, erledigt sind, hat sich jetzt das Eisenbahnzentralamt entschlossen, als Provisorium für den Monat Juni weitere 40 000 Tonnen Oberbaumaterial beim Stahlwerksoerband in Auftrag zu geben, damit die Werke weiter Beschäftigung haben. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sind die Verhandlungen über ein neues, großes Auftragsprogramm der Reichsbahn nicht abgeschlossen, fje sollen im Laufe des Juni fortgesetzt werden. * E i n ste Hungen beider Rob er tBosch 21®., Stuttgart. Wie die Verwaltung der Gesellschaft mitteilt, sind von dem Unternehmen seit Beginn des Jahres rund 1200 Arbeitskräfte neu eingestellt worden. Die Belegschaft stellt sich jetzt auf 9000 Köpfe. Die Verwaltung rechnet damit, weitere Neueinftellungen vornehmen zu können, da umfangreiche Material- und Maschinenbestellungen oor- liegen. * Gute Beschäftigung bei Daimler- B e n z. Wie wir erfahren, liegen bei der Daimler- Benz-AG., Stuttgart-Berlin, so ausreichende Aufträge vor, daß die gegenwärtig gute Beschäftigung für die nächste Zeit anhalten wird. Die Belegschaft ist in diesem Jahre um insgesamt 3000 Köpfe erhöht worden. frankfurter Abendbörse geschästslos. Frankfurt a.M., 26. Mai. Die Abendbörse blieb zwar auf der ganzen Linie infolge des Ausbleibens von Kundenorders g e s ch ä s t s l o s. die Stimmung war jedoch im Einklang mit den meist festeren Auslandsbörsen etwas gebessert, und gegenüber den tiefsten Berliner Kursen traten Erholungen um Bruchteile eines Prozentes ein. Etwas stärker erhöht waren am Kunstseidemarkt Aku, pie um 1 Prozent anzogen, ferner Akkumulatoren Berlin, die 2,50 Prozent gewannen. Sonst kamen bei Beginn der Börse noch JG.-Farbcn 0,25 Prozent und Bekula 0,50 Prozent höher zur Rotiz. Im Verlaufe konnten sich JG.-Farben um erneut 0,25 Prozent erhöhen, auch Aku zogen noch 0,13 Prozent an, während auf den übrigen Marktgebieten keine Veränderungen eintraten. Am Rentenmarkt waren Umsätze kaum zu verzeichnen, die Mittagskurse waren jedoch gut behauptet. Reubesihanleihe 12,50, Altbesitzanleihe 75,65, Schuhgebietsanleihe 7,60, 6proz. Stahlverein-Bonds 67,13, Dresdner Dank 52, Reichsbank 127, Gelsenkirchen 62, Mannesmann 70,25, Rheinstahl 89,75, Aku 39,75 bis 39,90. Akkumulatoren Berlin 182,75, Bekula 111.38, Scheideanstalt 169, Licht & Kraft 113, JG.-Far- benindustrie 129,50 bis 129,75, Gesfürel 91,25, Lahmeher 122,50, Hapag 19, Norddeutscher Lloyd 20,25. Landkreis Gießen. f Treis a. d. LVa., 24. Mai. Der kommissarische Bürgermeister Heinrich Derghöfner wurde dieser Tage zum Bürgermeister ernannt und hat sein Amt angetreten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 o. H. Frant,uri a. ut. Berlin Schluß« kurS Schlußk. Abend- börse Schluß« kurS Schlußk. Mittag« börse Datum 24.5- 26.5. 24.5. | 26.5. 6% Deutsche Retchsanteche v. l»2i 85 84,75 85 84,25 6% ef;em.7% Dt. Rcichkanl. v. 1929 6y,% Doung-Anieihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mli AuSlos.-Rechten ............ 92,4 92,5 92 92 86.9 86,4 86,9 86,9 76,13 75,65 76,9 75,5 S>e5fll. ohne AuSIos.-Rechte...... 12,825 12,5 12,85 12,45 6% ehern. 8% Heft. Volksstaat 1929 krüdzahlb. 102%)........... 78,5 77,5 Oberhellen Provinz.Anleihe ml' AuSlos.-Rechten ............ 68,5 68 _ 6% Hell. Landesbank Darmstadt Gold R. 12......... 82,5 82 83 6y2% Hell. Landes Hvpotheken- bank Darmstadt Liqui...... 85,5 85,5 _ Deutsche Komm. Eammelab l.An leihe Seriel mit AuSlos.-Rechten 69,5 69,4 70 69,4 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bani Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 83,25 82,5 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban< Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 83 82,4 _ V/i% ehern. 4>/t% Franks. Hyp. Bank-Llau.-Psandbriefe ..... 83,75 84 — 5/2% ehern. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 85,5 86 — 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand briefanstalt, Psandbriese R. 19 84 83,5 83,5 83,5 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand briefanftalt. Psandbriese R. IC 84 84 84,5 84,5 85,4 85,4 -- 4% Oesterreichilche Golbrente... 15,75 15,75 — 16 4,20% Oesterreichilche Silberrente — — — 1,2 4% Unflart,dje Goldrente....... — — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 4y,% desgl. von 1913........- 5% a&flcft. Goldmexikaner von 99 7,65 7,75 7,95 7,7 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,6 6,55 6,65 6,65 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... 6,6 6,6 6,55 6,45 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurS Schlußt. Abend« börle Schluß, furd Schluß!. Mittag. bSrse Z)atum 24-5. 26.5- 24.5. 26.5. 4% desgl. Serie li ........... 6,55 6,5 6,65 6,5 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,65 5,5 — 5,5 Bank ... 0 50,25 50,25 50,75 50,75 Deutsche Bank und Diskont» Gesellschast................ 0 53 53 53 53 Dresdner Bank.............. 0 53 52 53 52 Reichsbank ................. 1 127,5 127 127,65 126,4 A.E.G...................... ( 25,13 25,13 25,13 25 Elektr. LieferungSgeselllchast ... b 100 99,5 100 99,75 Licht und Kraft .......... 6 114 113 115,25 113,25 Selten & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter. 0 67 68,5 67 68,75 nehmungen........... 4 93 91,25 93,13 91,75 Rheinische Elektrizität ........ 5 96 95,75 95,9 95,5 Echuckert L Co............ 0 108,25 107 108 106,5 Siemens & HalSke......... < 162 158,75 161,5 158 Lahmeher L Co.............. 10 124 122,5 124 122,5 Buderus ................... 77,25 76,75 78 76,5 Deutsche Erdöl ............. 4 113,5 111 112 110,75 Gelsenkirchener............. < 63,25 62 63,5 62 Harpener.................. 0 95,75 95,25 96,5 95 Hoesch Eilen—Köln-Neuellen.. t —— 76,5 74,75 Ilse Bergbau ............... 7 — 151 Ilse Bergbau Genülle........ 7 — 115,5 115 115 Klüdnerwerke .............. 0 60 60,13 60,5 60,13 Mannesmann-Rohren........ 0 72 70,25 73,75 70,25 Jrantiun a. Dl. Lettin Schluß« kurs Schlußk. Abend, börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 24-5. 26.5. 24.5. 26.5. Manstetder Bergbau...... ... 0 — — 26 24,75 KokSwerke ............... ... 0 — — 85,5 84,25 Phontr Bergbau.......... ... 0 44 42 43,13 41,75 Rheinische Braunkohlen .. ...111 196,25 196,5 197 194,5 Rheinltab! ............. ... 0 90,5 89,75 91 89,65 Vereinigte Stahlwerke..... ... 0 42,75 41 43 41 Otavi Minen ............ ... 0 17,5 18 17,75 17,75 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 131 128,75 132 127,25 Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 6 ... P 134 183 129 178 132 182,5 129 180 3 G. Farben.Industrie .... ... 1 132 129,75 132,13 129,25 Scheideanstalt............ ...10 170 169 Goldschmidt ............. ... 0 55 54 55,25 54,4 RütgerSwerke ............ ... 0 58,65 — 58,4 58,25 Metallgesellschaft.......... 36 35 35,5 34,5 Philivv Holzmann........ Zementwerk Heidelberg ... Eementwerk Karlstadt...... ... 0 54,25 57,5 58,5 57,75 :::i 80,75 79,5 Schultheis Patzenhofer..... ... 0 -- _ 126,75 125,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 38 39,9 38,25 38,75 Bemberg................ ... 0 49 49,25 49 49.5 Zellstoft Waldhof ......... ... 0 54 —— 54 52,75 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 24 24 25,65 24 Dessauer GaS............ ... 7 — — 111,75 111,5 Daimler Motoren......... ... 0 31 29,5 30,65 29,75 Deutsche Linoleum ....... ... 0 49,25 48,75 49,13 48 Orenstein & Koppel ...... ... 0 50,4 51 Leonhard Tietz........... ... 6 21,5 21 21,5 20,25 Chade................... ...12 174 170,5 174 170,5 Gritzner ................ ... 0 78 26 28 27 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 68 68 Süddeutscher Zuder ...... ... 8 155,25 155 156 156 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 2H. 24. Mai 26.Mai Amtliche Notierung Amtliche Noiterung Geld Brie Geld Brie' Helsingsors. 6,304 6,316 6,309 6,321 Wien...... 45,95 46,05 46,20 46,30 12,61 12,63 12,61 12,63 Budapest ... Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 170,08 170,42 170,13 170,47 Oslo....... 72,43 72,57 72,43 72,57 Kopenhagen. 63,69 63,81 73,42 63,69 63,81 Stockholm... 73,28 73,33 73,47 London ..... 14,27 14,31 14,28 14,32 Buenos Aires 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuhork.... 3,646 3,654 3,646 3,654 Brüssel..... 58,74 58,86 58,82 58,94 Italien..... 21,98 22,02 21,98 22,02 Paris..... 16,595 16,635 16,61 16,65 Schweiz ... 81,37 81,53 81,52 81,68 Spanien.... 36,01 36,09 36,06 36,14 Tcmztg .... 82,52 82,68 82,62 82,78 Japan...... 0,874 0,876 0,874 0,876 Rw de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon ... 5,195 5,205 5,195 5,205 13,02 13,04 13,02 13,04 Banknoten. Äetlin, 26.Mai Geld Aries Amerllantsche Roten....... 3,61 3,63 Belgische Roten........... 58,86 58,90 Dänische Roten .......... 63,32 63,58 Englische Roten .......... 14,24 14,30 Französische Roten........ 16,57 16,63 Holländische Roten........ 169,76 170,44 Italienische Roten......... Norwegische Noten ....... 21,86 21,94 72,26 72,5^ Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ Schweizer Noten.......... 73,15 81,34 73,45 81.66 oDanffrfie Noten.......... 35,93 36,07 Ungarische Noten ................